Autor Thema: Geschichte der Videotheken  (Gelesen 3762 mal)

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Offline McClane

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #90 am: 28 Juni 2018, 07:55:33 »
Ist es nicht sogar so, das Filme bereits in den 20érn auf Schallplattenbasis erstellt wurden, so zumindest habe ich es in Erinnerung.

Kann es sein, dass du dich da vertust? Früher, zu Beginn des Tonfilms, wurde der Ton teilweise auf Schallplatte an die Kinos gegeben und der Plattenspieler musste mit dem Projektor synchronisiert werden. Von ganzen Filmen auf Schallplatte wäre mir nichts bekannt.

denn die Preise steigen und steigen, während die Masche immer mehr an einem Vorbeizieht.

Worauf beziehst du das? Auf Mediabooks und solchen Kram? Denn reguläre DVDs und Blu-Rays sind, gerade im Vergleich zu früher, spottbillig. Um 2000 herum war man froh, wenn man mal eine DVD für 30 DM/15 € bekam, heutzutage zahlst du teilweise am Releasetag weniger. Und die Zeitspanne, bis der Kram für unter 10 € im Elektromarkt rumliegt, ist inzwischen ziemlich kurz.
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Offline Dashu

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #91 am: 28 Juni 2018, 09:23:17 »
In welcher Welt lebst du?  :00000109:

Ich habe nicht wenige Videotheken jahrelang beruflich und privat regelmäßig von innen gesehen, in zweien habe ich selbst gearbeitet.
Kopien von VHS gab es da nirgends, und beide hatten sehr stark eben damit zu kämpfen.
Eine Videotheken-Kette davon hat zur Hochphase des Raubkopierens dann auch eben deshalb komplett dichtgemacht,
die andere hat dadurch immer mehr Filialen dichtgemacht, und dann komplett aufgegeben.

Einen Aufschwung gab es dann erst wieder mit der DVD, da wurden auf einmal wieder einige neue Videotheken eröffnet.
Damit dürfte jetzt inzwischen aber komplett schluss sein, ich denke die wenigen noch existierenden sind auch in kurzer Zeit alle verschwunden.

Ja so leid es mir für dich tut, (das meine ich ernst) aber vielleicht waren manche Akteure (gerade die wo sich halten konnten) schlau genug, mit der eigenen Umsetzung in den Schwarzmarkt im Geschäft zu bleiben. An der Hand kenne ich 5 Videotheken recht gut (seiner Zeit) 3 davon aus privaten gründen. Vielleicht ist es gerade der Verkauf unter der Hand gewesen, der diese am Scheitern stabilisierte. Ich will auch nicht meinen, das dies im extrem großen Stil getätigt wurde. Gezielte Verkäufe an Bekannte und Familie, dazu noch ein paar Stammkunden die in Frage kämen. Nehmen wir mal 20 Gesichter, die ein Videohektar im Monat mit Kopien versorgte, das sind dann je Kopf vielleicht 20 DM gewesen, das ist ein Plus von 400 Mark Steuerfrei, dann geht auch auf wieso diese nicht dicht machten. Generell gerade Horror und neue Filme gingen da wie warme Semmel raus. Nicht wenige hatten ganze Videoregale über die nötigen Bekanntschaften der Videotheken sich angeeignet.
Wirklich vorsichtig und trotzdem mit Respekt ausgedrückt, vielleicht hatten einige Videothekare einfach zu Skrupel um mit den nötigen Mitteln den Schwarzmarkt zu negieren. Mit den eigenen Waffen, in jenem Sinne.

Offline JasonXtreme

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #92 am: 28 Juni 2018, 09:46:53 »
Also das hab ich so noch nie gehört. Ich kenne hier einige ehemalige Besitzer von Videotheken lange Jahre/Jahrzehnte persönlich, war deren Kunde damals schon.... da hat kein Mensch schwarz mit Kopien gehandelt. Wieso denn auch? Die Leute konnten billiger selbst kopieren, als sich 20 DM Kopien aus der Leihe zu besorgen. Anfang der 90er/Ende der 80er hatten doch die Leute daheim teils schon halbe Videotheken mit Kopien am Start (meine Eltern hatten locker fünf Bekannte die da locker und leicht 500 Kassetten und mehr hatten mit je zwei drei Filmen drauf) - wenn die dafür so zahlen hätten müssen Prostmahlzeit.
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Offline Hitfield

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #93 am: 28 Juni 2018, 11:40:41 »
Ich war wie gesagt ab den 90ern in über einem halben Dutzend Videotheken Stammgast, habe mich oft auch mit den Besitzern unterhalten. Dass da VHS-Kopien als Nebengeschäft vertickt wurden, habe ich noch nie gehört.

