Autor Thema: Die letzte Sichtung  (Gelesen 200253 mal)

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Offline Ubaldo

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1620 am: 9 Oktober 2017, 21:03:34 »
So, gestern habe ich bei Amazon Prime den neuesten XXX von DJ Caruso gesehen. Keine Offenbarung, aber zu ein paar Bier geht der schon in Ordnung. Verrückteste Sequenz: Vin Diesel unternimmt im tropischen Dschungel eine Skifahrt durch Baumkronen und einen Abhang hinunter, steigt dann aufs Skateboard um und fährt noch ne kurvige Straße schneller als alle PKW hinunter.

Vorgestern gab es GET OUT via iTunes. Erinnert an Stepford Wives, nur halt mit Rassenthematik anstatt Geschlechterthematik. Ich fand den für ein Regiedebüt durchaus gelungen, weil er durchaus eine albtraumhafte Stimmung zu erzeugen und durch seine Struktur bis zum Ende zu fesseln vermag.

Ach ja, heute gibt es bei mir "nur" Serien auf Netflix.

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1621 am: 10 Oktober 2017, 01:03:22 »
THE COLLECTOR



Arkin ist ein kleiner Handwerker mit großen Geldproblemen. Was er ausserdem hat, ist eine Menge kriminelle Energie...
Wie gut, dass seine neuesten Auftraggeber, die Familie Chase, einen Safe in ihrer Wohnung haben, in dem einiges an Geld liegt.
Als er erfährt dass die Familie in den Urlaub fahren will, bricht er in deren Haus ein, um ganz ohne Zeitdruck deren Safe zu knacken.
Als er während seiner Arbeit am Safe seltsame Geräusche hört, und bemerkt dass überall im Haus lebensgefährliche Fallen aufgestellt wurden,
versucht er irgendwie hinauszukommen- doch die Ausgänge sind verriegelt.
Auf der suche nach einer Fluchtmöglichkeit findet er im Keller Vater und Mutter Chase, die grausam gefoltert wurden, und ihm erklären,
dass sich irgendwo im Haus noch deren Tochter versteckt- und ein brutaler Irrer, welcher Menschen sammelt um sie zu foltern, auf der Suche nach ihr ist.
Dummerweise ist jetzt natürlich auch Arkin im Haus gefangen- und lediglich der Vorteil der Überraschung, weil mit ihm nicht gerechnet wird, ist auf seiner Seite...

Wenn man von einigen Logiklöchern absieht, funktioniert der Film erstaunlich gut, ist recht spannend und teils schon sadistisch grausam.
Das hohe Erzähltempo gönnt dem Zuschauer keine Pause, das düstere Setting, die teils wirklich fiesen Fallen und die Kameraführung fallen auch positiv auf-
wie auch das untypische Ende, mit dem man nicht unbedingt rechnet...
Achtung: Hier gibt es eine geschnittene Fassung, und eine Uncut-Fassung- beide sind ab 18!
Ohne Uncut-Schriftzug auf dem Cover sollte man die deutsche Fassung des Films stehen lassen. Meine NL-Version enthält deutschen Ton.

7/10

THE COLLECTOR 2 - THE COLLECTION



Ein altes Hotel welches seit Jahren verlassen ist, hat sich als ideale neue Behausung für den Collector herausgestellt.
Hier werden Gäste zur exclusiven Disco-Party geladen, welche kaum einer überleben wird.
Als die Party gerade auf dem Höhepunkt ist, metzelt eine im Hauptraum installierte Falle den Großteil der Gäste brutalst nieder.
Die wenigen Überlebenden welche der Falle entfliehen konnten, finden sich in einer Zelle wieder- und werden dort grausam getötet.
Lediglich die junge Elena hat in einem anderen Raum überlebt- und trifft dort auf Arkin, den Überlebenden des ersten Films.
Arkin kann Elena aufgrund seiner Erfahrungen vor einer tödlichen Falle retten und danach entkommen, während Elena zurückbleibt.
Elena's Vater ist allerdings nicht gerade untätig, und auf der Suche nach ihr.
Er heuert einen Söldnertrupp an, und bittet Arkin um Hilfe- da dieser ja den letzten Aufenthaltsort des Collectors kennt.
Als die Truppe ankommt, stellen sie fest, dass sich der Collector nicht die Mühe gemacht hat abzuhauen.
Warum auch? Das komplette Hotel ist eine einzige tödliche Falle...

Auch im zweiten Film sollte man nicht nach Logik suchen, und einen stabilen Magen haben- zumindest bei der Uncut-Version.
Schon nach 10 Minuten gibt es eine regelrechte "Massenschlachtung", und im Verlauf des Films wird dieser nicht weniger brutal.
Wieder ist das Tempo des Films hoch, eine Handlung kaum vorhanden bzw Nebensache, und alles extrem düster inszeniert.
Splatterfans werden hier glücklich, der zweite Film steht dem ersten in nichts nach.
Wie schon bei Teil 1 gibt es eine geschnittene, und eine Uncut-Fassung, beide ab 18. Am "Uncut" Schriftzug ist die "richtige" erkennbar.

7/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1622 am: 11 Oktober 2017, 10:19:11 »
CHUCKY - DIE MÖRDERPUPPE



Der Cop Mike Norris (Chris Sarandon) ist schon lange auf der Jagd nach dem Serienmörder Charles Lee Ray (Brad Dourif).
Als er diesen nach einer Verfolgungsjagd in einem Spielzeugladen stellen kann, nutzt Charles Lee Ray einen Voodoozauber.
Dieser bewirkt, dass seine unsterbliche Seele in einen anderen Körper "übersiedelt"-
dummerweise ist lediglich eine "Good Guy" Spielzeugpuppe in der Nähe, so dass er diese nutzt.
Die Puppe wird von einem Obdachlosen gefunden, und Karen Barclay als Geburtstagsgeschenk für ihren Sohn Andy (Alex Vincent) verkauft.
Charles Lee Ray offenbart sich gegenüber Andy, wohl wissend dass dem Jungen keiner glauben wird.
Chucky's erstes Opfer in seiner neuen Gestalt ist Andy's Babysitterin, welche aus einem Fenster in den Tod stürzt.
Der ermittelnde Cop in diesem Todesfall ist Mike Norris, welcher natürlich Andy's Geschichte über seine "böse" Puppe keinen Glauben schenkt.
Das soll sich allerdings schon bald ändern...

Tom Holland's zweiter Horrorfilm (nach dem ersten "Fright Night") ist trotz der etwas seltsam anmutenden Grundidee durchaus gelungen.
Tricktechnisch sieht Chucky wirklich toll aus, wenn er fiese Grimassen schneidet und mordet.
Bei den menschlichen Darstellern sieht es dagegen etwas schwächer aus.
Der einzige wirklich überzeugende Darsteller ist Brad Dourif- und der kommt nur am Anfang ein paar Minuten vor.
Ansonsten sind die Darsteller allesamt eher durchschnittlich, und so manche Synchronstimme, besonders die von Andy, nervt unglaublich.
Für einen Horrorfilm ist "Chucky" eher ruhig inszeniert, in der Darstellung der Morde zurückhaltend, und mit nur geringem Bodycount ausgestattet.
Langweilig wird es dennoch nicht, was wohl auch daran liegt, dass Chucky recht ernst daherkommt und schön düster gefilmt ist.

7/10

CHUCKY 2



Nachdem Chucky am Ende des ersten Films zerstört wurde, wird versucht anhand des zwar teils geschmolzenen,
aber eben noch vorhandenen Kopfes der Puppe, eben diese zu rekonstruieren und somit wieder herzustellen.
Natürlich gelingt dieses vorhaben ein wenig zu gut, so dass auch der Geist von Charles Lee Ray wieder in der Puppe erwacht.
Erneut beginnt Chucky zu morden, und metzelt sich auf der Suche nach Andy (Alex Vincent) durch den Film,
da er nur über dessen Körper, da dieser ihn als erstes in dieser Gestalt gesehen hat, wieder menschliche Gestalt annehmen kann.
Andy lebt inzwischen in einer Pflegestelle, da seine Mutter nach den Vorfällen im ersten Film in der Psychiatrie gelandet ist.
Als er bemerkt, dass Chucky wieder hinter ihm her ist, warnt er natürlich seine Pflegeeltern- doch erneut will ihm keiner glauben...

Regisseur John Lafia hat ausser TV-Serien und Filme gerade mal vier Filme gedreht- zwei davon im Horror-Genre.
Und genau diese beiden sind auch durchaus nette B-Filme geworden: Eben "Chucky 2", sowie "Man's best Friend".
Die Fortsetzung ist etwas Temporeicher inszeniert, kommt aber komplett ohne inhaltliche Überraschungen daher.
Andy wird wieder von Alex Vincent gespielt, und seine Synchronstimme ist leider immer noch nervig.
Ansonsten gibt es nicht viel zu bemängeln, die Tricks sind wieder gelungen, die Geschichte wird akzeptabel weitererzählt,
und das Finale ist im zweiten Teil sogar interessanter gestaltet als im Vorgänger.
Wer den ersten Film mochte, wird auch mit dem zweiten zufrieden sein-
zumal das Ende eigentlich wirklich ein schöner Abschluss ist, und keine weitere Fortsetzung ankündigt.

7/10

CHUCKY 3



Acht Jahre nach den Vorkommnissen in Teil zwei: Die Spielzeugfirma nimmt die Produktion der Good Guy-Puppen wieder auf,
und natürlich plumpsen wieder ein paar Reste der Originalpuppe in die Kunststoffmischung für die neuen.
Ergebnis: die erste Puppe der neuen Produktion beherbergt mal wieder den Geist von Charles Lee Ray, alias "Chucky".
Und weiter geht die Suche nach Andy, welcher inzwischen in einer Militärschule ausgebildet wird.

Aufgrund des Zeitsprunges zum letzten Film hat Andy hier natürlich einen anderen Darsteller,
und somit zum Glück auch nicht mehr seinen extrem nervigen Synchronsprecher.
Ansonsten ist hier, ausser den wieder gelungenen Tricks, alles eine Ecke schwächer.
Spannung will nicht so recht aufkommen, die Ereignisse und Personen in der Militärakademie sind eher unglaubwürdig,
die Schauspieler sind durchschnittlich, die dargestellten Figuren allesamt äusserst Klischeehaft,
und Chucky mutiert zum Sprücheklopfer, hat aber ansonsten eher wenig zu tun.
Das Finale in der Geisterbahn passt zum einen nicht zum Rest des Films- und wirkt zum anderen generell recht billig.
Keine Katastrophe, aber doch schon schwächer als die beiden gutklassigen Vorgänger.

5/10

CHUCKY UND SEINE BRAUT



Als Serienkiller Charles Lee Ray vor zehn Jahren seinen menschlichen Körper verlor, blieb seine damalige Freundin Tiffany alleine zurück.
Da Tiffany ebenso schräg drauf ist wie Charles, und seitdem auch keinen Sex mehr hatte, ist sie auf der Suche nach Chucky's Überresten.
Eben diese lässt sie von einem korrupten Polizisten aus der Asservatenkammer der Polizei stehlen,
flickt Chucky wieder zusammen, und erweckt ihn mittels einem Voodoo-Zauberspruch zum Leben.
Als Tiffany dann allerdings von Chucky erfährt, dass er sie damals entgegen ihrer Meinung nicht heiraten wollte,
und das auch jetzt nicht vorhat, sperrt sie ihn ein und überlässt ihm als Gesellschaft lediglich eine weibliche Puppe.
Es kommt, wie es kommen musste: Chucky kann entkommen, tötet Tiffany- und transferiert ihren Geist mittels Voodoo in besagte Puppe.
Fortan ist ein Killerpuppen-Pärchen unterwegs...

