Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 2 Gäste schauen sich dieses Thema an.

MMeXX

Zitat von: StS nach 31 Mai 2016, 11:45:11Und wenn ich Wilson Gonzalez Ochsenknecht schon sehe...

Der ist nur "Randfigur". Die wahre Kraft steckt bei diesem Film im Audiovisuellen (und hoffentlich in der Hand des Vorführers, der die Regler ordentlich hochdreht.) :D

StS

Zitat von: MMeXX nach 31 Mai 2016, 12:50:43
Zitat von: StS nach 31 Mai 2016, 11:45:11Und wenn ich Wilson Gonzalez Ochsenknecht schon sehe...

Der ist nur "Randfigur". Die wahre Kraft steckt bei diesem Film im Audiovisuellen (und hoffentlich in der Hand des Vorführers, der die Regler ordentlich hochdreht.) :D


Das hab ich auch so gelesen. Daher interessiert er mich ja durchaus (trotz der erwähnten Faktoren).  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

,,Holy Ghost People" (2013) ist ein dramatischer ,,Sekten"-Thriller von Mitchell Altierti (seines Zeichens ja eine Hälfte des Regie-Duos ,,the Butcher Brothers"), der von einer jungen Dame namens Charlotte handelt (gefiel mir richtig gut: Emma Greenwell), welche einen alkohol-kranken sowie an ,,PTSD" leidenden Ex-Soldaten (brauchbar: Brendan McCarthy) dazu überredet, sie auf der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester zu begleiten, die sich zuletzt aus einer kleinen christlichen Gemeinschaft in den Appalachen gemeldet hatte. Lose basierend auf der gleichnamigen Doku aus dem Jahr 1967, aus der auch einige Clips eingespielt werden, optisch kompetent bebildert sowie mit einem ansprechenden Soundtrack unterlegt, überzeugt vor allem die Atmosphäre in den ersten zwei Dritteln der Laufzeit, bevor die Story gegen Ende leider in recht ,,konventionelle Bahnen" (inklusive blutiger Gewalt) einmündet - was in der Form durchaus ein Stück weit schade ist. Einschließlich ordentlich verkörperter Nebenparts - u.a. von Cameron Richardson, Don Harvey, allen voran aber Joe Egender als charismatischer Prediger - fügt sich das alles ,,unterm Strich" zu einem soliden Genre-Vertreter ,,der Güteklasse B" zusammen, welchen man sich bei Interesse an Themen dieser Art getrost mal ansehen kann, der letztlich jedoch hinter der Qualität von (jeweils mehr oder minder weit vergleichbaren) Veröffentlichungen á la ,,Sound of my Voice", ,,the Sacrament" oder ,,Martha Marcy May Marlene" zurückbleibt...   knappe 5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Hitfield

Gab es wirklich keinen Thread zu dem Film?

Navy Seals vs. Zombies (USA 2015)

Aber egal, wäre ohnehin keinen eigenen Thread wert. Wieder eine 99¢ VoD-Sichtung. Ich hatte mich schon auf einen käsig-trashigen B-/C-Zombiefilm eingestellt, aber meine Erwartungen wurden trotzdem noch weit untertroffen. Mündungsfeuer, Explosionen, Schußwunden, Hubschrauber... alles kommt aus dem Computer. Dazu einige Anschluß- und Produktionsfehler (im Hintergrund sieht man z. B. wie einige Leute entspannt einkaufen gehen, während im Vordergrund die Dreharbeiten für die Zombie-Apocalypse liefen). Aber obacht - unfreiwillig lustig ist das alles nicht, sondern einfach nur mies und nervtötend. Dazu grauenhafte Darsteller. Es ist ein schlechter Witz, dass sich Michael Dudikoff ausgerechnet für diesen Film wieder vor die Kamera begeben hat (er steht nur in zwei Kulissen in Kontrollräumen vor diversem Technik-Kram und gibt oder empfängt Kommandos). 0,5 / 10
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

PierrotLeFou

Zitat von: StS nach 31 Mai 2016, 12:57:02
Zitat von: MMeXX nach 31 Mai 2016, 12:50:43
Zitat von: StS nach 31 Mai 2016, 11:45:11Und wenn ich Wilson Gonzalez Ochsenknecht schon sehe...

