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Autoren-Thread : Bretzelburger

Begonnen von Bretzelburger, 26 Januar 2007, 03:22:54

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Bretzelburger

Ich werde definitiv noch etwas zum "Frosch" schreiben, habe aber andere Filme jetzt vorgezogen.

McKenzie

16 Juli 2008, 23:39:37 #1111 Letzte Bearbeitung: 17 Juli 2008, 07:46:50 von McKenzie
So, dann wollen wir mal:

Zu dem Review des "roten Kreises": Ich finde es wesentlich gelungener als jenes zu "Der Zinker", ganz einfach deswegen weil dem "Zinker"-Text zu sehr das Gefühl eines Wiedersehens nach vielen Jahren (?) anlastet, du kommt dort nicht recht in die Gänge, bzw. in die Materie - die dir schließlich durchaus vertraut ist. Man gewinnt dort eben genau den Eindruck, du hättest früher Wallace-Filme bis zum Umfallen gesehen, nun aber mit dem "Zinker" nach langer Zeit den Faden wieder aufgenommen. Das ganze wirkt ein wenig befremdlich und unverbindlich. Bei "Der rote Kreis" sitzt du schon fester im Sattel; es werden natürlich zahlreiche Verweise auf das aus allen 36 Filmen resultierende Gesamtbild der Reihe gebildet, allerdings nicht mehr in einer solchen Überzahl wie bei "Der Zinker".
Trotzdem krankt dieses neue Review für mich an einer gewissen Starre - woher genau die kommt, kann ich nicht wirklich benennen, nur habe ich nach dem Lesen ein "Ach, das wars schon" verspürt. Es ist schon schwierig, die Liebe zu diesen einfachen Filmen in Worte zu fassen und ihre kleinen, aber feinen inhaltlichen / erzählerischen Vorzüge hervorzuheben, allerdings hatte ich bei diesem Review irgendwie den Eindruck, es wäre oberflächlich - was natürlich nüchtern betrachtet falsch ist, du kennst die Wallace-Filme, das spürt man, und du lässt dem Film vom, ich nenne es mal unbeholfen so, "analytischen Standpunkt" her eine wahrhaft königliche Behandlung zukommen (glücklicherweise sind die alten Filmdienst-Kritiken zu den Wallace-Filmen inzwischen Archiv-Material). Kurz: Ich mag den Text, der Ansatz ist für die Wallace-Filme an und für sich der richtige, irgendwie ist mir das aber ein wenig zu farblos, ohne das ich konkret benennen könnte, warum.
Tja, nicht sehr hilfreich, ich weiß.
Aber Übung macht den Meister - und es passt mir auch ganz gut, wenn du dich um die Wallace-Klassiker kümmerst, ich habe für künftige Reviews eher nachlässig behandelte bis verpönte Filme wie "Das Gesicht im Dunkeln" (den ich großartig finde), "Das Geheimnis der weißen Nonne", "Die Gruft mit dem Rätselschloss" oder "Die Tote aus der Themse" ins Auge gefasst.
Eine Besprechung zu "Der grüne Bogenschütze" wäre von dir sicherlich sehr interessant, gut möglich, dass du als Kenner des Regisseurs Roland diesem in meinen Augen ausgesprochen mediokren Film mehr abgewinnen kannst.

Nun zu Sirk:

Obwohl ich zugeben muss, an "Magnificent Obsession" auch schon gescheitert zu sein (zwei Anläufe, kein fertiges Review) - es gilt schließlich, zu begründen, was der Film noch mehr bietet außer der geradezu satirischen Überhöhung des Seifenopern-Kitschs, bzw. was sich aus dieser Überhöhung ableitet - war ich sehr enttäuscht von deinem Review das ich im wesentlichen als eine mit analytischen Ansätzen ausgeschmückte, überlange Inhaltsangabe sehe. Ich weiß, dass du tendenziell eher für "Nichtkenner" eines Filmes schreibst und gerade dieser Film so ein besonders schwieriges "Review-Objekt" darstellt, da der negative Schein und das goldene Sein des Filmes sehr eng zusammenhängen - schließlich funktionierte "Magnificent Obsession" an den Kinokassen genauso, wie von Ross Hunter vorgesehen - obwohl Sirk das Sujet, seine Ästhetik, seine Struktur, einfach all das so dermaßen sarkastisch und spöttisch auf den Gipfel der Ironie treibt. Im Prinzip ähnlich wie bei Paul Verhoevens "Starship Troopers", der angeblich auch schon als Aufbau-Film beim amerikanischen Militär gezeigt wurde.

Ich wollte mich schon früher wegen deinem Review zu "Written on the Wind" zu Wort melden und dich darum bitten, dass du vielleicht diesen Absatz

ZitatDrei-Taschentücher-Film" ? - Frauenfilm ? - So eine Art "Bunte" fürs Kino ?

Tränenreich erzählte Schmonzetten über die Irrungen und Wirrungen der amerikanischen High-Society, wer will so etwas heute noch sehen ? - In den 50er Jahren war das ja ein gut gehendes Genre und so erstaunt es nicht, daß in dieser Phase das "Melodrama" im amerikanischen Kino Hochkonjunktur hatte.

überarbeitest, bzw. einfach die gesamte Einleitung austauschst und genau diesen Absatz in einen künftigen Text zu "Magnificent Obsession" oder vielleicht auch "Imitation of Life" einarbeitest. Diese paar Zeilen bringen natürlich die eher negative Reputation von Sirks Zentralwerk auf den Punkt, wirken m. E. aber bei "Written on the Wind" vollkommen deplaziert (ich gehe einfach mal davon aus, sie stehen nur bei diesem Film, da du ihn als ersten [amerikanischen] Sirk besprochen hast) - "Written on the Wind" ist, im Kontext seiner Produktionszeit und des damaligen Studiosystems, ein extrem düsterer, und auch weitgehend zurückhaltender Film (natürlich kein Vergleich zu, sagen wir, Elia Kazan und seinem effizienten Pseudo-Realismus) und alleine ein Vergleich mit "Magnificent Obsession", in dem mit dem "typisch amerikanischen, spießigen TV-Kitsch" bis zum Erbrechen unglaublich exaltiert, schon fast hysterisch, auf den Zuschauer eingedroschen wird, zeigt "Written on the Wind" als erwachsenes, beherrschtes, dunkles, geduldig erzähltes und eher theatralisch auf emotionale Schocks denn melodramatische Tränendrüsen-Schinderei hin inszeniertes "Mainstream-Anspruchskino" - man vergleiche schon die so legendäre Farbdramaturgie dieser Filme: In "Magnificent Obsession" erstickt man geradezu in grellen Bonbonfarben, in "Written on the Wind" brechen nur selten, in dramatischen Schlüsselsituationen, grelle, warme Farben wie eine Feuersbrunst in gedämpfte Braun- und kühle Blautöne.