Der vierte Film macht aus der Reihe das beste, was passieren konnte:
Er nimmt sich überhaupt nicht mehr ernst- und kommt als gelungene Horrorkomödie daher.
Es gibt einige andere Anspielung auf andere Horrorfilme,
schon die ersten Sekunden in der Asservatenkammer zaubern ein grinsen in das Gesicht des Horrorfilm-Fans.
Dass nun auf einmal eine alte Freundin von Charles Lee Ray im Spiel ist wirkt zwar aufgesetzt, aber das Ergebnis der Geschichte überzeugt.
Die Morde sind fies, die Sprüche der Killerpuppen sarkastisch, die Tricks wieder gelungen,
und der Soundtrack überrascht mit passenden Songs wie dem Titellied "Living Dead Girl" (Rob Zombie)
und generell zu den jeweiligen Situationen passender Musik.
Die einzige Schwachstelle im Film ist meines Erachtens die nervige Jennifer Tilly, welche aber schon bald in Chucky's Braut verwandelt wird.
Seltsamerweise nervt sie als Puppe deutlich weniger, obwohl sie ihrem Vorbild in Optik und Art durchaus ähnelt.
Ist aber auch kein großes Kunststück, die Tilly ähnelt ja auch in echt, zumindest teilweise, eher einem Stück Plastik.

9/10

CHUCKY'S BABY



Die Mörderpuppe Chucky und seine Braut Tiffany haben vor ihrem ableben im letzten Film ein Kind mit dem passenden Namen Shitface gezeugt,
welches ein unauffälliges leben als Bauchrednerpuppe führt.
Zufällig erfährt Shitface, dass ein Film über seine Eltern gedreht werden soll- er reist daher nach Hollywood, um seine Eltern wieder zum Leben zu erwecken.
Wieder auferstanden gibt’s natürlich gleich einige Morde, und leider auch jede Menge schlechte, dumme und unlustige Sprüche der Killerpuppen.
Als Chucky & Tiffany bemerken, dass sich ihr Nachwuchs nicht mal sicher ist, ob er jetzt Männlein oder Weiblein sein will, sich ständig in die Hosen pisst-
und noch dazu nichts mit der Mordlust seiner Eltern anfangen kann, ja sogar Ekel davor empfindet, bahnt sich ein Familienstreit an.

Was hat man nur aus dieser Serie gemacht? War der erste Teil noch ein gelungener Horrorstreifen, und Teil zwei theoretisch ein schöner Abschluss der Geschichte,
wurde Teil drei dann schon deutlich schwächer-um mit dem vierten Teil, Chucky's Braut, eine neue Richtung einzuschlagen:
Horror-Comedy, mit einigen durchaus gelungenen Gags.
Teil fünf gehört nun zum schlechtesten, was man sich in diesem Genre ansehen kann.
Generell peinliche schauspielerische Leistungen und die fürchterlich nervige Jennifer Tilly welche sich selbst spielt, versauen einem den Film.
Der ganze Film ist ein einziger nicht-zündender Gag, es kommt keinerlei Spannung auf, die Sprüche sind peinlich schlecht,
die lustig gemeinten Ideen der Filmemacher sind größtenteils einfach nur primitiv.
Die unrated-Fassung erschien übrigens nur in den USA und Kanada, in Deutschland gibt's nur die R-Rated. Macht den Film aber nicht besser oder schlechter.

1/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1623 am: 12 Oktober 2017, 23:48:56 »
OPEN WATER



Daniel und Susan wollten ihren Urlaub auf den Bahamas mit tauchen verbringen.
Doch die Eheleute finden sich plötzlich, nach einem Tauchgang mit einem kleinen Charterboot und 20 Leuten, alleine im Meer wieder-
nachdem die Crew des Bootes beim durchzählen der Taucher geschlampt hat.
Nach stundenlangem warten dass man ihr fehlen bemerkt, wird die Situation immer heikler,
denn die Gewässer sind von zahlreichen Haien bevölkert, welche in der Dämmerung langsam mehr als nur neugierig werden...

"Blair Witch auf dem Wasser" steht auf dem Cover- und das ist durchaus nicht mal unpassend.
Doch während ich Blair Witch einfach nur lächerlich und langweilig fand, gefiel mir Open Water, wenn man sich durch die erste halbe Stunde gequält hat, sogar recht gut.
Anfangs war ich versucht abzuschalten, denn die dauernd extrem wackelnde und viel zu nah aufzoomende Kamera ist dermaßen hektisch,
dass ich mir vorstellen kann dass viele schon hier vom Film genervt waren.
Sobald dann aber alle im Wasser sind, passt auch die Kameraführung gut zum geschehen-
und als die eigentliche Handlung, also der Überlebenskampf der zurückgelassenen beginnt, ist man auch schon mittendrin, und schaltet sicher nicht mehr ab.
Der anfängliche Optimismus der beiden Taucher (Es fällt doch auf dass wir fehlen, die suchen uns bald...) zerfällt mit der Zeit zusehends, Angst und Wahnsinn sind nahe-
die Stimmung des Films wird durchaus bedrückend, und auch gut an den Zuschauer weitergegeben.

7/10

OPEN WATER 2



Ein paar alte Freunde die sich schon länger nicht mehr gesehen haben treffen sich zu einer Segeltour auf einer großen Yacht.
Nur Amy leidet seit ihrer Kindheit an Angst vor Wasser, vermutete aber eine Art "therapeutische Chance" in diesem Ausflug,
zumal sie ihren Mann und das gemeinsame Baby mit dabei hat, welches sie von ihrer Angst ablenken kann.
Die Stimmung ist locker, der Alkohol fließt- und schließlich wollen alle ins Wasser. Ausser Amy, welche an Bord bleiben will.
Natürlich wird sie deshalb aufgezogen und angestachelt- bis sie sich einer der Männer schnappt, und mit ihr ins Wasser springt.
Die therapeutische Wirkung ist dann zwar gezwungenermaßen vorhanden,
allerdings hat keiner daran gedacht, vorher eine Leiter ins Wasser zu lassen- da ja Amy an Bord bleiben wollte...

Mit dem ersten "Open Water" hat dieser Film zwar nichts zu tun, zumal er aus Deutschland kommt- aber die Grundidee ist natürlich ähnlich.
Auch hier handelt es sich um eine wahre Begebenheit, allerdings sind keine Haie im Spiel- "nur" die Angst vor dem ertrinken.
Und natürlich Lügen, Intrigen und Streit zwischen allen beteiligten.
Die Darsteller machen ihre Sache gut, die Hintergrundmusik untermalt den Film jederzeit passend.
Ein (meiner Meinung nach) deutlicher Vorteil gegenüber dem ersten Film ist die Tatsache,
dass man hier nicht auf den "Found Footage" Stil gesetzt hat, also nie von einer wackeligen Handkamera genervt wird.
Wer den ersten mochte, macht auch mit diesem Pseudo-Nachfolger nichts verkehrt.

7/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1624 am: 14 Oktober 2017, 00:46:36 »
DER EXORZIST



Die 12-jährige Regan zeigt plötzlich auftretende Veränderungen ihres Wesens, und schockiert damit ihre Mutter.
Sie benimmt sich seltsam und gibt obszöne Worte von sich.
Das ganze gipfelt zunächst in unerklärlichen Erschütterungen ihres Krankenbettes.
Diverse Ärzte finden keinen Grund für das Verhalten und sind ratlos.
Als die vermeintlichen Anfälle schlimmer werden, und ein Freund der Familie, welcher auf Regan aufpassen sollte,
auf mysteriöse Art aus dem Fenster fällt und stirbt, ist ihre Mutter der Verzweiflung nahe.
Nun steht auch Polizei-Lieutenant William Kinderman vor einem Rätsel, denn der tote wird mit um 180 Grad verdrehten Kopf gefunden.
Erst der hinzugezogene Pater Karras kommt auf die Idee, es einmal mit Exorzismus zu versuchen- und tatsächlich:
Im Körper von Regan hat sich ein Dämon eingenistet, welcher sich als der Teufel selbst bezeichnet.
Pater Merrin, einer der wenigen geistlichen mit Erfahrungen im Exorzismus wird zur Hilfe gerufen- und nimmt den Kampf auf...

Als der Film 1973 in die Kinos kam, war ein großer Teil des Publikums schockiert.
Auch heute noch verfehlt der Film seine Wirkung nicht, die Schauspieler sind erstklassig, und die Tricks immer noch überzeugend.
Man ist zwar inzwischen ähnliches aus dem Horrorfilm-Bereich gewohnt, das macht den "Exorzist" aber nicht schlechter.
Regisseur Friedkin war der richtige Mann für diesen Film, und hat zusammen mit William Peter Blatty, welcher die Romanvorlage geschrieben hat,
hier durchaus ein kleines Meisterwerk vorgelegt, welches Vorbild für diverse andere Filme dieser Art war. Bis heute übrigens.
Meiner Meinung nach zerstört der Director's Cut allerdings ein wenig die Spannung des Films.
Wenn Regan hier schon zu Beginn mit einem Ouija-Brett spielt, ist das schon fast zu offensichtlich-
da kann man ja schon nichts anderes mehr erwarten als Besessenheit.
Andererseits sind die zusätzlichen Szenen der besessenen Regan durchaus sehenswert,
und schlagen Tricktechnisch immer noch so manchen aktuellen Film.

9/10

DER EXORZIST II - DER KETZER



Vier Jahre nach dem Exorzismus ist Regan ein hübscher Teenager geworden, und lebt soweit es ihr möglich ist, wieder ein normales Leben.
Schon bald wird Regan allerdings von quälenden Träumen und bizarren Visionen geplagt, in denen auch der tote Exorzist Pater Merrin vorkommt.
Pater Lamont wird vom Vatikan entsandt um zu helfen- und findet den Ursprung der Besessenheit in Afrika.
Dort war Kokumo, ein afrikanischer Junge, vom Dämon Pazuzu besessen, welcher sich in Form eines Heuschreckenschwarms über die Welt bewegt.
Nun ist Pazuzu wieder in Regan gefahren, und gewinnt immer mehr Kontrolle über sie.
Mit Hypnose, Exorzismus und einer speziell gezüchteten aggressiven Heuschrecken-Art versucht man nun, Pazuzu endgültig zu besiegen...

Trotz guter Besetzung (Richard Burton, Max von Sydow, wieder Linda Blair als Regan)
und dem als geradezu von seinen Filmwerken besessen bekannten Regisseur John Boorman wurde der zweite Teil ein finanzieller Flop.
Dabei bietet der zweite Teil durchaus eine durchdachte Handlung, welche die Geschichte gut weiterführt und auch erweitert.
Vielleicht war aber auch genau das sein Problem:
Inhaltlich war der erste Teil ja nur eine recht einfache, aber perfekt umgesetzte Geschichte. Gut gegen Böse.
Boorman dagegen versucht das ganze vielschichtiger zu erzählen, geht mehr auf die Figuren und Hintergründe ein.
So gesehen ist "Exorzist II" vielleicht sogar der anspruchsvollere Film, was diesen allerdings auch deutlich sperriger zu konsumieren macht.
Ich finde ihn keineswegs so schlecht, wie er oft gemacht wird- aber an den ersten Film kommt er trotzdem bei weitem nicht heran.

5/10

DER EXORZIST -III



In Washington geht ein Serienkiller um, welcher seine Opfer verstümmelt.
Er hinterlässt zudem Zeichen, welche auf den sogenannten "Gemini-Killer" schließen lassen.
Das Problem: Dieser wurde vor 15 Jahren hingerichtet. Polizei-Lieutenant William Kinderman steht erneut vor einem Rätsel.
Als er allerdings an einen neuen Tatort in einem Krankenhaus gerufen wird, findet er dort nicht nur einen auf mysteriöse Art ermordeten Pater,
sondern auch einen namenlosen, unbekannten Patienten- welcher dem totgeglaubten Pater Karras äusserst ähnlich sieht.
Kinderman befürchtet das schlimmste- und soll recht behalten...

Die Geschichte um Regan ist abgeschlossen, der dritte "Exorzist" kommt in seiner Grundhandlung größtenteils eigenständig daher,
nimmt aber Bezug auf einige Personen des ersten Films.
William Peter Blatty, Autor und Drehbuchschreiber des Originals, hat hier seinen Roman "Legion" in ein Drehbuch umgewandelt-
und auch selbst die Regie der Verfilmung übernommen.
Mit George C.Scott (welcher den verstorbenen Lee J.Cobb als Lt. Kinderman ersetzt),
Brad Dourif, Scott Wilson und Jason Miller sind auch wieder bekannte Namen dabei.
Rein optisch kommt "Exorzist III" nicht mehr so düster daher wie die beiden Vorgänger- inhaltlich allerdings durchaus.
Die Bilder sind opulent, teilweise regelrecht bunt, jedenfalls wirkt alles deutlich moderner, was aber auch dem Drehjahr (1990) entspricht.
Der Film ist allerdings größtenteils eher Mystery-Thriller als Horror,
erst am Ende kommen zur durchaus spannend erzählten Geschichte auch ein paar Schockmomente dazu.

