Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Moonshade

Die haben immer Schwierigkeiten, den Film irgendwo richtig einzusortieren.

Eigentlich ist es ein vages SF-Thema, ausgeführt auf der Horror-Schiene, aber weitestgehend präsentiert als Kriminalfilm - ich hab in Programmzeitschriften schon die seltsamsten Genrebezeichnungen gesehen.
Schaue den immer wieder gern, auch wenn er zeitweise etwas zähflüssig präsentiert wird.


Gestern gesehen Die letzten Tage der Emma Blank

Wird gemeinhin als schwarze Komödie verkauft (war ja auch auf dem FFF), ist aber mehr kurios-inzestuös. Die Grundidee ist spitze, aber der Film erschöpft sich darin, die Familien- und Beziehungsverhältnisse freizulegen und ist nicht sonderlich drastisch genug, so dass man sich in eine Variante der Emanzipation einer Figur flüchtet, was ziemlich brav und langweilig wirkt.
Hat so seine Momente, aber läuft leider immer wieder leer. 5/10
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Max Blank

20 Oktober 2016, 16:34:57 #1471 Letzte Bearbeitung: 20 Oktober 2016, 16:43:14 von Max Blank
Merry Gentleman (2008) 8/10
Mit Sicherheit Michael Keatons schlechtester Film,
so schlecht daß er schon wieder gut ist. Völlig an den
Haaren herbeigezogene Handlungsabläufe und Dialoge
treiben den Unterhaltungswert nach oben.

Boyhood (2014) 8/10
Für einen 2h40Min Film in dem eigentlich nicht viel Spektakuläres
passiert sehr ordentlich.

Düstere Legenden 1+2 (1998/2000) 5+6/10
Die Filme sind einfach zu sehr auf "SCREAM"-Niveau und damit
kann ich nichts anfangen. Dann doch lieber die
"Ich weiß was du letzten Sommer getan hast"- Trilogie nochmal
schauen.

StS

"Düstere Legenden" empfinde ich bis heute noch immer als einen der besten Filme im "Scream"-Fahrwasser (neben "Scream 2", "I know what..." und "I still know what..."). Die Fortsetzung fand ich dagegen schon immer doof.  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

"I still know..." ist ja nun wohl der absolute Käse, aber "Urban Legends" hat irgendwas - sogar der depperte zweite Teil, der im TV solange tot geritten wurde, bis ich ihn jetzt langsam als 3.00-Uhr-morgens-Kultfilm feiere...
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Max Blank

Alles Geschmackssache aber auch das ofdb-Rating spricht für "I Know What You Did Last Summer"
(zumindest beim jeweils ersten Teil).. :icon_lol:

PierrotLeFou

24 Oktober 2016, 05:42:05 #1475 Letzte Bearbeitung: 24 Oktober 2016, 05:44:18 von PierrotLeFou
Von gestern bis heute habe ich mir die drei bekanntesten "Liliom"-Verfilmungen (Borzage/Lang/King) angesehen - ohne noch im Kopf zu haben, worauf es überhaupt hinausläuft, obgleich mir in einigen Büchern über Fritz Lang vor Jahren schon einmal eine ausführliche Inhaltsbeschreibung untergekommen war)...