Der ist nur "Randfigur". Die wahre Kraft steckt bei diesem Film im Audiovisuellen (und hoffentlich in der Hand des Vorführers, der die Regler ordentlich hochdreht.) :D


Das hab ich auch so gelesen. Daher interessiert er mich ja durchaus (trotz der erwähnten Faktoren).  ;)


Also ich komme gerade aus dem Kino... und bin nicht so begeistert... kein Film aus einem professionellem Umfeld hat mich in der letzten Zeit derartig genervt wie "Der Nachtmahr".


Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das jetzt der Film eines 40jährigen ist, der zeigen will, wie gut & einfühlsam er die 17jährigen von heute versteht (im Gegensatz zu den meisten Erwachsenenfiguren im Film) - oder aber der Film eines 40jährigen für andere 40jährige, damit dann alle gemeinsam das Gefühl haben können, die Jugend von heute gut zu verstehen... Auf jeden Fall war es so ein Film, der mal zeigen will, dass auch der deutsche Film ganz eigenwillig & furios sein kann...

Ich fand schon die einführenden Texttafeln nicht lustig - und die restlichen Witzchen dieses Streifens auch nicht. Jede Menge stereotype Figuren, jede Menge Klischees... alles bunt zusammengeklaubt aus "Lost Highway", dazu ein bisschen "Possession" & "E.T." und jede Menge Coming of Age-Klischees.
Als Innenansicht funktioniert der Film für mich kaum, weil man die Hauptfigur kaum kennenlernt: Sie konsumierte zuviele Drogen, ist verliebt, hat verständnislose, kühle Eltern und ist ein bisschen doof... und findet dann eine Aspaltung von sich in Form eines kleinen 'Viechs', zu dem sie ganz allmählich findet. Dann entpuppt sich vieles im Nachhinein als Imagination, die mal so, mal so interpretiert werden darf. Das furchtbar designte 'Viech' lässt das geringe Budget, auf das man so stolz ist, am deutlichsten erkennen... Und gerade Gonzales Wilson Ochsenknecht, der mich auch ziemlich abgeschreckt hat, ist im Grunde kein Problem: Der ist da einfach da und lümmelt sich sich meist auf der Couch. Letztlich hat er sowenig zu tun, dass er auch gar nichts falsch machen konnte.

Laut & bunt war er sicherlich, schöne Weitwinkelaufnahmen hat er auch... aber das ist alles in allem so ein gequälter Problemfilm, der sich angestrengt als pure Unterhaltung tarnt, dass ich fürchten muss, heute Nacht davon zu träumen, wie ich wieder in Werte-&-Normen-Unterricht sitze und mit dem Rest des Kurses über die diversen Aussagen dieses teenagerfreundlichen & lebhaften Films diskutieren muss.
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Kriddl

Alles steht Kopf (2015) - Tiefgründiger als erwartet! Etwas spartanischer animiert als andere Pixar Filme (verglichen z.B. mit Ratatouille oder WALL-E) versteht es der Film eher auf emotionalem Level zu überzeugen. Hochsympathisch und liebevoll inszeniert. 8/10

Maddox

Zitat von: Hitfield nach 20 Juni 2016, 02:25:32
Gab es wirklich keinen Thread zu dem Film?