Lange Rede, gar kein Sinn: Dieser Absatz hat für mich das ansonsten durchaus okaye "Written on the Wind"-Review schon zu Beginn negativ eingefärbt. Gerade in dem Text zu "Magnificent Obsession" hältst du dich aber nun sehr zurück in der Schilderung dieser spezifischen Sirk-Merkmale und sprichst dem Film erstaunlich viel Normalität zu - und das in eben dieser nacherzählenden Form. Das ist nun natürlich meine persönlich Sicht auf diese Vorgehensweise, es lässt sich sicherlich nicht über unsere unterschiedlichen Deutungen des Films streiten - während du in ihm ein Plädoyer für mehr Selbstlosigkeit und Nächstenliebe siehst, ist genau diese Schein-Quintessenz der Gipfel der Farce, die der Film in seinen 100 Minuten aufbaut und das finale "Jetzt habt ihr es hoffentlich gemerkt!", bzw. "Wenn ihr darauf reinfallen wollt, ist euch auch nicht mehr zu helfen!"  :icon_twisted: Es ist ja auch bekannt, dass Sirk diesem Stoff sehr ablehnend gegenüber stand und von Hunter und Jane Wyman regelrecht überredet werden musste. Letztlich spürt man, dass das Herz von Sirk hier weniger an dem Film an sich als vielmehr seiner Dekonstruktion hängt - bei seinen Filmen nach "All that heaven allows" spürt man das Herzblut und bei "Imitation of Life" hat er schließlich seinen friedlichen Mittelweg zwischen ironischer Brechung und ehrlichem Ernst gefunden. Daher ist "Magnificent Obsession" für mich ein ausgesprochen pessimistischer und gruseliger Film. Du schreibst selbst in deinem WOTW-Text ja auch:

ZitatTrotz der darstellerischen Übertreibungen wirken alle handelnden Personen glaubwürdig, die tragischen Verwicklungen sind psychologisch nachvollziehbar und mitreißend - Sirk unterhält, lenkt vom Alltag ab und hinterläßt einen mit einem melancholischen Gefühl - Sirk war ein Pessimist und das spürt man.

;)

Ich bleibe immer noch dabei: Du schreibst einfach zuviele Reviews und das viel zu beherrscht und wohlstrukturiert, tut mir leid. Ein wenig mehr Anarchie und weniger Unterhaltungs-Anspruch (in meinen Augen ist es zutiefst bedenklich, wenn ein Kritiker mit seinen Texten unbedingt den Leser unterhalten will - das ist nicht Sinn und Zweck der Sache, imo) täten dir gut. Darüber kannst du dich jetzt erneut ärgern, aber mir fällt nicht mehr ein - es gibt Regisseure wie Woody Allen, die beinahe immer den gleichen Film mit ähnlichem Raster drehen. Der ist dann jedesmal schön und gut und in Ordnung. Und es gibt z. B. jemanden wie Kubrick, der jedesmal einen anderen Film dreht und doch immer als er selbst erkennbar bleibt. Letzteres ist nicht unbedingt ein Ideal, wenn ich mir Augen führe, wie oft sich z. B. Vince (oder früher auch ich) doch in diesem Anspruch verstrickt haben, es ist aber so oder so auf jeden Fall eines: abwechslungsreicher. Das ist nun einmal sehr wichtig, wie ich finde. Schon alleine dieser allzu straffe, gerade und säuberlich gelegte rote Faden durch deine Texte macht es mir unmöglich, mehr als einen davon im Monat zu lesen - wenn ich davon profitieren und mich nicht langweilen (Achtung, Eigentor) will. Ich denke hierbei an Fastmachine. Mir ist er in seiner Bewertung und seinem Hang zu filmhistorischer Abwägung etwas zu streng, trotzdem ist die Seltenheit seiner Texte ein Gewinn - alle paar Jubelmonate ein Review. Das es dann aber in sich hat, stilistisch wie inhaltlich. Und auch diese Limitierung im Umfang - man sinkt doch nicht, nur weil man eine gewisse Länge überschreitet, nicht sofort ins Bildungsbürgerliche ab. Bei dir habe ich immer den Eindruck, du würdest zu allererst die für dich wichtigsten Punkte abhaken wollen - und die (das ist kein Wunder, geht sicherlich jedem so) ähneln sich natürlich oft und gerne - dann bist du damit fertig, alles sauber aufgebaut, etc. - aber das Review hat schon die maximale Länge erreicht. Damit ist zwar vielleicht das vermeintlich "wesentliche" abgedeckt, es bleibt aber kein Freiraum mehr für eine kleine, sinnvolle und bereichernde Ausschweifung hier und da - und das gehört für mich zu einer Kritik wie das Salz zum Ei.

Das ist deine Art, deine Methode, deine Sicherheit, deine Vorliebe. Aber es macht dich - und das eben vor allem im Lauf der Zeit und der Reviews - nicht gerade interessanter. Im Grunde hat z. B. Mr. Vincent Vega einen ähnlichen Ansatz wie du (finde ich), allerdings spielt er die ganze Zeit wie ein Verrückter mit diversen Stilistiken, Umgangssprache, steifem Tonfall, etc. - und bleibt trotzdem in seinem konventionellen Rahmen.
Tut mir leid, wenn du nun wieder eingeschnappt bist und ich erneut als penetrantes Lästermaul erscheine (eigentlich hatte ich nur etwas zu diesen drei Reviews schreiben, kam aber nicht umhin, wieder einmal nach einigen Monaten mit Bretzel-Reviews zu resümieren) - aber du könntest in vieler Hinsicht von Rajko lernen (er umgekehrt allerdings auch von dir  :icon_twisted:, weniger stilistisch als vielmehr in Sachen Rezeption).

Außerdem müssen wir uns doch schonmal warmreden fürs UT.  :icon_lol:

EDIT: Verdammt, das "Tarnished Angels"-Review habe ich ganz vergesse. Kommt noch.


@ Adam Kesher:

Wo zum Teufel bleibt dein Autorenthread???
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

Bretzelburger

Da ich gerade "Das Verrätertor" sehe und nur "zufällig" hier hinein sah, möchte ich kurz auf die Punkte eingehen, mit denen du definitiv recht hast. Die Einleitung zu "Written in ihe Wind" ist dem Fakt geschuldet, dass es nicht nur meine erste Review zu einem amerikanischen Sirk war, sondern die erste in der OFDb überhaupt. Ähnliches kann man in abgeschwächter Form auch bei "La Habanera" nachlesen, denn ich hatte damals das Gefühl, über etwas zu schreiben, was Niemand mehr kennt.

Gleiches lässt sich auch zu meinem eigenen Wissensstand sagen. Ich hatte zwar sämtliche Sirks schon mehrfach gesehen und auch noch gut in Erinnerung, aber im Detail hatte ich manches vergessen. Damals, als ich die Review zu "Written in the Wind" schrieb, waren die Erinnerungen einfach nicht mehr frisch genug. Heute, nachdem ich den Grossteil seiner Filme auf DVD habe, würde ich das Eine oder Andere anders schreiben. Ich nehme mir auf jeden fall vor, die Reviews in diesen Details zu überarbeiten.

Den Vergleich zur "Zinker"-Review kann ich ebenfalls bestätigen. Dein Eindruck trügt dich nicht. Es war ein Neubeginn nach langer Pause. Inzwischen habe ich mir einige der Filme zugelegt und habe wieder eine ganz andere Nähe zu den Wallace-Filmen gefunden (vielleicht gelingt mir das mit Kubrick auch noch).

