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OFDb => Allgemeine OFDb-Themen => OFDb-Autoren: Review-Forum => Thema gestartet von: McKenzie am 17 Februar 2007, 17:27:29

Titel: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 17 Februar 2007, 17:27:29
So, auf ausdrücklichen Wunsch von Fastmachine unterziehe ich mich auch der gesammelten Kritik! ;)

Da ich bisher kaum Feedback zu meinen Reviews erhalten habe- meine Freunde / Verwandten sind nicht interessiert und meinen Kinokollegen sind sie meist zu lang- bin ich nun doch neugierig geworden, wie denn meine bisherigen Ergüsse hier beurteilt werden. Um gleich vorzuwarnen: Bissige Kritik wird mich dennoch in meinem Enthusiasmus kaum bremsen, allerdings lasse ich sie auch nicht unter den Tisch fallen.

Also, nur zu!

PS: Meine Reviews... http://www.ofdb.de/view.php?page=poster&Kat=Review&Name=24510

Viele Grüße,

Christoph
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 18 Februar 2007, 07:42:49
Also, hab mir mal deine Reviews angesehen und ein paar gelesen. Mir gefällt vor allem schon mal deine Film-Auswahl, die zeigt nämlich das du auch Sinn für Underground, Trash oder experimentelles hast.

Besonders gut gefiel mir auf den ersten Blick dein Kommentar zu The Wind that shakes the Barkley, hab den Film zwar selbst noch nicht gesehen, deine Beschreibung klingt aber sehr adäquat. Nicht zu lang, nicht zu kurz, sind deine Texte immer gut zu lesen und zeigen dein Sachverständnis.

Bei Gelegenheit werde ich mich mal etwas ausführlicher in deine Texte reinlesen und melde mich dann wieder zu Wort ...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Fastmachine am 18 Februar 2007, 12:21:25
Gut, dass COPFKILLER als erster geantwortet hat, denn er ist weitaus kompetenter für die Masse deiner Reviews, die sich mit dem Reich der Trash– bzw. B-Movies beschäftigen. Da kenne ich nur einige von deiner Liste. 
Aufgefallen bist du mir durch deinen guten Schreibstil und deinen Willen, auch B-Movies einer interessanten und argumentativ nachvollziehbaren Besprechung für würdig zu halten. Da schließe ich gerne meine Bildungslücken, ebenso wie bei den Reviews von COPFKILLER.

Der eigentliche Anlass aber, weshalb du in mein Blickfeld gekommen bist, waren deine Edgar-Wallace-Reviews, ein Gebiet, auf dem ich mich früher auch mal versucht habe. Dies gehört für mich zu den ungelösten OFDb-Rätseln. Einerseits wächst die Datenbank und wächst, auch die Anzahl der Review-Autoren nimmt zu, aber manche Winkel der Filmgeschichte erhalten über Jahre keine oder nur wenige Reviews, wie etwa die Wallace-Filme. Ich weiß, dass diese Filme eine beachtliche Fan-Gemeinde haben, sonst wäre ja die schöne DVD-Gesamtausgabe nicht erschienen. Trotzdem haben einige der Filme immer noch kein Review oder nur kurze Kommentare.

Bei ,,Die seltsame Gräfin" scheinen wir in der Bewertung einer Meinung zu sein, dein Review klingt etwas freundlicher als meins. Schön auch, dass du solche Wallace-Filme, die heute etwas abseits stehen, wie ,,Das Rätsel der Roten Orchidee" und ,,Das Geheimnis der gelben Narzissen" besprochen hast. Bei der ,,Roten Orchidee" begnügst du dich mit einer Skizze, hier hätte ich mir etwas mehr analytischen Text gewünscht. Die ,,Gelben Narzissen" sind dagegen umfassend und angemessen gewürdigt, wobei es mich etwas erstaunt, wie hoch du diesen Film wertest. 9/10 – das ist starker Tobak.

Interessant, dass du gerade die ungewöhnlichen Wallace-Filme, die die Fan-Gemeinde etwas spalten, hoch einschätzt, etwa ,,Zimmer 13". Bei den späten Wallace-Filmen kommt dir natürlich zu Gute, dass du als Europloitation-Fachmann einen anderen Zugang zum Trash hast, als die konservativen Fans, die den ,,ernsthaften Stil" von 1960 schätzen.
Aus dieser Perspektive sind 7/10 für ,,Der Mann mit dem Glasauge" und 9/10 für ,,Das Geheimnis der grünen Stecknadel" verständlich, aber wohl nur für aufgeschlossene Fans nachvollziehbar.

Damit fürs erste genug. Weitere Bemerkungen zu deinen Reviews bei Gelegenheit. Und bitte: Hin- und wieder den guten alten Edgar Wallace nicht vergessen.   :icon_cool:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 18 Februar 2007, 20:58:46
Vielen Dank für eure Antworten!

@ Copfkiller:

Ebenso wie du (mein Interesse an deinen Reviews ist übrigens erwacht als ich zufällig auf dein erstes Hardcore-Review gestoßen bin :icon_mrgreen:) versuche ich auch, so gut wie möglich jeder Filmgattung mit der gleichen Aufgeschlossenheit und Aufmerksamkeit zu begegnen, also zu einem trashigen "Aufklärungsfilm" aus den wilden (und von mir, wie man sicherlich merkt, aufrichtig geliebten) 70zigern ebenso wie zu einem preisgekrönten jungen deutschen Film wie z. B. "Verfolgt" qualitativ ebenbürtige Reviews zu schreiben. Und das sich vermeintlicher Schund unter dem richtigen Standpunkt schnell in etwas interessantes und tiefgründiges verwandeln kann, wenn man ein wenig bohrt scheint ja auch ganz in deinem Sinne zu sein. Dafür schätze ich auch deine Filmauswahl sehr und wenn es gelegentlich tatsächlich einmal soweit kommt das ich mir über die "Filmdienst"-Kritiken hinaus ein Review zu einem aktuellen Hollywood-Film durchlese, klicke ich in der Regel zuerst deine (wenn vorhanden;-) oder Blade Runner's an da ihr euch beide auch kleinen Filmen nicht verschließt und damit die Lücke zwischen Mainstream und Independent sicherlich besser relativieren könnt als der typische Multiplex-Besucher der noch nie von Radley Metzger gehört hat! ;)

@ Fastmachine:

Interessant und schön, das du ausgerechnet durch meine Wallace-Reviews auf mich aufmerksam geworden bist- ebenso wie du hat es auch mich immer gewundert, das sich bislang nur so wenige Autoren den Filmen gewidmet haben (ist immerhin schon fast deutsches Kulturgut...). Ich habe auf jeden Fall vor, noch mehr davon zu liefern, in Kürze kannst du mit einem Review zu "Der Bucklige von Soho" rechnen das (wie so viele andere mit denen ich nicht zufrieden war) auf meiner Festplatte vor sich hin schnarcht.

Bisher war meine Motivation, für die Filme zu schreiben allerdings eher gering da ich immer im Hinterkopf hatte: "Die liest eh niemand"- wie schön das dem doch nicht so ist! Die paar Reviews haben ihren Grund darin, das die Wallace-Filme für mich eben die wahre filmische Einstiegsdroge waren. Mit 8 Jahren habe ich den ersten gesehen und seitdem bin ich vom Kinofilm nicht mehr loszueisen. Daher genießen sie natürlich einen Sonderstatus bei mir. Vor langer Zeit hatte ich für die meisten Farbfilme übrigens auch wenig übrig, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich über Umwegen an Dario Argento und von ihm zum Giallo kam. Deswegen wandelte sich "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" auch vom "Totalverhau" zum kleinen Schmuckstück.

Übrigens wollte ich noch anmerken, das mir dein Review zu "Blow up", der zu meinen Lieblingsfilmen gehört, sehr gut gefallen hat. Bisher habe ich noch keinen Kommentar abgegeben da ich immer befürchtet habe, dem Film nicht gerecht zu werden. Das ist dir meiner Meinung nach auf jeden Fall gelungen! :respekt: Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nicht viele Reviews von dir gelesen, aber deine Analysen zu "Das Ding aus einer anderen Welt", "Das siebente Siegel", "Der Name der Rose" und "Was?" sind sehr ausschöpfend (aber nicht erschöpfend, als Schreiber überdurchschnittlich langer Reviews lese ich solche natürlich auch gerne), nur so nebenbei (weil das ja eigentlich in deinen Autoren-Thread gehört ;))
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 20 Februar 2007, 15:10:42
Ich glaube, ich habe dich damals in der "junge Rezensenten"-Diskussion eingebracht, weil ich so überwältigt war, wie man in diesem Alter solche Rezensionen veröffentlichen kann. Kurz gesprochen erinnerst du mich ein wenig an Fastmachine; du bist dir für kein Genre zu schade, beackerst jede Lücke und bist auch ein wenig darauf bedacht, unbehandelte Bereiche mit tiefenscharfen Analysen zu entschädigen, wo andere sie mit Ignoranz bestrafen. Und trotz dieser Allroundertätigkeit bleibst du nicht generell oder oberflächlich, sondern schreibst stets so, als wärst du ein Experte auf dem Gebiet. Für meinesgleichen ist das fast schon beängstigend, weil ich mich für fast alles interessiere, dabei aber nur wenige Genres habe, in denen ich mich wirklich heimisch fühle. Dafür braucht es bei mir wohl noch ein paar Jahrzehnte Erfahrung. Wie man das aber in dem Alter hinbekommen kann... meine Hochachtung.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 21 Februar 2007, 20:10:49
Nun ja, im Grunde kann man das nicht Allrounder-Tätigkeit nennen denn an und für sich habe ich ebenso wie du meine liebsten Genres und Bereiche, in denen ich mich bewege- und das sind im gröbsten Horror/Thriller/Exploitation und Drama/Arthaus, sehr viel mehr eigentlich auch nicht. Doch in diesen Bereichen ist soviel möglich und es fallen soviele Filme hinein... So besuche ich z. B. die beiden unabhängigen Programmkinos hier in Nürnberg so oft wie andere vermutlich das Multiplex- und damit bewege ich schon in etwa auf dem Terrain "Internationaler Independent-Film" und meist in dem Genre Drama.
Vor kurzem konnte ich "The Prestige- Die Meister der Magie" im (Multiplex-)Kino sehen und es war meine erste positive Hollywood-Erfahrung seit Monaten. Wenn ich nun ein Review zu dem Film geschrieben hätte wäre es sicherlich wesentlich unsicherer ausgefallen da ich dem unübersichtlichen, utopischen Enstehungsprozess eines solch aufwändigen, teuren Films misstraue: Inwiefern hat der Regisseur freie Hand gehabt? Will er mit seiner Geschichte auf hohem Niveau unterhalten und- noch besser- etwas vermitteln oder hofft er nur auf Preise und volle Kassen? Hätte er vielleicht lieber einen anderen Hauptdarsteller gecastet? Wenn der Film ohne Rücksicht auf den DVD-Markt gedreht worden wäre, hätte man dann vielleicht schönere Scope-Bilder ohne den Gedanken an Pan & Scan kreiert? Haben die Produzenten dem Regisseur vielleicht ins Handwerk gepfuscht und den Schluss geändert?
Solche Gedanken spuken mir nach den meisten Mainstream-Filmen die mich einigermaßen angesprochen haben (den Rest verbanne ich ziemlich schnell wieder) im Kopf herum. Und deswegen hätte ich beispielsweise "The Prestige" ganz anders besprochen, auch wenn Christopher Nolan dort sein eigener Produzent war.
Generell fühle ich mich in der Ecke der kleinen, unkonventionellen, seltsamen Filme sehr viel wohler als im Multiplex, lege aber dennoch viel Wert darauf, auf dem neuesten Stand zu bleiben und die Entwicklung in Hollywood (wenn es überhaupt eine gibt) zu verfolgen. Reviews zu diesen Filmen schreibe ich aber dennoch nicht, darum kümmern sich zahlreiche andere (und stilistisch bessere).

Übrigens danke für dein Lob- ist mir schon fast peinlich...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Februar 2007, 19:39:24
In Antwort auf:
"Bei der ,,Roten Orchidee" begnügst du dich mit einer Skizze, hier hätte ich mir etwas mehr analytischen Text gewünscht."


Ich hatte eigentlich einen wesentlich längeren Review geschrieben (wie auch bei "Big bang love" doch er hat mir nicht gefallen und so habe ich ihn ordentlich gekürzt. Weil mir aber gerade danach war habe ich ihn noch einmal überarbeitet (Eine "Skizze" ist er aber wohl immer noch;-) und er ist nun in voller Länge online:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=11588&rid=212990

und auch mein Kommentar zu "Frauengefängnis 3", für alle Jess Franco-Hasser eine perfekte Vorurteilsbestätigung:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=48258&rid=231004
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 18 März 2007, 17:33:32
Verwunderlich, dass dich noch niemand wegen deiner "THHE2"-Kritik gemeuchelt hat. Kommt aber vielleicht noch.  ;)

Ich will dazu nur kurz und knapp sagen, dass ich zwar im Grunde von solchen Totalverrissen bei dieser Art von Film, also technisch tendenziell hochwertig(er)em Mainstream, wenig halte, obwohl ich diese Vorgehensweise durchaus respektiere. Allerdings argumentierst du (soweit ich das bisher beurteilen kann, der Film will noch gesehen werden) durch und durch plausibel in meinen Ohren, das muss ich eingestehen. Mit anderen Worten, betrachte diesen Kommentar als ein "Ja" auf die Frage:

War diese Rezension hilfreich? Ja / Nein
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 18 März 2007, 19:44:14
Seit deiner Hotel-Besprechung hast du ja, trotz deiner maßlos übertriebenden Antipathien zu Hollywood, schon irgendwie ein Stein bei mir im Brett und das weisst du ja auch, wenn du dir den Lieblings-Autoren-Thread damals durchgelesen hattest. ;)

Auch wenn ich mich stetig frage, wie man einen Scheiss-Streifen wie Die "Grotte der vergessenen Leichen" 7 Punkte geben kann (deine Review war zwar in Ordnung, konnte mich aber dennoch nicht vom Gegenteil überzeugen ;)) habe ich mir aber, beim Stöbern in Deinen Bewertungen, mal ein paar Filme rausgepickt, zu denen ich mir eine Review wünschen würde:

10 Punkte für Die 120 Tage von Sodom muss z. Bsp. definitiv erklärt werden. Zwar bin ich dem kontroversen Werk auch nicht ganz so abgeneigt, wie manch anderer, aber Meisterwerk-Status hat das Teil eigentlich dennoch nicht verdient!

9 Punkte für Düstere Legenden sind zwar aus meinen Slasherverliebten Augen O.k., aber für einen Kunstfilmfreak doch etwas merkwürdig.

9 Punkte für Maniac wären auch eine Review deinerseits wert. Für mich ist das ein 10er, aber das dürfte wohl, im Gegensatz bei Dir, niemand überraschen! ;)

9 Punkte für Lucio Fulcis Säge des Todes. Zugeben ich gucke den italienischen Schmuddel-Guru zwar auch ganz gerne mal, aber dafür gibt es von mir dennoch nur ein:  :icon_eek:

Und dein 1 Punkt für Borat würde eine schöne Kontrast-Review zu Mr. VVs überschwenglicher 8/10-Review geben. :D

Ach und wie man 9 Punkte für Liebesgrüße aus der Lederhose geben kann, würde mich auch noch blendend interessieren. ;)

Falls du also mal wieder nicht weisst, was du besprechen sollst. Das wären einige Tipps von mir! :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 18 März 2007, 21:13:25
@ Vince:

Der Review ist wirklich nicht aus einer Protesthaltung heraus so aggressiv sondern spiegelt nur meine Fassungslosigkeit nach Sichtung des Films wieder. Selten hat mir das Geld für einen Kinobesuch (außer bei "7 Zwerge" und "Scary Movie 3" so leid getan.
Das du meine Argumentation schlüssig findest erleichtert mich ungemein. Es fällt mir nämlich immer besonders schwer, einen Rundum-Verriss zu schreiben (das macht keine Freude...) und die Gefahr, sich dem eigenen Ärger hinzugeben ist dabei ja immer gefährlich hoch. Mildernder Umstand ist vielleicht, das ich den Review vollkommen übermüdet nach der durchzechten "Fantasy Filmfest Night" morgens um 6 verfasst habe...

Und ja, ich wundere mich auch schon wo die hasserfüllten Postings und aufgebrachten PMs bleiben! :icon_lol:


@ Mr. Hankey:

Schön das du dich hier auch einmal zu Wort meldest!

Es hat mich zwar überrascht das du damals ausgerechnet meinen "Hotel"-Review hervorgehoben hast aber umso besser! Nachdem ich den Film gesehen hatte, war ich schon sehr überrascht das bereits jemand (positiv!) darüber geschrieben hatte. Sicherlich ein sehr interessanter und ambitionierter Film, der aber zuviel will und sich selbst nicht treu bleibt.

Was meine Hollywood-Apathie betrifft so ist sie erstens m. E. gar nicht so maßlos (dafür sehe ich mir immer noch zuviel Mainstream an ("Elektra" liegt gerade neben mir)- über den ich aber meist nichts schreibe, ihm jedoch gelegentlich schon auch einmal 8 Punke verleihe) und vielleicht hast du dir ja auch meine obigen Postings und die in Mr. VV's Thread durchgelesen. Damit komme ich jetzt nämlich gleich zu den

9 Punkten für "Düstere Legenden". Sicher, der Film ist ein 08/15-Teenie-Slasher und das auch noch im großen, kommerziellen Stil. Doch ohne das ich es dir vernünfig erklären könnte sehe ich diese Mainstream-Schlitzerfilmchen, die nach "Scream" inflationär auf den Markt geworfen worden sind, als Trash recht gerne. Amüsante Unterhaltung mit meist grottigen Darstellern (bei diesem Film aber z. B. nicht so sehr) und hysterischer Musik. Natürlich nur mit der jeweiligen dt. Synchro zu genießen, die dem ganzen noch die lächerliche Krone aufsetzt. Bei "Düstere Legenden" gefällt mir vor allem die Location des Internats, auch wenn er damit nicht der erste ist. Ich habe selbst vier Jahre meines Lebens in einem Internat verbracht und dadurch belustigt mich ein überzogener Genre-Film aus diesem Millieu natürlich noch deutlich mehr.  :king: Amüsant das du das ansprichst. Gestern habe ich mir aus einer Laune heraus nämlich wieder einmal "Halloween H20" angesehen...

Genauso verhält es sich übrigens auch mit "Die Grotte der vergessenen Leichen", der eigentlich genauso grottig ist wie sein Titel aber als sleaziges Schmuddelfilmchen doch einfach Spaß macht und das immerhin auf handwerklich hohem Niveau (egal wie unterirdisch ein Film auch immer ist- bei den Italienern ist das immer noch ein Augenschmaus). Deswegen bin ich sicherlich auch kein "Kunstfilm-Freak", dafür sympathisiere ich doch zu sehr mit dem Schundkino ;) Das ich die "Grotte" besprochen habe war auch eher eine Ausnahme, da ich ja eigentlich nur zu Filmen schreiben möchte, die noch unbeschrieben sind (bis gestern morgen zählte "The hills have eyes II" ja auch noch dazu;-). Deswegen werde ich die von dir genannten Titel nur evtl. in die "zweite Wahl" der noch "abzuarbeitenden Filme" stellen.

Zu "Die 120 Tage von Sodom" hat beispielsweise Björn Last eigentlich schon eine Kritik auf seiner Seite Mitternachtskino.de verfasst, der ich weitgehend zustimmen würde. Ich schätze Filme, die konsequent sind und sich gleichzeitig keine Grenzen stecken. Hier sticht "Salò" sicherlich heraus. Ebenso wie "Girolimoni, Das Ungeheuer von Rom", den ich kürzlich rezensiert habe, einer der direktesten und ehrlichsten Filme gegen faschistische Herrschaftsformen und Denkweisen sowie desolates Gruppenverhalten in Extremsituationen. Außerdem habe ich bei einem solchen Mammutwerk ebenso wie Mr. VV stets Angst, den Review in den Sand zu setzen. :icon_sad:

Zu "Maniac" hatte ich ja in meinen frühen OFDb-Tagen bereits einige Zeilen geschrieben, die aber dringend einer Überarbeitung bedürfen und nicht mehr der Messlatte genügen, die ich für mich selbst inzwischen anlege. Lieber nicht lesen... Der Film hat übrigens zweifellos die von dir vergebenen 10 Punkte verdient aber mich stört bis heute das übertriebene Finale das dem rundum gelungenen Film dann doch eine Schönheitsdelle verpasst.

Welche "Säge des Todes" meinst du denn? Es gibt eine von Jess Franco (der ich 9 Punkte verliehen habe als dem trashigsten und lustigsten Slasher aller Zeiten) und eine von Sergio Martino (also known as "Torso"), der ich 8 gegeben habe. Prinzipiell ist aber fast alles von Fulci & Co Hochglanz-Trash, bzw. "Trash-Kunst" und von daher nie so ganz ernstzunehmen. Ich bewerte ohnehin immer aus dem Bauch heraus (du auch nehme ich an, 9/10 für den Otto-Film?), ohne den jeweiligen Streifen vorher geistig in seine Einzelteile zu zerlegen und sachlich zu bewerten. Dadurch komme ich auch zu der hohen Bewertung der Lederhosn die ich mit ziemlicher Sicherheit noch besprechen werde! :icon_mrgreen:

Prinzipiell mangelt es mir aber nie an zu besprechenden Filmen, vielmehr bin ich hemmungslos überfordert und würde gerne viel, viel mehr schreiben. Was das Hollywood-Kino betrifft so darfst du in Zukunft auf jeden Fall noch mit einem Review zu "The Fountain" rechnen, der bislang noch nicht ausreichend zergrätet worden ist und vielleicht schiebe ich auch noch eines zu "The Prestige" und "Elektra" hinterher, mal sehen! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 18 März 2007, 22:13:49
ZitatEs gibt eine von Jess Franco (der ich 9 Punkte verliehen habe als dem trashigsten und lustigsten Slasher aller Zeiten)
Genau den meinte ich! Also 9 Punkte wäre mir der, Trash-Ambition hin oder her, nicht wirklich wert, aber nun gut! ;) Das ist mir noch nicht einmal "Troll 2" wert und der ist ohne Frage das heftigste (und gleichzeitig mit das Unterhaltsamste) Trash-Werk, was es nach wie vor auf der Leinwand je zu sehen gab. ;)

Zitatdu auch nehme ich an, 9/10 für den Otto-Film?
Das kommt immer ein bisschen darauf an. Bei Ottos ersten Film ist die Note sicher auch von Kindheitserinnerungen und der Liebe zu dieser Art von Humor durchtränkt, aber selbst objektiv ist ja zumindest dieser erste Otto nicht wirklich schlecht gemacht. :D

ZitatAußerdem habe ich bei einem solchen Mammutwerk ebenso wie Mr. VV stets Angst, den Review in den Sand zu setzen.
Nicht nur du. Wenn ich nur daran denke, wie oft ich schon eine Review zu "Uhrwerk Orange" angefangen und wieder verworfen habe... :icon_sad:

Ach ja, deine 1er-Liste läßt darauf schliessen, dass du anscheinend mit Jim Carrey nicht viel anfangen kannst und dazu muss ich als riesiger Carrey-Fan mal eine Träne verdrücken: :bawling: ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 18 März 2007, 23:10:13
Zitat von: Mr. Hankey am 18 März 2007, 22:13:49
Nicht nur du. Wenn ich nur daran denke, wie oft ich schon eine Review zu "Uhrwerk Orange" angefangen und wieder verworfen habe... :icon_sad:

Du auch? Nun ja... vielleicht eines schönen Tages... 2017... :icon_mrgreen: Damit haben wir sogar einen gemeinsamen Lieblingsfilm!

Zitat von: Mr. Hankey am 18 März 2007, 22:13:49

Ach ja, deine 1er-Liste läßt darauf schliessen, dass du anscheinend mit Jim Carrey nicht viel anfangen kannst und dazu muss ich als riesiger Carrey-Fan mal eine Träne verdrücken: :bawling: ;)

Er hat unglaublich viel Schrott aus seine Schultern geladen, aber einer seiner Filme ist wirklich bemerkenswert: "The Truman Show". Die Grundidee ist zwar nicht neu aber bislang auch nicht wirklich so ausformuliert worden (in entfernter Verwandtschaft findet sich Fritz Lang's "Metropolis"). Rein vom Thema her wäre der Film also mindestens ein 9er, aber die Umsetzung ist einfach zu brav, nicht bissig und ernsthaft genug, sprich: Für meinen Geschmack zu Mainstream-kompatibel und vertiefungsbedürftig. So bleibt "nur" ein sehr guter Film zurück, dem leider der nötige Biss zur Satire fehlt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 18 März 2007, 23:18:33
ZitatDamit haben wir sogar einen gemeinsamen Lieblingsfilm!
Soll vorkommen! Sogar Mr. VV und ich haben so einige gemeinsame Lieblinge, man mag es kaum glauben! :icon_mrgreen: ;)  Den z. Bsp.:

http://psycho-rajko.blogspot.com/2006/12/retro-home-alone-1990.html :D

Aber "Uhrwerk Orange" ist auch ein zeitloses und eben nahezu kaum in Worte zu fassendes Meisterwerk. Das steht absolut außer Frage! :D

ZitatEr hat unglaublich viel Schrott aus seine Schultern geladen
Nein, hat er nicht! Punkt! :king:

Jim ist und bleibt der begnadendste Komiker, den Hollywood zur Zeit hat, der dazu auch noch ein unglaublich wandlungsfähiger Schauspieler ist. Aber nun gut, dass besprechen wir irgendwann ein anderes Mal. ;)

Aber über was kann denn unser McKenzie so richtig aus vollem Halse lachen? Deutsche Humor scheint es ja nicht zu sein und US-Quatsch mag er auch nicht. Was ist es denn dann? :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 19 März 2007, 00:12:51
Zitat von: Mr. Hankey am 18 März 2007, 23:18:33

Aber über was kann denn unser McKenzie so richtig aus vollem Halse lachen? Deutsche Humor scheint es ja nicht zu sein und US-Quatsch mag er auch nicht. Was ist es denn dann? :icon_mrgreen:

http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=1277
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=62288
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=6194
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=3397
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=32470
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=2740
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=50528
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=5091
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=63865
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=56404

und- tata-

http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=3508 (ich hatte ihn noch nicht bewertet)

Nur einige Beispiele! :icon_mrgreen:

Das Talent will ich Jim Carrey auf keinen Fall absprechen aber ich kann mit diesem infantilen Fäkal-Humor (meistens) so verdammt wenig anfangen. Es sind schon andere Schauspiel-Götter wie Klaus Kinski in die falschen Filme geraten. Sehr unlustig finde ich z. B. auch solche Gurken wie Bully's "Schuh des Manitu" oder "Traumschiff surprise" :icon_rolleyes:

Das Genre der Komödie steht aber bei mir generell weit hinten an, da Humor eine der subjektivsten Empfindungen überhaupt ist. Wie du vielleicht schon bemerkt hast schätze ich deshalb unfreiwillig komische Filme, sprich Trash, viel mehr da ich dort nicht das Gefühl habe, der Regisseur und die Drehbuchautoren wollen mich mit aller Gewalt bespaßen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 19 März 2007, 00:15:34
Zitat von: McKenzie am 18 März 2007, 23:10:13
Er hat unglaublich viel Schrott aus seine Schultern geladen, aber einer seiner Filme ist wirklich bemerkenswert: "The Truman Show".

Ich nehme an, du hast das neben "Ed Wood", "Gods and Monsters" und "Shadow of the Vampire" größte Meisterwerk über das Künstler-Biz - "Man on the Moon" - nicht gesehen?! DAS nämlich ist imo die eine wirklich ganz besonders herausragende Leistung des Jim Carrey. Und nebenbei der beste Milos Forman-Film, im Gegensatz zu dem überbewerteten Kuckucksnest.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 19 März 2007, 00:30:28
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 19 März 2007, 00:15:34
Ich nehme an, du hast das neben "Ed Wood", "Gods and Monsters" und "Shadow of the Vampire" größte Meisterwerk über das Künstler-Biz - "Man on the Moon" - nicht gesehen?! DAS nämlich ist imo die eine wirklich ganz besonders herausragende Leistung des Jim Carrey. Und nebenbei der beste Milos Forman-Film, im Gegensatz zu dem überbewerteten Kuckucksnest.

Nein, um ehrlich zu sein noch nicht. Eine Kritik die ich gerade gelesen habe hat mich allerdings schon neugierig gemacht, auch wenn ich biographischen Filmen eher kritisch gegenüber stehe. Aber "Man on the moon" scheint ja auch kein Musterbeispiel dieser Gattung zu sein ("Larry Flynt" hat mir z. B. gar nichts gegeben, trotz seiner satirischen Ansätze).
Allerdings kann ich mir kaum vorstellen das Milos Forman damit seinen "Feuerwehrball" übertrifft (weil du "Man" ja als BESTEN Forman bezeichnet hast). Den hätte ich vielleicht noch in obige Liste einfügen sollen, ein sehr schöner, tragikkomischer Film der aber auch einen süß-sauren Nachgeschmack hinterlässt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 19 März 2007, 00:36:40
Zitat von: McKenzie am 19 März 2007, 00:30:28
Allerdings kann ich mir kaum vorstellen das Milos Forman damit seinen "Feuerwehrball" übertrifft (weil du "Man" ja als BESTEN Forman bezeichnet hast). Den hätte ich vielleicht noch in obige Liste einfügen sollen, ein sehr schöner, tragikkomischer Film der aber auch einen süß-sauren Nachgeschmack hinterlässt.

Ich finde schon, der "Feuerwehrball" nämlich hat mir so gar nichts gegeben. Skurriler Beginn, dann verläuft sich das ganze in eine zähe Groteske. Wäre sogar fast eingeschlafen. :icon_redface:

Deshalb betrachte ich "Man on the Moon" als sein einziges wirkliches Meisterwerk.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 19 März 2007, 01:14:03
ZitatFäkal-Humor
Na ja, also die einzigen Jim Carrey-Filme, die so etwas wie Fäkal-Humor zu bieten haben sind vielleicht "Dumm und Dümmer" und die beiden Ace Venturas, wobei bei den Filmen dieser Fäkalhumor noch nen geringen Teil einnimmt. Denn ich persönlich bin eigentlich auch ein absoluter Gegner von Fäkalhumor.
Infantiler Blödelhumor ist es aber mit Sicherheit. Aber eben welcher von der richtig komischen Sorte. Zumindest IMO ;)

Ansonsten hat Mr. VV aber definitiv noch einen der ganz großen Charakterfilme des Jim Carreys genannt, der für mich persönlich übrigens ebenfalls ein 10er ist. Der Film ist wirklich brillant, vor allem halt weil er deutlich aus der üblichen Masche der Biopics herausragt.
(Auch wenn ich "A Beautiful Mind" in diesem Genre ebenfalls über alles liebe, aber das lassen wir jetzt, aus bekannten Gründen, lieber ausen vor :icon_mrgreen: )

ZitatSehr unlustig finde ich z. B. auch solche Gurken wie Bully's "Schuh des Manitu" oder "Traumschiff surprise"
Blödel-Humor polarisiert halt. Der eine kann darüber lachen, der andere nicht. Hab ich ja erst vor kurzem nur allzu deutlich beim neuen Wixxer-Film zu spüren gekriegt. ;) (Da dir der erste aber anscheinend gefallen hat, könnte dir der neue allerdings auch gefallen. :D)

Zitatim Gegensatz zu dem überbewerteten Kuckucksnest.
Uhh! Wenn das McMurphy liest, dann wird bei eurem ersten Aufeinandertreffen irgendwann aber garantiert Blut fliessen! ;)
(Ich hab ihn bis heute ja leider immer noch nicht gesehen! :icon_confused: )


@ Vega
Ist zwar Offtopic aber hast du etwa deine TV-Tipps-Sparte im Blog eingestellt? :icon_sad:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 19 März 2007, 03:17:35
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 19 März 2007, 00:36:40
Ich finde schon, der "Feuerwehrball" nämlich hat mir so gar nichts gegeben. Skurriler Beginn, dann verläuft sich das ganze in eine zähe Groteske. Wäre sogar fast eingeschlafen. :icon_redface:

Wenn es nicht schon so unendlich lange her wäre das ich den Film gesehen habe würde mich das jetzt zu einem huldigenden Review antreiben. Aber der Film ist sicherlich nicht jedermanns Sache, da gebe ich dir Recht. Als wir ihn vor langer Zeit bei uns im Kino zeigten war die Stimmung jedenfalls hervorragend und das steckt dann natürlich auch an!

Zitat von: Mr. Hankey am 19 März 2007, 01:14:03
Na ja, also die einzigen Jim Carrey-Filme, die so etwas wie Fäkal-Humor zu bieten haben sind vielleicht "Dumm und Dümmer" und die beiden Ace Venturas, wobei bei den Filmen dieser Fäkalhumor noch nen geringen Teil einnimmt. Denn ich persönlich bin eigentlich auch ein absoluter Gegner von Fäkalhumor.
Infantiler Blödelhumor ist es aber mit Sicherheit. Aber eben welcher von der richtig komischen Sorte. Zumindest IMO ;)

Natürlich bin ich kein großer Jim Carrey-Kenner. Ich habe neben "Ace Ventura", "Dumm und dümmer" und "The Truman Show" gerade noch "Bruce Allmächtig" und "Gable Guy" gesehen. Blödelhumor und Fäkalhumor nehmen sich m. E. nicht viel wobei ich auf ersteren allerdings noch eher ausschlage wie man an meinen 8/10 zu "Zwei wie Pech und Schwefel" erkennen kann. "Der Wixxer" hat mir z. B. vor allem aufgrund der vielen kleinen, versteckten Gags gefallen, die man nur als Wallace-Fan erkennen und witzig finden kann. Teilweise habe ich damals dann in Momenten gelacht in denen im gesamten Saal Totenstille herrschte. ;)

Mit Trash kannst du wohl nur wenig anfangen?

Ach ja,
Mein neuester Review zu einem großartigen Polit-Kriminaldrama. Leider wie so oft überlang und nicht besonders gut gelungen aber der Film musste einfach mit "einigen" Zeilen geehrt werden:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=63368&rid=233871

Blade Runner sollte hier übrigens auch einmal einen Thread öffnen damit ich ihm für seine ergiebigen Italo-Reviews danken kann!  :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 19 März 2007, 19:46:31
ZitatMit Trash kannst du wohl nur wenig anfangen?
Ich glaube, wenn du dir diese fünf Reviews hier mal durchliest, dann wirst du Deine Aussage noch einmal überdenken: (sind leider allesamt nicht die besten Reviews)
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=323&rid=68199
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=2854&rid=98772
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=6183&rid=49754
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=21991&rid=210443
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=103&rid=47087
:icon_mrgreen:


Ich kann mich halt nur selten dazu durchringen, Trash in die wirklich hohen Bewertungszonen zu bringen, aber ansonsten bin ich für Trash eigentlich immer zu haben. Und hey, ich bin vielleicht der toleranteste Slasher-Freak, den das GF hat! :icon_mrgreen:

ZitatTeilweise habe ich damals dann in Momenten gelacht in denen im gesamten Saal Totenstille herrschte.
Wieso kommt mir das nur so bekannt vor? ;)

ZitatBlödelhumor und Fäkalhumor nehmen sich m. E. nicht viel
Hmmm. Na ja, also ich kann auch ohne Fäkalhumor rumblödeln. :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: brachialromanti am 19 März 2007, 20:29:52
Zitat von: Mr. Hankey am 19 März 2007, 19:46:31
Ich kann mich halt nur selten dazu durchringen, Trash in die wirklich hohen Bewertungszonen zu bringen, aber ansonsten bin ich für Trash eigentlich immer zu haben.

Dann kann ich Anwesenden nur empfehlen, sich "Underground Comedy Movie" zu Gemüte zu führen. Das Geld hat sich gelohnt, Hankey. This is trash - I like trash!  :icon_twisted:

Fäkalhumor an sich ist nicht wirklich witzig ob der offensichtlichen Plattheit. Man denke nur an die berüchtigten "Familienessen-Szenen" der beiden Nutty Professors  :doof:

Grüße

Oifox
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 27 März 2007, 21:11:44
Hab mir vor kurzem Mal deine Review zu "Branded to Kill" durchgelesen und muss sagen, dass du den Nagel ziemlich genau getroffen hast, allein schon mit deinem Eingangssatz "- Operation Inhaltsangabe fehlgeschlagen -". Denn besser kann man diesen herrlichen Film wirklich kaum einleiten. Genauso wie ich deine schweren Versuche, dem Film auf inhaltlicher Ebene auf die Schliche zu kommen, sehr gut nachvollziehen kann! :respekt:

Bin heute abend jedenfalls schon mal sehr auf den Vorgänger "Tokio Drifter" gespannt, zudem ich mir von dir auch noch ne Review wünschen würde. :D

BTW: In Sachen Jim Carrey haben wir übrigens noch einen weiteren, in meinen Augen, ungemein wichtigen Film vergessen und zwar "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" (Drehbuch von Charlie Kaufman). Ist für mich, wie für einige hier, ein 10er. Was sagst Du (und Mr. VV), denn zu diesem Meisterwerk? :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 März 2007, 21:23:16
Zitat von: Mr. Hankey am 27 März 2007, 21:11:44
Was sagst Du (und Mr. VV), denn zu diesem Meisterwerk? :D

Der ist heute witzigerweise in der Müller-4-für-3-Aktion in meine Tasche gewandert :icon_mrgreen:, aber auch nur, weil ich mal den Audiokommentar hören wollte. Der Film selbst ist natürlich toll (mit "Meisterwerk" bin ich ja immer vorsichtig), auch wenn mir "Being John Malkovich" vielleicht noch einen Tick besser gefallen hat.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 27 März 2007, 21:34:55
ZitatDer Film selbst ist natürlich toll (mit "Meisterwerk" bin ich ja immer vorsichtig)
Na, da bin ich aber froh *DenSchweissVonDerStirnWisch* ;)

Was einen guten Film für jemanden persönlich zur Vollendung eines Meisterwerks macht, ist sowieso meist nur subjektiv zu begründen, von daher ist "toll" schon mehr als ausreichend! :D

"Being John Malkovich" habe ich leider bis heute noch nicht gesehen! :icon_sad: :icon_confused:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 27 März 2007, 22:05:44
Zitat von: Mr. Hankey am 27 März 2007, 21:34:55
"Being John Malkovich" habe ich leider bis heute noch nicht gesehen! :icon_sad: :icon_confused:

Filme über menschenfressende Rücksäcke gucken, aber Being John Malkovich nicht kennen, na das haben wir gerne! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 März 2007, 02:19:41
Zitat von: Mr. Hankey am 27 März 2007, 21:11:44
Hab mir vor kurzem Mal deine Review zu "Branded to Kill" durchgelesen und muss sagen, dass du den Nagel ziemlich genau getroffen hast, allein schon mit deinem Eingangssatz "- Operation Inhaltsangabe fehlgeschlagen -". Denn besser kann man diesen herrlichen Film wirklich kaum einleiten. Genauso wie ich deine schweren Versuche, dem Film auf inhaltlicher Ebene auf die Schliche zu kommen, sehr gut nachvollziehen kann! :respekt:

Bin heute abend jedenfalls schon mal sehr auf den Vorgänger "Tokio Drifter" gespannt, zudem ich mir von dir auch noch ne Review wünschen würde. :D

WAS?! Der Film gefällt dir? Du musst schon entschuldigen aber das du ihn überhaupt kennst erstaunt mich schon (nicht beleidigt sein! ;))
Aber nun, wie schön das wir uns ausgerechnet bei einem solch komplizierten Werk treffen. "Branded to kill" hat mir wirklich sehr gut gefallen (zumal wir ihn bei uns im Kino von 35mm gezeigt haben- ein Erlebnis!), auch wenn man meinem Review die Verzweiflung nach zweimaligem Filmgenuss sicherlich anmerkt. Letztendlich hatte meine Verwirrung noch einen zusätzlichen Grund: Da der Verleih die Akte der Kopie falsch beschriftet hatte (eine Kopie besteht ja in der Regel aus 5 Akten) wurde er von einem meiner Kollegen auch unwissentlich falsch zusammengesetzt. Folglich habe ich den Film also zweimal in der Reihenfolge gesehen: Rolle 1 - Rolle 2 - Rolle 4 - Rolle 3 - Rolle 5.
Da raucht der Schädel natürlich erst recht! :icon_mrgreen:

"Tokyo Drifter" habe ich leider noch nicht gesehen, er steht aber schon (gerade nach "Branded to kill") auf meiner kilometerlangen Wunschliste der "must see"-Filme, bzw. "must buy"-DVDs ziemlich weit oben.
Übrigens freut mich natürlich dass dir der Review zugesagt hat, ich finde ihn nämlich ziemlich missglückt. Ich glaube nicht, das jemand der den Film noch nicht kennt, sich dadurch ein Bild von ihm machen kann. :icon_sad:

Zitat von: Mr. Hankey am 27 März 2007, 21:11:44
Ist für mich, wie für einige hier, ein 10er. Was sagst Du (und Mr. VV), denn zu diesem Meisterwerk? :D

Auch noch nicht gesehen aber nachdem ich vor einigen Wochen das Beinahe-Meisterwerk "The Science of sleep" (auch von Gondry) geniessen durfte ebenfalls auf meiner Wunschliste (also leider nicht wegen Jim Carrey- aber zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen ist ja schließlich legitim, oder? :icon_twisted:)

Zitat von: Vince am 27 März 2007, 22:05:44
Filme über menschenfressende Rücksäcke gucken, aber Being John Malkovich nicht kennen, na das haben wir gerne! ;)

Das ist doch hoffentlich ein Witz, oder? Mörderrucksäcke sind sicherlich relevanter als die Gehirnwindungen des John Malkovich von innen zu sehen! :icon_mrgreen:
Nicht mit scharfkantigen Gegenständen werfen, der steht auch noch aus!

Und weil ich gerade in Feststimmung bin gibt's jetzt "Venus in furs" vom allerorts beliebten und gefeierten Meisterregisseur Jess Franco! :icon_lol:
Vielleicht auch mit anschließendem Review, mal sehen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 28 März 2007, 17:48:53
ZitatWAS?! Der Film gefällt dir? Du musst schon entschuldigen aber das du ihn überhaupt kennst erstaunt mich schon
Zugegeben, würde der Film nicht derzeit beim hissigen Asia-Filmfestival laufen, wäre ich bestimmt auch nie auf diesen Film gestossen. So kam ich aber glücklicherweise doch in den Genuss und gebe dir, wie schon gesagt, in Deiner Meinung vollkommen recht! :D

Zitat"Tokyo Drifter" habe ich leider noch nicht gesehen
Da habe ich dir seit gestern abend nun schon etwas vorraus. Lass dir gesagt sein (nur um dich nun wirklich entgültig zu verwirren ;)):

Im Grunde könnten die beiden Filme kaum unterschiedlicher sein, wenn sie sich nicht so ähneln würden. :icon_mrgreen: Klingt komisch, aber spätestens wenn du den Film gesehen hast, wirst du mir recht geben. ;)

Insgesamt komme ich bei TD aber trotzdem nur auf gute 6/10 Punkte.


Ansonsten würde ich aber auch mal rotzfrech behaupten wollen, dass meine Filmauswahl weit breiter gefächert ist, als deiner je sein würde! In wie weit das nun besser oder schlechter ist, sei mal dahingestellt! :king:


ZitatFilme über menschenfressende Rücksäcke gucken, aber Being John Malkovich nicht kennen, na das haben wir gerne!

McKenzie hat es einfach nur zu treffend erkannt:
ZitatMörderrucksäcke sind sicherlich relevanter als die Gehirnwindungen des John Malkovich von innen zu sehen!
:king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 April 2007, 03:26:08
@ Mr. Hankey (und auch an alle anderen :icon_mrgreen:)

Hier mein (ziemlich chaotischer) Review zu einem durch die Bank unterschätzten und missverstandenen Film der für mich schon jetzt ein Multiplex-Highlight des Jahres darstellt und mich wirklich begeistert hat:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=102749&rid=236416

Was ihr nur alle gegen den Film habt? :icon_sad:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 4 April 2007, 04:21:00
Zitat von: McKenzie am  4 April 2007, 03:26:08
Was ihr nur alle gegen den Film habt? :icon_sad:

Ich bin mir eigentlich auch relativ sicher, dass der Film extrem gut sein dürfte. Lese dein Review sicherheitshalber noch nicht, werde "The Host" aber in Kürze selbst noch anschauen gehen. Die hohe Bewertung stimmt aber schon einmal positiv. Insbesondere wenn Bretzel-10/10-für-"M:I 3"-aber-nur-7/10-für-"Children of Men"-Burger (:icon_mrgreen:) und Mr.-ich-honoriere-selbst-Videomüll-mit-durchschnittlich-6/10-Hankey da anderer Meinung sind. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 April 2007, 06:32:12
Na dann bin ich schon sehr gespannt auf deinen Review, vorrausgesetzt du hast die Muse einen zu schreiben. Hätte ich das nicht getan hätte ich ein schlechtes Gewissen denn der Film ist ja hier bislang noch nicht zu wohlverdienten Ehren gekommen.
Hauptsache du lässt dich von der anfangs seltsam anmutenden Mischung mehrerer vermeintlich zueinander kontroverser Genres nicht abschrecken- denn wenn man sich darauf einlässt und auch nichts dagegen hat wenn die Amis auf die Schippe genommen werden bereitet der Film diebisches Vergnügen! ;)

Das wäre dann auch die perfekte Gelegenheit für dich, mir ein wenig Feedback zu geben- ich halte meinen Review zu diesem Film für nicht sonderlich gelungen (in letzter Zeit leide ich unter kreativem Durst) aber aus gegebenem Anlass... ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 April 2007, 10:35:32
ZitatMr.-ich-honoriere-selbst-Videomüll-mit-durchschnittlich-6/10-Hankey da anderer Meinung sind.
Tja, immer noch besser als ein Mr. Vincent Ich-finde-alles-grunsätzlich-scheisse-von-Person-x-y-z,-egal-wie-gut-es-in-Wirklichkeit-ist Vega zu sein. :icon_twisted:

Außerdem, warum sollen DtV-Produkte immer zwingend schlecht sein?
Und wenn du mal genauer hinschaust, dann müsstest du feststellen, dass ich DtV-Produkte zu mindestens 80% auch eher schlecht bewerte. (Immer diese nicht haltbaren Vorurteile :icon_rolleyes:) ;)

@McKenzie
Weil der Film halt nun mal nur maximal Durchschnitt ist! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 April 2007, 11:11:06
Zitat von: Mr. Hankey am  4 April 2007, 10:35:32
Tja, immer noch besser als ein Mr. Ich-finde-alles-grunsätzlich-scheisse-von-Person-x-y-z,-egal-wie-gut-es-in-Wirklichkeit-ist zu sein. :icon_twisted:

Putzig, putzig! :icon_mrgreen: Zankt ihr euch immer so?

Zitat von: Mr. Hankey am  4 April 2007, 10:35:32
@McKenzie
Weil der Film halt nun mal nur maximal Durchschnitt ist! ;)

Der Film ist nicht Durchschnitt sondern ein Querschnitt, so sieht es aus! ;) Das einzige Argument das ich aus all euren Reviews lesen konnte war "Der Film kann sich nicht entscheiden was er denn nun sein will". Hast du meinen Review denn schon gelesen?
Das einzige was ich dem Film anlasten würde sind seine zahlreichen logischen Aussetzer aber ich gehöre ohnehin nicht zu denen die bei einem Film, der nicht primär auf Realismus angelegt ist bei jedem Logikloch aufschreien.
Ansonsten ist "The Host" zwei Stunden sarkastisch-schwarzhumorige, selbstironisch-tragische Unterhaltung mit ebenso perfiden wie interessanten Seitenhieben auf die (nicht nur südkoreanischen) Realität, die weltkulturelle- und politische Realität. Was will man mehr? Dazu noch handwerklich auf höchstem Niveau, hervorragend gespielt und nervenzerfetzend spannend. Und- ganz wichtig- im Gegensatz zu ähnlich gelagertem Big-Budget-TRASH ( :icon_twisted:) aus Hollywood (Es war einmal eine ganz schlechte amerikanische Kopie von "Godzilla"...) auch zutieft humanistisch was dir als Familienmensch doch eigentlich auch zusagen müsste! :icon_mrgreen:

Lass mich raten: Du hast den Film auch in einem Sneak-Preview gesehen (Der Fassungseintrag stammt ja von dir). Wenn man unvorbereitet an den Film herantritt ist das sicherlich fatal! :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 4 April 2007, 11:30:49
Zitat von: McKenzie am  4 April 2007, 03:26:08
@ Mr. Hankey (und auch an alle anderen :icon_mrgreen:)

Hier mein (ziemlich chaotischer) Review zu einem durch die Bank unterschätzten und missverstandenen Film der für mich schon jetzt ein Multiplex-Highlight des Jahres darstellt und mich wirklich begeistert hat:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=102749&rid=236416

Was ihr nur alle gegen den Film habt? :icon_sad:

Ich weiß nicht, ob du meine Kritik gelesen hast. Aber ich fand den Film keineswegs schlecht. Im Grund hast du auch nichts anderes beschrieben als ich, der ich dem Film eine Vielzahl an Stilen zugestanden habe, selbst die Erwähnung von "Agent Orange" ist bei mir zu lesen. Auch die Kritik an der "Amerikanisierung" der koreanischen Gesellschaft habe ich sehr wohl erkannt, alleine in meinem Schußsatz kommt das deutlich rüber.

Doch ich habe nicht geleugnet, daß mir für bestimmte Szenen das Einfühlungsvermügen fehlt und habe hier versucht auch die asiatische Sichtweise zu verstehen - genau darin ist auch meine Mischung aus Faszination und gleichzeitigem Unverständnis nachzuvollziehen. Den Vorwurf mit der falschen Erwartungshaltung und fehlender Bereitschaft zur geistigen Flexibilität möchte ich damit in aller Form als unberechtigt zurückweisen.

Unabhängig davon muß sich der Film auch inszenatorische Kritik gefallen lassen - so zum Schluß bei den sich immer wieder wiederholenden Szenen, die das Gefühl vermitteln, daß hier Jemand nicht zum Ende kommt. Ich gestehe dir zu, daß du das anders empfindest, aber das ändert nichts daran, daß der Film in Sachen Timing und Klarheit bei der Story (das ist gerade bei verschiedenen Stilen besonders wichtig)Schwächen zeigt. Im Vergleich zu "Spinnenlilien", einem chinesischen Film, den ich auch letztens besprach, ist "The Host" einfach schwächer. Auch "Spinnenlilien" hat einen sehr asiatischen Charakter und ist dazu noch in verschiedenen Zeitebenen erzählt, wirkt aber nie chaotisch und immer stimmig. Letztlich ist "The Host" immer noch ein Blockbuster, nicht ohne Grund in Korea der erfolgreichste Film aller Zeiten - und das geht nur, wenn man sich auch ein wenig dem Massengeschmack unterordnet. Und das merkt man auch als Europäer...