Navy Seals vs. Zombies (USA 2015)

Aber egal, wäre ohnehin keinen eigenen Thread wert. Wieder eine 99¢ VoD-Sichtung. Ich hatte mich schon auf einen käsig-trashigen B-/C-Zombiefilm eingestellt, aber meine Erwartungen wurden trotzdem noch weit untertroffen. Mündungsfeuer, Explosionen, Schußwunden, Hubschrauber... alles kommt aus dem Computer. Dazu einige Anschluß- und Produktionsfehler (im Hintergrund sieht man z. B. wie einige Leute entspannt einkaufen gehen, während im Vordergrund die Dreharbeiten für die Zombie-Apocalypse liefen). Aber obacht - unfreiwillig lustig ist das alles nicht, sondern einfach nur mies und nervtötend. Dazu grauenhafte Darsteller. Es ist ein schlechter Witz, dass sich Michael Dudikoff ausgerechnet für diesen Film wieder vor die Kamera begeben hat (er steht nur in zwei Kulissen in Kontrollräumen vor diversem Technik-Kram und gibt oder empfängt Kommandos). 0,5 / 10


Korrekt; glaube niemand sah den Film den Aufwand wert ;)
Ich hatte den auch vor ner Weile gesehen und bereits wieder verdrängt gehabt... ich hatte auch auf irgendwas.. gehofft, aber der war wirklich in allen Belangen unterirdisch. Die einkaufenden Leute sind mir leider nicht aufgefallen, was den Humorfaktor wenigstens erhöht hätte. Da war echt null Spannung, zusammenhangloses Gedöns und die Superseals waren so... ach, keine Lust mehr. Aber dieses eine Babyface, da hätte ich eigentlich sofort abschalten sollen. Der sah aus als schafft der nicht mal 2 Liegestütz. Ich schließ mich an. Spart euch die Lebenszeit.
They offered me a psych pension. Jackpot, right?
And I said no. (True Detective)

You can never escape me. Bullets don't harm me. Nothing harms me. But I know pain. I know pain. Sometimes I share it. With someone like you. (Batman - Year One)

What? I'm a collector. I tell you fuckin' much! (Captain Baseball Bat Boy)

Time wounds all heels.

StS

Für ein ambitionslos-generisches ,,DtV"-Sequel aus dem Hause ,,WWE Entertainment" ist ,,the Marine 4: Moving Target" gar nicht mal so übel geraten - was vor allem der kompetenten Regiearbeit William Kaufmans (,,Sinners & Saints") zuzurechnen ist. Das Tempo ist flott, dem geneigten Betrachter wird im Grunde ,,Dauer-Action" geboten, Mike "The Miz" Mizanin schlägt sich in der Titelrolle wacker und die kanadische Wildnis bietet dem Ganzen ein schön anzuschauendes Setting. In Anbetracht des spärlichen Budgets sieht das Ergebnis ansprechend wertig aus - worüber hinaus mir punktuelle Fights sogar richtig prima zu gefallen wussten. Weniger ansehnlich kommen dagegen auffällige CGI-Zusätze bei zwei Explosionen und diversen Schusswunden, mangelnde Spannung, das schlicht gestrickte Drehbuch (in Sachen Story, Dialoge, Charakterzeichnungen) und ein vor allem im finalen Drittel aufkommendes Gefühl von unvorteilhafter Abwechslungsarmut daher: Ja, der ganze Streifen ist nichts weiter als eine einzige Hetzjagd - aber gegen Ende wird einfach zu ausgiebig (meist ballernd, unglaubwürdigerweise jedoch nahezu nie die beiden Leads treffend) durch den Wald gelaufen...

gute 5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Endlich "Easy A/Einfach zu haben" mit Emma Stone nachgeholt, nachdem der mir endlos entgangen ist, erst in der Sneak, dann in der Videotheke.

Saulustige Sichtung, schöne "Scarlett Letter"-Variante, mit schön trockenen One-Linern und einem genialen Voiceover.
Dazu Patricia Clarkson und Stanley Tucci als die definitiv lustigsten Eltern seit "Juno" und ein verschwindend geringer Fremdschämfaktor, alles zusammen etwas, was ich bedenkenlos wiedersehen würde. 8/10
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Mills

Zitat von: Moonshade nach 12 Juli 2016, 12:19:14
Endlich "Easy A/Einfach zu haben" mit Emma Stone nachgeholt, nachdem der mir endlos entgangen ist, erst in der Sneak, dann in der Videotheke.

