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Gemeinschaftsforum => Der phantastische Film => Thema gestartet von: Mr. Blonde am 17 Mai 2020, 15:24:09

Titel: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr. Blonde am 17 Mai 2020, 15:24:09
Neben dem "Fury Road"-Sequel arbeitet George Miller aktuell an einem Furiosa-Solofilm. Die Arbeiten daran sollen schon nach seinem aktuellen Film beginnen. Charlize Theron ist wohl anscheinend nicht dabei, dafür gilt Anya Taylor-Joy ("The Witch") als heiße Anwärterin für die Hauptrolle.

Weitere Infos (https://cinemediatech.wordpress.com/2020/05/17/mad-max-furiosa-beruechtigte-endzeit-amazone-bekommt-eigenes-prequel/)
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Eric am 17 Mai 2020, 15:26:18
Hmmm, bei dem Alter der neuen Furiosa ist es also eher die Vorgeschichte dazu?

Aber, sofern George miller wieder alle Fäden in der Hand hat, her damit!!
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr. Blonde am 17 Mai 2020, 15:28:28
Genau, ist ein Prequel. ;)
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Cobalt am 14 Oktober 2020, 14:49:22
Anya Taylor-Joy als Furiosa wurde nun bestätigt. Miller hatte überlegt, Theron digital zu verjüngen, sich dann aber doch für eine jüngere Schauspielerin entschieden. Außerdem dabei: Chris Hemsworth und Yahya Abdul-Mateen II.

https://deadline.com/2020/10/furiosa-mad-max-spinoff-george-miller-anya-taylor-joy-chris-hemsworth-1234596503/
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 2 März 2022, 17:03:25
Inzwischen zeichnet sich wohl ab, dass Chris Hemsworth den Baddie spielt... und Tom Burke hat Yahya Abdul-Mateen II ersetzt.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 30 November 2023, 09:03:59
(https://thumbs4.imagebam.com/e1/86/a2/MEQK6ZL_t.jpg) (https://www.imagebam.com/view/MEQK6ZL)

Den ersten Trailer gibt´s wohl morgen.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 1 Dezember 2023, 08:35:55
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Newendyke am 1 Dezember 2023, 10:24:56
FUCK YEAH!!!

Wenn der nur halbwegs so octangeladen wie Fury Road wird, dann wird's ein Fest!!!
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 1 Dezember 2023, 10:35:53
Joa... fein, klar - nach dem letzten Film sieht der Trailer im Grunde wie erwartet aus.
Hemsworth hätte so jetzt nicht unbedingt sein müssen... aber mal abwarten.
ATJ ist aber natürlich ein großer Gewinn für den Streifen.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: ironfox1 am 1 Dezember 2023, 18:18:06
Sieht scheiße aus! Schauspieler nur vorm Greenscreen und hässliche CGI Fahrzeuge. Und der soll 168 Mio kosten?  :lol:
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Terry Noonan am 11 Dezember 2023, 23:50:49
War jetzt auf dem Handy nicht gut zu erkennen, aber ist ein Animationsfilm mit Hemsworth & Co. als Sprecher, oder? :happy:

Ansonsten kann ich nur berichten, dass ich vor ein oder zwei Jahren mal wieder Teil 3 gesehen hatte und ihn tatsächlich in allen Belangen wie Atmosphäre, Design und Personen millionenfach besser fand als den "Nächste links, nach 100 Meilen rechts, dann wieder umkehren und den gleichen Weg zurück"-Fury Road.
Furiosa scheint nur leider eine Evolution von Letzterem zu sein.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: mali am 12 Dezember 2023, 12:21:51
Mad Maxine
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Private Joker am 12 Dezember 2023, 12:33:51
Zitat von: Terry Noonan am 11 Dezember 2023, 23:50:49Ansonsten kann ich nur berichten, dass ich vor ein oder zwei Jahren mal wieder Teil 3 gesehen hatte und ihn tatsächlich in allen Belangen wie Atmosphäre, Design und Personen millionenfach besser fand als den "Nächste links, nach 100 Meilen rechts, dann wieder umkehren und den gleichen Weg zurück"-Fury Road.
Furiosa scheint nur leider eine Evolution von Letzterem zu sein.

Der dritte (also der mit Tina) - echt jetzt ? Das ist für mich der "Alien 3" dieser Reihe, d.h. den habe ich aus meinem persönlichen Kanon einfach komplett gestrichen und verdrängt. Über die Qualität des zweiten in Relation zum vierten kann man dagegen durchaus diskutieren, ich seh die zwei auch ein wenig als "Original und Fälschung".
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 12 Dezember 2023, 13:48:09
Zitat von: Private Joker am 12 Dezember 2023, 12:33:51
Zitat von: Terry Noonan am 11 Dezember 2023, 23:50:49Ansonsten kann ich nur berichten, dass ich vor ein oder zwei Jahren mal wieder Teil 3 gesehen hatte und ihn tatsächlich in allen Belangen wie Atmosphäre, Design und Personen millionenfach besser fand als den "Nächste links, nach 100 Meilen rechts, dann wieder umkehren und den gleichen Weg zurück"-Fury Road.
Furiosa scheint nur leider eine Evolution von Letzterem zu sein.
Der dritte (also der mit Tina) - echt jetzt ? Das ist für mich der "Alien 3" dieser Reihe, d.h. den habe ich aus meinem persönlichen Kanon einfach komplett gestrichen und verdrängt. Über die Qualität des zweiten in Relation zum vierten kann man dagegen durchaus diskutieren, ich seh die zwei auch ein wenig als "Original und Fälschung".