Mit "Carousel" (1956) hatte ich angefangen; und auch wenn er zu Beginn noch nicht ganz so opulent ausfällt, wie man es von einem 50er Jahre Musical erwartet, so präsentiert King im Mittelteil und gegen Ende zahlreiche Bilder mit hervorragenden Bildkompositionen und sorgsam in Szene gesetzten Licht- & Farbspielen (anbei zwei Beispielbilder), die Henry King von seiner besten Seite zeigen. Die Musik war nicht so ganz mein Fall, aber von den klassischen Musical-Nummern kann ich mir ohnehin nur "Ding Dong, the Witch is Dead", "Meet Me in St. Louis" und "The Trolley Song" anhören...
Aber während ich die ganze Zeit erwartet habe, dass der Taugenichts, der seine Frau schlägt, keinen Job findet, kriminell ist und schließlich ums Leben kommt, für einen Tag ins Leben zurückkehrt, um wirklich etwas für seine Witwe und die zum Teenager gereifte Tochter zu tun, gerät er beim Gespräch mit seiner Tochter in Jähzorn und schallert ihr ganz kräftig eine... und die Moral? Mutter und Tochter sind sich darin einig, dass es durchaus sein kann, dass man richtig hart geschlagen wird und es dennoch nicht ernsthaft wehtut, (weil es eine bestimmte Person mit bestimmten Gründen ist, die zugeschlagen hat). Inmitten so zuckersüßen 50er-Jahres-Kitsches ist diese selig vorgetragene Moral aus einer camp-Perspektive heraus allererste Sahne!
:LOL:
(Und dann tummeln sich unter anderem noch die Exploitation-Schoten Cameron Mitchell und Tor Johnson (!) unter den Darstellern, wobei mir letzterer gar nicht aufgefallen ist...) Es geht dann zwar in den letzten drei Minuten auch noch darum, dass man sich von den (Un)Taten der eigenen Eltern nicht zu sehr beeindrucken lassen sollte und dass man sich den eigenen Glauben von anderen Menschen nicht rauben lassen sollte, aber insgesamt wirkt "Carousel" schon wie ein 50er Jahre-Heile-Welt-Musical, in welchem Frauen ihre Männer lieben, auch wenn sie von ihnen geschlagen werden - denn die meinen das ja eigentlich gar nicht so.
Aber abgesehen davon, dass der formal herausragend ist und über eine im rahmen der Musical-Gesetze ordentliche Dramaturgie verfügt, will ich ihm auch zugute halten, dass es ja eigentlich darum gehen sollte, einem Menschen auch dann noch verzeihen zu können, selbst wenn er einem etwas angetan haben sollte... und vor allem darum, seine Beweggründe nachvollziehen zu können.
So lässt sich "Carousel" dann doch recht gut genießen... 7-8/10


Borzages früher Tonfilm "Liliom" (1930) erinnert voll und ganz in dieser wundervolle Ästhetik, die in den späten 20ern nur Borzage und Murnau abgeliefert haben. Mit Murnaus "Sunrise" hat er dann ja auch ein wenig das Frauenbild gemeinsam. Inszenatorisch sicherlich mit das Anständigste, was im Jahre 1930 so herausgekommen ist, vor allem aber gegen Ende  ungeahnte Höhen erreichend: Die Szenen im Jenseits, die in "Carousel" noch die am langweiligsten ausgestatteten Szenen waren, liefern im letzten Drittel des Films beste Borzage-Eindrücke: Wundervolle Kamerafahrten (vor allem sehr effektiv als Rückprojektion eingebunden), ungeheuerlich kreative Kulissen und Dekorationen, ein sehr gezielter Umgang mit Licht und Dunkelheit... dazu noch äußerst bewegliche, dynamische Schattenspiele und ein Soundtzrack, der ich eher in einer Twilight-Zone-Folge, nicht aber in einem Film des Jahres 1930 erwartet hätte - und dann noch glänzende Darsteller-Auftritte, die nahezu alle vorherigen des Films toppen... und wirklich gewitzte Dialoge. Hat mir sehr gefallen. 9/10


Und Fritz Langs - in seiner eigenen Filmografie kuriose - französischsprachige Version "Liliom" (1934) aus dem Jahre 1934 gibt sich (bei längerer Laufzeit) etwas beschwingter, lebhafter, heiterer. Kameraarbeit und Montage sind hier fraglos über dem damaligen Durchschnitt, aber nichts schien mir wirklich herauszustechen. Aber auch Langs Filmversion - die sich wie Borzages Film im Gegensatz zur Musicals-Version Kings die Jenseits-Thematik für den umfangreichen Schlussakt aufspart - punktet gegen Ende nochmals, wenn ihre "Polizisten Gottes" Langs "müden Tod" nachhallen lassen, um zugleich Cocteaus "Orphee" vorwegzunehmen und wenn sie einen Aufstieg der Seele sehr zeitaufwendig schildert und dabei Murnaus "Faust" viel verdanken dürfte... Sehr gute 7/10, aber von den drei Versionen diejenige, die mir am wenigsten zugesagt hat...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Moonshade