An @Mr.Vincent Vega - ich habe inzwischen ein ganz gutes dafür Gefühl entwickelt, bei welchen Filmen wir auseinander driften. Bei "The Host" denke ich, wirst du meiner Meinung sein - schau ihn dir an.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 4 April 2007, 11:46:51
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  4 April 2007, 04:21:00
Ich bin mir eigentlich auch relativ sicher, dass der Film extrem gut sein dürfte. Lese dein Review sicherheitshalber noch nicht, werde "The Host" aber in Kürze selbst noch anschauen gehen. Die hohe Bewertung stimmt aber schon einmal positiv. Insbesondere wenn Bretzel-10/10-für-"M:I 3"-aber-nur-7/10-für-"Children of Men"-Burger (:icon_mrgreen:) und Mr.-ich-honoriere-selbst-Videomüll-mit-durchschnittlich-6/10-Hankey da anderer Meinung sind. ;)

Ich wiederhole mich gern hinsichtlich meiner Bewertungen. Ich betrachte die Filme immer hinsichtlich ihrer Intention. Anders ausgerückt, um mal ein Beispiel aus meinem Berufsleben zu wählen, kann eine Holzhütte besser sein als ein großes Bürogebäude, obwohl das viel mehr Arbeit macht und wesentlich mehr geistige Ressourcen erfordert. Aber wenn das Bürogebäude schlecht konzipiert ist und die Holzhütte genial und optisch schön konstruiert ist, dann bekommt die Holzhütte mehr Punke - alles klar ?

Sonst müsste ich im Vergleich zu einem genialen Meisterwerk wie Viscontis "Ossessione" , da ich dem Film nur 10 Punkte geben kann, andere Filme höchstens mit 7 bewerten. Das halte ich aber für ungerecht, da es nicht nur einen Maßstab geben kann. "MI III", den ich selbst inzwischen für etwas zu hoch bewertet halte, habe ich aus der Begeisterung heraus die Punkte gegeben, aber bei "Children of Men" habe ich eben auch bestimmte Deja Vus erlebt, was zu der etwas niedrigeren Bewertung führte (immer gemessen an der filmischen Intention).

Vielleicht - und da sehe ich auch bei meiner Beurteilung von "Alpha Dog" so - liegt das an meinem fortgeschrittenen Alter. Die Jungs aus "Alpha Dog" sind eben nicht meine Generation. Ich kann sie wesentlich freier von eigenen Erwartungshaltungen beurteilen - das macht schon einen Unterschied und bezogen zu "Children of Men" kann ich eben nur erwähnen, daß ich mit den Vorbildern aufgewachsen bin.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 April 2007, 11:51:24
ZitatPutzig, putzig!  Zankt ihr euch immer so?
Ich kann dir ja mal einen Ausdruck unserer PMs zukommen lassen. Du würdest Bauklötze staunen. Aber keine Angst, alles nur Spaß! :D

Außerdem habe auch ich nicht wirklich etwas gegen den Film. Aber wie Bretzi schon schreibt, ist das ganze zwar in seiner Idee durchaus gelungen, in Sachen Inszenierung (vordergründlich in den von Bretzi angesprochenen Punkten) aber einfach nicht genug ausgereift, dass er so eine hohe Wertung verdient hätte. Und es auch nicht wirklich eine Art von Film, die mir besonders liegt. Das gebe ich hiermit offen und ehrlich zu! Aber die Sneaks treiben nun halt manchmal erstaunliche Blüten! ;)

@ Bretzi
Wenn Mr. VV ein Film gefallen will, dann gefällt er ihm auch! Genauso wie es ja auch umgekehrt immer der Fall ist! :icon_twisted: ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 April 2007, 12:26:39
@ Bretzelburger:

ZitatIch weiß nicht, ob du meine Kritik gelesen hast. Aber ich fand den Film keineswegs schlecht. Im Grund hast du auch nichts anderes beschrieben als ich, der ich dem Film eine Vielzahl an Stilen zugestanden habe, selbst die Erwähnung von "Agent Orange" ist bei mir zu lesen. Auch die Kritik an der "Amerikanisierung" der koreanischen Gesellschaft habe ich sehr wohl erkannt, alleine in meinem Schußsatz kommt das deutlich rüber.

Doch ich habe nicht geleugnet, daß mir für bestimmte Szenen das Einfühlungsvermügen fehlt und habe hier versucht auch die asiatische Sichtweise zu verstehen - genau darin ist auch meine Mischung aus Faszination und gleichzeitigem Unverständnis nachzuvollziehen. Den Vorwurf mit der falschen Erwartungshaltung und fehlender Bereitschaft zur geistigen Flexibilität möchte ich damit in aller Form als unberechtigt zurückweisen.

Bei "The Host" habe ich mir die seltene Muse genommen und alle Reviews gelesen, auch deins. Und ich würde  deins auch als das adäquateste bezeichnen da du auch Hintergrund-Fakten wie den Umwelt-Skandal '2000 der im Film ja auch aufgegriffen wird, miteinbezogen und den Film auch als Satire identifiziert hast. Trotzdem waren deine wesentlichen Kritikpunkte- wenn ich mich recht erinnere, es waren ja noch ca. 6 andere Reviews- auch die aus westlichen Augen schwer nachvollziehbare koreanische Mentalität, die episodenhafte, etwas holprige Struktur und die riskante Gratwanderung zwischen Komik und Ernst. Und diese beiden Dinge haben mich nicht im geringsten gestört, inzwischen bin ich persönlich sogar an einem Punkt angelangt an dem ich mich über jeden Film freue, der sich um einen geradlinigen Handlungsaufbau nicht viel schert und eher kurvig statt gerade ansteigt. Und das ganz besonders bei einem solchen Film, der unter seinem kommerziellen Stern nicht unbedingt beste Vorraussetzungen für narrative Auffälligkeiten, bzw. "Erfrischungen" mitbringt.
Ausschlaggebend für einen zusätzlichen Punk zu den ursprünglichen 8 ist der wunderbare Facetten-Reichtum den der Film im Rückblick an den Tag legt. Tatsächlich ist "The Host" sogar der erste "Blockbuster" der neuen, gigantomanischen Welle CGI-schwangerer Epen der letzten Jahre dem ich nicht nur viel sondern jede Menge abgewinnen konnte (abgesehen vielleicht von "Der schmale Grat", "The new world" und "Pan's Labyrinth") und das hat sicherlich nichts mit seiner Herkunft zu tun. Auf jeden Fall machen alle aus den beiden genannten Schönheitsdellen die mir über all der Pracht kaum aufgefallen sind, eine Katastrophe und das finde ich schon sehr bedauerlich. Ich bin schon sehr gespannt ob Adam Kesher einen Review schreibt! :icon_rolleyes:

Da du meinen Review gelesen hast: Irgendwelche Kommentare dazu? Es handelt sich zwar um einen meiner stilistisch wirrsten Reviews der letzten Zeit aber dennoch interessieren mich die Gedanken der Leser immer (da ich mit mir beinahe nie auch nur annähernd zufrieden bin)- davon bekomme ich nämlich leider nur so wenig mit. Negative Kritik ist konstruktiv und daher ebenfalls willkommen!

Zitat
Ich wiederhole mich gern hinsichtlich meiner Bewertungen. Ich betrachte die Filme immer hinsichtlich ihrer Intention. Anders ausgerückt, um mal ein Beispiel aus meinem Berufsleben zu wählen, kann eine Holzhütte besser sein als ein großes Bürogebäude, obwohl das viel mehr Arbeit macht und wesentlich mehr geistige Ressourcen erfordert. Aber wenn das Bürogebäude schlecht konzipiert ist und die Holzhütte genial und optisch schön konstruiert ist, dann bekommt die Holzhütte mehr Punke - alles klar ?

Sonst müsste ich im Vergleich zu einem genialen Meisterwerk wie Viscontis "Ossessione" , da ich dem Film nur 10 Punkte geben kann, andere Filme höchstens mit 7 bewerten. Das halte ich aber für ungerecht, da es nicht nur einen Maßstab geben kann.

Dem kann ich nur zustimmen. Auch wenn ich dich dann eher zitieren würde um meine 9/10-Wertung für die Trash-Granate "Die Säge des Todes" (mit der ich Mr. Hankey geschockt habe ;)) mit der ebenso hohen Wertung für "wertvolle" Filme wie "Last Days" oder "Beruf: Reporter" unter einen Hut zu bringen. :icon_mrgreen:
Prinzipiell sollte man immer aus dem Bauch heraus bewerten, von daher kann ich das gut nachvollziehen.

ZitatIch kann dir ja mal einen Ausdruck unserer PMs zukommen lassen. Du würdest Bauklötze staunen. Aber keine Angst, alles nur Spaß! icon_biggrin

Ich würde ihm zu gerne auch einmal eine schreiben aber er hat es mir noch nicht erlaubt! :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 April 2007, 12:56:26
ZitatAuf jeden Fall machen alle aus den beiden genannten Schönheitsdellen die mir über all der Pracht kaum aufgefallen sind, eine Katastrophe und das finde ich schon sehr bedauerlich.
Tja, jeder macht halt aus ein paar "Schönheitsfehlern" die ihm aufallen entweder Katastrophen oder nicht. Mir geht es da z. Bsp. mit Mr. VVs Besprechung zu "Klick" ähnlich.

Ob man den Schönheitsfehler dann zur "Katastrophe" macht oder nicht, liegt nun einmal in der Interpretation eines jeden einzeln. Dich haben die "Schönheitsfehler" nicht gestört, Bretzi und mich nun einmal immens. Mich hat dagegen der "Schönheitsfehler" mit der angeblichen Frauenfeindlichkeit bei "Klick" eher weniger gestört, Mr. VV dagegen sehr. Da kann man nun einmal nichts machen, was unterm Strich aber wohl auch gut so ist. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 4 April 2007, 14:12:35
Zitat von: McKenzie am  4 April 2007, 11:11:06
Putzig, putzig! :icon_mrgreen: Zankt ihr euch immer so?

In der Regel ja, was aber weniger an meiner Kompetenz als Hankeys Unverständnis liegt. :icon_razz: :icon_mrgreen:

Zitat von: Bretzelburger am  4 April 2007, 11:46:51
Ich wiederhole mich gern hinsichtlich meiner Bewertungen. Ich betrachte die Filme immer hinsichtlich ihrer Intention. Anders ausgerückt, um mal ein Beispiel aus meinem Berufsleben zu wählen, kann eine Holzhütte besser sein als ein großes Bürogebäude, obwohl das viel mehr Arbeit macht und wesentlich mehr geistige Ressourcen erfordert. Aber wenn das Bürogebäude schlecht konzipiert ist und die Holzhütte genial und optisch schön konstruiert ist, dann bekommt die Holzhütte mehr Punke - alles klar ?

Sonst müsste ich im Vergleich zu einem genialen Meisterwerk wie Viscontis "Ossessione" , da ich dem Film nur 10 Punkte geben kann, andere Filme höchstens mit 7 bewerten. Das halte ich aber für ungerecht, da es nicht nur einen Maßstab geben kann. "MI III", den ich selbst inzwischen für etwas zu hoch bewertet halte, habe ich aus der Begeisterung heraus die Punkte gegeben, aber bei "Children of Men" habe ich eben auch bestimmte Deja Vus erlebt, was zu der etwas niedrigeren Bewertung führte (immer gemessen an der filmischen Intention).

Diese Begründung ist plausibel und ich meine derlei Sticheleien ja ohnehin nicht sonderlich ernst. Zumal ich es ganz genauso sehe, ich messe Filme in der Regel auch immer an ihrer Intention - das was es (vermutlich) sein will, gemessen an dem was es nun schlussendlich auch ist.

Zitat von: Bretzelburger am  4 April 2007, 11:46:51
Vielleicht - und da sehe ich auch bei meiner Beurteilung von "Alpha Dog" so - liegt das an meinem fortgeschrittenen Alter. Die Jungs aus "Alpha Dog" sind eben nicht meine Generation. Ich kann sie wesentlich freier von eigenen Erwartungshaltungen beurteilen - das macht schon einen Unterschied und bezogen zu "Children of Men" kann ich eben nur erwähnen, daß ich mit den Vorbildern aufgewachsen bin.

Sicher spielt das Alter eine Rolle. Als Kind der (sich selbst sehr clever vorkommenden) Postmoderne habe ich diese Filme natürlich dennoch ebenso gesehen - nur eben: nachgeholt - und empfand "Children of Men", obwohl auch ich im Kino sekündlich an "Fahrenheit 451" oder "Soylent Green" denken musste, als einen Moment sich selbst schreibender Filmgeschichte, einen Instant-Classic, der nicht einfach nur in der Tradition seiner (filmischen, nicht inhaltlichen) Vorbilder steht, sondern neue Gegenwartsängste in einer brachialen Stückkette Zelluloids bannt.

Zitat von: Mr. Hankey am  4 April 2007, 11:51:24
Ich kann dir ja mal einen Ausdruck unserer PMs zukommen lassen. Du würdest Bauklötze staunen. Aber keine Angst, alles nur Spaß! :D

Na na na, das bleibt mal schön unter uns. :icon_twisted: ;)

Zitat von: Mr. Hankey am  4 April 2007, 11:51:24
@ Bretzi
Wenn Mr. VV ein Film gefallen will, dann gefällt er ihm auch! Genauso wie es ja auch umgekehrt immer der Fall ist! :icon_twisted: ;)

Tse, das ist ja mal mindestnes die realitätsunabhängigste Aussage des Tages. :andy:

Zitat von: McKenzie am  4 April 2007, 12:26:39
Ich würde ihm zu gerne auch einmal eine schreiben aber er hat es mir noch nicht erlaubt! :icon_lol:

Nur zu, ich freue mich immer über PN's. Nur mit den Antworten kann es da wie schon bemerkt immer etwas dauern. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 April 2007, 14:16:54
ZitatIn der Regel ja, was aber weniger an meiner Kompetenz als Hankeys Unverständnis liegt.
Umgedreht wird aber genauso ein Schuh draus! :king:

ZitatTse, das ist ja mal mindestnes die realitätsunabhängigste Aussage des Tages.
Tja, was du kannst, das kann ich schon lange! :icon_mrgreen:

ZitatNur mit den Antworten kann es da wie schon bemerkt immer etwas dauern.
Na dann weisst du ja, was du am Oster-WE zu tun hast. ;)


So, nun aber zurück zu McKenzie! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 April 2007, 14:37:49
...und der gewinnt euch beide langsam richtig lieb! :love: :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  4 April 2007, 14:12:35
In der Regel ja, was aber weniger an meiner Kompetenz als Hankeys Unverständnis liegt. :icon_razz: :icon_mrgreen:
sage des Tages. :andy:

Solche elitären Sachen sage ich auch immer gerne- niemand will mich verstehen und dabei habe ich doch recht! :icon_mrgreen: Übrigens imo eine Grundvorraussetzung für gute und hemmungslos subjektive Reviews! :icon_lol:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  4 April 2007, 14:12:35

Diese Begründung ist plausibel und ich meine derlei Sticheleien ja ohnehin nicht sonderlich ernst. Zumal ich es ganz genauso sehe, ich messe Filme in der Regel auch immer an ihrer Intention - das was es (vermutlich) sein will, gemessen an dem was es nun schlussendlich auch ist.

Deswegen würde ich mir Filme wie "Klick" gar nicht erst ansehen (im Gegensatz zu meinem heißgeliebten Hardcore-Trash wo Intention und Resultat weiter auseinander nicht liegen könnten! :icon_mrgreen:) aber das ist eine andere Geschichte, die wir in deinem Thread ja bereits diskutiert haben.
Auch ein Grund, warum ich mir "300" nächste Woche doch ansehen werde- wer weiß? Entweder die Intention des Herrn Snyder ist tatsächlich so propagandistisch wie du sie beschreibst (wahrscheinlicher) oder das Jüngchen hat erkannt, das man auf schwule Audienzen setzen kann und uns tatsächlich ein homophiles Trash-Vergnügen gezaubert? Mal sehen- jedenfalls sehe ich mich gerade in einen unsäglichen Abgrund driften- innerhalb von zwei Wochen zuerst "The hills have eyes II" und jetzt "300". Wo ist nur meine Konsequenz geblieben? :icon_eek:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  4 April 2007, 14:12:35
Nur zu, ich freue mich immer über PN's. Nur mit den Antworten kann es da wie schon bemerkt immer etwas dauern. :icon_mrgreen:

Rechne demnächst mit elektronischem, antikommerziellem Terror in deinem Postfach! :icon_mrgreen: Ich habe vollstes Verständnis dafür wenn es mit der Antwort etwas länger dauert- nicht umsonst werde ich in meinem Freundeskreis betreffs E-Mails "Der Siebenschläfer" genannt!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 April 2007, 16:45:45
Muss noch ne Stichelei nachschieben:
Zitat von: Mr. VVZumal ich es ganz genauso sehe, ich messe Filme in der Regel auch immer an ihrer Intention - das was es (vermutlich) sein will, gemessen an dem was es nun schlussendlich auch ist.
Nur das du dich halt bei deiner Vermutung der jeweiligen Intension meist trefflich vertust! :icon_twisted: ;)



ZitatEntweder die Intention des Herrn Snyder ist tatsächlich so propagandistisch wie du sie beschreibst (wahrscheinlicher)
Na, na, na. Nicht schon mit Vorurteilen an die Sache rangehen! Alles schön werteneutral halten, dann passt das schon! ;)

ZitatWo ist nur meine Konsequenz geblieben?
Wir kochen Dich langsam weich! :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 April 2007, 22:09:28
ZitatNa, na, na. Nicht schon mit Vorurteilen an die Sache rangehen! Alles schön werteneutral halten, dann passt das schon! icon_wink

Als ewiger Moralapostel kann ich das nun einmal nicht- und da bislang all die wenigen Kritiker, auf deren Wort ich im Normalfall etwas gebe, aus den gleichen, vernichtenden Gründen den Film verrissen haben erwarte ich natürlich das schlimmste. Aber das wird mich nicht daran hindern, den Film gut zu finden wenn er es denn ist! :icon_twisted:

ZitatWir kochen Dich langsam weich! icon_mrgreen

Nur über meine Leiche! Um meinem schlechten Ruf wieder einmal gerecht zu werden: Es befinden sich derzeit drei Reviews zu je einem Jess Franco-Film, einem Rainer Werner Fassbinder und einem italienischen Polizei-Film in Arbeit! :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 7 April 2007, 06:27:24
Hier der versprochene (und leider an Spoilern reiche- vorrausgesetzt das man diese Bezeichnung hier verwenden kann) Fassbinder-Review zu einem Film, der die einzigartige Beobachtungsgabe dieses großen Regisseurs repräsentiert wie nur wenige andere:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=23497&rid=237086

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 9 April 2007, 01:05:18
Wenn ich mal einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde mir eine neue Review zu "Die Chroniken von Narnia" wünschen wollen.
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=89345&rid=190230

Geht mit meiner Meinung (5/10) soweit überein (abgesehen von deiner Kritik zu Soundtrack und Kameraarbeit, die aber anscheinend vor allem wieder auf Vorurteilen basiert, die du hier, warum auch immer, nur bestätigt fühlst ;)), aber qualitativ hast du da eigentlich wesentlich mehr drauf. Könnte mir vorstellen, dass da durchaus was besseres machbar wäre. :D

BTW: Du hast auch noch Post im Kasten! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 9 April 2007, 01:22:29
Zitat von: Mr. Hankey am  9 April 2007, 01:05:18
BTW: Du hast auch noch Post im Kasten! ;)

Oh je, jetzt versuchen die Hankeyschen Kriegspamphlete auch noch den armen McKenzie zu infiltrieren, hast du heute wohl noch nicht genug gehabt? :icon_twisted: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 9 April 2007, 01:28:50
ZitatOh je, jetzt versuchen die Hankeyschen Kriegspamphlete auch noch den armen McKenzie zu infiltrieren, hast du heute wohl noch nicht genug gehabt?
Aber nein! Du bist und bleibst vorerst mein einziges Opfer! :icon_mrgreen: Die PM an Mc ist (noch) kurz und schmerzlos und eigentlich hat sich die Frage auch schon beantwortet, wie ich gerade feststelle! Aber vielleicht antwortet er ja doch noch! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 9 April 2007, 13:50:54
Zitat von: Mr. Hankey am  9 April 2007, 01:05:18
Wenn ich mal einen Wunsch äußern dürfte: Ich würde mir eine neue Review zu "Die Chroniken von Narnia" wünschen wollen.

Geht mit meiner Meinung (5/10) soweit überein (abgesehen von deiner Kritik zu Soundtrack und Kameraarbeit, die aber anscheinend vor allem wieder auf Vorurteilen basiert, die du hier, warum auch immer, nur bestätigt fühlst ;)), aber qualitativ hast du da eigentlich wesentlich mehr drauf. Könnte mir vorstellen, dass da durchaus was besseres machbar wäre. :D

Mal sehen... Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat. Leider schaffe ich es ja meist nicht einmal, die noch abzuarbeitenden (unbekannteren) Schäfchen in den Stall zu bringen, deswegen könnte das noch lange dauern- Auch wenn  ich ohnehin schon plane, das erste Drittel meiner Reviews (die alten) auszutauschen da hier teilweise Entgleisungen stattgefunden haben die mir inzwischen die Schamesröte ins Gesicht treiben! :icon_mrgreen:

Und zu den Vorurteilen zitiere ich erstens Mr. VV:
"Wann endlich haben die Hans Zimmer-Klagegesänge ein Ende?" (zum Soundtrack)
und zweitens mich selbst (in freier Transkription):
In Hollywood ist inzwischen keine filmspezifische Ästhetik mehr vorzufinden da alles der möglichst universellen Anwendung unterworfen ist (Formate wie Super 35 oder das ewige 1:2,35 das eigentlich aber ebenso gut 1:1,85 sein könnte lassen einfach keine Bildkomposition zu)  und auch noch möglichst steril aussehen muss (blau-, braun und grünfilter). Man schafft sich somit einen eigenen Standard, an den sich die Sehgewohnheiten des Publikums anpassen- und kann sich so auf langfristig anhaltenden Erfolg und Sicherheit in der Zukunft verlassen (soviel zur Kamera).

Ansonsten gebe ich dir natürlich recht, ich bin bessessen von Vorurteilen und wäre sicherlich trotzdem im Stande, etwas besseres zu basteln! :icon_lol:

Zitat von: Mr. Hankey am  9 April 2007, 01:05:18
BTW: Du hast auch noch Post im Kasten! ;)

Ist registriert (schon seit gestern). Aber ich möchte mir ja Zeit und Ruhe dafür nehmen (diese PM wird länger) und die habe ich gerade weniger (der Oster-Terror ist noch nicht abgeklungen). ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 April 2007, 01:22:29
Oh je, jetzt versuchen die Hankeyschen Kriegspamphlete auch noch den armen McKenzie zu infiltrieren, hast du heute wohl noch nicht genug gehabt? :icon_twisted: :icon_mrgreen:

So schnell lasse ich mich nicht infiltrieren! :icon_cool: Offenbar ist mir Hankey mit dem elektronischen (dann aber wohl eher kommerziellen) Terror in deinem Postfach zuvor gekommen! :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 9 April 2007, 14:12:39
Dennoch ein anderer Soundtrack hätte zu diesem Film IMO absolut NULL gepasst! (werde mir die Soundtrack-CD auch definitiv noch bei CD-WOW bestellen und mit Hans Zimmer kann man den Sountrack IMO nun wirklich null vergleichen) Und deine Kritik zu Bildformaten etc. halte ich auch ein wenig arg weit hergeholt und übertrieben. Man kann es mit seinem Kunstanspruch auch wirklich übertreiben. Da könnte ich wieder fragen, was du denn da so genau erwartest, damit es dich zufriedenstellt?

ZitatAnsonsten gebe ich dir natürlich recht, ich bin bessessen von Vorurteilen und wäre sicherlich trotzdem im Stande, etwas besseres zu basteln!
Natürlich. Und ich bin der Bürgermeister von Wesel! :LOL: ;)


Ach so und noch etwas: Ein Verkäufer oder Inhaber eines Geschäftes solltest du lieber auch nicht werden. Bei deiner extremen Einstellung (die eine gesunde Antipathie anscheinend bei weitem übersteigt) zu allem was irgendwie, irgendwo mit Kommerz zu tun hat, würdest du garantiert nicht einmal einen Monat damit überleben können! :icon_twisted: ;) ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 9 April 2007, 16:44:21
Zitat von: Mr. Hankey am  9 April 2007, 14:12:39
Ach so und noch etwas: Ein Verkäufer oder Inhaber eines Geschäftes solltest du lieber auch nicht werden. Bei deiner extremen Einstellung (die eine gesunde Antipathie anscheinend bei weitem übersteigt) zu allem was irgendwie, irgendwo mit Kommerz zu tun hat, würdest du garantiert nicht einmal einen Monat damit überleben können! :icon_twisted: ;) ;)

Aber gegen Pornographie habe ich nichts einzuwenden! Von daher würde ich schon über die Runden kommen und wenn sich daneben noch einige Exemplare von "Der schmale Grat" verkaufen...(http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/Smileys/default/uglyhammer_2.gif)
Ansonsten mehr in der baldigen PM!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 10 April 2007, 00:28:13
Richard Lester gehörte in Hinsicht auf die ertragreichen 60ziger Jahre für mich schon immer zu den interessantesten amerikanischen Regisseuren neben Stanley Kubrick und John Cassavetes. Hier mein Review zu einem seiner unbekanntesten, meines Erachtens aber auch besten Filme:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=7591&rid=237603

Der erste echte Liebesfilm den ich bespreche, wie es scheint! :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 10 April 2007, 22:17:30
Da ich keine Punktbewertung finden konnte: Wie steht der Herr denn zu "Once Upon A Time In America"?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Red Shadow am 10 April 2007, 22:18:34
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 10 April 2007, 22:17:30
Da ich keine Punktbewertung finden konnte: Wie steht der Herr denn zu "Once Upon A Time In America"?

Die alles entscheidende Charakterfrage :icon_lol:. Verscherze es dir nicht McKenzie, das Eierkraulen ist schneller vorbei, als du denkst :LOL:. Am Ende bist du doch nur ein Chauvinist :icon_eek:.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 10 April 2007, 22:20:06
Zitat von: red shadow am 10 April 2007, 22:18:34
Die Charakterfrage :lol:.

Das spricht man mal einmal kurz den Leone an und schon 60 Sekunden später meldet sich der schwarze Schatten zu Wort. :icon_twisted: ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 10 April 2007, 23:21:13
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 10 April 2007, 22:17:30
Da ich keine Punktbewertung finden konnte: Wie steht der Herr denn zu "Once Upon A Time In America"?

Ganz einfach: Ich habe den Film bislang noch nicht gesehen! :icon_mrgreen:

Schockiert?

Aber Hankey hat mir bereits von deiner Einschätzung zu "Spiel mir das Lied vom Tod" erzählt, dem gottgleichen Meisterwerk... Bzgl. Leone sprechen wir uns also noch! ;)

Zitat von: red shadow am 10 April 2007, 22:18:34
Die alles entscheidende Charakterfrage :icon_lol:. Verscherze es dir nicht McKenzie, das Eierkraulen ist schneller vorbei, als du denkst :LOL:. Am Ende bist du doch nur ein Chauvinist :icon_eek:.

Wie darf ich das verstehen?! :icon_rolleyes: ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Red Shadow am 10 April 2007, 23:43:17
Zitat von: McKenzie am 10 April 2007, 23:21:13
Ganz einfach: Ich habe den Film bislang noch nicht gesehen! :icon_mrgreen:

Schockiert?

Aber Hankey hat mir bereits von deiner Einschätzung zu "Spiel mir das Lied vom Tod" erzählt, dem gottgleichen Meisterwerk... Bzgl. Leone sprechen wir uns also noch! ;)

Wenn du ihn gesehen hast und auch noch gut findest, dann gebt mir bescheid. Das wird ein Fest - ganz großes Kino :fight: :icon_lol:. Popcorn und Cola stehen bereit :icon_mrgreen:. Brutus wird doch nicht schon wieder 23 Mal zustechen :icon_eek:. So gefährlich kann "300" in Kombination mit "Number 23" sein :icon_mrgreen:.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 April 2007, 06:19:23
Zitat von: red shadow am 10 April 2007, 23:43:17
Wenn du ihn gesehen hast und auch noch gut findest, dann gebt mir bescheid. Das wird ein Fest - ganz großes Kino :fight: :icon_lol:. Popcorn und Cola stehen bereit :icon_mrgreen:. Brutus wird doch nicht schon wieder 23 Mal zustechen :icon_eek:. So gefährlich kann "300" in Kombination mit "Number 23" sein :icon_mrgreen:.

Ich sehe gerade- 4/10 hat der Gute Leones mutmaßlich großem Alterswerk gegeben. Das macht mich nur noch unwilliger auf die angekündigte Vorstellung in einem hiesigen Kino zu warten! :icon_mrgreen:

Nach langer Durststrecke habe ich nun auch endlich wieder einmal meiner schuldigen Leidenschaft für das italienische Genre-Kino gefrönt und mit "Le Orme- Spuren auf dem Mond" ein recht ungewöhnliches Giallo-Derivat gewählt (das Review ist nicht besonders- I hope nobody cares...):

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=23169&rid=237859
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 April 2007, 05:25:19
Längst nicht so übel wie erwartet ist das neueste Werk des nach wie vor maßloss überschätzten Volker Schlöndorff- für Freunde großen Emotions-Kinos mit vagem historischen Kontext und Katharina Thalbach-Fans (sofern es welche geben sollte) sicherlich ein lohnender Kinobesuch:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=108768&rid=241391
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 1 Mai 2007, 03:10:38
Und auch wenn ich qualitativ im Vergleich zu Bretzelburger wohl definitiv den Kürzeren ziehe- hier mein Review zu "Inland Empire", das mir mindestens ebenso viel Kopfzerbrechen bereitet hat wie seinerzeit "Mulholland Drive". Da Bretzelburger vor allem Impressionen beschrieben hat (was bei diesem Film sicherlich auch mehr als ratsam ist) habe ich mich überwigend um die übrigen Aspekte bemüht, quasi als Ergänzung:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=109326&rid=241834
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 1 Mai 2007, 12:01:12
Absolut gelungen !!! - Mir gefielen einige Aspekte, die du beschrieben hast. Besonders den Fakt, daß es sich natürlich um eine Story handelt, die uns Lynch hier erzählt - nur eben nicht in der gewohnten Weise. Das hatte ich in meiner Review nicht genügend betont.

Mich freut aber besonders, daß auch du deutlich machst, wie zwar einerseits anstrengend, aber eben auch absolut befriedigend diese 3 Stunden im Kinosessel sind. Ich glaube auch, daß das Erlebnis auf DVD schwieriger ist, da "Inland Empire" ein Film ist, auf den man sich 3 Stunden konzentrieren muß und man ist zu Hause sicherlich abgelenkter.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 1 Mai 2007, 17:23:35
Danke für die Blumen!  ;) Es ist mit "Inland Empire" im Grunde ähnlich wie etwa mit den frühen Filmen von Michelangelo Antonioni (Die Vitti-Trilogie, "Die rote Wüste")- diese haben ja auch nur eine äußerst minimalistische Handlung, erzählen jedoch eine ganze Menge- das was man unter "eine Geschichte erzählen" gemeinhin versteht ist ja gerade mal ein Bruchteil dessen, was ein Film mit unterschiedlichsten Mitteln erzählen kann.
Allerdings werde ich meinen Review vielleicht nach der zweiten, dritten oder auch vierten Sichtung (die sicherlich kommen wird  :icon_mrgreen:) noch einmal überarbeiten wenn der erste Überwältigungseffekt verschwunden ist und eine Konzentration auf andere Dinge leichter fällt. Leider springt die Begeisterung jetzt wohl noch nicht über und man liest zwischen den Zeilen wohl eher von meinem rauchenden Kopf- deswegen gefällt mir auch die Struktur deiner Review- ähnlich hätte ich wohl auch über "Eraserhead" geschrieben (was ich in Zukunft vielleicht auch noch tun werde).
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 2 Mai 2007, 18:15:48
Ein kontrastreiches Doppelpack  ;) :

Einmal eine sehr obskure Oscar Wilde-Verfilmung aus dem ertragreichen Jahr 1969:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=9371&rid=241945

und das neueste Machwerk aus der berüchtigten Schmiede des berüchtigten Uwe Boll:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=114185&rid=242034
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 Mai 2007, 05:53:27
Aus Italien kam in den letzten jahren ja nur noch eine verschwindend kleine Anzahl an Thrillern und Horrorfilmen. Und diese waren dann meist eher enttäuschend. Doch hier liegt endlich wieder ein Film vor der an die Glorie der wilden 60ziger, 70ziger und 80ziger anknüpfen kann. Sehr empfehlenswert! :icon_razz:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=121508&rid=242779

und noch ein sehr schönes französisches Liebessozialdrama das allerdings etwas mehr politischen Biss hätte vertragen können:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=124296&rid=242776
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Fastmachine am 22 Mai 2007, 09:54:01
Hut ab vor deinem neuen Review zu "Black Book".

Wie ich finde, arbeitest du die eigenwillige Strategie von Verhoevens Inszenierung sehr detailliert heraus. Wenn ich es mir recht überlege, ist das auch kein Wunder: denn dieser Film scheint ja deinen beiden Hauptinteressen perfekt entgegenzukommen: Arthouse und Exploitation. Wer beides intelligent verbindet, wie es hier Verhoeven gelingt, darf dann auch verdient 9/10 einstreichen.

Ob der Film wirklich 9/10 wert ist, sei dahingestellt, doch deine Meinung ist sehr gut begründet und auch deswegen überzeugend, weil du trotz aller Begeisterung die Schwachpunkte des Films - wie etwa die Auflösung - nicht unterschlägst.

Nur weiter so. 
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Mai 2007, 22:50:23
Und das obwohl ich beim schreiben- wie in letzter Zeit öfter- maßlos übermüdet und unkonzentriert war! :icon_redface: Es beruhigt mich, das

Zitat von: Fastmachine am 22 Mai 2007, 09:54:01
Wie ich finde, arbeitest du die eigenwillige Strategie von Verhoevens Inszenierung sehr detailliert heraus.

zu hören!

Übrigens muss ich vielleicht noch etwas differenzieren:

Zitat von: Fastmachine am 22 Mai 2007, 09:54:01
Wenn ich es mir recht überlege, ist das auch kein Wunder: denn dieser Film scheint ja deinen beiden Hauptinteressen perfekt entgegenzukommen: Arthouse und Exploitation.

Arthaus und Genre-Kino, das schon eher. Und mit Genre-Kino sind dann vielmehr Horror, Thriller, Action oder Erotik gemeint. Der Unterschied zur Exploitation ist, das die spekulativen Elemente (Sex and crime) zwar viel Raum einnehmen aber nicht den gesamten Film dominieren, also eher "erfreuliches  :icon_mrgreen: Beiwerk" sind. Filme die sich um die schuldigen Schauwerte mehr scheren als um alles andere sind dann wahrer Schund und hier würde ich auch schon von Trash sprechen. Ich habe ja auch geschrieben, das Exploitation keine Bezeichnung ist die "Black Book" gut steht, auch wenn der Film stellenweise recht grenzwertig ist (besonders die Szenen im Gefängnis gegen Ende). Echtes Exploitation-Kino ist im Endeffekt ebenso eindimensional und uninteressant wie reinrassiges Arthouse-Kino (Godard...). ;)

Das nur deswegen weil "Exploitation" immer so herabwürdigend klingt, auch wenn du es sicherlich nicht so gemeint hast! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: cinemathek am 23 Mai 2007, 15:44:58
Zitat von: McKenzie am 22 Mai 2007, 22:50:23
... uninteressant wie reinrassiges Arthouse-Kino (Godard...). ;)


Wenn du Godard nicht verstehst, ist das deine Sache, aber das ganze Kino Godards deswegen gleich als uninteressant abzutun, ziemlich naiv.

Da passt ein Zitat von Tarkovskij sehr gut:

Here, in the West, culture has long ago become an object of consumption, a consumer property. What does culture mean for them? Culture is what I can have. As a result of my being free. And what does it mean free? — I am free to have what everyone here has. Does culture exist in the West? It does. Thus I can and I have the right to use it. And what does it mean: I can? Well, just — physically, pragmatically — I can. It won't even occur to him to pause and think: yes you can but are you able to digest it? Let's take Goethe for example — you read Faust — but have you been able to read it? You can, obviously you can, please go buy yourself Faust. Only you'll never buy Goethe's Faust. You'll go to the pictures where you'd rather watch a Spielberg film; and if you go to a bookshop, you'll buy a comic or some bestseller or other which one ought to buy. That's all. You won't buy Thomas Mann, you won't buy Hesse, Faulkner, Dostoievsky. See, this is it: you can buy everything. Yet in order to absorb culture one has to make an effort equal to artist's own when he was creating his work. And this won't even occur to such consumer. He thinks: I can go and buy; all I have to do is pay. This is where the lack of spirituality leads. It won't occur to him that art is aristocratic — in the spiritual sense of the word, I repeat, God forbid I should use it in any other sense.

Wie gesagt, wenn du die Filme nicht verstehst - ok. Aber tu sie deswegen nicht gleich ab. Wenn du keine Lust hast, die Filme zu erschließen - ok. Aber objektiv ist deine Meinung sicherlich nicht, und verstanden werden kann Godard sehr gut. Natürlich fordert er aber auch etwas vom Zuschauer. Erstens mal wird von dir erwartet, dass du dich näher mit dem Werk beschäftigst, es dir womöglich öfters ansiehst um es zu erschließen. Zudem wäre bei Godard auch filmhistorisches Wissen plus politische Bildung nicht unangebracht (bei seinen Essay-Filmen auch noch literarische Bildung). Leider meinen viele, Godard Filme einfach mal so zu konsumieren. Konsumieren kann man gerne täglich irgendwelche Genre-Ware oder den täglichen Mist auf RTL und Co., Godard, Tarkovskij, Bergman, Renoir und weitere machen jedoch Kunstfilme, die vom Zuschauer eine Mitarbeit verlangen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 23 Mai 2007, 18:25:34
Herrlich! Und das zu McKenzie! Ich fasse es nicht! :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: cinemathek am 23 Mai 2007, 18:36:22
Zitat von: Mr. Hankey am 23 Mai 2007, 18:25:34
Herrlich! Und das zu McKenzie! Ich fasse es nicht! :icon_lol:

Ganz genau. Selbst wenn er dir, der du anscheinend NUR an Mainstream und Horrorquatsch interessiert bist, als Zuschauer anspruchsvoller Filme erscheint. Sein OFDb-Profil lässt da auf anderes schließen. Hauptsächlich Kritiken zu naiver Genreware, zu billigen Horrorfilmen oder anderen filmischen Mist. Ab und zu dazwischen mal ein Film von Antonioni oder Bergman (und von Bergman natürlich "Stunde des Wolfs", der hier aber auch völlig falsch interpretiert wurde in Richtung Hommage an das Horrorgenre, was er in keinster Weise ist...man sollte Bergman schon besser kennen, um in den Film den tieferen Sinn zu sehen) oder halt auch das eine Review zu dem Godard-Film, was vor Anmaßung nur trieft (http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=41227&rid=206609). Aber solche User gelten in der OFDb wohl schon als Kunstkino Liebhaber. Kein Wunder...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 23 Mai 2007, 18:40:38
Juchuu, jetzt geht die Post ab. :algo:

Ist das 'nen Zweitaccount von Plani? :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 23 Mai 2007, 18:43:47
ZitatGanz genau. Selbst wenn er dir, der du anscheinend NUR an Mainstream und Horrorquatsch interessiert bist[...]
:LOL:

Und schon wieder ein mächtiger Fehler deinerseits. Wenn du dich vorher mal ein bisschen über die jeweiligen User informieren würdest, bevor du sie Dir hier klugscheisserisch zusammenformst, dann würde Dir schon auffallen, was ich meine. So machst Du Dir als Neuling hier jedenfalls keine Freunde!

So, ich werde mir dann mal den mainstreamigen zweiten Teil von "Ich bin neugierig" geben! :icon_lol:


ZitatIst das 'nen Zweitaccount von Plani?
:icon_lol:

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 23 Mai 2007, 18:50:29
Meine Zeit ist gerade knapp, ich werde aber später ausführlich antworten!  :icon_rolleyes:
(Ich böser Schelm, der ich mich trotz meiner maßlos überwiegenden Liebe zu abstoßendem Schund verzweifelt versuche, als Kunstfilmfetischist zu profilieren und es auch noch wage, den GOTT Jean-Luc Godard anzugreifen!  :rofl:)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: cinemathek am 23 Mai 2007, 20:45:00
Zitat von: McKenzie am 23 Mai 2007, 18:50:29
Meine Zeit ist gerade knapp, ich werde aber später ausführlich antworten!  :icon_rolleyes:
(Ich böser Schelm, der ich mich trotz meiner maßlos überwiegenden Liebe zu abstoßendem Schund verzweifelt versuche, als Kunstfilmfetischist zu profilieren und es auch noch wage, den GOTT Jean-Luc Godard anzugreifen!  :rofl:)

Vielen Dank, ich erwarte deine ausführliche Antwort. Lass dir Zeit beim überlegen.

Und vergiss nicht darauf einzugehen, welche Anstrengungen du unternimmst, wenn du es mit einem anspruchsvollen Film zu tun ("Notre Musique" sei als Beispiel genommen, da man dein Review hierzu wunderbar nehmen konnte als Beispiel deiner anscheinenden Inkompetzenz, nicht nur gegenüber Godard, sondern gegenüber allem was dich überfordert). Vielleicht hattest du während dem Sehen ja noch die Fische aus dem Film "Creatures from the Abyss" im Kopf rumschwimmen? Das kann natürlich ein wenig ablenken...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 23 Mai 2007, 21:56:09
Zitat von: cinemathek am 23 Mai 2007, 20:45:00
Vielen Dank, ich erwarte deine ausführliche Antwort. Lass dir Zeit beim überlegen.

Und vergiss nicht darauf einzugehen, welche Anstrengungen du unternimmst, wenn du es mit einem anspruchsvollen Film zu tun ("Notre Musique" sei als Beispiel genommen, da man dein Review hierzu wunderbar nehmen konnte als Beispiel deiner anscheinenden Inkompetzenz, nicht nur gegenüber Godard, sondern gegenüber allem was dich überfordert). Vielleicht hattest du während dem Sehen ja noch die Fische aus dem Film "Creatures from the Abyss" im Kopf rumschwimmen? Das kann natürlich ein wenig ablenken...

Du hast selbstverständlich recht, ich reagiere mit Ärger auf alles, was mich überfordert und mir meine eigene Inkompetenz, mangelnde Reife, unzureichende literarische und politische Bildung sowie Unvermögen als Schreiber vor Augen führt. Daher habe ich mich nach diesem letzten Posting (wie ich sehe hast du dich eigens für die Meldungen an dieser Stelle angemeldet) aufgrund akuter Überstrapazierung meines beschränkten Geistes entschlossen, auf deine plumpen und insbesondere arroganten Provokationen nicht zu antworten und dich in einem befriedigenden Gefühl vollkommener Überlegenheit zurückzulassen in dem Gewissen das du vor versammelter Menge einen unreifen Grünschnabel und seine lächerliche Anmaßung, filmisches Wissen und Fähigkeiten als Kritiker vorzugeben, vorgeführt und entlarvt hast. Erfreue dich weiterhin an den komplexen Hirngespinsten des Egozentrikers Godard und vermeide nach Möglichkeit weitere Postings in den unhygienischen Gefilden dieses von jugendlicher Großmäuligkeit und Dilettantismus durchzogenen Threads- um dir die Schreibarbeit und mir meine bezeichnenden Bemühungen um Ignoranz zu ersparen. Schließlich ist es deiner doch gar nicht würdig, mit jemandem zu diskutieren in dessen Review-Liste sich neben "Der siebente Kontinent" ekelerregende, billige Schundprodukte wie "Absurd" und neben "Faustrecht der Freiheit" triviale Unterhaltung wie "The Host" finden. Du solltest dir wirklich deine integren Finger nicht an mir beschmutzen! Und überhaupt ist diesem Jungspund Film ohnehin nur Konsumware zur schnellen, unkomplizierten Unterhaltung. Das es sich um eine facettenreiche Kunstform mit zahllosen Ausdrucksmöglichkeiten handelt, die den Zuschauer herausfordert wird er ohnehin nie begreifen, wozu also noch große Reden schwingen...

Und dabei hatte ich tumbe Kreatur vor deinem dritten Posting tatsächlich noch im Sinn, zu antworten...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 24 Mai 2007, 01:02:37
Ich möchte mich mal kurz einmischen, da ich McKenzie zuletzt durchaus zu schätzen gelernt habe, abgesehen davon, daß ich Verunglimpfungen auf Grund bestimmter Filmbesprechungen (und damit Interesse daran) verurteile. Wenn ich etwas nicht mag, dann Einseitigkeit, egal in welcher Richtung. Und den Vorwurf kann man McKenzie nicht machen.

Seine Godard-Review kann man natürlich kritisieren, aber erkennbar ist sein Bemühen, das eigene Unverständnis auszudrücken. Man spürt geradezu, daß er ihn gerne verstehen würde, weshalb man seinen Ärger darüber, daß er keinen Zugang zu Godards Film findet, nachvollziehen kann. Ob das jetzt an McKenzies fehlenden Kenntnissen oder Godards Stil liegt, mag ich nicht zu beurteilen, da ich den Film noch nicht sah. Nur würde Godard, der sich ja bewußt typischen Mustern entzieht, gar keinen Anstoss daran finden. Immerhin hat sich McKenzie mit Godard auseinander gesetzt und Provokation war schon immer sein gern genutztes Stilmittel, so daß die leicht polemischen Aussagen McKenzies nichts anderes als eine Folge davon sind.

Cinematheks Kritik und seine Art der Provokation ist jedenfalls nicht in Godards Sinne, da sie nicht ehrlich ist. Als Fan von Godards Filmen, könnte mich McKenzies Kritik auch ärgern, aber ich bliebe dann bei der Sache. Der Rundumschlag Richtung allgemein primitives Niveau passt nicht zum selbstgewählten Anspruch - da sollte man sich schon auch selbst einbringen, seine eigenen Vorlieben erwähnen und sachlich die in McKenzies Kritik geäußerten Punkte korrigieren - das wäre überzeugend.

So ist hier eine Diskussion entstanden, die gerade den hier in der OfdB vernachlässigten "anspruchsvollen Filmen" nur schadet. Nicht nur, weil ausgerechnet einer der wenigen Autoren angegriffen wird, der sich diesen interessiert annimmt, sondern weil gerade für die Kinogänger, die diese Werke sowieso wegen ihrer "Verkopfung" ablehnen, eine solche Diskussion nur Bestätigung bedeutet. Solltest du, Cinemathek, mit deiner Kritik mehr Interesse und Offenheit gegenüber artifiziellen Filmen erreichen wollen, dann muß ich dir leider sagen, daß diese Form des Aufbegehrens zumindest dafür nicht dienlich ist.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 25 Mai 2007, 18:16:16
@ Cinemathek:

Ich war echt überrascht über den schroffen und vor allem elitär arroganten Ton deiner Kritik an McKenzies (nebensächlicher) Aussage zu Jean-Luc Godard. Und hier mal eine ganz große Überraschung: Selbst wenn man Godard versteht muss man nicht jeden seiner Filme vergöttern - auch wenn ich persönlich viele seiner Filme mag (WEEKEND gehört zu meinen Lieblingsfilmen und auch viele weitere Filme weiß ich zu schätzen), leider sind viele seiner Filme (vor allem die essayistischen) ganz einfach zu verkopft. Wenn man sich erstmal die halbe Weltliteratur anlesen muss und dann auch noch angestrengt bis zum gehtnichtmehr zusehen muss, dann lässt sich in meinen Augen wohl kaum von einem gelungenen Film reden. Und ich sage das obwohl ich literarisch ziemlich bewandert bin und Godard meistens sowohl inhaltlich wie auch philosophisch folgen kann. Naja, kannst ja selbst mal ein paar Reviews verfassen, schließlich sollte man sich nur überheblich aufspielen wenn man auch selbst was vorzuweisen hat. Mit konstruktiver Kritik haben die abgehobenen Kommentare zu McKenzie jedenfalls nichts zu tun - warum man jemanden so harsch angreift kann ich nicht verstehen, vor allem da der gute MCKenzie unter einer geradezu kafkaesken Selbstunterschätzung leidet und seine Reviews selbst meistens als misslungen abtut. Ich aber nicht, meiner Meinung nach enthalten die Reviews von McKenzie wesentlich mehr interessante Analysen als die meisten anderen Texte die in der OFDb veröffentlicht werden.

So, das war mal mein Senf dazu...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: cinemathek am 25 Mai 2007, 19:14:42
Zitat von: COPFKILLER am 25 Mai 2007, 18:16:16
@ Cinemathek:

Ich war echt überrascht über den schroffen und vor allem elitär arroganten Ton deiner Kritik an McKenzies (nebensächlicher) Aussage zu Jean-Luc Godard. Und hier mal eine ganz große Überraschung: Selbst wenn man Godard versteht muss man nicht jeden seiner Filme vergöttern - auch wenn ich persönlich viele seiner Filme mag (WEEKEND gehört zu meinen Lieblingsfilmen und auch viele weitere Filme weiß ich zu schätzen), leider sind viele seiner Filme (vor allem die essayistischen) ganz einfach zu verkopft. Wenn man sich erstmal die halbe Weltliteratur anlesen muss und dann auch noch angestrengt bis zum gehtnichtmehr zusehen muss, dann lässt sich in meinen Augen wohl kaum von einem gelungenen Film reden. Und ich sage das obwohl ich literarisch ziemlich bewandert bin und Godard meistens sowohl inhaltlich wie auch philosophisch folgen kann. Naja, kannst ja selbst mal ein paar Reviews verfassen, schließlich sollte man sich nur überheblich aufspielen wenn man auch selbst was vorzuweisen hat. Mit konstruktiver Kritik haben die abgehobenen Kommentare zu McKenzie jedenfalls nichts zu tun - warum man jemanden so harsch angreift kann ich nicht verstehen, vor allem da der gute MCKenzie unter einer geradezu kafkaesken Selbstunterschätzung leidet und seine Reviews selbst meistens als misslungen abtut. Ich aber nicht, meiner Meinung nach enthalten die Reviews von McKenzie wesentlich mehr interessante Analysen als die meisten anderen Texte die in der OFDb veröffentlicht werden.

So, das war mal mein Senf dazu...

Auja, 20 Jahre, über 3500 Filme gesehen, und in der Weltliteratur bewandert. Dazu Kritiken in der OFDb, die zu über 80% über reinen filmischen Mist verfasst sind. Wann hattest du die Zeit für die ganze Literatur? Dein kollegiales Engagement in aller Ehre, aber bitte...