Macht auch irgendwie keinen Sinn. Das haben wir Kunden nämlich selber gemacht. Ich habe auch heute noch bestimmt >500 VHS-Kopien, die ich vor der Rückgabe von den Verleihkassetten gezogen habe. Man brauchte nur zwei Videorekorder, einen Packen Leer-VHS von der Metro oder dem ProMarkt und konnte die Kopien einfach durchlaufen lassen, ohne dabei anwesend sein zu müssen. Verliehen habe ich die VHS-Kopien nie (und schon gar nicht entgeltlich), die waren nur für meine Sammlung. Seit über zehn Jahren steht der ganze Kram in Umzugskisten verpackt im Keller.
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Offline Private Joker

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #94 am: 28 Juni 2018, 11:53:36 »
Das mit den Kopien ging zumindest solange gut, bis die Industrie den analogen Kopierschutz (Macrovision) erfand.

Klar, es gab da relativ kurzfristig Umgehungstechnik, aber die wurde dann auch wieder kurz danach "verboten".
Ich hatte damals allerdings schnell festgestellt, dass der Kopierschutz gar nicht wirkte, wenn das Zielgerät ein Betamax-Recorder war. Da ich von Anfang an auf die Geräte gesetzt hatte (und erst einen zusätzlichen VHS dazustellte, als Betamax und V2000 aus den Videotheken verschwand), hat mich der Kopierschutz nie gestört. Hat allerdings zur Folge, dass ich tatsächlich noch etliche Beta-Kassetten hier herumliegen habe (und sogar noch einen Recorder, der die abspielen könnte).
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Offline JasonXtreme

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #95 am: 28 Juni 2018, 12:17:29 »
@ Hitfield
So siehts zudem aus. Ich hab mir die Kopien für mich ebenso selbst gezogen, allerdings nur von geliehenen Kassetten aus der Videothek, somit wenigstens bezahlt. Entgeltlich verliehen hab ich die sowieso nicht - behalten bis heute aber auch nicht  :king: hab sie nach und nach entsorgt.

@ Private Joker
Das ging auch mittels zweier VHS. Wir hatten früher zwei teure Sony, bei denen ging das nicht mit dem Kopierschutz, dann hatte wegen eines defekts ein billigerer Goldstar Rekorder bei uns Einzug gehalten - der kopierte den Kopierschutz kurzerhand mit, frag mich nicht wie das technisch vor sich ging. Jedenfalls muss es so gewesen sein, da Kumpels die meine Tapes kopieren wollten da oft genug gescheitert sind.
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Offline Dashu

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #96 am: 28 Juni 2018, 13:08:57 »
Naja, warum wohl einige Videotheken, und so kenne ich es nun einmal beim Schwarzmarkt selbst mitmischten und andere nicht, das kann ich nur Mutmaßen. Die wo es nicht taten hielten sich nun einmal an die Regeln, manche gingen pleite, andere wussten sich mittels der gleichen Methode zu retten.