Zitat von: PierrotLeFou nach 24 Oktober 2016, 05:42:05
Die Musik war nicht so ganz mein Fall, aber von den klassischen Musical-Nummern kann ich mir ohnehin nur "Ding Dong, the Witch is Dead", "Meet Me in St. Louis" und "The Trolley Song" anhören...


Was denn, nicht mal "Singin' in the Rain" und "Make'em Laugh"?
Und wenn schon musical-bestimmender Judy-Garland-Fan, dann zumindest "Get Happy" aus "Summer Stock". :anime: :icon_mrgreen:
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Stefan M

Gestern bin ich in den Genuß von "Urotsukidôji - Legend of the Overfiend" gekommen. Alle Hentai-Fans mögen mich nun zwar gerne steinigen, aber bis auf die tatsächlich in jede Pore kriechende Apokalypsenstimmung, die der Film zu verbreiten versteht, hat mir der überhaupt nichts gegeben. Die Mischung aus Sex (ich rede von der entschärften internationalen Fassung), Splatter und Tentakeln fand ich eher abstoßend als faszinierend und somit auf Dauer ermüdend. Aber offenbar bin ich auch nicht die richtige Zielgruppe...
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

PierrotLeFou

Zitat von: Moonshade nach 24 Oktober 2016, 09:24:28Was denn, nicht mal "Singin' in the Rain" und "Make'em Laugh"?
Und wenn schon musical-bestimmender Judy-Garland-Fan, dann zumindest "Get Happy" aus "Summer Stock". :anime: :icon_mrgreen:


"Singin' in the Rain" ist ein schöner Film, aber der Song selbst gibt mir nicht viel... (wenn er gegen den Strich gebürstet eingesetzt wird wie in "Clockwork Orange", dann passt es wieder...)

Aber ich habe die Groucho-Marx-Songs übersehen... sowas wie "Hail, hail Freedonia" geht natürlich auch jederzeit... :icon_mrgreen:
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PierrotLeFou

9 November 2016, 03:37:59 #1479 Letzte Bearbeitung: 9 November 2016, 04:27:24 von PierrotLeFou
La danseuse

Biopic über Loie Fuller; die Tänzerin, die Cineasten aus "Danse serpentine" (1896) kennen... Dass Isadora Duncan, die schon bei Ken Russells "Isadora Duncan, the Biggest Dancer in the World" nicht gerade übermäßig sympathisch porträtiert worden ist, hier als kaltes, durchtriebenes Miststück in Szene gesetzt wird, hat mich doch ein wenig überrascht. Als Film über eine Frauenbeziehung war der Streifen ziemlich interessant. Zu Beginn wirkt er darüber hinaus wie das, was man in den 70ern noch einen Frauenfilm genannt hatte: Ein Film von einer Regisseurin über eine starke, aufmüpfige, starrsinnige Frau, der manches als Stärke angerechnet wird, was man bei einem Mann ansatzweise oder auch ziemlich scharf verurteilt hätte. Im Verlaufe des Films wird er dann aber ausgewogener und ambivalenter... Die Reinszenierungen der Fullerschen Schmetterlingstänze sind hübsch anzusehen; die Musikauswahl würde auch einem Greenaway-Streifen gut stehen. Ansonsten fallen Tanzeinlagen - wenngleich Johnny Depps Tochter bei ihrem ersten Barfußtanz ungemein frivol & erotisch wirkt - erstaunlich unspannend aus, weil Kamera und Schnitt daraus so ein Gewimmel machen, welches in diverse Einzelbewegungen zerfällt... Und wem das Getanze ohnehin egal ist, wer sich aber dafür auf eine Thematisierung des 1896er Filmdrehs gefreut hat, dem wird "La danseuse" auch eine kleine Enttäuschung bereiten, denn dieser Filmdreh spielt überhaupt keine Rolle...
Letztlich ein recht unterhaltsames Drama, das an eine halbwegs in Vergessenheit geratene Ausnahme-Künstlerin erinnert; mit einer charismatischen Hauptdarstellerin...
7/10