Spontane Reaktion: "Alien 3" (also der von Fincher) - echt jetzt?  :schock:
Gerade so einiges aus Teil 4 würde ich gerne für immer aus meinem Gedächtnis verbannen... aber es geht einfach nicht  :sad:  :happy3:

"Beyond Thunderdome" empfinde ich aber ebenfalls als lahm und mau - wogegen "Fury Road" ja (im Grunde unbestritten) ein klares Genre-Highlight war/ist... der mauen Story (und Tom Hardy  :happy3: ) zum Trotz.

Der Trailer zu "Furiosa" sieht derweil recht künstlich aus - fraglos. Aber da wird nicht viel Green-Screen verwendet worden sein - sondern so wie bei "Fury Road" viel "Praktisches", das um Effekte und Farbfilter ergänzt wurde.

Vom Stil her passt der Trailer aber durchaus zum Vorgängerfilm.
Ich bin gespannt, ob Miller es alles in allem erneut gut hinbekommen hat...
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr Creazil am 12 Dezember 2023, 23:03:47
Da bin ich allerdings in jedem Punkt bei StS  :engel:
'Beyond Thunderdome' bleibt für mich die alberne, glattgebügelte Hollywood-Kinderfilm-Version eines 'Mad Max', während 'Fury Road' dahingegen seinerzeit eines der größten Action-Highlights darstellte. Der Trailer zu 'Furiosa' andererseits macht bislang in der Tat einen etwas zu künstlich Eindruck. Jedoch bleibt abzuwarten, wie Miller diese Künstlichkeit einsetzt. Denn das wird gerade zu gerne explizit und teilweise forciert ausgeklammert: manch einer meckert breitgetreten, wie apodiktisch über schlechtes CGI und wie es Filme zerstört, vergisst dabei hingegen zu differenzieren zwischen dem Werkzeug an sich und wie es künstlerisch genutzt wird. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob Filmemacher CGI gezielt und gekonnt einsetzen, oder es inflationär hinrotzen, wie eigentlich jeder Disney-Film jüngerer Zeit, Marvel insbesondere. Darum Unterschreiben ich das:
Zitat von: StS am 12 Dezember 2023, 13:48:09Aber da wird nicht viel Green-Screen verwendet worden sein - sondern so wie bei "Fury Road" viel "Praktisches", das um Effekte und Farbfilter ergänzt wurde.
Und bleibe gespannt. Wenn auch nicht enthusiastisch. Allerdings war ich das damals im Vorfeld von 'Fury Road' ebenso wenig. ^^
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Terry Noonan am 13 Dezember 2023, 00:10:38
Also, wer zweimal Abbiegen und Wenden ernsthaft super findet, solange da ein Haufen Stuntmen im völlig sicheren und ungestörten Setting einer unbevölkerten Wüstengegend seine Show abzieht, dem sei auch absolut verziehen, dass er - vermutlich wie ich vor 30 Jahren - Alien 3 als Murks in Erinnerung behalten hat.
Tip vom Besserwisser:Alien 3 und Mad Max 3 einfach zeitnah nochmal schauen und mit dem jeweiligen Teil 4 vergleichen :smiley:
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: McClane am 13 Dezember 2023, 10:23:01
Es ist ja so wie StS und Mr Creazil sagen: "Alien 3" > "Alien 4" (vor allem im Assembly Cut von Teil 3); "Mad Max 3" < "Mad Max: Fury Road". Das wissen alle coolen Kids.

Zitat von: Terry Noonan am 13 Dezember 2023, 00:10:38solange da ein Haufen Stuntmen im völlig sicheren und ungestörten Setting einer unbevölkerten Wüstengegend seine Show abzieht

Ähm, ja, und was denkst du wo und wie Teil 2 und 3 in Sachen Action gedreht wurden? In unsichtbaren Großstädten?
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 19 März 2024, 18:39:53

Dürfte wüst und unterhaltsam werden. :happy2:
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: DisposableMiffy am 25 April 2024, 17:38:09
Kommt mit R-rating. Hoffentlich hat man es diesmal auch genutzt, bei Fury Road wurde es ja komplett verschenkt.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 9 Mai 2024, 09:58:01

Zitat'Furiosa' First Reactions Say It's a Stunning Powerhouse (But No 'Fury Road')

(HollywoodReporter.com)

Die Laufzeit beträgt 148 Minuten.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 11 Mai 2024, 09:45:16
...der zugehörige Mockbuster aus dem Hause "the Asylum": ROAD WARS: MAX FURY

Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 21 Mai 2024, 20:17:03
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 27 Mai 2024, 14:20:47
Nach dem furiosen ,,Fury Road" (2015) – seines Zeichens einer der besten Action-Filme aller Zeiten – kommt mit ,,Furiosa: A Mad Max Saga" nun (2024) ein Prequel-Spinoff daher, das ,,Fury Road" bereichert und auch sonst erfreulich viel richtig macht – u.a. nicht einfach den erfolgreichen Vorgänger kopiert oder bloß minimal abwandelt, sondern stattdessen eine Geschichte erzählt, die (auf 5 Kapitel verteilt) 15 Jahre umspannt und dabei stärkeren Wert auf die Haupt-Charaktere und die gewalttätige Welt legt, in der sich eben jene bewegen. Ordentlich ,,Krawall" gibt´s aber trotzdem...

Die Titel-Figur portraitieren Alyla Browne und Anya Taylor-Joy beidesamt hervorragend – und auch Chris Hemsworth weiß zu überzeugen und seinem Part eine echte Persönlichkeit zu verleihen: Dementus mag zwar ein für die Reihe gewohnt überzeichneter Baddie sein – doch Hemsworth vermittelt auch was hinter seiner Schrägheit und seinem Wahnsinn steckt. Tom Burke ist ebenfalls eine solide Erwähnung wert – steht aber durchweg im Schatten von Anya, die mit wenigen Worten und viel Körpereinsatz einfach eine absolut würdige Nachfolgerin, ähm Vorgängerin von Charlize Theron ist...