Zu der Menge an Reviews ,die ich schreibe, kann ich nur sagen, dass mir selbst natürlich auch klar ist, dass ich meinen Stil nur schwerlich verändern kann, und deshalb zwangsweise Ähnlichkeiten auftauchen. Ein deutlich seltenerer Ausstoss wie bei "Fastmachine" hat natürlich immer den Vorteil der Besonderheit oder Ausgefeiltheit. Aber - in diesem Punkt gehe ich mit Horror1966 konform - ich schreibe auch, weil es mir Spass macht und übrigens keineswegs, um besonders gut anzukommen. Eine Review wie zu "Boccaccio70", an der ich 4 Tage lang saß, erzielt kaum Resonanz, weil den Film auch kaum Jemand kennt. Reviews schreiben bedeutet für mich auch immer das Festhalten von Gedanken, weswegen ich sogar noch die alten Reviews mag, die mir stilistisch weniger gefallen. Eine solch selektive Auswahl, wie sie Fastmachine betreibt, könnte ich gar nicht umsetzen, da mich viel zu viele Filme interessieren und ich dieses Medium hier wunderbar finde, um mich später erinnern zu können. Wenn ich dabei dem Einen oder Anderen auch eine Freude mache - um so besser.

Interessant finde ich bei deiner Kritik immer, dass du dich - mehr als ich das bisher von Anderen las - gut in meine Reviews hineinfühlen kannst. Obwohl du sie kritisierst, verstehst du meine Beweggründe.

McKenzie

17 Juli 2008, 05:38:25 #1113 Letzte Bearbeitung: 17 Juli 2008, 07:52:09 von McKenzie
Na sowas. Ich dachte, du würdest aufgrund des letzten Absatzes gereizter reagieren.  ;)
Mehr dazu demnächst, auch zu dem "Tarnished Angels" (übrigens, hast du den auf DVD gesehen, oder wie? Die britische?) Review. Habe es schonmal kurz überflogen und es sieht gut aus.
Und offenbar hast du damit sogarVineys Interesse an Sirk geweckt.  :icon_mrgreen:

EDIT:
ZitatDa ich gerade "Das Verrätertor" sehe

Oh Nein! Besprichst du mir den* vor der Nase weg?  :bawling: Ich wollte ihn mir in den nächsten 2 Wochen zur Brust nehmen.  :icon_sad: :andy: :icon_mrgreen:

* Einer meiner liebsten Wallace-Filme - vor allem, weil er neben "Der Zinker" und "Der Fälscher von London" 1997 im Sonntagnachmittagsprogramm von Kabel 1 eines meiner ersten Schlüsselerlebnisse mit der Reihe darstellte.
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

Bretzelburger

Vor dem Wallace-Film gibt es noch anderen Sachen. Zum Beispiel etwas aktuelles, nachem in Mr.Hankeys Thread schon über dauerhaft gute Laune spekuliert wurde. Ganz so einseitig fand ich dann das "Abba"-Musical nicht, was vielleicht daran liegt, dass ich zur "Abba"-Generation gehöre (das selbe Geburtsjahr wie "Harry" Colin Firth). Hier eine kleine Betrachtung dazu

http://www.ofdb.de/review/150117,307724,Mamma-Mia

Mr. Hankey

Schön das er Dir gefallen hat, aber das mit dem "einseitig" will ich überhört haben! Wart erst einmal meine komplette Besprechung ab, bevor du dir so ein Urteil erlaubst!
Ofdb-Filmsammlung
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Bretzelburger

Das "Einseitig" bezog sich nicht auf deine wahrscheinlich komplexere Meinung in deiner zukünftigen Review, sondern auf die im Dialog mit Mr.VV vorherrschende "Gute-Laune-Stimmung".

Mr. Vincent Vega

Klingt, als würde ich den perfekt finden, dabei ist meine Bewertung mit 7/10 noch die schlechteste von uns allen. ;)

Bretzel, hinsichtlich deiner Einleitung, deren Grundtenor sich ja durch das ganze Review zieht, sei hingewiesen, dass du für meine Begriffe zu Unrecht den Diskurs umschiffst, dass ABBA eine innerhalb der queeren Szene wiederentdeckte, aber eigentlich  auch stetig hochgehaltene Band ist. Und wenn man sich mal den Produktionsstab vornimmt oder überhaupt diverse Szenen rekapituliert (den Matrosentraum z.B. ;)), dann hättte man eigentlich einen besseren Aufzieher für das Review bestimmen können...

Bretzelburger

Das ist mir schon bewusst, aber ich habe das einmal vom persönlichen Standpunkt des knapp 50jährigen geschrieben, der Abba zwar in den 70ern im Radio ganz gut fand (ich habe nicht abgeschaltet), aber die Qualität dahinter auch erst deutlich später begriffen hat. Vielleicht kümmert sich Hankey ja darum  :D

McKenzie

Zitat von: Bretzelburger am 19 Juli 2008, 18:59:40
Das "Einseitig" bezog sich nicht auf deine wahrscheinlich komplexere Meinung in deiner zukünftigen Review,
Zitat von: Bretzelburger am 19 Juli 2008, 19:23:58
Vielleicht kümmert sich Hankey ja darum  :D
Zitat von: Bretzelburger am 12 Juli 2008, 00:54:46
Denn hier werden ganz böse Mädchen auf den Zuschauer losgelassen, wie sich das der kleine Klaus  (David? :icon_razz:) schon immer gewünscht hat.

Trügen mich meine Augen oder stichelst du in letzter Zeit auffallend häufig in Davids Richtung, Udo? Oh, das Usertreffen wird amüsant werden... :icon_lol:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

Bretzelburger

19 Juli 2008, 20:41:42 #1120 Letzte Bearbeitung: 19 Juli 2008, 23:32:28 von Bretzelburger
David und ich sehen uns sowieso jede Woche, da kommen keine grossen Animositäten auf. Diese Anspielungen finden auf der gleichen Ebene statt, wie mir von seiner Seite immer meine Greisenhaftigkeit vor die Nase gesetzt wird.

Bretzelburger

Mit meiner nächsten Besprechung eines Edgar Wallace-Films widme ich mich einem Film, der zu Unrecht einen langweilgen Ruf geniesst. "Das Verrätertor" ist sicherlich untypisch für die Serie, aber hat mich in seiner Eigenständigkeit immer fasziniert - mehr ein englischer als deutscher Film

http://www.ofdb.de/review/9944,307846,Das-Verr%C3%A4tertor

Intergalactic Ape-Man

Ich hab mir heute im Fernsehen noch mal Der Zinker angesehen und mir passenderweise grad dazu dein Review durchgelesen. Ich habe deinen Worten aber nicht viel beizufügen - Es ist halt, wie du schon bemerkst ein Unterhaltungsfilm. Interessant im Film fand ich aber die Jahrmarktsmethodik von der Einstellung aus dem Mund bis hin zum "Tiersnuff". Im Grunde stimmt es den Zuschauer dort schon so ein, um nicht über die zahnlose Mamba zuviele Gedanken zu verschwenden. Kam dir die Alte besonders bei der Überführung auch ein wenig wie Miss Marple vor? Auf den Hinweis hab ich in deiner "schrulligen" Beschreibung noch gewartet. :D

Bretzelburger

Wie schon zuletzt gegenüber McKenzie bestätigt, war meine "Zinker"-Review ein erster Einstieg nach jahrzehntelanger Abwesenheit ins Edgar-Wallace-Universum. Den Zugang, den man zu der eigenwilligen Serie benötigt, hatte ich damals noch nicht, allerdings eine intensive Erinnerung an frühere Leidenschaften. Das der "Zinker" auch ohne völlige Fan-Allüren funktioniert, dank eines lässigen Heinz Drache, einer selbstbewussten Barbara Rütting und eben der eigenwilligen Agnes Windeck, spricht für den Film, weswegen ich ihm auch 7 Punkte gab.