Und warum sollte man sich bei einem Film nicht anstrengen? Muss jeder Film unterhalten, einen alles fein säuberlich, ruhig und langsam servieren? Darf ein Film nicht anstrengend sein, wie etwa eine philosophische Abhandlung? Wenn du der Meinung bist, dass dem nicht so ist, musst du die Filme Godards nicht schauen, ihn dürfte es wenig interessieren.

Das Review zu "Notre Musique" ist keine Kritik, sondern der Unmut darüber, den Film nicht verstanden zu haben (nach offensichtlich nur einer Sichtung). Wie wäre es gewesen, sich noch eine Vorstellung anzusehen? Noch etwas weiter über den Film nachzudenken? Sich Quellen mit Erklärungen zum Film rauszusuchen und nochmal gründlich über alles nachzudenken? Sind Filme immer noch eine Jahrmarktsattraktion wie anno 1895? Nein. Mittlerweile dürfte klar sein, welche Filme Godard macht. Nehmt den Rat von Tarkovkij an, und fragt euch vorher: "Can I digest it?". Wenn nicht, muss man seinen Unmut nachher nicht darüber auslassen. Nicht gefallen ist was anderes, und das hätte man viel klarer in einer Kritik darlegen können. Ich werde dazu jetzt auch nicht mehr weiter drauf eingehen. Wenn man meint, mit 19 schon alles verstehen zu müssen, und wenn es nicht verstanden wird, es so schroff abzutun...da lohnt es wohl eh nicht mehr viel.

Woher weißt du, dass ich keine Kritiken verfasse? Weil sie nicht in der OFDb stehen? Warum sollten sie dort stehen? Wo in der Top-Liste Filme wie "Braindead", "Bad Taste" und Filme solcher Art stehen, aber keine Bressons, Viscontis, Ozus? Muss ich Kritiken auf solch einer Plattform anbieten? Wer liest diese Kritiken dort? 40 Mann? Unter anderem durch Verfasser wie dich, die Hauptsächlich Filme von sehr fragwürdiger Qualität in der OFDB beleuchten, hat diese Datenbank ihren Ruf. Durch ein, zwei Kritiken von anspruchsvollen Filmen ist das sicherlich nicht zu ändern, sind sicherlich nicht neue User heranzulocken.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 25 Mai 2007, 19:33:01
Ist schon der Hammer, dass du dich dennoch auf das unterirdische Niveau der ofdb hinablässt, um seine Autoren zusammenzustampfen. Nivea-Spülung at its best. Wir applaudieren...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 25 Mai 2007, 19:34:30
@ cinemathek

Es reicht! Wenn du deine große, arrogante, Klappe nicht langsam mal etwas säuberst, wirst du nicht allzulange in diesem Forum überleben!

ZitatWeil sie nicht in der OFDb stehen? Warum sollten sie dort stehen?
Gegenfrage: Was hast du dann im Forum der Ofdb-Autoren zu suchen? Sie scheinen dir ja eh alle nicht clever genug zu sein, um es mit dir und deiner filmischen Intelligenz aufnehmen zu können!

ZitatMuss ich Kritiken auf solch einer Plattform anbieten?
Nein Danke! Darauf können wir nur zu gerne verzichten.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 25 Mai 2007, 19:46:35
@cinemathek:

Darf ich das dann so verstehen, dass deine Kritiken ähnlich Goethes "Faust" aus dem Tarkovskij-Zitat im OFDb-Regal vor sich hinschimmeln würden, weil ja doch alle am großen Dan-Brown-Tisch neben der Kasse hinlangen? Weil Kunst aus eigenem Antrieb erspürt werden will, möchtest du sie nicht im Ramschsystem zugänglich machen? Einem System (dessen Flexibilität gerade dessen großer Vorteil gegenüber dem Gedruckten ist), nicht beim Ausbau behilflich sein, weil es auf "freakigen" Genrewurzeln fußt? Da wird es mit der Öffnung hin zum Kunstfilm nicht besser werden, darf ich vermuten.

Wenn ich dich so recht verstehe, dann ist das aber ganz große Kultur-Leberwurst. Beleidigte.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Mai 2007, 21:28:20
Ich sollte in Zukunft vielleicht besser überlegen an welche Regisseure ich Seitenhiebe vom Brett trete- diese Debatte ufert nun doch ein wenig aus... :icon_confused:

Abgesehen davon das ich mich eigentlich nur von dem Godard distanziere, der er seit 1966/67 ist- davor hat der Herr sicherlich einige bemerkenswerte Filme geschaffen- bevor er dann in überladene intellektuelle Sphären abgedriftet ist, aus denen er in Sichtweite des Publikum seine Nase in den Himmel reckte. Der Person, die ihm in Cannes Mitte der 70ziger eine Torte ins Gesicht geschleudert hat kann man angesichts seines interessanten, aber fragwürdigen Spätwerks keinen Vorwurf machen. Und mit Überanstrengung des Zuschauers hat das sicherlich wenig zu tun. Denn unter meinen Favoriten finden sich auch gemeinhin als "anstrengend" verrufene Werke wie Antonionis "Die rote Wüste".

Aber genug davon- ich hätte dieses leidige Thema gerne vom Tisch zumal- wie Copfkiller schon ganz richtig bemerkt hat- diese Aussage bzgl. Godard nebensächlich war.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 25 Mai 2007, 21:35:16
Ich weiß schon, warum ich bislang kein Review zu 'nem Godard-Film in die ofdb gefeuert habe. ;)

Jedenfalls ist die 'Diskussion' höchst amüsant, mir gefällt's.

Ach so:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Mai 2007, 18:40:38
Ist das 'nen Zweitaccount von Plani?

Das wollte ich nur nochmal so zitieren. :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 25 Mai 2007, 21:51:16
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 25 Mai 2007, 21:35:16
Ich weiß schon, warum ich bislang kein Review zu 'nem Godard-Film in die ofdb gefeuert habe. ;)

So denken wohl viele, und dann haben wir hier jetzt schon mal jemanden, der sich "Godardability" auf die Fahne schreibt, die Datenbank also dem Vernehmen nach durchaus zu bereichern imstande wäre, nur um dann in den keine-Perlen-vor-die Säue-Modus zu wechseln. Von daher ist wohl keine Diskussionsgrundlage gegeben, aber das hast du ja auch schon in Anführungszeichen gesetzt.

Und seit wann sollte man in einem Diskussionsforum einen Zweitaccount benötigen, um seine unverblümte Meinung zu äußern? Bah.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Mai 2007, 21:51:23
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 25 Mai 2007, 21:35:16
Das wollte ich nur nochmal so zitieren. :icon_lol:

War es seinerzeit wirklich so extrem?

Und da du dich geoutet hast: Wie beurteilst du, was du von Godard bisher gesehen hast? Das würde mich jetzt doch noch stark interessieren!  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 25 Mai 2007, 21:58:35
ZitatWar es seinerzeit wirklich so extrem?
Das kann Mr. VV eigentlich nicht wirklich beantworten. Der war damals ja noch Quark im GF-Schaufenster. ;) Die Frage hatte ich dir aber glaube schon per PM mal beantwortet gehabt.

ZitatJedenfalls ist die 'Diskussion' höchst amüsant, mir gefällt's
Bin schon mal gespannt, was er wohl zu Dir und deiner Person sagt und ob du dann immer noch so denkst. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Mai 2007, 22:00:47
Zitat von: Mr. Hankey am 25 Mai 2007, 21:58:35
Bin schon mal gespannt, was er wohl zu Dir und deiner Person sagt und ob du dann immer noch so denkst. ;)

Große Ambitionen im kleinen Rahmen, Versuche, dem Mainstream-Kino Autorenfilm-Qualitäten abzuringen, etc.- pflegt eine große Vorliebe für billige US-Horror-Produktionen wie "The Hills have eyes 2"... :icon_twisted: :icon_twisted: ;)

Wir sind doch ein Haufen armer Würstchen, nicht wahr?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 25 Mai 2007, 23:15:42
Zitat von: cinemathek am 25 Mai 2007, 19:14:42
Auja, 20 Jahre, über 3500 Filme gesehen, und in der Weltliteratur bewandert. Dazu Kritiken in der OFDb, die zu über 80% über reinen filmischen Mist verfasst sind. Wann hattest du die Zeit für die ganze Literatur? Dein kollegiales Engagement in aller Ehre, aber bitte...

Also, zunächst mal bin ich 20, noch nicht mal dein Blick auf mein Profil war gründlich...fast 21, aber das ist ja eigentlich auch vollkommen egal. Trotzdem habe ich nun mal mehr Filme gesehen und Bücher gelesen als ein durchschnittlich bewanderter Bürger und das sage ich nicht um mich zu profilieren. Viele Leute würden das auch als verschwndete Zeit ansehen vor allem da ich mir auch viel Schrott antue. Aber wer bist du, mir zu sagen, ich würde mich nicht mit Literatur auskennen? Ich sage dazu nur: Du kennst mich nicht und hast keinen objektiven Grund meine Aussagen anzuzweifeln. Niemals habe ich behauptet oder angedeutet alles zu kennen und zu verstehen (warum mit 19?), aber deine polemischen Unterstellungen sind wohl dein wichtigstes Stilmittel...außerdem habe ich jeden einzelnen der bewerteten Filme gesehen, da sind auch ganz schön viele Kurzfilme dabei...

Zitat von: cinemathek am 25 Mai 2007, 19:14:42
Und warum sollte man sich bei einem Film nicht anstrengen? Muss jeder Film unterhalten, einen alles fein säuberlich, ruhig und langsam servieren? Darf ein Film nicht anstrengend sein, wie etwa eine philosophische Abhandlung? Wenn du der Meinung bist, dass dem nicht so ist, musst du die Filme Godards nicht schauen, ihn dürfte es wenig interessieren.

Natürlich interessiert Godard das in etwa genausowenig wie es Jerry Bruckheimer interessiert wenn sich irgendwelche Arthouse-Fans über seinen neuen Blockbuster lustig machen. Fakt ist aber das man sein Publikum auch intellektuell fordern kann und gleichzeitig auch unterhalten. Im Prinzip bin ich nicht gegen späte Godard-Filme und gerade weil sie mir zu anstrengend sind widme ich ihnen nur höchst selten. Auch Fassbinder, Bergmann, Visconti, Pasolini und andere kommen bei mir auf den Tisch, Rezensionen verfasse ich aber lieber über abseitige Genres.

Eigentlich wollte ich auch nur drauf hinweisen das man nicht unbedingt so arrogant rüber kommen muss und sich selbst so aufspielen. Und meine Anmerkung bezüglich deiner Reviews war bloße Neugier ... die müssten halt ziemlich gut sein damit du den Mund so dermaßen voll nehmen kannst... und das in der Top-Liste der OFDb keine Bressons zu finden sind dürfte doch wohl kaum überraschen oder? Jedenfalls hat meine persönliche Bestenliste nur wenig mit der OFDb-Rangliste zu tun und ich denke den anderen Autoren werden dasselbe von sich sagen...

Wenn du selbst Reviews veröffentlichst würde ich sie mal gerne lesen und zwar aus aufrichtiger Neugier. Falls du dir aber generell als besser vorkommst würde es mich interessieren warum du direkt derartig offensiv hier im Forum startest?

@ McKenzie:

Sorry das ich die Diskussion hier noch weitergeführt habe, aber bei solch persönlichen Vorwürfen musste ich antworten auch wenn es nicht in deinen Thread gehört...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 25 Mai 2007, 23:38:01
Zitat von: McKenzie am 25 Mai 2007, 21:51:23
Und da du dich geoutet hast: Wie beurteilst du, was du von Godard bisher gesehen hast? Das würde mich jetzt doch noch stark interessieren!  :icon_lol:

Grundsätzlich hat der was. Da gibt es Bilder, die vergisst man nicht so leicht, die haben etwas Faszinierendes, ohne dass ich wüsste warum. Was auch der Knackpunkt ist - ich verstehe es nicht, Godard ist mir zu hoch und intellektuell. Da berufe ich mich einfach und feige auf Fellini: "Ich hasse Intellektualismus."

Zumindest verantwortet der Mann einen der grausamsten Filme, die ich je gesehen habe (und von dem ich bis heute nicht recht weiß, ob er eine große Komödie oder doch nur eine abstrakte Form intellektueller Onanie darstellt), nämlich "Maria und Joseph".

Zitat von: Mr. Hankey am 25 Mai 2007, 21:58:35
Das kann Mr. VV eigentlich nicht wirklich beantworten. Der war damals ja noch Quark im GF-Schaufenster. ;) Die Frage hatte ich dir aber glaube schon per PM mal beantwortet gehabt.
Bin schon mal gespannt, was er wohl zu Dir und deiner Person sagt und ob du dann immer noch so denkst. ;)

Dein Vorsprung in dieser Hölle hier als offenbar stolzes Kokettieren einmal hinnehmend, weiß ich aus dem Inside-Forum dennoch ganz gut, wer der Herr ist (und habe mir sogar ein Exemplar seines - überaus beeindruckenden, aber auch fast schon anmaßend blasierten - Filmes besorgt ... im Gegensatz zu dir, nehme ich an).
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 26 Mai 2007, 00:46:25
Zitat von: COPFKILLER am 25 Mai 2007, 23:15:42
@ McKenzie:

Sorry das ich die Diskussion hier noch weitergeführt habe, aber bei solch persönlichen Vorwürfen musste ich antworten auch wenn es nicht in deinen Thread gehört...

Da dein Posting sehr sinnig sei es dir verziehen;-)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 26 Mai 2007, 02:16:27
Um meinem schlechten Ruf Rechnung zu tragen möchte ich mit diesem Review einer positiven Überraschung Ausdruck verleihen. Das in Österreich einst Filme wie dieser entstanden sind...

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=35857&rid=245419
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 26 Mai 2007, 02:44:17
ZitatDein Vorsprung in dieser Hölle hier als offenbar stolzes Kokettieren einmal hinnehmend
Was bist du denn auf einmal so gereizt? :icon_eek: Hieß nicht erst kürzlich wo anders, du läßt dich nicht provezieren? ;)

Und natürlich kannst du nicht wirklich wissen, was hier mitunter manchmal los war, als noch Plani im Forum aktiv war. Wie auch? Du warst damals noch nicht hier aktiv, ja kanntest das GF vielleicht noch nicht einmal. (Auch wenn ich zugeben muss, dass Deine Einschätzung, aufgrund Deiner Anspielung, definitiv in die richtige Richtung geht) Das hat ja nichts mit ihm ansich zu tun oder wie er sich woanders gibt. Ich würde auch nie bestreiten wollen, dass er trotz alledem ein fabelhafter und äußerst kompetenter Review-Schreiberling ist, vielleicht sogar einer der Kompetentesten in der Ofdb überhaupt. Aber hier im Forum oder auch im Chat hat er sich zum Ende hin wirklich alle möglichen Freundschaften verspielt...

Zitatim Gegensatz zu dir, nehme ich an
Habe ich auch nicht, aber hier die Frage: Was hat das damit zu tun, wie er sich hier im Forum gegeben hat? :icon_confused:


@ McKenzie
Eine erstklassige Review wie eh und je! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 26 Mai 2007, 14:17:33
Die Diskussion als solche gefällt mir, denn natürlich hat Cinemathek mit seiner Grundaussage recht, daß hier in der OFDb der (ich nenn das jetzt mal so, auch wenn mir das immer Kritik einbringt)"anspruchsvolle" Film nicht gerade Konjunktur hat und man sich die Top-Film-Liste lieber nicht so genau ansehen sollte.

Nur halte ich ausgerechnet den Thread von McKenzie für den falschen Ort, ein eigener Thread zu dem Thema wäre sicherlich sinnvoller. Allerdings - und ich spreche aus Erfahrung - haben diese Diskussionen noch Niemanden zum Umdenken gebracht. Im Gegenteil kann ich mich gut erinnern, trotz eines zurückhaltenderen Stils, schnell der Arroganz gescholten worden zu sein.

Und in deinem Fall, Cinemathek, halte ich deinen provokanten Stil nicht für angemessen, da du dich nicht selbst outest. So wirkt das Ganze wie eine billige Provokation, bei der Jeder, der es wagt, sich gegen dich zu stellen in einer Art "Round-House-Kick" nieder gemacht wird. Ich halte auch Mr.VV's These für falsch, hier der Wiedergeburt von Plani beizuwohnen, da der außer einer Review zu "Die Verachtung" auch nicht gerade fleißig war, betreffend der hier genannten Regisseure.

Und falls du, lieber Cinemathek, schon so manchen wertvollen Beitrag zu Visconti, Godard, Bergmann, Fellini, Antonioni, Bunuel, Truffaut, Chabrol und vielen anderen an anderer Stelle untergebracht hast, so wäre ich der Erste, der den Hut vor der zieht. Außerdem wüßte ich gerne, an welcher Stelle du diese Filme als besser untergebracht ansiehst, denn meiner Meinung nach ist die OFDb ein sehr guter Ort, um sich die Liebe zu diesen Filmen (und darum geht es dir hoffentlich) von der Seele zu schreiben.

Trotz der gegensätzlichen Statistik gibt es hier erstaunlich viele Interessierte daran.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Mai 2007, 06:47:52
Und noch ein kleiner Richard Lester-Nachschlag. Es ist schon erstaunlich das sich bislang nur sowenige User um die frühen Filme dieses unterschätzten, modernen Surrealisten bemüht haben (abgesehen von dem zweiten und dritten "Superman"-Teil sowie "Die drei Musketiere" die beide zu seinen verflachten und eher belanglosen Auftragsarbeiten zählen).
Wer mir einen Endzeit-Film nennen kann, der den grotesken Wahnsinn von "Danach" übertrifft, der trete vor!  ;)

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=6411&rid=245844


@ Bretzelburger:

Eine solche Diskussion wäre sicherlich sehr, sehr interessant- nur wohl kaum anregend da ich hier nur wenige Interessenten vermute. Wenn du es dennoch versuchen möchtest- ich werde mich nach Möglichkeit beteiligen! Auch sonst stimme ich deinem letzten Posting. Und bedanke mich natürlich für deine indirekt geäußerte Anerkennung vor einigen Tagen!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 28 Mai 2007, 15:14:02
ZitatEine solche Diskussion wäre sicherlich sehr, sehr interessant- nur wohl kaum anregend da ich hier nur wenige Interessenten vermute
Das Interesse ist schon vorhanden, aber es bewegt halt niemanden zum Umdenken. Man denke nur mal an Bretzels ersten Versuch:
http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,63910.0.html

(Man bedenke beim Lesen, dass Bretzel damals noch ein GF-Frischling war, den noch keiner hier wirklich einschätzen konnte. Erst recht nicht nach seiner kurz zuvor veröffentlichten Dieter-Review (Sorry Udo, damit musst du leben! ;)))
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Mai 2007, 19:01:40
@ Mr. Hankey:

Diese Diskussion behandelt aber etwas ganz anderes!  :nono: ;)
Es geht dort um die Ablehnung bzw. weitläufige Unterdrückung alter Filme in der OFDb. Mir geht es aber nicht nur um alte Filme. Warum finden sich zu solchen

http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=78632
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=67880
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=95341
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=102433
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=122434
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=75833
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=67527
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=48453
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=95408
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=74431
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=40416
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=62288

Filmen beinahe nie Reviews? Warum sind sie so uninteressant? Warum informiert man sich nicht darüber was in den kleinen Kinos läuft, die abseits der Multiplexe ihr Dasein fristen. Pro Woche starten in Deutschland im offiziellen Verleih durchschnittlich 10 bis zweitweise sogar 15 Filme- und in der OFDb regt sich meist alles nur um 5 davon. Das ist das grundlegende Problem- das auch in Hinsicht auf anspruchsvollere Filme immer von den Altmeistern gesprochen wird aber weder deren neue noch generell neue Erstaufführungen berücksichtigt werden. Ich führe selbst in einem unabhängigen Kino vor (du weiß ja bescheid) und bin regelmäßig Zuschauer in Nürnbergs erstem kommunalen Kino. Dort laufen im Juni folgende Filme an:

http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=126689
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=48622
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=120247
http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=106031

und bei uns dieser:

http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=112243.

Es überrascht mich aber inzwischen nicht mehr, das zu solchen Erstaufführungen in der OFDb beinahe grundsätzlich nie etwas internes zu finden ist. Niemand interessiert sich für ernste Filme die nicht NUR unterhalten wollen und sich dann auch noch mit menschlichen Problemen beschäftigen- teilweise sind auch einfache, unterhaltende Filme unter diesen "Programmkino-Filmen" doch nicht einmal diese werden besprochen (dein "Slumming"-Review hat mich schon überrascht :icon_confused:).
Sicherlich ist die chronische Ungleichheit zwischen neuen und alten Filmen in der OFDb ein massives, trauriges Problem doch alles wird noch ein gutes Stück trauriger wenn man beobachtet das die breite Masse der User auch bei neuen Filmen einfach nach dem schnappt, was die Multiplexe ihnen vorwerfen und gar nicht nach etwas anderem suchen. Überhaupt: Wer zahlt schon Eintritt um einen Film evtl. sogar nur mit Untertiteln zu sehen...! Und weder das Argument, alte Filme seien oft nicht zu bekommen (die Auswahl ist riesig- dann sieht man sich eben welche an, die bereits erhältlich sind)- eine faule Ausrede wenn man sich damit für eine Minderheit an "Klassiker"-Reviews entschuldigt- noch die Örtlichkeit lasse ich hier gelten. Sicherlich starten die meisten der oben genannten Filme und andere Filme dieser Art oft nur in größeren Städten aber selbst dort dürften genug User ansässig sein- es besteht nur kein Interesse. Und ich weiß nicht, warum. Nicht einmal Bretzelburger, der sonst ja öfter einmal ins Programmkino zu stiefeln scheint, schreibt öfter für solche Filme.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 28 Mai 2007, 19:28:51
Zitat von: McKenzie am 28 Mai 2007, 19:01:40
Es überrascht mich aber inzwischen nicht mehr, das zu solchen Erstaufführungen in der OFDb beinahe grundsätzlich nie etwas internes zu finden ist. Niemand interessiert sich für ernste Filme die nicht NUR unterhalten wollen und sich dann auch noch mit menschlichen Problemen beschäftigen-

Interesse ist ein Punkt - Gelegenheit der andere. Ich selbst würde mit Freuden auf eine Besprechung von "Fluch der Karibik" pfeifen, wenn ich einen entsprechend aktuellen Film besprechen könnte, zu dem sich noch niemand geäußert hat. Nun bin ich ja jemand, der erst ab DVD-Release so richtig aktiv wird (und da haben die fetten Blockbuster eh schon so viele Besprechungen erhalten, dass mir oft einfach die Lust dran vergeht) und da erübrigt sich das sowieso. Aber für viele ist Kino auch eher eine soziale Veranstaltung - man trifft sich mit Leuten und die wollen nun mal eher selten am Offensichtlichen vorbeilugen und springen lieber mit anderen in die große Bresche, von der ja jeder weiß und über die man sich entsprechend auch am meisten austauschen kann.

Das zu hinterfragen ist löblich und legitim, ändern können werdet ihr daran aber nie etwas. Außer mit der Leistung, die ihr selbst hier in der ofdb hinterlegt. Nur erwartet nicht unbedingt, dass andere dem in größerem Maße folgen werden.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Mai 2007, 20:49:22
Zitat von: Vince am 28 Mai 2007, 19:28:51
Aber für viele ist Kino auch eher eine soziale Veranstaltung - man trifft sich mit Leuten und die wollen nun mal eher selten am Offensichtlichen vorbeilugen und springen lieber mit anderen in die große Bresche, von der ja jeder weiß und über die man sich entsprechend auch am meisten austauschen kann.

Ich gehe in 70 % der Fälle mit Freunden ins Kino! Kino ist für mich soziale wie kulturelle Veranstaltung gleichermaßen. Alleine macht ein Kinobesuch längst nicht soviel Freude- deswegen dauert er bei mir in der Regel auch 4 Stunden- eine Stunde zuvor treffen und palavern und das gleiche nach dem Film noch mal. Gelegentlich verbringe ich auch (Wochenends...) einen Abend / Nacht mit meinen Begleitern der zwar 8 Stunden andauert aber nur einen Film enthält- den Rest der Zeit wird diskutiert! Ein wenig verwunderlich finde ich daher aber schon deine Feststellung das man sich nach einem populäreren Film besser austauschen kann...? Ein anspruchsvollerer Film gibt doch meist auch mehr Diskussionsstoff her!  ;) Anständigen, reflektierten Austausch mit verschiedenen Standpunkten erlebt man nach dem Besuch eines Films wie "Fluch der Karibik" doch eigentlich nur wenn man einen Mainstream-Gegner wie mich im Schlepptau hat!  :king: Sonst sind sich doch die meisten im großen und Ganzen einig!  :icon_twisted:

Und wer Kino als soziale Veranstaltung schätzt ist im Programmkino ohnehin besser aufgehoben- alles ist ein wenig kleiner, intimer und liebevoller, man kommt leichter ins Gespräch und kann sich in der Regel darauf verlassen, immer einige Personen zu treffen die vielfältige Interessen haben und sich neben "Arthouse"-Kino auch einmal einen Blockbuster, Sexploitation-Trash, Horror- oder Experimentalfilm ansehen. Im Multiplex trampeln die Rinder mit ihrem Futter (Popcorn, Chips, etc.) in den Saal, konsumieren, trampeln hinaus und fertig. Programmkino bieten imo immer weitaus mehr Konversation- und deswegen sind sie unbedingt vorzuziehen. Es ist natürlich schön, einen Film wie "Black Book" auf der gigantischen Riesen-Leinwand sehen zu können doch seine Wirkung hätte der Film im Programmkino auf einer etwas kleineren Leinwand und dazu vermutlich im Original mit Untertiteln (...) sicherlich ebenfalls entfaltet.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Fastmachine am 28 Mai 2007, 21:11:20
Auch wenn ich manche Reviewlücken ebenfalls merkwürdig finde, halte ich andere aber durchaus für verständlich.

Den Hauptgrund würde ich darin sehen, dass die Anzahl der Leute, die solche Filme überhaupt sehen, schon immer recht gering und die Anzahl derjenigen, die solche Filme dann besprechen, noch geringer war, ist und sein wird. Eine Frage der Statistik, nicht des bösen Willens oder des Desinteresses.
Nun ist es aber so, dass vermutlich - die durchaus reichlich vorhandenen externen Reviews deuten es an - diese Schreiber zum größten Teil von anderen Seiten absorbiert werden. Vielleicht weil die Seiten eine andere Ausrichtung haben, ein spezialisierteres Publikum? Die entsprechende Community hat sich an anderen Orten des Netzes gefunden. Und manche Schreiber wollen eben lieber für ein gleichgesinntes, interessiertes Publikum schreiben, als für die Allgemeinheit. Ich sage das ganz wertneutral, ohne das eine oder andere jetzt als Idealform hinzustellen.

Die OFDb ist nun mal eine allgemeine Filmdatenbank, die sich aus einer Fassungsdatenbank entwickelt hat. Also eine etwas andere Ausrichtung hatte. Du kannst nicht erwarten, nur weil die Möglichkeit besteht, hier jeden Film zu besprechen, automatisch sich die entsprechende Community zu jedem Genre sofort hier einfindet und schreibt.

Im Großen und Ganzen finde ich aber, dass das Spektrum der OFDb immer breiter wird, trotz aller "Lücken".
Ansonsten stimme ich Vince ganz zu: selber machen, Stein für Stein, will sagen, Review für Review. Dazu trägst du ja unter anderem mit vielen Reviews bei. Du musst halt damit leben, dass deine Haltung von manchen als "elitär" wahrgenommen werden könnte, von anderen als "trivial" (s.o.). Und wie ich sehe, lebst du ja ganz gut damit. Andere Leute wollen halt unter sich bleiben und leben und schreiben am liebsten für Gleichgesinnte. Jeder wie er will.




Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Mai 2007, 21:44:45
Zitat von: Fastmachine am 28 Mai 2007, 21:11:20
Und manche Schreiber wollen eben lieber für ein gleichgesinntes, interessiertes Publikum schreiben, als für die Allgemeinheit. Ich sage das ganz wertneutral, ohne das eine oder andere jetzt als Idealform hinzustellen

Ich möchte selbst nichts anderes!  ;) Und zwar für ein Publikum schreiben das vor nichts Halt macht und die von mir so verhasste Trennung zwischen Unterhaltungs- und Kunst-, zwischen Schund- und Arthaus-, zwischen Trivial- und Anspruchskino nicht vollzieht und für alles offen ist. Zwar fehlen zu bestimmten Bereichen auch von mir noch Reviews- so habe ich noch keinen Stumm- oder Experimental-Film besprochen- doch ich gedenke auch diese Lücken zu füllen- denn ich sehe mir selbst auch ALLES, und ich wiederhole, ALLES an, aus jedem Jahr, jedem Land, jedem Genre, aus jeder Schmiede. Manches mehr, manches weniger. Doch prinzipiell wird bei mir immer gut durchgemischt. So sah ich beispielsweise letztens innerhalb eines (langen Film-)Tages mit "Verflucht zum Töten" einen harten, schmierigen Rape & Revenge-Schocker, mit "Weibliche Junggesellen" einen schwedischen Stummfilm aus dem Jahre 1923 rund um das "weibliche Proletariat", danach mit "Dead Man's shoes" ein dogmatisch angehauchtes, bodenständiges Psychodrama und zum Abschluss den Kurzfilm "Un Chant d'Amour" von Jean Genet. Und für ein Publikum, das sich bei einer solchen Speisekarte ebenso wie ich nicht im mindesten wundert (vielleicht sogar noch freut) schreibe ich, möchte also aufzeigen das es kein Trivial- und Anspruchskino gibt da ein Film grundsätzlich- was auch immer er für ein Ziel verfolgt- ein Kunstwerk ist und lediglich sein Wert und seine Souveränität variiert.

Das nur, weil ich mich durchaus als einen Zielgruppen-Schreiber bezeichnen würde mit dem einfachen Grundsatz eines Entdeckers und Abenteurers: Alles außer Hollywood, alles ungewöhnliche, alles amitionierte, etc. Und diesem Vorsatz werde ich ja gelegentlich auch schon einmal abtrünnig. Vielseitigkeit ist mir sehr wichtig, allerdings zwinge ich diese niemals herbei. Sie kommt automatisch zu Stande! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 28 Mai 2007, 23:59:55
Auch wenn der von Mr.Hankey angesprochene Thread nicht wirklich zum Thema passt, ähnliche Ansichten wie die Deinen wurden durchaus schon von mir besprochen, wobei ich dabei einige Autoren (nämlich die sehr aktiven) durchaus direkt angesprochen hatte (und diese sich auch angesprochen fühlten). Mit entsprechend unleidlichen Reaktionen.

Ich muß auch zugeben, daß ich mich inzwischen mit der Situation hier angefreundet habe, denn es ermöglicht jedem Review-Autor,sich eigene Bereiche zu schaffen. Allein von meinen letzten 50 Filmen, die ich besprach, haben 22 nur meine Kritik und 8 eine weitere Review zu verzeichnen. Viele jüngere Filme wie "Bobby" ,"Das wilde Leben", "Friends with money", "Ich bin die Andere", "Fast food Nation", "Das Mädchen, das die Seiten umblätterte" usw. ,die keineswegs zu den reinen Programmkinofilmen zählen und oft auch ordentliche Stars in ihren Reihen haben, verfügen meist nur über eine Review. Da erstaunt es nicht, daß es noch unzählige Filme gibt, die weder eine Inhaltsangabe noch eine Review haben.

Für mich hat das seinen eigenen Reiz, denn es ist erstaunlich, daß man als kleiner Amateur-Autor noch ein so weites Feld von anspruchsvollen Filmen vor sich hat, für die man im großen WorldWideWeb das einzige Sprachrohr darstellt. Ich persönlich komme der Menge nicht nach, obwohl ich im Schnitt dreimal pro Woche im Kino bin und nebenbei noch ständig neue Filme auf DVD sichte (ganz abgesehen davon, darüber auch noch etwas schreiben zu wollen). Dazu mag ich auch Unterhaltungsfilme und Trash, weil Einseitigkeit egal in welcher Richtung, immer den Blick einschränkt und damit auch die Urteilsfähigkeit.

Und damit komme ich auch zu einem Hauptpunkt, den man zum Verständnis hinzuziehen sollte. Um über Nouvelle Vague, Experimentalfilme, italienische Politthriller usw. (nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten) schreiben zu können, reicht es nicht, nur einen Film gesehen zu haben. Völlig richtig auch die zuletzt gemachten Anmerkungen zu Godard, dem man kaum gerecht werden kann, wenn man nur einen Film gesehen hat. Ich werde ja auch nicht Modeberater, weil ich mir einmal im halben Jahr eine neue Hose kaufe. Deshalb schreibe ich auch nie Reviews über z.B.Horror-Trash, weil ich davon null Ahnung habe. Deshalb ist der Einstieg, selbst für einen aktiven Autor, in ein fremdes Terrain meist mit sehr viel Aufwand verbunden, dem man sich meist nur ungern unterzieht.

Aber betrachte es einfach als Chance, dich zu profilieren. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Jeder Einzelne, den ich durch eine Kritik dafür begeistern kann, sich einen Film anzusehen, den er nicht vorhatte zu sehen, die Review schon rechtfertigt. Mir ging es bei deiner aktuellen Richard Lester-Review so, denn der Film war mir völlig unbekannt und hat mich sofort animiert, mich wieder mehr mit diesem von mir geschätzten Regisseur zu beschäftigen.

Also, weiter so - aber selbst bei größtem Engagement - der Vielzahl an Filmen werden wir niemals gerecht. Aber "Pirates of the Carribean" kann man getrost anderen überlassen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 29 Mai 2007, 01:03:00
Zitat von: McKenzieUnd zwar für ein Publikum schreiben das vor nichts Halt macht und die von mir so verhasste Trennung zwischen Unterhaltungs- und Kunst-, zwischen Schund- und Arthaus-, zwischen Trivial- und Anspruchskino nicht vollzieht und für alles offen ist.
Na ja, die Trennung zwischen Mainstream-Kino und allem anderen scheinst du aber schon recht offen auszuleben! ;)

Zitat von: BretzelAuch wenn der von Mr.Hankey angesprochene Thread nicht wirklich zum Thema passt, ähnliche Ansichten wie die Deinen wurden durchaus schon von mir besprochen, wobei ich dabei einige Autoren (nämlich die sehr aktiven) durchaus direkt angesprochen hatte (und diese sich auch angesprochen fühlten).
Und genau deshalb hatte ich ihn auch aus der Versenkung geholt! ;)

ZitatBobby"[...]"Fast food Nation"
Na ja, hier war ich einfach so nett und habe sie dir überlassen. Mal sehen, wie lange noch! ;)

ZitatDeshalb schreibe ich auch nie Reviews über z.B.Horror-Trash, weil ich davon null Ahnung habe.
Dafür gibt es ja McKenzie und mich! :D

Ansonsten kann ich Bretzi aber nur zustimmen. Wenn man der erste Review-Schreiber bei einem Film ist und auch sicher sein kann, auf lange Zeit, vielleicht sogar für immer, der Einzige zu bleiben, dann hat das doch schon irgendwie etwas Besonderes für mich. Zwar würde ich es dabei noch nicht so weit treiben wie manch anderer, sprich ich lege darauf nicht unbedingt sonderlichen Wert, aber z. Bsp. bei Disneyfilmen, gerade auch was Sequels angeht, kann ich schon ziemlich sicher sein, dass dies auch noch auf lange Zeit mein eigenes Gebiet bleiben wird. Genauso sieht es bei unbekannteren Slashersachen aus oder eben bei Trashmovies alla "18.15 Uhr ab Ostkreuz". Diese Review hat zwar bis jetzt irgendwie kaum eine Sau gelesen, aber was solls. Wenn mal jemand etwas zu diesem Film wissen will, dann hat er da nur meine Review zum lesen. Und wenn sich dann auch noch jemand dadurch dazu begeistert fühlt, sich diesen Film anzuschauen, na dann hat doch einfach etwas Besonderes. :D

ZitatAber "Pirates of the Carribean" kann man getrost anderen überlassen...
Richtig! Und "Spiderman 3" erst recht! ;)


Ach und nochwas zum Thema: Besprechen von Programmkinofilmen. Man sollte nicht nur das verhältnismäßig geringe Interesse als Ursache für das Fehlen von Reviews als Schuldigen suchen! Vielen Kritiker fällt es auch einfach wesentlich schwerer anspruchsvolle Filme gerecht zu besprechen, als seichtes Popcornkino! Einen davon kennst du nur zu gut! :icon_sad:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Mai 2007, 03:12:21
Zitat von: Bretzelburger am 28 Mai 2007, 23:59:55
Ich muß auch zugeben, daß ich mich inzwischen mit der Situation hier angefreundet habe, denn es ermöglicht jedem Review-Autor,sich eigene Bereiche zu schaffen. Allein von meinen letzten 50 Filmen, die ich besprach, haben 22 nur meine Kritik und 8 eine weitere Review zu verzeichnen. Viele jüngere Filme wie "Bobby" ,"Das wilde Leben", "Friends with money", "Ich bin die Andere", "Fast food Nation", "Das Mädchen, das die Seiten umblätterte" usw. ,die keineswegs zu den reinen Programmkinofilmen zählen und oft auch ordentliche Stars in ihren Reihen haben, verfügen meist nur über eine Review. Da erstaunt es nicht, daß es noch unzählige Filme gibt, die weder eine Inhaltsangabe noch eine Review haben.

Ich werde mich vermutlich nie damit anfreunden, auch wenn ich dadurch Gelegenheit erhalte, unbekannte Filme ein wenig zu unterstützen. Es wäre mir persönlich lieber wenn es gar nicht notwendig wäre, sie zu unterstützen!  :icon_confused: Denn wie du auch komme ich nicht nach; von den durchschnittlich 6 bis 5 Filmen die ich pro Woche sehe sind meist 3 noch vollkommen unberührt und es schmerzt, oft nur einen davon besprechen zu können. Letztlich entscheidet nicht der gute Wille sondern auch die Zeit und die kreative Energie, ob man einen Review schreibt oder nicht. Nur aus diesem Grunde finden sich von mir überhaupt gelegentlich auch Reviews zu aktuellen, größeren Filmen wie "Black Book" (wobei hier natürlich auch noch ein Verhoeven-Bonus vorhanden ist). Kurz: Ich bin der Meinung das es außer uns beiden und Autoren wie Arminowitsch noch viel mehr Schreiber in der OFDb geben müsste, die sich mit unterschlagenen Erstaufführungen und anspruchsvolleren älteren Filmen beschäftigen.

Zitat von: Bretzelburger am 28 Mai 2007, 23:59:55
Für mich hat das seinen eigenen Reiz, denn es ist erstaunlich, daß man als kleiner Amateur-Autor noch ein so weites Feld von anspruchsvollen Filmen vor sich hat, für die man im großen WorldWideWeb das einzige Sprachrohr darstellt. Ich persönlich komme der Menge nicht nach, obwohl ich im Schnitt dreimal pro Woche im Kino bin und nebenbei noch ständig neue Filme auf DVD sichte (ganz abgesehen davon, darüber auch noch etwas schreiben zu wollen).

Ja, dieser Reiz treibt mich stetig voran, auch wenn ich ehrlich gestehen muss das ich- obwohl die Qualität deiner Reviews meist kaum etwas zu wünschen übrig lässt- doch ein wenig frustriert bin das du in letzter Zeit soviele Filme besprochen hast die ich mir auch schon vorgemerkt hatte (besonders "La notte", "Z" und "L'Avventura"). :icon_neutral: ;) Immerhin wird meine lange geplegte Theorie das es wenig nützen würde, über solche Filme in der OFDb zu schreiben da die Reviews ohnehin nicht gelesen würden, stets durch die hohen Abrufzahlen Lügen gestraft- nicht nur bei meinen sondern auch z. B. bei deinen Reviews.

Zitat von: Bretzelburger am 28 Mai 2007, 23:59:55
Und damit komme ich auch zu einem Hauptpunkt, den man zum Verständnis hinzuziehen sollte. Um über Nouvelle Vague, Experimentalfilme, italienische Politthriller usw. (nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten) schreiben zu können, reicht es nicht, nur einen Film gesehen zu haben. Völlig richtig auch die zuletzt gemachten Anmerkungen zu Godard, dem man kaum gerecht werden kann, wenn man nur einen Film gesehen hat. Ich werde ja auch nicht Modeberater, weil ich mir einmal im halben Jahr eine neue Hose kaufe. Deshalb schreibe ich auch nie Reviews über z.B.Horror-Trash, weil ich davon null Ahnung habe. Deshalb ist der Einstieg, selbst für einen aktiven Autor, in ein fremdes Terrain meist mit sehr viel Aufwand verbunden, dem man sich meist nur ungern unterzieht.

Diese Ansicht teile ich allerdings so überhaupt nicht und würde sie niemals ernsthaften Grund aufführen um über einen bestimmten Film oder ein bestimmtes Genre nicht zu schreiben. Auch wenn der entsprechende Bereich Neuland ist- kann doch zweifelsohne eine ordentliche Kritik darüber schreiben. Schließlich ist man ja nicht dazu verdammt, das große Hintergrundwissen heraushängen zu lassen und auch nicht dazu verpflichtet. Sicherlich ist es auch schön wenn man feststellt das ein Autor vor dem Review zu einem historischen oder politischen Film ausgiebig recherchiert hat aber schlussendlich hebt das nicht zwingend die Qualität des Review. Ich persönlich habe beispielsweise bei der Review zu "Girolimoni, das Ungeheuer von Rom" (einer italienischen Antifaschismus-Satire, übrigens von Damiano Damiani) bewusst darauf verzichtet, die historischen Hintergründe von Mussolinis Machtergreifung zu erläutern- auch wenn es sich angeboten hätte. Um über einen Regisseur zu urteilen muss man sicherlich eine gewisse Anzahl seiner Filme gesehen haben (und ich habe von Godard z. B mehr als nur "Notre Musique" gesehen), nicht aber um ein Genre einzuschätzen. Daran sollte man sich nicht festhalten. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, den ich an vielen deiner Reviews regelmäßig ankreiden würde (und ich betone noch einmal das ich mittlerweile regelmäßig in dein Profil klicke  ;))  so ist es dein überdeutliches Bestreben, die Hintergründe immer so korrekt und umfassend wie möglich ins Spiel zu bringen. Das kann nützlich sein- wie etwa bei "Mussolini- Die letzten Tage"- muss es aber nicht.

Zitat von: Bretzelburger am 28 Mai 2007, 23:59:55
Aber betrachte es einfach als Chance, dich zu profilieren. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Jeder Einzelne, den ich durch eine Kritik dafür begeistern kann, sich einen Film anzusehen, den er nicht vorhatte zu sehen, die Review schon rechtfertigt. Mir ging es bei deiner aktuellen Richard Lester-Review so, denn der Film war mir völlig unbekannt und hat mich sofort animiert, mich wieder mehr mit diesem von mir geschätzten Regisseur zu beschäftigen.

Vollste Zustimmung. Auch wenn dem Leser der Review stilistisch vielleicht nicht gefallen hat und er ihm zu platt und schnodderig geschrieben war (immer meine Befürchtung angesichts meiner eigenen Ergüsse)- sobald er Lust auf den Film bekommt habe ich mein Ziel erreicht. Und deswegen ist es auch ein wunderschönes, indirektes Kompliment wenn der "Danach"-Review dein Interesse an dem Film geweckt hat. Unter diesem Gesichtspunkt ist es vielleicht auch günstiger, das nicht ich "L'Avventura" und "La notte" als erster besprochen habe- denn deine Reviews erwecken sicherlich nicht einen verkopften, anstrengenden Eindruck da du sogar hier von Unterhaltung sprichst (was auch vollkommen richtig ist, nur ein wenig verblüffend- es ist nun einmal eine ganz andere Art von Unterhaltung). Sicherlich werde ich auf meiner bisherigen Linie weitermachen und dabei auch weiterhin auf Vielseitigkeit achten (die ich aber natürlich nicht herbeizwinge- ich setze nur Prioritäten welche Filme ich nach dem sehen tatsächlich bespreche und welche nicht), nur habe ich gerade bei kleineren Erstaufführungen oft das Gefühl, gegen eine Wand zu schreiben. :icon_confused:

Zitat von: Mr. Hankey am 29 Mai 2007, 01:03:00
Na ja, die Trennung zwischen Mainstream-Kino und allem anderen scheinst du aber schon recht offen auszuleben! ;)

Diese Trennung muss man imo auch mehr oder weniger vollziehen. Dazu aber in der nächsten PM mehr! ;) Jedenfalls halte ich meinen Film"konsum" nicht für unausgewogen: Ich sehe im Monat etwa 5 bis 6 aktuelle Hollywood-Filme- und halte das für ausreichend (da Hollywood irgendwo doch ein eigenes Genre ist) angesichts der Menge an Filmen, die weltweit produziert werden und auch in Deutschland wöchentlich starten. Hollywood trägt eben in etwa nur 10 bis 15 % der internationalen Filmproduktion, daher würde jede ausgiebigere Auseinandersetzung damit eine Vernachlässigung anderer Filmkulturen- und Epochen beinahe automatisch miteinschließen.

Zitat von: Mr. Hankey am 29 Mai 2007, 01:03:00
Dafür gibt es ja McKenzie und mich! :D

:icon_mrgreen:

Und noch viele andere. Horror-Trash bespreche ich schließlich wirklich nur noch selten und auch dem Trash widme ich mich schriftlich nur selten. Allerdings habe ich vorhin eine unglaubliche türkische Trash-Granate ("Tarkan vs. the Vikings") gesichtet, die wirklich ein Review verdient hat. Nur schreiben soviele User über diese "Sparte" das sie für mich als Autor- nicht als Zuschauer- einigen Reiz eingebüßt hat.

Zitat von: Mr. Hankey am 29 Mai 2007, 01:03:00
Ach und nochwas zum Thema: Besprechen von Programmkinofilmen. Man sollte nicht nur das verhältnismäßig geringe Interesse als Ursache für das Fehlen von Reviews als Schuldigen suchen! Vielen Kritiker fällt es auch einfach wesentlich schwerer anspruchsvolle Filme gerecht zu besprechen, als seichtes Popcornkino! Einen davon kennst du nur zu gut! :icon_sad:

Aber ich habe bei der Link-Auswahl oben bewusst "einfachere" Filme angeführt. War dir "Slumming" etwa zu komplex? Er war imo zwar etwas besser als deine Kritik vermuten lässt aber was ich eigentlich meine: Nicht jeder Film, der im Programmkino läuft ist automatisch so komplex und schwer zu rezipieren wie unser gemeinsamer Liebling "Clockwork Orange". Anspruch ist nicht gleich Komplexität und ein Autorenfilm bringt nicht zwangsläufig "intellektuelle Onanie" (danke an Rajko für diese Bezeichnung  :icon_lol:) mit sich. Du würdest dich wundern, wieviele Filme aus den kommunalen Kinos du ohne weiteres rezensieren könntest- und vor allem nachdem du dich kürzlich erfolgreich an "Elephant" gewagt hast! :D Ich selbst wage auch oft nicht den Sprung ins kalte Wasser- vor kurzem habe ich z. B. "Mes petits amourouses- Meine kleinen Geliebten" des französischen Autorenfilmers Jean Eustache gesehen- und obwohl ich nicht behaupten würde, den Film nicht verstanden zu haben war er mir für einen Review doch etwas zu "heftig"...


Abschließend noch mein erster Review zu einem Stummfilm- kurz und bündig, dem Film meiner Meinung nach aber angemessen da er nicht viel mehr hergeben würde- wozu viel Lärm um nichts machen? Interessant im Ansatz aber flachbrüstig in der Ausführung, beweist "Weibliche Junggesellen" das nicht jeder Stummfilm ein einzigartiges, filmhistorisch bedeutendes Werk ist (was ja ein gängiges Klischee darstellt).

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=128764&rid=246095
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 30 Mai 2007, 20:35:11
ZitatWar dir "Slumming" etwa zu komplex?
Bestimmt nicht! Er war einfach nur furchtbar schlampig ausgearbeitet, vor allem in seinen Charakteren, aber nun gut! ;)

Na ja, ich werde schon zusehen, immer wieder einmal ein paar "Autoren-Filme" zwischen meine Reviews zu mischen, versprochen. Aber der Hauptbereich wird es sicherlich noch ne ganze Weile nicht werden. ;)

Aber Danke fürs Lob! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Fastmachine am 2 Juni 2007, 11:06:26
Aus dem Zodiac-Thread im Allgemeinen Filmforum picke ich mal folgende, höchst interessante Äußerung heraus:

Zitat von: McKenzie
Es muss ja nicht jeder erfahren wie belanglos ich "Fight Club" und "Panic Room" finde und wie überschätzt "Seven"...

Daran möchte ich mein altes Lamento und eine neue Hoffnung anschließen:

Da seit über zehn Jahren ganz Gallien von David-Fincher-Fans besetzt ist und nur ein kleines Dorf noch Widerstand leistet, freue ich mich über jeden, der den Mut hat, sich im Rom und Mekka der Fincher-Religion mutig als Atheist zu bekennen.

Folglich gefiele es mir sehr, von dir wohlbegründete Reviews zu "Fight Club" und vor allem "Seven" zu lesen. Die dann beweisen, dass Fincher nicht das strahlende Zentralgestirn der modernen Filmkunst ist, sondern ein taumelnder Asteroid, der auf seiner Bahn durchs Weltall nur fremdes Licht reflektiert.

Evangelisten hat Fincher genung, jetzt bitte einen Aufklärer, der vor allem mal die Axt an den künstlerisch maroden Baum von "Seven" legt.

Wie wärs?


Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 2 Juni 2007, 13:25:43
Derzeit arbeite ich noch mit rauchendem Schädel an dem "Zodiac"-Review (9/10 Punkten- der Mann kann erheblich mehr als ich ihm zugetraut hätte).  :icon_cool: Wie du siehst bin ich kein "Atheist"- nur ein "Zweifler".  :icon_mrgreen:

Vielleicht... in ferner Zukunft... ein Review zu "Sieben" (auch bei mir immer noch 8/10) ... Meine Apathie gegen "Fight Club" hat sehr persönliche Gründe die ich höchstens teilweise in einen Review mit einbringen würde, daher kommt das vorerst nicht in Frage. Du kennst ja zudem meinen Vorsatz: Nach Möglichkeit nur die Filme besprechen, die hier noch unbeschriebene Blätter sind. Davon bin ich zwar in letzter Zeit mehrmals abgewichen da mir einige Filme ("Black Book", "Die weiße Göttin der Kannibalen") noch nicht treffend genug umschrieben worden waren aber prinzipiell möchte ich nur ungern in eine Liste von 100 lobpreisenden Reviews eintreten (dann noch zu zwei Mainstream-Filmen). Darüber hinaus fällt ein Review immer schwerer je niedriger man einen Film wertet. Deswegen finden sich bei mir auch nur wenige Verrisse- weil ich sie nur ungern schreibe.

