Gemeinschaftsforum.com

Gemeinschaftsforum => Allgemeines Filmforum => Thema erstellt von: MMeXX nach 19 November 2012, 13:01:27

Titel: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 19 November 2012, 13:01:27
Welchen Film habt ihr so zuletzt geschaut? Bitte jeweils wenigstens fünf Sätze, also nicht einfach nur Titelnennungen!




Headhunters (http://www.ofdb.de/film/212761,Headhunters) auf Blu-ray (7/10)

Norwegische Thrillerkost um den 1,68m großen Roger Brown (Aksel Hennie), der aussieht, als hätte er noch nie Kontakt mit der Sonne gehabt. Roger ist Headhunter, sucht also die richtigen Leute für wichtige Positionen. An seiner Seite seine heiße Freundin, die gerne ein Kind möchte. Da er sich nciht groß genug fühlt, um ihr alles zu bieten, will er sie mit Geld und käuflichen Dingen an sich binden. Da das Gehalt nicht ausreicht, klaut er nebenbei Bilder. Bis er eben an den falschen gerät. "Gegenspieler" Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau) kennt sich nämlich mit Ortungsgeräten aus und war ein toller Soldat.
Inhaltlich wohl mit diversen Änderungen gegenüber der Romanvorlage, dreht sich der Film hauptsächlich um Roger, hat aber unter anderem mit seinem Komplizen Ove einige abgedrehte Charaktere und Situationen zu bieten (Scheißhaus, Truck, Traktor). Der Twist um Greve war interessant, die Sache mit Rogers Frau (grenzenlose Liebe) auch okay. Als Gedankenspiel zu Weiterentwicklung/Wiedergeburt/Vertrauen durchaus einen Blick wert.


The Silent House (http://www.ofdb.de/film/198699,The-Silent-House) auf Blu-ray (6/10)

Vater und Tochter sollen für einen Freund ein leerstehendes Haus ausmisten, damit es verkauft werden kann. Aber was ist nur in der oberen Etage los?
Vor allem mit der Prämisse beworben, dass er am Stück und somit ohne Schnitt gefilmt worden sein soll - muss jeder selbst entscheiden, ob er es glaubt, einige Stellen luden auf jeden Fall zu Schnitten ein - handelt es sich letztlich um einen recht kleinen Grusler, der eher konventionell bleibt und aus meiner Sicht besser ohne "Auflösung" hätte bleiben sollen. Die Schockeffekte sitzen durchaus, sind aber eher Marke "erstmal leise, dann laut und Bewegung". Abgesehen von der Kamerasache also eher altbekanntes.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: blade2603 nach 19 November 2012, 16:22:21
habe zuletzt gesehen:

Skyfall

Der neue Bond und ich denke mehr muss dazu auch nicht gesagt werden! Einer der besten Bondstreifen der letzten Jahre. Bond muss verhindern das eine Liste von Agenten im Internet auftaucht! Ein grandioser Gegenspieler, eine gute Story und endlich wieder ein solider Bond in der Inzinierung! 9/10

Snowmargeddon

Eine Mysteriöse Schneekugel droht ein Bergdorf zu zerstören! C-Movie mit 3. klassigen Effekten einer Story die nicht der Rede wert ist. Warum diese Kugel auftaucht, warum sie mti der Dorfuhr verbunden ist und alles andere wird überhaupt nicht erklärt und ist nur Mittel zum Zweck! Einige Überraschungen hält der Film dennoch bereit so das ich mich (schaue gern C-Movie Katastopfenfilme) gut Unterhalten gefühlt habe. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 19 November 2012, 18:54:29
Oh, nette Idee. :)

The Color of Money (http://www.ofdb.de/film/8293,Die-Farbe-des-Geldes) (1986)

"The Color of Money" gehörte bis gestern zu den wenigen Scorsese-Filmen, die ich noch nicht gesehen hatte. Ein recht ruhiger Streifen, der von dem in die Jahre gekommenen Billard-Spieler Eddie (Paul Newman) handelt, der das große Potential des jungen, äußerst talentierten Spielers Vincent (Tom Cruise) erkennt. Eddie sieht in Vincent sich selbst, wie er vor 20, 25 Jahre war und nimmt und ihn unter seine Fittiche nimmt um ihn zu fördern. Und natürlich um Kohle zu scheffeln. Die beiden machen sich auf die Reise durch die Billardhallen des Landes, um am Ende zu den Billardmeisterschaften in Atlantic City zu gelangen. Mit dabei ist Vincents störrische Freundin Carmen (Mary Elizabeth Mastrantonio), von der Eddie hofft, dass sie einen mäßigenden Einfluss auf den Heißsporn Vincent hat. Dessen Ego ist nämlich noch größer als sein Fertigkeiten am Queue. Nach einer Weile kommt es, wie nicht anders zu erwarten, zum Clash zwischen Eddie und Vincent, aus (widerwillig) Verbündeten werden Rivalen und es kommt zum Showdown in Atlantic City.

Das ich den Film nicht für wirklich gelungen halte liegt nur zum Teil an Scorseses eher gemächlicher Inszenierung, die auch im Finale auf großes Drama verzichtet, sondern hauptsächlich am komplett unerträglichen Tom Cruise, der mit grenzdebiler Dauergrinsefresse durch den Film dilettiert. Ich kann seine Figur zu keiner Sekunde Ernst nehmen, weshalb der Konflikt zwischen ihr und Newmans Rolle für mich nicht greifbar wird. Es ist ja nicht so, dass Cruise gar nichts könnte, leider zeigt er es hier nicht und dass Scorsese es nicht vermocht hat, mehr aus ihm heraus zu kitzeln, kann man ihm schon ankreiden.

Der Meister kann also auch nicht geil abliefern. Keine schlechter Film, für Scorsese-Verhältnisse jedoch enttäuschend. 6,5/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 19:49:08
So einen Thread wollte ich auch mal machen, wurde mir aber damals im Chat von einem Mod ausgeredet.  :icon_rolleyes:

Cast Away - Verschollen (http://www.ofdb.de/film/3254,Cast-Away---Verschollen)

Kurzweiliges und rührseliges Überlebensdrama von Robert Zemeckis mit einem brilliantem Tom Hanks. Interessanterweise vergehen die Minuten auf der Insel bedeutend schneller, als man vermuten mag. Das liegt warhscheinlich ganz einfach daran, dass man so eng an Hanks' Figur geschweißt wird und Zemeckis einfach ein Händchen für gute Unterhaltung hat. Natürlich wird am Ende extrem auf die Tränendrüse gedrückt, aber sowas tut hin und wieder auch mal ganz gut. Sicherlich kein Meisterwerk, aber hochspannend, interessant und mit wunderschönen Inselaufnahmen ausgeschmückt. Tom Hanks als verwilderter Robinson Crusoe ist dann auch interessant anzusehen.

Der bekommt gerne 8/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Akayuki nach 19 November 2012, 21:08:24
Schöne Idee, MMeXX.  :respekt:


Die Karate Tiger (http://www.ofdb.de/film/19323,Die-Karate-Tiger)

Die Karate Tiger bietet zugegeben keine sonderlich ausgefallene Story, dafür aber Action satt. Die etwas oberflächliche Rachegeschichte dient somit lediglich als Aufhänger für ausgefallene und blutige Kämpfe.
In diesen darf Etsuko Shihomi zusammen mit Sonny Chiba (hier in einer etwas kleineren Rolle) gründlich auf den Putz hauen. Jede menge skurille Gegner und ein überraschend hoher Gore-Faktor machen den Film dabei zu einer besonders unterhaltsamen Angelegenheit. Allen Eastern Fans sei dieses Werk also ans Herz gelegt.

7/10 Punkte



Erkenne deinen Feind (http://www.ofdb.de/film/132755,Erkenne-deinen-Feind)

Im letzten Film aus der 24-teiligen Inspector Lynley Reihe, bekommt der Zuschauer abermals grundsolide Krimikost geboten. Auch wenn der Kriminalfall sicherlich nicht zu den Höhepunkten der Gesamtserie zählt, ist er dennoch sehr spannend aufgezogen und hält für den ein oder anderen vielleicht sogar eine nette Überraschung parat. Lediglich der Abschluss ist etwas zu abrupt ausgefallen und lässt die Serie somit nicht wie gewünscht ausklingen.

7/10 Punkte
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 21:19:19
Kombat Sechzehn

Trotz des Schauspiels, was sich eher auf TV-Film-Niveau bewegt (manchmal sogar darunter), geht der Film an die Nieren, weil er fesselt und sich jeder, der keine perfekte Kindheit/Pubertät durchlebt hat, darin wiedererkennen kann. Visuell ist das Ganze in trostlose, aber auch ästhetische Bilder gepackt unterstrichen von einem Soundtrack, der zur Thematik passt. Ansonsten gibt es wirklich einige heftige und hässliche Momente, die haften bleiben.

Wer mal Lust auf ein wildes, aber keineswegs perfektes dt. Filmchen hat und dabei auf Megaschauspieler verzichten kann, darf ruhig einen Blick riskieren!

7/10, weil der Film nachwirkt und das ist alles andere als üblich.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ironfox1 nach 19 November 2012, 21:35:26
Mr. Blonde, sind das jetzt deine Zweitsichtungen?
Cast Away 8/10 bei ofdb 9/10
Kombat Sechzehn 7/10 bei ofdb 9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 22:25:58
Ach das sind sogar teilweise Drittsichtungen und die Bewertungen sind beide sicherlich einige Jahre alt. Leider habe ich nicht die Zeit und Lust jeden Film immer dann neu zu bewerten, wenn er sich etwas gesteigert hat oder in der Bewertung gefallen ist.

Aber genau daran habe ich vorhin auch gedacht. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 19 November 2012, 23:17:16
Zitat von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 19:49:08
Cast Away - Verschollen (http://www.ofdb.de/film/3254,Cast-Away---Verschollen)

Kurzweiliges und rührseliges Überlebensdrama von Robert Zemeckis mit einem brilliantem Tom Hanks. Interessanterweise vergehen die Minuten auf der Insel bedeutend schneller, als man vermuten mag. Das liegt warhscheinlich ganz einfach daran, dass man so eng an Hanks' Figur geschweißt wird und Zemeckis einfach ein Händchen für gute Unterhaltung hat. Natürlich wird am Ende extrem auf die Tränendrüse gedrückt, aber sowas tut hin und wieder auch mal ganz gut. Sicherlich kein Meisterwerk, aber hochspannend, interessant und mit wunderschönen Inselaufnahmen ausgeschmückt. Tom Hanks als verwilderter Robinson Crusoe ist dann auch interessant anzusehen.

Der bekommt gerne 8/10


Den mag ich auch sehr gerne. Zwar hart kitschig, aber die Szene auf dem Floß, als Wilson abdriftet, ist so großartig und bewegend.  :bawling:

Und Hanks' Performance gehört für mich zu seinen besten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 23:19:26
Zitat von: DisposableMiffy nach 19 November 2012, 23:17:16
Den mag ich auch sehr gerne. Zwar hart kitschig, aber die Szene auf dem Floß, als Wilson abdriftet, ist so großartig und bewegend.  :bawling:

Und Hanks' Performance gehört für mich zu seinen besten.



Das ist eigentlich das Schlimme an dieser Sorte Film ("Rocky" geht da auch in die Richtung): man weiß, wie einfach das Ganze gestrickt ist und in welche Richtung man geschoben wird und trotzdem könnte man in den entsprechenden Szenen Rotz und Wasser heulen.  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 19 November 2012, 23:30:02
Zitat von: Mr. Blonde nach 19 November 2012, 23:19:26Das ist eigentlich das Schlimme an dieser Sorte Film ("Rocky" geht da auch in die Richtung): man weiß, wie einfach das Ganze gestrickt ist und in welche Richtung man geschoben wird und trotzdem könnte man in den entsprechenden Szenen Rotz und Wasser heulen.  :icon_lol:


Es funktioniert immer wieder, besonders wenn man eh anfällig für so was ist. Wie ich zum Beispiel.  :D
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 November 2012, 23:45:49

Ich mach mit (ist nicht so anstrengend wie der Film der Woche  :icon_mrgreen:)!

Shampoo (http://www.ofdb.de/film/27516,Shampoo)

Warren Beatty spielt einen ziemlich verpeilten Friseur in Beverly Hills, der jede Frau mitnimmt, die er kriegen kann. Besonders reibt er sich aber zwischen drei Frauen auf, die er abwechselnd befriedigen muß (ohne daß die eine von den anderen weiß), darunter die wie immer putzige Goldie Hawn und zwei reifere Damen, eine davon Julie Christie. Außerdem versucht er irgendwie was aus seinem Leben zu machen, aber er kommt einfach nicht dazu, und die Ladies kriegen sein Spiel auch irgendwann spitz... Bretzelburger ist ja ganz begeistert in seiner Kritik, aber was er als subtil bezeichnet, empfinde ich als etwas zahnlose Satire und auch als etwas zu langsam getaktet. Ein paar schöne Szenen sind drin (die Nixon-Wahlkampfparty), aber dazwischen ist einfach eine Menge Leerlauf, die Anspielungen zünden nicht mehr, ein Kritiker würde sagen "schlecht gealtert".


Heute ist Freitag (http://www.ofdb.de/film/55330,Heute-ist-Freitag)

Eine kleine DEFA-Perle, stylisch in Schwarz-weiß, mit Handkamera und Jump-Cuts, gar nicht mal schlecht. Und vor allem immer ganz nah an der blutjungen Nina Hagen, die einfach knuffig ist, und Dieter Montag als ihr Freund gibt einen herrlichen maulfaulen Slacker, der von der Aussicht auf die Schwangerschaft seiner Freundin total überfordert ist. Inhaltlich ganz erwartungsgemäß sozialer Realismus, mit Generationenkonflikt (Eltern) und Problemen in der Zukunftsplanung junger Leute. Aber es wird kein Zeigefinger geschwungen, die Perspektive bleibt bei dem jungen Paar und seiner Unentschlossenheit und seinen Ängsten. Obwohl die Hagen sehr gut und zurückgenommen spielt, blitzt ab und zu schon etwas davon durch, wie man sie heute kennt. Die Nebendarsteller sind alle aus der damaligen A-Riege. Prima Filmchen, den kauf ich mir noch.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: PierrotLeFou nach 20 November 2012, 00:13:32
Erstellt MMeXX im ersten Posting noch ein Inhaltsverzeichnis, in welchem nach und nach jeweils die hier besprochenen Filme verlinkt werden?  :icon_twisted:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 20 November 2012, 01:01:52
Zitat von: PierrotLeFou nach 20 November 2012, 00:13:32
Erstellt MMeXX im ersten Posting noch ein Inhaltsverzeichnis, in welchem nach und nach jeweils die hier besprochenen Filme verlinkt werden?  :icon_twisted:


Das wäre wirklich zuuuuu cool.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 November 2012, 01:06:26
Sehr gute Idee, ein solcher Thread fehlte bisher wahrlich (bin dafür, dass er oben angepinnt wird ;->). Nach dem Genuss eines nicht ganz aktuellen Filmes einen alten Thread hochzuholen oder gar einen neuen zu erstellen, das wagen die wenigstens. Da kommt solch ein "Sammelbecken" genau richtig, wenn man einfach mal seine Meinung in die Runde werfen möchte. Von daher mach' ich auch gleich mal mit:

Blade Runner


Falls das Forum einen neuen Prügelknaben braucht, biete ich mich mit dem Folgenden dafür an: Ich habe mittlerweile zum dritten Mal probiert, dass von vielen gesehene Meisterwerk in dem Film wiederzufinden, schaffe es persönlich aber einfach nicht. Sicher, das Setdesign ist wahrlich wunderbar, die dunkle, verregnete Metropole strahlt eine fantastische Atmosphäre aus. Doch die Story, welche in dieses starke Setting eingebettet ist, gibt mir nicht ganz so viel. Zu behäbig schreitet mir die Handlung voran, zu uninteressant finde ich Fords Hauptcharakter und dessen Ermittlungen. Da hätte ich doch lieber mehr von Rutger Hauer gesehen, welcher sich für alle Highlights des Films verantwortlich zeichnet (allen voran im Finale, besonders sein Monolog kurz vor seinem Ableben) und die elementaren Aspekte (Verlust der Menschlichkeit, Sehnsucht nach Leben etc.) viel besser auf den Punkt bringt. Nach wie vor ein schöner Streifen, doch den Sci-Fi-Klassiker schlechthin erkenne ich einfach nicht, sorry. 7/10


12 Monkeys


Terry Gilliam hat hier ein geniales Glanzstück geschaffen: Zwischen eigenwilliger Kunst (die spezielle Inszenierung, die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten, die sperrige Musikuntermalung) und Mainstream-Ausrichtung (die im Kern recht simple Handlung, die Star-Power von Willis und Pitt) wandeld, kreierte er den in meinen Augen intensivsten und (nach meiner Interpretation) schlüssigsten Zeitreise-Thriller, den ich bisher sah. Die starke Betonung auf die Psyche des Hauptcharakters gelingt durch Willis sein grandioses Spiel bestens. Dennoch stiehlt ihm einer die Show: Pitts durchgeknallte Vorstellung ist ein reines Vergnügen. Finster, verstörend, dank einiger Schauwerte aber auch zugänglich - inhaltlich wie auch inszenatorisch ein ganz großer Wurf. 10/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 20 November 2012, 01:16:50
Halte ich für eine sehr gute Idee. Ich erinnere mich auch noch vage daran, daß hier mal ein Thread so über drei Seiten existierte, ehe es mit einem "Ich glaub', es hackt!" von einem Mod geschlossen wurde.  ;)

Ich mache ebenfalls mit.

The Poughkeepsie Tapes

Im Stile von Kriminalsendungen wie "Autopsie - Mysteriöse Todesfälle" aufgemachter Film, in dem über einen fiktiven Serienkiller berichtet wird, der alle seine Taten mit der Kamera festgehalten hat. Neben den Interviews mit Experten, Kriminologen und Hinterbliebenen der Opfer wird auch immer wieder das Originalmaterial des Killers eingestreut, wie er Leute beobachtet, sie (meist unter einem Vorwand) anspricht und in seinem Folterkeller gefangen nimmt. Bei mir verursachen schon "Aktenzeichen XY" und Filme wie die Pseudo-Doku "Blair Witch Project" ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend, da macht "The Poughkeepsie Tapes" keine Ausnahme.

Durch das frühzeitig etablierte Vorwissen, was den Zuschauer in den gezeigten Videoaufnahmen erwartet, wird eine teilweise unerträgliche Spannung erzeugt. Ständig ist der Killer mit laufender Kamera unterwegs, scheint bei der Opferwahl nicht wählerisch (ob Mann, ob Frau, ob Kind - alles egal) und schlägt dann irgendwann zu. Seine Vorgehensweise variiert: Mal täuscht er eine Panne vor, mal schleicht er sich in Häuser, mal entführt er jemanden einfach aus dem Garten. Tatsächlich verkneift sich der Film allzu graphische Details, wohl wissend, daß die Dinge, die sich im Kopf abspielen, tausendfach wirksamer sind als gezeigte Gewalt. Die Geräuschkulisse, etwa ein dumpfer Schlag, ohne daß die Kamera draufhält, tut ihr Übriges. Daraus entstehen erschütternde, mitunter gar bizarr-gespentische Szenen, die sich tief im Kopf einbrennen und daraus so schnell sicherlich nicht wieder verschwinden. Das bezieht sich nicht nur auf das angebliche Found Footage, sondern auch auf so manches Interview, etwa mit einem Opfer, das gerettet werden konnte, allerdings mit irreparablen körperlichen und seelischen Schäden.

Wen das kalt läßt, dem ist echt nicht zu helfen. Und wer glaubt, durch jahre- bis jahrzehntelangen Konsum von Horrorfilmen bereits zu sehr abgehärtet zu sein, sollte es mal wirklich mit diesem Werk probieren. Sehr viel empfehlenswerter als der x-te Torture-Porn-Streifen wie etwa den hierzulande beschlagnahmten "The Butcher", an den mich dieser Film mehrfach erinnerte - am besten allein und im Volldunkel kurz vorm Schlafengehen. 8/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 20 November 2012, 10:40:04
Zitat von: PierrotLeFou nach 20 November 2012, 00:13:32
Erstellt MMeXX im ersten Posting noch ein Inhaltsverzeichnis, in welchem nach und nach jeweils die hier besprochenen Filme verlinkt werden?  :icon_twisted:

Meinst du mit Link zur OFDb oder zum jeweiligen Posting hier im Thread? Das einzige Problem wäre letztlich wohl die maximale Zeichenanzahl, die irgendwann erreicht werden würde.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 20 November 2012, 11:11:44
@Stefan:

Hab leider nichts zu einer Veröffentlichung des Streifens finden können. In der ofdb ist gleich gar keine Fassung eingetragen. Ist hier in US oder UK eine DVD erschienen? Auf ein D-Release wird man kaum hoffen dürfen, is ja auch schon was älter der Film.

The Town

Um die Vorfreude auf Argo noch ein wenig mehr zu steigern, hab ich gestern noch mal Afflecks zweite Regiearbeit gesehen. Und ja, ich mag den Film nach wie vor sehr gern. Das tolle Setting im Bostoner Vorort Charlestown, die groß angelegten Actionszenen und die unaufgeregte Kamera - es fällt wirklich leicht sich fesseln zu lassen von dieser Geschichte.
Die Vergleiche mit "Heat", die oft zu lesen waren, sind nicht völlig aus der Luft gegriffen. Vorallem bei den drei großen Überfällen bedient Affleck sich bei Michael Manns Klassiker und sorgt damit für die Highlights des Films.
Trotzdem kann "The Town" seinem Vorbild nicht das Wasser reichen. Dafür fällt die Geschichte im Endeffekt zu konventionell aus, bleibt vorallem die Hauptfigur, sowie sein Gegenspieler vom FBI zu sehr ein Abziehbild.
Und das Ende... Ach, ich will ja gar nicht so viel meckern hier. Der Film ist eine klare Empfehlung und ich bin sehr gespannt wie Ben Affleck sich hinter der Kamera weiter entwickelt.

7/10


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr Orange nach 20 November 2012, 11:37:15
@Teppi
Bei 12 Monkeys muss ich immer die Frage stellen: Wie interpretierst du denn das Ende? Hast du den Film das erste Mal gesehen?

Sexy beast:
Gestern gesehen und gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich den Bezug zum Titel noch nicht sehe (?).
Abstriche gibt es aber für den Einbruch in den Tresorraum, da hatte ich irgendwie mehr erwartet, gerade weil es vorher immer hieß der Hauptdarsteller wäre quasi unersetzlich für den Clou.
Ganz großes Kino aber von Sir Ben Kingsley.
Hab den Film noch nicht bewertet, wird aber wohl auf eine 7 / 10 rauslaufen.

Animal Farm:
Viele hier mussten bestimmt das Buch in der Schule lesen. Ich gehöre leider nicht dazu, kann also auch keinen Vergleich  zur Literaturvorlage ziehen (das Buch ist aber schon als Weihnachtswunsch vorgemerkt ;) ).
Als Fan von ernsteren (Erwachsenen)-Zeichentrickfilmen hat mir der Film super gefallen. Die aufgegriffenen Themen (Kommunismus, Revolution etc) werden so einfach und gleichzeitig realitätsnah dargestellt, dass der Film mMn viel öfter mal im ÖR gezeigt werden müsste.
Ich jedenfalls hab richtig mitgelitten, bekam Hunger auf Schweinemedalions ;) und freue mich auf das Leseerlebnis (das ja meistens noch besser ist) 9/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 November 2012, 12:10:48
Zitat von: Mr Orange nach 20 November 2012, 11:37:15
@Teppi
Bei 12 Monkeys muss ich immer die Frage stellen: Wie interpretierst du denn das Ende? Hast du den Film das erste Mal gesehen?


War meine dritte Sichtung, würde ich schätzen. Als ich den Film das erste Mal sah, kam ich gar nicht auf die Idee, dass man hier auch andere Ansätze verfolgen kann. Erst als ich dann hier im odfb auf den betreffenden 12-Monkeys-Ende-Thread stieß, sah ich, dass das ganze wohl anders gemeint sein soll.

Im Making Of soll wohl gesagt werden, dass David Morse / der Virenträger von der ebenfalls in der Zeit zurückgereisten Forscherin gestoppt wird und Willis seine Aktionen / sein Ableben nicht umsonst war. Mag sein, dass das die offizielle Version ist, sie gefällt mir jedoch überhaupt nicht. 2 Gründe dafür: Es nimmt dem Ende, nein sogar dem ganzen Film vieles an düsterer Dramatik. Zudem tun sich dadurch riesige Zeitparadoxen auf, die in meine gern verwendete Logik zu dem Thema nicht passen (ja ich weiß, wenn man "Zeitreise" und "Logik" in einem Satz verwendet, bewegt man sich grundsätzlich auf dünnem Eis).

Daher interpretiere ich das ganze so: Die Ausbreitung des Virus kann nicht verhindert werden, die uns vorgestellte Zukunft ist unabwendbar (davon gehen die Forscher / Willis im Film ja sogar selbst aus, er betont es immer wieder). Die ganze Situation mit der Zurückreisen und beobachten des eigenen Todes sehe ich als nicht zu durchbrechenden Kreislauf respektive als sich selbst erfüllende Prophezeiung. Dass die Forscherin zum Schluss im Flugzeug neben dem Typen mit dem Virus sitzt, erachte ich lediglich als fiesen Schlussgag. Völlig frei von Logiklöchern ist dieser Ansatz zwar auch nicht, aber mir persönlich gefällt er besser.


Auf jeden Fall werte ich es als großen Pluspunkt, dass hier Raum zur Spekulation ist - offizielle Version hin oder her.

Da wir gerade bei Enden sind, eine Anmerkung von mir noch:

Zitat von: mr. pink nach 20 November 2012, 11:11:44
The Town

Und das Ende... Ach, ich will ja gar nicht so viel meckern hier.


Ist nicht das erste Mal, dass sich jemand negativ zum Ende von "The Town" äußert. Ich frag' mich immer wieder: Warum? Ich hoffe, ich erinnere mich richtig (letzte Sichtung ist etwas her): Affleck weiß, dass in Halls Wohnung das FBI wartet. Er ruft sie dennoch an, um ihre Reaktion zu testen. Sie warnt ihn, was ihre Zuneigung zu ihm verdeutlicht. Mit diesem Wissen verzieht er sich für unbestimmte Zeit auf die Orangen-Plantage. Also ein schwülstiges Happy-End sehe ich hier nicht, immerhin musste Affleck für das Geld einen hohen Preis bezahlen. Seinen Ausstieg / Neuanfang hat er sich mit völliger Abgeschiedenheit / Einsamkeit erkauft. Finde ich vom Ton her schon ziemlich passend zum Rest des Streifens.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Rollo Tomasi nach 20 November 2012, 12:21:07
SPOILERWARNUNG!!!

Rolling Thunder (deutscher Titel: Der Mann mit der Stahlkralle):

Der Film war mir bis zu seiner Sichtung am Wochendende auf DVD überhaupt nicht bekannt. Es handelt sich dabei um einen "Klassiker" (wobei ich bei solchen Bezeichnungen immer vorsichtig bin) des Exploitation-Films.
Es geht um einen Vietnam-Veteran, der die Erlebnisse des Krieges nicht verarbeiten kann. Dass seine Frau einen anderen Mann hat, macht ihm auch nichts mehr aus, er bezeichnet sich selbst als tot. Durch den Angriff einer Verbrecherbande auf seine Familie, der Frau und Sohn das Leben und ihn selbst eine Hand kostet, macht er sich mit einem Barmädchen auf die Verfolgung der Bande ...

Der Film enthält Elemente aus Taxi Driver, Badlands, Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia, etc. William Devane ist in einer seiner wenigen Hauptrollen zu sehen und Tommy Lee Jones ist noch sehr jung. Der Film stammt aus dem Jahre 1977. Mir hat der Film ganz gut gefallen, obwohl nicht so viel neues bringt. Aber die Verfassung des Rächers mit Stahlkralle kommt für mich sehr gut rüber. Für Inreressenten des Genres sicher interessant ...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 20 November 2012, 12:43:52
ZitatIst nicht das erste Mal, dass sich jemand negativ zum Ende von "The Town" äußert. Ich frag' mich immer wieder: Warum?


Das Ende ist in Ordnung wie es ist, auch wenn mir die Flucht von Doug aus der abgeschotteten Stadt mittels Busfahreruniform schon wieder etwas zu unglaubwürdig ist. Was mir aber gar nicht gefallen hat, war das Telefonat mit Claire. Hier kann ich einfach nicht glauben, dass der extrem misstrauische FBI-Mann, der ja weiss, dass sie ihn gerne warnen würde, bei einem ungewöhnlichen Satz wie "Komm vorbei, dann wird es für mich noch ein sonniger Tag" nicht aufmerksam wird. Ist jetzt kein grober Schnitzer aber es passte in diesem entscheidenden Moment einfach nicht zum Bild, dass man bis dahin von dem FBI-Mann bekommen hat. Außerdem fand ich die knapp zehn Zentimeter in einem Gemüsegarten vergrabene Geldtasche auch nicht sonderlich clever ;)

Alles in allem aber kein Beinbruch für den Film. Mir fiel es nur etwas negativ auf.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 20 November 2012, 14:32:34
Zitat von: mr. pink nach 20 November 2012, 11:11:44
@Stefan:

Hab leider nichts zu einer Veröffentlichung des Streifens finden können. In der ofdb ist gleich gar keine Fassung eingetragen. Ist hier in US oder UK eine DVD erschienen? Auf ein D-Release wird man kaum hoffen dürfen, is ja auch schon was älter der Film.
Ja, wenn ich die englische Wikipedia hinzuziehe, scheint eine Veröffentlichung auch gar nicht geplant zu sein. Ich habe den Film bei Youtube gefunden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 20 November 2012, 14:37:10
ZitatJa, wenn ich die englische Wikipedia hinzuziehe, scheint eine Veröffentlichung auch gar nicht geplant zu sein. Ich habe den Film bei Youtube gefunden.


Danke, bin zwischenzeitlich auch auf YT fündig geworden und werd mir das Teil dann mal anschauen die nächsten Tage.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 20 November 2012, 15:17:44
Zitat von: Mr Orange nach 20 November 2012, 11:37:15
Animal Farm:
Viele hier mussten bestimmt das Buch in der Schule lesen. Ich gehöre leider nicht dazu, kann also auch keinen Vergleich  zur Literaturvorlage ziehen (das Buch ist aber schon als Weihnachtswunsch vorgemerkt ;) ).
Als Fan von ernsteren (Erwachsenen)-Zeichentrickfilmen hat mir der Film super gefallen. Die aufgegriffenen Themen (Kommunismus, Revolution etc) werden so einfach und gleichzeitig realitätsnah dargestellt, dass der Film mMn viel öfter mal im ÖR gezeigt werden müsste.
Ich jedenfalls hab richtig mitgelitten, bekam Hunger auf Schweinemedalions ;) und freue mich auf das Leseerlebnis (das ja meistens noch besser ist) 9/10
Wirklich ein beeindruckender Film, auch wenn er sich nicht ganz ans Ende der Vorlage hält. Pessimistisch genug ist er trotzdem.

Zitat von: mr. pink nach 20 November 2012, 14:37:10
Danke, bin zwischenzeitlich auch auf YT fündig geworden und werd mir das Teil dann mal anschauen die nächsten Tage.
Na, dann hoffe ich doch auch mal, daß er dir zusagt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 20 November 2012, 15:27:14
Zitat von: Teppi nach 20 November 2012, 12:10:48Ist nicht das erste Mal, dass sich jemand negativ zum Ende von "The Town" äußert. Ich frag' mich immer wieder: Warum? Ich hoffe, ich erinnere mich richtig (letzte Sichtung ist etwas her): Affleck weiß, dass in Halls Wohnung das FBI wartet. Er ruft sie dennoch an, um ihre Reaktion zu testen. Sie warnt ihn, was ihre Zuneigung zu ihm verdeutlicht. Mit diesem Wissen verzieht er sich für unbestimmte Zeit auf die Orangen-Plantage. Also ein schwülstiges Happy-End sehe ich hier nicht, immerhin musste Affleck für das Geld einen hohen Preis bezahlen. Seinen Ausstieg / Neuanfang hat er sich mit völliger Abgeschiedenheit / Einsamkeit erkauft. Finde ich vom Ton her schon ziemlich passend zum Rest des Streifens.


Ich finde das Ende auch völlig in Ordnung, so wie es ist.

Lohnt sich eigentlich der Extended Cut?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
Ich denke Serien kann man hier auch nennen ;)  :king:

Nach Jahren wiedermal angefangen, mangels deutscher DVDs/BDs leider halt meine alten digitalisierten TV-Aufnahmen in teils echt mässiger Quali :(
WUNDERBARE JAHRE ist für mich nach wie vor eine der besten Serien aller Zeiten! Das Setting der 60er wurde brillant eingefangen, die Darsteller sind grandios, die Musik ist der Hammer! Allein die erste Staffel hat mehr Charme und Inhalt als 30 Filme zusammen, und man fühlt sich so herrlich in die eigene Kindheit/Jugendzeit zurückversetzt, dass es schon schmerzt. Die Kombination von lustigen und amüsanten Szenen mit teils doch traurigen oder ernsten Themen ist hier in Perfektion verarbeitet worden - meiner Ansicht nach. Schade, dass es hier nie Scheiben davon geben wird... angekündigt waren sie vor Jahren ja mal.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Boo nach 20 November 2012, 17:18:26
Zitat von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
Schade, dass es hier nie Scheiben davon geben wird... angekündigt waren sie vor Jahren ja mal.


Woran liegt das eigentlich? Die Serie ist doch echt beliebt. Da muss es doch um irgendwelche Lizenzrechte (Soundtrack) gehen oder wo liegt das Problem?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MäcFly nach 20 November 2012, 19:16:44
Zitat von: Mr. Boo nach 20 November 2012, 17:18:26
Zitat von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
Schade, dass es hier nie Scheiben davon geben wird... angekündigt waren sie vor Jahren ja mal.


Woran liegt das eigentlich? Die Serie ist doch echt beliebt. Da muss es doch um irgendwelche Lizenzrechte (Soundtrack) gehen oder wo liegt das Problem?


Liegt tatsächlich an den Lizenzrechten für die Musik. Weil ja in jeder Folge viele Hits der damaligen Zeit gespielt werden, wäre eine VÖ wohl einfach zu teuer. Eine Lösung ist in diesem Fall leider überhaupt nicht in Sicht, weshalb man diese großartige Serie wohl niemals im Heimkino in anständiger Qualität bewundern wird.

Ich für meinen Teil schau mir aber lieber alte RTL 2-Rips aus dem Netz an, anstatt dass "Wunderbare Jahre" irgendwann offiziell mit alternativem Soundtrack erscheint. Solche Beispiele gab es ja auch schon öfter...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: chowyunfat2 nach 20 November 2012, 19:33:34
Zitat von: JasonXtreme nach 20 November 2012, 15:31:42
"WUNDERBARE JAHRE ist für mich nach wie vor eine der besten Serien aller Zeiten!

:respekt:

"So, ihr braucht jetzt Kleber, Buntstifte und eine Schere!"

"Was wir jetzt wirklich brauchten, waren Bewerbungspapiere für die Fremdenlegion"
:dodo:



EDIT:
Interessiert zwar keine Sau, aber jetzt wo ich mich sowieso schon eingemischt habe:

Legend of the Mountain (http://www.ofdb.de/film/28760,Legend-of-the-Mountain)

Kein Martial Arts-Film, sondern auf steinalten, chinesischen Geschichten basierendes Gespensterfilmchen mit größtenteils dem gleichen Gespann aus "A Touch of Zen" und "Regen in den Bergen". Ein Student (Shih Jun) hat den Auftrag, eine Sutra zu übersetzen und glaubt, im Hauptquartier einer verlassenen Soldatenfestung an der chinesischen Mauer ausreichend Ruhe für seine Arbeit zu finden. Bereits auf dem Weg dorthin wird er von Tagträumen von hübschen, musizierenden Frauen übermannt...oder doch keine Tagträume?

Die Landschaftsaufnahmen und Hauptdarsteller Shih Jun mit seiner tapsigen Performance zogen mich in eine authentisch wirkende Welt chinesischer Mythen, bei ich - trotz der grottigen Bild- und Tonqualität der HK-DVD - während der Sichtung jeden Busch rascheln zu hören und das Gras zu riechen glaubte, als würde ich selber hinter ihm herdackeln und den ganzen Wirbel hautnah miterleben. Die sparsam eingesetzten und teils mit den absolut einfachsten Mitteln erzeugten Effekte fügten sich perfekt in die glaubwürdige Atmosphäre ein, lediglich bei den Rauchwolken hatte ich leichten, unpassenden Silvesterböllergeruch in der Nase. Die Handlung steht ganz in der Tradition Jahrhunderte alter chinesischer Erzählungen (das ganze schon oft verfilmte Student-Füchsin-Taoistischer-Priester-Gedöns), wobei ich aber nicht beurteilen kann, welche Stellen aus der Feder der Filmemacher stammten und welche nicht. Leider war diese manchmal auch etwas sprunghaft und unschlüssig, da ich leider nur den 112-Minuten-Cut eines 190-Minuten-Ursprungsfilms vorliegen hatte (welcher unglücklicherweise mit engl. UT afaik weltweit gar nicht erhältlich ist), aber der Eindruck - sozusagen als Trailer mit Überlänge - war mir schon 9/10 wert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 21 November 2012, 01:15:45
Zitat von: Akayuki nach 19 November 2012, 21:08:24Die Karate Tiger (http://www.ofdb.de/film/19323,Die-Karate-Tiger)
Die Karate Tiger bietet zugegeben keine sonderlich ausgefallene Story, dafür aber Action satt. Die etwas oberflächliche Rachegeschichte dient somit lediglich als Aufhänger für ausgefallene und blutige Kämpfe.
In diesen darf Etsuko Shihomi zusammen mit Sonny Chiba (hier in einer etwas kleineren Rolle) gründlich auf den Putz hauen. Jede menge skurille Gegner und ein überraschend hoher Gore-Faktor machen den Film dabei zu einer besonders unterhaltsamen Angelegenheit. Allen Eastern Fans sei dieses Werk also ans Herz gelegt.
7/10 Punkte


Hervorragender Film wie auch die anderen der Reihe. Hier kann man auch noch den großartigen Masashi Ishibashi erwähnen, der als Stammgegner von Sonny Chiba und Etsuko Shihomi den Filmen erst die richtige Würze gibt. Mir wäre der Film noch ein oder zwei Punkte mehr wert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Madball nach 21 November 2012, 09:55:07
Eden Lake
http://www.ofdb.de/film/150853,Eden-Lake (http://www.ofdb.de/film/150853,Eden-Lake)
Eden Lake ist einfach ein böser Film. Ich hab ihn jetzt das zweite mal gesichtet und musste mich fast überwinden die Scheibe erneut in den Player zu schieben. Die Erstsichtung ist bestimmt 2 Jahre her, insofern waren mir nicht mehr alle Details in Erinnerung geblieben.

Ansich ist der Film sehr einfach gestrickt. Aus einem gemütlich geplantem Wochenende am See wird dann doch leider eher die Hölle auf Erden. Grausam für mich ist, das es um Kinder geht und das es sich hier nicht um einen weiteren Gewaltporno im Sinne von Saw handelt, das hat für mich meist eine intensivere Wirkung. Es wird nicht jedes Detail gezeigt, was durchaus möglich gewesen wäre.

8/10
Als nächstes nehm ich mir Martyrs vor, den ich ähnlich grausam in Erinnerung habe  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: JasonXtreme nach 21 November 2012, 11:04:23
@ Madball
Martyrs fand ich noch ne Ecke heftiger!

WUNDERBARE JAHRE weitergeschaut - Wertung bleibt.

MAXIMUM CONVICTION jaaa was soll man sagen. Seagal is mittlerweile breiter als Steve Austin, aber ich sehe ihn halt immer noch ganz gern. Hier taucht er die erste Hälfte nur sporadisch auf, für mich gibts im Grunde auch zu wenig Action - aber unterhaltsam ist das Ganze trotz der billigen Lagerhallen als Drehort. Michael Pare schafft es einfach nicht wirklich böse zu wirken, außerdem sieht sein Gesicht merkwürdig aufgedunsen aus. Eine 6/10 lass ich aber noch springen, immerhin hat er mich gut unterhalten.

HEADHUNTERS kriegt dann mal ne 6,5/10 wobei hier mehr drin gewesen wäre. Ich kenne die Vorlage nicht, aber die Einführung dauerte mir hier für nen 90 Minuten Film schlichtweg zu lange. Die Figuren waren interessant, und wenns dann mal losgeht, gibts schon coole Szenen! (Hund, und Scheiße) Das Finale war durchschaubar, aber gut gemacht - kann man sich ansehen!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 21 November 2012, 16:56:27
Zitat von: Madball nach 21 November 2012, 09:55:07
Ansich ist der Film sehr einfach gestrickt.


Das war für mich das Problem. Beileibe kein schlechter Film, aber für mich gab es einfach zu oft haarsräubende Szenen. Das Grundkonzept ist wirklich ziemlich gut, aber der Drehbuchautor hatte es sich imo manchmal sehr leicht gemacht und gehofft, dass der Zuschauer einfach über gewisse Sachen hinwegsieht. Da werden mal eben Waffen weggeworfen, Chancen zur Flucht nicht genutzt oder Möglichkeiten, dem ganzen ein Ende zu setzen, werden völlig ignoriert. Klar, sowas sind grundlegende Sachen, die für einen derartigen "Horror"-Thriller essentiell und Teil der Dramaturgie sind, aber meine Güte, die Bratzen hätte man wirklich mehrfach packen können. Dann hätte es Haue gegeben.

Aber am Ende hatte ich immerhin ein unwohles Gefühl in der Magengrube. Glaube der würde 6,5 bekommen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Akayuki nach 21 November 2012, 19:02:27
Zitat von: Hedning nach 21 November 2012, 01:15:45
Hervorragender Film wie auch die anderen der Reihe. Hier kann man auch noch den großartigen Masashi Ishibashi erwähnen, der als Stammgegner von Sonny Chiba und Etsuko Shihomi den Filmen erst die richtige Würze gibt. Mir wäre der Film noch ein oder zwei Punkte mehr wert.


Das mit den 7/10 Punkten war auch eine wirklich knappe Angelegenheit. Der Film schwankt für mich zwischen einer 7 und 8. Vielleicht schafft er es ja bei der Zweitsichtung.  :D
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 22 November 2012, 08:12:48
Zitat von: Mr. Blonde nach 21 November 2012, 16:56:27
die Bratzen hätte man wirklich mehrfach packen können. Dann hätte es Haue gegeben.


Fragt sich nur für wen, die Gruppe von Bratzen mit Messern und einem Rottweiler, denen es auch nichts ausmacht Menschen zu verbrennen?^^
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Madball nach 22 November 2012, 08:19:54
Zitat von: Mr. Blonde nach 21 November 2012, 16:56:27
aber für mich gab es einfach zu oft haarsräubende Szenen. Das Grundkonzept ist wirklich ziemlich gut, aber der Drehbuchautor hatte es sich imo manchmal sehr leicht gemacht und gehofft, dass der Zuschauer einfach über gewisse Sachen hinwegsieht. Da werden mal eben Waffen weggeworfen, Chancen zur Flucht nicht genutzt oder Möglichkeiten, dem ganzen ein Ende zu setzen, werden völlig ignoriert. Klar, sowas sind grundlegende Sachen, die für einen derartigen "Horror"-Thriller essentiell und Teil der Dramaturgie sind, aber meine Güte, die Bratzen hätte man wirklich mehrfach packen können. Dann hätte es Haue gegeben.


Genau das fand ich eben irgendwie nicht so schlimm. Man geht, zumindest bis zu einer gewissen Stelle, doch immer davon aus das von diesen Kindern nicht SO eine Gefahr ausgeht, wie es es dann letztendlich tut. "Sind doch nur Kinder" die sich ein bisschen Stark fühlen wollen usw...als die Situation dann eskaliert, ist es doch eigentlich schon zu spät.
Es gab aber wirklich auch eine Szene in der ich gedacht hab: Jaaaaaaa  ;), als die beiden Ihr Auto wieder hatten und dann ohne Licht mit Vollgas durch den Wald rauschen  :king:

Zitat von: RoboLuster nach 22 November 2012, 08:12:48
Zitat von: Mr. Blonde nach 21 November 2012, 16:56:27
die Bratzen hätte man wirklich mehrfach packen können. Dann hätte es Haue gegeben.


Fragt sich nur für wen, die Gruppe von Bratzen mit Messern und einem Rottweiler, denen es auch nichts ausmacht Menschen zu verbrennen?^^


Das kommt noch erschwerend hinzu  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 22 November 2012, 09:18:58
Eden Lake war auch der 1. Film mit Michael Fassbender, den ich gesehen habe, kannte den gar nicht und hab auch 2 Jahre gebraucht um zu merken, dass er da mitspielt. Damals sind mir aber schon die guten Darsteller Leistungen und Charakter Zeichnungen aufgefallen, vor allem Kelly Reilly, die ich auch nicht kannte, hat beeindruckend gut gespielt. Hatte 9 Punkte gegeben, die Protagonisten sind so sympathisch das man richtig mitfiebern und mitleiden kann, weil man nich will, dass ihnen was zustößt. Rundum gelungener Horrorfilm aus der Neuzeit, eine dieser Perlen, von denen zuletzt im Evil Dead Thread die Rede war.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 22 November 2012, 11:06:42
Poughkeepsie Tapes

Sehr, sehr seltsame Mischung aus Parodie, Mockumentary und astreinen Horrorszenen, die sich leider nicht zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen wollen - einzelne Szenen sind aber derart gut gelungen, dass ich sie nicht so schnell vergessen werde.
Allen voran das Interview am Ende hat mich bös erwischt. Schade, dass man diese schmerzhafte Authentizität im kompletten Film zu oft vermissen lässt.
Der immer wieder aufblitzende Humor ist schön ätzend und rabenschwarz (z.B. die Pfadfindermädchen-Szene, 9/11 Bullshit).
Am gelungensten fand ich jedoch die Ausflüge hin zum Horror. Sei es die surreale Szene mit den Spritzen oder der Killer im Wandschrank - hier sorgt die Kameraperspektive und die Vorstellungskraft für großartige Gruselmomente.
Für Horrorfans, die sich mit Handkamera und (teilweise schwach) schauspielernden Talking Heads anfreunden können, sind die Poughkeepsie Tapes auf jeden Fall einen Blick wert.

Vorsicht: Wirkt nach :)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 22 November 2012, 11:14:20
Zitat von: Madball nach 22 November 2012, 08:19:54
Das kommt noch erschwerend hinzu  ;)


Okay, der Hund war ein Hindernis, aber paar Rotzlöffel mit nem Klappmesser kriegt man doch klein. Das ist MAGNETO, verdammt noch eins!

Aber die Szene mit der Flucht in dem Auto, das tat schon weh. Eigentlich bin ich ja gar keiner, der in Horrorfilmen nach der Logik fragt, aber der Film war ja im Grunde kein wirklicher Horrorfilm. Jedenfalls fehlen mir da die phantastischen Elemente.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 22 November 2012, 12:15:30
Also wenn das kein Horror war, dann weiß ich auch nicht. (Und aus welcher Weltvorstellung kommen denn die harmlosen kleinen Bälger mit ihrem stumpfen Taschenmesser, die nach einem Klapps auf den Hintern weinend das Weite suchen, oder gleich zusammenbrechen?)^^

Realer Horror, wer hat heute noch Angst vor Kobolden und Gespenstern?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 22 November 2012, 12:40:52
Veronika beschließt zu sterben (Emily Young; nach Paulo Coelho)
Ein Gespür für warm und melancholisch wirkende Bilder, die mit der Zeit jedoch auch ein bisschen generisch-stereotyp wirken, macht noch keinen überzeugenden Film, obwohl ich eine Schwäche dafür habe. Die mir nicht bekannte Vorlage von Coelho scheint hier in eine recht gefällige Romanze umgestrickt worden zu sein. So ist beim ersten Blickkontakt von Veronika (Sarah Michelle Gellar), die aufgrund der Folgen eines Selbstmordversuchs nicht mehr lange zu leben hat, und einem gutaussehenden, aber verschlossenen Mitpatienten klar, dass hier eine Liebesgeschichte das Leben beider Betroffenen verändern und ihnen die Augen für die Schönheit des Lebens öffnen wird. Genauso kommt es dann auch.
Das verlogene Wunderheilung-Happy-End setzt dem ganzen dann die Krone auf. 4/10

Die Zürcher Verlobung (Helmut Käutner)
Eine leichtfüßige Komödie, die von dem zeitlosen Charme ihrer Hauptdarstellerin Liselotte Pulver lebt. Komödie heißt hier nicht, dass laufend Gags und haarsträubende Situationen konstruiert werden, sondern dass Hauptfigur Juliane, die aus ihrem Leben ein Filmdrehbuch anfertigt, über das Verhältnis von Dichtung und Wahrheit herausfindet, was sie wirklich will - woraus natürlich komische Situationen entstehen, bei denen jedoch auch die ernsten Aspekte einer Selbstfindung nie aus dem Blick verloren werden. Beachtlich, dass einem vermeintlich vorhersehbaren Ausgang hier eine Abfuhr erteilt und auf diese Weise auch Kritik an durchschaubaren Handlungsentwürfen geübt wird. Natürlich gibt es ein Happy End und für meinen Geschmack kommt Juliane auch manchmal etwas zu unsicher und hilfsbedürftig rüber - sie muss einfach in feste Hände kommen, soll einem das wohl signalisieren -, aber der Film vermeidet Kitsch und Klamauk und strahlt durchgehend eine gewisse Reife und Abgeklärtheit aus, wie sie beispielsweise auch schon in Käutners "Unter den Brücken" zum Ausdruck kommt. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Madball nach 22 November 2012, 13:32:19
Zitat von: RoboLuster nach 22 November 2012, 12:15:30
Also wenn das kein Horror war, dann weiß ich auch nicht. (Und aus welcher Weltvorstellung kommen denn die harmlosen kleinen Bälger mit ihrem stumpfen Taschenmesser, die nach einem Klapps auf den Hintern weinend das Weite suchen, oder gleich zusammenbrechen?)^^

Realer Horror, wer hat heute noch Angst vor Kobolden und Gespenstern?


Naja der Regisseur spricht eigentlich auch eher von Thriller. Aber du hast irgendwie auch recht.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 22 November 2012, 13:40:38
In meinen Augen wäre die Situation im realen Leben der Horror, aber in filmischen Maßstäben ist sowas imo eindeutig dem Thriller zuzuordnen. Aber ist halt eine Streitfrage und der Streit lohnt nicht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 22 November 2012, 14:13:09
Warum lohnt das nicht?^^

Dann ist TCM auch nur ein Thriller, und Martyrs, und Frontiers, Inside, Hostel, Saw und fast alle Slasher dieser Welt.

Horrorthriller kann man sagen, man kann auch noch Drama dazu nehmen, wenn man will. Aber Horror ist es allemal.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: JasonXtreme nach 22 November 2012, 14:16:12
CITY COBRA Blu-ray 8/10 okay ne Blu kann besser aussehen, aber ok. Der Film ist und bleibt bei MIR über jeden Zweifel erhaben! Sly in seiner wohl coolsten Rolle als Cobretti, Nielsen war da noch heiß - geilste 80er Mucke am Start und dazu noch Geballer und dicke Sprüche - so muss das verf... nochmal aussehen, dann klappts auch mit der goldenen Himbeere! Nur wo Cannon draufsteht, is auch Cannon drin!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 22 November 2012, 15:31:48
Zitat von: mr. pink nach 22 November 2012, 11:06:42
Poughkeepsie Tapes
Deine Anmerkungen treffen so ziemlich genau meine Meinung zum Film. So ganz passen Parodie und der Found-Footage-Horror in der Tat nicht zusammen, aber was den Horror-Gehalt angeht, ist der nicht von schlechten Eltern und extrem wirkungsvoll. Gerade die von dir beschriebenen Szenen (Spritze, Pfadfinder oder auch die Entführung auf offener Straße zu Beginn) sind extrem wirkungsvoll. Ich gehe davon aus, daß du mit dem Interview das des wiedergefundenen Opfers meinst, oder? Das jagt mir allein bei der Erinnerung daran kalte Schauer über den Rücken - verstärkt noch durch die eingeblendete Texttafel, was danach geschah.  :icon_eek:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 23 November 2012, 08:20:25
El habitante incierto - Uncertain Guest (Guillem Morales)
Überzeugende spanische Thrillerproduktionen gab es so einige im letzten Jahrzehnt, und Morales' Film, der auf einer recht alltäglichen Angst beruht (jemand verbirgt sich in meinem Haus) reiht sich ein zu den sehr sehenswerten Beiträgen zum Genre. Andoni Gracia als Félix und Mónica López in der Doppelrolle als Claudia/Vera überzeugen in einem Szenario, das gegen Mitte eine recht unerwartete Wendung nimmt, die mich zunächst nicht hundertprozentig überzeugt hat, aber dennoch eine ansprechende Idee darstellt. In der Nebenrolle als Martín ist der Regie-Visionär Agustí Villaronga zu sehen. Aufgrund der Versteckspiel-Situationen während des ganzen Films sind die Aktionen der Schauspieler und die Kameraarbeit präzise aufeinander abgestimmt, und auch wenn Morales es manchmal in der einen oder anderen Hinsicht etwas übertreibt, erweist sich der Film doch als anregend und dezent provozierend, gerade was auch die voyeuristische Seite der Thematik angeht. 7/10 Passend zum Thema empfehle ich die Geschichte "Der Sesselmann" von Edogawa Rampo.

Battles without Honor and Humanity 1-5 (Kinji Fukasaku)
Fukasakus Yakuza-Saga in fünf bruchlos aneinander anschließenden Filmen begeistert durch ihre stilistische Radikalität und Eigenwilligkeit. Ein unaufmerksamer Zuschauer wird bald hoffungslos untergehen in der Vielzahl von zwielichtigen Akteuren, die mal devot, intrigant, mal aufrührerisch ihren Weg durch die Unterwelt von Hiroshima und anderen japanischen Städten im Chaos der Nachkriegszeit suchen. Aufstieg und Fall vollzieht sich hier nicht am Beispiel eines einsamen Helden - obwohl das Schicksal von Shôzo Hirono (Bunta Sugawara) den roten Faden der Erzählung bildet -, sondern wird kaleidoskopartig in Gestalt zahlreicher Figuren gezeigt, die in einem Strom des gewalttätigen Überlebenskampfes am Betrachter vorbeiziehen. Die rohen, unüberschaubar hektischen Gewaltszenen bilden rückblickend gesehen den frühen Gegenpol zu der Ästhetik, die später John Woo im HK-Gangsterkino perfektionieren sollte. Gesamtnote: 8/10 (könnte bei erneuter Sichtung noch mehr werden)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 23 November 2012, 13:21:45
Zitat von: Stefan M nach 22 November 2012, 15:31:48
Zitat von: mr. pink nach 22 November 2012, 11:06:42
Poughkeepsie Tapes
Deine Anmerkungen treffen so ziemlich genau meine Meinung zum Film. So ganz passen Parodie und der Found-Footage-Horror in der Tat nicht zusammen, aber was den Horror-Gehalt angeht, ist der nicht von schlechten Eltern und extrem wirkungsvoll. Gerade die von dir beschriebenen Szenen (Spritze, Pfadfinder oder auch die Entführung auf offener Straße zu Beginn) sind extrem wirkungsvoll. Ich gehe davon aus, daß du mit dem Interview das des wiedergefundenen Opfers meinst, oder? Das jagt mir allein bei der Erinnerung daran kalte Schauer über den Rücken - verstärkt noch durch die eingeblendete Texttafel, was danach geschah.  :icon_eek:


Wo gibt es den denn schon auf Scheibe? Warte schon lange auf den Streifen - hab aber noch keine Infos hinsichtlich einer VÖ finden können..   :00000109:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 23 November 2012, 13:29:24
Zitat von: StS nach 23 November 2012, 13:21:45
Zitat von: Stefan M nach 22 November 2012, 15:31:48
Zitat von: mr. pink nach 22 November 2012, 11:06:42
Poughkeepsie Tapes
Deine Anmerkungen treffen so ziemlich genau meine Meinung zum Film. So ganz passen Parodie und der Found-Footage-Horror in der Tat nicht zusammen, aber was den Horror-Gehalt angeht, ist der nicht von schlechten Eltern und extrem wirkungsvoll. Gerade die von dir beschriebenen Szenen (Spritze, Pfadfinder oder auch die Entführung auf offener Straße zu Beginn) sind extrem wirkungsvoll. Ich gehe davon aus, daß du mit dem Interview das des wiedergefundenen Opfers meinst, oder? Das jagt mir allein bei der Erinnerung daran kalte Schauer über den Rücken - verstärkt noch durch die eingeblendete Texttafel, was danach geschah.  :icon_eek:


Wo gibt es den denn schon auf Scheibe? Warte schon lange auf den Streifen - hab aber noch keine Infos hinsichtlich einer VÖ finden können..   :00000109:
Weiter oben haben wir das schon kurz thematisiert. Eine Veröffentlichung ist wohl in der Tat nicht geplant (laut englischsprachiger Wiki), deshalb habe ich auf Youtube zurückgegriffen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 23 November 2012, 13:48:21
Zitat von: Stefan M nach 23 November 2012, 13:29:24
Zitat von: StS nach 23 November 2012, 13:21:45
Zitat von: Stefan M nach 22 November 2012, 15:31:48
Zitat von: mr. pink nach 22 November 2012, 11:06:42
Poughkeepsie Tapes
Deine Anmerkungen treffen so ziemlich genau meine Meinung zum Film. So ganz passen Parodie und der Found-Footage-Horror in der Tat nicht zusammen, aber was den Horror-Gehalt angeht, ist der nicht von schlechten Eltern und extrem wirkungsvoll. Gerade die von dir beschriebenen Szenen (Spritze, Pfadfinder oder auch die Entführung auf offener Straße zu Beginn) sind extrem wirkungsvoll. Ich gehe davon aus, daß du mit dem Interview das des wiedergefundenen Opfers meinst, oder? Das jagt mir allein bei der Erinnerung daran kalte Schauer über den Rücken - verstärkt noch durch die eingeblendete Texttafel, was danach geschah.  :icon_eek:

Wo gibt es den denn schon auf Scheibe? Warte schon lange auf den Streifen - hab aber noch keine Infos hinsichtlich einer VÖ finden können..   :00000109:
Weiter oben haben wir das schon kurz thematisiert. Eine Veröffentlichung ist wohl in der Tat nicht geplant (laut englischsprachiger Wiki), deshalb habe ich auf Youtube zurückgegriffen.


Ah, okay - danke. Hab ich wohl überlesen. Der Film interessiert mich nämlich doch ein gutes Stück weit. Hat ja so einige positive Kritiken bekommen - und die Nachfolgewerke des Regisseurs ("Quarentine" und "Devil") waren zumindest nette Genre-Kost, wenn auch nicht gerade originell.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MäcFly nach 23 November 2012, 14:37:26
Breaking Bad - Season 4

Fängt fast behäbig an und steigert sich dann beständig bis zur grandiosen Abschlussfolge "Face Off", die manch einem vll zu konstruiert erscheint - aber mal ehrlich: Mein Puls war während der letzten 4 Episoden dermaßen am Anschlag, dass ich darüber nicht mehr groß nachgedacht habe. Walter White wandelt sich endgültig zum zynischen, kalkulierenden und eiskalten Antihelden, während Gustavo Fring einfach ein durch und durch charismatischer Gegenspieler ist. Ich schließe mit der gängigen Meinung an: Beste Staffel bisher und theoretisch ein perfekter Abschluss für die Serie. Glaube kaum, dass die 5.Staffel das noch toppen kann, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

9/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 23 November 2012, 19:01:42
Basierend auf einer wahren Begebenheit aus den '80ern, handelt es sich bei ,,Friday Night Lights" (2004) um ein anständiges Football-Drama von Peter Berg (,,Battleship") - u.a. mit Billy Bob Thornton in der Haupt- sowie Amber Heard in einer kleinen Nebenrolle. Durchweg gut gespielt und in Szene gesetzt, beleuchtet der Film die ,,Umstände" einer besonderen High-School-Football-State-Meisterschaft in Texas, einschließlich der damit verbundenen emotionalen Belastungen auf die Player, Verantwortlichen und Angehörigen. Während die Spiele an sich prima arrangiert und eingefangen wurden, hätte ich mir (indes) jedoch etwas mehr Tiefgang ,,auf persönlicher Ebene" gewünscht. Was bleibt, ist ein solider, unterhaltsamer Genre-Beitrag, dessen Grundlage bzw. Materie Regisseur Berg und Produzent Brian Grazer im Folgenden ja auch in Gestalt der gleichnamigen Erfolgsserie weiter ausgebaut haben...

6/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Maddox nach 23 November 2012, 20:25:23
Zitat von: StS nach 23 November 2012, 19:01:42
,,Friday Night Lights" (2004)


Ist ne Weile her, als ich den sah, als Football-Fan ist der schon Pflicht denk ich, auch der Coach (Thornton) spielt gut auf. Die Darstellerleistungen der jungen Player, gut, sind halt allenfalls Durchschnitt, haben mich zuweilen auch gestört, aber es war durchaus atmosphärisch und wenn man sich für den Sport beigeistern kann, also ich hab schon mitgefiebert auf dem Weg zum  "Endspiel".
Bin mir nicht sicher, ob ich wegen der guten Ansprache vom Coach ("Be perfect"), auf die ich bei Youtube stieß auf den Film aufmerksam wurde, oder durch die Tatsache, dass die Postrock-Gruppe Explosions in the Sky den Score machten (welcher echt stark ist und unbedingt erwähnenswert ist). Ohne letzteren wäre der Film für mich doch schwächer gewesen (ganz stark der Track (Sonho dourado) , als im Dome der letzte Spielzug nicht zum Erfolg führte, das hat einfach so gut gepasst.)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 24 November 2012, 20:32:12
An einem Freitag in Las Vegas (Antonio Isasi-Isasmendi)
Aufwendiger Heist- bzw. Caper-Film (ist das eigentlich dasselbe?), der in stolzen zwei Stunden das Schicksal eines entführten Geldtransports schildert. Regisseur Isasi-Isasmendi machte wenige Jahre später noch mit dem etwas m. E. nicht allzu überzeugenden "Summertime Killer" auf sich aufmerksam, der vor allem am drögen Spiel seines Hauptdarstellers Christopher Mitchum krankt. Für die Hauptrolle "... Las Vegas" stand Gary Lockwood zur Verfügung, der im selben Jahr 1968 immerhin auch die Besetzung von "2001 - A Space Odyssey" anführte. Gutaussehend, aber oft auch etwas austauschbar, geht er neben Charakterköpfen wie Jack Palance und Lee J. Cobb im Gesamtbild ein wenig unter. Seine Mission kommt recht schwach rüber: Er will Rache für seinen Bruder nehmen, der durch eigenes Verschulden bei einem misslungenen Raubzug draufging. Auch sonst ist seine Figur eher zwielichtig, er verhält sich weitgehend skrupellos-kaltblütig, soll aber offensichtlich mit flotten Sprüchen und Posen dem Zuschauer immer wieder als Sympathieträger angedient werden. Elke Sommer wurde mit der weiblichen Hauptrolle betraut, ihr sich kaum verändernder koketter Blick nervt aber auf Dauer ein bisschen. Ansonsten gibt es die für das Genre übliche Technikverliebtheit. Es werden zahllose Knöpfe gedrückt, es wird geschweißt, geschraubt und was weiß ich nicht alles. Emotional wirkt das Ganze reichlich unterkühlt, ich für meinen Teil fand die meisten Figuren ungefähr gleich unsympathisch. Für Fans der Raubzug-Filmwelle wohl Pflicht, ich habe mich trotz der beeindruckend gefilmten Schauplätze (zu deren Wirkung auch die hervorragende DVD von Media Target beiträgt) öfters etwas gelangweilt. Auch die etwas aufdringlichen Big-Band-Klänge haben mitunter eher gestört als für Atmosphäre gesorgt. 6/10

Harukanaru Toki no Naka de - Priesterin des weißen Drachen (Nagisa Miyazaki/Aki Tsunaki)
Lyrisch-empfindsame Anime-OVA-Reihe über die Schülerin Karin, die auf magische Weise in die Stadt Kyô entrückt wird, die dem mittelalterlichen Kyôto nachempfunden ist. Dort muss sie die Rolle einer Ryûjin no Miko (Schreinmädchen des Drachengottes) übernehmen und Kontakt mit den Hachiyô aufnehmen, magiefähigen Beschützern, die ziemlich androgyn rüberkommen. Was bildliche Gestaltung und musikalische Untermalung angeht, sehr schön umgesetzt. Auch die überwiegend melancholisch-nostalgische Stimmung fand ich sehr ansprechend. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 24 November 2012, 20:40:23
Mindhunters
Vor langer Zeit schonmal gesehen und war damals schon wenig begeistert. Schöne Location und gute Kameraführung, das wars aber auch schon. Zu konstruiert das Ganze und die Figuren für FBI-Profiler die totalen Amateure. Das ganze Hin- und Herverdächtigen wird irgendwann langweilig, zumal man für keine der Figuren irgendwelche Sympathien aufbringen kann. Vielleicht kann der blanke Hintern von Dauergrinser Christian Slater für einige noch etwas retten. Für mich wars zu öde.
5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 25 November 2012, 03:35:50
Meine letzten Sichtungen im TV und auf BD:

Antichrist (TV)

Nachdem ich vom umjubelten "Melancholia" (mein erster Film, den ich von Lars von Trier sah) nicht sehr viel hielt, da er mir zu unfokussiert und daher nichtssagend erschien, war ich recht gespannt, was mich hier erwartet. Vorweg: Ich finde "Antichrist" deutlich besser als Triers aktuelles Werk.
Der als ruhiges Drama beginnende, sich langsam in Horrorgefilde hineinsteigernde und letztlich hammerharte Streifen um ein Paar, das seinen Sohn verlor, besticht einerseits durch die sogartige Stimmung, andererseits durch die schöne, aber auch etwas selbstgefällige Inszenierung. Die Spannungschraube zieht relativ langsam, aber unaufhörlich an. Im Finale geht Trier dann in die Vollen: Subtilität darf man hier keine suchen, mit Sex und Gewalt wird nicht gegeizt. Das weiß in seiner Deutlichkeit durchaus zu schocken. Gekleidet wird diese Tour-de-Force in ziemlich hübsche, hin und wieder aber auch selbstzweckhafte Bilder. Inwieweit die langen Schwarz-Weiß-Zeitlupen die Geschichte bereichern, sei mal dahingestellt - toll anzusehen sind sie auf jeden Fall.
Ein zugleich abstoßender wie auch faszinierender Film, der lange im Gedächtnis bleiben dürfte. 7/10

Hesher (Blu Ray)

Ohne große Kenntnis über den Steifen habe ich mir die Scheibe einfach mal geholt, da ich Gordon-Levitt in letzter Zeit sehr stark fand und der Titel in der Metallica-Schriftart daherkommt (was glücklicherweise auch keine bloße Zierde ist, der Soundtrack wartet mit einigen Songs der Thrash-Titanen auf ;->).
Der Film um eine Familie, die vor kurzem einen starken Verlust erlitt und nun von einem prolligen Rebellen belagert wird, schwankt ein bisschen unentschlossen zwischen Drama und Komödie. Sehenswert ist das Ganze dennoch, da das unkonventionelle Verhalten des Titel-"Helden" den Verlauf angenehm unvorhersehbar gestaltet - diesen Charakter und seine Beweggründe zu durchschauen und zu deuten, fällt selbst nach Ende des Films noch schwer.
Abgerundet durch den starken Soundtrack ergibt das einen guten Streifen. 7/10

Die kleine Randnotiz, dass in der Filmlandschaft scheinbar nur Asoziale am Abgrund der Gesellschaft Metal gut finden bzw. gar über die Musik charakterisiert werden (mir fällt zumindest spontan kein Gegenbeispiel ein), lassen wir mal unbemerkt stehen... ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 25 November 2012, 15:07:07
Policewomen (1974)
70er Drive-In-Actioner mit ner ziemlich ueberzeugenden Sondra Currie.
Trotz des Titels geht hier nur ein weiblicher Cop zu Werke.
Erstaunlich wenig Sleaze, aber schwer unterhaltsam wer solche Filme mag.
6/10 Punkten

The Package (1989)
Gene Hackman und Tommy Lee Jones in nem Actionthriller von Andrew Davis.
Kann ja eigentlich garnicht schiefgehen.
Nur seltsam das ich den Film heute wirklich das erste Mal sah, lief irgendwie immer an mir vorbei.
Definitiv zu empfehlen, sehr bodenstaendig und spannend gehalten.
7/10 Punkten

Latin Dragon (2004)
Faengt extrem billig an, Story is altbekannt, Schauspieler Mittelmass, aber das hier reisst es raus:
Die Martial Arts-Szenen sind extrem knackig und gut inszeniert, hat mir wirklich gut gefallen.
Zweites Plus sind die ganzen (zumindest fuer B-Verhaeltnisse) sehr bekannten und beliebten Darsteller:
Ein erblondeter Lorenzo Lamas, Gary Busey, James Hong, Robert LaSardo, Deron McBee (aka American Gladiator "Malibu") und
dazu der ziemlich talentierte Hauptdarsteller Fabian Carrillo.
Mir hat er Spass gemacht, gibt durchaus 6/10 Punkten.

Most Wanted (1997)
Ne Weile her das ich den sah, ziemlich unterhaltsamer Actioner.
Nix Weltbewegendes, aber fuer zwischen durch ganz nett, ich fand Keenen Ivory Wayans immer sehr ueberzeugend in Actionrollen.
Dazu noch Jon Voight als Boesewicht und Eric Roberts und Paul Sorvino in Nebenrollen.
Gibt ebenfalls so 6/10 Punkten.

Edit 1:
Camouflage (2001)
Leslie Nielsen, William Forsythe und Scary Movie-Dumpfbacke Lochlyn Munro in einer komplett unwitzigen Detektiv-Komoedie.
Kurzzeitig dachte ich bei einer Szene der Film koennte eine nette Blow Out-Verarsche werden, aber das loeste sich schnell in Wohlgefallen auf.
Ich hatte wirklich Muehe, den Film durchzustehen, schnarchlangweilig und niemals komisch, lasst bloss die Finger weg.
2/10 Punkten.

Edit 2:
Sacrifice
Christian Slater und Cuba Goodin Jr. in einem eher langweiligen B-Actioner, zudem will man uns noch Devon Bostick als hartgesottenen Gauner verkaufen.
Autsch, bis auf ein paar Ballereien gibt es wirklich nix Interessantes ueber den Film zu berichten.
Naja, Cuba ist zwar koerperlich in Topform, aber schauspielerisch hat er sich offensichtlich tierisch gelangweilt bei diesem Gehaltsscheck.
Gibt ganz knappe 4/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Angelus Mortis nach 26 November 2012, 15:59:04
Wire in the Blood: Still She Cries
Wieder mal Dr. Tony Hill, der die Ermittlungen der Bradforder Polizei unterstützt, mal wieder geht's um einen Serienmörder ... alles beim Alten also. Und trotzdem kriegt diese Serie durch ihre (überwiegend) interessanten Charaktere und dadurch, dass sie gegen Ende immer nochmal an Tempo zulegen, immer wieder die Kurve aus dem Mittelmaß heraus.
7/10

Wire in the Blood: Darkness in the Light
Eigentlich siehe oben - hier mit weniger Tempo am Ende, dafür aber durchgehend etwas mehr Speck auf den Rippen. Hier geht's ausnahmsweise mal nicht "nur" um einen Serienkiller, sondern um Ritualmorde, was dem britischen TV-Krimi auch mal 'nen etwas anderen Anstrich gibt. Interessant, aber auch hier wieder nur mit Schönheitsfehler.
7/10

Mulan - Legende einer Kriegerin (2009)
Die jüngste Realfilm-Variante des klassischen Stoffes, vorher kannte ich nur die Disney-Version, an die dieser Film imho auch nicht wirklich herankommt: Obwohl der Film tendenziell eher langsam geschnitten ist, kommt dadurch, dass man hier versucht hat, möglichst die komplette Story (die eigentlich genug Stoff für zwei oder gar drei Filme hergegeben hätte, denke ich) auf knapp zwei Stunden zu erzählen, ein permanentes Gefühl von Hektik, von viel zu viel Auslassung auf. Trotzdem bietet Mulan schicke Bilder und gute Leistungen der meisten Darsteller, insofern sind 6/10 noch drin.

Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn
Hach ... Hamburger Exploitation-Kino, was gibt es herrlicheres? :icon_smile: Eine mehr oder weniger dünne Kriminalstory trifft auf Originalschauplätze, alte deutsche Schauspieloriginale sowie Kameraführung, Schnitt und Musik, die so auch aus Italien kommen könnten - schicke Genrekost. Letztlich fand ich den hier nicht ganz so gut wie die Zinksärge (denen gab ich 9/10), aber ein tolles filmisches Kleinod allemal.
8/10

Fluchtweg St. Pauli - Großalarm für die Davidswache
Der dritte Hamburg-Film, der gerade in der Edition Deutsche Vita veröffentlicht wurde, wie schon die letzten beiden kann auch dieser einiges. Für mich als Mittzwanziger sind vor allem die Schauspieler, denen ich sonst höchstens mal beim Zappen auf dem Traumschiff oder bei der Küstenwache über den Weg gelaufen bin, in jungen Jahren zu sehen. :D Im Grunde gilt hier dasselbe wie oben. Der Plot hat mir zwar bei der Reeperbahn-Nacht etwas besser gefallen (einfach persönlicher Geschmack, kann das gar nicht so wirklich begründen), dafür fühlte sich dieser aber etwas handfester inszeniert an ... das sind aber Kleinigkeiten, unter'm Strich machen beide Filme Spaß auf hohem Niveau.
8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 26 November 2012, 16:14:33
Take Shelter (http://www.ofdb.de/film/203425,Take-Shelter) (2012)

Curtis ist das Abziehbild eines hart arbeitenden Mittelklasseamerikaner in Ohio. Frau, Kind, Haus, Hund, Pickup. Als er immer wieder von Träumen und Visionen über apokalyptische Stürme geplagt wird, gerät sein Leben aus den Fugen. Aufgrund seiner schizophrenen Mutter befürchtet er, ebenfalls dieses Schicksal zu erleiden und sucht sich ärztliche Hilfe. Dennoch beginnt er, den alten Tornadoschutzbunker hinter seinem Haus auszubauen und wird regelrecht besessen von der Angst, dass das Ende der Welt bevor steht und dem Drang, seine Familie beschützen zu müssen. In knapp zwei Stunden nimmt der Film den Mythos des stets handlungsfähigen, die Familie beschützenden Mannes des US-Kinos auseinander. Er trampelt nicht darauf herum und zieht ihn ins Lächerliche, sondern seziert ihn fein säuberlich mit dem Skalpell.

Sehr sehenswertes Psychodrama mit einem großartigen Michael Shannon in der Hauptrolle.

9/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Akayuki nach 26 November 2012, 21:01:22
Bad Blood (http://www.ofdb.de/film/192719,Bad-Blood)

Bad Blood wirkt auf den ersten Blick wie "oldschooliges" HK-Kino. Die äußerst gut gemachte Kampfchoreografie sowie die tollen Stunts, sorgen bis zur ersten Hälfte für grundsolide Unterhaltung. Doch mit zunehmender Zeit driftet der (ohnehin nicht besondere) Plot ins chaotische ab. Leider will dann gar nichts mehr so richtig zusammenpassen. Vor allem die ärgerlichen und unglaubwürdigen Wendungen zerstören somit das solide Anfangsbild vollends. Das ist natürlich trotz (gerade) wegen des guten Casts besonders ärgerlich.

Böses Blut, schlechter Film... 4/10 Punkte




Menschenfeind (http://www.ofdb.de/film/10892,Menschenfeind)

Ein Gaspar Noé Film ist bekanntlich immer etwas ganz besonders. So auch der verstörende Psychotrip Menschenfeind. In kühlen und minimalistischen Bildern wird hier die Geschichte einer gescheiterten Existenz erzählt. Die bitterbösen Monologe des Antagonisten erzeugen durchweg blankes Entsetzten. Der nihilistische Film schildert die Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit eines Menschen, der sich nicht mehr in das soziale Gefüge eingliedern kann/will. Für Arthaus Fans ist der Film eine klare Empfehlung.

Es lebe der grenzwertige Film.  9/10 Punkte




Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance (http://www.ofdb.de/film/6025,Lady-Snowblood-2-Love-Song-of-Vengeance)

Nachdem gerade der Erstling zum wahren Genre-Klassiker avancierte und unter anderem auch von Tarantino oft zitiert wurde, gelingt es Teil 2 leider nicht ansatzweise an diesen anzuknüpfen. Schuld daran ist vor allem das behäbige Tempo, mit dem die relativ einfache Geschichte erzählt wird. Auch fehlen die grandiosen Kamaraführungen die gerade Teil 1 zum Klassiker werden ließen. Dennoch ist der Film weitestgehend solide umgesetzt und kann gerade wieder im letzten Drittel Punkte sammeln. So ist Lady Snowblood 2 trotz der bezaubernden Meiko Kaji, leider nicht das erwartete Film-Highlight, dennoch aber sehenswert.

Die bildhübsche Meiko Kaji hat sich 7/10 Punkte verdient




Anazâ 0-kan (http://www.ofdb.de/film/233330,Anaz%C3%A2-0-kan)

Die OVA ist eine Prequelfolge zum Horror-Anime Another. Natürlich kann angesichts der kurzen Laufzeit nicht die selbe Spannung erzeugt werden, dennoch liefert die OVA eine interessante Vorgeschichte zum Geschehen der Serie.
Gerade das Ende ist (von der Inszenierung her) ein Schlag in die Magengrube, wenn auch keine Überraschung.

Für das schaurige "Puppenspiel" gibt es 7/10 Punkte




Die Schlümpfe (http://www.ofdb.de/film/207758,Die-Schl%C3%BCmpfe)

Das die Schlümpfe eines Tages mal auf der ganz großen Leinwand zu sehen sein würden, damit hätte wohl niemand gerechnet und gerade wegen der schönen Kindheitserinnerungen habe ich mir den Film auch angeschaut.
Wie zu erwarten war, ist der Streifen ein handzahmer Familienfilm geworden. Die Schauspieler sind mit Neil Patrick Harris und Jayma Mays sorgfältig ausgewählt. Für meinen Geschmack also die idealen Sympathieträger für diese leichte Kost.
Unterm Strich ist der Film also weder besonders aufregend noch schlecht.

Die Schlümpfe bringen leider nur 6/10 Punkte nach Schlumpfhausen zurück




Chaos;HEAd (http://www.ofdb.de/film/166316,ChaosHEAd)

Die Firmen Nitroplus und The 5pb. haben sich erst kürzlich mit Steins;Gate sowas wie ein kleines Denkmal gesetzt.
Schon drei Jahre zuvor schufen sie Chaos;HEAd, einen ganz besonderen Mysterythriller. Dieser erreicht, was die Atmosphäre und Spannung angeht, stellenweise sogar Higurashi Niveau. Auch wenn sich gerade wegen dem Mittelteil der Serie die Lager spalten, halte ich die gezeigten Ideen für grandios. Zudem kann bis zur letzten Minute eine unverschämt hohe Qualität gehalten werden. Fast jede Folge wartet mit einer (herben) Überraschung auf. Für Mysteryfans ist Chaos;HEAd definitiv eine Must-See Serie.

Chaos;HEAd ist der Mind-Fuck Deluxe. Somit 9/10 Punkte
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 27 November 2012, 21:28:40
Danke für den Hinweis auf Chaos;HEAd. Hört sich wirklich gut an. Another und evtl. Steins;Gate wollte ich mir irgendwann in nächster Zukunft auch mal anschauen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 28 November 2012, 00:33:58
Black Swan (Blu Ray)

Meinen Film des Jahres 2011 hab' ich nun nochmal zu Hause genossen - und der Psycho-Thriller wirkte auf mich noch genauso grandios wie damals im Kino.
Die realistisch-nüchterne, nah den Figuren folgende Inszenierung verschmilzt kunstvoll mit den anmutigen Ballett-Szenen und einer starken Bildsprache, welche die interessanten inhaltlichen Aspekte um Befreiung und Emanzipation (sei es vom Elternhaus, von sexuellen Hemmungen oder in gefühlsmäßiger Hinsicht) astrein unterstreicht. Herrlich, wie die Handlung von Schwanensee auf den Streifen übertragen wird und der von Clint Mansell superb arrangierte Soundtrack eingesetzt wird - der finale Tanz avanciert somit zu einer der stärksten Sequenzen der letzten Zeit. Natalie Portman agiert herausragend, doch auch Vincent Cassel punktet mit einer eindringlichen Ausstrahlung.
Ein genial gespieltes und fantastisch gefilmtes Kunstwerk. 9/10

Cold Blood (Kino)

An sich gehören aktuelle Kino-Filme ja in ihren eigenen Thread; doch der Fakt, dass es zu diesem Film noch keinen gibt, suggeriert mir, dass das Interesse sehr gering ist und die Erstellung eines solchen sich nicht lohnt. Schade eigentlich, denn ich fand den Streifen überraschend gut.
Das Thriller-Drama rund um ein vor dem Gesetz flüchtenden Geschwisterpaar punktet mit einer eiskalten Atmosphäre (schickem Schnee-Setting sei Dank) und einem simplen, aber effektiven Aufbau - ruhige, rührende Szenen (mit Olivia Wilde) und spannende, mit Gewalt nicht zu sehr geizende Sequenzen (mit Eric Bana) wechseln sich in einem guten Rhythmus ab und werden schließlich stark zusammengeführt. Lediglich der Handlungsstrang um eine von ihrem Vater klein gehaltene Polizistin wirkte mir zu klischeehaft und oberflächlich.
Ein strukturell wie auch autmosphärisch schöner Streifen. 7/10 (mit Tendenzen zur 8)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 November 2012, 00:39:30
@ Teppi

Schau Dir mal den Link an, ist Dir das aufgefallen?

http://cinematiccorner.blogspot.de/2012/02/48-hidden-images-in-black-swan.html (http://cinematiccorner.blogspot.de/2012/02/48-hidden-images-in-black-swan.html)

Wirklich eine großartige Szene und ich freue mich schon drauf, sie diesmal bewusst mit diesen Details zu sehen.  :icon_smile: Das Thema Dualität wird dadurch jedenfalls auch noch mal künstlerisch betont.

Bewertung sieht bei mir genau so aus. Es ist immer interessant, wie Aranofsky ein Thema nimmt (bei The Wrestler auch) bei dem man denkt, man würde wissen, wie er das anpackt und dann ist seine Sicht auf diese Themen doch eine ganz unerwartete. Und in beiden Filmen geht es primär gar nicht um das eigentliche Thema, was ich sehr schön finde. Dazu noch sein Händchen für vielschichtige Charaktere (den Drehbuchautoren sei Dank) und die Atmosphäre, die man einsaugt, herrlich!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 28 November 2012, 01:04:56
Zitat von: Mr. Blonde nach 28 November 2012, 00:39:30
@ Teppi

Schau Dir mal den Link an, ist Dir das aufgefallen?

http://cinematiccorner.blogspot.de/2012/02/48-hidden-images-in-black-swan.html (http://cinematiccorner.blogspot.de/2012/02/48-hidden-images-in-black-swan.html)


Ca. die Hälfte der dort aufgeführten Sachen habe ich entdeckt, doch vor allem in der Club-Szene gingen dann wohl doch ein paar Details an mir vorbei - da wurde man aber auch mit Eindrücken erschlagen ^^
Es spricht natürlich für den Film, wenn es immer noch ein paar neue Sachen zu entdecken gibt.

Da du es auch ansprachst: Ein Aspekt, den ich noch vergas zu erwähnen, ist wie effektiv Aronofsky noch nebenbei ein auf Show und Schönheit (Black Swan) bzw. Spektakel (The Wrestler) ausgelegtes Kulturgut demaskiert und seines Glanzes beraubt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 November 2012, 01:16:46
Ich konnte mich an diese Details gar nicht mehr erinnern, muss aber das ein oder andere Detail damals auch erkannt haben, schließlich hatte ich nie Probleme, Brad Pitts Sekundenbruchteil-Auftritte in Fight Club zu erkennen.  :D

Und in gewisser Weise hat er auch mit "Requiem for a Dream" den jungen Menschen den Drogenkonsum "versalzen", indem er gezeigt hat, dass das doch gar nicht so cool ist und zwar anhand der jugendlichen Zielgruppe selbst. Ich glaube, es macht ihm Spaß, populäre Dinge zu zerpflücken.

Das Mütterchen, was unbedingt ins Showbusiness, also ins Fernsehen will und sich dafür selbst kaputt macht, ist ja auch ein Statement, was in Deine Richtung geht. Auch hier wird der Schein zerstört.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 28 November 2012, 04:13:56
Zitat von: Akayuki nach 26 November 2012, 21:01:22
Chaos;HEAd (http://www.ofdb.de/film/166316,ChaosHEAd)

Die Firmen Nitroplus und The 5pb. haben sich erst kürzlich mit Steins;Gate sowas wie ein kleines Denkmal gesetzt.
Schon drei Jahre zuvor schufen sie Chaos;HEAd, einen ganz besonderen Mysterythriller. Dieser erreicht, was die Atmosphäre und Spannung angeht, stellenweise sogar Higurashi Niveau. Auch wenn sich gerade wegen dem Mittelteil der Serie die Lager spalten, halte ich die gezeigten Ideen für grandios. Zudem kann bis zur letzten Minute eine unverschämt hohe Qualität gehalten werden. Fast jede Folge wartet mit einer (herben) Überraschung auf. Für Mysteryfans ist Chaos;HEAd definitiv eine Must-See Serie.

Chaos;HEAd ist der Mind-Fuck Deluxe. Somit 9/10 Punkte


DAS hoert sich einfach nur geil an.  :icon_eek:

18 Fingers Of Death (2006)
Mockumentary ueber Martial Arts.
Die extrem niedrige IMDB-Bewertung ist etwas verwunderlich, denn so uebel ist das Ganze wirklich nicht.
Es gab viele Schmunzler und ein paar echt gelungene Szenen, bei denen ich mir wirklich den Bauch hielt vor Lachen, vor allem
die Synchronisationsszene war ein Brueller. Obendrein gibt es noch sehr treffliche Parodien bekannter Actiondarsteller.
Sogar einige bekannte Gesichter haben sich vor der Kamera versammelt, meist nur in kleinen Rollen, aber immerhin.
Da waeren Lorenzo Lamas, Bokeem Woodbine, Pat Morita, Robin Shou und sogar Don "The Dragon" Wilson haben sich zu nem Auftritt hinreissen lassen.
Wie der Regisseur das bewerkstelligte ist mir schleierhaft, machte aber Spass.
Gibt solide 5/10 Punkten.

A Sound Of Thunder
Autsch, das war ja schon fast schmerzhaft den zu kucken.
Zu dem warum und weshalb muss ich wohl nicht viel sagen, die meisten User hier drin haben den Film durchleiden muessen.
Geb gnaedige 3/10 Punkten.

Fireball (2009)
Hm, also erst hat mich die (teilweise) eingesetzte Wackelkamera schon abgeschreckt, aber dann haben die Kaempfe richtig angefangen und mich ehrlich gesagt von den Socken gehauen.
Sowas kann ich wirklich getrost auf die teilweise saubrutalen und ausgedehnten Kampfszenen beschraenken und eine knackige 8/10 Punkten zuecken. Wow, wirklich ueberrascht. Wandert wohl ins Regal.  :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 28 November 2012, 11:00:24
Fireball hatte mich auch wirklich überrascht, einer der besten Thai-Klopper überhaupt, und das auch abseits der Action-Szenen. Auch ist es toll, mal was anderes zu sehen, als das übliche Eine Person läuft von A nach B und macht alles platt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 28 November 2012, 14:55:11
Im Kino habe ich zuletzt drei aktuelle Horror-Filme gesehen, glücklicherweise musste ich nicht dafür bezahlen (Presse), denn sie waren alle drei auf unterschiedliche Weise schlecht:

Maniac (2012)

Das Remake von Aja versprach am meisten, schafft es aber nicht mehr, der Serienkiller-Thematik von damals noch etwas neues abzugewinnen, da das Genre in den letzten 30 Jahren schon viel in dieser Hinsicht geleistet hat. Insgesamt kein schlechter Film, gut gespielt und gemacht, aber die selbst für einen Horror-Film Marke Aja explizite Gewalt wird dabei zum Selbstzweck und wird die Thematik für "Nicht-Splatter-Fans" überdecken. Für Fans der harten Gangart (selbstzufriedenes Zitat schon jetzt in der OFDB " für den Normalseher ist das bestimmt too much"), die mal wieder so richtig sehen wollen, wie Frauen verhackstückt werden, natürlich genau das richtige.

Silent Hill - Revelation 3D (2012)

Viel Gewalt und Monster - aber kein Vergleich zu "Maniac" - leider aber zu sehr am Computerspiel orientiert. Fehlender Aufbau, mangelhafte Charakterisierungen, keine Story - stattdessen nur ein Horror-Szenario nach dem anderen, ohne Ruhephasen. Schlicht langweilig, sollte ab 12 freigegeben werden, da für 14jährige wahrscheinlich noch spannend. 3D natürlich unnötig, aber man kann damit Geld verdienen.

Possession - Das Dunkle im Herzen Hollywoods (2012)

Typische Story vom besessenen Mädchen, dem der Dämon ausgetrieben werden soll. nichts neues, aber ganz okay, leider in eine furchtbar verlogene Hollywood - wir sind geschieden, aber unsere Ehe wird trotzdem gerettet - Schmonzette eingebettet, was der Thematik aus meiner Sicht sehr schadet.


Dagegen zwei Filme von viel besserer Qualität in meiner Italo-Western Werkschau:

Eine Pistole für Ringo (1965)

Zu Unrecht unterschätzter Film, der als frühes Werk das erste war, dem es gelang Spannung und Witz genial zu verbinden. Gemmas Rolle war Vorbild für die späteren Terence Hill-Persiflagen. In seiner moralischen Sichtweise und charakterlichen Originalität weit innovativer als die meisten neuen Filme, aber auch die meisten späteren Italo-Western, 8,5/10 Punkte

Ringo kehrt zurück (1965)

Zwar vom selben Team, aber kein Sequel, sondern gänzlich anders angelegt. Selbst der Name Ringo stimmte nicht mehr, wurde aber auch im Originaltitel als Werbung verwendet. Typisches Westerndrama, im Detail originell - erst nach einer Stunde wird richtig geballert - aber weit weniger innovativ als der erste "Ringo". Ist seltsamerweise heute trotzdem beliebter, da typischer für das Italo-Western-Genre. Doch selbst ein guter Kritiker wie "Blade Runner", der sich als einer von Wenigen dem Genre richtig widmete, irrt, wenn er meint, dass der Film keine neue Story erzählt. "Ringo kehrt zurück" war einer der ersten - 7/10 Punkte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: quaker nach 28 November 2012, 16:50:51
Common Law

Mal wieder leider eine Serie, die aufgrund von schwachen Quoten nach einer Season schon wieder abgesetzt wurde. Die Staffel ist in sich auch abgeschlossen, es gibt also keine bösen Cliffhanger, die dann nie aufgelöst werden. Die Folgen waren immer ein sehr spaßiges und kurzweiliges Vergnügen und die Wortgefechte der beiden Hauptdarsteller waren auch immer sehr unterhaltsam. Highlights der Folgen waren natürlich immer die Szenen von der Paartherapie. :icon_lol:

Wer was kurzweiliges im Serienformat sucht, kann auf jeden Fall mal reingucken. Die 12 Folgen hat man dann auch relativ schnell weggeguckt. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 28 November 2012, 17:01:45
Sein oder Nichsein (http://www.ofdb.de/film/3546,Sein-oder-Nichtsein)

Ich bin gar kein besonderer Lubitsch-Fan, dieser gestriegelte Salon-Humor hat eindeutig seine Grenzen, aber den hier hatte ich als sehr gut in Erinnerung und habe mich jetzt wieder köstlich amüsiert. Schön bissig und ein Wagnis zu seiner Zeit, mit einer guten Portion Selbstreflexion und -ironie - das ist und bleibt ein Klassiker, bei dem manch schnell hingeratterte Dialogzeile erst beim zweiten Ansehen zur Geltung kommt. Kurioses Randphänomen: Irgendwo hab ich mal was darüber gelesen, wie oft bei Lubitsch Türen zu sehen sind, die auf- oder zugehen. Mit dem Effekt, daß mir auch dieser Film vorkommt wie vollgestopft mit Türen, tatsächlich: immer wenn eine Figur die Szene betritt, zieht die Kamera zuerst auf die Tür, beim Abgang ebenso, und dann gibts noch ein paar Türen, hinter denen etwas vorgeht... wirklich erstaunlich!

Der nackte Mann auf dem Sportplatz (http://www.ofdb.de/film/13094,Der-Nackte-Mann-auf-dem-Sportplatz)

Einer der unbekannteren Filme von Konrad Wolf (entstanden so zwischen Goya und Solo Sunny), und es ist auch klar warum: Ein kaum verschlüsseltes Porträt seines Freundes und Akademiekollegen Werner Stötzer (damit aber auch gleichzeitig allgemeines Künstler- bzw. Selbstportrait), der mit den Tücken des real existierenden Realismus zu ringen hat: Knappes Material, tonangebende Parteikader und kaum Verständnis beim werktätigen Publikum. Alles an echten Locations gedreht (u.a. Stötzers Berliner Atelier), viel Originalton (damals noch nicht selbstverständlich), viel natürliches Licht, agile Kamera, ungeschönte Bilder, Laiendarsteller, Kohlhaases hingeworfene, lakonische Dialogbrocken. War damals für die entsprechende Klientel bestimmt ein passendes Abbild, heute aber eher schwer zugänglich (mein Vater verkehrt(e) in den entsprechenden Kreisen, daher habe ich überhaupt Infos/einen Ansatz).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 November 2012, 17:38:04
Zitat von: Bretzelburger nach 28 November 2012, 14:55:11
Viel Gewalt und Monster - aber kein Vergleich zu "Maniac" - leider aber zu sehr am Computerspiel orientiert. Fehlender Aufbau, mangelhafte Charakterisierungen, keine Story - stattdessen nur ein Horror-Szenario nach dem anderen, ohne Ruhephasen. Schlicht langweilig, sollte ab 12 freigegeben werden, da für 14jährige wahrscheinlich noch spannend. 3D natürlich unnötig, aber man kann damit Geld verdienen.


Hast Du Silent Hill mal gespielt? Dann würdest Du ja wissen, dass man da nicht von "einem Computerspiel" sprechen kann, zumal Revelations wie schon Teil 1 munter mit Motiven der ganzen Videospielreihe hantiert. Das es in den Spielen um Atmosphäre und eben nicht darum geht, viel Gewalt und viele Monster zu zeigen, sollte man schon wissen, wenn man sowas schreibt. Genau das ist Silent Hill (ich habe 1-3 gespielt) nämlich nicht, sinnlose Horrorszenarios, ohne Ruhephasen, sondern zeitweise passiert nichts actionreiches, es gilt Rätsel zu lösen oder man verliert sich in der Stimmung der Stadt. Die Protagonisten sind psychologisch auch interessant, innerlich kaputt und tragen zumeist eine furchtbare Last mit sich herum, welche sich in Silent Hill visuell manifestiert. So einfach ist das dann doch alles nicht.  :icon_razz:

Übrigens kritisieren nahezu alle Fans der Spiele, dass Teil 2 schlecht ist und kein Bisschen das ist, was im Titel steht. ;) Also von "zu sehr am Computerspiel" kann absolut keine Rede sein.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 28 November 2012, 22:25:52
Die Bemerkung zum Computerspiel war hier nur die Kurzfassung - gemeint war damit ausschließlich, das der Film ständig von einem Computerszenario zum nächsten wechselt. Das das Spiel wesentlich mehr zu bieten hat, weiß ich. Mit Orientierung meinte ich nicht Nachahmung oder qualitative Gleichsetzung, sondern nur das Benutzen der auch im Spiel vorkommenden Figuren.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 November 2012, 22:50:21
Gut, das klang nämlich sehr einseitig. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Rollo Tomasi nach 29 November 2012, 13:54:57
Zitat von: ratz nach 28 November 2012, 17:01:45
Sein oder Nichsein (http://www.ofdb.de/film/3546,Sein-oder-Nichtsein)

Ich bin gar kein besonderer Lubitsch-Fan, dieser gestriegelte Salon-Humor hat eindeutig seine Grenzen, aber den hier hatte ich als sehr gut in Erinnerung und habe mich jetzt wieder köstlich amüsiert. Schön bissig und ein Wagnis zu seiner Zeit, mit einer guten Portion Selbstreflexion und -ironie - das ist und bleibt ein Klassiker, bei dem manch schnell hingeratterte Dialogzeile erst beim zweiten Ansehen zur Geltung kommt. Kurioses Randphänomen: Irgendwo hab ich mal was darüber gelesen, wie oft bei Lubitsch Türen zu sehen sind, die auf- oder zugehen. Mit dem Effekt, daß mir auch dieser Film vorkommt wie vollgestopft mit Türen, tatsächlich: immer wenn eine Figur die Szene betritt, zieht die Kamera zuerst auf die Tür, beim Abgang ebenso, und dann gibts noch ein paar Türen, hinter denen etwas vorgeht... wirklich erstaunlich!



Ein fantastischer Film, ich kann eigentlich gar nicht glauben, dass so ein Film zur damaligen Zeit überhaupt möglich war. Wirkt für mich heute noch frisch! Für mich 10/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 29 November 2012, 16:10:07
Als einer der letzten Menschen auf diesem Erdball ackere ich mich - nachdem ich mir das bereits seit Monaten vorgenommen hatte - gerade durch die erste Staffel von "Six Feet Under". Eine Folge daraus fehlt noch, und was soll ich sagen? Es wurde nicht zu viel versprochen. Ich bin restlos begeistert und mag eigentlich gar nicht mehr aufhören zu gucken. Für die ersten zwölf Folgen benötigte ich nur wenige Tage, und auch wenn ich mir sage, daß man jede Folge für sich erst einmal auf sich wirken lassen sollte, schiebe ich doch noch eine hinterher.

So viele interessante Figuren findet man wirklich nur ganz selten. Das sorgt auch dafür, daß jeder Handlungsstrang höchste Aufmerksamkeit geschenkt bekommt - immer wenn man sich aufgrund des Szenenwechsels kurz "Schade, daß die das jetzt unterbrechen, ich möchte doch wissen, wie es weitergeht" sagt, stellt man fest, daß dafür ein anderer Strang weitergeht, bei dem man kurz vorher ebenfalls "Schade, daß die das jetzt unterbrechen, ich möchte doch wissen, wie es weitergeht" gedacht hat.  ;) Natürlich kristallieren sich frühzeitig einige Lieblinge heraus (bei mir sind es bislang Nate und Claire), aber hier kommt jede Figur zu ihrem Recht, weshalb es auch nicht schwer fällt, sie liebzugewinnen. Brenda macht es einem natürlich nicht ganz leicht mit ihrer Abhängigkeit von ihrem Bruder und Dave bleibt die ersten Staffeln extrem unsympathisch, um dann später nur durch kleine Szenen immer positiver zu wirken. Allerdings wird aus ihren Schwächen kein Hehl gemacht, jeder hat seine Macken oder auch schlichtweg Charakterfehler, so daß es hier niemanden gibt, der nur "nett" ist. Sehr erfreulich finde ich auch den Umgang mit der Homosexualität in der Reihe. Sie wird als etwas völlig Normales dargestellt (sogar Küsse unter Gleichgeschlechtlichen werden nicht weggeblendet) und trägt nicht die Verklemmtheit, die sich gerne in Lächerlichmachung von Schwulen äußert, so vieler Filme in sich.

Diese erste Staffel ist ein absoluter Höhepunkt der Fernsehgeschichte. 10/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 29 November 2012, 22:42:29
Mein großer Freund Shane (OT: Shane), USA 1953 (http://www.ofdb.de/film/8039,Mein-gro%C3%9Fer-Freund-Shane)

Ein überaus eigenständiger und für seine Entstehungszeit untypischer Western von George Stevens, der in manchen Aspekten Entwicklungen des Spätwesterns in den 1960er und 1970er Jahren vorwegnimmt. Obwohl er geradezu archetypische Westernmotive verarbeitet, wie den Kampf der einstmals landbeherrschenden Rinderbarone gegen die nachrückenden einfachen Farmer oder den geheimnisvollen Fremden mit einer dunklen Vergangenheit als Revolverheld, so steht SHANE in vielem quer zur typischen Westernästhetik und -moral der 1950er Jahre.  Keine Standardkulissen von Westernstädten und Cowboyrequisiten aus dem Fundus prägen den Film, sondern realistisch ärmliche, ja manchmal dreckig bekleidete Farmer, die tatsächlich hart arbeiten müssen. Ihre kleinen Hütten wirken verloren vor der gewaltigen Kulisse der Berge Wyomings, die George Stevens in großartigen Panoramaaufnahmen einfängt.

Der wurzellose Fremde Shane (Alan Ladd) kommt in die Gegend, will sein Leben ändern und nimmt eine einfache Stellung als Arbeiter bei einer Farmersfamilie an. Doch die Farmer geraten unter den Druck des Rinderbarons, der sie aus seinen Weidegründen vertreiben will und dafür den Revolverhelden Wilson (Jack Palance) engagiert. Was SHANE von vergleichbaren Filmen unterscheidet, ist seine Einstellung zur Gewalt. George Stevens war sichtlich vom Zweiten Weltkrieg geprägt, er wollte keine Ballereien, wo die Cowboys locker durch den Kugelhagel spazieren. Hier hat schon eine Kugel furchtbare Wirkungen, der Tod ist niederträchtig und dreckig. Vor allem: Ein Mord geht auch nicht spurlos am Täter vorbei. Der Fremde Shane hält sich lange im Hintergrund, man ahnt nur seine unausgesprochene Vergangenheit, aber am Ende muss er sich entscheiden. Doch wie auch immer es ausgeht: die Zeit der Revolverhelden ist vorbei. Darin greift SHANE der künftigen Entwicklung des Westerngenres weit voraus.
Der Film ist zwar nicht unbekannt oder ganz vergessen, aber doch inzwischen etwas in die Geschichte versunken. Ein Wiedersehen lohnt sich allemal. 8/10.   
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 2 Dezember 2012, 02:35:37
Road to Perdition

Mal wieder meinen zweitliebsten Mafia-Film (hinter "Casino", und ja, somit noch vor dem Paten etc.) auf DVD genossen.
Mendes hüllt sein düsteres Drama um Familie, Loyalität und Rache in wunderbar ruhige und wunderschön anzusehende Bilder. Die kunstvolle Kamera und die 1A Ausstattung komplettieren den optischen Genuss. Dank der Star-Riege (besonders Tom Hanks und Paul Newman, welcher hier ein letztes Mal richtig auftrumpfen darf) kommen die inneren Konflikte der Hauptcharaktere bestens zur Geltung, während sich Jude Law für den gewissen Schuss Verrücktheit und Spannung verantwortlich zeigt. Zum ganz großen Meisterwerk fehlt lediglich eine noch bessere Leistung des immerhin guten Kinderdarstellers.
Ein emotionaler und inszenatorisch eleganter Mafia-Streifen der Extra-Klasse. 9/10


Dann gab's noch ein paar Blockbuster im TV in den letzten Tagen:

Knight and Day

Meine durchschnittliche Meinung nach dem Kino-Besuch damals wurde bestätigt.
Der Streifen startet auf derart debile Weise, dass man sich schon fast schämt, dass man diesen Schabernack spaßig findet. Cruise verbreitet mit seiner abgeklärten Art einfach Freude. Irgendwann hat man sich an diesem sinnlosen Schmarn jedoch sattgesehen, die absurde Chose kippt allmählich von lustig zu langweilig, die Lacher werden immer seltener. Während Diaz ihre anfängliche Aufgabe als hilfloser Spielball zwischen den Spionen ganz gut meistert, nervt sie mit ihrer "3 Engel für Charlie" Toughness im weiteren Verlauf eher.
Zu Beginn blöd aber spaßig. Später nur noch blöd. 5/10

Der unglaubliche Hulk

Eine ziemlich belanglose Comic-Verfilmung, die keinem wirklich wehtut, aber auch nicht richtig mitzureißen vermag.
Die Geschichte verläuft in den gewohnten Bahnen, keine Überraschungen an dieser Stelle. Was leider wahrlich fehlt, ist der nötige Schuss Humor, welcher die weiteren Marvel-Filme (bspw. "Iron Man", "Thor" oder halt "The Avengers") so kurzweilig machte - vor allem wenn es um ein grünes Monster mit Megakräften geht, wirkt die ernste Herangehensweise etwas ungeschickt. Dafür darf man sich an zwar wenigen, aber immerhin recht nett inszenierten Action-Szenen erfreuen - in 2 der 3 Scharmützel kracht's mit allerlei Krawall. Norton und Roth sind an sich arg überqualifiziert für die eher anspruchslosen Rollen, aber sei's drum.
Ein lediglich mittelprächtiger Marvel-Streifen, da ist man besseres gewohnt. 5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 2 Dezember 2012, 20:54:33
Mit ,,Wir sind die Nacht" (2010) habe ich tatsächlich mal einem deutschen Horror-Streifen eine Chance eingeräumt - u.a. weil der Trailer gar nicht mal so schlecht aussah sowie selbst im Ausland einige positive Reviews zu entdecken waren. Auf handwerklicher Ebene ist der Film dann auch erstaunlich gut gelungen: Optik, Schnitt, Tempo und Inszenierung stimmen - ja selbst die CGI-Effekte können über weite Strecken überzeugen. Einzelne Szenen sind gar richtig klasse geraten, wie z.B. eine ,,Verwandlung" in einer Badewanne - und ein Stück von ,,Vast" im Abspann zu hören ist natürlich immerzu herzlich willkommen. Alles in allem gibt es an der konkreten Regiearbeit Dennis Gansels (,,die Welle") kaum etwas zu meckern. Auf anderen ,,Ebenen" sieht es aber leider ein wenig anders aus: Die Figuren sind durch die Bank weg bloß oberflächlicher Natur, viele Dialoge wirken aufgesetzt und werden dazu noch arg hölzern vorgetragen - worüber hinaus etliche eigentlich durchaus clevere Ideenansätze einfach nicht zu Ende gedacht bzw. umfassend ausgearbeitet wurden. Im Gegensatz zu ihrer Make-up-Arbeit zu Beginn des Films gefiel mir die hübsche Karoline Herfurth in der Hauptrolle im Grunde durchweg prima - wohingegen Nina Hoss als ,,Obervampirin" nicht über die notwendige Ausstrahlung für den Part verfügt und Anna Fischer als ,,Loveparade-Girly" (von einer einzigen Szene mal abgesehen) gleichermaßen nervt wie furchtbar schlecht spielt. Vervollständigt wird das ,,Damen-Quartett" von Jennifer Ulrich, welche indes mit stilvollem Auftreten und darstellerischem Talent zu überzeugen vermag. Berlin bietet ein adäquates Setting mit einigen coolen Locations, die obligatorische Liebesgeschichte geht durchaus in Ordnung und das Ende lässt (natürlich) die Möglichkeit einer Fortsetzung offen - statt einer solchen würde ich mich persönlich jedoch mehr über ein nettes, hier und da ruhig auch geringfügig strafferes US-Remake freuen...   4,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 2 Dezember 2012, 23:27:21
Die Anna-Fischer-Figur ist in der Tat nicht leicht auszuhalten, ansonsten ein durchaus ansprechender Film, der aus meiner Sicht vor allem vom Charisma der Herfurth enorm profitiert ... k. A., was ein US-Remake da bringen sollte. Da würde doch nur alles glattgebügelt und in Belanglosigkeit ertränkt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 3 Dezember 2012, 02:09:09
Confessions Of An Action Star (2005)
Wo 18 Fingers Of Death noch halbwegs okay war, so stinkt der hier total ab.
Strunzlangweilig, furchtbare Schauspieler, selbst die paar ordentlichen Schauspieler die sich hier versammelt haben in kleineren Nebenrollen (Eric Roberts, Ernie Hudson, Carrie-Anne Moss, Michael T. Weiss) machen da keinen Unterschied mehr.
So ein bescheidenes Filmchen, gnaedige 2/10 Punkten, und die gibt es auch nur fuer ein paar nette Titel-Verarschungen.

Collision Course (1989)
Jay Leno ( :icon_eek:) und Pat Morita in einer eher unbekannten Actionkomoedie, die eigentlich ganz gut unterhaelt.
Es werden zwar so ziemlich alle Klischees rausgekramt und breitgetreten, aber auf ne durchaus charmante Weise.
Auch sehr nett war das Wiedersehen mit Tom Noonan und Randall "Tex" Cobb.
Ach ja, alleine schon der Finishing Move beim Boesewicht ziemlich am Ende des Films ist die Sichtung wert. Fuer nen PG-13 Film schon ziemlich heftig, auch was da an Fluechen so abgeht.
Gibt nette 6/10 Nostalgie-Punkte.

Moonshine Highway (1996)
Fuers amerikanische TV in Kanada gedrehter Film ueber Alkoholschmuggeln waehrend der Prohibition, der leider unter dem Durchschnitt bleibt.
Zwar hat man Kyle MacLachlan fuer die Hauptrolle des coolen Alkoholschmugglers verpflichten koennen, aber das wars auch schon.
Wirklich nett sind nur ein paar Autojagden ueber abgelegene Dorfstrassen mit ein paar coolen Explosionen.
Rettet den Film aber auch nicht ueber ne 4/10 Punkten hinaus.
Schade, denn ich mag solche Filme wirklich gerne.
Schlaegt halt nix White Lightning wenn es ums Alkoholschmuggeln geht.  :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 3 Dezember 2012, 09:52:46
Zitat von: Hedning nach  2 Dezember 2012, 23:27:21
k. A., was ein US-Remake da bringen sollte. Da würde doch nur alles glattgebügelt und in Belanglosigkeit ertränkt.


Bei dem Film war doch im Grunde auch alles glatt und belanglos - okay, bis auf einige "holprige" Momente, wie sie in deutschen Filmen des Öfteren zu finden sind...  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 3 Dezember 2012, 10:03:42
Hat es überhaupt mal ein US-Remake eines ausländischen Films gegeben, das man der Vorlage aus irgendwelchen Gründen vorziehen sollte? Mir fällt keines ein.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 3 Dezember 2012, 10:08:05
Zitat von: Hedning nach  3 Dezember 2012, 10:03:42
Hat es überhaupt mal ein US-Remake eines ausländischen Films gegeben, das man der Vorlage aus irgendwelchen Gründen vorziehen sollte?