Inszenatorisch ist George Miller´s Streifen eine wahre Pracht – von der Ausstattung (Kostüme, Fahrzeuge etc.) über die Optik und druckvolle Musik bis hin zu der wunderbar kreativen Regie. Die gebotene Action kommt wuchtig, wild und klasse choreographiert daher – wurde ordentlich über den Verlauf verteilt und macht Spaß. Allein schon, dass der große 40-tägige Krieg bloß ,,flüchtig am Rande" gezeigt wird, zeigt aber, dass der Fokus im Vorliegenden klar bei Furiosa und ihrer persönlichen Rache-Story verortet ist, welche in eben jenem nunmal nicht aktiv mitgekämpft hat...

Anzumerken ist allerdings, dass das Ganze punktuell etwas ,,zu künstlich" ausschaut – gerade wenn zwischen Szenen/Einstellungen mit CGIs und Green-Screens und solchen mit realen Locations und Stunts gewechselt wird. Zudem gerät der Film am Ende leicht ins Straucheln – u.a. wegen eines unnötigen ,,Cameos" – und wirkt er mit seinen rund 140 Minuten mitunter wie eine gute ,,Extended Version" eines sehr guten ,,Kino-Cuts". Und btw.: Dieser aufwändige, verdammt ,,physische" Streifen wurde von einem knapp 80-Jährigen gestemmt! Und das in der australischen Wüste. Kudos, Mate!

knappe 8/10
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 28 Mai 2024, 15:09:55
ZitatFuriosa used AI to mesh Anya Taylor-Joy and child counterpart

Appearing on The Kelly Clarkson Show (via Variety), Anya Taylor-Joy said that Furiosa presented the opportunity for the filmmakers to try something out. "George Miller had the idea very early on. The audience was already getting used to a new Furiosa," referring to herself taking over the role as a younger version of Charlize Theron's character. "He wanted the transition from both actors [herself and Browne] playing her to be seamless. And so I did two days of the craziest things you could ever possibly imagine. And they mixed our faces together." As for when and how often AI was used, Taylor-Joy noted that the beginning of the movie uses around 35% of her features on Brown while it hits upwards of 80% before the complete transition.

(Joblo.com (https://www.joblo.com/furiosa-used-ai-to-mesh-anya-taylor-joy-and-child-counterpart/))
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Private Joker am 31 Mai 2024, 21:01:41
Bin wie schon beim Vorgänger - unter Anerkennung der gerade optischen Stärken - eher nicht so begeistert. Oder anders ausgedrückt: Wenn Herr Miller mal ein paar Gründe sucht, warum das kein Welterfolg wie Top Gun wird, bin ich gerne behilflich.

Aber fangen wir mit den Stärken an: Die Handlung passt diesmal nicht auf einen Bierdeckel, geht über "einmal durch die Wüste und zurück" schon hinaus. Dass es Miller in Sachen Bildgestaltung speziell von Wüstenszenarien drauf hat, muss ich nicht groß betonen, obwohl der Anteil CGI an der Optik gefühlt noch ein wenig höher ist. In Sachen Action sowieso, die zwei Haupt-Straßenkampfsequenzen haben den erwartbaren Wumms (Doppelwumms?) und beeindrucken mit ein paar wuchtigen Stunts und Karren.

Und hier geht so langsam die Kritik los - mit den Sehgewohnheiten von Otto Normalzuschauer, nach der die Action am Anfang und am Ende stehen und sich dazwischen Story und Charaktere entwickeln sollten, bricht der wie gehabt auch etwas überlange Streifen komplett - so richtig geht die Luzie nur in der Mitte ab. Wobei die erste und vermutlich beste Sequenz auch ein wenig "angepappt" wirkt, richtig organisch in den Film integriert ist die nicht. Motto halt irgendwie "Jetzt ist langsam mal Zeit für den großen Tanklastwagen, bevor das Publikum wegdöst" - wer der Gegner ist, der da massenweise unter die Räder gerät und wie das die Handlung voranbringen soll, wird nie wirklich erklärt. Ins diesbezüglich leicht schiefe Bild passt Burke als Ersatz-Max und halbherziges Love-Interest für die Heldin, der einem förmlich vor die Füße rollt und auch eher unspektakulär wieder verschwindet.

Und während der Anfang jetzt trotz des Fehlens einer wirklichen Auftakt-Krachersequenz jetzt sicher nicht unbedingt gähnende Langeweile auslöst, muss man sich beim Finale schon fragen, was sich die Macher dabei gedacht haben.

Spoiler: zeige
 Generell mag es ja sein, dass man diesen "40 Tagekrieg" nicht in allen Details zeigen konnte (Budget und so) oder wollte. Nur wenn die Riesenmengen von (CGI-)Motorkriegern von "Dementus", die der Film mehrfach ins Bild rückt, einfach so verschwinden und das Schlussduell zwischen Taylor-Joy und Hemsworth letztlich auf zwei, drei Figuren bei den Bösen und dann einen Austausch von ein paar Verbalinjurien hinausläuft, fragt man sich  schon, wo die hin sind -oder man hätte sich das ganze weiträumig schenken können. Und überhaupt Hemsworth: Dessen Bösewicht, der bis auf ein oder zwei gute Szenen (mein Fav: die Sache mit der Panzerfaust) weder besonders böse sein noch seine dekorativen Muckis wirklich einsetzen darf, ist dann in der Summe wirklich eine reine Luftpumpe - zumal (Schicksal eines Prequels halt) völlig klar ist, wer den Film überleben wird und wer nicht.