7/10

EXORZIST - DER ANFANG



1949 reist der junge Pater Merrin nach Afrika, da dort eine scheinbar absichtlich verschüttete Christliche Kirche bei Ausgrabungen gefunden wurde.
Unter der Kirche findet man eine Opferstätte des Dämons Pazuzu, welcher durch die darauf gebaute Kirche gebannt werden sollte.
Schon bald trifft Merrin jedoch auf einen kleinen Jungen, der scheinbar von diesem Dämon besessen ist, und deshalb getötet werden soll...

Diese Version des Films, welche auch im Kino zu sehen war, basiert zwar auf der ursprünglichen Fassung von Regisseur Paul Schrader,
jedoch waren die Produzenten und ein Testpublikum der Meinung, der Film sei zu ruhig- und sogar langweilig.
Daher wurde Action-Spezialist Renny Harlin herangezogen um den Film umzuschneiden,
neue Szenen nachzudrehen, und den Film somit Actionreicher und brutaler zu gestalten- was ihm auch durchaus gelungen ist.

DOMINION – EXORZIST – DER ANFANG DES BÖSEN



Als "Dominion" wurde kurz darauf auf dem DVD-Markt dann doch noch die ursprüngliche Version veröffentlicht.
Die Grundhandlung ist hier natürlich die selbe, aber teils etwas ausführlicher erzählt, und mit nur wenigen Brutalitäten angereichert.
Das muss ja nicht mal unbedingt schlecht sein, auch sind die Teile der Geschichte, die man nur hier sieht, inhaltlich sehr interessant-
allerdings sind in dieser Version auch mehrere Szenen enthalten, die dermaßen schlecht getrickst sind, dass sie den Gesamteindruck leider etwas runterziehen.

Der Film bietet in beiden Versionen eine interessant erzählte Geschichte, gute Schauspieler, eine sehr starke Atmosphäre, aber leider teils miserabel einkopierte Tricks,
die sich bei Renny Harlin in Grenzen halten (die kurze Szene mit den Hyänen), bei Paul Schrader aber einfach nur nervig sind
(mehrere Szenen mit Hyänen und die peinlichen Kühe...).
Für Fans der Exorzist-Filme sind beide Versionen jedoch beinahe pflicht, wird hier doch die komplette Vorgeschichte,
welche in Rückblicken schon im Jahre 500 nach Christus beginnt, der erfolgreichen Filmserie erzählt.
Die Kinoversion bietet mehr für's Auge (und hat den atmosphärischeren Anfang), die Dominion Version bietet dafür aber mehr Geschichte.
Ein Zusammenschnitt beider Filme, und neu überarbeitete Tricks wären hier echt wünschenswert...

Der Anfang: 7/10
Dominion: 6/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1625 am: 15 Oktober 2017, 00:25:53 »
GANTZ - SPIEL UM DEIN LEBEN



Ein U-Bahnhof in Tokio:
Zwei ehemalige Schulfreunde, welche sich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben, treffen sich zufällig beim warten auf den nächsten Zug.
Kurz vor dem einfahren des Zuges stürzt ein betrunkener auf's Gleis, woraufhin einer der beiden hinuntersteigt, und den betrunkenen rettet.
Beim Versuch, wieder auf den Bahnsteig zu kommen, will sein Freund ihm zu helfen- doch beide stürzen vor den einfahrenden Zug auf das Gleis und werden überrollt...
Beide erwachen direkt danach wieder- unverletzt, und in einem Raum in einer Art Zwischenwelt, welche von einer großen schwarzen Kugel namens Gantz regiert wird.
Auch andere Menschen sind anwesend, und schnell stellt sich heraus, dass alle gerade einen Unfall hatten- oder sich töten wollten.
Schon bald erscheinen Nachrichten auf der Oberfläche der Kugel, welche den überlebenden mitteilen, dass sie tun müssen, was von Gantz verlangt wird.
Die Kugel öffnet sich, und Waffen sowie spezielle Anzüge kommen zum Vorschein.
Es wird erklärt, dass die Menschen unter Zeitdruck in Kämpfe gegen verschiedene Aliens oder Monster geschickt werden- und je nachdem wie sie sich dabei anstellen,
gibt es Erfolgspunkte- sofern man die Mission überlebt.
Für 100 Punkte wird einem entweder das Gedächtnis gelöscht, und man kehrt zurück ins Leben- oder ein Mitspieler nach Wahl darf von den Toten auferstehen...

Schauspielerisch überzeugt der Film, tricktechnisch schwankt er zwischen okay und sehr gut-
allerdings kann ich mir vorstellen, dass so manche Figur im Film zu abgedreht für einige Zuschauer ist.
So ist bereits der erste Gegner der Gruppe das wohl seltsamste, was den Köpfen der Macher entspringen konnte:
Ein sogenanntes Zwiebel-Alien...
Wer mit solch typisch asiatischen Einfällen leben kann, wird definitiv gut unterhalten.
Ein paar blutige Szenen gibt es auch, diese stehen allerdings definitiv nicht im Vordergrund.

7/10

GANTZ - DIE ULTIMATIVE ANTWORT



Die Kämpfer von Gantz sind immer noch auf der Jagd nach Aliens- und Punkten.
Die einen wollen wieder frei sein, die anderen kämpfen immer weiter um ihre toten Freunde zurückzubringen.
Erschwert wird das ganze durch das auftauchen einer zweiten, sehr viel kleineren Kugel, welche ebenfalls Befehle erteilt.
Da die Aufgaben jetzt auf einmal auch gegen zivile Menschen gerichtet sind,
ist sich die Gruppe der Jäger nicht mehr einig wie es weitergehen soll- aber Entscheidungen müssen getroffen werden...

"Die ultimative Antwort" beginnt genau da, wo "Spiel um dein Leben" aufhörte-
so gesehen könnte man beide Filme als ein über Vierstündiges Gesamtwerk verstehen.
Allerdings sieht dieser zweite Film Tricktechnisch deutlich besser aus als sein Vorgänger,
hier hat man nach dem erfolg des ersten Films wohl ordentlich Budget zur Verfügung gehabt.
Die schrägen Ideen bezüglich der Gegner wurden zurückgefahren, diese kommen jetzt in Menschengestalt daher-
dafür sind die Kämpfe mit Schwertern und Großkalibrigen Waffen auf ein höheres Niveau gerückt.
Die Schauspieler machen ihre Sache gut, generell sind die Tricks sehr ansehnlich geworden,
und die Mischung aus Action und Drama kommt auch atmosphärisch gut rüber.
Nur eines bietet der Film trotz seines Titels leider nicht: Die ultimative Antwort.
Am Ende des Films fühlt man sich zwar hervorragend unterhalten,
aber wer denkt, dass hier jede Frage bezüglich der Kugel geklärt wird, irrt sich.

8/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1626 am: 16 Oktober 2017, 21:35:02 »
HAUS DER 1000 LEICHEN



Vier Freunde fahren quer durch Texas, um Informationen für einen geplanten Reiseführer zu sammeln.
Unterwegs halten sie an Captain Spaulding's Tankstelle an, welche nebenbei auch nach das "Museum of Monsters and Madmen" beherbergt.
Dieser erzählt ihnen vom berüchtigten Serienkiller "Dr.Satan", welcher in der Gegend aktiv war-
und in der Nähe an einem Baum aufgehängt, und danach begraben wurde.
Sie lassen sich den Weg zu besagtem Baum erklären, und nehmen unterwegs eine Anhalterin mit, welche sich als "Baby Firefly" vorstellt.
So landen sie schließlich im Haus der Familie Firefly, deren Mitglieder mehr als nur ein wenig schräg daherkommen.
Scheinbar wird dort gerade eine Halloween-Party gefeiert, deren Gäste (und Opfer) die vier Teenager sein sollen...

Sid Haig als Captain Spaulding ist eine absolut perfekte Idealbesetzung,
und Rob Zombie beweist mit seinem Filmdebüt Sinn für schrägen Humor, und Talent für düstere Filme mit Horrorthematik.
In Nebenrollen tauchen noch Walton Goggins, Bill Moseley, Tom Towles und Rainn Wilson auf- Rob Zombie selbst hat einen Gastauftritt.
Diverse filmische Vorbilder sind erkennbar, werden aber nicht kopiert.
Die Inszenierung ist generell recht dreckig und bietet einige kranke Ideen, aber auch absurd/schräge Charaktere,
welche immer hart an der Grenze zum übertriebenen und lächerlichen agieren- diese aber nicht überschreiten.

9/10

HAUS DER 1000 LEICHEN II - THE DEVIL'S REJECTS



Nachdem die wahnsinnige Firefly-Familie im Vorgängerfilm seinen Bruder getötet hat,
umstellt der rachsüchtige Sheriff das Grundstück der Sippe, die für zahlreiche Morde und Entführungen verantwortlich ist.
Die Polizei nimmt das Haus unter beschuss- Mutter Firefly wird verhaftet, aber Tochter Baby und ihr Bruder Otis können entkommen,
und informieren ihren abwesenden Vater, Captain Spaulding.
Gemeinsam beschießen sie zu seinem Halbbruder zu fliehen, welcher die Familie jedoch an den Sheriff verrät...

War der Vorgänger auch schon krank, aber irgendwo lustig- ist die Fortsetzung etwas anders geraten.
Die Geschichte wird zwar logisch weitergesponnen, vom Witz des Vorgängers ist aber nicht mehr viel zu sehen.
Der ganze Film wirkt durchgehend eher krank, sadistisch, dreckig, verstörend.
Interesant ist die Umkehrung des ersten Teils-
diesmal fliehen nicht die Opfer vor der Familie, sondern eben die Firefly's vor dem beinahe ebenso sadistischen Sheriff.
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, sind die vielen Gastauftritte alter Horror- und Actionhelden:
Wer ein Auge dafür hat ,entdeckt Ken Foree, Deborah Van Valkenburgh, Steve Railsback, und Michael Berryman.

9/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1627 am: 17 Oktober 2017, 13:44:18 »
THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (1977)



Familie Carter ist mit Auto und Wohnwagen unterwegs nach Kalifornien- ihr Weg führt sie mitten durch die Wüste.
An einer Tankstelle, deren Besitzer diese gerade schließen und verlassen will, tanken sie noch einmal-
und werden gewarnt auf der Straße zu bleiben, und schnell weiterzufahren.
Es dauert nicht lange, bis ein Unfall passiert- das Auto bleibt mit Achsenbruch mitten in der Wüste liegen.
Laut Straßenkarte steckt man mitten in einem alten Atomversuchsgelände fest.
Vater Carter beschließt, zu Fuß zur Tankstelle zurück zu gehen um Hilfe zu holen, was er bis Einbruch der Dunkelheit schaffen will.
Was keiner ahnt: Eine Gruppe verseuchter, zu Kannibalen mutierter Menschen lebt in diesem Gebiet-
und das Auto der Carters haben sie aus ihrem Standort in den Hügeln schon entdeckt...