Muss ich sie jetzt wirklich alle hier aufzählen...?   :icon_lol:
In der Hinsicht solltet Ihr meinen Geschmack doch eigentlich schon kennen...  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Rollo Tomasi nach 3 Dezember 2012, 19:58:06
A lonely place to die

Ein fieser, kleiner Thriller, mit Elementen des Horrorfilms! Wie man so sagt, schnörkellos inszeniert, und dennoch mit schönen Wendungen ausgestattet. Durchweg spannend! Tolle Darsteller, besonders die Bösewichte sind top! Sehr empfehlenswert! 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 3 Dezember 2012, 22:01:39
Payback (DVD)

Mel Gibson in einer seiner ruppigsten Rollen: Als betrogener Räuber will er sich sein Geld wiederholen und legt sich dabei mit dem Verbrechersyndikat in Chicago an. Auf seiner Rache-Mission geht er nicht nur sprichwörtlich über Leichen: Immer wieder werden die Gespräche knackig kurz gehalten, lieber schnell geschossen anstatt lange geredet. Sozugen das genaue Gegenteil eines Tarantino, der Spaßfaktor pegelt sich aber auf einem vergleichbaren Niveau ein. Zynismus und galliger Humor sind ständiger Begleiter auf diesem düsteren, und dennoch lässigen Rachefeldzug, welcher sich durch allerlei Zwischenfälle herrlich unvorhersehbar gestaltet. Dazu passend präsentiert sich der Neo-Noir-Streifen mit einem blass-blauen Farbfilter, durch welchen die Stimmung perfekt untermalt wird.
Konsequent, kompromisslos, komisch - ein grimmig-gemeiner Gangster-Film der fantastischen Sorte. 9/10


Zum Wochenausklang gab's gestern einen TV-Abend:

Duell der Magier

Ein vernünftiger Familienfilm, der inhaltlich zwar nur Standard-Stücke abspult, inszenatorisch aber mit einem kurzweiligen und gut getricksten Effektgewitter daherkommt. Jay Baruchel gibt einmal mehr den netten Nerd, während Nicolas Cage allen voran durch seine scheinbar wahrlich verzauberte Frisur auffällt. Ein effektvoll gefilmter Blockbuster-Snack für Zwischendurch. 6/10

Centurion


Zwar nicht unwesentlich geschnitten gewesen, zu einem ungefähren Urteil lass' ich mich aber dennoch hinreißen: Trotz inhaltlicher Belanglosigkeit überzeugte mich der Streifen dank seiner intensiven Atmosphäre, welche durch die stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen und die knüppelharten Kämpfe kreiert wurde. Muss ich unbedingt nochmal in vernünftiger Form schauen, ich dürfte dann bei 8/10 landen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 5 Dezember 2012, 10:35:34
Rubber

Die Ode an die reine Willkür von Regisseur Quentin Dupieux ("Mr. Oizo") hat beim zweiten Sehen noch einen Tick gewonnen. Man weiss was kommt, und kann sich ganz auf die Details der verschiedenen Ebenen der Geschichte einlassen. Herrlich absurd und doch mit vielen schönen Erkenntnissen über das Kino und dessen Publikum.
Einzig die Laufzeit von knapp 80 Minuten hätte man noch stutzen können. Manch Füllszene bremst den Film doch etwas aus - und wenn man ehrlich ist, gibt die Idee einfach nicht mehr her.
Trotzdem hats mir wieder Spass gemacht mit Robert durch die Wüste zu rollen.
7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 6 Dezember 2012, 10:58:43
Zappelphilipp (http://www.ofdb.de/film/233944,Zappelphilipp) Free-TV

München. Die 3b kriegt einen neuen Mitschüler, den Fabian. Der mag nicht so recht in die Klasse passen, hat auch bereits mehrere Schulwechsel hinter sich etc. pp. Seine Lehrerin will ihm natürlich helfen, sie ist auch die einzige Person, zu der Fabian eine positives Verhältnis zu haben scheint. Aber schnell werden von anderen Lehrern und den Eltern der Mitschüler die Rufe nach medizinischer Hilfe laut, schließlich habe man ja keine Zeit.

Wenn auch klischeegespickt, ist das Grundthema durchaus ernst. So wie wir Filmfreaks uns immer wieder fragen, wie richtiger Jugendschutz auszusehen hat und wer "schuldig" ist, wenn Kinder die "bösen" Filme sehen, so stellt sich auch hier die Frage, wer eigentlich für die Erziehung zuständig ist. Der Film positioniert Fabi dabei als Kind einer Flickenteppich-Familie: Sein Vater hat ihn vor vier Jahren zuletzt gesehen. Die Mutter, bei der Fabi lebt, hat einen neuen Mann, der sich nicht mit Fabi versteht. Zudem ist Kind Nr. 2 unterwegs, wovon sich die Mutter ein Zusammenwachsen der Familie erhofft. Die Mutter selbst hat kaum Zeit für Fabi, der Stiefvater will auch nicht wirklich Zeit haben. Wer bleibt? Freunde hat Fabi dank der häufigen Schulwechsel keine, es bleibt somit an seiner Lehrerin hängen. Sie hat sich noch nicht vom System aufreiben lassen und glaubt weiterhin daran, dass nicht immer alles schnell schnell geht. Aber da ist ja noch der Druck von außen (andere Lehrer, Eltern), die alle die Lösung kennen, welche ja auch bereits vorher funktionierte: Tabletten.

Die Hauptrollen spielen durchaus glaubwürdig. Und wenn auch wie gesagt einiges durch die Klischeestation musste, bleibt es ein interessantes wie aktuelles Thema. Denn sich Zeit zu nehmen in der "Schnell Schnell"-Gesellschaft ist äußerst schwer. Im Ergebnis ist das Ganze eine Art "Einer flog über das Kuckucksnest" auf TV-Level. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 6 Dezember 2012, 13:12:46
Die Vergessenen (Joseph Ruben)
Der Mystery-Thriller fängt stark mit einer unerwarteten Wendung an: Jemand sieht sein bisheriges Leben in Frage gestellt, teilweise geradezu ausgelöscht, und alle scheinen Normalität vorzuspielen. Allerdings stellt sich mit der Zeilt der Eindruck ein, aus dieser vielversprechenden Idee konnte dann doch kein überzeugender erzählerischer Gewinn erzielt werden, da wir zunehmend eine Hauptfigur mit reichlich bekannten Löwenmutti-Zügen und eine blutleer aus Klischees zusammengesetzte Verschwörung serviert bekommen, über die man einfach gerne etwas mehr gewusst hätte. So bleibt doch alles etwas vage von Akte X entlehnt. Das Ende hat mir auch nicht gefallen, ohne dass ich jetzt was spoilern will. Julianne Moore und den meisten anderen kann hier kein Vorwurf gemacht werden, sie holen das Beste aus ihren Rollen heraus, während Gary Sinise als Psychiater doch etwas schmierig rüberkommt, was vermutlich nicht gewollt war. Dass bildlich gesehen die Gegenwart kalt und blau abgelichtet wurde, die Erinnerungen dagegen in goldener Wärme erstrahlen, ist auch nicht allzu originell, verfehlt seine Wirkung aber nicht. 5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 6 Dezember 2012, 14:33:04
Polisse (2011)
Ein Film basierend auf echten Faellen der CPU (Child Protective Unit) in Paris.
Extrem starker Film der ziemlich an die Nieren geht. Ueberzeugende Schauspieler in einem Film ueber ein ziemlich unangenehmes Thema das wirklich Allles ungeschoent praesentiert und kein Blatt vor den Mund nimmt.
In der Intensitaet hat es mich teilweise an The Woodsman mit Kevin Bacon erinnert.
Gibt 8/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: psychopaul nach 6 Dezember 2012, 22:01:57
Zitat von: lastboyscout nach  6 Dezember 2012, 14:33:04
Polisse (2011)
Ein Film basierend auf echten Faellen der CPU (Child Protective Unit) in Paris.
Extrem starker Film der ziemlich an die Nieren geht. Ueberzeugende Schauspieler in einem Film ueber ein ziemlich unangenehmes Thema das wirklich Allles ungeschoent praesentiert und kein Blatt vor den Mund nimmt.
In der Intensitaet hat es mich teilweise an The Woodsman mit Kevin Bacon erinnert.
Gibt 8/10 Punkten.


Ich hab dem auch eine sehr gute 7/10 verpasst. Ist wirklich sehr heftig..

Maiwenn Le Besco hat einiges auf dem Kasten. Noch schwerer auszuhalten, aber noch besser gefallen hat mir von ihr Pardonnez-moi. Ist eher ein intimes (zu Beginn noch eher nerviges) Psychodrama. Aber was für eins.  :icon_eek: Mein persönliches Radikalo-Highlight im letzten Jahr.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 9 Dezember 2012, 10:12:19
Boy A (TV)

Ein ruhiges Drama über einen jungen Mann (Andrew Garfield), der nach einem Verbrechen als Jugendlicher wieder in die Freitheit entlassen wird und sich ein neues Leben aufbauen will. Highlight des Films ist die Vorstellung von Garfield, welcher eine Glanzleistung als verunsicherter und mit seiner Bürde überforderter Täter, der nun das Opfer darstellet, abgibt. Nachdem zu Beginn gekonnt emotionale Fallhöhe aufgebaut wird, schleichen sich im Mittelteil ein paar Längen ein (vor allem bei der Beziehungsthematik). Die dafür aufgebrachte Zeit hätte man lieber ins konsequente, aber etwas kurz kommkende Finale investiert.
Ein prächtig gespieltes Plädoyer für zweite Chancen. 7/10

-----

Gestern gab es schließlich ein wahrhaft episches Spezialevent im Kino: Die komplette "Herr der Ringe" Trilogie in der SEE auf großer Leinwand. Leider nicht ganz in Kinoqualität, da anscheinend nur von BD abgespielt wurde, aber das sei hier nicht von Belang.
Die positiven Punkte des Werks bedarfen kaum einer ausschweifenden Wiederholung, daher kurz und knackig: Prachtvolle Landschaftspanoramen, klasse Kostüme und erstklassige Effekte treffen eine wunderschöne Kameraarbeit, alles untermalt von einem superben Soundtrack - eine optische und akustische Opulenz, wie man sie im Fantasy-Genre bisher nie gesehen hat. Die Darsteller verkörpern ihre Charaktere allesamt mit enormer Ausstrahlung. Inhaltlich darf man keine allzu komplexe Geschichte erwarten, aber wer nach ambivalenten Charakteren und intensiven Intrigen sucht, sollte eh eher "Game of Thrones" einlegen.

Meine knappe Einzelbewertung der Streifen:

Die Gefährten: 10/10
Meiner Meinung nach der beste Teil der Reihe. Die Settings sind ebenso unglaublich schön wie abwechslungsreich und werden von einer Kamera eingefangen, die noch kunstvoller als in den anderen Teilen daherkommt. Dass Sean Bean hier noch einen großen Part hat, erweist sich ebenfalls als gewichtiger Pluspunkt ;->

Die zwei Türme: 8/10
Nach wie vor ein fantastischer Fantasy-Film, gemessen an der Länge der SEE fällt mir hier jedoch der relative Stillstand bezüglich Handlung und Handlungsorte zu sehr ins Gewicht. Trotz solcher Highlights wie Helms Klamm und der Einführung von Gollum daher der schwächste Teil.

Die Rückkehr des Königs: 9/10
Die optische Opulenz erreicht mit Minas Tirith neue Höchstwerte. Erneut gibt es kleinere Längen (vor allem bei den fünf verschiedenen Enden), diese fallen aber weniger als beim Vorgänger auf.

Bei meiner nächsten Sichtung nehme ich mir die Kinofassungen vor. Teil 3 sowie allen voran Teil 2 könnten ein paar Kürzungen vertragen, um ebenfalls zum Meisterwerk aufzusteigen - möglich also, dass mir diese Fassungen noch mehr zusagen werden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ultrasmudge somersault nach 9 Dezember 2012, 14:24:58
Ponyo - Das große Abenteuer am Meer

Optisch ein Meisterwerk, mit schwelgerischen Bildern und einer einfach gestrickten, nutzdienlichen Wohlfühl-Story um ein Goldfischmädchen, dass sich mit einem Menschenjungen anfreundet. Ganz im Stile von Miyazakis anderen Kinderfilmen "Totoro" und "Kiki" und für mich deutlich runder und kurzweiliger als zuletzt "Das Wandelnde Schloss".
Aber wenn ich die OFDB-Bewertung von 6.74 sehe, kommen mir die Tränen.
Es stimmt ja, es ist ein relativ undramatischer Kinderfilm und nicht so genial wie ein "Chihiro", aber mir kann doch niemand ernsthaft erzählen, dass z.B. "Premutos" von Olaf Ittenbach mit 7.03 der bessere Film ist? 
:algo:

8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 9 Dezember 2012, 14:50:17
Red River, USA 1948

Noch heute fühlt man das Neue, das Howard Hawks Film in das Westerngenre brachte. Jenseits der althergebrachten Gut-Böse Schemata des 1930er Jahre Westerns entfaltet er ein Vater-Sohn-Drama, in dem aus verletztem Stolz und Enttäuschung eine tödliche Eskalation in Gang kommt. Selten sah man John Wayne so harsch und erschreckend zügellos, gespiegelt in Montgomery Clifts allmählichem Weg zur Einsicht, dass er den Konflikt mit dem übermächtigen Ziehvater nicht vermeiden kann.  Obwohl über weite Strecken ein frauenloser Männerfilm, sind es doch Begegnungen mit Frauen, die dem Ganzen jeweils eine Wendung und schließlich Auflösung geben.

Zweifellos geht es hier auch um das Verständnis von Männlichkeit, zweifellos verkörpern Wayne und Clift gegensätzliche Konzepte davon. In jüngerer Zeit hat man dies, nicht zuletzt in Hinblick auf Clifts eigene sexuelle Ausrichtung, unter dem Aspekt der versteckten Symbolik von Homosexualität interpretieren wollen. Andere Darstellungsformen wären zur Entstehungszeit des Films nicht möglich gewesen. Ganz mag ich dem nicht folgen, denn die mehrdeutigen Szenen mögen für sich so zu sehen sein, im Gesamtkontext des Films kann man sie schwerlich so einordnen. Überhaupt scheint die Schwäche von RED RIVER zu sein, dass der Film den Konsequenzen seines Szenarios etwas aus dem Weg geht und in einem bizarren Finale aufgelöst wird. Die an sich großartige dramatische Grundanlage, die schöne Fotografie und die schauspielerisch gut umgesetzten Charaktere wirken noch heute. Die Konsequenz der Dramaturgie, die Spannung hingegen lässt in der zweiten Hälfte des Films fühlbar nach.

Trotz der Schwächen ist RED RIVER ein größerer Film, als es die Wertung von 7.5/10 vermuten lässt.  
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 9 Dezember 2012, 18:06:15
The Big Racket (1976)
Hervorragender italienischer Cop-Actioner, blutig, sadistisch, over-the-top und zu keiner Sekunde langweilig.
Zeitlupeneinsatz, ziemlich coole Stunts und ausgedehnte Schiessereien, ich war hin und weg.  :icon_mrgreen:
Einziger Kritikpunkt meiner Sichtung war die englische Synchronisierung der Blue Underground-Scheibe, haette den wirklich gerne im Original gesehen. Aber naja, man kann nicht Alles haben.
Ich gebe so 8/10 Punkten
Bisher gibt es in dem Genre jedoch noch immer meinen Favoriten The Heroin Busters zu toppen, der ist bisher ungeschlagen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 10 Dezember 2012, 05:17:40
Englische Synchronfassungen von damals sind leider oft etwas lieblos und emotionsarm angefertigt; schade, dass die ansonsten sehr guten Scheiben von Anchor Bay und BU sich meistens auf diese beschränken. "Racket" ist ein wirklicher Kracher, neben Fabio Testi haben mir hier Marcella Michelangeli und Renzo Palmer sehr gefallen. Dass du "The Heroin Busters" als Favoriten nennst, erstaunt mich allerdings etwas, da für mich daraus vor allem die eingängige Goblin-Musikuntermalung hervorsticht, aber sonst hätte ich jetzt eher Genredurchschnitt gesagt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 10 Dezember 2012, 12:59:58
Baytown Outlaws
Überhektisches Roadmovie, dass sich wirr durch die Filmgeschichte zitiert und dabei amtlich verhebt. Der Film ist dermaßen penetrant auf Kult getrimmt, dass es weh tut. Zu allem Überfluss versucht man zwischen all der (Möchtegern-) Exploitation auch noch ernsthafte Töne anklingen zu lassen. Hat mich sehr genervt...3/10

Grabbers
Die nette Idee, das tolle Setting auf der winzigen irischen Insel und die schrägen Charaktere sorgen für lockere Creature-Unterhaltung. Die überzogene Liebesromanze des Hauptdarstellers hätte man sich sparen können und dafür ein paar mehr Szenen mit Monsterbeteiligung einbauen können.
Ansonsten: Hoch die Gläser! 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 10 Dezember 2012, 14:11:22
Zitat von: Hedning nach 10 Dezember 2012, 05:17:40
Englische Synchronfassungen von damals sind leider oft etwas lieblos und emotionsarm angefertigt; schade, dass die ansonsten sehr guten Scheiben von Anchor Bay und BU sich meistens auf diese beschränken. "Racket" ist ein wirklicher Kracher, neben Fabio Testi haben mir hier Marcella Michelangeli und Renzo Palmer sehr gefallen. Dass du "The Heroin Busters" als Favoriten nennst, erstaunt mich allerdings etwas, da für mich daraus vor allem die eingängige Goblin-Musikuntermalung hervorsticht, aber sonst hätte ich jetzt eher Genredurchschnitt gesagt.


Ich hab The Heroin Busters jetzt dreimal gesehen, und die ganzen positiven Aspekte die ich bei The Big Racket nannte, treffen hier ebenso zu, nur fand ich deine erwaehnte Musikuntermalung sowie die viel cooleren und auch aufwendigeren Stunts (Zug, Motorraeder) eben was den zu meinem Liebling macht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 10 Dezember 2012, 21:27:23
Ach, was soll´s?  ;)
Ich bin mal so "mutig" und poste es einfach...   :icon_lol:


Mit ,,The Twilight Saga: Breaking Dawn, Part 2" wird jetzt also die ,,Kino-Sparte" eines der stattlichsten (transmedialen) ,,Popkultur-Phänomene" unserer Zeit abgeschlossen - zumindest vorerst, bis hin zu einem Reboot, Spinoff oder was auch immer den Verantwortlichen noch so einfallen mag. Immerhin kann ich nun aber (primär auf Wunsch meiner jeweiligen Begleitung hin) von mir behaupten, konsequent alle Teile durchgestanden zu haben...

Nach dem von Regisseur Bill Condon anständig in Szene gesetzten, alles in allem aber relativ kitschigen und ereignislosen ersten Teil des ,,großen Finales" wartet dieses letzte Kapitel zwar ebenfalls mit einigen schwachen Effekten, bestenfalls mäßigen Dialogen und einer recht ruhigen Plot-Entfaltung innerhalb seiner ersten zwei Drittel auf - allerdings ist das Gebotene insgesamt von erfreulich brauchbarer Qualität, was u.a. die Kameraarbeit und Darstellerleistungen mit einschließt (gerade Kristen Stewart liefert hier ihre beste Performance innerhalb der Franchise ab)...

Ja, es gibt zu viele neue Figuren, die kaum einen Background zugestanden erhalten und im Prinzip nur als Kämpfer in der entscheidenden Schlacht dienen, und ja, mehr individuelle Screen-Time von Ashley Greene und Dakota Fanning wäre definitiv willkommen gewesen - doch dafür kann man sich u.a. erneut an einem köstlichen ,,over the Top"-Auftritt Michael Sheens erfreuen, dessen ,,Lache" an einer bestimmten Stelle (zumindest in der OV) schlichtweg mal gehört werden muss: Herrlich schräg! Entsprechend eigenwillig mutet dann auch immer wieder der ,,generelle Inhalt" sowie der (mal unfreiwillige, mal gewollte) Humor an - mit einem ,,Nessie"-Spruch als Highlight in der betreffenden Hinsicht...

Der Härtegrad ist dieses Mal merklich höher ausgefallen - mitsamt Kleinkindern, die lebendig ins Feuer geworfen werden, sowie reihenweise abgerissenen Köpfen - und der actionreiche, rasante sowie rundum unterhaltsame Showdown wird obendrein von einem netten ,,Twist" abgeschlossen, der im Grunde alle ,,Publikums-Fraktionen" zufrieden stellen sollte. Die letzten 10 Minuten gehören dann voll und ganz den ,,treuen Fans" (aka ,,Twihards") - speziell für sie bilden diese Momente einen schönen Abschluss der Reihe, aus welcher mir persönlich nur ,,Eclipse" minimal besser gefallen hat als der aktuelle Film...

5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 11 Dezember 2012, 10:20:48
Respekt StS! Hab mich zweimal an der Reihe probiert und bin kläglich gescheitert..

The Innkeepers
Das war richtig großartiger Suspense! In Ti Wests zweitem Langfilm stimmt schon fast alles. Die beiden Hauptdarsteller sind nicht die gewohnt zweckmäßigen Abziehbilder, sondern werden wunderbar mit Leben gefüllt und sind mir richtig ans Herz gewachsen. Der zweite große Pluspunkt ist das verlassene Hotel, in dem der Film seine Geschichte erzählt. Die Kamera schwebt durch die Gänge und lässt das alte Gebäude zum dritten Hauptdarsteller werden. Nicht nur in dieser Hinsicht erinnert "The Innkeepers" an Kubricks "Shinning", auch eine spätere Szene könnte man als Reminiszenz deuten.
Seinen Schrecken setzt der Film sehr dosiert und wirkungsvoll ein und bleibt sich auch im Finale treu.
Meiner Meinung nach ist "The Innkeepers", neben "Insidious", der beste Grusler der letzten Jahre. Absolute Empfehlung und ganz starke 8/10!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 11 Dezember 2012, 10:28:01
Zitat von: mr. pink nach 11 Dezember 2012, 10:20:48
The Innkeepers

Wer Zeit hat, kann hier übrigens gern noch eine selbst verfasste Inhaltsangabe für die OFDb schreiben. :love:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 11 Dezember 2012, 12:02:13
Hatte die "Inkeepers" auf´m FFF 2011 geschaut - doch bei mir hat der irgendwie nicht so richtig gezündet. Bin noch immer am überlegen, ob ihm ihm nochmal ne 2. Chance einräumen soll. Damals hatte ich dazu geschrieben...

Ti West´s ,,the Innkeepers" vermag mit einer super-süßen Sara Paxton, einigen echt gewitzten Dialogen, einem altmodischen Charme und einer ganz netten Atmosphäre aufzuwarten - bloß reicht das unterm Strich (in diesem Fall) leider nicht aus, um den Film zu einem wirklich sehenswerten zu machen. Was als humorvolle Geschichte beginnt, entwickelt sich schon bald zu einer inhaltlich eher konventionellen, nicht sehr aufregenden und zudem auch noch relativ vorhersehbaren Spuk-Geschichte (mitsamt punktueller Jump-Scares der überraschungslosen Art). Ti besitzt ein gutes Gespür fürs Timing (u.a. im Sinne von: ruhiges Tempo, nie aber langweilig), orientiert sich erneut an älteren Filmen als Inspirationsquelle und variiert klassische Genre-Elemente dienlich - nur fehlt dem Werk letzten Endes irgendwie ein zusätzlicher ,,Funke", um aus dem ,,Glimmen" eine echte ,,Flamme" werden zu lassen...  4,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 11 Dezember 2012, 14:10:30
Der Club der toten Dichter

Rühriges, wenn auch hervorsehbares Jugenddrama, welches außer mir anscheinend jeder auf dem Planeten schon gesehen hatte. Teilweise musste ich schon stark sein, wenn die typisch amerikanische Vorstellung von Solidarität und Freundschaft von der Leinwand triefte. In den Momenten habe ich den Film wirklich gehasst und mich über den allgemeinen Anklang gewundert. Auf der anderen Seite ist er wirklich gut gespielt und Williams' Rolle des sympathischen Sonderlings, der das System auf den Kopf stellt, war zumindest damals noch nicht totgeritten. Positiverweise bleibt seine Figur im Dunkeln und eher im Hintergrund. Die befürchtete Clownerie gab es also nicht.

Feelgoodmovie, das irgendwie auf dem Papier anspruchsvoller klingt, als es ist. Carpe Diem? Mit dem Film vielleicht nicht.
6,5/10

Animal House

Nach dem Schmalztheater brauchte ich quasi das Anarchogegenstück zu "Poets" und umso besser hat es gewirkt. John Belushis' Performance ist mir bereits jetzt, nach der zweiten Sichtung, ans Herz gewachsen und sein Augenbrauenspiel ist legendär! Landis' Humor war vielleicht noch nicht so treffsicher, wie bei den "Blues Brothers", aber manche Gags funktionieren Heute erstaunlich gut und oft genug musste ich mir die Tränen aus die Augen wischen. Einfach gestrickt und auf Krawallhumor gebürstet, allerdings mit mehr Stil, als das, was Heute so für doll befunden wird. (American Pie und Konsorten)
7,5/10

A Beautiful Mind

Ein Film, den ich irgendwann aufgegeben hatte, weil mir ein Genie den großen Clou mal ganz beiläufig erklärte. Mittlerweile mit Genug Abstand dann zum ersten Mal komplett geschaut und für gut, wenn auch nicht grandios befunden. Crowes' Porträit des verschrobenen Genies mit der Psychomacke ist schon äußerst facettenreich, vor allem, was seine Gestik anbelangt. Ed Harris spielt seine übliche Performance des kühlen und alles überschauenden Puppenspielers (The Rock, Truman Show) und ist dabei eigentlich immer gut anzusehen. Jennifer Connelly fällt im Grunde nur durch ihre atemberaubende Schönheit auf, ihre Figur ist eindimensional. Ansonsten bietet das Drama einen wunderbaren Score und einige Makeupeffekte (alternder Nash), die sich sogar sehen lassen können. Im Kern bleibt aber auch hier die Geschichte etwas flach, wirft die Figur Nash und seine Gedankenwelt zu schnell für die Dramatik über Bord. Wie Nash in bestimmten Situationen überhaupt funktioniert, gerade, wenn er uns anhand einer Blondine die regulierende Dynamik erklären will, bleibt unklar. Der Film setzt den Fokus dann eher auf seine Geisteskrankheit und der Spannung.

Nichtsdestotrotz ein gelungener Film, wenn auch nicht ganz das Meisterwerk, was die Oscarjury darin gesehen haben will.

8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 11 Dezember 2012, 15:03:48
Zitat von: StS nach 11 Dezember 2012, 12:02:13
Hatte die "Inkeepers" auf´m FFF 2011 geschaut - doch bei mir hat der irgendwie nicht so richtig gezündet. Bin noch immer am überlegen, ob ihm ihm nochmal ne 2. Chance einräumen soll. Damals hatte ich dazu geschrieben...

Ti West´s ,,the Innkeepers" vermag mit einer super-süßen Sara Paxton, einigen echt gewitzten Dialogen, einem altmodischen Charme und einer ganz netten Atmosphäre aufzuwarten - bloß reicht das unterm Strich (in diesem Fall) leider nicht aus, um den Film zu einem wirklich sehenswerten zu machen. Was als humorvolle Geschichte beginnt, entwickelt sich schon bald zu einer inhaltlich eher konventionellen, nicht sehr aufregenden und zudem auch noch relativ vorhersehbaren Spuk-Geschichte (mitsamt punktueller Jump-Scares der überraschungslosen Art). Ti besitzt ein gutes Gespür fürs Timing (u.a. im Sinne von: ruhiges Tempo, nie aber langweilig), orientiert sich erneut an älteren Filmen als Inspirationsquelle und variiert klassische Genre-Elemente dienlich - nur fehlt dem Werk letzten Endes irgendwie ein zusätzlicher ,,Funke", um aus dem ,,Glimmen" eine echte ,,Flamme" werden zu lassen...  4,5/10



Müsste mich auch mal dazu durchringen was dazu zu schreiben, aber vorweg, ich sehe das sowie du, der Funke will nicht überspringen. Und das "das Fehlen eines Höhepunktes" extra gewollt und (daher) auch voll gut sein soll, dem kann ich nicht zustimmen. Die Ti West Lover schreiben stellenweise wieder einen Schmarrn, bloß weil es Ti West ist und er mal einen angeblich guten Film gemacht hat. Dabei ist er bloß eine gute Copycat, dessen Filme (alle, auch die 1.) gut aussehen, aber ohne Gespür für die eigenen, unoriginellen, Geschichten ablaufen. Sogar sein Beitrag zu V/H/S war der schlechteste.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 11 Dezember 2012, 15:24:25
Zitat von: Mr. Blonde nach 11 Dezember 2012, 14:10:30
Der Club der toten Dichter

... In den Momenten habe ich den Film wirklich gehasst und mich über den allgemeinen Anklang gewundert...



Ich selbst hab den auch schon eine Weile nicht gesehen, aber ich glaube, besonders im pubertären Alter ist man für diese Art Film (von dessen Art es zur damaligen Zeit nicht all zu viele gab, inzwischen ist der tolle/unkonventionelle Lehrer/Pädagoge/Trainer als Klischee schon ziemlich totgeritten) am meisten empfänglich, d.h. wenn man selbst noch Opfer eines Lehr- und Erziehungsbetriebes ist und sich um so leichter in die gepeinigten Seelen der englischen Eliteschüler einfühlen kann und will...


The Guard (http://www.ofdb.de/film/203721,The-Guard---Ein-Ire-sieht-schwarz)

Brendan Gleeson gibt einen irischen Polizisten, unter dessen rauher Schale ein - Überraschung! - weicher Kern steckt und der in Zusammenarbeit mit einem schwarzen US-CIA-Agenten (Don Cheadle) eine riesige Drogengeld-Transaktion verhindern will... Der Film liegt so zwischen Thriller und schwarzer Komödie, es gibt ein paar politisch herrlich unkorrekte Bemerkungen, diverse Leichen und eine gute Portion Lokalkolorit. Leider ist der Guard nicht der Kotzbrocken, der er vielleicht hätte sein können, er offenbart sich viel zu schnell als einfühlsamer, belesener guter Kumpel mit stilvoll eingerichteter Wohnung, dessen Rassismus nur aufgesetzt war. Insofern schade, aber mit öffentlichen Geldern kann man wahrscheinlich nicht in der Richtung von Torrente (http://www.ofdb.de/film/18436,Torrente---Der-dumme-Arm-des-Gesetzes)produzieren und muß daher etwas zahnlos bleiben... Macht Spaß, läßt aber zu wünschen übrig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 11 Dezember 2012, 15:41:17
ZitatZitat von: StS am Heute um 10:02:13
Hatte die "Inkeepers" auf´m FFF 2011 geschaut - doch bei mir hat der irgendwie nicht so richtig gezündet. Bin noch immer am überlegen, ob ihm ihm nochmal ne 2. Chance einräumen soll. Damals hatte ich dazu geschrieben...

Ti West´s ,,the Innkeepers" vermag mit einer super-süßen Sara Paxton, einigen echt gewitzten Dialogen, einem altmodischen Charme und einer ganz netten Atmosphäre aufzuwarten - bloß reicht das unterm Strich (in diesem Fall) leider nicht aus, um den Film zu einem wirklich sehenswerten zu machen. Was als humorvolle Geschichte beginnt, entwickelt sich schon bald zu einer inhaltlich eher konventionellen, nicht sehr aufregenden und zudem auch noch relativ vorhersehbaren Spuk-Geschichte (mitsamt punktueller Jump-Scares der überraschungslosen Art). Ti besitzt ein gutes Gespür fürs Timing (u.a. im Sinne von: ruhiges Tempo, nie aber langweilig), orientiert sich erneut an älteren Filmen als Inspirationsquelle und variiert klassische Genre-Elemente dienlich - nur fehlt dem Werk letzten Endes irgendwie ein zusätzlicher ,,Funke", um aus dem ,,Glimmen" eine echte ,,Flamme" werden zu lassen...  4,5/10

Zitat
Müsste mich auch mal dazu durchringen was dazu zu schreiben, aber vorweg, ich sehe das sowie du, der Funke will nicht überspringen. Und das "das Fehlen eines Höhepunktes" extra gewollt und (daher) auch voll gut sein soll, dem kann ich nicht zustimmen. Die Ti West Lover schreiben stellenweise wieder einen Schmarrn, bloß weil es Ti West ist und er mal einen angeblich guten Film gemacht hat. Dabei ist er bloß eine gute Copycat, dessen Filme (alle, auch die 1.) gut aussehen, aber ohne Gespür für die eigenen, unoriginellen, Geschichten ablaufen. Sogar sein Beitrag zu V/H/S war der schlechteste.


Ja, die Meinungen gehen hier wirklich extrem weit auseinander. Vorallem die erste Stunde, die von vielen Rezensenten als zäh und inhaltslos gesehen wird, verging bei mir wie im Flug. Die langsame aber doch verschwommene Einführung der Figuren, genauso wie des Hotels sind hier extrem kurzweilig und wichtig um den Spuk gegen Ende den nötigen Unterbau zu geben. Beispielsweise fand ich es mal schön, dass sich die beiden hier weder zanken, noch in einander verlieben müssen, sondern einfache, normale Menschen bleiben dürfen. Und das Ende fand ich mal sehr unheimlich und auch mysteriös genug um ein bisschen darüber nachzudenken. Warum und wie stirbt Claire? Es gibt 3 Geister?
Den Copycat-Vorwurf finde ich jetzt auch etwas unangebracht. Wenn man bedenkt was einem derzeit sonst an Horror/Grusel-Futter geboten wird, sollte man über etwas Eigensinnigkeit in der Inszenierung und das Verweigern gängiger (Unterhaltungs-)Konventionen glücklich sein.
Bin übrigens kein West-Fanboy und hab "House of the Devil" (noch) nicht gesehen
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 11 Dezember 2012, 15:46:28
Zitat von: ratz nach 11 Dezember 2012, 15:24:25
Ich selbst hab den auch schon eine Weile nicht gesehen, aber ich glaube, besonders im pubertären Alter ist man für diese Art Film (von dessen Art es zur damaligen Zeit nicht all zu viele gab, inzwischen ist der tolle/unkonventionelle Lehrer/Pädagoge/Trainer als Klischee schon ziemlich totgeritten) am meisten empfänglich, d.h. wenn man selbst noch Opfer eines Lehr- und Erziehungsbetriebes ist und sich um so leichter in die gepeinigten Seelen der englischen Eliteschüler einfühlen kann und will...


Da mag was dran sein. Das unterstreicht aber auch wieder das simple Konstrukt der Figuren (eigentlich ALLER Erwachsener), welche außer Williams, als emotionslose, eiskalte und ultrakonservative Personen dargestellt haben, welche natürlich null Verständnis für die junge Generation aufbringen können. Klar, als Kind oder Jugendlicher mit Rebellionsdrang mag man da voll draufstehen, aber irgendwann sollte man schon merken, wie simpel das alles gestrickt ist.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: McClane nach 11 Dezember 2012, 15:48:08
Toll, dass wir diesen dollen Thread haben, schließlich gibt es ja keine Threads zu The Guard (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,155763.0.html) oder The Innkeepers (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,156897.0.html) im Forum.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 11 Dezember 2012, 15:49:03
McClane, du warst zu schnell! :icon_mrgreen: Ich wollte eben auch anmerken, dass bestehende Threads natürlich trotzdem genutzt werden sollten. Wenn es keinen Thread gibt, ist das ggf. etwas anderes.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 11 Dezember 2012, 15:51:41
Zitat von: McClane nach 11 Dezember 2012, 15:48:08
Toll, dass wir diesen dollen Thread haben, schließlich gibt es ja keine Threads zu The Guard (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,155763.0.html) oder The Innkeepers (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,156897.0.html) im Forum.


Hast natürlich Recht, sorry. Zumindest aber hatte ich meine Meinung dort ja bereits mal gepostet...  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 11 Dezember 2012, 15:53:30
Soll ja auch Menschen geben, die weder die entsprechenden Threads entdeckt, noch jemals von den Filmen gehört haben. Von daher ist der Thread hier doch ganz nett.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 11 Dezember 2012, 17:08:42
Kopiert es doch rüber...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 11 Dezember 2012, 17:20:01
Zitat von: McClane nach 11 Dezember 2012, 15:48:08
Toll, dass wir diesen dollen Thread haben, schließlich gibt es ja keine Threads zu The Guard (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,155763.0.html) oder The Innkeepers (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,156897.0.html) im Forum.


Im filmeigenen Thread würde ich nur dann wirklich posten, wenn ich was Substantielleres zu sagen gehabt hätte, als so eine hingeschluderte Kürzestkritik wie oben. Insofern ist der Thread doch eine schöne Gelegenheit, Filme noch mal in Erinnerung zu rufen, deren eigene Threads längst aus dem Focus gerutscht sind.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 11 Dezember 2012, 18:36:48
Könnte man dann eine Art Regel/Hinweis oben am Thread festpinnen bzw. in MMeXX erstem Posting? Wenn ich das richtig verstehe, dann gehört also eine Bemerkung zur DVD-Sichtung etwa von THE DARK KNIGHT RISES oder PROMETHEUS in den entsprechenden Thread, zu älteren oder weniger bekannten Filmen aber hierher, oder wie?
Oder hängt das von der Länge der Bemerkung ab?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 11 Dezember 2012, 18:40:31
Anzahl der Wörter, Absätze und Herstellungsland der Filme sind auch ganz wichtig um es richtig kompliziert zu machen.


Nach 3 Jahren Funkstille in den Filmthreads und anschließendem Jammern darüber, soll sich jetzt darüber beschwert werden, wenn etwas hier geschrieben wird, was in den Filmthreads heute sowieso nicht geschrieben worden wäre.


...dazu sag ich auch mal, doll.



Wenn es hier mal zu (ausschweifenden) Diskussionen oder sonstwas kommt (Gott bewahre), dann kann das auch in die jeweiligen Threads kopiert werden, und man kann dann dort nach Bedarf weiter machen. So viel Arbeit kann das doch nicht machen, immerhin läuft es noch in geregelten Bahnen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 11 Dezember 2012, 18:49:31
Ach, nun reg Dich nicht auf....ich wollte es ja bequem haben. Und hätte also fünf Sätze zu PROMETHEUS hierhin gepostet, zumal im entsprechenden Thread ja schon das Für und Wider anläßlich des Kinostarts damals episch ausgebreitet wurde. Aber andererseits ist McClanes Einwand auch nicht gerade von der Hand zu weisen.

Von mir aus also soll's hier sein wie es beliebt. Nix Beschwerde, diesmal  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 11 Dezember 2012, 18:53:45
Wäre aber auch eher dafür aktuelle Filme in den jeweiligen Threads zu posten damit man noch eher Diskussionen führen kann, weil alles frischer ist. Ältere Sachen dann hierher, vll. findet man ja noch eine Perle die man übersehen hat.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 11 Dezember 2012, 18:56:19
@ Fastmachine:    Es regt mich aber ein bischen auf, damit ist aber absolut nicht dein Posting gemeint. ;)

Du versuchst ja auch nur rauszufinden, was den schlussendlich gewünscht ist. Was mich aufregt, ist wenn einfach "dudu" gemacht wird, obwohl es gerade der einzige Thread ist wo am meisten was los ist, ohne sich zu überlegen wie es besser wäre. Man müsste es doch selber sehen, dass hier mehr geschrieben wird, als in den Filmthreads, und das nicht erst seit jetzt. Wie und warum, sollte den Usern überlassen werden. Ich sage, wer hier was schreibt, der will nicht zwangsläufig auch was in einem Filmthread schreiben.


@   cyborg_2029

Zitat von: RoboLuster nach 11 Dezember 2012, 18:40:31
Wenn es hier mal zu (ausschweifenden) Diskussionen oder sonstwas kommt (Gott bewahre), dann kann das auch in die jeweiligen Threads kopiert werden, und man kann dann dort nach Bedarf weiter machen.


Wäre halt bischen Mod-Arbeit, aber wie oft hätte sich das denn schon gelohnt hier? Nicht oft, imo.

Außerdem, siehe das Posting von ratz.



ps:  Ich bin ja auch dafür, dass in den jeweiligen Filmthreads gepostet wird, aber im Grunde wird das ja auch so gemacht (oder es wird weiterhin nichts geschrieben), sehe da keine Veränderung in den Threads.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 11 Dezember 2012, 22:10:09
Zitat von: Fastmachine nach 11 Dezember 2012, 18:36:48
Könnte man dann eine Art Regel/Hinweis oben am Thread festpinnen bzw. in MMeXX erstem Posting? Wenn ich das richtig verstehe, dann gehört also eine Bemerkung zur DVD-Sichtung etwa von THE DARK KNIGHT RISES oder PROMETHEUS in den entsprechenden Thread, zu älteren oder weniger bekannten Filmen aber hierher, oder wie?
Oder hängt das von der Länge der Bemerkung ab?

Also mein Grundgedanke war, dass hier vor allem kurze (oder aber auch längere) Kritiken/Meinungen/Äußerungen zu Filmen abgegeben werden, die keinen eigenen Thread haben bzw. zu denen keiner einen Thread aufmacht. Da ja zuletzt (vor allem bei der Umfrage) ab und an geäußert worden ist, man traue sich teilweise nicht, Threads zu Filmen zu eröffnen, gerade bei "nicht mehr aktuellen". Was ich übrigens überhaupt nicht verstanden habe, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Andererseits habe ich im Ausgangsposting bewusst nicht irgendwelche weiteren Anmerkungen in dieser Hinsicht verfasst, da ich zu viel Regulation für überflüssig halte. Generell würde ich es aber gut finden, wenn Meinungen in bestehenden Threads geschrieben werden und hier quasi "der Rest" gesammelt werden kann. Wäre zumindest meiner Meinung nach doof, wenn beispielsweise ab Donnerstag hier 50 Meinungen zum Hobbit stehen würden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Rollo Tomasi nach 12 Dezember 2012, 08:45:32
Hier geht es doch eigentlich darum, zu melden, welchen Film man als letztes gesehen hat und wie man den bewerten würde, in kurzen prägnaten Sätzen, als Anregung für andere, soch den Film dann auch mal zu Gemüte zu führen.
Dass bei dem einen oder anderen Film dann mal eion Meinungsaustausch statt findet, ist 1. nicht zu vermeiden und 2. doch auch nicht so schlimm, oder?
Ich denke, dass sich die meisten doch auch im Sinne der Idee dieses Threads verhalten haben, oder?
Also, alles gut.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 12 Dezember 2012, 12:55:38

Berlin-Express (http://www.ofdb.de/film/14937,Berlin-Express)

Mein erster Tourneur, und gleich eine ziemliche Niete  :icon_sad: - die Handlung findet man über den Link oben, ein relativ einfach gestrickter Nachkriegs-Spionagethrille, der völlig zu Recht im Schatten vom sehr viel besseren Der dritte Mann steht. Von klischeetriefenden Charakterisierungen der Briten, Deutschen, Russen, Franzosen, pardon, der hübschen Französin natürlich, und des heldenhaften Ami über ein Drehbuch mit Logiklöchern so groß wie Scheunentore bis zum total nervenden und uneleganten Voice-over - einziger Pluspunkt sind die realen Schauplätze im realen, völlig zerbombten Frankfurt/Main und Berlin. Ich habe ja gar nichts gegen Propagandafilme, wenn sie wenigstens formal interessant oder geschickt gemacht sind, aber diese Gurke hier kann man sich echt sparen.
Statt dessen, wie gesagt, noch einmal den nur ein Jahr jüngeren Dritten Mann goutieren, da sieht man, wie sowas gemacht wird.

cu, r.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 13 Dezember 2012, 00:03:09
Nachdem ich gestern "7 Psychos" geschaut habe, hatte ich mal wieder Lust auf seinen Bruder im Geiste - also landete heute "Kiss Kiss Bang Bang" im Player. Eine absolut köstliche Krimi-Komödie, welche perfekt zwischen klassischer Kriminal-Geschichte und herrlichem Humor pendelt. Das diebisch-witzige Drehbuch geizt nicht mit fantastischen Einfällen und zeigt sich schön selbstironisch. Neben all den Lachern wird zudem noch eine wunderbar wendungsreiche Handlung mit erstklassigen Figuren und vereinzelt sehr ernsten Tönen erzählt. Downey Jr. als schusseliger Kleinkrimineller und Kilmer als schwuler Privatdedektiv legen eine Glanzleistung hin, und auch Monaghan geht voll in Ordnung. Ein genial geschriebenes und grandios gespieltes Meisterwerk: 10/10

Im TV gab's letztens noch Folgendes:

"Die etwas anderen Cops"
--> Wahlberg und Ferrell dürfen eine witzig-kurzweilige Show abliefern, die mit abgedreht-absurden Dialogen und Situationen daherkommt. Auch wenn nicht jeder Gag genau sitzt: Der Film fühlt sich auf schöne Weise "anders" an, nicht wie die typische Cop-Comedy-Nummer. Ein spaßiger Streifen: 7/10

"Der talentierte Mr. Ripley" --> Damon gibt eine mitreißende Vorstellung als einer der intrigantesten und interessantesten Filmcharaktere ab, die ich bisher gesehen habe. Doch auch Law und Hoffman machen als Playboys eine prächtige Figur. Das Ganze wird mit der malerischen Kulisse Italiens und einer hochspannenden Handlung garniert. Ein äußerst packender Psycho-Thriller: 9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 13 Dezember 2012, 00:05:18
"Kiss Kiss Bang Bang" ist wirklich grandios, ich liebe diesen Film. Kilmers letzter richtig großer Auftritt, imo.

Alles Gute zum Geburtstag, btw. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 13 Dezember 2012, 00:17:32
Zitat von: RoboLuster nach 13 Dezember 2012, 00:05:18
Kilmers letzter richtig großer Auftritt, imo.


Vielleicht legt er ja in "Twixt" noch mal etwas Erinnerungswürdiges hin - Regisseur und weitere Darsteller lassen zumindest auf einen hübschen Streifen hoffen. Falls wer den schon gesehen hat, wären Meinungen willkommen ;->

Und danke für die Glückwünsche ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 13 Dezember 2012, 00:56:53
Ich hab ihn schon gesehen und er hat mir überraschend gut gefallen. Besser als The Raven und besser als alles was Kilmer die letzten Jahre so abgeliefert hat. Auch Kilmer selber macht eine ordentliche Figur.


... ach jetzt fällts mir erst nochmal richtig ein,  Twixt - Virginias Geheimnis, der hat mir wirklich gut gefallen. Ein schöner kleiner Film, der das Berufsbild des Roman Schreibers herrlich auf die Schippe nimmt. Ich sehe gerade das ich dem Stück ganze 8 Punkte spendiert habe, hmhm. 7 Wären wohl angebrachter, aber ich war so überrascht und angetan, da hab ich bischen was springen lassen.^^

Ich weiß gerade nicht was ich so schreiben könnte, ohne etwas zu spoilern, mir schwebt auch ein Filmvergleich vor, aber das wäre schon zuviel, imo.

Guck ihn dir einfach an, mir hat er sehr gut gefallen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 13 Dezember 2012, 07:10:05
Zitat von: Teppi nach 13 Dezember 2012, 00:17:32
Zitat von: RoboLuster nach 13 Dezember 2012, 00:05:18
Kilmers letzter richtig großer Auftritt, imo.

Vielleicht legt er ja in "Twixt" noch mal etwas Erinnerungswürdiges hin - Regisseur und weitere Darsteller lassen zumindest auf einen hübschen Streifen hoffen. Falls wer den schon gesehen hat, wären Meinungen willkommen ;->


Hab den in der Ofdb ausführlich besprochen. War echt enttäuschend, der Streifen...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 13 Dezember 2012, 15:01:25
Aber danke, dass Ihr den wieder hochgeholt habt, hatte den völlig vergessen. Werde den wohl auch nicht schauen. Klingt alles sehr ernüchternd.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dionysos nach 13 Dezember 2012, 19:04:44
Zitat von: StS nach 13 Dezember 2012, 07:10:05
Zitat von: Teppi nach 13 Dezember 2012, 00:17:32
Zitat von: RoboLuster nach 13 Dezember 2012, 00:05:18
Kilmers letzter richtig großer Auftritt, imo.

Vielleicht legt er ja in "Twixt" noch mal etwas Erinnerungswürdiges hin - Regisseur und weitere Darsteller lassen zumindest auf einen hübschen Streifen hoffen. Falls wer den schon gesehen hat, wären Meinungen willkommen ;->


Hab den in der Ofdb ausführlich besprochen. War echt enttäuschend, der Streifen...

Enttäuschend fand ich ihn in dem Sinne nicht. Man muss sich eben ein wenig auf die verschwurbelte, wenig zielführende Erzählweise einlassen, dann hat "Twixt" durchaus seinen Reiz. Insgesamt ist das Werk eher ein cineastisches Experiment, das mit eingefahrenen Standards des Gernefilms spielt, um mit diesen die komplizierten und manchmal bizarren Wege des kreativen Schaffens zu symbolisieren. Wenn man keine klassische Handlung im engeren Sinne erwartet, sondern den Film komplett auf Metaebene betrachtet, kann man ihn zumindest als teilweise gelungen bezeichnen. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 14 Dezember 2012, 07:27:17
Night Moves (1975)
Gene Hackman in einem ziemlich guten Detektiv-Thriller mit teilweise fast schone schwueler Atmosphaere.
Hat mir richtig gut gefallen, zudem es auch nen sehr jungen James Woods sowie einem ziemlich cooles Finale gibt.
Definitiv nen Blick wert, 7/10 Punkten

Peace Hotel (1995)
Ganz netter, im Wilden Westen angesiedelter HK-Actioner mit nem wie immer ueberzeugenden und ziemlichem coolen Chow Yun-Fat.
Kann man sich zwischendurch durchaus antun, kommt aber nicht ueber ne 6/10 hinaus.
Dafuer gibt es einfach nix wirklich Cooles zu sehen. Handwerklich ordentlich, aber bis aufs Wildwest schon etliche Male so gesehen.

Chain Letter (2010)
Wow, hier fuehlte ich mich wirklich wie so ein sechzenjaehriger Splatter-Junkie, denn meine 7/10-Wertung gibt es dank der extrem gelungenen, extrem blutigen und zudem einfallsreichen Effekte.  :icon_mrgreen:
Der Rest des Films ist ueblicher Horrordurchschnitt, halbwegs solide aber nix Besonderes.
Fuer einmaliges Ansehen der Effekte wegen durchaus geeignet.
Meine BluRay war R-Rated, gibt es da eine laengere Fassung? Vor allem die Szene im Fitness-Studio sah mir doch etwas abgehackt aus.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 14 Dezember 2012, 07:53:46
Zitat von: lastboyscout nach 14 Dezember 2012, 07:27:17
Chain Letter (2010)

Meine BluRay war R-Rated, gibt es da eine laengere Fassung? Vor allem die Szene im Fitness-Studio sah mir doch etwas abgehackt aus.


Es gibt eine Unrated Fassung:  http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=216181 (http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=216181)


Bei uns ist der sogar noch mehr gekürzt:  http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=316378 (http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=316378)



ps: 
Dachte eigentlich der Film wäre nix, aber nach deinen Worten, werde ich mal auf ne Unrated Fassung achten. Auf was deftiges zur abwechsung, wenn es nicht der letzte Müll ist, hätte ich schon mal wieder Lust. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 14 Dezember 2012, 18:34:50
Cigarette Burns (Masters of Horror, Season 1, Episode 8), USA 2005

Auch wenn's seine Fans nicht wahrhaben wollen: John Carpenter ist künstlerisch seit vielen Jahren völlig abgefuckt (,,auf den Hund gekommen" schien mir zu schwach). Und er scheint es auch selbst zu wissen. Trotzdem: einmal im Sumpf angekommen, kann man es mit dem Schmierentheater umso nonchalanter treiben. Aus einem halben Dutzend Vorlagen (darunter sein eigener Film IN THE MOUTH OF MADNESS) klitschen Carpenter sowie seine Skriptautoren einen einstündigen Fernsehfilm zusammen und - das ist das Gute daran - schneiden dabei gar nicht mal so übel ab.

Für eine Stunde reicht Carpenters ehemals so einzigartige Kunst der atmosphärischen Horrorcollage gerade noch hin, um den Zuschauer hineinzuziehen. Über alle Blödsinnigkeiten, Klischees und Übertreibungen hinweg. Im Grunde trägt die zwar geklaute, aber einleuchtende Idee vom freakigen Kinobetreiber, der im Auftrage eines noch freakigeren Filmsammlers den gefährlichsten und seltensten Film der Welt suchen soll, sogar sehr gut. Udo Kier als Sammler Bellinger gibt eine ziemlich überzeugende Vorstellung ab, der Rest der Schauspieler ist akzeptabel. Zum Glück dauert der Film nur eine Stunde, ein vollgültiger Kinofilm mit über 90 Minuten hätte wahrscheinlich die Käsigkeit des Ganzen stärker hervortreten lassen und wäre zu einer der traurigen Carpenter-Gurken der letzten Jahre verkommen. Schon hier zeigt Carpenter eigentlich zuviel von dem, was niemals gezeigt werden kann, nämlich dem fraglichen Film LE FIN ABSOLUE DU MONDE. Schön hingegen Carpenters Idee, außerhalb des Skripts noch einige leidlich sleazige Nacktszenen einzustreuen. Wackerer Schmierenkomödiant, der Du bist!

Nix Weltbewegendes, quatschig, geklaut, aber eine kompakte, nie langweilige Horrorstunde. Und trotz allem sogar immer noch fühlbare Spuren der ehemals einzigartigen Carpenter-Atmosphäre. 6/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: PierrotLeFou nach 15 Dezember 2012, 09:30:38
Zitat von: Mr. Blonde nach 13 Dezember 2012, 15:01:25
Aber danke, dass Ihr den wieder hochgeholt habt, hatte den völlig vergessen. Werde den wohl auch nicht schauen. Klingt alles sehr ernüchternd.


Also anschauen solltest du den vielleicht doch... Dir entgeht ein (zwar nicht herausragend guter, aber) kauziger, origineller kleiner Streifen, der vom Klamauk bis zum rührigen Drama reicht, mal trashig & campy, mal überstilisiert und prätentiös... sicher nicht gehaltvoll genug, um sich über vereinzelte Unklarheiten noch allzulange den Kopf zu zerbrechen, aber manchmal ganz witzig und teilweise recht stimmungsvoll ist der schon. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 15 Dezember 2012, 13:34:39
Lucky Number Slevin (DVD)

Ein sehr starker Streifen, der als tarantinoeske Gangster-Groteske startet und sich zum Schluss zur ernsten, schwermütigen Ballade wandelt. Hartnett anfangs als schlagfertigen Pechvogel von einem Schlamassel ins nächste stapfen zu sehen, macht einfach unglaublich viel Spaß - vor allem die spritzigen Dialoge mit Liu verbreiten Freude, während auf optischer Ebene die abgefahrenen Dekors Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im atmosphärisch gänzlich anderes gearteten Schlussakt kommt ein guter Schuss Dramatik ins Spiel, doch dummerweise hält man sich hier etwas zu lange mit ausgedehnten Erklärungen auf - ein bisschen mehr hätte man dem Zuschauer schon zutrauen dürfen, es hätte nicht jedes Detail auf dem Silbertablett serviert werden müssen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich diesem ansonsten fantastischen Film ankreide. 9/10

Insomnia (TV)

Ein Cop-Thriller der etwas anderen Art, welcher sich auf die von Schuld und Schlaflosigkeit belastete Psyche des Gesetzeshüters konzentriert. Vor allem die gemeinsamen Szenen von Pacino und Williams, welche das simple Gut-Böse-Schema durchbrechen und die Sympathien eher seltsam umverteilen, wissen wahrlich zu gefallen. Leider gehen dem Drehbuch zum Schluss hin die gescheiten Ideen aus, weshalb die Geschichte schließlich auf Standard-Weise endet - schade. Nolan macht mit seinen reizvollen Regie, die die raue Schönheit, aber auch die belastende Helligkeit toll einfängt, alles richtig - nichtsdestotrotz hoffe ich, dass die Verfilmung eines nicht-nolanschen Drehbuchs die Ausnahme bleibt, auch wenn's ein unterm Strich sehr schöner Film geworden ist. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 15 Dezember 2012, 14:37:50
Kurze Frage an die, die Twixt gesehen haben: war da irgendwo Tom Waits auszumachen? Wenn ich mich recht erinnere, hab ihn ihn in einem Trailer als Sprecher wahrgenommen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 15 Dezember 2012, 15:02:51
Er spricht den Prolog.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 15 Dezember 2012, 15:07:09
Zitat von: RoboLuster nach 15 Dezember 2012, 15:02:51
Er spricht den Prolog.


Danke. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 16 Dezember 2012, 11:02:34
Ich weiß, wer mich getötet hat (http://www.ofdb.de/film/130059,Ich-wei%C3%9F-wer-mich-get%C3%B6tet-hat) im Free-TV (5/10)

Lindsay Lohan wird gefoltert! In einer Doppelrolle kriegt sie die volle Ladung ab. Die konsequent durchgehaltene Rot-Blau-Thematik sowie einige komische Szenen (Lindsay Lohan hat ganz ganz wilden Sex, während unten in der Kpch die Mutter alles hören kann. Warum auch rausgehen? :icon_lol:) retten den Film vor einer niedrigeren Wertung. Die Stripszenen sind ungeheuer langweilig inszeniert, mag auch an Lohan liegen. Die Auflösung war meiner Meinung nach nicht so überraschend, die "Alle tragen blaue Handschuhe, wer von ihnen ist der Sadist?"-Fährte ist einfach zu betont, um sie ernst zu nehmen.

Mit 17 bist du tot (http://www.ofdb.de/film/154767,Mit-17-bist-Du-tot) im Free-TV (4/10)

Der Schüler Cody bringt im Affekt eine Stripperin bei einer kleinen Party mit Freunden um. Er und seine Freunde wollen dies geheim halten. Nur die ehrliche Haut Jason hat arge Probleme damit. Also schafft Cody auch ihn aus dem Weg. Das ruft jedoch Jasons Mutter auf den Plan...
Ein kanadischer TV-Film von 2008, der gänzlich auf Spannungsaufbau verzichtet. Es wird kein Geheimnis um den jeweiligen Mörder gemacht und auch dass die Mutter die Wahrheit herausfinden wird ist klar wie Kloßbrühe. Dazu gibt es dann noch jede Menge Klischees mehr (u.a. die trinkende Mutter von Jasons Kumpel TY, die sich im richtigen Moment von der Flasche lösen kann etc.). Tja, so einen Film schaut man wohl nur, wenn man irgendwie noch nciht zu müde ist und beim Zappen hängen bleibt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 16 Dezember 2012, 17:16:15
Santa Claus Is Comin' To Town (1970)
Sehr charmanter und lustiger Weihnachtsfilm den man sich definitiv antun kann.
Vor allem die doch ziemlich kurze Laufzeit von knappen fuenfzig Minuten macht es leichter fuer juengere Familienmitglieder (meine Tochter ist gerade mal sechzehn Monate alt) ihn durchzusitzen ohne quengelig zu werden.
7/10 Punkten

Wilder aka Bad Boys Hunting (2000)
Pam Grier und Rutger Hauer in einem stinklangweiligen und extrem oeden sowie vorhersehbaren Thriller.
Was fuer eine Zeitverschwendung.  :andy:
3/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 17 Dezember 2012, 23:55:06
Heute habe ich zwei Blu Rays, welche ich per Blindkauf in die Sammlung wandern ließ, ihrer Erstsichtung unterzogen - als Fehlkauf stellte sich Gott sei Dank keiner der beiden heraus.

Alles, was wir geben mussten

Neben der namhaften Besetzung (ich oute mich als bekennender Keira Knightley Fan ;->) war die Aussicht auf eine dystopisch angehauchte Handlung mit dem gewissen Maß an Anspruch ausschlaggebend für den Kauf. Im Großen und Ganzen bekam ich auch genau das: Das Setting rund um zum Zweck der Ausbeutung geschaffene Klone klingt natürlich ersteinmal nach "Die Insel", die Filme könnten sich aber kaum unähnlicher sein. In Isolation und lediglich mit den Klassenkameraden als Bezugspunkte und -personen herangezogen, haben sich die desillusionierten Klone hier ihrem augenscheinlich fatalistischem Schicksal ergeben - düster und bedrückend, wie hoffnungslos man hier auf den Tod wartet. Vor allem Knightley und Mulligan geben eine fantastische Vorstellung ab, während Garfields Figur nicht ganz soviel Zeit zum Glänzen bereithält. Die Dreiecksbeziehung zwischen diesen Akteuren profitiert indes nicht sonderlich von der grandiosen Grundidee, bremst diese sogar ein bisschen aus. Traurig und trostlos, teils aber auch etwas träge - eine ruhige Meditation über Menschenwürde und den Wert des Lebens. 7/10

(500) Days of Summer

Wie passend, dass der Film direkt "Die Reifeprüfung" anspricht - dieser musste den Platz meiner Lieblings-RomCom nun nämlich räumen. Chronologisch wild herumspringend und keiner sonderlich komplexen Handlung folgend, zeigt sich der Streifen als wunderbar witziges, gefühlvolles und ehrliches Stimmungsgemälde einer zum Scheitern verdammten Beziehung. Während Deschanel ein großes Rätsel bleibt (und ihren Part somit prächtig erfüllt), kann man Gordon-Levitt jede Gefühlsregung direkt aus dem Gesicht ablesen - eine unfassbar lebendige Vorstellung, eine seiner besten Leistungen bisher. Zusammen mit der vor Ideen überquillenden Inszenierung und dem starken Soundtrack ergibt das im Endeffekt die schönste (Nicht)Liebensgeschichte, die ich bisher gesehen habe. 10/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 18 Dezember 2012, 00:30:52
The Room (http://www.ofdb.de/film/166674,The-Room)

Tommy Wiseaus unbestrittenes Meisterwerk. Hochspannend, grandios gespielt ("Oh hi doggie.") und mit einer Charakterzeichnung, die seinesgleichen sucht. Hier werden Motive der Figuren sinnvoll verheimlicht. Warum vier erwachsene Männer in Hochzeitsanzügen einen Football hin und herwerfen, bleibt uns verborgen. Wird in einem Satz noch über die Beziehung der Tochter gesprochen, so fällt im nächsten Nebensatz ganz legere die Bemerkung: "Forget it, i definitely have breast cancer!". Der Zuschauer ist über die gesamte Laufzeit Wiseaus Magie und Händchen unterworfen und kann sich nicht mehr abwenden. Hier sieht man die Arbeit eines Multitalents (Regie, Hauptdarsteller, Produktion, Drehbuch usw.), das sogar Robert Rodriguez locker in die Tasche steckt. Sich zu wehren, zwecklos. Selbst gute Freunde können sich diesem Meisterwerk nicht entziehen, bleiben gar bis 8 Uhr Morgens um zu sehen, in welches Herzschlagfinale dieses Opus münden wird. Die hocherotischen Sexzszenen, die einem ganz neue Praktiken beibringen (Penetration des Bauchnabels) halten bei der Stange und überzeugen durch die hochwertige Musikuntermalung. Abgerundet wird dieses Erlebnis von sagenhaften Computereffekten, die aus einem Dach einer Vorstadt mal eben das Tor zur Skyline der Welt machen. Da vergibt man grüne Auren um die Schauspieler herum gerne.

Ich denke, Krawallbruder empfand diesen Film irgendwann gar nicht mehr so sehr als Zwang, sondern als Erlösung, jedenfalls, als der Abspann über die Leinwand flimmerte. Und genau dafür ist The Room gemacht, für die große Leinwand! Wir haben es uns auch nicht nehmen lassen, die beste Szene laut schreiend mitzuspielen. Spätestens da hält es keinen mehr auf den Stühlen!

You're Tearing Me Apart, Lisa! (http://www.youtube.com/watch?v=Plz-bhcHryc#)

Kein Wunder, dass KB ganz ausgelaugt, fast schon ermüdet wirkte, nach so viel Dramatik und Emotionen.

Logischerweise kann ich hier nur die Höchstwertung vergeben für einen Film, den man gar nicht fassen kann. So kann man einen Geburtstag schön ausklingen lassen. 10/10 Bulldoggen

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: KrawallBruder nach 18 Dezember 2012, 00:58:50
Ich war so emotional aufgewühlt und kaputt, dass mir auf dem Heimweg ein Obdachloser aus Mitleid 5€ in die Hand gedrückt hat.

PS: Du hast den Trailer zum Film vergessen:

https://www.youtube.com/watch?v=HRLLjqiKib4 (https://www.youtube.com/watch?v=HRLLjqiKib4)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 18 Dezember 2012, 01:04:46
Ich denke, wer jetzt nicht überzeugt ist, dem kann man nicht mehr helfen.  :thinking:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 18 Dezember 2012, 11:06:01
Zitat von: Teppi nach 17 Dezember 2012, 23:55:06
Alles, was wir geben mussten [...] 7/10
(500) Days of Summer [...] 10/10


Interessant, denn ich habe diese beiden Filme genau umgekehrt beurteilt. "Never Let Me Go" hat mich geradezu umgehauen, während ich "(500) Days of Summer" etwas überschätzt fand (und das, obwohl ich heimlich in Deschanel verliebt bin). Kann mich erinnern, dass ich mich das Ende dieses Filmes ziemlich genervt hat. Nicht, weil Summer verschwindet, sondern weil Tom kurz danach sofort über die grosse Liebe stolpert. Ein viel zu aufgesetztes Happy End.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 18 Dezember 2012, 11:14:33
Zitat von: manisimmati nach 18 Dezember 2012, 11:06:01
Kann mich erinnern, dass ich mich das Ende dieses Filmes ziemlich genervt hat. Nicht, weil Summer verschwindet, sondern weil Tom kurz danach sofort über die grosse Liebe stolpert. Ein viel zu aufgesetztes Happy End.


Als die Szene gerade lief, dachte ich mir auch, dass das ein viel zu versöhnlicher Ausgang wäre. Aufgrund des Namens der Neuen (= Autumn) und der Zurücksetzung des Tageszählers auf 1 habe ich es dann aber doch so aufgenommen, dass hier nicht die große Liebe gefunden wurde, sondern lediglich die nächste Etappe seiner "Liebesgeschichte" beginnt (und sich womöglich sein "Leidensweg" wiederholt). Mag weit hergeholt sein, erscheint mir aber weitaus passender und ist daher meine Version des Endes ;->


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 18 Dezember 2012, 12:05:00
Ich habe es auch umgekehrt beurteilt - "(500) Days of Summer" habe ich nur 3 Punkte gegeben, weil mich der Film im letzten Viertel schwer enttäuscht hat - bis dahin fand ich ihn auch sehr gut. Vielleicht liegt es an meinem Alter, aber ich fand den Hauptdarsteller in seiner Haltung zu Summer reaktionär - einerseits behauptet er, sie zu lieben (was ich bestens verstehe), andererseits hat er die üblichen konventionellen Besitzansprüche, weshalb es ihm nicht reicht, mit ihr zusammen zu sein, ohne nach außen hin einen Status zu besitzen. Das wäre an sich noch nicht verwerflich, aber der Film sieht diesen Charakterzug nicht kritisch, sondern gibt ihm noch recht, indem er sie - bis dahin der Gegenentwurf zum typischen RomCom-Einerlei - später auch noch heiraten lässt ("Ich habe den Richtigen gefunden"). Nix für ungut, gerade im Vergleich zu einem Film wie "Reifeprüfung" ist das konventioneller Hollywood-Müll.

Appassionata

Stattdessen habe ich letztens "Appassionata"  von 1974 gesehen, eher bekannt als Erotik-Schmonzette mit einer nackten Ornella Muti. Angesichts von zusammen genommen etwa 20 Sekunden nackter Brüste, verteilt auf 90 Minuten, die jeder Fernsehfilm locker toppt, erstaunt, dass solche Filme bis heute diesen Ruf nicht verloren haben. Der Film erzählt eine emanzipierte Geschichte über zwei weibliche Teenager, die mit ihrem Selbstbewusstsein die verlogene Moral der "mittelalten" (also meiner) Generation demaskieren. In der zeitgenössischen Nachbetrachtung wird ihr Verhalten oft als bösartig betrachtet, was völliger Quatsch ist, aber deutlich macht, dass man damals ein solches Verhalten bei jungen Frauen (noch) nicht akzeptierte. Von mir 8,5 Punkte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 18 Dezember 2012, 16:54:38
Rapunzel - Neu verföhnt
Animation die zwischen klassischen Kitsch und modernen Figuren schwankt, es aber nicht schafft, alles flüssig zu verbinden. Etwas Action hier, ein paar Gesangseinlagen dort, von der Geschichte her nix neues. Nur altbekanntes auf cool trimmen und Mangafiguren zu verwenden macht noch keinen neuen Klassiker. 5/10

Coraline
Sehr düstere Stop-Motion Animation mit einem sympathischen Mädel als Hauptfigur, vielen schrägen Charakteren, einer gruseligen Geschichte, toller Musik, schöner Kameraeinstellungen und vielen Details. Gegen Ende weicht zwar die Spannung etwas dem Bombast und Effekten, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Wer mal etwas Abwechslung im Animationsbereich braucht ist hier echt gut beraten. 8/10

Contraband
Das Remake von "Reykjavík-Rotterdam" ist nur eine typische schwache Hollywood-Kopie, obwohl der Hauptdarsteller des Originals selbst im Regiestuhl saß. Trotz großer Namen wie Mark Wahlberg, Kate Bekinsale, Ben Foster und Giovanni Ribisi ist die darstellerische Leistung nur Durchschnitt. Die Story, abgesehen von kleinen Änderungen, gleicht dem Original, nur wurde der Nebenstrang der 3er-Beziehung stark vernachlässigt, was dazu führt, das die gute Kate wie ein Statist durch die Gegend stolpert. Wirklich gut gefallen haben mir nur die tollen Städteaufnahmen und die spektakuläreren Actionszenen, wobei diese sich arg in Grenzen halten. Etwas vorbelastet durch das Original gebe ich 6/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 18 Dezember 2012, 22:31:14
Zitat von: Teppi nach 18 Dezember 2012, 11:14:33Als die Szene gerade lief, dachte ich mir auch, dass das ein viel zu versöhnlicher Ausgang wäre. Aufgrund des Namens der Neuen (= Autumn) und der Zurücksetzung des Tageszählers auf 1 habe ich es dann aber doch so aufgenommen, dass hier nicht die große Liebe gefunden wurde, sondern lediglich die nächste Etappe seiner "Liebesgeschichte" beginnt (und sich womöglich sein "Leidensweg" wiederholt). Mag weit hergeholt sein, erscheint mir aber weitaus passender und ist daher meine Version des Endes ;->


Stimmt, so kann man das natürlich auch sehen. Vielleicht hab ich's anders interpretiert, weil ich mich einfach gerne aufrege, haha. Nee, aber das Ganze roch für mich schon ein bisschen nach Mutlosigkeit. So à la: "Oh Mist, das Ende ist ja ein echter Downer. Da muss was Fröhlicheres her!" Als ginge es in einer Romcom gar nicht anders. Trotzdem, sehr süsser Film. Als Hollywood-Müll würde ich ihn auf keinen Fall bezeichnen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 19 Dezember 2012, 07:14:36
Rage (2009)
Sehr interessanter und spannender Thriller/Drama/Romantik-Mix, produziert von Guillermo del Torro.
Manchmal ist der Uebergang zwischen den verschiedenen Genres etwas abrupt, aber das kann man eigentlich verschmerzen.
Was mich viel mehr ueberraschte, war die Intensitaet vieler Szenen, vor allem der Hauptdarsteller liefert da fast schon eine Glanzleistung ab.
Definitiv empfehlenswert, gebe so 7/10 Punkten.

The Bachelor Party (1984)
Einer der lustigsten Filme den ich seit langem gesehen habe.
Ein sehr junger Tom Hanks sowie ein ebenso junger Michael Dudikoff kann man in diesem Streifen bewundern.
Wobei Hanks schon damals seine Sache ziemlich gut machte, und Dudikoff in diesem Film einfach nur hilflos und komplett verloren aussieht.
Starke 8/10 Punkten

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 19 Dezember 2012, 22:24:25
Nach den ganzen Diskussionen um die Qualität von PROMETHEUS habe ich nochmal ALIEN und ALIENS nacheinander angesehen, um wieder einmal zu überprüfen, ob meine Erinnerungen nicht trügen. In beiden Fällen war das zum Glück nicht der Fall, beide Filme haben bis heute dem Zahn der Zeit sehr gut getrotzt. Obwohl Cameron und Scott grundsätzlich verschiedene Konzepte habe, in jeder Hinsicht anders verfahren, erlauben sich beide Filme nicht die eklatanten Schwächen in Konzeption und Dramaturgie wie PROMETHEUS. In beiden Fällen war ich sofort von den Besatzungen überzeugt, die Charaktere, ihre Beziehungen untereinander wurden mir schon nach den ersten Szenen gut skizziert und dann immer weiter ausgebaut. Ich wurde ganz aufgesogen von dieser Welt, ganz im Gegenteil zu PROMETHEUS, wo ich mir alle Nase lang die Frage stellte, warum, wieso und was soll das nun wieder.

ALIEN (USA/UK 1979)

Wenn es einen legitimen Erben von Kubricks Visionen gibt, dann den frühen Ridley Scott. Die Welt des Raumschiffs Nostromo ist ohne das gestalterische Vorbild von 2001 undenkbar. Doch Scott geht in Sachen Menschenbild und Charakterzeichnung weit über Kubricks umstrittene Kälte hinaus. Unterschwellig und geradezu subtil zeichnet er die Resignation und Erschöpfung einer Generation nach, deren Aufbruchshoffnungen Ende der 1970er Jahre gescheitert waren. Der Raumschiffkapitän Dallas steht in seiner stillen Melancholie dafür symptomatisch. Der größte Coup gelang jedoch mit der Besetzung des Offiziers Ripley. Erst Sigourney Weavers Darstellung ließ aus der guten Drehbuchvorgabe etwas Außergewöhnliches, Neues entstehen, einen Typ Heldin, den es nie zuvor gegeben hatte. Psychologie, Spannung, Setdesign, Plot, Symbolik und alles andere fügen sich ganz selbstverständlich.

Fast schon muss man die begeisterten Deutungen, die der Film später erfahren hat, dämpfen. Was da an emanzipatorischen Diskursen, politischen Unterschwingungen und psychologischen Deutungen gesehen wurde, sind nur mögliche Lesarten, aber nicht die Wahrheit. Angesichts von Scotts späteren Werken sollte man das wirklich bedenken. Doch manchmal trennen sich Kunstwerke von ihren Schöpfern, ihre innere Struktur lässt Deutungsmöglichkeiten zu, die weitreichender sind, als jemals geplant. 9.5/10

ALIENS (USA/UK 1986)

James Cameron mag hiermit nicht die innovative Wirkung wie Scott erzielt habe, doch innerhalb des Actiongenres setzte auch dieser Film Maßstäbe. Von Verhoevens STARSHIP TROOPERS bis zu Kawumm-Heulern wie DOOM und RESIDENT EVIL bedienten sich zahllose Filme an den Actioneinlagen von Camerons Marines im Alienlabyrinth. Fast muss man sagen, seine direkte Wirkung ist sogar größer, als die des psychologisierenden Originals von Scott.  Gehört weniger in die Reihe der großen phantastischen Entwürfe des Science-Fiction-Kinos, als in die halluzinierte Action-Mythologie des Reagan-Jahrzehnts. 8/10     
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 19 Dezember 2012, 22:33:29
Zitat von: Bretzelburger nach 18 Dezember 2012, 12:05:00
[...]Das wäre an sich noch nicht verwerflich, aber der Film sieht diesen Charakterzug nicht kritisch, sondern gibt ihm noch recht, indem er sie - bis dahin der Gegenentwurf zum typischen RomCom-Einerlei - später auch noch heiraten lässt ("Ich habe den Richtigen gefunden"). Nix für ungut, gerade im Vergleich zu einem Film wie "Reifeprüfung" ist das konventioneller Hollywood-Müll.


Da der Film aus der subjektiven Sicht von Gordon-Levitt erzählt wird, ist es natürlich nur logisch, dass er als "Opfer" dargestellt wird. Dass ihm und seinen Charakterzügen damit automatisch recht gegeben wird, seh' ich nicht unbedingt so. Inwiefern es davon ab nun verwerflich ist, sich nach klaren Verhältnissen und Selbstbestätigung zu sehnen, sei mal dahingestellt ;->

Aufgrund seiner starken Nachwirkung werte ich "Alles, was wir geben mussten" übrigens auf 8/10 auf - wohl einer dieser Filme, die man nicht sofort nach der Sichtung bewerten sollte.

----------

Heute landeten zwei Sci-Fi-Streifen im Blu-Ray-Player, welche womöglich auch viele eher andersrum bewerten würden.

Logan's Run (aka "Flucht ins 23. Jahrhundert", einer der dümmsten deutschen Titel überhaupt)

Den Klassiker-Status dieses Streifens muss ich mir wohl mit der wunderbaren Grundidee erklären. Das Setting der abgeschotteten Stadt, in welcher im Alter von 30 zwecks Bevölkerungskontrolle Schluss ist, ist wirklich stark. Die Umsetzung dieser Idee fällt in den ersten zwei Dritteln durchaus gut aus: Die Sets sind schick (auch wenn das Stadtmodell deutlich als solches zu erkennen ist, aber hey, der Film ist von 1976) und die Frage, auf welcher Seite Logan nun steht, sorgt für Spannung.
Doch dann gehen die Gäule mit dem Drehbuch durch: Sobald die Stadt verlassen wird, fällt der Film merklich ab. Logan's Haltung schwankt ohne Erklärung blitzschnell um (erst noch verrät er seine Position, dann flüchtet er?!), gefolgt von einem zusammenhangslosen und lachhaft getricksten Auftritt des Roboters "Box" bis hin zu den etwas zu lang gezogenen Szenen in Washington (welche immerhin sehr hübsch aussehen) und dem völligen Offenlassen der Fragen, warum denn nun die Menschen eingefercht werden (draußen lässt es sich doch leben?!) und wie genau das System letztlich zusammebricht (peng bumm beng, und schon ist die Stadt kaputt?!).
Wirklich schade, im Schlussakt wird viel Potenzial verschenkt. So sah ich schlussendlich nur einen soliden Sci-Fi-Streifen. 6/10

Equilibrium

Man muss den Streifen schlicht als das akzeptieren, was er ist: Ein substanzloses Action-Spektakel mit schicken Schauwerten. Angesichts des eher kleinen Budgets bekommt man so manche beeindruckende Bilder serviert, welche von teils wunderbarer Musik untermalt werden. Sehr viel Sinn sollte man hinter dem Ganzen aber nicht suchen, denn dann avanciert das mit Logiklücken durchlöcherte Drehbuch zum echten Ärgernis.
Die Grundidee der völligen Gefühlslosigkeit klingt wirklich bedrückend, doch leider haut da nicht viel hin. Fast jede Figur zeigt mehr oder minder stark schließlich doch Gefühle, was das ganze Konzept ad absurdum führt. Die Charaktere und Interaktionen zwischen ihnen hätten um ein Vielfaches steriler und kälter ausfallen müssen.
Ein optisch fabelhafter Film, der gerne mehr Anspruch vortäuscht, als er wirklich hat. 7/10

Beides also Filme, die ihre dystopischen Visionen nicht wirklich ausreizen. Muss wohl mal wieder "Children of Men" einlegen, um ein Meisterwerk in dieser Richtung zu sehen ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 21 Dezember 2012, 02:15:31
Zitat von: Teppi nach 19 Dezember 2012, 22:33:29Aufgrund seiner starken Nachwirkung werte ich "Alles, was wir geben mussten" übrigens auf 8/10 auf - wohl einer dieser Filme, die man nicht sofort nach der Sichtung bewerten sollte.


Wart noch ein bisschen länger, dann steigt er auf 10/10. ;)

Mein letzte Sichtung:

Drive

Ein Streifen, den ich irgendwie nicht richtig einordnen kann. Während des Sehens fand ich ihn richtig geil und klebte förmlich am Bildschirm. Ryan Gosling als mysteriöser Fahrer zog mich die gesamte Laufzeit über in seinen Bann. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto unbefriedigender erscheint mir das Ganze. Mittlerweile frage ich mich sogar: "Was sollte das jetzt überhaupt?" Das liegt nicht mal so sehr am Hauptcharakter, der natürlich gezielt als "Blackbox" konzipiert ist. Letztlich verstand ich einfach nicht, worauf Refn hinaus wollte. Normalerweise finde ich sowas spannend, aber bei Drive lässt mich das mit einem schalen, leeren Gefühl zurück. Trotzdem fesselt der Film mit seiner Atmosphäre. Und handwerklich ist er fraglos genial. Das rechtfertigt 7-8/10 Punkte. Nach all dem Lob hätte ich aber gerne noch mehr in Drive gesehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 22 Dezember 2012, 11:58:40
Super 8 (Blu Ray)

Trotz moderner Technik ein Film, der sich wunderbar altmodisch anfühlt. Die Kinderclique, welche einen Film dreht (wie genial ist denn bitte der Streifen im Abspann?!) und dabei zufällig einem Zugunglück mit mysteriösen Folgen beiwohnt, ist einfach super-sympathisch. Die Jungdarsteller sind dermaßen charmant, dass man auch verzeiht, dass die erwachsenen Charaktere ziemliche Abziehbilder darstellen. J.J. Abrams tut gut daran, sich nach dem anfänglichen Effektbombast (der Crash ist bei aller Übertriebenheit wahrlich was für die Augen) gekonnt zurückzuhalten und das Geheimnis ganz langsam zu enthüllen und erst nach und nach zu visualisieren. Das recht hastige Finale lässt zwar die ein oder andere Frage offen, aber das ist man von "Mr. Lost" ja nicht anders gewohnt ;->
Ein toller Nostalgie-Trip mit Seele, wie man es im Kino nur noch selten sieht. 8/10


Stolz und Vorurteil (TV)

Das dürfte einer von den Streifen sein, bei dem sich die anderen fragen: "Ach herrje, was wirft der Typ denn da mit Punkten im sich?!" Aber sei's drum, ich finde den Film einfach ganz großartig und stehe dazu ^^
Hier stimmt schlicht alles: Angefangen bei den äußerst fein geschliffenen Dialogen (kaum bereiteten mir Wortgefechte eine solch große Freude wie hier), über die ruhige, und doch reizvolle Regie (welche mit einigen langen Einstellungen ohne Schnitt und wunderschönen Panoramen für Aufsehen sorgt) bis hin zu der astreinen Ausstattung (Kostüme und Sets sind ein Fest für's Auge) ist alles grandios. Vergoldet wird das Ganze schließlich durch die glänzenden Darsteller: Keira Knightley passt perfekt in die Rolle der kessen, wortgewandten Dame mit eigenem Kopf, während Matthew MacFayden seinen angeblich arroganten Darcy, der hinter dieser Fassade lediglich seine Introvertiertheit versteckt, ebenfalls erstklassig verkörpert. In den Nebenrollen gefallen besonders Donald Sutherland als väterlicher Fels in der Brandung sowie Judi Dench als garstige alte Aristokratin. Gerade der Umstand, dass die ganz großen Gefühle hier eher unterkühlt serviert werden, lässt den Film zu meinen favorisierten Liebes-Drama avancieren. 10/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 22 Dezember 2012, 14:23:01
Used Cars (1980)
Robert Zemeckis' zweiter Spielfilm ist eine urkomische Komoedie mit einem hervorragenden Kurt Russell in der Hauptrolle.
Trotz der fast zwei Stunden Laufzeit kommt hierbei niemals Langeweile auf. Bis in die Nebenrollen wurde nicht mit richtigen Schauspielern gegeizt, was den Film deutlich aufwertet.
Als Leckerli gibt es noch ein paar ziemlich nette Autostunts.
Sehr empfehlenswert, 7/10 Punkten.

The Aggression Scale (2012)
Kleiner, ziemlich fieser Home Invasion-Thriller der mit ein paar ziemlich unerwarteten Twists aufwarten kann.
Schauspielerisch definitiv mehr als nur im gruenen Bereich, was bei solchen Low Budget-Titeln nicht immer der Fall ist.
Sehr ueberrascht von dem hier, 8/10 Punkten.

Multiplicity (1996)
Leider hinter meinen Erwartungen zurueckbleibende Harold Ramis Komoedie mit einem zwar hervorragenden Michael Keaton und ziemlich netter Andie MacDowell, jedoch auch einigen Laengen.
Ganz nett, aber nix Besonderes.
6/10 Punkten

Resurrect Dead: The Mystery Of The Toynbee Files (2009)
Wow, wenn es den Preis fuer eine der spannendsten Dokumentationen geben wuerde, die hier haette den Preis verdient.
http://en.wikipedia.org/wiki/Toynbee_tiles (http://en.wikipedia.org/wiki/Toynbee_tiles)
War einfach nur ne Blindaufnahme auf meinen DVR, hoerte sich interessant an, hab aber ehrlich gesagt noch nie zuvor von diesen Toynbee Tiles gehoert.
Unbedingt ansehen, sehr interessant.
8/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Angelus Mortis nach 22 Dezember 2012, 16:55:00
Im Vorweihnachtsfieber gab's gestern und heute mit der Familie zwei Filmklassiker, die ich mir den Rest des Jahres ob der Ausgelutschtheit kaum geben würde, die aber momentan einfach schön sind:

Der kleine Lord (1980)
Gibt's ja kaum was zu zu sagen - ein kleiner amerikanischer Junge wird von seinem aristokratischen Großvater auf das britische Anwesen geholt, um zum Earl erzogen zu werden. Dabei erzieht der Kleine (gestern festgestellt: später als "Male Nurse Paul Flowers" in Scrubs zu sehen :D ) seinen griesgrämigen Opa aber eher zum Humanisten als andersherum ... joa. Schnulzig, ein bisschen konservativ und eigentlich weder inszenatorisch noch darstellerisch (mal abgesehen von Alec Guiness, aber auch den hat man schon in schwierigeren Rollen gesehen) mehr als Standard, den Rest des Jahres würde ich maximal 6/10 geben, aber an Weihnachten, im Kreis der Familie mit Muttis selbstgebackenen Keksen als Naschwerk verdient er sich alle Jahre wieder die 8/10. :icon_cool:

Santa Clause (1994)
Der kleine Charlie muss den Heiligabend bei seinem Karriere-Vater Scott (Tim Allen) verbringen, obwohl er viel lieber bei seiner Mutter und ihrem neuen Ehemann, dem Psychater Neil, bleiben würde. Dann jedoch wird Scott durch einen Unfall zum Weihnachtsmann und Charlie und sein Vater wachsen langsam wieder zusammen. Santa Clause ist ein relativ klassischer Weihnachtsfilm von Disney, der aber durch die Familiengeschichte doch ganz nett ist. Hier gilt ähnliches wie für den kleinen Lord ... ein Film, den ich mir alle Jahre wieder an Weihnachten, im Kreise der Familie sehr gut angucken kann und der in diesem Kontext 7/10 von mir bekommt, auch wenn er den Rest des Jahres über wohl nicht so gut abschneiden würde.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 24 Dezember 2012, 00:02:05
The Pact
Ueberraschend gelungener Horrorfilm der mit ein paar netten Ueberraschungen aufwarten kann.
Am meisten ueberraschte mich der Verzicht auf Wackelkamera, hektische Schnitte und sonstigen Firlefanz.
Hier wird auf ziemlich altmodische Weise Spannung erzeugt. Ebenfalls ne Ueberraschung war die Hauptdarstellerin, mehr als ueberzeugend.
7/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 24 Dezember 2012, 10:13:36
Zitat von: lastboyscout nach 24 Dezember 2012, 00:02:05
The Pact
Ueberraschend gelungener Horrorfilm der mit ein paar netten Ueberraschungen aufwarten kann.
Am meisten ueberraschte mich der Verzicht auf Wackelkamera, hektische Schnitte und sonstigen Firlefanz.
Hier wird auf ziemlich altmodische Weise Spannung erzeugt. Ebenfalls ne Ueberraschung war die Hauptdarstellerin, mehr als ueberzeugend.
7/10 Punkten


Jip, der ist echt fein. Hab dieselbe Wertung vergeben (mitsamt Ofdb-Review) und fand mich ebenfalls gut unterhalten. Der Streifen hebt sich mit seiner unüberhasteten Art angenehm von den meisten vergleichbaren VÖs heutzutage ab, Miss Lotz in der Hauptrolle fand ich gleichermaßen stark - aber auch das Mädel, welches das blinde Medium spielt (schön creepy).  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 24 Dezember 2012, 17:18:50
Ich fand die beiden Mädels auch richtig super, der ganze Film ist einfach ziemlich geil.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 26 Dezember 2012, 19:39:13
,,Like Crazy", eine kleine amerikanische Independent-Produktion von Regisseur und Drehbuchautor Drake Doremus aus dem Jahre 2011, ist ein zu gleichen Teilen schönes wie trauriges Liebesdrama, das in allen Bereichen einen absolut authentisch-natürlichen Eindruck heraufbeschwört - und sich allein deshalb schon von den meisten anderen Veröffentlichungen jenes Genres abhebt, u.a. da diese meist (irgendwie) eher ,,konstruiert" statt direkt aus dem Leben gegriffen anmuten. Es heißt ja, dass Liebe ,,keine Grenzen kennen" würde, doch gibt es ja bestimmte Grenzen, die der Liebe im Wege stehen können, so stark die betreffenden Emotionen auch sein mögen - und eine solche (ebenso romantische wie realistische) Geschichte erzählt der Film auf überzeugende Weise, unidealisiert und bewegend. Die Chemie zwischen den beiden (stark spielenden) Hauptdarstellern Felicity Jones und Anton Yelchin ist einfach fantastisch - und die wunderbare Jennifer Lawrence in einer Nebenrolle ist selbstverständlich auch weitaus mehr als nur ,,eine positive Randerscheinung". Erwähnenswert zudem, dass viele der Dialoge und Szeneninhalte improvisiert wurden, was das umfassend rohe, wirklichkeitsnahe Gefühl zusätzlich (ersprießlich) verstärkt. Kurzum: In erster Linie für Fans kompetenter Indies, der genannten Akteure sowie solcher Dramen á la ,,Blue Valentine" (welches durchaus vergleichbar, insgesamt aber noch ein Stück weit ,,bitterer" daherkommt) ganz klar zu empfehlen!   8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 28 Dezember 2012, 11:02:58
Auch wenns mir keiner glaubt: Breaking Dawn 2 - Bis zum Ende der Nacht gestern nachgeholt und damit die Saga abgeschlossen, die mal mit "facepalm" in einer Sneak begonnen hat.

Und so dröge und fade und sauschlecht geschrieben die Bücher sind, Bill Condon hat aus den letzten zwei Teilen wenigstens flotte Schmachtfetzen für Damen und Liebhaber des Androgynen gemacht, temporeich und flott anzusehen, wenn man bei den Hauptdarstellern nicht sofort den Brechreiz bekommt.
Und zum guten Schluß hat die Vorlagenautorin offenbar kapituliert und deswegen gibts statt KEINES ENDGEFECHTS (wie im Buch, wo alle am Schluß wieder ineffektiv heimfahren) durch einen flotten Kniff, der auch filmisch nett paßt, endlich ein SAUBERES GROSSGEMETZEL, wo die Köpfe, Arme und Beine nur so abgerissen werden, das es eine wahre Freude ist. Gut, hier spritzt dabei kein Hektoliter Blut, aber dafür ist Schwung in der Kiste und diverse Damen und Herren geben Löffel und Haupt ab - echt knorke und befreiend nach den vielen kleinen Dosen Sülz.

Insgesamt und tonal angemessen - Twilight hat sich seit dem drögen ersten Film und dem verschwurbelten zweiten kontinuierlich gesteigert und bietet solide Unterhaltung fürs Taschentuch, für Teenager und Menopausierer - und wer das alles etwas ironisiert konsumiert, hat auch seinen Spaß.
6,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 28 Dezember 2012, 14:16:04

Die Passion der Jungfrau von Orléans (http://www.ofdb.de/film/10153,Die-Passion-der-Jungfrau-von-Orl%C3%A9ans)

Ich halte ja nichts davon, Stummfilme stumm anzuschauen, und bin überdies ein großer Freund neu geschriebener Musiken, aber da nun Dreyer wohl explizit verlangt hat, man solle sich die Jungfrau ohne Musik zuführen, habe ich das jetzt mal getan. Wie zu erwarten, wirkt ein Film, der zu 90 Prozent aus Großaufnahmen von Gesichtern besteht, auch stumm phänomenal: Die Falconetti bricht einem zum wiederholten Male das Herz, die Kameraarbeit ist einfach nur erstaunlich, wie überhaupt der ganze ästhetische Zugriff in Verbindung mit der emotionalen Wucht den Film zum unumgehbaren Zentralmassiv machen. Gesteigert wird das Erlebnis durch die neue Restaurierung, die noch Jeannes Flaum auf den Wangen sichtbar macht, in 20fps, was die Bewegungen natürlicher werden läßt - alles Stummfilmmäßige wird dadurch ausgetrieben, man meint, ein zeitgenössisches Avantgarde-Werk zu sehen. Magnifique!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 29 Dezember 2012, 01:16:14
2 Filme auf DVD gesichtet:

Wasser für die Elefanten


Wie schon bei "Cosmopolis" legt Pattinson eine sehr solide Vorstellung ab. Gegen den abermals grandiosen Waltz, welchem auch vom Drehbuch die fraglos interessanteste Figur spendiert wird (da dem Machthunger auch eine gewisse Verantwortung gegenübergestellt wird, bleibt einem die einseitige "böser Bube" Darstellung erspart), kommt er natürlich trotzdem nicht an. Die Liebensgschichte läuft zwar in bekannten Bahnen ab, doch das frische Setting im Zirkus der 30er Jahre sorgt dennoch für einen insgesamt sehensworten Streifen. 7/10

Big Nothing

Gemessen an dem doch recht ansehnlichen Star-Aufgebot (David Schwimmer, Simon Pegg und Alice Eve, welche ja auch stark im Kommen ist) ein größtenteils unbeachteter Streifen - zu Unrecht. Die pechschwarze Krimi-Komödie wartet mit tollen Wendungen, einem kompromisslosen Ende und einem stimmungsvollen Soundtrack auf. Die Unbeholfenheit der Freizeitgangster sorgt immer wieder für laute Lacher, welche einem beinahe im Halse stecken bleiben. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 29 Dezember 2012, 07:16:20
Canadian Bacon (1995)
Urkomische Politsatire von Michael Moore mit Starbesetzung von John Candy ueber Alan Alda, Rip Torn, Kevin Pollak und sogar James Belushi in einer Nebenrolle.
Hier wird sehr gekonnt mit Vorurteilen sowie den Klischees der Amerikaner sowie Kanadier um sich geworfen, herrlich.
Gibt 7/10 Punkten.

Dragon Wars aka D-Wars (2007)
Hm, hab da so gemischte Gefuehle.
Schauspielerisch wirklich extrem schwach, die erste Haelfte doch ziemlich langweilig, dann in der zweiten Haelfte wird actionmaessig ordentlich Gas gegeben, die Drachen Vs. Hubschrauber-Kaempfe in der Grossstadt sind sogar ziemlich cool ausgefallen, sogar tricktechnisch ziemlich gut geworden.
Schwanke zwischen 5 und 6/10 Punkten, aber eine Zweitsichtung brauch ich dann doch nicht.

The Old Dark House (1932)
Boris Karloffs' fast verschollener Klassiker macht unglaublich Stimmung, perfekte Mischung aus bisschen Komoedie und viel altmodischem Grusel.
8/10 Punkten

Edit:

The Frozen (2012)
Stark anfangender Thriller der jedoch mit zunehmender Laufzeit immer langweiliger wird und dann auch noch mit nem schon zigmal so gesehenen Ende daherkommt.
Schade, der Anfang machte eigentlich Laune.
4/10 Punkten

Hier gibt es jetzt ein kleines Nischenschmankerl:
Creep Van (2012)
Trashig, over-the-top uebertriebene und sogar ziemlich einfallsreiche Bluteffekte bei denen voll draufgehalten, fast schon darin gesuhlt wird, laecherliche Schauspieler, ganz annehmbare Musik und ein saucooles Ende.
Was hab ich mir nen Ast gefreut, trashig-nostalgischer Neo-80er-Horror der niemals den Anspruch hat, ernst genommen zu werden.
8/10 Punkten.

Edit 2:
S*P*Y*S (1974)
Zum Schreien komische Agentenkomoedie mit dem genialen Agentenduo Donald Sutherland and Elliot Gould.
Kann mir irgendjemand die niedrige IMDB-Bewertung erklaeren?  :icon_eek:
Alleine die Schiesserei in der Turnhalle ("Why doesn't your camera have any bullets?" Antwort: "My camera doesn't even have film!")  :icon_lol:
7/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 30 Dezember 2012, 16:20:40
Zitat von: lastboyscout nach 29 Dezember 2012, 07:16:20
Creep Van (2012)
Trashig, over-the-top uebertriebene und sogar ziemlich einfallsreiche Bluteffekte bei denen voll draufgehalten, fast schon darin gesuhlt wird, laecherliche Schauspieler, ganz annehmbare Musik und ein saucooles Ende.
Was hab ich mir nen Ast gefreut, trashig-nostalgischer Neo-80er-Horror der niemals den Anspruch hat, ernst genommen zu werden.
8/10 Punkten.


Cool, will ich sehen. :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 30 Dezember 2012, 23:39:11
Star Trek (Blu Ray)

Den alteingesessenen Trekkies mag das sicher nicht gefallen, mir dafür umso mehr: Mit dem "Star Trek" Reboot hat J.J. Abrams meiner Meinung nach das "Star Wars" der neuen Generation geschaffen. Der Sci-Fi-Bombast begeistert mit einer farbenprächtigen und fantasievollen Inszenierung - schon die ersten Minuten sind von packender Intensität geprägt, und die Qualität reißt nicht ab. Starke Sets (ja, ich stehe auf die exzessiven Lens-Flare-Effekte an Bord) gehen Hand in Hand mit fantastischen FX. Langeweile kommt in der ungemein kurzweiligen Geschichte nie auf, das Tempo wird konstant hoch gehalten. Dabei wird sogar eine sehr solide Handlung präsentiert, in welcher jeder der klasse harmonierenden Charaktere genügend Raum erhält. Angereichert wird das Ganze mit einem schönen Schuss Humor - sei es nun der schelmische Charme von Kirk, die trockenen Sprüche von Pille oder der spröde Witz, den Spock mit seinem Wesen versprüht. Die Einbindung des Reboot-Gedanken finde ich sehr gelungen: Alles wird auf neu gestellt, ohne die Vergangenheit gänzlich zu ignorieren. Selbst ich als Nicht-Trekkie fand den Auftritt von Leonard Nimoy und dessen abschließende Worte einfach wunderbar.
Ein unglaublich unterhaltsames Sci-Fi-Spektakel - ich bin voller Vorfreude auf weitere Abenteuer mit dieser "Star Trek" Crew. 10/10

Strange Days
(TV)

Das bezüglich der Grundidee dezent an "Total Recall" gemahnende Setting dieser düstereren Zukunftsvision finde ich sehr vielversprechend. Das Ergötzen an den Erlebnissen anderer und das zum gefährlichen Moloch mutierte L.A. bieten einen reizvollen Rahmen für die Handlung. Nach der ersten Hälfte geraten diese äußerst interessanten und stimmungsvoll in Szene gesetzten Aspekte jedoch zunehmend in den Hintergrund, um Platz für eine eher persönlich geprägte Geschichte zu machen - schade, hier hätte man die gesellschaftlichen Gesichtspunkte noch weiter vertiefen sollen statt eine erwartbare Wendung nach der nächsten aus dem Hut zu zaubern. Somit bleibt ein atmosphärischer Sci-Fi-Streifen, der zum Schluss hin sein Potenzial nicht ausspielt. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: SutterCain nach 31 Dezember 2012, 01:32:57
To Be or Not to Be (1942): Keine überflüssige Einstellung. Kein überflüssiger Satz. Temporeich, vieschichtig, komisch, mutig und unglaublich frisch für einen 70 Jahre alten Film.
10/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: psychopaul nach 31 Dezember 2012, 01:47:11
Lubitschs Stummfilm Die Puppe war übrigens auch sehr sehr nett. Von dem könnte ich auch mal mehr sehen..
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 31 Dezember 2012, 16:29:20
Bei ,,Killer Movie" handelt es sich um eine weitestgehend unaufregend-lahme Kombination aus Reality-TV-Satire und Slasher-Flick aus dem Jahre 2008, die mit einigen bekannten ,,Serien-Gesichtern" in zentralen Rollen aufzuwarten vermag - wie z.B. Paul ,,Vampire Diaries" Wesley (spielt solide), Kaley ,,Big Bang Theory" Cuoco (mies), Nestor ,,Lost" Carbonell (amüsant), Torrey ,,Pretty Little Liars" DeVitto (hübsch) sowie Leighton ,,Gossip Girl" Meester, welche aber leider nicht mehr als ein (nettes) ,,Opfer-Cameo" absolviert. Regisseur und Drehbuchautor Jeff Fisher kann auf zahlreiche Erfahrungen aus Fernseh-Shows á la ,,the Simple Life" oder ,,the Real World: Road Rules Challenge" zurückgreifen - doch sein Spielfilmdebüt entpuppt sich (leider) ziemlich zügig als relativ unbefriedigend, und zwar ,,in beiden Bereichen" des betreffenden Genre-Mixes. Während generell recht viele Klischees zu finden und beanstanden sind, die auch nicht irgendwie groß ,,ironisch gebrochen" (oder so) werden, herrscht in Sachen ,,Killer&Morde" durchweg enttäuschendes ,,08/15-Treiben": Trotz einiger Härten wirkt das meiste in dieser Hinsicht schlichtweg zu unoriginell - kreativere Einfälle sowie stärker ,,over-the-Top" konzipierte Ableben wären definitiv wünschenswert gewesen. Der Satire-Ansatz kommt indes ein kleines Stück weit zufrieden stellender daher - u.a. da der gebotene Humor nicht ganz so platt und vordergründig wie bei manch vergleichbarem Werk geartet ist - doch wirklich überzeugen kann auch er letzten Endes nicht. Was ,,unterm Strich" (zurück-)bleibt, ist ein überwiegend unbefriedigendes kleines Filmchen, das im Grunde kaum der Rede wert ist...   3/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 31 Dezember 2012, 18:25:37

Barbara (http://www.ofdb.de/film/222739,Barbara)

Jaja, wieder einmal stöckelt Nina Hoss geheimnisvoll durch einen Petzold-Film... Ist aber trotzdem gut geworden, denn dank fehlender Filmmusik, ruhiger Inszenierung und unaufdringlichem Produktionsdesign funktioniert alles über Blicke, Stimmungen und allerlei Ungesagtes. Einfach zwei Menschen, die in einem Klima des Mißtrauens abwägen müssen, ob es sich lohnt, sich einander anzunähern. Es sind gerade genügend vorsichtig humorvolle Augenblicke da, um keine 1984-Stimmung aufkommen zu lassen, sondern das Gefühl einer doch irgendwie aushaltbaren Normalität zu vermitteln. Schönes, schlankes Schauspieler-Kino!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 1 Januar 2013, 21:14:43
The Bellboy (1960)
Urkomischer Film mit einem genialen Jerry Lewis in einer Doppelrolle.
Beachtlich was man in vier Wochen runterkurbeln kann.  :icon_eek:
8/10 Punkten

Blame It On The Bellboy (1992)
Ziemlich charmantes Remake mit einer wirklich beeindruckenden Darstellerriege, von Bryan Brown, Patsy Kensit ueber Dudley Moore und Richard Griffiths sowie dem titelgebenden Bronson Pinchot.
Als Drehort wurde hier Venedig verwendet, was eine ziemlich nette Abwechslung zu den ueblichen New York/Los Angeles/San Francisco/Florida Drehorten darstellt.


Infiltrating Hollywood: The Rise and Fall of the Spook Who Sat by the Door (2011)
Sehr interessante Dokumentation ueber den Film The Spook Who Sat By The Door der Anfang der siebziger Jahre aus den Lichtspielhaeusern verschwand und selbst Mitwirkende ihn erst dreissig Jahre nach dessen Herstellung zu Gesicht bekamen.
7/10 Punkten

Special Ops (2010)
Aua, was war denn das fuer ein Quark?
Nur zum Spass mal die IMDB durchstoebert, und da gab es tatsaechlich zwei Vollpfosten die dem Film 7/10 und 10/10 Punkten gaben.
Haben wir denselben Film gesehen?
Selten so einen grottigen "Actioner" gesehen. Muendungsfeuer und Kugeleinschlaege wurden am PC erzeugt, die Kampfszenen lassen jeden gedoubelten Seagal-Kampf wie den ersten Ong-Bak aussehen.
Von den schauspielerischen Glanzleistungen ganz zu schweigen.  :viney:
1/10 Punkten, denn hier stimmt garnix.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 1 Januar 2013, 23:29:14
The Others

Ein dreifaches Hurra für Haunted-House-Horror! Mit The Others schenkt uns Herr Amenábar einen tollen Vertreter dieses Genres. Nicole Kidman spielt super, und die beiden Kinder können sich auch sehen lassen. Die Bilder sind erlesen, die Atmosphäre dicht und die Twists durchaus gelungen. In der Summe ergibt das einen wunderbar altmodischen Gruselfilm, zu dem man sich prima unter die Decke kuscheln kann. Ich würde sagen 9/10 Punkten (ein Punkt Abzug wegen einiger weniger Längen).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 2 Januar 2013, 01:02:25
A.I. Assault aka Shockwave (2006)
Wynorski wie er leibt und lebt, billiger SF-Schrott wo ich mich immer noch frage, wieso ich nach "An SciFi original movie" nicht abgeschaltet habe.
Schrott
1/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 2 Januar 2013, 12:07:08
Erster Film des Jahres mit Hangover geschaut: Whiteout mit Kate Beckinsale.

Wenig spektakulär, eher vorhersehbares Thrillermaterial im 50er-Stil, aber mit guten Atmo-Sequenzen in der unerbittlichen Eiswüste. Manchmal etwas unlogisch, aber alles in allem solide Kost in Schnee und Eis. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 2 Januar 2013, 12:31:20
Gestern noch THE APPARATION geschaut und trotz der vernichtenden Amazon Bewertungen hat mir der Film ausgesprochen gut gefallen.
Endlich mal kein found footage Unsinn mit schnellen Schnitten, sondern eher ein sehr ruhiger Film im POLTERGEIST Stil.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 2 Januar 2013, 12:35:45
Auch hier der erste Film 2013. Die Befindlichkeit war auch eher durchwachsen..

Silent Hill (2006)

Schön grotesker Jahrmarktshorror, der die Protagonistinnen durch eine schick in Szene gesetzte Vorhölle namens Silent Hill  hetzt und dabei allerhand übler Kreaturen präsentiert. Die ersten zwei Drittel sind zwar nicht überaus spannend, allerdings ist die Monsterhatz sehr unterhaltsam und kurzweilig. Die Soundkulisse sorgt zusätzlich für Gänsehaut-Momente.
Kurz vor dem Showdown wird dann allerdings die Erklär-Keule herausgeholt und ausgiebig geschwungen, dass einem vom Off-Kommentar die Ohren klingeln. Wirr und schwach erzählt - leider! Denn atmosphärisch ist der Film vom "Crying Freemann"-Regisseur eine Bank.
6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 2 Januar 2013, 13:04:16
Zitat von: Eric nach  2 Januar 2013, 12:31:20
Gestern noch THE APPARATION geschaut und trotz der vernichtenden Amazon Bewertungen hat mir der Film ausgesprochen gut gefallen.
Endlich mal kein found footage Unsinn mit schnellen Schnitten, sondern eher ein sehr ruhiger Film im POLTERGEIST Stil.


Ich hatte mir die US-BluRay geholt. Fand den (trotz der generell sehr vernichtenden Kritiken) ebenfalls einigermaßen okay.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 2 Januar 2013, 13:22:00
Ich wühle mich derweil durch einige Kurz-Trickfilme, so etwa durch die berühmten "Censored 11", die United Artists selbst aus seinem Fundus genommen hat, weil sie durch und durch rassistisch seien. Tatsächlich ist zu konstatieren, daß die Schwarzen darin sehr stereotyp gezeichnet sind und größtenteils mit ihren dicken Lippen der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Bei manchen Filmen erscheint mir das harmlos, bei einigen anderen allerdings fand ich den transportierten Inhalt ziemlich erschreckend (darunter "Coal Black and de Sebben Dwarfs"). Gern genommen wurden auch die Eingeborenenvölker. Mit denen meinte man es nicht gut, denn sie machen ja den ganzen Tag nur lustige Geräusche und benutzen ihre Unterlippe als Bratpfanne für Spiegeleier oder ihre riesigen Nasenringe als Seilersatz fürs Seilhüpfen.

Weiterhin ist es mal ganz interessant, sich durch die amerikanischen Pro-Krieg-Propagandastreifen aus den USA während des Zweiten Weltkriegs zu arbeiten. Ein Höhepunkt aus der Zeit, insbesondere aus zeichnerischer Sicht, ist sicherlich "Der Fuehrer's Face", in dem Donald Duck davon träumt, wie er Kriegsmaterial für Nazideutschland herstellt. Leider macht der Schluß mit seiner "Gott sei Dank bin ich ein Ami"-Aussage einiges wieder kaputt. Die stößt dann doch relativ sauer auf. Dies gilt aber natürlich grundsätzlich für alle anderen Propagandafilme genauso, sei es Daffy Duck, der Hitler eins überbrät, oder seien es die drei kleinen Schweinchen, die sich mit Waffen gegen einen Hitler-Wolf zur Wehr setzen und damit Erfolg haben. Als am interessantesten bislang würde ich aber den zeichentricktierfigurenfreien "Erziehung zum Tod" ("The Education for Death - The Making of the Nazi") von Clyde Geronimi bezeichnen, der, wie der Nebentitel schon deutlich macht, den Werdegang eines kleinen unschuldigen Jungen zu einem parteitreuen Nationalsozialisten schildert und mit einem einerseits konsequenten und erwarteten, aber andererseits auch für mich sehr wirkungsvollen düsteren Schluß aufwartet.

Als Zeitdokumente außerordentlich spannend.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 2 Januar 2013, 15:43:52
Es wird immer wieder Tag (OT: The High an the Mighty), USA 1954 (http://www.ofdb.de/film/39879,Es-wird-immer-wieder-Tag)

Heute ist es kaum mehr bekannt, ja kaum vorstellbar, dass William Wellmans 140 Minuten Epos der erfolgreichste Film des Jahres 1954 war und für 6 Oscars nominiert wurde. So versunken im Staub der Geschichte ist dieser Film, dass inzwischen weithin unbekannt ist, hier das Urbild des modernen Flugzeugkatastrophenfilms vor sich zu haben.

Auf einem Linienflug von Hawaii nach San Francisco bahnt sich mitten über dem Pazifik ein Unglück an, das Besatzung und Passagiere in eine Extremsituation bringt, die nach und nach die Abgründe der einzelnen Personen zu Tage fördert. Genau damit werden die 140 Minuten gefüllt: Ausführliche Einführung der Passagiere, Rückblenden auf ihre Vorgeschichte und Demaskierung ihrer Illusionen. Demgegenüber geben die sparsam eingesetzten Actionelemente nur den Hintergrund ab.

Heute wird der Film als John-Wayne-Film vermarktet, doch steht Wayne nicht so im Vordergrund wie üblich. Geradezu untypisch fügt er sich mit seiner Rolle als kriegstraumatisierter Kopilot ins Ensemble ein. Eher introvertiert und zurückhaltend agierend, verglichen mit den kantigen Westerncharakteren, für die er stand.

Was mich an dem Film interessiert hat, ist gerade sein exemplarisches Mainstreamschicksal. Die Gründe seines einstigen Erfolges sind auch die Gründe seiner heutigen Vergessenheit. Hier findet sich für jeden etwas, Action, Drama, Liebe und auch Komik. Alles kompetent und gefällig inszeniert. Aber nichts wird wirklich zum Äußersten getrieben, weder die Action, noch die psychologischen Abgründe. William Wellman wagt erstaunlich wenig, auch in Sachen Inszenierung. Wer THE HIGH AND THE MIGHTY mit dem zehn Jahre später entstandenen FLIGHT OF THE PHOENIX vergleicht, weiß, warum dieser so viel lebendiger in Erinnerung geblieben ist. 6/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 2 Januar 2013, 19:45:40
Gerade eben THE DAY gesehen.
http://www.ofdb.de/film/216244,The-Day---Fight-Or-Die (http://www.ofdb.de/film/216244,The-Day---Fight-Or-Die)

Und auch hier wieder mehr bekommen als erwartet.
Schönes Kammerspiel weniger Darsteller. Für mich ein sehr spannender und rundum gelungener Film mit einem unerwarteten Ende.
Zwar kein absolutes Highlight aber DEFINITIV eine Sichtung Wert und um Längen besser als der deutsche HELL.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 2 Januar 2013, 19:57:07
Zitat von: Eric nach  2 Januar 2013, 19:45:40
...mit einem unerwarteten Ende.