Das es dann immer einfacher wurde und Privatleute selbst Kopien weiter gaben, das ist klar. Aber irgendwoher kam natürlich das "Kernmaterial" Sicherlich ist es in der frühesten Zeit an zu siedeln, wo noch nicht jeder seine Privat Videothek schon zu Hause hatte. 20 DM war jetzt nur eine pauschale Rechnung wie viel ein Videothekar wohl etwa verlangte, damit sich das rechnete. Ich selbst griff damals in einer Späteren Zeit auch nur bei Titeln darauf zurück, die ich so nicht bekommen habe. Gesichter des Todes, Texas Chainsaw Massaker, Hideki, Freitag der 13, Tanz der Teufel etc. waren ganz beliebte Titel, welche mein persönlicher Videohektar anbot. Diese auch sehr professionell mit Hülle usw. druckte.
 Das was noch etwas Früher in der Videothek des Verwanden war, der den ganzen Tag kopiert hatte, da kann ich auch nur spekulieren, da wurden wir auch unentgeltlich restlos versorgt. Im Grunde alles was interessierte bekamen wir da noch Kistenweise ausgehändigt. Lediglich die Bänder musste meine Mum dafür mitbringen. Aber der Verkauf an seine Kunden  war auch definitiv schwarz. Das einige Schwarzmarkthändler bei den Videotheken selbst zu suchen sind, das hört Ihr vielleicht zum ersten Mal. Sollte aber auch einleuchten. Natürlich haben diese etwas davon, wenn jemand den Film besitzen will, die Leihgebühr geringer ist wie die Kopiergebühr, diese wiederum geringer mit dem Original sich verhält, so lag der Preis in etwas unter der Mitte. Den Film Original bei der Videothek zu bestellen war den meisten bei gewissem Ausmaß sicherlich zu teuer.
Das sich im Laufe der Zeit immer mehr die Haushalten untereinander selbst versorgten, ist dann nochmal ein späterer Zeitraum, wo generell schon viele mit Ihrer privat Videothek versorgt waren. Da ging es ja auch bereits darauf zu, das Filme irgendwann auch einfach im TV mit gezeichnet wurden. Wie kam ich noch gleich auf das Thema? ach...Ja

Ging mir auch generell um die Aussage von "Peer" was es die Gesetzlosigkeit/Illegalität betrifft, das da dem Händler auch keine Grenzen gesetzt sind (bis auf das Gesetzt, welches ja nicht zwingend daran hindert es doch zu tun) Gerade beim Verleihrecht glaube ich auch kaum das Eckhard Baum sich damit schon wirklich befassen musste. Zu diesem Zeitpunkt wird er das ganze sicherlich Bibliotheken gleich an den Mann gebracht haben. Und da ist es durchaus schon 1975 eben schon möglich gewesen, nicht durch Super 8, sondern eben mit der Bildplatte.

Ah perfekt hier ein Beweis für Herrn Peer, der Herr kann seine Richtigstellung nun richtig stellen:
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article211766267/Dieser-Mann-kaempft-um-die-aelteste-Videothek-der-Welt.html

Zitat: Die Sammlung umfasst auch alle Trägerformate der vergangenen Jahrzehnte. Das geht los beim Super-8-Film, geht weiter über die Bildplatte (so groß wie eine LP) und alle Videokassettenformate (VHS, Video 2000, Betamax) und endet im Hier und Jetzt mit der DVD und der Blu-Ray.

Somit schließt sich der Kreis  :icon_cool:
« Letzte Änderung: 28 Juni 2018, 14:51:04 von Dashu »

Offline StS

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #97 am: 13 Juli 2018, 11:13:43 »
Blockbuster war in Amerika ja ne riesige Kette. Diese Zeit ist nun auch endgültig vorbei...

Zitat
Blockbuster video stores closing in Alaska, leaving chain with 1 location in US

Alaska’s final two Blockbuster video stores will rent out their last movies and close up shop at the end of the week, management announced Thursday -- leaving the U.S. with a single remaining location.

(...)

“These are the last two Blockbuster stores in Alaska that survived and it is sad to say goodbye to our dedicated customers,” Daymude and District Manager Kelli Vey wrote on Facebook. “We have thought of you as family for the past 28 years.”

The two Alaska closures will leave the Blockbuster in Bend, Ore., as the last store standing. The location has no plans of closing anytime soon, according to store general manager Sandi Harding.

(...)

At the peak of its success, the once-iconic video rental chain had more than 9,000 stores and employed more than 84,000 people worldwide, Deadline reported.

(foxnews.com)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Online Mr. Blonde

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #98 am: 14 Juli 2018, 06:13:43 »
In Deutschland hat man indes ein paar lebenserhaltende Maßnahmen parat. In Potsdam ist das Video World gleichzeitig DHL Servicepartner, damit quasi eine Postfiliale, die 365 Tage geöffnet hat und es gibt 3 Kabinen, in denen man VR ausprobieren kann. Ansonsten gibt es deutschlandweit anscheinend nur noch 12 Video-World-Filialen.


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Offline Tito

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #99 am: 14 Juli 2018, 23:49:12 »
Der Begriff Videothek wurde ja auch nicht 1975 und später genutzt. Der Laden hieß Film-Shop und hatte keine Videofilme etc. egal welcher Art ! Alles andere habe ich ja auch schon erklärt.