Ouija 2

Scheiße, war der unheimlich... :eek: Gottseidank habe ich mich vom gerade einmal mittelmäßigen Erstling nicht abschrecken lassen. Und weil ich "Absentia" & "Before I Wake" von Flanagan auch ziemlich mäßig fand und mir der Trailer auch nicht allzu positiv aufgefallen ist, hätte ich mir den beinahe entgehen lassen; gottseidank hatte ich dann aber noch den wundervollen "Hush" gesehen...
"Ouija 2" ist zu Beginn ein schöner oldschool-Geisterfilm, der im Jahre 1967 angesiedelt ist - welches mit Abstand mein Lieblingsjahr ist - und ansonsten sehr an das Horrorkino zwischen 1970 und 1980 erinnert; ohne aufdringlich zu wirken, macht er sich auch zwei-, dreimal gekonnt über Genreklischees lustig, verweist vage auf den "Exorzisten" und driftet dann sehr bald - James Wan-geschult - ein wenig mehr in die Richtung der Retro-Geisterfilme der jüngsten Zeit... und ist dabei auch noch mit ein paar Geschmacklosigkeiten angereichert, die sich um Folter & Nazis drehen - was nochmals sehr schön den Geist der 70er Jahre atmet. Sympathische Haupt- & Nebenfiguren, die etwas liebevoller gezeichnet werden als die Figuren in typischen 08/15-Filmen, runden den positiven Eindruck ab, auch wenn dann letztlich niemand der Beteiligten ein wirklich glückliches Ende findet...
edit: Die Effekte sind nicht immer ganz überzeugend; und das Betrachten des vollständigen Abspanns zahlt sich... nunja, vielleicht zahlt es sich nicht gerade aus, aber der Film läuft dann doch nochmals etwas weiter... ;)
7/10
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RoboLuster

"Before I Wake" ist der erste Film von Flanagan, den ich auch eher mäßig fand, aber ansonsten haben mich seine Filme bisher immer gerockt (Absentia war hammer!).
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

PierrotLeFou

Zitat von: RoboLuster nach  9 November 2016, 21:05:05
"Before I Wake" ist der erste Film von Flanagan, den ich auch eher mäßig fand, aber ansonsten haben mich seine Filme bisher immer gerockt (Absentia war hammer!).


"Oculus" habe ich nocht nicht gesehen - und von den Sachen vor "Absentia" bloß den "Oculus"-Kurzfilm, den ich für recht sympathisch aber nicht wirklich für beeindruckend hielt... Auf "Gerald's Game" bin ich aber mal sehr gespannt. Aus der Vorlage ließe sich viel herausholen, leider auch viel Kitsch... mal schauen, was da kommen wird...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Hedning

"Revanche" (Österreich 2008)
Götz Spielmanns Drama um Schuld, Rache und Vergebung ist visuell und akustisch ziemlich karg angelegt und insbesondere gegen Beginn etwas schleppend im Handlungsfortgang, verfehlt aber dank der überzeugenden Darsteller, allen voran Johannes Krisch in der Hauptrolle, nicht seine Wirkung. Mir persönlich stilistisch zu nüchtern, in Punkten 7/10.