Oh ja, die Schuss-Sequenz ist herrlich badass.  :icon_cool:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 3 Januar 2013, 17:56:00
Jetzt war PITCH PERFECT an der Reihe.
http://www.ofdb.de/film/227684,Pitch-Perfect (http://www.ofdb.de/film/227684,Pitch-Perfect)

Und jeder, der jetzt an so ne Scheisse wie HIGHSCHOOL MUSICAL denkt liegt aber sowas von 100% FAAAAAAAALSCH
Der Film hat alles was man für einen netten Nachmittag braucht.
Tolle, unverbrauchte Darsteller, coole Songs und die Gags, ..., sie sind zwar spärlich gesetzt, zünden aber jedes mal perfekt!!
Alleine die Hauptdarstellerin kriegt von mir ne glatte 10/10.  Gott ist die süüüüüss.  :love:
Und zynisch ist die auch noch!
Also, wer mal nen coolen Film mit geiler Mucke und gaaaaanz Bösen zynischen Mädels sehen will, der ist hier bestens aufgehoben.
Der Film wandert definitiv als Blu ray ins Regal!! Natürlich ist die Handlung ab der 2. Minute absolut vorhersehbar, aber, ..., irgendwie war mir das vollkommen egal.
Und wer den ersten Joke von Fat Amy hört, der will gar nicht mehr abschalten.  :dodo:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 4 Januar 2013, 00:36:19
Gerade einen Klassiker das erste Mal gesichtet: Robocop (Blu Ray)

Wie so oft, wenn ich einem der älteren "Meilensteine" eine Erstsichtung gönne, habe ich subjektiv nicht unbedingt ein großes Meisterwerk gesehen - mir fehlt wohl entweder die Fähigkeit, oder auch der Wille, mich in die "damalige" Zeit zu versetzen und den Film entsprechend zu würdigen. Aber nun gut, mal zum Streifen selbst:
Das düstere Setting und die satirischen Spitzen sagten mir sehr zu. Die Nachrichten und Werbespots werten den Film klar auf, und auch der etwas zentralere Thema der Monopolisierung und Machtübernahme durch einen Großkonzern weiß zu überzeugen. Zusammen mit der Frage, wie viel Mensch noch in der Maschine steckt, sieht inhaltlich also alles richtig gut aus.
Mein Problem nun: Die inhaltlichen Aspekte gehen hin und wieder im Dauerfeuer unter - was okay wäre, würde wirklich was für's Auge geboten werden. Die undynamische Action (Gangster stehen rum --> Robocop schießt --> Gangster fallen blutig zu Boden) konnte mich jedoch nicht wirklich mitreißen. Zudem sind die Effekte von stark schwankender Qualität: Während Murphys Anzug und Maske gut gelungen sind, ist die Animation des großen Roboters doch eher ernüchternd.
Verkehrte Welt: Ein Actioner, der mich mehr mit dem Inhalt statt den Schauwerten begeisterte. 7/10

Nach dem Jahreswechsel gab's dann noch einige Filme im TV:

Little Miss Sunshine


Ein Feel-Good-Movie, welches mit Selbstmord, Tod und geplatzten Träumen nicht gerade Feel-Good-Themen behandelt. Dass dennoch eine locker-lustige Stimmung aufkommt, ist dem tollen Cast zu verdanken: Die verschrobenen Charaktere werden allesamt sympathisch verkörpert. Vor allem Steve Carell spielt toll auf. Kein Film für die großen Lacher oder Gefühlsdramen, sondern ein kleines, ehrliches Road-Movie. 7/10

Repo Men

Ein Film der verschenkten Möglichkeiten: Die Grundidee um den legalen Organhandel, bei dem zahlungsunfähige Kunden schlicht die lebensnotwendige Ware entwendet wird, hat wirklich viel Potenzial. Die dystopische Welt und ihre Regeln werden jedoch so schlampig eingeführt, dass man immer wieder mit einem Fragezeichen dasteht. Da der Streifen zudem lediglich zum Schluss hin ein paar Schauwerte auffahren kann, bleibt letztlich nicht viel, woran man sich erfreuen kann. 3/10

Sleepy Hollow


Ich sag's am besten gleich: Ich bin nicht der größte Burton/Depp-Fan. Von den bisher gesehenen Filmen ist dieser hier meine favorisierte Zusammenarbeit der beiden. Die düsteren Bilder versprühen allerlei Atmosphäre, und auch Depp legt eine schöne Vorstellung ab. Für meinen Geschmack werden die wichtigen Figuren jedoch etwas zu rasch eingeführt - die Orientierung und somit das Miträtseln fallen daher etwas schwer. Zudem bedient sich das Drehbuch einiger billilger Kniffe, um die Geschichte in die richtigen Bahnen zu lenken. Vor allem optisch und atmosphärisch ein schicker Streifen. 7/10

Sweeney Todd


Wie schon bei Sleepy Hollow überzeugte mich der düstere Look wiedermal mehr als der Inhalt. Die Darbietungen von Depp und Bonham-Carter gefallen, doch die oberflächlichen Nebencharaktere ließen mich völlig kalt (erfreuliche Ausnahme: Sacha Baron Cohen). Da die Songs mich vom Arrangement her meist nicht komplett mitreißen konnten, bleibt unterm Strich nur ein solides Musical. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 4 Januar 2013, 00:41:35
@ Teppi: Kennst du schon "Ed Wood"? Das ist mein persönlicher Favorit sogar in Burtons Gesamtwerk bisher.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 4 Januar 2013, 00:48:44
Zitat von: Stefan M nach  4 Januar 2013, 00:41:35
@ Teppi: Kennst du schon "Ed Wood"? Das ist mein persönlicher Favorit sogar in Burtons Gesamtwerk bisher.


Nein, außer den beiden oben Genannten kenne ich bisher nur "Alice im Wunderland" (welcher mir nicht wirklich zusagte) und "Dark Shadows" (welchen ich ganz nett fand). Edward, Ed Wood und Charlie fehlen also noch, wenn ich das richtig überblicke - die werde ich noch nachholen, da ich vom bisher Gesehenen aber halt nicht restlos überzeugt war, stehen die Werke auf der Prioritäten-Liste nicht ganz oben ^^
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 4 Januar 2013, 01:02:37
Zitat von: Teppi nach  4 Januar 2013, 00:48:44
Zitat von: Stefan M nach  4 Januar 2013, 00:41:35
@ Teppi: Kennst du schon "Ed Wood"? Das ist mein persönlicher Favorit sogar in Burtons Gesamtwerk bisher.


Nein, außer den beiden oben Genannten kenne ich bisher nur "Alice im Wunderland" (welcher mir nicht wirklich zusagte) und "Dark Shadows" (welchen ich ganz nett fand). Edward, Ed Wood und Charlie fehlen also noch, wenn ich das richtig überblicke - die werde ich noch nachholen, da ich vom bisher Gesehenen aber halt nicht restlos überzeugt war, stehen die Werke auf der Prioritäten-Liste nicht ganz oben ^^
"Alice im Wunderland" und "Dark Shadows" sind leider auch keine sonderlich gelungenen Burton-Filme. Da hast du dir auch gleich zwei seiner schwächsten, wenn nicht die schwächsten, ausgesucht.  ;) Mit "Sweeney Todd" konnte ich allerdings auch nicht sehr viel anfangen.

Von den noch fehlenden Burtons würde ich dir wirklich am ehesten "Ed Wood" empfehlen. Der basiert eben auf dem Leben einer realen Person und präsentiert ein umwerfendes Bild der 50er-Jahre. Das ist nicht immer wahrheitsgetreu und möglicherweise etwas beschönigend, aber außerordentlich herzergreifend und unglaublich gut gespielt. Für mich ist Johnny Depp in "Ed Wood" geradezu eine Oase der Ruhe innerhalb seiner filmischen Zusammenarbeit mit Burton. Nicht daß ich seine skurrilen Figuren in den anderen Burtons nicht mögen würde, aber wenn er dir da zu abgedreht und/oder außerweltlich war, so ist er als Wood bei all seinen Macken, die er hat, vergleichsweise bodenständig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 4 Januar 2013, 01:38:10
Da der angeblich "mieseste Regisseur aller Zeiten" eine interessante Geschichte vermuten lässt und ich Filme im 50'er Jahr Look generell sehr hübsch finde (damals hatten die Leute noch Stil ;->), wird dieses Werk von den verbleibenden Filmen der beiden wohl als nächstes gesichtet, ja.

Den berühmt-berüchtigten "Plan 9 from Outer Space" muss ich mir auch mal geben ^^
Wäre es ratsam, den Streifen vor "Ed Wood" zu gucken (weil womöglich Bezug darauf genommen wird)? Oder wäre es aus irgendwelchen Gründen vielleicht sogar andersrum besser?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 4 Januar 2013, 01:51:18
Zitat von: Teppi nach  4 Januar 2013, 01:38:10
Den berühmt-berüchtigten "Plan 9 from Outer Space" muss ich mir auch mal geben ^^
Der ist auch unbezahlbar naiv und komisch, aber wird natürlich zu Unrecht als der schlechteste Film aller Zeiten bezeichnet.

ZitatWäre es ratsam, den Streifen vor "Ed Wood" zu gucken (weil womöglich Bezug darauf genommen wird)? Oder wäre es aus irgendwelchen Gründen vielleicht sogar andersrum besser?
Nein, ich würde sagen, das ist egal. Ich bin über "Ed Wood" zu den Filmen des Regisseurs gekommen. Es kann aber amüsant sein, zuerst "Plan 9" (und dazu noch "Glen or Glenda" und "Die Rache des Würgers") zu schauen, um dann anschließend die Entstehung so mancher Szene in Burtons Film nachverfolgen zu können. :icon_mrgreen: Da die Dreharbeiten nur einen Teil von "Ed Wood" darstellen und im Mittelpunkt eigentlich die Beziehung von Wood und Lugosi bzw. die von Wood zu seinen "Frauen" stehen, ist das, glaube ich, nicht so wichtig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 4 Januar 2013, 01:57:31
Zitat von: Teppi nach  4 Januar 2013, 01:38:10
Den berühmt-berüchtigten "Plan 9 from Outer Space" muss ich mir auch mal geben ^^
Wäre es ratsam, den Streifen vor "Ed Wood" zu gucken (weil womöglich Bezug darauf genommen wird)? Oder wäre es aus irgendwelchen Gründen vielleicht sogar andersrum besser?


Also, Burton gibt sich grosse Mühe, die Szenen von "Plan 9" zu rekonstruieren. Insofern wäre es vielleicht ratsam, zuerst diesen Film zu sehen. Als ich "Ed Wood" zum ersten Mal sah, kannte ich "Plan 9" allerdings auch noch nicht. Ich wusste noch nicht mal, wer Bela Lugosi ist. :icon_redface: Gefallen hat mir der Film trotzdem unheimlich gut. Man muss nicht unbedingt alle Anspielungen verstehen, obwohl es den Film natürlich bereichert. Ich finde, "Ed Wood" ist der mit Abstand beste Burton. Da steckt wesentlich mehr dahinter als die phantasievolle Effekthascherei, der er in letzter Zeit leider immer häufiger zelebriert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 4 Januar 2013, 03:31:12
Ich habe erst Ed Wood gesehen und das mehrfach, Jahre später erst Plan 9. Ich finde nicht, dass es elementar wichtig für das Burton-Werk ist, den Streifen zu kennen, da es in dem Film schließlich auch um die anderen Werke von Ed Wood geht, in erster Linie aber um einen Regisseur, der sich nicht aufgegeben hat. Ein Bisschen Hintergrundwissen kann nicht schaden, aber der Filmgenuss hat sich bei mir auch ohne Sichtung von Ed Woods Opus eingestellt. Definitiv einer von Burtons persönlichsten Werken! In dem Film verarbeitet er auch seine Mentor-Schüler Beziehung zu Vincent Price, so wie Ed Wood Bela Lugosi anhimmelte!

Es macht auch sehr viel Spaß, erst die etwas aufpolierte Version zu sehen und sich dann dem Original hinzugeben. Ohne dieses Vorwissen hätte ich mir Plan 9 niemals angeschaut und den Regisseur als Deppen abgestempelt. Der Film zeigt, wenn natürlich auch arg romantisiert, was doch in diesem Regisseur gesteckt haben könnte.

Ansonsten Zustimmung an Stefan M: die letzten beiden Burton-Werke werfen nicht wirklich ein positvies Licht auf sein Schaffen. Beetlejuice, Vincent (kurz, morbide, und unheimlich toll), die Batmänner und Edward sind da schon eher Zeugnis für das visuelle Genie und auch erzählerisch mitreißend. Da sind Dark Shadows und Alice eher Mist gegen. Bin übrigens Burtonliebhaber, aber kein Fanboy. Also riskier ruhig einen Blick, Teppi!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 4 Januar 2013, 21:52:06
Zitat von: Teppi nach  4 Januar 2013, 00:36:19
Gerade einen Klassiker das erste Mal gesichtet: Robocop (Blu Ray)

Wie so oft, wenn ich einem der älteren "Meilensteine" eine Erstsichtung gönne, habe ich subjektiv nicht unbedingt ein großes Meisterwerk gesehen - mir fehlt wohl entweder die Fähigkeit, oder auch der Wille, mich in die "damalige" Zeit zu versetzen und den Film entsprechend zu würdigen. Aber nun gut, mal zum Streifen selbst:
Das düstere Setting und die satirischen Spitzen sagten mir sehr zu. Die Nachrichten und Werbespots werten den Film klar auf, und auch der etwas zentralere Thema der Monopolisierung und Machtübernahme durch einen Großkonzern weiß zu überzeugen. Zusammen mit der Frage, wie viel Mensch noch in der Maschine steckt, sieht inhaltlich also alles richtig gut aus.
Mein Problem nun: Die inhaltlichen Aspekte gehen hin und wieder im Dauerfeuer unter - was okay wäre, würde wirklich was für's Auge geboten werden. Die undynamische Action (Gangster stehen rum --> Robocop schießt --> Gangster fallen blutig zu Boden) konnte mich jedoch nicht wirklich mitreißen. Zudem sind die Effekte von stark schwankender Qualität: Während Murphys Anzug und Maske gut gelungen sind, ist die Animation des großen Roboters doch eher ernüchternd.
Verkehrte Welt: Ein Actioner, der mich mehr mit dem Inhalt statt den Schauwerten begeisterte. 7/10



Hatte mir letztens mal alle 3 Teile als Erstsichtung reingezogen und habe es ebenfalls nicht geschafft, die Genialität zu erkennen.
Im Großen und Ganzen schließe ich mich Deiner Meinung an, was Inhalt und Schauwerte betrifft. Wobei man an der technischen Umsetzung wohl nicht ganz mäkeln darf, ich glaube so viel Geld war da auch nicht im Spiel. Gestört hat mich, neben der von Dir erwähnten undynamischen Action, die drastische Gewaltdarstellung, welche irgendwie nicht passte. Für mich wirkte sie eher unfreiwillig komisch. Des weiteren fand ich die, oftmals sehr gelobte, menschliche Note Murphys zu wenig herausgearbeitet. Auch im zweiten Teil wurde es nur kurz eingebaut, was ich sehr schade fand, da dies eigentlich sehr interessant ist. Den Zweiten fand ich dann auch besser, weil noch mehr Satire, schwarzer Humor und Action, wobei auch hier der Roboter billig wirkte und glaube nicht dem Stand der Zeit entsprach. Der Dritte war auch ansehbar, nur war die Story doch sehr hirnrissig und Robocop wurde auch mehr zu einer Nebenfigur. Dazu noch die fehlende Härte auf PG-13-Niveau. Trotzdem kein totaler Reinfall, Spass gemacht haben alle 3. Vielleicht hätte ich sie nur auch mal früher sehen müssen um die Meilensteine darin zu erkennen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 4 Januar 2013, 22:00:25
Ich glaube die drastische Gewaltdarstellung ist von Verhoeven durchaus als satirische Übertreibung gedacht.  Der Bürotyp, den Ed-209 übertrieben "abduscht", kann davon berichten. Bei Murphys Tod ist das eher weniger der Fall, soll ja einer Kreuzigung gleichkommen. Aber hey, es gibt doch noch die R-Rated-Fassung, vielleicht gefällt die ja besser?

Robocop 2 und 3 werden übrigens nicht als Meilensteine bezeichnet, Teil 3 ist sogar absolut verhasst. ;) Schaut Euch mal die Bewertungen in der IMDb an.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 4 Januar 2013, 22:02:55
Ich empfehle dringend den Audiokommentar von P"lapperm"aul Verhoeven!

Natürlich ist die Gewaltdarstellung übertrieben, daran wird doch die ganze Unsinnigkeit deutlich. Wer kann den bei der Probevorführung nicht lachen, wenn da Milliarden von Geschossen in den Typen reinknallen!?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 6 Januar 2013, 00:26:32
Zitat von: MMeXX nach  4 Januar 2013, 22:02:55
Ich empfehle dringend den Audiokommentar von P"lapperm"aul Verhoeven!


Sehr gut möglich, dass mir so einige Motive und Gleichnisse entgangen sind. So las ich später bspw. von allerlei Anspielungen auf Jesus und dessen Auferstehung. Ändert aber alles an meiner subjektiven Wertung nichts, wenn ich sowas nicht selbst erkenne und mir erst im Nachhinein erklären lassen muss. Bei der Gewalt stimme ich indes zu, dass diese im Sinne der satirischen Überspitzung angebracht, wenn nicht sogar notwendig ist.

Nach meiner Robocop-Sichtung hatte ich Lust, noch ein paar weitere Klassiker zu gucken, welche ich vor (sehr) vielen Jahren das letzte Mal sah.

Starship Troopers


Einfach fantastisch, wie sich hier dauergrinsende Darsteller in ihrer naiv-verklärten Militär-Karriere in Windeseile nach oben arbeiten. Verstümmelte Lehrer und Vorgesetzte? Das hält hier keinen vom Traum der heldenhaften Kriegstaten ab! Klebriger Soap-Kitsch der Marke "wer mit wem" ist dabei das größte Problem, dem sich die jungen Rekruten konfrontiert sehen.
Verhoeven verkleidet seine erstklassige Kriegs- und Militär-Satire als poppiges Propaganda-Video, dem sicherlich so mancher auf den Leim geht. Womöglich nicht nur so mancher, sondern sogar jeder. Denn mal ehrlich: Wer erfreut sich trotz der bissigen Kritik denn nicht an den schicken Schauwerten (vor allem die Bugs sehen immer noch sehr gut animiert aus) und dem heroischen Gehabe - und schon hat uns Verhoeven erwischt. Im Gegensatz zu Robocop, wo mich die Masse der eher steifen Action-Szenen störte, gehören hier die spektakulären Schlachten klar zum Gesamtkonzept - man soll ja sehen, wie athletisch und souverän der aufstrebende Soldat sein Werk verrichtet.
Der knackige Gewaltgrad und die kaum zu übersehenden Überspitzungen (die Nachrichten sind mal wieder wunderbar) lassen indes keinen Zweifel daran, dass die oberflächlich präsentierte Propaganda nur Schein ist. Eine dank der glattpolierten Pracht ganz grandiose Satire. 9/10

Predator


Ein Haufen knüppelharter Kerle wird im Dschungel von einem überlegenen Krieger aufgerieben - das hätte eine wunderbare Demaskierung des "cooler Muskelprotz" Klischees werden können, wurde es aber nicht. Die Testosteron triefenden Kämpfer verhalten sie wie eh und je und lassen keine Tiefe zu. Naja, sei's drum: Kurzweilig ist das Ganze dennoch. Vor allem die langsame Enthüllung des kultigen und erstklassig gestalteten Aliens sowie das intensive 1-on-1 Finale wissen zu gefallen. Eine Aufwertung hätte es noch gegeben, wenn Arnie's Dutch weit vor Filmende das Zeitliche gesegnet hätte und Naturbursche Billy den Endkampf bestreiten hätte dürfen. Neben der ganz großen Überraschung über diesen Schritt wäre es auch logischer gewesen, dass eben jener Charakter einen solchen Kampf aufzieht. Naja, das traut sich halt niemand...
Ein guter Action-Streifen mit einem grandios gestalteten Gegner. 7/10

Das Ding aus einer anderen Welt

Carpenter hat hier ein intensives Horror-Erlebnis im ewigen Eis geschaffen. Die Abgeschiedenheit in der lebensfeindlichen Umgebung und der zwielichtige Umgang innerhalb der Gruppe sorgen für eine fantastisch finstere Atmosphäre. Besonders begeistert (allen voran angesichts des Entstehungsjahres) haben mich die Spezialeffekte: Die kreativen Monsterkreationen sind ein abartiges Fest fürs Auge. Leider fällt die Spannungskurve im eher enttäuschenden Finale etwas ab, weshalb ich "nur" bei nach wie vor sehr guten 8/10 lande.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 6 Januar 2013, 22:46:22
The Millennium Bug (2011)
Extrem niedrig budgetierter Horrorfilm der fuer mich ganz wunderbare 80er-Gefuehle weckte mit Miniaturen und vielen der Effekten.
Scheint ein Liebe/Hass-Film zu sein, ich wuerde ihn so bei 6/10 Punkten ansiedeln.
Hat mir definitiv Spass gemacht fuer ne einmalige Sichtung.

Deus Irae (2010, Kurzfilm)
Das sind einige der besten Minuten Horrorfilm die ich je sehen durfte.
Gebt dem Mann endlich Geld verdammt nochmal.
9/10 Punkten

Total Recall 2070: Machine Dreams (1999)
Hier hat aber jemand ordentlich Staub angesetzt.
Auch wenn er fast zehn Jahre juenger als das Schwarzenegger-Vehikel ist, so alterte er um einiges schlechter als der.
Trotzdem muss ich zugeben das ich mich ziemlich gut unterhalten fuehlte.
Michael Easton interpretation eines hartgesottenen Cops grenzt zwar immer ans Overacting, ist aber definitiv leicht ueberm Durchschnitt angesiedelt. Selbst ein paar namhafte Nebendarsteller haben sich eingefungen.
Auch fuehlte ich mich staendig eher an Blade Runner denn an Total Recall erinnert, was aber nicht unbedingt schlecht ist.
Fuer nen nostalgischen Trip zurueck gerade noch so geeignet, aber nicht wirklich was Aufregendes. Ganz knappe 5/10 Punkten.


Operation Mad Ball (1960)
Locker-leichte Komoedie die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Frankreich angesiedelt ist.
Jack Lemmon als Hogan ist einfach nur brilliant, ich hab wirklich Traenen gelacht.
Unbedingte Empfehlung, 8/10 Punkten.


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 7 Januar 2013, 12:10:39
Eine Mischung zum Jahresausklang + Start ins neue Jahr mit folgenden Erstsichtungen in Kurzform (länger bei einigen hoffentlich später) in chronologischer Reihenfolge:

Picknick am Valentinstag (http://www.ofdb.de/film/6321,Picknick-am-Valentinstag)
Schön verträumte Bilder, mit passendem Score und offenem Ende. Peter Weir, den merk ich mir! 8/10

The Grey - Unter Wölfen (http://www.ofdb.de/film/220664,The-Grey---Unter-W%C3%B6lfen)
Liam Neeson kantig-grantelig vor gleichsam atemberaubender wie tödlicher Landschaft. Wohlig-gewärmt mit Decke auf der Couch ein packendes Erlebnis. 7/10

Håkan Nesser: Das grobmaschige Netz (http://www.ofdb.de/film/140617,H%C3%A5kan-Nesser-Das-grobmaschige-Netz) (DF)
Standard-Krimi, der durch einen gut spielenden Hauptverdächtigen punkten kann und zudem Van Veeteren ganz ordentlich charakterisiert. 6/10

Con Air (http://www.ofdb.de/film/399,Con-Air)
Nicolas "Ich habe zwei Haarschnitte" Cage zusammen mit John "Ökolatschen" Cusack im action-geladenen Feuerwerk. Als Malkovich mich an Bord der Maschine begrüßt hat, ist dann auch tatsächlich der Groschen gefallen, wieso die Maschine/der Film so heißt, wie sie/er heißt. :viney: :icon_redface: 8/10

Operation: Broken Arrow (http://www.ofdb.de/film/287,Operation-Broken-Arrow)
Action top, Travolta amüsant-böse und glücklicherweise keine aufgesetzten Liebesszenen. 7/10

Dogma (http://www.ofdb.de/film/942,Dogma)
Ja, doch recht ironisch. Sehr kurzweilig und mir gefallendem Humor. 8/10

Weißer Terror (http://www.ofdb.de/film/47411,Wei%C3%9Fer-Terror)
Ernster Film mit gigantischem Shatner, starker Kamera und einem Haufen von Top-Autoren, die sich als Schauspieler versuchen. Ein faszinierender und stark empfehlenswerter Beitrag zum Thema Schwarze und Weiße! 8/10

Blood Runs Cold (http://www.ofdb.de/film/212807,Blood-Runs-Cold)
Auf Englisch gedrehter schwedischer Lowest-Budget-Horror, der dennoch mit zwei netten Stunts und ein paar blutigen Tötungen aufwarten kann. 5/10

Kim Novak badete nie im See von Genezareth (http://www.ofdb.de/film/112721,Kim-Novak-badete-nie-im-See-von-Genezareth) (DF)
Ein Film, mit dem man sich in die eigene Jugend katapultieren kann. Wenn man sich darauf einlässt. 7/10

Charles Beaumont: The Short Life of Twilight Zone's Magic Man (http://www.ofdb.de/film/236508,Charles-Beaumont-The-Short-Life-of-Twilight-Zone%27s-Magic-Man)
Dokumentation über das Leben des genialen Beaumont, dessen Leben jedoch durch eine (damals) nahezu unbekannte Krankheit ein zu frühes Ende gesetzt wurde. 6/10

Das Geheimnis des Dr. Z (http://www.ofdb.de/film/35578,Das-Geheimnis-des-Dr-Z) (Frz. Fassung)
Mein erster Franco und dann gleich so ein stimmungsvolles S/W-Noir-Krimi-Brett. Nette Atmosphäre und heiße Chicks. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 7 Januar 2013, 12:38:55
Ganz kurz meine Filme vom Wochenende:

Chernobyl Diaries
Für mich ein absolutes Ärgernis. Der Film hat mit der verlassenen Arbeiterstadt Pripyat, nahe des Unfallreaktors, eine atmosphärische und unverbrauchte Kulisse und macht daraus - genau, nix! Für diese abgedroschene Mutantenhatz hätte es auch jede Kiesgrube um die Ecke getan. Bis auf den halbwegs ordentlichen Anfang war das langweiliger Horror von der Stange.
3/10

The Hobbit - An unexpected Journey
Wie befürchtet gibt die Vorlage bei weitem nicht genug Stoff für einen monumentalen Dreiteiler, also hangelt sich der Film nach gemächlichem Beginn von Actionszene zu Actionszene und kommt dabei nie an die epische Größe der Ring-Trilogie heran. Das Highlight war erwartungsgemäß das Aufeinandertreffen von Bilbo und Gollum.
Nie langweilig, kein Episode I, aber insgesamt eine kleine Enttäuschung.
6/10

The Rum Diary
Als Kenner und Fan des Buches habe ich auch hier meine Schwierigkeiten den Film fair zu bewerten. Es wurden zentrale Figuren gestrichen, Beziehungen verändert und zum Ende hin weicht man komplett vom rumgetränkten Roman ab, um dem Zuschauer eine befriedigendes Ende zu spendieren.
Johnny Depp macht seine Sache als Alter Ego Hunter S. Thompsons erneut gut und auch der restliche Cast sorgt für gute Stimmung. Im Endeffekt ein unterhaltsames und leider zu harmloses Abenteuer vor Südseekulisse, dem der letzte Biss fehlt.
5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 7 Januar 2013, 16:10:33
Silver Linings - läuft aktuell fast unbemerkt im Kino, auch wegen des Schwachsinns, den Filmtitel in Englisch zu belassen. Jede schwachsinnige RomCom bekommt irgendeinen reißerischen Titel, hauptsache die Leute laufen rein, aber dieser großartige, so anstrengend (Einer von den 10 Besuchern ist tatsächlich während der Vorstellung raus gegangen) wie berührende Film, der wirklich das "Feel-good" verdient hat, wird miserabel vermarktet. Wunderschöne, unbemerkte Liebesgeschichte - wie im richtigen Leben. 9-10 Punkte - es wird nicht viele Filme geben, die dieses Jahr noch besser sind.

Die Straßen von San Francisco (1.Season) - Okay, dass ist ein wenig "Guilty pleasure", denn die Serie durfte ich damals als eine der ersten im Fernsehen sehen. Interessant, dass selbst die härtesten Stories mit einem Frauen-Serienmörder noch gefühlig herüber kommen, dank Knollennase Karl Malden und Jungspund Michael Douglas - insgesamt sehr 70er Jahre stylisch 7/10

Killer Cop - typisch martialischer deutscher Titel für einen seriösen frühen italienischen Polizeistreifen (1974), der sinngemäß "Die Polizei legt die Hände in den Schoss" heißt. Es geht um einen terroristischen Anschlag mit einer Verstrickung in höchste Kreise, klassischer auch politisch motivierter Stoff. Genial und für viele heutige Filme vorbildlich ist die knapp gehaltene und dennoch überzeugende Charakterisierung des Polizei-Kommissars. Allein die Szene, wie er am Fluss mit seiner Freundin sitzt, ist den gesamten Film schon wert. Sie reden über Bücher und sonstiges, bis er plötzlich auf die Uhr sieht und meint, es wäre schon spät. Was machen sie? - Er schmeißt sein Buch auf den Fahrersitz, bringt den Beifahrersitz zum Liegen, während sie ihr Höschen auszieht. Worauf sie sich schon mal hinlegt und er noch das Fenster hochkurbelt - alltäglicher, lockerer und sympathischer habe ich noch nie so eine Situation gesehen. Schwanke noch zwischen 8 und 9.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 8 Januar 2013, 11:15:23
Perceval le Gallois (http://www.ofdb.de/film/20457,Perceval)

Mein erster Rohmer. Und gar nicht so einfach. Basierend auf einem Text des 12. Jahrhunderts wurden hier literarische Vorlage, Musik und simple Kulissen zu einer Art Theater verbunden, die jedoch ganz klar filmische Mittel nutzt. Die meisten Darsteller in Doppel- bis Mehrfachrollen. Die Geschichte des einfältigen Perceval, der zum größten Ritter aller Zeiten wird, weiß trotz teils "ruhiger" Inszenierung zu fesseln, so dass die ca. 140 Min. zwar nicht immer wie im Flug vergehen, die ganze Sache jedoch auch durch linkischen Humor nicht zu behäbig voranschreitet. Definitiv etwas aus der Kategorie "Das haben sie noch nicht gesehen!". Es hat mich ein wenig an syberbergs Ludwig-Film erinnert. Jener war für mein Empfinden allerdings deutlich zäher. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 8 Januar 2013, 23:49:53
Zitat von: Bretzelburger nach  7 Januar 2013, 16:10:33
Silver Linings - läuft aktuell fast unbemerkt im Kino, auch wegen des Schwachsinns, den Filmtitel in Englisch zu belassen.


Mal davon abgesehen, dass er wirklich mies beworben wird: Was hätte man aus dem Titel denn machen sollen? Wenn ich an so manch üble Eindeutschung denke, bin ich ganz froh, dass man es (fast) beim Originaltitel belassen hat.

Neben "Jack Reacher" gab's in den letzten Tagen vor allem TV-Ware:

The Green Hornet


Eine mittelmäßige Comic-Verfilmung, die trotz ein paar Lachern (vor allem beim Zusammenspiel der beiden "Helden") nichts Besonderes zu bieten hat. Schon schade, dass Waltz für diesen Film verheizt wurde - zumal seine Figur und die Art, wie er sie verkörpert, eh nicht so recht in den Streifen passt. Immerhin wird zum Finale noch eine ganz ansehnliche Action-Szene aufgefahren. Im Endeffekt weder wirklich schlecht noch gut. 5/10

Date Night

Eine Komödie, die mich nicht ein einziges Mal zum Lachen brachte - die "Witze", durch die sich Carell und Fey auf ihrer nächtlichen Odyssee als vermeintliche Gangster quälen, kommen allesamt platt und vorhersehbar daher. Die ernsten Töne, welche anfangs bezüglich der festgefahrenen Ehe angedeutet werden, gehen ebenfalls gnadenlos unter. Für ein paar Schmunzler sorgen immerhin noch die größtenteils tollen Gastauftritte, allen voran Wahlberg und Franco/Kunis. In den Durchschnitt kann sich der Streifen damit aber nicht retten. 3/10

State of Play


Ein recht altmodisch, aber äußerst stilvoll gefilmter Thriller um die journalistische Aufarbeitung eines Politskandals. Trotz der äußeren Ruhe erzeugt der Streifen ein starkes Maß an Spannung - die Dialoge sind grandios geschrieben, und auch die Wendungen wissen zu überraschen. Darstellerisch sieht es dank Crowe und der tollen Supportriege auch bestens aus. Lediglich im Mittelteil wirken ein paar Ereignisse etwas überhastet - hier merkt man kurz, dass eine Mini-Serie die Vorlage lieferte. Davon abgesehen aber ein astreiner Politthriller. 8/10

Ein Quantum Trost

"Bond" kopiert "Bourne", was sogar ganz gut gelingt. Vor allem in der ersten Hälfte legt der Film ein unglaubliches Tempo vor (und das nicht nur bei den schwindelerregenden Schnitten): Im Minutentakt gibt es neue, exotische Schauplätze und rasante Action-Szenen zu bestaunen. Optisches Highlight ist dabei die kunstvoll geschnittene Sequenz in Bregenz. Der Antagonist blieb leider sehr blass, und auch der Aufbau einer angeblich riesigen Verbrecherorganisation, welche dann doch gar keine Rolle mehr spielt, wirkt eher unelegant. Dafür gibt's ein paar ungewohnt bissige Seitenhiebe gegen das Treiben der Geheimdienste. Da ich kein Hardcore-Bond-Fan bin (bei welchem dieser Film sicher böse durchfällt), wurde ich unterm Strich gut unterhalten. 7/10

Übrigens sehr schön, wie sich das Programm der öffentlich-rechtlichen (vor allem ZDF, welche z.B. "State of Play" und "Ein Quantum Trost" brachten) in letzter Zeit entwickelt hat.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 9 Januar 2013, 12:46:43
Zitat von: Teppi nach  8 Januar 2013, 23:49:53

Ein Quantum Trost



Noch nie so einen miesen Bond gesehen. Fürchterlich zerschnippelte Actionenszenen ("kunstvoll geschnitten", daß ich nicht lache: Bond startet ein Motorboot = 5 Schnitte  :viney:), keine sexy Frauen, keine Ironie, kein Gegenspieler (den Amalric möchte man doch eigentlich liebhaben). In Kürze werde ich alles aus dem Film vergessen haben, ist ja zum Glück nicht schade drum. Meine ganze Hoffnung ruht auf Skyfall, den ich nun um so mehr sehen will.


Sonnensucher (http://www.ofdb.de/film/24570,Sonnensucher)

Einer von Konrad Wolfs frühen Filmen, der damals über 10 Jahre lang verboten war (unklar, warum genau: zu kritisch? Geheimer Uranabbau?). Im Kern ein Propagandafilm im Bergbau-Milieu, versucht Wolf trotzdem, gleichzeitig mehrere Bälle in der Luft zu halten: Die Selbstfindung einer jungen Frau zwischen drei Männern, die unübersichtliche Lage des Jahres 1950, das Gären unter der verordneten deutsch-sowjetischen Freundschaft, der Widerspruch zwischen Parteidoktrin und Wirklichkeit. Stilistisch klar dem Neorealismus zugewandt, mit einigen eigenwilligen Kamera- und Schnittexperimenten (Match Cuts, eine längere POV-Sequenz). Das Ganze ist sicher kein Meisterstück, aber inhaltlich und formal weit über dem Durchschnitt damaliger Produktionen.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 9 Januar 2013, 13:10:56
Zitat von: ratz nach  9 Januar 2013, 12:46:43
Noch nie so einen miesen Bond gesehen. Fürchterlich zerschnippelte Actionenszenen ("kunstvoll geschnitten", daß ich nicht lache: Bond startet ein Motorboot = 5 Schnitte  :viney:)


Das "kunstvoll geschnitten" bezog sich klar auf die Sequenz in Bregenz. Und hier fand ich die schnellen Gegenschnitte zu dem Treiben auf der Bühne durchaus stilvoll. Dass manche Szenen ziemlich hektisch sind, stimmt schon - wirklich negativ fiel es mir jedoch nur bei der Bootszene auf (ich habe den Film das dritte mal gesehen und konnte nach wie vor nicht erkennen, was da genau passierte...) - ansonsten konnte ich der Action gut folgen (nicht zuletzt, da dies auf dem "kleinen" Fernseher leichter fällt als auf der großen Leinwand).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 9 Januar 2013, 15:39:43
ratz würde die Olga also von der Bettkante schubsen, so wie das Mark Wahlberg (Max Payne) und Timothy Olyphant (Hitman) bereits getan haben. Die Dame hat aber auch Pech!  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 9 Januar 2013, 16:18:10

Ja, der Marky, Tim und ich haben uns da verständigt, daß wir so ein farbloses Jehopse nicht wollen  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 9 Januar 2013, 16:21:35
Blaubarts achte Frau (OT: Bluebeard's Eighth Wife, USA 1938)

Schon nach einer Minute kommt Ernst Lubitsch zur Sache: Sex. Der amerikanische Multimillionär Brandon (Gary Cooper) spaziert in ein Kaufhaus an der französischen Riviera, um sich einen Pyjama zu kaufen. Ausgestattet mit einer hemdsärmeligen Was-kostet-die-Welt-Attitüde lässt er seine schlechte Laune an den Verkäufern aus, bis er auf Nicole de Loiselle (Claudette Colbert) stößt, die Tochter eines verschuldeten französischen Adligen, ebenfalls auf Pyjamasuche. Schon im Moment ihrer Begegnung geht's unverkennbar nur ums Schlafzimmer, obwohl beide nach außen hin sich gegenseitig triezen und für die eigenen Zwecke einzuspannen versuchen. Nicole sieht schon den reichen Ehemann und eine lukrative Scheidung vor sich, Brandon will seiner Sammlung von sieben Ehefrauen eine achte hinzufügen. Drehbuchautor Billy Wilder lässt nicht eine Minute locker, um alle bürgerlichen Moralvorstellungen von der Ehe subversiv zu unterminieren, der Käuflichkeit der Welt noch Zucker zu geben und am Ende, bezeichnenderweise in der Irrenanstalt, der romantischen Liebe doch noch zum Sieg zu verhelfen. Achtzig Minuten perfekt geschriebene, in jeder Hinsicht klassische Screwball-Comedy mit einem gut aufgelegten Hauptdarstellerpärchen.  8/10         
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: T3RROR nach 10 Januar 2013, 14:46:14
Einfach mal so gekauft - leider keinen "Schatz" endeckt dabei...

Basement Jack

(http://ecx.images-amazon.com/images/I/51KkufQjDBL._SL500_AA240_.jpg)

Irgendwie eine Mischung aus "Freitag der 13" u. "Halloween" - Leider keine sonderlich gute.

2,00/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 10 Januar 2013, 15:45:16
Haha, was hast Du denn bei DEM Cover erwartet?  :icon_mrgreen:

Edit:

"Blue in the Face"

Die Fortsetzung von "Smoke" steht dem Vorgänger in Sachen Skurilität in nichts nach, übertrifft ihn sogar. Wieder handelt der Film von alltäglichen, aber auch absurden Situationen in und um den Tabakladen von Auggie (Harvey Keitel). Rauchen und Leben sind die zwei Themenschwerpunkte in diesen menschlichen Momenten, welche mit allerlei spritzigem und pointiertem Humor gewürzt sind. Man fühlt sich erneut an Jarmush's Filme erinnert, bis der sogar nach ein paar Minuten höchstselbst mit Keitel seine letzte Ziggarette rauchen will. Herrlich!

Das Staraufgebot ist nicht zu verachten: neben Michael J. Fox und Madonna schaut auch Giancarlo Esposito vorbei.

Ein sehr sympathischer Film, der durch Improvisation überzeugt und unheimlich unterhaltsam ist, obwohl er so wunderbar unspektakulär ist. Nahe an den Menschen, den Rauchern und natürlich auch den Flausen, die einen zum Rauchen verleiten.

8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 12 Januar 2013, 00:27:35
Chronicle (Blu Ray)
Wozu bist du fähig - was wie ein dummer deutscher Titelzusatz anmutet, trifft's inhaltlich ganz gut: Wie weit würde man selbst wohl das Spiel mit Superkräften treiben? "Chronicle" geht dieser fesselnden Frage auf wunderbar lebensnahe Weise nach: Im nach wie vor frischen Found-Footage-Stil (welcher dank eines netten Kniffs jedoch keineswegs zu verwackelt daherkommt) verfolgt man drei Teenager, die telekinetische Kräfte entwickeln und nach anfänglichem Klamauk ihre Fähigkeiten ganz verschieden handhaben. Die mit albernen Späßen angereicherte erste Hälfte entzückt dabei ebenso wie die dramatische Zuspitzung zum Schluss hin, welche in einem starken Showdown mit wahrlich respektablen Schauwerten mündet (erst recht, wenn man das schmale Budget bedenkt). Vollendet wird der fantastische Gesamteindruck schließlich von den zwar unbekannten, aber dennoch gut aufspielenden Darstellern (Dane DeHaan hat den Film ja sogleich als Sprungbrett in den hochbudgetierten "Amazing Spiderman 2" genutzt). Action, Drama, Komödie - ein frisch-frecher und daher hochgradig unterhaltsamer Fantasy-Mix, der alle diese Genres homogen miteinander vereint. 9/10

Dank Lovefilm, welches ich derzeit ausprobiere, gab's zudem so manche Erstsichtung in letzter Zeit:

127 Hours (Blu Ray)
Danny Boyle legt in letzter Zeit einen tollen Film nach dem anderen ab, welche immer wieder durch ihre intensive Inszenierung punkten. Sein aktuelles Werk um einen verunglückten Kletterer ist da keine Ausnahme: Ob nun atemberaubende Landschaftsaufnahmen, die klaustrophobische Enge in der Felsspalte oder die fiebrigen Visionen - Boyle liefert allerlei berauschende Bilder. Francos Vorstellung ist ebenfalls fantastisch - vor allem im Finale leidet man förmlich mit. Lediglich auf emotionaler Ebene läuft's nicht komplett rund, da die Nebenhandlungen etwas unterentwickelt wirken. 8/10

Zudem wurden im eher bescheidenen Streaming-Angebot einige Filme auf meiner To-Do-Liste entdeckt:

Rango
Um diesen Film so abzufeiern, wie es viele tun, müsste man wohl großer Western-Fan und -kenner sein - bin ich dummerweise nicht. Die von mir erkannten Zitate hielten sich somit stark in Grenzen und stammten größtenteils nichtmal aus Western O_o Für mich blieb somit unter'm Strich ein sympathischer Animationsfilm, der mich persönlich jedoch nicht zu Freudenfesten animierte. Das gibt subjektive 6/10, wobei mir bewusst ist, dass andere sehr viel mehr in dem Film sehen können.

Dank der Empfehlungen hier (danke!) ebenfalls auf der Watchlist gelandet:

Ed Wood
Ich bin Filmen über's Filme drehen, welche mir zudem "historische Personen" näherbringen, generell zugeneigt (weshalb ich auch einer der wenigen war, die "Hugo Cabret" wunderbar fanden ;->) - vielversprechende Voraussetzungen also. Dank eines grandiosen Johnny Depps, welcher als naiver Traumwandler seine Wege im Filmbusiness findet (wie wahr das alles letztlich im Detail ist, ist dabei nur von sekundärer Bedeutung für mich), und des berauschenden Retro-Looks von Burton fällt auch die Umsetzung fantastisch aus. Ich hab' nun auf jeden Fall große Lust, mir die beiden im Film behandelten Streifen anzugucken. 9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 12 Januar 2013, 00:47:46
Zitat von: Teppi nach 12 Januar 2013, 00:27:35
Ed Wood
Ich bin Filmen über's Filme drehen, welche mir zudem "historische Personen" näherbringen, generell zugeneigt (weshalb ich auch einer der wenigen war, die "Hugo Cabret" wunderbar fanden ;->) - vielversprechende Voraussetzungen also. Dank eines grandiosen Johnny Depps, welcher als naiver Traumwandler seine Wege im Filmbusiness findet (wie wahr das alles letztlich im Detail ist, ist dabei nur von sekundärer Bedeutung für mich), und des berauschenden Retro-Looks von Burton fällt auch die Umsetzung fantastisch aus. Ich hab' nun auf jeden Fall große Lust, mir die beiden im Film behandelten Streifen anzugucken. 9/10
:respekt:

Schön, daß er dir gefallen hat. "Ed Wood" ist für mich so ein Alltime-Favorit, dem man in jeder Sekunde auch Burtons Liebe zum Filmemachen und seine tiefste Verbundenheit mit diesem vielleicht untalentierten, aber sehr sympathischen Kollegen ansieht, der selbst sein Herzblut für das Inszenieren seiner naiven Geschichte vergossen hat. Der Film packt mich immer wieder.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 12 Januar 2013, 15:56:15
Zitat von: Stefan M nach 12 Januar 2013, 00:47:46
[...] vielleicht untalentierten, aber sehr sympathischen Kollegen [...]


In dem Zusammenhang muss man meiner Meinung nach das wirklich schöne Zusammenspiel von Depp und Landau loben: Gäbe es diese starke Filmfreundschaft nicht, welche Wood auf gewisse Weise erdet, so hätte man ihn womöglich als verblendetes, opportunistisches Schlitzohr abgetan. So sichert er sich aber trotzalledem die Sympathien des Zuschauers.

Auch wenn ich schrieb, dass der Wahrheitsgehalt nicht allzu wichtig wäre: Ich musste dann doch mal herausfinden, ob Wood wirklich Orson Welles traf - war in Wahrheit nicht der Fall (was ich dem Film keinesfalls ankreide, es interessierte mich halt nur). Es war schon immer sehr schelmisch, wie sich Wood mit Welles in einem Satz nannte ^^
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 12 Januar 2013, 17:12:44
Zitat von: Teppi nach 12 Januar 2013, 15:56:15
Zitat von: Stefan M nach 12 Januar 2013, 00:47:46
[...] vielleicht untalentierten, aber sehr sympathischen Kollegen [...]


In dem Zusammenhang muss man meiner Meinung nach das wirklich schöne Zusammenspiel von Depp und Landau loben: Gäbe es diese starke Filmfreundschaft nicht, welche Wood auf gewisse Weise erdet, so hätte man ihn womöglich als verblendetes, opportunistisches Schlitzohr abgetan. So sichert er sich aber trotzalledem die Sympathien des Zuschauers.
Ja, es ist gerade die Freundschaft zu Lugosi, die Wood in sehr gutem Lichte erscheinen läßt. An sich ist er ja wirklich nicht immer ganz nett, gerade zu seiner Dolores, wenn er sie aus rein finanziellen Gründen von der versprochenen Hauptrolle zur unbedeutenden Nebenfigur degradiert, die in "Bride of the Monster" meiner Erinnerung nach am Ende tatsächlich nur diesen einen herrlich gekünstelten Dialog als Bürogehilfin hat und sonst nirgendwo im Film auftaucht. Aber die ganze Freundschaft Wood/Lugosi hat Burton konsequent - in jeder Szene, und sei sie noch so klein - mit einer unfaßbar starken, zu Herzen gehenden Sensibilität inszeniert. Wenn ich nur schon wieder davon rede, könnte ich mir "Ed Wood" erneut ansehen, obwohl die letzte Sichtung erst drei, vier Monate her ist.  ;)

ZitatAuch wenn ich schrieb, dass der Wahrheitsgehalt nicht allzu wichtig wäre: Ich musste dann doch mal herausfinden, ob Wood wirklich Orson Welles traf - war in Wahrheit nicht der Fall (was ich dem Film keinesfalls ankreide, es interessierte mich halt nur). Es war schon immer sehr schelmisch, wie sich Wood mit Welles in einem Satz nannte ^^
Burton hat sich für den Film auch einige Freiheiten genommen. Tor Johnson etwa kommt extrem tumb weg, in Rudolph Greys Interview-Biographie über Ed Wood, "Nightmare of Ecstasy", kommt er schon etwas vielschichtiger daher, der sich auch schon mal der Dreharbeiten verweigert hat, wenn Wood nicht flüssig war. Allerdings mag das auch erst nach "Plan 9 from Outer Space" vorgefallen sein. Im Vergleich von Woods Freundinnen kommt Dolores auch wesentlich schlechter weg als Kathy, die ja so ein liebes Mäuschen ist, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Da weiß ich nicht, ob Burton da die Wirklichkeit wiedergegeben hat. Als Hommage an einen besessenen Filmschaffenden funktioniert das alles allerdings einwandfrei.

Die von dir erwähnte imaginäre Begegnung mit Orson Welles erscheint für mich nur logisch, so oft wie Wood seinen Namen nennt und sich gern wegen der mannigfaltigen Funktionen, die er während seiner Filme erfüllt, mit ihm vergleicht. Außerdem bietet es Burton die Gelegenheit, durch den Mund von Welles das auszudrücken, was sich wohl jeder Regisseur wünscht: absolute Freiheit eines Regisseurs bei der Arbeit, seiner Herzensangelegenheit, ohne daß ständig irgendwelche Zweite, die bösen Produzenten etwa, dazwischenfunken.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 12 Januar 2013, 20:04:32
DIE WOLKE
http://www.ofdb.de/film/92915,Die-Wolke (http://www.ofdb.de/film/92915,Die-Wolke)

Wahnsinns Film!! Unglaublich gut, ..., erschreckend, ..., verstörend.

Von mir eine 9/10!!
Wer ihn gesehen hat weiss warum. Wer ihn noch nicht gesehen hat sollte dies schnellstens nachholen.

Habe mich selber vorhin gefragt warum genau dieser Film so lange Zeit an mir vorbei gegangen ist.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 14 Januar 2013, 00:01:06
Plan 9 from Outer Space

Wow, welch ein anderer Film bietet einem schon von Außerirdischen kontrollierte Zombies, die wie Vampire aussehen?!  :LOL:
Der Streifen ist an Dilettantismus kaum zu überbieten. Effekte, Darsteller und Story sind so dermaßen affig, dass man die gesamte Zeit über schelmisch schmunzeln, wenn nicht gar laut lachen muss. Besonders Banane ist die Einbindung alter Archivaufnahmen und der (Nicht-)Auftritt von Lugosi, welcher immer wieder für wunderbare Diskontinuitäten (allein die Tageszeit!) sorgt. Man muss Wood ja zugute halten, dass er Kritik an Krieg und Massenvernichtungswaffen üben wollte - die stumpfsinnige Art und Weise, wie das geschieht (Solar-Bombe, die Sonnenstrahlen explodieren lässt und somit das ganze Universum auslöscht :rofl:), ist aber einfach zum Schießen.
Ohne die voherige Sichtung von "Ed Wood" hätte ich wohl gar keinen Zugang zu dem Film gefunden, so fand ich diese Farce nun auf gewisse Weise sehr sympathisch. Eine Wertung ist unmöglich.

Adventureland

Ein wenig innovatives, aber herzerwärmend-ehrliches Coming-of-Age-Drama mit sehr sympathischen Darstellern. Vor allem Jesse Eisenberg gewinnt ganz schnell die Gunst des Zuschauers. Kristen Stewart spielt zwar auf dieselbe Weise wie immer (die Tiefschlaf-Vorstellung in "Snowwhite and the Huntsman" mal ausgeklammert), passt mit diesem verträumten Schlafzimmerblick aber richtig gut in ihre Rolle. Für den schnellen Lacher zwischendurch ist Bill Hader mit ein paar ziemlich verrückten Auftritten zuständig. Gewürzt mit einem tollen 80's-Soundtrack ergibt das unterm Strich eine gute Dramödie mit nostalgischem Flair (selbst wenn ich zu der Zeit, in der der Film spielt, noch nichtmal geboren war  :icon_mrgreen:). 7/10

Außerdem: Die ersten beiden Episoden von Sherlock geschaut. Fazit folgt nach dem Finale der ersten Staffel. Schonmal soviel: Bisher unterhält es mindestes auf demselben Level wie die Filme von Ritchie, wenn auch natürlich auf andere Art und Weise.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 14 Januar 2013, 17:37:33
Die beiden neueren, durchaus gelungenen US- bzw. US/UK-Komödien Brautalarm (http://www.ofdb.de/film/205403,Brautalarm) und Paul (http://www.ofdb.de/film/202000,Paul---Ein-Alien-auf-der-Flucht) verbindet ja auf den ersten Blick nicht so viel: Brautalarm eine stellenweise herrlich derbe Verhandlung des krassen Heirats/Hochzeitsgeweses der amerikanischen oberen Mittelklasse (gegen Ende knickt der Film dem Genre gemäß etwas ein), Paul eine typische Pegg/Frost-Nummer über SciFi- und Comic-Nerds, die einfach nicht erwachsen werden wollen und es zum Glück auch nicht müssen, da sie auf ein all zu menschliches Alien treffen...
Für mich (der ich die Saturday Night Sketche nicht kenne) die wichtige Entdeckung in beiden Filmen: Kristen Wiig!!  :love:

(http://wac.450f.edgecastcdn.net/80450F/screencrush.com/files/2012/04/KristenWiig1.jpg)

So etwa eine Mischnung aus einer großen Kelle Anke Engelke und einer kleinen Prise Ally McBeal: charismatisch, lustig, charmant (ob sie schauspielerisch was anderes kann als den verpeilten Thirtysomething, ist noch nicht klar, mir momentan aber auch egal  :icon_mrgreen:) - sie bildet in Paul das wirksame Gegengewicht zu Pegg und Frost und stiehlt ganz nebenbei dem Alien locker die Show, in Brautalarm spielt sie die neurotische Hauptrolle und ist einfach ... süß!

So und jetzt hör ich auf, das Ganze ist ja schon peinlich genug   :icon_rolleyes:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: psychopaul nach 14 Januar 2013, 23:38:07
Iwo, gar nicht, denn Bridesmaids ist großartig!


Und Paul habe ich(!) noch immer nicht gesehen..  :icon_redface:  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 15 Januar 2013, 00:23:37
Sherlock (Staffel 1)

Der Sprung in die heutige Zeit ist bestens geglückt: Das Setting im modernen London wirkt sehr erfrischend, und dennoch fühlen sich die Geschichten wie klassische Krimis an. Vor allem in Episode 1 und 3 kommt zudem die dunkle, manische Seite von Holmes schön zum Ausdruck; diese psychischen Abgründe stehen dem "Helden" sehr gut. Die Vorstellung von Cumberbatch passt ebenso wie die von Freeman perfekt zur Figur. Etwas irritiert war ich von der physischen Statur und dem Auftreten (schwächlich und verspielt) von Moriarty - man gewöhnt sich jedoch ganz schnell dran. Nachdem Episode 1 die Figuren fantastisch einführt, ist in Episode 2 ein klitzekleiner Hänger drin - zu action-orientiert, zu wenig Krimi und Charakterentwicklung. Episode 3 erfreut dafür wieder mit einem unglaublichen Tempo und stellt ein hochspannendes Staffelfinale dar (inkl. ganz gemeinem Cliffhanger). Insgesamt TV-Kost vom Allerfeinsten. 9/10

Lord of War

Eine fiese Satire über einen fiktiven Waffenhändler, für den wohl reale Vorbilder Pate standen. Die spritzige Inszenierung, die mit allerlei witzigen Ideen aufwartet, steht im starken Kontrast zu der Tragik des Dargebotenen - eine wirklich mitreißende und mutige Melange. Cage darf hier beweisen, dass er eigentlich mehr drauf hat, als sich für einen B- und C-Streifen nach dem anderen zu verschwenden, und sogar 30-Seconds-Sonnyboy Leto überzeugt. Ein gleichzeitig zynisch-humorvoller wie bedrückender Film mit Botschaft. 9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 15 Januar 2013, 05:10:13
Doomsday Book (Suedkorea, 2012)
Wow, wie die Suedkoreaner es immer wieder fertigbekommen so viele Genres gekonnt zu vermengen haut mich jedesmal vom Neuen vom Hocker.
Horror, Zombies, SF, Komoedie, Romantik, dazu ne gehoerig Portion schraeger Einfalle, ich war hin und weg.
Gibt 8/10 Punkten

The Day (2011)
Hatte Robo den nicht empfohlen?
Definitiv ein Volltreffer, schon laenger her das sowas kompromissloses und duesteres ueber die Leinwand flimmerte.
Endlich mal wieder ein Film bei dem man nicht irgendwann die Notbremse zieht, sondern man die Haerte und Inszenierungsweise ueber die komplette Laufzeit beibehaelt.
Sehr gelungen, gibt 8/10 Punkten

Dragon Lives Again (1977)
Einer der zahlreichen Bruce Lee-Klone, nix Besonderes denkt man.
Aber sobald man sich diese knappe Zusammenfassung hier durchliest, weis man schon das man ihn gesehen haben MUSS.
Aus der IMDB kopiert:
"It's one of the "Bruceploitation" films that were made to cash in on Bruce Lee after his death. The story follows Bruce Lee after he dies and ends up in Hell. Once there, he does the logical thing and opens a gym. After fending off the advances of the King Of Hell's naked wives, he discovers that the most evil people in Hell are attempting a takeover, so Bruce sets out to stop it. As if it wasn't weird enough, the evil people are: Zatoichi (the blind swordsman hero of Japanese film), James Bond, The Godfather, The Exorcist, Emmanuelle (the "heroine" of many European softcore porn films), Dracula, and, of course, Clint Eastwood (played by a Chinese guy). Aiding Bruce is The One-Armed Swordsman (hero of kung-fu films), Kain from the U.S. tv series, Kung-Fu (actually played by a Chinese guy this time), and Popeye the Sailor Man! Yes, Popeye the Sailor Man. He eats spinach and helps Bruce fight some mummies. "
Hier jagt wirklich ein WTF-Moment den naechsten.
Unbedingte Empfehlung fuer Trashfans, da bleibt kein Auge trocken.
7/10 Punkten (wobei ich aber wirklich in der Stimmung fuer so ein Vehikel von Film war)

Blast (2004)
Wer hat sich denn in den Kopf gesetzt Eddie Griffin wuerde sich gut als Actionheld machen?
Der hat doch einen an der Waffel.
Der Typ ist so gestelzt in den Actionszenen, da sind ja Seagal's Spaetwerke schon meisterlich dagegen.
Punkten dagegen kann der Film in den Explosionen und ein paar der Stunts, die sind teilweise wirklich gut geworden.
Hab mir den Film auf Universal HD aufgenommen, und man hat die Szene als Eddie ihnen den Mittelfinger zeigt unkenntlich gemacht, dafuer dringeblieben sind dann jedoch die ganzen brennenden Terroristen.  :00000109:
Ich geb so gnaedige 5/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 15 Januar 2013, 20:54:10
Das Boot (D 1981 (hier der DC  von 1997))

Obwohl über die Jahre schon x-mal gesehen, hat mich Wolfgang Petersens Kriegsfilm auch 2013 immer noch mitgerissen. Es gibt bis heute im deutschsprachigen Kino nichts aus diesem Genre, was auch nur in die Nähe von DAS BOOT kommt. Großartige Charakterzeichnung, außerordentliches dramaturgisches Verständnis und eine fantastische Besetzung sind für Petersen eben kein Beiwerk, sondern die Grundlage. Erst auf diesem Fundament kommen die äußeren Vorzüge des Film nämlich überhaupt zur Geltung: Die atemberaubend detailgenaue Ausstattung, die eben nicht im leeren Dokumentarismus endet sowie die grandiose Kameraarbeit und die seinerzeit vorzüglichen Spezialeffekte, die ebenfalls nicht zum Selbstzweck erstarren.

Historisch-politisch ist der Film naiv und in manchem auch verfehlt, das wurde ihm von Anbeginn besonders von der deutschen Kritik nicht unberechtigt vorgeworfen. Diese Angriffe beruhten aber oft auf völligem Missverstehen des Genres, ja der Möglichkeiten des Genres, letzten Endes aber wie immer wohl auf der damals wie heute bescheidenen Lage des deutschen Genrefilms überhaupt. Auf Produzenten- wie auf Kritikerseite.
9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 15 Januar 2013, 23:57:53
A Scanner Darkly

Ein Dick'scher Sci-Fi-Streifen, der gleich auf mehreren Ebenen fantastisch funktioniert: Einerseits als durchgeknallter (Anti-)Drogenfilm (allein die dämlichen Dialoge über fehlende Gänge am Fahrrad!), andererseits als düstere Dystopie einer von Sucht und Gesichtslosigkeit verseuchten Gesellschaft. Die intensive Konflikt um die eigene Identität punktet zudem mit einem wendungsreichen Schluss, der einige Haken schlägt. Manch einer möchte das vielleicht orientierungslos nennen - ich finde, dass dieser verrückte Mix perfekt zu den ebenso verrückten Figuren passt, auch wenn man manchmal etwas auf der Stelle tritt. Neben den starken Schauspielern ist das Sahnehäubchen schließlich der visuelle Stil, dessen Animationstechnik allein schon Grund zum Ansehen des Streifens ist (auch wenn der ein oder andere vielleicht ins "Uncanny Valley" stolpert). 8/10

Pandorum


Sci-Fi-Horror, der einiges an Potenzial verschenkt. Die (zugegebenermaßen nicht allzu neue) Geschichte um einen nicht gerade reibungslosen Flug zu einem erdähnlichen Planeten beginnt recht vielversprechend. Bald wird man aber mit dem primären Problem konfrontiert: Das alles andere als angsteinflößende Monster-Design (Space-Orks?!), Hätte man diese menschlichen Mutationen weggelassen und sich ganz auf die namensgebende Krankheit und die psychischen Spielchen konzentriert, wäre der Film mit seinem an sich stimmigen Setting sicherlich besser geworden - der gut gelungene Schluss mit seinen netten Wendungen ließe solche sinnlosen Hoffnungen zu. So bleibt es halbgarer Weltall-Horror mit ansprechenden Ansätzen.  Da guckt man lieber nochmal "Event Horizon" oder gleich "Alien". 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 16 Januar 2013, 16:58:33
Pro-Life (Masters of Horror, Season 2 Episode 5), USA 2006

Die künstlerische Wiederaufarbeitungsanlage Carpenter spuckt hier den zweiten Teil ihrer Recyclingprodukte fürs TV aus. Wie schon bei CIGARETTE BURNS zusammengeklitscht aus den Versatzstücken eigener und fremder Horrorfilme aus gottseligen, fernen Zeiten. Selbst für einen immerhin atmosphärisch halbwegs stimmigen TV-Horrorfilm wie CIGARETTE BURNS reicht es bei PRO-LIFE nicht.

Die zwei Grundideen des Drehbuchs, nämlich die dämonische Schwangerschaft eines Mädchens und die Belagerung der Klinik durch ihre Familie radikal-religiöser Abtreibungsgegner, wären eigentlich gar nicht übel, nähme John Carpenter sie auch nur einigermaßen ernst. Bis zu Minute 15 bemüht er sich immerhin um einen atmosphärischen Horrorfilm, danach wird sofort klar, hier geht's nur noch um oberflächliches Spektakel. Ab Minute 25 dämmert es, dass außer Trash nichts mehr zu erwarten steht und ab Minute 42 regiert der reine Ulk.

Schauspielerisch wie gewohnt mäßig, vielleicht mit der Ausnahme von Ron Perlman, ohne dessen Charisma in der Rolle des militanten Vaters dem Film wohl viel früher die Puste ausgegangen wäre. Das Drehbuch wurde von zwei anscheinend nerdigen Horrorfans geschrieben. Selbst denen war klar, dass man den Dämon nicht direkt zeigen durfte, wenn zumindest eine Horror-Atmosphäre gewahrt werden sollte. Aber John Carpenter ist eben kein ernsthafter Jungnerd, sondern Ex-Regisseur in einer Art geistigen Endstufe der wurstigen Selbstvertrashung. Also gibt's zum Lachen noch einen Mann im Monsterlatexanzug.
 
Eine ernsthafte Wertung erübrigt sich, aber für etwas Splatter und was zum Lachen, sowie einen Punkt für Ron Perlman, gebe ich 4/10 Trashpunkte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 16 Januar 2013, 23:04:18
The Escapist

Ein solider Gefängnis-Film, der mit schicker Zwei-Ebenen-Erzählstruktur (Planung und Durchführung des Ausbruchs werden von Beginn an abwechselnd gezeigt) überrascht. Der Mikrokosmos Knast weiß ohnehin fast immer eine fesselnde Wirkung auf mich zu haben - auch in diesem Fall, in welchem die Insassen ein von den Wachen beinahe völlig unberührtes, jedoch durch interne Machtstrukturen geregeltes Leben führen, ist das nicht anders. Leider erfährt man von den Figuren sehr wenig, was eine emotionale Bindung nicht gerade erleichtert. Diese gibt's lediglich zu Brian Cox, welcher vor allem in den starken Schlussminuten aus dem Vollen schöpft. Unter'm Strich ein ansehnlicher Knaststreifen. 6/10

Cloverfield

Der amerikanische "Godzilla" in gut: Das visuelle Grundkonzept ist klasse, auch wenn es selbst mir als Found-Footage-Fan hin und wieder ein klein wenig zu verwackelt war. Sicher, Logik oder eine ausgeklügelte Geschichte sollte man nicht suchen. Ist aber total egal, die Katastrophen-Atmosphäre kommt trotzdem bestens rüber. Dass man durch die eingeschränkte Perspektive gar nicht erst in die Verlegenheit kommt, sich an irgendwelchen Erklärungen zu probieren, ist ebenfalls von Vorteil. Wie schon bei "Chronicle" war ich auch hier regelrecht überrascht, was für starke Spezialeffekte man mit einem (in Relation zu Großproduktionen) doch eher bescheidenem Budget zaubern kann. Ein mitreißendes Monster-Movie, bei dem man mittendrin, statt nur dabei ist. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 18 Januar 2013, 15:13:00

Das Mädchen Rosemarie (http://www.ofdb.de/film/6204,Das-M%C3%A4dchen-Rosemarie)

Donnerwetter, da wurde ich doch aufs Angenehmste von einem frechen Film aus der muffigen Adenauerzeit überrascht: Die Geschichte des Straßenmädchens Rosemarie, das in der kapitalistisch überhitzten Wirtschaftswunderzeit eine phantastische Karriere hinlegt und sich als Geliebte ("Kokotte") diverser Wirtschaftsbosse bis in die höchsten Kreise schläft. Hier allerdings gerät sie in die Fänge eines Wirtschaftsspions und überschätzt dann doch ihr eigenes Vermögen, die Fäden in der Hand zu behalten... Das alles wird präsentiert vermittels eines höchst innovativen, immer unterhaltsamen Genrehybriden, der Satire, Drama, Musical und Lehrstück in sich vereint und überdies mit ausgesuchter Bildsprache und diversen Verfremdungseffekten nicht geizt. Und die Darsteller erst: Raddatz mit introvertiertem Charme, den er schon in Unter den Brücken hatte, Peters, Adorf und Fröbe in Nebenrollen, die Tiller als glänzende Hauptrolle.
Zur Premiere gab es mächtig Stress, und bis heute ist der Film zensiert - kann man auf Wikipedia nachlesen. Und offenbar ist er heute noch wenig genehm, nur so läßt sich der fehlende Ruhm erklären, der ihm eigentlich gebührt. Nochmal: Großartig!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 12:36:02
Dame, König, As, Spion (2011): Den fand ich ja mal unglaublich langweilig. Zwar ist der Film "handwerklich" toll gemacht, schön anzusehen und gut besetzt, aber die Handlung konnte bei mir nicht das geringste Interesse erzeugen. Die Story an sich schon (sonst hätte ich ihn ja nicht ausgeliehen), aber die Umsetzung (also die Art des Erzählens) ist grauenhaft und hat mich tatsächlich zum Einschlafen gebracht. Nach 60 Minuten hab ich ausgeschaltet. --> 2/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 13:25:31
Soso, 60 Minuten gesehen...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 14:01:09
Zitat von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 13:25:31
Soso, 60 Minuten gesehen...


Wenn mich ein Film furchtbar nervt und langweilt, sehe ich keinen Sinn darin, weiterzuschauen. Das wäre pure Zeitverschwenung und meine Zeit ist dafür zu kostbar.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 19 Januar 2013, 14:06:10
Versuch mal Argumente, da steht Blondie total drauf!  :D Also z.B., wie ist denn "die Umsetzung (also die Art des Erzählens)", die für Dich grauenhaft wurde?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 14:21:51
Zitat von: pm.diebelshausen nach 19 Januar 2013, 14:06:10
Versuch mal Argumente, da steht Blondie total drauf!  :D Also z.B., wie ist denn "die Umsetzung (also die Art des Erzählens)", die für Dich grauenhaft wurde?


Dafür fehlt mir echt die Zeit und Muße, Leute.  ;) Ich bin halt ein "Filmgucker", die "Filmanalyse" überlasse ich gerne anderen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 19 Januar 2013, 14:23:49
Ich kann mir schon vorstellen, dass die sehr ruhige Erzählweise den ein oder anderen abschreckt. Wenn man mit der Erwartung eines Spionage-Streifens herangeht, und dann eher das Psychogramm eines gealterten Agenten vorgesetzt bekommt, verstimmt einen das vielleicht. Was ich wiederum nicht nachvollziehen kann, ist, wie man einen nicht zu Ende geguckten Film bewerten kann ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 14:28:42
Zitat von: Teppi nach 19 Januar 2013, 14:23:49
Ich kann mir schon vorstellen, dass die sehr ruhige Erzählweise den ein oder anderen abschreckt. Wenn man mit der Erwartung eines Spionage-Streifens herangeht, und dann eher das Psychogramm eines gealterten Agenten vorgesetzt bekommt, verstimmt einen das vielleicht. Was ich wiederum nicht nachvollziehen kann, ist, wie man einen nicht zu Ende geguckten Film bewerten kann ;->


Diese Erbsenzählerei hätte ich jetzt nicht erwartet. :icon_neutral: Ich habe doch bereits die Gründe genannt, aus denen ich einen Film nicht zu Ende schaue (was fast nie vorkommt - aber in diesem Fall schon). Ich verstehe Deinen Standpunkt, aber ich sehe mich eben in erster Linie als Filmkonsument und habe nicht den Anspruch, umfassende Filmrezensionen von großer Bedeutung zu verfassen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 19 Januar 2013, 14:39:06
Zitat von: Dex nach 19 Januar 2013, 14:28:42
Diese Erbsenzählerei hätte ich jetzt nicht erwartet. :icon_neutral: Ich habe doch bereits die Gründe genannt, aus denen ich einen Film nicht zu Ende schaue (was fast nie vorkommt - aber in diesem Fall schon). Ich verstehe Deinen Standpunkt, aber ich sehe mich eben in erster Linie als Filmkonsument und habe nicht den Anspruch, umfassende Filmrezensionen von großer Bedeutung zu verfassen.


Nene, um den Anspruch einer langen Rezension ging es mir hier gar nicht (der Anspruch besteht in dem Thread hier so und so nicht, wie ich finde ;->). Ich finde es nur dem Film gegenüber "unfair", ihn nach 60 Minuten mit einer Endnote abzuwatschen - das setzt meiner Meinung nach schon den kompletten Film"genuss" voraus ;->
'Ne Deutschlehrerin ließt ja auch nicht nur 700 Wörter von deinem 1000 Wörter Ausatz und knallt dir dann deine Zensur runter - man kann zwar ziemlich genau vermuten, was da noch so qualitativ kommt, ganz sicher sein kann man sicher aber nicht ;->
Ergo: Fazit ohne vollen Film halte ich für fragwürdig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 14:48:04
Zitat von: Teppi nach 19 Januar 2013, 14:39:06
Zitat von: Dex nach 19 Januar 2013, 14:28:42
Diese Erbsenzählerei hätte ich jetzt nicht erwartet. :icon_neutral: Ich habe doch bereits die Gründe genannt, aus denen ich einen Film nicht zu Ende schaue (was fast nie vorkommt - aber in diesem Fall schon). Ich verstehe Deinen Standpunkt, aber ich sehe mich eben in erster Linie als Filmkonsument und habe nicht den Anspruch, umfassende Filmrezensionen von großer Bedeutung zu verfassen.


Nene, um den Anspruch einer langen Rezension ging es mir hier gar nicht (der Anspruch besteht in dem Thread hier so und so nicht, wie ich finde ;->). Ich finde es nur dem Film gegenüber "unfair", ihn nach 60 Minuten mit einer Endnote abzuwatschen - das setzt meiner Meinung nach schon den kompletten Film"genuss" voraus ;->
'Ne Deutschlehrerin ließt ja auch nicht nur 700 Wörter von deinem 1000 Wörter Ausatz und knallt dir dann deine Zensur runter - man kann zwar ziemlich genau vermuten, was da noch so qualitativ kommt, ganz sicher sein kann man sicher aber nicht ;->
Ergo: Fazit ohne vollen Film halte ich für fragwürdig.


Das mag richtig sein, aber die während es für den Schüler von großer Wichtigkeit ist, dass seine Klausur korrekt bewertet wird, ist doch meine persönliche Bewertung eines Films ziemlich irrelevant. Das kann man also kaum vergleichen.  :icon_smile: Darüber hinaus halte ich es schon für "fair", zu sagen: den Film finde ich so "kacke", dass ich ihn nun abschalte. Er hat seine Chance bekommen und das war's jetzt. So einfach ist das in meinen Augen. Da kommen wir wohl nicht auf einen Nenner.  :icon_cool:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Intergalactic Ape-Man nach 19 Januar 2013, 14:55:42
@ Dex: Es spricht dir sicher keiner deine Meinung ab. Eine nicht fundierte Punktwertung ist jedoch irreführend und sofern einem Wertungsschnitt beigefügt auch verfälschend. Auch im Internet sollte es Ehrensachen geben.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 Januar 2013, 14:59:18

Jetzt müllt wegen dieser Pappnase nicht den Thread zu. Euch ist wohl langweilig  :icon_evil:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 15:01:37
"Pappnase" ... einfach zum Kopfschütteln was manche hier abziehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 Januar 2013, 15:07:30

@Pappnase:: Hast Du keine Hausaufgaben?

Ein Filmforum ist dazu da, Filme zuende zu schauen und diese dann etwas ausführlicher zu besprechen, als nur hinzurotzen, ob sie einem gefallen haben oder nicht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 15:18:47
Muss das nun alles sein?

Wie sich Dex hier nun beteiligt, ist ja nun seine Sache und es gibt hier hunderte User, die eben nur mal ihre Meinung kurz wiedergeben wollen. Ich beurteile auch nichts, was ich nicht wirklich gesehen habe bzw. vergebe dafür ne Note, finde ich also auch nicht doll. Trotzdem muss man nicht gleich beleidigend werden, wobei man auch nicht gleich "Erbsenzählerei" vorwerfen muss, wenn es mal etwas in die Vollen geht. Warum nun "manche" was "abziehen", obwohl eigentlich nur ratz sehr direkt wurde, verstehe ich aber auch nicht.

Aus einem 19 jährigen kann auch in einem Filmforum über die Jahre jemand werden, der etwas mehr Spaß daran hat, in die Tiefe zu gehen. Das aber gleich abzuwehren, weil er eben nicht die Einstellung hat, die hier viele andere haben, finde ich so auch nicht okay. Ich war 17, als ich mich hier registrierte und da entsprach ich auch ganz und gar nicht dem, was der Großteil des Forums gerne gesehen hätte. Gebt ihm ne Chance.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 19 Januar 2013, 15:29:55
"Shock"

Sehr überzeugender Bava-Grusler, komprimiert auf drei handelnde Figuren (Vater, Mutter, Sohn) und dem Geist des Ex-Mannes der Mutter, der sich in ihrem Sohn zu manifestieren scheint. Auch die Schauplätze sind sparsam: Das Anwesen der Familie ist quasi einziger Handlungsort, und dort gehen mysteriöse Dinge vor sich, wie Gegenstände, die sich von selbst bewegen, während die Frau langsam den Verstand verliert. Der Plot gibt nicht viel her, dafür funktioniert - wie bei Mario Bava ("Red Wedding Night", "Im Blutrausch des Satans") üblich - viel über die Stimmung. Da geht er nach langsamer Auftaktphase sehr bald aufs Ganze, serviert in schöner Regelmäßigkeit halluzinatorische Sequenzen und kleine Schocks. Überflüssige Handlungsfüllsel gibt es wenige, das Finale liefert nicht ganz unbekannte Bilder, aber ist dennoch von einem hohen Wirkungsgrad, Daria Nicolodi spielt, als ginge es um ihr Leben und ihr hackfressiger Sohnemann ist ein schlimmes Kinderexemplar, das aber ganz gut den Psycho raushängen lassen kann. Für die Musik ist die Band Goblin zuständig, die mit ihren angedeuteten Rock-Klängen wie bei Argento für so manch irritierenden Moment sorgt, das wahre Prunkstück auf der Tonspur ist aber die oftmals leise im Hintergrund eingespielte Spieluhrmelodie. Empfehlenswerter Film der alten Schule. Bava wußte halt, wie es ging, auch noch kurz vor seinem Tod. 7/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 19 Januar 2013, 16:13:44
Dex kann das machen wie er will. Sehe ich auch so. Andersrum können andere User auch darauf hinweisen, dass es recht uninteressant ist, eigentlich irrelevante Bewertungen und Meinungen in einem Filmforum zu posten, ohne sie etwas zu füllen. Ist eben nicht nur ein Filmkonsumentenforum, sondern in erster Linie ein Gemeinschaftsforum rund um das Hobby "Film und Kino". Beleidigungen sind aber auf beiden Seiten nicht nötig. Chillax allerseits.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 19 Januar 2013, 18:05:45
Zitat von: Stefan M nach 19 Januar 2013, 15:29:55ihr hackfressiger Sohnemann ist ein schlimmes Kinderexemplar, das aber ganz gut den Psycho raushängen lassen kann.

:icon_lol:

Aber die Beschreibung des Films hat mich jetzt sehr neugiereig gemacht! *notier*




@ratz:
Bitte neue User nicht zu hart rannehmen. :nono: ;) EDIT: Und hingerotzt war sein Posting ja nicht, er hat einige Punkt angesprochen. und von der Länge her ist das für diesen Thread auch in Ordnung. /EDIT

@Dex:
Bitte Filme bis zu Ende schauen. :D EDIT: Oder willst du Ärger mit Gary Oldman kriegen?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 20:13:02
@ratz:

Zitat@Pappnase:: Hast Du keine Hausaufgaben?

Ein Filmforum ist dazu da, Filme zuende zu schauen und diese dann etwas ausführlicher zu besprechen, als nur hinzurotzen, ob sie einem gefallen haben oder nicht.


1. Deine Beiträge sind total unverschämt.  :wallbash:
2. Ich habe sehr wohl in meinem Beitrag deutlich gemacht, aus welchen Gründen mir der Film nicht gefallen hat - ich habe nichts "hingerotzt".
3. Wenn Du jetzt beleidigt bist, weil ich das hohe Niveau des Threads versaut habe bzw. diesem nicht gerecht werde, ihn "zumülle" und "vollrotze" - nicht mein Problem. Nur deine Meinung.
4. Falls es hier eine Art "Ignore-List" gibt, weiß ich, wer zuerst darauf landet. Das ist ja ungeheuerlich, was Du hier ablieferst.

@Mr. Blonde:

ZitatAus einem 19 jährigen kann auch in einem Filmforum über die Jahre jemand werden, der etwas mehr Spaß daran hat, in die Tiefe zu gehen. Das aber gleich abzuwehren, weil er eben nicht die Einstellung hat, die hier viele andere haben, finde ich so auch nicht okay. Ich war 17, als ich mich hier registrierte und da entsprach ich auch ganz und gar nicht dem, was der Großteil des Forums gerne gesehen hätte. Gebt ihm ne Chance.


Jetzt aber mal langsam: Ganz abgesehen davon, dass ich Dir für Dein Posting und Deine Inschutznahme danke:

- ich habe mich hier keinesfalls angemeldet, um mich von Anfang an darüber belehren und aufklären zu lassen, wie man Filme zu schauen und zu bewerten hat. Ich muss nicht "jemand werden" oder eine "Chance bekommen". Komm schon, das klingt doch wirklich arg albern.

- ich finde es schon recht abenteuerlich, was hier aus meinem Alter und einem (!) verfassten Beitrag geschlossen wird. Gibt es hier irgendwelche Vorurteile gegenüber unter 20 Jährigen? Werden diese generell für geistig eingeschränkt gehalten? Oder wie? Ich kann mir schon denken, was Du erwartest: einen 19 Jährigen, der auf "Fast & Furious" und "Transformers" steht, ansonsten aber nicht viel mitbekommt. Da liegst Du falsch.

@pm.diebelshausen:

ZitatDex kann das machen wie er will. Sehe ich auch so. Andersrum können andere User auch darauf hinweisen, dass es recht uninteressant ist, eigentlich irrelevante Bewertungen und Meinungen in einem Filmforum zu posten, ohne sie etwas zu füllen. Ist eben nicht nur ein Filmkonsumentenforum, sondern in erster Linie ein Gemeinschaftsforum rund um das Hobby "Film und Kino". Beleidigungen sind aber auf beiden Seiten nicht nötig. Chillax allerseits.


Ich habe mit den Beleidigungen nicht angefangen. Ich wusste auch nicht, dass es hier (offenbar) eine Gesinnungsdiktatur gibt. Auf welche Art und Weise ich Filme konsumiere und bewerte, bleibt doch wohl mir überlassen. Ansonsten stimmte ich Dir in allen Punkten zu. Danke.  :respekt:

Und jetzt:

Rückkehr zum einzig Wesentlichen - dem Bewerten von Filmen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 20:24:10
Eigentlich dachte ich ja, ich hätte mich lieb und nett ausgedrückt.

Zitat- ich habe mich hier keinesfalls angemeldet, um mich von Anfang an darüber belehren und aufklären zu lassen, wie man Filme zu schauen und zu bewerten hat. Ich muss nicht "jemand werden" oder eine "Chance bekommen". Komm schon, das klingt doch wirklich arg albern.


Natürlich brauchst Du hier eine Chance, was Du ja daran erkennst, dass Du sofort mit Deinen Beträgen angeeckt bist. Wenn Du halt anecken möchtest, kannst Du natürlich so weitermachen, aber dann wird Dir auch von entsprechenden Usern, und damit meine ich nicht mich, keine Chance gegeben, sondern immer mal wieder gestichelt.

Albern finde ich es eher, dass Du glaubst, dass Du keine Chance bräuchtest, aber vielleicht kennst Du Dich hier ja besser aus.  :icon_lol:

Und wenn Du Dich nicht belehren lassen willst, dann ignoriere doch einfach. Das sind ja alles nur Vorschläge und die musst Du doch nicht umsetzen.

Zitat
- ich finde es schon recht abenteuerlich, was hier aus meinem Alter und einem (!) verfassten Beitrag geschlossen wird. Gibt es hier irgendwelche Vorurteile gegenüber unter 20 Jährigen? Werden diese generell für geistig eingeschränkt gehalten? Oder wie? Ich kann mir schon denken, was Du erwartest: einen 19 Jährigen, der auf "Fast & Furious" und "Transformers" steht, ansonsten aber nicht viel mitbekommt. Da liegst Du falsch.


Was wurde denn aus Deinem Alter und Deinen Beiträgen geschlossen? Du hast doch selbst gesagt, dass Du keine Lust hast, Dich tiefergehend mit Filmen zu befassen. Ich habe lediglich behauptet, dass sich das ja mit den Jahren ändern könnte. Und selbst Du den ganzen Tag Transformers und TFATF gucken würdest, ist mir doch egal und derartiges behaupte ich auch gar nicht. Und natürlich kannst Du Dir gar nicht denken, was ich erwarte, weil Du mich gar nicht kennst, so wie ich Dich nicht kenne.

Ich gehe bei jedem Menschen, der sich in einem Filmforum anmeldet, erstmal davon aus, dass er an Filmen interessiert ist und auch darüber diskutieren will, sonst könnte er ja auch einfach hier nur als Gast mitlesen. Ansonsten denke ich gar nichts von Dir, außer, dass Du halt Filme bewertest, die Du nicht ganz gesehen hast.  :icon_mrgreen:

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 19 Januar 2013, 20:38:46
Zitat von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 20:24:10
Eigentlich dachte ich ja, ich hätte mich lieb und nett ausgedrückt.

Zitat- ich habe mich hier keinesfalls angemeldet, um mich von Anfang an darüber belehren und aufklären zu lassen, wie man Filme zu schauen und zu bewerten hat. Ich muss nicht "jemand werden" oder eine "Chance bekommen". Komm schon, das klingt doch wirklich arg albern.


Natürlich brauchst Du hier eine Chance, was Du ja daran erkennst, dass Du sofort mit Deinen Beträgen angeeckt bist. Wenn Du halt anecken möchtest, kannst Du natürlich so weitermachen, aber dann wird Dir auch von entsprechenden Usern, und damit meine ich nicht mich, keine Chance gegeben, sondern immer mal wieder gestichelt.

Albern finde ich es eher, dass Du glaubst, dass Du keine Chance bräuchtest, aber vielleicht kennst Du Dich hier ja besser aus.  :icon_lol:

Und wenn Du Dich nicht belehren lassen willst, dann ignoriere doch einfach. Das sind ja alles nur Vorschläge und die musst Du doch nicht umsetzen.

Zitat
- ich finde es schon recht abenteuerlich, was hier aus meinem Alter und einem (!) verfassten Beitrag geschlossen wird. Gibt es hier irgendwelche Vorurteile gegenüber unter 20 Jährigen? Werden diese generell für geistig eingeschränkt gehalten? Oder wie? Ich kann mir schon denken, was Du erwartest: einen 19 Jährigen, der auf "Fast & Furious" und "Transformers" steht, ansonsten aber nicht viel mitbekommt. Da liegst Du falsch.


Was wurde denn aus Deinem Alter und Deinen Beiträgen geschlossen? Du hast doch selbst gesagt, dass Du keine Lust hast, Dich tiefergehend mit Filmen zu befassen. Ich habe lediglich behauptet, dass sich das ja mit den Jahren ändern könnte. Und selbst Du den ganzen Tag Transformers und TFATF gucken würdest, ist mir doch egal und derartiges behaupte ich auch gar nicht. Und natürlich kannst Du Dir gar nicht denken, was ich erwarte, weil Du mich gar nicht kennst, so wie ich Dich nicht kenne.

Ich gehe bei jedem Menschen, der sich in einem Filmforum anmeldet, erstmal davon aus, dass er an Filmen interessiert ist und auch darüber diskutieren will, sonst könnte er ja auch einfach hier nur als Gast mitlesen. Ansonsten denke ich gar nichts von Dir, außer, dass Du halt Filme bewertest, die Du nicht ganz gesehen hast.  :icon_mrgreen:




Ich hatte geschrieben, dass ich in erster Linie ein Filmkonsument sei, was ja nicht ausschließt, dass ich mir über Filme tiefergehend Gedanken mache. Das ist Unsinn. Ich hatte das doch nur Bezug nehmend auf die Aufforderung, ich solle das Ganze näher ausführen, geschrieben. Damit wollte ich nur Folgendes zum Ausdruck bringen: wenn ich sage, dass mich die Art des Erzählens gelangweilt hat, dann ist das in meinen Augen ausreichend. Ich gehe nur dann näher darauf ein, wenn ich es für nötig halte. Ich finde es also folglich nicht richtig, dass Forum-User einen neuen User für "inkompetent" halten, weil dieser nur mal eben eine Kurzrezension verfassen wollte.

Das mit der "Chance" finde ich nur albern, weil wir uns hier in einem Internetforum befinden - das darf man in meinen Augen nicht überbewerten. Ich verhalte mich hier stets ruhig und normal, wollte niemandem etwas, wurde aber blöd angemacht (siehe ratz). Wenn mir das zu blöd wird, dann besuche ich dieses Forum halt nicht mehr. So einfach ist das. Schade wäre es zwar, wenn man so vertrieben wird, aber das habe ich nicht nötig.

Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen. Ich kenne Dich nicht, Du mich nicht. Ich sehe das auch alles ganz locker, weiß gar nicht, wo das Problem liegt. Ich sehe aber nicht ein, dass man mich wie einen Idioten behandelt, der "erst noch lernen muss".  :icon_confused:

Und nochmals: Ich hatte bewusst überspitzt formuliert. Ich bin keineswegs "nur" Filmkonsument, Filme sind für mich eine Leidenschaft.
;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 21:00:39
Na gut, dann vergessen wir das und hoffentlich gibts nicht wieder Zank.

Fitzcarraldo:

Jaja, ich weiß...

Ein bildgewaltiges Epos, mit wunderbarer Musikuntermalung. Meinen Respekt für Herzog, dass er die Natur und Kinski für den Film bändigen konnte. Gelohnt hat sich das zweierlei: zum einen sind die Naturaufnahmen und die Schiffszenen wirklich beeindruckend, gerade, als es über den Berg gehieft wird, zum anderen kann ich mir keinen Jason Robards in dieser Rolle vorstellen. Herzog allerdings auch nicht, der ja eigentlich selbst den Fitzcarraldo geben wollte. Nee, nee, die Besessenheit und Leidenschaft war schon eher was für Kinski, obwohl er auch hier zum großen Teil ruhig und sympathisch schauspielert. Den "Irren", sucht man hier vergeblich. Man merkte schon, dass Kinski von der Thematik gebannt und in sie verliebt war. Wie kann man das auch nicht? Ruhig und verträumt spielt er oft und das ist ja auch die Geschichte eines hoffnungslosen Träumers. Das, was ich von Testaufnahmen sah, also Jagger und Robards auf der Kirche, überzeugte mich nicht. Dem Kinski glaubte ich, dass er eine Oper bauen wollte.  :icon_lol:

Atmosphärisch ist das auch alles ganz stark. Traumhafte Landschaftsaufnahmen, mal wunderschön, mal bedrohlich musikalisch untermalt und die Sequenz, als die unsichtbaren Ureinwohner ihren Gesang und die Trommeln sprechen lassen, während Fitzcarraldo mit Caruso und dem Grammophon dagegenhält, ist wunderschön und hochspannend zugleich! Irgendwie fühlte ich mich oft an Apocalypse Now oder einen Leone-Film erinnert. Ganz großes Kino und für mich das Sahnestückchen der Kollaboration von Kinski/Herzog.

9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 19 Januar 2013, 21:58:57
Nochmal an Dex: schau mal, die allermeisten User haben ja noch gar nichts zu Dir gesagt, eine "Gesinnungsdiktatur" oder auch nur eine Einigkeit in der Meinung zu Filmen oder auch nur der Meinung bezüglich dieses Forums kann nun wirklich keine Rede sein. Ist immer schwierig, wenn wer neu kommt - das ist auch so ein Gruppending - und manchmal wird es einem schwer gemacht (wie ich auch finde in diesem Fall unnötig schwer und scharf geschossen). Aber das sind wirklich nicht alle hier und außerdem kann man es mit Wohlwollen auch als Grenzen testen verstehen_ mal sehen, was das für einer ist und was kommt, wenn man etwas provokant nachhakt. ("Erbsenzählerei" kam aber auch nicht wirklich gut, vielleicht war das ja doch der Auslöser.)

Ich sag mal, schön, dass hier einer kommt, der sich auszudrücken weiß, die Rechtschreibung beherrscht und zudem auch noch von Anfang an die Groß-/Kleinschreibung um Forum beherzt. Das vergisst man dann schnell, wenn man sich gerade auf ihn einschießt.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 Januar 2013, 22:21:42
Zitat von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 21:00:39

Na gut, dann vergessen wir das und hoffentlich gibts nicht wieder Zank.



Sehr gerne, Pappnäschen scheint sich ja in den Schlaf geweint zu haben...


Jaja, ich hör jetzt auf  :icon_mrgreen: sonst komme ich noch auf die INGORE-LISTE!!!!

Zitat von: Mr. Blonde nach 19 Januar 2013, 21:00:39

Fitzcarraldo:



Wahrscheinlich frage mit Dir auf dem Kinski-Kreuzzug genau den Falschen  :icon_mrgreen:, aber: Wenn der K. nun ausgerechnet jemand Nicht-Verrückten spielt, ist man dann als Zuschauer, gerade aus heutiger Perspektive und mit Mein liebster Feind im Hinterkopf, nicht gerade deswegen ständig auf der Suche nach dem Aufblitzen des Wahnsinns in seinen Augen? Ich jedenfalls tu mich ein bißchen schwer damit, K. in Fitzcarraldo als ganz normalen, ernstzunehmenden Schauspieler zu sehen, ich bewundere quasi vielmehr die ganze Zeit, daß er es schafft, nicht auszuticken.
Ansonsten muß ich leider gestehen, daß noch keiner der 4 oder 5 von mir gesehenen Herzog-Fiilm mich so richtig gepackt hat, weiß auch nicht, warum  :icon_neutral: Stroszek war aber ziemlich gut, und Woyzeck will ich auf jeden Fall noch sehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 19 Januar 2013, 23:34:07
Nachdem mich letztens "Lord of War" erneut entzückt hat, gab's heute einen Andrew Niccol Abend:

Gattaca

Eine der bodenständigsten und daher besten Zukunftvisionen, die ich bisher in Filmform gesehen habe. Die Thematik um die Gen-Manipulation wirft sehr interessante moralische Fragen auf und versteht sich sogleich als Plädoyer für Menschlichkeit. So ist es nur logisch, dass der Streifen sehr ruhig sowie schnörkellos inszeniert ist und sich somit voll auf seine schlüssige Story und die fantastischen Figuren konzentrieren kann. Optisch wird dank den stilvollen Sets und der konsequentn Ocker-Farbpalette dennoch genügend geboten. Gleichzeitig Utopie sowie Dystopie und genau wegen dieser Ambivalenz ein grandioser Streifen. 9/10

In Time

Zeit als universelle Währung - "In Time" lebt von seinem frischen und hochinteressanten Setting. Die intensive Grundidee bietet den Rahmen für eine bedrückende Zukunftsvision, deren satirisch überhöhte, per Holzknüppel ausgeteilte Gesellschaftskritik zwar wenig subtil, aber dennoch kraftvoll daherkommt. Gekleidet wird diese Dystopie in ein optisch schickes Action-Thriller-Gewand, welches zugunsten der Dramatik und Schauwerte hin und wieder auf billige Drehbuchkniffe zurückgreift (vor allem im Finale wird dieser Kritikpunkt überdeutlich). Die außergewöhnliche Klasse von "Gattaca" wird zwar nicht erreicht, ein zumeist mitreißender Sci-Fi-Streifen ist Andrew Niccol aber allemal gelungen. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 19 Januar 2013, 23:40:42
"In Time" fand ich okay - allerdings hat er aus seiner interessanten Ausgangslage imo nicht genügend herausgeholt. Stattdessen verkommt er mir im zunehmenden Verlauf immer mehr zu einer simplen "Bonnie & Clyde"-Variante. Unterhaltsam, anständig gespielt und optisch nett ist er dennoch.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 Januar 2013, 00:00:38
Zitat von: StS nach 19 Januar 2013, 23:40:42
Unterhaltsam, anständig gespielt und optisch nett ist er dennoch.  ;)


Jop, deswegen fand ich ihn im Endeffekt auch gut. Dennoch hatte ich hier das erste mal das Gefühl*, dass Niccol dem Style-over-substance-System folgt und sich dem eher anspruchsloserem Massenpublikum annähern will - zu simpel war halt die zweite Hälfte. Ich hoffe, er folgt diesem Weg nicht unbedingt weiter.

*Gut, S1m0ne kenne ich noch nicht, aber der steht auf der Leihliste.

Ich muss aber auch noch positiv anmerken, dass sich Timberlake besser schlägt, als ich vorher (vorurteilsbehaftet) vermutet hätte. Hatte vor "In Time" nur seine tolle Vorstellung als fieser Verführer in "Social Network" gesehen und hielt es für einen Glückstreffer ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 20 Januar 2013, 00:03:18
Zitat von: Teppi nach 20 Januar 2013, 00:00:38
Zitat von: StS nach 19 Januar 2013, 23:40:42
Unterhaltsam, anständig gespielt und optisch nett ist er dennoch.  ;)

Jop, deswegen fand ich ihn im Endeffekt auch gut. Dennoch hatte ich hier das erste mal das Gefühl*, dass Niccol dem Style-over-substance-System folgt und sich dem eher anspruchsloserem Massenpublikum annähern will - zu simpel war halt die zweite Hälfte. Ich hoffe, er folgt diesem Weg nicht unbedingt weiter.
*Gut, S1m0ne kenne ich noch nicht, aber der steht auf der Leihliste.
Ich muss aber auch noch positiv anmerken, dass sich Timberlake besser schlägt, als ich vorher (vorurteilsbehaftet) vermutet hätte. Hatte vor "In Time" nur seine tolle Vorstellung als fieser Verführer in "Social Network" gesehen und hielt es für einen Glückstreffer ;->


Naja, "the Host" ist klar aufs Massenpunlikum ausgerichtet - daher bleibt er diesem Pfade wohl erst einmal treu.
Und Timberlake ist eigentlich immer mindestens "solide" - oft aber auch echt gut.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 20 Januar 2013, 08:18:31
Hm, wenn es ne Mindestlaenge fuer ne Kurzbewertung geben wuerde, ich wuerde sie definitiv unterbieten die meiste Zeit.  ;)

Last House On The Beach (1978)
Hoerte sich ganz interessant an, wurde aber fast gaenzlich in den Sand gesetzt.
Wie der amerikanische Titel vermuten laesst, wurde hier ein weiterer Home Invasion-Film im Last House On The Left-Fahrwasser auf die Leinwand geklatscht.
Leider wurde hier so gut wie Alles, was das Original ausmachte, weggelassen.
Atmosphaere, Intensitaet, Haerte und ueberzeugende Hauptdarsteller (David Hess  :icon_eek:).
Die Vergewaltigungen sind meist nur angedeutet und wirken teilweise einfach nur laecherlich, gezeigt wird im Endeffekt ueberhaupt nix.
Auch kann der Film keinerlei Tempo vorweisen, ach herrje war der langweilig.
Richtig uebel wurde es jedoch erst als ich die schreckliche Synchronisation der amerikanischen Severin-DVD erleben durfte.
Beispiel gefaellig? Bitteschoen:
Sie sitzen beim Abendessen und einer der Bankraeuber faengt schon das Futtern an.
"What are you doing?"
"What do you think I'm doing, I'm eating a piece of bread."
Dummerweise kann man deutlich sehen das er sich gerade ein gekochtes Ei ins Maul stopft.  :LOL:

Taken 2 (2012)
Danke, Mr. Megaton, nach Transporter hast du mit Taken jetzt einen weiteren Film vergewaltigt.
Der furchtbare Schnitt hat so ziemlich jede Actionszene ruiniert, das war ja fuerchterlich.
Auch waren ein paar Szenen einfach nur schrecklich gestelzt und schlecht gefilmt, man denke da nur an die Verfolgungsjagd wenn seine Tochter das Taxi faehrt.
Staendig der selbe Gesichtsausdruck der Tochter wird wiederholt, staendig dieselben Worte geschrien, das war ja schon fast an der Grenze zur Laecherlichkeit.
Enttaeuschend, mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen. Meist sind Fortsetzungen schwaecher, aber das hier ist schon ne Frechheit.
3/10 Punkten

House At The End Of The Street (2012)
Noch einer im LHOTL-Fahrwasser, zumindest was das Marketing anbelangte.
Geboten wird hier jedoch nur ein stinklangweiler, groesstenteils vorhersehbarer und zudem noch mit einem fuerchterlich besetzten Hauptdarsteller besetzter Moechtegern-Horrorfilm.
Max Thieriot wird der Rolle zu keiner Zeit gerecht, man nimmt es ihm niemals ab.
Eigentlich schade, denn die Anfangssequenz machte gut Stimmung, wurde dann aber ziemlich schnell in Murks umgewandelt.
3/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 20 Januar 2013, 14:28:33
Zitat von: ratz nach 19 Januar 2013, 22:21:42
Wahrscheinlich frage mit Dir auf dem Kinski-Kreuzzug genau den Falschen  :icon_mrgreen:, aber: Wenn der K. nun ausgerechnet jemand Nicht-Verrückten spielt, ist man dann als Zuschauer, gerade aus heutiger Perspektive und mit Mein liebster Feind im Hinterkopf, nicht gerade deswegen ständig auf der Suche nach dem Aufblitzen des Wahnsinns in seinen Augen? Ich jedenfalls tu mich ein bißchen schwer damit, K. in Fitzcarraldo als ganz normalen, ernstzunehmenden Schauspieler zu sehen, ich bewundere quasi vielmehr die ganze Zeit, daß er es schafft, nicht auszuticken.
Ansonsten muß ich leider gestehen, daß noch keiner der 4 oder 5 von mir gesehenen Herzog-Fiilm mich so richtig gepackt hat, weiß auch nicht, warum  :icon_neutral: Stroszek war aber ziemlich gut, und Woyzeck will ich auf jeden Fall noch sehen.


Das kommt für mich auf den Film an. In Aguirre will ich Kinskis wilde, raserische Seite sehen und die wird geliefert und in Fitzcarraldo auch eben nicht. Ich finde, jeder Mensch/Schauspieler muss auch echtes Feuer in sich haben, sonst kann er nicht überzeugend spielen, wir denken mal an Joe Pesci, der ja bei Dreharbeiten auch oft genug austickte, De Niro eine klebte usw.
Herzogs Doku habe ich beim Schauen eigentlich nicht im Hinterkopf, sonst verliert für mich der Spielfilm seinen Sinn, wenn ich daran denke, was ich nicht sehe, was mit dem Film nicht zu tun hat. :D Natürlich fragt man sich: "Bei welcher Szene war denn sein Ausflipper wegen dem "Schweinefraß"?, aber ansonsten schaue ich den Film und lasse ihn auf mich wirken.

Also auf der Suche nach dem Aufblitzen von Wahnsinn in KK Augen war ich nie, da bin ich wirklich der falsche Ansprechpartner. Aber das meinte ich ja andererorts: wer den wahnsinnigen Kinski will, der kann auch in Fitzcarraldo diesen finden (Glockenszene: "ICH WILL MEINE OPER BAUEN!"), aber genauso findet man eben eine andere Seite von Kinski, die er auch in Interviews (die weniger skandalösen) zeigte, nämlich die Seite des Träumers.

Herzog hat sich sicherlich für den aufblitzenden Wahnsinn Kinskis interessiert und ihn deswegen ja auch oft genug provoziert, um eben eine gewisse Grundstimmung für eine Szene zu nutzen, frag doch den! :D

Du kannst Kinski in Fitzcarraldo nicht als normalen, ernstzunehmenden Schauspieler sehen und ich tue mich halt schwer, da überhaupt den Schauspieler zu sehen, wenn mich doch eigentlich die Figur, die erschaffen wurde, interessiert. Ich bin natürlich keiner der, der behauptet: "Der war kein Schauspieler, der war halt einfach echt Irre", weil er natürlich nicht ausschließlich psychotische Rollen gespielt hat und um Dostojewski überzeugend lesen zu können, braucht man eben doch echtes Talent und das hatte er.

Mal sehen, Woyzeck hat nochmal eine ganz andere Gangart, die halt eher ans Theater erinnert, logischerweise. Lange Einstellungen, keine Schnitte, starre Kamerpersketiven usw. vielleicht gefällt Dir das ja. Und Kinski? Der spielt einen Getriebenen, Ausgebrannten und Benutzten und ja, er schaut auch mal wahnsinnig, wenn es passt.  :icon_smile:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 20 Januar 2013, 14:37:51
Zitat von: lastboyscout nach 20 Januar 2013, 08:18:31
Taken 2 (2012)
Danke, Mr. Megaton, nach Transporter hast du mit Taken jetzt einen weiteren Film vergewaltigt.
Der furchtbare Schnitt hat so ziemlich jede Actionszene ruiniert, das war ja fuerchterlich.
Auch waren ein paar Szenen einfach nur schrecklich gestelzt und schlecht gefilmt, man denke da nur an die Verfolgungsjagd wenn seine Tochter das Taxi faehrt.
Staendig der selbe Gesichtsausdruck der Tochter wird wiederholt, staendig dieselben Worte geschrien, das war ja schon fast an der Grenze zur Laecherlichkeit.
Enttaeuschend, mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen. Meist sind Fortsetzungen schwaecher, aber das hier ist schon ne Frechheit.
3/10 Punkten


Also an dieser Stelle möchte ich einmal anmerken, dass ich persönlich die Fortsetzung von "Taken" gar nicht so schlecht fand, wie offenbar die meisten hier oder überhaupt solche Leute, die den ersten Teil gut fanden. Bisher habe ich größtenteils negative Rezensionen gelesen. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen, im Wesentlichen zwar schon, aber nicht so ganz, warum die Wertungen letztlich so (!) schlecht ausfallen, wie es auch bei Dir der Fall ist. Klar, Teil 1 war um Klassen besser. Das sehe auch ich so. Meines Erachtens bot aber auch Teil 2 gelungene Unterhaltung, die Inszenierung fand ich in Ordnung und das Ganze war wie erwartet schön kurzweilig. Qualitativ stufe ich den Film immer noch über dem Durchschnitts-Actionfilm ein. Einen Bonus haben die beiden Taken-Filme bei mir wohl auch, weil sie so herrlich politisch inkorrekt sind.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 Januar 2013, 14:56:28
Zitat von: Dex nach 20 Januar 2013, 14:37:51
Qualitativ stufe ich den Film immer noch über dem Durchschnitts-Actionfilm ein.


Hängt sicher auch mit der Erwartungshaltung zusammen. Rein von der Inszenierung her (welche mir aufgrund des hakeligen Schnitts und der undynamischen Kämpfe auch schon nicht sonderlich gefiel) wäre ich vielleicht so im 3-4er Bereich gelandet.

Nach dem ersten Teil hatte ich mir jedoch einen stimmungsvoll-schonungslosen Reißer erhofft, was aufgrund einer Vielzahl haarsträubender Drehbucheinfälle jedoch keineswegs der Fall war. Mir geht's hier nicht um Realismus, den Bot Teil 1 trotz der rauen Inszenierung auch nicht. Wenn man jedoch mit solch abartig absurden Sachen* daherkommt, dass ich angesichts der unfreiwilligen Komik laut loslachen muss, dann hört's auf. Ich konnte diesen Schmarn irgendwann nur noch als Action-Komödie wahrnehmen - und selbst wenn er als solche halbwegs funktionieren sollte, war in meinen Augen ganz klar das Thema verfehlt. Daher holt sich dieser Humbug von mir die Tiefstnote 1/10 ab.

* Beispiele für den Drehbuchdünnpfiff sind an sich offensichtlich, trotzdem mal ein paar stichpunktartig genannt:
- Tochter wirft munter mit Granaten um sich, um Daddy zu orten
- Daddy lässt seine Frau im Versteck der Terroristen liegen - 2x!
- Töchterchen rast in einem unkaputtbaren Taxi durch die Kante
- Daddy verfolgt die Spur vom gekidnappten Töchterchen, mit ganz grässlichem Gegenschnitt zu eben jener, der gleich was ganz Gemeines widerfährt


Weiterer Quark und Quatsch (Obermacker zum Schluss wird getötet, indem man ihn übers Gesicht streichelt) sind womöglich mit den Kürzungen zu erklären - um das herauszufinden, müsste ich den Film aber nochmal sehen, was ganz sicher nicht [nüchtern] passieren wird.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 20 Januar 2013, 18:06:34
Zitat von: Teppi nach 20 Januar 2013, 14:56:28
Zitat von: Dex nach 20 Januar 2013, 14:37:51
Qualitativ stufe ich den Film immer noch über dem Durchschnitts-Actionfilm ein.


Hängt sicher auch mit der Erwartungshaltung zusammen. Rein von der Inszenierung her (welche mir aufgrund des hakeligen Schnitts und der undynamischen Kämpfe auch schon nicht sonderlich gefiel) wäre ich vielleicht so im 3-4er Bereich gelandet.

Nach dem ersten Teil hatte ich mir jedoch einen stimmungsvoll-schonungslosen Reißer erhofft, was aufgrund einer Vielzahl haarsträubender Drehbucheinfälle jedoch keineswegs der Fall war. Mir geht's hier nicht um Realismus, den Bot Teil 1 trotz der rauen Inszenierung auch nicht. Wenn man jedoch mit solch abartig absurden Sachen* daherkommt, dass ich angesichts der unfreiwilligen Komik laut loslachen muss, dann hört's auf. Ich konnte diesen Schmarn irgendwann nur noch als Action-Komödie wahrnehmen - und selbst wenn er als solche halbwegs funktionieren sollte, war in meinen Augen ganz klar das Thema verfehlt. Daher holt sich dieser Humbug von mir die Tiefstnote 1/10 ab.

* Beispiele für den Drehbuchdünnpfiff sind an sich offensichtlich, trotzdem mal ein paar stichpunktartig genannt:
- Tochter wirft munter mit Granaten um sich, um Daddy zu orten
- Daddy lässt seine Frau im Versteck der Terroristen liegen - 2x!
- Töchterchen rast in einem unkaputtbaren Taxi durch die Kante
- Daddy verfolgt die Spur vom gekidnappten Töchterchen, mit ganz grässlichem Gegenschnitt zu eben jener, der gleich was ganz Gemeines widerfährt


Weiterer Quark und Quatsch (Obermacker zum Schluss wird getötet, indem man ihn übers Gesicht streichelt) sind womöglich mit den Kürzungen zu erklären - um das herauszufinden, müsste ich den Film aber nochmal sehen, was ganz sicher nicht [nüchtern] passieren wird.


Damit hast Du völlig Recht. Ich bin mir dessen bewusst. Mir sind die ganzen Logikfehler auch nebenbei aufgefallen, diese ganzen absurden Wendungen. Insbesondere die von Dir angesprochene Taxi-Szene fand auch ich irrsinnig, wenn man bedenkt, dass Neeson's Tochter zu diesem Zeitpunkt noch gar keinen Führerschein hatte (wohlgemerkt war sie bereits durch eine Fahrprüfung durchgefallen, soweit ich mich jetzt erinnern kann - und nach meinem Wissen fährt man in den USA in der Prüfung mit Automatikgetriebe). Trotzdem soll sie dann in der Lage sein, einen Schaltwagen auf diese Art und Weise zu steuern - ohne jegliche Probleme? - Lächerlich!