Es geht hier auch nicht um eine Definitionsfrage.
Wenn Video-Filme noch nicht einmal auf dem Markt waren, kann  man nicht der Presse erzählen es wäre eine Videothek gewesen.

Es war ein ganz simpler Film-Shop mit Super-8-Produkten, mit bestimmten Dienstleistungen und der Vermittlung von Veranstaltungen und einem An- und Verkauf von gebrauchten Produkten also grob gesagt ein Gemischtwarenladen, der mit Video nichts zu tun hatte. Mit einem solchen Super-8-Schuppen kommst Du ja auch nicht in den Videoverband, weil dieser nur Videotheken aufnimmt.  :respekt:

Ja, weil der Videoverband dann zB eine andere Definition von Videothek hätte als ich... Es kommt ein bisschen darauf an, welche Definition man zulässt... Waren Videotheken, die nur noch DVDs angeboten haben, keine Videotheken mehr, weil sie statt Video Home System plötzlich nur noch die Digital Versatile Disc angeboten haben?

Ich will nicht sagen, dass man "Videothek" definieren könnte als Bücherei, die nur textlose Bilderbücher anbietet - das wäre absurd. Aber einen Filmshop, der Super-8 und (Teile) alte(r) Filmrollen anbietet, würde ich als einen Vorläufer rückwirkend zur Etablierung der "eigentlichen" Videotheken schon unter diesem Begriff dazuzählen...

Das muss man nicht machen, aber man sollte die Bedeutungsvielfalt von Wörtern berücksichtigen. Begriffe wie "Kino" und "Film", erst recht die ganzen "Genre"-Bezeichnungen kann man ebenfalls ganz unterschiedlich definieren...

Die Definition von Videothek ist relativ einheitlich: Eine Videothek ist ein Geschäftsbetrieb, in dem Filme archiviert, gesammelt und Kunden zugänglich gemacht werden. Das Zugänglichmachen ist nicht auf Vermietung reduziert, sondern auch Verkauf oder vor Ort-Sichtung. Es wäre daher auch richtig, die Streaming-Dienste Videotheken zu nennen. Wird ja umgangssprachlich auch getan: Online-Videothek.

Ein "Video" ist letztendlich nur ein bewegter Film auf einem Medium, egal in welcher Form oder auf welchem Medium.

Wenn der Herr in Kassel nun einen "Film-Shop" hatte, ist es laut Definition auch als Videothek anzusehen. Dass sich der Begriff später gewandelt hat und das Wort "Video" bei manchen gleichgesetzt wird mit "Kassette", also VHS, Beta oder V2000, ist eine andere Geschichte. Aber letztendlich ist auch eine UHD Blu-ray nur ein Video, ebenso wie ein altes Super-8-Band.

Naja, warum wohl einige Videotheken, und so kenne ich es nun einmal beim Schwarzmarkt selbst mitmischten und andere nicht, das kann ich nur Mutmaßen. Die wo es nicht taten hielten sich nun einmal an die Regeln, manche gingen pleite, andere wussten sich mittels der gleichen Methode zu retten.

Man sollte nicht von einigen, wenn auch persönlich bekannten, Fällen auf eine ganze Branche schließen. Natürlich kann es einige Schwarze Schafe gegeben haben, die so noch eine müde Mark mehr verdienen wollten, aber die meisten seriösen Geschäftsleuten werden sich schon ans Gesetz gehalten haben. Raubkopien waren auch schon damals teuer. Viel eher hat man sich einen Film geliehen und selbst zu Hause kopiert. Ich selbst hatte etwa ein Dutzend, die ich für mich persönlich anfertigte. Nicht zum Leihen oder Verkaufen, nur für mich. Aber das habe ich dann nicht weiter praktiziert. Ich arbeitete in zwei verschiedenen Videotheken über Jahre und konnte mir jederzeit unentgeltlich jeden Film leihen den ich wollte. Selbst nachdem ich dort nicht mehr arbeitete, war ich mit den Besitzern befreundet und bekam die Filme umsonst (ältere) oder für eine Mark (Neuerscheinungen). Wozu sollte ich sie mir dann noch kopieren?! Die VHS-Kopien sind inzwischen seit Jahr(zehnt)en entsorgt und durch (gekaufte  ;) ) DVDs/BDs ersetzt worden.