Und letztlich ist auch das, was sich nach meiner obigen These "eigentlich" in der Mitte des Film entwicklen sollte, also die Charaktere und die Story eher sagen wir mal etwas knapp geraten. Die Kiste mit den "drei Festungen" (+ dieses "Pardies", was komischerweise keiner findet) ist zwar eine drollig-schräge Idee, aber jetzt auch nicht wirklich sinnstiftend. Wie man zB mitten in der Wüste Munition ("Bullet Farm") produzieren sollte, erschließt sich mir nicht, dafür braucht man reichlich bestimmte Rohstoffe, viel Energie, Knowhow in Form ausgebildeter Ingenieure. Und auch wenn die Handlung wie erwähnt diesmal etwas mehr als pure Bewegung beinhaltet - letztlich läuft es dann doch auf "wir fahren zu Festung 1/2/3 und machen da alles platt" hinaus.
Was die Figuren angeht, Jo, alle wieder schön schräg, aber irgendwo hätte man dann doch gerne einen echten Sympathieträger und nicht nur wie schon im ersten Film diese schier unfassbare Menge an Grusel- und Geisterbahnfiguren. "Furiosa" erfüllt die Rolle auch nur ansatzweise, vielleicht auch bedingt durch den langen Zeitraum und diese Idee mit den insgesamt "vier" Darstellerinnen (Brown/Taylor/Mixtur/Theron). Klar wird die Figur durchweg nicht schlecht gespielt, aber eine Bindung baut man so nicht auf, zumal die ja auch kaum was sagt. Und ganz ehrlich: Für so eine Wüstenamazone ist gerade Taylor-Joy doch ein bisschen überschlank, hätte vielleicht mal mit Chris ein paar Stunden in der Muckibude teilen sollen.

In der Summe irgendwas um immer noch solide, aber eben nicht "gute" 6/10. Ein bisschen schade ist das schon, denn die Luft für "teuere Actionfilme mit R-Rating" wird mit dem und seinem relativen Misserfolg sicher noch dünner. Was "Mad Max" als Franchise angeht: "Von dem Vollstrecker habe ich nie mehr gehört" heißt es am Ende vom zweiten Teil, der für mich eigentlich immer noch der einzig wirklich relevante ist. Hätte man vielleicht wirklich so handhaben sollen....
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: McClane am 1 Juni 2024, 14:26:55
Zitat von: Private Joker am 31 Mai 2024, 21:01:41wer der Gegner ist, der da massenweise unter die Räder gerät und wie das die Handlung voranbringen soll, wird nie wirklich erklärt.

Mit einem Minimum an Aufmerksamkeit kann man schon erkennen, dass es die eine Banditentruppe ist, die vorher zu Dementus' Horde gehört hat, und jetzt wahrscheinlich wieder als Freelancer unterwegs sind.
Spoiler: zeige
Deren Anführer war ja nicht gerade begeistert, dass Dementus beim gefakten Überfall auf den Transporter einige Jahre zuvor die Leute dann wirklich erschoss, um es realer wirken zu lassen.

Das gehört ja zu den großen Stärken von Miller, dass er seinem Publikum nicht alles haarklein vorkaut. Und selbst wenn es nur random Banditen wären - würde es den Wert der Szene schmälern?
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Private Joker am 1 Juni 2024, 17:42:24
Zitat von: McClane am  1 Juni 2024, 14:26:55Das gehört ja zu den großen Stärken von Miller, dass er seinem Publikum nicht alles haarklein vorkaut. Und selbst wenn es nur random Banditen wären - würde es den Wert der Szene schmälern?

Gerade im Hinblick auf die weitgehend ausgefallene Endschlacht und die unbeantwortete Frage,
Spoiler: zeige
 wo die Monster-Bikerarmee vom Dementus hin ist
finde ich das schon kritikwürdig. Da fragt man sich dann doch, warum man sich mit spektalulären Nebengefechten aufhält, wenn der Hauptkrieg dann nicht stattfindet.

Am besten hat Hollywood eigentlich immer funktioniert, wenn es zwei relativ klar gegeneinander abgrenzte Parteien gab, Cowboys gegen Ihrwisstschon, Imperium gegen Rebellen, US-Flieger gegen die Gesichtslosen im anderen Cockpit - und da wurde es halt auch immer im großen Endkampf entschieden. Dass Furiosa zumindest an der Kasse erwiesenermaßen nicht oder nicht richtig funktioniert, muss ja Gründe haben (außer "Publikum zu dumm", damit sollte man gar nicht erst anfangen). Wer welche findet, darf die gerne in die Diskussion einbringen.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr Creazil am 1 Juni 2024, 18:39:18
Hollywood'sche simplifizierende Schwarz-weiß-Malerei von zwei Parteien halte ich nun aber für ein reichlich angestaubtes Konzept und nicht gerade das stärkste Argument wider einen Film, der es sich in der Hinsicht nicht zu einfach macht. Zum Protokoll: Furiosa habe ich noch nicht gesehen.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: StS am 1 Juni 2024, 19:44:20
Zitat von: Private Joker am  1 Juni 2024, 17:42:24Gerade im Hinblick auf die weitgehend ausgefallene Endschlacht und die unbeantwortete Frage,
Spoiler: zeige
 wo die Monster-Bikerarmee vom Dementus hin ist
finde ich das schon kritikwürdig. Da fragt man sich dann doch, warum man sich mit spektalulären Nebengefechten aufhält, wenn der Hauptkrieg dann nicht stattfindet.

Ich wiederhole dazu einfach mal meine Meinung von letzter Woche  :happy3:

Zitat von: StS am 27 Mai 2024, 14:20:47Allein schon, dass der große 40-tägige Krieg bloß ,,flüchtig am Rande" gezeigt wird, zeigt aber, dass der Fokus im Vorliegenden klar bei Furiosa und ihrer persönlichen Rache-Story verortet ist, welche in eben jenem nunmal nicht aktiv mitgekämpft hat...