Bei mir war es wohl so, dass ich immer den grandiosen ersten Teil im Kopf hatte und entsprechend alles durch diese Fan-Brille gesehen habe. Auch wenn mir der zweite Teil bei einer Zweitsichtung womöglich auch nicht mehr so gefallen würde und ungeachtet der oben angesprochenen Kritik-Punkte muss ich für das gelungene Kinoerlebnis dennoch 7/10 Gnadenpunkte vergeben. Der Film hat seinen Zweck voll erfüllt. Ich ungefähr das, was ich erwartet hatte und war zufrieden. Teil 1 benote ich übrigens mit 9/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 20 Januar 2013, 23:20:57
Zeugin der Anklage (1957): Endlich konnte ich den Film mal sehen, da er heute auf ARTE lief. Wollte ihn mir schon länger mal kaufen oder ausleihen, da ich bisher alle Billy-Wilder-Filme, die ich gesehen habe, sehr mochte, insbesondere "Sunset Blvd.", "Double Indemnity" und "The Lost Weekend". Und tatsächlich: auch dieser Film von Wilder hat mich begeistert. Diese Intensität, die stringente Erzählweise - einfach grandios. Alles stimmt - Inhalt, Umsetzung, darstellerische Leistungen, ein rundum perfekter Film. Der Twist am Ende hat mich endgültig umgehauen, damit hatte ich gar nicht gerechnet - genial gemacht. Es ist beeindruckend, wenn zum Schluss das nahezu Undenkbare/Unmögliche wahr gemacht wird. Für mich genauso gut wie "Double Indemnity" und eine klare 9/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 20 Januar 2013, 23:53:30
Zitat von: Dex nach 20 Januar 2013, 23:20:57
Zeugin der Anklage (1957): Endlich konnte ich den Film mal sehen, da er heute auf ARTE lief. Wollte ihn mir schon länger mal kaufen oder ausleihen, da ich bisher alle Billy-Wilder-Filme, die ich gesehen habe, sehr mochte, insbesondere "Sunset Blvd.", "Double Indemnity" und "The Lost Weekend". Und tatsächlich: auch dieser Film von Wilder hat mich begeistert. Diese Intensität, die stringente Erzählweise - einfach grandios. Alles stimmt - Inhalt, Umsetzung, darstellerische Leistungen, ein rundum perfekter Film. Der Twist am Ende hat mich endgültig umgehauen, damit hatte ich gar nicht gerechnet - genial gemacht. Es ist beeindruckend, wenn zum Schluss das nahezu Undenkbare/Unmögliche wahr gemacht wird. Für mich genauso gut wie "Double Indemnity" und eine klare 9/10.
Für mich der Justizfilm schlechthin! Funktioniert auch beim wiederholten Sehen noch ganz wunderbar, wenn man den Twist schon kennt. Das liegt auch ganz besonders an dem herrlich sarkastischen Charles Laughton, der eine echte Show abzieht. Wenn ich mal vor Gericht stehen sollte, möchte ich von ihm verteidigt werden.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 21 Januar 2013, 00:02:31
Heute gab's einen Abend mit dem aktuelleren Cronenberg (ich kenne nichts vor "A History of Violence" von ihm, das mal als Vorabinfo und "Rechtfertigung" für die merkwürdigen Benotungen gleich ;->):

Tödliche Versprechen

Ein gutes Gangster-Drama im Milieu der russischen Mafia, welches meiner Meinung nach aber nicht seinem grandiosen Ruf gerecht wird. Die in einem erfreulichen Maße undurchschaubaren Figuren sowie die bedrückende Stimmung wissen zu gefallen, dennoch kann ich dem Streifen vor allem im Mittelteil nicht eine gewisse Behäbigkeit absprechen. Wirklich memorable Szenen wie bspw. der Kampf in der Sauna habe ich hier eher selten gesehen. Ein dichter, kalter Streifen, der mich trotz seiner beklemmenden Atmosphäre nicht komplett berührt hat - im direkten Vergleich hat mir "A History of Violence" mehr zugesagt. 7/10

Eine dunkle Begierde

Für Freunde des gesprochenen Worts ein wunderbarer Film: Den toll geschriebenen Dialogen merkt man die Theaterherkunft klar an. Der ruhigen, relativ statischen Inszenierung indes leider auch, was der Geschichte um die Beziehungen von/zwischen den Psychoanalytikern Freund und Jung aber kaum schadet. Fassbender und Mortensen gestalten ihr zurückhaltendes Spiel mit kleinen Gesten und Nuancen schön aus, während Knightley knapp am Over-Acting vorbeischrammt, nur um sich schließlich doch noch zu fangen. Es erfreut, dass Freuds Thesen angenehm ambivalent und zudem weder zu trocken-professionell, noch allzu oberflächlich behandelt werden. Ein starkes Charakter-Drama, dessen herrliche Dialoge über die etwas reizlose Regie hinwegtrösten. 8/10

Zudem vor ein paar Tagen gesehen und vergessen, hier anzusprechen: Crazy Stupid Love

Ich lieh mir den Film aus, um meine relativ vorurteilsbehaftete Meinung über RomComs womöglich ins rechte Licht zu rücken - hat sogar hingehauen. Dank durchweg toller Charaktere und einiger ausnahmsweise mal nicht sofort erahnbarer Wendungen auf dem Weg zum Finale (vor allem das Familienzusammentreffen, bei dem sich alle Emotionen entladen, war wunderbar) wurde ich sehr gut unterhalten. Da zum Schluss hin dann doch alles sehr versöhnlich endet, gibt's zwar Abzüge in der B-Note, wirklich stören tat es mich aber auch nicht. Bei den Darstellern zeigt Steve Carell, dass ihm die etwas ernsteren Rollen (siehe z.B. auch "Little Miss Sunshine" oder "Auf der Suche nach einem Freund für's Ende der Welt") sehr gut liegen. Dass Ryan Gosling und Emma Stone mit ihrem unverschämten Charme punkten, war ohnehin schon bekannt. Ein wirklich sehenswerter Vertreter der doch oft verschmähten Sorte Film, die sich RomCom schimpft. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 21 Januar 2013, 02:02:09
Shame

Wurde mir als eine Art neuer "American Psycho" angepriesen, aber logischerweise sind die Filme grundverschieden. So handelt es sich hierbei eher um ein stilles, ernstes Drama, ohne die satirischen Spitzen aus dem 2000er Film. Diesen Gedanken schnell über Bord geworfen, war der Film eigentlich ganz gut, wenn auch im Endeffekt ein wenig nichtssagend. Natürlich wird das Thema Sexsucht nicht positiv dargestellt, aber gleichzeitig auch nicht wirklich hinterfragt, sondern nur oberflächlich aufgegriffen. Im Endeffekt kann ich also gar nicht sagen, was der Film so wirklich wollte. Es gibt keine Konsequenzen für die Hauptfigur, die aus seinem Problem entstehen. Trotzdem gefiel mir die unspektakuläre Machart und die ruhige Atmosphäre. An Fassbender habe ich mir mittlerweile eh einen Narren gefressen, er füllt seine Figur, allerdings ohne wirklich einen warme oder positiven Charakter zu erschaffen. Eher hypnotisiert läuft Brandon durch sein Leben und der Zuschauer weiß auch nicht so Recht, wo es mit ihm hingehen soll.

Kritikpunkte habe ich bis auf die etwas oberflächliche Geschichte gar nicht, allerdings ist der Film auch nie wirklich großartig. Ich vergebe 7/10, da es sich trotzdem um ein sehr interessantes Werk handelt, gut gespielt und ästhetisch brauchbar.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: blade2603 nach 21 Januar 2013, 10:49:56
Prometheus (in 3D)

Habe mir die 3D Variante gekauft, als blind Kauf! Nach den sehr gemischten Kritiken und Meinungen hier im Forum und was man sonst noch so gehört hat war es für mich schon ein Risikokauf. Aber die Edition hat mir gefallen und wenn ich so was hole, dann auch in 3D.
Trotz allem was ich gelesen und gehört habe, habe ich es geschafft unbefangen an den Film ranzugehen und wurde positiv überrascht. Mir hat der Film gut gefallen, allen voran die Atmosphäre, das Setting, der 3D Effekt und das Tempo. Der Kritikpunkt dass die Schauspieler alle austauschbar sind, idiotisch agieren oder reagieren ist für mich der einzige wirkliche Grund zu mosern.
Der Film war für mich das Sci-Fi Highlight in 2012.
9/10

Cabin in the Woods

Tja was kann man groß schreiben ohne halben Film direkt zu Spoilern?!
Hab mich wunderbar unterhalten gefühlt von dieser, ja sagen wir mal, Action-, Horror- und Splatterkomödie. Dabei find ich die Idee Witzig wie mit der Mythologie und Horrorgeschichte ,,gespielt" wird. Die Schauspieler fand ich gut gewählt und haben ihren Job auch gut gemacht, vor allem weil sie sich und die Story nicht so ernst genommen haben. Auch Hemsworth Rolle (Psycho oder 15 Minutes lassen grüßen) find ich interessant. Helden spielen kann jeder!
Kritikpunkt: Mich hat es etwas gestört das die Story im Film selber schon zu schnell aufgelöst wurde (evtl. der Laufzeit geschuldet?) Etwas mehr Zurückhaltung hätte ich mir im Bereich der Auflösung schon gewünscht.

So ist ein kleiner feiner Film dabei rausgekommen der Spaß macht und kurzweilig unterhält.
Das Ende ist nach meinem Geschmack und lässt im Grunde keinen Platz für Spekulation, oder doch?

8/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 21 Januar 2013, 11:37:03
Soll ja meiner Freundin mal die Wunderwelt des Horror/Gruselfilms nahe bringen, also vorsichtig starten mit Geisterklassikern...

Weils gestern schon Neune war, also vorsichtig angefangen mit

The Legend of Hell House ("Tanz der Totenköpfe", urgh), 1972

Lange nicht mehr gesehen, jetzt endlich mal die Gelegenheit ergriffen. Richard Mathesons Kurzroman steht für mich immer noch in den Top 10 effektiver Geisterromane und funktioniert prachtvoll. Der Film schafft das eher mit Ach und Krach, wenn man das Buch kennt. Hadere in diesem Fall ein wenig mit den knalligen Farben, s/w wäre besser gewesen, aber der Film hat als "Haunting"-Epigone durchaus so seine Qualitäten.
Das kleine Budget merkt man leider und die Verfilmung läuft wesentlich konventioneller und sparsamer als das Buch, das sich dann doch ein bißchen mehr auf Abseitigkeiten, Obszönitäten und Blasphemie (auf einem niedrigen Level) stützt, die sexuellen Untertöne hat man minimiert oder subtiler gestaltet. Leider ist das "acting" etwas übertrieben, das Ende hat man zu sehr simplifiziert und es leidet unter Erklärwut und -mangel gleichzeitig. Aber bei dem vielen Schotter der frühen 70er, wo es ja dann auch bald graphischer wurde, geb ich den Film nicht her. Bleibt bei 7/10 - kann nur jedem empfehlen, sich das Buch zu organisieren, gibt es auch als graphic novel.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr Orange nach 21 Januar 2013, 13:47:02
Auch wenn zwei der Filme oben schon genannt wurden und ich mich den Kritiken quasi nahtlos anschließen kann, ein kurzes pers. Statement:

Zeugin der Anklage:
Einfach nur grandios. Bin sowieso großer Agatha Christie-Fan und auch diese Verfilmung mal wieder super.
@Dex bitte sowas wie den Twist am Ende spoilern.
Ich hatte zwar am Ende schon so etwas erwartet, gerade nachdem Laughton kurz nach der Verhandlung sagt "das lief alles zu glatt". Aber der quasi "Doppeltwist" mit der zweiten geliebten hat mich dann auch umgehauen.
Überhaupt Laughton.. der war die Sichtung schon alleine wert. 9/10

The house at the end of the street:
Joah, und das war dann das Kontrastprogramm.
War vor ein paar Monaten in den Staaten und habe abends öfter Football geguckt; ich glaube ich habe noch nie soviel Werbung für einen Film gesehen wie für o.g.. Dann gucke ich mir den Film am WE in froher Erwartung an und es war einfach entäuschend.
Die ganze Zeit dachte ich " OK langsamer Story-Aufbau, die Spannungskurve wird eingehalten. Aufbau, Aufbau...Ende des Films  :00000109:"
Neben der fehlenden Spannung, agieren die Darsteller max. durchschnittlich und es wimmelt von Logiklöchern (wobei das bei dieser Art von Filmen zugegebenermaßen nicht selten vorkommt). 3/10

Silver Linings:
Ansprechender Film, mit guter Mischung aus Drama und Humor.
Die Grund-Story ist nicht völlig neu (weshalb ich die vielen Oskar-Nominierungen nicht so Recht verstehe), aber auch nicht 0815.
Getragen wird der Film imO aber vor Allem durch die sehr gut aufspielenden Darsteller. Vor allem freut es mich DeNiro endlich mal wieder in einer guten Rolle zu sehen. 7-8 /10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 21 Januar 2013, 16:34:44
Zitat von: Mr Orange nach 21 Januar 2013, 13:47:02
Auch wenn zwei der Filme oben schon genannt wurden und ich mich den Kritiken quasi nahtlos anschließen kann, ein kurzes pers. Statement:

Zeugin der Anklage:
Einfach nur grandios. Bin sowieso großer Agatha Christie-Fan und auch diese Verfilmung mal wieder super.
@Dex bitte sowas wie den Twist am Ende spoilern.
Ich hatte zwar am Ende schon so etwas erwartet, gerade nachdem Laughton kurz nach der Verhandlung sagt "das lief alles zu glatt". Aber der quasi "Doppeltwist" mit der zweiten geliebten hat mich dann auch umgehauen.
Überhaupt Laughton.. der war die Sichtung schon alleine wert. 9/10


Ich werde solche Sachen in Zukunft spoilern. Kein Problem.  :respekt:

Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen. Sensationeller Film.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 21 Januar 2013, 18:38:10
Zitat von: lastboyscout nach 20 Januar 2013, 08:18:31Last House On The Beach (1978)
Hoerte sich ganz interessant an, wurde aber fast gaenzlich in den Sand gesetzt.
Wie der amerikanische Titel vermuten laesst, wurde hier ein weiterer Home Invasion-Film im Last House On The Left-Fahrwasser auf die Leinwand geklatscht.
Leider wurde hier so gut wie Alles, was das Original ausmachte, weggelassen.
Atmosphaere, Intensitaet, Haerte und ueberzeugende Hauptdarsteller (David Hess  :icon_eek:).
Die Vergewaltigungen sind meist nur angedeutet und wirken teilweise einfach nur laecherlich, gezeigt wird im Endeffekt ueberhaupt nix.
Auch kann der Film keinerlei Tempo vorweisen, ach herrje war der langweilig.
Richtig uebel wurde es jedoch erst als ich die schreckliche Synchronisation der amerikanischen Severin-DVD erleben durfte.
Beispiel gefaellig? Bitteschoen:
Sie sitzen beim Abendessen und einer der Bankraeuber faengt schon das Futtern an.
"What are you doing?"
"What do you think I'm doing, I'm eating a piece of bread."
Dummerweise kann man deutlich sehen das er sich gerade ein gekochtes Ei ins Maul stopft.  :LOL:

Hm, hatte den im Rahmen der IGCC geschaut und ihm 6 Punkte gegeben. Last House on the Left kenne ich zwar noch nicht, aber so schlecht fand ich diesen Film nun auch nicht.  Sicher nicht die Übergranate, aber langweilig? Hm, müsste ich wohl nochmal schauen...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 21 Januar 2013, 23:22:47
Heute gab's zwei Filme von Nicolas Winding Refn, die qualitativ kaum unterschiedlicher sein könnten (da hätte ich höchstens noch "Drive" einlegen müssen, um die Schere noch weiter auseinanderklaffen zu lassen ;->):

Bronson

Was für ein beeindruckender Bastard: Das "Biopic" von Englands "ruhmreichsten" Gefängnisinsassen ist wohl in etwa genauso verrückt wie die namensgebende Figur selbst. Exzentrische Theater-Einlagen, lange Einstellungen, und ein stets zwischen Klassik und Elektro-Pop wechselnder Soundtrack - hier ist nichts auch nur im Ansatz normal. Abgesehen vom Verlangen nach Ruhm bleibt Bronson eine Chiffre - was ich auch für angemessen halte, eine Analyse dieses Wahnsinns wäre anmaßend. Tom Hardy brilliert wie auch später in "Warrior" mit dem Mix aus physischer Präsenz sowie starkem Spiel und reißt den Streifen vollends an sich. Mein einziger Kritikpunkt wären leichte Längen im Mittelteil, als Bronson auf freien Fuß kommt. Ein verschrobener Film, der angesichts seiner wirren Abstraktheit nicht wirklich berührt, aber dennoch mit der irritierenden und intensiven Inszenierung begeistert. Ein sehr seltsames und sehr gutes Werk von Refn. 8/10

Fear X

Herrje, wer hätte gedacht, dass unter Refns Regie so ein Reinfall im "Thriller"-Gewand entsteht. Sei es nun in Sachen Inszenierung (hier: total statisch und ideenlos), Soundtrack (hier: scheinbar nicht vorhanden) oder auch direkt beim Drehbuch (hier: eine Schlaftablette) - nicht einmal ist ein Trademark des Filmemachers zu spüren, der Streifen hat keinerlei "Drive" (woah, ist der Witz schlecht!). Das einzig bemerkenswerte für mich war, John Turturro mal nicht als Pausen-Clown zu erleben. Lahm und langweilig, eine zähe Zeitverschwendung (mal von der Komplettierung der Durchschau von Refns Werken abgesehen). 2/10

So, jetzt fehlen nur noch "Bleeder" und "Walhalla Rising".
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 22 Januar 2013, 00:47:59
Zitat von: MMeXX nach 21 Januar 2013, 18:38:10
Zitat von: lastboyscout nach 20 Januar 2013, 08:18:31Last House On The Beach (1978)
Hoerte sich ganz interessant an, wurde aber fast gaenzlich in den Sand gesetzt.
Wie der amerikanische Titel vermuten laesst, wurde hier ein weiterer Home Invasion-Film im Last House On The Left-Fahrwasser auf die Leinwand geklatscht.
Leider wurde hier so gut wie Alles, was das Original ausmachte, weggelassen.
Atmosphaere, Intensitaet, Haerte und ueberzeugende Hauptdarsteller (David Hess  :icon_eek:).
Die Vergewaltigungen sind meist nur angedeutet und wirken teilweise einfach nur laecherlich, gezeigt wird im Endeffekt ueberhaupt nix.
Auch kann der Film keinerlei Tempo vorweisen, ach herrje war der langweilig.
Richtig uebel wurde es jedoch erst als ich die schreckliche Synchronisation der amerikanischen Severin-DVD erleben durfte.
Beispiel gefaellig? Bitteschoen:
Sie sitzen beim Abendessen und einer der Bankraeuber faengt schon das Futtern an.
"What are you doing?"
"What do you think I'm doing, I'm eating a piece of bread."
Dummerweise kann man deutlich sehen das er sich gerade ein gekochtes Ei ins Maul stopft.  :LOL:

Hm, hatte den im Rahmen der IGCC geschaut und ihm 6 Punkte gegeben. Last House on the Left kenne ich zwar noch nicht, aber so schlecht fand ich diesen Film nun auch nicht.  Sicher nicht die Übergranate, aber langweilig? Hm, müsste ich wohl nochmal schauen...


So viel hat der nun auch wieder nicht mit LHothL zu tun. Außer dass Verbrecher und eine Vergewaltigung vorkommen. Der englische Titel ist natürlich panne. Den englischen Ton kenne ich gerade nicht, aber viel scheine ich da auch nicht verpasst zu haben. Dazu kommt eine sehr eingängige und überzeugende Filmmusik und nicht zuletzt Hauptdarstellerin Florinda Bolkan, mit der meiner Ansicht nach niemand aus der Besetzung von LHothL mithalten kann.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 22 Januar 2013, 05:33:37
Zumindest die Ausgangssituationen sind doch sehr aehnlich.

Forced To Fight (2011)
Beinahe-Rentner Gary Daniels in absolut koerperlicher Topform in einem Film der seinem Koennen leider nicht gerecht wird.
Uebliche Chose zwecks Story und so, nix Neues hier. Peter Weller als Oberboesewicht war ganz okay.
Kaempferisch geht es halbwegs ordentlich zu, ein paarmal blitzt ordentliche Kampfchoreographie durch, meist bleibt sie jedoch im Durchschnitt angesiedelt.
Respekt fuer nen knapp Fuenfzigjaehrigen noch so kaempfen zu koennen, aber das rettet den Film auch nicht ueber knappen Durchschnitt.
Einzig die Erschiessung seines Bruders war unerwartet, meist kommt die Familie ungeschoren davon.  ;)
Knappe 5/10 Punkten

ParaNorman (2012)
Charmantes Zitatefeuerwerk aus dem Horrorbereich, wirklich witzig und nett anzusehen.
Ziemlich skurrile Charaktere in einer nicht ganz neuen Geschichte, die aber trotzdem viel Spass macht.
Fuer einen PG-Film ziemlich duester stellenweise, war davon dann doch ueberrascht.
Bin noch am Schwanken ob ich mir den ins Regal stelle, gibt definitiv 7/10 Punkten.

Risen (2012)
Ueber fuenf Jahre in der Mache bei einem Budget von knappen 200.000 Pfund, hoert sich nach einem Herzblut-Projekt an.
Leider sind die ganzen Lobeshymnen ("The fight scenes are better than in Raging Bull") einfach nur kompletter Bloedsinn.
Fuer einen Amateuerfilm sind sie ansehnlich, aber Martin Scorsese spielt da schon ein paar Ligen hoeher.
Ein paar Dinge schmaelern den halbwegs guten Gesamteindruck dann doch sehr:
- der Film ist zaeh ohne Ende, da haette man ne gute halbe Stunde weglassen koennen
- die Soundqualitaet ist einfach nur katastrophal, zwischen extremen Echos, viel zu leise und viel zu laut haette es den Mittelweg
  gebraucht, das war schlichtweg Scheisse
- Bildqualitaet der US-DVD ist auch nicht gerade berauschend, teilweise sieht das Ganze aus wie ein 80er VHS-Video, ausserdem
  gibt es nichtmal eine Szenenanwahl, nur Play Movie und Trailer
Bei der knapp zweistuendigen Laufzeit sollte man ordentliches Sitzfleisch mitbringen, denn die ziehen sich wie gefuehlte vier Stunden.
Bin bei einer 4/10 Punkten gelandet.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 22 Januar 2013, 11:40:08
Fortsetzung meiner Reise durch die 1.Staffel von Downton Abbey (Folgen 2-5)...

Ist zwar eigentlich nur ein geupdatetes Landremake von "Eaton Place", aber mit Verve und Biss und vielen guten Darstellern. Ernst und einfühlsam gespielt und dabei nie steif, wunderbar im Portrait der Zwei-Klassen-Gesellschaft und der kleineren Abstufungen innerhalb. Maggie Smith ist wie üblich großartig, die Dialoge sind mehr als geschliffen und wer es old school liebt, hat seinen Spaß. Fortsetzung kann kommen.... 8,5-9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 22 Januar 2013, 15:37:46
Six Bullets
Van Damme Ostblock-Action-Filmchen, welcher aber qualitativ zu den Besseren gehört. In Sachen Action gibts Martial-Arts, Schiessereien und Messerkämpfe mit ordentlich Blut sowie CGI-freie Explosionen zu sehen. Leider ist das Finale etwas enttäuschend unspektakulär ausgefallen. Die durchschnittliche Story zieht sich etwas, ist aber für so einen Film völlig in Ordnung. Schauspielerisch sind ebenfalls alle ok, Van Damme war sogar überraschend gut in einigen emotionalen Szenen, soweit er etwas zeigen durfte. 7/10 B-Movie Punkte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 22 Januar 2013, 16:03:23
Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger (1970)

Nachdem ich Elio Petris Film vor 5 Jahren sah, war ich nicht in der Lage eine adäquate Kritik zu schreiben. Zu wenig wusste ich über sein Werk, seine Bezüge und Intentionen. Inzwischen habe ich fast alle seine Filme gesehen, aber der grundsätzliche Eindruck hat sich nicht geändert - ein grandioses Werk. Wie immer bei Petri unterscheidet er sich stark von seinen anderen Filmen, hier nimmt er den Poliziesco vorweg, damals noch kein Begriff - er selbst bezeichnete den Film als "Politischen Film". Tatsächlich sind alle Grundzüge eines Poliziesco vorhanden - ein Mord und die polizeilichen Ermittlungsarbeiten, nur das der Mörder und der verantwortliche Polizeioffizier ein und dieselbe Person sind.

Wie immer bei Petri kommt die gesellschaftskritische/politische Sicht nicht offensichtlich daher. Im Mittelpunkt steht die Person des Polizeioffiziers - ein autoritärer, obrigkeitshöriger und selbstverliebter Mann, dessen Handeln nachvollziehbar ist. Entscheidend ist weniger seine Figur, als die Art wie seine Umgebung auf ihn reagiert. Das extrem negative Bild, dass die Polizei dabei abgibt, ließ damals befürchten, das der Film verboten wird, weshalb er ein großer Publikumserfolg wurde. Er war der erste, der trotz dieser Darstellung der Behörden unbehelligt blieb, was den zukünftigen kritischen Filmen den Weg bereitete. Selten waren für mich 10 Punkte klarer zu vergeben.


Elio Petri... appunti su un autore (2005)

Die letzten Informationen verdanke ich einer Dokumentation von 2005, die als Bonus zur Elio Petri-Edition gehörte, die endlich bei Koch Media herauskam. Dort werden seine Filme chronologisch mit Zeitzeugen betrachtet, was mich befürchten lies, einige meiner Reviews umschreiben zu müssen. Tatsächlich bestätigte die Dokumentation viele meiner Gedanken, was mir das Gefühl gibt, seine Intentionen verstanden zu haben. Seltsam war für mich immer, dass seine letzten drei Filme extrem unbekannt sind - hier fand ich den Grund dafür. Obwohl er Kommunist war, blieb er immer in alle Richtungen kritisch, weshalb er es Niemandem recht machte. Den damaligen Kritikern, die eher das intellektuelle Kino Godards befürworteten, waren seine Sujets zu nahe an Genre-Filmen, zu unterhaltend angelegt. Den Genre-Freunden sind seine Filme zu anspruchsvoll und pessimistisch und werden schlicht nicht verstanden (was man auch an den im Vergleich zur tatsächlichen Qualität schwachsinnig niedrigen Wertungen in der OFDB z.B. zu "Zwei Särge auf Bestellung" erkennt). Nachdem er in "Todo modo"(1976) die politische Kaste angegriffen hatte und Aldo Moros Tod schon vorweg nahm, wurde der Film (und damit er) aus dem Verkehr gezogen. Sein einziger noch folgender letzter Film "Buone notizie" (1979) wurde ein depressiver, melancholischer Film - wie Giancarlo Giannini sagt, ein Alterswerk, obwohl er erst Anfang 50 war. Dass er wenige Jahre später starb, war abzusehen - er wollte nicht mehr.

Wer sich diese Dokumentation angesehen hat, will auch seine Filme sehen. Für Franco Nero war er der beste aller Regisseure, wie er in der Dokumentation sagt - eine Meinung, der ich sehr nah komme, denn es gibt nur wenige Regisseure, denen es gelang, so viele unterschiedliche Filme in so hoher Qualität zu drehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 22 Januar 2013, 18:29:04
Zitat von: Teppi nach  8 Januar 2013, 23:49:53State of Play

Ein recht altmodisch, aber äußerst stilvoll gefilmter Thriller um die journalistische Aufarbeitung eines Politskandals. Trotz der äußeren Ruhe erzeugt der Streifen ein starkes Maß an Spannung - die Dialoge sind grandios geschrieben, und auch die Wendungen wissen zu überraschen. Darstellerisch sieht es dank Crowe und der tollen Supportriege auch bestens aus. Lediglich im Mittelteil wirken ein paar Ereignisse etwas überhastet - hier merkt man kurz, dass eine Mini-Serie die Vorlage lieferte. Davon abgesehen aber ein astreiner Politthriller. 8/10


Ich würde noch einen halben Punkt drauf legen, weil er auch beim zweiten Sehen und bekannter Wendung interessant bleibt.

SHERLOCK HOLMES (2010)

Der Film lebt allein von seinen beiden prächtig harmonierenden Hauptdarstellern Robert Downey Jr. und Jude Law. Letzteren kann ich für gewöhnlich nicht ausstehen, schauspielerische Qualität hin oder her. Hier gefällt er mir aber richtig gut. Sein trockene Watson-Darstellung ist die perfekte Ergänzung zu Downeys sprunghaftem Holmes. Die Dialoge zwischen den beiden sind traumhaft treffsicher, es macht einfach Spaß, dieses Schauspiel zu beobachten. Ansonsten hat der Film nicht viel zu bieten. Die Handlung ist ein wenig interessanter Kriminalfilm nach Schema F, Mark Strong gibt den Bad Guy routiniert, Rachel McAdams als Holmes große Schwäche (neben dem Hochprozentigem) weiß auch zu gefallen, was ich von dem augenblicklich zu erkennenden CGI-London nicht behaupten kann. Der qualitative Unterschied zu den realen Sets ist enorm, was gerade im Finale auf der sich im Bau befindlichen Tower Bridge besonders negativ auffällt. Insgesamt hat mich "Sherlock Holmes" sehr gut und kurzweilig unterhalten, was aber allein den tollen Hauptdarstellern zuzuschreiben ist. Knappe 7/10

MISSION: IMPOSSIBLE III (2006)

Das Einzige, was mir von Teil 2 in Erinnerung geblieben ist, ist, dass ich ihn äußerst bescheiden fand ich Vergleich zum guten ersten. Damit war die Reihe eigentlich für mich gestorben, Teil 3 hab ich mir mit etwas Verspätung (*hüstel*) allein wegen Philip Seymour Hoffman angesehen -tan. Sein Bösewicht (mit viel zu wenig Screentime) ist dann auch das einzig positiv Erwähnenswerte, der Rest kann erwartungsgemäß wenig. Die Handlung ist vorhersehbar, die Action hübsch sauberer Standard, Atmosphäre nicht vorhanden, vom schmalzigen Ende fange ich erst gar nicht an. Technisch ist das natürlich alles einwandfrei und nett anzusehen, aber halt null packend, was bei einem Actionfilm ein ziemliches K.O.-Kriterium ist. Wäre besser gewesen, man hätte das ganze nicht zu einen Action-Vehikel für Cruise verkommen lassen und stattdessen mehr auf das Agenten-Thema des Ursprungsfilms gesetzt. 4,5/10

Der Vierte soll ja deutlich besser sein, lohnt der oder ist der auch nur eine Cruise One Man-Show?

THE UNITED STATES OF LELAND (http://www.ofdb.de/film/37016,State-of-Mind) (2003)

Drama über einen jungen Mann, den namensgebenden Leland (Ryan Gosling), der scheinbar aus dem Nichts den behinderten Bruder seiner Ex-Freundin (Jena Malone) ermordet. Damit beginnt der Film und in Gestalt des Gefängnislehrers (Don Cheadle), der von dem jugendlichen Delinquenten und dessen Tat fasziniert ist, beschäftigt er sich fortan mit der Frage nach dem Warum. In Rückblenden werden die Ereignisse im Vorfeld des Verbrechens gezeigt. Eine Antwort oder einen überzeugenden Erkärungsansatz bekommt der Zuschauer dabei aber nicht geboten. Ob das so beabsichtigt ist, konnte ich für mich nicht heraus finden, da ich den Eindruck hatte, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wurde, weil es an der für ein gutes Psychodrama nötigen Tiefe fehlte. Dass Leland am Ende von dem Ex-Freund der Schwester seiner Ex-Freundin mit einem Messer, das der Lehrer unerlaubter Weise in seiner Frühstücksdose mit ins Gefängnis gebracht hatte, erstochen wird, war dann übelste Klischeesoße, die nicht zum Rest des Films, der auf Effekthascherei verzichtet, passte. 5,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 22 Januar 2013, 19:39:52
Zitat von: DisposableMiffy nach 22 Januar 2013, 18:29:04
MISSION: IMPOSSIBLE III (2006)

Das Einzige, was mir von Teil 2 in Erinnerung geblieben ist, ist, dass ich ihn äußerst bescheiden fand ich Vergleich zum guten ersten. Damit war die Reihe eigentlich für mich gestorben, Teil 3 hab ich mir mit etwas Verspätung (*hüstel*) allein wegen Philip Seymour Hoffman angesehen -tan. Sein Bösewicht (mit viel zu wenig Screentime) ist dann auch das einzig positiv Erwähnenswerte, der Rest kann erwartungsgemäß wenig. Die Handlung ist vorhersehbar, die Action hübsch sauberer Standard, Atmosphäre nicht vorhanden, vom schmalzigen Ende fange ich erst gar nicht an. Technisch ist das natürlich alles einwandfrei und nett anzusehen, aber halt null packend, was bei einem Actionfilm ein ziemliches K.O.-Kriterium ist. Wäre besser gewesen, man hätte das ganze nicht zu einen Action-Vehikel für Cruise verkommen lassen und stattdessen mehr auf das Agenten-Thema des Ursprungsfilms gesetzt. 4,5/10

Der Vierte soll ja deutlich besser sein, lohnt der oder ist der auch nur eine Cruise One Man-Show?


Im Vierten rückt das Team wieder mehr in den Vordergrund, allerdings ist die Action over-the-top. Alles wird aber mit viel Humor präsentiert. Ich fand ihn jedenfalls gut, bin aber auch ein Fan des Dritten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 22 Januar 2013, 23:42:09
Zitat von: DisposableMiffy nach 22 Januar 2013, 18:29:04
Ich würde noch einen halben Punkt drauf legen, weil er auch beim zweiten Sehen und bekannter Wendung interessant bleibt.


Ja, ich war auch am hadern, ob er nun 8 oder 9 bekommt.
Bezüglich "Mission: Impossible 4" kann ich den Post von cyborg_2029 unterschreiben: Mir gefallen Teil 3 und 4 beide sehr gut (8/10), sie gehen aber klar in andere Richtungen. Teil 4 ist generell lockerer und übertriebener, was auch daran liegt, dass Simon Pegg weit mehr als in Teil 3 mitmischen darf - Cruise legt hier keine Solo-Nummer hin. Da nun auch "Bond" eher der ernsten "Bourne" Machart folgt, scheint "Mission: Impossible" mit Teil 4 die Lücke spaßiger Agentenfilme ausfüllen zu wollen.

Heute gab's Filme unter dem Motto "Rentner räumen auf"

Harry Brown


Ich erwartete eine sehr viel weichere und ernstere Version vom Hobo - "Harry with a Shotgun" sozusagen. Nun, kommt mehr oder weniger hin, wenn man denn das "ernst" doppelt unterstreicht. Der Film zeigt sich als ruhiges Drama rund um einen völlig vereinsamten Rentner, der sich durch den sozialen Niedergang in seiner Nachbarschaft zum Äußersten gezwungen fühlt. Dank der einnehmenden Darstellung von Caine fiebert man mit seinem Antihelden mit, obwohl man doch weiß, dass dessen Taten falsch sind - und schon findet man sich in den für Selbstjustiz-Streifen typischen Fallstricken wieder. Die sich dem Alter ihres Protagonisten anpassende, langsame Erzählweise und Inszenierung kommt atmosphärisch und kompetent daher. Kein Rache-Reißer, sondern leise beginnendes und immer lauter werdendes Drama mit gelegentlichen Gewaltspitzen - macht mit der gelungen Umsetzung unterm Strich 7/10.

Kurzer Prozess - Righteous Kill


De Niro und Pacino das zweite Mal nach "Heat" gemeinsam vor der Kamera - schade, dass dabei letztlich nur ein solider Streifen herauskam. Das vom Grundkonzept (sofort enthüllte Ausgangssituation: Polizist greift zur Selbstjustiz und ermittelt mit anderen schließlich gegen sich selbst) recht interessant klingende Drehbuch wird ziemlich hastig abgearbeitet - da ist keine große Zeit für tiefschürfende Charakterentwicklung, die Figuren bleiben vage und oberflächlich. Immerhin holen De Niro und Pacino allein mit ihrem Charisma einige Kastanien aus dem Feuer. Und der nette Nebeneffekt der etwas übereilten Geschichte ist, dass es auch nie langweilig wird. Ein kurzweiliger Streifen über einen Cop, der nach seinen eigenen Regeln spielt - nett, aber nichts, was dem erneuten Zusammentreffen dieser Schauspielgrößen gerecht wird. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 23 Januar 2013, 01:07:15
Der Clou

Unglaublich stilsicherer und durchdachter Gaunerspaß mit zwei bestens aufgelegten Hauptdarstellern. Paul Newmans Vorstellung ist makellos, cool und wirklich die richtige Ergänzung für Redfords charmant-heitere Figur. Die Zwischentitel, die an Theaterstücke erinnern, samt der Klavieruntermalung ist ja sowieso weltbekannt. Auch atmosphärisch und inszenatorisch gibt es nichts zu mäkeln. Die teilweise verwendeten, riesigen Matte-Paintings (für die Skyline z. B.) sind spektakulär und sicherlich nur in HD auszumachen.

120 Minuten gute Unterhaltung, ohne hysterisches Lachen zu provozieren, dafür wird der Kopf gefordert und die entscheidenden letzten Minuten, die so herrlich einfallsreich und ihrer Zeit voraus waren, lassen über wenige Längen hinwegsehen.

Ich vergebe aus dem Bauch heraus 8/10, ein schöner Klassiker, der auch Heute noch gut funktioniert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 23 Januar 2013, 01:42:50
Zitat von: Teppi nach 22 Januar 2013, 23:42:09Bezüglich "Mission: Impossible 4" kann ich den Post von cyborg_2029 unterschreiben: Mir gefallen Teil 3 und 4 beide sehr gut (8/10), sie gehen aber klar in andere Richtungen. Teil 4 ist generell lockerer und übertriebener, was auch daran liegt, dass Simon Pegg weit mehr als in Teil 3 mitmischen darf - Cruise legt hier keine Solo-Nummer hin.


Mehr Pegg und weniger ernst könnte mir gefallen, wenn es denn schon nicht weniger action-fokussiert zugeht.

Zitat von: Teppi nach 22 Januar 2013, 23:42:09
Kurzer Prozess - Righteous Kill


De Niro und Pacino das zweite Mal nach "Heat" gemeinsam vor der Kamera - schade, dass dabei letztlich nur ein solider Streifen herauskam. Das vom Grundkonzept (sofort enthüllte Ausgangssituation: Polizist greift zur Selbstjustiz und ermittelt mit anderen schließlich gegen sich selbst) recht interessant klingende Drehbuch wird ziemlich hastig abgearbeitet - da ist keine große Zeit für tiefschürfende Charakterentwicklung, die Figuren bleiben vage und oberflächlich. Immerhin holen De Niro und Pacino allein mit ihrem Charisma einige Kastanien aus dem Feuer. Und der nette Nebeneffekt der etwas übereilten Geschichte ist, dass es auch nie langweilig wird. Ein kurzweiliger Streifen über einen Cop, der nach seinen eigenen Regeln spielt - nett, aber nichts, was dem erneuten Zusammentreffen dieser Schauspielgrößen gerecht wird. 6/10


Ich finde zwar auch, dass das Drehbuch einiges an Potential verschenkt und mit etwas vertiefenderer Erzählweise (und ohne schauspielerisch dilettierenden HipHop-Knilch) ein deutlich besserer Film hätte entstehen können, allgemein kommt er mir aber doch ein bisschen zu schlecht weg.

Gerade gesehen:

HARSH TIMES (http://www.ofdb.de/film/86183,Harsh-Times---Leben-am-Limit) (2005)

Nach sechs Jahren Militärdienst inkl. Kriegseinsatz findet Jim (Christian Bale) nur schwer wieder ins Alltagsleben zurück. Er verfällt in alte, kleinkriminelle Verhaltensweisen und zieht mit seinem besten Freund Mike (Freddy Rodriguez) um die Häuser und dröhnt sich zu. Sein Traumjob beim LAPD platzt wg seiner psychischen Auffälligkeiten, dafür kriegt er den Job bei den Feds. Das hält ihn aber nicht davon ab, weiter Scheiße zu bauen, da sein Verhalten zusehends außer Kontrolle gerät und immer (selbst)zerstörerischer wird. Dass die Story einen üblen Ausgang nehmen wird, ist mit jeder Minute unausweichlicher und so kommt es dann auch. Bei einem schief gelaufenen Drogendeal knallt er die Dealer ab und wird selbst schwer verwundet. Selbst dazu nicht mehr in der Lage, bittet er Mike, ihn zu "erlösen" An der Stelle bzw. mit der Einstellungen des weg rennenden Mike hätte der Film auch enden sollen, quasi als Metapher dafür, dass ihn seine Tat immer verfolgen wird. So ist mir der Ausgang zu hoffnungsvoll.
Gut gespieltes und spannend inszeniertes Drama, das zwar recht früh seine Marschroute erahnen lässt, aber mit seinen überzeugenden Darstellern, allen voran Bale, und der Unheil schwangeren Atmosphäre punkten kann. 8,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 23 Januar 2013, 23:04:02
"Columbo: Der alte Mann und der Tod"

Der wohl transusigste, rätselhafteste und zugleich schwächste Columbo-Fall überhaupt. Columbo führt sich besonders sonderbar auf, geht sogar körperlich auf Schmusekurs mit dem Tatverdächtigen, versucht sich an Meditation und führt allgemein fragwürdige Dialoge, die wegen ihrer Gehaltlosigkeit vielleicht in einen Helge-Schneider-Film passen, aber nicht hierher. Die finale Szene, bestimmt 15 Minuten lang, labert der Inspektor - obwohl die Folge eh schon hoffnungslos zerdehnt ist - gar zu Tode, so daß der Zuschauer am Ende völlig entnervt das Handtuch wirft, wenn der Täter aufgrund eines absoluten Nicht-Beweises überführt wird. Für mich der einzige Totalausfall dieser tollen Reihe. 4/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 23 Januar 2013, 23:40:52
Anlässlich der TV-Ausstrahlung mal in den BD-Player geschoben:

Last Samurai

Culture-Clash im historischen Action-Drama-Gewand: Das anfängliche Verhalten von Cruise sowie die etwas romantisierende Weise, wie die Samurais betrachtet werden, machen gleich klar, dass man nicht unbedingt nach geschichtlicher Akkuratesse suchen muss. Ist aber keineswegs schlimm, da die bezaubernden Bilder (seien es nun die ruhig eingefangen Landschaften oder die spektakulären Schlachten) und der schöne Score einen dennoch begeistern - trotz der zünftigen Laufzeit (gute 2,5h) fühlt sich der Film (fast) nie in die Länge gezogen an. Einzige Ausnahme: Die letzten Minuten, welche den Pathos-Faktor in hässliche Höhen treiben. Dafür wird dankenswerterweise auf eine klebrige Love-Story verzichtet und ein charismatischer Auftritt von Cruise und Watanabe geboten. Ganz sicher keine Geschichtsstunde, aber ein optisch erstklassiges Epos, das auch durch das kitschige Ende nicht kaputt gemacht werden kann. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 24 Januar 2013, 04:52:16
Catch.44
Bruce Willis und Forest Whitaker als große Namen in einem Film, welcher versucht an Tarantino anzuknüpfen, was aber voll daneben geht. Look und Gewaltausbrüche stimmen, die Story ist fürn Eimer und die Dialoge gehen von ok über langweilig bis dämlich. Als Fan solcher Filme kann man ihn sich mal anschauen. Schade dass es die Großen mittlerweile so nötig haben bei sowas mitzuspielen. 4/10

Bounty Hunters
Der erste Film mit Ex-WWE-Diva Trish Stratus reiht sich ein in die Werke ihrer damaligen Kollegen, B-Movies welche man nicht unbedingt sehen muss. Langweilige Gansterstory und ebenso langweilige Charaktere. Dafür kann Trish in den Kampfszenen auftrumpfen, welche zwar etwas konstruiert wirken und zu viele Wrestling-Moves beinhalten, dafür aber ohne schnelle Schnitte oder Wackelkamera auskommen; wenns aufs Fressbrett gibt, dann ordentlich und oft. Da können sich Batista und Co. eine Scheibe von abschneiden. Hoffe dass sie es in Zukunft in etwas qualitativ höherwertige Filme schafft. 5/10 (für Trish im Schulmädchenkostüm)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 24 Januar 2013, 08:46:40
Im Volksmund heißt es ja, Youth is ,,Wasted on the Young" - und für eben diese Redewendung liefert Ben C. Lucas in Gestalt seines 2010er (Jugend-Thriller-Drama-) Regiedebüts eine treffende Veranschaulichung, welche dem geneigten Betrachter zugleich einmal mehr die beachtliche Qualität so einiger aktueller australischer Filmproduktionen vor Augen führt. Von den präsentierten Images, der Editing-Arbeit, Musikuntermalung und den unaufdringlichen, aber cool eingebundenen visuellen Einfällen (á la digitale Bildverzerrungen oder in die betreffenden Szenen integrierte Textnachrichten) mutet das Werk schlichtweg großartig arrangiert an - während inhaltlich auf geschickte Weise eine brisante Geschichte erzählt wird, die unweigerlich bestimmte Emotionen beim Zuschauer auslöst. Im Verlauf werden ,,gewähnte Pfade" immerzu ein Stück weit verlassen und wirkt jedes Element (bewusst) ,,geringfügig künstlicher als die Realität" - etwa ist alles strikt auf Hochglanz getrimmt und ist nie auch nur ein Erwachsener im Bild zu sehen: Perfekt harmoniert das mit der Selbstwahrnehmung der allesamt jungen wie reichen Protagonisten und übt im Zuge dessen (außerdem) einen ganz speziellen Reiz aus. Gekonnt geht die Handlung aktuelle Thematiken wie Mobbing, Date-Rape oder Amokläufe an - worüber hinaus die moderne Alltags-Technik der ,,Kids" (soziale Netzwerke, Handys, Kameras, raffinierte PC-Programme etc.) ebenfalls eine zentrale Rolle spielt. Spannend, kurzweilig, durchweg solide besetzt und ,,audiovisuell" höchst ansprechend, regt das Gebotene obendrein zum Nachdenken an und mündet zu guter Letzt auch noch in einem erfreulich ,,erwachsenen" Finale, inklusive einer ,,Höhepunktsequenz" der gleichermaßen cleveren wie hintergründigen Art. Ja, die abschließenden Sekunden vorm Einsetzen des Abspanns hätte man durchaus (getrost) weglassen können - nichtsdestotrotz erhält der Streifen von mir eine klare Empfehlung...   8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 24 Januar 2013, 10:26:15
Zitat von: Teppi nach 21 Januar 2013, 00:02:31Heute gab's einen Abend mit dem aktuelleren Cronenberg (ich kenne nichts vor "A History of Violence" von ihm, das mal als Vorabinfo und "Rechtfertigung" für die merkwürdigen Benotungen gleich ;->)

Dann seien dir natürlich auch seine früheren Filme ans Herz gelegt. Beispielsweise sind Scanners (von Subkultur) und Videodrome (Koch) vor kurzem in sehr schönen Ausgaben auf Blu-ray Disc erschienenen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 24 Januar 2013, 15:11:23
... und Gerechtigkeit für alle

Ziemlich unkonventionelles Justizdrama mit Elementen des Milieufilms. Pacino geht in seiner Rolle als idealistischer Anwalt für eher schmutzige Fälle, völlig auf. Das war damals seine Zeit (In kürzester Zeit "Godfather1+2", "Dog Day Afternoon"usw.) und das bewies er, indem er wirklich grundverschiedene Rollen überzeugend spielte. Vom Mafioso, zum Anwalt, zum verzweifelten Bankräuber, eine ziemliche Leistung.

Hier hat er jedenfalls eine Glanzleistung hingelegt, was vor allem in seiner berüchtigten Schlussszene spürbar wird. Für mich gibt es kaum einen energiegeladeneren Darsteller. Dazwischen trifft man allerlei merkwürdige Typen: Richter mit Selbstmordzwang, Transvestiten, ein seelisch kaputter Anwaltskollege, und, und, und... Dabei wird die Dramatik aber auch oft mit einer kräftigen Prise Humor aufgelockert. z. B.: Der Richter, der immer wieder versucht, sich umzubringen. Da seien nur der Heliflug, bei dem er sich und Pacino fast umbringt, oder die Schrotflinte auf der Toilette erwähnt. Schwarzer Humor ist auf jeden Fall vorhanden, wirkt aber sehr konträr. Völlig unpassend ist der funkige 70s Soundtrack, der eher in eine Sitcom der damaligen Zeit gepasst hätte, als in einen Justizfilm. Ich fand das dermaßen unpassend, dass ich mehrfach laut loslachen musste.  :icon_lol:

Ansonsten eine Sichtung Wert gewesen. 7,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 25 Januar 2013, 13:13:51

Brownian Moment (http://www.ofdb.de/film/205663,Brownian-Movement)

Wenn die Hauptdarstellerin Sandra Hüller heißt, kann man eigentlich jeden Film ohne Zögern anschauen (bis jetzt sind das Requiem und Über uns das All) - auch hier ist sie, völlig berechtigt, das rätselhafte, emotionale Zentrum. Manchmal ruht die Kamrea minutenlang auf ihrem Gesicht, und man liest wie in einem Buch darin, in winzigen Veränderungen der Mimik, der Körpersprache. Ähnlich wie bei Antononi-Heldinnen steht sie in einem Spannungsverhältnis zur Architektur, die sie umgibt: sonnendurchflutete, hohe Räume, stilistisch streng und ähnlich abweisend in ihrer minimalistischen Geschlossenheit: Die Frau und die Entfremdung: von der Gesellschaft und von sich selbst.
Als Zuschauer sollte man trainiert sein im Antonioni-Schauen, aber auf Dialoge verzichten können, denn es gibt kaum welche, alles funktioniert über Gesichter, Räume, Blicke, Licht. Sehr beeindruckend!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 25 Januar 2013, 13:45:37
The Warriors

Walter Hills Kultfilm, der mich irgendwie an Uhrwerk Orange erinnert, nur ohne tieferen Sinn. Dafür wartet der mit einem sehr spannenden Grundprinzip und einer fast perfekten Ausführung auf. Eine Odyssee zum rettenden Heimathafen, welche immer wieder von rivalisierenden Banden und Reibereien unterbrochen wird. Dabei sind die Kämpfe zwar nicht besonders zahlreich, dass man die Bezeichnung Action verwenden könnte, dafür äußerst rau und hübsch bodenständig. Keine durchgestylten Kampfchoreographien, sondern brutaler Straßenkampf. Da werden Stühle in Zeitlupe zerdeppert und Stahlrohre aus Wänden gerissen, um als Waffe zu dienen. Die wenigen Actionszenen sind Hill-typisch wunderbar inszeniert und natürlich durch die ein oder andere Zeitlupe spektakulär eingefangen.

Das Aufgebot an Statisten und Bandenmitgliedern ist für einen Film dieser Budgetklasse beeindruckend - sogar für heutige Maßstäbe.

Ansonsten ist der Film vor allem durch die bekannten Gesichter interessant. James Remar und David Patrick Kelly sollten jedenfalls jedem Actionfan der 70er und 80er ein Begriff sein. Ersterer sorgt ja in einer Doppelrolle aktuell in Tarantinos "Django Unchained" für ordentlich Bleigewitter, während letzterer vor allem durch seine Rollen in 48 Hrs. (zusammen mit Remar!) oder Commando in Erinnerung geblieben ist. Schauspielerisch ist das natürlich alles ziemlich flach, wenn auch der Geschichte angemessen. Mehr als grimmig gucken ist da unter den Jugendbanden nicht drin. Die bedrückende Atmosphäre und die stimmungsvolle Synthiemucke geben dem Film aber dann doch noch eine ordentliche Aufwertung.

8/10

Christine

Carpenters ungewöhnlichster Horrorfilm, der nicht nur lange mit dem eigentlichen Horror auf sich warten lässt, sondern auch als Jugendfilm funktioniert, zumindest sehr oberflächlich. Angeschnittene Themen wie Pubertät, ausloten von Grenzen, Rebellion und dem Erwachsenwerden sind natürlich nicht der Mittelpunkt des Films, aber immerhin bringen sie etwas Leben in die Figuren. Das ist natürlich alles arg klischeebeladen, aber auf eine unterhaltsame Art und Weise. Das der schwache Nerd durch den Einfluss eines Autos zum kleinen Macho und fiesen Psycho mutiert, ist immerhin eine weitere Auseinandersetzung mit der jugendlichen Entwicklung und wie das schieflaufen kann. Das ist natürlich alles ganz uninteressant, denn das Auto ist der heimliche Star und wenn es dann wirklich losgeht, bekommt man auch einige nette Spezialeffekte und Einfälle serviert. Da reanimiert sich der völlig zerkloppte Wagen erstmal selbst, in dem er sich zurücktransformiert, ausbeult usw.  Es war fast unerträglich, wie viele dieser wunderbaren Autos in dem Film verschrottet worden sind. Da hat mein Herz geblutet.  :bawling: Der 50er Jahre Rock n Roll Soundtrack bringt dann noch ordentlich Stimmung und gute Laune in den Streifen und rundet das ganze gut ab.

Die Darstellung der Schule war aber wohl der Hammer: Mitzwanziger, die aussehen wie Mitdreißiger, die irgendwelche Highschool(?)-Kids verkörpern sollen. Dazu noch Schüler mit Klappmessern, dicken Muskeln und dem Gehabe von Gefängnisinsassen, die natürlich das Lunchpaket des armen Protagonisten fertigmachen! YEAH! MAN, DIE HABEN DEN YOGHURT ECHT FERTIGGEMACHT, BOARR SIND DIE HART! Das war wirklich super.  :viney:

Nichtsdestotrotz ein schöner Spaß und Christine ist einfach ein Hammerauto.  :love:

7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Wolfhard-Eitelwolf nach 25 Januar 2013, 15:13:29
Den noch frischen koreanischen Kriegsfilm "Front Line": Gut 2 Stunden sehr ansprechende Unterhaltung mit viel bombastischem Krawumm und auch ner guten Portion asiatisch-dick aufgetragener Gefühlsduselei gerade am Ende. Wer's mag... Feuer frei! Die Blu Ray hat bis auf den teils schwachen Schwarzwert vor allem eine sehr gute Schärfe zu bieten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 26 Januar 2013, 00:38:56
The Crow

Dieser Film ist einfach nicht so mein Fall. Ich kann nachvollziehen, weshalb er eine große Fangemeinde und bereits Kultstatus erreicht hat, aber diese ganze düstere Gothic-Optik gefällt mir gar nicht. In meinen Augen besteht der Film im Wesentlichen nur aus einer Aneinanderreihung von Gewaltexzessen, die einen irgendwann langweilt, weil man eh schon vorher weiß, was passiert. Der Übermächtige und Unverwundbare schlachtet die Bösen ab. Wirklich fesselnd finde ich das nicht. Die Atmosphäre des Films ist zudem dreckig, verkommen, düster, die Personen zum Teil vollkommen asozial und völlig abgedreht - ziemlich bedrückend das Ganze, da hab ich keinen Spaß dran, mir anzugucken, wie sich die ganzen Drogensüchtigen abschiessen. Interessant, aber nix für mich.

4/10

The Big Lebowski

Meines Erachtens eine der besten Komödien überhaupt, der Kultfilm schlechthin und immer wieder ein Genuss. Den Dude kann man bei jeder Gelegenheit bedenkenlos reinschieben, da macht man nie was falsch. Schlichtweg jede Figur ist grandios, jeder Dialog genial - das Drehbuch muss herausragend sein. Dazu der tolle Soundtrack, der eine entspannende Atmosphäre schafft ... und nicht zuletzt die Tatsache, dass ich durch den Dude auf die wunderbar leckeren White-Russians gekommen bin, machen diesen Streifen für mich einzigartig.  :icon_mrgreen:

9/10



Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 26 Januar 2013, 00:53:31
Zitat von: MMeXX nach 24 Januar 2013, 10:26:15
Dann seien dir natürlich auch seine früheren Filme ans Herz gelegt. Beispielsweise sind Scanners (von Subkultur) und Videodrome (Koch) vor kurzem in sehr schönen Ausgaben auf Blu-ray Disc erschienenen.


Ich leihe mir ungesehene Filme lieber erstmal aus - und Lovefilm hat bei "Scanners" nur die DVD-Version, bei "Videodrome" sogar gar keine (kann auch daran liegen, dass meine 18er Freischaltung noch nicht durch ist und der Streifen womöglich indiziert ist?!) im Angebot - die schicken Blu Ray Ausgaben nützen mir also leider nichts. "Scanners" kam dennoch auf die Leihliste, ebenso wie "Die Fliege", "Dead Zone" und "eXistenZ" - letztere haben alle mir bekannte Gesichter, was vielleicht den Zugang zu den älteren Werken Cronenbergs zum Einstieg erleichtert.

Genrell muss ich mal anmerken, dass ich durch den Thread schon auf ein paar Filme aufmerksam gemacht wurde, die ich vorher nicht auf dem Radar hatte - Zweck also voll erfüllt, danke ^^


Die letzten Glühwürmchen

Ich habe nun auch diesen Klassiker des Animations-Films nachgeholt und komme zu dem Fazit, dass ich den Streifen zwar sehr melancholisch und bedrückend fand, ihn aber nicht als den "traurigsten aller Zeiten" (immer wieder mal zu lesen) ansehe.

Ein Jugendlicher muss sich mit seiner kleinen Schwester in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in Japan durchschlagen - ein Schicksal, dass allen voran aufgrund der innigen Beziehung zwischen den beiden sehr berührt. Die trostlose Situation steht einer (gekünstelt) positiven Grundstimmung gegenüber (schließlich will der große Bruder die Kleine vor den schlimmsten Schrecken bewahren) - so blitzt immer wieder ein Hoffnungsschimmer auf (auch symbolisiert durch die Glühwürmchen).

Dass diese jedoch trügerisch sind, erfährt man schon zum Start des Streifens. So sieht der Zuschauer die beiden letztlich auf ihr feststehendes Ende zusteuern. Trotz dieses Wissens trifft der Tod der Schwester einen dennoch hart. Leider leistet man sich meiner Meinung nach an genau dieser Stelle aber auch einen ziemlichen Schnitzer in der Szenenabfolge: Das Ableben der Schwester und ihre Verbrennung sind zutiefst traurig - dummerweise liegt zwischen diesen Sequenzen eine unnötige Rückblende, die mit ihrer Musikuntermalung der düsteren, deprimierenden Stimmung eher abträglich ist. Ja, das hört sich nach unnötiger Meckerei an, doch dadurch wird den emotionalsten Szenen des Film in meinen Augen teils ihre Wirkung genommen, die sie im direkten Verbund gehabt hätten.

Nun, das ist Nörgeln auf hohem Niveau. Der Film ist dennoch eine melancholisch-emotionale Erfahrung. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 26 Januar 2013, 01:59:12
Zitat von: Dex nach 26 Januar 2013, 00:38:56
The Crow
Dieser Film ist einfach nicht so mein Fall. Ich kann nachvollziehen, weshalb er eine große Fangemeinde und bereits Kultstatus erreicht hat, aber diese ganze düstere Gothic-Optik gefällt mir gar nicht. In meinen Augen besteht der Film im Wesentlichen nur aus einer Aneinanderreihung von Gewaltexzessen, die einen irgendwann langweilt, weil man eh schon vorher weiß, was passiert. Der Übermächtige und Unverwundbare schlachtet die Bösen ab. Wirklich fesselnd finde ich das nicht. Die Atmosphäre des Films ist zudem dreckig, verkommen, düster, die Personen zum Teil vollkommen asozial und völlig abgedreht - ziemlich bedrückend das Ganze, da hab ich keinen Spaß dran, mir anzugucken, wie sich die ganzen Drogensüchtigen abschiessen. Interessant, aber nix für mich.


Das, was Du aufzählst, sind für mich genau die Sachen, die für mich den Film so gut machen. Er ist auch gar nicht dazu da, Spaß zu machen und er hätte absolut das Thema verfehlt, würden Deine Kritikpunkte fehlen. Aber okay. Dafür ist der Thread ja auch zu gebrauchen. Ich finde den nach wie vor sehr gut, eben wegen der depressiven Atmosphäre und der Gothik-Atmosphäre, das hebt den Film eben von sonstigen Verfilmungen ab. Film muss ja nicht immer Spaß machen, oder? Ist es nicht eigentlich auch die Aufgabe von Film allgemein, verschiedene Emotionen anzusprechen, also Freude, Leid, Trauer usw.? Wo kommen wir denn hin, wenn alles nur heitere Unterhaltung wäre?

Gewaltexesse sehe ich irgendwie gar nicht, finde den Film in der Kinofassung noch recht zurückhaltend, die Brutalität geht hier viel von der düsteren und depressiven Grundstimmung aus. Gewaltexesse ist bei dem Film, meiner Meinung nach, schon wirklich ein extrem übertriebenes Wort.

Gutgemeinter Rat: lass blos die Finger von früheren Tim Burton Filmen, die werden Dir auch nicht gefallen. Meine ich wirklich konstruktiv!

In dem Kontext finde ich Teppis Sichtung von "Die letzten Glühwürmchen" lustig, der ist ja auch ziemlich bedrückend.  :icon_lol:

Edit:

Finde den Thread wirklich super und eine tolle Bereicherung fürs Forum. Die mittlerweile zehn Seiten sprechen ja auch eine eigene Sprache. Man kann hier schön locker-flockig sabbeln, auf das eingehen, was man möchte und von mir aus muss sich keiner auf den Schlips getreten fühlen, wenn man mal anderer Meinung ist. Das macht den Thread aus. Außerdem haben wir schon coole Nebeneffekte, wie Diskussionen, die in neue Threads münden, siehe "Christine".
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 26 Januar 2013, 02:30:15
Zitat von: ratz nach 25 Januar 2013, 13:13:51
Brownian Moment (http://www.ofdb.de/film/205663,Brownian-Movement)
Wenn die Hauptdarstellerin Sandra Hüller heißt, kann man eigentlich jeden Film ohne Zögern anschauen (bis jetzt sind das Requiem und Über uns das All) - auch hier ist sie, völlig berechtigt, das rätselhafte, emotionale Zentrum.


Die Frau ist wirklich sensationell. "Requiem" lebt eigentlich nur von ihrer Ausdrucksstärke. Muss mir "Brownian Movement" mal unbedingt besorgen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 26 Januar 2013, 07:23:08
Last Run (2001)
Armand Assante als Ex-Agent der nochmal ran muss.
Hab irgendwie garnix erwartet, aber dank Anthony Hickox routinierter Actionregie wurde der Film wirklich ziemlich unterhaltsam.
Fuer einen B-Actioner wurde da schon gut rangeklotzt.
Ein paarmal musste ich mir zwar an den Kopf fassen zwecks ein paar Ungereimtheiten mit den BMWs (falsche Motorengeraeusche,
das BMW-Modell in Frage hatte nie einen V6, immer einen Reihensechszylinder...), aber naja, da kommt der BMW-Technician durch
bei mir.  :icon_mrgreen: Der Kritikpunkt ist daher nicht wirklich ernstgemeint.  ;)
Die Actionszenen wissen wirklich zu ueberzeugen, schnitttechnisch sind da schon ein paar Schmankerl dabei. Zeitlupe wurde hier ebenfalls gut eingesetzt.
Neben Assante gibt es noch Juergen Prochnow mit lockiger Haarpracht, die noch immer huebsch anzusehende Ornella Muti und sogar den Regisseur in einer Nebenrolle zu sehen.
Wirklich nett, gibt so 6,5/10 Punkten

Ginger Snaps (2000)
Hm, warum ich diesen hervorragenden Horrorfilm, der jetzt schon fast dreizehn Jahre auf dem Buckel hatte, immer gewollt oder auch
ungewollt ignorierte, ist mir ein Raetsel.
Er hat es definitiv nicht verdient, erfrischend cool und anders der Film.
Selbst das schon ziemlich ausgeleierte Highschool-Setting nervte hier mal nicht. Selbst die eingebildeten Oberschlampen sehen halbwegs normal aus und nicht wie von einem Pornodreh gestohlen.
Hervorragende Effekte, ziemlich coole Kamerafahrten in Kombination mit der extrem suessen Hauptdarstellerin geben bei mir eine 8/10 Punkten.
Jetzt heist es natuerlich noch die beiden Fortsetzungen von 2004 zu sichten.

Impostor (2001)
Wow, laut IMDB war das ja ein gigantischer finanzieller Flop.
Kann man irgendwo verstehen das der Film nicht unbedingt den Geschmack der Massen getroffen hatte.
Ich fand ihn ziemlich gut, CGI vielleicht nicht ganz auf der Hoehe der Zeit, aber abgesehen davon gibt es eine actionreiche Hatz mit einem wie immer ueberzeugenden Sinise und einer ebenso guten Stowe.
Abgerundet von einem ziemlich netten Ende kann man sich den Film als Action- oder SF-Fan ansehen.
Gebe so 6,5/10 Punkten

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 26 Januar 2013, 23:24:59
Zuletzt wurden die beiden Werke von Duncan Jones gesichtet.

Moon


Ein sehr ruhiger, dafür aber auch sehr atmosphärischer Sci-Fi-Streifen über einen allein auf dem Mond stationierten Arbeiter (Sam Rockwell), der einem Geheimnis auf die Spur kommt. Eben jenes wird nach ca. einer halben Stunde aufgedeckt, womit die Überraschungen des Streifens aufgebraucht wären. Das stört jedoch so gut wie gar nicht, da der sphärische Soundtrack (Clint Mansell hat wieder klasse Arbeit geleistet), die ansehnlichen Sets (ich würde meinen, hier kamen größtenteils Modelle, und kaum Computertricks zur Anwendung) und allen voran das starke Spiel von Rockwell einen trotz der nicht gerade zahlreichen Twists in ihren Bann ziehen. Zudem wird mit dem reizvollen Figur des Roboters subtile Spannung erzeugt. Stimmungsvoller Sci.Fi-Streifen der alten Schule.

Source Code

"Und täglich grüßt das Murmeltier" in Thriller-Form: Jake Gyllenhall durchlebt immer wieder die letzten Minuten vor einem Terroranschlag, um die Drahtzieher ausfindig zu machen. Das ergibt ein gleichermaßen atmosphärisches (vor allem surrealen die Szenen in der Kapsel) wie spannendes Kammerspiel, welches ebenso wie "Moon" seine größte Überraschung schon früh verrät, um diese fortan als Motor für die Handlung anstatt als effekthascherischen Mindfuck zum Schluss zu nutzen. Neben dem gut aufspielenden Gyllenhall gefallen vor allem Vera Farmiga und Jeffrey Whright, welcher eine schicke Arschloch-Show abzieht. Mitreißender Sci-Fi-Thriller mit tollem Grundkonzept.

Beide Filmen widmen sich auf packende, philosophisch angehauchte Weise den interessanten Themen um die eigene Identität und den Wert des Lebens. In beiden Fällen eine 8/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 27 Januar 2013, 11:09:47
Twin Peaks
Endlich mal gesichtet, nachdem ich die Goldbox eine Ewigkeit in meinem Regal stehen hatte. Man kann sich heute vielleicht gar nicht mehr so recht vorstellen, was für eine Wirkung diese Serie im Zeitalter vor Akte X und ähnlichen Produktionen hatte, die sicher nicht ganz unbeinflusst von Lynchs/Frosts Mysterien geblieben sind. Statt einer traditionellen detektivischen Ermittlung sich im Traum in einem abgedunkelten Zimmer bei Rotlicht mit einem tanzenden Zwerg zu unterhalten, war und ist nicht Usus für einen aufrechten FBI-Schnüffler. Obwohl ich perfekt getrimmte Hauptfiguren sonst normalerweise nicht mag, kommt Special Agent Dale Cooper mit seinen ganzen Eigenheiten doch sehr sympathisch herüber. Ähnliches gilt für die meisten anderen Figuren. Ausnahmen sind jedoch oft auch gerade den dahinterstehenden schauspielerischen Qualitäten zu verdanken. Was habe ich Catherine Martell, brillant von Piper Laurie gegeben, mitunter gehasst. Weniger überzeugend sind jedoch die burlesk-täppischen Anteile der Serie, insbesondere Andy und Lucy vom Sheriff-Büro, die von Harry Goaz und Kimmy Robertson bisweilen als etwas sehr schlicht dargestellt werden. Und nachdem der Mord (vorläufig) "aufgeklärt" ist (an eine Entwirrung aller Fäden ist dabei jedoch nicht zu denken), kommt leider eine Schwächephase, der die vormalige Originalität fehlt (stattdessen wird ein traditionell gezeichneter ständig lachender sadistischer Bösewicht geliefert) und in der humoristische Eskapaden wie die Liebeshändel der bärenstarken Nadine viel zu viel Raum gewinnen. Ehrlich gesagt war ich dann trotz aller Qualitäten der Serie ganz froh, als sie vorbei war. Dabei hätte die geplante dritte Staffel enorm stark werden können. Trotzdem kann man die Serie als stilistisch einzigartiges, künstlerisch ambitioniertes Fernsehen der Sonderklasse bezeichnen und empfehlen.  
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 27 Januar 2013, 11:11:59
...jetzt musste aber noch den Film dazu schauen - also "Fire walk with me".  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bluefox nach 27 Januar 2013, 12:02:06
J. Edgar

Gestern auf DVD angeschaut. Sehr gut gespielt. Leonardo di Caprio muß hier ungefähr 50 Jahre Geschichte überbrücken und das macht er, zusammen mit den anderen Darstellern, sehr gut. Sicher ist di Caprio in der Maske eines alten Mannes etwas gewöhnungsbedürftig, in Rückblenden wird das Leben von Edgar Hoover, dem Gründer des F.B.I. nacherzählt. Oder die Dinge, die bekannt gewesen sind, denn der Mensch Hoover war eine sehr zwielichtige Figur. Dies wird auch im Film deutlich. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war die authentische Darstellung der verschiedenen Zeitepochen, angefangen in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bis hin zu den 60er/70er Jahren. Die Atmosphäre ist teilweise so dicht, daß es direkt unheimlich wirkt, so z.B. bei der Entführung des Lindberg Babys.

Zu verdanken haben wir diesen Film natürlich Clint Eastwood, der einmal mehr seine Regiekünste unter Beweis stellt. Natürlich ist das kein Blockbuster, aber gerade das macht diesen Film wirklich empfehlenswert.

10/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Private Joker nach 27 Januar 2013, 12:11:03
Catch 44 (PayTV)

"Und wenn das Drehbuch noch so schlimm is - Bruce will es" (frei nach dem früheren Running Gag eines deutschen Radiosenders). Liest der Mann die Dinger überhaupt noch, die man ihm da offenbar unter der Klotür durchschiebt oder zählt der nur die paar Dollars, die drangeheftet sind ? Wobei Drehbuch für diese filmische Zumutung eigentlich eine maßlose Übertreibung ist; da denkt sich jemand eine zentrale Szene aus, die wir dann zu unserem wachsenden Entsetzen 4 oder 5 Mal in immer minimal fortschreitenden Bruchstücken zu sehen bekommen und kleistert drum herum eine unendlich öde "Story" um Kleinganster, verliebte Goons und drei restlos uninteressante Gangster-Tussen, die von irgendjemand irgendwie reingelegt werden. Dass mein ganz persönliches goldenes Beerchen für die schrecklichste schauspielerische "Leistung" seit ewigen Zeiten nicht an Bruce, sondern an Whitaker geht, ist da keinerlei Trost.  

Nur mit Wohlwollen 2/10.

El Gringo (BD)

Na also, geht doch. Die After Dark Horrorfilme (jedenfalls die zwei oder drei, die ich gesehen habe) gefielen mir gar nicht, die Thriller und Actionfilme lassen sich doch viel besser an. Nach dem relativ konventionellen, aber durchaus ansehnlichen Transit jetzt also ein ziemlich abgedrehter Hybrid aus etwas Tarantino und reichlich Adkins-Klopper. Und erstaunlicherweise gelingt der Spagat sogar; der Film beginnt wie eine der mittlerweile eigentlich schon wieder outen "Lachen über Leichen"-GangstersComs, holt aber genau zum richtigen Zeitpunkt die grobe Kelle raus und liefert den Fans das, was sie sehen wollen, wenn Scott an Nr. 1 im Cast steht, garniert mit erstaunlich viel Blut (gerade so viel, wie die FSK offenbar noch toleriert). Dass der Film noch ein paar drollige Nebenfiguren aufbaut und sogar die obligatorische Sexszene wirklich orignell "verpackt", gibt extra-Pluspunkte. Da verzeiht man sogar, dass das Finale bzw. die Finals actionseitig etwas arg zurückhaltend geraten sind und die Bad Guys relativ unspektakulär abtreten..

7,5/10
.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 27 Januar 2013, 12:38:37
Zitat von: StS nach 27 Januar 2013, 11:11:59...jetzt musste aber noch den Film dazu schauen - also "Fire walk with me".  ;)


Ja, der liegt bereits vor und wird als nächstes gesichtet.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 27 Januar 2013, 15:14:15

Poll (http://www.ofdb.de/film/202872,Poll)

Noch eine TV-Sichtung aus der letzten Zeit: Ganz furchtbar. Im Bestreben, auf großes Kino zu machen, hat der Regisseur (der durch Vier Minuten eigentlich in guter Erinnerung geblieben ist) derart wahllos sämtliche Mittel überstrapaziert, daß die Geschichte, die angeblich auf einer wahren Begebenheit beruht, völlig zugekleistert wird: Zuviel Farbfilter, zuviel Kamerafahrten, zuviel (und zu schlechte) Musik. Dazu mitunter Dialoge, bei denen sich einem die Zehennägel kräuseln ("Ich werde dein Leben zerstören" hat im Baltikum des Jahres 1913 garantiert kein Mensch gesagt), und platteste Symbolik.
Eigentlich sehr schade, vor allem um die verbratenen Fördergelder und die Möglichkeit, etwas Sinnvolles zur deutschen Geschichte im Baltikum beizutragen. Vielleicht wollte man sich ja von der reduktionistischen Bildsprache absetzen, die Haneke im in mancher Hinsicht ähnlich gelagerten Weißen Band nur ein Jahr zuvor zelebriert hat, aber man hätte sie mal lieber zum Vorbild nehmen sollen, daran wäre nichts Ehrenrühriges gewesen. So bleibt nur ein überambitionierter Stilbrei, der allen schmecken soll und dadurch ungenießbar ist.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 27 Januar 2013, 17:03:43
Zitat von: Dex nach 26 Januar 2013, 00:38:56
The Crow


Kann damit auch nicht viel anfangen. Ein grenzwertig kitschiges Rachedrama, das dank seiner Bildsprache nicht zum völligen Langweiler verkommt. Der Kult um den Streifen erschließt sich mir nicht. Klar, Lees Tod, aber sonst?

Letztlich ist der Film nicht mehr als "Ghost - Nachricht von Sam" mit mehr Blut und besserer Musik. *g*
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 27 Januar 2013, 17:12:20
21 Jump Street
Highschool, Komödie und Drogen in Kombination klingt eigentlich abschreckend, aber der Film war eine positive Überraschung für mich (kenne die Serie nicht). Jonah Hill und Channing Tautum lassen ohne Ende Gags vom Stapel und machen sich zum Eimer ohne dass es in Kifferkomödie, Billigporno oder Fäkalstreifen abdriftet. Die Action kann sich ebenfalls sehen lassen, man spielt mit Klischees und lässt es ordentlich krachen. Das Ende ist erstaunlich blutig geraten und lässt mich die FSK nicht mehr für voll nehmen, wenn ich andere Filme mit gleicher Härte vergleiche. Lange bei keiner Komödie mehr so gelacht. 8/10

ParaNorman
Sehr detaillierte Stop-Motion-Grusel-Komödie welche mit liebevollen Figuren und einer schönen Geschichte aufwarten kann. Es lassen sich viele Anspielungen an alte Horrorsteifen finden, die Gagdichte lässt allerdings gegen Ende nach. Nicht so gruselig wie "Coraline" aber sehenswert. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 27 Januar 2013, 23:42:38
Filmisch verschlug es mich heute an die Westküste der USA, genauer gesagt nach L.A. und San Francisco.

L.A. Crash


Ein starkes Drama im Episoden-Stil, welches sich um das große Grundthema Rassismus dreht. Wie bei dieser Erzählstruktur nicht unüblich, gibt es auch ein paar nicht ganz so gute Geschichten - vor allem der Part von Bullock ist mir zu oberflächlich und plakativ. Die meisten der schön ineinander gewebten Schicksale wissen jedoch mitzureißen, was auch dem tollem Darsteller-Ensemble zu verdanken ist. Besonders die Szene zwischen dem bewaffneten Perser, dem Schlosser und dessen Tochter ist selbst bei der zweiten Sichtung noch immer ein ganz großer Gänsehautmoment. Der sich eher im Hintergrund haltende, aber stets präsente Score schiebt sich in den richtigen Momenten in den Vordergrund und untermalt gekonnt die dramatischen Ereignisse. Ein teils trauriges, teils optimistisches, beinahe stets bewegendes Werk. 8/10

Bullitt


Hab' ich mich mal wieder an einen Klassiker gewagt - mit sehr ernüchterndem Ergebnis. Beschimpft mich ruhig als MTV-Kiddie o.Ä. , aber mir gerieten die im Schneckentempo voranschreitenden Ermittlungsarbeiten ein ganzes Stück zu zäh. Die Figuren ließen mich (trotz schön stoischen Spiels von McQueen) ebenso kalt wie der Kriminalfall, weshalb ich mir nach gewisser Zeit nur noch die "legendäre Verfolgungsjagd" herbeigesehnt habe. Diese fiel dann tatsächlich ziemlich ahnsehnlich aus - generell stehe ich zwar bei derartigen Szenen eher auf schnellere Schnitte, aber die gesteigerte Übersichtlichkeit war mal eine nette Abwechslung zur modernen Machart. Tja, danach wurde das Tempo wieder ganz gemein gedrosselt. Letztlich bleibt für mich also nur die Verfolgungsjagd sowie ein toller Twist vorm Finale als Lichtblick für mich - da es keinen "Klassiker-Bonus" gibt, macht das 3/10 meinerseits.

Ich gehe mal davon aus, dass ich mir ähnlich angelegte Werke aus dieser Zeit ("Fluchtpunkt San Francisco" etc.) gleich sparen kann, oder?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 27 Januar 2013, 23:52:08
ZitatIch gehe mal davon aus, dass ich mir ähnlich angelegte Werke aus dieser Zeit ("Fluchtpunkt San Francisco" etc.) gleich sparen kann, oder?


Ja, lass das lieber und auch um "French Connection" solltest Du leider einen Bogen machen. Wobei Dir da was entgeht.  :icon_confused: Man muss schon die gemächliche Art der 70er mögen, die eben kein Schnittmassaker serviert, sondern einfach bodenständig längere Einstellungen serviert, wie z.B. bei Bullitt die Kameraperspektive im Auto.

Vielleicht kannst Du die Erwarungshaltung ja auch einfach auf das entsprechende Jahrzehnt anpassen? So mach ich das eigentlich immer, sonst wäre ja sogar die Verfolgungsjagd in Bullitt nach heutigen Maßstäben schnarchig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 28 Januar 2013, 00:07:55
Faces in the Crowd
Ein doch eher schlapper Thriller mit der von mir immer recht gern gesehenen Milla Jovovich. Gelobt wird an dem Film meist die Idee, die Unfähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen, damit zu visualisieren, dass die gesehenen Figuren immer andere Gesichter bekommen - was ich aber in diesem Fall insofern nicht überzeugend finde, als sich mitunter die Gesichter einer Figur nicht mal ähneln. Komisch auch, dass gerade und nur ein Bart ein Gesicht wiedererkennbar macht, als ob das das einzige signifikante Sondermerkmal eines Gesichts wäre. Auf die Stimmen wird schließlich gar nicht eingegangen. Dann heißt es noch, man käme leicht gegen Filmmitte auf den Täter. Gilt zwar nicht für mich, jedoch muss ich nach Auflösung zugeben, dass es ein paar dicke Hinweise gegeben hat. Finde es allerdings ziemlich abstrus, dass man ausgerechnet diese Figur als Schuldigen vorgesetzt bekommt. In stilistischer Hinsicht gibt es nicht allzu viel zu dem Film zu sagen. Hollywood-Standardhandwerk ohne Ecken und Kanten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 28 Januar 2013, 01:00:00
Zitat von: Mr. Blonde nach 27 Januar 2013, 23:52:08
Vielleicht kannst Du die Erwarungshaltung ja auch einfach auf das entsprechende Jahrzehnt anpassen? So mach ich das eigentlich immer, sonst wäre ja sogar die Verfolgungsjagd in Bullitt nach heutigen Maßstäben schnarchig.


Ganz egal, in welchem Jahrzehnt wir sind, Filme sollten entweder was Interessantes zu erzählen oder zu zeigen haben, damit sie mir gefallen - "zäh und flach" bleibt halt zu jeder Zeit "zäh und flach". Generell kann man sicher sagen, dass action-orientierte Werke etwas schlechter altern - aber das trifft bei "Bullitt" ja nun auch nicht zu. Gegen lange Einstellungen habe ich per se nichts, wenn einem diese denn was bringen - Figuren vertiefen, Handlung vorantreiben, Schauwerte bieten, Atmosphäre schaffen usw. Das war meiner Meinung nach bei "Bullitt" alles nicht der Fall. Kein Wunder, dass man in Verbindung mit dem Film immer nur von der Verfolgunsjagd hört - ob man den Streifen allein deswegen zum Klassiker hochstilisieren sollte, sei mal dahingestellt. Sicher, dass er wohl teils auch Wegbereiter für solche Meisterwerke wie "Drive" war, ist filmhistorisch 'ne schöne Sache, bringt mir jetzt aber auch keinen gesteigerten Unterhaltungswert beim Betrachten des Films.

Selbst wenn ich die Brille der jeweiligen Zeit aufsetze, was ich zumindest teilweise auch mache (nehmen wir mal die angesprochenen 70er, auch wenn Bullitt aus den 60ern ist - da kenne ich nämlich kaum was ;->): Filme aus diesem Jahrzehnt unterliegen sicher nicht irgendwelchen Beschränkungen, welche meine persönlichen Kritipunkte an "Bullitt" entschuldigen würden. Auch damals ging es tiefer ("A Clockwork Orange"), flotter ("Star Wars") und spaßiger ("Der Clou").

Ja, das waren jetzt zugegebenermaßen kaum vergleichbare Beispiele, die mir aus der Zeit spontan eingefallen sind und die ich sehr gut bis genial finde. Ob es auch unter ähnlich gelagerten Filmen bessere Vertreter gibt, kann ich halt (noch ;->) nicht sagen. Im Thriller-Bereich ist mir lediglich "Chinatown" ganz vage in Erinnerung, welcher auf jeden Fall schonmal besser als "Bullitt" war ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 Januar 2013, 01:29:41
Deine angesprochenen Kritikpunkte kann ich schon nachvollziehen und mich hat Bullitt auch nie umgehauen. Ich kenne halt auch viele Filme der 60er/70er, die sich ähnlich anfühlen, z. B. Chinatown erinnert mich vom Feeling her sehr an Bullitt, dafür gefällt mir der wieder in allen Aspekten.

Bei Bullitt fand ich aber gerade die langen Einstellungen superb, z. B.im Fahrgastraum, eben weil ich dadurch das Gefühl hatte, mit im Auto zu sitzen, dass da röhrend über den Asphalt heizt. Ich würde mir sehr wünschen, dass man mal wieder zurück geht und wenn ich sowas wie "Drive" sehe, sind wir da auf nem guten Weg. Storytechnisch finde ich Bullitt halt auch nicht aufregend und kenne auch keinen, der von dem Film schwärmt, ohne von der Verfolgungsjagd zu sprechen. Dafür haben andere Super-Krimis halt wieder derartiges nicht. Manchmal ist es halt zum Mäusemelken.  :icon_mrgreen:

Fluchtpunkt San Francisco ist ja im Endeffekt eine einzige Verfolgungsjagd und drückt schon mehr auf die Tube, als Bullitt. Den kannst Du ruhig versuchen, ist sehr kurzweilig und hat nen coolen Soundtrack. Den würde ich wärmstens empfehlen und nicht nur wegen einer Szene.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 28 Januar 2013, 01:35:22
"Driver" von Walter Hill wäre hier auch zu empfehlen. Ist zwar auch von den Action-Schauwerten her nicht mit heutigen Produktionen zu vergleichen (wobei ich 70er-Arbeiten da immer noch bevorzuge gegenüber aktuellem Action-Spektakel, das zur Hälfte mit dem Rechenknecht generiert wird), dafür aber stilistisch und erzählerisch klasse und vielleicht die ambitionierteste Arbeit von Hill. 
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 28 Januar 2013, 01:39:25
Zitat von: Mr. Blonde nach 28 Januar 2013, 01:29:41
Bei Bullitt fand ich aber gerade die langen Einstellungen superb, z. B.im Fahrgastraum, eben weil ich dadurch das Gefühl hatte, mit im Auto zu sitzen, dass da röhrend über den Asphalt heizt. Ich würde mir sehr wünschen, dass man mal wieder zurück geht und wenn ich sowas wie "Drive" sehe, sind wir da auf nem guten Weg.


Ja, an der Verfolgungsjagd habe ich auch rein gar nichts auszusetzen - die fand ich wirklich hübsch, halt auch wegen diesem "Mitten-drin-Gefühl". Nur reichten mir die ~10 Minuten eben nicht, um den Streifen mit einem verklärten Blick zu sehen und den Klassikerstatus wirklich nachvollziehen zu können. Den Verweis auf "Drive" habe ich indes ja auch schon angebracht ;->

ZitatFluchtpunkt San Francisco ist ja im Endeffekt eine einzige Verfolgungsjagd und drückt schon mehr auf die Tube, als Bullitt. Den kannst Du ruhig versuchen, ist sehr kurzweilig und hat nen coolen Soundtrack. Den würde ich wärmstens empfehlen und nicht nur wegen einer Szene.  :icon_mrgreen:


Ich werd's einfach mal probieren mit dem Film, hab' ja nichts zu verlieren ^^

EDIT:
Zitat von: Hedning nach 28 Januar 2013, 01:35:22
"Driver" von Walter Hill wäre hier auch zu empfehlen. Ist zwar auch von den Action-Schauwerten her nicht mit heutigen Produktionen zu vergleichen (wobei ich 70er-Arbeiten da immer noch bevorzuge gegenüber aktuellem Action-Spektakel, das zur Hälfte mit dem Rechenknecht generiert wird), dafür aber stilistisch und erzählerisch klasse und vielleicht die ambitionierteste Arbeit von Hill. 


Danke für die Erinnerung, den hatte ich mir auch seit Längerem schon vorgenommen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 11:23:29
Für mich mach das "Gemächliche" gerade das Positive an Bullitt aus. Es geht eben nicht immer Husch-Husch, sondern teilweise enervierend schleppend voran. Dass dadurch die Verfolgungsjagd gleich doppelt und dreifach so rasant wirkt, ist dann nur ein gekonnter Kniff. Ich habe den Film jetzt zwar auch schon lange nicht mehr gesehen, er steht bei mir aber bei 9 Punkten. Es war wohl vor allem die Ermittlungsarbeit/Perspektive des Ermittlers, die mir so zugesagt hat.

Eventuell findest du auch hier noch ein paar Anregungen: Filmtipps "Polizeifilme" (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,104855.0.html)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 12:15:36
Angefixt durch die Lektüre des Parzival (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,135311.msg1036621.html#msg1036621) habe ich mir ein paar Filme zugelegt, die irgendwie mit König Artus und den Rittern der Tafelrunde zu tun haben.

Den Auftakt machte Excalibur (http://www.ofdb.de/film/2222,Excalibur):
Ein durchaus bildgewaltiger und interessant ausgestatteter Film, der neben (etwas) selbst komponierter Musik von Trevor Jones vor allem auf komponierte Stücke (Wagner, Orff) setzt und in knapp zweieinhalb Stunden eine enorm lange Geschichte erzählt. Einige Verwandtschaftsverhältnisse/Altersunterschiede kamen für mich zwar unpassend (durch die erwähnte Lektüre), aber der Film basiert ja auch eher auf einem anderen Werk.
Neben einer Vielzahl (heute) bekannter Gesichter (Byrne, Neeson, Stewart, Hinds [fast nicht erkannt]) hat mir auch der krude Humor (vor allem bei Merlin) sehr gefallen. Die (Zeit)Sprünge während des Films sind sicher eher ungewöhnlich (die Bartlänge ist immer ein gutes Indiz für einen Sprung ein paar Jahre weiter), aber letztlich auch zur Thematik passend. Nicht zu vergessen auch die diversen Sets/Bauten/Außenaufnahmen, die eine schöne Stimmung aufkommen ließen. Ein schöner Film: 8/10




Dann hatte ich mir die "Ritter der Tafelrunde"-Collection zugelegt. Als erster Film aus dem Set gab es Prinz Eisenherz (http://www.ofdb.de/film/14357,Prinz-Eisenherz), der mich nicht wirklich überzeugen konnte. Okay, er basiert auf einem Comic, dass entschuldigt für mich aber nicht das wenig überzeugende Schauspiel des Hauptdarstellers. Die Geschichte fand ich recht durchsichtig, was aber nicht zwingend schlecht ist. Gefallen haben mir einige (Sprung-)Stunts, James Mason als schmieriger Typ und der Kampf am Ende. Für mehr als 4 Punkte reicht es bei mir aber nicht, zumal auch die wenigsten Darsteller britisch klangen. Dadurch kam für mich persönlich keine rechte Atmosphäre auf.




Und gestern Abend noch den zweiten Film der Box: Lancelot - Der verwegene Ritter (http://www.ofdb.de/film/52979,Lancelot-der-verwegene-Ritter), der dann deutlich mehr zu gefallen wusste. Inhalt? König Artus wird bei seiner Königsehre herausgefordert, Lancelot soll ihn im Turnier vertreten und sowohl die Königsehre retten als auch die schön Guinevere mit zum Hof bringen.
Das Turnier ist schön choreographiert und wartete mit einem (für mich überraschendem) Tod auf schön das Schwert in den Kopf! :eek:. Der Film ist letzlich nicht bierernst, so ist beispielsweise Seife ein Thema. Teils gibt es auch unfreiwilligen Humor (schön satter Spuckefaden nach dem Kuss :icon_lol:). Dies wir aber durch ein paar coole Außenszenen, eine sehr ausführliche Schlacht und ordentliche Schauspieler größtenteils wettgemacht. Die gezeigte Gewalt hätte ich so auch nicht wirklich erwartet, gegen Ende gibt's dann noch einen (wenn auch sichtbar getricksten) Armabhacker. Durchaus beeindruckender Film: 7/10

Als nächstes steht dann noch Camelot - Der Fluch des goldenen Schwertes (http://www.ofdb.de/film/7028,Camelot---Der-Fluch-des-goldenen-Schwertes) auf dem Plan. Mal sehen, ob ich mich da Moonshades Bewertung anschließe. :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 28 Januar 2013, 12:37:28
"Possession"

Hä?

(Fragt mich in einer Woche noch einmal.)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr Orange nach 28 Januar 2013, 13:21:05
Zitat von: Stefan M nach 28 Januar 2013, 12:37:28
"Possession"

Hä?

(Fragt mich in einer Woche noch einmal.)


:rofl: Das ist die beste Zusammenfassung, die ich von dem Film bisher gelesen habe.

@MMeXx:

Ich fand Excalibur nicht schlecht, aber er ist mir etwas zu düster/dreckig. Ich bin was Ritterfilme angeht eher dem farbenprächtigen, sauberen, untadeligen Rittertum aus Filmen wie "Ivenhoe" oder "Die Ritter der Tafelrunde" zugetan  :icon_lol:.
Das ist zwar völlig unrealistisch, aber wenn es um Ritter geht, lass ich mir gerne diese "Alles toll"-Mittelalter-Welt ohne Hungernde, Krankheiten und mangelnde Hygiene vorgaukeln.
Der Angriff auf die Befestigung zu Carl Orffs "O Fortuna" war allerdings toll.
PS: "Ritter der Tafelrunde" kennst du ja dann sicherlich schon? Deine Meinung?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 28 Januar 2013, 13:29:15
Zitat von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 12:15:36
Als nächstes steht dann noch Camelot - Der Fluch des goldenen Schwertes (http://www.ofdb.de/film/7028,Camelot---Der-Fluch-des-goldenen-Schwertes) auf dem Plan. Mal sehen, ob ich mich da Moonshades Bewertung anschließe. :icon_lol:


Glaub mir, das wird lustig...


Ach ja, bei mir : Das Lazarus-Projekt

Vielleicht nicht der schlechteste, aber immerhin der ödeste Mysteryfilm seit langem. Paul Walker walkt nicht, er schlurft durch diesen sedierten Käse, der einzig und allein mit der Frage spielt, ob Paule nach seiner Hinrichtung nun auf göttliches Geheiß nach Oregon versetzt wurde oder ein seltsames Projekt daran Schuld ist. Spannend, wenn da nicht dieser ominöse Filmtitel wäre...
Äh ja, statisch gefilmt, erzählerisch dürftig, staubtrocken und mit einem lobotomisierten Hauptdarsteller, dafür aber mit niedlichem Hund. Nichts daran ist spannend oder unheimlich, da sind Lindström-Krimis ja echte Reißer gegen. Bestenfalls Sülze, aber schlechtestens ein ödes, leeres TV-Drama. Ein Beweis mehr dafür, daß man "Movie-Stars" in TV-Zeitschriften als Tagestipp gut einkaufen kann... 3/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 15:08:44
Zitat von: Mr Orange nach 28 Januar 2013, 13:21:05PS: "Ritter der Tafelrunde" kennst du ja dann sicherlich schon? Deine Meinung?

Nee, den kenne ich noch nicht. Und ich sehe gerade, der ist gar nicht sooo leicht mit O-Ton zu kriegen. Na mal sehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 28 Januar 2013, 15:11:00
"The sorcerer" (Atemlos vor Angst) 1977 von William Friedkin

Wird gerne als Remake von Clouzots "Lohn der Angst" beworben, ist aber eine eigenständige Interpretation des zugrunde liegenden Romans und steht Clouzots Film qualitativ nicht nach. Endlich habe ich die zweistündige us-amerikanische, von Friedkin autorisierte Fassung gesehen, leider nur im falschen Bildformat. Die deutsche Videoveröffentlichung ist zwar im korrekten Bildformat, aber 30 Minuten kürzer und frei zusammen geschnippelt. Dort sind sogar ein paar Szenen, die in der US-Fassung nicht zu sehen sind, enthalten, aber diese zitieren Clouzots Film genau und wurden von Friedkin deshalb nicht verwendet - auf so etwas hat die deutsche Veröffentlichung keine Rücksicht genommen.

Da schon "French connection" erwähnt wurde, Friedkin selbst hielt "The sorcerer" für seinen besten Film. Leider böse gefloppt, weil 1977 nihilistische, gesellschaftskritische Abenteuerfilme nicht mehr angesagt waren. Super spannend, athmospärisch überwältigend, auch wegen der Musik von "Tangerine Dream", und völlig ohne sich in die 70er Jahre tunen zu müssen, großartig. so etwas halte ich sowieso nicht für notwendig, denn Qualität bleibt Qualität, nur mit dem Qualitätsbewusstsein ist es eben so ne Sache :king:. 9-10 Punkte, genau kann ich das erst nach einer Review sagen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 15:17:29
Zitat von: Bretzelburger nach 28 Januar 2013, 15:11:00"The sorcerer" (Atemlos vor Angst) 1977 von William Friedkin

8 Punkte habe ich ihm auch gegeben. Aber selbst mit Tangerine Dream reicht er für mich nicht an Le Salaire de la peur (10/10) heran. Trotzdem natürlich ein sehr guter Film. Hier wäre eine anständige VÖ (in HD und meinetwegen mit diversen Schinittfassungen) dringend nötig! Hast du das Buch gelesen? Ich hatte mir das mal aus der Bibo geliehen, war auch recht packend, finde ich.

EDIT: Hier noch ein Ausschnitt aus dem Soundtrack von Tangerine Dream
unutulmaz yeşilçam müzikleri -uzun versiyonlar 88- (http://www.youtube.com/watch?v=79qxXvxMBsU#)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 28 Januar 2013, 15:41:00
Das Buch wäre tatsächlich mal fällig. "Le Salaire de la peur" bekommt von mir auch 10/10, aber mir war diese dreckige 70er Jahre Atmosphäre verdammt nah, auch die Szenen in dem südamerikanischen Ort nach dem Terroranschlag fand ich höchst beeindruckend, abgesehen davon das Friedkins Film nichts von seiner Aktualität verloren hat (gilt natürlich auch für Clouzot).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 20:21:04
Zitat von: Moonshade nach 28 Januar 2013, 13:29:15
Zitat von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 12:15:36Als nächstes steht dann noch Camelot - Der Fluch des goldenen Schwertes (http://www.ofdb.de/film/7028,Camelot---Der-Fluch-des-goldenen-Schwertes) auf dem Plan. Mal sehen, ob ich mich da Moonshades Bewertung anschließe. :icon_lol:

Glaub mir, das wird lustig...

Joar... Also 3 Punkte kriegt er von mir schon noch. Ein, zwei Dinge waren schon in Ordnung. Letztlich natürlich völlig abgedrehter Quark, der sich leider viel zu ernst nimmt. Die rote Kröte und Gawains Frisur sind natürlich absolute Hingucker, da können selbst die Wabbelschwerter und Sean Greenery nicht mithalten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 28 Januar 2013, 20:51:21
"Bullitt" fand ich auch stinklangweilig, mal ganz abgesehen von der tollen Verfolgungsjagd mit den kultigen Muscle-Cars (Mustang und Charger). Die kann den Film in meinen Augen auch nicht mehr retten, da muss schon ein bisschen mehr her, um einen guten Film zu machen. Kann man sich mal ansehen, aufgrund des Status' als Klassiker, aber mehr als einmal möchte ich mir den auch nicht geben. Zu Wort melde ich mich hier aber eigentlich nur, weil ich, Bezug nehmend auf einen Beitrag von Mr. Blonde, Teppi "French Connection" ans Herz legen möchte. Glaubt mir, ich bin auch kein allzu großer Freund der 70er, ich finde die meisten Filme aus dieser Zeit auch äußerst zäh und gewöhnungsbedürftig (bspw. "Badlands", "Straw Dogs", "Chinatown"), aber ein paar Meisterwerke hat dieses Jahrzehnt sicherlich hervorgebracht, und "French Connection" gehört für mich definitiv dazu. "FC" ist flott, temporeich, knallhart, kurz, actionreich und absolut fesselnd. Der Film ist wohl so ziemlich das genaue Gegenteil zu "Chinatown" etc., finde ich. Deshalb wundert es mich, dass Blonde Teppi davon abrät. Ehrlich, ich kann den Film nur empfehlen, in meinen Augen ist er einer der drei besten der 70er. Den muss man einfach gesehen haben. "Bullitt" ist ein Witz dagegen.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 28 Januar 2013, 21:11:39
Zitat von: Dex nach 28 Januar 2013, 20:51:21
"Bullitt" fand ich auch stinklangweilig, mal ganz abgesehen von der tollen Verfolgungsjagd mit den kultigen Muscle-Cars (Mustang und Charger). Die kann den Film in meinen Augen auch nicht mehr retten, da muss schon ein bisschen mehr her, um einen guten Film zu machen. Kann man sich mal ansehen, aufgrund des Status' als Klassiker, aber mehr als einmal möchte ich mir den auch nicht geben. Zu Wort melde ich mich hier aber eigentlich nur, weil ich, Bezug nehmend auf einen Beitrag von Mr. Blonde, Teppi "French Connection" ans Herz legen möchte. Glaubt mir, ich bin auch kein allzu großer Freund der 70er, ich finde die meisten Filme aus dieser Zeit auch äußerst zäh und gewöhnungsbedürftig (bspw. "Badlands", "Straw Dogs", "Chinatown"), aber ein paar Meisterwerke hat dieses Jahrzehnt sicherlich hervorgebracht, und "French Connection" gehört für mich definitiv dazu. "FC" ist flott, temporeich, knallhart, kurz, actionreich und absolut fesselnd. Der Film ist wohl so ziemlich das genaue Gegenteil zu "Chinatown" etc., finde ich. Deshalb wundert es mich, dass Blonde Teppi davon abrät. Ehrlich, ich kann den Film nur empfehlen, in meinen Augen ist er einer der drei besten der 70er. Den muss man einfach gesehen haben. "Bullitt" ist ein Witz dagegen.  :icon_mrgreen:


Wieviele Filme der 70er kennst du? - Ich habe sehr viele dieser Phase gesehen und kann mir eine solche Aussage nicht erlauben, die ich für ignorant und arrogant halte.
Ich finde "French Connection" auch sehr gut, aber irgendetwas von "die drei besten Filme der 70er" abzusondern, verbietet einem der Verstand. Wenn diese Aussage deinen persönlichen kleinen Ausschnitt widerspiegelt, ist das okay, solltest du aber anfügen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 28 Januar 2013, 21:15:18
"French Connection" ist geil. Das liegt aber auch viel an den Darstellern. Chinatown ist auch geil, aber ist auch eine ganz andere Art Film.


ps:  Klar, gibt es viele gute Filme aus den 70ern, und Filme aus den 70ern, die (speziell) in ihrer Zeit gut waren, das gilt für alle Epochen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 28 Januar 2013, 22:23:31
Zitat von: RoboLuster nach 28 Januar 2013, 21:15:18
"French Connection" ist geil. Das liegt aber auch viel an den Darstellern. Chinatown ist auch geil, aber ist auch eine ganz andere Art Film.
"French Connection" ist wirklich sehr gut, ich bevorzuge sogar den zweiten Teil. "Chinatown" trieft das Wort "Meisterwerk" in jeder Minute regelrecht aus seinen Poren, angefangen bei dem grandios-komplexen Drehbuch, fortgeführt mit den tollen Darstellern und noch lange nicht aufhörend bei der herrlich pessimistisch-schwülen Atmosphäre. Allerdings muß ich gestehen, trotzdem nicht so recht mit ihm warm zu werden, aber sowas gibt es halt manchmal.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 28 Januar 2013, 23:06:54
Zitat von: Bretzelburger nach 28 Januar 2013, 21:11:39
Zitat von: Dex nach 28 Januar 2013, 20:51:21
"Bullitt" fand ich auch stinklangweilig, mal ganz abgesehen von der tollen Verfolgungsjagd mit den kultigen Muscle-Cars (Mustang und Charger). Die kann den Film in meinen Augen auch nicht mehr retten, da muss schon ein bisschen mehr her, um einen guten Film zu machen. Kann man sich mal ansehen, aufgrund des Status' als Klassiker, aber mehr als einmal möchte ich mir den auch nicht geben. Zu Wort melde ich mich hier aber eigentlich nur, weil ich, Bezug nehmend auf einen Beitrag von Mr. Blonde, Teppi "French Connection" ans Herz legen möchte. Glaubt mir, ich bin auch kein allzu großer Freund der 70er, ich finde die meisten Filme aus dieser Zeit auch äußerst zäh und gewöhnungsbedürftig (bspw. "Badlands", "Straw Dogs", "Chinatown"), aber ein paar Meisterwerke hat dieses Jahrzehnt sicherlich hervorgebracht, und "French Connection" gehört für mich definitiv dazu. "FC" ist flott, temporeich, knallhart, kurz, actionreich und absolut fesselnd. Der Film ist wohl so ziemlich das genaue Gegenteil zu "Chinatown" etc., finde ich. Deshalb wundert es mich, dass Blonde Teppi davon abrät. Ehrlich, ich kann den Film nur empfehlen, in meinen Augen ist er einer der drei besten der 70er. Den muss man einfach gesehen haben. "Bullitt" ist ein Witz dagegen.  :icon_mrgreen:


Wieviele Filme der 70er kennst du? - Ich habe sehr viele dieser Phase gesehen und kann mir eine solche Aussage nicht erlauben, die ich für ignorant und arrogant halte.
Ich finde "French Connection" auch sehr gut, aber irgendetwas von "die drei besten Filme der 70er" abzusondern, verbietet einem der Verstand. Wenn diese Aussage deinen persönlichen kleinen Ausschnitt widerspiegelt, ist das okay, solltest du aber anfügen.


Ich kann Dir da keine genaue Zahl nennen. Es sind aber auf jeden Fall genug. Ich kenne alles, was Rang und Namen hat. Natürlich kann man sich eine solche Aussage erlauben, ohne "ignorant" und "arrogant" zu sein. Der Verstand verbietet einem sowas nicht. Das ist doch Unsinn! Jeder kann doch eine persönliche Top 10/20/30/was auch immer-Liste von einem Jahrzehnt haben. Und für mich persönlich (!; ich schrieb doch: "in meinen Augen") - auch, wenn Du das nur für einen "kleinen Ausschnitt" hältst - gehört FC zu den drei besten Filmen der 70er. Das ist meine Meinung, so, wie jeder eine persönliche Meinung hat. Wo liegt das Problem?  :icon_cool:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:11:18
Hm, ist mal eine Anregung... Gehe ich nach meinen OFDb-Noten ist auf jeden Fall Halloween (10/10) die Top 1 der 70er. Danach wird's schwerer, da sind 15 Stück mit neun Punkten. Wäre mal wieder so 'ne Statistik-Spielerei-Geschichte. :D
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 28 Januar 2013, 23:13:21
Zitat von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:11:18
Hm, ist mal eine Anregung... Gehe ich nach meinen OFDb-Noten ist auf jeden Fall Halloween (10/10) die Top 1 der 70er. Danach wird's schwerer, da sind 15 Stück mit neun Punkten. Wäre mal wieder so 'ne Statistik-Spielerei-Geschichte. :D
Dann werfe ich "Der weiße Hai", "The Wicker Man", "Is' was, Doc?" und "Eine Leiche zum Dessert" in den Raum.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:15:23
Ich weiß schon, warum ich nur selten 'ne 10 gebe. :icon_mrgreen: Immerhin habe ich die beiden ersten der von dir genannten Filme gesehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 28 Januar 2013, 23:24:33
Dann poste ich mal eben meine persönliche (!) Top-10 der 70er, damit die Leute hier mal den Standpunkt des "Neulings" kennenlernen:

1. Einer flog über das Kuckucksnest (1975)
2. Rocky (1976)
3. French Connection (1971)
4. Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
5. Der Pate (1972)
6. Taxi Driver (1976)
7. Network (1976)
8. Alien (1979)
9. Apocalypse Now (1979)
10. Der weiße Hai (1975)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: PierrotLeFou nach 28 Januar 2013, 23:33:21
Zitat von: Stefan M nach 28 Januar 2013, 23:13:21
Zitat von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:11:18
Hm, ist mal eine Anregung... Gehe ich nach meinen OFDb-Noten ist auf jeden Fall Halloween (10/10) die Top 1 der 70er. Danach wird's schwerer, da sind 15 Stück mit neun Punkten. Wäre mal wieder so 'ne Statistik-Spielerei-Geschichte. :D
Dann werfe ich "Der weiße Hai", "The Wicker Man", "Is' was, Doc?" und "Eine Leiche zum Dessert" in den Raum.  ;)


Sicherlich alles tolle Filme, aber bei mir rangieren unter den großen 70er Jahre Titeln eher "Le Charme discret de la bourgeoisie", "Serkalo", "Providence", "Le Fond de l'air est rouge", "Stalker", "El Topo", "The Rocky Horror Picture Show", "Eros Plus Massacre", "The Music Lovers", "A Clockwork Orange", "Dawn of the Dead", "Die Blechtrommel", "Ai no corrida", "Eraserhead", "Dersu Uzala" und "The Texas Chainsaw Massacre" auf den obersten Plätzen... :love: (etwa ein Drittel meiner 70er-Jahre-10er-Wertungen...)

Schade, dass sich nach den 60ern und 70ern diese unglaubliche Vielfalt und das hohe Ausmaß an Qualität nicht mehr halten konnten... :icon_sad:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:34:57
Zitat von: PierrotLeFou nach 28 Januar 2013, 23:33:21Schade, dass sich nach den 60ern und 70ern diese unglaubliche Vielfalt und das hohe Ausmaß an Qualität nicht mehr halten konnten... :icon_sad:

Mein Avatar und ich widersprechen aufs Heftigste! :anime: :icon_lol: Besser als die 80er geht's doch gar nicht!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 28 Januar 2013, 23:39:38
Schon gut, "French Connection" ist auch auf der Leihliste gelandet ;->

Heute gab's aber erstmal wieder was Aktuelles, zwei Dramen mit Oscar-nominierten Darstellerinnen.

Winter's Bone

Dunkel, dreckig, dubios - selten sah ich ein so wenig einladendes Setting wie hier. Die unwirtliche, von Rednecks bewohnte Umgebung schafft schon allein eine raue Atmosphäre, welche Grundlage für ein gutes Drama um Verrohung und sozialen Verfall ist. Die realistisch-rohe Stimmung wird von dem dokumentatischen Inszenierungsstil und dem spärlich eingesetzten Soundtrack unterstrichen. Jennifer Lawrence hat den Hauptrolle mit ihrer starken Vorstellung fest im Griff (Nominierung gerechtfertig, dieses Jahr drücke ich ihr für "Silver Linings" die Daumen). Ein kleiner Kritikpunkt wäre, dass mir die Klärung des Konflikts zum Schluss etwas zu simpel erscheint. Dennoch ein guter Film, der einem ein unwohles Gefühl in der Magengegend garantiert. 7/10

Precious

Dieser Film hat es mir wahrlich nicht leicht gemacht. In der ersten Hälfte konnte ich den Streifen kaum als Drama wahrnehmen - abgesehen davon, dass ich zu der Hauptfigur und ihrem passiven Verhalten so gut wie keine Bindung herstellen konnte, war es mir unmöglich, die überzogenen Auftritte der Mutter (dafür gab's 'nen Oscar :doof:) ernst zu nehmen - hier wäre weniger mehr gewesen. Ab der Halbzeit, sobald sich das titelgebende Mädel endlich vom Elternhaus emanzipiert, geht es dann bergauf - der Film wird gleichzeitig dramatischer, aber auch hoffnungsvoller. Dank der schicken Inszenierung rettet sich der Streifen somit noch auf eine durchschnittliche Note meinerseits. 5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 Januar 2013, 23:40:48
Irgendwie ringe ich auch nun seit Jahren damit, mir Precious mal zu geben und wenn ich das so lese, wird das wohl noch lange dauern.  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 29 Januar 2013, 00:03:39

Ich hab hin- und herüberlegt, ob ich ihn anschaue, aber er landete auf der Liste der zwingend im O-Ton oder nie zu sehenden Filme, da sie sonst zu viel verlieren...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: PierrotLeFou nach 29 Januar 2013, 00:04:58
Zitat von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:34:57
Zitat von: PierrotLeFou nach 28 Januar 2013, 23:33:21Schade, dass sich nach den 60ern und 70ern diese unglaubliche Vielfalt und das hohe Ausmaß an Qualität nicht mehr halten konnten... :icon_sad:

Mein Avatar und ich widersprechen aufs Heftigste! :anime: :icon_lol: Besser als die 80er geht's doch gar nicht!