Wes Craven's klassischer Terrorfilm ist B-Movie-Trash der günstig produzierten Sorte- welcher aber gerade dadurch teilweise recht herb daherkommt.
Seinerzeit dürfte der Film als ziemlich kontrovers aufgenommen worden sein, nicht nur weil er für damals durchaus als ziemlich brutal gelten dürfte.
Dazu kommt, dass die Amerikaner zur Entstehungszeit des Films wirklich Tests mit Atomwaffen durchführten.
Wer jetzt aber anhand der Kannibalen-Thematik einen Splatterfilm erwartet, dürfte enttäuscht werden.
"Hügel der blutigen Augen" ist zwar nicht gänzlich unblutig und auch relativ hart, lebt aber eher von seiner dreckigen, düsteren Atmosphäre-
und seiner (im OT und der neuen Synchro) als Horrorfilm getarnten Kritik am Einsatz von Atomwaffen.
Mit Dee Wallace und Michael Berryman sind sogar halbwegs bekannte Namen im Cast vertreten.
Seinen Kultfilm-Status hat "Hügel der blutigen Augen" durchaus verdient- Horrorfans sollten ihn mal gesehen haben, aber nicht zu viel erwarten.
Das ist hier ähnlich wie beim Originalen "Texas Chainsaw Massacre". Beide haben/hatten einen Ruf als "Splatterfilm", was beide aber nicht sind...
Die DVD enthält zwei deutschen Tonspuren.
Die alte Synchro, welche damals im Kino und auf VHS eingesetzt wurde, hat erträgliche Synchronsprecher- aber erzählt von "Ausserirdischen".
Die neuere Synchro ist eine deutlich bessere Übersetzung des Originaltons, in dem es Strahlenverseuchte sind- aber katastrophal schlechte Sprecher.

7/10

THE HILLS HAVE EYES 2 - IM TODESTAL DER WÖLFE (1984)



Mitten in der Wüste, genau in dem Gebiet der damaligen Atomtests, soll ein Motocross-Rennen stattfinden.
Ein paar Motorradbegeisterte Freunde sind mit einem alten Schulbus und ihren Crossbikes unterwegs dorthin.
Unter anderem auch die beiden überlebenden des ersten Films.
Dass mitten in der Wüste Schilder stehen, die zu einer offensichtlich bewohnten Hütte,
welche jetzt aber verlassene scheint, führen, findet keiner seltsam.
Blöd, denn wer so dumm ist, hat es nicht anders verdient als von den überlebenden Kannibalen weggeknuspert zu werden.

Man kann es kaum glauben, dass auch hinter der Fortsetzung wieder Wes Craven steckt.
Die Fortsetzung beginnt mit einem Rückblick der Geschehnisse, und schließt somit direkt an den ersten Film an.
Michael Berryman ist auch wieder mit dabei. Das sind dann aber auch schon die einzigen positiven Punkte...
Miese Schauspieler, wieder schwache (und am Anfang verfälschende) Synchro, bescheuertes unglaubwürdiges Verhalten,
kaum Blut, kaum Action- und absolut keine Spannung zeichnen diesen Murks aus.

2/10

THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (2006)



Sehr ordentliches Remake des "Klassikers" von 1977. Handlung siehe weiter oben.

Alexandre Aja (High Tension) hat hier ein derbes, sehr brutales Remake des Klassikers geschaffen,
welches von Start weg unübersehbar mit der Gefahr von Auswirkungen der Atomwaffen spielt- und sich inhaltlich weitgehend an das Original hält.
Produziert von wes Craven, mit durchgehend akzeptablen bis guten Darstellern ausgestattet-
und was den Gewaltgrad angeht an die "Modernen Sehgewohnheiten" angepasst- anders gesagt: Gemetzel vom feinsten mit überzeugenden Tricks.

8/10

THE HILLS HAVE EYES 2 (2007)



Ein Army-Wissenschaftlerteam untersucht die Wüste nach Strahlung, wird jedoch von den überlebenden Mutanten aus dem Vorgänger angegriffen.
Als die Funkverbindung zumTeam in der Wüste abreisst, schickt die Army einen Nachwuchstrupp los, um nach dem rechten zu sehen-
scheint dies doch die richtige Aufgabe für eine Übung der neuen Rekruten zu sein...
Wie praktisch, dass unter den neuen Soldaten auch zwei Frauen sind, haben doch nur Männliche Mutanten den ersten Teil überlebt-
und brauchen jetzt Frauen um Nachwuchs zu zeugen...

Die Story ist hier mal wieder unglaublich dünn, aber wenigstens eine eigenständige Geschichte, die an das Remake anknüpft-
und kein Remake des Original zweiten Teils, der noch deutlich bescheidener war.
Leider fällt das in solchen Filmen übliche saudumme Verhalten der Truppe auch hier negativ auf.
(Waffen irgendwo hinlegen und weggehen, sich von den anderen entfernen um zum pissen zu gehen...)
Ansonsten muss man anmerken, dass der Gewaltgrad im Vergleich zum ersten Teil nochmal zugenommen hat, teils wird’s hier schon wirklich geschmacklos...
Andererseits blitzt an manchen Stellen sogar etwas schwarzer Humor durch, etwa bei der Arm ab-Szene am Berg.
Das Setting ist dreckig und trostlos, die Schauspieler gehen in Ordnung, die Effekte sind drastisch und gut gemacht, langweilig wird’s auch nicht.  

7/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1628 am: 19 Oktober 2017, 00:40:20 »
EIN KIND ZU TÖTEN (1976)



Tom und seine schwangere Freundin Evelyn machen Urlaub in Spanien.
Am eigentlichen Zielort ist ihnen jedoch zuviel los, da dort gefeiert wird, und man dadurch kein gutes Hotelzimmer kriegt-
so dass sie beschließen, ein Boot zur nahe gelegenen Insel Almanzora zu mieten, um sich dort einzuqartieren.
Dort angekommen, bemerken sie recht schnell, dass auf der Insel scheinbar nur Kinder sind-
alle Läden und das einzige Hotel sind zwar offen, aber kein einziger Erwachsener ist zu sehen.
Als sie jedoch Zeuge werden, wie ein kleines Mädchen einen alten Mann tot prügelt, der versucht hatte sich zu verstecken-
und sie kurz darauf weitere tote finden, vermuten sie, dass die Kinder von einer seltsamen Krankheit besessen sind, die sie alle Erwachsenen als Feinde ansehen lässt.
Scheinbar wussten sich die Erwachsenen nicht gegen die eigenen Kinder zu wehren- und schon bald werden auch Tom und Evelyn angegriffen...

Erstmals ungekürzt und mit übersetztem Originaltitel ist dieser kleine, eher unbekannte spanische Film erst 2009 auch bei uns offiziell erschienen-
und vom Index genommen worden.
Die Erstauflage lief bei uns unter dem völlig schwachsinnigen Titel „Tödliche Befehle aus dem All“,
wurde inhaltlich sinnentstellt, der Anfang und das Ende gekürzt- und trotzdem noch indiziert.
Die Story an sich ist sehr interessant, der Schauplatz der recht trostlosen Insel perfekt gewählt- und die Kinder wirken teils wirklich sehr bedrohlich...
Dummerweise verhalten sich die Erwachsenen Hauptdarsteller teils recht unlogisch, so dass es den Film einen Punkt kostet.

8/10

COME OUT AND PLAY (2012)



Handlung siehe oben.

So kann man sich das gefallen lassen. 36 Jahre nach dem Original kann man durchaus mal ein Remake abliefern-
vor allem, wenn das Original zwar durchaus einen gewissen Kultstatus genießt, trotzdem aber nur wenigen bekannt ist.
Man hält sich hier ziemlich exakt an das Vorbild, trotzdem kommt durch die sehr gute Inszenierung auch für Kenner der Geschichte Spannung auf.
Die meist friedlich wirkenden Aufnahmen des beinahe ausgestorbenen Ortes,
in Verbindung mit der fast durchgehend bedrohlichen Musik, erzeugen trotz herrlichstem Sommerwetter eine düstere Grundstimmung.
Die Darsteller der Erwachsenen sind in Ordnung, und agieren nicht ganz so leichtgläubig-bescheuert wie im Original.
Auch die Kinder kommen, wie im Original, durchaus bedrohlich rüber- gerade weil sie sogar regelrecht "fröhlich" bei ihren Taten wirken.
Hervorheben muss man auch noch, dass grausame Szenen entgegen dem Trend zu immer mehr Gewaltdarstellung nicht ausgewalzt werden.
Wenig wird gezeigt- aber nur kurz, manches geschieht im off, anderes wird nur angedeutet- wer Splatter erwartet ist hier trotz ein paar herber Szenen falsch.
Nervig sind lediglich die nicht ausblendbaren englischen Untertitel, welche sich durch den gesamten Film ziehen.

9/10

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1629 am: 19 Oktober 2017, 03:50:19 »
Zweitsichtung auf DVD fast genau auf den Tag 15 Jahre nach dem Kinobesuch:

Minority Report (USA 2002)

Steven Spielberg verfilmt eine Science Fiction-Vorlage von Philip K. Dick mit Tom Cruise in der Hauptrolle, was kann da schon schiefgehen?

Ich fand den Film schon damals nicht übermäßig gut, aber er ist schlecht gealtert. Speziell die ganzen Fluggeräte, die Spinnen-Drohnen und die Szenen auf der (vertikalen) Autobahn, wenn Cruise von Auto zu Auto springt, sehen sehr künstlich aus. Die ganze Rahmenhandlung mit den "Precogs", die eigentlich das Resultat von Drogenmißbrauch ihrer Eltern sind, aber dadurch irgendwie in die Zukunft sehen können, in einer milchigen Nährflüssigkeit liegen und ihre Vorhersage auf eine Holzkugel (!) übertragen, ist haarsträubend bis selten dämlich. Genauso wie der Umstand, dass die Anführerin der Precogs nach mehreren Jahren in der Flüssigkeit einfach so aufstehen und normal Laufen kann.

Darüberhinaus wird die Handlung unglaublich verkompliziert und aufgeblasen. Cruise muss sich gleich die Augen transplantieren lassen, nur um in die Precog-Zentrale zu kommen; sein väterlicher Freund und Vorgesetzter denkt sich eine komplizierte Täuschung aus, anstatt einfach die Daten zu löschen oder zuzusehen, dass die Precog-Kugel und Mord-Meldung verschwindet usw.

Die Actionszenen wirken oft recht unbeholfen - gerade Cruises Flucht vor seinen Jetpack-Kollegen und der Kampf mit Colin Farrell in der Werkhalle. Überhaupt nicht gefallen hat mir zudem die Kameraführung, sowohl was viele langweilige Einstellungen als auch was das Farbschema angeht. Absichtlich wurden die Aufnahmen "entfärbt", um einen kalt-schmutzigen Look zu bekommen. Das Ergebnis sieht aber nicht gerade beeindruckend, sondern eher billig aus.

Die Besetzung ist teils erlesen (Peter Stormare, Max von Sydow), bleibt aber blass. Vor allem Kathryn Morris als Tom Cruises Frau und Neal McDonough ("Star Trek: Der erste Kontakt", "Timeline") nerven. Der Score von John Williams ist belanglos, da bleibt keine Sekunde hängen.

Alleine Porsche, Nokia und Lexus sollen über 10 Millionen US$ für das Product Placement bezahlt haben. Bei einem Budget von um die 100 Mio. US$ schon ordentlich.

Immerhin: die futuristischen Telefone (drahtlose Ohrstecker) sind inzwischen Realität. In Großstädten laufen viele mit diesen Bluetooth-In-ear Headsets herum und sprechen in keinen richtigen Hörer mehr. Und auch die Precog-Idee ist leider keine Utopie mehr - das gibt es inzwischen wirklich, wenn auch nicht mit Kindern von Drogensüchtigen in Nährflüssigkeit, sondern in Form von Computeralgorithmen, die vorhersagen können, wer Opfer eines Verbrechens wird und wer zum Verbrecher wird, bevor das Verbrechen passiert. In Chicago wird diese Technik bereits angewendet (Link).

Wie dem auch sei: in Anbetracht der massiven kreativen Power auf Produktionsseite ein sehr schwacher Film, der noch nicht mal sonderlich gut aussieht. Sehr knappe 4 / 10.
« Letzte Änderung: 19 Oktober 2017, 03:57:38 von Hitfield »
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Offline Inspektor Yuen

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1630 am: 19 Oktober 2017, 12:34:30 »
Frauenpower im Doppelpack

Die kommenden Filme haben nicht viel gemeinsam, allerdings sah ich beide zeitnah und ziehe einen kleinen Vergleich.



Atomic Blonde
Einer der John Wick Macher, Charlize Theron in der Hauptrolle.. was soll schon schief gehen? -Naja, einiges.

Das Setting und Design des Films, Berlin ´89 mit Grafitti Einblendungen der Ortsnamen und Credits sind echt schön und auch der Soundtrack aus der Zeit zwingen einem quasi ein Schmunzeln ins Gesicht.
Das ganze Setting umgibt allerdings eine komplett repetetive 08/15 KGB/MI6 Spionagestory, die recht lahm und vorhersehbar daherkommt.