Die Pleite der Videotheken würde ich auf zwei Standbeine setzen. Natürlich haben Prime, Netflix und Konsorten ihren Beitrag geleistet, ebenso wie die Raubkopierer. Aber ein weiteres Standbein fast jeder Videothek ist/war der Pornoverleih. Eine der Filialen, in der ich arbeitete, hatte gut 1/3 des Umsatzes mit den Sexfilmchen gemacht, im Winter sogar mehr. Die leichte Zugänglichkeit pornographischen Materials im Internet, sowie das Kopieren auf Wiedergabe- oder Speichermedien, haben m. E. den Videotheken den Gnadenstoß gegeben.

Einen Aufschwung gab es dann erst wieder mit der DVD, da wurden auf einmal wieder einige neue Videotheken eröffnet.
Damit dürfte jetzt inzwischen aber komplett schluss sein, ich denke die wenigen noch existierenden sind auch in kurzer Zeit alle verschwunden.

Das mit dem Aufschwung stimmt teilweise. In den 90ern wurden aber zunächst die kleinen Privat-Videotheken von den Ketten verdrängt. Profitiert haben da fast nur noch Video Collection, Video World, World of Video und wie sie alle heißen. Mit dem letzten Satz hast du aber vollkommen Recht, das Internet hat ja schon die meisten Ketten verschwinden lassen. Die paar übrigen werden auch bald Geschichte sein. Eigentlich schade, sehe das ein wenig wie Eric. So eine Videothek war für mich auch, wie ein Vergnügungspark. Die Hüllen in die Hand nehmen, das Cover betrachten, die Inhaltsangabe durchlesen... das hat die Vorfreude einfach schon erhöht. Dann mit den Kunden/Beschäftigten/Interessenten darüber sprechen, Tipps sammeln und geben. Klar kann man das alles auch im Netz, in Foren, auf Review-Seiten, Filmportalen usw. Aber mir fehlt einfach dieses Gefühl, dass immer dabei war, wenn man so einen Filmtempel betrat. Auch heute kaufe ich mir lieber eine Disc, als mir einen Haufen Daten herunterzuladen.

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Wir sind Polizeibeamte, für Gewalttätigkeiten wurden wir nicht ausgebildet.

Offline JasonXtreme

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #100 am: 16 Juli 2018, 10:59:07 »
Ja das mit den Pornos kam/kommt noch erschwerend hinzu! Die kleineren Läden die ich hier kannte hatten teils sogar von locker 50 % des Umsatzes allein mit Porno beziffert! Dabei war aber nicht nur der Verleih, sondern maßgeblich der Verkauf von Porno DVDs/BDs anteilig sehr hoch, da die Porno Scheibchen ja ne Stange mehr kosten als die normalen Filme (zumindest war das damals so). Hier machen ja wegen der kostenlosen Onanieroptionen im Netz sogar schon fast alle Sexshops zu (Uhse hat ja schon Insolvenz angemeldet) - das werden dann die nächsten sein, nach den Videotheken.
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Offline Hitfield

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #101 am: 16 Juli 2018, 12:36:13 »
(Uhse hat ja schon Insolvenz angemeldet)

Beate Uhse hat sich inzwischen neu formiert und sucht aktuell übrigens einen Chief Dildo Officer für den Standort Köln: :icon_cool:
https://www.stepstone.de/stellenangebote--CDO-m-w-Koeln-be-you-GmbH--5081343-inline.html
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Offline Eric

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  • Huuuuiiiii eine Salami zum Auspeitschen bitte!!
Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #102 am: 16 Juli 2018, 12:52:18 »
(Uhse hat ja schon Insolvenz angemeldet)

Beate Uhse hat sich inzwischen neu formiert und sucht aktuell übrigens einen Chief Dildo Officer für den Standort Köln: :icon_cool:
https://www.stepstone.de/stellenangebote--CDO-m-w-Koeln-be-you-GmbH--5081343-inline.html

Mal ehrlich, es glaubt doch JEDER dass er verarscht wird wenn du dem ne Visitenkarte gibst auf dem CHIEF DILDO OFFICER draufsteht!!  :laugh:

(Sorgt aber definitiv für Gesprächsstoff auf jeder Party)
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Mein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol beschränkt sich im Wesentlichen darauf nix zu verschütten!

Offline JasonXtreme

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Re: Geschichte der Videotheken
« Antwort #103 am: 16 Juli 2018, 13:50:52 »
Egal, ich würds machen  :rofl:
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