Eine Nähe zu "Miss Marple" (ausser ältlicher Skurrilitäten) habe ich darin nicht erkannt, da Windeck hier ja als "Alte Lady" und nicht als heimlicher Detektiv fungiert. Ganz pragmatisch muss man auch konstatieren, dass nur der erste "Miss Marple" Film mit Margret Rutherford zu diesem Zeitpunkt schon erschienen war, den aber 1963 zum Erscheinen des "Zinkers" in Deurschland kaum Jemand kannte (die Verbreitung erfolgte erst später durch das Fernsehen mit den kompletten 4 Filmen). Wer Agnes Windeck öfter auch im Fernsehen sah, weiß, dass das einfach ihre Art war.

Intergalactic Ape-Man

Zitat von: Bretzelburger am 20 Juli 2008, 14:23:14
Eine Nähe zu "Miss Marple" (ausser ältlicher Skurrilitäten) habe ich darin nicht erkannt, da Windeck hier ja als "Alte Lady" und nicht als heimlicher Detektiv fungiert. Ganz pragmatisch muss man auch konstatieren, dass nur der erste "Miss Marple" Film mit Margret Rutherford zu diesem Zeitpunkt schon erschienen war, den aber 1963 zum Erscheinen des "Zinkers" in Deurschland kaum Jemand kannte (die Verbreitung erfolgte erst später durch das Fernsehen mit den kompletten 4 Filmen). Wer Agnes Windeck öfter auch im Fernsehen sah, weiß, dass das einfach ihre Art war.

Da bist du der Zeitzeuge und kannst ggf. besser darüber urteilen, welche Parallelen u.a. auch in der Begeisterung für den Krimi zu finden sind bzw. ob dieser Typ Frau sich damals einfach generell großer Beliebtheit erfreute. 

Hedning

Wenn es um Agnes Windeck und Miss Marple geht, sollte man doch nicht unerwähnt lassen, dass die gute Agnes als deutsche Synchronstimme von Margaret Rutherford in den betreffenden Filmen fungierte - oder habe ich das jetzt überlesen? Im übrigen eine bewundernswerte Synchronleistung.

Bretzelburger

Zitatoder habe ich das jetzt überlesen?
Nein, daran hatte ich nicht gedacht. Es beweist aber um so mehr, dass Agnes Windeck eine eigenständige Persönlichkeit war.

So, während hier vermehrt grosse Lieblingsfilmlisten aufgemacht werden, widme ich mich wieder einem meiner Lieblings-Regisseure, der in den Listen gar nicht vorkommt - Jean-Pierre Melville. Die Besprechung seines ersten Kurzfilms von 1945 bewies mir einmal mehr, wie wichtig Hintergrundwissen ist. Selten habe ich so lange für einen so kurzen Text gebraucht - und das ,obwohl der Film auch nur 17 Minuten lang ist.

Ich benötigte Stunden im Google-Raum, um aus etwa 20 verschiedenen Quellen wenigstens ein paar Hintergrundinformationen herauszufiltern. Festzustellen ist, dass eigentlich Niemand wirklich Ahnung hat, so widersprüchlich sind teilweise allein nur die Zeitangaben. Natürlich könnte man auch ohne zusätzliche Informationen den Film besprechen, aber das wäre meiner Meinung nach ein Frevel, denn dafür ist der Film unter zu widrigen Umständen entstanden. Erstaunlich ist an dem Film vor allem, dass er - trotz der optischen Mängel - so unterhaltend und teilweise wirklich komisch ist. Und das bei dem so ernsten Regisseur Jean-Pierre Melville

http://www.ofdb.de/review/68172,307983,24-Stunden-im-Leben-eines-Clowns


Intergalactic Ape-Man

Zitat von: Hedning am 20 Juli 2008, 22:14:10
Wenn es um Agnes Windeck und Miss Marple geht, sollte man doch nicht unerwähnt lassen, dass die gute Agnes als deutsche Synchronstimme von Margaret Rutherford in den betreffenden Filmen fungierte - oder habe ich das jetzt überlesen? Im übrigen eine bewundernswerte Synchronleistung.

Das hast du nicht nur nicht überlesen, der entscheidende Funke hat mir schlicht und ergreifend gefehlt. *bamm* Da wundert es mich natürlich gar nicht mehr, wenn ich die Marple in den Momenten des Krimilesens und Täterüberführens empfand. Der Kreis schließt sich. So etwas würde mich z.B. in einem Review interessieren.  :icon_smile:

Bretzelburger

Nach den vielen schönen Filmen in den Listen, die doch immer einen gewissen gemeinsamen Nenner haben, hier wieder ein erster Film eines Regisseurs (nach zuletzt Melville) - nämlich von Maurice Pialat. Maurice wer ? - habe ich mich auch gefragt und durfte feststellen, dass der Mann richtig was drauf hat. Schon sein erster Kurzfilm ist einfach klasse - wie sagte Mckenzie so schön "Jede Woche zwei neue Meisterwerke". Das Schöne an den Listen ist, dass sie schon in 2 Wochen anders aussehen können. Ich werde mir jedenfalls Pialats ersten Langfilm von 1968 "L'enfance Nue" demnächst ansehen. Kommt im September auf (englischer) DVD heraus und soll hervorragend sein.


http://www.ofdb.de/review/65017,308466,Liebe-gibt-es

Bretzelburger

Schon wieder ein französischer Film, aber diesmal ein ganz Neuer. Nachbereitung zur letzten Sneak

http://www.ofdb.de/review/138684,308843,3990

Bretzelburger

Die Polit-Thriller Damiano Damianis gehören zu meinen beeindruckendsten Film-Erfahrungen der 70er und 80er Jahre, weshalb ich es schade finde, dass nach wie vor so wenige auf DVD erschienen sind. Bevor ich mich seinen frühen Filmen widme, habe ich endlich etwas zu einem meiner Lieblingsfilme geschrieben "Io ho paura"

http://www.ofdb.de/review/36878,309394,Ich-habe-Angst

McKenzie

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 03:49:18
Die Polit-Thriller Damiano Damianis gehören zu meinen beeindruckendsten Film-Erfahrungen der 70er und 80er Jahre, weshalb ich es schade finde, dass nach wie vor so wenige auf DVD erschienen sind. Bevor ich mich seinen frühen Filmen widme, habe ich endlich etwas zu einem meiner Lieblingsfilme geschrieben "Io ho paura"

http://www.ofdb.de/review/36878,309394,Ich-habe-Angst

Du bist so gemein. Du besprichst immer die Filme, die ich in Zukunft am liebsten besprochen hätte, meine "Review-Favoriten". Und dann so, dass ich zwar meistens nicht richtig zufrieden bin, aber nie so, dass ich das Gefühl bekomme als wäre ein Review von mir noch notwendig / sinnvoll - weil mein etwas anstrengender Stil, kombiniert mit meinem weniger populären / bekannten Namen dann ja doch niemanden anzieht.
Tja, natürlich kann ich solche Ansprüche nicht stellen. Andererseits ist es schon auffällig, wie oft das vorkommt. Selbstverständlich könntest du anführen dass ich dann ja doch nichts schreibe, aber das stimmt so auch nicht. Es dauert eben.
Du demotivierst mich total.  :bawling:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

filmimperator

27 Juli 2008, 11:14:23 #1132 Letzte Bearbeitung: 27 Juli 2008, 18:12:09 von filmimperator
Zitat von: McKenzie am 27 Juli 2008, 05:36:56
Du demotivierst mich total.  :bawling:

