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Gemeinschaftsforum => Allgemeines Filmforum => Thema gestartet von: Jayo am 19 Oktober 2006, 14:50:45

Titel: Sheitan
Beitrag von: Jayo am 19 Oktober 2006, 14:50:45
Ich habe mir aufgrund dieses Eintrages die französische Collectors Edition von Le Sheitan gekauft!

http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=91944&vid=182264

Leider sind aber auf der DVD absolut keine Untertitel drauf. Ich habe zwar nicht genau diesselbe Version, ich habe die 2 DVD Version, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die simple Version Engl. UTs haben soll und die Coll. Edition nicht.
Hat sonst noch jemand die DVD und kann was dazu sagen?
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: Jayo am 19 Oktober 2006, 14:57:05
habe gerade gesehen, dass es 3 Versionen gibt, 2 davon haben UTs und eine nicht, sehr merkwürdig!
Ich habe die 2 DVD Version mit Vincent Cassel auf dem Cover, die hat kein DTS und keine englischen UTs, die anderen beiden Versionen, die man bei amazon.fr bestellen kann haben DTS und UTs! Weiss jemand, welche Version ich habe? Habe meine bei cede.ch bestellt!
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: EvilEd am 21 Dezember 2009, 23:40:43
(http://www.xjuggler.de/thumb.php?picturename=/bilder/1710029.jpg&xxx=150&product=1710029&is_free=ja)

DVD Spielfilm
Mit Vincent Cassel, Monica Bellucci, Olivier Bartélémy, Roxane Mesquida, uvm ...
Von Kim Chapiron
Vertrieb: Universum Film
Audioformat: Dolby Digital 5.1 in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Französisch
Bildformat: Widescreen (1.85:1 - anamorph)
Freigegeben ab 18 Jahren
VÖ: 18.12.2009
EAN: 0828768421291

Nach einer exzessiven Tour durch's Pariser Nachtleben lässt sich eine Gruppe Jugendlicher von der aufreizenden Eve ins "sturmfreie" elterliche Landhaus einladen. Dort machen sie Bekanntschaft mit dem dauergrinsenden Hinterwäldler Joseph (Vincent Cassel), der das Anwesen verwaltet. Josephs verschrobener Sinn für Humor und seine übertriebene Kumpanei irritieren die Jugendlichen zwar, doch sie finden ihn auch ganz unterhaltsam. Die Kids sind viel zu sehr mit sich und ihren sexuellen Aktivitäten beschäftigt, um zu bemerken, dass sie Joseph bei den Vorbereitungen eines satanischen Rituals stören. Das soll nicht ohne Folgen bleiben ...
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: schlitzauge23 am 22 Dezember 2009, 20:03:06
Ziemlich abgedrehter Film, war ganz interessant. Weiß jemand in welcher Szene die Belucci zu sehen war?
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: PierrotLeFou am 9 Juli 2014, 03:10:28
Ich bin über den Film gestolpert, als ich beim Vervollständigen von Chris Markers Personeneintrag bemerkte, dass er hier seine Stimme zur Verfügung stellte... :icon_eek: weiß der Teufel weshalb, kaum ein Film könnte Markers Filmen unähnlicher sein - aber das hing wohl mit seinem unerschütterlichen Vertrauen in den Nachwuchs zusammen, der ihm in diesem Fall offenbar reichlich Wertschätzung entgegenbrachte... :D


Angesichts der vielen Hinweise, dass der Film irgendwie zur Welle eines neuen, harten französischen Horror-/Terrorfilms zu zählen sei und angesichts der bizarren Aufmachung von Vincent Cassel, der hier mit breitem, scheinbar gefrorenen Dauergrinsen samt Pornobalken und groß aufgerissenen Augen chargiert, hatte ich mich einfach auf eine französische Version eines "House of 1000 Corpses" eingestellt... tatsächlich hat der Film nicht sonderlich viel mit der Welle harten französischen Terrorkinos zu tun, und das erklärt vielleicht das Missfallen, das dieser kuriose, irrsinnige, sympathische, verschrobene kleine Film bei diversen gorehounds ausgelöst hat.