Als Gerüst für einen Actionfilm ist die ganze Story zu präsent, für einen Spionagefilm in der Mauerfallära ist das ganze zu dünn.

Es gibt nicht viele Actionszenen, allerdings sind diese auch nicht sauber ausgearbeitet. Hier ist kein richtiger Flow, meistens wirkt das ganze stakkatohaft in Aktion-Reaktion. Einzige Ausnahme ist hier die Kampfszene im Treppenhaus.

Darstellertechnisch ist es durchwachsen. Goodman sehe ich recht gerne und arbeitet auch hier solide. McAvoy spielt hier recht überdreht, Theron gefällt mir in dieser Rolle überhaupt nicht.
Das ganze ist so übertrieben cool angelegt dass mir diese Figur komplett egal ist.
Wenn ich Theron´s vorherige Actionfigur "Furiosa" in den Vergleich ziehe, sind hier enorme darstellerische Unterschiede zu entnehmen welche sich auf das Sehvergnügen auswirken.

Klar, das war jetzt auch eventuell nicht die Absicht, aber dann sollte die Story oder Action passen. 5/10




What happened to Monday?
Orphan Black meets Children of Men (ein bisschen)

Eine Zukunftsgeschichte über Geburtenkontrolle, jeder Mensch ist erfasst und wird täglich mehrmals kontrolliert.
Willem Daffoe widersetzt sich dieser Kontrolle und zieht Siebenlinge auf, bereitet sie auf das bedingte Leben vor und trainiert sie für den Notfall.
Jedes Mädchen bekommt den Namen eines Wochentages und darf für den jeweiligen Tag am Leben ausserhalb der Wohnung teilnehmen, eines Tages kommt Monday nicht nach Hause und alle fragen sich "what happened to Monday?"

Das Setting hat einen gewissen realistisch-futuristischen Look, es gibt keine fliegenden Autos, Teleporter usw. allerdings schon technische Errungenschaften die ich mir in dem Zeitalter vorstellen kann.

Zur Story hatte ich schon einiges geschrieben, mehr möchte ich auch nicht verraten. Die erste Hälfte ist unter Daffoes Präsenz wirklich sehr schön anzuschauen und verdeutlicht auch in einer Szene recht hart, welche Opfer die Familie für das Recht auf Geschwister bringen muss. Toll.
Es gibt auch in der zweiten Hälfte mehrere unerwartete Wendungen, allerdings ist hier die Action recht präsent und dominiert.

Die Actionszenen sind hart, nicht nur recht blutig sondern auch durch das gute Spiel von Noomi Rapace auch nahegehend.
Hier trifft einen jeder Schlag und tut weh, zweckmäßig muss zum töten alles herhalten.

Man ahnt es ein wenig, darstellertechnisch stimmt hier alles. Noomir Rapace zieht hier über die Darstellung der erwachsenen Siebenlinge eine Top-Perfomance ab.
Ähnlich wie bei Orphan Black sind hier einige der Zwillinge (oder Klone bei OB) stärker ausgearbeitet als andere und auch Klischees werden bedient (Nerd, Fitness-Junkie usw), aber in der Summe wirklich toll gespielt. Willem Daffoe ist über jeden Zweifel erhaben, die Gegenspieler sind austauschbar (in der Ausarbeitung und auch im Aussehen - Botox-Lady Glen Close)

Der ganze Film war sehr unterhaltsam, für mich sogar ein Teil zu actionlastig aber aufgrund der Stärken sehr sehenswert. 7/10



Falls es ein Kauf-, Leihkriterium sein sollte, man sieht in beiden Filmen die Hauptdarstellerin nackt.  ;)


« Letzte Änderung: 19 Oktober 2017, 12:36:40 von Inspektor Yuen »
"Wenn ich jetzt sterben würde, was würdest du machen?" -"Ich würd dich nicht sterben lassen!"

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1631 am: 19 Oktober 2017, 12:43:28 »
Theron gefällt mir in dieser Rolle überhaupt nicht.
Das ganze ist so übertrieben cool angelegt dass mir diese Figur komplett egal ist.
Wenn ich Theron´s vorherige Actionfigur "Furiosa" in den Vergleich ziehe, sind hier enorme darstellerische Unterschiede zu entnehmen welche sich auf das Sehvergnügen auswirken.

Interessant - ich habe "Atomic Blonde" noch nicht gesehen, fand Theron als Action-Heroine in "Mad Max: Fury Road" wirklich gut, in "Fast & Furious 8" aber reichlich fehlbesetzt. Bin mal gespannt, in welche Richtung ich bei "Atomic Blonde" tendiere.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Offline Inspektor Yuen

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1632 am: 19 Oktober 2017, 13:29:23 »
Furious 8 habe ich letztens auch gesehen, ich finde die Darstellung mit Atomic Blonde vergleichbar.
Wenn ich böse wäre, würde ich auf den Gedanken kommen dass sich die gute zwischen Fury Road und F8 chirurgisch gepimpt hat und in der Mimik nichts mehr los ist.
"Wenn ich jetzt sterben würde, was würdest du machen?" -"Ich würd dich nicht sterben lassen!"

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1633 am: 19 Oktober 2017, 23:11:31 »
GHETTO GANGZ - DIE HÖLLE VOR PARIS



Paris: Der 13. Bezirk wird von kriminellen Jugendbanden beherrscht,
gegen die auch die inzwischen von dort abziehende Polizei nicht mehr ankommt. (Klingt irgendwie bekannt)
Die Regierung beschloss daraufhin, eine große Mauer um diesen Bereich zu bauen,
und die Gangs sich selbst zu überlassen. (Auch das habe ich schon mal wo gesehen)
Eines Tages gelingt es jedoch einer Gang an eine Massenvernichtungswaffe zu kommen,
woraufhin ein Undercover-Cop und ein Ex-Häftling, dessen Schwester vom Obergangster des Bezirks entführt wurde,
in den 13. Bezirk gehen, um sich gegenseitig zu helfen...

Luc Besson hat mal wieder nen lustigen kleinen Hirnlos-Actioner produziert.
Hier gibt's einige spektakuläre, schön gefilmte Stunts- der Schwerpunkt ist Action mit Martial Arts und Schießereien.
Nette Anleihen an John Carpenter-Filme kann man wie oben erwähnt ebenfalls entdecken.
Belanglos und voller Logiklöcher, aber durchgehend Actionreich. Kaum Story, aber niemals langweilig.
Lediglich dass des öfteren irgendwelche hässlich gepimpten Plastik-Proletenschleudern durchs Bild fahren nervt leicht-
und passt auch absolut nicht zur ansonsten eher dreckigen Optik des Films.

7/10

GHETTO GANGZ 2 - ULTIMATUM



An den Zuständen im 13. Bezirk hat sich nichts geändert. Die Mauer steht noch, die Gangs regieren den Bezirk.
Ein korrupter Politiker lässt sich auf einen Deal mit einem vermögenden Bauunternehmer ein,
welcher den Bezirk komplett plattmachen will, um dort ein Luxuswohnviertel entstehen zu lassen.
Den Gangs wird ein Polizistenmord angehängt um Krawalle zu provozieren- und das Problem dann mittels Raketenbeschuss zu erledigen.
Doch da gibt es noch den Cop aus dem ersten Film, und seinen Freund aus dem Bezirk- welche das Spiel durchschauen.
Es bleibt nur eine Möglichkeit das ganze zu überleben und die Wahrheit ans Licht zu bringen: Alle Gangs müssen zusammenarbeiten...

Hirnlos-Action, Teil 2. Der Film schließt direkt an den ersten an, und bietet auch exakt das gleiche.
Insofern kann man zum zweiten Teil das gleiche sagen wie oben.
Wer nicht mehr als einen eher anspruchslosen Actionfilm erwartet, wird auch hier gut bedient.

7/10

BRICK MANSIONS



Detroit: Der Stadtteil "Brick Mansions" ist vom Rest der Stadt durch eine hohe Mauer abgetrennt, und wird von Gangs beherrscht.
Drogenbaron Tremaine steht hier unangefochten an oberster Stelle.
Als es seinen Männern gelingt, eine Massenvernichtungswaffe zu entwenden und nach Brick Mansions zu bringen,
will Tremaine seine Macht ausweiten- und erpresst ganz Detroit.
Undercover-Cop Damien Collier (Paul Walker) wird zusammen mit dem Ex-Häftling Lino nach Brick Mansions geschickt...

Remake von "Ghetto Gangz - Die Hölle vor Paris".
Hier haben sich ausnahmsweise mal nicht die Amerikaner an ein Remake des französischen Erfolgsfilmes gemacht.
Es handelt sich um eine Französisch-Kanadische Produktion mit hohem Budget und Paul Walker in seinem letzten abgeschlossenen Film.
Optisch absolut gelungen, mit schönen Kamerafahrten und flotten Schnitten ausgestattet-
und mit überzeugenderen Gangs ohne gepimpte Plastik-Protzkarren wie im Original, kommt das Remake schön dreckig daher.
Dazu kommen auch hier wieder sehr gute Parcour-Szenen, alleine die Jagd über die Dächer am Anfang macht den Film schon sehenswert.
Inhaltlich zwar beinahe komplett identisch, gefällt mir das Remake aber eine Spur besser als das (auch recht gute) Original.

8/10

Offline Grusler

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1634 am: 19 Oktober 2017, 23:32:15 »
Die Hölle von Paris (GhettoGangz I) fand ich überraschend unterhaltsam. Ganz nett auch die lustige Verschwöhrungs-Terrorie-Story, a la "Die Armen müssen weg.", besonders das Verarschungs-Ende mit dem hohen Tier fand ich köstlich.:icon_mrgreen: Besser als erwartet.



ROCK 'N' ROLL WIRD NIEMALS STERBEN, IHR SCHEISSER!
 -Rollie LeBay


Ko(s)misches Sein.

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1635 am: 21 Oktober 2017, 00:09:20 »
TOTAL RECALL - DIE TOTALE ERINNERUNG (1990)



Der Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) ist von seinen immer gleichen Tagesabläufen zusehends angeödet.
Zufällig erfährt er von der Firma Rekall, welche mit Gedankenimplantationen für jedermann werben.
Trotz der Warnung eines Kollegen Harry meldet er sich bei Rekall-
doch schon das Gespräch vor der Gedankenimplantation verläuft anders als gedacht:
Plötzlich ist nicht nur die Polizei hinter ihm her, auch seine Frau (Sharon Stone) entpuppt sich als Agentin, die gegen ihn arbeitet...

Der Film ist der beste Beweis dafür, dass auch eine Interessante Grundhandlung nichts hilft,
wenn die Schauspieler, in diesem Fall sogar der Hauptdarsteller, absolut nicht überzeugend sind.
Schwarzenegger wirkt auf mich fehlbesetzt wie nie zuvor, seine Mimik entgleist ihm hier regelmäßig.
Schade, denn die Umsetzung der Geschichte von Philip K.Dick, mit einem Drehbuch von Dan O'Bannon hat durchaus potential.
Tricktechnisch ist der Film für seine Zeit durchaus ordentlich anzusehen, gegen Paul Verhoeven's Regie ist auch nichts zu sagen.
Nur Schwarzenegger passt einfach so gar nicht in diesen Film...

6/10

TOTAL RECALL (2012)



In der Zukunft gibt es auf der Erde zwei Kolonien, auf entgegengesetzten Seiten des Planeten.
Verbunden sind diese durch einen Tunnel, in dem ein riesiger Expressfahrstuhl durch's Erdinnere führt.
Der Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) ist ein Pendler, und kann seinem Leben nichts mehr abgewinnen- die immer gleichen Abläufe öden ihn zusehends an.
Zufällig erfährt er von der Firma Rekall, welche mit Gedankenimplantationen für jedermann werben.
Trotz der Warnung seines Kollegen und besten Freundes Harry (Bokeem Woodbine) meldet er sich bei Rekall-
doch schon das Gespräch vor der Gedankenimplantation verläuft anders als gedacht:
Plötzlich ist nicht nur die Polizei hinter ihm her, auch seine Frau (Kate Beckinsale) entpuppt sich als Agentin, die gegen ihn arbeitet...