Mir kommen die Tränen. Du solltest mal wieder über deine Wiese mit den blökenden Schafen laufen, vielleicht muntert dich das ja etwas auf.  :icon_evil:
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

Bretzelburger

Zitat von: McKenzie am 27 Juli 2008, 05:36:56
Tja, natürlich kann ich solche Ansprüche nicht stellen. Andererseits ist es schon auffällig, wie oft das vorkommt. Selbstverständlich könntest du anführen dass ich dann ja doch nichts schreibe, aber das stimmt so auch nicht. Es dauert eben.
Du demotivierst mich total.  :bawling:
Auf die Idee, dir zu sagen, dass du "ja doch nichts schreibst" käme ich nie. Trotzdem halte ich es nicht für reinen Zufall, denn der Auslöser war die Erwähnung des Films in einer deiner Listen. Nur konnte ich allein daraus nicht schliessen, dass du vorhattest demnächst eine Review zu schreiben.

Obwohl wir in vielen Dingen einen gänzlich verschiedenen Geschmack haben, fällt schon auf, dass wir uns für gewisse "Nischenprodukte" gemeinsam begeistern (Douglas Sirk, Damiano Damiani, Antonioni, Wallace Filme u.a.). Zu meiner Verteidigung möchte ich anmerken, dass meine Begeisterung aus einer Zeit stammt, die vor deiner Geburt lag, und das auch meine ersten Reviews zu obengenannten Regisseuren oder Themen schon einige Zeit zurückliegen. Der Hauptgrund, warum ich "Io ho paura" noch nicht früher beschrieb, liegt darin, dass ich nur eine Videoaufnahme aus dem italienischen Fernsehen habe (Original ohne Untertiel). Ich spreche zwar Italienisch, aber das Verstehen komplizierter Texte bei hoher Geschwindigkeit erfordert von mir höchste Konzentration. Ich habe mir den Film deshalb in einigen Sequenzen mehrfach angesehen.

Wichtig war für mich die historischen Zusammenhänge der damaligen Zeit noch einmal hervorzurufen. Vielleicht auch, weil ich den Film das erste Mal sehr zeitnah sah. Versucht man, Informationen über diese Zeit herauszubekommen, landet man erst einmal bei den "Roten Brigaden", deren Aktionen damals das Land lähmten. Aber das ist ein einseitiger Eindruck, der Damianis Film mit seinem rechtsradikalen Hintergrund noch bestätigt. Trotzdem gibt es auch heute immer noch Stimmen, die seinen Film gerne als Verschwörungstheorie abtun. Als Fanny Ardant die "Roten Brigaden" vor wenigen Jahren fast positiv beschrieb, erzeugte sie grosse Empörung in Italien. Dazu muss man wissen, das die Terrorgruppe konsequent führende Köpfe entführte und später ermordete, so dass es in diesen einflussreichen Kreisen entsprechend viele Verwandte von früheren Opfern gibt. Ähnlich wie bei der RAF starben bei den Attentaten natürlich auch Beschützer und Polizisten.

Ich möchte die "Roten Brigaden" keineswegs verharmlosen, aber parallel erschütterten Italien Anschläge auf Polizisten und Zivilbevölkerung mit hunderten Toten. Anschläge, die bis in die 90er Jahre der Linken zugeschrieben werden. Doch selbst als die rechtsradikalen Hintergründe bekannt wurden , konnte man die Drahtzieher nicht festnehmen, deren Kontakte bis in die heutige Berlusconi-Regierung reichen. Die Phase wird heute als "Strategie der Spannung" bezeichnet, die den Zweck hatte die Linke zu diskreditieren (die kommunistische Partei hatte in Italien damals fast 30% der Stimmen). Sieht man sich die heutige politische Landschaft in Italien an, kann man nicht behaupten, dass die Strategie nicht funktioniert hätte.

Ich erwähne meine Gedanken auch deshalb, weil du verständlicherweise nicht völlig zufrieden bist. Ich bin mit Reviews, die Filme betreffen, zu denen ich ein intensives Verhältnis habe, auch nie mit anderen Texten zufrieden. Meine obengenannten Gewichtungen wirst du sicherlich nicht teilen. Aber um so mehr halte ich es für wichtig, dass du deine eigenen Gedanken formulierst, denn ich habe gerade erst bei Adalmars Text zum Sirk-Film "Zu neuen Ufern" Dinge erfahren, die mir nicht aufgefallen waren.

Wenn du für deine Demotivation meine höhere Popularität ins Felde führst, dann verstehe ich das nicht. Du bist doch Derjenige, der meinen Wunsch, keine Inhalte des Films zuvor zu verraten und nicht zu sehr ins Detail zu gehen, als Anbiederung an den Leser geisselst. Mehrfach erwähntest du, dass sich ein Autor nicht nach der Meinung seiner Leser richten soll. In diesem Zusammenhang halte ich deine Argumentation für widersprüchlich.

Bretzelburger

Als Nachbereitung zum Sneak-Thread, hier meine Besprechung zu "Die Eisbombe". Kein schlechter Film, wenn auch zunehmend etwas aus der Kontrolle geraten

http://www.ofdb.de/review/151465,310211,Die-Eisbombe

McKenzie

3 August 2008, 23:37:14 #1135 Letzte Bearbeitung: 4 August 2008, 00:21:46 von McKenzie
Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Auf die Idee, dir zu sagen, dass du "ja doch nichts schreibst" käme ich nie.

Ganz unrecht hättest du damit nicht einmal - wieviele Reviews ich schon angekündigt habe, die doch nie kamen - sie wurden aber meist geschrieben, anschließend aber auf Eis gelegt. Ich habe soviel vor und schaffe nichts...  :icon_lol:

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Trotzdem halte ich es nicht für reinen Zufall, denn der Auslöser war die Erwähnung des Films in einer deiner Listen.

Das hatte ich auch angenommen. Nun ja, für dich hatte das ja dann immerhin einen schönen Effekt (und für Sebastian auch , er hat den Film heute gesehen und war begeistert).

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Nur konnte ich allein daraus nicht schliessen, dass du vorhattest demnächst eine Review zu schreiben.

