Re: Hanna

Erstellt von Papillon, 14 Februar 2019, 09:50:42

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Papillon

14 Februar 2019, 09:50:42 Letzte Bearbeitung: 20 Februar 2019, 16:14:25 von Papillon
Series Trailer English.

https://www.youtube.com/watch?v=v75RmNuZgTs

Kommend auf Amazon Prime Video.

Mr Creazil

14 Februar 2019, 14:19:14 #1 Letzte Bearbeitung: 14 Februar 2019, 14:40:13 von Mr Creazil
Och nee... muss das?

Edit: nach Ansicht des Trailer kann ich dinitiv sagen: das muss nicht... furchtbar...
"Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloß ..."

"Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. "

"Who fights with a ladder - well, Jackie Chan does!"

Papillon


Glod

Wir haben am WE mal die ersten 5 Folgen gesichtet und ich muss sagen: Echt nicht schlecht.

Ich dachte auch erst, worin der Sinn bestehen soll, nach dem Film mehr oder weniger die gleiche Story noch mal als Serie breitzutreten, aber hier wird wirklich eine ziemlich hochwertige Agenten-Story erzählt. Das Ganze weiß vor allem in der OV zu gefallen, weil hier immer die passende Sprache gesprochen wird. Ein nicht unerheblicher Teil der Geschichte spielt z.B. in Berlin und hierfür haben die englischsprachigen Darsteller ihre deutschen Sätze sehr gut gelernt und werden dann auch effektiv von deutschsprachigen Darstellern wie Benno Fürmann unterstützt (Fun Fact: Wenn man mit englischen Untertiteln schaut und die Sprache plötzlich ins Deutsche wechselt, hört man zunächst erstmal völlig unverständliches Gebrabbel, bis man sich von den UT losreißt).
Die Original-Locations wissen hier auch sehr gut zu gefallen - überhaupt bietet die Serie da einiges an Abwechslung.
Inhaltlich wird das alles ohne größere Längen erzählt. Das Drehbuch gibt sich auch nicht die Blöße, hier in gute und böse Figuren aufzuteilen. Abgesehen von der offensichtlich unschuldigen Hanna, ist der Rest mit "shady" noch wohlwollend umschrieben, was sich allerdings erst nach und nach herauskristallisiert.
Die Darsteller finde ich allesamt gut bis sehr gut. Natürlich steht und fällt die ganze Sache mit der Besetzung der Hauptrolle und hier haben die Macher imo einen echten Glücksgriff gelandet. Esme Creed-Miles liefert hier eine sehr beeindruckende Leistung ab. Einerseits sieht man den lebenshungrigen Teenager, andererseits ist hier auch die von Kindesbeinen an jenseits aller moralischen Werte trainierte Elitekillerin, die ohne auch nur darüber nachzudenken zum Fatality ansetzt.
Das Ganze ist auch ziemlich ruppig, ohne dabei allerdings zum zeigefreudigen Schlachtfest zu verkommen. Bestes Beispiel ist hierbei eine Szene, in der Hanna einen Söldnertrupp in seine Einzelteile zerlegt, wobei allerdings der Fokus mehr auf ihrer Freundin liegt, die mit ansieht, wie die niedliche Party-Freundin, die nicht mal weiß, was Snapchat ist, übergangslos in den Jason Bourne-Modus wechselt und eine Gruppe erwachsener Männer durch den Fleischwolf dreht, wie andere Kinder Sandburgen zertrampeln.

Kurz und knapp: Von "Wer zum Geier braucht das" hin zu "Fuck yeah!" in sehr kurzer Zeit. Kann ich wirklich nur empfehlen.  :respect:
"Er wird mir eine Kugel verpassen und dann Selbstmord begehen." -Nina Meyers-

"Wir passen schon auf, dass er keinen Selbstmord begeht." -Jack Bauer-

Private Joker

Bin auch bei Folge 5 und lange nicht so begeistert, für mich wirkt das alles sehr uneinheitlich. Folge 4 zum Beispiel (die "Berliner", obwohl da erkennbar - Nummernschilder ! - woanders gedreht wurde) war in der Tat relativ spannend. Episode 5 dagegen ist für mich dann die pure Folter mit der nicht enden wollenden  "Teeniewerdung" der Hauptfigur.

Schon der Kinofilm litt nach meiner Erinnerung an dem Problem, dass Kernzielgruppe und das gezeigte Gewaltlevel nicht so ganz zusammen passten (FSK 16 hierzulande, die US-PG13 war a) ziemlich großzügig und b) vermutlich durch ein paar Schnitte erreicht worden). Hier wird die zusätzliche Laufzeit überwiegend damit verwendet, den Kontrast zu zeigen zwischen der knallharten Killerin und ihren Versuchen, sich als normales Pubertier in die moderne Jugendszene zu integrieren. Mag für angepeilte Zielgruppe der Jungstreamer vom 12-17 leidlich interessant sein, solange - jedenfalls am unteren Ende der Skala - Mama und Papa nicht den Stecker ziehen. Denn in Sachen Gewalt werden zwar nicht regelmäßig, aber vereinzelt doch ein paar blutige "Highlights" gesetzt, auch wenn andererseits die im Kinofilm relativ verstörende Polizistenszene deutlich runtergedimmmt wurde. Und während "meine" Zielgruppe das Ende der Hormon-Games herbeisehnt, werden sich die Jungzuschauer vermutlich fragen, warum sie da Opas wie den Führmann und ihre Militärerinnerungen ertragen müssen.

Schauspielerisch ganz solide, sowohl der Jungcast als auch auch die Erwachsenen; Kinnaman geht eigentlich immer, und die mir bislang wenig bekannte Enos gibt eine ziemlich üble Bad Guy*In. Vielleicht ein Grund dranzubleiben, aber mit dem Finger auf der "Vorlauftaste", wenn da wieder Hormontime ist.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)