Zitat von: Private Joker am  1 Juni 2024, 17:42:24Am besten hat Hollywood eigentlich immer funktioniert, wenn es zwei relativ klar gegeneinander abgrenzte Parteien gab, Cowboys gegen Ihrwisstschon, Imperium gegen Rebellen, US-Flieger gegen die Gesichtslosen im anderen Cockpit - und da wurde es halt auch immer im großen Endkampf entschieden. Dass Furiosa zumindest an der Kasse erwiesenermaßen nicht oder nicht richtig funktioniert, muss ja Gründe haben (außer "Publikum zu dumm", damit sollte man gar nicht erst anfangen). Wer welche findet, darf die gerne in die Diskussion einbringen.

--> Furiosa vs. Dementus. Der klar abgegrenzte zentrale Konflikt des Films, der im Finale entschieden wird, bei dem beide sich direkt im (Zwei-)Kampf gegenüber stehen. Für mich eine klare Sache. Ob das in diesem Fall nun aber "epic" oder antiklimaktisch war, ist dagegen eine andere...  :happy3:
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: McClane am 3 Juni 2024, 17:55:10
Zitat von: Private Joker am  1 Juni 2024, 17:42:24
Zitat von: McClane am  1 Juni 2024, 14:26:55Das gehört ja zu den großen Stärken von Miller, dass er seinem Publikum nicht alles haarklein vorkaut. Und selbst wenn es nur random Banditen wären - würde es den Wert der Szene schmälern?

Gerade im Hinblick auf die weitgehend ausgefallene Endschlacht und die unbeantwortete Frage,
Spoiler: zeige
 wo die Monster-Bikerarmee vom Dementus hin ist
finde ich das schon kritikwürdig. Da fragt man sich dann doch, warum man sich mit spektalulären Nebengefechten aufhält, wenn der Hauptkrieg dann nicht stattfindet.

Mit dem Showdown würde ich dir zustimmen. Das ist für mich eine große Antiklimax und wirkt auch auf mich so, als ob es am Ende schnell gehen musste, weil das Budget aufgebraucht war oder man einen engen Zeitplan bis zur Cannes-Premiere einhalten sollte. Ansonsten stehe ich zu meiner Aussage, die ich natürlich primär auf die andere Szene bezog, die du kritisiert hattest.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr Creazil am 3 Juni 2024, 20:14:26
Die Klimax sehe ich tatsächlich komplett anders, sie wirkte auf mich ganz im Gegenteil sehr stimmungsvoll, ein konsequenter, aus dem Naturell beider Charaktere geborener Abschluss der Beziehung zwischen Furiosa und Dementus, leise und intim, mehr noch: ein wichtiger Schritt in Furiosas Reifeprozess von der von Rachegefühlen getriebenen, geblendeten, emotional verkrüppelten Kriegerin zur opferbereiten Retterfigur, zu der sie in 'Fury Road' geworden ist. Ein übrigens komplett gegenläufiger Ansatz im Vergleich zu Max, der seinerzeit dem Wahnsinn der Welt um sich erlegen ist und seinen letzten Funken Menschlichkeit auf dem Altar der Rache geopfert hat (in konkreter Bezugnahme auf Teil 1). Und ebendeswegen ist das eine mehr als legitime Darstellungsweise von Furiosa, die sich somit von Max als eigenständige Figur abhebt und ihn nicht nur in Gestalt eines Racheengels kopiert (obgleich Max insbesondere in den Sequels natürlich ebenfalls die Rolle der Retterfigur in der Dystopie annimmt). Wie die Geschichte im Prequel aufgelöst wurde, empfinde ich dementsprechend als essentiellen, prägnanten, aussagekräftigen Fortschritt, schlicht und ergreifend folgerichtig und kongruent mit der Figur Furiosa aus 'Fury Road'. Erst exakt diese zwar anitklimaktische Handhabung des Konflikts macht den nahtlosen Übergang zur 'Fury Road'-Furiosa plausibel, da sie eine konstruktive Auflösung gegenüber einer destruktiven Auge-um-Auge-Vergeltungs-Abwärtsspirale bevorzugt, die das Handeln der Figur im weiteren Werdegang überhaupt erst begründet. In der letzten Spiegel-Konfrontation zwischen den Furiosa und Dementus sehe ich in Wahrheit eine unvermittelte Erkenntnis in Furiosa reifen, eine regelrechte Epiphanie (nicht zu sehr im religiösen Sinne, aber das will ich nicht gänzlich ausschließen, denn wo, wenn nicht in der Postapokalypse gäbe es einen geeigneteren Ort dafür? Sage ich als Atheist...), wie ihr die destruktiven Konsequenzen der Erfüllung des Rachegelübdes bewusst werden und sich ihr somit ein konstruktiver Alternativweg auftut. Den sie sonach in 'Fury Road' begeht und, wie im Epilog angedeutet, sich durch ihren eigenen Legendenstatus emanzipiert. So meine, wie immer überflüssig überinterpretierte Sichtweise.  :jonglier:

Diese meine Perspektive liegt natürlich zum Teil darin begründet, dass ich inzwischen banale, stumpfsinnige Materialschlachten, die versuchen sich mit zu viel Bombast  zu einer Größe aufzublasen, die sie in der Regel dann doch nicht hergeben (hallo Marvel), reichlich kritisch sehe, da sie mehr geistloses, kleinliches Spektakel bieten, das simpelste Sensationsgelüste und abgedroschene, kleingeistige Konzepte bedienen, die einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten (wie zum Beispiel eben die angesprochenen Rache- und Vergeltungsfantasien und Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Mentalität, deren Rechtschaffenheit im Rachefilm deutlich zu wenig kritisch reflektiert und hinterfragt, im Gegenteil meistens zu leichtfertig als rechtschaffen akzeptiert und deren Gewalttätigkeit als gerechtfertigt hingenommen wird), in letzter Konsequenz rein destruktiv und kurzfristig gedacht daherkommen. Das konstruktive Element mag diese impulsiven, affektartigen Gelüste weniger befriedigend wirken, entspricht jedoch einem umfassenderen, zukunftsorientierten und längerfristig gedachten Ansatz, den wir jetzt mehr nötig haben als archaische Lust auf Krieg und Elend. Und es ist nun mal so, dass Charaktere im Bombast untergehen, sich der Charakter eines Soldat in einer Materialschlacht auflöst, seine Menschlichkeit  durch das maschinelle Töten bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wird (ein Grund, warum ich übrigens Villeneuves Verzicht auf eine zu breit aufgefahrene Finalschlacht in Dune Numero 2 ebenfalls begrüßt habe).