Gut, in den USA ist spätestens mit den 80ern das New Hollywood durch den Blockbuster ersetzt worden, ansonsten ist da zunächst natürlich mehr oder weniger alles beim alten... Aber in Europa (und in Japan) sind die neuen Wellen vorbei... der dt. Film wird in den 80ern, vor allem in den 90ern tendenziell scheiße, der it. Film bekommt seine Finanzprobleme, die Osteuropäer werden noch weniger breitenwirksam als zuvor (was im Prinzip auch für die Südamerikaner gilt)... eigentlich haben sich nur Frankreich und GB gut anpassen können...
Und generell habe ich den Eindruck, dass die allgemeine Aufbruchsstimmung ab 1967 dem Kino sehr gut getan hat: plötzlich sind alle Türen offen, man experimentiert wie irrsinnig, die Bandbreite wird riesig... und wenige Jahre später erscheint der Großteil wieder sehr festgefahren...
Und auch wenn jetzt aus Jodorowskys "Dune" nichts geworden ist: alleine das Projekt eines 10-Stunden Films, an dem so verschiedene Kunst-Exzentriker wie Dali, Welles, Giger, Pink Floyd beteiligt sein sollten, wäre doch ab den 80ern nicht mal ansatzweise so weit gereift... (sehr bezeichnend, dass in den 80ern dann auch nur Lynchs von ihm selbst inzwischen nicht sonderlich geschätzte, kleine Miniatur-Version entstanden ist...) Heute läuft das doch (etwa seit "Kill Bill") so, dass alles mit deutlicher "Überlänge" (was für ein doofes Wort) gleich in zwei, drei Teile zerschlagen wird... das macht Streifen wie "The Hobbit" gleich nochmal schlechter - einfach weil sie mittendrin enden... oder keinen Anfang haben... oder beides...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 29 Januar 2013, 00:06:42
Zitat von: PierrotLeFou nach 28 Januar 2013, 23:33:21
Zitat von: Stefan M nach 28 Januar 2013, 23:13:21
Zitat von: MMeXX nach 28 Januar 2013, 23:11:18
Hm, ist mal eine Anregung... Gehe ich nach meinen OFDb-Noten ist auf jeden Fall Halloween (10/10) die Top 1 der 70er. Danach wird's schwerer, da sind 15 Stück mit neun Punkten. Wäre mal wieder so 'ne Statistik-Spielerei-Geschichte. :D
Dann werfe ich "Der weiße Hai", "The Wicker Man", "Is' was, Doc?" und "Eine Leiche zum Dessert" in den Raum.  ;)


Sicherlich alles tolle Filme, aber bei mir rangieren unter den großen 70er Jahre Titeln eher "Le Charme discret de la bourgeoisie", "Serkalo", "Providence", "Le Fond de l'air est rouge", "Stalker", "El Topo", "The Rocky Horror Picture Show", "Eros Plus Massacre", "The Music Lovers", "A Clockwork Orange", "Dawn of the Dead", "Die Blechtrommel", "Ai no corrida", "Eraserhead", "Dersu Uzala" und "The Texas Chainsaw Massacre" auf den obersten Plätzen... :love: (etwa ein Drittel meiner 70er-Jahre-10er-Wertungen...)
Tja, ich fürchte, mir fehlen noch eine ganze Reihe der oben genannten Filme. Vielleicht würde ich sie dann auch ganz oben einordnen.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 30 Januar 2013, 00:01:26
Zitat von: Mr. Blonde nach 28 Januar 2013, 01:29:41
Fluchtpunkt San Francisco ist ja im Endeffekt eine einzige Verfolgungsjagd [...]


Ich hielt das für eine Floskel, aber das stimmt ja wirklich  :icon_eek:

Heute nun gesichtet: Auf jeden Fall ein interessantes Experiment, welches in meinen Augen aber nur teilweise geglückt ist. Statt irgendeine Handlung zu erzählen, wird schlicht und einfach auf die Vermittlung eines unbeschwerten Freiheitsgefühls gesetzt. So weit, so gut - nur wird dieser Ansatz nicht gänzlich konsequent verfolgt. Die kurzen Rückblenden in Kowalskis Vergangenheit sind so rudimentär, dass man ohne sie auch nichts vermisst hätte - aufgrund ihrer Kürze stellen sie aber kein großes Problem dar. Ärgerlicher finde ich, dass in der zweiten Hälfte das Tempo ziemlich verschleppt wird - die zahlreichen Begegnungen mit obskuren Figuren nehmen einiges an Fahrt aus dem Film. Gut gefallen haben mir hingegen die flotte erste Hälfte, der Soundtrack (inkl. fetziger Hillbilly-Verfolgungsmusik, haha wie klasse!) und der Schluss, welcher einen schönen Abgesang auf das trügerische Freiheitsgefühl darstellt. Macht für mich unterm Strich einen soliden Streifen, der mir auf jeden Fall weit besser als "Bullitt" gefiel. 6/10

Vanishing point (1971) soundtrack,The Doug Dillard expedition-Runaway country (http://www.youtube.com/watch?v=Zvar3f83XfA#)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 30 Januar 2013, 00:09:17
Gestern und heute Abend gab es mal wieder Free-TV:

Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3 (http://www.ofdb.de/film/163634,Die-Entf%C3%BChrung-der-U-Bahn-Pelham-1-2-3)

Hat mich nicht wirklich mitgerissen, auch wenn einige Dialoge ganz interessant waren und teilweise sogar "echt" wirkten. Travolta und Washington machen ihre Sache gut, aber ich habe das Gefühl, dass (vor allem bei Turturro und Guzman) durch die Synchro viel verloren geht. Action war auch okay und kompromissloser als ich dachte. 4/10

Blutsschwestern - jung, magisch, tödlich (http://www.ofdb.de/film/238659,Blutsschwestern---jung-magisch-t%C3%B6dlich)

Die junge Milla fängt in München ein Medizin-Studium an. Was sie (im Gegensatz zum Zuschauer) nicht weiß: Es liegt Magie in der Luft... Der Film ist sicherlich kein Totalausfall, wirkt aber trotzdem mal wieder wie ein Runde Klischees für alle. Überraschungsfrei zaubert sich die Geschichte voran, ein paar Effekte gehen völlig in Ordnung, vieles wirkt wie gesagt mit Klischees überladen. Zur Ablenkung gibt's sogar ein paar Brüste zu sehen, damit auch genug "echte" Schauwerte geboten werden. Die Grundidee ist gar nicht mal so schlecht, es ist endlich mal keine dieser Zilliarden von Liebeskomödien (am nächsten Dienstag kommt natürlich wieder eine solche...), sondern halbwegs Genrefilm. Letztlich aber auch hier 4/10. Wenn es um merkwürdige Vorgänge an deutschen (Medizin-)Unis geht, schaue ich doch lieber nochmal Anatomie.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 30 Januar 2013, 23:28:47
Und nochmal TV-Kost: Der große Schwindel (http://www.ofdb.de/film/230732,Der-Gro%C3%9Fe-Schwindel)

Amnesie und Verwechslungsspielchen als Liebeskomödie im ZDF. Die Schauspieler größtenteils gut aufgelegt, das Drehbuch wiederum mit diversen erwartbaren Wendungen. Aber... einige durchaus amüsante Dialogzeilen. Viel mehr erwähnenswertes fällt mir nicht ein. 5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 31 Januar 2013, 05:11:38
Stolen (2012)
Nicholas Cage nach Con Air wieder unter der Regie von Simon West.
Der ist meiner Meinung nach dafuer verantwortlich, das wir einen wirklich ordentlichen Film zu sehen bekommen.
Zwar gibt es einige haarstraeubende Drehbucheinfaelle (in acht Jahren aendert man GARNIX am Sicherheitssystem einer Bank, ja ne ist klar  :icon_rolleyes:
Zudem hat man bei Vincents Verwandlung etwas dick aufgetragen, das sieht ja fast schon laecherlich aus.
Abgesehen davon bekommt man handfeste Action mit guten Schauspielern serviert.
Gebe so 6.5/10 Punkten, hat mich wirklich ueberrascht.

Kill 'em All (2012)
Blockbuster hat den Streifen schon seit nem knappen Monat im Verleih und ploetzlich sehe ich ihn fuer April als Kinoankuendigung.  :00000109:
Egal, ich beschwer mich definitiv nicht ueber die fruehere Sichtung.  :icon_mrgreen:
Denn der Streifen macht wirklich Laune, da gibt es ordentlich aufs Maul.  :love:
Eine geheime Organisation entfuehrt die besten Auftragskiller um sie in einen Raum einzusperren und sie bis zum Last Killer Standing kaempfen zu lassen.
Hoert sich ein bisschen wie The Tournament an.
Kaempferisch gefiel mir vor allem Tim Man als "The Kid", der hat es wirklich drauf.
Neben Tim sticht noch Ammara Siripong hervor, die braucht zwar ne Weile um warm zu werden, aber dann langt sie ziemlich gut zu.
Der Rest bleibt etwas blass, was aber daran liegt, das das Drehbuch sie einfach viel zu schnell hops gehen laesst.
Vor allem Carpenter, gespielt von Joe Lewis war unglaublich fit fuer seine Figur/Alter, erinnerte mich ein bisschen an Sammo Hung.
Johnny Messner als Gabriel uebt sich im Overacting, teilt aber teilweise auch ganz gut aus.
Ich geb dem Film 7/10 Punkten weil er sofort zur Sache kommt und niemals langweilig wird dank wirklich gut choreographierter Kaempfe. Definitiv ne Empfehlung.
P.S.: Fast komplett den Gordon Liu vergessen. Zwar nicht ueberragend was er zeigt, aber definitiv sehenswert fuer einen fast Sechzigjaehrigen.  :icon_eek:

Maximum Conviction (2012)
Und hier die naechste positive Ueberraschung.
Erstmal voller Vorurteile im Geiste schon mal als Schrott abgewatscht, zufaellig den Trailer gesehen und dann doch ausgeliehen.
Und er war ein wirklich guter B-Actioner. Kann sich zwar nicht mit den grossen Klassikern messen, aber verglichen mit dem restlichen Schrott der in den letzten paar Jahren so rauskam wirklich gut.
Steve Austin und Steven Seagal zusammen in nem Actioner, da muss es ja rundgehen.
Harte und realistische Kaempfe, blutige Schiessereien und in den meisten Szenen erkennt man Seagal sogar.
Austin hat aber eindeutig die coolere Rolle bekommen, da kommt Steven nicht ran.
Auch ziemlich nett war, das es zwei etwas ausgedehntere Kaempfe gab in denen Steven und Steve NICHT die Vermoebler waren, sondern Nebendarsteller. Normalerweise werden solche Kaempfe ziemlich schnell abgefertigt, hier gab es aber wirklich was zu sehen.
Tendiere fast zu einer 7/10 im B-Sektor, unbedingt ansehen.  :respekt:

Hier etwas weniger grobe Kost, hab mir Awakenings (1990) mit Robin Williams und Robert DeNiro auf BluRay angesehen.
Einfach wunderschoener Film mit zwei der besten Schauspieler aller Zeiten.
Vor allem Robin William brilliert als menschenscheuer Doktor der als unheilbar abgestempelte Patienten mit ungewoehnlichen Methoden wieder ins Leben zurueckholt, unter anderem Robert DeNiro.
Getragen von einem unglaublich gefuehlvollen Soundtrack geht der Film wirklich unter die Haut.
8/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 31 Januar 2013, 19:32:46
An American Werewolf in London (http://www.ofdb.de/film/748,American-Werewolf)

Dieses Mal eine Zweitsichtung. Beim ersten Mal war ich noch nicht so recht sicher, wie mir die Mischung aus ernsthaftem Horror und Komödie gefiel. Ich habe ihn nun auf 8 Punkte aufgewertet. Britisches Englisch, die Erzählweise (Träume in Träumen, der tote Freund, die Musik), die Darsteller und der Alamo-Witz haben mich einfach gefangen genommen. Auch wenn Landis selbst sagt, dass es keine Komödie ist, kann ich den Film trotzdem nicht komplett ernst nehmen. Und vielleicht ist es genau das, was die besondere Qualität des Films ausmacht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 2 Februar 2013, 17:09:34
Zitat von: MMeXX nach 31 Januar 2013, 19:32:46
An American Werewolf in London (http://www.ofdb.de/film/748,American-Werewolf)

Dieses Mal eine Zweitsichtung. Beim ersten Mal war ich noch nicht so recht sicher, wie mir die Mischung aus ernsthaftem Horror und Komödie gefiel. Ich habe ihn nun auf 8 Punkte aufgewertet. Britisches Englisch, die Erzählweise (Träume in Träumen, der tote Freund, die Musik), die Darsteller und der Alamo-Witz haben mich einfach gefangen genommen. Auch wenn Landis selbst sagt, dass es keine Komödie ist, kann ich den Film trotzdem nicht komplett ernst nehmen. Und vielleicht ist es genau das, was die besondere Qualität des Films ausmacht.


Einer meiner absoluten Lieblingsfilme.  :respekt:


Honor Among Thieves (1968)
Alain Delon und Charles Bronson in einem schoen klassischen, sehr spannenden und hervorragend gespielten Gaunerfilm.
Wunderbar gefilmt, musikalisch hervorragend untermalt und einfach nur schwer unterhaltsam sowas.
7/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 2 Februar 2013, 17:17:14
Stolen
Durchschnittlicher Action-Thriller mit Nicolas Cage, welcher mit einem besseren Drehbuch genial hätte werden können. Leider konnte man sich nicht zwischen ernstem Thriller und humorvollen Actionfilm entscheiden. Somit hat man null Dramatik, aber auch zu wenig Action, wobei diese dank Simon West wunderbar aussieht und ohne CGI und Wackelkamera inszeniert wurde. Dazu kommt die tolle Kameraführung, der klasse Schnitt und die prächtige Farbpalette, welche New Orleans perfekt in Szene setzen. Von den Schauspielern wird wenig abverlangt, keiner sticht besonders heraus, Cage spielt seine typische leidende Figur.
Wenn man von der nervigen Musik (ca. 1 Track der immer wieder gespielt wird) und manchen dämlichen Drehbucheinfällen absieht, wird man ganz gut unterhalten. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 3 Februar 2013, 19:02:04
Chernobyl Diaries (2012)
Ueberfluessiger Quatsch der so langweilig und stuemperhaft rueberkommt das einem ja fast schon schlecht wird.
Versucht auf der Welle mitzuschwimmen, geht aber sang- und klanglos unter.
Ist ja im Endeffekt auch kein richtiger Found-Footage-Film, kam aber teilweise in den Trailern fast so rueber.
3/10 Punkten

A Cadaver Christmas (2011)
Wow, fast im Regal verstauben lassen und jetzt uebergluecklich ihn doch mal ausgeliehen zu haben.
Meiner Meinung nach einer der besten Amateur-Horrorfilme (auf sehr hohem Level) den ich seit langem gesehen habe.
Hier stimmte einfach Alles. Carpenter-esker Soundtrack, Grindhouse-Look (der manchmal etwas dick aufgetragen rueberkommt), wirklich gute Darsteller, gelungene Anlehnungen und Zitate an die Klassiker, Fanherz, was willst du mehr?
Kein Leerlauf, gelungene Gags und Darsteller die funktionieren, die Chemie stimmte hier definitiv.
Ach ja, unbedingt die kompletten Endcredits durchsitzen, ist es definitiv wert.
7/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 4 Februar 2013, 00:07:14
Heute durften die Motoren aufheulen:

Motorway

Filmstarts sprach von einem Streifen im Stil von ,,Drive" - nun, nicht wirklich. Die relativ bodenständige Auto-Action sowie die elektronischen Klangflächen (welchen es jedoch an wirklich mitreißender Musik mangelt) der simplen Cop-jagt-Gangster-Geschichte mögen fern an das Meisterwerk erinnern. Erzähltempo und Atmosphäre sind jedoch ganz woanders zu verorten: Der Film besteht mindestens zur Hälfte aus mal mehr, mal weniger mitreißenden Verfolgungsjagden. Für Längen ist dabei ebenso wenig Platz wie für gut gezeichnete Figuren, bei denen man ganz tief in der Klischeekiste kramt (weiser Lehrer, welcher später sterben muss, bringt dem ungestümen Jungen wichtige Technik bei, die er im Finale dringend braucht - gähn...). Ein kurzweiliger da schön schneller, letztlich aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassender Streifen. 5/10

Fast Five


Es kommt nicht oft vor, dass Teil 5 der beste einer Reihe ist - doch hier ist es geschehen. Was wohl daran liegt, dass man sich von der protzig-prahlerischen Attitüde der Vorgänger löst und lieber eine mitreißende Mischung aus Action-Inferno und (unerwarteterweise) Heist-Movie vorlegt, bei der sogar die Figuren nicht gänzlich austauschbar sind. Die Action-Anteile kommen in kurzen Abständen und sehr abwechslungsreich daher. Verfolgungsjagden per pedes oder im Auto, brachiale Prügelei oder Ballerei - hier wird alles geboten, was sich das Action-Herz wünscht. Dazwischen wird noch eine Prise ,,Ocean's Eleven" eingeschoben, womit später auf charmante Art gebrochen wird - warum leise, wenn's auch laut geht?! Das Finale gehört schließlich gleichzeitig zum Blödesten und Bombastischsten, was man letzter Zeit auf der Leinwand sehen durfte. Die flachen Nebenfiguren sind zwar nur für ihre jeweiligen Funktionen und ein paar coole One-Liner dabei, aber die Hauptcharaktere reißen mit allerlei Charisma vieles raus. Ein verdammt flottes Spektakel, dass schlicht Spaß macht - mein Action-Highlight 2011. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 5 Februar 2013, 00:08:32
Mmh, Doppelpost von mir - nicht einschlafen, Leute! ;->

Heute gab es zwei Dramen mit Ryan Gosling - eins gut, eins grandios.

State of Mind

Das Kurzfazit von DisposableMiffy brachte mich auf den Streifen, von welchem ich vorher noch nie was gehört habe. Für mich stellte sich der Film als gutes Drama raus, das nach einem augenscheinlich sinnlosen Verbrechen (Ryan Gosling ersticht gleich zu Beginn den Bruder seiner Freundin) alle betroffenen Seiten mehr oder minder stark beleuchtet. Der Fokus liegt auf der Interaktion zwischen dem Täter (der noch junge Gosling zeigt schon sein Talent) und der ambivalenten Figur von Don Cheadle, bei der der Grad zwischen Hilfsbereitschaft und Selbstzweck nur schwer zu verorten ist. Dabei wird ein sehr düsteres Weltbild entworfen, welches in meinen Augen genügend Ansätze für die Frage nach dem ,,Warum" liefert - Goslings durch und durch pessimistische Lebenseinstellung, welche sich aus der Summe mehrerer Ereignisse ergab, ließ ihn schließlich eine emotionale wie auch moralische Blockade aufbauen; den Bruder, welcher völlig schuldlos in dieser Hölle gefangen war, wollte er schlicht ,,erlösen" - eine verzweifelte Kurzschlussreaktion von jemanden, der an nichts Gutes mehr glaubt. Die anderen Parteien (vor allem die Familie des Opfers) kommen etwas kurz, können teils aber dennoch überzeugen (vor allem Kevin Spacey als kalter Vater des Täters). Ein sehr ruhig in Szene gesetztes, inhaltlich ziemlich dunkles Drama. 7/10

Lars und die Frauen


Als ich ,,State of Mind" in meine Watchlist tat, stolperte ich über diesen Streifen - ohne zu wissen, um was es so wirklich geht, wurde er einfach mal geschaut. Umso überraschter war ich, was für ein fantastischer Film das doch war. Ryan Gosling stellt seiner Familie eine Plastikpuppe als Freundin vor - angesichts dieser Absurdität ist man gleichermaßen geschockt wie amüsiert. Der Film liefert die Situationen jedoch nie der Lächerlichkeit aus und zeigt sich fortan als sensibles Drama um ein sozial wie psychisch verstörten Außenseiter, der langsam ins Leben zurückfindet. Gosling legt dabei die beste Leistung ab, die ich bisher von ihm gesehen habe; doch auch die anderen Darsteller liefern eine astreine Vorstellung. Trotz der tragischen Geschichte um die Hauptfigur ist die Handlung von einer positiven Atmosphäre geprägt (man nehme nur die Hilfsbereitschaft und Akzeptanz der anderen Bewohner), sodass man durchaus von einem Feel-Good-Movie (der etwas anderen Art) reden kann. Ein ebenso absurdes wie anrührendes Filmerlebnis mit sehr starker Schauspielriege. 9/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 5 Februar 2013, 13:44:41

Bonjour Tristesse (http://www.ofdb.de/film/27361,Bonjour-tristesse)

Du lieber Himmel, was für ein Breitwand-Technicolor-Kabale-und-Liebe-Schinken... Preminger läßt eine schöne ödipale Grundkonstellation völlig ungenutzt, genau wie die Möglichkeit für eine Thriller (wie man sie beim Anblick der sonnendurchfluteten französischen Riviera inzwischen unweigerlich erwartet und an L'été meurtrier, Plein soleil oder La piscine denkt) und beläßt es bei einem letzlich uninteressanten Geplänkel. Technisch sicherlich makellos, die s/w-Farbe Idee nett, aber nicht mehr. David Niven spielt, was er immer spielt, Jean Seberg sieht süß aus, nervt aber sonst, nur Deborah Kerr schreitet unbeschadet durch den Film.
Sieht also schön aus, aber mehr ist nicht dran. In Erinnerung bleiben höchstens ein paar absurde Kopfbedeckungen wie diese hier:

(http://4.bp.blogspot.com/_dmz4yKof1Qo/TMutII1mdFI/AAAAAAAAAWU/N-1jUnJH3To/s400/bonjour-tristesse-1958-02-g.jpg)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: psychopaul nach 6 Februar 2013, 00:48:12
Ich habe gerade gesehen, dass ich den auch kenne; das Bild lässt mich aber ernsthaft zweifeln..  :icon_lol:

Meine Note 7/10 bestätigt wohl ungefähr deinen Eindruck; Von Preminger fehlt mir noch Einiges, "Angel Face" war aber gut.



"Motorway" wird ja in manchen Kreisen verehrt; ich fand ihn ganz nett, mehr nicht. Zum "besseren Drive" reichts aber.  :icon_lol: 
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 7 Februar 2013, 01:17:02
Anlässlich der Berlinale werden im TV einige Filme von Jury-Präsdient Wong Kar-Wai gebracht - gute Möglichkeit für mich, mal etwas von ihm kennenzulernen.

My Blueberry Nights

Ein solider, kleiner Film über das Leben und die Liebe, der schön melancholisch, aber nicht sonderlich tief daherkommt. Gut gefallen haben mir die farbenfrohen, toll fotografierten Sets, weniger hingegen der exzessive Einsatz von Effekten - vor allem die Frameverknappung (keine Ahnung, wie der Fachausdruck für dieses "stotternde" Bild ist) ging mir irgendwann nur noch auf die Nerven. Norah Jones macht eine annehmbare Figur, verblasst jedoch neben ihren professionellen Kollegen (u.a. David Strathairn, Rachel Weisz und Natalie Portman). Ein netter, optisch zwiespältiger Streifen für Zwischendurch. 6/10

Ashes of Time Redux


Ich muss gestehen, dass mir mit meinen westlichen Sehgewohnheiten die Einordnung der vielen Figuren anfangs nicht ganz leicht fiel - sobald man sich reingefunden hat, erwartet einen eine meditativ-melancholische Ballade über Liebe und Verlust, welche ein wenig unter ihrem zerfaserten Drehbuch (Figuren kommen und gehen ganz plötzlich) zu leiden hat. Das lässt sich jedoch recht gut verschmerzen, da der Streifen ein audio-visueller Genuss ist - mit grellem Gelbstich werden wahre Gemälde gezeichnet, unterlegt von einem schönen Soundtrack. Ein atmosphärisch astreiner, dramaturgisch etwas holpriger Film. 7/10

"2046" wird morgen wohl ausgelassen, dafür gibt's Freitag dann "In the Mood for Love".

-----

Als Dessert zu "Zero Dark Thirty" gestern gab es heute dann noch:

Tödliches Kommando - The Hurt Locker

Vom Konzept her kann man viele Vergleiche mit Bigelows aktuellem Film aufstellen - aus einem beschränkten Blickwinkel wird neutral-nüchtern das Kriegsgeschehen abgebildet, ebenso unpatriotisch wie unpolitisch. Nur statt Schreibtisch-Gefechten beizuwohnen ist man hier mitten drin im Geschehen und begleitet einen Bombenentschärfungstrupp im Irak, angeführt vom draufgängerischen Charakter Jeremy Renners - dieser legt als adrenalinsüchtiger Hitzkopf genauso wie seine unter ihm leidenden Kollegen eine sehr gute Leistung ab. Eine stringente Geschichte sucht man vergebens, episodenweise folgt man den Einsätzen. Diese zeigen sich zumeist spannend und zermürbend, aufgrund der fehlenden Haupthandlung hätte der Film aber gerne etwas kürzer sein dürfen. Ein dank der realistisch-rauen Nähe einnehmendes, letztlich aber ein bisschen zu lang geratenes Stimmungsbild über den Krieg und eine ganz andere Seite dessen schonungsloser Folgen. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: .sixer. nach 7 Februar 2013, 15:36:06
Ich habe es lastboyscout gleichgetan und (dank seiner "Empfehlung") die Tage zum ersten Mal Ginger Snaps geguckt und ich kann mich seiner Meinung auch nur anschließen. Für mich ist der Film allerdings mehr ein Drama ums Erwachsenwerden als ein Horrorfilm. Wobei der Begriff Körperhorror hier wirklich mal gerechtfertigt ist. Ich kenne z.B. keinen Cronenberg, der sich derartig auf die Verwandlung und weniger auf das mordende Endergebnis konzentriert.

Tigerland
Der Kriegsfilm ohne Krieg war für mich ebenfalls eine Erstsichtung. Ich fand den von der ersten bis zur letzten Minute spannend, obwohl ich mit Farrell eigentlich nie so recht was anfangen konnte. Besonders stark fand ich den minimalistischen Score (teilweise nur ein leises Trommeln), der wunderbar zu der Atmosphäre gepasst hat.

The number 23
Keine Erstsichtung, aber nach Tigerland war ich irgendwie im Schumacher-Fieber. Der Film ist spannend wie man es von einem echten Schumacher gewohnt ist, aber am Ende nicht zu 100% logisch. Und er ist mal wieder ein Beweis dafür, dass man Jim Carrey auch mal mehr als nur den Blödel zutrauen kann (siehe z.B. Der Mondmann oder Truman-Show).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 7 Februar 2013, 16:52:36
Madagascar 3: Europe's Most Wanted (2012)
Ganz nette Fortsetzung die den meiner Meinung nach ziemlich schwachen Teil muehelos uebertrumpft.
Hab mich ziemlich gut amuesiert, vor allem die Matrix-Verarschung war ziemlich cool geraten.
Gibt 7/10 Punkten

Paranormal Activity 4 (2012, Unrated BluRay)
aka eine der schlimmsten Schlaftabletten seit langem.
Ich mochte Teil 1 und 3, Teil 2 war absolut fuerchterlich.
Der hier ist so langweilig das ich staendig der Versuchung widerstehen musste, ihn abzuschalten.
Die beste Szene gab es gleich zu Anfang als sie den Sohn entfuehrt.
Der Rest hier ist zum Schnarchen langweilig, traurig.
2/10 Punkten

Und hier nach A Cadaver Christmas eine weitere Ueberraschung aus dem Horrorbereich:
Silent Night (2012)
Hammerharter Slasher der sich fast mit den Besten des Genres messen kann.
Blutig-hervorragende Effekte bzw. Toetungen, musikalisch ueberraschend gelungen untermalt und als Kroenung noch Malcolm McDowell als komplett ueberzeichneter Sheriff dessen Vokabular ausschliesslich aus "coolen" Onelinern zu bestehen scheint.
Ich hab mich bestens amuesiert bei diesem Slasher.
8/10 Punkten, da hier ohne angezogene Handbremse vorgegangen wird.  :love:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 7 Februar 2013, 17:05:51
"Paranormal Activity 4" zieht sich wirklich wie Kaugummi, die Kinnect Idee war gut, wurde aber nicht viel draus gemacht.

Beste Szene war für mich, wenn sie zum 1. Mal in die Hütte gehen und der Junge da in der Ecke sitzt.^^


"Silent Night" ist ja das Remake von "Stille Nacht, Horror Nacht", den fand ich schon ganz gut. Bin dann jetzt auch aufs Remake gespannt. :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 7 Februar 2013, 17:08:41
Zitat von: RoboLuster nach  7 Februar 2013, 17:05:51
Beste Szene war für mich, wenn sie zum 1. Mal in die Hütte gehen und der Junge da in der Ecke sitzt.^^


Ja, die Szene war auch ganz gut. Rettet den Film aber trotzdem nicht.  ;)

Und wenn dir das Original schon gefallen hat, wirst du mit dem Remake Silent Night nen Heidenspass haben. Ging zumindest mir so.  ;)

Und noch zweimal Horrornachschlag:

Entrance (2012)
Puh, nicht ganz einfach zu bewerten. Erzeugt eine sehr beklemmende Atmosphaere, die jedoch nicht komplett bis zum Finale gehalten werden kann. Trotz der nur knapp 80 Minuten Laufzeit wirken manche Szenen fast unnoetig in die Laenge gezogen, zeigen jedoch andererseits ziemlich gut ihre Isolierung und Einsamkeit.
Das offene Ende ohne wirkliche Aufloesung wer das denn jetzt war und warum passt ziemlich gut.
Bin irgendwo bei einer 5/10 haengengeblieben. Kann man sich definitiv mal antun, muss aber nicht unbedingt sein.

I Didn't Come Here To Die (2010)
Hervorragender Amateur-Horrorfilm mit einem (angeblichen) Budget von 100.000 Dollar.
Sollte dies der Wahrheit entsprechen, dann wirklich Hut ab vor den Machern.
Was die hier auf die Beine gestellt haben kann man einfach nur als beachtlich bezeichnen.
Die Effekte (Kettensaege  :icon_eek:) kann man einfach nur als hervorragend bezeichnen, und selbst bei den Darstellern gibt es nicht wirklich zu meckern.
Manche der Nachtszenen sind schon extrem dunkel geraten, aber, wie schon erwaehnt, ist ein Amateur-Horrorfilm, da sollte man nicht zu pingelig sein.  ;)
Was mir sehr gut gefiel, das (zumindest mir) der Trailer eine Friday The 13th.-Chose versprach, es dann im Endeffekt aber nur dumme Zufaelle und hitzige Gemueter sowie Spannungen zwischen den einzelnen Personen waren, die die ganzen Tode/Morde verursachten. Sehr sehr nett.
Eine sehr starke Empfehlung, gibt ne 7/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 8 Februar 2013, 22:40:27
Beim Wildern durch die Sagenwelt bin ich jetzt auf Der 1. Ritter (http://www.ofdb.de/film/36380,Der-1-Ritter) gestoßen. Diesmal ist Sean Connery König Arthur, Julia Ormond gibt Lady Guinevere und Richard Gere ist der entwurzelte Lancelot. Die recht einfach Dreiecksbeziehung (Lancelot-Guinevere-Arthur) ist hier eben in die mythische Welt eingebunden. Ben Cross (der böse, böse Malagant) hat ja mal 'ne coole Stimme! Und Richard Gere fehlen zum Über-Charmeur ganz klar die stahlblauen Augen. Die Tafelrunde hat mir gar nicht zugesagt, da waren ja alle einheitlich gekleidet und noch dazu so dicht am Thron... Aber ein paar interessante, kleine Sachen (der Parcours und das "Gefängnis"). Dazu wieder ein paar schöne Bilder (meine Favoriten: das Entzünden der Feuerpfeile und der Ritt in der Dunkelheit). Der Gefühlszwist ist in etwa wie ich es erwartet hatte, gelöst worden, kam aber letztlich doch mit kleiner Überraschung. Solide, mit diversen guten Ansätzen 6/10.

Außerdem bin ich über Das Totenbuch (http://www.ofdb.de/film/238950,Das-Totenbuch) gestolpert. Ein älterer Mann wird von seinen Erinnerungen an WWII eingeholt, speziel Auschwitz. Die gezeigten Bilder erzeugen ein Unwohlsein, die Insassen wirkten auf mich allerdigns eher erschreckend/verängstigend als Mitleid erregend. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war. Ich fand es jedoch irritierend. 5/10

Und am gestrigen Abend gab es mal wieder TV-Ware: Donna Leon: Beweise, dass es böse ist (http://www.ofdb.de/film/87444,Donna-Leon-Beweise-dass-es-b%C3%B6se-ist) Der werte Commissario Brunetti kommt aus dem Uralub wieder und nimmt einen Fall an, den sein Votgesetzter eigentlich schon für gelöst erklärt hat. Lustigerweise ist der Film angesicht der diversen Doktortitel-Geschichten auch ein paar Jahre Erscheinen durchaus noch von einer Aktualität. Allerdings kommen viele Dialoge äußerst gestelzt rüber und viele Szenen sind ungeheuer vorhersehbar/klischeemäßig. Letztlich nicht wirklich erfreulich. 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 8 Februar 2013, 22:58:11
Der 1. Ritter hat mir immer gut gefallen, 7 Punkte Film für mich. Richard Gere finde ich eh immer toll. Die Tafelrunde und die Artus Sage generell, hat hier auch nur einen untergeordneten Stellenwert, die Geschichte wurde ja oft genug gezeigt und ist wohlbekannt. Man könnte sagen, Der 1. Ritter ist ein Lancelot Spin-Off. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 8 Februar 2013, 23:18:48
Naja, mit der Bekanntheit habe ich persönlich so leise Zweifel. Ich versuche derzeit, mich da ein bisschen einzulesen. Die "originalen" keltischen Sachen (Gesänge/Sagen?) sind ja eher lose Sammlungen. Scheint mir dann eher in Frankreich "richtig" loszugehen (Wace, Chrétien de Troyes) und auch die deutschen haben ordentlich mitgemischt. Muss mir da mal noch mehr Werke kaufen und lesen, ist auf jeden Fall geiler Stoff. Und der Parzival gehört mal inhaltlich werkgetreu verfilmt. :D

EDIT: Ist bei mir auch eher knapp an der 7 vorbei. Da mir die Grundgeschichte letztlich etwas zu simpel/schablonenhaft war. Ansonsten kann der Film durchaus ordentlich punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 9 Februar 2013, 01:28:57
Zuletzt gab es zwei Drogen-Trips in Filmform:

Trainspotting

Eine kultige Komödie erwartend, war ich recht überrascht, wie viele ernste Töne in dieser Groteske angeschlagen werden - neben einigen surreal-witzigen Szenen (der Tauchgang im Klo) gibt's auch ziemlich harten Tobak (der Tod des Babys). Boyle verpackt seinen Genre-Bastard wie von ihm gewohnt in berauschende Bilder mit treibenden Soundtrack (besonders gelungen: der kalte Entzug im Kinderzimmer), was jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass sich ein paar klitzekleine Längen einschleichen (z.B. der erste Aufenthalt in London; der zweite hingegen ist grandios). Gar nichts zu meckern gibt's bei den Darstellern, von denen allen voran Ewan McGregor und Robert Carlyle in Erinnerung bleiben. Dank der ideenreichen Inszenierung und des gelungenen Balance-Akts zwischen Humor und Drama ein größtenteils packender Anti-Drogen-Film. 7/10

Fear and Loathing in Las Vegas


Schon der Start ist eine der grotesk-grandiosesten Szenen, die ich seit langem sah: Wie Depp mit Del Toro durchs ,,Fledermausland" heizt, hat einfach Kultpotenzial. Das Highlight wäre damit dann auch leider schon aufgebraucht, doch auch der Rest ist ein tierischer Trip. Vor allem der Kontrast zwischen der dargestellten Freakshow und dem nüchtern-ruhigen Off-Kommentar ist klasse. Ob die beiden nun das richtige Maß treffen oder gnadenlos Overacting betreiben, kann ich (Gott sei Dank) nicht beurteilen - ist auch egal, es war ein ebenso faszinierendes wie abschreckendes Erlebnis. Sonst meckere ich ja gerne über Längen im Mittelteil, doch diesem Streifen tat die kurze Verschnaufpause (das erste Verlassen von Las Vegas) ziemlich gut - das ganze ist eben auch zu einem gewissen Grad anstrengend anzuschauen. Letztlich bewegt sich die Geschichte nirgendwo hin, aber irgendwie passt das auch zu dieser wunderbar wirren Odyssee. 8/10

-----

Dann wurde noch meine ,,Einstiegs-Trilogie" von Wong Kar-Wai beendet (die ganze Filmografie wird erst einmal nicht geschaut, es gibt ja auch noch andere Filme zu gucken ;->):

In the Mood for Love

Eine ruhige Romanze der etwas anderes Art, die sich rund um zwei Nachbarn mit untreuen Ehepartnern dreht. Im Vergleich mit den anderen Filmen von Kar-Wai, die ich sah, zeigt sich dieser Streifen eher schlicht, was Effekte und Farbfilter anbelangt. Sehr kunstvoll empfand ich dafür die Kamera, welche nicht selten ins Leere starrt und oft Gesichter ausspart oder nur indirekt über Spiegelungen zeigt. Das Antlitz der jeweiligen Ehepartner sieht man sogar kein einziges mal - ein von mir gern gesehenes Stilmittel, um die Entfremdung zu verdeutlichen. Das zurückhaltende Spiel der Darsteller unterstreicht den ruhigen Erzählrhythmus, welcher den Emotionen viel Raum zur Entfaltung gewährt. Ein richtig gutes Romantik-Drama, bei dem statt der großen Liebe eher Einsamkeit und unterdrückte Gefühle im Fokus stehen. 8/10

Nun, ,,2046" werd' ich wohl doch noch nachholen. Hab' immerhin den Verweis auf den Film erkannt ;->
Das wenige, was ich bisher von ,,The Grandmaster" sah, sieht auch vielversprechend aus - hoffentlich bekommt der demnächst einen Termin für 'nen Deutschlandstart.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 9 Februar 2013, 10:22:28
Zitat von: Teppi nach  9 Februar 2013, 01:28:57
Fear and Loathing in Las Vegas

[...]das ganze ist eben auch zu einem gewissen Grad anstrengend anzuschauen.
Und damit sagst du genau das, was für mich den Film unansehbar macht: Er ist unerträglich anstrengend und ich habe ihn trotz mehrerer Anläufe noch NIE durchgestanden. Kult hin, Kult her - den halte ich nicht aus.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 9 Februar 2013, 10:30:30
Zitat von: Stefan M nach  9 Februar 2013, 10:22:28
Zitat von: Teppi nach  9 Februar 2013, 01:28:57
Fear and Loathing in Las Vegas

[...]das ganze ist eben auch zu einem gewissen Grad anstrengend anzuschauen.
Und damit sagst du genau das, was für mich den Film unansehbar macht: Er ist unerträglich anstrengend und ich habe ihn trotz mehrerer Anläufe noch NIE durchgestanden. Kult hin, Kult her - den halte ich nicht aus.  :icon_mrgreen:


... Dafür sehe ich den ca. 3x im Jahr und amüsiere mich jedes mal wieder total.
Einer meiner absoluten Top 10 Filme.
Für mich ein Meisterwerk, da er so unglaublich wunderbar skurril, witzig und abgedreht ist und einfach voller wunderbarer Momente steckt.
Alleine die Szene auf dem Karussell in dem Spielkasino, ..., unbeschreiblich gut.
(Obwohl, meiner Meinung nach, eine gewisse "geistige Vorbereitung" *hüstel hüstel* davor dazu gehört um den Film richtig geniessen zu können)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 9 Februar 2013, 17:48:16
Ich kann echt verstehen, wenn man das nicht verarbeiten oder ertragen kann. Man muss sich hier wirklich drauf einlassen können und wollen. Wenn das aber ein Mal geklappt hat, wird man den lieben. Wie Eric ja schreibt, absurder, einfallsreicher, witziger und abgefahrener ist kaum ein Film. FALILV stellt eine Ausnahme dar und darf genau so sein, wie er ist.  :dodo: Anstrengend ist er aber in jedem Fall, im gleichen Maße aber auch unterhaltsan wie s0w.

So viele Szenen habe ich jetzt wieder vor dem inneren Auge, die ich nie vergessen werde und das ist ne ziemliche Leistung.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 9 Februar 2013, 18:25:07
Gerade gesehen:
KING Of CALIFORNIA
http://www.ofdb.de/film/118763,King-of-California (http://www.ofdb.de/film/118763,King-of-California)

Toller, kleiner Film. Jeder, der LITTLE MISS SUNSHINE möchte sollte den Film mal auf dem Radar behalten.
Wunderbar witzig, wunderbar tragisch mit tollen Dialoge und sentimentalen aber zu gleich humorvollen Szenen. 8,5/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 9 Februar 2013, 19:09:49
Zitat von: Mr. Blonde nach  9 Februar 2013, 17:48:16
Ich kann echt verstehen, wenn man das nicht verarbeiten oder ertragen kann. Man muss sich hier wirklich drauf einlassen können und wollen.
Wollen wollte ich ja auch, aber gekonnt habe ich nicht.  ;)

ZitatWenn das aber ein Mal geklappt hat, wird man den lieben. Wie Eric ja schreibt, absurder, einfallsreicher, witziger und abgefahrener ist kaum ein Film. FALILV stellt eine Ausnahme dar und darf genau so sein, wie er ist.  :dodo: Anstrengend ist er aber in jedem Fall, im gleichen Maße aber auch unterhaltsan wie s0w.
Das scheint hier wirklich Ansichtssache zu sein und vielleicht ticke ich in diesem Fall einfach falsch. Meine Mitmenschen mögen den ja auch alle.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 9 Februar 2013, 19:27:22
Vielleicht sind wir alle auch bekloppt und Du bist der normale.  :crazy:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 9 Februar 2013, 19:31:22
Ganz ehrlich, ich finde so richtig geil ist Fear and Loathing, wenn man selbst Erfahrungen mit der Materie gemacht hat. Da muss man noch nicht mal "eine gewisse "geistige Vorbereitung" davor treffen, ich finde man kann sogar über mehr Sachen die man bemerkt lachen, weil Depp und det Toro die Drogeneskapaden 100% lebensecht darstellen und der Film auch nie wirklich übertrieben ist. Man kann sich einfach nur beölen, wenn man sieht was für ne Scheiße die bauen, weil einem das alles so bekannt vorkommt. "Als ich noch dabei war", fand ich den Film nie so lustig wie heute, zwar auch schon lustig, aber jetzt absoluter Knallerfilm. Leider gibt es bei mir ein Synchro Problem, Depp ist auf deutsch besser, aber del Toro auf englisch, 'suckt, ich gucke mittlerweile aber nur noch auf englisch.


edit: 
Zitat von: Mr. Blonde nach  9 Februar 2013, 19:27:22
Vielleicht sind wir alle auch bekloppt und Du bist der normale.  :crazy:


Lol.. oder so / das dann auch.  :icon_razz:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 9 Februar 2013, 22:48:52
So, meine Wong Kar-Wai Woche wurde mit 2046 beendet - und ich war eher enttäuscht.

All das, was ich an "In the Mood for Love" so mochte - das Intime, das Intensive - suchte ich ich hier nun vergebens. Nach wie vor ist der Streifen von einer schön melancholischen Stimmung geprägt, welche ich in den anderen Werken Kar-Wais aber schon stärker gespürt habe. Figuren, Handlungsstränge und Zeitebenen zeigen sich zu sprunghaft, um eine wirklich emotionale Bindung zu ermöglichen. Wiederum aber auch nicht sprunghaft genug, um eine elegant gewebte Geschichte-in-der-Geschichte-Struktur aufzubauen - die Sci-Fi-Story ist letztlich nur ein eher nebensächliches Gimmick, hier wurde viel Potenzial für Parallelmontagen liegen gelassen. Auch der Soundtrack gefiel mir in allen anderen Filmen, die ich von Kar-Wai sah, besser - Alles in Allem also ein ernüchterndes Ende dieser kleinen "Kennenlernwoche". 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 10 Februar 2013, 12:32:14

Pff, Wong Kar-Wai ist der global überschätzteste Kitschgrützenrührer überhaupt   :scar:


Zitat von: MMeXX nach  8 Februar 2013, 22:40:27
Beim Wildern durch die Sagenwelt bin ich jetzt auf Der 1. Ritter (http://www.ofdb.de/film/36380,Der-1-Ritter) gestoßen


Den hab ich vor etwa 12 Jahren nicht zuende gesehen, schon weil mich der feinsäuberliche Neuschwanstein-Look angeödet hat...

Revolutionary Road (http://www.ofdb.de/film/146817,Zeiten-des-Aufruhrs)

American Beauty revisited, diesmal aber, aufgrund der literarischen Vorlage aus den 50ern, sehr viel düsterer und ohne nervige Teenager :icon_mrgreen:. Zwei Eheleute um die 30, zwei Kinder, ein Häuschen in Suburbia - und die Erinnerungen an das Gefühl und das Vorhaben, etwas Besonderes zu sein und zu tun. Dann die zum Greifen nahe Möglichkeit, aus dem Kleinbürgerkäfig auszubrechen, die Angst vor der Freiheit und die bitteren Folgen der verpaßten Chance...
In diesem dialoglastigen Ehedrama macht Kate Winslet die ganze Arbeit, DiCaprio zieht zum Glück einigermaßen mit (ironische Fußnote der Filmgeschichte: Das Titanic-Traumpaar 10 Jahre später). Michael Shannon hat eine geniale Nebenrolle, die ihn sicher für My Son, My Son oder Take Shelter qualifiziert hat. Roger Deakins spendiert wieder makellose, sommersonnige Bilder, die natürlich den Seelenzustand der Protagonisten konterkarieren. Dadurch und durch die diesmal etwas verkrampft wirkende Leitmotivik von Newmans Musik, die manchmal besser geschwiegen hätte, wird jedoch jede emotionale Wucht immer schön sanft abgefedert. Vielleicht im Sinne des Erfinders, aber trotzdem schade.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 10 Februar 2013, 15:52:51
Zitat von: ratz nach 10 Februar 2013, 12:32:14
Zitat von: MMeXX nach  8 Februar 2013, 22:40:27
Beim Wildern durch die Sagenwelt bin ich jetzt auf Der 1. Ritter (http://www.ofdb.de/film/36380,Der-1-Ritter) gestoßen


Den hab ich vor etwa 12 Jahren nicht zuende gesehen, schon weil mich der feinsäuberliche Neuschwanstein-Look angeödet hat...


Wie bitte? Ich dachte, man schaut Filme bis zum Ende ...  :anime:



:icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 10 Februar 2013, 16:13:27
"Fear and Loathing in Las Vegas" ist auch nüchtern/ohne entsprechende Selbstversuche ein ziemlich bizarrer Trip.  :icon_cool:

Gestern war mal wieder Lebenszeitverschwendung angesagt:

Cowboys & Aliens (http://www.ofdb.de/film/207752,Cowboys-&-Aliens) (2011)

Die Voraussetzungen für gelungenes Popcorn-Kino waren durchaus gegeben: Clash zweier interessanter, aber gegensätzlicher Genres, ein hochkarätiger Cast und ein ordentliches Budget für optische Überzeugungskraft Hat nur leider nichts gebracht. Dröge, langatmig und unspannend präsentiert man eine 0815 Story ohne jeden Charme und Witz. Die Effekte sind ganz schön anzuschauen (trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass der Film ein 160 Mio Budget hatte), und Craig und Ford spielen solide. Mehr fällt mir keine 24 Stunden später zu diesem Langweiler schon nicht mehr ein. 5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 10 Februar 2013, 18:21:16
Zitat von: ratz nach 10 Februar 2013, 12:32:14
Zitat von: MMeXX nach  8 Februar 2013, 22:40:27
Beim Wildern durch die Sagenwelt bin ich jetzt auf Der 1. Ritter (http://www.ofdb.de/film/36380,Der-1-Ritter) gestoßen


Den hab ich vor etwa 12 Jahren nicht zuende gesehen, schon weil mich der feinsäuberliche Neuschwanstein-Look angeödet hat...


1. Gut gekontert von Dex. :icon_lol:

2. Aber heute bist du nicht mehr so oberflächlich, oder!? ;)

3. Hab jetzt Hartmanns Erec angefangen. Da sind satte 140 Leute an der Tafelrunde. :icon_eek: Das müsste mal ordentlich verfilmt werden.


Zitat von: DisposableMiffy nach 10 Februar 2013, 16:13:27Gestern war mal wieder Lebenszeitverschwendung angesagt:

Cowboys & Aliens (http://www.ofdb.de/film/207752,Cowboys-&-Aliens) (2011)

Die Voraussetzungen für gelungenes Popcorn-Kino waren durchaus gegeben: Clash zweier interessanter, aber gegensätzlicher Genres, ein hochkarätiger Cast und ein ordentliches Budget für optische Überzeugungskraft Hat nur leider nichts gebracht. Dröge, langatmig und unspannend präsentiert man eine 0815 Story ohne jeden Charme und Witz. Die Effekte sind ganz schön anzuschauen (trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass der Film ein 160 Mio Budget hatte), und Craig und Ford spielen solide. Mehr fällt mir keine 24 Stunden später zu diesem Langweiler schon nicht mehr ein. 5/10

Ja, ich finde auch, dass die Wüstengegend sinnbildlich zu verstehen ist: Viele Möglichkeiten, aber irgendwie ist nichts zu sehen. Irgendwie kein Totalausfall, aber andererseits zündete fast gar nichts in dem Film.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 10 Februar 2013, 23:08:53
Da es morgen mit den Klausuren so richtig losgeht, sollte es heute was Locker-Leichtes sein, bei dem man keinesfalls den Kopf einschalten muss und wo ich eh keine großen Erwartungen hegte. So landete Larry Crowne in der Watchlist.

Wie vermutet plätschert der Streifen ohne große Positiv- oder Negativpunkte vor sich hin. Auf Überraschungen sollte man genre-typisch lieber nicht setzen, ebenso wenig wie auf große Lacher oder großes Drama - diese RomCom ist schlicht ein bodenständiger, naiv-verklärter (so ein Studium will ich auch mal haben!) Happen für den kleinen Hunger. Hanks spielt recht charmant, während Roberts bei mir eh immer einen schweren Stand hat - ist hier nicht anders. Auf der Habenseite sehe ich einen sympathischen Soundtrack und "Sulu" als Wirtschaftsprof, welcher mich mit seiner eigenwilligen Art an manche Lehrkräfte bei uns erinnerte. Geguckt, nicht wirklich geärgert, bald mehr oder minder vergessen. 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 11 Februar 2013, 00:06:54
Loaded Weapon 1

Unterhaltsame, gut besetzte und sehr kurzweilige Parodie, die mir besser gefallen hat als bspw. "Hot Shots", an geniale Meisterwerke wie "Die Nackte Kanone" aber nicht heranreicht. Manche Szenen haben mich irgendwie an "Pulp Fiction" erinnert - zum Beispiel die Szene, in der sich Colt und Luger im Auto unterhalten sowie die Szene, in der die beiden vor einer Tür stehen (ich glaube, Luger fragt, ob man "es auf seine Weise machen" solle oder so) - das ist erstaunlich und kann nur ein Zufall sein, da PF ja erst 1994 erschien, LW jedoch '93.  :D Die Gags sind manchmal einfach zu primitiv, um einen wirklich begeistern zu können, aber für locker-leichte Unterhaltung reicht das allemal.  ;)

7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 11 Februar 2013, 00:19:00
Dann hat Pulp Fiction von Lethal Weapon 1-3 abgeguckt.


Loaded Weapon 1 ist natürlich genial. Dagegen sind die heutigen Filmparodien, an deren Filmtitel am Ende ein -Movie steht, nur peinlich.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Ong-Bockel nach 11 Februar 2013, 00:21:24
Ewig her, dass ich den sah! Aber zwei Dialoge haben sich fest in mein Hirn eingebrannt: "Ist sie das?" - "Nein! Das ist ihr Foto!" sowie "Das Wort heißt nichts und nicht nüschts! Da ist kein ü und kein sch! Das heißt nichts!" :laugh:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: soisdas nach 11 Februar 2013, 00:37:09
Zitat von: Ong-Bockel nach 11 Februar 2013, 00:21:24"Das Wort heißt nichts und nicht nüschts! Da ist kein ü und kein sch! Das heißt nichts!" :laugh:
Ich weiß gar nicht, was da im Original gesagt wird, aber das Ding ist schon seit tausenden Monden ein immer wieder gern genutzter Running Gag.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 11 Februar 2013, 00:38:46
Zitat von: Ong-Bockel nach 11 Februar 2013, 00:21:24
Ewig her, dass ich den sah! Aber zwei Dialoge haben sich fest in mein Hirn eingebrannt: "Ist sie das?" - "Nein! Das ist ihr Foto!" sowie "Das Wort heißt nichts und nicht nüschts! Da ist kein ü und kein sch! Das heißt nichts!" :laugh:


Ja, die Szenen fand ich auch genial.  :hurra: Das kommt bei dem Film auch noch hinzu und macht ihn zusätzlich attraktiv, nämlich, dass er aus heutiger Sicht unheimlich politisch inkorrekt ist. Schade, dass solche Filme nicht mehr gedreht werden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 11 Februar 2013, 03:06:32
Die hier beweisen, dass ihr lügt:

(http://oi43.tinypic.com/s3lw7r.jpg)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: El_Hadschi nach 11 Februar 2013, 03:44:59
Zitat von: DisposableMiffy nach 10 Februar 2013, 16:13:27
Mehr fällt mir keine 24 Stunden später zu diesem Langweiler schon nicht mehr ein. 5/10



Ging mir genauso. Einer der wenigen Filme, bei dem ich tatsächlich eingeschlafen bin. :icon_redface: :scar:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 11 Februar 2013, 06:30:32
Chained (2012)
Nach dem ziemlich schlechten Surveillance griff Jennifer Lynch diesmal in die Vollen.
Der hier ist ein ziemlich abgruendiger Serienkiller-Film mit nem absolut genialen Vincent D'Onofrio, der hier definitiv Mut zur Haesslichkeit beweist.
Die Story hat nen ziemlich interessanten Twist verglichen zu den herkoemmlichen Serienkiller-Filmen.
Unbedingte Empfehlung, schwanke noch zwischen 7 und 8 Punkten.

Here Comes The Boom (2012)
Bitte sagt mir ich bin nicht der Einzige hier drin der den hier richtig gut gefunden hat.
Mir schwante Uebles als ich "A Happy Madison Production" im Vorspann las.
Aber:
Ueberzeugende Kaempfe, bis auf das Ankotzen gute und so gut wie immer zuendende Gags, passender Soundtrack und wirklich ne gute Darstellerriege hielten mich nonstop bei der Stange.
Ich fieberte sogar bei den Kaempfen mit.  :icon_eek:
7/10 Punkten, extrem ueberrascht von dem hier.

Hotel Transylvania (2012)
Nach Frankenweenie und ParaNorman ein weiterer richtig guter Animationsfilm aus dem Horrorbereich.
Hier hat man sich richtig Muehe gegeben etliche Monster zu erschaffen und sie mit viel Liebe zum Detail zu animieren bzw. auszustatten.
Flott inszeniert und wirklich lustig ohne viel Leerlauf, gibt lockere 7/10 Punkten

Iron Sky (2012)
Hm, Deutschland + Amateurfilm = mir schwant Uebles.
Wurde jedoch (ja ja, schon wieder) angenehm ueberrascht hier.
Ist zwar nicht der grosse Wurf geworden, hab mich aber anstaendig unterhalten gefuehlt.
Trotz der omni-praesenten CGI fuehlte es sich irgendwie auch nicht  so ganz wie eine Amateurfilm an.
Gibt so knappe 6/10 Punkten, ganz nett. Lohnt jedoch keine Zweitsichtung.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 11 Februar 2013, 10:50:52
Madhouse (http://www.ofdb.de/film/10023,Madhouse)

John Larroquette und Kristie Alley geht's eigentlich sehr prächtig. Doch dann kommt immer mehr Verwandtschaft ins Haus...

Äußerst witzig, die Synchro tut ihr Übriges. Einige Wortspiele klappen nicht ganz (z.B. "Mr. Bannister, wollen sie mit mir bumpen?" "Ähhhh, nein, es gibt ...Gesetze." - trotzdem lustig. :icon_lol:) andere werden noch ausgebaut ("Some people don't have cars." "Who cares about them." wird zu "Manche Menschen haben nichtmal ein Auto." "Die können ja Hubschrauber nehmen."). Der TV-Mitschnitt, den ich geschaut hab, ist wohl ein wenig gekürzt (nur ca. 82 Min.), tut dem Ganzen aber keinen großen Abbruch. Hier dürfte gerne mal eine ordentliche DVD/Blu-ray erscheinen! 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 11 Februar 2013, 18:40:46
...und jetzt ein paar Kurzfilme, nämlich die für den Oscar nominierten Animationsfilmchen. (Ausgenommen "Paperman/Im Flug erobert".)

Zu sehen bspw. hier: firstshowing.net (http://www.firstshowing.net/2013/watch-all-five-of-the-2013-best-animated-short-film-nominees-in-full/)

Adam and Dog (http://www.ofdb.de/film/240827,Adam-and-Dog)
Nette Grundidee, bei der die Schöpfungsgeschichte um den besten Freund des Menschen erweitert wird. 5/10

Maggie Simpson In: The Longest Daycare (http://www.ofdb.de/film/227929,Der-L%C3%A4ngste-Kita-Tag)
Ja, da werden Erinnerungen an eine der guten alten Folgen wach. Auch hier wird Maggie wieder in die Ayn Rand School for Tots gebracht und bekommt es mit ihrem ärgsten Feind (Das Baby mit nur einer Augenbraue) zu tun. Die Hinweise auf den Ausgang der Geschichte werden gleichzeitig deutlich verteilt, kommen aber doch dezent überraschend. 6/10

Head over Heels (http://www.ofdb.de/film/240291,Head-Over-Heels)
Claymation über ein alterndes Paar, dass sich versinnbildlicht unter einem Dach auseinandergelebt hat. Rührend und komisch zugleich. 7/10

Fresh Guacamole (http://www.ofdb.de/film/238523,Fresh-Guacamole)
Nachos mit Dip auf etwas andere Art und Weise. Würfel, Monopoly-Häuser und Handgranaten haben sicher nie besser geschmeckt! 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 13 Februar 2013, 21:47:52
In meiner Jugend mochte ich Manny Coto´s ,,Dr. Giggles" (1992) ganz gern. 20 Jahre später hat ,,Warner Bros." den Streifen in den USA nun sogar auf BluRay veröffentlicht - was mir wiederum die (willkommene) Gelegenheit bot, meine Erinnerungen an das Werk aufzufrischen und zu sehen, wie jenes den Zahn der Zeit seither denn so überstanden hat. Inhaltlich vereint der Film derart viele Klischees (dumme Verhaltensweisen von Cops, Teens etc.) sowie Versatzstücke anderer ,,Genre-Kollegen" (siehe vor allem John Carpenter´s ,,Halloween"), dass es fast schon an eine Parodie grenzt - doch stimmt der Härtegrad und sind die Kills (primär dank diverser ,,zweckentfremdeter" Arztinstrumente) durchaus abwechslungsreich geraten. Ebenfalls sehr präsent ist ein gewisser schwarzer Humor - in erster Linie vertreten durch eine Vielzahl an ,,Mediziner-Sprüchen" (á la ,,If you think that's bad, wait until you get my bill!"), was insgesamt ,,ganz okay" funktioniert, im Gegensatz etwa zu den ähnlich gestrickten One-Linern von ,,Mr. Freeze" in ,,Batman&Robin". In der Titelrolle überzeugt Larry Drake (,,Darkman") als irrer Möchtegern-Arzt, der seinen Jahre zuvor gelynchten (nahezu gleichermaßen verrückten) Vater sowohl zu rächen als auch stolz zu machen gedenkt - und als ,,Final Girl" ist hier die süße wie anständig agierende Holly Marie Combs (vor ihrem Durchbruch in der Serie ,,Charmed") mit von der Partie. Die meisten übrigen Protagonisten sind im Prinzip bloß reines Kanonenfutter: Sie werden zu Opfern, bevor man sie überhaupt einigermaßen ,,kennen gelernt" hat. Weder unbedingt creepy noch spannend, ist der Streifen dennoch passabel unterhaltsam und kurzweilig. In Sachen Bewertung würde ich ihm eine ,,solide 6/10" geben - mit einem gewissen Nostalgiebonus gern auch noch einen zusätzlichen Punkt (auf der gängigen 10er-Skala) mehr...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 14 Februar 2013, 13:40:43

Panzerkreuzer Potemkin (http://www.ofdb.de/film/8449,Panzerkreuzer-Potemkin)

Irgendwo hab ich mal gelesen, daß dies der am wenigesten gesehene Klassiker sei - den Schuh muß ich mir inzwischen nicht mehr anziehen, so oft wie ich ihn gesehen hab, u.a. durch das Vorführen im Freundeskreis usw., man hat ja eine filmerzieherische Verantwortuing  :icon_mrgreen: Begeistert bin ich jedes Mal wieder von Aufwand, Technik und Effekt. Besonders in Verbindung mit der perfekt zugeschnittenen, anspielungsreichen (Internationale, Brüder zur Sonne), energetischen, treibenden Musik von Edmund Meisel fühle ich mich nach jeder Sichtung bereit, loszuziehen und Aristokraten an Laternenmasten aufzuknüpfen ...
Und überhaupt ist es sehr gesund, sich ab und zu einen Stummfilm einzupfeifen, um z.B. von festgefahrenen Continuity-Sehgewohnheiten den Staub zu blasen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: soisdas nach 14 Februar 2013, 16:15:29
Into The Wild - Ich bin über die gesamte Laufzeit das Gefühl nicht losgeworden, dass Sean Penn den Kerl bewundert. Ich kann keinerlei Respekt für sein Handeln aufbringen und sympathisch ist er mir auch nicht. Der Versuch, den Mythos um die Figur mit gewaltigen Bildern, so wundervoll sie auch sind, zu transportieren, wenn nicht sogar zu verstärken, schlägt für mich somit fehl. Hätte mir gewünscht, dass er sich diesem Egomanen etwas kritischer nähert, da reichen die 08/15 Kommentare aus dem Off leider nicht aus. Visuell eine Wucht, keine Frage, moralisch äußerst fragwürdig. 5/10

A Hole In My Heart - Es gibt Filme, die man besser nicht mit einer Note versieht, da sie sich jeglichen Konventionen gnadenlos verweigern. Dieser ist so ein Fall. Sicher nicht der stärkste der KK-Reihe, aber wegen der teils sehr bedrückenden Intensität ist der Film für all jene, die für Ungewöhnliches aufgeschlossen sind (auch mit dem Risiko, es hinterher zu bereuen) durchaus einen Blick wert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 14 Februar 2013, 23:33:40
Zitat von: soisdas nach 14 Februar 2013, 16:15:29
Into The Wild - Ich bin über die gesamte Laufzeit das Gefühl nicht losgeworden, dass Sean Penn den Kerl bewundert. Ich kann keinerlei Respekt für sein Handeln aufbringen und sympathisch ist er mir auch nicht. Der Versuch, den Mythos um die Figur mit gewaltigen Bildern, so wundervoll sie auch sind, zu transportieren, wenn nicht sogar zu verstärken, schlägt für mich somit fehl. Hätte mir gewünscht, dass er sich diesem Egomanen etwas kritischer nähert, da reichen die 08/15 Kommentare aus dem Off leider nicht aus. Visuell eine Wucht, keine Frage, moralisch äußerst fragwürdig. 5/10


Habe ich anders gesehen, nämlich: moralisch ist das Ganze ein Dilemma und der rücksichtslose Egotrip führt am Ende in die Sackgasse, was auch McCandless schließlich bemerkt, aber da ist es zu spät, er ist wörtlich zu weit gegangen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich für den Gedanken dieses konsequenten spirituellen Aussteigertums trotz aller Unmöglichkeit empfänglich bin, was sicher eine gute Voraussetzung zugunsten des Films ist. Dennoch glaube ich nicht mal, dass der Film zur Bewunderung oder gar Nachahmung aufrufen will.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Reiben nach 15 Februar 2013, 15:40:33
Zitat von: pm.diebelshausen nach 14 Februar 2013, 23:33:40
Zitat von: soisdas nach 14 Februar 2013, 16:15:29
Into The Wild - Ich bin über die gesamte Laufzeit das Gefühl nicht losgeworden, dass Sean Penn den Kerl bewundert. Ich kann keinerlei Respekt für sein Handeln aufbringen und sympathisch ist er mir auch nicht. Der Versuch, den Mythos um die Figur mit gewaltigen Bildern, so wundervoll sie auch sind, zu transportieren, wenn nicht sogar zu verstärken, schlägt für mich somit fehl. Hätte mir gewünscht, dass er sich diesem Egomanen etwas kritischer nähert, da reichen die 08/15 Kommentare aus dem Off leider nicht aus. Visuell eine Wucht, keine Frage, moralisch äußerst fragwürdig. 5/10


Habe ich anders gesehen, nämlich: moralisch ist das Ganze ein Dilemma und der rücksichtslose Egotrip führt am Ende in die Sackgasse, was auch McCandless schließlich bemerkt, aber da ist es zu spät, er ist wörtlich zu weit gegangen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich für den Gedanken dieses konsequenten spirituellen Aussteigertums trotz aller Unmöglichkeit empfänglich bin, was sicher eine gute Voraussetzung zugunsten des Films ist. Dennoch glaube ich nicht mal, dass der Film zur Bewunderung oder gar Nachahmung aufrufen will.


Ich muss auch eher diebel rechtgeben. Grade die Tatsache, dass McCandless eigentlich sehr sympathisch ist, dass er etwas sympathisches tut und dass das etwas ist, das er einen Traum verwirklicht, den viele haben - grade dass ist ja das tragische Element an der Sache. Ich finde es zu einfach, ihn als unfähigen Deppen darzustellen, der durch eigenes Versagen gescheitert ist. Auf einer übergeordneten Ebene stellt sich doch die viel interessantere Fragen: Ist sein Vorhaben in unserer Welt/Gesellschaft überhaupt durchführbar? Wurde er von äußeren Einflüssen in diese ausweglose Situation getrieben? Warum wachsen wir als Menschen so auf, dass wir in unserer natürlichen, ursprünglichen Umgebung nicht überlebensfähig sind? Und ist das wirklich so schlimm?

Ich denke daher, dass der Film auch ohne dass man dem Aussteigertum positiv gegenüber steht, durchaus interessante Aspekte aufweist.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 15 Februar 2013, 22:40:30
French Connection

Nachdem ich den meiner Meinung nach sehr behäbigen "Bullitt" gesehen habe, hieß es:

Zitat von: Mr. Blonde nach 27 Januar 2013, 23:52:08
Ja, lass das lieber und auch um "French Connection" solltest Du leider einen Bogen machen. Wobei Dir da was entgeht.  :icon_confused:


Ich hab's natürlich nicht gelassen. Und das ist auch gut so: "French Connection" ist im direkten Vergleich der viel flottere Film - flottere Inszenierung, flottere Sprüche, usw.
Dass mal das eher unglamouröse Brooklyn als Location dienen durfte, war eine schöne Abwechslung zum heutigen Manhattan-Overkill und passte zudem perfekt zum realistisch-rohen Charme des Streifens. Besonders gelungen fand ich, wie bei den Beschattungen mit einfachsten Mitteln ein starkes Maß an Spannung erzeugt wurde - so stört es dann auch kein bisschen, dass es eher wenig direkte Action gibt. Die hat es dann aber in sich: Ich persönlich meine, dass die Verfolgungsjagd zwischen Auto und Hochbahn sogar besser als die berühmt-berüchtigte Sequenz aus "Bullitt" ist.
Was leider gar nicht ging und auch in meine Wertung einfließt: Die deutsche Syncro. Im Original wird offensichtlich französisch gesprochen (es waren ja sogar noch die englischen Untertitel vorhanden...), hierzulande gibt's akzentfreies Deutsch auf die Ohren. Dass wirkt nicht einfach nur unpassend, sondern erschwert anfangs sogar die Zuordnung der einzelnen Figuren. Sehr ärgerlich.
Ein meist ruhiger, dadurch aber nicht minder spannender Thriller mit missratener Eindeutschung. 8/10

Mindhunters

FBI-Profiler werden zur Abschlussprüfung auf eine isolierte Insel gesteckt und sollen dort eine Simulation lösen - nur dummerweise macht ein echter Mörder die Runde. Das Grundkonzept klingt ziemlich vielversprechend, die letztliche Umsetzung ist jedoch eher so lala. Die Charaktere sind nur halb so klug, wie sie gerne wären, weshalb schließlich auch eher auf die direkte Bedrohung als auf subtile Spannung gesetzt wird. Kurzweilig anzusehen ist die Killer-Suche nach wie vor, dennoch denkt man sich die ganze Zeit: Was wäre wohl mit durchdachterem Drehbuch und besseren Dialogen drin gewesen? Eher ein etwas anderer Slasher-Film als packender Psycho-Thriller - schade, Potenzial verschenkt. 5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: soisdas nach 15 Februar 2013, 22:57:56
@pm.diebelshausen und Reiben

Grundsätzlich kann man da gar nicht widersprechen und ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass die Figur von vorneherein ein schweren Stand bei mir hatte, was ganz klar auch Einfluss auf die Beurteilung hat. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die man (m.E.) objektiv gesehen nicht verleugnen kann: dem Film fehlt die nötige Distanz zur Figur, um eben die Fragen aufzuwerfen, die nötig sind. Die stellt man sich zwar, aber eher aus eigenem Antrieb und dem Hintergrund, dass es diesen Menschen tatsächlich gab. Dass er beispielsweise alle Menschen, denen er auf einer Reise begegnet, im Prinzip ausnutzt, wird zu einseitig als Hilfsbereitschaft der anderen dargestellt. Er selbst spielt dabei immer nur die Rolle des bewundernswerten Idealisten. Da fehlt mir die kritische Distanz. Dann kommt noch hinzu, dass verschwiegen wird, unter welchen Bedigungen er gestorben ist. Ich kenne seine Geschichte zwar nur aus dem Film, habe aber gelesen, dass er nicht weit entfernt von einem Highway und einer Stadt campiert hat. Das ist nicht nur verantwortungslos gegenüber sich selbst, sondern vor allem seiner Familie und denjenigen, die seinen Weg der Selbstfindung als Vorbild nehmen. Hätte mir gewünscht, dass der Film diese Dinge anspricht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 15 Februar 2013, 23:20:41
@ Teppi

Gut zu wissen, dass Du es dann doch versucht hast.  :icon_mrgreen:

Ich weiß gar nicht mehr, aber mir gefiel die schnoddrige Synchro von Hackman ziemlich gut, allerdings waren die französischen Passagen echt sinnfrei eingedeutscht, wie Du ja schreibst. Sind da nicht sogar trotzdem eingebrannte Untertitel zu sehen? Möchte meinen, dass man englische Untertitel hatte, was die dt. Fassung umso merkwürdiger machte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 15 Februar 2013, 23:33:58
Zitat von: Mr. Blonde nach 15 Februar 2013, 23:20:41
Sind da nicht sogar trotzdem eingebrannte Untertitel zu sehen? Möchte meinen, dass man englische Untertitel hatte, was die dt. Fassung umso merkwürdiger machte.


Genau so ist es. Das wirkte schon ziemlich unschön - schade, dass man da nichts nachbessern konnte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 15 Februar 2013, 23:56:51
Zitat von: soisdas nach 15 Februar 2013, 22:57:56
@pm.diebelshausen und Reiben

Grundsätzlich kann man da gar nicht widersprechen und ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass die Figur von vorneherein ein schweren Stand bei mir hatte, was ganz klar auch Einfluss auf die Beurteilung hat. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die man (m.E.) objektiv gesehen nicht verleugnen kann: dem Film fehlt die nötige Distanz zur Figur, um eben die Fragen aufzuwerfen, die nötig sind. Die stellt man sich zwar, aber eher aus eigenem Antrieb und dem Hintergrund, dass es diesen Menschen tatsächlich gab. Dass er beispielsweise alle Menschen, denen er auf einer Reise begegnet, im Prinzip ausnutzt, wird zu einseitig als Hilfsbereitschaft der anderen dargestellt. Er selbst spielt dabei immer nur die Rolle des bewundernswerten Idealisten. Da fehlt mir die kritische Distanz. Dann kommt noch hinzu, dass verschwiegen wird, unter welchen Bedigungen er gestorben ist. Ich kenne seine Geschichte zwar nur aus dem Film, habe aber gelesen, dass er nicht weit entfernt von einem Highway und einer Stadt campiert hat. Das ist nicht nur verantwortungslos gegenüber sich selbst, sondern vor allem seiner Familie und denjenigen, die seinen Weg der Selbstfindung als Vorbild nehmen. Hätte mir gewünscht, dass der Film diese Dinge anspricht.


Auch @Reiben: vielleicht habe ich das nicht klar formuliert, aber ich finde den Kelr in der Tat ebenfalls unsympathisch. Ich finde nur nicht, dass der Film da allzu viel festlegt, sondern eine Bewertung doch weitestgehend dem Zuschauer überlässt, trotz der ganzen neoromantischen Naturduselei, die er inszeniert. Und aus deren wohl unvermeidbaren auf-der-Stelle-Treten er sich immer wieder nur mithilfe der Platzierung des Soundtracks halbwegs retten kann. Ich glaube, ich erlebte die Hauptfigur als grausam sich selbst und anderen gegenüber. Aber: eine Grausamkeit, die aus der fast verzweifelten, aber doch zuversichtlichen Konsequenz gegenüber unserer modernen Zivilisation resultiert; eine Grausamkeit, die dem Zielort, nämlich dem nackten (Über)Leben auf dem Stück Gestein "Erde" entspricht, sozusagen experimentell entspricht; und vor allem: eben eine Grausamkeit, die nicht endgültig ist, nicht Dogma bleibt und insofern idealisiert wird, sondern die lernt und Teil eines Entwicklungsprozesses ist, eines ungewöhnlichen da unethischen Vorstoßes, der am Ende durchaus nicht Lobpreisung durch den Film erfährt, sondern zumindest mich in einer nicht unbedingt mitleidigen aber gerührten Stimmung zurücklässt, die mit dem Dilemma menschlichen Daseins zu tun hat.

"Richtiger" finde ich meine Sichtweise übrigens nicht, nur "anders". ;O)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Reiben nach 16 Februar 2013, 02:19:25
Zitat von: pm.diebelshausen nach 15 Februar 2013, 23:56:51

Auch @Reiben: vielleicht habe ich das nicht klar formuliert, aber ich finde den Kelr in der Tat ebenfalls unsympathisch. Ich finde nur nicht, dass der Film da allzu viel festlegt, sondern eine Bewertung doch weitestgehend dem Zuschauer überlässt, trotz der ganzen neoromantischen Naturduselei, die er inszeniert. Und aus deren wohl unvermeidbaren auf-der-Stelle-Treten er sich immer wieder nur mithilfe der Platzierung des Soundtracks halbwegs retten kann. Ich glaube, ich erlebte die Hauptfigur als grausam sich selbst und anderen gegenüber. Aber: eine Grausamkeit, die aus der fast verzweifelten, aber doch zuversichtlichen Konsequenz gegenüber unserer modernen Zivilisation resultiert; eine Grausamkeit, die dem Zielort, nämlich dem nackten (Über)Leben auf dem Stück Gestein "Erde" entspricht, sozusagen experimentell entspricht; und vor allem: eben eine Grausamkeit, die nicht endgültig ist, nicht Dogma bleibt und insofern idealisiert wird, sondern die lernt und Teil eines Entwicklungsprozesses ist, eines ungewöhnlichen da unethischen Vorstoßes, der am Ende durchaus nicht Lobpreisung durch den Film erfährt, sondern zumindest mich in einer nicht unbedingt mitleidigen aber gerührten Stimmung zurücklässt, die mit dem Dilemma menschlichen Daseins zu tun hat.

"Richtiger" finde ich meine Sichtweise übrigens nicht, nur "anders". ;O)


@diebel: Findest du sein Vorhaben unsympatisch, die Art und Weise wie er daran geht, was er für ein Mensch ist oder wie er dargestellt wird?

@soisdas &diebel: Ich bewerte die Tatsache, dass er sich völlig kompromisslos seinem Weg verschrieben hat und von dem auch trotz hoher Risiken nicht abweicht, durchaus positiv. Dass er dabei Menschen vor den Kopf stößt, denen er etwas bedeutet und die ihm etwas bedeuten ist Teil dieser Kompromisslosigkeit und für ihn der einzige Weg sich aus jeder sozialen Bindung zu lösen. Ob er verantwortungslos ist, lässt sich nicht so einfach sagen, da man nicht genau weiß, ob ihm die Risiken seines Vorhabens bewusst waren. Ich behaupte schon, bzw. dass er ganz bewusst auf jede Form der Absicherung verzichtet hat (bspw. eine Karte mitzunehmen). Es mag schwer zu verstehen oder gar gutzuheißen sein, dass jemand Risiken eingeht, die er in unserer Welt heutzutage eigentlich einfachst hätte vermeiden können, aber für sein in seiner Ursprünglichkeit radikales Verhalten ist das nur konsequent, aber nicht verantwortungslos. Auf ein alltägliches Beispiel übertragen könnte man sonst ja auch sagen, dass es verantwortungslos ist, heutzutage kein Handy dabeizuhaben, da es ja sein könnte, dass man in einem Notfall schnell Hilfe holen muss, was sonst nicht möglich ist.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 16 Februar 2013, 02:43:19
Zitat von: Reiben nach 16 Februar 2013, 02:19:25@diebel: Findest du sein Vorhaben unsympatisch, die Art und Weise wie er daran geht, was er für ein Mensch ist oder wie er dargestellt wird?


Was er für ein Mensch ist - kann ich schwer sagen, das ist eine diffuse Kategorie, finde ich. Am ehesten bezieht sich mein "unsympathisch" wohl auf die Art und Weise seines Sozialverhaltens und das Kaliber seiner Egonummer. Sympathieträger war er für mich nicht, seine Motivation, sein Ansinnen, seine Perspektive aber schon. "Verantwortungslos" geht mir auch zu weit. Er löst sich schließlich, und das darf er als Mensch, der keine eigene Familie gegründet hat, aus allen Verantwortungen. Da passt auch das Handybeispiel. Man könnte fragen, ob es verantwortungsloser ist, einen Menschen in dese Welt zu setzen, oder sich selbst dieser Welt zu entziehen. Im Zentrum steht für mich jedenfalls die These, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und ohne ein menschliches Gegenüber vor die Hunde geht. Das legt mir der Film nahe, nicht, dass es toll ist, andere zu benutzen, zu enttäuschen oder ihnen zu entgehen. Und darin ist mir wiederum der Film sympathisch.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 16 Februar 2013, 13:14:51
Zitat von: Bretzelburger nach 28 Januar 2013, 15:11:00Endlich habe ich die zweistündige us-amerikanische, von Friedkin autorisierte Fassung gesehen, leider nur im falschen Bildformat. Die deutsche Videoveröffentlichung ist zwar im korrekten Bildformat, aber 30 Minuten kürzer und frei zusammen geschnippelt. Dort sind sogar ein paar Szenen, die in der US-Fassung nicht zu sehen sind, enthalten, aber diese zitieren Clouzots Film genau und wurden von Friedkin deshalb nicht verwendet - auf so etwas hat die deutsche Veröffentlichung keine Rücksicht genommen.

Friedkin hat getwittert, dass von dem Film derzeit ein Master neu abgetastet wird! :love: (Under er nicht bei Criterion erscheinen wird...) Aber das lässt auf eine ordentliche VÖ hoffen! Siehe auch: https://twitter.com/WilliamFriedkin
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 17 Februar 2013, 14:45:13
Ripper: Letter From Hell (2001)
Ich hab mich irgendwo zwischen Moonshade's (hohl und dumm) und Hankey's Bewertung (ganz unterhaltsam, jedoch mit Makeln) eingependelt.
Er hielt mich bei der Stange, war eigentlich ganz unterhaltsam, hat jedoch definitiv seine Fehler.
Ich fand Bruce Payne ehrlich gesagt ziemlich gut, Juergen Prochnow war an der Grenze zum Overacting.
Die Morde sind wirklich gelungen, leider (per IMDB) fuer ein R-Rating gekuerzt worden.
Hat da jemand genauere Informationen?
5/10 Punkten (tendiere da eher zu Guilty Pleasure da ich Slasher wirklich mag ;))

Ripper 2: Letter From Within (2004)
Autsch, das ist wirklich das Einzige was mir zu dem Film einfaellt.
Unsagbar schlechte CGI, noch schlechtere Darsteller und Inszenierung, absoluter Bodensatz.
Lasst bloss die Finger von dem hier.
1/10 Punkten
P.S.: Dieses IMDB-Zitat lies mich wirklich auflachen: "there are many beautiful women and breasts; the death scenes, the special effects and the atmosphere are great for a B-movie".
Nope, gut sieht anders aus.  :D

The Theatre Bizarre (2011)
Kleine Horrorgeschichten mit ner ziemlich netten Rahmenhandlung, getragen von einem hervorragenden Udo Kier.
Das alleine macht definitiv das Ansehen wert.
Die Geschichten sind sehr verschieden, von Gore ueber Fantasy, Horror und sogar eine ziemlich ruhige Geschichte ueber Leben und Tod.
Ist definitiv ein guter Mix geworden, fuer Horror-Freunde definitiv zu Empfehlen.
Schwaechste Folge meiner Meinung nach war Sweets, beste Folge(n) war The Mother Of Toads, dicht gefolgt von The Accident.
Gibt 6.5/10 Punkten
Bin definitiv gespannt auf den Zweiten.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 17:16:20
"Johnny zieht in den Krieg"

Äußerst bitterer Antikriegsfilm mit satirischen Zügen und einigen psychedelisch angehauchten Momenten. Im Vergleich zu ähnlichen Vertretern des Genres kommt der Film nahezu ohne Kriegsszenen aus, sondern beschäftigt sich mit dem, was hinterher vom Menschen übrig bleibt - psychisch und physisch. Eine gelungene Abwechslung also und gleichzeitig ein klaustrophobischer Albtraum, wenn der eigene Körper zum Sarg wird.

Hin und wieder etwas albern, wahrscheinlich um das Thema etwas aufzulockern. Ich empfand es als etwas unpassend, da es mich oftmals aus dieser recht aussichtslosen Stimmung herausriss. Joes anfangs recht naive und hoffnungslos postive Einstellung zu der Situation, welche wahrscheinlich der einzige Grund ist, nicht wahnsinnig zu werden, erfordert zunächst etwas Geduld. Das legt sich aber.

Wenn es keine Romanvorlage gibt, Respekt. Näher an die Monologe und Beschreibungen eines Buches kommt wohl kein Film heran. Zeitweise kann "Johnny got his Gun" sogar als Hörspiel funktionieren. Ein weiterer sehr interessanter Aspekt.

Da würde ich 7,5/10 vergeben, da ich mit den satirischen Spitzen wenig anfangen konnte.

Und ja: Natürlich hat mich Metallicas "One" auf den Film gebracht.  :dodo:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 17 Februar 2013, 18:14:05
In einer Art Selbstexperiment habe ich mal einen etwa einwöchigen Großangriff auf diverse öffentlich-rechtliche Sender und deren Mediatheken gestartet. Dabei war viel (Unter)Durchschnittliches dabei, aber auch ein paar unerwartete Sachen...

Tatort: Restrisiko (http://www.ofdb.de/film/20160,Tatort-Restrisiko)
Mord an einer Frau in der Karnevalszeit direkt vor einer psychatrischen Einrichtung. Der Fall wird durch allerlei Verbindungen/Liebeleien etc. zwischen den verschiedenen Beteiligten/Verwandten/Bekannten geprägt, die letztlich auch beim Motiv einfließen. Ballauf/Schenk sind ganz ordentlich aufgelegt. Kommt aber über Mittelmaß nicht hinaus. 5/10

Einsatz in Hamburg: Mord an Bord (http://www.ofdb.de/film/239339,Einsatz-in-Hamburg-Mord-an-Bord)
Eine Frau, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffes für Unterhaltung gesorgt hat, wird tot aufgefunden. Die drei Ermittler nehmen kurzerhand an der nächsten Reise teil, um den Mörder an Bord zu finden... Tja, ich wusste gar nicht, dass Bretzelburger auch Schauspieler ist. Hannes Hellmann hat mich auf jeden Fall rein äußerlich durchaus an unseren Forenkollegen hier erinnert. Die Grundidee (Ermittlung an "geschlossenem" Ort, an dem keiner fliehen kann) finde ich sehr interessant. Dazu natürlich die "üblichen" Verdächtigen, die sich ungeheuer nervös verhalten, es dann aber doch nicht sind. Sehr gefallen haben mir die Schlußaufnahmen in Lissabon, was vor allem daran liegt, dass ich letztes Jahr mal kurz dort war. War insgesamt in Ordnung 5/10

Dora Heldt: Ausgeliebt (http://www.ofdb.de/film/239370,Dora-Heldt-Ausgeliebt)
Ich gestehe, ich hatte irgendwie mit Liebesgebimsel in Richtung Rosamunde Pilcher gerechnet. Aber weit gefehlt. Frau wird an ihrem Geburtstag vom Ehemann (Äffare mit bester Freundin der Gattin) verlassen, versucht sich zu finden. Durchaus klischeehafter Ablauf, aber immerhin mit nicht völlig Happy-End. Am besten/lustigsten waren die männlichen Nebenrollen (Vater der Hauptdarstellerin und Fischverkäufer). 6/10

Brücke zum Herzen (http://www.ofdb.de/film/75771,Br%C3%BCcke-zum-Herzen)
Oh Gott. Simone Thomalla darf ihren Ausschnitt zeigen und dazu hampelmannartig rumdallern. Oberflächlich, seichter Film um eine ach so arme Frau, die immer von ihrem Vater vernachlässigt worden ist und ihren Kollegen auf Arbeit nicht mag. Das Ende ist dermaßen offensichtlich. 4/10

Racheengel - Ein eiskalter Plan (http://www.ofdb.de/film/203810,Racheengel---Ein-eiskalter-Plan)
Mord in Norddeutschland. Die Schwester der Ermittlerin taucht nach Jahren bei ihr auf, hat sie mit dem Mord zu tun? Durchaus sehr stimmungsvolle Bilder des eisig-kalten Winters schaffen eine schöne Stimmung. Und die Kälte überträgt sich (im positiven Sinne) auch auf die diversen Akteure. Wären die letzten ca. 10 Minuten nicht gewesen, hätte ich den Streifen angesichts des dann eher pessimistischen Endes noch besser gefunden. So bleibt knapp über solide TV-Kost. 6/10

La Dolce Rita (http://www.ofdb.de/film/84646,Dolce-Rita-La)
Wieder mit Thomalla. Hier ist es noch schlimmer. Mehr Klischee geht fast nicht, denke ich. Die besten Szenen waren definitiv die Landschaften Italiens. 2/10

Traumhotel: Sterne über Thailand (http://www.ofdb.de/film/73820,Das-Traumhotel-Sterne-%C3%BCber-Thailand)
Wenig besser war es hier. Die diversen Charaktere können nichts für ihre vorgeschriebene Oberflächlichkeit, die sie in die simpelsten Charaktere schiebt. Da helfen auch die schönen thailändischen Strände nicht viel. 3/10

Marga Engel schlägt zurück (http://www.ofdb.de/film/15835,Marga-Engel-schl%C3%A4gt-zur%C3%BCck)
Eine Frau verliert nach Pleite der Kreditfirma ihr Haus. Doch sie will nicht kampflos aufgeben. Hier war das Ende immerhin nicht völlig absehbar, aber dennoch wirkte es ein wenig zu positiv. Die Darsteller insgesamt ordentlich, auch ein paar gute Lacher dabei. Solide 5/10.

Stille (http://www.ofdb.de/film/239699,Stille)
Jan Fedder als Fernsehmoderator, der im richtigen Leben nicht mit Familie zurechtkommt. Großes Trauma der gesamten Familie: der Tod der Tochter. Fedder halte ich für einen sympathischen Schauspieler, hier hat er mir auch zugesagt. Die Konflikte entstehen vor allem durch fehlende Kommunikation. Insgesamt natürlich punktuell überzeichnet, aber dennoch mitfühlbar. Dazu ein paar sehr gelungene Bilder aus den Alpen. 6/10

David Copperfield (http://www.ofdb.de/film/10318,David-Copperfield)
Das Leben der gleichnamigen Titelfigur. Wieder was gelernt: Der Ursprung des Namens von Uriah Heep war mir bisher nicht bewusst. Ein großes Gemälde wird um die Odyssee des Mister Copperfield entworfen, der Personen allerlei Couleur trifft. Dickens-typisch nicht immer die besten Personen. 7/10

Der Mann, von dem man spricht (http://www.ofdb.de/film/14685,Der-Mann-von-dem-man-spricht)
Heinz Rühmann fliegt aus dem Studium und will kurzentschlossen eine Zirkusartistin heiraten. Fluffige Komödie mit einigen guten Einfällen. Die Ausstrahlung war zwar nicht optimal, sodass ab und an mal nichts zu hören war. Aber immerhin schön, dass auch solch "alte" Filme ausgestrahlt werden. Lieblingsszene: Rühmann kommt volltrunken nach Haus, schläft aber in der im Erdgeschoss befindlichen Möbelabteilung ein und wird morgens vom Gelächter am Schaufenster geweckt. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2013, 19:00:47
Zitat von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 17:16:20
"Johnny zieht in den Krieg"

[...]

Wenn es keine Romanvorlage gibt, Respekt. Näher an die Monologe und Beschreibungen eines Buches kommt wohl kein Film heran. Zeitweise kann "Johnny got his Gun" sogar als Hörspiel funktionieren. Ein weiterer sehr interessanter Aspekt.


Das könnte daran liegen, dass Dalton Trumbo hier sein eigenes Buch verfilmt hat.  ;-)

Sollte ich auch noch mal sehen, das erste und einzige mal ist bereits so lange her, dass ich mich kaum noch daran erinnern kann (bis auf die Szenen, die auch im Clip zu "One" auftauchen).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 19:30:54
Danke für den Hinweis, dann macht das natürlich absolut Sinn und es wirkt auch sehr harmonisch auf das Medium Film übertragen.  :icon_smile:

@MMeXX:

Du musst Nerven aus Stahl haben. Ich hätte nach einer von den Gurken ja schon abgewunken.  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 17 Februar 2013, 20:01:37
Zitat von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 19:30:54@MMeXX:

Du musst Nerven aus Stahl haben. Ich hätte nach einer von den Gurken ja schon abgewunken.  :icon_lol:

Man muss ja auch allem mal eine Chance geben. War zwar teilweise nicht wirklich mein Fall, aber trotzdem durchaus interessante Entdeckungen. Und so ein Film aus den 30ern dazwischen ist auch nicht alltäglich. Man muss natürlich auch realistisch rangehen und darf nicht die Oberkracher erwarten, letztlich sind die meisten Sachen nun mal eben 90 minütige Fernsehproduktionen aus deutschen Landen. Aber einfach nur zu sagen "Das ist doof!", ohne dass man etwas gesehen hat, ist mir persönlich auch immer zu einfach. Einmal Augen auf und durch schafft man schon.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 17 Februar 2013, 20:23:19
The Road (2011, Philippines)
Laut IMDB mit etlichen Nominierungen bedacht, das Cover war damit auch ueberwuchert, wurde also mal ausgeliehen.
Leider sind die Vorschusslorbeeren nicht ganz gerechtfertigt.
Ziemlich langatmig, viele der actionreicheren Szenen kann man einfach nur als diletantisch bezeichnen.
Schauspieler sind annehmbar fuers Genre, nix Aufregendes oder wirklich Brauchbares dabei.
Ist fuer mich leider nur leicht unterm Durchschnitt gelandet, denn ein paar der Szenen haetten durchaus Potential ihn wirklich gut zu machen.
Schade, so zwischen 4 und 5 Punkten.

The Barrens (2012)
Ganz unterhaltsamer Horror mit schmalem Budget vom Repo: The Genetic Opera und dreifachem Saw-Regisseur Darren Lynn Bousman.
Was ich sehr begruesste war der eher sparsame Einsatz von Bluteffekten, hatte das schon fast als gegeben hingenommen, vor allem nach Saw III.
Ebenfalls cool war, das man beim Monster auf schrottige CGI verzichtete und das handwerklich zusammenzimmerte, Respekt.
Bei so einer neuen Produktion ist das schon als Ueberraschung gekommen.
Gibt 6/10 Punkten

The Man With The Iron Fists (2012, BluRay, Unrated)
Ich hatte eine immense Vorfreude als absoluter Fan des Genres, konnte es kaum erwarten die BluRay in die Finger zu bekommen.
Rausgekommen ist eine Mischung aus Schlag ins Gesicht fuer mich als Fan und ein paar Wow-Erlebnissen, zum Beispiel die Ausstattung und die Kostueme.
Die Kaempfe sind so la la, da stach eigentlich keiner wirklich hervor, sehr hektisch und manchmal sogar ungewollt komisch.
Zurueck bleibt im Endeffekt nur was ich als Fan nur als Enttaeuschung bezeichnen kann.
4/10 Punkten

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 22:18:45
Zitat von: MMeXX nach 17 Februar 2013, 20:01:37
Zitat von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 19:30:54@MMeXX:

Du musst Nerven aus Stahl haben. Ich hätte nach einer von den Gurken ja schon abgewunken.  :icon_lol:

Man muss ja auch allem mal eine Chance geben. War zwar teilweise nicht wirklich mein Fall, aber trotzdem durchaus interessante Entdeckungen. Und so ein Film aus den 30ern dazwischen ist auch nicht alltäglich. Man muss natürlich auch realistisch rangehen und darf nicht die Oberkracher erwarten, letztlich sind die meisten Sachen nun mal eben 90 minütige Fernsehproduktionen aus deutschen Landen. Aber einfach nur zu sagen "Das ist doof!", ohne dass man etwas gesehen hat, ist mir persönlich auch immer zu einfach. Einmal Augen auf und durch schafft man schon.


Es mag Ausnahmen geben, aber ich weiß schon, warum ich jahrelang TV geguckt habe nun eben nicht mehr. ;) Ich habe eben für mich herausgefunden, dass das meiste doof ist und von dem Kram, den Du gesehen hast, interessierte mich wirklich gar nichts die Bohne. Wann immer ich irgendwo zu Gast bin und das dt. Fernsehen in all den Facetten mitbekomme, kann ich mir kontinuierlich nur ins Gesicht fassen. Und für dt. Krimis konnte ich mich noch nie erwärmen. Deutsches Fernsehen hatte wirklich seine Chance und zwar dann, als ich am empfänglichsten war, aber Chance vertan.  :icon_mrgreen:

Wenn ich so sehe, dass von 10 Filmen drei deiner Meinung einigermaßen sehenswert sind, weiß ich schon, warum ich solche Experimente nicht anstelle. Da riskiere ich auch, mal was nettes zu übersehen. In der Zeit habe ich 10 Filme gesehen, bei denen ich vorher wusste, ob die was für mich sind und von denen waren dann 3 sehr gut, 2 okay und der Rest mäßig. So bringt mir das mehr. Im Grunde schaue ich damit filmtechnisch weniger über den Tellerrand, aber so funktioniert das für mich ganz gut.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 17 Februar 2013, 23:23:05
Zitat von: Mr. Blonde nach 17 Februar 2013, 17:16:20
"Johnny zieht in den Krieg"

[...]

Und ja: Natürlich hat mich Metallicas "One" auf den Film gebracht.  :dodo:


Der Film hat einiges gut zu machen - gerade als Kirk Hammett zu seinem völlig verrückten Solo ansetzt, schneiden die einfach Dialoge aus dem Streifen rein und drosseln den Sound, hallo?! :anime:

Nach ,,Mindhunters" gab's gestern ,,mittelmäßiger Thriller, die Zweite":

A Perfect Getaway

Mit dem hübschen Setting auf Hawaii und der ansprechenden Ausgangslage (mit vermeintlichem Killer-Paar durch die abgeschiedene Natur wandern) sieht's ganz gut aus beim Grundkonzept. Wirklich spannungsgeladen fallen die Verdachtsmomente dann dennoch nicht aus. Eine knallige Wendung erwartend, kann man diese dummerweise schon recht zeitig erahnen - wie bei so vielen ähnlich gestrickten Streifen. Schlimmer als das waren jedoch so manche Logiklöcher (bitte, all ihr armen Opfer - wenn ihr den hilflos an einer Klippe hängenden Killer ganz leicht umbringen könnt, dann macht es doch auch!), die scheinbar ebenso schon zum Genre-Standard gehören. Nun, immerhin war das ganze stimmig in Szene gesetzt und ohne erkennbare Längen erzählt, womit der Film letztlich im Durchschnitt landet. 5/10

Heute gab es dann:

Hautnah

Ich hatte große Erwartungen, welche durch den Film sogar noch übertroffen wurden: Ein sehr erwachsenes, reduziertes und in seiner Roh- und Rauheit erschütterndes Beziehungsdrama, dessen pessimistische Betrachtung der Liebe keinerlei Platz für Humor lässt. Was die scharf geschliffenen Dialoge womöglich durch ihre Theatralik ein wenig an Glaubwürdigkeit einbüßen, machen sie durch die deftige Sprache wieder wett. Der Cast, welcher einen wirklichen Sympathieträger passenderweise vermissen lässt, spielt blendend auf - besonders Clive Owen legt eine klasse Leistung ab. Dass mich Julia Roberts mal nicht annervt sondern richtig überzeugt, ist eine Extraerwähnung wert. Durch die unvermittelten Zeitsprünge wird der Zuschauer auf angenehme Weise gefordert - nicht zu einfach, nicht zu komplex. Ein bitterer Streifen, der mich total in seinen Bann zog - das beste Beziehungsdrama, was ich bisher sah. Mindestens 9/10, vielleicht auch mehr.
EDIT: Es sind 10/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 18 Februar 2013, 18:02:07
Last Action Hero
Nicht gerade ein Höhepunkt in Arnies Karriere, aber doch ganz unterhaltsame Action-Komödie, die vielen Anspielungen auf das Action-Genre, vor allem auf Arnies Filme und ihn selbst machen Spaß. Nicht ganz so gelungen sind die ganzen Klischees, welche verwurstet werden, da man diese von einem etwas nervigen Bengel ständig auf Auge gedrückt bekommt. Mehr Understatement hätte hier nicht geschadet. Auch ist die Story etwas zu dünn und wenig spannend, somit entstehen doch hier und da ein paar Längen. Dafür kann man sich über viele Cameos freuen und die überzogene Action reißt auch noch was, auch wenn stellenweise schlecht getrickst. Für Fans von Arnie doch echt sehenswert. 7/10

Retroactive
James Belushi als Psycho-Killer in einer unterhaltsamen Mischung aus Zeitreise und Roadmovie. Ständig werden blutig Leute erschossen, fliegen Autos durch die Gegend oder explodiert etwas.Da kann man auch schonmal über die vielen Logik- und Anschlussfehler hinwegsehen. Alle beteiligten spielen solide, auch wenn keiner seine Rolle neu erfindet. Highlight ist natürlich Belushi, welcher ständig zwischen dem Erzählen schlechter Witze und Ausrastern schwankt und somit unberechenbar wirkt. Für Freunde der gepflegten B-Movie Action empfehlenswert. 8/10

The Day
Wurde groß als "The Road" mit mehr Action angepriesen, was allerdings nur auf die erste halbe Stunde zutrifft. Danach werden alle Charaktere unsympatisch, da sie alle 2 Minuten ihre Meinung ändern und man keinerlei Sympathien aufbringen kann. Also schaut man sich noch bisschen verwackelte und viel zu dunkle Kämpfe an, welche hier und da doch sehr blutig geraten sind an und hofft dass alles schnell vorbei ist. Wenigstens der Look und die Kostüme bringen noch etwas Endzeit-Feeling ins Spiel. 3/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 18 Februar 2013, 20:36:38
Monty Python and The Holy Grail (http://www.ofdb.de/film/2570,Die-Ritter-der-Kokosnuss) (DVD)

Weiter geht's mit Filmen rund um König Arthur. Hier mal eine herrlich komische Version des Ganzen. Den deutschen Titel finde ich ungeheuer unpassend, aber naja. Die einzelnen Sketche sind durch die Rahmenhandlung sehr gut verbunden, der Humor ist einfach zum Niederknien. Von den französischen Rittern, über die verschiedenen Brückenwächter bis zur Polizei einfach herrlich. Gnadenloser Höhepunkt natürlich das Kaninchen (sowohl aus Holz als auch in echt). 8/10 (mit möglicher Steigerung)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 18 Februar 2013, 20:55:30
Zitat von: MMeXX nach 18 Februar 2013, 20:36:38
Monty Python and The Holy Grail (http://www.ofdb.de/film/2570,Die-Ritter-der-Kokosnuss) (DVD)

Weiter geht's mit Filmen rund um König Arthur. Hier mal eine herrlich komische Version des Ganzen. Den deutschen Titel finde ich ungeheuer unpassend, aber naja. Die einzelnen Sketche sind durch die Rahmenhandlung sehr gut verbunden, der Humor ist einfach zum Niederknien. Von den französischen Rittern, über die verschiedenen Brückenwächter bis zur Polizei einfach herrlich. Gnadenloser Höhepunkt natürlich das Kaninchen (sowohl aus Holz als auch in echt). 8/10 (mit möglicher Steigerung)


Hast du den JETZT zum ERSTEN MAL gesehen??  :00000109:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 18 Februar 2013, 21:03:38
Ich finde diese Szene am besten:

Monty Python - Endless running (http://www.youtube.com/watch?v=fFufoOgCMW8#ws)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 18 Februar 2013, 21:19:53
@Eric:
Ja, das war mal wieder eine Erstsichtung.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 18 Februar 2013, 21:32:56
Zitat von: MMeXX nach 18 Februar 2013, 21:19:53
@Eric:
Ja, das war mal wieder eine Erstsichtung.


:viney: ogott, ..., aber, ..., egal, besser spät als nie. Ich hoffe, du wirst dir dann auch LIFE OF BRIAN schnellstmöglich ansehen, sofern du ihn nicht schon angeschaut hast  ;)

Und, um deine (irgendwie nicht gestellte) Frage zu beantworten:
Jep, Monty Python Filme werden bei jeder Sichtung besser!!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 18 Februar 2013, 21:40:25
Dem kann ich nur zustimmen, wobei das bei mir mit "Das Leben des Brian" ein doch eher mühsamer Prozess ist. Beim ersten Mal hätte ich dem 5/10 gegeben, mittlerweile 6,5. Vielleicht schafft er es noch auf die 7?

"Die Ritter der Kokosnuss" und "And now for something completely different" fand ich aber von der ersten Sichtung an super und kann mich jedes mal neu wegschmeißen.  :icon_mrgreen: "The Meaing of Life" habe ich noch nicht gesehen, wie ist der denn?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 18 Februar 2013, 21:51:19
Ich war vor Jahren in einem Double-Feature mit Grail (kannten wir schon) und Meaning (war uns neu). Nach dem Grail und meinem Teil des Kastens Bier (durfte man damals noch selber mitbringen) hatten die Pythons mich so weit, dass ich bei Meaning tatsächlich vor Lachen schmerzend zu Boden sank ("Und nen Eimer, ich muss kotzen...") - ist mein Lieblingspython geblieben, was den anderen aber absolut keinen Abbruch tut. Filmisch der eleganteste ihrer Filme und dabei mit viel späterem Terry Gilliam.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 18 Februar 2013, 23:05:01
Nachdem mich gestern "Hautnah" unglaublich gefesselt hat, war ich heute wieder in Dramalaune - daher gab's den hochgelobten Babel. Leider konnte der Streifen mich persönlich kaum packen.

Von den einzelnen Geschichten fand ich lediglich die mit Pitt und Blanchet gelungen - nur hier konnte ich mit den Figuren wahrlich mitfiebern. Die Geschehnisse rund um ein taubes Mädchen in Tokyo hatten gute Ansätze, welche aber nicht wirklich befriedigend zu Ende geführt wurden. Während ich die Handlung um die marokkanischen Kinder nur wenig interessant fand, stellte die Story um die Kleinen von Pitt/Blanchet schon ein regelrechtes Ärgernis dar - wie hier mit der Dummheit der Charaktere ein großes Drama aufgebaut werden sollte, ließ mich völlig kalt. Die episodische Erzählstruktur tat ihr übrigens, um mich emotional unberührt zu lassen: Dramaturgische Zuspitzung, zack und Schnitt. Schauspielerisch mag das alles astrein sein, und auch die ruhige Inszenierung ist an sich kompetent - bringt nur alles nichts, wenn es mich nicht bewegt. Schade, für andere wohl ein Meisterwerk, für mich ein ziemlich zähes Stück mit nur gelegentlichen Glanzlichtern. 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 Februar 2013, 00:56:19
Zitat von: pm.diebelshausen nach 18 Februar 2013, 21:51:19

... Meaning ... - ist mein Lieblingspython geblieben



Einspruch! Für mich gehen bei den technisch und materiell extrem aufwendigen Sketchen die Spontaneität und das Low-Budget-Narrenfreiheit-Gefühl verloren. Das Beste bleibt Gilliams The Crimson Permanent Assurance, danach finde ich alles nur noch bemüht  :icon_neutral:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 19 Februar 2013, 01:34:12
Zitat von: ratz nach 19 Februar 2013, 00:56:19
Zitat von: pm.diebelshausen nach 18 Februar 2013, 21:51:19

... Meaning ... - ist mein Lieblingspython geblieben



Einspruch! Für mich gehen bei den technisch und materiell extrem aufwendigen Sketchen die Spontaneität und das Low-Budget-Narrenfreiheit-Gefühl verloren. Das Beste bleibt Gilliams The Crimson Permanent Assurance, danach finde ich alles nur noch bemüht  :icon_neutral:



Ich hatte vor einiger Zeit nur die ersten Minuten geschaut und das fühlte sich schon sehr anders an, eben mehr, wie ein konventioneller Film. Vielleicht hatte ich deshalb auch erstmal abgebrochen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: pm.diebelshausen nach 19 Februar 2013, 01:35:09
Zitat von: ratz nach 19 Februar 2013, 00:56:19
Zitat von: pm.diebelshausen nach 18 Februar 2013, 21:51:19

... Meaning ... - ist mein Lieblingspython geblieben



Einspruch!



Äh, gut, dann löschen Sie meine Aussage bitte aus dem Protokoll, ich habe mich bezüglich meines Geschmacks geirrt.  :laugh:

Ich verstehe, was Du meinst, aber auch die früheren Filme habe ihre schwachen Episoden und Meaning dagegen den Vorteil, gleich von Anfang an formal episodisch zu sein und mit dieser Form auch noch auf Metaebene zu spielen ("wenn nicht... ja, wenn nicht..."). Der Judenmonolog und der Spaziergang danach ist außerdem ganz großes Monty-Python-Kino, finde ich. Zu so einer weit ausladenden erzählerischen Geste waren ihre Produktionen in TV und Kino vorher nicht fähig - da sehe ich eine echte Weiterentwicklung und für meinen Geschmack keine verschlechternde. Die Spontaneität ging ohnehin auf dem Weg weg vom TV-Format Flying Circus schon verloren. Wie gesagt: mir ist er der liebste Python, d.h. nichtmal, dass er der beste ist oder vielleicht nichtmal, dass ich ihn am besten finde. Er gefällt mir nur am meisten oder entspricht mir am meisten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 19 Februar 2013, 09:09:43
THE ART OF FLIGHT
http://www.amazon.de/The-Flight-Blu-ray-Travis-Rice/dp/B005M2AKVU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1361257315&sr=8-1 (http://www.amazon.de/The-Flight-Blu-ray-Travis-Rice/dp/B005M2AKVU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1361257315&sr=8-1)

Wahnsinn, absoluter Wahnsinn.
Obwohl ich weder Ski noch Snowboard fahre hat mich diese Doku von der ersten Minute in ihren Bann gezogen. Einzigartige Aufnahmen, ..., einfach nur WOW.
Die AMAZON Bewertungen geben daher auch komplett meine Meinung wieder. Zumindest die 143 (Von insgesamt 163) 5 Sterne Bewertungen!

Fazit: 9,5/10 und auch für "Nicht Wintersportler" der absolute Wahnsinn!!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 19 Februar 2013, 09:22:50
Zitat von: Eric nach 18 Februar 2013, 21:32:56
Zitat von: MMeXX nach 18 Februar 2013, 21:19:53
@Eric:
Ja, das war mal wieder eine Erstsichtung.


:viney: ogott, ..., aber, ..., egal, besser spät als nie. Ich hoffe, du wirst dir dann auch LIFE OF BRIAN schnellstmöglich ansehen, sofern du ihn nicht schon angeschaut hast  ;)

Und, um deine (irgendwie nicht gestellte) Frage zu beantworten:
Jep, Monty Python Filme werden bei jeder Sichtung besser!!

Hey, ich hab noch so viele Filme nicht gesehen. Das wird alles Stück für Stück, Film für Film abgetragen. Life of Brian habe ich damals übrigens im Religionsunterricht gesehen. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 Februar 2013, 09:39:46
Zitat von: pm.diebelshausen nach 19 Februar 2013, 01:35:09

Äh, gut, dann löschen Sie meine Aussage bitte aus dem Protokoll, ich habe mich bezüglich meines Geschmacks geirrt. 


Kein Grund zur Hysterie, ist sicher jedem hier schon mal passiert  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 19 Februar 2013, 10:52:00
Zitat von: ratz nach 19 Februar 2013, 09:39:46
Zitat von: pm.diebelshausen nach 19 Februar 2013, 01:35:09

Äh, gut, dann löschen Sie meine Aussage bitte aus dem Protokoll, ich habe mich bezüglich meines Geschmacks geirrt. 


Kein Grund zur Hysterie, ist sicher jedem hier schon mal passiert  :icon_mrgreen:


Eigentlich wollte er ja schon immer Holzfäller werden... :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 19 Februar 2013, 11:55:26
I love you, Philipp Morris

Jim Carrey, in einem Jim-Carrey-Film. Man weiss was man kriegt.
Diese simple Formel für viele (die meisten) Werke, in denen der Mimik-Akrobat seine Show abzieht, kann man hier nur bedingt anwenden. Eine queere Gaunerkomödie, die vor Unfokussiertheit nur so überschäumt. Liebesgeschichte, Selbstfindungsgeschichte, Gefängniserfahrungen,  Kindheitstrauma und natürlich auch Carrey-Film.
Das alles unter einen Hut zu bringen fällt dem Film sichtlich schwer und dem Zuschauer wird nie so ganz bewusst, auf was das Ganze hinaus will. Das man den Film vorallem über die Tatsache vermarket hat, dass hier zwei Hetero-Hollywoodstars ein schwules Päärchen spielt, zeigt schon das Zielgruppen-Problem, dass der Film hat.
Trotzdem wird man bei "I love you.." ansprechend unterhalten. Der Film ist tatsächlich sehr witzig, Ewan McGregor spielt fantastisch und ja, Jim Carrey zügelt sich soweit es ihm möglich ist und lässt damit Platz für die eigentliche Geschichte.
6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 19 Februar 2013, 13:53:00
Zitat von: ratz nach 19 Februar 2013, 00:56:19
Einspruch! Für mich gehen bei den technisch und materiell extrem aufwendigen Sketchen die Spontaneität und das Low-Budget-Narrenfreiheit-Gefühl verloren. Das Beste bleibt Gilliams The Crimson Permanent Assurance, danach finde ich alles nur noch bemüht  :icon_neutral:


Auch wenn ich deiner Aussage zustimme, für mich ist Meaning of Life auch der schwächste Python-Film, ist es ein verbreiteter Irrglaube, dass bei den alten Monty-Python-Sachen irgendetwas spontan gewesen wäre. Die Sketche waren alle sehr genau durchgeplant und wurden exakt nach Script umgesetzt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 20 Februar 2013, 04:17:33
Ex Drummer

Ein Film der Marke: "What the hell did i just watch?". Entzieht sich jeglichem Zugang und bringt mich so ziemlich an die Grenze meiner Bewertungsmaßstäbe. Zweifellos wurden allerlei stilistische Spielereien ausgeschöpft, die sich wunderbar in den chaotischen und rauhen Tonus des Films einbinden, aber wirklich erträglicher macht es das Ganze nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Schauspieler wirken laienhaft, allerdings passt das hervorragend zum eher improvisierten Stil und wirkt fast schon dokumentarisch. "Pusher" lässt grüßen. Der Soundtrack ist ein Hochgenuss und zugänglicher als das, was das Auge auffassen muss. Ansonsten 100 Minuten Reizüberflutung, nicht weit entfernt von den Filmen Gaspar Noes, die ähnlich an die Nerven gehen.