Allerdings reizt mich der Gedanke auch irgendwo- mal sehen, vielleicht kommt der Tag noch!  ;)

EDIT: Deine "Fight Club"-Review habe ich übrigens gerade gelesen. Eigentlich erübrigen sich doch weitere Kommentare meinerseits da du, wie ich finde, die Schwächen des Films sehr präzise auf den Punkt gebracht hast. Ich hätte zwar noch einiges anzuhängen aber im Großen und ganzen ist das ein sehr befriedigender Text!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 2 Juni 2007, 16:44:23
Bin gespannt auf die ZODIAC Kritik - kann mch aber allgemein nur teilweise anschließen, denn Finscher hat meiner Meinung nach mit "Sieben" und "Fight Club" zwei nahezu perfekte Meisterwerke geschaffen, die sicherlich beide von den komplexen und tefgründigen Drehbüchern leben. Wie man sieht braucht Finscher ein sehr gutes Drehbuch, ansonsten endet es wie in "The Game" und "Panic Room" in heißer Luft. Die beiden letzteren halte ich nicht für mehr als oberflächliche Unterhaltungsfilme, die beiden üblichen Verdächtigen kriegen aber auch von mir die volle Punktzahl..Und das NICHT weil ich Finscher für den besten Regisseur ever halte. Die Besprechung zu FIGHT CLUB von Fastmachine hat mit persönlich nicht gefallen, da die an sich schlüssige Argumentation einfach gegen den Strom schwimmen will  - doch dazu mehr im Thread von Fastmachine...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Juni 2007, 01:21:34
Hier der versprochene "Zodiac"-Review. Ich sehe die ganze Angelegenheit ähnlich wie Bretzelburger- ein Film über den man nur die nötigsten Worte verlieren sollte.  ;)

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=108308&rid=246843
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 Juni 2007, 20:51:53
Ohne Frage eine absolut gelungene Review der ich mich eigentlich (bis auf kleinere Ausnahmen) nur durchweg anschliessen kann! Ich würde ihr 9/10 Punkten geben. :respekt:

Den 10 Punkt bekommst du dann, sobald du auch so einen Film einmal gänzlich ohne die, in eigentlich jeder Deiner Reviews zu einem Film dieser Art aufkommenden, langsam abgelutscht wirkenden, Attacken gegen den ach so schlechten sonstigen US-Mainstream, besprochen bekommst!
;) ;) ;)

Auf dem richtigen Weg bist du aber schon! :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Juni 2007, 22:04:32
Es ärgert mich eben das durch die dank Hollywood (und dagegen lässt sich nichts sagen- Wer sonst sollte denn schuld sein?  :icon_mrgreen:) fest zementierten Sehgewohnheiten des heutigen Publikums ein Film wie "Zodiac" kaum eine Chance mehr hat weil man schlicht nicht mehr in der Lage ist, sich einem Film auf verschiedene Arten anzunähern. Es gibt nur noch die Standard-Rezeption (und die beherrscht auch die OFDb) und alles was hier nicht passt wird nicht passend gemacht sondern abgestoßen. Dabei kann man sich einem Film auf unzähligen, verschiedensten Wegen nähern. Das hat Bretzelburger ja auch toll verdeutlicht als er in seinen Reviews zu "Der Würgeengel" und "L'Avventura" beide Filme als unterhaltend bezeichnet hat. Außerdem schimpfe ich ja nicht in jedem Review nur über Hollywood- mein Opfer kann, wie kürzlich, auch schon einmal das Publikum sein, das um mich herum im Programmkino sitzt. Nur finde ich es immer sehr interessant, am Rande einer Kritik das Verhalten und die Gewohnheiten des insbesondere deutschen Kinopublikums zu reflektieren, genauso wie dieses die Gesellschaft reflektiert. Und wer meint das die debile Teufelsbande, die im Fernsehen tanzt und der allgemein die "Infiltrierung der menschlichen Intelligenz und Vernunft" zugeschrieben wird, die Kinos noch nicht erreicht hat der irrt sich gewaltig. Wie das Land, so seine Kinoerfolge. Aber da steht Deutschland schließlich auch nicht allein.

Aber eigentlich wollte ich mich ja nur für deinen netten Zuspruch bedanken!  :icon_razz:

Zitat von: Mr. Hankey am  4 Juni 2007, 20:51:53
Auf dem richtigen Weg bist du aber schon! :icon_mrgreen:

Huch! Ein Seitensprung...  :icon_redface: :icon_lol:

Im Anhang noch ein kurzer Abriss zu dem relativ unbekannten Dokumentarfilm-Essay "Ortsbesichtigung in Palästina" von Pier Paolo Pasolini- leider eher fragwürdig als groß (und das ganz unabhängig von dem Vergleich mit seinen Spielfilmen):

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=129481&rid=246990
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 4 Juni 2007, 22:42:43
Zuerst einmal bist du mir bezüglich Pasolini etwas zuvorgekommen, dem ich mich demnächst stärker widmen möchte - allerdings kannte ich diesen Film noch gar nicht, den du hier allerdings in einer Art beschreibst, daß man eher das Gefühl hat, ihn auch nicht weiter beachten zu wollen...

Zurück zu "Zodiac" - insgesamt finde ich die Hollywood-Diskussion nicht so fruchtbar, auch deshalb, weil ich Hollywood durchaus mag und es immer so ist, wenn es ein Geschmacksdiktat gibt - weniger erfolgreiche Stile werden dann nicht vom Publikum wahrgenommen. Da stecken erhebliche Marktinteressen hinter, die sich zum Beispiel daran zeigen, daß keiner seinen Film ins Kino bringt, wenn etwa "Pirates of Carribean" startet. Hier sieht man eben auch die Folgschaft der Kinobetreiber, die auf Teufel komm raus (mit tausenden Kopien) gleich in der ersten Woche den Rahm abschöpfen (wahrscheinlich müssen).

An diesem Geflecht aus wirtschaftlichem Denken und Verbreitung sind alle beteiligt bis zum letzten Besucher. Als Filmfreund kann man nur dagegen angehen, in dem man eben konsequent AUCH andere Filme ansieht, aber nicht etwas aus politischen oder Protestgründen, sondern aus Begeisterung. Wenn man diese Begeisterung vermitteln kann, interessiert sich vielleicht auch ein Anderer dafür - wie ich das im Zusammenhang mit dem Review-Schreiben schon erwähnte. Ich denke deshalb, daß du Seitenhiebe allgemeiner Art auf spezielle Fälle beschränken solltest, denn der Dauerrundumschlag dient der (unserer :-)) Sache nicht so sehr. Allerdings konnte ich auch bei meiner "Revolver" - Kritik nicht darüber an mich halten, warum der Film nicht nach Deutschland kommt - und schon sind wir wieder beim Thema.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Juni 2007, 23:38:39
Zitat von: Bretzelburger am  4 Juni 2007, 22:42:43
Zuerst einmal bist du mir bezüglich Pasolini etwas zuvorgekommen, dem ich mich demnächst stärker widmen möchte

Gegen dich hat man wirklich keine Chance!  :icon_lol:
Gerade ist im Filmhaus Nürnberg nämlich eine fantastische Pasolini-Retrospektive (Alles auf 35mm und teilweise auch im Original mit englischen Untertiteln) am laufen mit nahezu all seinen Filmen...

Vielleicht überlässt du mir ja wenigstens "Teorema", "Der Schweinestall", "Edipo Re" und "Gastmahl der Liebe"? Teilen macht doch immer doppelte Freude! :king:

Zitat von: Bretzelburger am  4 Juni 2007, 22:42:43
An diesem Geflecht aus wirtschaftlichem Denken und Verbreitung sind alle beteiligt bis zum letzten Besucher. Als Filmfreund kann man nur dagegen angehen, in dem man eben konsequent AUCH andere Filme ansieht, aber nicht etwas aus politischen oder Protestgründen, sondern aus Begeisterung. Wenn man diese Begeisterung vermitteln kann, interessiert sich vielleicht auch ein Anderer dafür - wie ich das im Zusammenhang mit dem Review-Schreiben schon erwähnte.

Vollkommen richtig. Aber ebenso wie du tue auch ich nichts anderes. Ich überlege mir nie ob ich diesen und jenen Film sehen "sollte", nur ob ich einen Film wirklich sehen will, weil er mich interessiert. Und ich schreibe auch nur über Filme, zu denen ich schreiben will. Nur das hier keine Missverständnisse aufkommen: Meine Filmauswahl (sowohl was sehen als auch rezensieren angeht) ist nicht im mindesten von pragmatischen oder politischen Motivationen verwässert!  ;) (Wenn ich das missverstanden habe, bitte ich dich um Verzeihung...)

ZitatIch denke deshalb, daß du Seitenhiebe allgemeiner Art auf spezielle Fälle beschränken solltest, denn der Dauerrundumschlag dient der (unserer :-)) Sache nicht so sehr. Allerdings konnte ich auch bei meiner "Revolver" - Kritik nicht darüber an mich halten, warum der Film nicht nach Deutschland kommt - und schon sind wir wieder beim Thema.

Je tiefer man in der "Programmkino- und Underground"-Schiene steckt (auch als Mitarbeiter in einem Kino, s. o.) desto offensichtlicher wird einem die Maschinerie des Ganzen und die Ungerechtigkeit, mit der sie betrieben wird. Das kann schon zu Verbitterung führen (und das sogar weniger gegen die Filme als viemehr Produzenten, Verleiher, Publikum und eben andere Kinobetreiber). Aber andererseits hätte ich gerade im Falle der "Zodiac"-Kritik nicht darauf verzichten mögen denn hier liest (vermutlich) das typische Mainstream-Publikum auch ein Stück weit mit.
Aber mir ist bewusst das ich gelegentlich ein wenig übertreibe mit solchen Seitenhieben. Ich werde versuchen, mich zu mäßigen!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 Juni 2007, 03:52:32
Pasolini Vol. 2  ;)

"Gastmahl der Liebe" ist sicherlich eine der interessantesten Dokumentationen die mir je unter die Augen gekommen sind. Das Bild der italienischen Gesellschaft, welches Pasolini hier vermittelt spottet jeder Beschreibung und dürfte alle Vorurteile den "chauvinistischen" Italienern gegenüber bestätigen. Zum schreien komisch und außerordentlich faszinierend!

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=19500&rid=247456
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 12 Juni 2007, 04:57:24
Da ich mich aus ganzem Herzen als feste OFDb-Institution für die Rehabilitierung des italienischen Genre-Kinos der 70ziger verstehe, hier ein neuer Meter zu dieser Linie- und mein erster Review zu einem Film des legendären Duos Enzo G. Castellari / Franco Nero. Ihre erste von 10 gemeinsamen Arbeiten vereint zwei Komponenten die mich im italienischen Polizei-Film schon immer besonders angesprochen haben: Politische und sozialkritische Brisanz in verspielter, virtuoser Inszenierung.

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=33659&rid=247946

Ein Review von Bretzelburger zu diesem Film wäre sicherlich auch sehr interessant!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 21 Juni 2007, 06:33:54
Habe mir grade mal deine Bewertungen angesehen und dabei speziell jene Filme, denen du nur einen Punkt gegeben hast. Sympathisch finde ich daran, dass beinahe nur Mainstream-Ware vertreten ist.

Catwoman, Alone in The Dark, M:I 2, Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Pearl Harbor, Resident Evil Apocalypse - bei vielen Filmen pflichte ich dir voll und ganz bei, auch deine Kritik zu Hills Have Eyes 2 gefällt mir sehr gut.

Einige Bewertungen sind mir aber ein Rätsel: Wie kannst du nur Verrückt nach Mary und Dumm und Dümmer so niedrig bewerten? Ist mir echt unklar, denn ich halte diese beiden Filme für zwei der besten amerikanischen Komödien der letzten 15 Jahre. Habe Verrückt nach Mary auch volle 10 gegeben. Weiterhin frage ich mich, warum ausgerechnet der Sleaze-Klassiker Ich spuck auf dein Grab in der Liste vertreten ist. Für mich ist der Film in Fan-Kreisen leicht überbewertet, die Tiefstwertung kann ich hier aber nicht nachvollziehen.

Da du aber sicher deine Gründe für die Bewertungen hast, habe ich nun eine Bitte: Schreib doch mal zu einem der drei genannten Filme eine Kritik, Hills Have Eyes hast du ja auch schön auseinander genommen. Im Gegenzug wäre ich auch bereit (falls Interesse besteht) ebenfalls eine Kritik zu schreiben, entweder zu dem jeweiligen Film (zu denen ich ja eine gänzlich andere Meinung habe) oder zu sonst irgendeinem Film, den ich bewertet habe und wo dir die Bewertung ungerechtfertigt vorkommt.

Ist nur ein Vorschlag, überhaupt finde ich die Idee Reviews gewissermaßen "auszutauschen" gar nicht so übel, was denken die anderen darüber?

Übrigens: Mehr Pasolini bitte, bin schon ganz gespannt auf die Besprechung zu den 120 Tagen von Sodom, falls eine kommt ...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 21 Juni 2007, 16:01:04
Zitat von: COPFKILLER am 21 Juni 2007, 06:33:54
Habe mir grade mal deine Bewertungen angesehen und dabei speziell jene Filme, denen du nur einen Punkt gegeben hast. Sympathisch finde ich daran, dass beinahe nur Mainstream-Ware vertreten ist.

Ein Wunder! Du bist vermutlich der erste, der mir das nicht zum Vorwurf macht!  ;)

Generell sollte man meine Punktbewertungen aber auch nie mit Gold aufwiegen da ich sehr intuitiv und alles  andere als sachlich bewerte. Aber das scheint dir ja ähnlich zu gehen (10 Punkte für "The Abandoned"- kaum zu glauben!). Was wirklich zählt ist natürlich die Kritik und die fehlt gerade bei den meisten meiner "worst movies" da ich nur ungern Verrisse schreibe... :icon_confused:

Zitat von: COPFKILLER am 21 Juni 2007, 06:33:54
Einige Bewertungen sind mir aber ein Rätsel: Wie kannst du nur Verrückt nach Mary und Dumm und Dümmer so niedrig bewerten? Ist mir echt unklar, denn ich halte diese beiden Filme für zwei der besten amerikanischen Komödien der letzten 15 Jahre. Habe Verrückt nach Mary auch volle 10 gegeben. Weiterhin frage ich mich, warum ausgerechnet der Sleaze-Klassiker Ich spuck auf dein Grab in der Liste vertreten ist. Für mich ist der Film in Fan-Kreisen leicht überbewertet, die Tiefstwertung kann ich hier aber nicht nachvollziehen.

Da du aber sicher deine Gründe für die Bewertungen hast, habe ich nun eine Bitte: Schreib doch mal zu einem der drei genannten Filme eine Kritik, Hills Have Eyes hast du ja auch schön auseinander genommen. Im Gegenzug wäre ich auch bereit (falls Interesse besteht) ebenfalls eine Kritik zu schreiben, entweder zu dem jeweiligen Film (zu denen ich ja eine gänzlich andere Meinung habe) oder zu sonst irgendeinem Film, den ich bewertet habe und wo dir die Bewertung ungerechtfertigt vorkommt.

Ist nur ein Vorschlag, überhaupt finde ich die Idee Reviews gewissermaßen "auszutauschen" gar nicht so übel, was denken die anderen darüber?

Dein Vorschlag hat auf jeden Fall etwas für sich und ich hätte da auch gleich einige "Früchtchen" in deiner 1/10-Liste wie z. B. "Die Passion Christi", "Zombie 3" (Beide halte ich für herausragenden Exploitation-Trash!  :icon_lol:), "Düstere Legenden" (hochgradig amüsant und sehr fies, hat bei mir 8/10) und noch zwei japanische Filme: "Izo" von Takashi Miike (Surrealismus? Vielleicht.  :icon_mrgreen:) und "Japanese Hell" von Teruo Ishii.

Zu meinen Wertungen: "Verrückt nach Mary" und "Dumm und dümmer" liegen beide schon ein Weilchen zurück; der infantile Fäkal-Humor hat mich aber schon damals abgeschreckt und daran dürfte sich nicht viel geändert haben. Wie ich Mr. Hankey, der es auch nicht glauben konnte, bereits erzählt habe: Mit reinrassigen Komödien kann ich meist nichts anfangen da ich deren imo meist erzwungenen Witz ("Witz komm raus, du bist umzingelt!"  :icon_mad:) in der Regel nichts abgewinnen kann. Gerade Humor ist eben doch etwas sehr individuelles und meinen Nerv haben beide Filme einfach in keinster Weise getroffen, auch wenn ich etwas dümmlicherem Klamauk nicht grundsätzlich abgeneigt bin. Aber vielleicht haben mir auch die unterirdischen deutschen Synchronisationen den Spaß verdorben...

"Ich spuck auf dein Grab" war mir trotz der schmierigen deutschen Synchro einfach nicht sleazig genug, zu ernst um Vergnügen zu bereiten und zu schundig, um ernstgenommen zu werden (Klingt paradox aber vielleicht verstehst du ja worauf ich hinaus will).  Aber mit solchen Ausführungen sollte ich mich vielleicht gar nicht weiter aufhalten sondern doch ein Review andenken- dann aber wohl eher zu einem der beiden Farelly-Filme.  ;)

Zitat von: COPFKILLER am 21 Juni 2007, 06:33:54
Übrigens: Mehr Pasolini bitte, bin schon ganz gespannt auf die Besprechung zu den 120 Tagen von Sodom, falls eine kommt ...

Sagt sich so leicht!  :icon_sad: Haben dir die beiden bisherigen Reviews denn tatsächlich gefallen?! Ich führe gerade einen erbitterten Kampf mit einem Review zu "Teorema" den ich gestern auf der Kinoleinwand genießen konnte und der schon jetzt einen Platz in meinem Olymp der größten Meisterwerke überhaupt zugeteilt bekommen hat. Ein vollkommener Film- leider auch einer, der sehr schwer zu rezensieren ist. Und das trifft leider auf fast alle Pasolini-Filme zu weswegen ich z. B. auch "Mamma Roma" und "Große Vögel, kleine Vögel" noch nicht besprochen habe.

Eine Kritik zu "Die 120 Tage von Sodom" wird es von mir deswegen vermutlich nicht so schnell geben da das auch ein Film ist, dem man sich "stellen muss" und der in seiner Komplexität schwer zu erfassen ist. Du kannst aber vermutlich in den nächsten Wochen noch mit "Der Schweinestall" (in drei Stunden geht's ins Kino  :love:), "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht" sowie "Große Vögel, kleine Vögel" (ein schwerer Brocken- aber einen Versuch ist es wert) und "Edipo Re- Bett der Gewalt" rechnen.

Und vielleicht gesellen sich du und Bretzelburger auch noch dazu (nachdem letzterer es schon angekündigt hat).  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 21 Juni 2007, 16:24:06
Ich wollte dir nicht in die Quere kommen, abgesehen davon, daß deine Liste schon sehr vollständig ist und es nicht leicht ist, noch an einen anderen Film heranzukommen. So gibt es "Teorema" in meiner Videothek nur in der italienischen Originalfassung mit französischen Untertiteln, also schwere Kost.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 21 Juni 2007, 17:55:04
Zitat von: Bretzelburger am 21 Juni 2007, 16:24:06
Ich wollte dir nicht in die Quere kommen, abgesehen davon, daß deine Liste schon sehr vollständig ist und es nicht leicht ist, noch an einen anderen Film heranzukommen. So gibt es "Teorema" in meiner Videothek nur in der italienischen Originalfassung mit französischen Untertiteln, also schwere Kost.

;)

Natürlich wolltest du mir nicht in die Quere kommen (war auch nicht verärgert darüber!), du hattest nur beinahe zum gleichen Zeitpunkt wie ich angefangen, an Pasolin zu denken- nur kam mir zusätzlich eben diese großartige Retrospektive hier in Nürnberg zur Hilfe. Es ist wie verhext: Irgendwie treffen wir uns permanent. "Türkische Früchte" wollte ich z. B. demnächst nach der DVD-Sichtung ebenfalls besprechen, ganz zu schweigen von Antonioni, "Inland Empire" oder "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert"!  ;)

Mal sehen, vielleicht werde ich mich bei dem ein oder anderen Film auch noch geschlagen geben und doch nichts schreiben, dann kannst du ja zugreifen. Außerdem bleiben ja immer noch "Accattone", "Mamma Roma", "RoGoPaG", "Medea", "Decamerone", "Tolldreiste Geschichten" und "Salò"!  :king:

Übrigens ist "Teorema" sicherlich auch im OmfU noch einiges wert- denn die wesentlichen Dinge spielen sich im Bild ab, der Film ist sehr wortkarg und erzählt visuell. Und wenn du dann meinen (vermutlich unterirdischen) Review gelesen hast sollte es keine Schwierigkeiten mit dem Verständnis der Handlung geben!  :scar:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 21 Juni 2007, 19:23:36
ZitatAber vielleicht haben mir auch die unterirdischen deutschen Synchronisationen den Spaß verdorben...
Kann nicht sein, da VnM und DuD eigentlich erstaundlich gut synchronisiert worden! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 21 Juni 2007, 19:34:40
Zitat von: Mr. Hankey am 21 Juni 2007, 19:23:36
Kann nicht sein, da VnM und DuD eigentlich erstaundlich gut synchronisiert worden! :D

Ich bin nun beileibe kein typischer O-Ton-Fetischist aber meiner bescheidenen Meinung nach muss man wirklich gute Synchronisationen - im Gegensatz zu den goldenen 60zigern und 70zigern-  heutzutage mit der Lupe suchen. Und diese quakende Gebrabbel in den deutschen Synchros zu "Dumm und dümmer" und "Verrückt nach Mary" ist ja wirklich kaum auszuhalten.  :icon_mad: Schöner Vergleich: Hör dir den amerikanischen und den deutschen Trailer zu "Deathproof" an...  :icon_rolleyes:
Wenn du wieder einmal eine richtig gute Synchro hören willst solltest du dich schnellstens in Kino in "Inland Empire" oder "Das Mädchen, das die Seiten umblättert" schwingen, sonst laufen sie bald nicht mehr!  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 22 Juni 2007, 02:56:00
ZitatUnd diese quakende Gebrabbel in den deutschen Synchros zu "Dumm und dümmer" und "Verrückt nach Mary" ist ja wirklich kaum auszuhalten
Du irrst! (wie so oft :icon_twisted: ;)) Gerade Jeff Daniels und vor allem Jim Carrey klingen IMO im Deutschen sehr genial. Jim Carreys Synchrosprecher gehört sowieso mit zu den Besten. Genauso wie ein Joachim Kerzel (Jack Nicholson), Manfred Lehmann (Bruce Willis) oder ein David Nathan (Jim Carrey)!

Zitatim Gegensatz zu den goldenen 60zigern und 70zigern-
Ist jetzt nicht Dein ernst oder? Du willst mir echt weiss machen, dass du diese, im Vergleich zu heute, manchmal wirklich miesen (!!!) und selbst für "Nur-Synchro-Kenner" kaum zu gebrauchenden Synchros, den meist sehr professionellen Synchros von heute vorziehst? Ich glaube, jetzt hast du langsam echt den Verstand verloren. :icon_eek: :nono:  :icon_twisted: ;)
Also ich bin ja bekanntlich ein sehr großer Verfechter von deutschen Synchros und würde auch nie bestreiten wollen, dass es auch in der Gegenwart noch einigen Mist in dieser Richtung gibt. Aber was im Vergleich zu heute gerade in diesen Jahrzehnten manchmal so abging, geht auf keine Kuhhaut!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Juni 2007, 04:48:28
Zitat von: Mr. Hankey am 22 Juni 2007, 02:56:00
Du irrst! (wie so oft :icon_twisted: ;)) Gerade Jeff Daniels und vor allem Jim Carrey klingen IMO im Deutschen sehr genial. Jim Carreys Synchrosprecher gehört sowieso mit zu den Besten. Genauso wie ein Joachim Kerzel (Jack Nicholson), Manfred Lehmann (Bruce Willis) oder ein David Nathan (Jim Carrey)!

Ich bleibe dabei: Die Synchros der beiden Filme sind sehr mäßig- obwohl die von dir genannten Sprecher sicherlich ausgezeichnet sind. Ich empfehle dir aber das Interview mit David Nathan auf der DVD von "Frankensteins Höllenmonster"- hier äußert Nathan selbst, das er die Qualität deutscher Synchronisationen in diesen Tagen den Boden erreichen sieht. Und er muss es mit seiner Erfahrung schließlich wissen- nicht umsonst hat man ihn gewählt, um einen nie deutsch veröffentlichten Frankenstein-Film nach 30 Jahren authentisch zu synchronisieren- und authentisch heißt in diesem Fall: gut. Kauf die DVD, der Film ist toll (9/10) und sieh ihn dir mit der deutschen Synchro an- diese wurde nämlich nicht künstlich auf "alt" getrimmt (abgesehen davon das sie nur in Mono vorliegt) sondern ist einfach, schlicht und ergreifend, unabdingbar, soviel besser als das was heute als Standard gilt. Anolis-Chef Ivo Scheloske hat von der "teuersten Synchro" gesprochen, die sie je anfertigen haben lassen

Was uns heute an Synchronisationen geboten wird ist einfach meist nurmehr unverschämt. Dein Argument (ungenaue Übersetzungen) ist sicherlich in Hinsicht auf ältere Synchros nicht von der Hand zu weisen, allerdings kann man schließlich bei Filmen, die auf keinen Fall in irgendeiner Weise im Dialog verfälscht werden dürfen, immer noch zum in 90 % der Fälle verfügbaren O-Ton (mit Untertiteln) greifen. Ich sehe mir neuere Filme (alles nach 1985) nach Möglichkeit fast immer im Original mit Untertiteln an da die schlechte Qualität der neuen Synchronisationen nicht zu ertragen ist und den Filmen ihre Lebendigkeit nimmt. Hör dir doch einmal die hervorragende Synchro von "Die Klavierspielerin" an und vergleiche mit dem was du sonst so im Kino und auf DVD hörst- dir fallen die Ohren ab! Warum? Weil hier noch- wie früher- echte Schauspieler am Mikrophon standen (Isabelle Huppert wird von Corinna Harfouch gesprochen).

Bis in die frühen 80ziger war eine Synchronisation meist immer noch eine eigene, kleine Theateraufführung- mit bekannten und großen Theater-, Film-, und Fernsehdarstellern. Jeder Sprecher trug seinen Teil zum Schauspiel des von ihnen vertonten Darstellers bei. Oft fällt es einem bei Synchronisationen aus gerade den 60ziger und 70ziger Jahren (davor ging es auch noch ein wenig hölzern zu) sehr leicht, zu vergessen das man nicht den Originalstimmen lauscht- so gut waren die Synchronisationen damals. Heute findet man das einfach nicht mehr- mögen die Übersetzungen heute genauer sein (was auch nur bedingt der Wahrheit entspricht- ich stelle im Vergleich zwischen Synchro und O-Ton auch bei neuen Filmen oft ernüchternde Unterschiede fest), die Qualität der Synchronisationen an sich hat drastisch abgenommen. Im direkten Vergleich: Früher sprachen Schauspieler Schauspieler, heute sprechen SPRECHER Schauspieler. Und das trifft auf DVD-Synchros ebenso zu wie auf große Blockbuster. Hinter diesen glatten, makellosen Stimmen spürt man einfach keine Seele mehr, es klingt alles steril, austauschbar (von den markanten Größen wie Manfred Lehmann, Wolfgang Völz oder eben David Nathan, die sich inzwischen eingebürgert haben, einmal abgesehen) und künstlich. Es gibt noch Charakterdarsteller, aber kaum noch Charaktersprecher- und das auch bei uns in Deutschland- wir sind schließlich sogar im Ausland für unseren hohen Synchronisations-Standard bekannt. Wo ist er nur hin?

Ich weiß, du ärgerst dich weil ich dir wieder einmal wiederspreche und suchst in meinen Zeilen vielleicht wieder nach Anti-Mainstream-Botschaften. Aber ich pauschalisiere hier gerne auch auf den Indie-Bereich, wo dann eben oft der Wille da ist, aber kein Geld. Eine gute Synchronisation lässt sich auch heute noch machen- nur kostet das eben dementsprechend mehr. Den Major-Studios ist es schnuppe, die haben ihre Stamm-Studios. Besonders postitiv überrascht war ich in letzter Zeit z. B. von den Synchros zu "Inland Empire", "Lemming", "Das Mädchen, das die Seiten umblättert", "Battle in heaven" und "Oldboy". Negativ überrascht von "Pan's Labyrinth", "Zodiac" und "Wie im Himmel". Und im direkten Vergleich mit dem Rest wird der Qualitätsunterschied schnell deutlich. Oder- um einmal einen naheliegenderen Vergleich heran zu ziehen - vergleiche einmal die Synchro von "Land of the dead" mit der von "Dawn of the dead" (dem Original).

Du hast die heutigen Synchros als professioneller bezeichnet- das möchte ich bestreiten (hier noch einmal der Verweis auf das erhellende David Nathan-Interview- man beachte seine Aussage warum er Jonny Depp in "Fluch der Karibik" NICHT gesprochen hat obwohl er sonst immer für ihn zuständig war). Denn Professionalität zeichnet sich nicht nur durch Sachlichkeit sondern auch durch Emotion, Ecken und Kanten an den richtigen Stellen und Souveränität aus. Wenn ich bei einem älteren Film Zweifel an der Originaltreue der Synchro habe und befürchte, das zuviel verfälscht wird (und solange wir keinen Extrem-Fall wie die Synchro zu dem originalen "Hills have eyes" vor uns haben...) dann greife ich gleich zum O-Ton, ansonsten ist eine Kino-Synchro aus den 60zigern oder den 70zigern einfach meist ein Genuss- was für Sprecher, was für Stimmen- hier geht der Leistung des Darstellers meist nichts oder nur wenig ihrer Intensität ab, weil der Sprecher "mitspielt" und nicht nur spricht. Damals bekamen die Sprecher vor der Synchronisation oft sogar noch den Film vorgeführt um sich in ihre Rolle einzufühlen- das wird heute nicht mehr gemacht!

Ich will dir deine Meinung nicht austreiben und das hier soll kein bloßer Protest gegen deine Aussage sein- mein langer Post (eigentlich wollte ich schlafen gehen!  :icon_mrgreen:) deutet hoffentlich an das mir das Thema sehr am Herzen liegt. Aber zumindest in diesem Fall hoffe ich, das du meine wohl unverschämte Bitte, deine Ansichten über Synchronisation und die Wertschätzung älterer Synchronisationen noch einmal zu überdenken, nicht wieder gleich in den Wind schlägst.  ;)

Möchte sich nicht noch jemand in die Diskussion einklinken? Eigentlich doch ein sehr interessantes und wichtiges Thema, oder?

PS: Du willst doch im übrigen bei Trash-Granaten wie den Spencer-Hill-Filmen oder den japanischen Monster-Film-Krachern sicherlich nicht die genialen, hemmungslos sinnentstellten Synchronisationen missen, oder?  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 22 Juni 2007, 14:14:00
Zitat von: Mr. Hankey am 22 Juni 2007, 02:56:00
oder ein David Nathan (Jim Carrey)!

Nathan spricht Carrey nicht. Sein Stammsprecher ist Stefan Fredrich.
Da hätte ich jetzt aber vom McKenzie eine Richtigstellung erwartet, immerhin scheint er sich ja auch ausführlicher mit Nathan beschäftigt zu haben. Wenn ihr hier schon diskutiert, müsst ihr auch kompetent rüberkommen.  :icon_mrgreen:

Klugschwätzender Scherz beiseite, wie wertvoll gerade so gute Sprecher wie Nathan sind (dass der Mann mit Bale, Depp und Fillion gleich dreien meiner Lieblingsakteure die Stimme leiht, ist schon beachtlich), wird einem heutzutage immer wieder bewusst, wenn einfach irgendwelche Promis ins Tonstudio gekarrt werden, nur um mit dem Namen punkten zu können.
Gerade im Trickfilmbereich ist das geradezu schmerzhaft. Schön, da werden die Tiere also im Original von Hollywoodgrößen gesprochen. Häufig wird sogar noch die Physiognomie des Charakters an den Sprecher angepasst (man denke nur an "Shark´s Tale" und seinen, wie Will Smith aussehenden Fisch). Warum wird dann hierzulande nicht naheliegenderweise der Stammsprecher dieses Schauspielers genommen? Nichts gegen Jan Josef Liefers, aber wenn der Löwe in "Madagascar" von Ben Stiller gesprochen wird, dann möchte ich Rohrbeck hören. Der sprach ja auch seinerzeit noch den Trailer ein, und schon sein "Lady, was haben Sie denn?" lässt erahnen, wie kongenial die Synchro hätte werden können.
Von daher glaube ich gar nicht mal, dass die Qualität der Synchronisation hierzulande so stark gelitten hat, lediglich ihre Möglichkeiten werden nicht in vollem Ausmaß genutzt, wenn wirtschaftliche Interessen dagegen steuern. Wenn zahlentechnisch erfassbar ist, dass manche Leute nur deshalb ins Kino gehen, weil Sarah Connor einen Roboter spricht, werden wir noch öfter mit "darstellerisch schwachen" Synchroleistungen leben müssen.

Zusatz 1: Und auch hier muss fairerweise differenziert werden, denn, um mal ein Beispiel zu nennen, hat Popsänger Ben in "Robots" den miesen Robo-Pförtner wirklich gut interpretiert. Allein die Tatsache, dass er auch mit einer schlechteren Leistung, nur aufgrund seines Namens, dabeigewesen wäre, stellt das Problem dar.

Zusatz 2: @McKenzie: Was genau hat Nathan denn zu seiner Nichtbeteiligung an den Piratenfilmen zu sagen?

Zusatz 3: Die verfälschenden Synchros der Spencer-Hill-Filme sind moderne Kunstwerke. Wie einem beim Anblick des Luftsaxophon übenden Bud Spencer in "Vier Fäuste gegen Rio" einfallen kann, Hill die Worte "Was du da an Blähungen ablässt, solltest du durch die Hose filtern lassen" in den Mund zu legen, wird mir auf ewig ein Rätsel sein. Vermutlich Drogen. Sehr gute Drogen.  :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Juni 2007, 20:32:54
Na ja, bei Trickfilmen ist das ganze eh jenseitig- da waren die Synchronisationen ja schon immer besonders mies oder genial (liegt im Auge des Betrachters  :icon_mrgreen:), da hat sich nicht allzu viel verändert außer das eben neuerdings die gesamte deutsche Fernseh-Prominenz ( :kotz:) den Kopf, respektive die Stimme herhalten muss.

Ich meinte wirklich ausdrücklich Spielfilmsynchronisation.

Ich habe einige wesentliche Aussagen des Interviews mit David Nathan auf der "Frankenstein and the monster from hell"-DVD transkripiert. Auf die Schnelle- wer Rechtschreibfehler findet darf sie verkochen.

Um es also mit den Worten von David Nathan, sicherlich nicht dem besten aber einem der besten und populärsten deutschen Synchronsprecher zu sagen:

Zu "Fluch der Karibik":

,,Ärgern einen solche Entscheidungen?"

Natürlich ärgert das einen zumal wir schon drei Tage dran gearbeitet hatten. Dieser Film war ja für den Disney-Konzern für die ich noch nicht viel gemacht habe und auch nicht unbedingt in Zukunft machen möchte... Aber es war eine angenehme Arbeit, es waren drei gute, normale Synchron-Tage, wir haben gearbeitet, ich habe es mir angehört und bin mittlerweile, glaube ich, lange genug um Geschäft um zu sagen: Das war eine gute Arbeit- so wie ich es mir vorstelle. Und dann weiß ich nicht was passiert ist- dann wurde wohl ein Vorabmischung gemacht oder irgend etwas und auf einmal hieß es ich sollte das alles noch einmal machen- ,,irgendwie" anders, irgendwie anders- so. Das sind dann so die Informationen die da kommen. Und da habe ich mich geweigert, das noch einmal zu machen. Weil es war bei den Aufnahmen auch wie üblich ein Supervisor vom Verleih anwesend, der das ganze überwacht, angeleitet und auch positiv abgesegnet hat, sich gefreut wie schön das doch geworden ist- und auf einmal ist dann alles nicht mehr so schön und ich soll dann alles noch mal und ,,irgendwie" anders machen. Ich hatte danach keine Lust mehr, es noch einmal zu machen.

Zu Synchronisation allgemein:

(...) Und inzwischen interessiert es die meisten Verleiher auch nicht mehr, ob ihr Star immer vom selben Sprecher synchronisiert wird- da spielt meist nur noch das wirtschaftliche mit und wenn jemandem meine Nase nicht gefällt, kann er sofort jemand anderen haben. (...)

David Nathan spricht Johnny Depp übrigens seit ,,Don Juan De Marco" fast durchgängig.


,,Wie würdest du den Zustand, das Niveau der Filmsynchronisation in Deutschland beurteilen?"

Ich würde sagen es ist auf dem Tiefpunkt, dem Tiefpunkt angelangt. Jetzt willst du wissen warum? Der Zeitdruck ist einfach so enorm groß, und der Gelddruck natürlich auch, das in immer kürzerer Zeit synchronisiert werden muss- das heißt, die Filme kommen hier an wenn sie noch nicht einmal fertig geschnitten sind in Amerika, weil die Kinostarts sich immer mehr angleichen und der Preiskampf zwischen den Firmen ist extrem, die zahlen also auch zu wenn's ein toller Film ist, bloß damit sie sagen können, sie haben ihn gemacht, und das ist alles für die Qualität furchtbar- weil es Zeit braucht, sich in eine Rolle rein zu finden, jemand da sein muss der einem eine Haltung erklärt- man muss es ja dann doch spielen, auch wenn man kein Schauspieler ist – man sollte ja eigentlich einer sein – aber man muss es ja spielen. Und da wird einem die Möglichkeit genommen und dadurch klingt das alles so ,,soßig", so aneinander vorbei geredet. Ich hör mir das nicht mehr gerne an. Auch Freunde von mir, Schauspieler die in Film und Theater auch mit ihrem Gesicht präsent sind, haben mir immer gesagt: ,,Was ihr da macht, die Synchronisation, das ist toll und wichtig. Wir möchten die Filme deutsch sehen, wenn wir ins Kino gehen und wenn das gut gemacht ist, ist das toll". Diese Leute sagen mir inzwischen immer öfter ,,Was macht ihr denn da bloß? Das ist ja furchtbar. Ich kann nicht mehr ins Kino gehen- weil die Leute nicht einmal mehr miteinander reden- (Anmerkung: Früher waren Synchronsprecher auch noch gemeinsam im Studio, es herrschte also ein Dialog. Heute spricht meist jeder für sich...) das ist einfach alles nur noch eine Soße."

(...) Aber man kann das auch gar nicht mehr vergleichen- damals hatten wir viel mehr Zeit, ja- auch viel mehr Liebe rein gesteckt in diese Arbeit- das ist heute so Fließband-Akkord-mäßig das man nicht wirklich sagen kann: Wir sind die neue Generation. Wir sind so austauschbar. Beliebig ist es eigentlich geworden, ja. (...)

(...) Es sind meist nur sehr wenige Synchronfirmen- meist die, die ein wenig familiärer geleitet werden, die kleineren- die dann auch dem Sprecher mal eine Karte für die Premiere des Films schicken. (...)


Und noch einige Statements aus dem Interview mit Synchron- und Theater-Veteran Friedrich Schoenfelder der ebenfalls in "Frankenstein and the monster from hell" (auf der DVD ist auch ein Interview mit ihm enthalten) wie in alten Tagen Peter Cushing spricht:

,,Ich weiß nicht ob das alle Synchronisateure" noch machen- aber man muss die Rolle ja mitspielen, das können vielleicht auch nicht alle. Es gibt zwar viele Sprecher, die sprechen alles wunderbar synchron, lippengenau, aber herzlose, seelenlos.

(...) Die besten Synchronisateure waren auch immer die, die die besten Schauspieler waren. (...)  Früher haben eben richtig gute Schauspieler auch richtig gut synchronisiert... Das hat ein bisschen nachgelassen. Woher das kommt weiß ich auch nicht so genau (Anmerkung: Schoenfelder hat sich schon Ende der 90ziger weitgehend aus dem Geschäft zurückgezogen). Es ist in erster Linie sicherlich auch eine Spar-Maßnahme.

:icon_rolleyes:

Die beiden haben vollkommen recht- es war sehr beruhigend für mich, diesen Beiden zu lauschen- weil ich feststellen konnte das die Sprecher vom heutigen Synchronisationsstandard ebenso wenig überzeugt sind wie ich als Zuhörer.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 22 Juni 2007, 22:05:34

Danke für die prompte Antwort.

Das ist sie natürlich, die Kehrseite der immer wieder begrüßten Beschleunigung bei den Kinostarts. Wo man sich früher noch mit dem fertigen Film hingesetzt und ein ordentliches Dialogbuch verfasst hat, müssen heutzutage permanenter Umschneiderei unterworfene Segmente vertont werden. Dass dabei die Qualität leidet, ist ja klar.
Nur können wir auch nicht mehr tun, als diese Veränderungen zu registrieren und zu beklagen, denn es ist ja absehbar, dass sich an diesen Umständen so bald nichts ändern wird.
Um auf einer positiven Note zu enden: Angesichts des Zeitdrucks fast schon parallel erfolgender Kinostarts sprechen die Ergebnisse immer noch für die Professionalität hiesiger Synchronstudios. Wir sind in Deutschland in dieser Hinsicht halt auch unglaublich verwöhnt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 23 Juni 2007, 00:07:26
ZitatNathan spricht Carrey nicht
Ich Dussel! Wollte ja auch Johnny Depp schreiben und nicht Jim Carrey! :wallbash: :wallbash:

Zu McKenzie sag ich aber nur: Wenn du meinst...! ;) Manches hat durchaus Hand und Fuss, aber ich bleibe dabei, dass heutzutage die Synchros in aller Regel WEIT(!!!) besser sind als früher und manches in deinem Text für mich fast schon wie eine Farce klingt! :icon_lol: ;)

Aber wie heißt es immer so schön: Meinungen sind wie A****löcher, jeder hat eins! ;)

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 23 Juni 2007, 15:11:43
Zitat von: Mr. Hankey am 23 Juni 2007, 00:07:26
Ich Dussel! Wollte ja auch Johnny Depp schreiben und nicht Jim Carrey! :wallbash: :wallbash:

Zu McKenzie sag ich aber nur: Wenn du meinst...! ;) Manches hat durchaus Hand und Fuss, aber ich bleibe dabei, dass heutzutage die Synchros in aller Regel WEIT(!!!) besser sind als früher und manches in deinem Text für mich fast schon wie eine Farce klingt! :icon_lol: ;)

Aber wie heißt es immer so schön: Meinungen sind wie A****löcher, jeder hat eins! ;)

Weichst du mir etwa aus?  :icon_twisted: :icon_cool: Ist das der ganze Dank für zwei Monster-Postings und Mühen meinerseits?  :anime: :icon_mrgreen:

Und dabei war meine Argumentation doch überzeugender denn je...

Aber ist sicherlich auch Gewöhnungssache- als Kind habe ich fast nur alte Filme gesehen und mit den aktuellen erst mit 13, 14 begonnen- das war natürlich ein Synchro-Schock.  :icon_eek:


Vor der Veröffentlichung meines reichlichen misslungenen Reviews zu "Teorema" eine kleine Exkursion in das Reich eines meiner größten Regie-Götter den ich bislang kaum gewürdigt habe- Alfred Hitchcock. Nachdem ich sehr lange keinen seiner Film mehr sah weiß ich inzwischen auch warum ich - abgesehen von einem üblen Review zu "Rebecca"- noch nichts zu Hitchcock geschrieben habe.

Wie üblich habe ich mir einen eher unbekannten Film ausgesucht und musste gerade mit Entsetzen feststellen, das Vince bereits einen Review verfasst hat. Ich hoffe, das ich die Feuerprobe bestehe!  ;)

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=7720&rid=249622
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 23 Juni 2007, 17:12:08
Zitat von: McKenzie am 23 Juni 2007, 15:11:43
Wie üblich habe ich mir einen eher unbekannten Film ausgesucht und musste gerade mit Entsetzen feststellen, das Vince bereits einen Review verfasst hat. Ich hoffe, das ich die Feuerprobe bestehe!  ;)

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=7720&rid=249622

Ich kann mich nicht beklagen. Ergänzt meine Punkte sehr schön, ohne zwangsläufig eine allzu stark abweichende Position einzunehmen. Bei Hitchcock geht es mir auch gar nicht so viel anders wie dir; also ich finde die großen Erfolge schon über weite Strecken unheimlich faszinierend, aber die persönlichen Lieblinge finde ich auch eher in den unbekannteren Werken wieder. Bei mir unter anderem auch "Marnie" oder "Eine Dame verschwindet" oder "Bei Anruf Mord". Aber letztendlich fast alles, was der Mann gedreht hat, obwohl sich in seinem Spätwerk einige Filme befinden, zu denen ich keinen Zugang gefunden habe ("Der zerrissene Vorhang", "Familiengrab", "Topas").
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 23 Juni 2007, 18:41:47
Zitatals Kind habe ich fast nur alte Filme gesehen
Jetzt ist auch klar woher deine übertriebene Antisympathie zu (einem Großteil vom) neueren Filmen herstammt. ;) Ob man deinen Eltern dafür danken oder sie deswegen an den Pranger stellen sollte, könnte man nun natürlich noch durchdiskutieren, aber das führt dann vielleicht doch zu weit. ;) ;)

Deshalb zurück zum Thema: Mit Hitchcock haben wir anscheinend eine Gemeinsamkeit gefunden. Eine DER Regie-Meister überhaupt, der auch von mir bisher kaum gewürdigt wurde! :icon_confused:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 24 Juni 2007, 06:27:22
Zitat von: Vince am 23 Juni 2007, 17:12:08
Ich kann mich nicht beklagen. Ergänzt meine Punkte sehr schön, ohne zwangsläufig eine allzu stark abweichende Position einzunehmen. Bei Hitchcock geht es mir auch gar nicht so viel anders wie dir; also ich finde die großen Erfolge schon über weite Strecken unheimlich faszinierend, aber die persönlichen Lieblinge finde ich auch eher in den unbekannteren Werken wieder. Bei mir unter anderem auch "Marnie" oder "Eine Dame verschwindet" oder "Bei Anruf Mord". Aber letztendlich fast alles, was der Mann gedreht hat, obwohl sich in seinem Spätwerk einige Filme befinden, zu denen ich keinen Zugang gefunden habe ("Der zerrissene Vorhang", "Familiengrab", "Topas").

Dann bin ich ja erleichtert!  :icon_lol:
Aber wie kommst du denn darauf das "Bei Anruf Mord" zu den unbekannteren Hitchcocks gehört? Gilt doch eigentlich als einer der Klassiker schlechthin (ich mag ihn nicht so besonders...). Und zu "Der zerrissene Vorhang" und "Familiengrab" werde ich beizeiten auch noch einige Zeilen schreiben- ebenfalls zwei unterschätzte Filme. Besonders ersteren liebe ich sehr und kann nicht verstehen, warum selbst gestandene Kritiker ihn nicht sonderlich wertschätzen. Ich hoffe übrigens noch auf eine Kritik zu "Marnie" von dir- mein "Entsetzen" darfst du natürlich als Kompliment an dich auffassen (dazu vielleicht demnächst mehr in deinem Thread)  :icon_cool:

Zitat von: Mr. Hankey am 23 Juni 2007, 18:41:47
Jetzt ist auch klar woher deine übertriebene Antisympathie zu (einem Großteil vom) neueren Filmen herstammt. ;)

Ach- das war mir noch gar nicht bekannt! Dabei gibt es doch soviele großartige NEUE Filme... so VIELE! Nur im Multiplex eher selten. Aber ich nehme an dass das eh nur ein Scherz war!  :icon_confused:

Zitat von: Mr. Hankey am 23 Juni 2007, 18:41:47
Deshalb zurück zum Thema: Mit Hitchcock haben wir anscheinend eine Gemeinsamkeit gefunden. Eine DER Regie-Meister überhaupt, der auch von mir bisher kaum gewürdigt wurde! :icon_confused:

Frieden?  :love: :icon_mrgreen:
Ich wünsche mir von dir eine Kritik zu "Immer Ärger mit Harry"!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 24 Juni 2007, 12:23:09
ZitatAber ich nehme an dass das eh nur ein Scherz war!
Ich auch! ;)

ZitatIch wünsche mir von dir eine Kritik zu "Immer Ärger mit Harry"!
Den habe ich bisher erst ein einziges Mal gesehen und das ist schon Jahre her. :icon_confused: Dürfte also noch ein wenig dauern, bevor ich gerade diesen Film bespreche! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 24 Juni 2007, 14:35:51
Zitat von: Mr. Hankey am 24 Juni 2007, 12:23:09
Den habe ich bisher erst ein einziges Mal gesehen und das ist schon Jahre her. :icon_confused: Dürfte also noch ein wenig dauern, bevor ich gerade diesen Film bespreche! ;)

Mir kam er sofort in den Sinn, als du in unseren Hitchcock-Lobgesang eingestimmt hast. Ein Film, wie ihn Hankey besprechen sollte!  :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 24 Juni 2007, 17:08:55
Zitat von: McKenzie am 24 Juni 2007, 06:27:22
Aber wie kommst du denn darauf das "Bei Anruf Mord" zu den unbekannteren Hitchcocks gehört?

Stimmt, war ein bisschen übertrieben... bei den "großen Klassikern" denke ich aber halt eher an die Vögel, an Psycho, den Unsichtbaren Dritten und Vertigo. "Bei Anruf Mord" ist dann so quasi die zweite Schicht. ;)

Und du hast Recht, zum Hankey würde "Immer Ärger mit Harry" irgendwie am besten passen. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Stefan M am 24 Juni 2007, 19:09:56
Wo über Hitchcock gesprochen wird, da bin ich nicht weit.  :icon_mrgreen:

Eine wirklich gute Kritik, die du verfaßt hast. Hitchcocks relativ unbekannte Filme kommen in der Ofdb viel zu kurz, da ist es schön zu sehen, wenn sich jemand - und dann auch noch in sprachlich einwandfreier Form - die Mühe macht, diese Lücken zu schließen. Ich habe "Ich beichte" leider seit Jahren nicht mehr gesehen, das wird aber sicherlich in den nächsten Wochen nachgeholt, deine Kritik macht ja richtiggehend Appetit darauf.

Zum Film selbst: Seltsamerweise ist mir die bierernste Inszenierung ohne den leisesten Anflug von Humor in diesem Fall eher negativ in Erinnerung (seltsam deshalb, weil mich das etwa in "Der falsche Mann" bisher nicht im Geringsten gestört hat). Darüber hinaus konnte ich den Brocken, daß Clift, obwohl unter Mordverdacht stehend, trotzdem bis zum Ende schweigt und die ihm anvertraute Beichte für sich behält, nie wirklich schlucken. Ich hab's versucht, aber es ging nicht.