Saulustige Sichtung, schöne "Scarlett Letter"-Variante, mit schön trockenen One-Linern und einem genialen Voiceover.
Dazu Patricia Clarkson und Stanley Tucci als die definitiv lustigsten Eltern seit "Juno" und ein verschwindend geringer Fremdschämfaktor, alles zusammen etwas, was ich bedenkenlos wiedersehen würde. 8/10

Und halt Emma Stone!!!  :love:
I got a pocket, got a pocketful of sunshine... Take me away , a secret place, a sweet escape...   :dodo:
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


Meine Sammlung

StS

Sehe ich auch so. Feiner Film.
Ruhig im O-Ton schauen - der ist auf jeden Fall zu empfehlen bzw. vorzuziehen.
Hab letztens im TV nämlich mal in die deutsche Version reingeschaut...  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Dann entgeht mir aber Anja Stadlobers wunderbar raspelig-genervte Synchronstimme, die 1A zu Stones Gesicht passt.

Gut, ein paar Wortspiele waren nicht zu übersetzen, aber alles in allem war auch die DF gelungen.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

barrara

Ich Warcraft vor kurzem beobachtet . wenn Sie Fantasie mögen, empfehle ich . Aber ich dachte wirklich, dass sie eine bessere Wirkung und Wirkung sein würde.

Mills

Zitat von: barrara nach 14 Juli 2016, 10:23:55
Ich Warcraft vor kurzem beobachtet . wenn Sie Fantasie mögen, empfehle ich . Aber ich dachte wirklich, dass sie eine bessere Wirkung und Wirkung sein würde.

Dann muss ich den ja noch unbedingt sehen!
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


Meine Sammlung

Stefan M

"The Girl"

Etwa der Film über den Master of Suspense, den ich mir bereits von "Hitchcock" mit Anthony Hopkins und Helen Mirren versprochen hatte. Letztendlich fehlt für diejenigen, die mit den Hintergrundgeschichten und die Biographie von Donald Spoto rund um die Person des Regisseurs vertraut sind, sicherlich auch das gewisse Aha-Erlebnis, dafür ist dies ein exzellent gespieltes TV-Drama rund um das schwierige Verhältnis zwischen Hitchcock und Tippi Hedren, wobei eindeutig Partei für die Hedren ergriffen wird, die auch im Zentrum des Films steht, und Hitchcock als traurige und unangenehme Gestalt dargestellt wird, die ihre Obsessionen einfach nicht mehr im Griff hat und der Hauptdarstellerin von "Die Vögel" und "Marnie" arg bis an die psychische (und im Falle von "Die Vögel" auch körperliche) Belastbarkeit zusetzt. Toby Jones ist dabei im Vergleich zu Hopkins der wahre Hitchcock. Seine Aussprache könnte nicht adäquater sein. Die oft gescholtene Sienna Miller leistet ebenfalls tadellose Arbeit und sieht der Hedren in einzelnen Szenen zum Verwechseln ähnlich. Lohnt. 7/10.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Moonshade

Es ist aber schwer, es nicht eher "positiv" aus Sicht Hedrens zu zeichnen, weil man sonst die Realitäten bewusst verfälschen würde. Hitchcock litt zu der Zeit schon sehr, sehr lange an seinen sexuellen Obsessionen, über mehrere Jahrzehnte hochgezüchtet und durch die Abgänge Grace Kellys und die Abfuhr durch die Novak noch gestärkt.