Ich wüsste trotzdem nicht, wie ich den Film empfehlen könnte, außer eben an Leute, die extrem neugierig sind und/oder auf wirklich experimentell-kranke Streifen stehen. Spaß hatte ich nicht, unterhalten wurde ich nicht. Wäre es so, hätten ich und der Film wohl was falsch gemacht.

Ein mal sehen reicht, aber ich weiß, dass da einiges hängen bleiben wird.  :kotz:

Edit:
Im Nachhinein finde ich die Aussage Dries' interessant, der ja ungefähr meint: "Ich will mit diesen Assis nur zusammenspielen, um sie mal aus der Nähe zu sehen, ohne aber auch nur ein Bisschen mit ihnen gemein zu haben." So gesehen dürften wohl die meisten Leute an diesen Film herangehen, die ihn nicht unbedingt nach zehn Minuten wieder ausmachen. Auf der Couch ist man ja sicher, da ist die gleiche Distanz da, die sich auch Dries zu Eigen machen will für sein kleines soziales Experiment. Wenn ich mich draußen umsehe, frage ich mich, wie weit weg meine Couch eigentlich wirklich vom Geschehen entfernt ist, also dem, was thematisiert wird. Wer mal mit offenem Fenster eingeschlafen ist und aufwacht, weil sich draußen betrunkene Leute die "Fresse einschlagen", weiß, was ich meine. So gesehen offeriert der Film für mich eigentlich doch eine Art Zugang, wenn ich denn Lust hätte, mich mit Dries' Einstellung zu identifizieren.  :zwangsjacke:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 Februar 2013, 12:35:31
Drama, die Dritte, und wieder eher enttäuscht worden:

In meinem Himmel

Die Langfassungen von "Herr der Ringe" und vor allem "Der Hobbit" veranlassten mich zu der These, dass Jackson zwar mit traumhaften Bildern auftrumpfen kann, es beim Erzählrhythmus hin und wieder aber ziemlich hakt. Hier wird letzteres nun noch deutlicher: Der Streifen pendelt uentschlossen zwischen Drama und Thriller und kann letztlich in keinem Bereich wirklich punkten. Die namensgebende Zwischenwelt bleibt bloßes Gimmick, Mehrwert für die Geschichte oder für die Figuren wird kaum geboten - womit das gesamte Grundkonzept kaum Berechtigung findet. Dass eben jene Sequenzen optisch zudem in Künstlichkeit und Kitsch ersäufen, macht die Sache natürlich nicht besser. Ein paar mitreißende Momente (der traurig-schöne Start, der Mord und vereinzelte Szenen zwischen Wahlberg und Weisz) kann man ausfindig machen, das reicht unterm Strich aber nicht für'n Durchschnitt. 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 20 Februar 2013, 17:33:57
Zitat von: Discostu nach 19 Februar 2013, 13:53:00
Zitat von: ratz nach 19 Februar 2013, 00:56:19
Einspruch! Für mich gehen bei den technisch und materiell extrem aufwendigen Sketchen die Spontaneität und das Low-Budget-Narrenfreiheit-Gefühl verloren. Das Beste bleibt Gilliams The Crimson Permanent Assurance, danach finde ich alles nur noch bemüht  :icon_neutral:

Auch wenn ich deiner Aussage zustimme, für mich ist Meaning of Life auch der schwächste Python-Film, ist es ein verbreiteter Irrglaube, dass bei den alten Monty-Python-Sachen irgendetwas spontan gewesen wäre. Die Sketche waren alle sehr genau durchgeplant und wurden exakt nach Script umgesetzt.


Vermutlich meinte ratz eher, dass die Sketche so "natürlich" wirken, dass der Eindruck von Spontaneität entsteht, als dass sie wirklich spontan waren. Ja, dieser Eindruck fehlt bei Meaning of Life in der Tat, aber das macht den Film für mich nicht schlechter, zeugt eher von einer Weiterentwicklung des Ensembles. Für mich zeigt der Film die Pythons gewandelt, vielleicht gereift, möglicherweise gar ein bisschen bitterer, zynischer. Bei vielen Szenen beschleicht mich das Gefühl, dass sich hinter dem - gar nicht immer primär lustigen - Geschehen ein Welt- und Menschheitsüberdruss verbirgt. Schon eher traurig, wie sich die unzähligen Katholiken-Kinder in ihr Schicksal fügen oder die Frau des Rastafari-Organspenders den geringen Stellenwert ihrer Existenz begreift und den Schergen freiwillig ihre Leber überlässt. 
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 20 Februar 2013, 19:30:36
Die "Ex Drummer"-Diskussion habe ich in den Film-Thread verschoben.

http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,96000.0.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,96000.0.html)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 20 Februar 2013, 21:23:41
Zitat von: Teppi nach 20 Februar 2013, 12:35:31
Drama, die Dritte, und wieder eher enttäuscht worden:

In meinem Himmel

Die Langfassungen von "Herr der Ringe" und vor allem "Der Hobbit" veranlassten mich zu der These, dass Jackson zwar mit traumhaften Bildern auftrumpfen kann, es beim Erzählrhythmus hin und wieder aber ziemlich hakt. Hier wird letzteres nun noch deutlicher: Der Streifen pendelt uentschlossen zwischen Drama und Thriller und kann letztlich in keinem Bereich wirklich punkten. Die namensgebende Zwischenwelt bleibt bloßes Gimmick, Mehrwert für die Geschichte oder für die Figuren wird kaum geboten - womit das gesamte Grundkonzept kaum Berechtigung findet. Dass eben jene Sequenzen optisch zudem in Künstlichkeit und Kitsch ersäufen, macht die Sache natürlich nicht besser. Ein paar mitreißende Momente (der traurig-schöne Start, der Mord und vereinzelte Szenen zwischen Wahlberg und Weisz) kann man ausfindig machen, das reicht unterm Strich aber nicht für'n Durchschnitt. 4/10
Der ist wirklich nicht gut und scheitert meines Erachtens an seiner uneinheitlichen Erzählweise. Ich finde diese Klamauk-Einlage, als Oma Sarandon wieder frischen Wind in die in den Grundfesten erschütterte Familie bringen will, so unglaublich daneben, dann gibt es plötzlich mal wieder etwas Suspense und die volle Dröhnung Kitsch. Der Ton wechselt ständig, was mit der groben Kelle erzwungen wirkt. Wirklich gut und geradezu unerträglich, weil man weiß, was passieren wird, ist der Mord an dem Mädchen, auch wenn ich kaum glauben mag, daß eine 14-jährige noch auf den alten Trick "Hey, ich zeige dir da auf dem Feld unten mal was im Kellerraum" reinfällt. Das kann ich nicht schlucken, ähnlich schlimm wie Ophelia in "Pans Labyrinth", die ihre Finger trotz Warnung nicht von den Beeren lassen kann.

Wie man so einen Genremix mit der Thematik "Toter Mensch wandelt auf Erden, weil er noch was zu erledigen hat" sogar außerordentlich gut hinbekommt, hat Jerry Zucker mit "Ghost" bewiesen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 20 Februar 2013, 22:40:42
Zitat von: Stefan M nach 20 Februar 2013, 21:23:41
Zitat von: Teppi nach 20 Februar 2013, 12:35:31
Drama, die Dritte, und wieder eher enttäuscht worden:
In meinem Himmel
Die Langfassungen von "Herr der Ringe" und vor allem "Der Hobbit" veranlassten mich zu der These, dass Jackson zwar mit traumhaften Bildern auftrumpfen kann, es beim Erzählrhythmus hin und wieder aber ziemlich hakt. Hier wird letzteres nun noch deutlicher: Der Streifen pendelt uentschlossen zwischen Drama und Thriller und kann letztlich in keinem Bereich wirklich punkten. Die namensgebende Zwischenwelt bleibt bloßes Gimmick, Mehrwert für die Geschichte oder für die Figuren wird kaum geboten - womit das gesamte Grundkonzept kaum Berechtigung findet. Dass eben jene Sequenzen optisch zudem in Künstlichkeit und Kitsch ersäufen, macht die Sache natürlich nicht besser. Ein paar mitreißende Momente (der traurig-schöne Start, der Mord und vereinzelte Szenen zwischen Wahlberg und Weisz) kann man ausfindig machen, das reicht unterm Strich aber nicht für'n Durchschnitt. 4/10
Der ist wirklich nicht gut und scheitert meines Erachtens an seiner uneinheitlichen Erzählweise. Ich finde diese Klamauk-Einlage, als Oma Sarandon wieder frischen Wind in die in den Grundfesten erschütterte Familie bringen will, so unglaublich daneben, dann gibt es plötzlich mal wieder etwas Suspense und die volle Dröhnung Kitsch. Der Ton wechselt ständig, was mit der groben Kelle erzwungen wirkt. Wirklich gut und geradezu unerträglich, weil man weiß, was passieren wird, ist der Mord an dem Mädchen, auch wenn ich kaum glauben mag, daß eine 14-jährige noch auf den alten Trick "Hey, ich zeige dir da auf dem Feld unten mal was im Kellerraum" reinfällt. Das kann ich nicht schlucken, ähnlich schlimm wie Ophelia in "Pans Labyrinth", die ihre Finger trotz Warnung nicht von den Beeren lassen kann.


Gerade die Genremischung, die hier beklagt wird, ist aus meiner Sicht das Erfrischende an dem Film. Wieso wird es eigentlich immer eingeklagt, dass ein Film sich von vornherein und durchgängig für eine Schublade (Thriller, Melodram, Komödie usw.) entscheiden muss? Ist doch langweilig und auf die Weise werden letztlich immer wieder Genreklischees reproduziert. Auch wo es bei genannten Langfassungen "im Erzählrhythmus hakt", wüsste ich nicht. Ich will die HdR-Filme nur noch in diesen Fassungen sehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 20 Februar 2013, 23:11:12
Zitat von: Hedning nach 20 Februar 2013, 22:40:42
Zitat von: Stefan M nach 20 Februar 2013, 21:23:41
Zitat von: Teppi nach 20 Februar 2013, 12:35:31
Drama, die Dritte, und wieder eher enttäuscht worden:
In meinem Himmel
Die Langfassungen von "Herr der Ringe" und vor allem "Der Hobbit" veranlassten mich zu der These, dass Jackson zwar mit traumhaften Bildern auftrumpfen kann, es beim Erzählrhythmus hin und wieder aber ziemlich hakt. Hier wird letzteres nun noch deutlicher: Der Streifen pendelt uentschlossen zwischen Drama und Thriller und kann letztlich in keinem Bereich wirklich punkten. Die namensgebende Zwischenwelt bleibt bloßes Gimmick, Mehrwert für die Geschichte oder für die Figuren wird kaum geboten - womit das gesamte Grundkonzept kaum Berechtigung findet. Dass eben jene Sequenzen optisch zudem in Künstlichkeit und Kitsch ersäufen, macht die Sache natürlich nicht besser. Ein paar mitreißende Momente (der traurig-schöne Start, der Mord und vereinzelte Szenen zwischen Wahlberg und Weisz) kann man ausfindig machen, das reicht unterm Strich aber nicht für'n Durchschnitt. 4/10
Der ist wirklich nicht gut und scheitert meines Erachtens an seiner uneinheitlichen Erzählweise. Ich finde diese Klamauk-Einlage, als Oma Sarandon wieder frischen Wind in die in den Grundfesten erschütterte Familie bringen will, so unglaublich daneben, dann gibt es plötzlich mal wieder etwas Suspense und die volle Dröhnung Kitsch. Der Ton wechselt ständig, was mit der groben Kelle erzwungen wirkt. Wirklich gut und geradezu unerträglich, weil man weiß, was passieren wird, ist der Mord an dem Mädchen, auch wenn ich kaum glauben mag, daß eine 14-jährige noch auf den alten Trick "Hey, ich zeige dir da auf dem Feld unten mal was im Kellerraum" reinfällt. Das kann ich nicht schlucken, ähnlich schlimm wie Ophelia in "Pans Labyrinth", die ihre Finger trotz Warnung nicht von den Beeren lassen kann.


Gerade die Genremischung, die hier beklagt wird, ist aus meiner Sicht das Erfrischende an dem Film. Wieso wird es eigentlich immer eingeklagt, dass ein Film sich von vornherein und durchgängig für eine Schublade (Thriller, Melodram, Komödie usw.) entscheiden muss?
Muß er nicht (siehe mein "Ghost"-Beispiel im selben Beitrag), ich liebe das Unkonventionelle. Ich könnte da "Wicker Man" (das Original) nennen und noch etliche Filme mehr. Es kommt aber doch darauf an, wie man das macht. Für mich hat das leider überhaupt nicht funktioniert, weil mir diese Stimmungswechsel einfach zu abrupt und grob waren. Immer wieder haben Szenen mich rausgerissen: Neben der Comedy-Einlage war das z.B. auch der Moment, als Wahlberg fast totgeprügelt wird, was für mich eine viel zu übertriebene Reaktion des Angreifers war . Davon ab war der Film teilweise Kitsch hoch zehn und die CGI-Effekte doch zu viel des Bunten bzw. Guten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 Februar 2013, 23:17:06
Zitat von: Hedning nach 20 Februar 2013, 22:40:42
Gerade die Genremischung, die hier beklagt wird, ist aus meiner Sicht das Erfrischende an dem Film. Wieso wird es eigentlich immer eingeklagt, dass ein Film sich von vornherein und durchgängig für eine Schublade (Thriller, Melodram, Komödie usw.) entscheiden muss? Ist doch langweilig und auf die Weise werden letztlich immer wieder Genreklischees reproduziert. Auch wo es bei genannten Langfassungen "im Erzählrhythmus hakt", wüsste ich nicht. Ich will die HdR-Filme nur noch in diesen Fassungen sehen.


Ich habe nichts gegen Genre-Mischungen per se, im Gegenteil - richtig umgesetzt kann da was ganz Grandioses bei rumkommen (spontan fällt mir da jetzt "Kick-Ass" ein, welcher mich als Komödie, Satire, Action-Film und auch zu einem gewissen Grad als Drama begeistert hat).

Hier haut das aber eben nicht hin: Der Film ist meiner Meinung nach weder wirklich spannend, noch lustig, noch dramatisch. Letzterer Aspekt war noch am besten ausgearbeitet, litt dann aber halt unter den anderen.

Und ja, ich persönlich finde die SEE von "Herr der Ringe" ein ganz klein wenig zu lang und bin mir bewusst, dass ich damit relativ alleine dastehe ;->
Was nicht heißen soll, dass es keine genialen Filme wären - ein paar Seiten vorher hab' ich die Teile mit Punkten zwischen 8 und 10 bedacht, alles bestens also ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 21 Februar 2013, 09:47:50
ROCK OF AGES.
Hier meine etwas ausführliche Meinung:
http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,158190.msg1040919.html#new (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,158190.msg1040919.html#new)

Genial! Hilfe Mucke! Tolle Gags! Rundum perfekter Gute Laune Film!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 22 Februar 2013, 00:45:00

Berlin Chamissoplatz (http://www.ofdb.de/film/66283,Berlin-Chamissoplatz)

Mein erster Film von Rudolf Thome, einem der Protagonisten der westdeutschen Filmerneuerungsbewegung, Neuer Deutscher Film und so. Für mich ohnehin wenig interessant, und daran hat "Berlin Chamissoplatz" auch nichts ändern können. Thome verweigert sich jeder Spielfilmkonvention: Keine dollen Bilder, kein Plot, kein Schauspiel, keine Emotionen, keine politische Position (bzw. eine politisch neutrale). Aber er bietet über diese Verweigerung hinaus auch nichts an, und so führte die absichtsvolle Abwesenheit von jeglicher Erzähl- und Filmkunst und -technik dann doch zum wiederholten Blick auf die Uhr. Einzig das Inselgefühl des schon damals von Zugezogenen bevölkerten Berlin (West) der 80er kommt ein bißchen rüber, aber mir jedenfalls ist das zuwenig. Fastmachine hat einen schönen, wenn auch passend ratlosen Text dazu gebloggt, ist auf der Filmseite verlinkt.


Love's Labour's Lost (http://www.ofdb.de/film/11384,Verlorene-Liebesm%C3%BCh%27)

Um den habe ich mich immer gedrückt, läutet er doch den Niedergang der Branagh'schen Shakespeare-Filme ein. Ist zwar ein charmant-beschwingt und gut gelaunt (Cole Porter & Co. auf ganzer Linie), aber durch die Musikeinlagen bleibt halt nicht mehr viel Zeit für den Text, um den es mir persönlich immer zuvörderst geht. Es ist also kein "richtiger" Shakespeare-Film, aber, und das ist der Schwachpunkt, auch kein ausgewachsenes Musical, dafür sind die gesanglichen und vor allem die tänzerischen Nummern einfach zu schwach und können zu keinem Zeitpunkt mit den Glanzstücken aus der Golden Era auch nur annährend mithalten. Der "sexy" Tanz des Maskenballs ist auch ein bißchen peinlich und paßt überhaupt nicht ins Konzept. Naja, nun kenn ich den Film wenigstens und kann ihn abheften  :icon_rolleyes:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 24 Februar 2013, 00:10:47
Prometheus

Ein visuell beeindruckender Film, welcher zwar technisch perfekt umgesetzt wurde, mich jedoch auf inhaltlicher Ebene nicht immer überzeugen konnte. Die Bilder/Landschaftsaufnahmen sowie die Special Effects sind imposant, keine Frage, die Geschichte auch prinzipiell äußerst interessant und ich persönlich sympathisiere mit der Alien-Reihe ganz allgemein und insbesondere mit den ersten beiden Teilen. Folglich hätte ich erwartet, dass mir der Streifen auch insgesamt besser gefällt. Mehr als unterhaltsam war das aber in meinen Augen nicht, sehenswert und nicht mehr. Ich hatte bereits beim Lesen zahlreicher Rezensionen den Eindruck, dass der Film stark polarisiert; jetzt weiß ich, welcher Gruppe ich angehöre. Was mir fehlte, war ein Zugang - sowohl zur Geschichte als auch zu den Personen. Ich konnte keinen Bezug zu dieser/diesen herstellen, keinen Draht - folglich auch nicht mitfiebern. Alles wirkte auf mich von Anfang an zu kühl und distanziert, die Handlung plätscherte so vor sich hin - meines Erachtens mit einem großen Mangel an Intensität. Es dauerte knapp eine Stunde, bis wirklich was Aufregendes passierte. Und was danach folgte, hat mich hauptsächlich gelangweilt. Das Gejammer von Noomi Rapace wurde schlicht unerträglich und die widerlichen Kreaturen waren auch kein schöner Anblick. Letztlich kann ich für mich festhalten, dass es mir an Tiefgang mangelte - in vielerlei Hinsicht (Personen, größerer Zusammenhang - was soll das Ganze? etc.). Wie immer: nur meine persönliche Auffassung. Ich kann andere Meinungen gut verstehen.

6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 24 Februar 2013, 00:17:22
Zitat von: Dex nach 24 Februar 2013, 00:10:47
Das Gejammer von Noomi Rapace wurde schlicht unerträglich und die widerlichen Kreaturen waren auch kein schöner Anblick.


Ist das für Dich ein Kritikpunkt?

Ich mag es, wenn sich Sci-Fi-Filme etwas Zeit nehmen, bevor es richtig losgeht. Hier war ich mittendrin, aber wie auch Du hatte ich keine Bezugsperson, sondern ICH war die Bezugsperson - Teilnehmer einer Entdeckungsreise. Das ist ja auch eine Geschichte, die für die gesamte Menschheit von Belang ist. Von daher hat mich das gar nicht gestört. Im richtigen Leben (okay, hier etwas komischer Maßstab), hat man ja auch nicht immer eine Bezugsperson oder jemanden, mit dem man sympathisiert. Im Prinzip war nur David eine tolle Figur.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dex nach 24 Februar 2013, 15:27:08
Zitat von: Mr. Blonde nach 24 Februar 2013, 00:17:22
Zitat von: Dex nach 24 Februar 2013, 00:10:47
Das Gejammer von Noomi Rapace wurde schlicht unerträglich und die widerlichen Kreaturen waren auch kein schöner Anblick.


Ist das für Dich ein Kritikpunkt?

Ich mag es, wenn sich Sci-Fi-Filme etwas Zeit nehmen, bevor es richtig losgeht. Hier war ich mittendrin, aber wie auch Du hatte ich keine Bezugsperson, sondern ICH war die Bezugsperson - Teilnehmer einer Entdeckungsreise. Das ist ja auch eine Geschichte, die für die gesamte Menschheit von Belang ist. Von daher hat mich das gar nicht gestört. Im richtigen Leben (okay, hier etwas komischer Maßstab), hat man ja auch nicht immer eine Bezugsperson oder jemanden, mit dem man sympathisiert. Im Prinzip war nur David eine tolle Figur.


Klingt alles plausibel, was Du sagst. Kann ich nachvollziehen. Bei mir hat es aber nicht so gut funktioniert.  :icon_lol: Ein Kritikpunkt nicht, auf keinen Fall. Eher ein weiteres Zeichen dafür, wie gelungen und handwerklich hervorragend der Film ist. Aber auf einer subjektiven Ebene hat es bei mir für eine verstärkte Entfremdung gesorgt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr Orange nach 25 Februar 2013, 11:25:26
Vier Erstsichtungen am Wochenende:

- Faktor 8 (2009)
In einem Flugzeug bricht während des Flugs ein tödlicher Virus aus, mit dem sich eine der Passagiere in Thailand infiziert hat. Das Flugzeug muss in München notlanden und wird unter Quarantäne gestellt.
Toller Studie über das menschliche Verhalten in Außnahmesituationen und mögliche Handlungen seitens der Regierung. Die beklemmende Isolation und Enge des Flugzeugs wird wunderbar dargestellt und die Schauspieler laufen zu Höchstform auf (besonders hervorzuheben sind Oli Mommsen und Muriel Baumeister). Auch der Spannungsbogen wird konsequent hochgehalten, näher möchte ich darauf jedoch nicht eingehen, um nichts zu verraten  ;)
Fazit; gekonnte 5/10

- Mirrors (2008)
Ich kenne das asiatische Original nicht und kann daher keinen Vergleich ziehen, aber für mich hat das US-Remake gut funktioniert. Worum es in dem Horrorfilm geht, kann man sich anhand des Titels sicher denken. Das Finale ist mir ein bißchen zu actionlastig und passt nicht zum Rest des Films, daher 7/10
PS: Da ich kein Thema zum Film gefunden habe eine kurze Frage zur Schlusssequenz: Sutherland ist ja auf der anderen Seite des Spiegels gefangen, seine Frau und die Kinder aber gerettet. Was ist mit dem Dämon und bedeutet der Handabdruck, dass jeder der durch den Dämon starb auf die andere Seite gezogen wird?

- Fall 39 (2009)
MA des Jugenschutz holt Kind aus kaputter Familie und muss feststellen, dass hinter dem Ganzen mehr zu stecken scheint, als ihr lieb ist.
Netter Horrorfilm mit B. Cooper in einer Nebenrolle, aber das Grundschema ist zu vorhersehbar. Das Ende ist jedoch mal was anderes und daher ist der Film für mich leicht über Durchschnitt 6/10

- Trouble with the curve (2012)
Zum Abschluss gestern den neusten Eastwood-Film gesehen (allerdings nur Schauspieler und nicht Regisseur wie ich erst dachte).
Baseballscout wird langsam alt und die Tochter versucht wieder Kontakt zu ihrem Vater aufzubauen.
0815-Streifen, den ich in zwei Tagen wohl wieder vergessen habe. Die Sicht auf das klassische Scouting ist ganz nett, besonders wenn man vorher Moneyball gesehen hat. Für eine Zweitsichtung würde ich Letzteren aber auf jeden Fall vorziehen, auch wenn beide bis auf das Grundgerüst "Baseball" natürlich andere Themen behandeln. 5/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 25 Februar 2013, 12:07:57
Zitat von: Mr Orange nach 25 Februar 2013, 11:25:26PS: Da ich kein Thema zum Film gefunden habe

Schau mal hier: http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,59911.0.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,59911.0.html)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr Orange nach 25 Februar 2013, 12:26:46
Zitat von: MMeXX nach 25 Februar 2013, 12:07:57
Zitat von: Mr Orange nach 25 Februar 2013, 11:25:26PS: Da ich kein Thema zum Film gefunden habe

Schau mal hier: http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,59911.0.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,59911.0.html)


Oh, danke!

Ich versteh allerdings nicht, warum ich das nicht über die Suchfunktion gefunden habe? Die Ergebnisse siehe Anhang.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 25 Februar 2013, 12:51:47
Immer die Erweiterte Suche nutzen, schreibe ich immer wieder. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 25 Februar 2013, 13:02:22
Zitat von: Mr Orange nach 25 Februar 2013, 12:26:46
Ich versteh allerdings nicht, warum ich das nicht über die Suchfunktion gefunden habe? Die Ergebnisse siehe Anhang.

Wie Robo schon schrieb: Erweiterte Suche hilft meist besser. Und die Suche """funktioniert""" auch halbwegs, wenn man direkt in einem Unterforum (in diesem Fall "Phantastischer Film") sucht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 25 Februar 2013, 23:55:53
Juno (http://www.ofdb.de/film/135967,Juno)

Nachdem der Film damals so mit Lob überschüttet wurde, hab ich ihn nun endlich mal nachgeholt. Ich kann nicht behaupten, daß ich mich nicht amüsiert hätte, und Ellen Page legt sicherlich ein schönes Solo hin, aber meine Güte, daß die Autorin Diablo Cody sich letztendlich als One-Hit-Wonder herausstellen würde, zu dem sie rückblickend geworden ist, ist eigentlich schon abzusehen. Nicht nur daß das putzige Suburbia bevölkert ist von total okayen, grenzenlos verständnisvollen Typen, die jeder Problemsituation mit einem lebensklugen Schmunzeln begegnen, es wurde auch aufdringlich sorgfältig in jede Dialogzeile eine Coolness hineingeschliffen, die irgendeinen Vergleich mit der Wirklichkeit da draußen sofort ausschließt. Mit letzterer hat ja noch die wenigstens bekennend satirische Gregs Tagebuch-Reihe hundertmal mehr zu tun. Wo liegt eigentlich das Problem in dieser Teenie-Schwangerschaft im Märchenland? (Vielleicht ist mein Urteil beeinflußt von ca. 5 Min. "Durch die Nacht" (Arte) mit der Cody, in denen sie sich als ziemliche Unperson herausstellte)


The Mission (http://www.ofdb.de/film/6776,Mission)

Hab ich nun zum ersten Mal bewußt gesehen, der Film schneidet in der Kritik nicht gerade gut ab. Zumeist wird ihm Strukturlosigkeit vorgeworfen, was sicherlich stimmt, aber: Ich mußte nach 15 Minuten an die von mir verehrten The Thin Red Line und The New World von Malick denken, mit denen The Mission durchaus ein paar inhaltliche Aspekte und Techniken teilt. Nur sieht man halt den schmalen Grat (hehe), oder vielleicht ist es eben doch ein tiefer Graben, der The Mission von diesen beiden Filmen Malicks trennt: Hier konsensfähige, gutwillige Dritte-Welt-Laden-artige Ethno-Postkartenidylle, unterlegt mit kitschigem Morricone-Gedudel, dort rätselhaft-meditativer Formwille, der dem Zuschauer noch jede Menge Interpretationsarbeit und daraus zu ziehenden Genuß übrigläßt – die Möglichkeit der Polarisierung und Ablehnung eingeschlossen. Sicher ist The Mission kein totaler Reinfall, aber die bloße Existenz der beiden Malick-Filme tut ihm gar nicht gut. Mein Mitleid hält sich allerdings in Grenzen  :icon_mrgreen:

Edit: Mein gestriges Urteil zu The Mission ist zum Zwecke der Kontrastierung ungerechterweise etwas zu hart ausgefallen, so schlimm ist der Film wirklich nicht. M'kay?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 26 Februar 2013, 06:28:05
Pump Up The Volume (1990)
Highschool-Drama/Komoedie mit Tiefgang und einem absolut genialen Christian Slater.
Unbedingte Empfehlung, gebe 8/10 Punkten

Smiley (2012)
Ziemlich langweiliger Slasher mit schon etliche Male dagewesenem Schlusstwist.
Nichtmal die Mordszenen sind interessant.
Schnarcher, 3/10 Punkten.

Flight (2012)
Faengt absolut gigantisch an, bleibt im Mittelteil zumindest schauspielerisch hervorragend, um dann mit dem versoehnlichen Ende punktemaessig dann doch abzusacken.
Definitiv gelungener Film, jedoch mit Makeln.
Gebe so 6/10 Punkten

A Thousand Cuts (2012, Unrated Director's Cut)
Uah, was fuer ein steriler Muell. Die Ausgangssituation ist altbekannt, die Schauspieler sind zwar halbwegs ordentlich, vor allem Frank macht seine Sache ziemlich gut. Leider ist die Inszenierung so oberflaechlich und steril wie ein Operationssaal, wirklich schlimm.
Gebe so um die 2/10 Punkten, wirklich nicht der Rede wert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Wolfhard-Eitelwolf nach 26 Februar 2013, 10:05:16
Over There Season 1

Nach einigen Jahren noch einmal geschaut und dieses Mal auch komplett geschafft (damals nur bis E7). Nunja, beim zweiten Durchgang fällt doch auf, wie billig die Serie im Grunde gemacht ist. Irgendwo in Texas (?) ein Mini-Pappdorf + Soldatenzeltlager hingestellt, dazu 2 LKW, 3 Hummer und 30 stets maskierte Terroristen-Statisten, das war's im Grunde. Schade, dass die Landschaft oft so ganz und gar nicht nach Irak aussieht, da helfen auch die wenigen Stock Footage Shots Bagdads gegen Ende nicht.

Auch die Inszenierungswucht lässt mit zunehmender Episodenzahl nach, vielleicht ging das Budget für die Actionszenen auch spätestens nach der Reporter-Doppelfolge zur Neige, wer weiß. Immerhin bleiben dafür die Charaktere nicht nur sympathisch sondern gewinnen durchaus an Tiefe. Zahlreiche Facetten der Heimatfront kommen als Kontrast ausgiebig zur Darstellung - und das überraschend kritisch intoniert. Dies macht die Serie dann auch im Einklang mit den guten Darstellerleistungen bis zum Ende sehenwert. Leider fehlt ein echter Abschluss der Season und auch die Inkonsistenz der Qualität der einzelnen Episoden stört rückblickend ein wenig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 Februar 2013, 17:18:46
Bong of the Dead (http://www.ofdb.de/film/212732,Bong-of-the-Dead) (Blu-ray)

Uff... Der Film fällt für mich eher in die Amateur-Schiene. Ein paar Matsch-Effekte gehen zwar noch knapp in Ordnung, aber den gesamten Rest kann man komplett knicken. Mieses Timing, lahme "Witze". Die Story (Zombiehirn mit Wasser = Superdünger) ist da fast schon ungeheuer originell. Nicht empfehlenswert. 2/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 1 März 2013, 00:46:42
1 Mord für 2

Ich wusste von dem Film so gut wie gar nichts vorher, außer dass es ein Kammerspiel sein soll. Gut so, da die Geschichte somit durchaus ein paar schöne Wendungen zu bieten hatte. Dummerweise strapazieren die Geschehnisse arg die Grenzen der Glaubwürdigkeit, und auch das fade Finale bleibt eher negativ in Erinnerung. Positiv sticht das starke Setdesign und die gut aufgelegten Darsteller hervor - Michael Caine seh' ich eh immer gern, und auch Jude Law finde ich besser als seinen allgemeinen Ruf. Ein auf den ersten Blick schick konstruiertes, später in Sachen Nachvollziehbarkeit jedoch in die Knie gehenden Kammerspiel. 5/10

The Roommate

Ich hatte Lust auf einen unkomplizierten Thriller - dass die Wahl auf diesen Film fiel, liegt eigentlich nur an der meiner Meinung nach unheimlich hübschen Leighton Meester. Einen unkomplizierten Streifen bekam ich, Thrill eher weniger: Die vom Drehbuch im Stich gelassene Geschichte dümpelt recht lustlos vor sich hin und kann lediglich vorm Standard-Finale so etwas wie Spannung aufbauen. Aufgrund der mimisch mit begrenzten Befähigungen ausgestatteten Darsteller muss man sich gar nicht allzu sehr über die flachen Figuren ärgern, klug gecastet ;-> Da ich neben diesen für solche 08/15-Produktionen "normalen" Kritikpunkten keinen richtig großen Fehler feststellen konnte, reicht es noch für 3/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 1 März 2013, 22:29:18
Alyce - Außer Kontrolle
Sehr eigenartige Mischung aus Psycho-Thriller, Drogen-Drama, kurzen Gruseleinlagen und etwas Splatter. Während der Anfang noch recht gut gemacht ist, die Mädels einführt und auch den "Unfall" doch dramatisch schildert, geht dem Film danach die Puste aus. Stellenweise etwas langweilig, auch weil man die Beweggründe von Alyce nicht wirklich nachvollziehen kann. Gegen Ende wird dann ein Fun-Splatter draus, was nichts macht, da man das Gehirn eh schon abgeschalten hat. Keine Ahnung ob ich den Streifen jetzt gut oder schlecht finden soll, vielleicht hätte man sich besser für ein Genre entscheiden sollen.
4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 4 März 2013, 00:53:49
Whatever Works (http://www.ofdb.de/film/161509,Whatever-Works---Liebe-sich-wer-kann)

Woody Allen hat den Film zwar schon mindestens vier Mal gedreht, aber wenigstens wiederholen sich die Dialoge nicht. Leidlich amüsant.


Hannah Arendt (http://www.ofdb.de/film/228943,Hannah-Arendt)

Ein weiterer Film über tolle Frauenzimmer von Margarethe von Trotta, aber diesmal ein recht guter (der letzte über Hildegard von Bingen soll ja nicht prall gewesen sein). Das ruhig erzählte Charakterporträt einer klugen, dabei immer menschlichen Frau, die sich mit ihrer Arbeit über den NS-Kriegsverbrecher Eichmann gegen ihr gesamtes berufliches und privates Umfeld stellt und auch nicht einknickt, als herbe Konsequenzen daraus erwachsen. Dabei wird sie nicht zur Ikone verklärt, sondern bleibt greifbar mit all ihren Stärken und Schwächen (quarzt wie ein Fabrikschlot, spricht Englisch mit einem Akzent zum Davonlaufen  :icon_mrgreen:). Der Film ist natürlich sehr dialoglastig und spielt meistens im Arbeitszimmer oder in der Uni, wobei sich die Ausstattung der frühen 60er nicht angeberisch in den Vordergrund drängt. Enthalten ist ergreifendes dokumentarisches (?) Material aus dem Gerichtssaal in Israel, Heidegger ist leider blaß, und insgesamt ist der Film, dem Kinopublikum nach zu urteilen, für Leute über 50 mit akademischen Hintergrund  :icon_neutral:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 5 März 2013, 00:41:19
The Watch - Nachbarn der 3. Art
Warum schaue ich mir überhaupt noch Komödien an? Egal welches Thema, am Ende gehts nur ums Ficken oder Fäkalien. Erstgenanntes ist hier das Hauptthema, obwohl es ja ein Alien-Invasions-Streifen sein soll. Ja, manchmal kommt das auch durch, aber im Großen und Ganzen freuen sich die Amis, wenn sie mal ohne Angst vor Zensur ganz viele böse Wörter sagen dürfen. Wenn doch mal ein paar Außerirdische zu sehen sind, sind diese zwar nicht besonders kreativ designt, aber da es sich um einen Mensch im Latexkostüm handelt, kommt etwas Nostalgie auf. Die CGI-Effekte sehen ebenfalls ganz ordentlich aus. Auf Darstellerseite gibts nichts überraschendes, jeder spielt seine typische Rolle, wobei mir Vince Vaughn immer noch am Besten gefallen hat, aber auch Jonah Hill kommt sympathisch rüber und Stiller nervt mal nicht ganz so. Ich möchte nicht sagen, dass ich nicht ab und an mal gelacht habe, ein paar Gags saßen doch.
Angemerkt sein noch, dass dies die zweite Komödie nach "21 Jump Street" ist, bei der im Prüfgremium der FSK wohl keiner geistig anwesend war, einer Freigabe ab 12 ist schon etwas sehr niedrig.
5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 5 März 2013, 02:00:47
Gestern gab's den grottigen Fighting. Man kann kaum in Worte fassen, wie ausgelutscht und lustlos der Film daherkommt. Die Konflikte zwischen den Charakten pendeln zwischen peinlich vorhersehbar (den finalen Gegner erkennt man zwei Sekunden nach seinem ersten Auftritt) und absolut lachhaft (Tatum verkracht sich mit seiner Freundin, weil sie seinen Coach >kennt< - was?!; sein Coach ist nicht sauer, obwohl Tatum mit seinem Sieg sein vermeintliches Todesurteil unterschreibt - was?!). Tatum ist nun allgemein nicht der allerbeste Schauspieler, meist aber zumindest solide - hier jedoch stolpert er steif wie ich Stock durch den Streifen. Ein recht netter Soundtrack und die relativ rauen Kämpfe sind das einzig Gute an dieser Gurke, deren dümmliches Drehbuch ein regelrechtes Ärgernis ist. 2/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 5 März 2013, 10:15:58
Zitat von: ratz nach  4 März 2013, 00:53:49
Hannah Arendt (http://www.ofdb.de/film/228943,Hannah-Arendt) [...] und insgesamt ist der Film, dem Kinopublikum nach zu urteilen, für Leute über 50 mit akademischen Hintergrund  :icon_neutral:

Was hast du gegen Leute über fünfzig mit akademischen Hintergrund? :icon_mrgreen: Nee, der Film ist vorgemerkt, werd ihn mir demnächst anschauen. (Auf dass sich der Altersdurchschnitt senke!) Zuletzt angeschaut hab ich mir:

Another Earth

Elegante Prämisse, gut gespielt, dramatisch, philosophisch und schön. Der Film hat echt einen Nerv getroffen bei mir. So sollte Sci-Fi meiner Meinung nach aussehen! Der einzige Wermutstropfen: Manchmal hatte ich das Gefühl, Regisseur Cahill geht zu gewollt und effekthascherisch mit der Kamera um. Etwas mehr Zurückhaltung und Ruhe hätte das Erlebnis für mich perfekt gemacht. Momentan würd' ich dem Film 9/10 geben.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 6 März 2013, 00:58:40
"Mondo Cannibale 3. Teil - Die blonde Göttin"

Jess Franco at his very worst. :viney: Der wohl schwächste unter den vielen schwachen Kannibalenfilmen. Ich will irgendwie gar nicht wissen, ob mich der vierte Teil nicht vielleicht noch eines Besseren belehrt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 7 März 2013, 00:55:10
Nachdem es gestern "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" gab, war ich in Märchenlaune und schaute heute Spieglein Spieglein - wirklich gut unterhalten wurde ich erneut nicht.

Das Anspielungen auf "erprobte Erzählweisen" und klassische Märchen-Klischees kommen dann doch kürzer, als es mich die ersten, ziemlich lustigen Szenen hoffen ließen. So zieht der Streifen ohne große Lacher, doch dafür mit optischer Extravaganz an einem vorbei. Nur muss extravagant nicht gleich gut sein: Die unnatürlichen CGI-Motive mäandern zwischen "nur bedingt mitreißend" und "sehr bescheiden" (z.B. die "Bestie"). Immerhin sind die Zwerge nicht aus dem PC - einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen sie zwar nicht, aber dennoch bringen sie eine gute Portion Charme ins Spiel. Langweilig wird es dank der lockeren Stimmung nicht, gehaltvoll und sättigend ist's aber auch nicht. 4/10

Im direkten Vergleich gefiel mir "Snowwhite and the Huntsman" klar besser. Und auch wenn beide insgesamt sehr nett anzusehen sind: Die Schönste im ganzen Land ist Lily "Augenbraue" Collins genauso wenig wie Kristen "Schlafzimmerblick" Stewart ;->
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 8 März 2013, 08:24:46
The Master (2012)
Definitiv keine leichte Kost, so weiss der Film dennoch zu unterhalten, dank dem hervorragenden Schauspiel von Hoffman und Phoenix, die sich gegenseitig an die Wand spielen.
Die fast zweieinhalb Stunden vergehen ziemlich schnell, man wird regelrecht hineingesogen in die Geschichte.
Anderson schildert seine Geschichte mit viel Fingerspitzengefuehl, balancierend zwischen Humor, Drama und ner Liebesgeschichte.
Sehr stark, 8/10 Punkten

The Frisco Kid (1979)
Ganz nette Komoedie mit Harrison Ford und nem absolut genialen Gene Wilder.
Gehoert nicht zum Besten was Wilder ablieferte, kann man sich aber durchaus mal antun.
6/10 Punkten

All Superheroes Must Die aka Vs. (2011)
Ach du meine Fresse, nix erwartet und eine der groessten Ueberraschungen seit langem erlebt.
IMDB-Bewertung von 3.6, ein Budget von 20.000$, ein Superhelden-Film, die Vorzeichen waren nicht gut.
Und ich wurde wirklich umgehauen. Schon ne Weile her das ich einen so schonungslosen und ruecksichtslosen weil konsequenten Film sah, vor allem wenn man bedenkt mit welch bescheidenen Mitteln der Regisseur das Alles bewerkstelligte.
Definitive Empfehlung, 8.5/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 9 März 2013, 00:06:17
Zitat von: cyborg_2029 nach  1 März 2013, 22:29:18
Alyce - Außer Kontrolle
Stellenweise etwas langweilig, auch weil man die Beweggründe von Alyce nicht wirklich nachvollziehen kann. Gegen Ende wird dann ein Fun-Splatter draus, was nichts macht, da man das Gehirn eh schon abgeschalten hat. Keine Ahnung ob ich den Streifen jetzt gut oder schlecht finden soll, vielleicht hätte man sich besser für ein Genre entscheiden sollen.
4/10


Wieder ein Fall von nicht verstanden weil Gehirn aus...

Das Cover weckt auch (gänzlich) falsche Erwartungen, wenn man sich auf ihn einlässt, bekommt man einen non-mainstreamigen Film, mit hohem Interpretationsspielraum, der einem die Nüsse leckt und die Birne knackt.

Hammer geiler Film, für mich unter den Top 5 von 2012, und heißer Anwärter als einer der, für mich, unvergesslichsten Filme überhaupt, geht mir seit Erscheinen nicht mehr aus dem Kopf. Ein irrer, gar nicht dummer, Psychotrip, mit guten Darstellern und einer richtig klasse Hauptdarstellerin. Thread steht schon Monate in den Startlöchern, ich muss endlich mal in die Puschen kommen.



_______________________________________
Thx McClane, All Superheroes Must Die hätte ich mir nicht angesehen, aber hast mich doch neugierig gemacht. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dionysos nach 9 März 2013, 12:50:42
Zitat von: RoboLuster nach  9 März 2013, 00:06:17
Hammer geiler Film, für mich unter den Top 5 von 2012, und heißer Anwärter als einer der, für mich, unvergesslichsten Filme überhaupt, geht mir seit Erscheinen nicht mehr aus dem Kopf.


So weit würde ich jetzt nicht gehen, aber es war zumindest einer der Filme 2012, die ich nicht nach zwei Tagen wieder vergessen hatte. Ein Psychodrama um eine junge Frau, über die man nicht sonderlich viel erfährt, außer dass sie psychisch äußerst labil ist, in der Vergangenheit offenbar schlimme Erfahrungen mit falschen Freunden gesammelt hat und zu starkem Drogenkonsum neigt. Letzerer führt dann auch zum Unfalltod ihrer einzigen Freundin und was als bitteres Psychogramm einer ohnehin gestörten Persönlichkeit beginnt artet mit jeder falschen Entscheidung immer mehr in den Wahnsinn aus. Insofern finde ich die Bezeichnung "Funsplatter" für das Schlußkapitel auch etwas daneben. Die Szenen sind schon recht derbe und grafisch, aber von "Spaß" kann hier kaum die Rede sein, denn dafür wirkt das ganze ob der Vorgeschichte viel zu verstörend.
Einlassen muss man sich auf den sehr ruhigen, nüchternen Stil der Erzählung, denn im Grunde passiert über weite Strecken nicht sonderlich viel - die meiste Zeit folgt man Alyce lediglich dabei, wie sie nach dem "Vorfall" verzweifelt versucht, wieder in die Spur zu finden und dabei kläglich scheitert. Eine fatalistische Grundstimmung, mit der man wahrscheinlich auch nicht jeden begeistern kann. Ich muss zugeben, dass ich auch etwas völlig anderes erwartet hatte, aber ausnahmsweise mal positiv überrascht wurde. 7/10
By the way: Im Gedächtnis geblieben sind mir vor allem die skurrilen Dialoge mit dem Drogendealer und nicht zuletzt die absurd-komische Sexszene mit dem Typen, der glaubt, jede flachlegen zu können und von Alyce besonders "hart" rangenommen wird. Könnte glatt als feministisches Statement durchgehen, was umso bemerkenswerter ist, wenn man bedenkt, dass der Regisseur zuvor das epochale Meisterwerk "Zombie Strippers" fabriziert hat  :icon_mrgreen:

Zitat von: RoboLuster nach  9 März 2013, 00:06:17
wenn man sich auf ihn einlässt, bekommt man einen non-mainstreamigen Film, mit hohem Interpretationsspielraum, der einem die Nüsse leckt und die Birne knackt.

Also bei mir ist noch alles heil und unbefleckt :zwangsjacke:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 9 März 2013, 14:06:14
 :icon_mrgreen:


Um Zombie Strippers hatte ich ja lange einen Bogen gemacht, zu Unrecht. Nachdem mich Alyce überrascht hatte, hab ich mich dann doch drauf gestürzt, und wurde wieder überrascht. Hab mir danach gleich noch The Slaughter gekauft, der mich auch nicht enttäuscht hat. Slaughter 7, Strippers 8, Alyce 9, meiner Meinung nach, hat sich Regisseur Jay Lee mit jedem Film verbessern können, und hat einen Stil, der mich absolut anspricht. 3 von 3 Filmen die mir gut gefallen haben, und das von einem Regisseur, von dem ich noch nie was gehört hatte, und der aus sichtlich geringen Budgets, ansprechende und kreative Filme zaubern kann, irgendwo zwischen Pyun und Carpenter. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dionysos nach 9 März 2013, 14:16:26
Zitat von: RoboLuster nach  9 März 2013, 14:06:14
irgendwo zwischen Pyun und Carpenter. ;)


Bezogen auf "Zombie Strippers" aber eher zu Pyun tendierend  :icon_mrgreen: Der hatte zwar ein paar gute Ansätze, ist aber im Gegensatz zu "Alice" wirklich eine ziemlich hohle Nuss und zudem das dramaturgische Pendant zu einem durchbratenen Rindersteak. Die OFDB sagt, ich habe ihm damals 4/10 gegeben, was darauf hindeutet, dass ich ihn teilweise doch irgendwie mochte :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 9 März 2013, 14:32:07
Strippers VS. Zombies ist besser.  :dodo:

"Schlag nicht auf meine Rammelkarre, Schlampe."
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 9 März 2013, 14:34:46
Sightseers

Warum gibt's zu diesem Film keinen Thread? Oder hab ich ihn übersehen? Na, jedenfalls geht's hier um ein Paar, das britische Sehenswürdigkeiten abklappert und hinter sich eine Blutspur zurücklässt. Warum? Gute Frage! Sightseers ist eine schwarze Komödie von Ben Wheatley, die mich köstlich amüsiert hat. Einzig eine gründlichere Beleuchtung der beiden Hauptcharaktere habe ich mir gewünscht. Andererseits hätte das wahrscheinlich die groteske Atmosphäre geschmälert ... Weiss nicht so recht, irgendwas hat mir gefehlt. Trotzdem: Saukomischer Film. 7-8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dionysos nach 9 März 2013, 14:38:31
Zitat von: manisimmati nach  9 März 2013, 14:34:46
Sightseers
Warum gibt's zu diesem Film keinen Thread? Oder hab ich ihn übersehen?

Es gibt tatsächlich keinen. Insofern hast du durchaus das Recht, einen zu eröffnen ;)

Zitat von: Mr. Blonde nach  9 März 2013, 14:32:07
Strippers VS. Zombies ist besser.  :dodo:

"Schlag nicht auf meine Rammelkarre, Schlampe."

Gut zu wissen, dass es Leute gibt, die einen noch übleren Filmgeschmack haben als ich  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 9 März 2013, 14:40:34
Zitat von: Dionysos nach  9 März 2013, 14:16:26
Zitat von: RoboLuster nach  9 März 2013, 14:06:14
irgendwo zwischen Pyun und Carpenter. ;)


Bezogen auf "Zombie Strippers" aber eher zu Pyun tendierend  :icon_mrgreen: Der hatte zwar ein paar gute Ansätze, ist aber im Gegensatz zu "Alice" wirklich eine ziemlich hohle Nuss und zudem das dramaturgische Pendant zu einem durchbratenen Rindersteak. Die OFDB sagt, ich habe ihm damals 4/10 gegeben, was darauf hindeutet, dass ich ihn teilweise doch irgendwie mochte :icon_lol:



Bei beiden Filmen gehen die Meinungen stark auseinander (nicht nur bei ofdb). Ich fand Zombie Strippers originell und echt lustig ("Let's dance!"). Englund war so gut wie seit den Nightmare Filmen nicht mehr. Bei der Szene im Büro, hab ich mich weggeschrien vor Lachen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 9 März 2013, 18:16:59
Zitat von: Dionysos nach  9 März 2013, 14:38:31
Zitat von: manisimmati nach  9 März 2013, 14:34:46
Sightseers
Warum gibt's zu diesem Film keinen Thread? Oder hab ich ihn übersehen?

Es gibt tatsächlich keinen. Insofern hast du durchaus das Recht, einen zu eröffnen ;)


Gerne (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,172438) :)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 9 März 2013, 19:31:32
Zitat von: Dionysos nach  9 März 2013, 12:50:42
Insofern finde ich die Bezeichnung "Funsplatter" für das Schlußkapitel auch etwas daneben. Die Szenen sind schon recht derbe und grafisch, aber von "Spaß" kann hier kaum die Rede sein, denn dafür wirkt das ganze ob der Vorgeschichte viel zu verstörend.


Naja, ist jetzt auch nicht ganz "Fun" aber ich musste schon lachen als sie versucht die Leiche kleinzukriegen. Habe das auch nicht negativ gemeint, der Abschluss war doch echt klasse gemacht.

Zitat von: RoboLuster nach  9 März 2013, 00:06:17
Wieder ein Fall von nicht verstanden weil Gehirn aus...


Mich hat der Film schon irgendwie beeindruckt, mich störte nur der Mittelteil, der sich doch etwas zog. Aber ich denke dass ich doch etwas zu streng mit meiner Bewertung war. Wenn man ihn als Psycho-Drama betrachtet ist doch locker eine 6/10 drin. Immerhin hat der Film einen bleibenden Eindruck hinterlassen und das schaffen nicht viele in letzter Zeit.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 10 März 2013, 00:14:03
Cockneys vs Zombies

Eine spaßige Zombie-Komödie, die durch die Rentner-Bande einen schicken Skurrilitäten-Bonus aufweist. Die teilweise ziemlich deftigen (z.B. das Zombie-Baby) Gags treffen meist ins Schwarze. Für die sympathischen Figuren nimmt man sich vergleichsweise viel Zeit, so dauert es dann auch ein Weilchen bis die Zombies auftauchen. Die daraus entstehende Überlebensgeschichte kommt einem nicht unbedingt unbekannt vor, durch die alten Recken ist aber genug Eigenständigkeit gegeben - Sachen wie bspw. die rasante Verfolgungsjagd Zombie vs. Renter mit Gehhilfe oder einen Opa, der sich in Michael Bay Manier durch die Horden der Untoten ballert, hat man noch nicht allzu oft gesehen. Ingesamt ergibt das eine sehr ansehnliche Zombie-Invasion, welche fast genauso gut wie "Shaun of the Dead" ist. 7/10

Der Stadtneurotiker


Einen weiteren Klassiker nachgeholt. Ich kenne nicht allzu viel von Allen; mein bisheriger Favorit ist "Matchpoint", welcher ja als eher untypisches Werk von ihm kategorisiert wird. Hier zeigte sich nun erneut (wie vorher schon bei "Scoop" und "To Rome with Love"), dass mir die "klassische", locker-flockige Arbeit von Allen nicht 100%ig zusagt. Die Dialoge enthalten meiner Meinung nach zwar manch geniale Zeilen und Zitate, aber auch etwas geschwätzigen Leerlauf, unter welchem die Dramaturgie zu leiden hat. Die Vielzahl verspielter Regie-Einfälle kann dieses Problem leider nicht gänzlich lösen. Für mich daher lediglich ein solider Streifen, jedoch nicht der Heilige Gral der Beziehungskomödien. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 10 März 2013, 00:28:42
Aber c'mon, diese Szene vor dem Kino... so genial. "Ich kann da unmöglich rein, der Film geht schon zwei Minuten". Dafür liebe ich den Woody einfach, weil man sich da ein wenig wiedererkennt.  :icon_lol: Und natürlich: "Also, sprach Zarathustra, als er ihren BH öffnete."  :rofl:

"Cogney" werde ich demnächst mal ins Auge fassen, der ist mir irgendwie aus dem filmischen Bewusstsein entflohen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 10 März 2013, 00:37:58
Ja, wie gesagt, es gab einige grandiose Einzelszenen. Die konnten für mich aber nicht den kompletten Film in die ganz hohen Qualitätsbereiche tragen. Wo wir grad bei Allen sind: Ist es normal, dass bei der deutschen Version von "Manhattan" der Ton (insbesondere die Dialoge) schrecklich asynchron zum Bild läuft? Wollte mir den Film über Lovefilm-Stream geben, musste dann aber abbrechen, da ich das für unguckbar hielt (und ich halt keinen O-Ton zur Verfügung hatte).
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 10 März 2013, 00:41:42
Zitat von: Teppi nach 10 März 2013, 00:37:58Ist es normal, dass bei der deutschen Version von "Manhattan" der Ton (insbesondere die Dialoge) schrecklich asynchron zum Bild läuft?


Ist mir zumindest nicht aufgefallen, als ich ihn vor ein paar Monaten gesehen habe.

Ich habe grade I Am Love von Luca Guadagnino gesehen. Recht anstrengend zu gucken durch seine ungewöhnliche Inszenierung (vor allem im Schnitt), während die Story selbst eigentlich eher durchschnittlich ist. Tolle Darsteller und gute Kamera-Arbeit aber irgendwie ist der Funke auf mich nicht übergesprungen. Ist vermutlich Geschmackssache. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 10 März 2013, 00:54:40
Zitat von: Teppi nach 10 März 2013, 00:37:58
Ist es normal, dass bei der deutschen Version von "Manhattan" der Ton (insbesondere die Dialoge) schrecklich asynchron zum Bild läuft? Wollte mir den Film über Lovefilm-Stream geben, musste dann aber abbrechen, da ich das für unguckbar hielt (und ich halt keinen O-Ton zur Verfügung hatte).


Sowas ist nie normal. Bei Lovefilm und ähnlichen Anbietern habe ich leider auch (ganz selten) mal einen asynchronen Streifen erwischt. Sehr schade sowas.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 10 März 2013, 13:39:20
Zitat von: Teppi nach 10 März 2013, 00:14:03
Der Stadtneurotiker
[...] Die Dialoge enthalten meiner Meinung nach zwar manch geniale Zeilen und Zitate, aber auch etwas geschwätzigen Leerlauf, unter welchem die Dramaturgie zu leiden hat. Die Vielzahl verspielter Regie-Einfälle kann dieses Problem leider nicht gänzlich lösen. Für mich daher lediglich ein solider Streifen, jedoch nicht der Heilige Gral der Beziehungskomödien. 6/10


"Der Stadtneurotiker" war mein erster Allen-Film überhaupt, und er hat mich damals auch ziemlich ratlos zurückgelassen. Meine Reaktion war deiner sehr ähnlich: einige Brüller-Szenen, aber der Rest seltsam langweilig. Das ist allerdings so ein Streifen, der für mich mit jeder Sichtung witziger wird. Also: Gib ihm irgendwann nochmal 'ne Chance, ja? ;) Vielleicht hilft es auch, den Film nicht primär als Beziehungskomödie zu sehen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 10 März 2013, 23:47:37
Zitat von: manisimmati nach 10 März 2013, 13:39:20
Das ist allerdings so ein Streifen, der für mich mit jeder Sichtung witziger wird. Also: Gib ihm irgendwann nochmal 'ne Chance, ja? ;)


Ja, in einigen Jahren sicher. Davor gibt's aber erstmal noch andere Allen-Werke, wie "Manhattan" halt - muss dann halt mal die DVD ausgeliehen werden ^^

Heute gabs: Freundschaft Plus

Ja, so einmal im Monat ist irgendeine Rom-Com dran in der Hoffnung, mal was Gutes in diesem Sektor zu erwischen. Diesmal hat das leider gar nicht geklappt. All die Rom-Com-Klischees (platte Gags, ungeheuer vorhersehbare Geschichte etc.) treffen's hier auf den Punkt. Der Anlass für den obligatorischen Charakterwandel wird so laut mit Pauken und Trompeten angekündigt, dass es fast schon frech-dreist ist, dann wirklich diese ausgelutschte Schiene zu fahren. Bei den Gags sind immerhin eine handvoll gute dabei, meist jedoch wirkt die gewollt "dreckige" Sprache einfach aufgesetzt und plump. Wäre alles halb so schlimm, würde die Chemie zwischen Kutcher und Portman stimmen - statt großes Funkensprühen gibt's hier aber den Campingkocher mit Sparflamme. Vorm totalen Desaster wird der Streifen letztlich nur durch die sympathischen Nebenfiguren (Ludacris und der Typ aus "New Girl") gerettet. 3/10

Demnächst gibt's dann das Konkurrenzprodukt "Freunde mit gewissen Vorzügen", der soll laut allgemeiner Meinung ja besser sein...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 11 März 2013, 11:03:25
The Giant Claw

Ein B-Movie aus den Fünfzigern, der halbwegs kompetent (und langweilig) wäre, wäre da nicht das lachhaft-groteske Filmmonster, das alle fünf Minuten mal in die Kamera glotzt. Leider reichte mir das nicht, um mich rundum unterhalten zu fühlen. Daher gibt's 4/10 (Trash-)Punkte von mir.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 11 März 2013, 14:25:02
Zitat von: manisimmati nach 11 März 2013, 11:03:25
The Giant Claw

Ein B-Movie aus den Fünfzigern, der halbwegs kompetent (und langweilig) wäre, wäre da nicht das lachhaft-groteske Filmmonster, das alle fünf Minuten mal in die Kamera glotzt. Leider reichte mir das nicht, um mich rundum unterhalten zu fühlen. Daher gibt's 4/10 (Trash-)Punkte von mir.


Und falls sich niemand etwas darunter vorstellen kann:

13. The Giant Claw (1957) Monster Madness 2009 review (http://www.youtube.com/watch?v=Y0w3FcVe9gc#)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 11 März 2013, 17:25:01
American Grindhouse (http://www.ofdb.de/film/194003,American-Grindhouse)

Eine Dokumentation über das Grindhouse-/Exploitation-Kino in den USA von seinen Anfängen bis etwa 1980.

Für mich als eher Unbedarfter bei diesem Thema gab es eine hohe Informationsdichte. Neben einer Vielzahl von Filmausschnitten kommt eine Menge von Machern (Ted V. Mikels, Herschell Gordon Lewis, etc.) zu Werk. Dabei zeigt sich, das teilweise die Werbung wichtiger (besser?) als die Filme war und wie "Jaws" das Ende(?) der Filme einläutete. Die Laufzeit von ca. 75 Minuten geht durch die Unterteilung in viele kleinere Abschnitte gut rum. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 11 März 2013, 18:27:26
Pandorum (http://www.ofdb.de/film/177741,Pandorum) (2009)

Simple, wenig originelle Story, zum größten Teil gelungene Umsetzung. Ein Mann (Ben Foster) erwacht an Bord eines Raumschiffs aus dem Hyperschlaf und merkt nach einer Weile, dass er (und ein weiterer Flugoffizier, gespielt von Dennis Quaid) nicht "allein" an Bord des Schiffes ist und das hier ganz gewaltig etwas faul ist. Durch den langen Hyperschlaf kommen die Erinnerungen, was überhaupt das Ziel ihrer Mission (Neuansiedlung der Menschheit auf einem weit entfernten erdähnlichen Planeten) ist, nur langsam und bruchstückhaft zurück. In der Zwischenzeit geht's im gehobenen Tempo darum, nicht den blutrünstigen Mutanten anheim zu fallen.

Für das nicht allzu üppige Budget sehen die Effekte meist sehr ordentlich aus, wobei natürlich hilfreich ist, dass der Film fast gänzlich in (halb-)dunkler Umgebung spielt. Abzüge gibt's für den Handlungsverlauf, der mir hin und wieder etwas unrund zu sein schien. Macht den Film nicht kaputt, hätte man aber vermeiden können. Schauspielerisch wird solider Durchschnitt geboten, Foster und Quaid befinden sich über, die restlichen Darsteller eher unter dem Schnitt, was ich angesichts dessen, dass der Film keine hochtrabenden Fragen nach der Erschaffung der Menschheit stellt, durchaus verschmerzen kann.  ;)

Fazit: Aus den Zutaten "Event Horizon", "The Descent" und einer Prise "Alien" haben die Macher einen kleinen, düster-dreckigen SiFi-Horror-Thriller mit einer netten Überraschung im Finale zusammen geköchelt. 7,5/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 12 März 2013, 04:42:24
B-Movie-Sonntag.

Mean Guns (2007)
Christopher Lambert und Ice-T in nem ziemlich coolen Albert Pyun-Ballerfilm.
Vor allem der Soundtrack (Mambo  :icon_eek:) macht es definitiv zu einem B-Film der aus der Masse hervorsticht.
Selbst die Story kann sich einigermassen sehen lassen.
Machte definitiv Spass, 6/10 Punkten.

Night Of The Warrior (1991)
Ganz uebler Lorenzo Lamas-Film der in keinem einzigen Department punkten kann.
Was fuer ein langweiliger Schrott, 2/10 Punkten.

Dragon Eyes (2012)
Wer nen van Damme-Film erwartet wird schwerstens enttaeuscht, er taucht nur zwischendurch als Mentor auf.
Macht aber nix, denn Cung Le hat es definitiv faustdick hinter den Ohren, der kann was.
Auch Peter Weller als Boesewicht weiss zu ueberzeugen.
Hat mir ziemlich gut gefallen, gibt so 6,5/10 Punkten

El Gringo (2012)
Scott Adkins als titelgebender "Held" in diesem ziemlich gelungenen Actioner.
Ein paar richtig coole Kaempfe haben sich hier eingefunden, dazu noch ein paar ganz ordentliche, teilweise ziemlich blutige Schiessereien.
Story ist nicht wirklich neu, aber weiss zumindest halbwegs den Film voranzutreiben.
Hat mir ebenso gut gefallen, 6,5/10 Punkten

Mal was Aelteres:
Born Reckless (1937)
Wirklich netter Actionfilm bei dem es fuer das Produktionsjahr ziemlich ruecksichtslos zugeht.
Gluecklicherweise hat sich der Fox Movie Channel dazu entschieden, die laengere Version (meine lief so um die 74min) zu zeigen, oft gibt es nur eine nicht mal einstuendig Rumpffassung.
Was genau die Unterschiede sind kann ich so nicht sagen.
Wirklich empfehlenswert, knappe 7/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Dionysos nach 12 März 2013, 12:45:21
Zitat von: lastboyscout nach 12 März 2013, 04:42:24
Mean Guns (2007)
Christopher Lambert und Ice-T in nem ziemlich coolen Albert Pyun-Ballerfilm.
Vor allem der Soundtrack (Mambo  :icon_eek:) macht es definitiv zu einem B-Film der aus der Masse hervorsticht.
Selbst die Story kann sich einigermassen sehen lassen.
Machte definitiv Spass, 6/10 Punkten.

Oh mein Gott, das war vor etlichen Jahren (Film ist übrigens von 1997 ;)) mein erster Versuch mit Pyun, aber mehr als ein paar seltsame Gimmicks (sollen die Türsteher Vampire sein?) und etwas Geballer hatte das Teil irgendwie nicht zu bieten. Der Rest war allzu gewollte Coolness nebst gähnender Langeweile und ich hatte arge Probleme ihn bis zum Ende durchzustehen. Na ja, vielleicht sollte ich ihm beizeiten noch eine Chance geben, wenn er mal wieder nachts im TV läuft  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 13 März 2013, 00:32:24
Zuletzt gab es: Alle Teile von Scream.

Teil 1: Eine wunderbare Horror-Hommage, die selbstreferentiell die Regeln und Klischees des Genres aufzeigt, nur um sie dann doch zu bedienen. Dass bei der Zitatwut trotzdem noch ein hohes Maß an Spannung geboten wird (vor allem der Anfang und das lange Finale sind fantastisch), spricht natürlich vollends für den Film. Zurecht ein moderner Klassiker. 9/10

Teil 2: Zu Beginn macht sich der Film alle Vorteile von zweiten Teilen zu nutze: Die Charaktere sind etabliert, also geht es mit großem Tempo voran. Dass die Filmreflexion weg vom Horror-Genre hin zu Fortsetzungen geht, passt perfekt. Nur leider sterben gemeinsam mit Randy die filmischen Verweise größtenteils aus und machen Platz für einen Schlussakt, der mir dann doch zu hanebüchen und plump ist (die Dummheit der Charaktere muss auch Grenzen kennen). Kommt daher keinesfalls an den Erstling heran. 7/10

Teil 3: Die Hollywood-Location bietet eine fantastische Vorlage für ein selbstreferentielles Spiel mit den Regeln des Films und insbesondere denen von Trilogien. Die Möglichkeiten werden aber nur im begrenzten Maße genutzt. Die Macher merkten selbst, dass es nicht allzu klug war, Randy sterben zu lassen und greifen daher auf einen recht billigen Trick zurück. Generell macht es sich das Drehbuch gerne einfach: Der Stimmimitator ist einfach eine Schnapsidee. Zusammen mit dem diesmal ziemlich albernen Klamauk und einigen Unglaubwürdigkeiten (vorher wurde immer darauf geachtet, dass der Killer 1:1 dem Opfer gegenüber steht - hier stürzt er sich auf ganze Gruppen und keiner kommt auf den Gedanken, ihn einfach zu überwältigen?!) ergibt das nur einen mittelmäßigen Streifen, kein Vergleich mit den guten bzw. grandiosen Vorgängern. 5/10

Teil 4: Das Quasi-Remake zum Erstling macht wieder sehr vieles richtig: Diesmal steht der Remake-Gedanke im Zentrum des selbstreflexiven Treibens, wobei die Meta-Ebene so ausgeprägt wie nie zuvor ist. Die billigen Witze aus dem dritten Teil weichen allerlei Zitaten, wobei hier statt Horror-Klassikern die eigenen Vorgänger im Vordergrund stehen - eine logische und konsequente Weiterentwicklung. Zudem präsentiert sich Sidney endlich so souverän, wie man es eigentlich schon vorher erwartet hätte. Eine rundum gelungene Neuauflage und sehr runder Abschluss der Reihe. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Ong-Bockel nach 13 März 2013, 00:43:39
Die ersten Drei sind bei mir locker zehn Jahre her. Den Vierten kenn ich noch gar nicht. Liest sich so, als sollte man unbedingt noch einmal ganz von Vorne beginnen, um den Vierten vollständig erfassen und genießen zu können!? Die VÖ der Quadrilogy steht ja praktisch vor der Tür...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 13 März 2013, 00:57:20
Zitat von: Ong-Bockel nach 13 März 2013, 00:43:39
Liest sich so, als sollte man unbedingt noch einmal ganz von Vorne beginnen, um den Vierten vollständig erfassen und genießen zu können!? Die VÖ der Quadrilogy steht ja praktisch vor der Tür...


Zumindest Teil 1 ist meiner Meinung nach Pflicht vor der 4, da sich auf eben jenen dieser ganze Remake-Gedanke bezieht. Für die weiteren Figurenkonstellationen und kleinere Anspielungen machen sich die Sichtungen von 2 und 3 vorher auch ganz gut.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Ong-Bockel nach 13 März 2013, 01:14:32
Mein ursprünglicher Plan war tatsächlich, mir mal wieder Teil 1 anzuschauen, Teil 2 und 3 (die ich im etwa selben Maße, wie du sie bewertest, schwächer in Erinnerung habe) auszulassen und direkt zum vierten Teil überzugehen. Mein Gott: Wer weiß, wie sehr mich zehn Jahre alte Erinnerungen täuschen, und die Quadrilogy kostet mit zwanzig Euro auch nicht die Welt. Da kann ich mir auch gleich das komplette Programm geben! :popcorn:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 13 März 2013, 01:29:25
Würde Dir empfehlen, einfach alle zu schauen, da ja z.B. die Beziehung zwischen den Figuren (vor allem zwischen Dewey und Gale) doch einigen Platz auch im vierten einnehmen. Ansonsten entgeht da einem schon die ein oder andere Spitze.

Ansonsten würde ich Teppi bei der Bewertung der Reihe noch Zustimmung geben, von den Noten her sehe ich das eigentlich genau so. Scream 3 ist ziemlich lahm und mit dem vierten Teil kommt die Reihe wirklich mehr als ordentlich zurück. Wobei das ja kein Kunststück darstellt, da sich horrortechnisch in den Zeträumen zwischen den ersten drei gar nicht so viel getan hat, während Scream 4 ganz neue Themen aufzugreifen hat. (Tortureporn- und Remakewelle)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 13 März 2013, 04:55:52
@Dionysus
Ist natuerlich von 1997, peinlich. :icon_redface:
Mean Guns macht als B-Action durchaus Spass, an den anderen drei Filmen kannst ja sehen das ich durchaus in B-Stimmung war.  ;)
Trotzdem ist Mein Guns schon ne Liga unterhalb meinen Pyun-Lieblingen Nemesis und Cyborg.

@Scream-Sehern
Ich kann den Rummel um die Streifen bis heute nicht verstehen?
Handwerklich und schauspielerisch sehr ordentlich, da kann man nicht meckern.
Doch wo hier das so tolle storymaessig sein soll ist mir bis heute schleierhaft.
Nur weil ich ums Verrecken viele Twists und Wendungen einbaue macht es das nicht viel interessanter.
Sind bei mir leicht ueber Durchschnitt gelandet, aber niemals mehr als ne knappe 6.5, an nem guten Tag ne 7.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 13 März 2013, 05:04:41
Zitat von: lastboyscout nach 13 März 2013, 04:55:52
Nur weil ich ums Verrecken viele Twists und Wendungen einbaue macht es das nicht viel interessanter.


Ironischerweise wird genau das in Scream 4 wunderbar angemerkt, wenn wir uns den Anfang anschauen. Genau das sind die Stärken der Reihe: Selbstironie,  Auseinandersetzung mit dem Genre und dabei funktionieren die gleichzeitig noch als Genrefilme. Ich mag die Dialoge, die Figuren sind supersympathisch (da kann ich gut mitfiebern) und die Doppelbödigkeit. Alles Sachen, die nur ganz selten im Horrorbereich so zusammenkommen. Wegen den Twists habe ich die noch nie geschaut, weil die ja prinzipiell keinen Wiederschauwert bieten.

Vor wenigen Jahren habe ich den Rummel um den ersten Teil (Revolution des Slashergenres usw.) auch nicht ganz verstanden, aber die Reihe ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen und ich weiß sie daher zu schätzen. Ich mag Filme über Filme, so kriegt man mich ziemlich leicht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hitfield nach 13 März 2013, 07:30:54
Witzig: Mean Guns habe ich gerade letzte Woche wieder gesehen. Eine irre Action-Gaudi und neben "Nemesis" und "The Last Chance" einer meiner (wenigen) echten Pyun-Favoriten, denen ich eine gute Bewertung gegeben haben.

Die Story ist gar nicht so schlecht und die Besetzung hat sichtlich Spaß gehabt. Eine Reihe - teils unfreiwillig - komische Szenen (die Mambo-Mucke; das kleine Mädchen sitzt entspannt im Cabrio, während sich um sie herum alle fröhlich massakrieren; Tina Coté, die die beiden Adrenalin-Deppen gegeneinander ausspielt und am Schluß den Kopf getoastet bekommt usw.) runden diesen Actiontrash adäquat ab. Im Vergleich zu früheren Sichtungen fand ich das Werk aber gar nicht mehr so hart/blutig. Die Action ist halt nur reichlich zynisch. Abzüge gibt es im Bereich Kamera/Licht, die mir zu fahl und kontrastarm war.

Vampire kommen übrigens nicht vor und als Produktionsjahr im Abspann war sogar 1996 angegeben. 7,5 / 10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 13 März 2013, 07:54:21
Zitat von: Hitfield nach 13 März 2013, 07:30:54Im Vergleich zu früheren Sichtungen fand ich das Werk aber gar nicht mehr so hart/blutig.


Pyun hatte ja kein Geld für Kunstblut - daher fließt auch keins.  ;)
Ich find den ebenfalls noch okay.
Auf jeden Fall einer der besseren vom Al - selbst wenn das an sich ja nicht viel heißen mag.  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 14 März 2013, 00:20:20
Nachdem ich vor kurzem "Die Fantastische Welt von Oz" im Kino sah, wurde heute eine Klassiker nachgeholt: Der Zauberer von Oz

Ich als überzeugter Synchro-Gucker bin mit den Sprechern heutzutage ja meist sehr zufrieden. Heutzutage. Hier hielt ich es ca. 5 Minuten aus, bis ich auf englisch stellte und neu startete. Unfassbar, wie schrecklich Dorothy in deutsch klingt.

Dann auf ein Neues: Erstmal merkte ich, dass die schöne Idee des farblosen Beginns ja gar nicht auf Raimis Mist gewachsen ist. Auch andere Sachen waren mir persönlich nicht bekannt, so wusste ich z.B. gar nicht, dass "Somewhere over the Rainbow" aus diesem Film stammt  :icon_redface:
Die Reise nach Oz gestaltet sich natürlich offensichtlich gekünstelt (wenn auch nicht soo arg, wie ich es bei dem Alter vermutet hätte), dadurch aber nicht weniger fantasie- und liebevoll. Manche Sachen gefielen mir im direkten Vergleich sogar besser als bei Raimis Version, bspw. die knuffigen Munchkins oder das Make-Up der bösen Hexe. Die Figuren sind ebenso flach (was okay ist, da Kinderfilm) wie sympathisch und sorgen für manch jugendfreien Lacher, vor allem innerhalb der schön geschriebenen Songs.

Letztlich fehlte mir persönlich dann etwas der schelmische Charme, den Franco im Prequel ins Spiel bringt - hier ist alles vollends familiengerecht, was sich auch in dem zu dick aufgetragenen Finale äußert. Zudem glitten mir einige Gags zu sehr in albernen Slapstick ab. Größtenteils also Kritikpunkte, die man mit der totalen Ausrichtung auf die kleinen Zuschauer erklären kann. Rein subjektiv sagte mir Raimis Film daher etwas mehr zu, letztlich sehe ich aber beide bei 7/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 14 März 2013, 23:44:18
From Dusk Till Dawn

Meine persönliche Einstimmung für Django morgen. Haha! Was für ein kranker Film! :icon_mrgreen: Leider wusste ich von Anfang an ungefähr, was mich erwarten würde. Im Moment bin ich mir noch unsicher, ob mir die erste oder die zweite Hälfte besser gefallen hat. Nur eines ist klar: Gelangweilt hab ich mich keine Sekunde lang. Punktemässig liegt das Teil wohl so zwischen 8-9.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 15 März 2013, 05:54:16
Nachdem ich From Dusk Till Dawn wohl schon locker vierzigmal gesehen habe, bleibt das erste Mal dann doch ungeschlagen.
Als ich den in Deutschland im Kino sichtete, hatte ich noch kein Internet oder aehnliche Informationsquellen.
Und als das Roadmovie dann ploetzlich in einen knallharten Vampirsplatter umschlaegt war Partystimmung pur im Kino.
Und die Punkte sind noch immer bei 9/10, hat nix von seiner Magie verloren.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hitfield nach 15 März 2013, 09:28:55
Amphibious (http://www.ofdb.de/film/202651,Amphibious-3D) (2010)

Es gibt wirklich noch keinen Thread zu dem neuen Tierhorror-Film von Brian Yuzna und bislang nur 20 Bewertungen in der OFDb für diese über zwei Jahre alte Produktion, die inzwischen doch auf Festivals & Co. gelaufen sein muss?

Wie auch immer, ein sehr durchwachsener Genrefilm. Er fängt mega-klischeehaft an (junges Pärchen geht Schwimmen, sie zieht das Oberteil aus und wird nach unten gezogen und getötet). Das Problem ist nur, dass das überhaupt nicht zum Rest des Films passt, da die Kreatur nur die angreift, die das Mädchen bedrohen, weil beide miteinander verbunden sind.

Der Film punktet mit der farbenfrohen Bildgestaltung und der ungewöhnlichen Location mit dieser Fischerplattform auf dem offenen Meer. Das Monster, ein riesiger "See-Skorpion" ist speziell am Ende gelungen, nur die diversen Tentakel-Szenen vorher sehen zu sehr nach CGI aus. Die Besetzung ist mäßig. Michael Paré spielt auf Autopilot und Janna Fassaert sieht aus wie die Zwillingsschwester von Malin Ackerman. Den Rest des indonischen (?) Cast finde ich schwach, vor allem die ganzen Leute auf der Plattform inkl. des Mädchens nerven total.

Insgesamt nicht langweilig, aber dramaturgisch recht holprig. Der Okkult-Kram hat mich eher genervt und vor allem das Ende, wenn das Mädchen kleine Skorpione gebärt, ist beschissen. Manchmal hatte ich das Gefühl, eine "Akte X"-Folge zu sehen. Da gab es einige Geschichten, die in diese Richtung gingen (Phänomene, die auf alte, okkulte Legenden zurückgehen und sich manifestieren, wenn Personen schlecht behandelt wurden).

Wirklich heftig sind die Prosthetic makeup-Effekte mit den ganzen zerfetzten, angefressenen, faulenden Körpern. Schon lange bei FSK 16 nicht mehr etwas so plastisches und ekeliges gesehen.

Insgesamt aber wie gesagt ein durchwachsener Tierhorrorfilm, wobei Genre- und Yuzna-Fans halbwegs auf ihre Kosten kommen dürften. 4 / 10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Wolfhard-Eitelwolf nach 15 März 2013, 17:52:48
Prison (1988) - Harlins Fingerübung hat doch über die Jahrzehnte viel Charme eingebüßt. Würde ihn nun nur noch als äußerst mäßig spannend ansehen, da reißen auch die nett-trashigen Effekte bzw. handgemachten Actionszenen nicht mehr viel raus. Wirkte seinerzeit auch atmosphärisch einfach bedeutend besser, allein des Mediums VHS wegen. Auf DVD fehlt der einfach der schmierige 80er-B-Charme :(

El Gringo - Wirklich gelungene B-Action mit mexikanischem Setting und ab und an aufblitzendem Desperado-Feeling. Bodycount sehr hoch, solide gespielt, gut und blutig inszeniert, allerdings auch nicht wirklich eigenständig und packend genug, zudem optisch etwas zu monoton (Stichwort Farbfilterorgie), um wirklich hervorzustechen. knappe, aber verdiente 7 / 10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 16 März 2013, 13:24:57
101 Reykjavik

Die Geschichte eines asozialen, unverantwortlichen Mannes, der mit 28 noch bei seiner Mutter lebt und eine ziemlich schräge Affäre mit der Liebhaberin seiner Mutter beginnt. Der Film hat einige sehr witzige Szenen (Stichwort "Parkuhr"), aber letztlich fehlte mir irgendwie die emotionale Bindung zu den Charakteren. Ausserdem fand ich das Ende arg unpassend. 7/10 Punkten.

Django Unchained

Doch noch im Kino gesehen, und was soll ich sagen? Das Teil ist gut, aber nun nicht so gut, als dass man in Jubelschreie ausbrechen müsste. Waltz, DiCaprio und Jackson spielen sich gegenseitig an die Wand, die Action ist knackig und schön übertrieben, doch das Drehbuch schien mir manchmal auf der Stelle zu treten. Der Film hätte kürzer sein können. Trotzdem: Wahnsinnig unterhaltsame Sache. Bei der zweiten Sichtung wird mir das Ganze vielleicht noch besser gefallen, war schon bei Inglourious Basterds so. Momentan: 7-8/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 17 März 2013, 11:36:56
Dank 3sat ein bisschen was von Cronenberg nachgeholt (ich kannte ja bisher nur seine neueren, "normaleren" Werke ab "A History of Violence"):

Scanners

Leider hat die Kondition hier nicht mitgespielt, weshalb die Müdigkeit mich zum Schluss immer mal ganz kurz wegknicken ließ - was ich aber nicht auf den Streifen schieben möchte, auch wenn ich ihn nicht so stark wie seinen Ruf fand. Die Scan-Szenen mit ihren Knarz- und Quietschgeräuschen machten auf mich einen ziemlich trashigen Eindruck (sorry, aber ich fühlte mich unfreiwillig immer an "South Park" oder "Big Bang Theory" erinnert, als die Leute dort angestrengt versuchen, die Köpfe ihres Gegenübers platzen zu lassen). Da die Geschichte in meinen Augen auch nicht der ganz große Wurf, weil eher simpel war, konnten die überschaubaren Szenen mit effektvollen Körperdeformationen und Michael Ironside als einnehmender Bösewicht mich nur bedingt bei der Stange halten. Eine Wertung möchte ich aufgrund meines schläfrigen Zustands nicht geben, es würde aber wohl nicht über etwas Mittelmäßiges hinausgehen. Ich ließ mich natürlich nicht entmutigen, daher gab's am Tag danach:

eXistenZ

Für einen Videospieler natürlich ein höchstinteressanter Film; vor allem da die neue Konsolengeneration langsam ansteht, wirkte diese Erstsichtung zeitlich sehr passend und traf voll meinen Nerv. Der Ekelfaktor schraubt sich allein schon durch die Spielmodule in die Höhe, was durch explizite Gewalt unterstrichen wird - ein konstantes Gefühl des Unbehagens ist die Folge. Doch nicht nur die Optik ist dafür zuständig: Das Thema um das Verlorengehen in fremden Realitäten ist heute sogar noch aktueller als damals und dient als Grundlage für eine äußerst spannende Geschichte (Mr. Nolan hat den Film sicher mal eingelegt, bevor er "Inception" schrieb ;->). Wenn ich etwas bemängeln müsste, dann dass die Hauptdarstellerin mit nur begrenzter Ausstrahlung aufwartet - das tat dem "Vergnügen" am Film aber keinen Abbruch. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 17 März 2013, 18:55:53
Ich möchte kein Mann sein (http://www.ofdb.de/film/59609,Ich-m%C3%B6chte-kein-Mann-sein)

Den nehme ich mal als Vertreter für die frühen (erhaltenen) Stummfilm-Komödien von Ernst Lubitsch: Originell und anarchisch-frisch wie am ersten Tag, lustig auf eine angenehme, zutiefst sympathische Art, ohne Gehässigkeit und ohne Slapstick (ohne diesen herabwürdigen zu wollen). Auch die Zwischentitel haben einiges zu bieten ("Verschwinde wie die Wurst im Spinde!"  :icon_mrgreen:), und wenn dann noch Ossi Oswalda mitspielt, was sie zum Glück in einigen Streifen tut, dann reißt sie mit ihrer drollig-spritzigen Art jede Szene an sich und versprüht auch eine Art nostalgischer Erotik... Im oben genannten Film gibts dann auch ein wenig Genderbending, wie es später (und vor allem in den codegeplagten USA) kaum vorstellbar gewesen wäre. Lubitsch spielt auch gerne selbst mit und grimassiert auf Teufel komm raus, aber er scheint richtig erkannt zu haben, daß er eher hinter die Kamera gehört. Sehr empfehlenswert!


Avatar (http://www.ofdb.de/film/188514,Avatar---Aufbruch-nach-Pandora)

Zum zweiten, und ich schätze letzten, Mal gesehen - mir wurde die Blu-ray aufgenötigt. Schön bunt, aber Der mit dem Wolf tanzt ist länger (http://www.community-solingen.de/images/smilies/aetsch.gif)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 17 März 2013, 23:25:06
Innenleben

Endlich mal wieder ein Film, der mich von Anfang bis Ende gebannt hat! Woody Allens Innenleben ist ein grossartiges Drama über eine dysfunktionale Künstler-Familie, eingefangen in elegant unterkühlten Bildern. Das Schauspielensemble ist durch die Bank erstklassig, wobei mir vor allem Mary Beth Hurt und Diane Keaton nahe gegangen sind. Warum ist dieser Film - der zwischen Der Stadtneurotiker und Manhattan entstanden ist - vergleichsweise so unbeachtet? Weil er so unlustig, düster und bergmanesque ist? Mich jedenfalls hat er tief berührt, was vielleicht auch daran liegt, dass ich gerade den Blues habe. Trotzdem, etwas anderes als 10/10 Punkten kann ich Innenleben nicht geben.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 17 März 2013, 23:44:23
Meine masochistische Suche nach guten Mainstream-RomComs ging weiter - dieses Mal mit einem Treffer.

Love and other Drugs

Nach dem öden "Freundschaft Plus" habe ich einen ähnlich gelagerten Film erwartet. Und ja, Der RomCom Part weist durchaus vergleichbare Züge auf - man weiß, wie es endet, und bekommt in den finalen Minuten die volle Portion Kitsch.
Und dennoch entpuppt sich der Streifen eher als der kleine Bruder von "50/50" (hier mit Parkinson statt Krebs) statt von der oben genannten Schlaftablette. Neben dem RomCom-Aspekt wird nämlich noch einiges mehr angerissen: So gibt es einen recht bissigen Blick auf die Pharma-Industrie und ein unerwartet ernstes Beziehungsdrama vor dem Hintergrund einer schweren Krankheit. Weitere Pluspunkte: Gyllenhall und Hathaway sind sehr gut aufgelegt und zeigen sogar mal etwas Haut - klar, es ist nach wie vor eine Hollywood-Produktion, dennoch kommt es hier nicht so verlogen rüber wie in anderen Genre-Vertretern, in denen immer ach so "schmutzig" über Sex geredet, aber nie auch nur ansatzweise etwas gezeigt wird.
Mit einem anderen Ende hätte hier durchaus einer meiner Favoriten des Genres entstehen können, so reicht es immer noch für sehr gute 8/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 18 März 2013, 04:47:48
Meet the Spartans

Vor Jahren ordentlich angetrungen gesehen und für mies, aber unfreiwillig komisch gehalten.

Diesmal weniger angeheitert und wieder mehr darüber gelacht, dass SO SCHLECHTE GAGS einen Film zusammenhalten sollen. Einige Späße sind ganz nett ("Das ist mein Sohn. Sein Name ist Sohnio.), andere (fast alle) einfach nur superpeinlich. Im Grunde nicht witzig, weil die Gags gelungen sind, sondern nur, weil man über die Schmerzfreiheit aller Beteiligten lachen muss, die diesen Mist durchgezogen haben. Im Prinzip macht der Film genau das, was wir im Scary Movie 5-Thread schon festgestellt haben: ein Witz wird minutenlang ausgewalzt, der einem dabei ins Gesicht springt, dass man auch ja merkt, wann man lachen soll. Auf miserable Gags auch noch richtig behämmerte Pointen raufzukloppen, erfordert dann noch mehr Durchhaltevermögen. So funktioniert das nicht. Zwischen 6-7 längeren Gags sind dann unzählige Späßchen dabei, die einem wirklich einiges abverlangen, diesen (glücklicherweise) sehr kurzen Streifen durchzustehen.  Dennoch muss man dem Machwerk zu Gute halten, dass einige Sequenzen wirklich mit viel Liebe zum Detail an die filmischen Vorbilder erinnern. Mehr darf man eigentlich nicht positiv anmerken.

Ein Film, zum Hände ins Gesicht schlagen. 2/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 18 März 2013, 17:41:28
Zitat von: Teppi nach 17 März 2013, 11:36:56Scanners

Kannst ja auch noch einen Blick hier rein werfen: Scanners-Thread (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,170311.0.html) und/oder dir die Vorzeige-Scheibe von Subkultur zulegen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: soisdas nach 18 März 2013, 18:16:03
Zitat von: TeppieXistenZ

Für einen Videospieler natürlich ein höchstinteressanter Film ...
Vielleicht ist das ja der Grund, warum ich dem Film überhaupt nichts abgewinnen kann. Ich finde ihn aber auch generell ziemlich dröge und durchschaubar. Interessanterweise hat mich bisher noch kein Cronenberg richtig umhauen können, allerdings sind auch noch nicht alle bekannt. Als nächstes steht wohl Crash an. Mal guggn.

Kontroll (ungefähr die hundertste Sichtung) - Irrer Genremix aus Drama, Romantik, Thriller und Komödie mit einem unheimlich reizvollen Set, das sehr schön in Szene gesetzt wird. Gehört zu meinen Lieblingsfilmen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 19 März 2013, 18:13:43
Zitat von: Teppi nach 17 März 2013, 23:44:23Love and other Drugs

Den habe ich auch recht gut in Erinnerung. Hattest du jetzt eigentlich "Freunde mit gewissen Vorzügen" schon geschaut?




Aus der Ramschkaufrunde hatte ich noch einen weiteren in der vergangenen Woche gesehen: Big Miracle (http://www.ofdb.de/film/212205,Der-Ruf-der-Wale)

Und auch wenn man durchaus das ganze Brimbamborium um die Walfamilie verstehen kann, gibt es eigentlich kein bisschen Filmteil, der über Schema F hinausgeht. Der Reporter, der dem großen Traum entsagt und doch zu sich und seiner Greenpeace-Freundin steht. Der umdenkende Öl-Magnat, der Ureinwohnerjunge, der die Lektionen seines Vaters letztlich versteht, etc. pp. Einzig ein paar gute Witze können den "Wahre Geschichte"-Streifen vor der völligen Vereisung retten. 3/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 20 März 2013, 01:40:47
Zitat von: MMeXX nach 19 März 2013, 18:13:43
Hattest du jetzt eigentlich "Freunde mit gewissen Vorzügen" schon geschaut?


Bisher nicht. Durch das System bei Lovefilm habe ich nur indirekt Kontrolle darüber, was als nächstes neu gesichtet wird. Da ich nun gerade in der Materie drinstecke und einige Vergleichsfilme gut im Gedächtnis sind, bekommt der nun "hohe Priorität" und wird somit hoffentlich schnellstmöglich geschaut.

EDIT: Wie es der Zufall will, ist er nun auf dem Weg hierher ^^
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hedning nach 20 März 2013, 20:50:26
Zitat von: soisdas nach 18 März 2013, 18:16:03
Zitat von: TeppieXistenZ

Für einen Videospieler natürlich ein höchstinteressanter Film ...
Vielleicht ist das ja der Grund, warum ich dem Film überhaupt nichts abgewinnen kann. Ich finde ihn aber auch generell ziemlich dröge und durchschaubar. Interessanterweise hat mich bisher noch kein Cronenberg richtig umhauen können, allerdings sind auch noch nicht alle bekannt. Als nächstes steht wohl Crash an. Mal guggn.

Falls noch nicht gesehen, würde ich dir unbedingt Videodrome empfehlen.

ZitatKontroll (ungefähr die hundertste Sichtung) - Irrer Genremix aus Drama, Romantik, Thriller und Komödie mit einem unheimlich reizvollen Set, das sehr schön in Szene gesetzt wird. Gehört zu meinen Lieblingsfilmen.

Ach ja, der liegt schon sehr lange ungesehen bei mir rum ...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: soisdas nach 20 März 2013, 21:46:13
Cronenberg gehört zu meinen größeren Bildungslücken, Videodrome steht auch noch an. Zumindest liegt er schon bereit.

Zitat von: Hedning nach 20 März 2013, 20:50:26Ach ja, der liegt schon sehr lange ungesehen bei mir rum ...
Dann wirds mal Zeit, schließlich habe ich dir den schon vor gefühlten hundert Jahren empfohlen. :P
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Guilala nach 21 März 2013, 01:25:15
Zitat von: soisdas nach 20 März 2013, 21:46:13
Cronenberg gehört zu meinen größeren Bildungslücken, Videodrome steht auch noch an. Zumindest liegt er schon bereit.

Zitat von: Hedning nach 20 März 2013, 20:50:26Ach ja, der liegt schon sehr lange ungesehen bei mir rum ...
Dann wirds mal Zeit, schließlich habe ich dir den schon vor gefühlten hundert Jahren empfohlen. :P


Beides mMn tolle Filme!  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 21 März 2013, 03:48:26
Curandero: Dawn Of The Demon (2005)
Komplett blind ausgeliehen und extrem positiv ueberrascht worden.
Atmosphaerisch wirklich extrem gelungen, Schauspieler gehen in Ordnung und ein paar extrem blutige Effekte runden das Ganze ab.
Wirklich empfehlenswert.
Hab gerade gelesen das derselbe Regisseur auch El Gringo drehte.
Wird definitiv im Auge behalten der Mann.
7/10 Punkten

Whale Watching Massacre (2009)
Ordentlicher Horrorstreifen der mich oftmals sehr an Texas Chainsaw Massacre erinnerte.
Wird definitiv mal guenstig auf DVD abgestaubt.
6/10 Punkten

Freaky Deaky (2012)
Christian Slater, Michael Jai White, Billy Burke, Crispin Glover und Bill Duke noch in einer Nebenrolle in dieser Elmore Leonard-Roman-Adaption.
Hat durchaus seine Momente, wobei der Anfang noch am coolsten rueberkommt.
Streckenweise geht dem Film etwas die Puste aus, bleibt aber noch interessant genug um nicht abzuschalten.
Die 70er wurden ziemlich gut eingefangen, vor allem Michael Jai White passt (wieder einmal) wie die Faust aufs Auge.
Kann ihn aber trotz des erwaehnten Leerlaufs empfehlen, einzig wirklich auf den Senkel ging mir nur Crispin Glovers Charakter.
6.5/10 Punkten

Screaming Ninja aka The Screaming Tiger (1973)
Alter HK-Klopper mit Wang Yu aus One-Armed Swordsman, Master Of The Flying Guillotine und etlichen anderen Klassikern.
Wirklich empfehlenswert, selbst die schrottige Platinum-Scheibe dich ich sichtete konnte dem Sehvergnuegen nix anhaben.
Gibt bisschen rumfliegen, aber das meiste ist gute alte Oldschool Klopperei.  :respekt:
7.5/10 Punkten

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: KrawallBruder nach 21 März 2013, 13:53:08
Stirb Langsam 5 (A Good Day to Die Hard)

Ich bin großer Fan der Die Hard Filme und habe ja mitbekommen, dass der neue Teil nicht wirklich auf gute Kritiken gestoßen ist. Ich räumte dem Film also im Vorhinein etwas Spielraum ein, denn hey - es ist ein Die Hard Film.
Aber das was da lief  :viney:...der Film versucht gar nicht erst gut zu sein. Absolut nichts wird erklärt, es wird total mit den vorigen Filmen gebrochen und selbst die sonst so coolen Sprüche von McClane, welche ja irgendwie das Salz in der Suppe waren, könnte jeder 8 Jährige besser schreiben. Einfach nur grottig. Ein wenig fehlen mir so gar die Worte.

Wenn ich den Film mit Steven Seagal in der Hauptrolle gesehen hätte und die DVD des Filmes für 4€ bei Media Markt am Grabbeltisch erworben hätte, wären da vielleicht so 6 Punkte drin gewesen, weil manche Action-Szenen schon gut aussehen. Da ich aber Die Hard 1-4 gut kenne, ist hier höchstens 3,5/10 möglich.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 22 März 2013, 03:10:04
Und weiter ging's mit dem Rom-Com-Kampf: Freunde mit gewissen Vorzügen

An einigen Stellen macht sich der Streifen selbst über Rom-Coms lustig. Mutig, denn auch wenn man hier sympathische Figuren und eine ziemlich vergnügliche Trefferquote bei den Gags (zumindest in der ersten Hälfte) hat, ist der Film letztlich doch auch nichts anderes als ein typischer Genre-Vertreter. Der Meta-Humor hätte schon eine ganz Spur stärker ausfallen müssen, um den klassisch-klischeehaften Aufbau (locker-flockige erste Hälfte, Zwist, Happy-End mit Kitschkleister) auf eine höhere Ebene zu heben. Wie bei vielen vergleichbaren Filmen ist der Bruch von Komödie zu "Drama" zu konstruiert und gewollt; von Beginn an etwas ernstere Töne und somit einen fließenden Übergang (wie bspw. bei "Crazy Stupid Love" oder "Love and other Drugs") findet man hier nicht vor. Naja, sei's drum: Kunis und Timberlake harmonieren richtig gut miteinander (kein Vergleich zum Konkurrenzprodukt, bei dem sich Kutcher und Portman gegenseitig anödeten) und machen aus der an sich ausgelutschten Angelegenheit damit dennoch eine spaßige Sache. Zudem gibt's ein paar köstliche Kurzauftritte (Woody Harrelson als Sidekick und Jason Segel in der Rom-Com-in-der-Rom-Com) und eine kompetente, mit einigen schönen Schnitten aufwartende Regie.

Als der Film damals raus kam, waren viele in meinem Umfeld (Leute der "2-3 Kinofilme pro Jahr" - Fraktion) hin und weg - das war das Ding, was man gesehen haben musste (ich machte da natürlich schon aus Trotz nicht mit :icon_lol:). Vollends verdient hat sich der Film diesen Status nicht. Er ist klar besser als die direkte Konkurrenz "Freundschaft Plus", kommt aber nicht an die meiner Meinung nach wirklich guten Genre-Vertreter der letzten Jahre heran. Unterm Strich eine nette, aber zu konventionelle Rom-Com. 6/10

Als letzter Film meiner bisher überraschend glücklich verlaufenden Rom-Com-Schau (nur eine Gurke, aber naja, ich habe ja auch das ganz gefährliche Gebiet [Filme mit Heigl / Lopez etc.] gemieden ^^) wird "Einfach zu haben" dran sein. Habe gerade erst gesehen, dass da ja der selbe Regisseur wie bei "Freunde mit gewissen Vorzügen" am Werk war, das lässt auf etwas zumindest Ansehnliches hoffen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 22 März 2013, 08:28:09
Zitat von: Teppi nach 22 März 2013, 03:10:04Als letzter Film meiner bisher überraschend glücklich verlaufenden Rom-Com-Schau (nur eine Gurke, aber naja, ich habe ja auch das ganz gefährliche Gebiet [Filme mit Heigl / Lopez etc.] gemieden ^^) wird "Einfach zu haben" dran sein. Habe gerade erst gesehen, dass da ja der selbe Regisseur wie bei "Freunde mit gewissen Vorzügen" am Werk war, das lässt auf etwas zumindest Ansehnliches hoffen.

Wobei der wohl eher eine Teenie-Komödie als Rom-Com ist, soweit ich weiß. Gucken wollte ich den eigentlich auch längst...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 22 März 2013, 11:20:02

Auch ein Liebesfilm:

Fenster zum Sommer (http://www.ofdb.de/film/216780,Fenster-zum-Sommer)

Hendrik Handloegten ist ja mit (TV-)Filmen und als Drehbuchautor schon öfter positiv aufgefallen, er hat sich Nina Hoss, Mark Waschke und Fritzi Haberlandt ins Boot holt und eine ernsthaft-vorsichtige Zeitreisegeschichte erzählt. Wenn man an diese mit der richtigen Haltung herantritt, nämlich daß sie kein Mindfuck sein will, sondern ein Gedankenspiel über die Steuerbarkeit von Beziehungsdynamiken (Verlieben/Trennen), und wenn man sich treiben läßt von den Schauspielleistungen, vom sicheren Umgang mit sorgfältig arrangierten Interieurs und Stimmungsbildern, dann kann man ein sehr befriedigendes Filmerlebnis daraus ziehen. Ein schönes Beispiel für die Stärken des aktuellen deutschen Films.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 22 März 2013, 12:12:24
Tron

Lief gestern im Fernsehen und hat mich jetzt nicht unbedingt aus den Socken gehauen. Das Art Design war toll, und technisch ist das wohl durchaus beeindruckend. Inhaltlich hatte der Film leider kaum was Interessantes zu sagen. Als Zeitdokument gesehen war's trotzdem eine spannende Sichtung. (Die Rolle von Videospielen, die Vorstellung einer direkten "Übersetzung" von Materie in digitale Daten, etc.) Ich schätze, aufgerundete 6/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Boo nach 22 März 2013, 16:28:34
Zitat von: MMeXX nach 22 März 2013, 08:28:09
Zitat von: Teppi nach 22 März 2013, 03:10:04Als letzter Film meiner bisher überraschend glücklich verlaufenden Rom-Com-Schau (nur eine Gurke, aber naja, ich habe ja auch das ganz gefährliche Gebiet [Filme mit Heigl / Lopez etc.] gemieden ^^) wird "Einfach zu haben" dran sein. Habe gerade erst gesehen, dass da ja der selbe Regisseur wie bei "Freunde mit gewissen Vorzügen" am Werk war, das lässt auf etwas zumindest Ansehnliches hoffen.

Wobei der wohl eher eine Teenie-Komödie als Rom-Com ist, soweit ich weiß. Gucken wollte ich den eigentlich auch längst...


Wow! Musste erstmal nachschauen ob beide Filme wirklich vom gleichen Regiesseur stammen, denn glauben konnte ich das nicht. MMn 2 unterschiedliche Komödien. "Einfach zu haben" ist eher an die 1980ziger College-Komödien orientiert, darauf wird ja auch "deutlich" im Film hingewiesen. Er schafft es sogar ne Zeitlang die Quallität von damaligen Klassikern aufzunehmen, in der zweiten Hälfte geht ihm aber leider etwas die Luft aus. "Freunde" dagegen war nur eine weitere dumme "Sex"komödie, die gut zur Gegenwart passt und daher für mich einfach nur verabscheuend ist :icon_mrgreen: Ein gutes Beispiel was in unserer Gesellschaft heutzutage schief läuft, daher habe ich auch mit 2/10 bewertet.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 24 März 2013, 08:35:12
The Marine 3: Homefront (2013)
Den zweiten Teil hab ich noch immer nicht gesehen, hab mir jetzt halt den mal gekrallt.
Schon zigmal gesehen, hat aber trotzdem einigermassen Spass gemacht.
Was dem Film definitiv fehlte sind mehr Kaempfe, die meiste Action besteht aus Schiessereien die so 08/15 sind.
Sehen teilweise sogar wirklich billig aus.
Der Kampf im Schiff dagegen hatte es in sich, schoen brachial und gewalttaetig, da konnte ich nicht meckern.
Alles in allem jedoch nur ne 5/10 Punkten,

Spiders (2013)
Die Story ist ja mal sowas von hanebuechen, da rollen sich ja die Fussnaegel hoch.
Aber das muss bei Trash so sein, denn was anderes ist der Film zu keiner Zeit.
Scheint sich zwar den Anstrich einer teureren Produktion geben zu wollen, aber dann gibt es billige, glattgeleckte Sets, unterdurchschnittliche Schauspieler, aufgesetzte 3D-Momente (sah ihn auf DVD in 2D), schlechte Computereffekte usw. usw.
Und dann gibt es noch nach knappen 65 Filmminuten die Spinnenmama zu sehen, inklusive ner fetten Aliens-Anleihe die mit Jurassic Park-Soundeffekten unterlegt wurde.
Bin bei so 4/10 Punkten haengengeblieben, Tibor kann durchaus besseren Horror abliefern.
Mal sehen was Mike Mendez mit seinem Spinnenhorror anstellt.  :andy:

In Their Skin (2012)
Ziemlich netter Home Invasion-Thriller der handwerklich wirklich hervorragend inszeniert wurde, vor allem die Musikuntermalung Bobbys Tod ist einfach nur hervorragend. Schauspielerisch weiss das komplette Ensemble zu ueberzeugen.
Storytechnisch gibt es nicht wirklich was Ueberraschendes, sah man so schon einige Male.
Trotzdem sehr ueberzeugend, knappe 7/10 Punkten.


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 24 März 2013, 14:49:56
Vor kurzem habe ich mal wieder zwei "Klassiker" von der unendlichen Liste streichen können:

Für eine Handvoll Dollar (http://www.ofdb.de/film/2702,F%C3%BCr-eine-Handvoll-Dollar) und Für ein paar Dollar mehr (http://www.ofdb.de/film/881,F%C3%BCr-ein-paar-Dollar-mehr), beide jeweils die neuen TOBIS-BDs.

Bisher kannte ich nur die Willis-Variante Last Man Standing. Was hier aus dem überisichtlichen Budget (Handvoll) gemacht worden ist, ist durchaus beachtlich. Ungeheuer faszinierend war für mich der Morricone-Score. Die diversen Sprüche und die beiden Hauptrprotagonisten Eastwood und Volonté mit ihrem gegensätzlichen Spiel machen ebenfalls eine Menge her. Kameratechnisch zeigt Leone mit den vielen Gesichtergroßaufnahmen - das sind ja noch richtig echte Gesichter und Köpfe - Ungewohntes. Letztlich lässt die etwas dünne Story aber nicht mehr als 7 Punkte bei mir zu.

Im Nachfolgerfilm gibt es dann auch gleich ein Dreiergespann (Van Cleef kommt noch zu Clint und Gian Maria hinzu). Auch hier steht für mich Morricone wieder über dem Rest des Films, speziell die Melodie der/zur Uhr ist einfach zum Niederknien. Insgesamt komme ich zu einer ähnlichen Bewertung wie bei "Teil 1", wobei mir die Dramaturgie hier etwas ausgefeilter vorkommt. 8/10

Bei der Gelegenheit hab ich mal einen Blick auf die OFDb-Top 50 geworfen und festgestellt, dass dort nur noch 9 Filme nicht von mir bewertet worden sind (wobei teilweise schonmal gesehen). Da habe ich dieses Jahr mal noch ein Ziel.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 24 März 2013, 20:06:14
Und wann schaust Du "The good, the bad and the ugly"?  :icon_eek:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:32:04
Wahrscheinlich dann, wenn ich mir (irgendwann mal) die BD kaufe. :D Da muss ich mal schauen, er steht eigentlich nicht unmittelbar als nächster Einkauf an.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 24 März 2013, 20:36:40
"There Will Be Blood"

Seit 3 Jahren ungefähr im Besitz der DVD, heute erstmals ausgegraben und ziemlich überwältigt gewesen. Ein Film, der in jeder Hinsicht von einer epischen Größe ist, wie man es selten sieht, sei es schauspielerisch, sei es technisch oder sei es vor allem musikalisch - ein besonders ungewöhnliches Stück Score, das Jonny Greenwood da auf die Beine gestellt hat, manchmal verstörend dissonant, dann wieder unheilschwanger im Hintergrund dräuend. Ich bin aber der festen Überzeugung, daß ich den Film heute noch gar nicht richtig fassen konnte. 8/10, aber je mehr ich drüber nachdenke, desto stärker schwirren die vielen tollen Szenen in meinem Kopf herum.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:38:23
Ja, ich denke auch, dass du ihn später durchaus noch höher bewerten wirst. Dieser Film, besser dieses imposante Epos, drückt einen einfach von der ersten bis zur letzten Sekunde in den Sessel! "Drainage, Eli!" :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 24 März 2013, 20:41:34
Zitat von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:32:04
Wahrscheinlich dann, wenn ich mir (irgendwann mal) die BD kaufe. :D Da muss ich mal schauen, er steht eigentlich nicht unmittelbar als nächster Einkauf an.


Die ist aber nicht dolle. Relativ weiches Bild und beim dt. Ton wurde die Stimmlage leider nicht an 24p angepasst. Dummerweise hat man auch die neusynchronisierten Passagen von der MGM-Gold-Edition abgegriffen, bei der man die schlechtesten Sprecher genommen hat, die wohl rumliefen. Verstehe ich bis Heute nicht, gab ja eine passable Synchro von einer TV-Ausstrahlung aus den 90ern. Oder Du schaust gleich den O-Ton, dann ist es eh wurscht.  :icon_smile:

TWBB habe ich am Anfang auch 7/10 gegeben, aber bereits beim zweiten mal Schauen, war klar, was für ein Stück Film der wirklich ist. Mammutwerk, bei dem ich jetzt ohne zu zögern, die 10/10 austeilen würde. Einer der Filme, bei dem ich am Abspann einfach unheimlich zufrieden bin, etwas wichtiges und gutes gesehen zu haben, wie bei manchem Kubrick.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:48:24
Zitat von: Mr. Blonde nach 24 März 2013, 20:41:34
Zitat von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:32:04
Wahrscheinlich dann, wenn ich mir (irgendwann mal) die BD kaufe. :D Da muss ich mal schauen, er steht eigentlich nicht unmittelbar als nächster Einkauf an.


Die ist aber nicht dolle. Relativ weiches Bild und beim dt. Ton wurde die Stimmlage leider nicht an 24p angepasst. Dummerweise hat man auch die neusynchronisierten Passagen von der MGM-Gold-Edition abgegriffen, bei der man die schlechtesten Sprecher genommen hat, die wohl rumliefen. Verstehe ich bis Heute nicht, gab ja eine passable Synchro von einer TV-Ausstrahlung aus den 90ern. Oder Du schaust gleich den O-Ton, dann ist es eh wurscht.  :icon_smile:

Von der wenig berauschenden Qualität hatte ich auch schon gehört. "O-Ton" ist ja so eine Sache oder haben bei dem Teil schon alle eine Sprache am Set gesprochen? Bei den ersten beiden Teilen habe ich zwar Englisch geguckt, aber da hat ja jeder seins gesprochen. Aber Deutsch werde ich wohl eher nicht gucken, ja.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 24 März 2013, 20:48:54
Zitat von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:38:23
Ja, ich denke auch, dass du ihn später durchaus noch höher bewerten wirst. Dieser Film, besser dieses imposante Epos, drückt einen einfach von der ersten bis zur letzten Sekunde in den Sessel! "Drainage, Eli!" :icon_mrgreen:
Ja, der Schluß hat mich noch aus den Socken gehauen. Das war wirklich ein sagenhaftes Duell zwischen Day-Lewis und Dano. Gänsehaut.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 24 März 2013, 21:44:51
Zitat von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:48:24
Zitat von: Mr. Blonde nach 24 März 2013, 20:41:34
Zitat von: MMeXX nach 24 März 2013, 20:32:04
Wahrscheinlich dann, wenn ich mir (irgendwann mal) die BD kaufe. :D Da muss ich mal schauen, er steht eigentlich nicht unmittelbar als nächster Einkauf an.


Die ist aber nicht dolle. Relativ weiches Bild und beim dt. Ton wurde die Stimmlage leider nicht an 24p angepasst. Dummerweise hat man auch die neusynchronisierten Passagen von der MGM-Gold-Edition abgegriffen, bei der man die schlechtesten Sprecher genommen hat, die wohl rumliefen. Verstehe ich bis Heute nicht, gab ja eine passable Synchro von einer TV-Ausstrahlung aus den 90ern. Oder Du schaust gleich den O-Ton, dann ist es eh wurscht.  :icon_smile:

Von der wenig berauschenden Qualität hatte ich auch schon gehört. "O-Ton" ist ja so eine Sache oder haben bei dem Teil schon alle eine Sprache am Set gesprochen? Bei den ersten beiden Teilen habe ich zwar Englisch geguckt, aber da hat ja jeder seins gesprochen. Aber Deutsch werde ich wohl eher nicht gucken, ja.