Viel negatives habe ich im Vorfeld gehört, das Remake sei eine seelenlose Hochglanzproduktion, komme bei weitem nicht ans Original heran-
und sei somit komplett überflüssig.
Ohne Vorbehalte habe ich mir den Film angesehen- und muss sagen: Ich finde ihn um einiges besser als das Original.
Colin Farrell passt erstaunlich gut in seine Rolle, und kommt glaubhaft rüber.  
Mein größter Kritikpunkt am Original war Schwarzeneggers miserables Schauspiel, da ist Farrell die eindeutig bessere Wahl!
Allgemein ist auch die komplette Umgebung trotz Hightech viel trostloser dargestellt, als noch im Original,
was aber natürlich ohne heutige CGI-Tricks nicht machbar gewesen wäre.
Es gibt neben den generell sehr guten Tricks auch einige Neuerungen in der Grundstory, die sehr gut in die Handlung passen-
und auch bei Kennern der Story keine Langeweile aufkommen lassen.
Was dagegen ganz klar zurückgefahren wurde, ist die Gewaltdarstellung- dafür gibt es beinahe durchgehend gut gemachte Actionszenen zu bestaunen.
Genau so muss dieser Stoff meiner Meinung nach heutzutage aussehen- und kein bisschen anders.

9/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1636 am: 21 Oktober 2017, 22:59:38 »
JUDGE DREDD (1995)



Die Zukunft: Nach einem nuklearen Krieg leben die Menschen in sogenannten "Megacities",
riesige Stadtkomplexe, welche durch extrem hohe und starke Mauern nach aussen abgesichert sind.
Polizei, Richter und Henker in einem sind die Judges, welche das Gesetz vertreten.
Der härteste unter ihnen ist Judge Dredd, welcher dafür bekannt ist, schuldige Verbrecher gerne sofort zu exekutieren.
Eines Tages gerät er allerdings selbst unter Mordverdacht, alle Beweise inclusive DNA Tests sprechen gegen ihn, obwohl er unschuldig ist.
Dredd wird verhaftet und aus Megacity verbannt, jetzt muss er auf die Hilfe eines Gefangenen zählen, den er selbst ins Gefängnis gebracht hat-
während Judge Hershey, die einzige Kollegin der er noch vertraut, versucht Beweise für seine Unschuld zu finden.
Als Dredd erfährt dass er einen Bruder hat, der auf der anderen Seite des Gesetzes steht,
und welchen er, ohne von seiner Verwandschaft zu wissen glaubt getötet zu haben, wird klar, dass dieser noch leben muss.
Sein offiziell toter Bruder Rico war der Mörder- und durch seine hinterlassene DNA kam man jetzt natürlich auf Dredd...

Während die Motorräder und Uniformen der Judges nach billigem Plastik aussehen, ist der Rest auf optisch seinerzeit ordentlichem Niveau.
Sylvester Stallone passt durchaus in die Rolle des Judge Dredd, auch die restliche Besetzung ist teils herausragend:
Armand Assante, Diane Lane, Rob Schneider, Jürgen Prochnow, Max von Sydow und Joan Chen sind in weiteren Rollen zu sehen.
Der Film macht als Comicverfilmung durchaus Spaß, nimmt sich nicht allzu ernst- und sieht größtenteils gut aus, wenn auch teils ein wenig Trashig.
Als "ernster" Actionfilm fällt er allerdings durch, zu steril, bunt und teils überdreht wirkt der Film im Gesamteindruck.
Mein größter Kritikpunkt ist der extrem nervige Sidekick, das überzogene Nervenbündel Rob Schneider kostet den Film definitiv einen Punkt.

7/10

DREDD (2012)



USA, in der Zukunft. Der Großteil des Planeten ist unbewohnbar geworden, die Menschen leben zusammengepfercht in riesigen, in die Höhe gebauten Städten-
den sogenannten "Megacities".
Es herrschen überbevölkerung, armut- und dementsprechend auch Drogen und Verbrechen.
Eine Polizei gibt es nicht mehr, der einzige weg hier noch Ordnung zu schaffen sind die sogenannten Judges, welche Polizei, Richter- und Henker in einer Person darstellen.
Kein Wunder also, dass deren Einsätze meist mit der Todesstrafe enden- und auch unbeteiligte oder sich ergebende diese oft nicht überleben.
Der erfahrene Judge Dredd kriegt eine Anwärterin an seine Seite gestellt, welche eigentlich die Prüfungen zum Judge nicht bestanden hat-
aber über telepathische Fähigkeiten verfügt, und daher eine letzte Chance bekommt, sich zu bewähren.
Schon der erste Einsatz wegen einem Dreifachmord führt die beiden in einen riesigen Hochhaus-Komplex namens Peach Trees, in dem die Drogenbaronin Ma-Ma herrscht.
Diese lässt beim eintreffen der beiden Judges das Hochhaus von einem Hacker durch Stahltüren vor allen Eingängen und Fenstern komplett abriegeln-
so dass keiner mehr hinein oder heraus kann.
Ma-Ma hetzt nun nicht nur ihre eigenen Leute auf die Judges, sondern fordert auch alle Bewohner und Besucher des Gebäudes auf, Jagd auf die Judges zu machen...

Im Vergleich zur doch sehr bemüht, und teils sogar albern wirkenden Version des Stoffes mit Sylvester Stallone hat sich hier einiges getan.
Bedingungslose härte wie in der Comicvorlage, ohne jeglichen Blick auf eine Jugendfreigabe, tun dem Film gut.
Der Gewaltgrad mag durchaus auch einige abschrecken, und mancher wird sich fragen, ob die eine oder andere Gewaltspitze sein musste-
aber es ist nun mal die Verfilmung eines gewalttätigen Comics.
Eine tiefgreifende Handlung darf man hier natürlich nicht erwarten- und auch die Schauwerte halten sich in Grenzen,
da der Großteil des Films innerhalb eines riesigen Gebäudekomplexes spielt.
Karl Urban gibt den Dredd, nimmt aber seinen Helm nie ab- hätte also auch fast jeder andere drunterstecken können.
Lena Headey führt die Gegenseite an, und überzeugt dabei ebenso, wie auch der Rest der ansonsten eher unbekannten Darsteller.
Immerhin hat man es hier geschafft, den Film relativ bunt, und gleichzeitig düster zu gestalten- und wird somit auch der Comic-Vorlage gerecht.
Lediglich die vielen Szenen in Zeitlupe mögen "mal" ganz nett sein, und vielleicht sogar in 3D ganz gut wirken- aber irgendwann ist es dann doch einfach nur noch nervig.
Herausragend dagegen ist der Score... sehr treibend und immer passend eingestezt.

8/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1637 am: 22 Oktober 2017, 23:11:03 »
WHITE NOISE - SCHREIE AUS DEM JENSEITS



Anna, die Frau von Jonathan Rivers (Michael Keaton) verschwindet unter mysteriösen Umständen spurlos.
Zuerst glaubt man an eine Entführung, da Rivers ein erfolgreicher Architekt ist,
doch schon bald wird die Leiche seiner Frau aufgefunden, und es scheint sich um einen tragischen Unfall gehandelt zu haben.
Kurz darauf wendet sich Raymond Price (Ian McNeice) an Jonathan, welcher übersinnliches mittels EVP (Electronic Voice Phenomen) erforscht-
und angeblich über das Hintergrundrauschen von Radiowellen, TV und ähnlichem Kontakt zu Anna aufgenommen hat.
Zunächst glaubt Jonathan nicht daran- doch schon bald häufen sich die Kontaktaufnahmen und Hilferufe seiner Frau,
welche auch er immer öfter im "weißen Rauschen" seines Fernsehers erkennen kann.
Er vermutet, dass seine Frau ihm mitteilen will was ihr passiert ist- doch schon bald muss er erkennen,
dass es nicht nur freundlich gestimmte Geister gibt, die mittels EVP mit den lebenden kommunizieren...

Wer einen Horrorfilm erwartet, dürfte enttäuscht werden- vielmehr handelt es sich bei "White Noise" um ein Drama mit übernatürlichem Einschlag.
Die Stimmung des Films ist zunächst eher bedrückend, wird aber mit fortschreitender Dauer immer spannender.
Wer mit eine Mischung aus Mystery-Thriller und Drama leben kann, wird definitiv gut unterhalten.

7/10

WHITE NOISE - FÜRCHTE DAS LICHT



Abe (Nathan Fillion), dessen Frau und Kind von einem scheinbar verwirrten Mann einfach erschossen wurden,
kommt daraufhin mit seinem Leben nicht mehr klar- und begeht einen Selbstmordversuch.
Allerdings wird er, obwohl schon kurzzeitig klinisch Tot, gerettet- was Veränderungen in seinem Leben zur Folge hat.
Seit seiner Nahtod-Erfahrung kann er anhand der Aura eines Menschen erkennen, ob dieser kurz vor seinem Tod steht.
Diese Fähigkeit setzt er nun ein, um Menschen vor dem nahenden Tod zu schützen-
was allerdings immer 72 Stunden nach der Rettung böses für die beteiligten zur Folge hat.
Schon bald bemerkt er, dass die Ermordung seiner Familie mit seiner Begabung,
die auch andere Menschen mit ähnlichen Erlebnissen hatten, zu tun hat...

Der Film ist inhaltlich keine direkte Fortsetzung von "White Noise", aber doch recht ähnlich gelagert.
Man wird hier einige male an die "Final Destination"-Reihe erinnert, da man auch dort dem vorgesehenen Tod nicht entrinnen konnte.
Spannend erzählt, und trotz größtenteils unbekannter Darsteller auch glaubwürdig gespielt,
haben wir hier eine reine DVD-Erstveröffentlichung, die auch eine Kinoauswertung verdient hätte.

7/10

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1638 am: 23 Oktober 2017, 23:26:54 »
ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT (DAS ENDE) (1976)



Das Polizeirevier 13 in der übelsten Gegend von Los Angeles wird aufgelöst und soll geschlossen werden.
Als in der Gegend die Polizei eine komplette Jugendgang auslöscht, eskaliert die Situation:
Sämtliche kriminellen Jugendlichen des Viertels rotten sich zusammen, um sich an der Polizei zu rächen.
Das Ziel: Revier 13.
Kurz nachdem ein Gefangenentransport wegen eines erkrankten Häftlings dort Zwischenstop macht, beginnen die Angriffe...

John Carpenter's erster als solcher geplanter Kinofilm gehört bis heute zu seinen besten.
(Der zuvor gedrehte "Dark Star" war ursprünglich ein Studentenprojekt von Carpenter und Dan O'Bannon für eine Filmschule)
Die Grundgeschichte an sich bietet nichts neues, und wurde so ähnlich z.B. auch schon in älteren Western erzählt.
Allerdings wurde das ganze selten so spannend und düster umgesetzt, wie es John Carpenter mit nur wenig Budget geschafft hat.
Auch der von Carpenter selbst komponierte Soundtrack wurde zum Klassiker-
es gab sogar Disco-Remixe und (mindestens) einen davon deutlich inspirierten Videogame-Soundtrack (Xenon II - Megablast).
In Deutschland wurde der Film sowohl mit seinem Originaltitel, als auch unter dem Titel "Das Ende" vermarktet.

9/10

DAS ENDE - ASSAULT ON PRECINCT 13 (2005)



Das Polizeirevier 13 in einem abgelegenen Teil von Detroit steht kurz vor der Schließung,
nur ein paar Polizisten sind noch im Gebäude um aufzuräumen, und einzupacken, was noch gebraucht wird.
Während draussen schlechte Wetterverhältnisse herrschen, trifft ein unangekündigter Gefangenentransport ein, um besseres Wetter abzuwarten.
Das Problem ist nur: Hinter dem Gefangenen sind einige kriminelle Gestalten her, die immer extremere Angriffe auf das Polizeirevier starten...

Das Remake des John Carpenter-Klassikers...
Hier wurde die Grundidee des Originals übernommen, die Geschichte aber sinnvoll erweitert und leicht abgeändert.
Es wird jede Menge Spannung und Action geboten, Explosionen, optisch und akustisch hervorragende Schießereien, gut ausgesuchte Schauspieler-
und es gibt erstaunlich hohe, aber nie übertriebene Gewaltdarstellung.
Es geht doch: Selbst einen John Carpenter-Klassiker kann man noch sinnvoll variieren.
Nicht besser als das Original, aber etwas anders- und durchaus sehenswert!