Scheint das Schicksal Jones' zu sein, die Darstellungen bedeutender Männer in Filmen zu bieten, die an der Öffentlichkeit vorbei gehen (wie bei Capote). Würd ich auch gern noch sehen, den Film.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Stefan M

Zitat von: Moonshade nach 18 Juli 2016, 10:10:19
Es ist aber schwer, es nicht eher "positiv" aus Sicht Hedrens zu zeichnen, weil man sonst die Realitäten bewusst verfälschen würde. Hitchcock litt zu der Zeit schon sehr, sehr lange an seinen sexuellen Obsessionen, über mehrere Jahrzehnte hochgezüchtet und durch die Abgänge Grace Kellys und die Abfuhr durch die Novak noch gestärkt.
Gab es eine Abfuhr von der Nowak oder meinst du Vera Miles? Das wäre mir dann mal ganz neu. Dabei dachte ich, alles über Hitchcock zu wissen.  :icon_mrgreen:

Mir hat es auch gefallen, ihn mal nicht als die Lichtgestalt und filmisches Genie zu sehen, sondern eine offenbar ziemlich akkurate Down-to-Earth-Darstellung ohne zusätzliche visuelle Spielereien, das Augenmerk nur auf ihn und in diesem Fall die Hedren gerichtet. Die anderen Schauspieler aus "Die Vögel" und "Marnie" (bis auf Connery) kommen praktisch nicht vor; das soll kein Schaulaufen à la "Schau mal, ach, der soll den darstellen" sein, sondern die Konzentration auf das Wesentliche, auf die beiden Menschen Hitchcock und Hedren.

Apropos Hedren. Ich habe gestern "Roar" gesehen - und mir ist dabei heiß und kalt geworden. Eigentlich ein elendig langweiliger Film, aber dieses Agieren der Schauspieler inmitten von kräftigen Wildtieren. Da schüttelt's mich.  :icon_eek:
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Moonshade

Ach K...natürlich Miles, die Novak hat sich ja gut abgegrenzt.

Ist schon ein paar (tausend) Seiten her, seit ich das Buch gelesen habe. Steht aber noch im Regal und sollte mal wieder auf die Liste...

(...die ist bei mir aber schon ein paar Hundert Bücher lang...  :bawling: )
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Stefan M

Zitat von: Moonshade nach 18 Juli 2016, 16:07:52
Ach K...natürlich Miles, die Novak hat sich ja gut abgegrenzt.
Okay. Hätte ja sein können, daß du da noch andere Schinken als den Spoto liegen hast, die auch einen etwas kritischeren Blick auf Hitchcock geworfen haben. Ich kenne nämlich nur den Spoto. ;)
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

PierrotLeFou

Der Bunker

Das war tatsächlich der ungewöhnliche & eigenwillige deutsche Film, als welcher sich "Der Nachtmahr" angepriesen hatte. Nicht bloß ein schön gefilmtes, liebevoll ausgestattetes und formal insgesamt sehr rundes, ambitioniertes Kammerspiel, sondern zugleich eine hübsch absurde und in feierlichem Ernst daherkommende Geschichte, die im Gegensatz zu (durchaus unterhaltsamen) Helge-Schneider-Clownerien durchaus gehaltvolle Gedankengänge in alle möglichen Richtungen lostritt...

Kein Meisterwerk, kein Meilenstein, aber einer der besseren deutschen Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe... und defintiv eine der besten deutschen Komödien aus den letzten Jahren.
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

JackyBrown

Ich seh ich seh

Puh, wusste vorher absolut nichts von dem Film und war nach dem schauen doch schon ziemlich überrascht, dass ich davon kaum was mitbekommen habe. Der Film war wirklich sehr intensiv und das Ende nicht unbedingt neu, aber doch überraschend. Schauspielerisch hat es mir auch gut gefallen. Manche Szenen waren meiner Meinung nach unnöttig oder so gesetzt, dass sie den Zuschauer in einer Richtung denken lassen, im großen und ganzen aber nicht in den Film reingepasst haben. Ansonsten eine schöne Kulisse - das Haus, in dem der Film spielt - ist wirklich schick. Spannung war auch geboten. Einzig der österrichische Akzent war für Aussenstehende manchmal leider doch sehr schwer zu verstehen. Alles in allem hat er sich gelohnt. Wer auf Horro steht, der sollte mal einen Blick wagen.