Würde mich übrigens sehr freuen, wenn einer von euch beiden, McKenzie oder Vince, sich oder gern auch ihr beide euch "Marnie" vorknöpfen könnte/t. Mein Senf dazu ist nämlich alles andere als gelungen und gerade diese unbegreiflicherweise verkannte Perle hat positive Resonanz mehr als verdient, denn selten hat Hitchcock in seiner Karriere eine mich emotional berührendere Geschichte auf die Leinwand gebannt, großartig unterstützt durch Herrmanns Musik. Ich fühlte mich mit der Meinung immer recht allein, schön, daß ich in euch zwei Verbündete gefunden habe.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Juni 2007, 00:04:16
Pasolini Vol. 3:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=3879&rid=249917

"Teorema" ist, wie erwähnt, der neueste Eingang in meinen Top 25. Warum die Kritik so misslungen, trocken und dann noch so selbstzweckhaft mit Bibel-Zitaten angereichert ist? Ich weiß es selbst nicht so recht...  :icon_confused:
Ich hoffe aber, das vielleicht doch der eine oder andere neugierig auf den Film wird- das ist auch der einzige Grund warum ich den Text doch noch veröffentlicht habe.

Zitat von: Stefan M am 24 Juni 2007, 19:09:56
Eine wirklich gute Kritik, die du verfaßt hast. Hitchcocks relativ unbekannte Filme kommen in der Ofdb viel zu kurz, da ist es schön zu sehen, wenn sich jemand - und dann auch noch in sprachlich einwandfreier Form - die Mühe macht, diese Lücken zu schließen. Ich habe "Ich beichte" leider seit Jahren nicht mehr gesehen, das wird aber sicherlich in den nächsten Wochen nachgeholt, deine Kritik macht ja richtiggehend Appetit darauf.

Mille Grazie!  :icon_redface: Freut mich, das von einem Hitchcock-Fan zu hören!

Zitat von: Stefan M am 24 Juni 2007, 19:09:56
Zum Film selbst: Seltsamerweise ist mir die bierernste Inszenierung ohne den leisesten Anflug von Humor in diesem Fall eher negativ in Erinnerung (seltsam deshalb, weil mich das etwa in "Der falsche Mann" bisher nicht im Geringsten gestört hat). Darüber hinaus konnte ich den Brocken, daß Clift, obwohl unter Mordverdacht stehend, trotzdem bis zum Ende schweigt und die ihm anvertraute Beichte für sich behält, nie wirklich schlucken. Ich hab's versucht, aber es ging nicht.

Obwohl ich in der Kritik nicht darauf eingegangen bin: So humorlos ist der Film imo doch eigentlich gar nicht. Er hat zwar weniger Witz als die meisten anderen Hichcocks- wenn man an den makabren "Strangers on a train" vorher und den sehr spritzigen "Das Fenster zum Hof" nachher denkt ist der Kontras natürlich hart. Aber hier und da schwingt schon ein ironischer Unterton mit, beispielsweise in den Rückblenden von Ruth die Hitchcock ja als formvollendeten Schulmädchen-Tagtraum inszeniert oder in der Szene, in der O. E. Hasse zu den Polizisten meint, die reflexive Angst vor Polizisten wäre eine "typisch deutsche" Eigenschaft!   :icon_lol:

Zitat von: Stefan M am 24 Juni 2007, 19:09:56
Würde mich übrigens sehr freuen, wenn einer von euch beiden, McKenzie oder Vince, sich oder gern auch ihr beide euch "Marnie" vorknöpfen könnte/t. Mein Senf dazu ist nämlich alles andere als gelungen und gerade diese unbegreiflicherweise verkannte Perle hat positive Resonanz mehr als verdient, denn selten hat Hitchcock in seiner Karriere eine mich emotional berührendere Geschichte auf die Leinwand gebannt, großartig unterstützt durch Herrmanns Musik. Ich fühlte mich mit der Meinung immer recht allein, schön, daß ich in euch zwei Verbündete gefunden habe.  ;)

Oh je- lies mal die von mir gerade verlinkte Kritik- so ähnlich desaströs würde das ganze bei "Marnie" auch enden- ich würde mich mit diesem im positiven Sinn überladenen Film wohl leicht überfordert fühlen (jetzt zumindest, man wächst schließlich immer mehr). Deine Kritik habe ich gerade gelesen- nun, sie motiviert mich auch wieder, da ich mich in einigen Punkten sicherlich mit dir überwerfen würde- z. B. Tippi Hedrens darstellerische Leistung (Wer eine Person mit Fassade spielt, darf die Fassade zum Stilmittel erheben!  :icon_lol:) . Und natürlich ist es bei diesem Film unerlässlich, den "psychosexuellen" Faktor viel deutlicher herauszustellen. Aber genau das ist eben auch der Grund warum ich bisher gekniffen habe... Also bleibt es bei Vince (der dem Film aber tatsächlich NUR 8 Punkte verliehen hat!!!)  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 25 Juni 2007, 00:38:40
Zitat von: McKenzie am 25 Juni 2007, 00:04:16
Also bleibt es bei Vince
Vielleicht irgendwann mal. Vorerst will ich mich, wenn ich denn mal wieder eine Hitchcock-Phase habe, lieber den unbekannten Werken widmen wie "Sir John greift ein" oder "Verdacht". Aber irgendwann krieg ich eh wieder diesen komischen Tick, unbedingt alle Hitchcock-Filme besprechen zu wollen...

Zitat(der dem Film aber tatsächlich NUR 8 Punkte verliehen hat!!!)  ;)
Tatsächlich... nun, ich bin sicher, ich meinte wenigstens eine 8,5. ;)
9/10 ginge meiner Erinnerung nach aber auch klar. Beim nächsten Mal werd ich mich noch mal mit der Note auseinandersetzen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Juni 2007, 00:44:14
Zitat von: Vince am 25 Juni 2007, 00:38:40
Vielleicht irgendwann mal. Vorerst will ich mich, wenn ich denn mal wieder eine Hitchcock-Phase habe, lieber den unbekannten Werken widmen wie "Sir John greift ein"

Wir treffen uns vermutlich bald wieder- die DVD liegt griffbereit!^^
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Red Shadow am 25 Juni 2007, 16:57:24
Ich kann mir gut vorstellen, welchen Gefühlsrausch du nach „Zodiac“ erlebt hast :pidu: :icon_mrgreen:. Die Gelegenheit zur großen Abrechnung mit „Sieben“ und „Fight Club“ war nun gegeben. Der Eindruck schwingt zumindest im Hintergrund mit, wenn man deine Kritik liest. Verstehe mich nicht falsch, vieles ist absolut zutreffend, was du schreibst, aber phasenweise wirkt dein  Review, wie ein schadenfreudiger Erguss. Allerdings kennen wir ja mittlerweile deine revolutionäre Haltung gegen das Konventionelle :icon_lol:. Meiner Meinung nach haben sowohl „Zodiac“ als auch „Se7en“ eine Daseinsberechtigung. Im Grunde bleibt aber durchaus ein positiver Eindruck in Erinnerung ;).
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Juni 2007, 18:38:59
@ red shadow:

Ja, ich gebe es zu... ein klein wenig... Schon bei Verlassen des Kinos (und ich habe dem paradoxen Trend entgegengewirkt und ihn auf 35mm statt digital angesehen!  :icon_lol:) war mir klar, das ich meine Kritik mit einem kritischen Blick in die Finchersche Vergangenheit beginnen würde.

Allerdings würde ich mit "Sieben" gar nicht so hart zu Gericht gehen- NOCH hat er 7 Punkte (ich hatte mich geirrt). Nur- wer braucht noch "Sieben" nachdem alle Stärken des Films in "Zodiac" in zehnfacher Konzentration vertreten sind?  ;)

Meine wirklich große, schadenfrohe Anti-Hollywood-Feier erwartet euch ohnehin noch in Form von Reviews zu den superben Terrence Malick-Filmen "Der schmale Grat" und "The new world"!  :icon_twisted:  :algo:


An der Review-Front nach "Teorema" nun wieder einmal leichtere Kost- japanischer Episoden-Horror mit einer großen Höhe und zwei Tiefen, rund um "unheilige Frauen":

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=112243&rid=249944


@ Copfkiller:

Ich habe mich für "Verrückt nach Mary" entschieden.  :king: Und du?

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Red Shadow am 25 Juni 2007, 19:40:25
Zitat von: McKenzie am 25 Juni 2007, 18:38:59
@ red shadow:

Ja, ich gebe es zu... ein klein wenig... Schon bei Verlassen des Kinos (und ich habe dem paradoxen Trend entgegengewirkt und ihn auf 35mm statt digital angesehen!  :icon_lol:) war mir klar, das ich meine Kritik mit einem kritischen Blick in die Finchersche Vergangenheit beginnen würde.

Allerdings würde ich mit "Sieben" gar nicht so hart zu Gericht gehen- NOCH hat er 7 Punkte (ich hatte mich geirrt). Nur- wer braucht noch "Sieben" nachdem alle Stärken des Films in "Zodiac" in zehnfacher Konzentration vertreten sind?  ;)

Meine wirklich große, schadenfrohe Anti-Hollywood-Feier erwartet euch ohnehin noch in Form von Reviews zu den superben Terrence Malick-Filmen "Der schmale Grat" und "The new world"!  :icon_twisted:  :algo:


Auf der Review-Front nach "Teorema" nun wieder einmal leichtere Kost- japanischer Episoden-Horror mit einer großen Höhe und zwei Tiefen, rund um "unheilige Frauen":

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=112243&rid=249944


@ Copfkiller:

Ich habe mich für "Verrückt nach Mary" entschieden.  :king: Und du?



Immerhin widersprichst du mir nicht und stehst zu deiner revolutionären Schadenfreude :icon_mrgreen:.

Die Begeisterung für Malicks Werke teile ich sogar :icon_eek:, vor allem der bildgewaltige „The New World“ hat es mir angetan. Na ja, warten wir einmal ab, was frühestens in fünf Jahren folgen wird :andy: :icon_lol:. 
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Stefan M am 25 Juni 2007, 20:25:52
Zitat von: McKenzie am 25 Juni 2007, 00:04:16
Obwohl ich in der Kritik nicht darauf eingegangen bin: So humorlos ist der Film imo doch eigentlich gar nicht. Er hat zwar weniger Witz als die meisten anderen Hichcocks- wenn man an den makabren "Strangers on a train" vorher und den sehr spritzigen "Das Fenster zum Hof" nachher denkt ist der Kontras natürlich hart. Aber hier und da schwingt schon ein ironischer Unterton mit, beispielsweise in den Rückblenden von Ruth die Hitchcock ja als formvollendeten Schulmädchen-Tagtraum inszeniert oder in der Szene, in der O. E. Hasse zu den Polizisten meint, die reflexive Angst vor Polizisten wäre eine "typisch deutsche" Eigenschaft!   :icon_lol:

Wie gesagt: Ich muß den Film mal wieder sehen, um richtig mitreden zu können. Daß er aber zu seinen düstersten gehört, soweit gehst du mit, oder?  ;) 

ZitatOh je- lies mal die von mir gerade verlinkte Kritik- so ähnlich desaströs würde das ganze bei "Marnie" auch enden- ich würde mich mit diesem im positiven Sinn überladenen Film wohl leicht überfordert fühlen (jetzt zumindest, man wächst schließlich immer mehr).

Egal - mach trotzdem!  :icon_twisted:

ZitatDeine Kritik habe ich gerade gelesen- nun, sie motiviert mich auch wieder, da ich mich in einigen Punkten sicherlich mit dir überwerfen würde- z. B. Tippi Hedrens darstellerische Leistung (Wer eine Person mit Fassade spielt, darf die Fassade zum Stilmittel erheben!  :icon_lol:).

Nun ja, überwerfen würdest du dich sicherlich nicht mit mir, weil ich Tippi Hedrens Leistung eigentlich bei weitem nicht so negativ sehe, wie es in der Kritik den Eindruck macht. Da habe ich mich zugegebenermaßen zu sehr auf diesen Punkt versteift. Sagen wir's mal so: Ich war nicht so ganz überzeugt von ihr, enttäuscht bin ich nicht.   

ZitatUnd natürlich ist es bei diesem Film unerlässlich, den "psychosexuellen" Faktor viel deutlicher herauszustellen. Aber genau das ist eben auch der Grund warum ich bisher gekniffen habe...

Da geht es mir wie dir. Ich täte mich heutzutage viel schwerer damit, eine Kritik zu "Marnie" zu verfassen als früher, weil die Ansprüche, die ich an mich stelle, von Review zu Review steigen. Damals bin ich noch eher unbedarft an die Sache rangegangen, so nach dem Motto: "Dieser Film muß gewürdigt werden, egal wie." Und weil ich mich eben nicht in die Nesseln setzen möchte, kratze ich bei vielen Filmen nur an der Oberfläche, anstatt in die Tiefe einzutauchen und eine 1A-Interpretation hervorzukramen, wie es wahrscheinlich - gerade bei einem Film wie "Marnie" oder auch "Vertigo" - angebrachter wäre. Das hat sich bis heute nicht geändert. 

Ach, bitte erlaube mir noch einen kleinen Faktor anzusprechen, der mich gerne stört, wenn ich deine Besprechungen lese, und zwar meine ich diese Bindestriche, die du direkt ans Wort klatscht, ohne eine Leerstelle zu lassen. (Vielleicht habe aber auch einfach zu viele Lektoratsarbeiten erledigt, um das ignorieren zu können.  ;))

Zitat von: Vince am 25 Juni 2007, 00:38:40
Tatsächlich... nun, ich bin sicher, ich meinte wenigstens eine 8,5. ;)

Pah, und 'ne 8,5 ist aufgerundet ganz klar eine 9/10. Sofort ändern, zack, zack. - Ihr immer mit euren Halbnoten, tststs...  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 25 Juni 2007, 21:29:20
Zitat von: red shadow am 25 Juni 2007, 19:40:25
Die Begeisterung für Malicks Werke teile ich sogar :icon_eek:, vor allem der bildgewaltige ,,The New World" hat es mir angetan. Na ja, warten wir einmal ab, was frühestens in fünf Jahren folgen wird :andy: :icon_lol:. 

Für 2009 ist ein neues Projekt angekündigt- kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat, kommt BUDGET!  :icon_sad: :andy:

Wie schön das du mit mir übereinstimmst- jetzt erinnere ich mich auch an deine lobende Kritik zu "The new world" der ja mit teilweise unmöglichen Kommentaren belegt ist und daher unbedingt Rückendeckung braucht!  ;)

Zitat von: Stefan M am 25 Juni 2007, 20:25:52
Wie gesagt: Ich muß den Film mal wieder sehen, um richtig mitreden zu können. Daß er aber zu seinen düstersten gehört, soweit gehst du mit, oder?  ;) 

Doch, soweit schon. Allerdings immer noch ein Wonneproppen im Vergleich zu "Spellbound", "Der falsche Mann" oder "Der Mieter".

Zitat von: Stefan M am 25 Juni 2007, 20:25:52
Egal - mach trotzdem!  :icon_twisted:

Masochist! Du weißt nicht, was du da heraufbeschwörst!  :icon_mrgreen: Aber "Marnie" steht natürlich auf meiner Liste der schriftlich abzuarbeitenden Filme, von daher ist es nur noch eine Frage von Jahren...

Zitat von: Stefan M am 25 Juni 2007, 20:25:52
Da geht es mir wie dir. Ich täte mich heutzutage viel schwerer damit, eine Kritik zu "Marnie" zu verfassen als früher, weil die Ansprüche, die ich an mich stelle, von Review zu Review steigen. Damals bin ich noch eher unbedarft an die Sache rangegangen, so nach dem Motto: "Dieser Film muß gewürdigt werden, egal wie." Und weil ich mich eben nicht in die Nesseln setzen möchte, kratze ich bei vielen Filmen nur an der Oberfläche, anstatt in die Tiefe einzutauchen und eine 1A-Interpretation hervorzukramen, wie es wahrscheinlich - gerade bei einem Film wie "Marnie" oder auch "Vertigo" - angebrachter wäre. Das hat sich bis heute nicht geändert. 

Scheint wohl jedem so zu gehen. Ich schwebe schon in panischer Angst, das jemand die Liste meiner Reviews eine Seite weiterblättern könnte!  :icon_redface: Man ist eben doch Perfektionist. Bei anspruchsvollen Filmen halte ich es daher immer so: Lieber gar nicht als schlecht gewürdigt (Deswegen spiele ich auch schon wieder mit dem Gedanken, meinen vorletzten Review löschen zu lassen). Und damit fährt man eigentlich ganz gut- wenn ich mir ein Review zu meinem persönlichen Gral "Spiel mir das Lied vom Tod" vorstelle, packt mich das Grausen - dafür müssen wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Aber letztlich ist das wichtigste: Einfach probieren und wagen. Es kann nur besser werden!  :icon_lol: (Sprach der einstige Horror- und Western-Fan, der inzwischen gerne ins Arthaus-Kino geht!  :pidu:)


Zitat von: Stefan M am 25 Juni 2007, 20:25:52
Ach, bitte erlaube mir noch einen kleinen Faktor anzusprechen, der mich gerne stört, wenn ich deine Besprechungen lese, und zwar meine ich diese Bindestriche, die du direkt ans Wort klatscht, ohne eine Leerstelle zu lassen. (Vielleicht habe aber auch einfach zu viele Lektoratsarbeiten erledigt, um das ignorieren zu können.  ;))

Ist mir unendlich lange nicht aufgefallen (ich hielt es immer für richtig...) bis mich ein Freund darauf angesprochen hat. Seither versuche ich, es mir abzugewöhnen und Bindestriche zwischen ZWEI Leerstellen zu setzen- ich bin guter Dinge, diese Unart bis Ende des Jahres ausgemerzt zu haben! Aber ich werde mir gleich meine letzten drei Reviews vorknöpfen- offenbar ist es mir dort noch einmal passiert. :icon_cool:

Danke für den Hinweis übrigens! Manche Leser trauen sich das immer nicht was dann für beide Seiten ärgerlich ist...  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 26 Juni 2007, 13:42:26
Zitat von: McKenzie am 25 Juni 2007, 21:29:20
Scheint wohl jedem so zu gehen. Ich schwebe schon in panischer Angst, das jemand die Liste meiner Reviews eine Seite weiterblättern könnte!  :icon_redface: Man ist eben doch Perfektionist. Bei anspruchsvollen Filmen halte ich es daher immer so: Lieber gar nicht als schlecht gewürdigt (Deswegen spiele ich auch schon wieder mit dem Gedanken, meinen vorletzten Review löschen zu lassen). Und damit fährt man eigentlich ganz gut- wenn ich mir ein Review zu meinem persönlichen Gral "Spiel mir das Lied vom Tod" vorstelle, packt mich das Grausen - dafür müssen wohl noch einige Jahre ins Land gehen.

Wider Willen geht's mir leider auch so, aber eigentlich bin ich dafür, dass man einfach mal macht und sich nicht immer selbst so unter Druck setzt. Das ist ja schrecklich. ;)
Vince, der steil auf die magische 500 zugeht und sich nicht entscheiden kann, welcher Film dieser Zahl gebührt und wie zum Teufel er etwas Besonderes daraus machen soll... deswegen hab ich mir auch schon überlegt, die 500 gar nicht groß zu würdigen, um erst bei der 1000 wieder Bammel zu kriegen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 26 Juni 2007, 13:52:06
Zitat von: Vince am 26 Juni 2007, 13:42:26
Vince, der steil auf die magische 500 zugeht und sich nicht entscheiden kann, welcher Film dieser Zahl gebührt und wie zum Teufel er etwas Besonderes daraus machen soll... deswegen hab ich mir auch schon überlegt, die 500 gar nicht groß zu würdigen, um erst bei der 1000 wieder Bammel zu kriegen.

Eben, angesichts der Tatsache, dass ein jeder sich immer 'nen Kopf bezüglich seiner Jubiläumsreviews zu machen scheint (exkl. mir :icon_mrgreen:), wäre es doch freilich schon etwas 'Besonderes', einfach keinen besonderen Film zum 500. auszuwählen, sondern gewohnt nach Tagesordnung voranzuschreiten. So ganz rebel-like. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 26 Juni 2007, 20:07:22
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 26 Juni 2007, 13:52:06
Eben, angesichts der Tatsache, dass ein jeder sich immer 'nen Kopf bezüglich seiner Jubiläumsreviews zu machen scheint (exkl. mir :icon_mrgreen:), wäre es doch freilich schon etwas 'Besonderes', einfach keinen besonderen Film zum 500. auszuwählen, sondern gewohnt nach Tagesordnung voranzuschreiten. So ganz rebel-like. ;)

:respekt:

Ich plane derzeit aus Spaß am reimen eine Kritik in Versform- und habe dafür ausgerechnet und ganz bewusst einen schmierigen kleinen Sexploitation-Film und nichts "hochwertiges" gewählt.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 26 Juni 2007, 20:17:04
Zitat von: McKenzie am 26 Juni 2007, 20:07:22
Ich plane derzeit aus Spaß am reimen eine Kritik in Versform- und habe dafür ausgerechnet und ganz bewusst einen schmierigen kleinen Sexploitation-Film und nichts "hochwertiges" gewählt.  :icon_mrgreen:

Oha, das klingt nach Abteilung für Experimente - einmal an Vince wenden, bitte. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 26 Juni 2007, 23:36:34
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 26 Juni 2007, 20:17:04
Oha, das klingt nach Abteilung für Experimente - einmal an Vince wenden, bitte. :icon_mrgreen:
Pourquoi? Gelte ich als experimentierfreudig oder soll das ein heißer Tip für meine 500 werden?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 27 Juni 2007, 00:28:53
Zitat von: Vince am 26 Juni 2007, 23:36:34
Pourquoi? Gelte ich als experimentierfreudig oder soll das ein heißer Tip für meine 500 werden?

Du wirst doch nicht etwa...!

Immer ist einer schneller als ich!  :bawling:

Aber letztlich wäre es ja auch erfreulich wenn es in der OFDb dann mehr "Review-Reime" gäbe- bei dir wird es dann vielleicht ein "obskures Poem" und bei mir "Perverse Verse".  :LOL:

@ Mr. Vincent Vega:

Wer ist denn die "Neue" auf deinem Avatar?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Juni 2007, 01:15:49
Zitat von: Vince am 26 Juni 2007, 23:36:34
Pourquoi? Gelte ich als experimentierfreudig oder soll das ein heißer Tip für meine 500 werden?

Ersteres, wenn ich da z.B. an dein "Slugs"-Review denke. Übrigens: Ich mag Derartiges ganz gern, nicht dass man mich jetzt falsch versteht. Ich selbst bleibe halt nur gern konventionell und fad. :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 27 Juni 2007, 00:28:53
@ Mr. Vincent Vega:

Wer ist denn die "Neue" auf deinem Avatar?

Claire Fisher aka. Lauren Ambrose :love:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:18:32
ZitatClaire Fisher aka. Lauren Ambrose
Hey, bleib mal schön auf deinem Ufer! ;) Lauren Ambrose ist MEIN Serien-Liebling! :love:

Schwärm... :love:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Juni 2007, 20:20:59
Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:18:32
Hey, bleib mal schön auf deinem Ufer! ;) Lauren Ambrose ist MEIN Serien-Liebling! :love:

Schwärm... :love:

Dass wir beide nochmal um 'ne Ische streiten hätteste selbst auch nicht gedacht, oder? :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:27:04
ZitatDass wir beide nochmal um 'ne Ische streiten hätteste selbst auch nicht gedacht, oder?
Schon das wir beide mal wirklich zu 100% einer Meinung bei einer TV-Serie sind, hätte ich nie für möglich gehalten, aber das hier sprengt wirklich alles, was ich je erwartet hätte. ;)

Die Frage ist nur, für wen von uns beiden würde sie sich entscheiden? :icon_mrgreen: (wenn sie nicht schon längst an einen Typen namens Sam Handel vegeben wäre :icon_confused:)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Juni 2007, 20:30:14
Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:27:04
Schon das wir beide mal wirklich zu 100% einer Meinung bei einer TV-Serie sind, hätte ich nie für möglich gehalten, aber das hier sprengt wirklich alles, was ich je erwartet hätte. ;)

Kein normaler Mensch kann diese Serie nicht lieben - und so 'n kleines Stück Normalität will ich ja selbst dir nicht absprechen. ;)

Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:27:04
Die Frage ist nur, für wen von uns beiden würde sie sich entscheiden? :icon_mrgreen:

Frauen haben ja bekanntlich eine Schwäche für Schwule. :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:27:04
(wenn sie nicht schon längst an einen Typen namens Sam Handel vegeben wäre :icon_confused:)

Für den sie auch noch die Brut austragen darf.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:33:25
Zitatund so 'n kleines Stück Normalität will ich ja selbst dir nicht absprechen.
Das Kompliment gebe ich dir gerne zurück! ;)

ZitatFrauen haben ja bekanntlich eine Schwäche für Schwule.
Stimmt schon, aber was bringt es der guten Lauren, wenn du mit ihr nichts anfangen kannst. ;)

ZitatFür den sie auch noch die Brut austragen darf.
Ist die nicht schon auf der Welt?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 27 Juni 2007, 20:34:59
Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:27:04
Die Frage ist nur, für wen von uns beiden würde sie sich entscheiden? :icon_mrgreen:

Pah ihr erst wieder  :icon_lol: sie wählt natürlich den kräftigen, sexy Glatzkopf!  :icon_cool:

(P.S. Sry für die Zweckentfremdung deines Thread McKenzie :king: aber irgendeiner muss die beiden ja auf den Boden der Wirklichkeit zurückholen :LOL:)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Juni 2007, 20:35:56
Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:33:25
Stimmt schon, aber was bringt es der guten Lauren, wenn du mit ihr nichts anfangen kannst. ;)

Ich bin ein guter Zuhörer. :LOL:

Zitat von: Mr. Hankey am 27 Juni 2007, 20:33:25
Ist die nicht schon auf der Welt?

Bestimmt, das war auch eher so allgemein unzeitlich gesprochen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Juni 2007, 22:18:31
Zitat von: Vinyard Vaughn am 27 Juni 2007, 20:34:59
Pah ihr erst wieder  :icon_lol: sie wählt natürlich den kräftigen, sexy Glatzkopf!  :icon_cool:

(P.S. Sry für die Zweckentfremdung deines Thread McKenzie :king: aber irgendeiner muss die beiden ja auf den Boden der Wirklichkeit zurückholen :LOL:)

:LOL:

Ich folge den beiden mit größtem Amüsement!  :icon_mrgreen: Wenn ihnen die filmischen Zankäpfel abhanden kommen, fangen sie sogar an sich um die holde Weiblichkeit zu streiten...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Juni 2007, 20:35:56
ZitatStimmt schon, aber was bringt es der guten Lauren, wenn du mit ihr nichts anfangen kannst. icon_wink
Ich bin ein guter Zuhörer. :LOL:

Sage ich auch immer... :icon_lol:

Um welche TV-Serie handelt es sich eigentlich?

>Christoph, der seit drei Jahren ohne Fernsehen ist und weit ab vom Mond sein glückliches Cineasten-Dasein fristet<
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 28 Juni 2007, 22:26:26
wünsch dir einfach in ein paar Monaten die Six Feet Under Superbox vom Christkind und werde glücklich!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Juni 2007, 22:57:04
Hollywood, Oh mein Hollywood, manchmal überraschst du mich doch!  :icon_rolleyes:

Ausgerechnet deine Abgesandte Elektra hat mich überrascht. Und mir von deiner neuen, ganz besonders perfiden Marketing-Strategie berichtet. Oh mein Hollywood - wie kommt es nur, das ausgerechnet einer deiner in der OFDb allseits abgelehnten Blockbuster nun ausgerechnet bei mir auf offene Ohren gestoßen ist? Oh mein Hollywood - du hast es wirklich schwer im Leben...  :icon_sad: :icon_twisted:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=65202&rid=250351

:icon_eek:

Zitat von: psychopaul am 28 Juni 2007, 22:26:26
wünsch dir einfach in ein paar Monaten die Six Feet Under Superbox vom Christkind und werde glücklich!  ;)

:kotz:

Die Dame wirkt in "Sex Feet under" mit? 7,5 Sympathiepunkte weniger!  :icon_eek:

(Und gleich zücken alle ihre Beile, Bohrmaschinen und Säbel um mich zu filetieren)

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 28 Juni 2007, 23:27:25
beim Killertest hatte ich ohnehin die Bohrmaschine gewählt, also pass auf, wenn ich dich finde.  :icon_twisted:


was findest du denn an der Serie so ätzend? ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 Juni 2007, 00:32:19
Zitat von: psychopaul am 28 Juni 2007, 23:27:25
beim Killertest hatte ich ohnehin die Bohrmaschine gewählt, also pass auf, wenn ich dich finde.  :icon_twisted:

was findest du denn an der Serie so ätzend? ;)

Ich antworte dir auf diese wohl berechtige Frage morgen, in Ordnung?  ;) Ich sehne mich nach meinem Bett und es sicherlich auch nach mir!  :scar:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 29 Juni 2007, 00:34:14
in Vorfreude auf eine erhellende Antwort morgen sei dir der vorzeitige Gang ins Schlafgemach gestattet! Schlafen Sie wohl!  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 29 Juni 2007, 02:17:24
Zitat von: McKenzie am 28 Juni 2007, 22:57:04
Hollywood, Oh mein Hollywood, manchmal überraschst du mich doch!  :icon_rolleyes:

Ausgerechnet deine Abgesandte Elektra hat mich überrascht. Und mir von deiner neuen, ganz besonders perfiden Marketing-Strategie berichtet. Oh mein Hollywood - wie kommt es nur, das ausgerechnet einer deiner in der OFDb allseits abgelehnten Blockbuster nun ausgerechnet bei mir auf offene Ohren gestoßen ist? Oh mein Hollywood - du hast es wirklich schwer im Leben...  :icon_sad: :icon_twisted:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=65202&rid=250351

:icon_eek:

Muarharhar, Chili wird begeistert sein, wenn er das liest!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 29 Juni 2007, 02:41:05
Zitat von: Vince am 29 Juni 2007, 02:17:24
Muarharhar, Chili wird begeistert sein, wenn er das liest!

:icon_eek: :icon_lol: :respekt:

Ist er, zumindest in Ansätzen.
Denn erstmal möchte ich doch klargestellt wissen, dass der in der OFDb allseits abgelehnte Blockbuster von mir einsamem Leuchtturmwärter schon lange in die Dunkelheit der Ignoranz gestrahlt wurde. Und siehe da, jemand sah das Licht.  :icon_mrgreen:

Zum anderen wimmelt es in McKenzies Review natürlich nur so von Formulierungen, die nur eine jahrelang gepflegte Hollywood-Phobie sprießen lassen konnte:

"man kann nur noch von Konsum sprechen"? - das sehe ich als filmischer Flachköpperfan natürlich ganz anders.
"gemartert von galligen CGI-Effekten"? - Gerade hier wurde mal äußerst subtil verfahren, was das Genre anbelangt.
"genauso flach und naiv wie eine Comicverfilmung es sein sollte"? - uhh, ganz dünnes Eis, wirklich ganz dünnes Eis.

und nochmal direkt @McKenzie:
Natürlich ist der Film keine tiefschürfende Erfahrung, aber allein schon die Tatsache, dass du da auch etwas hinein zu interpretieren wusstest, zeigt doch, dass es letztlich immer auf den persönlichen Standpunkt ankommt, weswegen ich deine In-Bausch-und-Bogen-Verdammung von "Sin City" noch weniger nachvollziehen kann. Könnte es sich bei diesem Film nicht ebenso verhalten, dass andere Leute mehr darin sehen als testosterongeschwängertes Radaukino? Und ist diese Meinung dann weniger wert, weil der zugrundeliegende Film nicht lieblich feminin dahergeschnurrt kommt?

Aber ansonsten freue ich mich über jede unterstützende Meinung zu der Zelluloidperle "Elektra", dass das mal klar ist.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 29 Juni 2007, 02:52:25
Zitat von: Chili Palmer am 29 Juni 2007, 02:41:05
"genauso flach und naiv wie eine Comicverfilmung es sein sollte"

Bei aller Sympathie Kenzie, diese Formulierung entbehrt mehr oder weniger jeglicher Grundlage.

Etwa BATMAN RETURNS, DICK TRACY, GHOST WORLD, ROAD TO PERDITION, SPIDER-MAN, A HISTORY OF VIOLENCE oder HELLBOY (um nur einige zu nennen) nicht gesehen?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
Zitat von: psychopaul am 29 Juni 2007, 00:34:14
in Vorfreude auf eine erhellende Antwort morgen sei dir der vorzeitige Gang ins Schlafgemach gestattet!

Gut...

Einführend sei erwähnt, das ich - aufgrund meines fernsehfreien Lebens - mit "Six feet under" nur durch eine Freundin in Berührung gekommen bin, die mit mir eine "SFU-Nacht" veranstaltet hat. Möglicherweise ist meine Aversion also auch nur eine allergische Reaktion auf Übersättigung aber das schließe ich aus.

Im Grunde ist mir all das aufgestoßen, was mir bei so ziemlich jeder amerikanischen Fernsehserie, die ich kenne (naive Märchen a là "Unsere kleine Farm", "Baywatch" oder überzeichete Nagellack-Verdünner wie "Sex and the City" einmal ausgenommen) ins Auge sticht / gestochen ist.

Es wird eine Alltäglichkeit behauptet, die sich aber als Verwirklichung einer jugendlichen Lebensfantasie herausstellt, es wird Menschlichkeit behauptet aber mit Katalogschönheiten in den Hauptrollen (überwiegend) verdrängt), es werden Charaktere behauptet die aber doch nur ausgeschmückte, mit Stuck und ein paar kleinen, halbgaren Schwächen verzierte Stereotypen sind. Kein Wort gegen die Schauspieler die sicherlich nicht zu den schlechtesten ihrer Zunft gehören und kein Wort über den periodischen Unterhaltungswert des Ganzen (die ersten zwei Folgen haben mich noch einigermaßen als niedliche TV-Mutationen amüsiert, ab Folge 3 wurde gute Miene zum bösen Spiel), doch es wundert mich nicht das "Six Feet under" hier schon mit "Dawsons Creek" in einem Atemzug genannt wurde. Eine Serie, die sich durch die gleichen Schwächen / Stärken auszeichnet. Das Fernsehen ist für mich tot, das deutsche wie amerikanische. Und das gerade jemand wie Mr. Vincent Vega, dem ich ja nun einen gewissen, gehobenen Anspruch gar nicht absprechen will, so anbetend darüber äußert, empfinde ich schon als Kuriosum.

Entschuldigung an alle Fans, aber das gilt nur für mich. Gerade was das Fernsehen und hier inbesondere das Privatfernsehen betrifft habe ich sehr radikale, vielleicht auch zu radikale Ansichten. Wenn es nach mir ginge, sollte man sofort ARD, ZDF, Pro 7, RTL, VOX und die ganzen übrigen Privatsender einmotten um dem deutschen Volk wenigstens noch eine kleine Chance zu geben.

Zitat von: Chili Palmer am 29 Juni 2007, 02:41:05
Ist er, zumindest in Ansätzen.
Denn erstmal möchte ich doch klargestellt wissen, dass der in der OFDb allseits abgelehnte Blockbuster von mir einsamem Leuchtturmwärter schon lange in die Dunkelheit der Ignoranz gestrahlt wurde. Und siehe da, jemand sah das Licht.  :icon_mrgreen:

Und dann ausgerechnet dieser größenwahnsinnige Mainstream-Hasser, was?  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am 29 Juni 2007, 02:41:05
Zum anderen wimmelt es in McKenzies Review natürlich nur so von Formulierungen, die nur eine jahrelang gepflegte Hollywood-Phobie sprießen lassen konnte:

"man kann nur noch von Konsum sprechen"? - das sehe ich als filmischer Flachköpperfan natürlich ganz anders.
"gemartert von galligen CGI-Effekten"? - Gerade hier wurde mal äußerst subtil verfahren, was das Genre anbelangt.
"genauso flach und naiv wie eine Comicverfilmung es sein sollte"? - uhh, ganz dünnes Eis, wirklich ganz dünnes Eis.

Immer so schreiben wie einem die Nase gewachsen ist- das ist ein Grundsatz den du doch sicherlich auch vertrittst, nicht wahr? Und auch wenn diese Kritik zu meinen Tiefpunkten gehört: Lies mal meine Zeilen zu "Casino Royale"... Und Subtilität in Kritiken ist imo das gleiche Gift, das auch zu Film-Bewegungen wie der "Berliner Schule" oder der späteren "Nouvelle Vague" führt- Publikumsvergessenheit hoch drei. Ich denke auch nicht nur an mich und das Ansehen, das ich vielleicht genießen könnte wenn ich jedes kleinste kritische Detail in die Differenzierung verbiegen würde und das auf dem sprachlichen Nivau einer Magister-Arbeit (das ist nämlich das übliche, unfreiwillig komische Standard-Niveau sogenannter "gehobener" Kritiken) sondern auch auch an einen Leser, der entnervt und ratlos aufgibt, wenn er immer nur "andererseits" und "wenn" zu hören bekommt statt "ist" und "nicht". Niemand sollte sich verpflichtet fühlen, zu differenzieren. Meine Kritiken sind, das habe ich in meinem Profil auch geschrieben, hoffnungslos subjektiv und ich schleudere auch nur meine Meinung in die Welt hinaus. Ob das subtil oder differenziert geschieht ist mir vollkommen gleichgültig. Wer es liest sollte nach Möglichkeit den Anspruch auf Sachlichkeit und Objektivität (den man imo an einen Kritiker nie stellen darf) über Bord werfen.

Zu meiner Bemerkung bzgl. Comicvefilmungen. Ich mochte "Sin City". Ich mag "Sin City". Ich finde ihn weder flach noch naiv. Das lässt sich auch ganz sicherlich nicht pauschalisieren. Aber es gibt zweierlei Arten von Comic-Adaptionen: Die, die selbst bei originalgetreuester Umsetzung zu Filmen werden ("Sin City", "Batman Returns", "A history of violence") und diejenigen, die auch auf der Leinwand Comics bleiben. Zu letzterer Gattung zählen Filme wie "Blade", "300" oder eben "Elektra". Ist das nachvollziehbar oder auch schon zu paradox? ;)

Zitat von: Chili Palmer am 29 Juni 2007, 02:41:05
und nochmal direkt @McKenzie:
Natürlich ist der Film keine tiefschürfende Erfahrung, aber allein schon die Tatsache, dass du da auch etwas hinein zu interpretieren wusstest, zeigt doch, dass es letztlich immer auf den persönlichen Standpunkt ankommt, weswegen ich deine In-Bausch-und-Bogen-Verdammung von "Sin City" noch weniger nachvollziehen kann. Könnte es sich bei diesem Film nicht ebenso verhalten, dass andere Leute mehr darin sehen als testosterongeschwängertes Radaukino? Und ist diese Meinung dann weniger wert, weil der zugrundeliegende Film nicht lieblich feminin dahergeschnurrt kommt?

Eine tiefschürfende Erfahrung habe ich selbstverständlich auch nicht erwartet- wäre ja schön blöd, bei einem solchen Film. Immer erst einmal mit dem schlimmsten rechnen und dann leichter positiv überrascht werden, das ist meine wohlbewährte Hollywood-Devise!  :icon_lol:

Zu "Sin City" und Rest: siehe oben!  ;)

Und zu dem lieblich femininen Anschnurren: Ist doch mal was anderes!  :king: Von wievielen Hollywood-Produktionen kann man das schon behaupten?!

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 29 Juni 2007, 02:52:25
Bei aller Sympathie Kenzie, diese Formulierung entbehrt mehr oder weniger jeglicher Grundlage.

Etwa BATMAN RETURNS, DICK TRACY, GHOST WORLD, ROAD TO PERDITION, SPIDER-MAN, A HISTORY OF VIOLENCE oder HELLBOY (um nur einige zu nennen) nicht gesehen?

Siehe oben!  ;) Mein ewiger Hang zu ungenügend ausformulierten Thesen die schnell wie Pauschalurteile klingen, wird mich andererseits vielleicht noch um Kopf und Kragen bringen. :icon_rolleyes: :icon_mrgreen:

EDIT:

Und nachdem Bretzelburger mich auf den interessanten Gedanken gebracht hat, hier meine "Review-Statistik" (Kurzkommentare inkl.):

1. Italien (63)
2. USA (33)
3. Deutschland / Österreich: (27)
4. Großbritannien (21)
5. Frankreich (9)
6. Asien (7)
7. Spanien (5)
8. Schweden (4)

und jeweils mit einem Review vertreten:

Tschechien, Ungarn, Russland, Neuseeland

Abgesehen von der Überzahl italienischer Filme und der schockierenden Eröffnung, das die USA noch Deutschland und Österreich übertrumpfen sowie der erschreckend kleinen Anzahl französischer und asiatischer Filme, keine schlechte Quote, möchte ich meinen!  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 30 Juni 2007, 05:04:51
Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
Und dann ausgerechnet dieser größenwahnsinnige Mainstream-Hasser, was?  :icon_mrgreen:

The more, the merrier. Mir ist jeder willkommen in der "Casa Elektra".  :icon_lol:

Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
Immer so schreiben wie einem die Nase gewachsen ist- das ist ein Grundsatz den du doch sicherlich auch vertrittst, nicht wahr?

Natürlich.

Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
sondern auch auch an einen Leser, der entnervt und ratlos aufgibt, wenn er immer nur "andererseits" und "wenn" zu hören bekommt statt "ist" und "nicht". Niemand sollte sich verpflichtet fühlen, zu differenzieren. Meine Kritiken sind, das habe ich in meinem Profil auch geschrieben, hoffnungslos subjektiv

Um Himmels Willen, fass´ das bloß nicht falsch auf, wenn ich da mal an ein paar Thesen herumnörgele. Das war kein Aufruf zum Konsenssirup, sondern zeigt doch eher, dass du alles richtig machst, wenn es da Reibeflächen gibt, weil eine klare Meinung vertreten wird.
Die von dir erwähnten differenziert-objektiven Reviews sind mir ein Gräuel. Und wärest du ein Verfasser dieser Gattung, dann sei versichert, würde ich mich hier gar nicht erst zu Wort melden.

Davon abgesehen verstehe ich völlig, was du mit deinem "Subjektivitäts-Anspruch" meinst, denn jemand wie ich, der einen Film wie "Elektra" so gut bewertet, ist wohl über jeden Objektivitätsverdacht erhaben.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
Ist das nachvollziehbar oder auch schon zu paradox? ;)

Nein, von einem gewissen Standpunkt aus, der aber nicht der meine ist, ergibt das durchaus Sinn.  :icon_twisted:

Diese Formulierung mit den flach-naiven Adaptionen war einfach zu pauschal, da musste ich einfach aus meiner Bathöhle kommen und für Recht und Ordnung kämpfen. Aber deine obige Erklärung hat mich überzeugt, dass das alles halb so wild war. Oder anders ausgedrückt: Diesmal lasse ich dich laufen, Superschurke, aber wir sehen uns wieder!  :icon_mrgreen:
 
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 30 Juni 2007, 08:17:28
Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
Gut...  Das Fernsehen ist für mich tot, das deutsche wie amerikanische.   :king:

Unglaublich, sowas von jemandem wie dir zu hören, du hast doch sonst einen guten Geschmack! Du kannst doch nicht ernsthaft MEISTERWERKE wie Lost, Nip/Tuck, Boston Legal oder auch Deadwood als schlecht bezeichnen oder? Meiner Meinung nach wurden noch nie zuvor bessere TV-Serien realisiert und das Fernsehen lebt! Auch im Comedy-Bereich gibt es noch schöne Serien wie King of Queens oder auch Weeds. Hast du diesen Serien schon eine Chance gegeben?

Was Six Feet Under angeht, da habe ich kurioserweise die selbe Meinung wie du...

Und außerdem: Ja, deine Pasolini-Kritiken gefallen mir sehr gut, ich weiß wie schwer es ist sich solchen Filmen zu nähern und du schaffst es sehr adäquat ... finde deine Selbstunterschätzung schon fast kafkaesk und hoffe nicht das dich deine kritische Einstellung gegenüber deinen eigenen Reviews davon abhält weitere zu schreiben, ich fand allesamt sehr lesenswert, vor allem Teorema, scheint ja ein echt beeindruckender Film zu sein...der steht jetzt auf meiner Liste...

Also, von mir für deine Kritiken ein ganz dickes Lob und ich freue mich auf weitere Besprechungen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 30 Juni 2007, 15:01:14
Zitatdu hast doch sonst einen guten Geschmack!
Du redest hier von Mc-Ich-gebe-"Die-Säge-des-Todes"-9-Punkte-Kenzie, dass weisst du, oder? ;)

Nein, im Ernst, Ich denke McKenzie MUSS dem amerikanischen Seriengut einfach mal wieder die Chance geben, damit er die von dir aufgeführten Meisterwerke auch endlich mal erkennen kann. Das mit "Six Feet Under" werde ich ihm (und Dir übrigens auch ;)) zwar deshalb trotzdem nie verzeihen können (und deshalb muss er jetzt er erst recht auf seine PM warten :icon_twisted:), aber somit wäre das zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. ;)

Also McKenzie, reiss dich am Riemen! ;)


<Hankey, der jetzt irgendwie Lust hat, seine Megatrashige Lieblingsserie aus Kinderzeiten in den DVD-Player zu legen! :king:>
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 02:11:54
Es wird eine Alltäglichkeit behauptet, die sich aber als Verwirklichung einer jugendlichen Lebensfantasie herausstellt, es wird Menschlichkeit behauptet aber mit Katalogschönheiten in den Hauptrollen (überwiegend) verdrängt), es werden Charaktere behauptet die aber doch nur ausgeschmückte, mit Stuck und ein paar kleinen, halbgaren Schwächen verzierte Stereotypen sind. Kein Wort gegen die Schauspieler die sicherlich nicht zu den schlechtesten ihrer Zunft gehören und kein Wort über den periodischen Unterhaltungswert des Ganzen (die ersten zwei Folgen haben mich noch einigermaßen als niedliche TV-Mutationen amüsiert, ab Folge 3 wurde gute Miene zum bösen Spiel), doch es wundert mich nicht das "Six Feet under" hier schon mit "Dawsons Creek" in einem Atemzug genannt wurde. Eine Serie, die sich durch die gleichen Schwächen / Stärken auszeichnet. Das Fernsehen ist für mich tot, das deutsche wie amerikanische. Und das gerade jemand wie Mr. Vincent Vega, dem ich ja nun einen gewissen, gehobenen Anspruch gar nicht absprechen will, so anbetend darüber äußert, empfinde ich schon als Kuriosum.


wieviele Folgen der Serie hast du nun gesehen? 3? oder warens doch 4?  :icon_razz:
ich glaube nicht, dass man dann die ganze Chose beurteilen kann, denn gerade SFU ist wohl die TV-Serie, die einer unstereotypischen und wenig naiven bzw. ungeschminkten Annäherung an das Leben mit all den schrecklichen und schönen Dingen, die darin passieren, am nächsten kommt und sich in den 5 Staffeln noch etxrem entfaltet.

Katalogschönheiten? also ich halte die Darsteller der Serie für alles andere als das. Man könnte jetzt zu philosophieren beginnen, dass wirklich häßliche Menschen selten Schauspieler werden  :icon_lol: außer diverse Quotentypen, die dann gerne genau dafür gecastet werden.  ;)

was ist "Stuck"?  :00000109:

Stereotypen? wenn man die Serie über die gesamte Laufzeit verfolgt, kann man Charakterentwicklungen entdecken, die ich nicht als stereotyp bezeichne.
Andererseits  :icon_twisted:  :icon_mrgreen: ist es, no na, gescriptete Unterhaltung und Handlungen und Vorkommnisse sowie Charakterentwicklung laufen logischerweise in bestimmten Bahnen, wie bei jeder anderen Form von erzählerischer Kunst halt auch.

Man kann der Serie eher vorwerfen, dass sie es insgesamt etwas übertreibt, mit unkonventionellen Dingen, die den Charakteren wiederfahren, was nach einer gewissen Zeit dann auch wieder formelhaft wirkt.

aber gut, das ist alles theoretische Analyse und SFU funktioniert doch auf ganz anderer Ebene, nämlich emotional und davon wird man halt angesprochen oder nicht.
Seelen-, herzloses oder flaches Fernsehen sieht jedenfalls ganz ganz anders aus.

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 30 Juni 2007, 15:37:45
@ McKenzie

Ich kann Psychopaule nur zustimmen. Ich habe mir Dein Posting vielleicht schon 4 oder 5 Mal durchgelesen und jedesmal bin ich mehr davon überzeugt, dass du SFU wirklich total verkennst. Bitte, bitte, bitte, schaue dir erst einmal die kompletten 63 Folgen der Serie an, bevor du dich dazu äußerst. Was du da schreibst ist schlicht und ergreifend falsch und kann nicht auch nur in einem Ansatz mit der Serie in Verbindung gebracht werden. Du hast es ja an Rajko gesehen. Nach 2, 3 Folgen war er auch nicht wirklich begeistert von der Serie, doch nach der Komplettansicht hat er vollkommen erkannt, worum es in dieser Serie geht und weshalb sie so unentwegt brillant ist und wirklich alles in den Schatten stellt, was es je in Sachen Dramaserie gegeben hat. Ich schätz Dich eigentlich schon so ein, dass auch du da noch dahinter steigst und Deine Meinung noch einmal überdenkst!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Juni 2007, 16:36:44
Sehr bemerkenswert- man muss nur einen Hollywood-Film rezensieren und sich zu einer allseits beliebten TV-Serie negativ äußern und schon kommt Leben in den Thread!  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 30 Juni 2007, 05:04:51
The more, the merrier. Mir ist jeder willkommen in der "Casa Elektra".  :icon_lol:

Diesmal lasse ich dich laufen, Superschurke, aber wir sehen uns wieder!  :icon_mrgreen: 

Wunderbar. Das wäre also geklärt!  ;) Ich werde mich bemühen, in Zukunft solch missverständliche Formulierungen zu vermeiden... :icon_confused:

Zitat von: COPFKILLER am 30 Juni 2007, 08:17:28
Unglaublich, sowas von jemandem wie dir zu hören, du hast doch sonst einen guten Geschmack! Du kannst doch nicht ernsthaft MEISTERWERKE wie Lost, Nip/Tuck, Boston Legal oder auch Deadwood als schlecht bezeichnen oder? Meiner Meinung nach wurden noch nie zuvor bessere TV-Serien realisiert und das Fernsehen lebt! Auch im Comedy-Bereich gibt es noch schöne Serien wie King of Queens oder auch Weeds. Hast du diesen Serien schon eine Chance gegeben?

Wenn überhaupt Fernsehserien, dann lieber solche Kaliber wie "Die Zwei" oder "Mit Schirm, Charme und Melone" ( :love:). Das sind zwar ältere Vertreter, aber die habe ich nun einmal am liebsten gewonnen. "Nip/Tuck" habe ich übrigens auch über 10 Folgen verfolgt und für nicht einmal so schlecht befunden (7/10), allerdings nichts was ich über einen längeren Zeitraum verfolgen würde. "Lost" ist mir schon im Pilotfilm tierisch auf den Senkel gegangen weswegen ich den Rest vermieden habe. Wie gesagt, dadurch das ich seit 3 Jahren kein Fernsehen mehr habe, ergibt sich eben nur von Zeit zu Zeit die Möglichkeit.