Moonshade

"Der Engel, der ein Teufel war"

Schönen Dank an Arte, denn sonst kommt man an solche kleinen Klassiker ja nicht so leicht heran.
Ein gar finsteres, wenn auch sehr lokales Thrillergarn um die ungeliebte Verwandte, die ein mörderisches Intrigenspiel zu ihrem persönlichen Vorteil zwischen denen entspinnt, die ihr freundlich einfach nur helfen wollen.
Gabin ist ein Bank wie immer, Daniele Delorme ist ein wenig gewöhnungsbedürftig im Audrey-Hepburn-mit-großen-Augen-Modus.
Der langsam einträufelnde Wahnsinn ist ein wenig aufgesetzt und es wirkt ein wenig zufällig, dass das Intrigenspiel nicht vorher aufgelöst wird (nämlich wenn sich die Männer vielleicht mal für drei Sätze normal unterhalten würden, statt sich sofort an die Kehle zu gehen).
Das Finale ist entweder skurril oder total absurd - auf jeden Fall unerwartet : die Böse wird vom (sehr flauschigen) Hund ihres Opfers zerfleischt.

Insgesamt etwas uneben, aber ein weiterer intensives Beispiel aus der frz. Küche (7,5/10)
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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Yogi

Evidence - Auf der Spur des Killers (2013)

Verdammt guter Horrorthriller der mal frischen Wind in das Found-Footage Genre bringt. Ein Einsatzteam muß verschiedene Filmschnipsel(Kamera,Handy ect) auswerten um eine Mordserie aufzuklären. Mit Radha Mitchell und Stephen Moyer bekannt besetzt weiß Olatunde Osunsanmi wie man Spannung aufbaut. Der Film fängt schon stark an wenn die Kamera durch ein "eingefrorenes" Bild wandert wo Polizei usw den Tatort absperren und untersuchen, edel gemacht und man kommt richtig in Stimmung auf den Film. Kaum Leerlauf, Szenen die durch ihre Bildstörungen für Spannung sorgen und effektvolle Auftritte vom Killer der mal ein neues Mordwerkzeug benutzt (Schweißbrenner) weiß auch zu gefallen. Und während der Film mich Prima unterhält zaubert er noch ein Knaller Ende aus dem Hut das ich nur sagen kann Saubere Arbeit. Wer also kein Problem hat wenn ein Film zu 80% aus Found-Footage besteht und mal einen "Slasher" der etwas anderen Art sehen will ist hier mehr als Gold richtig. Ich vergebe 8/10 weil er sich Blitzartig an die Spitze meiner Lieblingsfilme(Bereich Found-Footage) befördert hat.
Ich habe Geld und bin gebildet,wenn ich jetzt noch gut aussehen würde wäre ich ein arrogantes Arschloch.
Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht des Versagers.

StS

Zitat von: Yogi nach 17 November 2016, 10:24:59
Evidence - Auf der Spur des Killers (2013)

Verdammt guter Horrorthriller der mal frischen Wind in das Found-Footage Genre bringt. Ein Einsatzteam muß verschiedene Filmschnipsel(Kamera,Handy ect) auswerten um eine Mordserie aufzuklären. Mit Radha Mitchell und Stephen Moyer bekannt besetzt weiß Olatunde Osunsanmi wie man Spannung aufbaut. Der Film fängt schon stark an wenn die Kamera durch ein "eingefrorenes" Bild wandert wo Polizei usw den Tatort absperren und untersuchen, edel gemacht und man kommt richtig in Stimmung auf den Film. Kaum Leerlauf, Szenen die durch ihre Bildstörungen für Spannung sorgen und effektvolle Auftritte vom Killer der mal ein neues Mordwerkzeug benutzt (Schweißbrenner) weiß auch zu gefallen. Und während der Film mich Prima unterhält zaubert er noch ein Knaller Ende aus dem Hut das ich nur sagen kann Saubere Arbeit. Wer also kein Problem hat wenn ein Film zu 80% aus Found-Footage besteht und mal einen "Slasher" der etwas anderen Art sehen will ist hier mehr als Gold richtig. Ich vergebe 8/10 weil er sich Blitzartig an die Spitze meiner Lieblingsfilme(Bereich Found-Footage) befördert hat.


