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Frankenstein (Guillermo del Toro / Netflix)

Begonnen von StS, 1 Juni 2025, 09:54:06

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StS


Written and directed by Guillermo del Toro, FRANKENSTEIN is on Netflix this November. Starring Oscar Isaac, Jacob Elordi, Mia Goth, Felix Kammerer, with Charles Dance, and Christoph Waltz.

Oscar-winning director Guillermo del Toro adapts Mary Shelley's classic tale of Victor Frankenstein, a brilliant but egotistical scientist who brings a creature to life in a monstrous experiment that ultimately leads to the undoing of both the creator and his tragic creation.


Soll mehr Drama als Horror sein.
Allein wegen der Cast&Crew Pflichtprogramm.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Ob ich noch eine Variante benötige? Nein.

Ob ich del Toro zutraue, da noch ein paar visuelle Schmankerl rauszupressen, die es sogar bis über Branagh hinaus zu schaffen? - Auf jeden Fall.
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

12 November 2025, 13:33:28 #4 Letzte Bearbeitung: 13 November 2025, 15:57:35 von Private Joker
Bevor ich Netflix mal eine Weile pausiere (für meinen Geschmack haben die aktuell zu viel Zeug, was schon auf anderen Streamern lief, Dark Wind oder die Yellowstone-Sachen) noch mal mitgenommen.

Auch hier gilt für mich "im Prinzip" das gleiche wie bei Dracula, den Musketieren und dem Grafen - ich brauch das nicht ein weiteres Mal, weiß auch nicht warum man das immer wieder probiert und werde da bis auf Widerruf auch keine Höchstnoten für zücken. Im dem Rahmen ist der del-Toro-Versuch hier wahrscheinlich einer der besseren, der schmale Grat zwischen "modernisieren" (vor allem technisch) und "die ursprüngliche Stimmung beibehalten" (zB durch den Verzicht auf zu moderne Sprache) ist schon brauchbar gelungen. So manches wundert mich - die "Erweckung" der Kreatur ist keinerlei Highlight, da hätte man sich ja schon vor Strickfaden verbeugen und das etwas spektakulärer gestalten können. Statt dessen gibt es einen (per CGI, i presume) generierten Turm, der irgendwie an den Herrn der Ringe erinnert und der dann whyever geräuschvoll in die Luft fliegen darf. Gerade weil del Toro betont, wie viel Wert er auf echte Kulissen legt, gibt es da ein gepflegtes "muss nicht sein" von mir. Budgetgerecht ganz solide: Der Auftakt in der Arktis, da sehen Umgebung und Schiff nicht zu künstlich aus.

Mit dem Cast bin ich nicht so warm geworden - Elordi hinter dieser "Flickwerk-Maske" und vermutlich (wieder vom PC) "verlängert" ist sicher nicht ganz das, was man in der Rolle erwartet. Auch Isaac wirkt für mich gleich von Anfang an eher (sorry fürs Neusprech) abgefuckt, da hätte man vielleicht etwas mehr Eleganz erwartet und dann erst den Verfall. Waltz ist Waltz, logo, Goth schaut angemessen blass-esoterisch aus der Wäsche, aber die Szenen zwischen ihr und dem "Monster" bleiben zu kurz, um nachzuwirken.

Wegen der recht üppigen Lauflänge hatte ich den  in zwei Teilen konsumiert, das passt zum Stoff und da kommt zumindest mal keine Langeweile auf. So gesehen auch optisch eine ganz solide Kiste, die aber das "hätte es nicht gebraucht"-Feeling bei mir nicht überwinden kann - irgendwas um 6/10.