Wie StS gesagt hat: hier ging es um Furiosa und Dementus. Deswegen ist der 40-Tage-Krieg vergleichsweise irrelevant, eine nebensächliche, reine Spektakelablenkung, die mit dem zentralen Konflikt fast nichts zu tun und ihm nicht beizutragen gehabt hätte. Deswegen ist es richtig, dass er nur am Rande erwähnt wurde. Und deswegen ist es richtig, wie der verschlungene Knoten von Furiosa und Dementus letztlich aufgelöst wurde.

So, sorry, genug Rhababer von mir. 😅
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: McClane am 4 Juni 2024, 09:06:58
Da kann ich aus verschiedenen Gründen nicht mitgehen. Schließlich ist "Furiosa" nun nicht gerade ein Film, der Spektakel und Materialschlachten entsagt. Und bei "Fury Road" haben sich die Set Pieces ja auch immer mehr gesteigert. Dass man nach dem Tankerüberfall in Kapitel 3 und der Schlacht in Kapitel 4 dann noch ein Finale Furioso (bzw. Furiosa) erwarten durfte, ist dramaturgisch schon sinnig. Und selbst wenn ich den kleineren Showdown als bewusste Entscheidung Millers sehen wollte, so ist das schon sehr holprig.

Spoiler: zeige
Der Film könnte ja sagen, dass Dementus' Horden inzwischen dezimiert wurden, woraufhin Furiosa ihn und seine letzten Getreuen stellt. So sieht allerdings so aus, als ob sie von der Front des immer noch laufenden Kriegs mal eben zu Dementus schraddelt, der seelenruhig mit fünf Getreuen durch die Wüste cruist, als ob ihm nicht gerade die Armee von Immortan Joe ans Leder wolle. Und unter diesen fünf Getreuen sind Figuren, von denen ich erwartet hätte, dass sie noch mal harte Brocken für Furiosa sind, wie die Frau mit dem entstellten Gesicht. Die streicht dann aber total schnell die Segel, sodass ich gar nicht wusste, ob sie jetzt tot oder nur in den Sand gefallen ist.


Und einen Verzicht auf Rachephantasien kann ich absolut nicht darin erkennen.

Spoiler: zeige
Jemandem als lebendigen Nährboden für einen Pfirsichbaum zu verwenden, das ist schon eine ziemlich grausame Bestrafung. Von all den vorgeschlagenen Möglichkeiten laut des Erzählers ja nicht nur die wahrscheinlichste, in meinen Augen sogar die revanchistischste.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr Creazil am 4 Juni 2024, 12:58:10
Zitat von: McClane am  4 Juni 2024, 09:06:58Da kann ich aus verschiedenen Gründen nicht mitgehen. Schließlich ist "Furiosa" nun nicht gerade ein Film, der Spektakel und Materialschlachten entsagt. Und bei "Fury Road" haben sich die Set Pieces ja auch immer mehr gesteigert. Dass man nach dem Tankerüberfall in Kapitel 3 und der Schlacht in Kapitel 4 dann noch ein Finale Furioso (bzw. Furiosa) erwarten durfte, ist dramaturgisch schon sinnig. Und selbst wenn ich den kleineren Showdown als bewusste Entscheidung Millers sehen wollte, so ist das schon sehr holprig.

Vorsicht, den Absatz von mir nicht falsch lesen: der Kommentar zu Spektakel und Materialschlacht ist eine Erläuterung dazu, weshalb ich persönlich im Allgemeinen immer weniger interessiert an ebenjenen bin, nicht, wie ich im Speziellen 'Furiosa' diesbezüglich einschätze. Zumal ich weiterhin einschränken muss, dass ich natürlich Spektakeln und Materialschlachten nicht grundsätzlich abgeneigt bin, es ist nur wie immer eine Frage von Maß und Maßstab ist, inwiefern es für mich kontextuell Sinn ergibt, wie es aufgebaut ist, woraus es sich nährt und worin es kulminiert. Und dahingehend steht 'Furiosa' nun mal unter anderen Vorzeichen, bei denen ich es begrüße, dass Miller eben NICHT versucht, 'Fury Road' zu kopieren oder in Sequel-Manier zu übertreffen. Zumal das Prequel den schwierigen Weg zu beschreiten hatte, ein Vorspiel zu 'Fury Road' zu präsentieren, in diesem stimmig zu münden, ein Teil der Erzählung zu sein, nicht ein Konkurrent, der gegen den Vorgänger im Übertreffungs-Duktus anzukämpfen versucht. 'Furiosa' ist für mich übrigens im direkten Vergleich der schwächere Film und hat natürlich seine deutlichen Unzulänglichkeiten. Aber bezüglich des Finales, und nur darum ging es mir, ist der Verzicht auf eine spektakuläre Auflösung wesentlich stimmiger, da aus der Haltung des Prequels geboren, mit groben Pinselstrichen und nicht zu viel Erklärerei eine Charakterentwicklung Furiosas zu zeichnen. Das erforderte dieses Finale und nicht das geforderte Spektakel, das den gewünschten Effekt übertüncht, eine unnötige Heroisierung des Racheengels unterstützt hätte. Darum sehe ich das mitnichten als holprig, das wäre für mich ganz im Gegenteil die besagte Materialschlacht, der schwächere Abklatsch des Vorgängers gewesen, der mehr auf den Effekt und verzweifeltes Wiederholen, weniger auf die Charakterisierung, die in der Folge letzten Endes dem Effekt zum Opfer gefallen wäre, hätte hinarbeiten müssen.