Moonshade

Drei Jahre nach Kinostart nachgeholt und gottseidank keine Karte gekauft für Kick-Ass 2

Furchtbar inkontinenter und unlustiger Nachfolger, der seine brauchbaren Themen ständig per Off-Kommentar erklären muss, reihenweise bekannte Gesichter in unwichtigen und unentwickelten Nebenrollen verheizt und stattdessen zweimal das gleiche Plot-Thema mit seinen zwei Protagonisten durchhechelt. Von den beiden kommt keiner richtig zum Schuss, stattdessen plätschern die Stränge so nebenbei.
Der "Motherfucker" als Gegner ist so im karmesinroten Fremdschämbereich, dass die ernsteren Untertöne vollkommen verschwinden und über das Brechdurchfallgerät wollen wir mal gar nicht reden...

Der Film hat hin und wieder optisch so seine Momente, meistens ist die Witz-Ernst-Balance aber ziemlich unausgegoren und die "Superhelden"-Ansammlungen sind reine Staffage, wobei die Kämpfe eher Standard sind, die Finalschlacht sogar ziemlich unpassend daher kommt (konzentriert sich fast nur auf die Protagonisten).

Hat mich jetzt nicht wirklich totgeärgert, aber ich war froh als es vorbei war. 4,5/10 oder so...
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Stefan M

Derzeit habe ich endlich wieder einen guten Rhythmus gefunden, was Filmgucken betrifft. So schaffe ich fast jeden Tag einen. Zuletzt stand bei mir Mario Bava auf dem Programm:

"Der Teuflische"

Vor Jahren habe ich auf arte einmal die eher klägliche "Exorzist"-Kopie gesehen, die der Produzent zur besseren Vermarktung selbst angefertigt hat. Ich habe kaum noch Erinnerungen daran, außer daß Elke Sommer reichlich gekotzt hat. Nun war Bavas Ursprungsversion dran, die einfach nur wunderschön anzusehen ist. Fast habe ich es bedauert, daß der Film den labyrinthischen Anfang nicht durchzieht und sich von der restlos irritierenden Weite der spanischen Gassen in ein schloßähnliches Anwesen verlagert. Dennoch ein hübscher Mix aus Traum und Wirklichkeit, mitunter hypnotisch, wenn auch sehr schleppend. Telly Savalas amüsiert als schräger Teufel, bereits vor "Kojak" stilecht mit etlichen Lollis ausgestattet. Die Schlußszene kommt dann wieder schön fiebrig-unheimlich rüber. 6/10, mit Tendenz nach oben.

"Die toten Augen des Dr. Dracula"

Bislang mein liebster Bava. Hält von Anfang bis Ende gefangen, pausenlos untermalt von einem dröhnenden Score. Die Darsteller sind sicherlich nicht gerade die besten, aber das ändert wenig an der äußerst schaurigen Atmosphäre, von der man sich so richtig schön einlullen lassen kann. 8/10.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Moonshade

Jepp, "Der Teuflische" hat damals mit 12 Jahren (lief auf DDR1) auch eine bessere Wirkung auf mich gehabt, als später auf DVD, aber "Op. Paura" funzt immer noch knackig. Trotzdem: sollte man haben! Beide"!
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

PierrotLeFou

Ich sehe gerade, dass das tolle "Kino im Sprengel" in Hannover am ersten August-WE "Die Stunde wenn Dracula kommt" & "Drei Gesichter der Furcht" von Bava zeigt... ;)
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Stefan M

Vielleicht wage ich mich heute mal an die untypischeren Bavas ran - wie "Wild Dogs". Youtube sei Dank findet man da ja auch wieder so einiges.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

StS

Zitat von: PierrotLeFou nach 28 Juli 2016, 16:55:10
"Kino im Sprengel" in Hannover