P.S. Habe mich bei der Gelegenheit wie bei allen "x-ten Neuaufgüssen" auch noch mal gefragt, was denn mein "Frankenstein-Favorit" ist. Die Antwort ist allerdings nicht so klar wie bei den Musketieren (der Lester, logo) - die "Branagh"-Version habe ich nur schwach im Gedächtnis; tatsächlich gab es in in den 1970igern mal in relativ kurzer Zeit zwei TV-Versionen, von denen mir "Frankenstein - The True Story" iirc eigentlich gefallen hatte. Kann aber durchaus sein, dass die auch nicht gut gealtert ist.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

JasonXtreme

Also ich fand den teilweise echt enttäuschend, gerade im Mittelteil. Erschreckend viel mieses C>GI am Start, wieso man nicht in der Lage ist damit einigermaßen realistische Wölfe hinzubekmen... sorry. Der dritte Teil der Story ums Monster gefiel mir am besten - das Monster selbst kam doch der Vorlage von Shelley recht nahe in meinen Augen ;)

Leider entfernt sich die Geschichte in etwaigen Teilen zu weit von Shelleys Vorlage und das Ganze ist letzlich auch viel zu lang und aufgeblasen.Mehr als ne 6/10 gebe ich auch nicht, das aber vor allem wegen Anfang und Ende, die mich dann doch gut unterhalten haben. Die Szene als die Kreatur das ganze Schiff wegschiebt... ich sage lieber nix dazu ;)
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

Moonshade

Ich mag ja meinen Del Toro sehr gern, aber hier kann ich nicht ohne Zögern unterschreiben, dass alles gut wird/ist.

Tatsächlich wurde die altbekannte Story neu aufbereitet und angeordnet, so dass einige Figuren und Motivationen neu ausgerichtet wurde (Frankenstein will kein Leben erschaffen, sondern den Tod besiegen; Elizabeth als Figur mit moderneren Ideen, die Kreatur nicht permanent im Hass-Modus, sondern mit Gott hadernd wie gläubig, der Waffenfabrikant als Metapher für die Zerstörungskraft des Menschen usw).

Was wegfällt, ist die Meuchelei von Victors Bruder, Elizabeth ist dessen Braut, Victor hat mit ihr eine Affäre. Auch den Teil mit der Erschaffung der Braut lässt del Toro weg, die Todesfälle in der Folge gehen auf Victor (der hier äußerst unsympathisch gezeichnet wird, was den Film eher behindert), die Sympathien liegen beim Monstrum.

Das alles wäre noch ganz gut, sähe der Film nicht ständig aus, als käme er vom größten CGI-Spielplatz der Welt, totale Künstlichkeit, opulent-falsche Lichtgestaltung, dazu mäßige Animationen der Wölfe.
Größtes Manko ist aber das Pathos und die hohle Theatralik, die Victor ständig absondern muss und die die ersten 90 Minuten quasi zu einer Bühnenstrapaze machen, ehe die leisere Kreatur übernimmt.

Ansonsten bleibt wenig im Gedächtnis: Goth ist deplaziert als modern angelegte Lizzie, die nie wirklich von dem Skript profitieren kann, eine reine Randgestalt und Waltz macht halt sein Ding, er macht es gut, aber es ist halt 100 Pro Waltz und nichts Anderes, wenn auch mit weniger Augenzwinkern. Gummipunkte gibt es aber für David Bradleys blinden Einsiedler, eine Klasseleistung in leisen Tönen.
Jacob Elordi als Kreatur widersteht aber überraschend seinem heftigen Make-Up und bringt eine gefühlvolle Leistung zustande.
Mit Oscar Isaac kam ich als hektischer Schöpfer nicht groß klar, da ist einfach nichts, weswegen man sein Herz an diese Figur hängen sollte.

Insgesamt ein akzeptables Romansurrogat, schöne Bilder, aber leider sehr künstlich und damit kein Meilenstein. Optisch überzieht del Toro häufig total - und da bleibe ich dann doch mehr Branaghs Version von 1994 verhaftet. Nette 6/10.

"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

StS

Wird (zumindestens in den Staaten) auf Scheibe rauskommen... vermutlich via the Criterion Collection
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
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