Aber ich hatte schon immer ein Faible für "Sex and the city" und "Eine schrecklich nette Familie". Hin und wieder am Samstag nachmittag... :icon_mrgreen: Unerreicht ist natürlich "Twin Peaks". Ganz so eng sehe ich es dann doch nicht, nur halte ich gerade amerikanische Serien im ohnehin sehr bedenklichen deutschen Fernsehen, ebenso wie die übergroße Dominanz des amerikanischen Films in unseren Kinos, für einen nicht unwesentlichen Faktor innerhalb der zunehmende Amerikanisierung Deutschlands ("OC California" -  :pidu: :icon_evil: :kotz:). Wir haben eine einzigartige Kultur in Deutschland, großartige Filmkunst, Musik, Literatur, etc. Wozu also all das durch amerikanische Alltäglichkeiten ersetzen? Sicherlich gibt es auch an deutschen Fernsehserien nicht viel zu entdecken aber das ist mir persönlich ebenfalls gleichgültig- wie das Fernsehen im Allgemeinen. Manchmal trauere ich Arte hinterher (vor allem aufgrund ihrer Themenabende und der Trash-Reihe) aber nachdem sie es gewagt haben, "Suspiria" grausam verstümmelt zu senden und es immer einen netten Menschen gibt, der dir im Notfall etwas aufzeichnet, ist das alles halb so tragisch. Es lebt sich wunderbar ohne Fernsehen!  ;)

Zitat von: COPFKILLER am 30 Juni 2007, 08:17:28
Und außerdem: Ja, deine Pasolini-Kritiken gefallen mir sehr gut, ich weiß wie schwer es ist sich solchen Filmen zu nähern und du schaffst es sehr adäquat ... finde deine Selbstunterschätzung schon fast kafkaesk und hoffe nicht das dich deine kritische Einstellung gegenüber deinen eigenen Reviews davon abhält weitere zu schreiben, ich fand allesamt sehr lesenswert, vor allem Teorema, scheint ja ein echt beeindruckender Film zu sein...der steht jetzt auf meiner Liste...

Also, von mir für deine Kritiken ein ganz dickes Lob und ich freue mich auf weitere Besprechungen...

:icon_redface:

Ich danke dir für die Blumen! Jedes Lob motiviert mich ungemein, gerade aufgrund meiner, wie du sie nennst, "Kafkaesken Selbstunterschätzung". Aber das ich so vergleichsweise wenig schreibe liegt eher daran, das für mich eine Kritik nicht ein Text ist, den ich schnell heruntertippe sondern echte geistige Arbeit für die schon einige Stunden draufgehen (Extremfall: 5 Stunden für "Der Todesengel"). Und die Schwierigkeit, an so komplexe Werke wie die Filme Pasolinis heranzutreten ist natürlich auch ein Faktor. Heute abend werde ich im Kino "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht" sehen und vielleicht auch noch eine Kritik schreiben.

Aber da du "Teorema" auf deine Wunschliste gesetzt hast habe ich genau das erreicht, was ich wollte- ein wenig dezente Werbung für dieses Meisterwerk zu machen. Und das obwohl die Kritik so anstrengend und geschwollen zu lesen ist!  :icon_eek: ;) Ich hoffe das du dann vielleicht auch noch einen Review schreibst, als zugänglichere Alternative zu meiner wenig euphorischen Lobeshymne (Die beiden Freunde, die mich ins Kino begleiteten mussten sich noch stundenlang meine Schwärmereien anhören  :icon_lol:).

Zitat von: COPFKILLER am 30 Juni 2007, 08:17:28
Also, von mir für deine Kritiken ein ganz dickes Lob und ich freue mich auf weitere Besprechungen...

Ich werde auch in Zukunft natürlich mein bestes geben! Dieses Kompliment von dir zu hören ist insofern besonders schön weil du ja in einigen Bereichen einen ähnlichen Geschmack hast wie ich  :icon_redface:

PS: Nochmal zu "Verrückt nach Mary" etc. Welchen Film hast du dir ausgesucht? Ich hoffe, die Kritik Ende Juli liefern zu können...

Zitat von: Mr. Hankey am 30 Juni 2007, 15:01:14
Du redest hier von Mc-Ich-gebe-"Die-Säge-des-Todes"-9-Punkte-Kenzie, dass weisst du, oder? ;)

Tsss!
"sprach Hankey, der es schon fertig brachte, "Der Passion Christi" 10 Punkte verleihen und selbst den Trash ganz dolle findet!"  :icon_twisted: ;)

Zitat von: Mr. Hankey am 30 Juni 2007, 15:01:14
Nein, im Ernst, Ich denke McKenzie MUSS dem amerikanischen Seriengut einfach mal wieder die Chance geben, damit er die von dir aufgeführten Meisterwerke auch endlich mal erkennen kann. Das mit "Six Feet Under" werde ich ihm (und Dir übrigens auch ;)) zwar deshalb trotzdem nie verzeihen können (und deshalb muss er jetzt er erst recht auf seine PM warten :icon_twisted:), aber somit wäre das zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. ;)

Siehe oben. Ich habe mich dem amerikanischen Seriengut von meinem 8. bis zu meinem 17. Lebensjahr meiner Meinung nach schon ausführlich genug gewidmet. Fernsehen ist nunmal keine oder kaum eine Kunstplattform wie das Kino und wird von mir entsprechend weniger wertgeschätzt- aber sicherlich auch nicht nur mit Füßen getreten. Schenke mir eine Staffel einer x-beliebigen Serie zu Weihnachten und ich sehe sie mir gerne an (inkl. Review).  :icon_mrgreen:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
wieviele Folgen der Serie hast du nun gesehen? 3? oder warens doch 4?  :icon_razz:
ich glaube nicht, dass man dann die ganze Chose beurteilen kann, denn gerade SFU ist wohl die TV-Serie, die einer unstereotypischen und wenig naiven bzw. ungeschminkten Annäherung an das Leben mit all den schrecklichen und schönen Dingen, die darin passieren, am nächsten kommt und sich in den 5 Staffeln noch etxrem entfaltet.

6 Folgen.  ;) Und die sollten eigentlich ausreichen um wenigstens einen kleinen, interessanten Haken auszufahren an dem ich mich aufhängen kann (bzgl. der Charaktere). Und das liegt eben nun wieder im Auge des Betrachters, genauso wie die umstrittene (was gibt es da noch zu streiten, frage ich mich?  :icon_twisted:) Intention von "300". Für mich war das, was ich gesehen habe sehr geschminkt und sehr naiv. Mir fehlen natürlich die übrigen 57 Folgen ( :icon_mrgreen:) aber trotzdem... gerade von dir, der du ja eigentlich einen ausgezeichneten Geschmack hast und dir auch viel anspruchsvolle(re)s Kino zu Gemüte führst, hätte ich das nicht erwartet. Aber vielleicht weckt auch gerade das wieder mein Interesse?  :icon_rolleyes:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
Katalogschönheiten? also ich halte die Darsteller der Serie für alles andere als das. Man könnte jetzt zu philosophieren beginnen, dass wirklich häßliche Menschen selten Schauspieler werden  :icon_lol: außer diverse Quotentypen, die dann gerne genau dafür gecastet werden.  ;)

Schönheit liegt wohl auch im Auge des Betrachters.  :icon_lol: Wo ist die US-Serie, in der amerikanische Durchschnittsbürger und übergewichtige Menschen die Hauptrolle spielen, wo man Menschen sieht, wie sie einem auf der Straße begegnen könnten?

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
was ist "Stuck"?  :00000109:

Ein Kunstexperte würde mir vermutlich wiedersprechen: Bei mir etwas erweitert als Oberbegriff für Ornamente, Verzierungen, Schnitzereien und ähnlichen Kram.  :icon_mrgreen:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
Stereotypen? wenn man die Serie über die gesamte Laufzeit verfolgt, kann man Charakterentwicklungen entdecken, die ich nicht als stereotyp bezeichne.
Andererseits  :icon_twisted:  :icon_mrgreen: ist es, no na, gescriptete Unterhaltung und Handlungen und Vorkommnisse sowie Charakterentwicklung laufen logischerweise in bestimmten Bahnen, wie bei jeder anderen Form von erzählerischer Kunst halt auch.

Nun, ich habe sie eben nicht über die gesamte Laufzeit verfolgt. Aber daraus sollte man mir doch wohl keinen Strick drehen. 63 Folgen? Welcher normale Mensch steht das durch wo doch atemberaubende Kinofilme an allen Ecken und Enden locken?  ;) Von narrativer Kunst konnte ich in diesen 6 Folgen nicht viel entdecken  :icon_sad: und darüber hinaus gehöre ich wohl zu den wenigen Menschen, die klassische Erzählweisen eher ablehnen (es sei denn sie sind konsequent umgesetzt- und das ist bei "SFU" ja auch sicherlich der Fall, trotzdem).

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
Man kann der Serie eher vorwerfen, dass sie es insgesamt etwas übertreibt, mit unkonventionellen Dingen, die den Charakteren wiederfahren, was nach einer gewissen Zeit dann auch wieder formelhaft wirkt.

:respekt: :king:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 15:29:39
aber gut, das ist alles theoretische Analyse und SFU funktioniert doch auf ganz anderer Ebene, nämlich emotional und davon wird man halt angesprochen oder nicht.
Seelen-, herzloses oder flaches Fernsehen sieht jedenfalls ganz ganz anders aus.

Nun stellt sich aber eben die Frage, ob man für ein besonders auf der emotionalen Ebene funktionierendes Seherlebnis unbedingt zu einer TV-Serie greifen muss.

Ich weiß... Mein Verhältnis zum Fernsehen ist, ebenso wie in euren Augen auch das zum Mainstream, gestört. :icon_cool:

Zitat von: Mr. Hankey am 30 Juni 2007, 15:37:45
Ich kann Psychopaule nur zustimmen. Ich habe mir Dein Posting vielleicht schon 4 oder 5 Mal durchgelesen und jedesmal bin ich mehr davon überzeugt, dass du SFU wirklich total verkennst. Bitte, bitte, bitte, schaue dir erst einmal die kompletten 63 Folgen der Serie an, bevor du dich dazu äußerst.

Vielleicht irgendwann einmal... Zeit ist kostbar wie du weißt und ich komme schon mit den Spielfilmen, die eben doch absolute Priorität besitzen (und bei dir doch auch, oder etwa nicht?) kaum nach. Vorerst ist mir das aber zuviel des Guten und außerdem müsste ich mir ja dann die DVDs kaufen!  :icon_eek:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 30 Juni 2007, 18:10:57
Zitat"Der Passion Christi" 10 Punkte verleihen und selbst den Trash ganz dolle findet!"
Ich habe "Die Passion Christi" noch nie 10 Punkte gegeben und in wie weit man diesen Film als "Trash" im Sinne des Genres bezeichnen kann, halte ich doch für sehr fragwürdig. :icon_confused: Aber nun gut, dass ist ein anderes Thema... ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 18:46:57
Wie gesagt, SIX FEET UNDER lässt sich beim allerbesten Willen nicht nach 2,3,4, oder 5 Folgen beurteilen, sondern man kann vielleicht nach der ersten Staffel eine Art vorläufiges Urteil abgeben. Gerade am Anfang tut sich die Serie m.E. schwer, einen Ton zu finden und schwankt noch etwas (z.B. wird der Friedhofshumor aus der Pilotfolge - Werbung etc. - später nicht mehr aufgegriffen). Ich würde ja gern ein Pamphlet dazu verfassen, aber es scheint mir einfach unmöglich, das besondere dieser Serie in Formulierungen umzuwandeln.

PS: Ich habe auch kein Fernsehen btw.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 30 Juni 2007, 18:54:10
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 18:46:57
Ich würde ja gern ein Pamphlet dazu verfassen, aber es scheint mir einfach unmöglich, das besondere dieser Serie in Formulierungen umzuwandeln.

Dazu fällt mir ein schönes "Zurück in die Zukunft"-Zitat ein, das ich in solchen Zusammenhängen immer gerne verwende:

FEIGE SAU! ;)

P.S. Es wird auf ewig an dir nagen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 18:57:09
Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 16:36:44
Wir haben eine einzigartige Kultur in Deutschland, großartige Filmkunst, Musik, Literatur, etc. Wozu also all das durch amerikanische Alltäglichkeiten ersetzen? Sicherlich gibt es auch an deutschen Fernsehserien nicht viel zu entdecken aber das ist mir persönlich ebenfalls gleichgültig- wie das Fernsehen im Allgemeinen.


ich glaub, du mischt hier einiges durcheinander..  :icon_surprised:
OC California und deutsche Filmkunst oder Literatur sind jedenfalls extrem weit entfernt und in 80% der Fälle wohl auch die Konsumenten davon.  ;)
deshalb scheint mir auch deine Formulierung, es würde etwas (was auch immer) durch amerikanische...(Serien?) ersetzt, etwas schräg und nicht wirklich haltbar.

ich finde es schön, dass du dich in deinem Alter bereits so für echte (Film)Kunst begeistern kannst, sage aber auch aus eigener Erfahrung, dass es auch ein Stück natürlich ist, dass man sich als Jugendlicher für Teeniesoaps wie ganz früher Melrose Place  :icon_lol: , DC oder heute eben OC interessiert. das gehört irgendwie dazu.  :icon_mrgreen:
und jemand, der über 25 oder 30 ist, beschäftigt sich mit so etwas sowieso nicht mehr in der Regel..

ZitatManchmal trauere ich Arte hinterher (vor allem aufgrund ihrer Themenabende und der Trash-Reihe) aber nachdem sie es gewagt haben, "Suspiria" grausam verstümmelt zu senden und es immer einen netten Menschen gibt, der dir im Notfall etwas aufzeichnet, ist das alles halb so tragisch. Es lebt sich wunderbar ohne Fernsehen!  ;)

also gerade wegen arte (auch 3sat) kann ich es ja nicht verstehen, dass auch du das Leben ohne TV so toll findest, aber gut, du gehst ja anscheinend eh jeden Tag ins Kino, da fällt das nicht so ins Gewicht.  :icon_mrgreen:


Zitataber trotzdem... gerade von dir, der du ja eigentlich einen ausgezeichneten Geschmack hast und dir auch viel anspruchsvolle(re)s Kino zu Gemüte führst, hätte ich das nicht erwartet. Aber vielleicht weckt auch gerade das wieder mein Interesse?  :icon_rolleyes:

ich hoffe es, denn banale oder durchschnittliche Ware, egal ob Film oder TV, hat bei mir keine Chance (und schon gar nicht auf die Höchstwertung).  ;)


ZitatSchönheit liegt wohl auch im Auge des Betrachters.  :icon_lol: Wo ist die US-Serie, in der amerikanische Durchschnittsbürger und übergewichtige Menschen die Hauptrolle spielen, wo man Menschen sieht, wie sie einem auf der Straße begegnen könnten?

ja, das ist tatsächlich ein Problem, aber gibt es umgekehrt Filme, in denen solche Menschen im Mittelpunkt stehen? mir fällt gerade kaum etwas ein  :icon_confused: (vielleicht noch am ehesten so Leute wie Solondz..)

ZitatEin Kunstexperte würde mir vermutlich wiedersprechen: Bei mir etwas erweitert als Oberbegriff für Ornamente, Verzierungen, Schnitzereien und ähnlichen Kram.  :icon_mrgreen:

i see.  :icon_smile:

ZitatNun, ich habe sie eben nicht über die gesamte Laufzeit verfolgt. Aber daraus sollte man mir doch wohl keinen Strick drehen. 63 Folgen? Welcher normale Mensch steht das durch wo doch atemberaubende Kinofilme an allen Ecken und Enden locken?  ;) Von narrativer Kunst konnte ich in diesen 6 Folgen nicht viel entdecken  :icon_sad: und darüber hinaus gehöre ich wohl zu den wenigen Menschen, die klassische Erzählweisen eher ablehnen (es sei denn sie sind konsequent umgesetzt- und das ist bei "SFU" ja auch sicherlich der Fall, trotzdem).

naja, atemberaubende Kinofilme an allen Ecken und Enden  :icon_surprised:  :icon_lol:, da bist du vielleicht durch deinen eigenen (auch noch billigen??) Zugang zu den Programmkinos etwas verblendet.  ;)
klar gibt es unendlich viele gute Filme, die zu sehen sind, aber das reicht nicht als Argument, um gute Serien nicht genauso anzuschauen.
während es in der Filmkunst natürlich mehr um Bildsprache oder ähnliches geht, sind Serien immer schlicht gehalten, aber so wird, in gelungenen Fällen, eben der Blickpuinkt auf Personen und Zwischenmenschliches geschoben und das kann genauso bereichernd oder erhellend oder auch schlicht unterhaltsam sein wie ein bildgewaltiger oder surrealer Kinofilm.
Außerdem ist ein Riesenargument für Serien, und zwar genau jene Exemplare, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, dass durch die lange Laufzeit wesentlich mehr in die Tiefe bei Story und Charakterzeichnung gegangen werden kann, als dies bei einem 2-3 stündigen Film jemals der Fall wäre!



ZitatIch weiß... Mein Verhältnis zum Fernsehen ist, ebenso wie in euren Augen auch das zum Mainstream, gestört. :icon_cool:

Das Problem hierbei ist wohl, dass es auch beim "Fernsehen" eine gewisse Unterteilung in den Mainstream und die etwas unabhängigeren und niveuavolleren Sachen gibt.  ;)

Zitataußerdem müsste ich mir ja dann die DVDs kaufen!  :icon_eek:

das ist nicht unbedingt zwingend notwendig, würde ich jetzt mal vorsichtig formulieren.  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 18:58:31
übrigens kann ich Rajko nur zustimmen, die Serie wandelt sich nach diesen eher "witzigen" Anfangsfolgen doch noch deutlich in ihrem Ton.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:07:01
Zitat von: Vince am 30 Juni 2007, 18:54:10
Dazu fällt mir ein schönes "Zurück in die Zukunft"-Zitat ein, das ich in solchen Zusammenhängen immer gerne verwende:

FEIGE SAU! ;)

P.S. Es wird auf ewig an dir nagen...

Nein, ich bin nicht feige, ich bin nur bescheiden und weiß wo meine Grenzen liegen. Ich verneige mich vor dieser Serie, ziehe meinen Hut und erweise ihr dadurch mehr Respekt, als würde ich ihr in einem Review mit meiner Polemik und Dummquatscherei nicht gerecht werden...

In zurückhaltender Geste,
Vega

:icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 30 Juni 2007, 19:09:42
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:07:01
Nein, ich bin nicht feige, ich bin nur bescheiden und weiß wo meine Grenzen liegen. Ich verneige mich vor dieser Serie, ziehe meinen Hut und erweise ihr dadurch mehr Respekt, als würde ich ihr in einem Review mit meiner Polemik und Dummquatscherei nicht gerecht werden...

In zurückhaltender Geste,
Vega

:icon_lol:

Dass du damit die bereits existierenden Reviews aber in den Dreck ziehst, weißt du schon, oder? ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:11:57
Zitat von: Vince am 30 Juni 2007, 19:09:42
Dass du damit die bereits existierenden Reviews aber in den Dreck ziehst, weißt du schon, oder? ;)

Neeeeeiiiinn, das ist mal wieder üble Nachrede. :icon_confused:

Na ja, ich sag lieber nix mehr, jeder fühlt sich ständig auf den Schlips getreten. :icon_sad:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 30 Juni 2007, 19:14:17
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:11:57
Neeeeeiiiinn, das ist mal wieder üble Nachrede. :icon_confused:

Na ja, ich sag lieber nix mehr, jeder fühlt sich ständig auf den Schlips getreten. :icon_sad:

:icon_lol:
Jetzt haben wir ihn weichgekocht...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 19:15:42
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:07:01
Nein, ich bin nicht feige, ich bin nur bescheiden und weiß wo meine Grenzen liegen. Ich verneige mich vor dieser Serie, ziehe meinen Hut und erweise ihr dadurch mehr Respekt, als würde ich ihr in einem Review mit meiner Polemik und Dummquatscherei nicht gerecht werden...

http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/bilder/11864-2.mp3
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:23:16
Ja ja... was hier defnitiv fehlt ist so ein Smiley mit 'nem großen Gähnen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 19:32:31
Sags mir das nächste Mal einfach deutlicher ;) :
(http://img137.imageshack.us/img137/6614/boesersmilie2lv1.gif)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 19:36:32
Crumb, was sollte denn dein Einspieler sein, ein erster eigener Versuch eines Reviews?  :LOL:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:37:39
Zitat von: Crumb B am 30 Juni 2007, 19:32:31
Sags mir das nächste Mal einfach deutlicher ;) :

Mit Vergnügen:

(http://www.xfilmberichte.de/images/smilies/blow_2.gif)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 19:44:15
Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 19:36:32
Crumb, was sollte denn dein Einspieler sein, ein erster eigener Versuch eines Reviews? 
Ich versuche nicht, ich tue. Und wenn dann wäre es auch nicht mein erstes, leidglich mein erstes Online erschienenes. Wobei ich durch meine Kommentare ständig User reviewe, und das meist kurz, knapp und präzise. Ich könnte ja meinen eigenen Autoren-Thread eröffnen und meine Beleidigungen darin verlinken.

@Vega :LOL: :rofl: Wer davon soll ich sein?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:46:20
Zitat von: Crumb B am 30 Juni 2007, 19:44:15
Ich versuche nicht, ich tue. Und wenn dann wäre es auch nicht mein erstes, leidglich mein erstes Online erschienenes. Wobei ich durch meine Kommentare ständig User reviewe, und das meist kurz, knapp und präzise. Ich könnte ja meinen eigenen Autoren-Thread eröffnen und meine Beleidigunge darin verlinken.

Jetzt wird er größenwahnsinnig. :icon_lol:

Zitat von: Crumb B am 30 Juni 2007, 19:44:15
@Vega :LOL: :rofl: Wer davon soll ich sein?

Ich mag beides, also können wir uns abwechseln. Schwieriger wird die Frage schon hierbei:

(http://www.xfilmberichte.de/images/smilies/liebe076.gif)



:icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 19:51:50
 :icon_eek:

ja bitte Crumb, mach das.  :LOL:

so, und jetzt weiterficken!  :rofl:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 19:52:50
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:46:20
Jetzt wird er größenwahnsinnig. :icon_lol:

Ich mag beides, also können wir uns abwechseln. Schwieriger wird die Frage schon hierbei:

(http://www.xfilmberichte.de/images/smilies/liebe076.gif)


Hab ich Dir bei der kurzen Begegnung so sehr den Kopf verdreht, bisher dachte ich immer, ich wirke nur auf Frauen so  :00000109:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 19:58:47
Zitat von: Crumb B am 30 Juni 2007, 19:52:50
Hab ich Dir bei der kurzen Begegnung so sehr den Kopf verdreht, bisher dachte ich immer, ich wirke nur auf Frauen so  :00000109:

Bist ja heute wieder die Bescheidenheit in Person. ;)

Und bei mir ist übrigens gar nix verdreht. (http://www.xfilmberichte.de/images/smilies/conf09.gif)

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 19:51:50
so, und jetzt weiterficken!  :rofl:

Lust mitzumachen? Wir könnten noch 'nen frechen Sklaven gebrauchen. (http://www.xfilmberichte.de/images/smilies/sado.gif)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 20:02:59
ja, gern. ich hatte beim Sex in letzter Zeit sowieso wenig zu lachen.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 20:04:54
Dann müssen wir aber die gleiche Kette bilden wie in "Shortbus", und uns beim Arschlochlecken lustig über Filme unterhalten :icon_lol:  :kotz:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Juni 2007, 20:06:49
Zitat von: Crumb B am 30 Juni 2007, 20:04:54
Dann müssen wir aber die gleiche Kette bilden wie in "Shortbus", und uns beim Arschlochlecken lustig über Filme unterhalten :icon_lol:  :kotz:

Wieso kam mir der Gedanke auch soeben? ;)

Also: Wie war das nochmal mit deiner einsamen Waldhütte, psychopaul? :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 30 Juni 2007, 20:07:59
Falls das hier so weiter geht, schlage ich die Umbenennung McKenzies in Domian vor.

Und ein Beleidigungsthread fehlt uns hier wirklich noch zum Glück. Crumbies Review-Aggro-Stübchen, oder so.
Da kann dann auch nach Herzenslust gespamt werden.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Juni 2007, 20:26:30
Was zum Teufel ist denn hier los???!!!!  :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Nivau komm raus, du bist umzingelt!

Ist das etwa die Rache für mein Six Feet Under-Statement?  :LOL:

Aber ihr habt euch geschnitten  :icon_twisted:- fahrt fort (mit eurer eigenen Deklassierung  :king:)! Welche Ehre wäre es mir zu behaupten, das sich zwei mainstreamige Turteltäubchen in meinem Thread gefunden haben und dabei auch gleich die Stellungen und Rollenverteilungen fürs nächste Treffen festgelegt haben.

Skol!  :pidu:

@ Psychopaul:

Zu deinem Posting gibt's später mehr da ich deine Fragen für äußerst beantwortenswert halte.

@ Chili Palmer:

Nur weil ich derartige homoerotische Ausschreitungen dulde solltest du mir nicht unterstellen, ich hätte das hier initiiert.  :nono: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 30 Juni 2007, 20:42:40
Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 20:26:30
Nur weil ich derartige homoerotische Ausschreitungen dulde solltest du mir nicht unterstellen, ich hätte das hier initiiert.  :nono: :icon_mrgreen:

Auf keinen Fall initiiert, aber du bietest diesen einsamen, suchenden Seelen mit deinem Thread gerade so schön ein Forum, da drängte sich mir der Vergleich förmlich auf.   :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Juni 2007, 20:47:48
Zitat von: Chili Palmer am 30 Juni 2007, 20:42:40
Auf keinen Fall initiiert, aber du bietest diesen einsamen, suchenden Seelen mit deinem Thread gerade so schön ein Forum, da drängte sich mir der Vergleich förmlich auf.   :icon_mrgreen:

Suchend? Die scheinen doch sehr genau zu wissen, was sie wollen!  :icon_mrgreen:

Zu dumm, das Sexualität meiner Meinung nach nichts Öffentliches sein sollte- sonst würde ich sofort mitmachen!  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 20:53:10
Nürnberg-Berlin dauert mit dem ICE nur 5 Stunden, mußt nicht mal umsteigen, gib Dir nen Ruck!  :algo:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Juni 2007, 21:08:46
Fahrkahrte, Pass-Bild und Steckbrief bitte per PM an mich (vor allem die Fahrkarte)!  :icon_lol:

(und ein engagierter Bodyguard im knappen Lack & Leder-Outfit der mich vor Rajko und seinen grünspanigen Stricknadeln schützt)  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 30 Juni 2007, 21:18:49
Hat sich erledigt:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:06:48
und lock doch den knackigen Jüngling nicht auch noch nach Berlin, zu mir hat er es nämlich nicht so weit und ihr seid doch eh schon zu zweit  :bawling: :LOL:

Ich mach dann mal einen freundschaftlichen Rückzieher :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
ich hab eh gewußt, dass ich das genauso gut gleich hier reinschreiben hätte können.  :icon_lol:  ;)

McKenzie, bevor du mir nicht auf SFU antwortest, nehmen diese Schwulitäten wohl kein Ende mehr  :icon_mrgreen: also bitte..  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Juni 2007, 21:55:27
Werde ich hier etwa per PM herumgereicht? Oder was?!  :anime:
Ihr Schacherer, ihr Barden, ihr Zuhälter, ihr Schnürsenkelverkäufer, ihr!  :icon_lol:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
McKenzie, bevor du mir nicht auf SFU antwortest, nehmen diese Schwulitäten wohl kein Ende mehr  :icon_mrgreen: also bitte..  ;)

Weißt du ein paar schöne Schwulitäten etwa nicht zu schätzen?  :icon_twisted:

Hast du übrigens nicht auch den Eindruck das Mr. Vincent Vega Crumb B bekehren will?

Aber du hast recht- ich antworte dir und verabschiede mich damit für einige Stunden (wahrscheinlich bis morgen mittag  :pidu:) aus diesem verseuchten, ruinierten Thread.

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 18:57:09

ich glaub, du mischt hier einiges durcheinander..  :icon_surprised:
OC California und deutsche Filmkunst oder Literatur sind jedenfalls extrem weit entfernt und in 80% der Fälle wohl auch die Konsumenten davon.  ;)
deshalb scheint mir auch deine Formulierung, es würde etwas (was auch immer) durch amerikanische...(Serien?) ersetzt, etwas schräg und nicht wirklich haltbar.

Noch kann man nicht von ersetzen sprechen (kann man vielleicht auch nie da dem Großteil der Deutschen ihre großartige Kultur inzwischen sonstwo vorbei geht) aber von infiltrieren meiner Meinung nach schon.   Ich hatte doch auch keinen Vergleich zwischen deutscher Filmkunst und "OC  :kotz: California" angestellt! Nur ist das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinem Land, zu seiner Kultur und Geschichte mindestens ebenso gestört wie das meinige zum Fernsehen. Und es sucht sich seine Ideale im Ausland. Und Frankreich ist ihnen zu süffisant und abgehoben, die Briten kulinarisch zu ekelhaft, die Italiener zu extrovertiert und die Tschechen zu arm- also wirft man einen Blick über den Ozean und sieht in Amerika das Land der 999 Wirtschaftswunder und des unermesslichen Reichtums in dem Uniformierung in und nerviger Individualismus out ist. Also zieht man sich amerikanische Musik, Filme, Fernsehsendungen- und serien, "Spezialitäten" und Umgangssprache rein bis zum Erbrechen- und verdrängt somit die eigene Nationalität und die unbequeme deutsche Wirklichkeit erfolgreich wenngleich mit erschreckenden, aber kaum wahrgenommenen Folgen (und jetzt wird es politisch und daher wünsche ich keine weiteren Postings zu dieser Aussage  :D)

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
ich finde es schön, dass du dich in deinem Alter bereits so für echte (Film)Kunst begeistern kannst, sage aber auch aus eigener Erfahrung, dass es auch ein Stück natürlich ist, dass man sich als Jugendlicher für Teeniesoaps wie ganz früher Melrose Place  :icon_lol: , DC oder heute eben OC interessiert. das gehört irgendwie dazu.  :icon_mrgreen:
und jemand, der über 25 oder 30 ist, beschäftigt sich mit so etwas sowieso nicht mehr in der Regel..

Natürlich ist das natürlich! Deswegen müssen wir uns ja auch um die Ergebnisse der Pisa-Studie und den zunehmenden Realitätsverlust von Jugendlichen Gedanken machen!  :icon_twisted: Ja, ich sehe das ganze Zeug hin und wieder auch ganz gerne. In Maßen genossen, ist das meiste gesund, auch Schmutz.  ;)

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
also gerade wegen arte (auch 3sat) kann ich es ja nicht verstehen, dass auch du das Leben ohne TV so toll findest, aber gut, du gehst ja anscheinend eh jeden Tag ins Kino, da fällt das nicht so ins Gewicht.  :icon_mrgreen:

Nicht jeden Tag, nur jeden zweiten!  :king: Dafür aber manchmal auch dreimal an einem Nachmittag / Abend (z. B. letzten Donnerstag: 17:00 "Verführung von Engeln", 19:00 "Der Schweinestall" 21:00 "Unholy Women" (als Vorführer). Und es gibt ja schließlich auch noch DVDs und VHS, nicht wahr? Derzeit habe ich sogar TV griffbereit- nur würden meine Eltern "Six Feet Under" wohl nicht besonders prickelnd finden. Da sie erzprotestantisch sind drohte einst schon bei "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" der Herzinfarkt. (btw, mein erster Horrorfilm)

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
ich hoffe es, denn banale oder durchschnittliche Ware, egal ob Film oder TV, hat bei mir keine Chance (und schon gar nicht auf die Höchstwertung).  ;)

Schön. Das hätte ich von dir auch nicht erwartet!

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
ja, das ist tatsächlich ein Problem, aber gibt es umgekehrt Filme, in denen solche Menschen im Mittelpunkt stehen? mir fällt gerade kaum etwas ein  :icon_confused: (vielleicht noch am ehesten so Leute wie Solondz..)

Nein, leider nicht viele. Eine Marktlücke? 
Einige Beispiele? "Behinderte Liebe", "Schwer verliebt", alle Gerard Depardieu und Marianne Sägebrecht-Filme ab 1990 aufwärts... (ich weiß, das war gemein)  :icon_rolleyes:


Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
naja, atemberaubende Kinofilme an allen Ecken und Enden  :icon_surprised:  :icon_lol:, da bist du vielleicht durch deinen eigenen (auch noch billigen??) Zugang zu den Programmkinos etwas verblendet.  ;)
klar gibt es unendlich viele gute Filme, die zu sehen sind, aber das reicht nicht als Argument, um gute Serien nicht genauso anzuschauen.

Ich meinte ja nicht nur aktuelle sondern auch ältere Kinofilme!  ;)
Aber derzeit bekommt man auch unter den deutschen Erstaufführungen einiges geboten. Und um deine indirekte Frage zu beantworten: Ich habe in zwei Nürnberger Programmkinos freien Eintritt, in einem weil ich dort vorführe und in dem anderen, weil ich Vorführer bin.  :king: Und ich grüble derzeit über eine Intrige, wie ich mich in die Presseliste der übrigen sowie des hiesigen Multiplex-Kinos auch noch einschmuggeln kann.  :icon_lol:

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
während es in der Filmkunst natürlich mehr um Bildsprache oder ähnliches geht, sind Serien immer schlicht gehalten, aber so wird, in gelungenen Fällen, eben der Blickpuinkt auf Personen und Zwischenmenschliches geschoben und das kann genauso bereichernd oder erhellend oder auch schlicht unterhaltsam sein wie ein bildgewaltiger oder surrealer Kinofilm.
Außerdem ist ein Riesenargument für Serien, und zwar genau jene Exemplare, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, dass durch die lange Laufzeit wesentlich mehr in die Tiefe bei Story und Charakterzeichnung gegangen werden kann, als dies bei einem 2-3 stündigen Film jemals der Fall wäre!

Aber den Vorzug den du Fernsehserien zuschreibst besitzen unzählige Kinofilme doch auch! Natürlich kann man die Figuren nicht in der gleichen Ausführlichkeit beschreiben, trotzdem sind außerordentlich komplexe und vielschichte Charakterisierungen auch in 90-Minuten-Filmen möglich! Man denke nur an Fassbinder oder Bergman, um mal zwei ganz Große zu nennen. Und gerade bei heutigen Autorenfilmen geht der Trend auch wieder in Richtung Schlichtheit, um den Figuren mehr Raum zu gewähren (nächste Woche geht's in Tomas Arslans "Ferien"- der wird vermutlich auch in dieser Liga spielen).

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
Das Problem hierbei ist wohl, dass es auch beim "Fernsehen" eine gewisse Unterteilung in den Mainstream und die etwas unabhängigeren und niveuavolleren Sachen gibt.  ;)

Na ja- ich weiß nicht...

Zitat von: psychopaul am 30 Juni 2007, 21:27:46
das ist nicht unbedingt zwingend notwendig, würde ich jetzt mal vorsichtig formulieren.  :icon_lol:

Ja, natürlich könnte ich mir die DVDs auch leihen und brennen oder die Serie herunterladen! Aber natürlich tut unsereins so etwas nicht!  ;)

So, gehabt euch wohl!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 1 Juli 2007, 03:29:02
Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 20:47:48
Zu dumm, das Sexualität meiner Meinung nach nichts Öffentliches sein sollte- sonst würde ich sofort mitmachen!  :icon_lol:

Von diesem bayrischen, Pardon: fränkischen, Irrglauben werden wir dich auch noch befreien. :icon_twisted: ;)

Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 21:55:27
Hast du übrigens nicht auch den Eindruck das Mr. Vincent Vega Crumb B bekehren will?

Nichts da, wenn er sich entschieden hat, ein Sklave seltsamer Wesen mit zwei nach außen geformten Wölbungen und einem wuscheligen Eingang vordererseits werden zu wollen, soll das so sein. :icon_mrgreen: Wobei er sich diesbezüglich nicht immer als kompetent erweist, wenn ich da an Christina Riccis ... Augen denke.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 1 Juli 2007, 04:02:03
Nicht immer kompetent? Eigentlich nie... darum sind mir Christinas Augen auch so wichtig. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 1 Juli 2007, 08:36:58
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  1 Juli 2007, 03:29:02
Von diesem bayrischen, Pardon: fränkischen, Irrglauben werden wir dich auch noch befreien. :icon_twisted: ;)

Irrglauben?

Die Angewohnheit, Sexualität zum öffentlichen Event umzugestalten ist eben eine Unsitte die überwiegend in Großstädten grassiert!  :icon_twisted: Ich bin alles andere als prüde und verklemmt, aber etwas so intimes gehört zwischen zwei Menschen und als Gesprächsthema vielleicht in einen vertrauten Freundeskreis, aber nicht in ein Internet-Forum zwischen Personen, die sich gegenseitig meist nicht kennen. Auch per PM wäre das nicht unbedingt problematisch, aber nicht hier, wo wer weiß wieviele Nasen mitriechen. Also haltet euer erotisches Kaffeekränzchen in Zukunft vielleicht doch besser im PM-Bereich ab!  ;)

Aber schön, das du wenigstens insofern Diplomatie bewiesen hast als du den unbedingt notwendigen Unterschied zwischen Franken und Bayern gezogen hast. Die fränkische Geschichte und Kultur währt bereits über 1000 Jahre, die des Freistaats Bayern gerade mal 200.  :icon_lol: Wir können und möchten mit den Weißwurst-Fressern nicht in einen Topf gesteckt werden!  :icon_twisted: Abgesehen davon bin ich ein multinational-kultureller Bastard mit hessischem, fränkischem, holländischem und russischem Blut in meinen Adern und lasse mich- ebenso wie mein Filmgeschmack- nirgendwo einordnen!  :king:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  1 Juli 2007, 03:29:02
Nichts da, wenn er sich entschieden hat, ein Sklave seltsamer Wesen mit zwei nach außen geformten Wölbungen und einem wuscheligen Eingang vordererseits werden zu wollen, soll das so sein. :icon_mrgreen:

:icon_eek: :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 1 Juli 2007, 19:15:30
so, dann wolle mer mal  :icon_mrgreen:
(auf die Schwulitäten geh ich jetzt nicht mehr ein, irgendwann wird selbst das gleichgeschlechtliche Liebeswerben öde  :icon_lol:)


Zitat von: McKenzie am 30 Juni 2007, 21:55:27
Noch kann man nicht von ersetzen sprechen (kann man vielleicht auch nie da dem Großteil der Deutschen ihre großartige Kultur inzwischen sonstwo vorbei geht) aber von infiltrieren meiner Meinung nach schon.   Ich hatte doch auch keinen Vergleich zwischen deutscher Filmkunst und "OC  :kotz: California" angestellt! Nur ist das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinem Land, zu seiner Kultur und Geschichte mindestens ebenso gestört wie das meinige zum Fernsehen. Und es sucht sich seine Ideale im Ausland. Und Frankreich ist ihnen zu süffisant und abgehoben, die Briten kulinarisch zu ekelhaft, die Italiener zu extrovertiert und die Tschechen zu arm- also wirft man einen Blick über den Ozean und sieht in Amerika das Land der 999 Wirtschaftswunder und des unermesslichen Reichtums in dem Uniformierung in und nerviger Individualismus out ist. Also zieht man sich amerikanische Musik, Filme, Fernsehsendungen- und serien, "Spezialitäten" und Umgangssprache rein bis zum Erbrechen- und verdrängt somit die eigene Nationalität und die unbequeme deutsche Wirklichkeit erfolgreich wenngleich mit erschreckenden, aber kaum wahrgenommenen Folgen (und jetzt wird es politisch und daher wünsche ich keine weiteren Postings zu dieser Aussage  :D)

Okay, den Aussagen kann ich bestens zustimmen. Die amerikanische Kultur hat sich hier schon sehr ausgebreitet. Wobei es mich mal interessieren würde, ob es da den anderen Staaten der westlichen Welt (Ausnahme Frankreich  :icon_mrgreen:) nicht auch so geht.
wer hat das in Bretzels Thread geschrieben (Chili?) über den "Schmelztiegel" und die damit einhergehende Erklärung des hollywoodschen (= amerikanischen) Einflusses und Erfolges, das fand ich recht gut getroffen.

ZitatNatürlich ist das natürlich! Deswegen müssen wir uns ja auch um die Ergebnisse der Pisa-Studie und den zunehmenden Realitätsverlust von Jugendlichen Gedanken machen!  :icon_twisted: Ja, ich sehe das ganze Zeug hin und wieder auch ganz gerne. In Maßen genossen, ist das meiste gesund, auch Schmutz.  ;)

na also.  :icon_twisted:
aber genauso wichtig ist es trotzdem gegen diesen Schmutz (also nicht den Trash  ;)) verbal vorzugehen, auch wenn man ihn trotzdem hin und wieder in Maßen heimlich selbst genießt.  :icon_mrgreen:  :respekt:

ZitatDerzeit habe ich sogar TV griffbereit- nur würden meine Eltern "Six Feet Under" wohl nicht besonders prickelnd finden. Da sie erzprotestantisch sind drohte einst schon bei "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" der Herzinfarkt. (btw, mein erster Horrorfilm)

hocken die denn selbst Tag und Nacht ständig vorm TV?  :icon_eek: oder wollen sie nebenbei in Ruhe lesen?  ;)



ZitatNein, leider nicht viele. Eine Marktlücke? 
Einige Beispiele? "Behinderte Liebe", "Schwer verliebt", alle Gerard Depardieu und Marianne Sägebrecht-Filme ab 1990 aufwärts... (ich weiß, das war gemein)  :icon_rolleyes:

LOL. aber interessant, dass dir auch nicht viel einfällt.
wie ich schon vermutete, ist das wohl ein generelles Problem, selbst in der "Indie Szene" werden wohl selten dicke, häßliche Leute überhaupt Schauspieler.


ZitatIch meinte ja nicht nur aktuelle sondern auch ältere Kinofilme!  ;)


Okay, da ist das Angebot schon etwas größer, ja.  :icon_smile:

ZitatUnd ich grüble derzeit über eine Intrige, wie ich mich in die Presseliste der übrigen sowie des hiesigen Multiplex-Kinos auch noch einschmuggeln kann.  :icon_lol:

Mc Kenzie, in einem trojanischen Pferd mitten ins Herz des Feindes, na Mahlzeit.  :king:

ZitatAber den Vorzug den du Fernsehserien zuschreibst besitzen unzählige Kinofilme doch auch! Natürlich kann man die Figuren nicht in der gleichen Ausführlichkeit beschreiben, trotzdem sind außerordentlich komplexe und vielschichte Charakterisierungen auch in 90-Minuten-Filmen möglich! Man denke nur an Fassbinder oder Bergman, um mal zwei ganz Große zu nennen. Und gerade bei heutigen Autorenfilmen geht der Trend auch wieder in Richtung Schlichtheit, um den Figuren mehr Raum zu gewähren (nächste Woche geht's in Tomas Arslans "Ferien"- der wird vermutlich auch in dieser Liga spielen).

Ja. Nein. Jein.  :icon_mrgreen:


ZitatNa ja- ich weiß nicht...

ich muß auch vorsichtig sein mit der Ansetzung des Niveaus. auch mir ist klar, dass die Leute, die etwas Bestimmtes zu sagen und zu zeigen haben, eher in der Filmwelt zuhause sind als im TV. dennoch gibt es auch dort deutliche Unterschiede in Sachen Ambitioniertheit.
(auch wenn ein generelles Problem der Serien, die Ausschlachtung und Dehnung über unendliche Seasons nicht von der Hand zu weisen ist uns selbst die besten Projekte mit der Zeit verwässert..)

ZitatJa, natürlich könnte ich mir die DVDs auch leihen und brennen oder die Serie herunterladen! Aber natürlich tut unsereins so etwas nicht!  ;)

Ja, wollen wir die Höllenpforten durch solche unwürdige Taten besser nicht öffnen.  :icon_twisted:

--------------

hmmm, fast schade, dass die Antwort so konsens-ig ausgefallen ist.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 1 Juli 2007, 19:26:12
Zitat von: psychopaul am  1 Juli 2007, 19:15:30
wer hat das in Bretzels Thread geschrieben (Chili?) über den "Schmelztiegel" und die damit einhergehende Erklärung des hollywoodschen (= amerikanischen) Einflusses und Erfolges, das fand ich recht gut getroffen.

Da du das als gut getroffen empfunden hast, kann das doch nur ich gewesen sein.  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 1 Juli 2007, 19:30:07
my pleasure, Mr. L.  :icon_lol:  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 1 Juli 2007, 19:33:28

Die Firma dankt, Mr. B.  :icon_cool:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 6 Juli 2007, 01:59:24
Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Die Besprechung dieses Films zu diesem Zeitpunkt ist reiner Zufall!  :icon_mrgreen:

Ein schwuler Skandalfilm aus Frankreich - aus dem Jahr 1964. Gedreht von einem der damals produktivsten Auftragsfilmer Galliens und dementsprechend auch aus ganz anderen Gründen skandalös...

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=95868&rid=251190
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Juli 2007, 19:19:07
Passend - und zugleich auch kontrovers - zu der jüngst begonnenen Diskussion um das deutsche Kino einige Gedanken zu einem Film, der in der deutschen Filmgeschichte sicherlich einen besonderen Status einnimmt und leider nach wie vor einer völlig falschen Sparte zugerechnet wird. Es wird höchste Zeit das sowohl Publikum als auch Kritik die Seriosität und Bedeutung von Jörg Buttgereits Filmen erkennen.

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=3600&rid=252194
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 11 Juli 2007, 19:36:36
Uff! Jörg Buttgereits "Schramm" liegt in meiner geliebten Programmvideothek auch unter der Ladentheke so rum, aber ich konnte mich bis dato nicht so recht entscheiden, ob ich das auch sehen will! ;) Jetzt könnte es aber vielleicht doch demnächst soweit sein, dank Deiner Besprechung! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Juli 2007, 19:58:08
Tu das! Ich denke schon das du Zugang dazu finden wirst. Und wenn du schonmal beim deutschsprachigen Serienkiller-Drama bist solltest du dir unbedingt noch Gerald Kargls Angst (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=12117) den ich in der Kritik auch erwähnt habe, ansehen - vorrausgesetzt du kennst ihn nicht schon. Das ist wirklich ein überragendes Meisterwerk, bei dem man sich verwundert die Augen reibt, wie so ein Film im Österreich der 80ziger entstehen konnte.  :icon_eek:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 14 Juli 2007, 02:45:17
Zitat von: Naruse am 10 Juli 2007, 11:30:04
Hallo Bretzelburger,

ich verfolge einige deiner Kritiken schon seit einiger Zeit, und bin sehr froh darüber, dass sich in der OFDb endlich einmal Yasujiro Ozu angenommen wurde. Jetzt fehlen nur noch Regisseure wie Naruse, Mizoguchi, Yamanaka etc. ;-)

Ich hoffe das der Verfasser dieses Postings nicht enttäuscht ist, das ich dieser Anregung vor Bretzelburger nachkomme!  ;)

Wie der Zufall es nämlich will, werden im Rahmen der japanischen Filmtage (http://www.kubiss.de/kultur/info/kuf/Filmhaus/html/archiv/FilmlandJapan.html) hier in Nürnberg an diesem und dem kommenden Wochenende auch fünf Filme von Mikio Naruse gezeigt und da sich derartige Gelegenheiten (ältere asiatische Filme auf der Kinoleinwand zu erleben) ohnehin nur selten ergeben, konnte ich natürlich nicht nein sagen.

Ich hoffe, das es mir gelungen ist, einen kleinen, aufschlussreichen Eindruck von Naruses frühem Werk "Drei Schwestern mit reinem Herzen" aka "The Asakusa Girls" zu vermitteln:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=121206&rid=252580
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 14 Juli 2007, 03:33:09
Ich habe damit sicher kein Problem, da ich mir schon einen anderen der dort aufgeführten Regisseure ausgesucht habe. Bei der unendlichen Vielfalt an Filme ist eine gewisse Zusammenarbeit und Aufteilung sowieso sinnvoll :-)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 14 Juli 2007, 03:39:31
Zitat von: Bretzelburger am 14 Juli 2007, 03:33:09
Ich habe damit sicher kein Problem, da ich mir schon einen anderen der dort aufgeführten Regisseure ausgesucht habe.

Lass mich raten: Mizoguchi?  ;) Dem wollte ich auch längst auf den Zahn, respektive aufs Zelluloid fühlen, aber leider gibt es hier keine Programm-Videothek wie bei euch in Dresden!  :icon_sad:

Zitat von: Bretzelburger am 14 Juli 2007, 03:33:09
Bei der unendlichen Vielfalt an Filme ist eine gewisse Zusammenarbeit und Aufteilung sowieso sinnvoll :-)

:respekt:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 14 Juli 2007, 03:54:43
Richtig, es handelt sich um Mizoguchi. So schön übrigens meine Videothek ist, so sehr beneide ich dich um deine "Filmreihen", wie zuletzt mit Pasolini Filmen. So etwas wird hier doch eher selten gezeigt und so ärgere ich mich gerade aktuell, daß in Dresden weder "Die Italiener" noch Antonionis "Blow Up" im Kino läuft.Vielleicht ja nächste Woche...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 14 Juli 2007, 03:57:44
Zitat von: Bretzelburger am 14 Juli 2007, 03:54:43
Richtig, es handelt sich um Mizoguchi. So schön übrigens meine Videothek ist, so sehr beneide ich dich um deine "Filmreihen", wie zuletzt mit Pasolini Filmen. So etwas wird hier doch eher selten gezeigt und so ärgere ich mich gerade aktuell, daß in Dresden weder "Die Italiener" noch Antonionis "Blow Up" im Kino läuft.Vielleicht ja nächste Woche...

Solche Filme brauchen manchmal auch etwas, um von Programmkino zu Programmkino zu tingeln... mach dir nichts draus, ich werde mich in zwei Wochen des "Italieners" schon einmal annehmen und du kannst dich ja dann später dazu gesellen und meine vermutlich misslungene Kritik in die Schranken verweisen.  :icon_mrgreen:
"Blow up"... manche Meisterwerke meide ich lieber um sie durch meine Zeilen nicht zu verunstalten...  :icon_redface:
Manchmal beneide ich dich auch um deinen Mut, dem die Stirn zu bieten (und das meistens noch so ansehnlich). Mir geht es da ähnlich wie Hankey: Vorsorglich lieber zurückhalten.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Fastmachine am 15 Juli 2007, 22:57:17
Japanische Filmtage! Natürlich in Nürnberg. Da werde ich ganz neidisch. Sowas hätte ich auch gern, da meine Kenntnis des klassischen japanischen Films nicht nur lückenhaft, sondern eine einzige Lücke ist.
Deine und Bretzelburgers verdienstvolle Reviews habe ich gelesen als (fast) Neuling auf dem Gebiet. Daher keine Fachsimpelei, nur meine Bewertung aus der Sicht eines Laien: Dein Review ist eine sehr gute Hinführung auf ein fremdes, ungewohntes Gebiet und macht Lust auf mehr.