Zitat von: McClane am  4 Juni 2024, 09:06:58
Spoiler: zeige
Der Film könnte ja sagen, dass Dementus' Horden inzwischen dezimiert wurden, woraufhin Furiosa ihn und seine letzten Getreuen stellt. So sieht allerdings so aus, als ob sie von der Front des immer noch laufenden Kriegs mal eben zu Dementus schraddelt, der seelenruhig mit fünf Getreuen durch die Wüste cruist, als ob ihm nicht gerade die Armee von Immortan Joe ans Leder wolle. Und unter diesen fünf Getreuen sind Figuren, von denen ich erwartet hätte, dass sie noch mal harte Brocken für Furiosa sind, wie die Frau mit dem entstellten Gesicht. Die streicht dann aber total schnell die Segel, sodass ich gar nicht wusste, ob sie jetzt tot oder nur in den Sand gefallen ist.

Da ich grundsätzlich ein großer Freund der Ellipse bin, brauche ich keine explizite, redundant visualisierte, doppelt und dreifach abgesicherte Darstellung davon, dass Dementus Horde kampftechnisch zahlenmäßig gehörig eingedampft wurde. Die Alternative wäre gewesen, immer wieder ineinander bretternde Horden à la klassischem Massenschlacht-Spektakel zu zeigen, was ich wirklich nur noch ermüdend und nichtssagend finde, sofern nicht wohlüberlegt angegangen. Das, was man zu sehen bekommt, genügt vollkommen. Naja, mir genügt es vollkommen.  :happy3:
Auch bezüglich besagter Frau, die ich mehr als ein bereicherndes Detail in der lebendigen Welt wahrgenommen, denn als Zahnrad der Theater-/Filmmaschine gesehen habe. Ihr Werdegang ist eine interessante Mikro-Erzählung, die eben nicht einzig und allein an Furiosas Rachegeschichte geknüpft ist, um ihr bloß als zu überkommender Widersacher, ein rein zum Objekt verkommenes Hindernis im handelsüblichen Finale zu dienen.

Zitat von: McClane am  4 Juni 2024, 09:06:58Und einen Verzicht auf Rachephantasien kann ich absolut nicht darin erkennen.

Spoiler: zeige
Jemandem als lebendigen Nährboden für einen Pfirsichbaum zu verwenden, das ist schon eine ziemlich grausame Bestrafung. Von all den vorgeschlagenen Möglichkeiten laut des Erzählers ja nicht nur die wahrscheinlichste, in meinen Augen sogar die revanchistischste.


Von Verzicht redet auch niemand. Wohl aber von Kanalisierung der "Racheenergie" in etwas konstruktives. Der aus Dementus wachsende Baum ist derartig überspitzt symbolisch aufgeladen als Zeichen des Neubeginns und Wachstums, dass es beinahe ans Kitschig-Lächerliche grenzt, im Gesamtbild der Legendenbildung um Furiosa hingegen absolut Sinn ergibt. Es ist nur die grausamste Bestrafung aus der archaischen Erwartungshaltung heraus, die eine Auge um Auge-Vergeltung fordert, sprich die unzweideutig gerechtfertigte Zerstörung des Widersachers, und sich entsprechend von Furiosas Handeln irritiert zeigt, sie nicht wirklich versteht. Wie Furiosa Dementus "bestraft" ist je nach verquerer, pseudo-religiöser Leseweise eher als Gnade denn als Bestrafung zu verstehen, eine Läuterung des Rachetriebes beider Figuren: von Dementus, der ihn entweder nicht ausleben oder der in ihm keine Erlösung finden konnte, zum einen; von Furiosa, die sich in Dementus wiedererkennt und die Leere, welche die rachedurstige Zerstörung hinterlassen hätte, begreift und eine Alternative wählt, zum anderen. Darum spreche ich auch von einer Spiegel-Konfrontation. Dementus zu schonen und ihn stattdessen zum Nährboden eines neuen Anfangs zu machen, birgt ferner zweifelsohne den starken Vergeltungs-Aspekt, dass Furiosa seinem Todestrieb nicht entspricht, ihm die Gnade der Erlösung durch den Tod, durch Befreiung von seiner qualvollen Existenz nicht gönnt. Andererseits gewährt sie ihm dadurch dahingegen insofern eine Erlösung, dass er eben zum besagten Nährboden, zum Fundament des Neuen, Konstruktiven wird. Wie gesagt: ein stark symbolisch und religiös geprägtes, mit Sicherheit nicht leicht zu schluckendes Bild, an dem man sich gerne stoßen darf und soll. Freilich, wem das nicht gefällt, der kann für sich immer noch die Legende ablehnen und eine der anderen Varianten von Furiosas Abrechnung mit Dementus für sich zum Kanon erklären. Die Möglichkeit lässt einem der Film durchaus offen, würde ich behaupten.  :happy3:

Und jetzt wirklich genug unnötige Spontan-Überinterpretation. Ich fabuliere mir das schließlich auf Gutdünken zusammen, während ich es schreibe. Grenz ja schon an missionarischem Eifer... 🙈
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: McClane am 5 Juni 2024, 10:16:34
Kein Thema, ist ja ne legitime Meinung.

Allerdings funktioniert die Ellipse in diesem Fall nicht. Gerade weil Miller es in dem Film ja sonst schafft so viel über Bilder oder kleine Details zu erzählen, die finale Furiosa-Dementus-Begegung aber nach dem "So Kinder, wir müssen mal langsam fertig werden"-Prinzip kommt, war das für mich schon sehr unstimmig.