Joa, der ist in Ordnung.

Der 2009er Alien-Abduction-Streifen ,,the Fourth Kind" wusste vor allem aufgrund seines interessanten Konzepts und der entsprechenden stilistischen Umsetzung zu überzeugen. Regisseur Olatunde Osunsanmi´s Nachfolgewerk ,,Evidence" (2013) schlägt in eine ähnliche Kerbe, u.a. in Gestalt eines an sich nicht unoriginellen Found-Footage-Ansatzes, der wiederum in eine ziemlich klassisch geartete Serienkiller- bzw. Slasher-Geschichte mit eingearbeitet wurde - allerdings ist das Ergebnis in diesem Fall (gerade im Vergleich) dann doch ein Stück weit schwächer ausgefallen. Während der Einstieg echt klasse anzusehen ist, entfaltet sich die Einführung der (allesamt ziemlich oberflächlich gestrickten) Protagonisten leider nicht sonderlich interessant - bevor sie der Reihe nach zu Opfern des mysteriösen Killers werden, was die Cops anhand der gefundenen Aufnahmen zu analysieren und aufzuklären versuchen. Letztere Aspekte und Szenen des Werks wissen durchaus solide zu unterhalten - was auch einigen ,,kleineren Schlenkern" (sprich: nicht allzu vorhersehbaren Offenbarungen) innerhalb der Handlung zu verdanken ist. Nichtsdestotrotz ist der Film nicht halb so clever wie er eigentlich zu sein glaubt bzw. vorgibt: Aufmerksamen Betrachtern dürften Sätze wie ,,I can fix anything with editing" nicht entgehen - doch auch unabhängig dessen sind die mit dem (nicht sehr durchdachten) ,,Twist" am Ende verbundenen Logik-Löcher einfach viel zu mächtig, um sie noch wohlwollend zu ignorieren. Ohne viel ,,Raum zu glänzen" liefern die gecasteten Akteure (unter ihnen Radha Mitchell, Stephen Moyer sowie die von mir stets gern gesehene australische Schönheit Caitlin Stasey) zumindest passable Leistungen ab, hat mir die zur Schau gestellte Optik plus Inszenierung weitestgehend prima gefallen und empfand ich die Darreichung der Geschehnisse (alles in allem) als durchaus kurzweilig - weshalb der Streifen von mir (trotz der bestenfalls mäßigen Beschaffenheit der Vorlage, inklusive des ungenutzten Potentials einiger Ansätze, etwa hinsichtlich der ,,Mediengeilheit" so mancher Leute) ,,unterm Strich" dann doch noch knappe 6/10 erhält.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Yogi

Du bist ja ziemlich hart im Bewerten.  :icon_lol: ;)
Er hat mich Prima unterhalten deshalb die hohe Bewertung und manches sehe ich halt nicht so eng (Stichwort: Logiklöcher in Horrorfilmen).
Ich habe Geld und bin gebildet,wenn ich jetzt noch gut aussehen würde wäre ich ein arrogantes Arschloch.
Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht des Versagers.

StS

Zitat von: Yogi nach 17 November 2016, 10:43:15
Du bist ja ziemlich hart im Bewerten.  :icon_lol: ;)


Joa, das höre ich nicht zum ersten Mal.  :icon_lol:
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Moonshade

Immer nur nett und "locker" sehen, ist öde. :stab: :geist: :leatherface:
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Yogi

Zitat von: Moonshade nach 17 November 2016, 11:27:22
Immer nur nett und "locker" sehen, ist öde. :stab: :geist: :leatherface:


Dann hätte ich aber auch nur maximal 30 Filme in der Sammlung.  :icon_lol:
Ich habe Geld und bin gebildet,wenn ich jetzt noch gut aussehen würde wäre ich ein arrogantes Arschloch.
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Moonshade