Gute Frage, glaube, dass war wieder so eine Mischgeschichte. Möchte aber fast meinen, dass zumindest die Hauptfiguren alle in englisch reden. Lieber eine englische "Synchro", bei der durchweg die gleichen Stimmen zu hören sind, als eine dt. Fassung, bei der auf ein Mal Sprecher UNTER Pornoniveau zu hören sind. ^^

Zwei glorreiche Halunken (Synchrovergleich) (http://www.youtube.com/watch?v=gVF54zZsITM#)

Warum man überhaupt Szenen neu synchronisierte, die sogar schon original synchronisiert waren, wer weiß es schon? Das erste ist jedenfalls die MGM-Synchro.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 25 März 2013, 10:41:30
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die englische Fassung die Originalfassung ist, da außer Eastwood Niemand englischsprachig ist. Ich habe beide Filme in der italienischen Fassung gesehen, die ich für das Original halte und die sehr harmonisch klingt, auch wenn logischerweise einige Stimmen synchronisiert sind.

Das MMex Teil 2 einen Tick besser findet als den ersten, ist typisch, da die aufwändigere Inszenierung fast Jeden in dieser Hinsicht beeinflusst. Doch wie "Fastmachine" in seiner Review richtig anmerkt, ist Teil 1 das Original, vielleicht noch etwas grob und nicht zu Ende gedacht, aber letztlich für das gesamte Genre stilbildend. Man spürt in diesem Film, dass Niemand wusste, ob und wie er beim Publikum ankommen würde, weshalb Leone noch unabhängig von irgendwelchen Erwartungshaltungen inszenieren konnte. Nie wieder durfte Eastwood so zwiespältig sein, da er ab Teil 2 zur Identifikationsfigur wurde, zwar respektlos und nicht immer gesetzestreu, aber letztlich von anständigem Charakter. Das er einfach zusieht, wie ein wehrloser Mann verprügelt wird, kam später nicht mehr vor. Dafür holte sich Leone Lee van Cleef, der in Teil 2 für die zwiespältige Rolle zuständig wurde.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 25 März 2013, 10:53:11
Wie bereits erwähnt: O-Ton gibt es hier (also Teil 1 & 2, beim 3. kann ich es nicht sagen) nicht wirklich, da ja am Set jeder in seiner Sprache gesprochen hat. Nach dem Dreh wurde dann für jedes Land die Tonspur aufgenommen. Das ist ja in den Extras auch schön verdeutlicht, wenn Clint erwähnt, wie ungewohnt es ist, dass Flugzeuge, Hundebellen etc. am Set keinen ernsthaft gestört hat. Solche Filme sind eigentlich ein guter Aufhänger, um eine O-Ton vs. Synchro-Disukussion ein wenig ad absurdum zu führen. :D

Gespannt bin ich in dem Zusammenhang eigentlich auch sehr auf Yojimbo. Ich nähere mich quasi rückwärts durch die Zeit dem "Ursprungsfilm". :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 25 März 2013, 13:37:13
Zitat von: MMeXX nach 25 März 2013, 10:53:11

Gespannt bin ich in dem Zusammenhang eigentlich auch sehr auf Yojimbo.



Ich beneide Dich fast, daß du den noch nicht kennst; müßte ich mich für eine Version für die einsame Insel entscheiden, würde ich Kurosawa vorziehen. Apropos:

Rashomon (http://www.ofdb.de/film/5358,Rashomon---Das-Lustw%C3%A4ldchen)

Ich kenne ja nur sechs oder sieben, d.h. einen Bruchteil der Kurosawa-Filme, und habe auch lange keinen mehr gesehen. Jetzt den relativ frühen Rashomon anzuschauen, war ein bißchen wie in eine Kneipe zurückzukommen, in der man lange nicht gewesen ist, und wo alles noch so ist, wie es beim letzten Mal war: Die ausgeklügelten Bildkompositionen, die großartige Schwarzweiß-Cinematographie, die typischen Schnittechniken, der zutiefst humanistische Grundton und nicht zuletzt Mifunes hemmungsloses Overacting, das trotzdem sympathisch und willkommen ist  :icon_mrgreen:... Das ist einer der Fälle, in denen man einen Film einfach anhand der spezifischen Bildsprache erkennen kann - und das gibt es ja so häufig nicht. Große Klasse!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: McClane nach 25 März 2013, 15:30:14
Zitat von: MMeXX nach 25 März 2013, 10:53:11
Wie bereits erwähnt: O-Ton gibt es hier (also Teil 1 & 2, beim 3. kann ich es nicht sagen) nicht wirklich, da ja am Set jeder in seiner Sprache gesprochen hat. Nach dem Dreh wurde dann für jedes Land die Tonspur aufgenommen. Das ist ja in den Extras auch schön verdeutlicht, wenn Clint erwähnt, wie ungewohnt es ist, dass Flugzeuge, Hundebellen etc. am Set keinen ernsthaft gestört hat. Solche Filme sind eigentlich ein guter Aufhänger, um eine O-Ton vs. Synchro-Disukussion ein wenig ad absurdum zu führen. :D


Das war bei vielen italienischen Filmen dieser Ära Gang und Gebe, da man den On-Set-Ton wegschmeissen konnte, qualitativ. Rainer Brandt erzählte mal, dass es bei den späteren Bud und Terence Filmen so war, dass er dort zu den Dreharbeiten geflogen wurde, am Set sein Synchronbuch schrieb und die Italiener darauf basierend die Drehbücher ihrer Sprachfassung schrieben.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 19:56:53
Zitat von: Bretzelburger nach 25 März 2013, 10:41:30
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die englische Fassung die Originalfassung ist, da außer Eastwood Niemand englischsprachig ist. Ich habe beide Filme in der italienischen Fassung gesehen, die ich für das Original halte und die sehr harmonisch klingt, auch wenn logischerweise einige Stimmen synchronisiert sind.


Gemeint war ja eigentlich "The good, the bad and the ugly". ;) Ich hab ja mehrere Sätze von MMeXX zitiert, wollte damit aber nur auf die Frage

Zitat"O-Ton" ist ja so eine Sache oder haben bei dem Teil schon alle eine Sprache am Set gesprochen?


eingehen. Bei "A fistful of Dollars" würde ich auch eindeutig sagen, dass der italienische Ton, der O-Ton ist.

Mir gefällt der zweite Teil übrigens nicht besser, weil er größer ist, sondern weil Van Cleef einfach ein großartiger Nebenbuhler ist. Die Chemie zwischen Eastwood und ihm ist grandios und damit fügt man vielleicht dem Genre nicht viel neues hinzu, aber dafür dem ursprünglichem Rezept.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 25 März 2013, 20:05:14
Zitat von: ratz nach 25 März 2013, 13:37:13Rashomon (http://www.ofdb.de/film/5358,Rashomon---Das-Lustw%C3%A4ldchen)

Das Einzige, was mich an diesem Film gestört hat, ist die riesige Moral-Keule, die Kurosawa am Ende auspackt. Unsubtiler geht's nicht. Ansonsten: Sehr cooles Teil, und Mifunes Overacting rockt eh! :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 25 März 2013, 20:47:51
Zitat von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 19:56:53
Bei "A fistful of Dollars" würde ich auch eindeutig sagen, dass der italienische Ton, der O-Ton ist.


Nö, find ich nicht eindeutig. Wenn Clint Eastwood von einem Italiener gesprochen wird, ist das für mich kein O-Ton. Wenn Italiener von Amerikanern gesprochen werden aber auch nicht. Und wenn Sieghardt Rupp von einem Amerikaner oder einem Italiener gesprochen wird, auch nicht. Das einzig "eindeutige" an diesem Film bezogen auf die Tonspur ist: Es gibt keinen O-Ton!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 20:53:00
Okay, der Punkt geht wohl an dich, aber auch nur, weil ich eigentlich dachte, dass er in der italienischen Tonspur einfach trotzdem englisch redet.  :thinking: Bei den Tonspuren, die verfügbar sind, wäre die italienische eben noch die "originalste".

Einigen wir uns darauf, dass es einen O-ton gibt, der aber nicht verwendet wurde, wie von McClane erläutert?  :icon_surprised:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 25 März 2013, 21:09:41
Zitat von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 20:53:00
Okay, der Punkt geht wohl an dich, aber auch nur, weil ich eigentlich dachte, dass er in der italienischen Tonspur einfach trotzdem englisch redet.  :thinking: Bei den Tonspuren, die verfügbar sind, wäre die italienische eben noch die "originalste".

Einigen wir uns darauf, dass es einen O-ton gibt, der aber nicht verwendet wurde, wie von McClane erläutert?  :icon_surprised:


Darauf können wir uns einigen, ja. Auf die italienische Tonspur als die "originalste" aber nicht.  :nono: :icon_razz: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 21:35:33
Zitat von: Discostu nach 25 März 2013, 21:09:41
Zitat von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 20:53:00
Okay, der Punkt geht wohl an dich, aber auch nur, weil ich eigentlich dachte, dass er in der italienischen Tonspur einfach trotzdem englisch redet.  :thinking: Bei den Tonspuren, die verfügbar sind, wäre die italienische eben noch die "originalste".

Einigen wir uns darauf, dass es einen O-ton gibt, der aber nicht verwendet wurde, wie von McClane erläutert?  :icon_surprised:


Darauf können wir uns einigen, ja. Auf die italienische Tonspur als die "originalste" aber nicht.  :nono: :icon_razz: :icon_mrgreen:


Fair enough.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Angelus Mortis nach 25 März 2013, 22:43:33
Ich als O-Ton-Verfechter gucke auch in solchen Fällen übrigens dann gerne die italienische/spanische/... Synchro - einfach, weil ich mir denke, dass der Regisseur, wenn überhaupt, in seiner Muttersprache den größten Einfluss auf die Synchronisation gehabt hat und diese somit am ehesten als "Originalton" (im Sinne von: Tonspur, die vom Künstler angefertigt/bevorzugt/abgesegnet wurde) durchgeht.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 26 März 2013, 00:50:17
Zitat von: MMeXX nach 22 März 2013, 08:28:09
Zitat von: Teppi nach 22 März 2013, 03:10:04Als letzter Film meiner bisher überraschend glücklich verlaufenden Rom-Com-Schau (nur eine Gurke, aber naja, ich habe ja auch das ganz gefährliche Gebiet [Filme mit Heigl / Lopez etc.] gemieden ^^) wird "Einfach zu haben" dran sein. Habe gerade erst gesehen, dass da ja der selbe Regisseur wie bei "Freunde mit gewissen Vorzügen" am Werk war, das lässt auf etwas zumindest Ansehnliches hoffen.

Wobei der wohl eher eine Teenie-Komödie als Rom-Com ist, soweit ich weiß. Gucken wollte ich den eigentlich auch längst...


Joa, gut möglich. Habe mich nicht so sehr über den Film informiert - als Ausleihgrund reichte mir schon Emma Stone :love:
Morgen kommt der Streifen an, bin schon gespannt.

Um meine kleine Rom-Com-Rundschau abzuschließen, gab's dafür dann etwas anderes: Forgetting Sarah Marshall (aka "Nie wieder Sex mit der Ex")

Mir ist absolut klar, dass das kein großer Film ist - für mich aber ganz klar ein Guilty Pleasure. Sicher, im Endeffekt haben wir hier eine Standard-Rom-Com der üblichen Bauart. Es gibt aber einige Aspekte, die die Angelegenheit für mich äußerst unterhaltsam gestalten. Der wichtigste ist wohl Jason Segel - der Typ ist einfach so enorm sympathisch in seiner Parade-Rolle als etwas tollpatschiger, gemütlicher Kerl. Neben den ebenfalls charmanten Auftritten von Kunis und Bell werden die Hauptdarsteller von einer Herrschar größtenteils gelungener Nebenfiguren flankiert. Gut, ob's das frische Ehepaar mit Sexproblemen gebraucht hätte, sei mal dahingestellt - aber Jonah Hill, Paul Rudd und vor allem Russel Brandt sind für einige Lacher gut. Auch wirkten die Charaktere (bei aller Überhöhung) hier menschlicher auf mich als in vielen anderen Genre-Vertretern - während z.B. bei "Freunde mit gewissen Vorzügen" nur beinahe makellose Menschen mit Musterkarriere rumlaufen, hat hier auch die Hauptfigur klare Schwächen und ist an ihrem Dilemma sogar größtenteils selbst schuld. Schön auch, wie oft Segel solo unterwegs ist - der ganze Beziehungsaspekt hält sich durchaus in Grenzen. Und auch wenn dann natürlich zum Breakup und der Versöhnung angesetzt wird, geschieht das hier sehr flott und vor allem OHNE die große, romantische Kitschgeste, welche extra für die Angebetete abegefeuert wird. Dazu gesellen sich noch schöne Gesangseinlagen, und schon bin ich bereit, trotz manch flacher Witze 7/10 zu zücken - unter den Standard-Rom-Coms, die keinen Genre-Mix veranstalten (also so etwas wie "Love and other Drugs" oder "(500) Days of Summer" mal ausgeklammert) einer meiner persönlichen Favoriten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: McClane nach 26 März 2013, 08:12:18
Zitat von: Discostu nach 25 März 2013, 21:09:41
Zitat von: Mr. Blonde nach 25 März 2013, 20:53:00
Okay, der Punkt geht wohl an dich, aber auch nur, weil ich eigentlich dachte, dass er in der italienischen Tonspur einfach trotzdem englisch redet.  :thinking: Bei den Tonspuren, die verfügbar sind, wäre die italienische eben noch die "originalste".

Einigen wir uns darauf, dass es einen O-ton gibt, der aber nicht verwendet wurde, wie von McClane erläutert?  :icon_surprised:


Darauf können wir uns einigen, ja. Auf die italienische Tonspur als die "originalste" aber nicht.  :nono: :icon_razz: :icon_mrgreen:


Allerdings bedeutet das, dass die Darsteller am Set oft in ihrer Landessprache gesprochen haben (der nicht verwendete O-Ton quasi multilingual ist) oder, wie ich mal in einem Vortrag gehört habe, die Leute sogar einfach nur gezählt haben und dann später im Studio einen bewegenden Mono- oder Dialog darüber gesprochen haben.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 26 März 2013, 15:03:27
Tron (1982)

Aus dreißig Jahren Abstand wird deutlich, was man zur Entstehungszeit schon ahnte. Das Ärgerliche: Der Film ist ein halbgarer Trittbrettfahr auf einem Schmalspurzug in der Nachfolge des STAR-WARS-Erfolges. Die Figurenkonstellation (Frau zwischen zwei unterschiedlichen Männern, die trotz der Konkurrenzsituation Freunde sein wollen. Daneben der väterlicher Mentor. Dazu Ober- und Unterschurken) ist geklaut, die Szenarien (in den virtuellen Welten sieht es aus wie auf und in dem Todesstern) sind abgeleitet und vom Design wollen wir nicht reden. Trotz des in Einzelheiten der Gestaltung durchaus erkennbaren Stils von Moebius, der seinerzeit noch auf der Höhe seiner Schaffenskraft war.

Das Ansprechende: Er ist ein sympathisch hilfloser, schrulliger, in seinem lauteren Nerdismus und seiner Liebe zum Jungenstraum durchaus schätzenswerter Vertreter der sauberen Märchenfilmerei aus dem Hause Disney. Der Nachteil dieses Films ist übrigens nicht, wie oft zu lesen, dass seine Handlung naiv angelegt wäre. Im Gegenteil, sie ist durchweg aus einem Guss, was man leider vom etwas orientierungslosen zweiten Teil TRON: LEGACY nicht behaupten kann. Ein weiterer Irrtum, der gerne kolportiert wird ist, der Film sei ein Zeitdokument. Das stimmt eher wenig bis gar nicht. Er ist zwar ein Zeugnis für die beginnende Verbreitung der Computertechnik, aber mit dem Geist der frühen Computerszene hat er nichts zu schaffen. Der Film spielte für die Computerkids der 1980er Jahre keine sonderliche Rolle.

TRON wendete sich - wie sollte es bei Disney auch anders sein - an die breite Masse, die 1982 zu 95% von Computern keine Ahnung hatte. Das Ausmaß dieser Unkenntnis kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Groteske Szenen wie mit dem ,,Bit" oder der Figur ,,Ram" sind nicht einfach nur nette Gags, sondern spiegeln die faszinierte Ahnungslosigkeit des Publikums wieder, für das Begriffe wie ,,Bit" und ,,Byte" böhmische Dörfer waren, vulgo also Schall und Rauch. Vergleichbar der bizarren Rolle, den die ,,Atomkraft" und der ,,Weltraum" im Science-Fiction-Kino der 1950er Jahre einnahmen. Aber wurden je herrlichere Zukunftsfantasien auf Film gebannt, als die naiven Visionen jener Zeit?

Was den Film wirklich um den Klassikerstatus bringt, ist sein mangelndes Verständnis der Figuren, die leider sehr flach geraten sind und Lichtjahre entfernt von der psychologisch so scheinbar naiven, dabei aber sehr klug mythologisch konzipierten Welt von STAR WARS.

7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 26 März 2013, 20:46:34
Bei ,,Hirokin: The First Rebellion (http://www.ofdb.de/film/224111,Fallen-Empire---The-First-Rebellion)" (aka ,,Fallen Empire"), dem Drehbuch- und Regiedebüt Alejo Mo-Suns, handelt es sich um ein Möchtegern-Sci-Fi-Abenteuer-,,Epos" aus dem Jahre 2012, welches nicht nur an einer unausreichenden Budgethöhe krankt - die Sets und Kulissen sind ,,relativ simpler" Beschaffenheit, die CGI-Effekte nicht sonderlich beeindruckend und der Mangel an Statisten (ein komplettes Volk, das stets nur von rund 15 Leuten dargestellt bzw. repräsentiert wird) ist regelmäßig unverkennbar - sondern obendrein an einem schwachen Skript zu leiden hat, das sich ebenso ungeniert wie unkreativ bei diversen Vorbildern verschiedener Genres (á la ,,Star Wars", ,,Dune" oder ,,the Last Samurai") bedient und auch sonst nicht allzu viel zu bieten hat, u.a. in den Bereichen Logik, Plotgestaltung, Charakterzeichnung und Dialogqualität. Ja, mir ist bekannt, dass während des Drehs Finanziers abgesprungen sind und die entsprechenden Arbeiten sogar zeitweise eingestellt werden mussten - allerdings ändert das wohl kaum etwas daran, dass die Kampfszenen durchweg ,,nicht unbedingt berauschend" daherkommen (keine reizvolle Choreographie und zuviel Zeitlupe), dass Tempoprobleme mit Längen einhergehen und dass die Story schlichtweg zu ,,dünn" und uninteressant gestrickt wurde. Die gar nicht mal so unbekannten Darsteller, unter ihnen Wes Bentley, Julian Sands, Laura Ramsey, Jessica Szohr, Angus Macfadyen und Max Martini, agieren allesamt bestenfalls mäßig und wirken dabei zudem des Öfteren entweder unterfordert und/oder auffällig lustlos. Nunja - und was gibt´s Positives zu berichten? Miss Ramsey sehe ich immerzu ganz gern (ist ja schließlich echt ne Süße), die verwendeten ,,RED"-Kameras waren ihr Geld auf jeden Fall wert und etliche ,,eingefangene" Natur- bzw. Landschaftsaufnahmen sind geradezu atemberaubend schön anzusehen. Als Pilotfilm einer Sci-Fi-TV-Serie wäre der Streifen zumindest noch als ,,akzeptabel" einzustufen gewesen - als ,,Stand-alone-Feature" scheitert er dagegen ,,auf breiter Flur", u.a. da er (in erster Linie) einfach nur recht unaufregend und belanglos geraten ist...

Mit Wohlwollen 3,5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 26 März 2013, 20:53:47
Einfach zu haben

Eine nette Teeny-Komödie, die von der entzückenden Emma Stone und einigen ulkigen Nebencharakteren in der Erwachsenenriege (Stanley Tucci, Malcolm McDowell, Thomas Haden Church usw.) getragen wird - allesamt sehr charmante Auftritte. Die Geschichte bietet manch satirischen Seitenhieb auf die soziale Vernetzung unter Teenagern, bleibt im Kern aber doch eine Komödie - und als solche konnte mir sie mir zwar sehr oft ein Schmunzeln, eher selten jedoch ein beherztes Lachen entlocken. Wie erwartet wird das Ganze vernünftig fotografiert (z.B. mit schönen Fastforwards während der Gerüchteverbreitung), wie schon bei "Freunde mit gewissen Vorzügen" - welchen ich qualitativ auf der selben Stufe einordnen würde, soll heißen auch hier gibt's 6/10.

EDIT: Wäre ich ein Kenner älterer Teeny-Komödien, auf die hier und da verwiesen wird, hätte es sicherlich noch 'nen Extrapunkt gegeben.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 26 März 2013, 21:04:20
Die Verweise gehen sogar noch auf diverse literarische Vorlagen. Gott, ich muss den endlich gucken...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 26 März 2013, 21:08:31
Zitat von: MMeXX nach 26 März 2013, 21:04:20
Die Verweise gehen sogar noch auf diverse literarische Vorlagen. Gott, ich muss den endlich gucken...


Netterweise werden die großen und wichtigen Verweise im Film für solch literarischen Vollpfosten wie mich erklärt ^^
Ich hätte den Film gerne mehr gemocht, alle guten Zutaten sind vorhanden - der Funke sprang dann aber nicht vollends über.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 26 März 2013, 21:50:07
Gantz & Gantz - Die ultimative Antwort
Die Mangas kenne ich nicht und bin auch kein Fan von sowas, habe mir aber trotzdem mal die Filme angeschaut, wobei man sagen muss, dass es eher ein Film in zwei Teilen ist.
Interessante Thematik, welche auch spannend dargestellt wird, ohne viel zu verraten. Wobei die Sache mit dem Tod nicht ganz klar ist und leider auch nicht näher darauf eingegangen wird. Leider wird auch im zweiten Teil nicht wirklich was erklärt, eher noch verkompliziert. Ein weiterer Punkt ist die Dramatik. Während man sich für die Hauptfiguren viel Zeit nimmt, sind andere Figuren mal da, mal weg, man erfährt nichts weiter über sie. Was sehr Schade ist, denn die Action nimmt nur einen kleinen Platz ein, wodurch sich vor allem der zweite Teil etwas zieht. Dabei ist sie echt gut gemacht, mit abgedrehten Kämpfen, Explosionen und, vor allem am Anfang, ordentlich Splatter. Schade dass die Gewalt und Nacktheit minimiert wurde, man merkt, dasss der Film auf ein jüngeres Publikum abziehlt. Dabei hätte ich doch gern etwas mehr Haut von den japanischen Schönheiten gesehen.
Der erste Teil bekommt 7/10 Punkten, da die Kämpfe echt klasse sind und er auch noch ganz spannend ist.
Dem zweiten Teil gebe ich 5/10, weil er sich, mangels Action, zu sehr zieht und die Story verkompliziert anstatt aufzuklären.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 27 März 2013, 23:43:21
The Take

Heute nahm ich mir mal die Zeit, dieses dreistündige Gangster-Epos anzuschauen - und es hat sich gelohnt. Der deutsche Zusatz "Zwei Jahrzehnte in der Mafia" deutet schon an, dass man im ganz Groben eine kleine Version von "Goodfellas" erwarten kann - halt nicht ganz so grandios wie Scorseses Glanzstück oder auch der noch mehr Pate stehende "Pate", was bei einer TV-Produktion aber auch kaum verwundert. Die Geschichte rund um den Aufstieg eines Ganoven und die daraus entstehenden Folgen für Freunde und Familie mag nicht gerade neu sein, ist jedoch dramaturgisch packend umgesetzt und vor allem stark gespielt. Tom Hardy bestätigt als Krimineller außer Kontrolle erneut, dass man ihn zu unrecht oft auf den physisch präsenten Muskelberg beschränkt, und auch die anderen Darsteller sind mindestens solide, meist sogar gut. Nachdem die Ereignisse sich in ihrer Intensität stetig steigern, ein schöner Spannungsbogen geschaffen und alles für ein furioses Finale vorbereitet wird, lahmt die letzte halbe Stunde leider etwas und bleibt ein bisschen zu bodenständig. Das ist jedoch mein einziger wirklicher Kritikpunkt, weshalb ich 8/10 für eine wenig innovative, aber dennoch intensive Mini-Serie im Filmformat vergebe.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 28 März 2013, 04:09:32
Paintball
Teens, welche von einem Killer durch den Wald gejagt werden, ist nichts Neues und leider hat auch dieser Film nichts Innovatives dazu beizutragen. Die Hintergrundgeschichte ist reichlich uninteressant, dazu keine wirklich sympatischen Charaktere. Einzig durch die Steadycam kommt Spannung auf. Wer auf großes Gemetzel hofft wird eher enttäuscht, das meiste sieht man nur durch eine Wärmebildkamera, was mich nicht weiter stört - besser als stundenlang beim Ausweiden zuzuschauen.
3/10

DNA - Experiment des Wahnsinns
Netter Ansatz - leider Potenzial verschenkt. Die Geschicht über genmanipulierte Tiere hört sich interessant an, nur wird hier weder auf wissenschaftliche noch auf ethische Fragen wirklich eingegangen. Bei Zeiten wird das Ganze zu einer Metzelorgie mit reichlich Geballer und Explosionen. Selbst Namen wie Marlon Brando und Val Kilmer können ihren Figuren keine Tiefe verliehen, vom Rest ganz zu schweigen. Wenigsten sind die Masken echt gut, was klar ist, wenn Stan Winston seine Finger im Spiel hat.
4/10

Die City Cobra
Stallone-Action-Kracher ohne wirkliche Story oder vielschichtige Charaktere, dafür mit ordentlich Action und coolen Sprüchen. Die Gewaltdarstellung ist zwar nicht sehr drastisch, dafür der Grundton des Film ziemlich düster. Kurzweilige Unterhaltung aus den guten 80ern.
6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 28 März 2013, 05:00:16
Zitat von: cyborg_2029 nach 28 März 2013, 04:09:32
DNA - Experiment des Wahnsinns
Netter Ansatz - leider Potenzial verschenkt. Die Geschicht über genmanipulierte Tiere hört sich interessant an, nur wird hier weder auf wissenschaftliche noch auf ethische Fragen wirklich eingegangen. Bei Zeiten wird das Ganze zu einer Metzelorgie mit reichlich Geballer und Explosionen. Selbst Namen wie Marlon Brando und Val Kilmer können ihren Figuren keine Tiefe verliehen, vom Rest ganz zu schweigen. Wenigsten sind die Masken echt gut, was klar ist, wenn Stan Winston seine Finger im Spiel hat.
4/10


Den hatte ich mal vor vielen Jahren auf Kabel 1 gesehen und aufgezeichnet. Schon damals wusste ich, dass der im allgemeinen wirklich unheimlich verrissen wurde. Irgendwie fand ich ihn damals passabel, vielleicht aber auch nur wegen Brando und Kilmer. Der hatte schon einen extrem trashigen Touch, aber wie du ja erwähnst machen die Effekte ein wenig was her. Heute würde ich den aber bestimmt auch grottig finden. Der erschien vor Kurzem doch erst auf Blu-ray/DVD, oder? Das war mir aber kein zweites Experiment Wert. :D
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 28 März 2013, 09:15:10
Ja, ist auf Blu-ray Disc erschienen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hitfield nach 28 März 2013, 17:27:57
I sell the Dead

Das Cover wirbt mit "besser als Shaun of the Dead" und viele Rezensenten sehen eine Hommage an die alten Hammer-Filme. Dazu noch Dominic Monaghan, Ron Perlman und Angus Scrimm. Ich muss leider sagen, dass ich selten einen so zähen Film gesehen habe. Ständig hatte ich das Gefühl, dass es nach der Einführung der Personen und der Einführung in die Erzählweise mit den langen Rückblenden, in denen die eigentliche Geschichte erzählt wird, jetzt endlich mal losgehen müsste, aber es passiert einfach nichts. Nur weil ein paar Tote wiederauferstehen ist das alleine noch lange nicht komisch. Der Film hat mit "Shaun of the Dead" nichts gemein, was ja auch nicht schlimm ist, wenn er auf seine Weise überzeugen würde. Es handelt sich eher um die mißlungene Variante des netten, aber auch nicht sonderlich überragenden John Landis-Spätwerks "Burke and Hare". Trotz Friedhofskulissen und Kunstnebel kam bei mir kaum Atmosphäre auf. Ich habe nach etwa 35 Minuten aufgegeben (was wirklich extrem selten bei etwa einer von 500 Sichtungen vorkommt), da einfach zu zäh und nichtssagend. Bis dahin 2/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 28 März 2013, 21:45:25

Work Hard - Play Hard (http://www.ofdb.de/film/218151,Work-Hard---Play-Hard)

Diese Doku ist aus der Arte-Mediathek leider schon raus, aber ich empfehle sie ganz dringend all denen, die einen Schreibtischjob in einem größeren Unternehmen haben und/oder Teil des sog. mittleren Managements (engl.: Lower Management  :icon_mrgreen:) sind: Entweder als Spiegel dessen, was sie (hoffentlich nocht nicht) geworden sind bzw. als Warnung davor, was mal aus ihnen werden kann. Nämlich eine Spielfigur in der total gläsernen, total durchstrukturierten, total auf Effizienz und Stromlinienförmigkeit ausgerichteten westlichen nicht-produzierenden Arbeitswelt. Eingesperrt und komplettüberwacht in gläsernen, gewollt antiseptisch-unpersönlich gehaltenen Büroumgebungen, worin vermittels ausgetüftelter, sektenartiger Personalführungsmodelle eine ideale Mischung aus Kreativität und Selbstaufgabe erreicht werden soll. Unkommentiert eingefangen in sorgfältig ausgeleuchteten Breitwandbildern mit präzise bewegter Kamera sieht man eine wahre Schreckensvision, die garantiert noch nicht überall Einzug gehalten hat, die aber derzeit als das höchste zu erreichende Ideal gilt und von entsprechenden Firmen als solches verkauft und wird. Gru-se-lig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 29 März 2013, 11:16:00
Juan of the Dead

Nach "Cockneys vs Zombies" der nächste an sich klassische Zombie-Streifen, der mit einem speziellen Gimmick aufwartet. Statt Rentner ist es hier nun der Handlungsort Kuba, welcher als Alleinstellungsmerkmal dient und für einige lustige Running Gags die Vorlage darstellt (Zombies werden z.B. als amerikanische Dissidenten abgetan  :icon_lol:). Statt britischer Bodenständigkeit findet man hier ziemlich abgedrehte Figuren wieder, die überraschend unmoralisch und teils bitter-böse handeln - pechschwarzer Humor, der deutlich macht, dass man hier ganz klar keine Hollywood-Produktion vor sich hat. Die teilweise echt tollen Einzelszenen (z.B. Auftritt des Amerikaners) sind letztlich leider nicht in griffige Spannungskurve eingebettet, welche alles zusammenhält - die Handlung wirkt eher lose und wenig zielgerichtet. Da es für mich aber dennoch immer wieder was zum Lachen gab, sind gute 7/10 drin.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 29 März 2013, 11:56:27
Crimson: The Motion Picture (2011)
Wenn man das (angebliche) 24.000$ Budget bedenkt ist der Film erstaunlich gut geworden.
Klar gibt es das uebliche Overacting, die billigen Effekte und eine ziemlich vorhersehbare Story.
Trotzdem wusste der Film zu unterhalten, denn die Macher gaben sich meiner Meinung nach wirklich Muehe.
Eine der ernsteren Szenen (Gespraech mit dem Cop) wurde leider durch einen der Mitarbeiter der aus Versehen fast aufs Set rumpelte und es erst im letzten Moment bemerkte etwas ins Laecherliche gezogen.  :icon_mrgreen:
Macht aber nix, als Gesamtes hat er mir ziemlich gut gefallen, gibt so 6/10 Punkten

Red Line 7000 (1965)
Damals war Nascar noch mit richtigen Autos und die Fahrer noch absolute Draufgaenger die ohne Ruecksicht auf Verluste in diesen Blechkisten ueber den Asphalt pruegelten.
Und genau deswegen ist dieser Howard Hawks Film so sehenswert.
Die Darsteller, unter anderem ein extrem junger James Caan und George Takei, machen den Film sogar noch interessanter.
Zwar ist das Ganze nicht wirklich mit den Grossen wie Le Mans oder Grand Prix vergleichbar, aber Autofilm-Narren (wie ich) oder Nascar-Fans sollten wirklich mal nen Blick riskieren, denn die Rennszenen (natuerlich mit Archivmaterial versehen) sind wirklich sehr sehenswert.
Auch natuerlich welche Wandlung das Holiday Inn durchging.  ;)
Inklusive dem Autofilm-Narren-Bonus gibt es 7/10 Punkten, fuer weniger Interessierte in dem Genre mindestens einen Punkt abziehen.

The Bay (2012)
Found Footage? Schon wieder? Muss das wirklich sein?
Sekunde, ist der Regisseur wirklich Barry Levinson?
Okay, kann so schlecht also nicht sein.
Und was war ich froh das ich den Film nicht ignorierte, der hatte es wirklich in sich.
Die Oeko-Botschaft war zwar vorhanden, wurde aber nicht mit dem Holzhammer eingetrichtert wie in On Deadly Ground.  ;)
Stellenweise war ich ueberrascht welche extrem harten Effekte es gab, mein lieber Scholli.  :icon_eek:
Da dieser Found Footage-Streifen einen weiten Bogen um das Uebernatuerlich macht und eine mehr bodenstaendige Story, da durchaus reale Bedrohung liefert fand ich ihn wohl so effektiv.
8/10 Punkten, unbedingt ansehen, auch wenn man kein Fan der Found-Footage-Streifen ist.

Hellgate aka Shadows (2011)
Was fuer ein gaehnender und vorhersehbarer Langweiler.
Waeren da nicht ein paar ordentliche Masken und Effekte zwischendurch waere ich wohl eingeschlafen.
Eingeschlafen war auch Cary Elwes "Talent", der spielt so hoelzern der haette Pinocchio sein koennen.
3/10 Punkten, nicht mal einmaliges Ansehen wert.


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: harrycanyon nach 29 März 2013, 12:54:14
Hardcore (2004) (http://www.ofdb.de/film/88081,Hardcore)

Zum Glück haben mich die mittelmäßigen Kritiken nicht abgeschreckt
denn der Film ist richtig gut.
Ich würde ihm 8,5 von 10 Punkten geben.

:respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 29 März 2013, 13:21:10
Ben-Hur

Diese Sichtung hab ich mir teuer erkauft: Sie ist der Grund, weswegen ich jetzt mit üblen Kopfschmerzen vor dem Laptop sitze. Aber es hat sich mehr als gelohnt, denn Ben-Hur ist echt ein Hammerfilm. Viele der Bilder werde ich wohl sehr lange nicht vergessen, allen voran diejenige während des Wagenrennens. Das war so intensiv, dass ich regelmässig "Aua!" und "Uuuh!" gerufen habe. :icon_mrgreen: Wirklich, ein so starkes Gefühl von Hochgeschwindigkeit bekam ich noch selten in einem Film vermittelt. Der Inhalt hat mich ebenfalls gefesselt; allerdings hat man den Bogen am Ende ziemlich überspannt. Christliche Botschaft schön und gut, aber diese wundersame Heilung von Ben-Hurs Familie, ich weiss ja nicht ... War mir zu dick aufgetragen. Aber das Teil ist so bildgewaltig und mitreissend, dass ich ihm selbst den Schluss kaum verübeln kann. 9-10/10 Punkte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: PierrotLeFou nach 29 März 2013, 22:41:52
Zitat von: manisimmati nach 29 März 2013, 13:21:10
Ben-Hur

Diese Sichtung hab ich mir teuer erkauft: Sie ist der Grund, weswegen ich jetzt mit üblen Kopfschmerzen vor dem Laptop sitze. Aber es hat sich mehr als gelohnt, denn Ben-Hur ist echt ein Hammerfilm. Viele der Bilder werde ich wohl sehr lange nicht vergessen, allen voran diejenige während des Wagenrennens. Das war so intensiv, dass ich regelmässig "Aua!" und "Uuuh!" gerufen habe. :icon_mrgreen: Wirklich, ein so starkes Gefühl von Hochgeschwindigkeit bekam ich noch selten in einem Film vermittelt. Der Inhalt hat mich ebenfalls gefesselt; allerdings hat man den Bogen am Ende ziemlich überspannt. Christliche Botschaft schön und gut, aber diese wundersame Heilung von Ben-Hurs Familie, ich weiss ja nicht ... War mir zu dick aufgetragen. Aber das Teil ist so bildgewaltig und mitreissend, dass ich ihm selbst den Schluss kaum verübeln kann. 9-10/10 Punkte.


Und eine wundervolle Musik... :D

William Wyler ist sowieso ein großartiger Regisseur, der seit Mitte/Ende der 30er Jahre bis Ende der 50er Jahre nahezu ausschließlich hervorragende Filme gedreht hat... einer meiner ganz großen Lieblinge, dessen Bekanntester ("Ben Hur") allerdings eher untypisch für seine Ästhetik ist...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 30 März 2013, 18:28:04
Fast größtmögliches Kontrastprogramm:

"Highschool des Grauens"

Troma! Erwartungsgemäß öde und blöde, sehr kurz (75 Minuten) und doch zu lang. Nur der überraschende Dreh am Ende hat irgendwie was Nett-Fieses, das gefällt. Wenn ein Film in den ersten fünf Minuten aber gleich mit zwei Zeitsprüngen beginnt, weiß man ja eh, worauf man sich einstellen darf. 2/10.

"Schloß des Schreckens"

Klassischer Grusel im Stile eines "Bis das Blut gefriert", wunderschön edel in Schwarz-Weiß fotografiert, gänsehauterzeugend atmosphärisch und insgesamt so richtig schön unheimlich. Das gelingt Regisseur Clayton mit einfachsten Mitteln, nur indem mal die Fenster klappern, der Wind pfeifend durch den Raum zieht, die unentwegte Spieluhrmelodie, die zudem noch von dem Mädchen stets und überall gesummt wird, oder einfach eine dunkle Gestalt in den Hintergrund gestellt wird, die dann einfach nur da rumsteht. Geschickt wird dabei auch mit der Frage gespielt, ob sich die bis zur Selbstaufgabe spielende Deborah Kerr alles nur einbildet oder die Geister wirklich existieren. Für alle Fans des Old-School-Horrors. 8/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 31 März 2013, 06:03:45
From Dusk Till Dawn 3 - The Hangmans Daughter

Ach, Mensch... ich mag den einfach irgendwie. Alles ist eine Schippe billiger, aber immerhin erweitert man die Geschichte des Originals um einige Facetten und effekttechnisch wird auch noch einiges geboten. Im Vergleich zum großen Vorbild ist die erste Hälfte zwar deutlich uninteressanter, spielt aber mit allerlei Westernklischees und bietet teilweise sogar Humor auf Sam Raimi-Niveau, wenn Cartoon-Soundeffekte verwendet oder völlig absurde Szenen gezeigt werden. (Die Tanzszene in Sepiatönen sei da mal erwähnt) Die "Alte" sieht dann auch sehr nach Henrietta aus "Evil Dead 2" aus. Größter Pluspunkt dieses dritten Teils ist aber Michael Parks, der einfach unheimlich cool und charismatisch agiert, den Film auch um einige Klassen aufwertet. Es macht einfach unheimlich Spaß, dem Trunkenbold Bearce dabei zuzuschauen, wie er einen Spruch nach dem anderen in seiner alkoholgetränkt-trockenen Art rauspfeffert. Mimik und Gestik von Parks' Darstellung sind einmalig.

Dem würde ich für B-Verhältnisse immer noch 7/10 geben.  :dodo:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 31 März 2013, 19:10:59
Muss Dir da zustimmen. Wenn auch nicht auf Niveau des Originals, dennoch sehr unterhaltsam und die Effekte können sich auch sehen lassen. Besser wie die Schlaftablette Teil 2.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Boo nach 1 April 2013, 01:00:27
Zitat von: lastboyscout nach 29 März 2013, 11:56:27

The Bay (2012)
Found Footage? Schon wieder? Muss das wirklich sein?
Sekunde, ist der Regisseur wirklich Barry Levinson?
Okay, kann so schlecht also nicht sein.
Und was war ich froh das ich den Film nicht ignorierte, der hatte es wirklich in sich.
Die Oeko-Botschaft war zwar vorhanden, wurde aber nicht mit dem Holzhammer eingetrichtert wie in On Deadly Ground.  ;)
Stellenweise war ich ueberrascht welche extrem harten Effekte es gab, mein lieber Scholli.  :icon_eek:
Da dieser Found Footage-Streifen einen weiten Bogen um das Uebernatuerlich macht und eine mehr bodenstaendige Story, da durchaus reale Bedrohung liefert fand ich ihn wohl so effektiv.
8/10 Punkten, unbedingt ansehen, auch wenn man kein Fan der Found-Footage-Streifen ist.



Hast du irgend ne Splatter-Variante davon gesehen oder ich ne stark zerstümmelte oder warum gehst du so ab? 2-3 Szenen gab es, aber auch keine wirklich heftigen und der Rest war ja wohl vorrauszusetzen bei der Thematik. Ich muss mir den nochmal irgendwann auf Deutsch geben, vielleicht ergeben dann manche Szenen mehr Sinn. Ansonsten aber nichts Neues und schon mehrmals gesehen, daher in meinen Augen auch nur Durschnitt und ich vergebe 5/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 1 April 2013, 04:16:42
Zitat von: Mr. Boo nach  1 April 2013, 01:00:27
Zitat von: lastboyscout nach 29 März 2013, 11:56:27

The Bay (2012)
Found Footage? Schon wieder? Muss das wirklich sein?
Sekunde, ist der Regisseur wirklich Barry Levinson?
Okay, kann so schlecht also nicht sein.
Und was war ich froh das ich den Film nicht ignorierte, der hatte es wirklich in sich.
Die Oeko-Botschaft war zwar vorhanden, wurde aber nicht mit dem Holzhammer eingetrichtert wie in On Deadly Ground.  ;)
Stellenweise war ich ueberrascht welche extrem harten Effekte es gab, mein lieber Scholli.  :icon_eek:
Da dieser Found Footage-Streifen einen weiten Bogen um das Uebernatuerlich macht und eine mehr bodenstaendige Story, da durchaus reale Bedrohung liefert fand ich ihn wohl so effektiv.
8/10 Punkten, unbedingt ansehen, auch wenn man kein Fan der Found-Footage-Streifen ist.



Hast du irgend ne Splatter-Variante davon gesehen oder ich ne stark zerstümmelte oder warum gehst du so ab? 2-3 Szenen gab es, aber auch keine wirklich heftigen und der Rest war ja wohl vorrauszusetzen bei der Thematik. Ich muss mir den nochmal irgendwann auf Deutsch geben, vielleicht ergeben dann manche Szenen mehr Sinn. Ansonsten aber nichts Neues und schon mehrmals gesehen, daher in meinen Augen auch nur Durschnitt und ich vergebe 5/10.


Also viele der von innen heraus zerfressenen Gesichter waren schon hart anzusehen, vor allem der beim Brunnen der die Augen oeffnet.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 1 April 2013, 13:30:21
Kokowääh (2011)

Osterbesuch, Familientreffen, Konsensfernsehen am Abend: So kam wider festem Vorsatz der Schweiger in die Flimmerkiste. Schweiger-Erfolgs-Ermöglicher vs. Schweiger-Hasser. Dabei ist, wie ich mich überzeugen konnte, das Warum? des Schweigerschen Erfolges offenkundig: Man nehme die Pseudoproblemchen und Weichspül-Dramaturgie der Vorabend-und Öff.-Rechtl.-20.15 Uhr-Gehirneinseifer, blase sie dank Filmförderung auf Kinoformat und schwupps: fertig ist ein neuer Meilenstein teutschen Schmonzettenkinos. Der Förster vom Silberwald im 21. Jahrhundert. Nun ist diese Art von Kino entgegen der verzweifelten bis ohnmächtigen Wutausbrüche der Schweiger-Hasser keineswegs auf Deutschland beschränkt. Die Amis und Franzosen treiben's genauso. Nur gibt's andernorts eben auch noch anderes großes Kino in den Sälen. Hier allenfalls noch den Herbig. Zum Glück ist Ostern nun vorbei und es flimmern keine Chimären aus dem Paralleluniversum der deutschen Fernsehkinounterhaltung mehr über den Bildschirm vor meinen Augen. Ächz.

Bewertung: Umpf.    
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Private Joker nach 1 April 2013, 14:03:23
Schweiger gab es bei mir gestern auch, allerdings auf die "harte" Tour

Schutzengel

Das ist jetzt mal ein schwieriger Fall, aber unter dem Strich doch viel weniger schlimm als vielleicht erwartet. Sagen wir's mal so: 10 Minuten kürzer (exakt die zwei Szenen, in denen Til seiner genauso nuschelnden Tochter seine Kriegserlebnisse schildert, und wenn die Staatsanwältin da ihre Liebesstory zum besten gibt) und mit etwas Aussprachetraining für die beiden Leads wäre das ein richtig guter teutonischer Actionfilm, weit ab von dem Unsinn, den uns RTL jede Woche vorsetzt. Die Action (die allerdings ausschließlich aus drei oder vier Shootouts besteht) ist wirklich auf den Punkt inszeniert, schnörkellos, dialoglos, relativ kompromisslos, und nicht mal völlig unrealistisch (z.B. habe ich in US-Filmen noch nie so deutlich gesehen, dass moderne Geschosse ein oder mehrere Autos problemlos durchschlagen und als Deckung untauglich machen; weniger realistisch allerdings: wenn Schweiger da andauernd mit der gekippten Pistole schießt wie ein US-Rapper, das würde ein Ex-KSKler sicher nicht tun). Beim Finale musste ich irgendwie an den letzten Bond denken, und - Wunder über Wunder - im Vergleich ziehe ich die um Klassen billigere deutsche Variante glatt vor, gerade weil die Kamera da nicht im verzweifelten Kampf um ein niedriges Rating ständig wegblenden muss, wenn einer getroffen wird.

Und selbst wenn mal nicht geballert wird, hat der Film durchaus noch starke Szenen (zB die Konfrontation mit Cop-Duo in dem Diner), im letzten Drittel wird es allerdings etwas zäh. Die Story ist 08/15 und überraschungsfrei, vermeidet aber auch die ganz üblen Klischees (z.B. entpuppt sich der knarzige Chef (Knaup) mal nicht als Verräter). Über den Versuch, den als Solidaritätsvehikel für deutsche Soldaten in Afghanistan zu positionieren, sollte man allerdings den Mantel des Schweigers hüllen.

Von mir knapp 7/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 2 April 2013, 00:00:09
Martyrs

Was las ich nicht alles über den Film - eine noch nie gesehene Grenzerfahrung soll er sein, einer der besten Horror-Filme der letzten Zeit. Größere Spoiler vermied ich natürlich, weshalb ich nun von der grafischen Gewalt was ganz Gemeines erwartet habe.

Nun, dem ist nicht so. Sicher, der Film zeigt sich hart, sehr hart sogar, was das rein Visuelle angeht gibt's aber ganz andere Kaliber. Auch auf psychischer Ebene wirkt der Film völlig anders, als ich es erwartet hätte. Aber gut, rollen wir das ganze mal von vorne auf und versuchen etwas Ordnung in meine geschundenen Gedanken zu bringen (kleinere Spoiler möglich!):

Die erste Stunde zeigt sich als erstklassiger, im Endeffekt klassischer Horror-Streifen, der mit einer abgründigen Atmosphäre hevorsticht. Die Geschehnisse sind schön offen gestaltet und sorgen somit für Spannung - wie es hier um die Opfer-Täter-Rollen bestellt ist, bleibt erst einmal unklar. Durch einige brachiale Brüche (z.B. Einführung der Familie, nur um sie dann in einem Rutsch auszulöschen) bleibt das abartige Treiben unberechenbar. So fragt man sich nach einer Stunde schließlich: Wo mag der Film nun noch hinführen?

Wo ich das nun Folgende einordnen soll, weiß ich noch nicht so recht. Die vorher so fesselnde Dramaturgie wird mit einem Schlag komplett ausgelöscht. Statt Wendungen und Verwirrungen herrscht nun Stillstand. Das nun Gezeigte (die nicht enden wollende Folter) wird so distanziert, so kühl und emotionslos dargestellt, dass ich regelrecht irritiert war - von dem Film ebenso wie von mir. Dass man hier auf visuelle Effekthascherei verzichtet, wirkt nicht nur bezüglich der ersten Hälfte, sondern auch generell zum aktuellen Torture-Horror (den der uninformierte Zuschauer wohl erwartet) als Antithese. Das wirklich Erschreckende ist nun, wie (relativ) kalt mich die unmenschlichen Machenschaften ließen. Sicher, Ekel war vorhanden, sollte man hier nicht aber das blanke Entsetzen auf emotionaler Ebene erwarten? Bin ich schon soweit, dass ich ohne die üblichen Kunstkniffe (bezüglich Musik, spannungsfördernder Inszenierung etc.) nicht mehr geschockt werden kann? Lässt man einfach nur noch los und treibt emotionslos auf dieser Welle der Gewalt und Greueltaten (ganz genauso, wie es die Hauptfigur schließlich tut)?

Ich kann für mich selbst derzeit nicht beantworten, ob das letzte Drittel ein klug konzipierter Arschtritt in Richtung der inszenatorischen und dramaturgischen Mechanismen des Horror-Genres, oder einfach nur eine spannungstechnische Schlamperei ist. Mit meiner Wertung könnte ich letztlich irgendwo zwischen "bescheiden" und "begeistert" landen, je nachdem wie ich diese Frage für mich löse. Einwas kann aber schon festgehalten werden: Es ist kein gewöhnlicher Film.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 2 April 2013, 06:54:31
Wreck-It-Ralph (2012)
Ziemlich netter Animationsfilm der mir viel Spass machte, vor allem durch die ganzen Spielreferenzen.
Und das sogar ich die schnalle, obwohl ich (ausser Need For Speed) das letzte Mal aktiv daddelte als Quake 2 rauskam.
Scheisse bin ich alt geworden.  :icon_eek:
Gibt 7/10 Punkten

Zero Dark Thirty (2012)
Ruhiger, fast schon gemaechlicher Thriller mit einem kurzen Actionfinale.
Waere wirklich nett, wenn man wissen wuerde welche Charaktere denn in Realitaet so handelten und was fuer den Schauwert hinzugedichtet wurde.
Dank der nuechternen Inszenierung (haette durchaus ein weiterer Act Of Valor draus werden koennen) dieses doch brisanten und umstrittenen bzw. kritisierten Einsatzes gibt es 8/10 Punkten

Killing Them Softly (2012)
Wirklich gelungener Thriller der leider nur halb so lakonisch und morbide wie der Trailer rueberkam.
Es gibt zwar verdiente 7/10 Punkten, aber ich hatte wirklich auf ne abgrundtief-schwarze Komoedie gehofft.
Trotzdem sehr empfehlenswert, alleine schon wegen den Schauspielern.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 5 April 2013, 10:06:43
The Perks of being a Wallflower

Gestern zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen gesehen und der Film bleibt einfach wundervoll.
Stellvertretend für alles was ich hier so toll fand, steht die nächtliche Tunnel-Szene, in der Sam (Emma Watson) mit ausgebreiteten Armen auf dem Heck eines Pickups steht und mit Bowies "Heroes" der perfekte Song für den perfekten Moment läuft. Großartig!
Objektiv gesehen müsste man bei der Bewertung auf ein paar dramaturgische Hänger und etwas forcierte Handlungen eingehen. Kann ich aber nicht, da ich mich ziemlich verliebt habe in "Wallflower".

10/10

PS: Kann sich irgendwer den deutschen Titel erklären? Gibt das Buch da mehr Aufschluss?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 6 April 2013, 02:55:33
Mysterious Skin (2004)
Was fuer ein Film. Ist ne Weile her das ich einen so mitreissenden und zugleich ziemlich mutigen (wegen des Themas) gesehen habe.
Wie dieses Thema hier angegangen wurde ist schon beachtlich, zwischen fast schon beschwingter Heiterkeit und komplett vernichtender Nuechternheit schwankend wird die Geschichte hier erzaehlt.
Wow, wirklich beeindruckend.
8/10 Punkten

Nobody Gets Out Alive aka Down The Road (2013)
Backwood-Slasher von der Stange bei dem nur ein paar der ziemlich breit ausgewalzten Folter- und Mordszenen haengenbleiben.
Selbst Clint Howard in einer Mini-Nebenrolle reisst da nix.
3/10 Punkten

Junior Bonner (1972)
Sehr starkes Familiendrama mit den fuer Peckinpah ueblichen Kamera/Schnitt/Geschwindigkeits-Spielereien.
Hoert sich nach einer sehr merkwuerdigen Kombination an, funktioniert aber vorzueglich, denn das Thema Rodeo gibt doch ziemlich viel her dafuer.
Steve McQueen spielt gewohnt routiniert als wortkarger Einzelgaenger der einen Scherbenhaufen als Familie vorfindet.
7/10 Punkten

Fear No Evil (1981)
Fuerchterlicher Horrorfilm bei dem einfach garnix stimmt.
Schlechte Schauspieler, grauenvolle Effekte, unpassende Effekte und noch unpassendere Musik.
Sex Pistols? The Rezillos? Ramones? Talking Heads? Boomtown Rats?
Was zur Hoelle haben die sich dabei gedacht? Nix gegen die Bands, aber nicht ein einziger Song passt zu der Szene.
2/10 Punkten, und sowas hat 1982 den Saturn Award fuer Best Low-Budget Film gewonnen? Die Konkurrenz muss ja wirklich beschissen gewesen sein.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: DisposableMiffy nach 6 April 2013, 19:56:09
The Hunger Games (http://www.ofdb.de/film/223230,Die-Tribute-von-Panem---The-Hunger-Games) (2012)

Meine Wissen über die Buchvorlage beschränkt sich darauf, dass sie sich wohl an ein jüngeres Publikum richten soll. Das merkt man der Verfilmung auch deutlich an (hektisches Hin- und Herschneiden in den Actionszenen, die insgesamt eher harmlose Atmosphäre), von daher finde ich es nicht weiter schlimm, dass man den Stoff (Brot und Spiele mit Kindern und Jugendlichen in einer Diktatur in der nicht näher bezeichneten Zukunft) nicht tiefschürfender, düsterer und brutaler umgesetzt hat. Jennifer Lawrence als Protagonisten hat mir sehr gut gefallen, da sie weder Schluffikuh, die sich, wenn es brenzlig wird, von einem Dreibeiner den Arsch retten lässt, noch Kampfamazone ist, sondern ihre Figur erfreulich gewöhnlich angelegt hat. Nicht so gut gefallen hat mir, dass man, in Unkenntnis des Buches, nur sehr wenig über die Hintergründe erfährt, gerade die Einführung war mir etwas zu holterdipolter und hätte etwas ausführlicher ausfallen dürfen. Insgesamt langt es aber knapp zu guter Unterhaltung für den kalorienreduzierten Anspruch. 6,5-7/10

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 7 April 2013, 16:38:23
Mörder auf Amrum (2009)

Da kratzt einmal ein Fernsehkrimi am Zwangskorsett der Tatort-Ästhetik, schon wird er zum Retter oder gar Erlöser aus dem Niveaukeller deutscher Mattscheibenunterhaltung ausgerufen. Der Klappentext fantasiert gar von den Coen-Brüdern. Dem kann Markus Imbodens Provinzgroteske natürlich nicht standhalten, denn Geniestreiche wie FARGO sind dann doch Lichtjahre entfernt. Eher trifft der Vergleich zum frühen Detlev Buck, als er noch Filme wie ERST DIE ARBEIT UND DANN, KARNIGGELS und WIR KÖNNEN AUCH ANDERS gedreht hat.

Zwei dösige Dorfpolizisten auf Amrum stolpern in einen Mordfall vor dem Hintergrund internationaler mafiöser Verwicklungen. Einer Zeugin, die man aufs vermeintlich sichere Amrum gebracht hat, werden die beiden Personenschützer vor der Nase weggeschossen. Das Werk von Profikillern. Zwischen den Killern und der Zeugin stehen für einen langen Tag nur die zwei gutwilligen, aber ebenso überforderten wie ungelenken Fischkopp-Polizisten (beinahe hätte ich ,,Fischkopp-Cops" geschrieben - Gott sei bei mir). Mal harmlose Provinzkomödie mit genauem Blick für Land und Leute, mal tragische Geschichte vom Scheitern und verlorenen Illusionen, bricht Markus Imboden dieses Raster durch schwarzhumorige oder gar makabre Gewaltspitzen, die in der Tat von ferne an FARGO erinnern.

Ach wie schön hätte dieser Film werden können, müsste er nicht an einem Bein als Bleigewicht die deutsche Tatort-Tradition, ja die Konventionen der neudeutschen Fernsehkomödie mitschleppen. Das gehässige Kritikerwort lautet in diesem Fall ,,Konsensästhetik" und ergo Daumen runter sowie Kopf ab. So arg ist es dann doch nicht. Ich möchte hingegen das Gute, ja Ermutigende sehen und gebe mal: 7/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 8 April 2013, 07:13:38
Grave Encounters 2 (2012)
Den ersten fand ich so ueberraschend gut und unterhaltsam, die Messlatte war entsprechend hoch fuer den zweiten Teil.
Es wurde zwar kein Totalausfall, jedoch kommt er niemals an den Ersten heran.
Als Genrefan kann man ihn sich zwar durchaus antun, man sollte aber keine Spannungsmomente wie im Vorgaenger erwarten.
Dafuer sind die ganzen Schockmomente schon bekannt, wurden einfach wiederverwertet.
Die Szene die mir wirklich gefiel war als sie den Fahrstuhl im Hotel benutzen.
Wirklich bescheuert war die Szene als jeder schlief und die Kamera sich selbstaendig machte, das sah einfach nur bescheuert aus.
Ich schwanke so zwischen 5 und 6 Punkten.

The Hounds (2011)
Die Bilder auf der Rueckseite der DVD-Huelle sahen nach billigem Amateurhorror-Rotz aus, und zumindest beim Amateur-Teil und Horroranteil hatte ich Recht.
Die Story ist ueberraschend clever gestrickt, Hinweise auf die Aufloesung bzw. Zusammenfuehrung der beiden Handlungsstraenge sind nur spaerlich gesaeht.
Als sehr aufmerksamer und geuebter Thriller/Horror-Seher ahnt man zwar um was es gehen koennte, aber man wird nicht mit dem Holzhammer darauf hingewiesen.  ;)
Wenn man ueber das niedrige Budget und die Amateure vor der Kamera hinwegsehen kann, gibt es einen sehr unterhaltsamen Horrorthriller.
Ich gebe 8/10 Punkten, denn was der hier nicht an Schauspielerqualitaeten bietet, macht er mit der Entwicklung der Geschichte wett, was viel zu selten ist bei der Flut an Horrorgeruempfel das so rauskommt.

Red: Werewolf Hunter (2010)
Pro: Stephen McHattie und sexy Rotschopf Felicia Bay.
Contra: TV-Film des SyFy-Channels.  ;)
Unterm Strich: Eine Einmalsichtung ist er durchaus wert, wurde ganz flott und einigermassen unterhaltsam inszeniert.
Effekte sind Budget-bedingt nicht wirklich die besten, aber da kann man darueber hinwegsehen.
Fuer ne billige TV-Produktion ganz passabel, 5,5/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 8 April 2013, 13:36:50

Dem Himmel ganz nah (http://www.ofdb.de/film/210536,Himmel-ganz-nah-Dem)

Vom Ansatz her eigentlich richtig: Eine Doku über eine der vielleicht letzten traditionell lebenden Schäferfamilien in den rumänischen Karpaten: lange Einstellungen, kein Kommentar, s/w, wenig Musik. Indessen ergehen sich die Bildkompositionen in aneinandergereihten Postkartenmotiven, das ausgeklügelte Sounddesign bestätigt den Kitschverdacht. Auch entsteht der Eindruck, es wurde zum Behufe der Romantisierung sehr genau selektiert. Somit ist dies ein Film für wohlhabende Mittelständler, die ihr durchkomponiertes Eigenheim mit handgeknüpften Teppichen und schmiedeeisernen Pfannen austatten und absurde Journale wie "Landlust" goutieren.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 8 April 2013, 23:45:12
Blue Valentine

Ein bodenständiges Drama über eine gescheiterte Beziehung. Getragen wird das Ganze von zwei stark aufgelegten Darstellern - Michelle Williams und Ryan Gosling gehen gut in ihren Rollen auf, welche dank des gelungenen Drehbuchs schön differenziert daherkommen. Hier gibt's keinen, der ohne Schuld an dem Schlamassel ist. Die Regie zeigt sich größtenteils zurückhaltend, punktet aber mit schönen Schnitten zwischen den parallel ablaufenen Zeitebenen. Eine triste Trostlosigkeit durchzieht den Streifen - sozusagen die Antithese zu den ganzen RomComs, die ich in letzter Zeit sah. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 10 April 2013, 00:26:55
Doppelpost, aber was soll's. Nach ,,Burt Wonderstone" hatte ich irgendwie Lust auf einen weiteren Magier-Streifen, also gab's Prestige.

Die Nolans zeigen hier erneut, dass sie wie kaum jemand anderes derzeit den Spagat zwischen komplex konstruierten Geschichten und Mainstream-Kino meistern können. Der Plot um zwei sich unerbittlich bekämpfende Magier baut sich dabei wie ein Zaubertrick auf: Die angenehm fordernde Erzählstruktur mit 3 Zeitebenen erfordert Aufmerksamkeit, welche somit geschickt von anderen Aspekten abgelenkt wird - bis schließlich das Prestigio präsentiert wird. Die fesselnde Geschichte um Hingabe und Obsession wird dabei nicht nur fantastisch fotografiert, sondern auch stark gespielt: Jackman und Bale liefern bestechende Leistungen in den Hauptrollen, während Caine und Bowie den Support veredeln. Lediglich die Frauen bleiben ebenso wie der emotionale Zugang zu den Beziehungen etwas unterentwickelt, bei einem Streifen der ebensolche Opfer thematisiert, ist dies jedoch zu verkraften. Ein im gleichen Maße genial geschriebenes, inszeniertes und gespieltes Stück, dessen sehr seltenes Setting* die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist. 10/10

*mir fällt nur der etwas schwächere ,,The Illusionist" als vergleichbarer Film ein
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 11 April 2013, 21:28:22
,,Who is John Galt?"

Nach über 40 Jahren in ,,development Hell" liegt mit ,,Atlas Shrugged: Part 1" (2011) nun also ,,endlich" die Verfilmung (zumindest des ersten Drittels) des gleichnamigen Romans Ayn Rands aus dem Jahre 1957 vor, welcher in den Vereinigten Staaten ja als einer der einflussreichsten politischen Buch-Veröffentlichungen des 20. Jahrhunderts gilt. Da die Adaptions-Rechte der Produzenten am 15.06.2010 ,,abzulaufen" drohten, realisierten jene das Projekt (in welches sie im Laufe der Zeit immerhin eine zweistellige Millionensumme investiert hatten) schließlich doch noch ,,mit verstärkter Eile" - und so begann der fünfwöchige Dreh schließlich (ernsthaft!) am 13.06.2010. Trotz der Bekanntheit der Vorlage sowie der Unterstützung einiger der US-,,Tea Party"-Bewegung nahe stehenden Organisationen blieb der erhoffte Erfolg jedoch aus: Weder das Box-Office-Einspielergebnis noch die allgemeine Kritiker-Einschätzung entpuppte sich als ,,besonders berauschend"...

Angesiedelt in einer dystopischen (aber keineswegs übertrieben unrealistischen) ,,Zukunftsvision" des Jahres 2016 - mit hoher Arbeitslosigkeit, einer kaputten Wirtschaft sowie exorbitanten Rohöl- und Benzinpreisen (etc.) - hat sich die Eisenbahn erneut zu einer extrem wichtigen Transportmöglichkeit (gerade im Bereich des Güterverkehrs) entwickelt. Primär geht es in dem Film um die Machtverhältnisse innerhalb dieser Branche - mitsamt der damit verknüpften Auswirkungen auf die Politik sowie die Zukunft des kompletten Landes. Während die Regierung ihren Einfluss einsetzt, um möglichst viel zu verstaatlichen bzw. den Markt (in ihrem Sinne) zu ,,manipulieren", bemühen sich die Hauptprotagonisten (nämlich die Chefin einer Bahngesellschaft sowie der Leiter eines Unternehmens, welches einen neue, ,,effektivere" Stahl-Art produziert) darum, ihre zentralen Ideen, Firmen und Erzeugnisse ,,in eigener Hand" zu behalten - worüber hinaus die ,,klügsten Köpfe des Landes" (parallel dazu) der Reihe nach ,,spurlos verschwinden"...

Gleich vorweg: Ich bin kein Freund von Rand´s ,,Objektivismus-Philosophie" - von welcher ich allerdings (zugegebenermaßen) auch nur eingeschränkte Kenntnisse besitze. Entsprechend ging es mir beim Ansehen auch allein bloß um die Qualität sowie den Unterhaltungsgrad des Streifens an sich. Leider lässt das eingeschränkte Budget das Projekt (im Ganzen) wie ,,nicht mehr als eine TV-Produktion" wirken - inklusive der gecasteten Akteure, Optik, Locations, F/X sowie der durchweg ,,unaufregenden" Regie-Arbeit Paul Johanssons, welcher den eigentlich angedachten Regisseur übrigens nur wenige Tage vor Drehbeginn ersetzte. Immerhin überzeugen die beiden Hauptdarsteller Taylor Schilling und Grant Bowler - unabhängig dessen, dass die Figurenzeichnungen (durchweg) ,,nicht gerade vielschichtig" geraten sind. Zwar kommt der maßgeblich aus Mono- und Dialogen bestehende, des Öfteren ,,unvorteilhaft steril" anmutende Film insgesamt nicht unbedingt spannend daher, doch konnte er mein Interesse dennoch einigermaßen passabel aufrecht erhalten - zumindest ohne mich irgendwie ,,ernsthaft" zu langweilen...

Kurzum:  ,,Atlas Shrugged: Part 1" hat mich weder wirklich ,,packen" noch in einem vernünftigen Maße zufrieden stellen können. Mal sehen, wie die ganze Angelegenheit im zweiten Teil der Geschichte (bei dem bzw. für welchen man übrigens die Besetzung vollständig ausgetauscht hat) denn so weiter geführt wurde - und das sowohl inhaltlich als auch ,,auf handwerklicher Ebene"...

knappe 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hitfield nach 13 April 2013, 05:17:29
I Am Legend (USA 2007)

Zweitsichtung nach fünf Jahren. Leider nicht besser geworden, sondern schlechter. Das entvölkerte New York, in dem das Unkraut schon teilweise den Asphalt gesprengt hat, sieht ziemlich klasse aus; auch die Tageslichtverläufe sehen prima aus, wenn sich beispielsweise das Abendlicht in den Glasfassaden der Straßenschluchten spiegelt. Dagegen kann ich mich mit den mutierten Menschen, die rein CGIs sind, damals wie heute einfach nicht anfreunden. Reißt mich nicht mit. Das Tempo ist relativ ruhig für eine effektlastige Blockbuster-Produktion, die Handlung vorhersehbar und der Aufbau mit den überraschungsarmen Rückblenden zäh. Will Smith ist okay, vermittelt aber nie das beklemmende "Last Man on Earth"-Gefühl ähnlich gelagerter Filme. Eine dicke Abwertung gibt es für das Ende. Nicht wegen Smiths Ende, sondern wegen des Epilogs. Die Hoffnung der Menschheit ist also ein eingezäuntes, Amish-artiges Dorf, in dem bei der Ankunft der Frau auch prompt die Kirchenglocken zum Gebet läuten. Würg. Ich habe eben nochmal bei Boxofficemojo vorbeigeschaut. Wusste gar nicht mehr, dass der Film so ein Mega-Erfolg war mit fast 600 Mio. US$ Einspiel weltweit (mehr als "Men in Black II" oder "Wild Wild West" plus "I, Robot" zusammen, wenn man Smiths letzte SF-Filme mit PG-13-Freigabe berücksichtigt). Gerade noch 4,5 / 10


Alien vs. Ninja (Japan 2010)

Das kommt also dabei heraus, wenn ein paar semiprofessionelle japanische Twen-Filmemacher zu tief ins russische Wodka-Glas schauen. Kostengünstigst im Wald gefilmt, größtenteils in annähernder Homevideo-Ästhetik. Würde mich nicht wundern, wenn der Film auf MiniDV o. ä. gedreht wurde. Exzessiver Einsatz von Wirework bis zur Karikatur. Blut fließt reichlich, ist aber kaum ernstzunehmen. Das Alien ist ein Mann im Gummianzug mit Delphinkopf, der sich wie ein T-Rex bewegt und wie ein Giger-Alien sabbert. Hört sich skurril und auf eine trashige Art unterhaltsam an, ist es aber nur sehr bedingt. Dagegen wirkt 90er-Jahre-Genre-Trash wie Dark Universe (http://www.ofdb.de/film/3278,Dark-Universe), Metamorphosis (http://www.ofdb.de/film/869,Metamorphosis) oder Targoor (http://www.ofdb.de/film/7007,Targoor---Reise-ins-Grauen) fast schon hochwertig, von den beiden wirklich recht urigen Xtro (http://www.ofdb.de/film/3573,Xtro-II---Die-zweite-Begegnung)-Fortsetzungen ganz zu schweigen. Immerhin scheinen es die Macher und Darsteller mit Humor genommen zu haben. 2,5 / 10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Wolfhard-Eitelwolf nach 13 April 2013, 11:29:24
"Six Bullets"

Eher schwaches VanDumm-Geschoss, das sein "Actionhighlight" gleich zu Beginn abbrennt und im folgenden mindestens 30 Minuten (!) zu lang eine öde Menschenhändlergeschichte in Moldawien runterspuhlt, die zu keinem Zeitpunkt packt (Schmunzeln kann man über Van Dammes sehr einladend gestaltete Film-Metzgerrei ^^) und auch actionmäßig nichts Vernüftiges zu bieten hat. Das Finale insbesondere ist dann fast schon erschreckend billig und lahm geraten, da hats offenbar nicht mal mehr zu ner billigen Stadtkulisse gereicht.

"The Hunter"

Packender Dafoe-Abenteuerfilm in atemberaubenden Bildern, der zudem mit einer großen Portion Gefühl inszeniert worden ist. Man sollte keinen Reißer erwarten, der Film verzichtet weitgehend auf Action, läd stattdessen eher zum "Versinken" ein und hätte dementsprechend gerne noch 10-20 Minuten länger laufen können.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 13 April 2013, 12:48:51
Im Bazar der Geschlechter
Interessante Dokumentation über das Phänomen der Zeitehe im Iran. Diese Form der Heirat kann auf einige Jahre oder sogar auf nur einige Stunden befristet werden. Auf der einen Seite eine Möglichkeit für junge Paare legal eine Beziehung zu führen, ohne "wirklich" heiraten zu müssen, auf der anderen aber ein Deckmantel für Prostitution und die sexuelle Ausnutzung von Frauen. Der Film verzichtet erfrischenderweise vollständig auf Off-Komentare, der Zuschauer muss sich also aus den gezeigten Interviews selbst ein Gesamtbild formen. Durch diesen Stil steht nicht nur das Thema im Mittelpunkt, sondern auch die interviewten Iraner/innen, die alle unterschiedliche Erfahrungen mit der Zeitehe gemacht haben. Manchmal hätte ich mir dann aber doch noch ein paar allgemeine Informationen zur Gesetzeslage im Iran gewünscht, um das gezeigte und erzählte besser einordnen zu können. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 14 April 2013, 08:54:42
Zitat von: Hitfield nach 13 April 2013, 05:17:29
Alien vs. Ninja (Japan 2010)

Das kommt also dabei heraus, wenn ein paar semiprofessionelle japanische Twen-Filmemacher zu tief ins russische Wodka-Glas schauen. Kostengünstigst im Wald gefilmt, größtenteils in annähernder Homevideo-Ästhetik. Würde mich nicht wundern, wenn der Film auf MiniDV o. ä. gedreht wurde. Exzessiver Einsatz von Wirework bis zur Karikatur. Blut fließt reichlich, ist aber kaum ernstzunehmen. Das Alien ist ein Mann im Gummianzug mit Delphinkopf, der sich wie ein T-Rex bewegt und wie ein Giger-Alien sabbert. Hört sich skurril und auf eine trashige Art unterhaltsam an, ist es aber nur sehr bedingt. Dagegen wirkt 90er-Jahre-Genre-Trash wie Dark Universe (http://www.ofdb.de/film/3278,Dark-Universe), Metamorphosis (http://www.ofdb.de/film/869,Metamorphosis) oder Targoor (http://www.ofdb.de/film/7007,Targoor---Reise-ins-Grauen) fast schon hochwertig, von den beiden wirklich recht urigen Xtro (http://www.ofdb.de/film/3573,Xtro-II---Die-zweite-Begegnung)-Fortsetzungen ganz zu schweigen. Immerhin scheinen es die Macher und Darsteller mit Humor genommen zu haben. 2,5 / 10


Kann mich anschliessen, kann man sich dank des seltsamen Mischmaschs mal ansehen, ne Zweitsichtung muss aber definitiv nicht sein.  ;)

Fail-Safe (1965)
Im Schatten von Dr. Strangelove leider etwas untergegangen so ging der Film bisher auch an mir vorbei.
Einer der packendsten Filme die ich je gesehen habe, einfach nur absolut perfekt inszeniert, Kamera, Schnitt, Schauspieler, keine Musik und dazu ein perfektes Ende.
Schauspielerisch eine absolute Wucht ist natuerlich Henry Fonda, aber selbst Larry Hagman und Walter Matthau (mal abseits der Komoedienschiene) wissen zu glaenzen.
9/10 Punkten

The Sweeney (2012)
Die englische TV-Serie hab ich nie gesehen, aber wenn sie nur halb so gut wie der vorliegende Film ist dann Hut ab.
Was fuer ein genialer Cop-Reisser, brutal, schonunglos und spannend bis zum Gehtnichtmehr wird uns hier eine volle Ladung allerfeinster englischer Filmware geliefert.
Ich war hin und weg, Ray Winstone als baerbeissiger Cop der ohne Ruecksicht auf Verluste Ergebnisse liefert kann man nur als perfekt beschreiben, schon lange her das ich sowas Ueberzeugendes gesehen habe.
Ebenfalls 9/10 Punkten

Rubber Johnny (2005)
Ganz nettes abgedrehtes "Musikvideo" was einem wirklich in Erinnerung bleibt.
Wirklich interessant war es fuer mich da ich keine Ahnung hatte um was es ging noch das es sich nur um einen Kurzfilm handelt.
Mein Erstaunen und das grosse  :icon_eek: als die Endcredits liefen war dann um so groesser.  ;)
Ganz okay, 6.5/10 Punkten

Blood, Guts, Bullets And Octane (1998)
Joe Carnahan's Erstling ist ein schwer unterhaltsamer Amatuerthriller mit einem sehr netten und unerwarteten Endtwist.
Was mich am meisten ueberraschte waren die ziemlich gelungenen Dialoge unterstuetzt von einem wirklich hervorragenden Schnitt.
Fuer eine 7000$-Produktion ist das definitiv nicht Standard.  ;)
7/10, wirklich sehenswert.

Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: SutterCain nach 15 April 2013, 00:44:09
Zitat von: mr. pink nach  5 April 2013, 10:06:43
The Perks of being a Wallflower
[...]
10/10

PS: Kann sich irgendwer den deutschen Titel erklären? Gibt das Buch da mehr Aufschluss?



Nicht wirklich: Vielleicht lieber morgen lässt sich auch nicht aus der Romanhandlung eindeutig erklären. Vielleicht gibt's einen zentralen Satz in der Synchro, die darüber Aufschluss gibt. Die Verfilmung kommt der Vorlage sehr nah (klar: Chbosky hat ja auch selbst Regie geführt). Einige Nebenhandlungen und Details wurden aus Zeitgründen entfernt.

Die Höchstwertung kann ich allerdings sowohl für den teilweise recht drögen Briefroman als auch für die streckenweise etwas zähe Verfilmung nicht nachvollziehen. Von mir gibt's 6.5/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 15 April 2013, 06:43:53
Rare Exports: A Christmas Tale (2010)
Die Finnen mal wieder.  ;)
Gelungener Horrorfilm mit komoediantischen Untertoenen den man definitiv gesehen haben sollte.
Gibt frischen Nachschub fuer Weihnachtshorrorfilme, nach Silent Night (dem Remake) nun die zweite Ueberraschung.
8/10 Punkten

The Collection (2012)
Ueberraschend gelungene Fortsetzung des gelungenen ersten Teils.
Die Story wurde interessant weitergesponnen und wird sehr spannend inszeniert.
Ziemlich hart und fies stellenweise so war ich dann doch von dem Nicht-Erscheinen einer Unrated ueberrascht.
Ist ja schon fast bei jedem Film aus dem Horrorbereich so.  :icon_rolleyes:
Sehr nett fand ich das komplette Fernbleiben nerviger Charaktere, hier wurde ganz ordentlich gearbeitet.
Bei den Effekten hat man sich gut ins Zeug gelegt, da gab es ein paar feine Kreationen zu bestaunen.
Haette ich nicht erwartet das der so gut wird, so knappe 7/10 Punkten.

The Hunter (2011)
Endlich wieder eine Paraderolle fuer Willem Dafoe.  :respekt:
Einzelgaengerischer Typ macht Jagd auf einen ausgestorben geglaubten tasmanischen Tiger.
Doch neben der scheuen Kreatur hat er noch mit dem Verschwinden seines Vorgaengers und feindlich gestellten Ortsansaessigen zu kaempfen.
Thriller der langsameren Gangart, kein ueberfluessiges Rumgeballer, einfach nur spannend und fast schon nuechtern inszeniert.
Sam Neill und die extrem suesse Frances O'Connor in Nebenrollen runden das Ganze ab.
Sehr sehenswert, 7/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Private Joker nach 15 April 2013, 12:55:20
Zitat von: lastboyscout nach 14 April 2013, 08:54:42

The Sweeney (2012)
Die englische TV-Serie hab ich nie gesehen, aber wenn sie nur halb so gut wie der vorliegende Film ist dann Hut ab.
Was fuer ein genialer Cop-Reisser, brutal, schonunglos und spannend bis zum Gehtnichtmehr wird uns hier eine volle Ladung allerfeinster englischer Filmware geliefert.
Ich war hin und weg, Ray Winstone als baerbeissiger Cop der ohne Ruecksicht auf Verluste Ergebnisse liefert kann man nur als perfekt beschreiben, schon lange her das ich sowas Ueberzeugendes gesehen habe.
Ebenfalls 9/10 Punkten



Ja, auf den freue ich mich auch; wirklich ärgerlich, dass man dem noch einen Alibi-Kinostart in Deutschland verpasst hat (wieviele hundert Zuschauer den wohl gesehen haben) und sich die DVD/BD-Veröffentlichung dadurch unnötig verzögert. Die Serie habe ich (auch wenn damals ja nur teilweise und vestümmelt ausgestrahlt), ganz gerne gesehen, nicht so cool wie die "Profis", aber für ihre Zeit doch recht hart (erinnere mich an eine Szene, in der einer der beiden da einen Verdächtigen als Schutzschild gegen Schüsse genommen hat, das war damals noch nicht so gängig).

Das eigene Wochenende:

Cold Blood (2012)

Thriller mit einer etwas komplexeren Story sind ja mittlerweile relativ selten und durchaus willkommen; aber das bleibt neben dem winterlichen Szenario (jedenfalls in den Einstellungen ohne diesen schauderhaften Digi-Schnee) der einzige große Pluspunkt. Die wenige Action (Snowmobilverfolgung) ist verwackelt, die Dialoge stellenweise zum Steinerweichen ("Darf ich mir das Bein ansehen ?" "Sie sind nicht meine Mutter" "Ich habe auch einen Sohn"), die Polizei incl. Chief ein fast kompletter Vollpfostenverein, dazu reichlich Family-Values. Das nicht ganz verkehrte sagen wir mal halboffene Ende (Überleben des Sherrifs/Schicksal der Schwester und des Boxers) rettet den Film auf knapp

5/10

John Dies at the End

Ich bin zu blöd für diese Welt oder zumindest diesen Film; oder die Idee, sich dazu ein oder zwei Bierchen zu genehmigen war die falsche, jedenfalls habe ich nicht viel verstanden. Don klaut sich aus eigenen (Tall Man ?) und fremden Ideen eine absurde Achterbahnfahrt durch Horror- und SF-Mythen zusammen, bastelt drollige und extrem billige Einstellungen in eine wirre "Handlung" ohne jede Chronologie und verarscht sein Publikum bis zum Titel.

Ohne Wertung, wenn ich gezwungen würde, mir den (nüchtern) noch mal anzusehen, wären das irgendwas zwischen 4 und 6 Punkten, je nach Stimmung und Geduld.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 15 April 2013, 13:07:17
Zitat
Nicht wirklich: Vielleicht lieber morgen lässt sich auch nicht aus der Romanhandlung eindeutig erklären. Vielleicht gibt's einen zentralen Satz in der Synchro, die darüber Aufschluss gibt. Die Verfilmung kommt der Vorlage sehr nah (klar: Chbosky hat ja auch selbst Regie geführt). Einige Nebenhandlungen und Details wurden aus Zeitgründen entfernt.

Die Höchstwertung kann ich allerdings sowohl für den teilweise recht drögen Briefroman als auch für die streckenweise etwas zähe Verfilmung nicht nachvollziehen. Von mir gibt's 6.5/10.


Danke für die Rückmeldung. Die Synchro-Fassung hab ich allerdings auch nicht gesehen.
Die 10er Wertung hält natürlich objektiven Maßstäben nicht stand und ist rein aus meiner Stimmung während und nach dem Film entstanden. Hat irgend einen Punkt bei mir getroffen, den ich schon länger nicht mehr gespürt habe.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 15 April 2013, 14:53:58
Gattaca (1997)

GATTACA genießt seit seiner Entstehung einen guten Ruf bei den Anhängern des anspruchsvollen SF-Kinos, obwohl oder gerade weil der Film nicht einen der ganz großen Blockbustererfolge verbuchen konnte. Ohne gigantomanisches Effektspektakel oder exploitative Inszenierung konzentriert sich der Film auf sein Thema, dem Konflikt zwischen freier  Willensbestimmung und genetischer Vorbestimmtheit des eigenen Lebensweges. Wie verändert es das Lebens der Menschen, wie verändert es die Gesellschaft, wenn man per vorgeburtlicher Diagnostik und Therapie alle genetisch bedingten Mängel beseitigen könnte? GATTACA kann dieses abstrakte Konzept gut durch zwei altbekannte, aber nach wie vor sehr wirksame Motive in eine anschauliche Filmhandlung umsetzten: Das Motiv der ungleichen Brüder und das Motiv des Doppelgängers.

Einer der beiden Freeman-Brüder wird genetisch optimiert, der andere nicht. Einem steht die Welt offen, in der alle Lebenschancen durch Gentests verteilt werden. Der andere bleibt auf eine untergeordnete Existenz beschränkt. Erst das Angebot eines genetisch perfekten, aber durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselten Bürgers, mit ihm die Identität zu tauschen, eröffnet ihm die Perspektive, doch noch seinen Traum, als Astronaut zu den Sternen zu fliegen, zu verwirklichen.

So weit, so interessant und spannend. Das hatte man ja auch noch im Hinterkopf, wenn man an den überaus guten Ruf von GATTACA denkt. Leider verkauft der Film seine interessante Geschichte an die denkbar billigste und ausgelutschteste Handlungsführung, die man sich denken kann. Der Film ist in einer merkwürdig schwammig geschilderten Zukunftsgesellschaft angesiedelt. Ist das eine Demokratie? Ein autoritärer Staat? Oder eine ausgewachsene Diktatur? Sieht es zu Beginn noch nach ersterem aus, entwickelt sich aus dem fast philosophischen Drama eine banale Geschichte vom Kampf eines Menschen, der seine Individualität gegen den Anpassungsdruck eines autoritären Staates verteidigt. Um das zu schildern, stehen die Schreibtische im Büro von GATTACA alle in Reih und Glied, die Angestellten tragen alle ähnliche Anzüge und Frisuren, man spricht nur leere Worthülsen. Außerdem gibt's eine Geheimpolizei, die dem lächerlichsten Gestapo-Klischee nacheifernd, mit Schlapphut und Trenchcoat nach Abweichlern fahndet. Mit einem Wort: ödeste Schmalspur-Totalitarismuskritik, hundertmal gesehen und abgenudelt.

Nur: Was hat diese kreuzbiedere Totalitarismuskritik eigentlich mit dem interessanten Thema der Gefährdung des freien Willens durch die Gentechnik zu tun? Das Beunruhigende daran ist doch, dass sie eben nicht die althergebrachte totalitäre Steuerung der Gesellschaft braucht, sondern den freien Willen gewissermaßen von innen aushöhlt. Dazu fällt GATTACA erschreckend wenig ein. Leider und zu meiner eigenen Überraschung fällt der Film aus heutiger Perspektive in die Durchschnittlichkeit zurück. Immerhin einige Ansätze, also: 6/10.

(Sorry für die Textlänge - ist mir so aus den Fingern geflutscht.)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hitfield nach 16 April 2013, 01:40:43
Lerchenberg (Mini-Serie, ZDF, D 2013)

Selbstironische Sitcom mit vier Folgen à 25 Minuten über (und mit) Sascha Hehn als abgehalfterter 80er-Jahre-Fernsehstar. Ungewohnt bissig geschrieben (und teils sehr nah an der Realität, wenn man die Branche kennt), gut inszeniert und passend besetzt. Sehr gut vor allem Eva Löbau (in "Unknown Identity" hat sie die Krankenschwester gespielt, die Liam Neeson die Adresse von Bruno Ganz gibt und später vom Killerkommando als erste ermordet wird) in der Hauptrolle, aber auch Karin Giegerich als Vorgesetzte und Cornelia Gröschel als hassenswerte Nachwuchsredakteurin. Schön der Gastauftritt von Wayne ("~interessierts? - "Boah, den Spruch hab ich ja noch nie gehört") Carpendale als Sascha Hehn 2.0.

Was ich nur sehr eigenartig fand, war der qualitative Abfall zwischen den ersten beiden und den letzten beiden Folgen. Als ob zwischen der zweiten und dritten Folge eine lange Produktionspause lag, in der die ZDF-Redaktion nach heftigen internen Protesten tatsächlich Druck gemacht hat, die selbstironische Tonlage des Formats abzuschwächen (was natürlich gerade im Hinblick auf die selbstkritische Grundhaltung und -prämisse des Formats einfach nur absurd ist). Folge 3 und 4 wirken reichlich redundant und vor allem abgeschwächt, weil die angeschnittenen Mißstände im Sender und der Redaktion plötzlich auf private Techtelmechtel der Mitarbeiter als Ursache geschoben werden. So landet die Mini-Serie statt bei 9/10 letztendlich nur bei 6,5 / 10, aber sehenswert ist sie dennoch. Man kann sich ruhig auch nur die ersten beiden Folgen ansehen und dann abbrechen. Speziell die vierte Folge ist eher als mißlungen einzustufen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 16 April 2013, 21:24:13
Zitat von: Private Joker nach 15 April 2013, 12:55:20
John Dies at the End

Ich bin zu blöd für diese Welt oder zumindest diesen Film; oder die Idee, sich dazu ein oder zwei Bierchen zu genehmigen war die falsche, jedenfalls habe ich nicht viel verstanden. Don klaut sich aus eigenen (Tall Man ?) und fremden Ideen eine absurde Achterbahnfahrt durch Horror- und SF-Mythen zusammen, bastelt drollige und extrem billige Einstellungen in eine wirre "Handlung" ohne jede Chronologie und verarscht sein Publikum bis zum Titel.

Ohne Wertung, wenn ich gezwungen würde, mir den (nüchtern) noch mal anzusehen, wären das irgendwas zwischen 4 und 6 Punkten, je nach Stimmung und Geduld.



Ich will echt nicht nerven, aber Alkohol ist absolut tödlich für den Film!

Mit ein bischen Vorwissen macht der Film auch gleich noch mehr Spaß. Coscarelli schafft eine filmgewordene Spielwiese der Quanten und Metaphysik, Einsteintheorien und Schrödingers Katze auf der einen, und Skurrilitäten aus Horror und Sci-Fi auf der anderen Seite. Nie waren Zeitlinen, Parallelebenen Multiversen, Astralreisen usw verwirrender, aber immer in sich schlüssig, als hier. Das macht den Film genial.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: McClane nach 17 April 2013, 15:14:19
Zitat von: RoboLuster nach 16 April 2013, 21:24:13
Zitat von: Private Joker nach 15 April 2013, 12:55:20
John Dies at the End

Ich bin zu blöd für diese Welt oder zumindest diesen Film; oder die Idee, sich dazu ein oder zwei Bierchen zu genehmigen war die falsche, jedenfalls habe ich nicht viel verstanden. Don klaut sich aus eigenen (Tall Man ?) und fremden Ideen eine absurde Achterbahnfahrt durch Horror- und SF-Mythen zusammen, bastelt drollige und extrem billige Einstellungen in eine wirre "Handlung" ohne jede Chronologie und verarscht sein Publikum bis zum Titel.

Ohne Wertung, wenn ich gezwungen würde, mir den (nüchtern) noch mal anzusehen, wären das irgendwas zwischen 4 und 6 Punkten, je nach Stimmung und Geduld.



Ich will echt nicht nerven, aber Alkohol ist absolut tödlich für den Film!

Mit ein bischen Vorwissen macht der Film auch gleich noch mehr Spaß. Coscarelli schafft eine filmgewordene Spielwiese der Quanten und Metaphysik, Einsteintheorien und Schrödingers Katze auf der einen, und Skurrilitäten aus Horror und Sci-Fi auf der anderen Seite. Nie waren Zeitlinen, Parallelebenen Multiversen, Astralreisen usw verwirrender, aber immer in sich schlüssig, als hier. Das macht den Film genial.


Egal, inwieweit das Ganze Sinn macht oder nicht... es spricht IMO nix dagegen einen derart mit der Brechstange auf Kult getrimmten Langweiler entsprechend abzukanzeln. Ich fand "John Dies at the End", auf den ich mich wirklich gefreut hatte, einfach nur öde in seiner Selbstverliebtheit, vom Charme des ähnlich durchgedrehten, aber wesentlich stimmigeren "Bubba-Ho-Tep" war da nicht mehr viel zu spüren.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 17 April 2013, 15:30:51
Zitat von: McClane nach 17 April 2013, 15:14:19
Egal, inwieweit das Ganze Sinn macht oder nicht... es spricht IMO nix dagegen einen derart mit der Brechstange auf Kult getrimmten Langweiler entsprechend abzukanzeln. Ich fand "John Dies at the End", auf den ich mich wirklich gefreut hatte, einfach nur öde in seiner Selbstverliebtheit, vom Charme des ähnlich durchgedrehten, aber wesentlich stimmigeren "Bubba-Ho-Tep" war da nicht mehr viel zu spüren.


Bubba-Ho-Tep ist weit davon entfernt, ähnlich durchgedreht zu sein. Aber die angebliche Brechstange, war bei beiden Filmen imo die gleiche. Bubba-Ho-Tep war im Ganzen nur etwas kleiner als John dies at the End, genial sind sie beide, John dies mehr, aber Ho-Tep ist lustiger.

ps: Und "kultiger" sind immer noch die Phantasm Filme. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 17 April 2013, 22:18:10
Twixt

Meine Verwunderung war zu erst groß: Von den wenigen mir bekannten Bildern ausgehend, erwartete ich ein Setting im viktorianischen Zeitalter. Schon schön, wenn man vorher mal so wenig über einen Film weiß, dass man sogar mit solchen Sachen daneben liegt. Wirklich viel geholfen haben meine Unwissenheit und die daraus resultierenden Überraschungen jedoch nicht: Der wilde Stilmix aus Grusel, Drama und Komödie kommt aufgrund seiner Unentschlossenheit zwar durchweg interessant, doch nicht faszinierend daher. Dafür fehlt es der Geschichte schlicht an Spannung, die Mystery-Mär dümpelt teils etwas lustlos vor sich hin. Sehr schick war dafür die Optik in den Traumszenen, welche mit einem stylishen "Sin City" Look aufwarteten. Letztlich fehlte mir vielleicht auch einiges an Hintergrundwissen, um mich wirklich von diesem doch eigenwilligen Werk mitreißen zu lassen - so gibt's von meiner Seite nur 5/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 18 April 2013, 00:17:47

Zwei vielleicht nicht geniale, aber doch ganz ordentliche TV-Sichtungen aus der letzten Zeit:

Westwind (http://www.ofdb.de/film/211859,Westwind)

Ich schau mir aus verschiedenen Filmen längst nicht jeden neuen Film über die DDR an, aber der hier ist ein kleines, unaufgeregtes Stimmungsbild, das ganz von der ruhigen, aber trotzdem sicheren Inszenierung, der eingefangenen Atmosphäre und der erstaunlichen Präsenz und Natürlichkeit seiner unverbrauchten Darsteller lebt. Der Fokus liegt dabei auf der Geschwisterbeziehung der Mädchen und natürlich auf der ersten Liebe, zum Glück gibts keine Lehrstunde über Freiheitswillen und sowas, obwohl der Fall auf einer wahren Begebenheit beruht. Die Ausstattung ist ordentlich, die Musik auch (Depeche Mode und The Cure dominieren), aber wo zum Teufel soll es Jugendliche aus der Sächsischen Provinz gegeben haben, die dialektfrei sprechen :icon_smile: - naja, ein Zugeständnis, um die Zuschauer nicht zu verschrecken, denk ich mal. Nach Barbara (den wir anderwo schon hatten) ein weiterer guter Beitrag zur Thematik.
Richtig interessant wird natürlich erst ein Film über den Osten, in dem es nicht dauernd ums In-den-Westen-Abhauen geht - für einen nicht ganz kleinen Teil der Leute war das nämlich nie auch nur einen Gedanken wert. Egal, ich hör schon auf.


Cold Souls (http://www.ofdb.de/film/164893,Cold-Souls)

Natürlich fällt einem sofort Gondrys Eternal Sunshine ein, wenn in einer leicht obskuren Arztpraxis angeboten wird, seine Seele loszuwerden und sich ggf. sogar eine neue einpflanzen zu lassen. Jedoch geht es hier weniger komplex zur Sache, da nicht der Mindfuck das Interessante ist, sondern was aus einem wird, wenn man seine persönlichen Charakteristiken abgibt und/oder sich die von anderen ins eigene Charakterbild hineinholt. Wenn es dann Paul Giamatti ist, dem man (wie doch schon etwas gewohnt) in seine Persönlichkeits- und Schaffenskrise folgt und mit ihm sehr schöne tragikomische Momente durchlebt, und wenn dann noch ein guter Teil der Handlung im traumhaft verschneiten St. Petersburg stattfindet - dann ist es doch ein netter Film geworden, allemal unterhalt- aber nicht wirklich bedeutsam, da am Ende doch leidlich oberflächlich und mit deutlich sichtbar herunterbaumelnden Handlungsfäden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 18 April 2013, 00:29:31
Cold Souls, Eternal Sunshine...

Danke für den Tipp. :respekt:

Vergiss mein nicht! (Eternal Sunshine) Steht ja sogar auf meiner Wunschliste. (Dort entdeckt: http://kenubajuk.user-blog.de/archives/3229 (http://kenubajuk.user-blog.de/archives/3229) Kenne nur Ghost in the Shell, die anderen will ich auch sehen. Kennst du welche von denen?)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 19 April 2013, 13:01:07
Wall Street

Endlich die Erstsichtung geschafft. Für mich als Wirtschaftsstudent, der sich auch durch Wertpapiermanagement Vorlesungen quälen musste, ein ganz genüsslicher Film - schließlich wird kaum ein gutes Haar an dem ganzen System gelassen. Die Story kann abgesehen von dem frischen, pointiert porträtierten Setting nur bedingt punkten - halt die typische Verlockung-Aufstieg-Fall-Geschichte. Dass machen die Charaktere aber mit allerlei Charme wieder wett - allen voran natürlich Michael Douglas als aalglatter Gierschlund (dass so jemand unter Brokern zum glorifizierten Sympathieträger wurde, zeigt schön, was in diesem Berufsstand alles schief läuft ;->), doch auch Charlie Sheens naiv-energische Vorstellung darf man nicht vergessen. Zusammen mit der stilsicheren Inszenierung und der zwar plakativen, aber dennoch tollen Botschaft ergab das einen sehr guten Filmabend für mich. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 21 April 2013, 12:42:43
Zuletzt gab es zwei Dystopien:

THX 1138

Kaum zu glauben, dass George Lucas vor seiner familientauglichen Sci-Fi-Fantasy-Saga einen solch düsteren und sperrigen Streifen drehte. Das anfangs vorgestellte System ist mit all seiner Gleichartigkeit und Abgestumpftheit sehr bedrückend anzusehen, was auch durch die visuelle Gestaltung (all das Weiß!) bestens vermittelt wird. Der Grundstein für etwas ganz Großes ist also vorhanden, doch leider verhaspelt sich der Film ab der Hälfte etwas: Das kryptische Kauderwelsch nimmt schließlich etwas überhand, wodurch nichts Neues mehr erzählt wird. Hier hätte ein bisschen mehr inhaltlicher Input (wer steuert diese Gesellschaft? wie kam es dazu?) etwas Auflockerung in die andauernde Hetzjagd gebracht. Überrascht bin ich indes, wie geschmeidig sich die neuen Effekte einfügen - einen Schock aufgrund völlig deplatzierter CGI wie bei "Star Wars" gibt es hier nicht. Dank des klasse Settings und des konsequenten Stils ein schöner Streifen. 7/10

Brazil

Terry Gilliams skurrile Bürokratie-Satire pendelt prächtig zwischen bissig-brachialer Bloßstellung und ulkigem Klamauk, verpackt in einen surrealen Bilderrausch. Man kann hier den gleichen Kritikpunkt wie bei "THX 1138" anbringen - zum Schluss hin hapert es inhaltlich ein bisschen mit neuen Ideen. Dank einiger wahnwitzier Einfälle auf der visuellen Ebene fällt das in diesem Fall jedoch weniger stark auf. Zudem gefällt der gemeine Schlussgag. Eine mit ihrer abgehobenen Art sehr gelungene Abrechnung mit dem heutigen System. 8/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 22 April 2013, 15:49:52
Ich füll' mal weiter im Alleingang den Thread mit meinen oberflächlichen Fazits ^^

The Forbidden Kingdom

Ich hatte vor der Sichtung lediglich die Infos, dass Jackie Chan sowie Jet Li mitmischen und der Streifen im alten China spielt. Klingt ja erstmal vielversprechend. Doch dann ganz schnell die Ernüchterung... Bei der ersten Szene in der Gegenwart dachte ich mir gleich: ,,Och nö, nicht einer dieser Filme, wo ein Außenseiter durch Magie sonstwo hinreißt, dort ausgebildet wird und schließlich eine Prophezeiung erfüllt?!" - und peng, das Ergebnis war genauso ausgelutscht und familienfreundlich, wie ich es nach den ersten Minuten erwartet hatte. Weiser Lehrmeister, über sich hinauswachsender Jungspund, Love-Interest-Sidekick und Happy End - hier wurde wirklich kein Klischee ausgelassen. Die Kämpfe kommen recht kurzweilig daher, reißen aber auch nicht richtig mit - zu viele Zeitlupen und Effekte verderben teilweise Spaß. Noch schlimmer sieht's beim Humor aus, ich musste nur ein einziges Mal lachen (die Regenszene). Letztlich frage ich mich für wen derartige Filme gemacht werden? Für Freunde von Chan's und Li's Kampfkunst ist es zu zahm, die Familie legt lieber ,,Kung Fu Panda" ein. Bleibt also nur das eh eher desinteressierte Mainstream-Publikum, das Sonntag Abend einfach irgendwas in der Flimmerkiste braucht. Warum ich mich gerade für diesen Film ausnahmsweise auch mal in diese Gruppe einreihte, kann ich mir nicht logisch erklären. Für die annehmbare Action und eins, zwei schöne Landschaftsaufnahmen gibt's unterm Strich 3/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: KrawallBruder nach 22 April 2013, 22:49:38
Nach sehr langer Zeit, hatte ich in den letzten Tagen endlich mal wieder die Möglichkeit einige Filme zu schauen.

Geständnisse - Confessions (2010)

Da ich den Trailer vorher schon gesehen hatte, erwartete ich etwa einen Rache-Thriller mit märchenhaften Hauch - und irgendwie konnte der Film genau das umsetzen. Die Rache-Geschichte ist knallhart durchgezogen, was nicht zu schnell wirkt, aber dennoch halt auch ,,nur" ca. 100 Minuten einnimmt. Dennoch denkt man nicht, dass der Film etwas länger hätte gehen müssen und am Ende musste ich auch erst einmal schwer aufatmen, da dem Film dann doch ein, zwei Überraschungen gelingen. Aber ich möchte nicht zu viel über den Inhalt sagen! Ich denke, jeder der Oldboy oder Revenge for lady vengeance gut fand (wie ich), muss sich diesen Film unbedingt ein Mal zur Gemüte führen! (Einziges Mango vielleicht: Klar gibt es einige Überraschugen...aber andere Wendungen sind dann doch ziemlich vorhersehbar.)
9/10

11:14 (2003)

Vielleicht lag es daran, dass ich den Film direkt nach ,,Geständnisse - Confessions" gesehen habe, aber so richtig umhauen konnte mich der Film nicht. Ich bin eigentlich ein großer Fan von Episodenfilmen (- LA Crash und Magnolia gehören zu meinen Lieblingsfilmen und ich habe beide schon oft gesehen! - ), aber 11:14 konnte mich nicht überzeugen. Das was man dem Film positiv anheften darf, ist dass er wirklich Augenmerk auf das Detail geworfen hat, was dann besonders bei den Überschneidungen der verschiedenen Episoden positiv auffällt, welche sich oft erst später erklären lassen...leider wird allerdings kein bisschen darauf eingegangen, WARUM die Figuren gerade dieses oder jenes tun und somit wirkt es im großen gesehen für mich doch irgendwie plump. Mal davon abgesehen, dass der Film die wohl nervigste Filmmusik hat, die ich seit langem gehört habe...
Hilary Swank und Patrick Swayze reißen allerdings noch einiges heraus und der Film macht sich mit 80 Minuten Dauer auch nichts vor, sondern kommt von Anfang an gleich zur Sache. Daher für eine seichte Abendunterhaltung 6,5/10

Burn After Reading (2008)

Ich habe den Film schon einmal vor einigen Jahren gesehen, jedoch war der Rezipient in der Zeitdauer der Aufnahme nicht ganz Herr seines Verstandes ;)
Also habe ich ihn mir nun noch einmal in Ruhe angeguckt und frage mich warum ich solange damit gewartet habe! Ein wirklich sehr unterhaltsamer Film, der aber auch von seinen Darstellern lebt. Ich weiß gar nicht wer mich an meisten unterhalten hat: Gigolo und Handwerker Georg Clooney, Fitnessfreak Brad Pitt, Sympathikus John Malkovich oder Natur-Schönheit Frances McDormand.
Lustiger weise hat mich ein Tag nachdem ich den Film gesehen habe, eine Freundinn gefragt ob ich ihn kenne, da es ihr Lieblingsfilm sei. Sie erzählte, dass sie damals im Kino war und fast die einzige war die gelacht hat. Und genau das dürfte wohl das spezielle an diesem Film sein: sein Humor. Da scheiden sich sicher die Geister... aber was soll ich sagen: ich habe viel gelacht, da der Film in meinen Augen doch häufig überraschen kann. Ich denke mal, es ist halt kein mainstream-Film, sondern eher eine Satire dessen. 8,5/10

:exclaim: PS: Mir fiel gerade auf, dass auf der OFDB Seite des Filmes bei Inhalt steht:
ZitatDort wird die CD von Trainer Chad Feldheimer (Brad Pitt) und der Besitzerin des Clubs, Linda Litzke (Frances McDormand), gefunden.

Das ist doch so nicht richtig, oder? Linda Litzke ist doch auch nur eine Angestellte im Fitnessclub und Ted Treffon (Richard Jenkins), der ja etwas von Linda möchte, ist der Besitzer des Clubs. Er ermahnt die zwei doch auch ständig, dass ihr Verhalten schädlich wäre für den Club und er so etwas ,,hier bei hardbodies nicht haben möchte.".
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 23 April 2013, 00:05:35
Zitat von: KrawallBruder (Filmriss) nach 22 April 2013, 22:49:38
Burn After Reading (2008)

Ich habe den Film schon einmal vor einigen Jahren gesehen, jedoch war der Rezipient in der Zeitdauer der Aufnahme nicht ganz Herr seines Verstandes ;)
Also habe ich ihn mir nun noch einmal in Ruhe angeguckt und frage mich warum ich solange damit gewartet habe! Ein wirklich sehr unterhaltsamer Film, der aber auch von seinen Darstellern lebt. Ich weiß gar nicht wer mich an meisten unterhalten hat: Gigolo und Handwerker Georg Clooney, Fitnessfreak Brad Pitt, Sympathikus John Malkovich oder Natur-Schönheit Frances McDormand.
Lustiger weise hat mich ein Tag nachdem ich den Film gesehen habe, eine Freundinn gefragt ob ich ihn kenne, da es ihr Lieblingsfilm sei. Sie erzählte, dass sie damals im Kino war und fast die einzige war die gelacht hat. Und genau das dürfte wohl das spezielle an diesem Film sein: sein Humor. Da scheiden sich sicher die Geister... aber was soll ich sagen: ich habe viel gelacht, da der Film in meinen Augen doch häufig überraschen kann. Ich denke mal, es ist halt kein mainstream-Film, sondern eher eine Satire dessen. 8,5/10
Völlig richtig. Brüllend komischer Coen, der immer wieder überrascht und teilweise irre Szenen zu bieten hat, die nun ganz und gar nicht auf das Mainstreamkino abzielen. Wer hier auf ein rundes Ende wartet, das alle offenen Fäden auflöst, wird nicht fündig werden. Für mich nicht viel weniger kultig als der so geschätzte große "Lebowski" und einfach ein Heidenspaß.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 23 April 2013, 00:24:57
Ich finde den auch brüllend komisch, am meisten lachen muss ich bei der Szene mit Brad Pitt und John Malkovich im Auto. Wenn Brad Pitt einen auf "Agent" macht, und insbesondere wenn er den Namen ausspricht, bin ich wirklich am Brüllen. Top Film, einer ihrer besten.


ps:  "Osbourne Cox"  :laugh:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: McClane nach 23 April 2013, 08:53:59
Zitat von: KrawallBruder (Filmriss) nach 22 April 2013, 22:49:38
Mir fiel gerade auf, dass auf der OFDB Seite des Filmes bei Inhalt steht:
ZitatDort wird die CD von Trainer Chad Feldheimer (Brad Pitt) und der Besitzerin des Clubs, Linda Litzke (Frances McDormand), gefunden.

Das ist doch so nicht richtig, oder? Linda Litzke ist doch auch nur eine Angestellte im Fitnessclub und Ted Treffon (Richard Jenkins), der ja etwas von Linda möchte, ist der Besitzer des Clubs. Er ermahnt die zwei doch auch ständig, dass ihr Verhalten schädlich wäre für den Club und er so etwas ,,hier bei hardbodies nicht haben möchte.".


Da hast du recht (hab mal die ersten, völlig unnötigen Spoiler-Tags entfernt). Ich änder das mal. Ist bei mir schon länger her, weiß jemand noch, ob Linda auch Trainerin oder Angestellte des Fitness-Studios in anderer Funktion ist?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 23 April 2013, 09:55:39
The Tall Man ist die zweite Regiearbeit von Pascal Laugier, dessen Erstling bereits für höchste Erwartungen an seine weiteren Arbeiten sorgte. Und ganz aus dem Kopf bekommt man "Martyrs" auch bei seinem US-Debüt nicht. Die Storyline und auch deren Präsentation, weist ganz einfach viele Parallelen auf. Es geht erneut um das spurlose Verschwinden von Menschen. Es werden Twists am laufenden Band präsentiert, die die Geschehnisse nach und nach aufdecken und am Ende möglichst ein rundes Bild abgeben sollen.
Die Geschichte um den Tall Man jedenfalls bietet neben der außerordentlich schön fotografierten US-Kleinstadt Atmosphäre und einer überaschend guten Jessica Biel wenig, dass man nicht bereits in unzähligenn Genrebeiträgen zuvor durchdekliniert hat. Zudem fallen spannende Passagen ebenso spärlich aus, wie Schocks (1-2) oder Sudeleien(Zero).
Der durch und durch reale Kern der Handlung, wird durch einen fiktiven Überbau zunächst ins Genre-Gewand gepresst, um dann am Ende eine etwas utopische und wenig überzeugende Auflösung zu bieten. Die Idee ist auf dem Papier sicherlich interessant, aber im Rahmen dieser Geschichte bleiben doch ein paar Fragezeichen zu viel.
Leider bleibt der Film damit ein "One-Trick-Pony", der nach dem ersten Ansehen bereits alle Karten ausgespielt und die Strategie ausgiebigst offenbart hat. Es fehlt das Ass im Ärmel.
5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 23 April 2013, 10:21:07
Die Sozialktitik und Moralfrage, das ganze Konzept hinter dem Film sind zum Haare raufen.


Im Mittelteil wusste der Film (kurz) zu gefallen, Biel fand ich auch gut, wie erwartet.

Mehr als 5 kann ich erstmal auch nicht geben. Hab ihn auch Gestern Abend gesehen. Irgendwie weiß ich noch nicht ob ich mich ärgern soll, Jessica Biel und die vordergründige Präsentation des Films haben mich getröstet, aber der Hintergrund ist grauenhaft. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, was ich überhaupt davon halten soll, oder es überhaupt will.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Moonshade nach 23 April 2013, 10:22:27
Das hält kein Jahr / I give it a year

Normalerweise moser ich ja immer an RomComs rum, hier ist es mal umgekehrt, während der Film reihenweise miese Noten einfährt, find ich ihn ungemein erfrischend.
Natürlich gibts ein HappyEnd, natürlich gibts jede Menge peinliche und peinlichste Situationen, natürlich ist das nur ein Feelgood-Movie und manches wirkt konstruiert aneinandermontiert, nur wegen des komischen oder graphischen Effekts. Das Meiste ist sexuell aufgeladen, vermeidet aber sämtliches Grossout und spielt mit einer munteren Reihe an Nebenfiguren.
Das Problem: um zu demonstrieren, daß die Hauptfiguren eigentlich nicht zueinander passen, hat man sie zu sehr voneinander getrennt, so daß man sich fragt, wie die auch nur einmal für ein halbes Jahr zusammenfinden konnte. Sie ist ne anorexische Karrierezicke, er ein volldepperter Hänger. Da reißen es ausgerechnet Anna Faris (muß sich zurückhalten, hat aber minimum eine sensationelle Szene im Scary-Movie-Style) und Simon "Mentalist" Baker raus, der sein Image persifliert.
Und: so "in your face" der Trailer ist, ausnahmsweise sind da mal nicht alle wichtigen und herben Szenen schon drin, sondern es gibt noch wesentlich mehr davon, während im Hintergrund auch noch schöne Sidegags ablaufen.

Insgesamt klischeehaft vom Humor und von der Konstellation, aber konsequent - meistens dann doch sehr liebevoll und sorgt für ein ganz sanftes "Fremdschämfeeling", bei dem man stetig vor sich hinglucksen kann. Und bestimmt besser als der neueste De-Niro-Sarandon-Keaton-Heigl-Scheiß "The Big Wedding", der vorher getrailert wurde und in dem nicht ein brauchbarer Gag vorkam. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: KrawallBruder nach 23 April 2013, 10:40:44
Zitat von: McClane nach 23 April 2013, 08:53:59
Da hast du recht (hab mal die ersten, völlig unnötigen Spoiler-Tags entfernt). Ich änder das mal. Ist bei mir schon länger her, weiß jemand noch, ob Linda auch Trainerin oder Angestellte des Fitness-Studios in anderer Funktion ist?