Woher auch? Es ist nur sehr schade für mich - du hast mit "Ich habe Angst" und "Das Verrätertor" zwei Filme besprochen, die ganz oben, quasi in den "Top 10" meiner "zu besprechenden Filme" standen und bei denen ich mich schon sehr darauf gefreut hatte, sie zu besprechen. Und das schon über Monate hinweg, seit ich "Ich habe Angst" im Herbst letzten Jahres zum ersten Mal sah. Der richtige Zeitpunkt, die Energie und der "Biss" mussten nur kommen, darauf hatte ich gewartet. Und zudem war das der einzige Damiani, den ich wirklich noch besprechen wollte, ich mag zwar all seine Filme, die mir noch verbleibenden reizen mich aber alle nicht genug (außer vielleicht der "Clan"). Es geht mir gar nicht so sehr darum "Erster" zu sein (das wäre peinlich), eher darum, dass ich um deinen Status in der OFDb, die weit größere Zugänglichkeit deiner Texte und die damit verbundene größere Popularität weiß - die meisten würden dein Review vorziehen. Und das ist durchaus ein Beweggrund - und der fußt auf meiner Vermutung, dass ich aufgrund meines zugegebenermaßen nicht ganz unanstrengenden Stils und meinem Hang zu überlangen Texten gegen dich verlieren würde, egal wie interessant meine Punkte sind - sowohl im direkten Vergleich (falls jemand beide Reviews liest) als sowieso in einer Auswahl, die von einem User getroffen wird, der uns beide schon kennt. Meine Reputation ist mir egal, darum geht es nicht. Als Wettkampf zwischen uns beiden sehe ich das sowieso nicht an, trotz unseres sehr ähnlichen Geschmacks und unserer oft ähnlichen Rezeption haben wir sehr verschiedene Herangehensweisen beim Besprechen eines Films.
Ich möchte nun einmal kein Review schreiben, von dem ich weiß, das es a) kaum gelesen werden wird und b) das - auch wenn es sachlich betrachtet jede Berechtigung hat - aufgrund der Vergleichsmöglichkeit sinngemäß gegen deinen populäreren, einfacheren Stil unter den Tisch fällt. Wer keine Wahl hat, gibt sich entweder mit meiner Schwermut zufrieden oder geht leer aus.  :icon_lol:
Ich hoffe, du kannst nachvollziehen worauf ich hinauswill.

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Obwohl wir in vielen Dingen einen gänzlich verschiedenen Geschmack haben, fällt schon auf, dass wir uns für gewisse "Nischenprodukte" gemeinsam begeistern (Douglas Sirk, Damiano Damiani, Antonioni, Wallace Filme u.a.).

Der Reiz, einen bislang "leeren" Film zu besprechen ist natürlich auch wesentlich darin begründet: Wenn man sich gewiss ist, etwas sinnvolles und hilfreiches schreiben zu können, jedoch wie ich bzgl. der eigenen Texte unter Komplexen leidet, ist es für das eigene Selbstbewusstsein enorm beruhigend, zu wissen, dass man so der Herausforderung des Vergleiches mit anderen, möglicherweise anschmiegsameren Schreibern aus dem Weg gehen kann. Außerdem ist es natürlich ein erheblicher Ansporn, einen unbekannteren, bzw. wenig berücksichtigten / in Vergessenheit geratenen Film, den man selbst sehr schätzt, so ans Licht zurück zu zerren und möglicherweise andere dafür zu interessieren. Das funktioniert auch umgekehrt - meine feste Clique von cineastisch ebenfalls begeisterten Freunden hier in Nürnberg / Erlangen führt mich auch regelmäßig in aufregende neuen Gefilde, das ist ein Geschenk - man bekommt es gerne und verschenkt es aber auch mit Begeisterung.
Ich bespreche z. B. mit Vorliebe Filme, die allgemein einen eher weniger "seriösen" Status besitzen und gebe ihnen "zurück" was sie m. E. verdienen - nur sind meine Eigenansprüche bei solchen Filmen meist noch höher, weil ich in jeder Hinsicht "treffen" will um glaubwürdig zu vermitteln, was vielen offenbar so unglaubwürdig erscheint. Diese Vorliebe scheinst du ja zu teilen, ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig dein "Showgirls"-Review ist - weil es dem Film endlich die Wertschätzung und den Respekt zukommen lässt, den er verdient und den ihm niemand aus banalsten Gründen zukommen lassen will.

Übrigens finde ich deine Bezeichnung dieser Filme als Nischenprodukte etwas kurios - "Ich habe Angst" kann man natürlich ohne weiteres hierunter einordnen, andere Filme, sehr viele, die du so einordnest, sind es in der OFDb vielleicht - und bei allem sollte man nicht vergessen, das der absolut überwiegende Schwerpunkt der OFDb schlichtweg auf Genre-Kino legt (was auch immer das heißen mag  :icon_lol:) - aber im allgemeinen nicht. Die Wallace-Filme erringen immer noch prächtige Einschaltquoten und jeder hat zumindest einmal in seinem Leben, meist aber öfter, einen oder mehrere dieser Film im Fernsehen gesehen, Antonioni ist, wie Copfkiller schon anmerkte, mehr oder weniger Kanon und unter Cineasten (nicht ganz Nische;-) eine feste, bekannte Größe (die aber nie für ein Massenpublikum interessant sein wird und vermutlich auch früher, mit Ausnahmen, eher nicht war - proportional gesehen genießt er viel Aufmerksamkeit). Ebenso Sirk und der Großteil deiner Lieblingsregisseure - die OFDb ist absolut kein Maßstab und gerade die geringe Review-Dichte bei solchen Filmen / Regisseuren empfinde ich als absolute Selbstverständlichkeit - zum einen sieht man sich mit seinem kleinen, eigenen Text mit einer Wand von über Jahrzehnte errichteter Filmliteratur konfrontiert, zum anderen hält man es dann auch für gar nicht besonders wichtig, hierzu etwas zu schreiben. Innerhalb der OFDb sind viele deiner Klassiker-Reviews natürlich eine Bereicherung, im Wordwide Web aber nur ein Krümel (Entschuldige, du weißt, was ich meine).

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Zu meiner Verteidigung möchte ich anmerken, dass meine Begeisterung aus einer Zeit stammt, die vor deiner Geburt lag, und das auch meine ersten Reviews zu obengenannten Regisseuren oder Themen schon einige Zeit zurückliegen.

*Räusper*

Du kannst es aber auch wirklich nicht unterlassen, alt(klug)er Mann.  :scar: Glaubst du ernstlich, dass das soviel Gewicht hat? Ich habe da einen sehr guten 67jährigen Freund, den solltest du mal kennenlernen. Wie der mit seiner Erfahrung und seinem Alter umgeht... Davon könntest du noch lernen. Aber Oh, du wirst mich schon in enthusiastischer Fahrt erleben, in Braunfels...  :icon_twisted: Und verteidigen... wofür denn? Ich kann schließlich unmöglich von dir erwarten, dass du einfach alle Filme, die ich gerne besprechen würde, von deinem "Review-Plan" streichst, oder nicht?
Auch wenn es mir gerade bei diesen zwei grandios-ärgerlichen Zufällen mit ausgerechnet diesen beiden Filmen (Ich habe Angst und Das Verrätertor) fast lieb wäre.  :icon_lol:

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Der Hauptgrund, warum ich "Io ho paura" noch nicht früher beschrieb, liegt darin, dass ich nur eine Videoaufnahme aus dem italienischen Fernsehen habe (Original ohne Untertiel). Ich spreche zwar Italienisch, aber das Verstehen komplizierter Texte bei hoher Geschwindigkeit erfordert von mir höchste Konzentration. Ich habe mir den Film deshalb in einigen Sequenzen mehrfach angesehen.