Mann muss sie ja nicht komplett platt machen - ich hab diverse Filme daheim ,wo ich mir der Schwächen sehr bewusst bin - die würde ich aber im Rahmen einer Kritik lieber ausformulieren - meine persönlichen Vorlieben sind zwar auch ganz schön, aber ich will mir die nicht im Nachhinein vorwerfen lassen...
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"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

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Yogi

Ich verstehe schon was du sagen willst.
Warte ab bis ich was deutsches gesehen habe, die bewerte ich leider immer härter wie andere weil sie mir allgemein immer missfallen wegen TV Optik ect.
Ich habe Geld und bin gebildet,wenn ich jetzt noch gut aussehen würde wäre ich ein arrogantes Arschloch.
Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht des Versagers.

MMeXX

Zitat von: Yogi nach 17 November 2016, 12:00:02
Ich verstehe schon was du sagen willst.
Warte ab bis ich was deutsches gesehen habe, die bewerte ich leider immer härter wie andere weil sie mir allgemein immer missfallen wegen TV Optik ect.

Och nö, nicht dieses langweilig-öde "Deutsche Filme sind doof und sehen nach TV aus"-Vorurteil. :icon_sad: :andy: Es gibt mehr als genug tolle Filme, die in Deutschland gemacht worden sind.

Yogi

Zitat von: MMeXX nach 17 November 2016, 13:02:24
Zitat von: Yogi nach 17 November 2016, 12:00:02
Ich verstehe schon was du sagen willst.
Warte ab bis ich was deutsches gesehen habe, die bewerte ich leider immer härter wie andere weil sie mir allgemein immer missfallen wegen TV Optik ect.

Och nö, nicht dieses langweilig-öde "Deutsche Filme sind doof und sehen nach TV aus"-Vorurteil. :icon_sad: :andy: Es gibt mehr als genug tolle Filme, die in Deutschland gemacht worden sind.

Klar gibt es gute aber mMn nicht viele. Manche Kopieren nur billig Hollywood nach was albern wirkt, andere haben immer wieder das selbe Thema(ernstes Thema in einer Komödie verpackt oder mein Hassthema 3te Reich aufarbeiten) was einfach langweilig ist oder sind nur grenzdebil werden aber abgefeiert ohne ende(Fuck you Göthe und der andere Mist der in die selbe Schublade paßt). Und ich weiß auch das man Deutsche Filme nicht mit Amerikanische vergleichen darf aber ich bin halt sehverwöhnt.  ;)
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Max Blank

17 November 2016, 17:37:13 #1494 Letzte Bearbeitung: 21 Februar 2017, 14:40:20 von Max Blank
Hab mir vor kurzem mal "VAMPYR" (1932) angesehen.
Es ist unglaublich wie modern der Film wirkt wenn man das Alter bedenkt,
hatte anscheinend großen Einfluß auf D. Lynch.
Sehr interessant..


Moonshade

Verdammt, das wäre auch mal wieder ein Fall für ARTE ,ist bei mir auch schon wieder Jahre her...  :icon_evil:
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Hedning

Scherzo diabolico (Mexiko/USA 2015)
Nach dem finsteren "Ahí va el Diablo" ("Here Comes the Devil", 2012), einem Film, der eher hintergründig die böse Wirkung erzeugt, die bei vielen US-Produktion vordergründig angestrebt wird und so zumindest für mich nicht zustande kommt, mit nicht geringen Erwartungen Adrián García Boglianos "Teuflisches Scherzo" angeschaut, ein zynischer Thriller, der bis zum blutigen Finale seinem Titel alle Ehre macht und ein fieses Spiel treibt, in dem das Folter-Subgenre angedeutet, aber zum Glück nicht ausgereizt wird, bis zu einer gelungenen Wendung, die die Kräfteverhältnisse entscheidend verändert. Leider konnte die weitere Wendung, mit der dann das Finale eingeleitet wird, mich nicht überzeugen, auch wenn dann in puncto schwarzer Humor noch mal richtig die Sau rausgelassen wird. Gedreht wurde mit einer alten anamorphotischen Linse, die für ungewöhnliche optische Eindrücke sorgt. Die Besetzung mit Francisco Barreiro und Daniela Soto Vell in den Hauptrollen hat mich ebenfalls überzeugt. 8/10

Zitat von: Max Blank nach 17 November 2016, 17:37:13
Hab mir vor kurzem mal "VAMPYR" (1932) angesehen.
Es ist unglaublich wie modern der Film wirkt, so als wäre er grade
erst abgedreht worden (abgesehen von der Optik natürlich).
Besser kann ein Film nicht altern. Sehr interessant..