Sowas gibt´s hier?  :icon_lol:
;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Zitat von: StS nach 28 Juli 2016, 19:00:11
Zitat von: PierrotLeFou nach 28 Juli 2016, 16:55:10
"Kino im Sprengel" in Hannover


Sowas gibt´s hier?  :icon_lol:
;)


Müsste nur mal besser beworben werden!
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

pm.diebelshausen

28 Juli 2016, 22:56:59 #1438 Letzte Bearbeitung: 28 Juli 2016, 22:58:36 von pm.diebelshausen
Johann Sebastian Bach (TV-Mehrteiler, DDR 1985)

Aus Interesse an Bach bin ich auf diese Fernsehproduktion gestoßen und unerwartet nicht nur bezüglich Bach, sondern vor allem filmisch nicht enttäuscht. Ich würde von einem Glanzstück an TV-Produktion sprechen, das neben anderen Größen des mehrteiligen Bereichs absolut bestehen kann. Das liegt zum einen an hervorragenden Schauspielern, allen voran Ulrich Thein, der - und allein das ist bemerkenswert - in Szenen an Cembalo oder Orgel tatsächlich selbst musiziert. Musizieren kann man nicht schauspielen, jeder, der einen Ansatz von Musikalität hat, weiß, was ich meine und wie erbärmlich selbst in großen und ansonsten hervorragenden Produktionen die Darstellung eines spielenden Musikers grandios misslingt. Hier sind die Szenen jedoch entsprechend stimmig und die Kamera hat volle Bewegungsfreiheit, von den Fingern auf der Tastatur bis zum konzentrierten Barockgesicht zu schwenken. Und die Kamera ist der zweite Grund, warum mich dieser Film beeindruckt hat, denn die Arbeit von András Szalai ist vorzüglich. Mitunter illustriert er Bachs Geschichte mit stillen, sorgfältig inszenierten Bildern (z.B. das Tableux mit Bach und seiner zweiten Frau, die nach einem Gespräch am Tisch lange in ihrer Haltung verharren während die Kamera langsam zurückfährt und im ansonsten völlig dunklen Bild nach und nach eine Wand mit zahlreichen sternenhimmelartig verteilten, leuchtenden Kerzen enthüllt - oder auch das Schlussbild, das ein Feld im Sonnenuntergang einfängt, durch das Bachs Witwe schreitet, das mich an Ridley Scotts Schlussbild in "The Duellists" erinnert). Und drittens taugt das Drehbuch eine ganze Menge, sowohl was die historische Nachzeichnung von Bachs Bio- und "Musikographie" als auch die filmische Erzählung und Dramaturgie betrifft. Schon der erste Teil wartet mit einem ebenso einfachen wie effektiv genutzten Spannungsbogen auf (der anstehende musikalische Wettkampf zwischen dem Cembalisten Louis Marchand und eben Bach). Was die historische Korrektheit betrifft lässt sich über Bach ohnehin viel streiten, da vieles nicht dokumentiert ist sondern aufgrund von Indizien mehr oder weniger stichhaltig vermutet werden muss und die Bachforschung stetig voranschreitet - nichtsdestotrotz erscheint das Bild, das dieser Film entwirft, glaubwürdig und überzeugend: man kann Bach durchaus so beschreiben. Absolut empfehlenswert für Fernseh/Bach/Barock-Interessierte.