Tja, ich hätte da eine dt. TV-Aufzeichnung in schöner Qualität (@ Viney: Inzwischen noch eine andere, neuere VHS erhalten  :love:) mit der sehr guten und sehr verständlichen Synchronfassung von 1981 gehabt...  :icon_twisted: Vielleicht bringt mir das ja doch noch Vorteile, sollte ich den Film doch noch besprechen.  ;)

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Wichtig war für mich die historischen Zusammenhänge der damaligen Zeit noch einmal hervorzurufen. Vielleicht auch, weil ich den Film das erste Mal sehr zeitnah sah.

Das ergibt natürlich Sinn und Damianis Filme sind unmissverständlich politischer Natur, dieser Hintergrund ist eben nicht nur - ein Hintergrund. Trotzdem übertreibst du in deinem Text m. E. doch ein wenig zumal sich Damiani immer vielmehr mit der Funktionalität des und mit dem System Politik an sich beschäftigt hat und weniger mit aktuellen Vorkommnissen. Er hätte schließlich ohne weiteres zu diesem Zeitpunkt direkt einen Film über die roten Brigaden drehen können (auch wenn der Erfolg eines solchen Filme fraglich gewesen wäre), was davon übrigbleibt ist klar die von dir gut beschriebene Stimmung im Volk. Letztlich geht es ja in nahezu allen Damiani-Filmen um die Korrumpierbar- und Trughaftigkeit der Politik, des Staatsapparates - das zieht sich in sehr ähnlicher Ausführung vom "Tag der Eule" bis zu "Die tödliche Warnung", wird aber stets variiert. Mich würde sehr interessieren, ob sich Damiani einer bestimmten politischen Strömung verpflichtet fühlte - rechts war sicherlich nicht und man würde ich zunächst augenblicklich im linken Lager vermuten, allerdings scheint es so einfach mit ihm nicht zu sein.
Allumfassend hat er sich also in meinen Augen primär mit dem Verhältnis der Italiener zu ihrer Regierung und ihrer Politik beschäftigt - schließlich gibt es in seinen Filmen gar kein aufrichtiges politisches Engagement (worunter man, bei allen Gräueltaten, die Brigaden noch aufführen könnte) sondern nur schönen Schein, einen Staat, der von der Mafia und von reichen Geschäftsmännern kontrolliert wird.

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Vielleicht auch, weil ich den Film das erste Mal sehr zeitnah sah.

Oh Gott, warst du Anfang 20 auch schon so empfänglich für derlei Themen?  :eek: :icon_mrgreen:
Ich habe mir inzwischen glücklicherweise das für mich erforderliche Maß an politischer Ignoranz antrainiert, aber das ist ein anderes Thema. (Weswegen ich Damianis Filme gleich doppelt schätze: Aus ihnen spricht ein abgrundtiefes, unversöhnliches Misstrauen gegen die Institution und das System Politik an sich).

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Versucht man, Informationen über diese Zeit herauszubekommen, landet man erst einmal bei den "Roten Brigaden", deren Aktionen damals das Land lähmten. Aber das ist ein einseitiger Eindruck, der Damianis Film mit seinem rechtsradikalen Hintergrund noch bestätigt. Trotzdem gibt es auch heute immer noch Stimmen, die seinen Film gerne als Verschwörungstheorie abtun. Als Fanny Ardant die "Roten Brigaden" vor wenigen Jahren fast positiv beschrieb, erzeugte sie grosse Empörung in Italien. Dazu muss man wissen, das die Terrorgruppe konsequent führende Köpfe entführte und später ermordete, so dass es in diesen einflussreichen Kreisen entsprechend viele Verwandte von früheren Opfern gibt. Ähnlich wie bei der RAF starben bei den Attentaten natürlich auch Beschützer und Polizisten.

Ich weiß, ich weiß. Schon gut, aber trotzdem danke für die Erinnerung.  :icon_cool:
Hast du diesen Film übrigens gesehen? Wenn nicht, ich kann ihn dir nur empfehlen, auch wenn er seine ausgeprägten ideologischen Zwiespältigkeiten (Stichpunkt: Chauvinismus) hat (und insgesamt ein nur sekundär politischer Film ist):
http://www.ofdb.de/film/57088,Der-Tag-an-dem-die-Nacht-kam

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Doch selbst als die rechtsradikalen Hintergründe bekannt wurden , konnte man die Drahtzieher nicht festnehmen, deren Kontakte bis in die heutige Berlusconi-Regierung reichen.

Das machte Damianis Filme für mich auch doppelt interessant - so "superficial" wie seine Geschichten auch anfänglich wirken mögen, wenn man erst einmal nachhakt, entdeckt man schnell, wie "alltäglich" sie eigentlich sein könnten, bzw. sind - und das bis heute.
Es wundert mich, dass Damiani überhaupt noch lebt. Wäre ich damals ein italienischer Politiker oder Pate gewesen, ich hätte schon alleine um des guten Rufes willen einen Attentäter auf ihn angesetzt.

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Sieht man sich die heutige politische Landschaft in Italien an, kann man nicht behaupten, dass die Strategie nicht funktioniert hätte.

In der Tat.
Übrigens bist du gerade wieder einmal ganz besonders belehrend (doch du, ganz grün bin ich nicht) - aber das weißt du ja selbst.  ;)

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Ich erwähne meine Gedanken auch deshalb, weil du verständlicherweise nicht völlig zufrieden bist.

Och, ich habe dein Review erst heute nachmittag gelesen und finde es eigentlich ziemlich gut, auch wenn du es mit deiner Geschichtsstunde im Rucksackformat eben etwas zu gut meinst und es - im Kontext des gesamten Reviews - etwas exaltiert wirkt. Abgesehen davon hast du den Kern des Films relativ gut getroffen, auch wenn dir hier deine Phobie vor langen Texten wieder einmal ein Schnippchen schlägt - durch den zwei Absätze überdauernden historischen Exkurs bleibt bei deiner Vorgabe eben nicht mehr genug Platz für den Rest, nämlich den eigentlichen Film. Ich finde "Io ho Paura" extrem komplex und werde schon ohne jegliche Erläuterungen der historischen Hintergründe weit mehr Platz benötigen als du (wenn es denn zu einem Review kommen sollte). Ich werde dann ganz gelassen auf das Review von Bretzelburger verweisen, in  dem einige wissenswerte historische Fakten zusammengetragen sind.  :icon_cool:
Kurz: Ich konnte nicht ausmachen, inwiefern ich mit dir übereinstimme weil du auf so kurzem Raum nur einen (aber wesentlichen) Vorzug des Films ausarbeitest - das mache ich auch gerne, aber hier gäbe es natürlich soviel mehr (was auch eine Herausforderung ist, das verstehe ich sehr gut). Im Bezug auf diese Vorgehensweise wäre etwas Feedback von dir zu meinem kurzen "Diva"-Text sicherlich interessant - der dreht sich nämlich auch nur um einen einzigen Aspekt des Films.

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Ich bin mit Reviews, die Filme betreffen, zu denen ich ein intensives Verhältnis habe, auch nie mit anderen Texten zufrieden.

Das kennt man ja, allerdings - je besser man den Autor kennt, desto entspannter kann man damit umgehen.  ;)

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Meine obengenannten Gewichtungen wirst du sicherlich nicht teilen.