Ansonsten möchte ich natürlich auch weiterhin abwechslungsreiche Kost von Dir lesen und wollte mal fragen, ob man von Dir mal in näherer Zukunft ein Review zu "Barbarella" erwarten kann? Du hast ja sowas angedeutet. Ich glaube, Du wärst genau der Richtige dafür.


Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 15 Juli 2007, 23:20:05
Zitat von: Fastmachine am 15 Juli 2007, 22:57:17
Japanische Filmtage! Natürlich in Nürnberg. Da werde ich ganz neidisch. Sowas hätte ich auch gern, da meine Kenntnis des klassischen japanischen Films nicht nur lückenhaft, sondern eine einzige Lücke ist.

Ja, ganz entgegen dem Bild, das Fremde von Nürnberg haben (schöne, historische Proleten-Stadt  :icon_evil:) ist unsere Kinolandschaft sehr vielfältig. Allerdings hat das gleiche Kino auch vor zwei Jahren eine mehr als peinliche Kurosawa-"Werkschau" mit nur 8 Filmen und diese größtenteils nur als DVD-Beam gebracht. Die Naruse-Filme sind glücklicherweise allesamt als 35mm-Kopien verfügbar.

Zitat von: Fastmachine am 15 Juli 2007, 22:57:17
Daher keine Fachsimpelei, nur meine Bewertung aus der Sicht eines Laien: Dein Review ist eine sehr gute Hinführung auf ein fremdes, ungewohntes Gebiet und macht Lust auf mehr.

Das schönste aller Komplimente. Danke!  :icon_redface:

Zitat von: Fastmachine am 15 Juli 2007, 22:57:17
Ansonsten möchte ich natürlich auch weiterhin abwechslungsreiche Kost von Dir lesen und wollte mal fragen, ob man von Dir mal in näherer Zukunft ein Review zu "Barbarella" erwarten kann? Du hast ja sowas angedeutet. Ich glaube, Du wärst genau der Richtige dafür.

Mir ist zwar nicht klar, wo ich etwas in der Richtung angedeutet haben soll, aber meine 10/10-Wertungs verdeutlich natürlich das ich "Barbarella" LIEBE!  :love: :love: :love:

Und gerade deswegen habe ich bisher gekniffen. Allerdings würde ich sehr gerne eine Kritik schreiben, nur sind gerade diese Filme fast noch schwieriger zu rezensieren als diverse Autorenfilme da man diesen ganz speziellen, genialischen Irrsinn kaum in Worte fassen kann.  :icon_sad: :icon_mrgreen:

Über kurz oder lang komme ich daran aber wohl nicht vorbei, genauso wie "Blow up" (by the way: deine Kritik ist toll!), "Spiel mir das Lied vom Tod", "Die rote Wüste" oder "Ekel". Wenn man einen Film sehr verehrt kann das mitunter eine gigantische Hürde sein...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 21 Juli 2007, 01:32:45
Bevor ich wieder "vielseitiger" werde ( ;)) noch einmal Naruse. Leider nicht ganz so frisch wie "Drei Schwestern mit reinem Herzen" aber immer noch sehr ansehnlich und überraschend modern:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=83282&rid=253453
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 27 Juli 2007, 23:22:39
Ich möchte meinen Autoren-Thread an dieser Stelle kurz missbrauchen und mit Nachdruck auf die erste OFDb-Kritik eines guten Freundes hinweisen.

Gemeinsam haben wir vorgestern "Starship Troopers" angesehen und waren beide begeistert von dem Film aber entsetzt über den Umstand das offenbar 80% der Zuschauer ihn tatsächlich für bare Münze nehmen. Die zahllosen OFDb-Reviews geben tatsächlich ein erschreckendes Bild ab von der filmischen Auffassungsgabe zahlreicher User.

Jedenfalls hat er mit seiner ersten Kritik - wir haben nach dem Film parallel unsere Kritiken geschrieben (ihn musste ich allerdings ein wenig anfeuern) - einen echten Volltreffer gelandet indem er dem Film mit der gleichen satirischen Übersteigerung - man könnte schon beinahe von Pervertierung sprechen - begegnet wie Verhoeven seiner Geschichte.

Enjoy:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=116&rid=254131

:respekt: :respekt: :respekt: :LOL:

Meine eigene Kritik reiche ich in Kürze nach!  ;) :pidu:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Sarge am 27 Juli 2007, 23:28:30
Zitat von: McKenzie am 27 Juli 2007, 23:22:39
Ich möchte meinen Autoren-Thread an dieser Stelle kurz missbrauchen und mit Nachdruck auf die erste OFDb-Kritik eines guten Freundes hinweisen.

Gemeinsam haben wir vorgestern "Starship Troopers" angesehen und waren beide begeistert von dem Film

Da musste ja auch was im Busch sein! :icon_mrgreen:http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,70757.60.html (http://www.gemeinschaftsforum.com/forum/index.php/topic,70757.60.html)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 28 Juli 2007, 12:14:44

Jaja, nun kann ich´s ja zugeben: McKenzie ist mein Zweitaccount!  :LOL:

Im Ernst, da ist mir Mr. Bickle aber was schuldig, jetzt, da ich ihm so formidabel die Bühne bereitet habe.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 Juli 2007, 19:59:56
Es ist vollbracht. Ich fürchte das ich mich zu sehr der Genugtuung, die ich beim Sichten des Films verspürte, hingegeben habe aber sonst war es ein echter Genuss, "Starship Troopers" zu besprechen. Ich hoffe dass man meiner Kritik das auch anmerkt:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=116&rid=254482

;)

Zitat von: Chili Palmer am 28 Juli 2007, 12:14:44
Im Ernst, da ist mir Mr. Bickle aber was schuldig, jetzt, da ich ihm so formidabel die Bühne bereitet habe.  :icon_mrgreen:

Ich malträtiere ihn schon permament, weitere Kritiken zu schreiben.  :icon_mrgreen: Da er ein vielbeschäftigter Besucher des Filmfests München war, gibt er vielleicht wenigstens noch einige Kurzkommentare ab. Übrigens zur Entwarnung: Er steht Hollywood nicht einmal halb so misstrauisch gegenüber wie ich.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 28 Juli 2007, 12:14:44Jaja, nun kann ich´s ja zugeben: McKenzie ist mein Zweitaccount!  uglyhammer_2

Das hättest du wohl gerne!  :LOL:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 29 Juli 2007, 20:27:05
Zitat von: McKenzie am 29 Juli 2007, 19:59:56
Ich hoffe dass man meiner Kritik das auch anmerkt:

Jau, schön zu lesen, hat mir gefallen. Hatte mir bis zu Travis' Kritik in der OFDb noch gar nichts zu "Starship Troopers" durchgelesen, weswegen mich deine Erwähnung, der Film werde fast durchgehend falsch aufgenommen, schwer schockiert hat. Da galt es ja wirklich eine Unwucht zu beheben. Umso besser, dass du doch noch einen Brainbug aufs Schlachtfeld geschickt hast. Wollen wir mal hoffen, dass er das eine oder andere Kopfzerbrechen verursacht. 

Du kannst zwar nicht aus deiner Haut,

ZitatUnd bevor er mit seinem jüngsten Werk ,,Zwartboek" Amerika dankenswerterweise den Rücken zukehrte
ZitatDaher setzt eine korrekte und vergnügliche Rezeption des Films unter Umständen auch ein gewisses Maß an contra-amerikanischer Skepsis voraus
ZitatDie bewusst extrem hölzern gehaltene Narration wird immer wieder von Nachrichtenmeldungen und Fernsehspots durchbrochen, auf die man beim Axel Springer-Verlag und bei Goebbels stolz wäre.

aber man soll natürlich auch merken, dass die Kritik von dir stammt, gehört halt zu deinem Stil, solche "Aufreger" zu platzieren. Aber es sei mir verziehen, dass ich besagte Aufreger lediglich registriere, sie mich jetzt aber nicht in flammende Diskussionswut versetzen. Dafür bin ich momentan zu müde (vom Hollywood-Morphium verursachte Diskurslähmung?  :icon_lol:).

Insgesamt ist jetzt soviel in Richtung der satirischen Qualitäten des Films durch Travis und dich geschrieben worden, dass meine eigenen Reviewpläne hinsichtlich "Starship Troopers" bequem ad acta gelegt werden können.

Zitat von: McKenzie am 29 Juli 2007, 19:59:56
Übrigens zur Entwarnung: Er steht Hollywood nicht einmal halb so misstrauisch gegenüber wie ich.  ;)

Einer genügt auch völlig.  :king:

Zitat von: McKenzie am 29 Juli 2007, 19:59:56
Das hättest du wohl gerne!  :LOL:

Um Himmels Willen!  :LOL:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 31 Juli 2007, 05:17:50
Ich bin schockiert - das ich nach einem Tarantino-Film jemals das Kino begeistert verlassen würde hätte ich nicht mehr erwartet. :icon_eek:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=131259&rid=254771

Aber letzlich bleibt immer noch Genugtuung - denn im Gegensatz zu 90 % der Fans halte ich "Death Proof" schon jetzt für seinen bislang besten und souveränsten Film.  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 31 Juli 2007, 06:00:48
Freut mich zu hören das dir Death Proof zugesagt hat, da wird dir Planet Terror bestimmt auch gefallen, da wird nochmal so richtig auf die Kacke gehauen. Zwei Dinge haben mich in deiner Punkteverteilung aber stark gewundert: nachdem du Kill Bill 1 und 2 jeweils acht Punkte gegeben hast, bist du doch nunmehr schon dreimal zufrieden gewesen oder?

Jetzt muss ich nochmal zu deinen Missetaten kommen ;): Pulp Fiction, From Dusk Till Dawn und (hat zwar nichts mit dem Thema zu tun) Life of Brian nur drei Punkte?  :LOL: Das geht ja mal garnicht.Reviews bitte und zwar schnell!  :icon_twisted:
Revanchiere mich gerne obwohl ich ja immer noch auf Verrückt nach Mary warte  :andy:

Und zu Tarantinos Selbstverliebtheit: Mit der ist er immer selbstironisch umgegangen und auch frühere Filme waren schon sehr "ehrlich", beispielsweise sein tolles Drehbuch zu True Romance. Auch seine Liebeserklärung in Bezug auf das Blaxploitation-Kino, Jackie Brown, halte ich für außerordentlich unterschätzt in seiner qualitativen Größe, da würde mich deine Meinung auch interessieren. Und da komme ich auch zu deiner Kritik, die sehr schön geschrieben ist und die Stärken des Films sehr gut herausarbeitet. Deshalb wundere ich mich über deine schlechte Meinung zu den alten Filmen, denn mit deiner hier beschriebenen Sichtweise auf den Film triffst du genau das Besondere, dass Tarantinos Filme schon von Beginn an auszeichnen. Das Reservoir Dogs von Roger Avery geklaut ist trifft meines Wissens nach nicht zu, auch wenn man sich über das Drehbuch zu Pulp Fiction natürlich streiten kann. Das der Mann trotzdem ein Autorenfilmer ist, steht absolut fest, wie man den Begriff auch definieren mag. Übrigens: toller Vergleich, Russells Rolle mit Harmstorf zu assoziieren - gute Idee finde ich.

Ansonsten liest sich die Kritik wie immer gut und geht auch unter die Oberfläche - versuch das mal bei Pulp Fiction  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 31 Juli 2007, 11:16:54
Ich gehe mit deiner Haltung absolut konform, dass es sich bei "Death Proof" um eine Weiterentwicklung des Filmregisseurs Tarantino handelt. Auch deiner Review ist es anzumerken, dass es nicht ganz leicht ist, in dem scheinbar an typischen Mustern orientierten äußerlichen Rahmen genau die Essenzen herauszukristallisieren, die den Unterschied zu seinen früheren Werken ausmachen (etwas, was auch gar nicht Jedem auffällt).

Ich habe mich mit deiner sonstigen Tarantino-Bewertung noch nicht auseinandergesetzt, kann aber Copfkiller in so weit beipflichten, dass sein Drehbuch zu "True Romance" sicherlich seine beste und in deinen Worten gesagt "ehrlichste" frühe Leistung ist, was ich auch in meiner "Pulp Fiction" Review andeutete. Ebenfalls halte ich auch "Jackie Brown" für allgemein unterschätzt. Hier erkennt man schon etwas davon, was sich in "Kill Bill" weiter entwickelte und in "Death Proof" richtig durchschlägt - eine Komplexität in der Tiefe unter dem Deckmäntelchen des groben Spaßes.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 31 Juli 2007, 12:25:56
Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Freut mich zu hören das dir Death Proof zugesagt hat, da wird dir Planet Terror bestimmt auch gefallen, da wird nochmal so richtig auf die Kacke gehauen.

Ich bezweifle stark, das Rodriguez das toppen kann, vor allem mit viel Kunstblut statt Drehbuch. Aber man wird sehen - in der Preview in zwei Wochen.  :king:

ZitatZwei Dinge haben mich in deiner Punkteverteilung aber stark gewundert: nachdem du Kill Bill 1 und 2 jeweils acht Punkte gegeben hast, bist du doch nunmehr schon dreimal zufrieden gewesen oder?

Zufrieden schon, aber nicht glücklich. Ich lehne Werner Herzog als Mensch beispielsweise massiv ab, schätze seine Filme aber sehr.

Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Jetzt muss ich nochmal zu deinen Missetaten kommen ;): Pulp Fiction, From Dusk Till Dawn und (hat zwar nichts mit dem Thema zu tun) Life of Brian nur drei Punkte?  :LOL: Das geht ja mal garnicht.

Und wie das geht! :icon_mrgreen: Pulp Fiction ist allerdings schon länger her, From dusk till dawn bisher nur auf deutsch gesichtet worden und das Leben des Brian unter suboptimalen Umständen. Trotzdem denke ich nicht, das einer dieser drei die 5 Punkte überschreiten würde.

Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Reviews bitte und zwar schnell!  :icon_twisted:

Lieber nicht... :scar: Ich bin derzeit sowieso überfordert weil ich permanent Review-"pflichtige" Filme sehe und nur jeden fünften bewältige. Und dann einen ohnehin schon hochwohlgeborenen Film wie "Pulp Fiction" verreissen? Nicht sehr reizvoll. Obwohl ich es eigentlich tun müsste um hier nicht als Feigling zu gelten (siehe "Death Proof": "Und wenn ich es doch tue?" :icon_lol:).

Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Revanchiere mich gerne obwohl ich ja immer noch auf Verrückt nach Mary warte  :andy:

Ich habe schon ein reizvolles Konzept für die Kritik und den Film auf einer deutschen VHS aber um der lieben Gerechtigkeit willen will ich diesmal bewusst die fiese dt. Synchro vermeiden. Wird dem Review evtl. zugute kommen. Es dauert also noch ein wenig doch ich habe es nicht vergessen! (nicht so wie Mr. Hankey meine PM!  :anime: ;))

Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Und zu Tarantinos Selbstverliebtheit: Mit der ist er immer selbstironisch umgegangen und auch frühere Filme waren schon sehr "ehrlich", beispielsweise sein tolles Drehbuch zu True Romance.

Hmm - wie kann man mit der eigenen Selbstverliebtheit selbstironisch umgehen?  :00000109: Entweder man ist selbstironisch oder selbstverliebt - aber beides?

Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Übrigens: toller Vergleich, Russells Rolle mit Harmstorf zu assoziieren - gute Idee finde ich.

Ahhh - es kennt ihn also noch jemand, unseren roten Nordbären!  :icon_razz:  :respekt: Zwei Sauhunde vom gleichen Schlage. Nur das der ältere leider von der bösen Zeitung mit den vier Buchstaben in den Selbstmord getrieben wurde!  :anime:
Eine Kritik zu "Blutiger Freitag" (auch ein typischer "Grindhouse"-Film) mit Harmstorf wäre auch einmal einige Stunden wert...

Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 06:00:48
Ansonsten liest sich die Kritik wie immer gut und geht auch unter die Oberfläche - versuch das mal bei Pulp Fiction   :icon_mrgreen:

Wenn mir irgendwann einmal langweilig sein sollte... :LOL:

Zitat von: Bretzelburger am 31 Juli 2007, 11:16:54
Ich gehe mit deiner Haltung absolut konform, dass es sich bei "Death Proof" um eine Weiterentwicklung des Filmregisseurs Tarantino handelt.

Irgendwie scheinen das aber nur die wenigsten zu registrieren. Auf mein begeistertes Posting in einem anderen Forum erhielt ich folgende Antwort:

ZitatCouldn't disagree with you more. Perhaps because I'm an ardent Tarantino admirer, I thought Death Proof possibly his weakest effort to date, and the dialog was forced and far too deliberate. All too often I just expected an actor to stop look at the camera and say "I'm reading Quentin Tarantino's dialog isn't it cool?"

Wohlgemerkt aus einem eher Arthouse-orientierten Board. Gerade hier sollten die wahren Vorzüge des Films besser zur Geltung kommen. Wie gesagt, "Kill Bill" war auch eine Hommage aber nicht halb so eigenständig.

ZitatAuch deiner Review ist es anzumerken, dass es nicht ganz leicht ist, in dem scheinbar an typischen Mustern orientierten äußerlichen Rahmen genau die Essenzen herauszukristallisieren, die den Unterschied zu seinen früheren Werken ausmachen (etwas, was auch gar nicht Jedem auffällt).

Ich habe ja auch einen kurzen Vergleich zu Paul Verhoeven gezogen. Die beiden ähneln in ihrer Arbeitsweise in vielem wenngleich ich Verhoeven für den weit kreativeren und besseren Regisseur halte.

ZitatEbenfalls halte ich auch "Jackie Brown" für allgemein unterschätzt.

Dito. Allerdings ist er noch uneigenständiger als "Kill Bill".

ZitatHier erkennt man schon etwas davon, was sich in "Kill Bill" weiter entwickelte und in "Death Proof" richtig durchschlägt - eine Komplexität in der Tiefe unter dem Deckmäntelchen des groben Spaßes.

Na ja - diese Tiefe unter dem blutigen Deckmäntelchen hat er wohl eher aus den asiatischen und italienischen Vorbildern mit herübergerettet und nicht selbst erfunden.

Danke für eure Blumen im Übrigen. Ich bin nämlich wieder einmal nicht besonders glücklich mit dem Review. Gerade die besagte Tiefe hätte ich vielleicht etwas deutlicher herausarbeiten sollen. :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 31 Juli 2007, 13:03:09
Zitat von: McKenzie am 31 Juli 2007, 12:25:56
Pulp Fiction ist allerdings schon länger her, From dusk till dawn bisher nur auf deutsch gesichtet worden und das Leben des Brian unter suboptimalen Umständen.

Auf einer Beerdigung?  :00000109:

Im Ernst, da stehst du jetzt wohl unter Review-Zugzwang, denn ich hätte nicht gedacht, dass jemand doch noch Hankey vom Thron der "mir-die-Sprache-Verschlager" stoßen würde. DAS möchte ich jetzt schon gern begründet haben.  :eek:

Jetzt aber wirklich im Ernst: Musst dich jetzt zu nichts gezwungen fühlen. Freier Mensch. Freier Wille. Blabla.  :icon_razz:
Aber es wäre wirklich schön, wenn du diese völlig unerwartete Ablehnung irgendwie untermauern könntest.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 31 Juli 2007, 13:22:05
Also, ich muss nochmal drauf zurück kommen. Das Leben des Brian gehört meines Erachtens nach zu den brillantesten Komödien aller Zeiten und da halte ich deine Äußerung auch für sehr knapp, jedenfalls völlig unnachvollziehbar. Ähnlich gehts mir bei den beiden anderen, neueren Filmen, denen man sicher keine zehn Punkte geben muss - drei Punkte sind aber purer Hohn. Schließlich kann man auch die von dir so geliebten Meister wie Hitchcock, Fellini oder Pasolini mit 1-Punkt-Wertungen abstrafen, nur weil man persönlich nicht mit dem Stil dieser Filme klar kommt. ;)

Hab mir gestern zu Bergmans Ehren nochmal Persona angesehen, dem hat auch ein User nur drei Punkte gegeben.  :LOL: Dasselbe gilt für Wilde Erdbeeren, der einmal zwei Punkte bekommen hat. Ebenso schleierhaft wie diese Bewertungen sind mir auch die drei Beispiele aus deiner Bewertungsliste. Das siebte Siegel wurde sogar einmal mit der Tiefstwertung bedacht.

Zu Verrückt nach Mary: Du willst doch wohl keine Doktorarbeit schreiben, wozu wochenlange Vorbereitung nötig ist? Soooviel Mühe habe ich mir bei Düstere Legenden doch auch nicht gemacht. Aber hätte ich Das Leben des Brian zuerst entdeckt, wäre das ohnehin mein Wunsch gewesen für eine Kritik deinerseits. Wer würde sonst mal einen Verriss zu diesem Film schreiben? Deinen Rat, mir auch mal nen richtigen Autorenfilm zum besprechen vorzunehmen, den werde ich demnächst auch mal umsetzen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Stefan M am 31 Juli 2007, 16:45:11
Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 13:22:05
Also, ich muss nochmal drauf zurück kommen. Das Leben des Brian gehört meines Erachtens nach zu den brillantesten Komödien aller Zeiten und da halte ich deine Äußerung auch für sehr knapp, jedenfalls völlig unnachvollziehbar.

Kurzer Einwurf: Ich liebe "Das Leben des Brian" auch von vorne bis hinten - und obwohl ich dachte, man könne den Film problemlos in der sogenannten "Alltime-Favorite"-Schublade einordnen, habe ich erst vor knapp über einer Woche verblüffend zur Kenntnis nehmen müssen, daß dem eben nicht so ist. Da saß ich mit mehreren Leuten vor dem Fernseher, der Film sollte der krönende Abschluß eines gelungenen Grillabends werden, die Laune war (trotz vorhandener Müdigkeit) bestens. Allerbeste Voraussetzungen, doch was geschah? Es wollte und wollte irgendwie keine rechte Stimmung aufkommen. So ab Mitte des Films merkte ich sogar, wie der Wunsch in mir aufkeimte, jetzt könnte langsam Schluß sein. Ich weiß auch nicht, woran es lag, aber es gibt sie offenbar tatsächlich, diese "suboptimalen Umstände".

Außerdem kenne ich genügend Leute, die "Das Leben des Brian" und Monty Python allgemein wenig bis gar nichts abgewinnen können. Eine Mitbewohnerin meinte schlicht, sie fände den Film nicht witzig. Wieder andere fühlen sich allein schon durch das Gequäke von Brians Mutter gestört. Kult hin oder her: Warum sollten die also keine 3/10 geben, wenn sie der ganze Film nervt? ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Red Shadow am 31 Juli 2007, 17:45:37
Zitat von: Stefan M am 31 Juli 2007, 16:45:11
Kurzer Einwurf: Ich liebe "Das Leben des Brian" auch von vorne bis hinten - und obwohl ich dachte, man könne den Film problemlos in der sogenannten "Alltime-Favorite"-Schublade einordnen, habe ich erst vor knapp über einer Woche verblüffend zur Kenntnis nehmen müssen, daß dem eben nicht so ist. Da saß ich mit mehreren Leuten vor dem Fernseher, der Film sollte der krönende Abschluß eines gelungenen Grillabends werden, die Laune war (trotz vorhandener Müdigkeit) bestens. Allerbeste Voraussetzungen, doch was geschah? Es wollte und wollte irgendwie keine rechte Stimmung aufkommen. So ab Mitte des Films merkte ich sogar, wie der Wunsch in mir aufkeimte, jetzt könnte langsam Schluß sein. Ich weiß auch nicht, woran es lag, aber es gibt sie offenbar tatsächlich, diese "suboptimalen Umstände".

Außerdem kenne ich genügend Leute, die "Das Leben des Brian" und Monty Python allgemein wenig bis gar nichts abgewinnen können. Eine Mitbewohnerin meinte schlicht, sie fände den Film nicht witzig. Wieder andere fühlen sich allein schon durch das Gequäke von Brians Mutter gestört. Kult hin oder her: Warum sollten die also keine 3/10 geben, wenn sie der ganze Film nervt? ;)

Bei den Komödien herrscht Anarchie - man ist wohl auch in keinem anderen Bereich bewertungs – und geschmackstechnisch inkonsequenter. Du kennst also viele, die mit "Das Leben des Brian" wenig anfangen können. Das beruhigt mich :icon_lol:.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 31 Juli 2007, 23:34:44
Zitat von: COPFKILLER am 31 Juli 2007, 13:22:05
Schließlich kann man auch die von dir so geliebten Meister wie Hitchcock, Fellini oder Pasolini mit 1-Punkt-Wertungen abstrafen, nur weil man persönlich nicht mit dem Stil dieser Filme klar kommt. ;)

Sehr richtig. Man KANN alles und deswegen fühle ich mich nicht dazu verpflichtet, einem anerkannten Kultfilm eine gute Bewertung zukommen zu lassen wenn er mir auf den Senkel geht. Und obwohl ich die Monty Python-Filme sonst überaus schätze ist "Das Leben des Brian" ein derartiger Griff in die Gülle das ich schon Müh und Not hatte, ihn überhaupt durchzustehen.

Zitat von: COPFKILLERHab mir gestern zu Bergmans Ehren nochmal Persona angesehen, dem hat auch ein User nur drei Punkte gegeben.  uglyhammer_2 Dasselbe gilt für Wilde Erdbeeren, der einmal zwei Punkte bekommen hat. Ebenso schleierhaft wie diese Bewertungen sind mir auch die drei Beispiele aus deiner Bewertungsliste. Das siebte Siegel wurde sogar einmal mit der Tiefstwertung bedacht.

Das kann ich sogar alles verstehen. Gerade hier gibt es meist nur zwei Optionen: Entweder man versteht den Film und schätzt ihn hoch oder man missversteht ihn und schleppt sich ermattend durch die 2 Stunden Laufzeit. Und es ist niemandem zu verdenken, wenn er nicht ganz durch die intellektuellen Gespinste dieser "Altmeister" dringt. Daher liebe ich auch Antonioni - Gott hab ihn selig, ein echter Verlust und ein Mann dem ich viel zu verdanken habe - so sehr, da er auf zwei Komplexitätsebenen operiert.

Zitat von: COPFKILLERZu Verrückt nach Mary: Du willst doch wohl keine Doktorarbeit schreiben, wozu wochenlange Vorbereitung nötig ist?

Nein, ich will ihn mir nur auf DVD beschaffen um ihn im Original sehen zu können da die dt. Synchro m. E. dem Film seinerzeit den letzten Rest gegeben hat. Da ich aber kein Geld dafür ausgeben will grase ich derzeit meinen Freundes- und Verwandtenkreis ab. Da der größtenteils einen unglaublich bescheidenen Filmgeschmack hat, wird er schon irgendwo auftauchen!  :icon_lol:

ZitatAber hätte ich Das Leben des Brian zuerst entdeckt, wäre das ohnehin mein Wunsch gewesen für eine Kritik deinerseits. Wer würde sonst mal einen Verriss zu diesem Film schreiben?

Zu spät!  :king: Meine Argumente würden dich ohnehin nicht überzeugen, genausowenig wie ein glühender Mainstream-Horrorfan sich von meinem "HHE 2"-Review abschrecken lassen würde weil die Argumente ihm schnuppe wären. ) Ich kann dir ja einen Kurzdurchlauf bieten: Als Satire versagt der Film weil er zu infantil ist, um wirklich witzig zu sein ist entweder nicht infantil genug oder ebenfalls zu infantil, die meisten Gags wirken unmotiviert und erzwungen (nicht so wie etwa in den brillianten "Der Sinn des Lebens" oder "The Rutles") und das berühmte britische Feingefühl sucht man vergeblich. Brachial und unbekümmert walzt man über den Zuschauer hinweg.

Wie gesagt, "Pulp Fiction" und "From dusk till dawn" kommen beim nächsten Mal vielleicht auf 5/10 (auch hier waren die Umstände eher suboptimal und die Tonspur deutsch) aber beim "Brian" bleibe ich hart. Argh! Was für ein enervierender Streifen Vinyl!  :kotz:

Zitat von: Deinen Rat, mir auch mal nen richtigen Autorenfilm zum besprechen vorzunehmen, den werde ich demnächst auch mal umsetzen...

Wie wäre es mit "Romance"?  ;) Den drehe ich auch bald durch die Mangel (aber vorwärts - 9/10) und das Sujet dürfte dich, der du ja wie ich ein alter Skandalfilm-Nerd bist, sicherlich interessieren.

Abschließend möchte ich noch anhängen, das ich keinem Genre ferner bin als der Komödie. Wie in sovielem anderen leider auch, ist auch mein Humor dem der Masse sehr unterschieden und daher muss ich Komödien, die mich zum Lachen bringen, erst einmal finden.

Ich liebe beispielsweise "Arsen und Spitzenhäubchen" oder "Die Götter müssen verrückt sein"!  :love:

Zitat von: Stefan M am 31 Juli 2007, 16:45:11
Kurzer Einwurf: Ich liebe "Das Leben des Brian" auch von vorne bis hinten - und obwohl ich dachte, man könne den Film problemlos in der sogenannten "Alltime-Favorite"-Schublade einordnen, habe ich erst vor knapp über einer Woche verblüffend zur Kenntnis nehmen müssen, daß dem eben nicht so ist. Da saß ich mit mehreren Leuten vor dem Fernseher, der Film sollte der krönende Abschluß eines gelungenen Grillabends werden, die Laune war (trotz vorhandener Müdigkeit) bestens. Allerbeste Voraussetzungen, doch was geschah? Es wollte und wollte irgendwie keine rechte Stimmung aufkommen. So ab Mitte des Films merkte ich sogar, wie der Wunsch in mir aufkeimte, jetzt könnte langsam Schluß sein. Ich weiß auch nicht, woran es lag, aber es gibt sie offenbar tatsächlich, diese "suboptimalen Umstände".

Außerdem kenne ich genügend Leute, die "Das Leben des Brian" und Monty Python allgemein wenig bis gar nichts abgewinnen können. Eine Mitbewohnerin meinte schlicht, sie fände den Film nicht witzig. Wieder andere fühlen sich allein schon durch das Gequäke von Brians Mutter gestört. Kult hin oder her: Warum sollten die also keine 3/10 geben, wenn sie der ganze Film nervt? ;)

:respekt: :pidu: :algo: :kotz: :icon_mrgreen:





Ich werde jetzt dem Genie huldigen, das gestern von uns gegangen ist ( :bawling:) und "La notte" ansehen. Salve!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 1 August 2007, 12:34:42
Arghh... Das mit "Das Leben des Brian" lese ich ja jetzt erst. :icon_eek:

Oh, mein Gott, McKenzie verkennt eine der größten und besten Komödien aller Zeiten (alles unter 10/10 ist eine Frechheit, Blasphemie und Mißachtung am Film ;)). :anime: :anime: :anime:

Dafür darfst du jetzt noch 2 Wochen auf die PM warten, die ich eigentlich jetzt in den nächsten 2 Tagen endlich beantworten wollte! :icon_twisted: ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 1 August 2007, 19:14:53
Zitat von: Mr. Hankey am  1 August 2007, 12:34:42
Dafür darfst du jetzt noch 2 Wochen auf die PM warten, die ich eigentlich jetzt in den nächsten 2 Tagen endlich beantworten wollte! :icon_twisted: ;)

Ausrede abgelehnt!  :icon_twisted: :bawling:

Wie lange willst du mich denn noch schmachten lassen?  :scar:

Zitat von: Mr. Hankey am  1 August 2007, 12:34:42
Oh, mein Gott, McKenzie verkennt eine der größten und besten Komödien aller Zeiten (alles unter 10/10 ist eine Frechheit, Blasphemie und Mißachtung am Film ;)). :anime: :anime: :anime:

McKenzie verkennt auch die "bedeutsamste, größte und komplexeste Filmtrilogie aller Zeiten" ("Herr der Ringe"), einen der "düstersten schauerlichsten Horrorfilme der letzten Jahre" (US- "The Ring"), und den "besten Slasher der 90ziger" ("Ich weiß was du letzten Sommer getan hast").  :king:

Lieber David,

gerade Humor ist etwas außerordentlich individuelles, individueller als die meisten anderen Emotionen, die man im Kino erleben kann. Und daher solltest du mir meine 3/10 für "Das Leben des Brian" lassen, denn der Film entspricht so gar nicht meinem Humor. Wenn wir uns eines Tages (hoffentlich  :love: :algo:) persönlich kennenlernen wirst du feststellen das ich ein sehr lustiger Geselle bin, auch ohne 10/10 für diesen Film!  ;)

Was sagst du eigentlich zu "Death Proof"?! Bei soviel Vorfreude und noch keinem Review deinerseits bin ich schon ins grübeln gekommen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 1 August 2007, 23:09:00
Ich lasse dir ja deine 3/10, aber es ist schon schockierend und der Schock sitzt auch immer noch nach. ;)

Ansonsten habe ich aber die nächsten 2 Tage frei und dann werde ich zusehen, wenigstens einen Teil der PM zu beantworten. Versprochen!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 1 August 2007, 23:25:26
Zitat von: Mr. Hankey am  1 August 2007, 23:09:00
Ansonsten habe ich aber die nächsten 2 Tage frei und dann werde ich zusehen, wenigstens einen Teil der PM zu beantworten. Versprochen!

:love: :respekt:

And what about "Death proof"? Es wäre schon Ironie des Schicksals, wenn du Tarantino erstmals abstoßen müsstest während ich erstmals den Kniefall vor ihm gemacht habe.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 2 August 2007, 01:10:53
Zitat von: McKenzie am  1 August 2007, 19:14:53
Lieber David,

Ich fühle mich mal kurz mitangesprochen (habe ja auch gerade im Potter-Thread Hankey gechannelt, von daher...).

Zitat von: McKenzie am  1 August 2007, 19:14:53
gerade Humor ist etwas außerordentlich individuelles, individueller als die meisten anderen Emotionen, die man im Kino erleben kann.

Darauf können wir es gerne beruhen lassen. Nur eines wäre da noch.

Zitat von: McKenzie am  1 August 2007, 19:14:53
das ich ein sehr lustiger Geselle bin, auch ohne 10/10 für diesen Film!  ;)

Also, die Handvoll "Brian"-Verächter, die zu kennen ich bedaure, sind jetzt nicht gerade Esprit-Kanonen.
Womit ich natürlich keinerlei Rückschlüsse ziehen möchte, wirklich nicht.  :icon_twisted:  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 15 August 2007, 10:34:30
Endlich ist soweit! Die erste Begegnung zwischen Mr. Hankey und mir unter dem Angesicht eines Hollywood-Films - bislang noch ohne Nebenbuhler!  :icon_mrgreen:

Da "Planet Terror" meiner Meinung nach inhaltlich nichts hergibt habe ich mich hier auch nicht großartig auf den Film selbst konzentriert sondern einfach einige spontane Gedanken niedergeschrieben. Skol!  :pidu:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=131400&rid=256689

Um meinen guten Ruf nicht zu schädigen sollte ich wirklich wieder etwas mehr Autorenfilme und generell Filme älteren Datums besprechen - beide Bereiche habe ich in den letzten Wochen ja sträflich vernachlässigt. :king: Doch mir ist freilich auch das Fantasy-Filmfest ins Gehege gekommen. Eigentlich wollte ich zu all den sieben Filmen, die ich dort genießen konnte, etwas schreiben, bislang komme ich allerdings nur auf drei. Der erste Film, "Retribution (http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=108650&rid=255315)" überraschte mich positiv als überaus vielschichtiges und von einem Horrorfilm weit entferntes Psychogramm das aufgrund seiner Komplexität allerdings sehr schwer zu rezensieren war und es mit seiner intellektuellen Verschachtelung etwas zu gut meinte. Deutlich besser mundete mir schon die erste wirklich große Überraschung des Festivals: Stuart Gordon ("Re-Animator") hat mit "Edmond (http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=84310&rid=255450)" tatsächlich einen wirklich herausragenden, reifen Film abgeliefert der vergessen lässt, das der gleiche Regisseur sonst eher für ausgesprochen flachbrüstige, nicht selten sterile B-Horrorfilme bekannt ist und mit einem fabelhaften William H. Macy in der Titelrolle gewaltig auftrumpfen konnte. Der tags darauf zu später Stunde gesichtete "Crime Insiders (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=119137)" enttäuschte mich leider harsch und gab vor, mehr zu sein als er tatsächlich war. Er war nämlich bedauerlicherweise nur ein sehr gewöhnlich erzählter Exploitation-Gangster-Krimi, in dem zwar viel geschossen, gefoltert, gefickt und geschrien wurde, die Figuren und das Potential der Geschichte aber fatal unterdrückt wurden. Eigentlich habe ich hier eine Kritik vorgesehen, davon lasse ich aber vorerst ab, ebenso wie von "Confession of Pain (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=113461)" dessen brilliante Bilder zwar im Kino den intendierten Effekt hatten, dessen Drehbuch jedoch auch Unmengen großartiger Ansätze verschenkte und der im Finale weitgehend in breit ausgespielten, befremdlichen Sentimentalitäten zu ersticken drohte. Interessant und sehenswert aber nicht wirklich groß, allerdings von mir auch in übermüdetem Zustand beobachtet. "The Living and the dead (http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=94795&rid=256397)" schien nach dem Programmtext genau mein Film zu sein, war aber leider eher übereifriges Experiment denn reflektiertes Familien-Horrordrama. Dennoch hochinteressant. Chan-wook Parks eitler und erstaunlich kaltherziger "I'm a cyborg but that`s OK (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=115045)" wurde von mir sehnlich erwartet (ebenso wie auch von meinen Begleitern), war retrospektiv aber zwar nicht der schwächste der sieben Filme, wohl aber die herbste Enttäuschung die bei mir zu ernsthaften Zweifeln an den tatsächlichen Fähigkeiten des Regisseurs geführt hat, die ich spätestens seit "Lady Vegeance" vor jedermann verteidigt habe. Auch hier keine Motivation, etwas zu schreiben was sich mit der deutschen Veröffentlichung und diversen Lobgesängen in der OFDb aber sicherlich ändern wird. Mein letzter FFF-Film dieses Jahr war zugleich auch das einzige Meisterwerk - und die größte Überraschung: Obwohl ich nie viel von William Friedkin gehalten habe und keinen von seinen Filmen, die ich bisher erleben konnte, wirklich schätze, hat "Bug (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=102205)" schon jetzt einen Platz in meinen Top Ten 2007 und präsentierte sich als komplexes Kammerspiel mit fiebrig-bizarrem, beinahe surrealistischem Finale. Hier ist eine Kritik in Arbeit die ich euch hoffentlich bald zumuten kann.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 13:00:46
Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 10:34:30
Deutlich besser mundete mir schon die erste wirklich große Überraschung des Festivals: Stuart Gordon ("Re-Animator") hat mit "Edmond (http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=84310&rid=255450)" tatsächlich einen wirklich herausragenden, reifen Film abgeliefert der vergessen lässt, das der gleiche Regisseur sonst eher für ausgesprochen flachbrüstige, nicht selten sterile B-Horrorfilme bekannt ist und mit einem fabelhaften William H. Macy in der Titelrolle gewaltig auftrumpfen konnte.

Was bitte ist an zwei der ernstzunehmendsten Literaturverfilmungen des Genres - RE-ANIMATOR und FROM BEYOND - "flachbrüstig" und "steril"???
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 15 August 2007, 20:17:53
"From Beyond" ist einer der wenigen wichtigen Gordon-Filme die mir noch fehlen. Was "Re-Animator" anbelangt, überraschst du mich einmal mehr.  :icon_mrgreen: Der Film bietet zwar sicherlich die Option auf ausgiebige Fachsimpeleien - die du natürlich auch trefflich zu nutzen weißt, aber du kennst meine Meinung dazu ja schon aus der Slasher-Diskussion - aber das fruchtet hier meiner Meinung nach nicht. Godon hat eine hochinteressante, vielschichtige Geschichte vergleichsweise oberflächlich und eben auch theatralisch verfilmt ohne dabei ihrem moralischen, humanen Kern großes Gehör zu schenken.
Es verhält sich mit "Re-Animator" eigentlich ähnlich wie mit "Planet Terror" - das störendste ist der Mangel an Atmosphäre und die paradoxe Konstellation interessanter Figuren (die hier, in "Re-Animator") auch hervorragend gespielt werden mit einer sterilen, aalglatten und unpersönlichen Inszenierung. Und schlussendlich stehen Gordon dann doch der Gore, der Humor und die oberflächliche Spannung über dem Schicksal und der Entwicklung seiner Figuren und dem parabelhaften Charakter der Geschichte. Ich mag den Film, halte ihn allerdings für eher banal, ebenso wie z. B. auch "Castle Freak". Anders verhält es sich mit "Dagon", der imo etwas herausfordernder ist. Und da ich die Literaturvorlage von Lovecraft (NOCH) nicht kenne lässt mich dieses Argument auch eher kalt. Genauso kalt, wie "Re-Animator" rein filmisch betrachtet auch inszeniert ist.

Ich persönlich ziehe tatsächlich (obwohl ich Gordon für den besseren Regisseur halte) "Bride of Re-Animator" und vor allem "Beyond Re-Animator" von Brian Yuzna vor, ersteren als die moderne Frankenstein-Variante die Teil 1 hätte sein können und den zweiten als herrliche Groteske mit einigen satirischen Einsprengseln.

Früher hielt ich "Re-Animator" übrigens für ein Meisterwerk. In meiner Gorehound-Phase... :icon_twisted:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 15 August 2007, 20:21:45
ZitatWas "Re-Animator" anbelangt, überraschst du mich einmal mehr.
Was denkst du wie es Rajko und mir mit dir gerade geht?

Unfassbar! :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 20:32:32
Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:17:53
"From Beyond" ist einer der wenigen wichtigen Gordon-Filme die mir noch fehlen.

Das ist schon mal jene Aussage, die die zuvor aufgeworfenen Statements erheblich relativiert.

Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:17:53
Was "Re-Animator" anbelangt, überraschst du mich einmal mehr.  :icon_mrgreen: Der Film bietet zwar sicherlich die Option auf ausgiebige Fachsimpeleien - die du natürlich auch trefflich zu nutzen weißt, aber du kennst meine Meinung dazu ja schon aus der Slasher-Diskussion - aber das fruchtet hier meiner Meinung nach nicht. Godon hat eine hochinteressante, vielschichtige Geschichte vergleichsweise oberflächlich und eben auch theatralisch verfilmt ohne dabei ihrem moralischen, humanen Kern großes Gehör zu schenken.
Es verhält sich mit "Re-Animator" eigentlich ähnlich wie mit "Planet Terror" - das störendste ist der Mangel an Atmosphäre und die paradoxe Konstellation interessanter Figuren (die hier, in "Re-Animator") auch hervorragend gespielt werden mit einer sterilen, aalglatten und unpersönlichen Inszenierung. Und schlussendlich stehen Gordon dann doch der Gore, der Humor und die oberflächliche Spannung über dem Schicksal und der Entwicklung seiner Figuren und dem parabelhaften Charakter der Geschichte. Ich mag den Film, halte ihn allerdings für eher banal, ebenso wie z. B. auch "Castle Freak". Anders verhält es sich mit "Dagon", der imo etwas herausfordernder ist. Und da ich die Literaturvorlage von Lovecraft (NOCH) nicht kenne lässt mich dieses Argument auch eher kalt. Genauso kalt, wie "Re-Animator" rein filmisch betrachtet auch inszeniert ist.

Film ist besonders dann Gefühlssache, wenn Attribute wie "kalt" und "steril" ins Spiel kommen - für mich nämlich treffen sie auf "Re-Animator" ungefähr so wenig zu wie die Begriffe "meisterlich" und "episch" auf "Once Upon A Time in America", aber das ist ein anderes Kapitel (:icon_mrgreen:).

Gerade seine theatralische Atmosphäre - natürlich Gordons Background geschuldet - macht einen der ganz eigenen Reize des Films aus. Aus seiner Spärlichkeit aber holt er ein Maximum an Ökonomie heraus, was sich vor allem in seiner comicartigen Verbindung von Humor und Gewalt widerspiegelt. Dass Gordon die Vorlage vereinfacht, ist unbestritten, er modernisiert sie jedoch dahingehend clever, als er die Geschichte im Kontext einer philosophischen Frage nach Verantwortung von Medizin und Wissenschaft ansiedelt.

Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:17:53
Ich persönlich ziehe tatsächlich (obwohl ich Gordon für den besseren Regisseur halte) "Bride of Re-Animator" und vor allem "Beyond Re-Animator" von Brian Yuzna vor, ersteren als die moderne Frankenstein-Variante die Teil 1 hätte sein können und den zweiten als herrliche Groteske mit einigen satirischen Einsprengseln.

Was mir ein Rätsel ist. Den zweiten fand ich durchaus nett, er erreicht aber nicht im Mindesten die Raffinesse des Vorgängers und bleibt vor allem meilenweit hinter seiner Ambition, ein moderner "Frankensteins Braut" sein zu wollen, zurück, dafür fehlt ihm jegliche Poesie. Teil 3 konnte mir noch weniger geben, ist aber auch schon wieder ein Weilchen her, seit ich ihn das erste und einzige Mal sah.

Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:17:53
Früher hielt ich "Re-Animator" übrigens für ein Meisterwerk. In meiner Gorehound-Phase... :icon_twisted:

Dann besteht bei derartigen Wechselperioden ja noch Hoffnung, dass manch gegenwärtig von dir als Meisterwerk geadelter Film in weiter oder naher Ferne anders beurteilt werden wird - jenseits deiner jetzigen Autorenfilm-Phase, die sich in deinem langen Werdegang wohl aus der Gorehound- und Anti-Hollywood-Phase generiert zu haben scheint. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 15 August 2007, 20:58:47
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 20:32:32
Das ist schon mal jene Aussage, die die zuvor aufgeworfenen Statements erheblich relativiert.

Was erwartest du von mir? Natürlich habe ich noch nicht alle Gordon-Filme gesehen!  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 20:32:32
Film ist besonders dann Gefühlssache, wenn Attribute wie "kalt" und "steril" ins Spiel kommen - für mich nämlich treffen sie auf "Re-Animator" ungefähr so wenig zu wie die Begriffe "meisterlich" und "episch" auf "Once Upon A Time in America", aber das ist ein anderes Kapitel (:icon_mrgreen:).

Word! Ich weiß, das viele "Re-Animator" ähnlich empfinden wie du aber bei mir hat er eben nicht besonders gut funktioniert, jenseits seiner "lustigen" Splatterszenen und der natürlich hervorragenden Darsteller.

Allerdings kanns du froh sein, nicht "Once upon a time in the WEST" geschrieben zu haben denn dann würde ich jetzt vermutlich aus allen Nähten platzen. Der Film der Filme, den du offenbar in einem Anfall geistige Umnachtung gesehen hast.  :icon_eek:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 20:32:32Dass Gordon die Vorlage vereinfacht, ist unbestritten, er modernisiert sie jedoch dahingehend clever, als er die Geschichte im Kontext einer philosophischen Frage nach Verantwortung von Medizin und Wissenschaft ansiedelt.

Das tut er imo z. B. gerade nicht. Er hätte es tun können, der Ansatz ist schon da, ja.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 20:32:32Dann besteht bei derartigen Wechselperioden ja noch Hoffnung, dass manch gegenwärtig von dir als Meisterwerk geadelter Film in weiter oder naher Ferne anders beurteilt werden wird - jenseits deiner jetzigen Autorenfilm-Phase, die sich in deinem langen Werdegang wohl aus der Gorehound- und Anti-Hollywood-Phase generiert zu haben scheint. icon_wink

Keine Wechselperioden! Es ist eine stetige Entwicklung vorwärts und die geht bekanntlich nicht in die andere Richtung. Nein, ich werde mich nicht zurückentwickeln! :icon_mrgreen: Wozu auch? Du hast einfach immer noch nicht verstanden, welche Art von Cineast ich bin: Bei mir geht ALLES, vom übelsten Horror- / Splatter-Trash über gestandene Arthaus - / Unterhaltungsware und anspruchsvolleres Genre-Kino bis hin zum klassischen Autorenkino. Ich bin für alles offen und schließe nichts aus. Es wäre daher absurd von einer "Anti-Hollywood-Phase" oder einer "Autorenfilm-Phase" zu sprechen. All das findet andauernd parallel statt. Ist das so unbegreiflich?  ;)

Außerdem bespreche und sehe ich derzeit mehr Hollywood-Filme als in den letzten zwei Jahren zusammen!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 15 August 2007, 22:20:03
ZitatIst das so unbegreiflich?
Darauf ein schmödes JA! :icon_mrgreen: :pidu:

Mein Gott bin ich heute kurzgebunden! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 23:14:23
Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:58:47
Was erwartest du von mir? Natürlich habe ich noch nicht alle Gordon-Filme gesehen!  ;)

Ach, ich habe aufgehört, Ewartungen an dich zu stellen. :icon_mrgreen: :icon_twisted:

Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:58:47
Allerdings kanns du froh sein, nicht "Once upon a time in the WEST" geschrieben zu haben denn dann würde ich jetzt vermutlich aus allen Nähten platzen. Der Film der Filme, den du offenbar in einem Anfall geistige Umnachtung gesehen hast.  :icon_eek:

Ich würde den zwar niemals, NIEMALS als "Film aller Filme" bezeichnen (so etwas gibt es imo auch nicht), aber den finde ich ziemlich gut, von daher: Kein Grund zur Sorge. (ich hab sogar die Limited Edition mit so 'ner komischen Mundharmonika im Schrank :icon_mrgreen:).*

Zitat von: McKenzie am 15 August 2007, 20:58:47
Keine Wechselperioden! Es ist eine stetige Entwicklung vorwärts und die geht bekanntlich nicht in die andere Richtung. Nein, ich werde mich nicht zurückentwickeln! :icon_mrgreen: Wozu auch? Du hast einfach immer noch nicht verstanden, welche Art von Cineast ich bin: Bei mir geht ALLES, vom übelsten Horror- / Splatter-Trash über gestandene Arthaus - / Unterhaltungsware und anspruchsvolleres Genre-Kino bis hin zum klassischen Autorenkino. Ich bin für alles offen und schließe nichts aus. Es wäre daher absurd von einer "Anti-Hollywood-Phase" oder einer "Autorenfilm-Phase" zu sprechen. All das findet andauernd parallel statt. Ist das so unbegreiflich?  ;)

Immer ruhig bleiben, weiß ich doch alles. ;)


* vielleicht schaust du dir AMERICA auch erstmal an, bevor du Leone zum Weltverbesserer verklärst
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 16 August 2007, 00:50:06
Jetzt habe ich mich doch kurz mal in deine Besprechung gelesen und schon im ersten Absatz ist ein megafetter Fehler drin:

ZitatDas gute Stück nennt sich ,,Planet Terror" und wurde vom deutschen Verleih wohlweislich von seinem eher weniger kongenialen Partner ,,Death Proof" getrennt
Das ist schlichtweg Blödsinn, da es nicht der deutsche Verleiher war, sondern die Gebrüder Weinstein, die sich für die Trennung der Filme auf dem europäischen Markt entschieden haben. Da hat Senator null und nichts damit zu tun.