8/10

Offline Mills

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1639 am: 24 Oktober 2017, 07:08:52 »
Alter Schwede, Retro gibt Vollgas!  :respekt:
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


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Offline Butzemann

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1640 am: 24 Oktober 2017, 16:01:57 »
Die Total Recall Reviews/Vergleiche kann ich trotzdem nicht nachvollziehen. Ich hab das Remake gesehen und weiß null mehr worum es geht, geschweige denn sind mir irgendwelche besonderen Szenen im Kopf geblieben. Kann mich nur noch an dieses Portal oder diesen Durchgang (oder sowas ähnliches) entsinnen.

Das Original hingegen. Soviel geile Szenen, auch tricktechnisch noch heute ansehbar, landet bei mir regelmäßig aufn Bildschirm. Klar ist Schwarzenegger kein Stern am Schauspielerhimmel, aber das man sich so derart an ihm stößt, dann kann man gleich auch die anderen Filme wo er aufn Cover prangt nicht anschauen.   :viney:

PS: Aber mach weiter so Retro, lese deine kurzen knackigen Reviews ganz gern  :respekt:
« Letzte Änderung: 24 Oktober 2017, 16:03:37 von Butzemann »
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Offline Private Joker

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1641 am: 24 Oktober 2017, 16:41:04 »
Vielleicht hätte Retro beim Total-Recall-Vergleich mal kurz erwähnen sollen, welche Fassung der neuen Version er heranzieht, der Extended Cut unterscheidet sich doch relativ deutlich von der KF. Generell mag man dem "Remake" zugute halten, dass er der Vorlage etwas näher steht, in der es eben auch keine Muskelmänner und Gewaltorgien gibt. Aber irgendwelche Ambitionen, in ein paar Jahren noch mehr als eine Fußnote der SF-Filmgeschichte zu sein, in der das Original einen ganz festen Platz hat, konnte ich da auch nicht entdecken.

Bei der Gelegenheit ein kurzer Eindruck von zwei Stephen-King-Movies "Made for (new) TV".

Big Driver (2014 - HBO/Lifetime, gesehen auf Amazon Prime)

Eigentlich eine gerade für HBO-Verhältnisse ziemlich unspektakuläre, vergleichsweise zurückhaltende "Rape & Revenge"-Story, der Stephing King-Touch beschränkt sich auf die (imaginäre ?) Quasselstrippe auf der Rückbank, ein vom Meister gerne genommenes Motiv, siehe unten. Von Bello solide performt, relativ überraschungsfrei, aber irgendwie macht der Film aber doch einiges richtig, am Ende hat man trotz der Thematik ein sagen wir mal "gutes Gefühl".

5-6/10

Gerald's Game / Das Spiel (2017 Netflix)

Dass es aber doch noch ein Stück besser geht, zeigt Netflix mit einer seiner Exklusivfilmproduktionen. Gugino macht das wirklich prima; auch wenn man über Details streiten mag (der "tote" Ehemann fängt eigentlich ein bisschen früh an zu reden, die Küchenpsychologie -Stichwort Missbrauch -  in der Mitte hätte ich nicht unbedingt gebraucht) werden hier die Spannungsschrauben sauber angezogen, die Befreiungsszene gehört zu den unangenehmsten in einem Horror-Film seit langem und der eineinhalbfache Salto zum Schluss ist auch nicht von schlechten Eltern (wobei man es vielleicht nicht ganz so deutlich herausarbeiten musste, als Andeutung wie wohl im Buch hätte das auch gut gepasst).

7-8/10
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1642 am: 24 Oktober 2017, 18:16:59 »
Die Total Recall Reviews/Vergleiche kann ich trotzdem nicht nachvollziehen. Ich hab das Remake gesehen und weiß null mehr worum es geht, geschweige denn sind mir irgendwelche besonderen Szenen im Kopf geblieben. Kann mich nur noch an dieses Portal oder diesen Durchgang (oder sowas ähnliches) entsinnen.

Das Original hingegen. Soviel geile Szenen, auch tricktechnisch noch heute ansehbar, landet bei mir regelmäßig aufn Bildschirm.
Dito! :respekt:


Generell mag man dem "Remake" zugute halten, dass er der Vorlage etwas näher steht, in der es eben auch keine Muskelmänner und Gewaltorgien gibt.
Trotzdem hat gerade Schwarzenegger aus meiner Sicht viel besser zu der Rolle bzw. zu dem, was aus der Figur gemacht wurde, gepasst. Der durchtrainierte, harte Bauarbeitertyp aus der Arbeiterklasse ist viel interessanter als der fesche Colin Farrell, der... ja, was war der noch gleich? :00000109: Kann mich eigentlich nur noch daran erinnern, dass er eine heiße Freundin hatte, die in Zeitlupe geballert hat, aber an sonst wirklich nichts mehr - keine einzige Szene.
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Offline Private Joker

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1643 am: 24 Oktober 2017, 19:06:09 »

Generell mag man dem "Remake" zugute halten, dass er der Vorlage etwas näher steht, in der es eben auch keine Muskelmänner und Gewaltorgien gibt.

Trotzdem hat gerade Schwarzenegger aus meiner Sicht viel besser zu der Rolle bzw. zu dem, was aus der Figur gemacht wurde, gepasst. Der durchtrainierte, harte Bauarbeitertyp aus der Arbeiterklasse ist viel interessanter als der fesche Colin Farrell, der... ja, was war der noch gleich? :00000109: Kann mich eigentlich nur noch daran erinnern, dass er eine heiße Freundin hatte, die in Zeitlupe geballert hat, aber an sonst wirklich nichts mehr - keine einzige Szene.

Gut und schön. Aber nehmen wir mal (nur so rein hypothetisch) an, man hätte damals Arnie sagen wir als Hercule Poirot gecastet, der dann einen Fall "frei nach Agatha Christie" löst, indem er Dutzende von Verdächtigen verprügelt, diverse Henchmen killt und halb London in Trümmer legt. Vielleicht wären die entsprechenden Action-Szenen sogar sehr gut gewsen; trotzdem wären die Stimmen, die das für eine Fehlbesetzung und Verdrehung der Vorlage hielten, vermutlich ziemlich laut geworden.  Muss das im Fall "Total Recal" - "We can remember it..: so anders sein, nur weil Buch und die Hauptfigur nicht gar so bekannt sind ?

Dabei wollte ich Retros kaum mehrheitsfähige Abstufung gar nicht verteidigen. Ich denke aber auch, dass dem Remake durch die größere Nähe zur Vorlage eine gewisse Existenzberechtigung zukommt. Wenn man Verhoevens Film, der auf seine Art klar besser ist, nicht ständig dabei vor Augen hat.
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Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1644 am: 24 Oktober 2017, 19:09:59 »
Klar ist Schwarzenegger kein Stern am Schauspielerhimmel, aber das man sich so derart an ihm stößt, dann kann man gleich auch die anderen Filme wo er aufn Cover prangt nicht anschauen.   :viney:
Es hat schon einen Grund warum ich genau folgendes geschrieben habe:
Schwarzenegger wirkt auf mich fehlbesetzt wie nie zuvor
Nur Schwarzenegger passt einfach so gar nicht in diesen Film
:icon_razz:


Vielleicht hätte Retro beim Total-Recall-Vergleich mal kurz erwähnen sollen, welche Fassung der neuen Version er heranzieht
Grundsätzlich immer die längste Fassung.  ;)

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1645 am: 24 Oktober 2017, 22:45:36 »
STARSHIP TROOPERS



In der Zukunft: Die Bugs, eine ausserirdische, große Insektenart, sind die größten Feinde der Menschheit.
Die Menschen sind in zwei Klassen aufgeteilt, die "Zivilisten", welche kaum Rechte besitzen, und z.B. keine Kinder kriegen dürfen-
und die "Bürger", welche in der Gesellschaft allgemein deutlich besser gestellt sind.
Den Bürgerstatus erhält man durch den Eintritt ins Militär, weshalb sich natürlich sehr viele junge Kandidaten freiwillig melden.
Als die aktuellen Bewerber ausgebildet werden, startet eine große Angriffswelle der Bugs gegen die Erde...

Unter der Regie von Paul Verhoeven war nichts anderes zu erwarten als ein Action-Feuerwerk mit hohem Gewaltgrad- und genau das kriegt man geboten.
Störend wirkt da nur die unnötige, in die Handlung eingebaute Liebesgeschichte.
Auf Seite der Darsteller ist alles im grünen Bereich, von altbekannten Namen wie Michael Ironside und Clancy Brown,
bis zu damals aufstrebenden Schauspielern wie Casper Van Dien, Denise Richards, Dina Meye, Jake Busey sind einige bekannte Gesichter vertreten.
Die Tricks wirken teils leicht angestaubt, waren damals aber auf dem aktuellen Stand der Technik-
und sind auch heute noch größtenteils gut anzusehen. Vor allem die Bugs selbst kommen immer noch sehr gut rüber.
Der Gewaltgrad ist von Beginn an erstaunlich hoch, und ab der hälfte des Films zieht der Action-Anteil nochmal deutlich an.

9/10

STARSHIP TROOPERS 2 - HELD DER FÖDERATION



Der Kampf gegen die Bugs dauert immer noch an, immer noch werden junge Rekruten im Kampf verheizt.
Auf einem fremden Planeten kämpfen sich die Trooper unter der Führung von General Shepherd (Ed Lauter)
zu einem alten Föderations-Aussenposten durch, um sich dort vor der Übermacht der Bugs zu schützen.
Allerdings haben die Bugs sich weiterentwickelt- und ihre Taktik geändert.
Schon bald ist niemand mehr in den Bunkern der Anlage sicher, und die Troopers können sich selbst nicht mehr trauen...

Von den Darstellern des ersten Teils ist keiner mehr dabei, der Co-Produzent des ersten Films, Phil Tippett, hat im zweiten die Regie übernommen.
Nach diesem, seinem ersten Film, hat er das allerdings nie wieder getan. Warum nur...
Dass der Film ein rein für den DVD-Markt konzipierter Nachfolger ist, merkt man zu jeder Sekunde.
An allen Ecken und Enden bemerkt man das schmale Budget, "Starship Troopers 2" sieht aus wie eine TV-Produktion.
Große Teile des Films wirken wie im Studio gedreht- der Hintergrund ist immer dunkel, man hört keinerlei Nebengeräusche.
Auch der langweilige und oft unpassende Soundtrack tut sein übriges dazu.
Die Bugs sehen meist ordentlich aus, der komplette Rest kommt reichlich billig daher.
Die Schauspieler sind, abgesehen von Ed Lauter in einer eher kleinen Rolle, allesamt eher aus der zweiten (oder dritten) Reihe,
was eigentlich nicht wild wäre, wenn man ein ähnliches Tempo wie im deutlich längeren ersten Film eingeschlagen hätte.
Hier wird aber leider viel mehr geredet als geschossen, da fehlt es sowohl an interessanten Charakteren an sich, als auch an den Dialogen.
Was auch auffällt: In den Actionszenen sieht man meist nur die Menschen herumballern- Szenen in denen gleichzeitig Bugs vorkommen sind eher selten.
Erst nach einer Stunde Laufzeit schaltet der Film für 20 Minuten einen Gang hoch, wird etwas spannender und auch blutiger.
Immerhin hat man eine "neue" (oder besser bei anderen Filmen geklaute) Idee bezüglich der Bugs eingesetzt. Das bringt einen Bonuspunkt.

4/10

STARSHIP TROOPERS 3 - MARAUDER



Noch immer kämpfen die Menschen gegen die Bugs-
allerdings steigt die Zahl der Kriegsgegner bei den Menschen immer weiter an, viele wollen Friedensverhandlungen, die Föderation verliert deutlich an ansehen.
Um dem entgegenzuwirken, setzt die Föderation auf drei Punkte:
Der Kriegsheld Johnny Rico (Casper Van Dien, aus Teil 1) wird reaktiviert, der immer cool bleibende Sky Marshall, nebenbei beliebter Sänger,
wird auf die neuesten Bug-Mutationen angesetzt- und die Geheimwaffe Marauder, übergroße Kampfroboter, werden erstmals eingesetzt.
Dummerweise gibt es einen Verräter in der Truppe- und noch Dümmererweise merkt der Zuschauer von seinem ersten auftreten an schon, wer das sein könnte.