Nein, nicht wirklich. Für mich ist "Ich habe Angst" sogar einer von Damianis unpolitischeren Filmen, in denen das menschliche (bzw. die menschliche / individuelle Konsequenz aus der Disfunktionalität der Politik) absolute Priorität genießt. Im Vergleich zu Filmen wie "Der Clan, der seine Feinde...", "Girolimoni" oder "Warum musste Staatsanwalt Traini sterben" zumindest.

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
Aber um so mehr halte ich es für wichtig, dass du deine eigenen Gedanken formulierst, denn ich habe gerade erst bei Adalmars Text zum Sirk-Film "Zu neuen Ufern" Dinge erfahren, die mir nicht aufgefallen waren.

Das ist ja klar und selbstredend positiv, ich würde auch einige vollkommen andere Punkte anreißen und in den Vordergrund stellen. Aber wie oben schon beschrieben...

Zitat von: Bretzelburger am 27 Juli 2008, 13:26:34
In diesem Zusammenhang halte ich deine Argumentation für widersprüchlich.

Immer noch? Oder jetzt nicht mehr?  ;) Ich möchte mich nie anbiedern, trotzdem aber gelesen werden. Ich gehöre zu den Autoren, die tatsächlich nur zu 40 % für sich und zu 60 % für seine Leser schreiben. Für mich bedeutet ein Review inzwischen keine Intensivierung und Hinterfragung meiner Rezeption mehr dar, eher wächst meine Rezeption über meine Möglichkeiten als Autor hinaus.

Puh, das war wieder einmal viel. Mal sehen, wann ich zu deinem "Tarnished Angels"-Text komme, da wird es aber vermutlich auch gar nicht viel geben, außer wahrscheinlich, dass du mir vermutlich diesen imo sehr lyrischen, poetischen Film eine Spur zu pragmatisch besprochen haben dürftest.  :icon_mrgreen:
PS: Als Experte darfst du dich auch gerne zu meinen Damiani-Reviews (Girolimoni, Ein Mann auf den Knien) äußern, dazu hat mir bisher noch niemand etwas gesagt.  ;)
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

Bretzelburger

Mangels Zeit antworte ich nur auf zwei-drei Aspekte (später vielleicht ausführlicher).

ZitatÜbrigens bist du gerade wieder einmal ganz besonders belehrend (doch du, ganz grün bin ich nicht) - aber das weißt du ja selbst.

Wann fängt "belehrend" an, wann ist es eine Information und wann möchte ich persönlich damit etwas aussagen ?  - Die Bemerkung zu Berlusconi habe ich nicht gemacht, weil ich dich belehren wollte oder gar dachte, dass du das nicht ahntest, sondern weil es mir ein Bedürfnis war, es auszudrücken.

ZitatInnerhalb der OFDb sind viele deiner Klassiker-Reviews natürlich eine Bereicherung, im Wordwide Web aber nur ein Krümel (Entschuldige, du weißt, was ich meine).

Ich weiß nicht, woher du deine Informationen hast. Vielleicht gibt es im Antiquariat irgendwelche unbekannten Texte, aber im WWW gibt es fast nichts. Bevor ich etwas schreibe, versuche ich sämtliche Informationen im Internet zusammen zu klauben (auf deutsch, englisch, italienisch, französisch und wenns sein muss auch auf spanisch). Versuch mal etwas tiefschürfendes über Damiani zu finden oder wenigstens einen halbwegs anständigen Text zu mehr als 2 Filmen von ihm. Ich habe mich jetzt mit Moravia und seiner früheren Frau beschäftigt, weil Damiani einige Bücher von ihnen verfilmte. Da habe ich wenigstens noch etwas Inhalt gefunden. Über Pialat gibt es eine sehr gute französische Seite, aber die kann selbstverständlich auch nicht alle Wünsche erfüllen. Ebenso erging es mir mit Melville - ich habe mir das Buch "Kino der Nacht" gekauft, um wenigstens etwas Hintergründe und Intentionen zu erfahren.
Schau mal im "Filmdienst", "Filmzentrale" usw. nach, ob da gute Texte zu den obengenannten sind - bis auf geringe Ausnahmen Fehlanzeige. Und wenn - wie die Review zu Melvilles "Die schrecklichen Kinder" - etwas auf diesen Seiten ist, dann ist es oft äusserst mangelhaft, weil die Redakteure den Film auch nicht kennen (ich schreibe gerade einen Text dazu).
Ähnlich ist es selbst bei schon viel besprochenen Regisseuren wie Antonioni. Man hat bei den Autoren einfach nicht den Eindruck, dass diese sämtliche Filme kennen, über die sie schreiben. Im Fotobuch des Taschen-Verlages zu Antonioni steht der selbe unreflektierte Mist über "Kinder unserer Zeit" wie in älteren Publikationen. Da hat der Eine beim Anderen abgeschrieben. So wird gut geschriebene Meinung weitergetragen, ohne das sie hinterfragt wird.

Das mit den Krümeln kannst du vergessen. Wenn es zwei Texte zu "Ich habe Angst" von dir und mir in der OFDb in deutscher Sprache im Internet gibt, habe wir damit fast schon eine Meinungshoheit.

ZitatPS: Als Experte darfst du dich auch gerne zu meinen Damiani-Reviews (Girolimoni, Ein Mann auf den Knien) äußern, dazu hat mir bisher noch niemand etwas gesagt.

Ich habe beide Reviews schon gelesen, möchte mir die Filme aber noch einmal ansehen. Zu Girolimoni, wollte ich selbst auch noch einen Text schreiben, auch weil du so eine lange Einleitung geschrieben hast (nicht als Retourkutsche gemaint). Übrigens sind deine Texte die Einzigen, die ich zu den Filmen gefunden habe im WWW - ich weiß nicht, welcher Optimismus dich zu dieser Krümelaussage verleitet. Ich wäre froh, wenn es viel darüber gäbe.


McKenzie

Schrieb ich nicht, dass Damiani im Gegensatz zu Antonioni, Sirk, etc. in der Tat eine "Nische" darstellt?  ;)
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

Bretzelburger

Sicher, das schriebst du, aber einerseits erwähnte ich nicht nur Damiani, zum anderen gibt es sogar bei Antonioni, über den es viel zu lesen gibt, noch Nischenfilme (wenn man die internationale Besprechung als Anhaltspunkt nimmt). Über "Blow Up" oder "Zabriskie Point" ist sicherlich viel geschrieben worden, aber selten qualitativ über das gesamte Werk.
Auch bei Sirk findet man nur wenig. Allein der Fakt, dass es nach wie vor schwer ist, zu den Regisseuren überhaupt alle Filme zu bekommen, beweist das schon - auch wenn gerade bei Sirk das letzte Jahr Besserung brachte. Du kannst im Grunde fast alle Regisseure nehmen, deren Werk nicht allgemeine Popularität geniesst (und das sind bekanntlich viele), und deine "Krümel"-These wird sich in Luft auflösen.

McKenzie

Kommst du noch zum Rest? Ansonsten später noch etwas zu deinem letzten Posting (du scheinst etwas gekränkt zu sein), jetzt geht's erstmal ins Kino zu "Eastern Promises" im OmU.  :love:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde
ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor

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