Das Haus des Grauens (The Old Dark House, USA 1932)

Kleiner, feiner Grusler ohne Übernatürliches und ohne viel Aufhebens, dafür aber stringend ohne Längen und mit einem guten Anteil putzigem Humor. Dafür sorgen die skurrilen Figuren, sorgfältig gezeichnet, durchaus auch überzeichnet, dadurch aber ausreichend undurchsichtig, um den Zuschauer zu interessieren. Aus der Rückschau von heute gaukelt stets auch "Rocky Horror" mit im Hinterkopf, was einer Sichtung überhaupt keinen Abbruch tut, sondern zum Spaß beitragen kann, wenn man die Anlage des Musical-Humors schon in diesem Streifen genießt. Boris Karloff wurde seinerzeit zwar als Zugpferd für den Film beworben (zu Filmbeginn erklärt doch tatsächlich eine Tafel, dass es sich tatsächlich beim Butler um Karloff handle, der ja auch Frankensteins Monster gespielt habe - nur für den Fall, dass man ihn nicht erkenne, was für seine schauspielerische Wandelfähigkeit spräche), aber er tritt doch sehr in den Hintergrund, zumal alle anderen Figuren eine Menge sprechen und er selbst stumm ist. Dafür gibt es, neben durchaus unglaubwürdig gezimmerten Nebenplots, kleine Highlights, vor allem in der Konfrontation mit einem angeblich Verrückten und seit Jahren Weggesperrten, der seinerseits ganz ängstlich die Treppe runterkommt und sich eine Menge Sorgen macht... da konnte mich der Film regelrecht bannen. Ein netter und früher Vertreter des Haunted-House-Subgenres, den man sich durchaus gönnen kann. (Die deutsche Synchro auf der DVD von Maritim Pictures gönnt man sich besser nicht.)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

PierrotLeFou

30 Juli 2016, 00:16:49 #1439 Letzte Bearbeitung: 30 Juli 2016, 00:48:16 von PierrotLeFou
Toni Erdmann (2016)

Ja, war tatsächlich recht unterhaltsam, ganz witzig und ein bisschen schwermütig. Die Vielfalt der Schauplätze zwischen Deutschland und Rumänien, Reichtum und Armut, Familie und Beruf hat dem Ganzen einen ganz eigenen Reiz verpasst und den Vater-/Tochter-"Konflikt" dann auch mit etwas allgemeineren Beziehungen angereichert. Die Aussage wird einem nicht über Gebühr und in aller Deutlichkeit aufgezwungen, die lange Laufzeit sorgt für eine recht lockere Dramaturgie... sympathische Darsteller in interessanten Rollen. Hübsch gefilmt. Drei, vier Gags haben mich dann doch ein bisschen genervt und mit der Musik hatte ich auch zu kämpfen... recht überschaubare und ziemlich subjektive Abneigungen. Dafür hat er eine der schönsten Masturbationsszene des deutschen Films zu bieten...
Das war jetzt sicherlich kein Film, der mich dazu bewegen würde, 15 Minuten an Standing Ovations teilzunehmen - schlechter als andere FIPRESCI-Preis-Gewinner war er aber auch nicht...
7-8/10


Demon (2015)

Nach dem jiddischen polnischen "Der Dibuk" (1937) nun also eine polnisch-israelische Koproduktion, die den Dybbuk-Stoff als Parabel auf polnisch-jüdische Beziehungen nutzt. Nebenbei wird sich (mitunter ironisch) konventionellen Horrorfilm-Schablonen verweigert und ein kleines Familiendrama steckt dann auch noch drin. Es bleiben einige Fragen offen und es gibt viele explizite Verweise auf Aristoteles, die Aufklärung, die Romantik - die haben vielleicht nicht immer eine weiterreichende Bedeutung, irritieren und (über)fordern auf den ersten Blick aber zumindest ein wenig... Wenn man einen reinen Genre-Film erwartet, wird man sicherlich enttäuscht, wenn man etwas wie den 37er "Dibuk" erwartet, wird man wohl ebenfalls enttäuscht... Als politische Parabel zwischen Melodram und Horrorfilm recht interessant, aber auch etwas trocken. (Als hätte man "Der Dibuk", "Echoes", "Dogme 1 - Festen", "Oi Kynighoi" und "O slavnosti a hostech" vermischt...) Gelegentlich hübsch gefilmt, zumeist eher minimalistisch... und die Montage hat es wie die Filmmusik manchmal in sich...
6-7/10
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)