Shaft (2019 - mit Jackson, Usher und Roundtree)

Erstellt von Newendyke, 19 Februar 2015, 09:06:10

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StS

Zitat von: Mr Creazil nach 12 Juli 2019, 23:46:51
Zitat von: elpadro nach 12 Juli 2019, 19:40:15
Zitat von: StS nach 11 Juli 2019, 09:11:27Offensichtlich haben die Macher von "Shaft" (2019) die Kult-Figur "John Shaft" nicht verstanden... oder sich einfach dazu entschieden, aus der kernigen Blaxploitation-Rolle [...] und zu allem Überfluss weist der Streifen zudem auch noch eine ärgerliche frauenfeindliche und homophobe Ader auf.

Also seit wann gelten denn Blaxploitationfilme als "Politically Correct"?

Mir fallen da eher dicke Möpse an entweder schmücken Beiwerksfrauen, oder dicke Möpse an taffen Badass-Frauen ein.
Und dass da auf LGBTQIA+ ("Abkürzung" aus Wikipedia. Könnte man irgendwann mal verkürzen zu "Alphabet ohne H") besondere Rücksicht genommen worden wäre, würde mich wundern.

ABER: Hab den neuen Shaft noch nicht gesehen, vielleicht ist es ja so krass, dass ich Deine Sicht verstehen werde.

Auch ohne den gesehen zu haben: in der Tat würde ein Blaxploitation-Film, der sich derartiges verkneifen würde, äußert verkrampft wirken (wie inzwischen die meisten Erzeugnisse, die auf Biegen und Brechen darauf bedacht sind, es allen (und damit niemanden) recht zu machen). Es dergestalt auszudrücken mag fragwürdig klingen, aber ohne ein gesundes Maß an Grenzüberschreitungen, egal in welche Richtung, würde sich das einfach nicht... "richtig" anfühlen. Ich meine, Blaxploitation hat letzten Endes auch den Geist von Menschen wiedergegeben, die ganz andere Sorgen zu bewältigen hatten als die pingeligsten LGBTXXL+etaltera-First World-Problems... (womit ich andererseits die Probleme des Milieus oder der Community nicht kleinreden möchte, eher die empörten Aufschreie etwaiger trigger-leichter und -freudiger PC-Babys).

(Diese Abkürzung ist übrigens... interessant. Würde Mr. Garrison inzwischen alle Buchstaben auf sich vereinen gönnen oder braucht der ein paar Extra? :D )

Die Sache ist: Der neue Film will eher ne "kernige Komödie" sein, als ein Blaxploitation-Movie... und daher wirkt vieles vom "Ton" her einfach unpassend. Junior ist total "PC" - John Shaft nicht. Außer maue Witzchen hat man daraus aber nichts gemacht - das Drehbuch ist daran total gescheitert. Junior wird als Nerd angesehen und belächelt - aber sobald er vor seiner Bekannten zwei Baddies gekonnt abknallt, himmelt diese ihn plötzlich genau dafür total an (weil er ja doch so toll mit Waffen umgehen kann). Und wenn Shaft meint, bei ihm sind alle "gleichberechtigt" - daher würde er auch keinen Unterschied dabei machen, ob er nun einen Mann oder eine Frau schlagt - ist das weder "Blaxploitation" noch witzig, imo.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Mr Creazil

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Der Maulwurf

15 Juli 2019, 15:54:57 #32 Letzte Bearbeitung: 15 Juli 2019, 15:56:42 von Der Maulwurf
Fand Ihn jetzt wider Erwarten gar nicht mal sooo schlecht. Natürlich kein Vergleich mit der 2000er Neuauflage, aber dennoch irgendwie ne richtige Fortsetzung (sogar mit Szenen aus Singletons Film im Rückblick und Querverweise auf Dialoge damals (Richard Roundtree ist doch der Vater und nicht der Onkel etc.) wenn auch leider insgesamt viel belangloser und ohne politische Statements.

Ein guter Bösewicht fehlt auch komplett, der hier wurde komplett konstruiert um die Brücke zum Anfang zu schlagen. (Jemand wie Wright oder Bale fehlt hier definitiv). Richtig hassenswerte Charakterschweine wie im ersten Teil sind hier leider Fehlanzeige.

Habe halt nach den Statements hier und der Tim Story Regie viel schlimmeres erwarten, dennoch ist der Film angenehm kurweilig und die Schießereien hatten dann doch einigen Druck und waren sehr originell inszeniert fand ich.Zeitlupenballerei im Club/Restaurant mit Be my Baby von den Ronettes (wenn auch natürlich nicht so gut wie im 2000er Erstling). Glaube im Kino wäre ich etwas enttäuscht gewesen, aber Sonntag nachmittags nach fast 20 Jahren auf Netflix doch noch ne kurzweilige und relative witzige Fortsetzung meines liebsten Sam Jackson Films zu sehen hat mich dann doch gefreut.

..Man muss wohl leider einsehen das der heut zu Tage als Großproduktion im Kino gefloppt wäre, egal wie gut er vielleicht geworden wäre mit nem gescheiten Drehbuch, anderem Regisseur etc.. Deswegen besser so produziert als gar nicht. Ist wenigstens kein Totalausfall.

...hätte mir trotzdem lieber Vanessa Williams als Mutter seines Sohnes gewünscht...wäre auch noch mal ein schöner Querverweis zum 2000er Shaft gewesen.