Ach so, ja, ich dachte mir lieber zu viel als zu wenig :P

Wie gesagt: ich habe den Film erst am Sonntagabend gesehen. Linda nimmt die selbe Rolle in der Firma ein wie Chad (Brad Pitt). In einer der ersten Szenen führt sie eine neue Kundin durch das Fitnessstudio, um von ihr zu erfahren, dass diese ebenfalls etwas von der Internetdatingplattform weiß, bei der Linda angemeldet ist. Ansonsten sieht man sie den ganzen Film über nie arbeiten: entweder sie sitzt im Büro am Telefon und redet mit ihrer Krankenkasse, beschwert sich bei ihrem Chef über diese und als sie einmal mit Chad zu spät zur Arbeit kommt und der Chef sie rügt, antwortet sie ,,Ja, das stimmt...aber ich muss wieder weg.".
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 23 April 2013, 12:11:26
Black Narcissus

Absolut geil! Ähnlich wie in The Red Shoes bauen Powell/Pressburger eine Spannung zwischen Leidenschaft und Enthaltung auf, dieses Mal allerdings nicht in einem künstlerischen, sondern einem religiösen Kontext. Unheimlich toll fand ich den Kontrast zwischen den Nonnen und dem so exotischen wie gespenstischen Setting des Himalayas. (Die Farbgebung ist zum Dahinschmelzen!) Und dass sich der Film in den letzten fünfzehn Minuten in einen handfesten Horrorflick verwandelt, hat mich dann ernsthaft sabbern lassen. :icon_mrgreen: Ein Kritikpunkt wäre, dass Black Narcissus kaum tiefer in die religiöse Thematik eindringt. Das Christentum ist eher visuell präsent, als "intellektuell". Das könnte man als bewusste Leerstelle interpretieren, allerdings fand ich, dass gerade The Red Shoes den Konflikt pointierter rüberbrachte. Objektiv 9/10, subjektiv 10/10 Punkten.

Amusement

Zu diesen Film gibt's eigentlich nur eines zu sagen: Meh. John Simpson hat hier jedes erdenkliche Horrorklischee (Killer-Clowns, Babysitter, Mad Scientists, ...) zu einem inkohärenten, spannungsarmen Chaos zusammen gepappt. Die Opfer sind eindimensional und strunzdumm, der Killer ist hoffnungslos überzeichnet und hat eine völlig fadenscheinige Motivation. Die Twists (vor allem der erste!) ergeben so wenig Sinn, dass man sich nur verwundert am Kopf kratzen kann. Eine Katastrophe! 2/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: McClane nach 23 April 2013, 13:36:43
Zitat von: KrawallBruder (Filmriss) nach 23 April 2013, 10:40:44
Zitat von: McClane nach 23 April 2013, 08:53:59
Da hast du recht (hab mal die ersten, völlig unnötigen Spoiler-Tags entfernt). Ich änder das mal. Ist bei mir schon länger her, weiß jemand noch, ob Linda auch Trainerin oder Angestellte des Fitness-Studios in anderer Funktion ist?

Ach so, ja, ich dachte mir lieber zu viel als zu wenig :P

Wie gesagt: ich habe den Film erst am Sonntagabend gesehen. Linda nimmt die selbe Rolle in der Firma ein wie Chad (Brad Pitt). In einer der ersten Szenen führt sie eine neue Kundin durch das Fitnessstudio, um von ihr zu erfahren, dass diese ebenfalls etwas von der Internetdatingplattform weiß, bei der Linda angemeldet ist. Ansonsten sieht man sie den ganzen Film über nie arbeiten: entweder sie sitzt im Büro am Telefon und redet mit ihrer Krankenkasse, beschwert sich bei ihrem Chef über diese und als sie einmal mit Chad zu spät zur Arbeit kommt und der Chef sie rügt, antwortet sie ,,Ja, das stimmt...aber ich muss wieder weg.".



Hab einfach mal das Wort "Fitnessclub-Angestellte" für sie verwendet, das passt ja auf jeden Fall.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 24 April 2013, 15:39:38
Barbara (2012)

BARBARA zeigt das Unbehagen im Alltag eines Staates, dessen sichtbare und unsichtbare Grenzziehungen so eng und durchgreifend waren, dass glücklich wohl nur der werden konnte, der sie nicht ernsthaft infrage stellte. Konnte man das? Weil es im Privaten Gegengewichte gab? Weil man mit lauen Kompromissen eh leben muss? Oder weil man schon von Anfang an keine Gedanken daran verschwendete, sie zu verletzten? Die Ärztin Barbara (Nina Hoss) hat einen Ausreiseantrag gestellt und damit die unsichtbare Grenze überschritten. Sie lebt im Zwielicht unter Beobachtung und in einem Klima des Misstrauens, muss aber trotzdem mit einem Bein noch am Leben der anderen teilhaben.

Ist Petzolds Film realistisch? Die Kulisse der DDR um 1980 fängt er in betont unspektakulären, aber wohlkomponierten Bildern ein, die sich bemühen, die etablierten Dokumentarfilmklischees ebenso wie die Ostalgie und DEFA-Ästhetik außen vor zu lassen. Trotz allem Realismusanspruch, das ist eine Kunstwelt und deren Glaubwürdigkeit folgt eigenen Gesetzen. Nina Hoss lässt den Abstand von Barbara zur Umgebung durch ihr verschlossenes und angefressenes Gehabe sehr passend und unaufdringlich deutlich werden. Weniger gefällt mir das Drehbuch von Petzold, das manchmal doch etwas zu gewollt ist und an einigen Stellen für mein Gefühl symptomatisch für einen in der alten Bundesrepublik großgewordenen Angehörigen seiner Generation ist. Ganz und gar nicht hat mich die Beziehung Barbaras zu ihrem Westlover überzeugt, an dieses Paar kann ich nicht glauben. Warum die beiden überhaupt zusammengekommen sind? Ich weiß es nicht, da fehlt es an Chemie und an Hinweisen des Drehbuchs.

Trotz aller Einwände ist BARBARA aber ein unaufgeregter, guter Versuch ein Thema archäologisch freizulegen, das vom Geschichtskitsch beider ideologischen Lager in Grund und Boden formatiert worden ist.

7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 24 April 2013, 16:40:46
Eine Frau ist eine Frau (http://www.ofdb.de/film/20677,Eine-Frau-ist-eine-Frau)

Man kann sich heute eigentlich nicht mehr vorstellen, wie die Zuschauer damals das Kino wohl verlassen haben mögen: Vor Begeisterung besoffen? Total geflasht? Empört um den Untergang des Abendlands fürchtend? Nur ein Jahr nach Außer Atem, der dem Kino schon etliche Konventionen um die Ohren haute, dreht Godard nun völlig ab: Alle paar Augenblicke zaubert er einen neuen selbstreferentiellen Trick, ein Gattungs-, Genre- oder sonstiges Filmzitat aus dem Hut, man weiß quasi nicht, auf welche Weise die vierte Wand und Erzählung selbst als nächstes zerschossen werden. So kann man den Film nur in der Zerstreuung konsumieren und darf den Moment erwarten, in dem das ganze Feuerwerk völlig in sich zusammensackt: In dem Moment nämlich, wo es mal keinen der beschriebenen Gags gib, als Anna Karina und Belmondo am Tisch sitzen und sich einfach nur unterhalten. Hier wird dann auch klar, um welchen Preis das hippe Posing erkauft wird, nämlich um die völlige Abwesenheit von Charakteren und deren Motivationen. Aber die haben Monsieur G. ja noch nie interessiert.

Calendar (http://www.ofdb.de/film/24715,Calendar)

Ein (was die Produktionskosten betrifft) winziger, dafür sehr persönlicher und formal durchaus anspruchsvoller Film von Atom Egoyan, um den es ja in letzter Zeit etwas ruhiger geworden ist. Vermittels einer ausgetüftelten Überlappung von Bild-, Ton- und Zeitebenen, bei wechselnden Handheld Video- und statischen 8mm-Bildern sehen wir einem nicht all zu sympathischen Intellektuellen zu, wie er seiner verlorenen Liebe hinterhertrauert. Die narrative Strategie versetzt den Zuschauer abwechselnd in die Ich/Kameraperspektive des Hauptdarstellers in der Vergangenheit in der armenischen Bergwelt (er nur als Stimme präsent), und als konventionellen Beobachter in der kanadischen Gegenwart in der Wohnung des Hauptdarstellers/Regisseurs (seine Frau nur als Stimme präsent). Ein sehr lohender Essay über Identität und Fremdheit (biographische Parallelen sind offenkundig) und über das Spiel von Ab- und Anwesenheit vor und hinter der Kamera.


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: cyborg_2029 nach 24 April 2013, 21:01:18
Centurion - Fight or Die
Nachdem Neill Marshal es geschafft hat, mit "Doomsday" einen meiner Lieblingsfilme zu kreieren, war ich sehr gespannt auf sein neues Werk, obwohl mich das römische Reich eigentlich gar nicht juckt.
Ganz klar stehen Story und Charaktere im Hintergrund, was dazu führt, dass es nie wirklich spannend wird. Die Figuren sind so langweilig eindimensional, dass man ihnen nur zuschaut, anstatt mitzufiebern. Ok, denkt man, da können wenigstens die Actionszenen was retten. Aber Pustekuchen. Statt guter Kämpfe sieht man nur eine Schnittreihenfolge von blutigen Abschlachtungen - wenigstens handmade. Also habe ich mich vor allem an den herrlichen Landschaftsaufnahmen erfreut, nur leider ist es eben keine Naturdoku.
Somit nur 5/10 abgetrennten Gliedmaßen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 24 April 2013, 22:17:30
127 Hours
Manchmal hasse ich es, recht zu haben. Als der Film damals in den Kinos lief und immerhin für sechs Oscars nominiert war, war ich irgendwie nur mäßig interessiert. Ein Mann geht im Grand Canion wandern, klemmt sich seinen Arm unter einem Felsen ein und muss ihn am Ende abschneiden, um freizukommen. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, dass ein Film mit so einem eingeschränkten Szenario viel mehr als oberflächliche Unterhaltung bieten kann und auch die Hauptfigur des sportlichen Sunnyboys ließ nicht unbedingt auf viel Identifikationspotenzial hoffen. Aber irgendwie hat mich der Drang nicht losgelassen, mir selbst ein Bild zu machen und immerhin hatte mir Slumdog Millionär von Boyle ganz gut gefallen. Als 127 Hours dann vor ein paar Wochen schließlich im Fernsehen lief, habe ich ihn aufgezeichnet und jetzt gesehen.

Und, nunja, ich habe tatsächlich genau das bekommen, was ich von Anfang an erwartet hatte. 127 Hours ist wirklich kein schlechter Film. Regie, Kamera und Schnitt sind sehr kreativ und visuell beeindruckend und auch James Franco schlägt sich in dieser Beinahe-One-Man-Show gar nicht schlecht. Aber was steckt dahinter? Der Protagonist und die paar Nebenfiguren, die am Anfang und in Rückblenden auftreten, bleiben ungemein flach. Aron Ralston ist in einem guten Elternhaus aufgewachsen, jetzt Ingenieur, treibt viel Sport, ist aber ein relativ egozentrischer Einzelgänger, weshalb er sich mit seiner Freundin zerstritten hat. Seine Freundin ist blond und hübsch, seine Eltern nett und seine Schwester spielt Klavier und heiratet gerade, während Aron im Canyon steckt. Aron macht sich Selbstvorwürfe, merkt, dass seine Ich-Bezogenheit ihn in diese Lage gebracht hat (denn er hat niemandem von seinem Trip erzählt), was wir erfahren, weil er seine Zeit unter anderem damit verbringt, eine Art Video-Tagebuch zu führen. Das ist eine recht gute Idee, so wie Boyle viele gute Ideen hat, um die Geschichte etwas interessanter zu machen und dem Zuschauer zu ermöglichen, sich so gut wie möglich in die hoffnungslose Situation einzufühlen.

Aber insgesamt reicht das halt nicht so wirklich. Wenn man die Handlung eines Filmes in vier Sätzen erzählen kann, dann muss man eben genug zwischen die Zeilen packen, vielschichtige Charaktere liefern, Interpretationsspielräume lassen! All das macht Boyle nicht. Und so bleiben am Ende einfach nur 90 Minuten kurzweilige Unterhaltung, die man schnell wieder vergisst. Also bezeichnenderweise das genaue Gegenteil von dem, was der echte Ralston erlebt hat... 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 28 April 2013, 14:39:57
Sitzen alle anderen in der Sonne und nur ich gucke Filme?  :00000109: :icon_mrgreen:

Sterben für Anfänger (UK 2007)
Bei einer Beerdigung geht alles schief, was nur schief gehen kann. Mehr Story hat diese britische Komödie leider nicht zu bieten, was ja auch nicht immer schlimm sein muss, wenn denn alles andere stimmt. Leider hat Sterben für Anfänger meinen Humor überhaupt nicht getroffen. Über weite Strecken unglaublich vorhersehbar (jemand versteckt Drogen in einem Valiumfläschchen, was da wohl passiert?) und Gags die... naja, ich will jetzt nicht flach sagen, aber doch eher körperbetont statt dialogbetont sind und damit meinem Geschmack sehr entgegenlaufen. Im Laufe der Beerdigung stehen drei Leute unter Drogen, die Leiche fällt aus dem Sarg (ob jemals eine Beerdigungs-Komödie ohne diese Szene auskommt?) und der absolute Tiefpunkt wird erreicht, als jemand verzweifelt versucht, Kot von seiner Hand zu bekommen wärend in einer Parallelmontage ein gefesselter Kleinwüchsiger auf Drogen im Nebenzimmer auf dem Sofa herumspringt. Mit 14 hätte ich mich da vielleicht noch bei weggeschmissen, aber inzwischen kann ich da nur noch müde lächeln. Am Ende gibt es natürlich noch ein bisschen Kitsch und innerhalb von wenigen Stunden haben mehrere Charaktere auch noch eine positive Entwicklung durchgemacht...*seufz*.

Naja, auch wenn es so klingt, der totale Reinfall war es auch wieder nicht. Ein paar Mal musste ich schon lachen und die Schauspieler waren durchgehend sehr gut. Insgesamt 5 von 10 Särgen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 28 April 2013, 18:54:17
Running Woman (1998)
Theresa Russell als Frau die zu Unrecht fuer den Tod ihres Sohnes verantwortlich gemacht wird, sich auf die Flucht begibt um den wahren Moerder zu finden.
Billiger Ramsch mit Andrew Robinson als Cop der ihr hinterherhetzt.
Eine unfreiwillig komische Szene jagt die naechste, ziemlich billiger Trash.
Beste Szene:
Sie spuerten sie am Hafen auf, sie springt auf ein Boot, ploetlich stehen die Cops mit Sturmgewehr und montierten Zielfernrohr  :00000109: auf dem Pier und ballern wild drauf los.  :LOL:
Herrlich.
Muss man wirklich nicht gesehen haben, gibt so 3/10 Punkten

Jacob (2011)
Halbwegs ansehbarer Hinterwaeldler-Slasher dem es leider an einem halbwegs ordentlichen Budget mangelt.
Was Michael Biehn geritten hat da mitzuspielen bleibt wohl fuer immer ein Geheimnis.  ;)
Atmosphaerisch nichtmal so schlecht, bisschen Blut und die extreme Ueberzeichnung der Rednecks sowie das absolute Overacting mancher Schauspieler fassen den Film wohl am besten zusammen.
Um die 4/10 Punkten, kann man sich als Horrorfan durchaus antun.

Battle Royale (2000)
Hatte endlich mal Zeit mir meine US-BluRay zu goennen, und selbst nach fast dreizehn Jahren hat der Film nix von seiner Intensitaet verloren.
Sehr zu empfehlen die BluRay, gibt es manchmal fuer um die 13$ bei amazon.com.
9/10 Punkten

Dragon (2011)
Donnie Yen als Mann der seine Identitaet vor seiner Familie verheimlicht und sie damit in toedliche Gefahr begibt.
Hervorragend gefilmt, sehr gelungene Martial Arts-Szenen mit erfreulich wenig Wirework, wunderschoene Settings und wirklich gelungene Ausstattung machten den Film zu einem netten Erlebnis.
Einziger Wermutstropfen war der Soundtrack. Stellenweise klang mir der etwas zu modern, da haette ein mehr klassischer Soundtrack besser gepasst.
Gibt trotzdem 7/10 Punkten.

Civic Duty (2006)
Ziemlich interessanter Thriller ueber die Effekte der 9/11-Ereignisse in den folgenden Jahren und wie sie unser Denken beeinflussen.
Inszenatorisch nicht immer top (viel unnoetige Wackelkamera und Spielereien) aber schauspielerisch wirklich top.
Definitiv sehenswert, vor allem das Ende gibt einem dann doch zu denken, 6/10 Punkten

Cosmopolis (2012)
Sterile Charaktere in einer morbiden Geschichte die mich von der ersten Sekunde an in ihren Bann zog.
Robert Pattinson hat definitiv das Zeug zu einem anstaendigen Charakterschauspieler, daran hab ich garkeinen Zweifel nach dieser Sichtung hier.
Was mich noch immer Gruebeln laesst ist das kaltbluetige Erschiessen seines Bodyguards. Warum? Weil er nicht will das ihm jemand Vorschriften macht? Weil er unabhaengig sein will? Weil er die Kuchenattacke nicht verhindern konnte?
Ich gebe 8/10 Punkten.
P.S.: Interessanteste These bzw. Herangehensweise an den Film die ich las (und auch ausprobierte)?
Sich den Film als They Live aber aus der Perspektive der Aliens anzusehen. Machte nen Heidenspass.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 28 April 2013, 20:05:53
Zitat von: lastboyscout nach 28 April 2013, 18:54:17
Dragon (2011)


An den Titel kann, und will, ich mich einfach nicht gewöhnen. Wie kann man denn von Wu Xia auf Dragon kommen? Völlig bescheuert!


Zitat von: lastboyscout nach 28 April 2013, 18:54:17
Cosmopolis (2012)
Sterile Charaktere in einer morbiden Geschichte die mich von der ersten Sekunde an in ihren Bann zog.
Robert Pattinson hat definitiv das Zeug zu einem anstaendigen Charakterschauspieler, daran hab ich garkeinen Zweifel nach dieser Sichtung hier.
Was mich noch immer Gruebeln laesst ist das kaltbluetige Erschiessen seines Bodyguards. Warum? Weil er nicht will das ihm jemand Vorschriften macht? Weil er unabhaengig sein will? Weil er die Kuchenattacke nicht verhindern konnte?
Ich gebe 8/10 Punkten.


Ich wurde auch in seinen Bann gezogen, Pattinson fand ich äußerst passend. Hat mir sehr gefallen der Film.

Ich weiß es natürlich nicht, habs Buch auch nicht gelesen, aber ich denke, es war der "Point of no return" zu Pattinsons Selbstzerstörung. Außerdem kam es mir so vor, dass er es getan hat, weil er es konnte, ach weil ihn die ultra sichere Sicherung der Waffe gereizt hat. Außerdem, wollte er zum Friseur.

ZitatP.S.: Interessanteste These bzw. Herangehensweise an den Film die ich las (und auch ausprobierte)?
Sich den Film als They Live aber aus der Perspektive der Aliens anzusehen. Machte nen Heidenspass.


Vielleicht, beim nächsten Mal.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Ong-Bockel nach 28 April 2013, 20:19:15
Zitat von: lastboyscout nach 28 April 2013, 18:54:17
Dragon (2011)
Donnie Yen als Mann der seine Identitaet vor seiner Familie verheimlicht und sie damit in toedliche Gefahr begibt.
Hervorragend gefilmt, sehr gelungene Martial Arts-Szenen mit erfreulich wenig Wirework, wunderschoene Settings und wirklich gelungene Ausstattung machten den Film zu einem netten Erlebnis.
Einziger Wermutstropfen war der Soundtrack. Stellenweise klang mir der etwas zu modern, da haette ein mehr klassischer Soundtrack besser gepasst.
Gibt trotzdem 7/10 Punkten.


Danke für den Tipp. Ist vorgemerkt. :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 28 April 2013, 20:39:03
Du weißt aber schon, dass das Wu Xia ist, und wir einen 3 Jahre alten Thread zu dem Film haben?^^

http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,143648.0.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,143648.0.html) ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Ong-Bockel nach 28 April 2013, 20:51:25
Bekomme doch kaum noch was mit. :zzz: Nun bin ich aber zumindest vor 'ner potentiellen Schnippelfassung gewarnt...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 28 April 2013, 20:56:53
Oh. :icon_sad:

Aber Drei Jahre... :icon_lol: ;)

The Lost Bladesman, mit Donnie, hast du aber gesehen, oder? http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,137503.0.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,137503.0.html)

Der war auch cool! Fand ich besser als den 14 Blades. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Ong-Bockel nach 28 April 2013, 21:08:50
Zitat von: RoboLuster nach 28 April 2013, 20:56:53
Oh. :icon_sad:

Aber Drei Jahre... :icon_lol: ;)


Höchstwahrscheinlich gelesen damals. :icon_lol: Und später aus den Augen verloren...

Zitat von: RoboLuster nach 28 April 2013, 20:56:53
The Lost Bladesman, mit Donnie, hast du aber gesehen, oder? http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,137503.0.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,137503.0.html)

Der war auch cool! Fand ich besser als den 14 Blades. ;)


Zumindest bin ich mir seiner Existenz bewusst. :icon_cool: Der Letzte, den ich sah, müsste Ip-Man 2 (oder Legend of the Fist?) gewesen sein...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 28 April 2013, 21:19:59
The Alamo, USA 1960 (http://www.ofdb.de/film/8336,Alamo)

Wer ein patriotisches Heldenepos, ja einen nationalen Erbauungsfilm aus dem Hause John Wayne überhaupt nicht sehen möchte, sollte lieber einen großen Bogen um THE ALAMO machen. Über 155 Minuten wird die verlorene Schar von knapp 200 texanischen Milizangehörigen verklärt, die das Fort Alamo gegen eine 7000 Mann starke mexikanische Armee bis zum letzten Mann verteidigte, um Zeit für die texanische Hauptarmee zu gewinnen, welche erst im Aufbau war.

Der Film war nicht irgendein weiterer Western für John Wayne, sondern eine Herzenzangelegenheit, für deren Verwirklichung er jahrelang kämpfte. Als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einem spiegelt der Film weit unmittelbarer als alle Howard-Hawks- oder John-Ford-Western seine Vorstellung von den amerikanischen Werten. Diese Distanzlosigkeit der Machers Wayne zur Kunstfigur Wayne ist fatalerweise auch die Schwäche des Films. Über lange, viel zu lange Passagen wirken die Dialoge wie aus einem gutgemeinten Lehrbuch der rechten Gesinnung ausgestanzt und aufgesagt. Wie anders hätte ein Howard Hawks die Charaktere dramaturgisch miteinander verflochten. Auch die Bilder, die John Wayne findet, sind handwerklich alle gekonnt, aber wenig originell. Die vorzügliche Ausstattung ist schön anzusehen, aber nicht auszudenken, was John Ford hierzu hätte einfallen können.

Mit THE ALAMO wollte John Wayne in die Geschichte eingehen und dazu noch die Bestätigung durch die Oscars. Zu seiner großen Enttäuschung wurde aus beidem eher wenig. In die Geschichte ging er mit RIO BRAVO und THE SEARCHERS ein, den Oscar bekam er spät für TRUE GRIT.

6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 29 April 2013, 00:30:28
Oh, ganz vergessen dieses Horror-Schmankerl hier zu erwaehnen.
Stitches (2012)
Was fuer eine geiler, uebertriebener, blutruenstiger und mit hervorragenden Effekten aufwartender Horrorfilm.
Sehr geniale Morde die meist nicht wie Fast Food sondern wie ein Drei- oder Vier-Gaenge-Menue serviert werden.
Da hat man sich maechtig ins Zeug gelegt.
Was fuer ein Fest, ich bin noch immer hin und weg.
Selbst die Schauspieler sind ganz anstaendig, fuer einen niedrig budgetierten Horrorfilm aus Irland beachtenswert.
Wandert definitiv ins Regal, ANSEHEN Leute, unbedingt.
9/10 Punkten

P.S.: Man koennte ihn auch fuer zwei Suchanfragen die wir hier drin hatten gleichzeitig vorschlagen:
Filme aus Irland und Filme mit Clowns.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 29 April 2013, 07:01:22
Zitat von: lastboyscout nach 29 April 2013, 00:30:28
Stitches (2012)
Wandert definitiv ins Regal, ANSEHEN Leute, unbedingt.


Der ist ja auch schon hierzulande zu haben. Werd ich mir gewiss mal ansehen. Danke für den Tipp.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 29 April 2013, 07:43:57
Keine Ursache.

Gangster Squad (2012)
Ist jetzt weniger der elegante Gangsterthriller denn ein Gangsteractioner geworden.
Schauspielerisch hat sich da ja das Allerfeinste vor der Kamera versammelt, mein lieber Scholli.
Bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt, einfach nur wow.
Action ist wuchtig und brutal, da wurde nicht gekleckert sondern geklotzt. Sehr fein.
Wenn man sich daran gewoehnt hat nen Actioner serviert zu bekommen funktioniert es ganz wunderbar.
Gibt 7.5/10 Punkten

Django Unchained (2012)
Hm, bin jetzt da nicht so hunderprozentig auf den Fanwagen aufgesprungen.
Gibt etliche hervorragende Szenen, ein paar coole Oneliner und geniale Schauspieler sowie viele nette Zitate.
Macht das einen guten Film? Leider nein.
Hierbei hat Quentin sein Haendchen fuer Musik verloren, selten so unpassende Musikauswahl in einem Film gehoert.
Sehr enttaeuschend, wenn ich da nur an Kill Bill zurueckdenke wird mir ganz anders, da war jedes Musikstueck einfach nur perfekt gewaehlt.
Auch zieht sich der Streifen unglaublich in die Laenge, der ist ne gute halbe bis dreiviertel Stunde zu lange.
Auch wirkten die extremen Blutfontaenen deplaziert, wollte er hiermit auf den Kampf mit den Crazy 88 aus Kill Bill einen draufsetzen?
Klar sind viele der homagierten Filme gewalttaetig, aber an sowas kann ich mich eigentlich nicht erinnern.
Schade, die Vorfreude war naemlich immens.
6/10 Punkten

Attack Of The Herbals (2011)
Ganz annehmbare englische Amateur-Horrorkomoedie die leider etwas dauert bis sie in Fahrt kommt.
Geht um zwei Freunde die ne angeschwemmte Kiste finden und deren Inhalt an die Bevoelkerung der kleinen Insel verhoekern.
Der Nazi-Tee verwandelt die ganzen Anwohner dann in Zombies. Ist wohl der erste Zombie-Film bei dem Tee der Ausloeser fuer die Verwandlung ist.  :icon_mrgreen:
Effekte sind budgetbedingt (£15,000 ) nicht besonders einfallsreich oder ausgewalzt, leider, das hat dem Film eindeutig gefehlt.
Schauspielerisch auf dem hoelzernen Level, dafuer kameratechnisch ganz ordentlich eingefangen.
Fuer Zombie/Horror-Allesgucker nen Blick wert, der Rest sollte wohl die Finger von lassen.
4/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 29 April 2013, 12:01:50
Stitches ist wirklich total cool! Auch wie die Clowns dargestellt werden, suuuper. :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Private Joker nach 29 April 2013, 14:16:11
7 Psychos
(klingt als Filmtitel irgendwie ziemlich seltsam, btw, in den Zeiten, in denen (fast) alles unter dem Originaltitel anläuft, hätte man das auch nicht unbedingt "eindeutschen" müssen)

Brügge sehen ... war ein netter kleiner, sicher nicht umwerfender Gangsterfilm, dank Lokalkolorit und zumindest ein bis eineinhalb guter Typen. Ohne Schauplatzbonus und mit viel mehr (überflüssigem) Personal ist die Luft aber schlagartig raus. Und irgendwie hat man vergessen, McDonagh darüber zu informieren, dass die Zeit für derartig krause Humor/Gewaltmixturen mitsamt wirrer Handlung und öder Endlosdialoge eigentlich vorbei ist, auch und gerade dann, wenn man in Sachen Abgedrehtheit noch einen oder zwei draufsetzt: Hier passt eigentlich gar nichts, nicht die Bluteffekte, nicht die Schauspieler, und allein schon wegen der völlig bescheuerten Mixtur aus Fantasie- und realen Szenen/Figuren würde ich den Machern mal dringend eine gute Entzugsklinik empfehlen.

3/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 29 April 2013, 20:35:16

1984 (http://www.ofdb.de/film/4425,1984)

Lange Zeit habe ich vor mir hergeschoben, den Film mal wiederzusehen, zu tief hatten sich die Bilder vom gequälten John Hurt und dem fiesen Richard Burton in mein jugendliches Hirn gebrannt. Beim Wiedersehen ist vom damaligen Schrecken (leider? zum Glück?) nicht viel übrigggeblieben. Es hat sich eher ein Gefühl eingeschlichen wie beim Sehen von Watchmen oder Tinker, Taylor... (2011) - eine Art seltsamer Nostalgie, ein Sehnen nach den trotz aller Paranoia klar definierten Feindbildern während des kalten Krieges (obwohl ich, wie die meisten von uns, diese Zeit und ihre Stimmung nur versuchsweise rekonstruieren und damit sicherlich auch verklären kann). Interessanterweise hat sich das Grundthema des Films, die Beinflußbarkeit des menschlichen Geistes bzw. seine Widerstandsfähigkeit gegen Manipulationen, denkbar frisch gehalten. Nur starren wir heute nicht auf einen großen, sondern viele kleine Bildschirme, und statt einem gemeinsamen huldigt jeder seinem Privatgötzen. Der Effekt ist ähnlich: Ruhigstellung der Massen durch die Machteliten. Erbringt man diese geringe Transferleistung, hat man mit 1984 einen brandaktuellen (und dabei vermutlich zu wenig gesehenen) Klassiker.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Hitfield nach 29 April 2013, 23:49:41
Space Soldiers (USA 2012)

Als Science Fiction-Allesseher konnte ich mal wieder nicht widerstehen. Schlauer werde ich auch nicht. Besetzung, Effekte und Ausstattung sind in einigen Momenten okay, meistens mäßig und manchmal ziemlich schwach. Ich habe in den letzten Jahren in der Videothek aber schon wesentlich schlechtere Arbeiten erwischt, was den "Look" angeht (zum Beispiel "Humanity's End" oder "Battlespace").

Die ersten fünf Minuten sind echt gelungen: ein Astronaut im Anzug schwebt im leeren Raum und beobachtet die weit entfernte Weltraumschlacht zweier verfeindeter Gruppen im Orbit eines Planeten. Sieht ziemlich gut aus. Auch die Story (es geht um Weltraumpiraten, die den Schrott von interplanetarischen Kriegen einsammeln) ist gelungen und bietet gute Anknüpfungspunkte.

Im weiteren Verlauf spielt das aber ebenso wenig eine Rolle wie die auf der Cover-Rückseite angekündigten Parallelen zu "Event Horizon". Es folgen 80 Minuten hohle Dialoge und ein paar kurze Konfrontationen mit Budget-freundlichen, sehr irdischen, sehr gegenwärtig anmutenden Pistolen. Einzige handwerklich wirklich überzeugend umgesetzte Szene im restlichen Film ist der Splatter-Moment, wenn der Klon bei der Berührung des Artefakts in einer riesigen Blut- und Gedärme-Explosion hochgeht und den ganzen Raum einsaut. Aber was soll's, ein paar Liter Blut machen noch keinen erträglichen Film.

Es geht natürlich noch schlechter, dennoch ist der Film Bodensatz. 1 / 10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: RoboLuster nach 30 April 2013, 01:38:42
Der war doch irgendwie witzig. Eindeutig der trashige kleine Parodie-Bruder von Firefly / Serenity. Charaktere, Setting, Story, alles erinnert an die kult Serie. Hier haben wir Superschablonenhafte Charaktere, die ihre jeweiligen Rollen bis zum Exzess auf die Spitze treiben. Beispiel: Wake, der "gute" Captain ist ein Bilderbuch Märchen Held erster Güte, stellt euch den Capt. der Firefly vor, und nun potenziert alle seine Attribute ins unendliche, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung, vom Auftreten des Capt. in diesem Film. Das wirkt so kitschig heroisch megacool absolut dämlich, dass man nur darüber lachen kann.

Die restliche Besatzung der "guten" ist nicht der Rede wert (wie bei Firefly, nur noch weniger). Die "bösen" sind da schon interessanter, zB ein nörgelnder Steuermann mit dem tollen Namen Overkill, dann das Pendant zu Fireflys "Summer Glau", eine stoisch unbewegte Gefrierfach Brutalokampftusse, und schließlich der Captain der "bösen", dargestellt von Sean Patrick Flanery (Blutige Pfad Gottes), der wirklich den Vogel abschießt. Sein Captain Jekel bewegt sich, stets over the top zwischen den Grenzen von leiser Verzweiflung und manischem Wahnsinn.

Also kurzum, dieser Film ist so gaga, dass kann unmöglich ernst gemeint sein. Die ganze Doofheit, wird so dermaßen furztrocken rübergebracht, dass man die billig Effekte kaum wahrnimmt, und zwischen Lachen und Maulsperre, will man einfach nur ausschalten... aber dann ist der Film auch schon vorbei.

Ich kann den nicht wirklich leicht bewerten, er ist billig, er ist schlecht, er ist doof, er macht Spaß. (Hier sollte man aber wirklich eher nicht nüchtern rangehen).

ps:  Ich finde, 1 Punkt ist die höchste Ehre, die man diesem Machwerk bieten kann, iwi hab ich das Gefühl, als wolle er nichts anderes als das.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: StS nach 30 April 2013, 18:16:56
Die deutsch-norwegische Co-Produktion ,,Jo Nesbø´s Headhunters" (OT: ,,Hodejegerne") aus dem Jahre 2011 kommt als eine ,,uneinheitlich-unebene Kombination" aus schwarzer Komödie, Krimi und Thriller daher, welche sich in den ersten 70 Verlaufsminuten zwar durchweg vorhersehbar und nie wirklich spannend entfaltet, u.a. dank des zügigen Tempos und der nicht uninteressanten Geschichte allerdings auch nie zu langweilen beginnt - bevor plötzlich eine durchaus packende, knapp sieben-minütige Sequenz eine wahrhaft reizvolle Wendung offenbart und dem Film (kurzzeitig) einen echt ersprießlichen ,,Kick" verleiht. Leider lässt die Qualität des Gebotenen im Anschluss dann jedoch (bis hin zum Einsetzen des Abspanns) im Prinzip genauso schnell wieder nach. Die wenigen Twists sind tatsächlich überraschend und prima geraten - allerdings lassen die Charakterzeichnungen teilweise zu wünschen übrig (da des Öfteren nicht gerade stimmig), sind einige Logik-Löcher unverkennbar und kommt die Inszenierung (inklusive Optik) nie über ein ,,solides TV-Niveau" hinaus (ähnlich wie zuvor auch schon die skandinavische ,,Millennium"-Trilogie). Zumindest darstellerisch sehe ich keinen nötigen Anlass zur Klage - wobei (einfach mal so nebenbei erwähnt) anzuführen ist, dass mich Hauptdarsteller Aksel Hennie vom Aussehen her stets an einen ,,jungen Christopher Walken" erinnert hat. Als Buch mag die Story vielleicht (hoffentlich) besser funktionieren bzw. funktioniert haben - der Film jedenfalls krankt merklich an seinem ,,holprigen inhaltlichen Ton" (mal humorvoll, mal auf cool getrimmt, mal gritty und brutal etc.) und stellt somit kein wirklich zufrieden stellendes Ganzes dar. Schade...   4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 1 Mai 2013, 12:59:39
Die Spielregel, 1939 (http://www.ofdb.de/film/19141,Die-Spielregel)

Der Flieger André Jurieux hat gerade heroisch den Ozean in Rekordzeit überflogen und könnte sich als Nationalheld feiern lassen, doch er verweigert sich diesem Spiel, da er nur aus Liebe zur verheirateten Christine gehandelt hat. Diese gehört zur französischen Oberschicht, die einen dekadenten und überkommenen Lebensstil pflegt, wo es keine aufrichtigen Gefühle gibt sondern nur Tändeleien und flüchtige Liebschaften. André nimmt die Einladung zu einer Jagdgesellschaft auf dem Lande ein, wo sich die Gesellschaft zu einem burlesken, ebenso komischen wie tragischen Zusammensein einfindet. Man gibt sich freigeistig und -zügig, aber hält doch eisern ungeschriebene Regeln ein. Wer sie bricht, weil er es ernst meint mit seinen Gefühlen, wird schnell zur tragischen Figur.

Jean Renoirs Porträt der französischen Gesellschaft, das wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die Kinos kam, konnte aufgrund der Zeitumstände erst in den 1950er Jahren seine volle öffentliche Wirkung erlangen. Man sah in ihm eine Prophezeiung der kommenden französischen Katastrophe. Genau deshalb wurde es mit Deutungen derart überfrachtet, die den Film aus der Sicht der Nachkriegsgesellschaft völlig über- und fehlinterpretierten. Auch Renoir war 1939 kein Prophet.

Selbst wenn man archäologisch diese ganzen Interpretationsschichten ausmistet, bleibt aus heutiger Sicht doch DIE SPIELREGEL ein eindrucksvoller, aber weitgehend historisch entrückter, ja teilweise musealer Streifen. Vielleicht liegt dafür die Ursache in seinem Erfolg bei Kritikern und Künstlern, denn seine Art des Gesellschaftsporträts wurde seither vielfach nachgeahmt um weiterentwickelt. Was 1939 neu und provokant war, wirkt heute selbstverständlich und althergebracht. Ein Problem, das viele Filmklassiker der Vorkriegszeit haben.

Historisch sehr interessant und auch ohne filmhistorische Brille noch gut sehbar, ist DIE SPIELREGEL aber gewiss nicht mehr ein so überwältigendes Erlebnis, das man ihn heute noch zu den ,,besten Filmen aller Zeiten" rechnen möchte.

7.5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 1 Mai 2013, 23:00:48
Na, daß Du das Kind nicht mit dem Bade ausschüttest! Ich müßte den Film zwar auch wieder auffrischen und würde das jederzeit gern tun, denn ich habe ihn als elegant gefilmt (dabei aber längst nicht so aufdringlich wie Ophüls) und mit herrlichem Dialogwitz versehen in Erinnerung, mit einigen unvergeßlichen Szenen (die Jagd, die Orgel, das nächtliche Durcheinander) und einer wohltuend melancholisch-ironischen Distanz zu den dargestellten Problemchen der besseren Gesellschaft. Über Bannersprüche wie "Bester Film aller Zeiten", den bestimmt die Franzosen zuerst drangeheftet haben, brauchen wir wohl nicht zu diskutieren. J'äm bokuh le Renoir, jedenfalls bevor er nach drüben ging.


Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben (http://www.ofdb.de/film/195509,Uncle-Boonmee-erinnert-sich-an-seine-fr%C3%BCheren-Leben)

Habe ich nicht verstanden, Kommentar entfällt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 1 Mai 2013, 23:53:32
Der Schatz der Sierra Madre (1948)
Schöner Abenteur-Film-Klassiker mit tollen Schauspielern, großartiger Kamera und einem stimmigen Soundtrack. Das Thema wie das Gold Habgier und Neid in eigentlich guten Menschen hervorruft hat mir gut gefallen, insgesamt hätte das Pacing für meinen Geschmack aber ruhig etwas flotter sein können. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bretzelburger nach 2 Mai 2013, 10:41:01
Zitat von: Discostu nach  1 Mai 2013, 23:53:32
Der Schatz der Sierra Madre (1948)
Schöner Abenteur-Film-Klassiker mit tollen Schauspielern, großartiger Kamera und einem stimmigen Soundtrack. Das Thema wie das Gold Habgier und Neid in eigentlich guten Menschen hervorruft hat mir gut gefallen, insgesamt hätte das Pacing für meinen Geschmack aber ruhig etwas flotter sein können. 7/10


Keine grundsätzliche Kritik an deiner Aussage, aber warum muss das "Pacing" flotter sein? - Das deutlich gemächlichere Tempo ist ja der häufigste Grund für Viele, sich alte Filme nicht mehr anzusehen - gar nicht mal so sehr bei den Filminteressierten hier im Forum, sondern generell (so ist meine Frage auch gemeint - nicht an dich, sondern in den Raum gestellt). Klar mag ich auch schnell geschnittene Action-Filme, aber warum nicht auch einen langsamen - wieso schließt sich das aus oder lässt zumindest den Wunsch entstehen, das auch ein sehr guter alter Film (zumindest hinsichtlich Story, Darsteller, Regie usw.) trotzdem noch etwas flotter sein könnte? Ist das der Lauf der Moderne, das immer höher, schneller, weiter, was von fast Allen eher kritisch angesehen wird, zumindest bezogen auf das eigene Leben?

Letztens musste ich eine unglaublich idiotische Kritik zu Hitchcocks "Vögel" in der OFDb lesen, in der eine Userin den Film nach reinen Unterhaltungs-Kriterien beurteilte - von denen sie zudem keine Ahnung hat. Daran knüpft sich die häufige Argumentation, dass "alte Filme" (also alles von vor 1990) nicht nur wegen ihrer Reputation gut gefunden werden sollten, sprich: ob Hitchcocks Film relevant war für seine Zeit, interessiert heute kein Schwein. Im Grunde gebe ich dieser Argumentation recht, denn einen alten Film nur deshalb gut zu finden, weil er einmal eine wichtige Rolle spielte oder super-erfolgreich war usw. ist für mich höchstens ein zusätzliches Kriterium, kein ausschlaggebender Grund. Für mich stellt sich nur die Frage, warum es scheinbar kaum Jemandem mehr möglich ist, sich auf eine andere Sichtweise einzulassen ? - Man hat die freie Wahl, achtet auf seine Stimmung und die äußeren Umstände und freut sich daran, dass dieser Film genau so wurde wie er ist. Man kann einen Film mögen oder nicht, aber warum gelingt es so selten, die immer gleichen Erwartungshaltungen, den immer gleichen Horizont einen Moment lang auszublenden?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 2 Mai 2013, 12:24:35
Also auch wenn du mich nicht direkt ansprechen willst, habe ich trotzdem ein bisschen das Gefühl, mich verteidigen zu müssen:

Ich gebe mir immer die allergrößte Mühe, meine Erwartungshaltungen bei alten Filmen entsprechend anzupassen. Würde ich den Schatz der Sierra Madre wirklich direkt mit Indiana Jones oder sowas vergleichen, hätte er vermutlich 5/10 Punkten bekommen (denn wie kann man allein schon auf die blöde Idee kommen, einen Abenteuerfilm in 4:3 und schwarz/weiß zu drehen?   :doof: :icon_mrgreen:). Aber für meine subjektive Bewertung eines Filmes spielt es einfach keine unerhebliche Rolle, wie es mir beim Anschauen ging. Und ich habe mich in diesem Film ein paar Mal dabei erwischt, auf die Uhr zu gucken. Vermutlich bin ich einfach ein etwas ungeduldiger Mensch und langweile mich vielleicht schneller, als andere Filmfans hier. Aber solange das so ist, fließt das auch in meine Bewertung mit ein, denn diese soll kein objektives Urteil sein sondern eher wiedergeben, "was hat der Film mit mir gemacht", wo 10/10 halt bedeutet "hat mich selbst beim dritten Mal noch total geflasht" und 7/10 "hat mich die meiste Zeit sehr gut unterhalten".

Im Endeffekt bedeutet "insgesamt hätte das Pacing für meinen Geschmack aber ruhig etwas flotter sein können" im Umkehrschluss natürlich eigentlich "leider habe ich meine modernen Sehgewohnheiten nicht vollständig genug ablegen können, um diesen Film ohne gelegentliche Ungeduld gucken zu können". Das trifft natürlich nicht nur alte Filme, auch "The Master" hat bei mir aus ähnlichen Gründen nur 7/10 Punkten bekommen. Ich will in Wirklichkeit diese Filme natürlich nicht ändern. Aber ich weiß leider auch nicht, ob ich es jemals schaffen werde, mich selbst so zu ändern, dass mir langsame Filme besser gefallen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 2 Mai 2013, 13:29:28
Das führt letztlich zu der alten Frage: Was ist ein "langsamer" Film? Kürzere Einstellungslängen, höhere Schnittzahl?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 2 Mai 2013, 14:53:28
Zitat von: MMeXX nach  2 Mai 2013, 13:29:28
Das führt letztlich zu der alten Frage: Was ist ein "langsamer" Film? Kürzere Einstellungslängen, höhere Schnittzahl?


Nee, mit Schnitt hat das für mich gar nichts zu tun, ich bin sogar ein ausgesprochener Freund von langen Einstellungen. Für mich ist generell ein Film langsam, wenn die Handlung langsamer vorankommt als ich es nötig finde. Das ist natürlich auch wieder hochgradig subjektiv. Es hat aber glaube ich eher mit der Länge von Szenen zu tun als mit der Länge von Einstellungen, aber selbst das trifft es eigentlich nicht so ganz. 2001: Odyssee im Weltraum ist ein Film, der mir zum Beispiel trotz seiner langen Szenen nicht langsam vorkommt, weil der Film eine gewisse Grundspannung hat, die mich einfach nicht loslässt. Einzige Ausnahme ist da die Stargate-Sequenz, die ich dann wieder "länger als nötig" finde. Um bei Kubrick zu bleiben: Barry Lyndon fehlt diese Grundspannung (und er ist zusätzlich natürlich auch noch eine Stunde länger) und er hat viele Szenen, die relativ lang und schön anzusehen sind, aber durch die fehlende ständige Bedrohung (die in 2001 durch den Monolithen und durch HAL gegeben ist) eher wenig... Nervenkitzel haben.

Ich merke auch hier einfach, dass ich das nicht wirklich an objektiven Eigenschaften von Filmen festmachen kann. Wenn ich während eines Filmes irgendwann mit einer leichten Ungeduld darauf warte, dass mal wieder etwas passiert, das die Story voranbringt, dann ist er mir zu langsam.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 2 Mai 2013, 15:30:14
Eraserhead (1977)

Auch über 35 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat ERASERHEAD nichts von seiner Kraft verloren. Selten gingen persönliche Vision und künstlerische Ambition in einem Erstlingswerk so eine durchweg originelle wie gekonnte Synthese ein. Kein angelerntes Kunsthandwerk, keine leeren Avantgardegesten, keine wichtigtuerische Nabelschau, die nur allzu oft die Debuts von Nachwuchsregisseuren aus der Bahn tragen, stören hier die existentielle Wucht dieser alptraumhaften Vision. Eine trostlose, fremde Welt, in der alle sozialen Beziehungen vollständig entfremdet empfunden werden, entwirft David Lynch hier und lässt uns am - wohl autobiographisch motivierten - Schaudern seines Helden vor den Zumutungen des Kosmos teilhaben.

Einsame Klasse 10/10. Die auf der DVD beigefügte Dokumentation über die hanebüchene Entstehungsgeschichte von ERASERHEAD verlängert das Schaudern noch einmal.

@ratz: Ich möchte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und schätze DIE SPIELREGEL durchaus. Vielleicht haben mich tatsächlich gewisse Eigenheiten der Rezeptionsgeschichte über Gebühr genervt, so dass es mir nur ungenügend gelungen ist, einen völlig freien Zugang zu finden. Renoir im Ganzen steht mir jetzt nicht deutlich genug vor Augen, da ich in den letzten Jahren nichts von ihm gesehen habe. LA GRANDE ILLUSION habe ich mal...Moment...im letzten Jahrtausend gesehen.   
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 2 Mai 2013, 17:00:05
Zitat von: Discostu nach  2 Mai 2013, 12:24:35
Im Endeffekt bedeutet "insgesamt hätte das Pacing für meinen Geschmack aber ruhig etwas flotter sein können" im Umkehrschluss natürlich eigentlich "leider habe ich meine modernen Sehgewohnheiten nicht vollständig genug ablegen können, um diesen Film ohne gelegentliche Ungeduld gucken zu können". Das trifft natürlich nicht nur alte Filme, auch "The Master" hat bei mir aus ähnlichen Gründen nur 7/10 Punkten bekommen. Ich will in Wirklichkeit diese Filme natürlich nicht ändern. [...]
Ich finde, das ist ein interessanter Punkt, dieses Sich-nicht-lösen-Können von den modernen Sehgewohnheiten. Ich ertappe mich auch bei einigen Filmen mit dem Gefühl, sie würden nicht richtig in die Pötte kommen, was möglicherweise auch damit zusammenhängt, daß ich mich zu sehr an Hochgeschwindigkeitskino gewöhnt habe, das durch die immer besser werdende Technik mittlerweile in Perfektion geliefert werden kann. Allerdings betrifft das in der Tat nicht nur die sogenannten "alten" Filme, sondern auch diejenigen, die zweifelsohne auch im 21. Jahrhundert noch reichlich gedreht werden. Und der wichtige Punkt ist eben, daß es mir nicht grundsätzlich so geht, sondern - wie gesagt - nur bei einigen Filmen. Das heißt, die Regisseure, die völlig ruhige Filme drehen und mich trotzdem so fesseln, daß ich eben nicht ständig auf das DVD-Player-Display gucken muß, machen für mich ganz subjektiv mehr richtig als diejenigen, die auch völlig ruhige Filme drehen, mich aber doch gelegentlich ungeduldig werden lassen - und, was man nicht vergessen darf, bei mir kommt es eben auch drauf an, in welcher Stimmung ich so einen Film sehe. Das hängt manchmal, glaube ich, wirklich mit der Tagesform zusammen. Das ändert natürlich nichts daran, daß es trotzdem genug Leute gibt, die mit den ollen Schinken vor 1990 nichts anfangen können (meine Schwester mag Schwarz-Weiß-Filme nicht und meidet sie, so gut es geht, sogar modernere wie den tollen "Ed Wood", obwohl sie durchaus Burton-Fan ist), aber mir geht es auch um obige Aussage von Discostu, weil ich sie aus eigenem Empfinden nachvollziehen kann.

Bei "Die Vögel" finde ich es auch unfair, von lahmen ersten 50 Minuten zu reden und temporeicher zweiter Hälfte, weil hier erst Charaktere und Beziehungen ausgelotet werden müssen, bevor es - salopp gesagt - ans Eingemachte geht. Ich habe kürzlich übrigens erstmals "Alles über Eva" gesehen - im Prinzip nichts anderes als ein 135 Minuten langes Dialogstück, bei dem so mancher wahrscheinlich leicht die Flinte ins Korn werfen würde, allerdings so vollgepackt mit bissig-amüsanten Seitenhieben gegen die Theaterwelt, interessanten Figuren (gerade die weiblichen) und herausragenden Schauspielern, daß ich jede Minute genossen habe. Das zeigt, ich bin noch nicht ganz verdorben.  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Akayuki nach 2 Mai 2013, 19:40:34
Zitat von: ratz nach  1 Mai 2013, 23:00:48
Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben (http://www.ofdb.de/film/195509,Uncle-Boonmee-erinnert-sich-an-seine-fr%C3%BCheren-Leben)

Habe ich nicht verstanden, Kommentar entfällt.



Was für ein Zufall, den habe ich auch gestern Abend gesehen.  :icon_surprised:

Vielleicht fehlt mir hier ein gewisses interkulturelles Verständnis, um den Titel wirklich zu verstehen. Aus Thailand kenne ich zugegeben nur eine Auswahl an Prügelfilmen (u.a. mit Tony Jaa), welche allerdings mit der dortigen Kultur soviel gemein haben, wie Bubbletee mit gesunder Ernährung.

Tja, jedenfalls fühle auch ich mich außer Stande, dieses Werk in ein paar Sätzen zu analysieren.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: mr. pink nach 3 Mai 2013, 09:17:09
Hab gestern Excision gesehen.
Was für ein fieses Teil!
Ich bin noch ziemlich ratlos, was ich davon halten soll.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: KrawallBruder nach 3 Mai 2013, 15:53:25
Zitat von: lastboyscout nach 29 April 2013, 00:30:28
Oh, ganz vergessen dieses Horror-Schmankerl hier zu erwaehnen.
Stitches (2012)
[...]ANSEHEN Leute, unbedingt.


Hab ich doch glatt mal getan und ein wirklich sehr unterhaltender Film. Vom Humor her finde ich den Film irgendwie wie eine Mischung aus American Pie und Nightmare on Elm Street 6. Vor allem die Morde.
Am meisten lachen musste ich bei der Szene mit dem Dreirad :D und leicht verstörend fand ich die Szene mit der Katze...
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 3 Mai 2013, 16:32:19
Zitat von: KrawallBruder (Filmriss) nach  3 Mai 2013, 15:53:25
Zitat von: lastboyscout nach 29 April 2013, 00:30:28
Oh, ganz vergessen dieses Horror-Schmankerl hier zu erwaehnen.
Stitches (2012)
[...]ANSEHEN Leute, unbedingt.


Hab ich doch glatt mal getan und ein wirklich sehr unterhaltender Film. Vom Humor her finde ich den Film irgendwie wie eine Mischung aus American Pie und Nightmare on Elm Street 6. Vor allem die Morde.
Am meisten lachen musste ich bei der Szene mit dem Dreirad :D und leicht verstörend fand ich die Szene mit der Katze...


Dann werde ich mir den wohl auch noch geben, wollte den nach LBS' Beschreibung und ein paar guter Kritiken eh schauen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr Orange nach 4 Mai 2013, 02:23:47
Zitat von: Mr. Blonde nach  3 Mai 2013, 16:32:19
Zitat von: KrawallBruder (Filmriss) nach  3 Mai 2013, 15:53:25
Zitat von: lastboyscout nach 29 April 2013, 00:30:28
Oh, ganz vergessen dieses Horror-Schmankerl hier zu erwaehnen.
Stitches (2012)
[...]ANSEHEN Leute, unbedingt.


Hab ich doch glatt mal getan und ein wirklich sehr unterhaltender Film. Vom Humor her finde ich den Film irgendwie wie eine Mischung aus American Pie und Nightmare on Elm Street 6. Vor allem die Morde.
Am meisten lachen musste ich bei der Szene mit dem Dreirad :D und leicht verstörend fand ich die Szene mit der Katze...


Dann werde ich mir den wohl auch noch geben, wollte den nach LBS' Beschreibung und ein paar guter Kritiken eh schauen.


Gerade gesehen und muss sagen, wirklich sehr empfehlenswert!
Neben der o.g. Szene, mein Favorit: Der Clown tötet den Dicken in der Abstellkammer und dieser liegt in seinen Armen, während "Just died in your arms" von Cutting Crew auf der Party einsetzt.  :respekt:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Boo nach 4 Mai 2013, 14:06:36
Bei Stitches fand ich den Anfang recht gut, danach fällt der aber erstmal ordentlich ab. Der Mittelteil ist einfach nicht interessant genug. Dann kommen natürlich noch ein paar ordentliche Kills, aber auch hier hat mir irgendwie das Besondere gefehlt. Insgesamt noch gute 6/10, aber es war deutlich mehr Potenzial vorhanden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 5 Mai 2013, 12:04:42
Mal in Kurzfassung die letzten Sichtungen aufarbeiten:

Texas Killing Fields
Der Streifen hätte eigentlich im Hochsommer geschaut werden müssen - das hätte die angespannt-hitzige Atmosphäre astrein untermalt. Eben jene schwüle Stimmung ist auch der größte Pluspunkt, während sich die anderen Aspekte im Mittelfeld wiederfinden. Von den allgemein solide agierenden Darstellern gefiel mit Sam Worthington am besten, während ich von den anderen einfach besseres gewohnt bin. Die Spannung des Kriminalfalls kommt aufgrund der begrenzten Anzahl potentieller Täter auch nicht über'n Durchschnitt hinaus. Insgesamt also ein annehmbarer Thriller, dessen tolles Setting etwas verschenkt wurde. 5/10

Insider
Nun endlich das (laut Meinung so mancher) "Meisterwerk" von Mann nachgeholt. Ich fand den Film zwar gut, wurde aber nicht komplett vom Hocker gerissen. Die 2,5h hätten meiner Ansicht nach gerne etwas entschlackt werden können; hier hatte ich nicht (wie bspw. beim genialen "Heat") bei jeder Einstellung das Gefühl, dass sie elementar wichtig für die Figuren sei. Pacino und Crow liefern dafür große Leistungen ab. Ein größtenteils starker Streifen, an artverwandte Werke wie "State of Play" oder auch "Good Night, and Good Luck" kommt er für mich aber nicht heran. 7/10

Wall Street - Geld schläft nicht
Kommt keinesfalls an Teil 1 heran. Auch ein vernünftig aufspielender Josh Brolin kann keinen durch und durch schmierigen Michael Douglas ersetzen, welcher hier leider viel zu oft mit störenden Familien-Problemen beschäftigt ist. Das Gefühlsgedöns sorgt dafür, dass die plakative, aber packende Botschaft des Erstlings nicht mehr ganz so kräftig einschlägt. Was bei Figuren und Geschichte teils verhauen wurde, wird immerhin durch die Inszenierung wieder etwas wett gemacht: Abgesehen von ein paar äußerst platten Bildern (platzende Seifenblasen, oh come on...) ist der Streifen sehr schick in Szene gesetzt. Zu mehr als einem soliden Endresultat reicht's aber nicht. 6/10

Paul - Ein Alien auf der Flucht

Nein, es ist keine große oder sonderlich innovative Komödie. Aber in der richtigen Runde (ein paar Leute mit einem gewissen Maß an Sci-Fi-Kenntnis) macht der Streifen wirklich Spaß. Die Anspielungen machen Laune und greifen nicht nur die bereits totzitierten Szenen heraus, schön. Pegg und Frost harmonieren erneut herrlich, und auch die Nebendarsteller (die unbeholfen fluchende Kristen Wiig mal drehbuchbedingt ausgeklammert) können sich sehen lassen. Eine charmante und kurzweilige Komödie. 7/10

Bleeder
Erneut ein Refn-Drama, dass wie die "Pusher"-Trilogie auf einen realistisch-rauen Stil setzt. Parallelen sind auch bei den auf den ersten Blick unspektakulären, jedoch ziemlich verstörten Figuren zu finden. Sehr schön fand ich hier den Part mit Mads Mikkelsen als sozial gestörter Filmfan, während mir die Charakterisierung von Kim Bodnia nicht immer nachvollziehbar erschien und dessen Geschichte zu drastisch endet - das passte nicht ins ruhige Gesamtkonzept. Nach "Walhalla Rising" habe ich dann alle Refns durch, dann werde ich sicherlich noch ein paar Worte mehr verlieren - hier gibt's als Urteil erstmal "nett, aber nicht auf "Pusher"-Niveau". 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: soisdas nach 5 Mai 2013, 12:22:52
Zitat von: TeppiNach "Walhalla Rising" habe ich dann alle Refns durch
Teilweise recht sperriger Film. Refn hat ihm unverkennbar seinen speziellen Stempel aufgedrückt. Ich finde ihn sehr berauschend. Stimmung sollte passen. ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 5 Mai 2013, 12:49:55
Zitat von: soisdas nach  5 Mai 2013, 12:22:52
Stimmung sollte passen. ;)


Genau das ist der Grund, warum der Film hier seit Monaten ungesehen rumliegt - bisher hat der Gemütszustand einfach nie gepasst für das, was mich vermutlich erwartet.

Mal schnell obige Liste komplettiert:

Iron Man 1 + 2

Die richtig ernsten Comic-Streifen (Nolans "Batman", "Watchmen" etc.) mal ausgeklammert, zählt "Iron Man" zu meinen Favoriten in dem Genre. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Robert Downey Jr. als Tony Stark. Der charmante Narzist, der neben seinem schelmischen Humor auch einige seelische Tiefen bietet, bereitet die perfekte Grundlage für einen Film, der sich mehr für seine Hauptfigur als für spektakuläre Action-Szenen interessiert - was nicht heißt, dass es solche nicht in wohldosierter Form gäbe. Ein Held bringt natürlich wenig ohne Antagonist, und genau hier schwächelt Teil 2 etwas: Mickey Rourkes zu kurzer und klischeebeladener Auftritt reicht nicht an Jeff Bridges verlogene Vorstellung heran, weshalb ich die Fortsetzung trotz intensiver inszenierter Action-Szenen etwas schwächer als den Erstling einschätze.
Teil 1: 8/10
Teil 2: 7/10

Youth in Revolt
Eine Indie-Komödie, die durchaus in die selbe Kerbe wie bspw. "Juno" schlägt. Michael Cera spielt mal wieder seine Standard-Rolle, das jedoch spitze wie immer. Begleitet wird er von allerlei Gastauftritten größerer Darsteller, welche das Geschehen jedoch nie an sich reißen - der jugendliche Hauptfigur bleibt stets im Fokus. Zusammen mit der charmanten Verspieltheit bei der Inszenierung ergibt das einen locker-flockigen Feel-Good-Film der unterhaltsamen Sorte. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: MMeXX nach 5 Mai 2013, 14:15:10
Zitat von: Teppi nach  5 Mai 2013, 12:04:42Insider
Nun endlich das (laut Meinung so mancher) "Meisterwerk" von Mann nachgeholt. Ich fand den Film zwar gut, wurde aber nicht komplett vom Hocker gerissen. Die 2,5h hätten meiner Ansicht nach gerne etwas entschlackt werden können; hier hatte ich nicht (wie bspw. beim genialen "Heat") bei jeder Einstellung das Gefühl, dass sie elementar wichtig für die Figuren sei. Pacino und Crow liefern dafür große Leistungen ab. Ein größtenteils starker Streifen, an artverwandte Werke wie "State of Play" oder auch "Good Night, and Good Luck" kommt er für mich aber nicht heran. 7/10

Für mich der (objektiv) beste Mann-Film und damit der einzige 10er neben dem (subjektiv) besten Film aller Zeiten Manhunter. :D
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Fastmachine nach 6 Mai 2013, 17:08:59
Overlord (1975) (http://www.ofdb.de/film/23560,Kennwort-Overlord)

Auch wenn OVERLORD thematisch den beiden großen Filmen über die alliierte Invasion in der Normandie 1944 an die Seite zu stellen ist, nämlich DER LÄNGSTE TAG und DER SOLDAT JAMES RYAN, so gehört er doch einer ganz und gar anderen Gattung von Film an. Nicht ein großes Historiengemälde oder heroische Sinnstiftung will OVERLORD sein. Eher trifft schon der Vergleich mit IM WESTEN NICHTS NEUES und FULL METAL JACKET zu, da hier ebenfalls vom Untergang des Individuellen im Militärischen und in der industriellen Kriegsführung von Millionenheeren die Rede ist.

OVERLORD zeichnet den Weg eines ganz normalen englischen Soldaten von der Einberufung 1944, durch die Entbehrungen der Ausbildung, über das endlose Warten vor dem Einsatz, bis schließlich zum Moment der Invasion nach. Trotz eines geringen Budgets gelang es Regisseur Stuart Cooper dank der Kooperation mit dem Imperial War Museum, eine niemals billig aussehende Rekonstruktion der gigantischen Kriegsmaschinerie zu inszenieren, die im Weltkrieg mobilisiert wurde. 30% des Films besteht aus Archivmaterials des Museums, das Cooper durch aufwendige Recherchen ausgegraben hat und ästhetisch nicht als dokumentarischen Fremdkörper, sondern als integralen Teil der Filmerzählung begreift.

OVERLORD ist eine Rarität im Kriegsfilmgenre. Er verzichtet auf große Geschichte ebenso wie auf Antikriegspathos oder halbexploitativen dreckigen Realismus. Der Film ist auf der einen Seite nüchterner als fast jeder andere Kriegsfilm, gleichzeitig aber persönlicher, da er einen 21jährigen Durchschnittsjungen als Hauptfigur hat, der im Guten wie im Schlechten gar nicht recht überschaut wo er hineingeraten ist, doch die Nichtigkeit seiner Versuche, etwas Persönliches zu bewahren, zunehmend ahnt.

8.5/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 6 Mai 2013, 23:34:42
Heute gab's zwei Comic-Verfilmungen, von denen keine so richtig überzeugen konnte.

Captain America

Alle "Avengers"-Filme somit komplettiert. Zu allererst muss angemerkt werden, was für ein kohärentes Bild mit allerlei Querverweisen Marvel hier aufgezogen hat, da steckte schon einiges an Planung dahinter. Leider muss gleich danach auch gesagt werden, dass der Captain wohl der schlechteste der Hinführungsfilme ist. Es gab weder wirklich gute Figuren, nach besonders erwähnenswerte Action-Szenen (welche teils auch einfach schnell in einer Kampf-Collage runtergerattert wurden) - der Streifen versinkt im Mittelmaß, aus welchem ihn auch das dezent trashige WWII-Setting und Hugo Weaving als annehmbarer, aber ohne Maske viel bedrohlicherer Bösewicht nicht heraushelfen können. 5/10

Priest

Schade, schade: So ein schönes Setting und Art-Design, welches hier an einen hölzern und hanebüchen umgesetzten Streifen verschenkt wird. Seine besten Momente hat der Film in den kurzen Momenten, wenn man sich an den künstlichen, aber dennoch hübschen Landschaftsaufnahmen erfreuen darf - warum hat man sich nicht etwas mehr Zeit genommen, um bspw. in stimmungsvollen Bildern der Stadt zu schwelgen? Die Kämpfe sind an sich kurzweilig geraten, bieten jedoch nichts Besonderes. Richtig schlimm wird's dann, wenn die Charaktere den Mund aufmachen - die lieblos dahingerotzte Story lässt die interessante Grundidee einfach links liegen und liefert stattdessen 08/15-Figuren der Marke "großes Gähnen". Das mit seiner offensiven Offenheit billig wirkende Ende macht die Enttäuschung um so größer - aus der Vorlage hätte man scheinbar viel rausholen können, hier hat man das nur in Ansätzen geschafft. 4/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: lastboyscout nach 7 Mai 2013, 06:00:10
The Return (2003)
Extrem starkes und ziemlich bedrueckendes Drama aus Russland ueber einen Vater der nach zwoelf Jahren zu seiner Familie zurueckkehrt und seine beiden Soehne auf einen Roadtrip mitnimmt.
Hat mir sehr gut gefallen diese nuechterne Inszenierung.
Definitiv empfehlenswert.
7/10 Punkten

Iron Man 3 (2013)
Over-The-Top Superhelden-Action bei der es so richtig kracht.
Shane Black's dritter Teil steht den beiden Vorgaengern in nichts nach.
8/10 Punkten

Beyond Borders (2003)
Packendes Drama ueber Helfer in Kriegsgebieten und deren Opfer.
Hervorragende Schauspieler, fast schon wuchtige Inszenierung die jedoch durch das etwas theatralische Ende leicht runtergezogen wird.
Trotzdem sehenswert, 6.5/10 Punkten

Blackthorn (2011)
Starke Schauspieler in einer nicht immer ganz ueberzeugenden Geschichte mit Sam Shepard als Butch Cassidy.
Als Western-Fan sollte man den sich durchaus mal antun, bei mir hat er nicht so hunderprozentig gezuendet.
Ganz knappe 6/10 Punkten

Macon County Line (1974)
Wow, sehr packender Streifen.
Kaum zu glauben das es sich hierbei um einen Independent-Film handelt, der zudem noch auf einem wahren Fall basiert.
Im Sueden der USA der 50er Jahre angesiedelter Thriller um einen Sheriff dessen Frau umgebracht wird und er seine Wut und Rache auf die Falschen entlaedt.
Sehr stark, 8/10 Punkten
P.S.: Geoffrey Lewis als vertrottelten Tankwart/Mechaniker zu sehen ist schon das Ausleihen wert.  ;)

Bird (1988)
Was fuer eine Glanzleistung von Forest Whitaker vor und Clint Eastwood hinter der Kamera.
Selbst fuer mich, jemand der mit Jazz nix anfangen kann, kann der Film einfach nur als gelungen bezeichnet werden.
Die ganzen Auszeichnung und Nominierungen gab es zurecht.

Und hier mein persoenlicher Liebling der letzten Woche:

Blood And Roses aka ... und vor Lust zu sterben(1960)
Was fuer ein wunderschoener Vampirfilm.
Von der mehr als ungewoehnlichen und gleichzeitig fesselnden Harfenmusik zu den fast schon wie Gemaelde wirkenden Bildkompositionen stimmt hier einfach Alles.
Farbenspielerei die an ein paar der frueheren Argento's erinnert, fast schon surreale Szenen, ich war hin und weg.
Wow, gibt verdiente 8/10 Punkten
P.S.: Kann jemand das hier bestaetigen der die deutsche bzw. europaeische Fassung gesehen hat?
This article is aimed at people already familiar with the American version of Roger Vadim's "Blood And Roses". For those who have not seen the film, it may contain possible "spoilers". Since so few fans appear to have seen the original "European" version of this film, I shall try to detail the difference between the two versions. The only video copy I have is the American version, but have seen the 84 minute English-dubbed original several times in Irish and U.K. cinemas. The information given below is drawn from memory. The biggest difference is the way in which the story is told: in the U.S. version the narrator is Millarca; in the original, the story is begun and concluded by Dr. Valeri. Both versions begin with the Caravelle jet taking off, but in the original this is followed by a scene on board the aircraft in which Valeri is in conversation with a small group of friends. After a little encouragement - "Doctor, I've known you a long time; I'll bet you have a story to tell us", Valeri begins the story of Carmilla, Georgia and Leopoldo. This is then followed by several scenes that have been cut: 1. Martha, one of the children who has a fascination with the Vampire legend, is seen exploring the Karnstein cemetery, much to Marie's trepidation. 2. Signor Lugieri is seen doing a reconnaissance of the old abbey as a possible location for his firework display. 3. Carmilla and Georgia are seen sharing a horseback ride. They are greeted at the villa by Leopoldo, who reminds them that there will be guests for dinner that evening. 4. Martha and Marie are saying their night-time prayers. When Martha pleads "Please let me see a Vampire someday" this leads to a comic altercation between the two, ending in a pillow fight. The above 4 scenes - which account for about 5 minutes running time - are introductory, so their absence does not impact too much on the plot.

However, also dropped is a brief scene in which Carmilla, in the presence of Judge Monteverdi, is seen laughing heartily at an unspecified joke. This occurs just before the scene with the fox, and shows another side of Carmilla's character. In two more scenes - the greenhouse scene and when Dr. Valeri gives his explanation of Carmilla's behavior to Leopoldo - the dialog has been shortened. Apart from scenes being cut/shortened and the narrator being changed, there have also been some additions. These include extra lines spoken off-camera ("You make it seem too real, Carmilla", "Carmilla, enough; you're frightening Georgia" etc.), extra sound effects (the unconvincing screams), and even visuals (the big close-ups of the rose fading) that Paramount presumably felt were needed to make the story clearer and the film more "marketable". The difference between the two versions, therefore, is considerable. My purpose here has been to list the differences, not evaluate them. However, the use of a Vampire spirit(!) as a narrator in place of Dr. Valeri destroys the film's intended ambiguity. In the original, Dr. Valeri's medical/psychological explanation of Carmilla's behavior is balanced by Giuseppi and the children Martha and Marie who explain it according to their superstitious beliefs. The audience is left to decide for themselves. No such choice for the American viewer: Millarca's over-dubbed voice tells us that she is taking possession of Carmilla. Giant close-ups of the fading rose prove it. To my knowledge, "Et Mourir De Plaisir"/"Blood and Roses" has never been released on VHS or DVD in Europe. Since it has appeared on VHS in America, it is possible that Paramount may eventually put out a DVD. However, this would most likely be the U.S. version. That is unless fans of the film were to bombard the distributor with requests for the original. But why would fans request release of a version they have not seen? Maybe this article will awaken an interest.

Dieser Beschreibung zufolge sah ich definitiv die amerikanische Version.


Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 9 Mai 2013, 00:16:51
Hero

Ein farbenfrohes, fantastisch fotografiertes Gedicht von einem Martial-Arts-Film. Eigentlich wirken per Wirework durch die Luft schwebende Figuren eher befremdlich auf mich, doch hier sind die Kampfeinlagen derart kunstvoll durchkomponiert und -choreografiert, dass es einfach ein Genuss ist. Dank der philosophischen Ausflüge und der äußerst interessanten Erzählstruktur sieht's auch auf inhaltlicher Ebene richtig gut aus. Poetische Bilderpracht vom Allerfeinsten. 9/10

Imaginaerum


An sich schaute ich mir den Streifen nur wegen der Musik von Nightwish an - filmisch habe ich nicht viel erwartet, schien es doch schlicht ein Hobby-Projekt der Band zu sein. Umso überraschter war ich, dass die Umsetzung dann doch recht kompetent anmutet. Die Sets sehen zwar sehr künstlich aus, was im Kontext der fantasievoll gestalteten Traumwelten aber durchaus Sinn ergibt. Die musikalische Untermalung ist im Großen und Ganzen mitreißend, jedoch hätte an manchen Stellen die Umwandlung der Songs zu einem Score etwas weiter gehen können (sprich weniger direktes Kopieren). "Alice im Wunderland" in der Nightwish-Welt - ein nettes Musical-Märchen. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 9 Mai 2013, 06:13:26
Zitat von: lastboyscout nach 29 April 2013, 00:30:28
Stitches (2012)


Nun auch gesehen und ich kann mich dem Lob anschließen. "Stitches" macht von Anfang an eine Menge richtig und nimmt sich zu keiner Sekunde ernst. Doofe Oneliner, deftiger Splatter und lustige Ideen. Musikalisch geht auch einiges ins Ohr, allen voran natürlich der geniale Moment, als "I just died in your arms tonight" erklingt. Die Stimmung kann bierseliger nicht sein. Dazu immer mal wieder Gags, die richtig gut zünden. Stitches fährt mit dem Dreirad den Berg hoch und muss dann angenervt absteigen. Oder: "Kaaaaaaaaaate!!!!...... wo ist der Vodka? Dabei wird natürlich reichlich bei den späteren Freddy Krueger-Filmen geclowt, aber es funktioniert. Am offensichtlichsten wird es, wenn sich Tom sein Hypnocil reinpfeift. Alle (wirklich jungen) Beteiligten hatten einen Mordsspaß, wie ja auch der Abspann verrät und so kann auch der Zuschauer sehr vergügliche 80 Minuten verbringen. Die offen gehaltene Fortsetzung kann gerne kommen. Dann aber bitte ohne anfangs angezogene Handbremse, denn "Stitches" nimmt sich viel Zeit, bis er in Fahrt kommt.

7/10 für schwachsinnigen Horrorspaß, wie es ihn immer seltener gibt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: manisimmati nach 10 Mai 2013, 00:31:13
Minority Report

Gerade im TV gesehen. Ziemlich cooler Sci-Fi-Thriller, der den Zuschauer von einem Twist zum nächsten jagt. Manchmal reden sich die Figuren unnötig die Lippen fusslig, womit jeder Interpretationsspielraum schon im Film wegdiskutiert wird. (Ganz zu schweigen von der Überlänge, grah!) Mir hat vor allem das Visuelle gefallen, der Tempel der "Precogs" zum Beispiel. Die angeschnittenen Themen wie Determinismus und moralische Verantwortung sind zwar interessant, aber irgendwie verkommt das alles gegen Ende zu blosser Effekthascherei. Der Film ist schlicht und ergreifend zu überladen. Mehr Subtilität, Herr Spielberg! Trotzdem: Zu behaupten, ich hätte mich nicht verdammt gut unterhalten, wäre dreist gelogen. 6-7/10 Punkten.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 10 Mai 2013, 12:45:04
Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Was für ein Fest für alle Freaks und Nerds dieser Welt! Ganz klar kein Film für jeden - wer nicht mindestens eine Nintendo-Konsole als Kind besaß oder generell nicht zur Gameboy-Generation gehört, sollte besser einen Bogen um den Streifen machen. Wer jedoch mit diesem hyperaktiven, grellen Stil was anfangen kann, der bekommt hier ein Füllhorn von abgefahrenen Ideen, wunderbaren Anspielungen und wahnwitziger Inszenierung (allein diese Highspeed-Schnitte!) geboten. Neben dem optisch genialen 8bit-Overkill wird nebenbei auch noch eine sehr schöne Coming-of-Age-Geschichte erzählt, die bei aller Abgedrehtheit ihre liebenswerten Charaktere nicht zur Karikatur verkommen lässt. Zum Hauptdarsteller kann ich eigentlich meinen Satz aus "Youth in Revolt" kopieren: "Michael Cera spielt mal wieder seine Standard-Rolle, das jedoch spitze wie immer." Zudem gibt's noch die fantastischen Nebenfiguren (der Mitbewohner und die Bandkollegen), welche diesen hypnotischen Bilderrausch mit Herz schließlich zu einem Kunstwerk der ganz besonderen Sorte komplettieren. 10/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 10 Mai 2013, 14:28:11
Zitat von: Teppi nach 10 Mai 2013, 12:45:04
Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Was für ein Fest für alle Freaks und Nerds dieser Welt! Ganz klar kein Film für jeden - wer nicht mindestens eine Nintendo-Konsole als Kind besaß oder generell nicht zur Gameboy-Generation gehört, sollte besser einen Bogen um den Streifen machen.


Ich hatte den Film mal einem Freund (seit der Kindheit Zocker) und seiner Freundin gezeigt. Im Endeffekt war ich der einzige, der über den Film wirklich lachen konnte. Da musste ich dann noch erklären, wann der Film Tribut an Zelda, Mario und co. zollte oder was "Seinfeld" ist. Manchmal kommt man sich dann doch ganz einsam vor, allerdings ist es eben so, wie Du sagst: der Film ist nicht für jeden und das macht einen auch ein Bisschen stolz. Ich hatte meinen Spaß und der gleiche Freund revanchierte sich dafür bei mir mit "Im tiefen Tal der Superbabes", bei dem ich mir 90 Minuten die Hände ins Gesicht schlug.  :icon_lol:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 10 Mai 2013, 15:25:31
Der Mieter (1976)

Roman Polanskis Abschluss der "Apartement-Trilogie" ist keine ganz runde Sache. Zum einen versteht er es nach wie vor sehr gut, den Horror und die Paranoia in die vier Wände der Hauptfigur zu holen, und diese langsam, aber stetig anwachsen zu lassen, auf der anderen Seite jedoch ist es schwer, noch überrascht zu sein, wenn der Film so viele Hinweise auf die Entwicklung gibt. Ansonsten ist es wie üblich weniger wirklich Horrorfilm, als mehr psychologischer Thriller, der sehr ruhig erzählt ist. Für meinen Geschmack hin und wieder etwas zu ruhig und ereignislos, und dagegen habe ich ja im Prinzip nichts, nur treiben gewisse Momente den Film nicht unbedingt weiter, auch wenn ich verstehe, dass Polanski sie für wichtig erachtete, da es sich eben langsam entfalten soll. Ansonsten scheint "The Tenant" eine plausible und auch recht fundierte Auseinandersetzung mit der Paranoia zu sein. Es sind jedenfalls die wichtigsten Symptome der Krankheit thematisiert worden.
Einige sehen die Auflösung des Ganzen als gar nicht so eindeutig an, für mich gibt es anhand der Inszenierung (Treikovsky würgt sich selbst, statt der eingebildeten Frau, sowie die ständigen Einbildungen und Albträume) allerdings keinen wirklichen Zweifel, dass "Der Mieter" wirklich verrückt ist. Den Rest kann man auf sein Krankheitsbild schieben. Ist vielleicht eine einseitige Auseinandersetzung, aber so viel Interpretationsspielraum habe ich nicht gefunden. Treikovskys Monolog (Wie kann sich mein Kopf einbilden, ich selbst zu sein? etc.) erinnert im Kontext mit der Umwandlung zur Dame dann ein wenig an das Ausbrechen aus den Ketten des eigenen Körpers. Die Freiheit auch über das Geschlecht selbst zu entscheiden. Dem würde allerdings die Vorstellung widersprechen, dass sogar ein Zahn Teil der Identität eines Menschen ist. Verwirrend, aber schon sehenswert. Ich fühlte mich am Ende an Lynchs "Lost Higway" erinnert, der ja ebenfalls als Möbiusband erzählt ist. Damit wird schön Treikovskys Geisteszustand, in dem er gefangen ist, visualisiert. Ein endloser Albtraum.

Ein wenig Straffung hätte "The Tenant" in meinen Augen gut getan. Ich würde ihn mit "Rosemaries Baby" gleichauf sehen, also 7/10.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 10 Mai 2013, 19:45:39
Zitat von: Mr. Blonde nach 10 Mai 2013, 15:25:31
Einige sehen die Auflösung des Ganzen als gar nicht so eindeutig an, für mich gibt es anhand der Inszenierung (Treikovsky würgt sich selbst, statt der eingebildeten Frau, sowie die ständigen Einbildungen und Albträume) allerdings keinen wirklichen Zweifel, dass "Der Mieter" wirklich verrückt ist.
Ich glaube, auf viele wirkte auch die Schlußszene sehr befremdlich, in der Trelkovsky als Simone im Krankenbett sich selbst sieht, wie er sich gemeinsam mit Stella besucht, weil das ja gleichzeitig auch der einzige Moment ist, der sich nach streng realistischen Regeln nicht erklären läßt, auch nicht mit seiner Verrücktheit. Ansonsten sehe ich das aber auch sehr eindeutig. Viel Interpretationsspielraum bietet der Film nicht an, "Der Mieter" ist das beklemmende Psychogramm eines nervlich angeschlagenen Mannes, der sich durch den Sprung der Vormieterin aus dem Fenster immer mehr in seinen Wahn hineinsteigert.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 11 Mai 2013, 04:43:14
Man kann den Film auch ohne Interpretation erleben, nur wie du ja sagst, steht dann das Ende ein wenig im Weg. Ich denke auch, dass es Polanski durchaus daran gelegen war, das Ende etwas offen für die Gedanken des Zuschauers zu lassen. Der Film bietet nach kurzer Recherche immerhin für viele genug Material, um die Fantasie spielen zu lassen. Es soll wohl auch eine offizielle Erklärung und Intention von Polanski geben, die ich erstmal nicht gefunden habe.

Immerhin las ich eine sehr nette Interpretation des Films in der IMDb, die ich mal mit meinen Gedanken verbinden will:

Treikovski war es, der die Mieterin aus dem Fenster stieß. Das erklärt auch ihren markerschütternden Schrei bei seinem Besuch, den er nur tat, um abschätzen zu können, ob er das Appartement bekommen könne. Er erklärte dem Vermieter zunächst, er hätte durch einen Freund/Freundin von der Wohnung erfahren, korrigiert sich dann aber mit "einem Verwandten". Klar, er kannte ja Simone und wusste so von der Wohnung. Auch spricht er mit der Dame im Lokal über bestimmte Frauen, die sehr sensibel sein, aber auch zwei Identitäten haben können. Damit kann er Simone gemeint haben, gibt andererseits auch einen Hinweis, auf den weiteren Verlauf der Handlung.  Der Zahn in der Wand soll von Simone stammen, der bei einem Kampf mit ihr vor dem Sturz ausgeschlagen wurde. Treikovski hat ihn daraufhin in der Wand versteckt. Später sinniert er ja noch darüber, ob der Zahn nicht nach wie vor Teil des Besitzers ist. Geplagt von Schuldgefühlen, beginnt sein Wahn und in ihm kommt eine Art Reinkarnation der Rache von Simone hoch, die sich in seiner Umwandlung äußert. Vor dem Spiegel in Frauenkleidern sagt er noch: ich bin schwanger. Ein Anzeichen dafür, dass Simone vielleicht bei dem Sturz schwanger oder das der Grund für Treikovskis Tat war. (Schwanger mit einem Kind, von einem anderen Mann? Das würde zu der Äußerung der zwei Identitäten passen. Vielleicht ein Eifersuchtsdrama?) Die Menschen, die ihn von gegenüber regungslos anstarren, sind eine Verbildlichung der Schuld, die er trägt. Am Ende geht er für seine Sünden durch die Hölle, soll das gleiche durchmachen, wie sie. Und dasbedeutet, auch zwei mal aus dem Fenster zu springen, wenn es beim ersten Mal nicht so recht klappt.

Das ist in meinen Augen eine schlüssige Sichtweise, die mir so nicht in den Sinn gekommen wäre. Anfangs hatte ich zunächst aber schon den Gedanken, dass Treikovski das Mädel rausgestoßen hatte, um an die Wohnung zu kommen. Ein bitterer Kommentar zum Wohnungsmarkt der damaligen Zeit in Frankreich, so dachte ich. Allerdings habe ich selbst die Zeichen nicht mehr in diese Richtung deuten können oder es sollte auch gar nicht in die Richung gehen. Allerdings ist wohl Polanskis offizielle Version eine andere. Vielleicht weißt Du ja mehr?
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 14 Mai 2013, 16:26:20

Aleksej German (http://www.ofdb.de/view.php?page=person&id=54325)(Regisseur)

Ein Sowjetfilmthread lohnt sich vermutlich nicht, daher handle ich das hier schnell ab: Auf manche Künstler wird man leider erst aufmerksam, wenn sie gestorben sind, so geschehen mit A. German, ein neugierig machender Nachruf brachte mich auf den Trichter. Zumal eine so kleine Filmographie dazu verleitet, sofort das Gesamtwerk anzuhäufen. Gesagt, getan - und zur kleinen Gruppe der Künstler, die irgendwie unterm Regime durchgetaucht sind (Tarkowski, Schepitko, Askoldow), einen hinzugefügt. Zu Straßenkontrolle  (http://www.ofdb.de/film/40083,Stra%C3%9Fenkontrolle)hab ich irgendwo gelesen, daß er viel mit einem Western gemein habe: stimmt, ein reiner Männerfilm in karger Landschaft, in der mehr über Blicke, Stimmungen und Schweigen ausgesagt wird als über Worte. Die Kunst der langen Einstellung und der beweglichen Kamera verfeinert German in Zwanzig Tage ohne Krieg (http://www.ofdb.de/film/240532,Zwanzig-Tage-ohne-Krieg), der noch durch viele Laiendarsteller und authentische Locations eines starkes Doku-Gefühl mitbringt. Obwohl die Sujets auf den ersten Blick staatstragend wirken, schafft es German, den Focus komplett aufs Zwischenmenschliche zu legen und die Propagandagelegenheiten zu unterlaufen. Hochcharismatische Darsteller runden die Charakterdramen ab und verleihen ihnen zugleich eine subtile Heiterkeit.
Große Klasse, zwei Filme hab ich noch vor mir, einer ist gerade in der Postproduktion, nur der Siebente Trabant scheint schwierig aufzutreiben zu sein... (man fühlt sich schon ein bißchen wie ein Archäologe :icon_mrgreen:)


Ziemlich beste Freunde (//http://)

Ist zwar in der Tat sehr amüsant, aber warum die Story zu dem Wahnsinns-Kassenknüller wurde, weiß ich nicht genau. Zumal die subkutanen Botschaften konventionell bis reaktionär anmuten, z.B. Neger sind auch Menschen (und als Sammy zu gebrauchen). Nur entschuldbar, wenn der Film zum Anlaß diente, von den Banlieus aus die bourgoisen Palazzi zu attackieren.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 14 Mai 2013, 17:00:10
Zitat von: ratz nach 14 Mai 2013, 16:26:20

Ziemlich beste Freunde (//http://)

Ist zwar in der Tat sehr amüsant, aber warum die Story zu dem Wahnsinns-Kassenknüller wurde, weiß ich nicht genau. Zumal die subkutanen Botschaften konventionell bis reaktionär anmuten, z.B. Neger sind auch Menschen (und als Sammy zu gebrauchen).


Das halte ich jetzt aber für ziemlich hineininterpretiert. Der Film lässt zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran, dass Driss "auch ein Mensch" ist, er wird ja schließlich von Anfang an als sympathischer Protagonist eingeführt. Und ein Pfleger (und Freund!) eines Querschnittsgelähmten zu sein, hat auch mal überhaupt gar nix mit "Sammy" zu tun. Also da hab ich eher das Gefühl, du hast deine eigenen Stereotypen an den Film herangetragen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 14 Mai 2013, 17:27:32
Zitat von: Discostu nach 14 Mai 2013, 17:00:10

Also da hab ich eher das Gefühl, du hast deine eigenen Stereotypen an den Film herangetragen.



Siehste, und das hätte überhaupt nicht möglich sein dürfen. Zumal ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis nicht gleich Freundschaft bedeutet.
Jaja, es ist ein Sozialmärchen mit Aschenputtel und Prinz, darf es ja auch sein, aber wie alle diese Sozialmärchen (den italienischen magischen Realismus der 50er ausgenommen) ist auch dieses in der Geisteshaltung halt rückständig - was niemanden überraschen sollte.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 14 Mai 2013, 18:20:59
Aber was genau ist daran denn jetzt reaktionär? Gibt ja genug Filme, bei denen das sehr deutlich ist (von den Rambo-Filmen bis zu Sin City), aber hier springt mir das jetzt nicht so ins Auge. Es ist ja nicht so, dass ich dir nicht glauben will (und gewiss erst recht nicht, dass ich diesen Film jetzt irgendwie als progressiv darstellen will), aber für mich ist das einfach ein unpolitisches Feel-Good-Movie. Und an unpolitische Filme kann man natürlich alles möglich herantragen, aber das macht sie ja nicht automatisch rückständig.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 14 Mai 2013, 23:17:29
Zitat von: Mr. Blonde nach 11 Mai 2013, 04:43:14
Vielleicht weißt Du ja mehr?
Aktuell nicht. Dazu habe ich bestimmt schon mal was in einem Filmbuch gelesen, müßte ich aber raussuchen. Schaue ich bei Gelegenheit nach. Insgesamt klingt die Deutung, die du da wiedergegeben hast, aber plausibel für mich, auch wenn ich nie so tief in die Analyse eingestiegen bin.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 15 Mai 2013, 15:57:12
Zitat von: Discostu nach 14 Mai 2013, 18:20:59

für mich ist das einfach ein unpolitisches Feel-Good-Movie



Was könnte denn politischer sein als die Beziehung zweier Menschen, die aus dem Bodensatz bzw. aus dem Sahnehäubchen der Gesellschaft stammen (die Milieus werden ja ausführlich vorgestellt)? Und wenn reaktionär bedeutet, daß althergebrachte oder bestehende Machtverhältnisse untermauert werden, dann ist der Film das durchaus. Er macht überhaupt keinen Hehl aus der Tauschbeziehung gute Laune/Lebensfreude gegen Geld - mehr braucht und will der eine vom anderen nicht. Der emotionale Fokus liegt ganz klar auf dem feingeistigen Rollifahrer, während der Schwarze den Clown gibt (übrigens ein uraltes rassistisches Stereotyp, das man z.B. auch vom Beverly Hills Cop kennt) und dessen stärkste emotionale Regung der Sextrieb ist (den er an der Lesbe noch nicht mal ausleben darf, ätsch).
Zu keinem Zeitpunkt werden die Zustände, wie sie sind (z.B. sehr arm vs. sehr reich), hinterfragt (von der harmlosen Spitze "Wie lebt es sich so auf Kosten anderer?" - "Es geht, und selbst?" abgesehen), sondern die Rollen und Sphären bleiben sauber getrennt, und im Gegenteil wird diese Trennung noch untermauert durch den Wirklichkeitsansprch "wahre Geschichte".

Wie gesagt, das alles ist nicht verboten, und natürlich bleibt der Film eine leichte Komödie usw., aber ins schmuddelige Gesicht des von mir skizzierten gesellschaftlichen Subtextes darf ruhig mal geschaut werden.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 15 Mai 2013, 16:54:50
Zitat von: ratz nach 15 Mai 2013, 15:57:12
Was könnte denn politischer sein als die Beziehung zweier Menschen, die aus dem Bodensatz bzw. aus dem Sahnehäubchen der Gesellschaft stammen (die Milieus werden ja ausführlich vorgestellt)? Und wenn reaktionär bedeutet, daß althergebrachte oder bestehende Machtverhältnisse untermauert werden, dann ist der Film das durchaus. Er macht überhaupt keinen Hehl aus der Tauschbeziehung gute Laune/Lebensfreude gegen Geld - mehr braucht und will der eine vom anderen nicht.
[...]
Zu keinem Zeitpunkt werden die Zustände, wie sie sind (z.B. sehr arm vs. sehr reich), hinterfragt (von der harmlosen Spitze "Wie lebt es sich so auf Kosten anderer?" - "Es geht, und selbst?" abgesehen), sondern die Rollen und Sphären bleiben sauber getrennt, und im Gegenteil wird diese Trennung noch untermauert durch den Wirklichkeitsansprch "wahre Geschichte".


OK, in so weit kann ich das nachvollziehen, dass ein Film, der dieses starke soziale Gefälle darstellt ohne es zu kritisieren, es schon irgendwie legitimiert.

Zitat
Der emotionale Fokus liegt ganz klar auf dem feingeistigen Rollifahrer, während der Schwarze den Clown gibt (übrigens ein uraltes rassistisches Stereotyp, das man z.B. auch vom Beverly Hills Cop kennt) und dessen stärkste emotionale Regung der Sextrieb ist (den er an der Lesbe noch nicht mal ausleben darf, ätsch).


Aber das finde ich schon wieder relativ willkürlich hineingelesen. Ich könnte dir jetzt 100 Komödien aufzählen, in den ein weißer Schauspieler den Clown gibt. Aber sobald es ein Schwarzer macht, ist es ein rassistisches Stereotyp? Sorry, das überzeugt mich nicht.

Zu der Tiefe der Charakterisierungen kann ich leider nichts sagen, dafür ist der Film für mich zu lange her.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 15 Mai 2013, 18:02:20
"Ziemlich beste Freunde" ist in der Tat ziemlich oberflächlich und verweigert sich quasi jedem möglichen Konflikt, um die Feel-Good-Movie-Schiene zu fahren, aber es fällt mir schwer, rassistische Untertöne aus dem Film herauszulesen. Klar, Driss ist ein Clown, ein Kind gebliebenes Gemüt, das es liebt, sich albern aufzuführen. Dennoch frage ich mich, ob das was Schlimmes ist. Rollstuhlfahrer Philippe läßt sich von der übersprudelnden Lebensfreude anstecken und hat mit Driss die vermutlich beste Zeit seit Jahren, weil der ihm zeigt, wie schön das Leben trotz aller Widrigkeiten (bei Driss selbst ist ja auch nicht alles eitel Sonnenschein) sein kann. Er ist am Ende auch derjenige, der das Heft in die Hand nimmt und Philippe erst zur richtigen Kontaktaufnahme mit dessen Brieffreundin überredet und das Happy-End mit ihr zustande bringt.. Für mich sprechen da einfach zu viele Aspekte in der Handlung dagegen, dem Film eine Onkel-Tom-Problematik zu unterstellen, wie es teilweise gemacht wird.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Teppi nach 15 Mai 2013, 20:26:12
Der letzte König von Schottland

Ein Film, der ganz und gar von der prächtigen Performance seines prämierten Darstellers lebt: Forest Whitaker legt mit seiner Interpretation des diabolischen Diktators mit wankelmütigen Gemüt eine Glanzleistung ab. Von Anfang an geht eine subtile Bedrohung von ihm aus, die sich ganz klassisch immer weiter steigert - sonderlich neu ist das nicht, aber halt astrein gespielt (auch McAvoy macht seine Sache gut) und kompetent in Szene gesetzt. 7/10

I'm a Cyborg, but that's ok


Damit wären nun alle Filme von Chan-Wook Park ab ,,JSA" komplett. Ein höchst skurriles Werk, das bei aller Andersartigkeit im Vergleich zu seinem aktuellen Streifen ,,Stroker" doch dasselbe Gesamturteil zulässt: Audio-visuell abermals klasse, inhaltlich etwas durchwachsen. Das Problem ist im Gegenteil zu ,,Stoker" hierbei jedoch keinesfalls die Konventionalität, sondern die Ziellosigkeit: Das Skurrilitätenkabinett in der Irrenanstalt fasziniert zwar mit einer extravaganten Mischung aus Komik und Ernst, lässt aber kaum einen roten Faden und erst recht keinen emotionalen Kern erkennen. Was beim Inhalt hakt, macht die tolle Inszenierung teils wieder wett: Park findet erneut erstklassige Motive und Kameraeinstellungen von eleganter Schönheit, unterlegt von feiner Musik. Eine stark bebilderte Skurrilität, die leider eher kalt lässt. 7/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 15 Mai 2013, 21:02:42
Zitat von: Stefan M nach 15 Mai 2013, 18:02:20

aber es fällt mir schwer, rassistische Untertöne aus dem Film herauszulesen



Das ist schon ziemlich naiv, beneidenswert!  :icon_mrgreen: - Die (u. a. rassistischen) Stereotypen sind definitiv vorhanden, denn ohne diese könnte man drei Viertel aller Komödien überhaupt nicht machen. Man muß sie nicht überproblematisieren, sollte sie sich nur immer mal ins Bewußtsein holen.
Als viel perfider empfinde ich die erwähnte knallharte Tauschökonomie, die in einem offenbar unveränderbaren sozialen Kastensystem auch noch als besonders toll herausgestrichen bzw. mit "Freundschaft" beschrieben wird.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 15 Mai 2013, 22:01:45
Zitat von: ratz nach 15 Mai 2013, 21:02:42
Zitat von: Stefan M nach 15 Mai 2013, 18:02:20

aber es fällt mir schwer, rassistische Untertöne aus dem Film herauszulesen



Das ist schon ziemlich naiv, beneidenswert!  :icon_mrgreen: - Die (u. a. rassistischen) Stereotypen sind definitiv vorhanden, denn ohne diese könnte man drei Viertel aller Komödien überhaupt nicht machen. Man muß sie nicht überproblematisieren, sollte sie sich nur immer mal ins Bewußtsein holen.
Vielleicht sollte ich das präzisieren oder deutlicher ausdrücken: Ich sehe schon die Ansätze, an denen man sich stoßen kann, aber für mich reichen sie bei weitem nicht aus, sie für erwähnenswert zu finden, weil das Gesamtbild des Schwarzen Driss schlichtweg nicht rassistisch ist. Er verkörpert hier keinen duckmäuserigen primitiven Untertan, sondern ist als positive Figur angelegt und kommt auch so rüber - eben weil er sich nicht verbiegen läßt und der selbstbewußte Witzbold mit dem Herzen am richtigen Fleck bleibt, der seinem melancholischen Chef die Lebensfreude zurückbringt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 16 Mai 2013, 01:09:22

Nur um den Rassismusbegriff zu klären: "primitiver Untertan" ist nur eine Stoßrichtung, eine andere (unter vielen (http://en.wikipedia.org/wiki/Stereotypes_of_African_Americans_in_the_United_States)) ist die durchaus positiv besetzte des schwarzen Entertainers (Ursprünge hier (http://en.wikipedia.org/wiki/Minstrel_show)), des edlen Wilden, etc., die man alle in Driss wiederfinden kann - wenn man sie kennt.

In dieser Hinsicht viel durchdachter ist der ebenfalls aus Frankreich kommende

Der Name der Leute (http://www.ofdb.de/film/205158,Der-Name-der-Leute)

Eine hintergründige und trotzdem erfrischende Komödie, in der die z.T. verborgene ethnische Herkunft vieler Franzosen, vor allem aus den Ex-Kolonien, den Hintergrund für die Liebesgeschichte von zwei Menschen bildet, die eigentlich überhaupt nicht zueinander passen (auch diesmal ein soziales Gefälle, aber weniger steil  ;)). Die Eingangssequenz und überhaupt der ganze Film hat sich offenbar ausgiebig bei Erzähl- und Bildtechniken aus Amélie bedient, aber das ist in Ordnung, da es der Sache dient und klug gemacht ist. Das Zentrum des Ganzen ist fraglos Sara Forestier, die halb- oder unbekleidet durch den Film springt und den Hauptdarsteller ermutigt, seine eigenen familiären Wurzeln zu ergründen, auch oder gerade weil die ethnische Herkunft zu oft politisch instrumentalisiert wird oder Quell von Vorurteilen/Stereotypen ist. Insgesamt schon ein spezifisch französisch angelegter Film, aber vieles ist natürlich übertrag- und nachvollziehbar.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 16 Mai 2013, 01:43:00
Ob Driss nun schwarz ist, oder Dustin Hoffman behindert - das Prinzip ist doch immer so einfach, wie es allgemein effektiv ist. Nimm zwei gänzlich (oder oberflächlich) unterschiedliche Menschen, aus verschiedenen Schichten, unterschiedlicher Bildung o.ä. und schweiße sie innerhalb von 90 Minuten zusammen. Das garantiert eigentlich immer ein positives Echo. Für mich hat es auch bei "The Intouchables" geklappt und ich sehe die Problematik nicht, wenn ich auch die Stereotypen nicht übersehe. (Driss der erstmal eine heiße Sohle aufs Parkett legt, weil er natürlich tanzt, wie ein junger Gott. Klar, schwarze haben halt den Rhytmus im Blut... Dazu noch jederzeit spitz wie Nachbars Lumpi... Erinnerte irgendwie an Eddie Murphy in 48 Hrs. und Jack Cates konstatierte damals ja: "Du willst doch nur dein dummes, schwarzes Rohr verlegen.") Aber für mich sind Stereotypen nicht unbedingt gleich rassistisch und den Vorwurf lese ich bei diesem Film nun auch zum ersten Mal. Der Film ist einfachstes Kino durch und durch, aber für mich auch sehr wirksam und irgendwie schön.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Bluefox nach 16 Mai 2013, 14:11:28
Anonymus von Roland Emmerich

Was für ein toller Film. Witzige, subtile und intelligente Dialoge, die von sehr gut aufgelegten Schauspielern, allen voran Rhys Efans auf die Bühne geschmettert werden, denn auf einer Bühne beginnt und endet der Film. Die Story greift die These auf, daß Shakespeare ein Pseudonym war, dafür spricht, daß es keine Original Handschriften, keine Briefe o.ä. vom Verfasser der Bühnenstücke gibt. Outen konnte sich der richtige Autor freilich nicht, denn bei einigen Aufführungen kam es gar zu tumultartigen Szenen und das Volk wurde aufgewiegelt.

Vanessa Redgrave als ältere Queen Elizabeth schlägt sogar den Bogen zu der ähnlich angelegten Darstellung der Queen von Cate Blanchett ein paar Jahre zuvor. Vielleicht ist ein bißchen Hintergrundwissen nötig, um die Zusammenhänge zu verstehen. Emmerich kam hier mit einem Budget von 30 Millionen aus, das merkt man dem Film aber nicht an. Alles in allem dürfte es so manchem Arthouse Fan die Tränen in die Augen treiben, daß auch ein Emmerich in der Lage ist, einen anspruchsvollen Film zu machen.

10/10 Punkten
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 16 Mai 2013, 15:14:11
7 PSYCHOS
http://www.ofdb.de/film/229252,7-Psychos (http://www.ofdb.de/film/229252,7-Psychos)

Was für ein G E N I A L E R Film!!
Ich dachte beim Lesen der Inhalrtsangabe auf der Rückseite, dass mich eher ein netter und witziger Actionfilm mit 08/15 Muster erwartet.

Und dann erwartet mich einer der coolsten, witzigsten und genialsten Filme, die ich je gesehen habe.
Mit perfekt agierenden Darstellern, denen man die Lust und Freude an diesem Film wirklich anmerkt.
Wobei Sam Rockwell wieder eine Glanzleistung abliefert.

:dodo:  :dodo: 8,5/10!!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Roughale nach 16 Mai 2013, 15:53:06
Zitat von: Eric nach 16 Mai 2013, 15:14:11
7 PSYCHOS
http://www.ofdb.de/film/229252,7-Psychos (http://www.ofdb.de/film/229252,7-Psychos)

Was für ein G E N I A L E R Film!!
Ich dachte beim Lesen der Inhalrtsangabe auf der Rückseite, dass mich eher ein netter und witziger Actionfilm mit 08/15 Muster erwartet.

Und dann erwartet mich einer der coolsten, witzigsten und genialsten Filme, die ich je gesehen habe.
Mit perfekt agierenden Darstellern, denen man die Lust und Freude an diesem Film wirklich anmerkt.
Wobei Sam Rockwell wieder eine Glanzleistung abliefert.

:dodo:  :dodo: 8,5/10!!


Irgendwie hatte ich diese reaktion bei dir so erwartet, ich hab schon mit Leuten geredet, die von mir erklärt haben wollten, was daran so gut ist, kann ich nicht, aber ich habe ihn ebenso genossen und, wie ich mich kenne, eion paar Pünktchen mehr gegeben :king:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Eric nach 16 Mai 2013, 16:25:37
Zitat von: Roughale nach 16 Mai 2013, 15:53:06
Zitat von: Eric nach 16 Mai 2013, 15:14:11
7 PSYCHOS
http://www.ofdb.de/film/229252,7-Psychos (http://www.ofdb.de/film/229252,7-Psychos)

Was für ein G E N I A L E R Film!!
...
:dodo:  :dodo: 8,5/10!!


Irgendwie hatte ich diese reaktion bei dir so erwartet, ich hab schon mit Leuten geredet, die von mir erklärt haben wollten, was daran so gut ist, kann ich nicht, aber ich habe ihn ebenso genossen und, wie ich mich kenne, eion paar Pünktchen mehr gegeben :king:


Jep, er ist schon sehr ungewöhnlich. Vor allem wegen den Storys der Psychopathen. Aber gerade DAS hat mich irgendwie ziemlich begeistert. Und natürlich Sam Rockwell, da er absolut GENIAL gespielt hat. Auf jeden Fall wandert der Film in augenhöhe ins Bluray Regal, da er definitiv öfters in den Player wandern wird!!
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Blonde nach 16 Mai 2013, 16:31:46
"In Filmen kann man keine Tiere umbringen, nur die Frauen!"

Am Dienstag nochmal mit einem Freund gesehen und der Film macht auch nach wiederholtem Male noch unheimlich viel Spaß.  :rofl:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Stefan M nach 16 Mai 2013, 21:35:54
Zitat von: ratz nach 16 Mai 2013, 01:09:22

Nur um den Rassismusbegriff zu klären: "primitiver Untertan" ist nur eine Stoßrichtung, eine andere (unter vielen (http://en.wikipedia.org/wiki/Stereotypes_of_African_Americans_in_the_United_States)) ist die durchaus positiv besetzte des schwarzen Entertainers (Ursprünge hier (http://en.wikipedia.org/wiki/Minstrel_show)), des edlen Wilden, etc., die man alle in Driss wiederfinden kann - wenn man sie kennt.
Schon okay. Ich habe gerade zur Jahreswende die berüchtigten "Censored 11"-Zeichentrickfilme der Warner-Brothers-Studios gesehen, in denen die Schwarzen eigentlich durchweg als lustige, immer musizierende und singende Gesellen präsentiert ("Coal Black and De Sebben Dwarfs" z.B.) und mit ihren Wulstlippen so richtig der Lächerlichkeit preisgegeben werden, zumindest in einigen von ihnen. Das ist bei Driss dann doch eindeutig nicht der Fall, weshalb ich da nicht auf die Idee gekommen wäre, das Klischeebild als rassistisch zu werten.

Zitat von: Mr. Blonde nach 16 Mai 2013, 01:43:00Aber für mich sind Stereotypen nicht unbedingt gleich rassistisch und den Vorwurf lese ich bei diesem Film nun auch zum ersten Mal.
Dann empfehle ich dir diese Kolumne eines altbekannten Forenmitglieds: http://www.moviepilot.de/news/ziemlich-beste-freunde-ziemlich-gro-er-mist-117986 (http://www.moviepilot.de/news/ziemlich-beste-freunde-ziemlich-gro-er-mist-117986)  ;)
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 16 Mai 2013, 23:47:19
Zitat von: Stefan M nach 16 Mai 2013, 21:35:54

diese Kolumne eines altbekannten Forenmitglieds: http://www.moviepilot.de/news/ziemlich-beste-freunde-ziemlich-gro-er-mist-117986 (http://www.moviepilot.de/news/ziemlich-beste-freunde-ziemlich-gro-er-mist-117986)  ;)


Na da steht es doch! Überspitzt, aber wahr. Wenn zwei Leute auf den gleichen Gedanken kommen, muß er wahr sein - Thema erledigt.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Boo nach 16 Mai 2013, 23:53:33
Zitat von: Stefan M nach 16 Mai 2013, 21:35:54

Dann empfehle ich dir diese Kolumne eines altbekannten Forenmitglieds: http://www.moviepilot.de/news/ziemlich-beste-freunde-ziemlich-gro-er-mist-117986 (http://www.moviepilot.de/news/ziemlich-beste-freunde-ziemlich-gro-er-mist-117986)  ;)


Den bitte nicht empfehlen :andy:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Mr. Boo nach 19 Mai 2013, 01:10:02
Gerade mal wieder die letzte Folge von "Wunderbare Jahre" gesehen und sooo Pipi in den Augen :icon_sad:  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: ratz nach 19 Mai 2013, 22:23:25

A Late Quartet (http://www.ofdb.de/film/226792,Saiten-des-Lebens)

Ein sehr schöner, wenn auch nicht spektakulärer Ensemblefilm über die Spannungen innerhalb einer Gruppe, die seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und in der natürlich mehr als nur berufliche Beziehungen herrschen. Christopher Walken rult wie immer und sagt mit einem Blick mehr als genug, Catherine Keener und Mark Ivanir sind ideal besetzt, Hoffmann wie immer souverän (und er darf schon wieder eine schöne Frau bumsen - ich wette sein Agent macht das irgendwie vor jedem Film klar), sogar Imogen Poots hält als schnippische Sirene ganz gut mit. Das Drehbuch ist gut ausbalanciert, nur wird im Finale doch wieder eine Hollywood-Formel aus dem Ärmel gezogen  :icon_sad: Die Kameraführung ist unauffällig, aber es gibt längere, theaterhafte Takes. Das Beste aber ist, daß alle so aussehen, als spielten sie ihre Instrumente wirklich (es geht um Beethovens op. 131, eine sichere Bank) - als Negativbeispiel kann ich Tous les matins du monde nennen, der durch diesbezügliche Schluderei für mich unansehbar wurde.
Also, wer eine distinguierte Seifenoper im gediegenen Ambiente wünscht und der klassischen Kammermusik nicht all zu fernsteht, darf hier zuschlagen.
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: Discostu nach 20 Mai 2013, 00:06:12
Birdwatchers - Das Land der roten Menschen (http://www.ofdb.de/film/159590,Birdwatchers---Das-Land-der-roten-Menschen)
Film über Konflikte zwischen Großgrundbesitzern in Brasilien und den indigenen Ureinwohnern. Interessanter Einblick in die Kultur der Indios und von guten Darstellern getragen, aber der Film nimmt weder irgendwann besonders Fahrt auf, noch nutzt er seine Themen (u.a. auch Totenkult und Schamanen), um auf eine metaphysischere Ebene zu wechseln. Daher insgesamt zwar ganz nett anzusehen, aber auch nicht besonders herausragend. 6/10
Titel: Re: Die letzte Sichtung
Beitrag von: psychopaul nach 20 Mai 2013, 00:09:11
Zitat von: Discostu nach 20 Mai 2013, 00:06:12
Birdwatchers - Das Land der roten Menschen (http://www.ofdb.de/film/159590,Birdwatchers---Das-Land-der-roten-Menschen)
Film über Konflikte zwischen Großgrundbesitzern in Brasilien und den indigenen Ureinwohnern. Interessanter Einblick in die Kultur der Indios und von guten Darstellern getragen, aber der Film nimmt weder irgendwann besonders Fahrt auf, noch nutzt er seine Themen (u.a. auc