Nach Teil 2 dachte ich, es kann nicht viel schlechter werden- aber man kann sich ja auch mal täuschen...
Der erste Teil bot neben viel Action, und einer eher unnötigen Lovestory, Schwarzen Humor, gute Tricks und toll gefilmte Kämpfe.
Der zweite war schon deutlich billiger, konnte aber zumindest am Ende noch ein wenig punkten.
Das einzige was der dritte Teil bietet, sind teils recht harte Szenen, die aber allesamt billigst aussehen.
Ansonsten: Miserable Schauspieler, peinliche Dialoge, unmotivierte Synchronsprecher, schlechte Computereffekte, und ein unglaublich nerviges Lied...

1/10

Offline McClane

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1646 am: 25 Oktober 2017, 15:23:59 »

Generell mag man dem "Remake" zugute halten, dass er der Vorlage etwas näher steht, in der es eben auch keine Muskelmänner und Gewaltorgien gibt.

Trotzdem hat gerade Schwarzenegger aus meiner Sicht viel besser zu der Rolle bzw. zu dem, was aus der Figur gemacht wurde, gepasst. Der durchtrainierte, harte Bauarbeitertyp aus der Arbeiterklasse ist viel interessanter als der fesche Colin Farrell, der... ja, was war der noch gleich? :00000109: Kann mich eigentlich nur noch daran erinnern, dass er eine heiße Freundin hatte, die in Zeitlupe geballert hat, aber an sonst wirklich nichts mehr - keine einzige Szene.

Gut und schön. Aber nehmen wir mal (nur so rein hypothetisch) an, man hätte damals Arnie sagen wir als Hercule Poirot gecastet, der dann einen Fall "frei nach Agatha Christie" löst, indem er Dutzende von Verdächtigen verprügelt, diverse Henchmen killt und halb London in Trümmer legt. Vielleicht wären die entsprechenden Action-Szenen sogar sehr gut gewsen; trotzdem wären die Stimmen, die das für eine Fehlbesetzung und Verdrehung der Vorlage hielten, vermutlich ziemlich laut geworden.  Muss das im Fall "Total Recal" - "We can remember it..: so anders sein, nur weil Buch und die Hauptfigur nicht gar so bekannt sind ?

Dabei wollte ich Retros kaum mehrheitsfähige Abstufung gar nicht verteidigen. Ich denke aber auch, dass dem Remake durch die größere Nähe zur Vorlage eine gewisse Existenzberechtigung zukommt. Wenn man Verhoevens Film, der auf seine Art klar besser ist, nicht ständig dabei vor Augen hat.

Wobei die Änderungen im Remake doch eher kosmetischer Natur sind und das Ganze eben dann doch in erster Linie eben ein Remake des Verhoeven-Films ist und weniger eine eigenständige Neuverfilmung der Story. Farrell mag ja auch der bessere Schauspieler sein, ist in dem Film aber so blass und desinteressiert, dass er von Schwarzenegger an die Wand gespielt wird - da hat die Besetzung mit einem "besseren" Schauspieler unterm Strich rein gar nichts gebracht.
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - "Ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

Online PierrotLeFou

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1647 am: 25 Oktober 2017, 23:26:47 »
Nicht zuletzt, aber gestern abend...:

Teströl és lélekröl

Hatte ich mir ja eigentlich fest vorgenommen, der Trailer hat bei mir aber erst einmal so einen leichten Abwehr-Reflex ausgelöst, bis ich merkte, welcher Film das ist, für den ich da den Trailer gesehen habe... War dann angesichts guter Kritiken und Wertungen sehr beruhigt und bin reingegangen und habe es nicht bereut... :D

War einer der besten Kino-Gänge in diesem Jahr. (Nach "Blade Runner 2049" und vor "Mother", den mir allerdings schlechte Vorführbedingungen vermiest hatten... Zähle ich 2016er Titel hinzu, die ich in diesem Jahr im Kino gesehen habe, würden ihm wohl noch Larrains "Jackie" und vielleicht auch noch Parl Chan-wooks "Taschendiebin" den Rang ablaufen... ;))

Zwei äußerst charismatische Hauptdarsteller, niveauvoller Humor, der die schmerzlichen Themen dennoch nicht verdeckt, ein ausgewogenes Figurenarsenal, in dem s/w-Malerei keinen Platz hat, gleichwohl Schuldzuweisungen bisweilen zulässig sind... Ungemein sympathisch, schön gefilmt und der Fantasy-Aspekt, der im Stoff steckt, ist eigentlich gar nicht so recht vorhanden... Ein ganz tolles Comeback von Enyedi, dem es zu verdanken ist, dass ich endlich auch ihren Debütspielfilm sehen konnte (der sich ebenfalls lohnt). (Dickes Dankeschön an ratz, der mich frühzeitig auf die Second Run-DVD aufmerksam gemacht hatte... :D) Erfüllt von einer tiefen Grundtrauer, die nie gezwungen wirkt und nie vor Humor zurückschreckt, sehr versöhnlich ausklingend und geadelt mit einem sehr schönen, mehrfach im Film anklingenden Song: https://www.youtube.com/watch?v=HU2ts1IUByA

DVD war ja eh schon vorbestellt, aber auch eine Zweitsichtung freue ich mich sehr... :love: Ein ausführlicheres Review gab es dann auch gleich noch...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Offline Retro

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1648 am: 26 Oktober 2017, 00:27:03 »
THE MARINE



Ein Ex-Marine (John Cena) und seine Frau sind mit ihrem Auto unterwegs in den Urlaub.
Unterwegs geraten die beiden an einer Tankstelle in eine Konfrontation zwischen Juwelendieben und der Polizei, in deren verlauf die Diebe seine Frau als Geisel entführen.
Das lässt er sich natürlich nicht bieten- und schon beginnt der Alleingang der Ein-Mann-Armee...

Gehirne bitte ausschalten- und sich ganz wie in Schwarzenegger's alten 80'er Jahre-Actionfilmen der gut gefilmten und aufwendig gemachten Action hingeben.
Immerhin ist mit dem Wrestler John Cena ein guter Schwarzenegger-Ersatz gefunden worden, der doch recht gut und überzeugend agiert.
Witzig ist auch, dass der Film offensichtlich genau auf Arnie anspielt- sei es der Satz eines der Entführer "Der Kerl ist wie der Terminator",
oder auch die Bösewicht-Rolle Robert Patricks (Terminator 2), welcher auf eben diesen Satz mit einem sehr ernsten Blick reagiert...
Der gesamte Film ist stark auf cool getrimmt, was sich sowohl in den Dialogen, aber auch in der Optik niederschlägt:
Viele Explosionen, aufwendige (übertriebene) Stunts, geballer ohne Ende: Hier wird Action pur geboten.
Negatives gibt es aber auch... Die Logiklöcher und Filmfehler sind teils unglaublich- alleine in der Verfolgungsjagd:
- Der Polizeiwagen hat einen plattgeschossenen Reifen- sehr schön zu sehen, ca 15 Sekunden bevor Cena einsteigt, und mit vier einwandfreien Reifen losfährt.
Übrigens sieht man den Platten vorher sehr deutlich, immerhin klauen die Geiselnehmer deshalb lieber die langsame Familienkutsche von Cena...
- Da in der Frontscheibe Einschusslöcher sind, drückt Cena diese aus dem Rahmen- bei der Verfolgungsjagd hat er allerdings nie Fahrtwind im Gesicht.
Auch nicht, als sich Cena eine kugelsichere Weste mit einer Hand vor's Gesicht hält, an der so nebenbei auch noch eine ganze MG-Ladung abprallt.
- Dass bei der kompletten Verfolgungsjagd alle nur nach unten gerichtet auf das Auto, aber niemals auf den Fahrer schiessen
(noch nicht mal als dieser am Ende der fahrt sichtbar für alle aus dem Auto fällt)
ist auch lächerlich, ebenso dass bei Hunderten Einschüssen rundum keine einzige Kugel zum Fahrer durchdringt.
Irgendwie musste ich da an Arnie's Phantom Kommando denken, in dem er über eine offene Wiese läuft- während massig Leute mit MG's auf ihn schiessen und keiner trifft...
Sofern man ein Fan hirnloser, aber aufwendig gemachter Action ist, und sein Gehirn abschaltet:

7/10

THE MARINE 2



Der Marine Joe Linwood (Ted DiBiase Jr.) macht mit seiner Frau Urlaub in einem Ferienresort, in welchem seine Frau arbeitet.
Doch an Erholung ist nur kurz zu denken- Terroristen stürmen das Resort, und nehmen die Gäste als Geiseln.
Joe nimmt den Kampf auf, doch die Terroristen sind schwer bewaffnet- und es steckt mehr hinter der Geiselnahme als es den Anschein macht...

Film Nummer 2, Wrestler Nummer 2.
Mit dem ersten Film hat der zweite nichts zu tun, ausser dass der Hauptdarsteller einen Marine darstellt- und von einem Wrestler gespielt wird.
Wie schon im ersten Film der Reihe darf man sich auf einen gelungenen Actionkracher freuen.
Schön gefilmt, mit offensichtlich ordentlichem Budget ausgestattet, und mit einem sehr gelungenem Anfang versehen, gibt es hier einige Schauwerte.
Im Vergleich zum ersten Film hat man diesmal auch auf eine Jugendfreigabe gepfiffen- der zweite kommt ernster, dreckiger und etwas härter daher.
Der typische "80'er Jahre-Style" mit einer Mischung aus Action und Onelinern des ersten Films ist hier komplett verschwunden.
DiBiase bleibt allerdings generell ein wenig blass, John Cena kam da sympathischer rüber.
Für einen ordentlichen Actionfilm ist aber auch er nicht die schlechteste Wahl.
"The Marine 2" ist deutlich über dem Durchschnitt der sonstigen Direct to DVD-Veröffentlichungen.

7/10

THE MARINE 3 - HOMEFRONT



Der Marine Jake Carter (Mike Mizanin) hat sich Heimaturlaub nach einem Auslandseinsatz verdient.
Diesen will er mit seinen Schwestern Lilly und Amanda, sowie seinem besten Freund Harkin in seiner Heimatstadt Bridgston verbringen.
Zufgällig beobachten Lilly und ihr Freund Jake jedoch einen Mord, werden von den Tätern aber entdeckt und entführt.
Diese stellen sich als Terroristen heraus, welche auf einem alten Schiff eine Bombe basteln. Einsatz für den Marine...

Film Nummer 3, Wrestler Nummer 3.
Macht aber nix, da die "Marine"-Filme scheinbar generell nicht als Fortsetzungen aufgebaut sind- und jeweils eigene Geschichten erzählen.
Mizanin spielt das ganze etwa auf dem Level seines Vorgängers, für einen durchschnittlichen Actionkracher wie diesen ist das in Ordnung.
Auch der dritte Film ist insgesamt wieder gut ansehbar und bietet gute Actionszenen, hatte aber wohl deutlich weniger Budget zur Verfügung.
Die Schauplätze der Handlung sind arg begrenzt, was zwar zum eher dreckigen Gesamtlook des Filmes passt, aber eben doch auffällt.
Fazit: In allen Punkten durchschnittlicher Direct to DVD B-Actionfilm.

5/10

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1649 am: 26 Oktober 2017, 00:39:17 »
Bei mir gings bei "The Marine" ständig bergab: Teil 1 (6/10), 2 (4/10) und 3 (1,5/10).

Kannst dir ja mal die "Sniper"-Reihe vornehmen - inzwischen immerhin auch bei 7 Teilen.

Oder, für die ganz Harten, die "Witchcraft"-Reihe mit 13 Teilen in knapp 20 Jahren (habe nach den ersten 5 Filmen aufgegeben).

Ach ja, und "Puppet Master" ist inzwischen bei 10 Teilen. Da waren immerhin auch einige ganz nette, "kultige" Teile dabei.
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