Und wenn Dementus dann noch groß erzählen muss, dass er ja auch mal Kinder hatte, dann ist Miller beim unnötigen Ausbreiten statt Zeigen. Dass Dementus Vater war, weiß man ja eigentlich schon seit der Szene, in der er Klein-Furiosa den Teddy gab - hier scheint das Drehbuch ihn dann mit der Brechstange noch (leicht) humanisieren zu wollen, um die Erkenntnis in Furiosa selbst übers Knie brechen zu wollen.

Außerdem unterscheidet sich der Film durch seinen Ansatz schon gut von "Fury Road". Der war ja kondensiert, in erster Line eine reine Verfolgungsjagd, der hier ist eben das Coming-of-Age-Endzeit-Epos mit 2,5 Stunden Laufzeit. Das Wordbuilding über kleine, stimmige Details fand ich klasse (allein was Miller mit dieser untypischen Verfolgungsjagd zu Beginn über das Überleben in der Postapokalypse erzählt, ist schon beeindruckend). Auch vom farbenfroheren Colorgrading setzt er sich ja von "Fury Road" ab. Nur das Finale, das funktioniert für mich leider nicht. Macht insgesamt gute 7/10 meinerseits, aber es wäre eben noch mehr gegangen in meinen Augen.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr Creazil am 6 Juni 2024, 22:54:56
Joah, bei irgendwas um die 7 würde ich auch ankommen. Nur so aus reiner Neugierde: wie hätte das ideal Ende für Dich aussehen müssen? ^^
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: McClane am 18 Juni 2024, 10:46:15
Für mich wäre es dramaturgisch sinniger gewesen, wenn es zu einer Schlacht gekommen wäre, an deren Ende sich Furiosa und Dementus dann gegenüberstehen. Man hätte ja sowas wie das aktuelle Ende als finale Begegnung nehmen können, aber erst nachdem als Last (Wo)Men Standing gegenüberstehen oder Dementus nach der Vernichtung seiner Truppen flieht und dann von Furiosa gestellt wird.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Mr Creazil am 30 Juni 2024, 01:15:35
Hat für mich beim zweiten Kinobesuch nochmal dazu gewonnen und ich lande letzten Endes wahrscheinlich doch bei einer 8. In jedem Fall das ideale Ergänzungsstück zu 'Fury Road'.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Glod am 1 November 2024, 09:48:01
Optisch wie auch der Vorgänger herausragend inszeniert. Inhaltlich wird mit Dementus ein cooler Charakter eingeführt, den Hemsworth auch mit sichtbarer Spielfreude verkörpert. Ansonsten ist das ein arg überflüssiger und komplett spannungsbefreiter Streifen. Ja, ist schön, dass man die Lokalitäten noch mal zu sehen bekommt, aber da klar ist, wo für jeden erwähnenswerten Charakter die Reise hingeht, gibt es kein Mitfiebern o.ä.
Wenn einem Fury Road zugesagt hat, kann man sich den hier ruhig ansehen - muss man aber nicht.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Hitfield am 5 Dezember 2024, 11:53:33
99¢ Erstsichtung bei Amazon Prime Video

Ich war nie ein Fan der Reihe, aber "Fury Road" war schon ein unterhaltsames Spektakel – eine 1A-Stuntshow und Höhepunkt der Reihe.

Das Prequel, das ursprünglich als vierter Film geplant war, sieht visuell auch sehr gut aus und hat ebenfalls einige Action-Highlights. Es entstand aber die ungewöhnliche Situation, dass mich die Handlung völlig kaltgelassen hat, der Film trotz deutlicher Überlänge aber nie langweilig wurde, was an der Inszenierung und den Schauwerten liegt. Das sieht einfach alles visuell so gut aus, dass man dranbleibt.

Nun zu meinem Hauptkritikpunkt, der den Film und rückblickend auch die ganze Reihe bei mir deutlich nach unten gedrückt hat: Im Prinzip geht es in der gesamten Reihe nur darum, dass eine Horde grenzdebiler und teils mißgestalteter Freaks in einer dystopischen Wüstenlandschaft Tanklastwagen überfallen und sich gegenseitig abmurksen. Auch die Anführer, wie jetzt Dementus, sind schwachsinniger als schwachsinnig. Es gibt in der Reihe überhaupt keine Aussage, keine angestrebte Veränderung, kein Ziel für die Charaktere. Die vegetieren einfach weiter vor sich hin, wenn der letzte Rachefeldzug und Tanklastwagenüberfall überstanden ist. Es ist fast wie eine gefilmte hochprofessionelle Stuntshow oder eine filmische Monster Truck-Show ohne Mehrwert.

4/10, und auf weitere Pre-/Sequels kann ich ehrlich gesagt verzichten.
Titel: Re: Mad Max: Furiosa
Beitrag von: Wolfhard-Eitelwolf am 6 Dezember 2024, 15:17:56
Ebenfalls 99 Cent, und anders als der erste Teil hat mich dieser überhaupt nicht abgeholt. Das Mehr an CGI ist einer der größten Kritikpunkte, da es dem eigentlich auf Handmade ausgelegten Franchise den so ziemlich einzigen echten Reiz nimmt. Fehlt eigentlich nur noch ein mit Jetpack durch die Gegend düsender Freak mitsamt CGI Zerstörung einer ganzen Stadt und man wäre auf Marvelniveau angekommen.
Die Story war soßenbinderfreier Dünnschiss pur mit Betonung auf "dünn", die Charaktere zündeten in Sachen Sympathie überhaupt nicht und die zwar reichlich vorhandene Größenwahnaction langweilte spätestens nach einer Stunde, bzw erreichte lediglich, dass man nicht einschlief. Schließe mich dem Vorredner an und würde behaupten, dass as Franchise jetzt auch durch ist (es sei denn, es geht noch ins Weltall wie in manchen F&F Memes)
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