Steht bei mir schon ewig ungeguckt als DVD rum. Eine Schande. Vielleicht kriege ich ja demnächst mal die Kurve.

MMeXX

18 November 2016, 17:55:50 #1497 Letzte Bearbeitung: 18 November 2016, 17:57:30 von MMeXX
Zitat von: Yogi nach 17 November 2016, 13:35:57
Zitat von: MMeXX nach 17 November 2016, 13:02:24
Zitat von: Yogi nach 17 November 2016, 12:00:02
Ich verstehe schon was du sagen willst.
Warte ab bis ich was deutsches gesehen habe, die bewerte ich leider immer härter wie andere weil sie mir allgemein immer missfallen wegen TV Optik ect.

Och nö, nicht dieses langweilig-öde "Deutsche Filme sind doof und sehen nach TV aus"-Vorurteil. :icon_sad: :andy: Es gibt mehr als genug tolle Filme, die in Deutschland gemacht worden sind.

Klar gibt es gute aber mMn nicht viele. Manche Kopieren nur billig Hollywood nach was albern wirkt, andere haben immer wieder das selbe Thema(ernstes Thema in einer Komödie verpackt oder mein Hassthema 3te Reich aufarbeiten) was einfach langweilig ist oder sind nur grenzdebil werden aber abgefeiert ohne ende(Fuck you Göthe und der andere Mist der in die selbe Schublade paßt). Und ich weiß auch das man Deutsche Filme nicht mit Amerikanische vergleichen darf aber ich bin halt sehverwöhnt.  ;)

Aus Hollywood kommt auch nicht viel Gutes, das Argument zählt nicht. :icon_mrgreen:

Fack Ju Göhte finde ich durchaus gelungen - im Rahmen der Fördergremiengeschichten. Und sonst muss man eben ein bisschen mehr schauen, um was zu finden. Mit DER SAMURAI, DER NACHTMAHR, DER BUNKER, HOMESICK, WILD, GLEISSENDES GLÜCK, DIE GELIEBTEN SCHWESTERN, WIR WAREN KÖNIGE, SCHAU MICH NICHT SO AN, WIR SIND DIE FLUT gibt es auf jeden Fall Filme, die aus deiner Beschreibung rausfallen.

ratz

Zitat von: MMeXX nach 18 November 2016, 17:55:50
Mit DER SAMURAI, DER NACHTMAHR, DER BUNKER, HOMESICK, WILD, GLEISSENDES GLÜCK, DIE GELIEBTEN SCHWESTERN, WIR WAREN KÖNIGE, SCHAU MICH NICHT SO AN, WIR SIND DIE FLUT gibt es auf jeden Fall Filme, die aus deiner Beschreibung rausfallen.


VICTORIA!!!  :dodo:

MMeXX

Zitat von: ratz nach 19 November 2016, 14:56:54
Zitat von: MMeXX nach 18 November 2016, 17:55:50
Mit DER SAMURAI, DER NACHTMAHR, DER BUNKER, HOMESICK, WILD, GLEISSENDES GLÜCK, DIE GELIEBTEN SCHWESTERN, WIR WAREN KÖNIGE, SCHAU MICH NICHT SO AN, WIR SIND DIE FLUT gibt es auf jeden Fall Filme, die aus deiner Beschreibung rausfallen.


VICTORIA!!!  :dodo:
Stimmt, SYBILLE hatte ich auch noch vergessen. :D