Wie "Tucker and Dale vs Evil" spielt auch "Sheitan" mit den Erwartungen, die nur teilweise erfüllt werden, wobei der Humor etwas hintergründiger & heimtückischer ist: auch wenn der Film nach dem trügenden Anschein einer 'alles bloß geträumt'-Pointe letztlich doch sehr drastisch bei Terrorkino-Versatzstücken landet, bleibt die Bedrohung die meiste Zeit relativ banal; kauzige Dörfler, die mächtig einen an der Waffel haben aber eigentlich bloß sonderbar anmuten und nur gelegentlich mal handgreiflich werden (und dann auch nur recht zurückhaltend und kurzzeitig), stehen den nur ansatzweise zu Identifikationsfiguren taugenden Jugendlichen gegenüber, die sozial inkompatibel genug sind, um das Ganze dann eskalieren zu lassen... (der Schluss mag dann etwas inkonsequent wirken, weil er dann doch eine recht gewöhnliche Horrorschablone drüberstreift, in welcher Cassel dann tatsächlich mit seiner irren Sippe menschliche Körperteile als Geburtstagsgeschenk für seinen zur Weihnachtszeit geborenen Satansbraten sammelt.)
Das Ganze erinnert zu Beginn ein bisschen an Gaspar Noé und steht dann irgendwo im absonderlichen breiten Feld zwischen Tomasellis Meta-Horrortrash "Horror" (2002) und höchst eigenwilligen französischsprachigen Sex-Horror-Beiträgen des Autorenfilms (wie "Trouble Every Day" (2001) oder "Dans ma peau" (2002))... :D
Wo Mainstream-Filme ("Tucker and Dale vs Evil", "Cabin in the Woods") oder Mainstream-taugliche Filme ("House of 1000 Corpses") den Holzhammer schwingen und sich überdeutlich als Parodie präsentieren, um - quasi als guter Kumpel des Publikums - ein Genre zu verulken, da bleibt "Sheitan schön uneindeutig und etwas bockig & störrisch zwischen allen Stühlen hocken, mal verständnisvolle Charakterstudie, mal ordinärer Unterleibsgag mit einigen seichten Tabubrüchen und wundervoll-geschmacklosen Montage-Assoziationen, mal schräge gesellschaftskritische Satire, mal Horrorfilmklischee-Sammelsurium, samt Hommage an Monica Bellucci (als Vamp im Film im Film) und Chris Marker (dessen Guillaume-en-egypte-Zeichentrickkatze gleich neben dem Bildschirm steht, auf dem die Bellucci zu sehen ist).

Eines ist der Film jedoch nicht: hartes, französisches Terrorkino. Kaum Blut, nur sporadisch auftretende Gewaltakte... aber er ist dafür wesentlich besser als "À l'intérieur" (2007), "Frontière(s)" (2007) oder "La horde" (2009). Wer hingegen "Trouble Every Day" bereits für "Kunst-Scheiße" (http://www.ofdb.de/view.php?page=trebbin_review&fid=24626&rid=595471) hält, der wird mit "Sheitan" sicher auch nicht so richtig warm... :icon_lol: Für mich Grund genug, mir bei Gelegenheit auch noch "Dog Pound" zu besorgen, der ja bereits etwas mehr Beifall erhalten hat...


Damit will ich jetzt nicht gesagt haben, "Sheitan" wäre die denkbar tollste Backwood-Horror-Parodie... die ist im Grunde ohnehin seit Tobe Hoopers "Texas Chainsaw Massacre" nicht mehr nötig.
Wenn man jedoch eine originelle, humorvolle und eigensinnige Variation zu schätzen weiß, ist dieser superb gefilmte und mit tollem Soundtrack ausgestattete Streifen eine willkommene Abwechselung. ;)


edit: schön ist übrigens auch der unterbrochene Abspann mit Porno-Insert... da hat man wohl aus "Fight Club" gelernt... oder aus "Persona"... bei Chapirons Debutspielfilm würd ich nichts ausschließen.
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: Moonshade am 22 November 2016, 11:50:34
Nachgeholt und: richtig schräger Scheiß, der bestimmt nicht jedem schmecken wird.

Irgendwo zwischen einer satanischen Version der heiligen Nacht und einer Backdoor-Groteske grimassiert sich Vincent Cassel total um den Verstand, während ein paar boshafte Kommentare über die ignorante Jugend (mit Migrationshintergrund oder ohne) drüber gestreut werden, weil sie von den (deutlichen) Bedrohungen nichts merken (wollen).

Strahlt über extrem weite Strecken eine ungute und bedrohliche Atmosphäre aus, ist aber nicht leicht zu konsumieren.
Und eben keiner Slasher, wie vielfach vermutet wird.
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: Grusler am 22 November 2016, 12:23:28
Das Ende ist jedenfalls sehr bizarr, aber auch lustig.

Zitat von: Moonshade am 22 November 2016, 11:50:34
...während ein paar boshafte Kommentare über die ignorante Jugend (mit Migrationshintergrund oder ohne) drüber gestreut werden, weil sie von den (deutlichen) Bedrohungen nichts merken (wollen).

Wobei ich mich beim Schauen fragte, ob sie die Bedrohung nicht merken, weil sie selbst in die degenerative Richtung tendieren, die ihre Gastgeber als Lebensstil pflegen und daher dort als Gäste seelenruhig einkehren "können". :icon_mrgreen:


Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: Moonshade am 22 November 2016, 12:29:09
Ja, weil sie eigentlich nur Sex im Kopf haben und das ganze inzestuöse Landgewimmel mit allen bedrohlichen Untertönen zwar peripher wahrnehmen, aber ignorieren.

Verblüffend ist, dass man bis zum Schluss auf den dicken Bodycount wartet, der aber einfach nicht kommt - und dennoch wird der Film mit jeder Minute unangenehmer.

Wenn sie gewisse Sachen nicht fragwürdig oder offen gehalten hätten (warum wird Yazmine im Wald nicht mitgenommen, warum geht Bart am Ende nicht auf der Straße zu ihr zurück, sondern ins Haus), wäre sogar noch mehr drin gewesen, das Ende wirkt etwas hastig und unentschlossen...
Titel: Re: Sheitan
Beitrag von: Grusler am 22 November 2016, 12:42:14
Ja, das Ende hatte schon was von "Tales from the Crypt" und wirkte daher tatsächlich etwas sehr in Szene gerückt, irgendwie frech und spassig, im Gegensatz zum gewollt aufdringlichen Rest des Films.
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