Das solltest du wirklich schnellstmöglich abändern, sondern sind deine Kompetenzen schon nach dem ersten Absatz nicht mehr glaubwürdig! :icon_twisted: ;) ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 16 August 2007, 03:02:40
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 23:14:23
Ach, ich habe aufgehört, Ewartungen an dich zu stellen. :icon_mrgreen: :icon_twisted:

Ja, ich habe irgendwann auch aufgehört, Erwartungen an mich zu stellen weil ich sie grundsätzlich untertreffe... :icon_rolleyes: :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 23:14:23
Ich würde den zwar niemals, NIEMALS als "Film aller Filme" bezeichnen (so etwas gibt es imo auch nicht), aber den finde ich ziemlich gut, von daher: Kein Grund zur Sorge.

Na dann... Wie gesagt, es hat schon seine Gründe warum ich den Film derart anbete, das kannst du mir glauben. Und es hat nichts mit Macho-Pathos und nur sekundär mit großen Bildern oder ähnlichem zu tun.

Ach ja...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 23:14:23
(ich hab sogar die Limited Edition mit so 'ner komischen Mundharmonika im Schrank :icon_mrgreen:).*

...die du wahrscheinlich gar nicht spielen kannst!  :king: Falls wir uns jemals kennenlernen sollten, bringe ich dir bei wie man "Auld long syne" darauf spielt  :icon_mrgreen:, schließlich schare ich nicht umsonst schon seit 5 Jahren ein Dutzend verschiedener Mundharmonikas um mich. Übrigens geht meine Fan-Liebe nicht einmal soweit - ich habe mich mit der einfachen Doppel-DVD begnügt.  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 15 August 2007, 23:14:23
* vielleicht schaust du dir AMERICA auch erstmal an, bevor du Leone zum Weltverbesserer verklärst

Als Weltverbesserer würde ich ihn NIE bezeichnen (dafür sind seine zynischen Anwandlungen viel zu reichlich wenngleich er natürlich ein echter Humanist ist), wohl aber als einen der wichtigsten und reifsten Realisten, bzw. Pessimisten des modernen Kinos und einen der wenigen Regisseure, der es verstanden hat, komplexes und inhaltlich reiches Autorenkino für die Masse zu drehen.

Zitat von: Mr. Hankey am 16 August 2007, 00:50:06
Das solltest du wirklich schnellstmöglich abändern, sondern sind deine Kompetenzen schon nach dem ersten Absatz nicht mehr glaubwürdig! :icon_twisted: ;) ;)

Soeben geschehen. Soviel ich weiß war der Entschluss, die Filme zu trennen bei Senator aber schon durch bevor "Grindhouse" in den USA überhaupt anlief und noch keine Rede davon war, die Filme dort ebenfalls einzeln zu veröffentlichen. Ist ja auch schnuppe, letztlich muss sich der geniale "Death Proof" so nicht den Platz nicht mit so einem Elephanten teilen.  :icon_twisted:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 16 August 2007, 18:11:33
Zitat von: McKenzie am 16 August 2007, 03:02:40
Na dann... Wie gesagt, es hat schon seine Gründe warum ich den Film derart anbete, das kannst du mir glauben. Und es hat nichts mit Macho-Pathos und nur sekundär mit großen Bildern oder ähnlichem zu tun.

"Macho-Pathos" :LOL:

Na ja, ich glaube ja eher, dass deine naturgemäß leicht misogyn angehauchte Mentalität da einfach einen fruchtbaren Verständnisboden findet. :icon_twisted: :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 16 August 2007, 03:02:40
Als Weltverbesserer würde ich ihn NIE bezeichnen (dafür sind seine zynischen Anwandlungen viel zu reichlich wenngleich er natürlich ein echter Humanist ist)

Weltverbesserer, Humanist ... scheißegal, denn das ist sowieso alles ziemlich konfus, sofern man es zumindest in Verbindung mit Sergio Leone bringt. :icon_lol: Aber sei's drum, da haben wir unterschiedliche Gewichtungen, mir würde ja auch nie in den Sinn kommen, Verhoeven als Humanisten zu bezeichnen. Da würden sich Heraklit und Cicero im Grabe umdrehen. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 17 August 2007, 03:18:59
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 16 August 2007, 18:11:33
Na ja, ich glaube ja eher, dass deine naturgemäß leicht misogyn angehauchte Mentalität da einfach einen fruchtbaren Verständnisboden findet. :icon_twisted: :icon_mrgreen:

Soll ich meine Mädels auf dich ansetzen?  :icon_twisted:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 16 August 2007, 18:11:33
Weltverbesserer, Humanist ... scheißegal, denn das ist sowieso alles ziemlich konfus, sofern man es zumindest in Verbindung mit Sergio Leone bringt. :icon_lol: Aber sei's drum, da haben wir unterschiedliche Gewichtungen, mir würde ja auch nie in den Sinn kommen, Verhoeven als Humanisten zu bezeichnen. Da würden sich Heraklit und Cicero im Grabe umdrehen. ;)

Ein jeder braue sein eigenes Bier - und koste aber auch von dem des anderen, nicht wahr?

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 16 August 2007, 18:11:33
"Macho-Pathos" :LOL:

Tu doch nicht so als wäre das eine Alliteration für dich!  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 23 August 2007, 08:27:52
Nach langem Hadern ist es mir doch noch gelungen, die Kritik zu dem Film fertigzustellen, der mich von allen sieben Filmen, die ich auf dem diesjährigen Fantasy-Filmfest sehen konnte, am meisten beeindruckt hat. Und das, obwohl ich dem Regisseur dieses Films bislang eher ablehnend gegenüber stand. Doch es ist nie zu spät für eine zweite Chance.  ;)

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=102205&rid=257582

Mehr als sonst bitte ich hier um ausgiebiges Feedback. Denn wie mir scheint habe ich den Bogen dieses Mal überspannt und mich im Eifer des Gefechts im Sumpf psychologischer Thesen verfangen was zu einem in meinen Augen sehr verquasten Resultat geführt hat. Harte, aber ehrliche Worte wären also mehr als willkommen!  :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 27 August 2007, 03:14:27
Von "Bug" habe ich schon einiges gehört und hoffe ihn, demnächst zu Gesicht zu bekommen - dann äußere ich mich zu deiner Kritik. :andy:

Ich komme auf ein älteres Posting von dir zurück, wo du schreibst, dass die Kritik in Mitternachtskino.de über "Die 120 Tage von Sodom" deiner Meinung entspricht. Ich gebe zu, dass ich ein wenig überrascht war davon, da es sich hier um eine der üblichen feuilletonistisch "anständig" ausgedrückten Kritiken handelt, die den wirklichen Kern der Aussage nicht erkennt, sondern bei dem üblichen konsensfähigen Inhalt bleibt.

So geht der Autor nur in einem Nebensatz auf die zahlenmäßig kleine Führungsschicht ein, gegen die nicht revoltiert wird - eine Kernaussage des Films. Dabei erwähnt er auch mit keinem Wort, dass selbst die mittleren Befehlsebenen (sozusagen die Polizei) zu Beginn zwangsrekrutiert wird - und es dadurch zu Gewalt innerhalb des unterdrückten Volkes kommt. Die politische Dimension wird in dieser Kritik nur am Rande erwähnt (Stichwort Faschismus).Stattdessen betont der Autor immer wieder den Begriff "Das Böse", denn für ihn liegt die Kernthese darin, dass Pasolini aufzeigen wollte, dass das Böse in allen Menschen vorhanden ist (Zitate :" Er zeigt den Horror, das Unmenschliche im Schöngeistigen und zeigt auch, wie konsequent das Böse ist." oder "er bildet nur die Realität ab, zeigt uns, in welche Abgründe der menschliche Geist, unabhängig des Bildungsgrades, fallen kann." oder "Das Böse schlummert überall. Auch der intelligenteste, hochgestellteste Mensch hat jene dunkle Seite in sich.")

Diese Aussagen sind - man entschuldige meine deutlichen Worte - nicht nur dumm, an Pasolinis Intention völlig vorbeigehend, sondern schlicht diskriminierend. Was will er mit den Worten "AUCH der intelligenteste..." sagen ? - Das wir schon vorher wussten, dass "das Böse" in den weniger kulturellen Menschen verankert war und uns Pasolini endlich darüber aufklären wollte, dass es auch in so "hochgestellten Menschen" wie Bischöfen oder Richtern vorhanden ist? - Wer Pasolini ein bißchen kennt, weiß, dass es daran mit Sicherheit niemals einen Zweifel gab und dafür bestimmt nicht "Die 120 Tage von Sodom" notwendig waren.

Nein, alleine die Verwendung des Begriffes "Das Böse" verdeutlicht ein Missverständnis, denn es ist eine religiös mißbrauchte Bezeichnung, die bewusst werten will. Und genau das will Pasolini eben nicht, denn eine Wertung bedeutet gleichzeitig auch eine Hindeutung, die dazu führen kann, dass man sich selbst davon ausnimmt. Wenn ich von dem "Bösen" spreche, dann lasse ich damit auch einen Grad zu, der eine Bestrafungshöhe nach sich zieht - wie nach der Beichte, die je nach Schwere des Vergehens eine bestimmte Anzahl von Gebeten als Sühne vorschreibt. Und darum geht es Pasolini mit Sicherheit nicht und er will nicht einmal damit aussagen, dass die Führungskräfte hier "besonders böse" sind. Das Unbequeme an seinem Film ist, dass er Niemanden herausnimmt (auch wenn es natürlich Jedem selbst überlassen ist, wie sehr er sich davon ansprechen lässt)und das auch wir (das unterdrückte Volk) genauso zu Gewalt bereit sind gegen den vermeintlich Schwächeren, um uns selbst scheinbar zu retten. Das es keine Solidarität gibt, keine Lehren gezogen werden aus unzähligen Unterdrückungsmechanismen der Vergangenheit - das hat Pasolini so wütend gemacht, dass er diesen Film drehte.

Wenn der Autor von dem "Bösen" spricht, dann wirkt das wie der verzweifelte Versuch, etwas Unfassbares begreifbar zu machen, aber damit versteht er Pasolini nicht. Für diesen sind "Gut" und "Böse" eins, sie bedingen sich gegenseitig und fallen in der Begrifflichkeit weg - eine Denkweise, die sich gleichzeitig als Kritik an der Religion versteht, welche sich ja bemüht ,diese beiden Begriffe gegenseitig aufzuwiegen. Im Grunde muss ich dem Autoren anhand seiner Kritik unterstellen, dass er selbst sich nicht als Teil des in "Die 120 Tage von Sodom" gezeigten Universums sieht, weil er natürlich nicht zu solchen Methoden greifen würde. Und darin liegt eben das häufigste Missverständnis, was ich in meiner Review als "Quadratur des Kreises" bezeichnet habe. Pasolini musste die Gewalt zeigen, um seine Aussage deutlich werden zu lassen - auch in ihren extremsten Auswirkungen - aber gleichzeitig gibt er damit dem Zuschauer auch die Argumentation in die Hand, sich selber nicht angesprochen zu fühlen, denn so "böse" ist er ja selbst nicht - und genau dieser Denkweise leistet diese Kritik Vorschub.

Mich persönlich ärgert eine solche Kritik mehr als die vielen, manchmal etwas einfach gestrickten Aussagen, da diese nur von Wenigen wirklich ernst genommen werden. Doch der hier vorliegende Text ist gut formuliert, sauber aufgebaut und verfügt scheinbar über ausreichend Grundwissen. Doch Erstens stimmt das nicht, da sich der Autor mit der Persönlichkeit Pasolinis kaum beschäftigt zu haben scheint, und zum Anderen bleibt die Kernaussage - freundlich ausgedrückt - viel zu sehr an der Oberfläche.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 August 2007, 15:27:02
Davon abgesehen, dass diese Zerpflückung natürlich in McKenzies Thread nicht wirklich richtig aufgehoben ist (es gibt z.B. ein Forum bei Mitternachtskino), ist dieses Review in der Tat grob fahrlässig. Es würde mich aber nicht wundern, wenn der wehrte Plani das mittlerweile selbst so sehen würde.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 27 August 2007, 18:07:49
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 August 2007, 15:27:02
Davon abgesehen, dass diese Zerpflückung natürlich in McKenzies Thread nicht wirklich richtig aufgehoben ist (es gibt z.B. ein Forum bei Mitternachtskino), ist dieses Review in der Tat grob fahrlässig. Es würde mich aber nicht wundern, wenn der wehrte Plani das mittlerweile selbst so sehen würde.

Ohne McKenzies Aussage wäre ich nicht darauf gekommen und mich würde nach wie vor interessieren, wie er inzwischen zu der Review steht, die er ja positiv bekannt gemacht hatte. Außerdem war mir nicht bekannt, dass sich hinter dem Mitternachtskino Plani verbirgt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 27 August 2007, 21:04:43
Nun, ich muss gestehen die Kritik vor zwei Jahren, nachdem ich "Salò" zum ersten Mal gesehen hatte, gelesen zu haben und als ich sie vor einiger Zeit wieder erwähnte habe ich den Fehler begangen, sie nicht noch einmal zu lesen. Ja, sie ist in der Tat nicht wirklich adäquat und ich kann dich beruhigen, Udo: Dein e Kritik geht wesentlich schlüssiger und vor allem mit mehr Hintergrundwissen auf den Film ein - was dieser Kritik wirklich fehlt. Denn wenn man Pasolini kennt weiß man um seine politischen Ideale (Religion ist bei ihm eher ein Spielball denn ein Ideal) und sein Welt- / Menschenbild und davon spürt man dort nichts, bzw. nur sehr wenig. (Die Kritik an der Aristokratie und dem Großbürgertum ist eben offensichtlich und daher gehört nicht allzu viel dazu, sie aufzudecken.)

In zwei Jahren kann sich viel ändern.  :icon_mrgreen: Einige meiner eigenen Kritiken, mit denen ich letztes Jahr noch einigermaßen zufrieden war stehen nun schon auf der Abschussliste nachdem ich schon ca. 40 Stück löschen habe lassen.

Überhaupt haben mich in letzter Zeit einige Zweifel beschlichen, was Mitternachtskino.de belangt. Durch Planis Kritik zu Andrzej Zulawskis "Possession" bin ich auf den Film aufmerksam und neugierig geworden, nachdem ich ihn inzwischen gesehen und in den Pantheon meiner Top 25 aufgenommen habe (WAS für ein Meisterwerk!  :love:) halte ich seinen Text allerdings für äußerst schwach. Er geht kaum auf den Inhalt des Films und die Figuren ein sondern liefert nur eine eher oberflächliche Beschreibung des athmosphärischen und narrativen Gerüsts und reißt den eigentlich Inhalt nur an. Und das ist leider desöfteren der Fall. Ich mag seinen Schreibstil sehr und lese seine Kritiken immer wieder gerne doch ich im Gegensatz zu früher traue ich ihnen nicht mehr so sehr.

Übrigens kann ich schon nachvollziehen das Udo sich dazu hier äußert - schließlich scheint es nicht immer angenehm honoriert zu werden wenn man Herrn Last kritisiert und darüber hinaus betraf es ja auch eher unser Verständnis von aussagekräftigen Filmkritiken.

@ Bretzelburger:

Überlässt du mir Rudolf Thomes "Detektive" zur Rezension?  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 7 September 2007, 05:16:05
Eine ganz besonders obskure Perle aus dem Hinterhof der deutschen Filmgeschichte - überraschenderweise von den Niederungen des Schundfilms weit entfernt, eher ernsthaft inszeniert und innerhalb der deutschen Filmlandschaft der 70ziger Jahre sicherlich absolut einzigartig:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=26112&rid=259149

Mehr schlecht als recht - derzeit überlege ich ernsthaft ob ich vielleicht für ein Jahr pausieren oder ganz aufhören sollte.  :icon_sad:

Aber das würde ich vermutlich nicht durchhalten.  :icon_mrgreen:

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 7 September 2007, 13:57:38
Zitat von: McKenzie am  7 September 2007, 05:16:05Mehr schlecht als recht - derzeit überlege ich ernsthaft ob ich vielleicht für ein Jahr pausieren oder ganz aufhören sollte.  :icon_sad:

Und wieso das?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 7 September 2007, 22:20:09
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  7 September 2007, 13:57:38
Und wieso das?

Man könnte mich ja des "Fishing for compliments" verdächtigen aber ich versichere, dass das wirklich nicht zutrifft. Es könnte nun das gesamte GF mit Komplimenten über mich herfallen und das würde trotzdem nichts daran ändern, das ich in meinen Augen Review-technisch momentan auf der Stelle trete und mich nicht weiterentwickle. Vielleicht merkt man das auch selbst zuletzt denn eigentlich entwickelt man sich ja unentwegt weiter in unterschiedliche Richtungen aber derzeit bin ich derart unzufrieden das ich kaum noch Lust verspüre, zu schreiben. Nur wenn ich wirklich angetan oder überrascht bin wie eben vorgestern bei "Whispering Death" dann überkommt es mich doch noch aber kaum ist der Text fertig verspüre ich schon die große Unzufriedenheit.

Ich zitiere Rudolf Schündler in "Der unheimliche Mönch":

"Es ist der Geist in meinem Inneren. Er hält mich an, nur das Vollkommene zu schaffen!"  :icon_confused:

Aber du wirst mir doch nicht erzählen wollen das ausgerechnet du mein "zugegebenermaßen durchaus erahnbares Talent" vermissen würdest, oder?  :icon_lol:
(Ich bin ja keineswegs nachtragend, finde nur diese Ausdrucksweise äußerst markant - in Gedanken habe ich dich seitdem schon als zukünftigen intellektuellen Sektschwenker des GF notiert  :icon_twisted: ;))
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 7 September 2007, 23:05:20
Wirf mal nen Blick in den "User des Tages"-Thread, dann kriegst du gleich wieder Lust, aktiv zu werden. Dann hat der Thread auch seinen Sinn bestätigt, der dort zuletzt immer wieder angezweifelt wurde.  ;)

Das Gefühl, das du da beschreibst, kenn ich auch von mir selbst, aber wir hatten das ja schon öfters - die Stagnation fällt einem selbst (zumindest als selbstkritischer Autor) immer als erstes auf, aber nach außen ist das nie so schnell zu erkennen, wie man immer meint. Man ist auch nicht immer so ewig gleich, wie man manchmal glaubt - und selbst wenn, man muss sich ja nicht ständig winden wie ein Chamäleon. Wenn es dann mal wieder in eine andere Richtung gehen soll, einfach mal ein bisschen experimentieren, das tut manchmal gut. Verfass ein Theaterstück oder so. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 September 2007, 00:25:48
Zitat von: Vince am  7 September 2007, 23:05:20
Wirf mal nen Blick in den "User des Tages"-Thread, dann kriegst du gleich wieder Lust, aktiv zu werden. Dann hat der Thread auch seinen Sinn bestätigt, der dort zuletzt immer wieder angezweifelt wurde.  ;)

Schlimmer geht's immer, zweifellos!  ;)

Zitat von: Vince am  7 September 2007, 23:05:20
Wenn es dann mal wieder in eine andere Richtung gehen soll, einfach mal ein bisschen experimentieren, das tut manchmal gut. Verfass ein Theaterstück oder so. ;)

Wenn das helfen würde... - ich bereite derzeit einen eigenen Kurzfilm vor (inkl. Drehbuch) und das Problem ist genau das gleiche und am meisten drückt mich eigentlich der Umstand, das die eine Hälfte meiner neueren Texte zu flapsig und die andere zu verkopft und trocken ist. Die Balance zwischen Leserfreundlichkeit und eigenem Anspruch ist mir sehr wichtig - sowohl bei den Filmen, die ich sehe (Roland Klick: "Kommunikation zwischen Regisseur und Publikum ist sehr, sehr wichtig!") als auch bei deren Rezension.

Vielleicht schreibe ich mir diesen Frust mit einer äußerst rüden und derb geschriebenen Sex-Film-Retro ohne jegliches Niveau vom Leib - oder ich folge den Spuren deines "Slugs"-Reviews und schreibe einen Brief an die Wachowski-Brüder. Oder... ich beende eine tragisch-misanthropische Revenge'n'Torture-Kurzgeschichte, die ich vor einem Jahr begonnen habe... oder ich mache eine kleine RomCom-Reihe... oder, oder, oder...

Siehst du? Es ist wirklich ZU verfahren.  :icon_sad:#
Aber letztlich nicht aussichtslos - gelegentlich bin ich auch einigermaßen zufrieden, nur kann ich mir meist nicht erklären, warum. Das goldene Ei muss also nicht mehr gelegt sondern nur noch gefunden werden...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 8 September 2007, 14:46:20
Zitat von: McKenzie am  7 September 2007, 22:20:09
Aber du wirst mir doch nicht erzählen wollen das ausgerechnet du mein "zugegebenermaßen durchaus erahnbares Talent" vermissen würdest, oder?  :icon_lol:

Sag' mal tust du jetzt nur so oder hat dir diese (gänzlich scherzhaft und NICHT ernst gemeinte) Bemerkung wirklich so zugesetzt?

Zitat von: McKenzie am  7 September 2007, 22:20:09
(Ich bin ja keineswegs nachtragend, finde nur diese Ausdrucksweise äußerst markant - in Gedanken habe ich dich seitdem schon als zukünftigen intellektuellen Sektschwenker des GF notiert  :icon_twisted: ;))

Die Formulierung will sich bei mir nicht zu einem verständlichen Ganzen fügen. ;)

Jedenfalls kann ich ähnlich wie Vince dieses Gefühl der Dürreperiode duchaus nachvollziehen. Hier sollte man jedoch Selbstanspruch und Genügsamkeit in eine gesündere Relation packen. Du zählst nicht nur Anhand deiner Reviewauswahl, die unberechenbarer und zugänglicher sein könnte (aber nicht muss), sondern auch aufgrund von eigenwilligen, ambitionierten und (wenn auch nicht immer nachvollziehbaren, so doch vor allem) originellen Interpretationen zu den interessantesten Autoren innerhalb der ofdb. Auch wenn ich deiner Selbsteinschätzung zwar insoweit zustimmen kann, dass die letzten Besprechungen mich nicht ganz so überzeugten konnten wie gewöhnlich, tut das längst nicht gleich Not, die Koffer zu packen. In Kürze wird diese kleine Phase der Selbstzweifel sicher ohnehin wieder beendet sein - wo Talent ist, ist eben Talent, das hast du ja nun einmal.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 September 2007, 22:59:12
Da war also doch noch etwas!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 September 2007, 14:46:20
Sag' mal tust du jetzt nur so oder hat dir diese (gänzlich scherzhaft und NICHT ernst gemeinte) Bemerkung wirklich so zugesetzt?

Nein, eigentlich nicht - denn so überheblich wie sie formuliert war gab es nur zwei Möglichkeiten - den Scherz, als den du sie verstanden wissen wolltest oder den Ernst, der glücklicherweise nicht dahinter stand. Da ich mir aber nicht wirklich sicher war, hat sich das ganze doch irgendwo eingeprägt, nahe gegangen ist es mir allerdings nicht, keine Sorge! (Ich werde mich doch nicht von DEM Mr. Vincent Vega verunsichern lassen  :icon_twisted: ;))

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 September 2007, 14:46:20
Die Formulierung will sich bei mir nicht zu einem verständlichen Ganzen fügen. ;)

S. o.  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 September 2007, 14:46:20
Jedenfalls kann ich ähnlich wie Vince dieses Gefühl der Dürreperiode duchaus nachvollziehen. Hier sollte man jedoch Selbstanspruch und Genügsamkeit in eine gesündere Relation packen.

Damit hast du vollkommen recht, nur ist Disziplin gerade hier besonders mühsam - einmal Masochist, immer Masochist. (Aber das ist natürlich keine Ausrede;-)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 September 2007, 14:46:20
Du zählst nicht nur Anhand deiner Reviewauswahl,
Zitat
Zitatdie unberechenbarer und zugänglicher sein könnte
(aber nicht muss), sondern auch aufgrund von eigenwilligen, ambitionierten und (wenn auch nicht immer nachvollziehbaren, so doch vor allem) originellen Interpretationen zu den interessantesten Autoren innerhalb der ofdb.

Willst du dass ich rot oder nur rosa werde?  :icon_redface:
Das von dir zu hören macht mich aber besonders glücklich (und überrascht) da ich bisher immer annahm (schon vor der besagten Bemerkung) das du von mir als Mensch vielleicht etwas, als Autor aber nur wenig hältst. Hat weniger etwas mit einer übermäßigen Wertschätzung deiner Meinung zu tun (du verstehst sicher, was ich meine) als mit einer sachlichen gegenseitigen, "kollegialen" Beurteilung. So schätze ich z. B. einige Autoren sehr, die aufgrund ihres streitbaren Stils eher selten im Zentrum der Diskussion stehen, reife Worte sind also nicht alles.
Grazie!

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 September 2007, 14:46:20
Auch wenn ich deiner Selbsteinschätzung zwar insoweit zustimmen kann, dass die letzten Besprechungen mich nicht ganz so überzeugten konnten wie gewöhnlich, tut das längst nicht gleich Not, die Koffer zu packen. In Kürze wird diese kleine Phase der Selbstzweifel sicher ohnehin wieder beendet sein - wo Talent ist, ist eben Talent, das hast du ja nun einmal.

Ja, vermutlich durchlebt jeder, der vergleichsweise viel schreibt einmal solche Phasen. Manche schreiben dann trotzdem weiter (treiben den Teufel mit Beelzebub aus  - ich glaube, Bretzel oder Moonshade würden eine längere Pause nicht übers Herz bringen;)), andere wie eben z. B. ich würden am liebsten im Boden versinken. Eine interessante Beobachtung ist beispielsweise auch, das mich in der Regel die Texte am meisten zufriedenstellen, die ich nach längeren Pausen geschrieben habe (abgesehen von der jüngsten). Daher wäre eine niedrigere Dichte evtl. qualitätsfördender was man bei Fastmachine sehr gut beobachten kann, dem es bisher gelungen ist, einen relativ konstanten Qualitätspegel zu halten.

Ach ja, die Polemik und kleine Sticheleien folgen uns ja auf Schritt und Tritt:

Zitat von: Mr. Vincent Vegadie unberechenbarer und zugänglicher sein könnte

Ein Blick in den Spiegel?  :king:
Aber du hast vollkommen recht, ich sollte mir wirklich einmal ein Herz fassen und etwas durchaus gewöhnliches tun, womit jedoch niemand rechnet (Spontanität und bewusster Verstoß gegen Erwartungsmuster gehören zu meinen wichtigsten Prinzipien als Cineast  :icon_twisted:). Vielleicht "Transformers" besprechen (inkl. sicherlich unverzichtbarer 10/10-Wertung) oder einen Fassbinder-Film nach allen Regeln der Kunst verreißen. Da bieten sich zahlreiche ungeahnte Möglichkeiten. Meinem Traumprojekt, der großen OFDb-Transgression - eines qualitativ hochwertigen Gesamtverisses von "Herr der Ringe" - fühle ich mich LEIDER, leider, leider (noch) nicht gewachsen.

Wie du siehst träume ich gerne von ungebauten Ungeheuerlichkeiten, um meine Review-Liste aufregender zu gestalten, nur ist jeder Text harte Arbeit die man natürlich nicht für alles tun will. Für "Verrückt nach Mary" kommt das aber noch, Ehrenwort! :icon_redface:

Christoph, dem der an COPFKILLER versprochene "There's something about Mary"-Review immer noch quengelnd im Nacken sitzt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 9 September 2007, 02:50:36
Zitatich glaube, Bretzel oder Moonshade würden eine längere Pause nicht übers Herz bringen

Ich habe schon einmal drei Wochen Pause gemacht, aber eher gezwungenermassen. Natürlich kann ich unterschiedliche Qualitäten nicht ausschließen, aber bei meinem Beruf ist das auch nicht anders und da mache ich auch keine Pause. Entscheidend ist der Spass und so lange ich noch so viele Filme sehe, nach denen ich einfach Lust habe, etwas darüber abzusondern, werde ich keine Kunstpausen einlegen.

Mir ist aber natürlich auch klar, dass eine Review über "The Messengers" eher aus einer Art Vollständigkeitsdrang entsteht, während ein Antonioni-Film eine Herzensangelegenheit ist. So will ich auch seit einer Woche endlich eine Review über "Psycho" schreiben, finde aber keinen rechten Anfang.

Vielleicht rühren deine Schwierigkeiten ,die mir übrigens keineswegs auffallen, auch daher, dass du fast nur Herzensangelegenheiten beschreibst (was ich sehr positiv finde). Manchmal hilft aber so ein netter Verriss wie bei "Last Legion", den man mal so richtig schön in die Tasten schmeist - immer nur möglichst anspruchsvoll ist wirklich anstrengend...

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 2 Oktober 2007, 05:15:31
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=43867&rid=262131

Auch auf die Gefahr hin, das geschwind Mr. Vincent Vega und Bretzelburger angewetzt kommen und mir vorhalten was für einen pathetischen, oberflächlichen Unsinn ich zusammengeschrieben habe. ;)

Mein erster Douglas Sirk Film und ein mehr als beeindruckendes und erhellendes (auf filmhistorischer, NICHT auf philosophischer Ebene) Erlebnis. Daher habe ich auch nur einiges ohne feste Struktur wiedergegeben, allerdings immer noch unter der benebelten Nachwirkung des Films was sicherlich die Qualität dieses kurzen Textes nicht gerade hebt. Ist ohnehin nur eine Versuchsanordnung und dazu noch eine ziemlich peinliche, wie ich fürchte. Das Wort zum Sonntag - oder so ähnlich. :icon_confused:

Aber bevor ich mich wieder dem Trash  :icon_lol: und einigen deutschen Filmen widme wollte ich noch einmal das alte Hollywood zum Zuge kommen lassen.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 2 Oktober 2007, 05:40:03
Du brauchst gar nicht allzu tief stapeln. Mir gefallen deine Worte sehr gut, sie sind wohl temperiert und drücken eine ehrlich wirkende Sichtweise von dir auf diesen (deinen ersten?) Douglas Sirk-Film aus. Schön überschaubar und schwelgend im Ton wurde mir dein Zugang zum Film ganz deutlich, auch wenn ich hier und da sicher abweiche in meiner Beurteilung. Ein wenig unkonkret erscheinen die Gefühlsschilderungen deshalb, da du viel beschreibst, es aber kaum direkt auf den Film münzt. Beispiele in Zitatform, Hinweise auf spezielle Figuren und deren Verhaltensweisen, Sirks begnadete Stilmittel etc. wären sicherlich nicht verkehrt gewesen, auch wenn ich völlig d'accord damit gehen würde, dass dies alles andere als einfach ist.

Ich finde WRITTEN ON THE WIND gehört eher zu den semi-wichtigen Sirk-Filmen. Er ist wunderbar inszeniert, mir persönlich aber zu erdrückend. Bewundernswert bei Sirk ist ganz zweifellos, dass er seine Melodramen still strickt, ohne Hysterie. Da sind ihm Fassbinder, Kar Wai und Co. gefolgt, während andere überhaupt nicht begriffen haben, dass das der Schlüssel zur Wirkung ist.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 2 Oktober 2007, 06:01:26
Das von einem Liebhaber Sirks zu hören erleichtert natürlich ungemein...
Ja, ich sollte vielleicht noch anhängen das ich wirklich nicht vorhatte, etwas zu schreiben und nach dem Film während der Arbeit an meinem "Drehbuch" (auf das ich mich nach diesem Eindruck nicht wirklich konzentrieren konnte) spontan ein wenig "abschweifte" was zugleich auch ein Experiment war, da dieses die-Gedanken-sprudeln-lassen sonst keine Rolle spielt bei meinen Kritiken (jüngst öfter - auch bei "Planet Terror" z. B.). Dein Einwand das ich viel behaupte aber nicht belege ist sicherlich berechtigt und bei der nächsten Sichtung sollte ich hier vielleicht noch einige Ergänzungen vornehmen. Aber hier war ich dafür einfach noch nicht konzentriert genug um mich wirklich zu sammeln. Wie man eben immer hin und weg ist wenn man einen dieser Filme gesehen hat, die nach der persönlichen Auffassung das Prädikat "Meisterwerk" verdienen. Und es ist auch immer wieder reizvoll (ich mache das gelegentlich gerne), ein Review zu schreiben ohne direkt auf den Inhalt des Films einzugehen, also auf die Figuren, die Machart, etc.

Interessant übrigens:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  2 Oktober 2007, 05:40:03
Ich finde WRITTEN ON THE WIND gehört eher zu den semi-wichtigen Sirk-Filmen. Er ist wunderbar inszeniert, mir persönlich aber zu erdrückend. Bewundernswert bei Sirk ist ganz zweifellos, dass er seine Melodramen still strickt, ohne Hysterie.

Erdrückend? Kann ich eigentlich ganz und gar nicht nachvollziehen, ich (als Hollywood-Antipath mit schlimmsten Vorurteilen  ;)) fand ihn eigentlich sehr entspannend und erfrischend. Oder beziehst du dich damit auf seine thematische und formale Gewalt und ihre u. U. einengende Wirkung? Und was die Zurückhaltung betrifft - das trifft auf das Herzstück des Films sicherlich zu, gerade zu Beginn und am Ende braust er allerdings ordentlich auf. Wobei das unter Umständen auch an der wenig leidlichen musikalischen Untermalung liegen könnte.

Wie auch immer, auf meinem imaginären Wunschzettel sind nun schon einige weitere Sirks gelistet wobei allerdings ausgerechnet der sehr interessante "Magnificent Obsession" nur im Ausland auf DVD erhältlich ist. So sehr traue ich dem Ganzen noch nicht.  :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 2 Oktober 2007, 07:03:25
Auch mir hat dein neuester Text mal wieder gefallen und mich sehr neugierig auf den Film gemacht. Habe bisher noch gar keinen Film von Sirk gesehen, Schande über mich  :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 2 Oktober 2007, 22:19:27
Ich möchte hier einmal meiner Freude darüber Ausdruck geben, dass es zumindest im kleinen (aber feinen) Autorenkreis endlich die Entdeckung Sirks zu feiern gibt. Vor mehr als einem Jahr, als ich mich ihm widmete, kam ich mir ein wenig wie der Rufer in der Wüste vor...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 2 Oktober 2007, 22:41:22
(Zu früh draufgedrückt - hier die Fortsetzung) Sirks Filme gehören zu den prägendsten Erinnerungen meiner Jugend und es ist schon bedauerlich, dass ich fast jeden seiner Filme mehrfach sah, aber die meisten davon vor mehr als 25 Jahren. In den 70ern lief er im besten Abendprogramm - Samstag 20 Uhr 15 - kaum noch vorstellbar.

Ich gebe Mr.VV recht, dass es sich bei "In den Wind geschrieben" um ein semi-wichtiges Werk Sirks handelt, was aber keine Abwertung bedeuten soll. Eindeutig wichtiger ist "La Habanera" - http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=14448 - von 1937, sein letzter deutscher Film, den er drehte, bevor er quasi vom Drehort aus die Nazi-Schergen hinter sich liess, vor deren Umarmung er sich schützen wollte. "La Habanera" ist einer meiner liebsten Filme überhaupt, der über alle Sirk-Qualitäten verfügt, trotz der noch nicht technischen Perfektion seiner späteren Werke. "La Habanera" und sein früherer und noch nicht ganz in seinem Stil gedrehter Film "Zu neuen Ufern" - http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=13036 - sind auf DVD erhältlich und sehr zu empfehlen.

"Magnificent Obsession" ist neben "Imitation of Life" mein Lieblingsfilm von Sirk, auch wenn "All that Heaven Allows" sicherlich noch wichtiger ist - da kannst du aus meiner Sicht absolut nichts verkehrt machen.



Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 3 Oktober 2007, 00:47:27
Zitat von: Bretzelburger am  2 Oktober 2007, 22:19:27
Ich möchte hier einmal meiner Freude darüber Ausdruck geben, dass es zumindest im kleinen (aber feinen) Autorenkreis endlich die Entdeckung Sirks zu feiern gibt. Vor mehr als einem Jahr, als ich mich ihm widmete, kam ich mir ein wenig wie der Rufer in der Wüste vor...

Ja, aber die OFDb entwickelt sich schließlich auch. Man darf ihre Ursprünge schließlich nicht vergessen und ich bin mir sicher das irgendwann in der Zukunft auch noch zahlreiche neue Autoren eintreten und sich über hier unterschlagene Regisseure wie Jean Renoir, Otar Iosseliani, Ottomar Domnick, Egon Günther, Agnes Varda, Rudolf Thome (coming soon: "Detektive"), Francois Truffaut und eben Detlef Sierck ( ;)) hermachen werden. Es braucht alles nur eine gewisse Zeit, um sich zu entwickeln. Das die OFDb so ohne Reiz nicht ist kann man u. a. daran erkennen das selbst ein bekannterer Kritiker wie Ulrich Behrens spaßeshalber schon vier seiner Texte in die OFDb gestellt hat - und der hätte es nun wirklich nicht nötig (obwohl er vielleicht auch einfach entsetzt über die übrigen Reviews zu den jeweiligen Filmen war...).

Leider muss ich dich enttäuschen, all deine Sirk-Reviews, abgesehen von "La Habanera" habe ich erst gestern nach "In den Wind geschrieben" gelesen, ausschlaggebend für meine Neugierde war eher Fassbinders Verehrung für Sirk und die überschwänglichen Schwärmereien und Erzählungen eines guten Freundes über "Magnificent Obsession".  ;) Und da "In den Wind geschrieben" als einziger Sirk in der Mediathek des hiesigen kommunalen Kinos zu haben war wurde er auch mein erster.

Zitat von: Bretzelburger am  2 Oktober 2007, 22:41:22
Ich gebe Mr.VV recht, dass es sich bei "In den Wind geschrieben" um ein semi-wichtiges Werk Sirks handelt, was aber keine Abwertung bedeuten soll. Eindeutig wichtiger ist "La Habanera" - http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=14448 - von 1937, sein letzter deutscher Film, den er drehte, bevor er quasi vom Drehort aus die Nazi-Schergen hinter sich liess, vor deren Umarmung er sich schützen wollte.

Ja, ich werde mir all das sicherlich nach und nach noch zu Gemüte führen (man will immer zuviel auf einmal - ich liebäugele gerade auch mit Truffauts fünfteiligem Antoine Doinel-Zyklus, möchte aber sicher sein, ausreichend Zeit dafür zu haben), allerdings ist es mir vorerst auch nicht sonderlich dringend, seine >wichtigsten< Filme zu sehen. Ganz gleich um welchen Regisseur es sich handelt, die Bedeutung eines Films innerhalb seines Gesamtwerkes sollte beim Betrachten immer zweitrangig sein (mir sind einfach schon zuviele Regisseure untergekommen deren "wichtige" Film ich bei weitem nicht so sehr schätzte wie die "unwichtigen", bestes Beispiel: Hitchcock), ebenso wie beispielsweise auch das Engagement eines Films. Einer der Gründe, warum mir u. a. Volker Schlöndorff und Ken Loach zuwieder sind ist z. B. das sie beide immer größten Wert darauf zu legen scheinen, "wichtige Themen" wie soziale Ungerechtigkeit, Krieg, Revolution, politische Schieberei etc. zu behandeln. Das rüttelt auf! Das erhellt! Das ist Courage!  :kotz:

Anders würde die Sache stehen wenn du mir erzählt hättest das "In den Wind geschrieben" einer seiner schwächsten Filme ist.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Bretzelburger am  2 Oktober 2007, 22:41:22
"Magnificent Obsession" ist neben "Imitation of Life" mein Lieblingsfilm von Sirk, auch wenn "All that Heaven Allows" sicherlich noch wichtiger ist - da kannst du aus meiner Sicht absolut nichts verkehrt machen.

Danke für die Tips, ich werde sie berücksichtigen nach diesem delikaten Aperitif!  :icon_razz:

Zitat von: COPFKILLER am  2 Oktober 2007, 07:03:25
Auch mir hat dein neuester Text mal wieder gefallen und mich sehr neugierig auf den Film gemacht.

:icon_eek: :icon_redface:

Nun, das war dann eher unfreiwillig (da es ein klassischer Blindschuss war). Aber du siehst - mein erstes, spontan herbeigeführtes Sirk-Erlebnis war gleich ein phänomenaler cineastischer Genuss. Es könnte dir also durchaus ähnlich ergehen und ohne weitere Kentnisse zu besitzen würde ich diesen Film als zugängliches, offenes Werk zum Einstieg sofort weiterempfehlen (mal sehen ob ich das nach weiteren Sirks immer noch so sehe).

Letztlich habe ich es mir z. B. schon abgewöhnt, mich für mangelnde Kentnisse hinsichtlich des Werks WICHTIGER Regisseure zu schämen, kommt Zeit kommt Rat, kommen Godard, Tarkowsky, Tarr, Skolimowski, Watkins und viele andere. Und für unser Alter haben wir ohnehin schon ungeheure Berge von Zelluloid bewältigt.  :icon_mrgreen:
PS: Zu deinen Lederhosen-Großtaten (und möglichst noch vor Weihnachten zu "Verrückt nach Mary" :icon_redface:) komme ich noch beizeiten!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 3 Oktober 2007, 01:06:04
Ach ja, die guten Douglas Sirk-Filme. Hab ja mit Udo schon paar mal drüber geschwätzelt, aber bis heute konnte ich mich noch immer nicht zu Reviews zu seinen Filmen überreden. Ähnlich wie bei "Uhrwerk Orange" habe ich da die Hemmungen, den Werken nicht wirklich gerecht werden zu können! :icon_confused: Aber "La Habanera" muss ich mir demnächst unbedingt mal wieder anschauen! :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 3 Oktober 2007, 05:19:45
Zitat von: Mr. Hankey am  3 Oktober 2007, 01:06:04
Ähnlich wie bei "Uhrwerk Orange" habe ich da die Hemmungen, den Werken nicht wirklich gerecht werden zu können! :icon_confused:

Dem bin ich beispielsweise beigekommen (oder auch nicht) indem ich einfach vollkommen unüberlegt drauflos getippt habe. ;) Hinsichtlich "Clockwork Orange" bin ich mir inzwischen gar nicht mehr sooo sicher. Ich glaube er ist doch eher einer der schwächeren Kubricks (aber natürlich immer noch ein Meisterwerk das 10/10 verdient  :love:). In vier Tagen werde ich übrigens "2001" auf 70mm und einer riesigen Leinwand zum ersten Mal sehen.  :icon_eek:

Und - ist die Schreibblockade möglicherweise endlich überwunden? - es gibt auch gleich noch einen besonders pikanten Nachschlag über den sich (hoffentlich) Vinyard Vaughn besonders freuen wird. Es hat schon einen ganz besonderen, unwiderstehlichen Reiz, einen Film lobend oder zumindest mit dem Brustton der Überzeugung "positiv" zu besprechen den 172 von 238 Usern mit weniger als 5 Punkten bewertet haben und der bei nahezu allen hier im Autorenforum vertretenen und sonstig aktiveren Usern haushoch durchgefallen ist. Ja, dieser Film ist grottenschlecht. Ich war fasziniert, steinigt mich.  :king:

Mein aus dem begreiflichen Bestreben heraus, die irrsinnige Vorliebe für dieses Werk einigermaßen verständlich zu artikulieren, sehr lang geratener Review zu Lucio Fulcis berüchtigtem Spätwerk "Demonia":

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=598&rid=262273

:icon_twisted:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 3 Oktober 2007, 14:50:26
Zitathttp://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=598&rid=262273
Uh! Das bedeutet aber wieder Zahnschmerzen, wenngleich ich diesen Fulci gar nicht mal soooo übel finde, wie die meisten anderen seiner Werke. Aber mehr als 4 Punkte ist dabei mir, mit allem guten Willen, auch nicht drin! ;)

Aber dennoch ein herausragendes Review! :respekt:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: kruchtenkaiser am 3 Oktober 2007, 15:10:11
ZitatIch hoffe, das Sie dieser Text nicht angeödet hat.

ganz und gar nicht. Wie Hankey bereits angemerkt hat: herausragendes Review. Hab mich schon lange nicht mehr so amüsiert wie gerade beim Lesen deiner Schilderung der 3 Stadien der Rezeption von qualitativ minderwertigen Filmen... bin ich jetzt eigentlich ernsthaft geschädigt, wenn ich mich bereits in allen drei Stadien befunden habe???
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 3 Oktober 2007, 21:46:44
Zitat von: Mr. Hankey am  3 Oktober 2007, 14:50:26
Uh! Das bedeutet aber wieder Zahnschmerzen, wenngleich ich diesen Fulci gar nicht mal soooo übel finde, wie die meisten anderen seiner Werke. Aber mehr als 4 Punkte ist dabei mir, mit allem guten Willen, auch nicht drin! ;)

Tja, das wundert mich überhaupt nicht. Vier Punkte sind schon skandalös viel für "Demonia". Solch ein  monströses Schrottwerk kann man eigentlich im Vollbesitz seiner geistigen Kompetenzen nur mit 1 Punkt bewerten aber manche Exzentriker sehen eben selbst solche üblen, grenzwertigen Abfallprodukte mit einer rosa Brille.  :icon_lol:

Zitat von: Mr. Hankey am  3 Oktober 2007, 14:50:26
Aber dennoch ein herausragendes Review! :respekt:
Zitat von: kruchtenkaiser am  3 Oktober 2007, 15:10:11
ganz und gar nicht. Wie Hankey bereits angemerkt hat: herausragendes Review. Hab mich schon lange nicht mehr so amüsiert wie gerade beim Lesen deiner Schilderung der 3 Stadien der Rezeption von qualitativ minderwertigen Filmen

Mille Grazie! Ich hatte schon befürchtet, es wäre zu lang.  :icon_lol: Die geniale Metapher im letzten Absatz  habe ich einem Zeitungsartikel über unser Kino entliehen ("Urinsteine aus dem Pissbecken der Filmgeschichte"  :rofl:) und während ich sie einarbeitete fiel mir plötzlich auf, was für eine Themaverfehlung mein Review eigentlich ist. Ursprünglich wollte ich es nämlich genauso langweilig und quälend monoton halten wie der Film auf die meisten wohl wirken muss aber dann hat mich ohne jeden Anlass (weil unfreiwillig komisch ist das hier beileibe nicht mehr wirklich) der Trash-Teufel gepackt und so ist das ganze wesentlich ironischer geschrieben als ursprünglich beabsichtigt.  :icon_cool:

Zitat von: kruchtenkaiser am  3 Oktober 2007, 15:10:11
bin ich jetzt eigentlich ernsthaft geschädigt, wenn ich mich bereits in allen drei Stadien befunden habe???

:LOL:
Schon möglich, um das zu testen würde ich dir diesen Film empfehlen. Wenn du ihn gut bewertest steht es vermutlich schlecht um dich :icon_eek: und wenn du darüber hinaus plötzlich keine Freude mehr an "Der Name der Rose" hast wird es ernst.  :eek: :algo:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 3 Oktober 2007, 23:31:53
Ich finde das Review (als Nicht-Kenner des Films) auch absolut Granate. Moonshade müsste jetzt mal die Stahleier haben, DAS Teil auf die Startseite zu bringen als (muahaha) Klassiker-Tip! Wobei, der aktuelle Startseitenklassiker ist ja auch nicht ohne.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Oktober 2007, 00:01:51
Zitat von: Vince am  3 Oktober 2007, 23:31:53
Ich finde das Review (als Nicht-Kenner des Films) auch absolut Granate. Moonshade müsste jetzt mal die Stahleier haben, DAS Teil auf die Startseite zu bringen als (muahaha) Klassiker-Tip!

:LOL: :LOL: :LOL:

Danach dürfte sein Ruf als Review-Administrator auf Lebenszeit geschädigt sein, wenn sich eine Handvoll User tatsächlich den Film ansieht und dann ihrem Ärger lautstark Luft macht.  :icon_lol: Abgesehen davon empfände ich es als skandalös, wenn das ausgerechnet mit diesem Review passieren würde (wobei - mein bisher einziger Klassiker-Tip war auch kein Überflieger  :icon_redface:)

Zitat von: Vince am  3 Oktober 2007, 23:31:53
Wobei, der aktuelle Startseitenklassiker ist ja auch nicht ohne.

Stimmt. Ein Film der beginnt mit Impressionen einer Gruppe von Riesenameisen bzw. frühen Power-Rangers, die auf Motorrädern zu fröhlicher Bloasmusik fahren, kann nicht ganz ohne sein.  :icon_eek:

@ kruchtenkaiser:

Ich wollte mich noch bei dir bedanken, dein Review zu "Als die Frauen noch Schwänze hatten" hat mich, fürchte ich, maßgeblich inspiriert.  :respekt:

@ Vince:

Gleiches gilt für dein geniales "Slugs"-Review. Wer kann hier noch von bösem Trash sprechen, wenn er doch die kreativsten und wunderlichsten Blüten bei den Kritikern treibt?  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 4 Oktober 2007, 00:22:12
So sieht's aus. Danke, Juan Piquer Simón, danke Pasquale Festa Campanile, danke Mr. Fulci für das Herauskitzeln der Kreativität bei uns Zuschauern, wo ihr sie manchmal ein wenig vermissen lasst. Ein guter Trashfilm ist doch manchmal wie ein Buch... seine wahre Wirkung entfaltet er erst in der Vorstellungskraft des Rezipienten. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Sarge am 4 Oktober 2007, 01:10:09
Ja, wirklich ein ausgezeichnetes "Demonia"-Review, hübsche Stilblüten und doch nichts im Thema verfehlt. Das Einzige, was die Feier trübt - ich weißt nicht, ob es dir schonmal jemand gesagt hat, aber es fällt mir einfach immer wieder auf -, ist deine wirklich unzulängliche Kommasetzung. Wundert mich ehrlich gesagt bei der ansonsten überdurchschnittlichen sprachlichen Fingerfertigkeit.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 4 Oktober 2007, 01:17:04
Zitat von: Sarge am  4 Oktober 2007, 01:10:09
Das Einzige, was die Feier trübt - ich weißt nicht, ob es dir schonmal jemand gesagt hat, aber es fällt mir einfach immer wieder auf -, ist deine wirklich unzulängliche Kommasetzung. Wundert mich ehrlich gesagt bei der ansonsten überdurchschnittlichen sprachlichen Fingerfertigkeit.

Ach stimmt, das wollte ich einschränkend auch noch anmerken. Du scheinst privat zu viel mit Hankey abzuhängen. ;)
Ist mir aber jetzt in der Kritik zum ersten Mal aufgefallen, hab da bisher nie so drauf geachtet.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 Oktober 2007, 01:22:17
Zitataber manche Exzentriker sehen eben selbst solche üblen, grenzwertigen Abfallprodukte mit einer rosa Brille. :icon_lol:
Bin jetzt schon die ganze Zeit am überlegen, ob du diesen Satz auf mich oder auf dich selbst beziehst! ;)

Natürlich ist "Demonia" Schrott, aber immer noch geniessbarer (das Wort bei einem Fuci-Film :icon_eek:) als dieser furchtbar öde, ja totlangweilige, "A Cat in the Brain"-Scheiss, dem du ja, glaube, 9 Punkte gegeben hast! *schüttel* ;)

ZitatDu scheinst privat zu viel mit Hankey abzuhängen.
:pidu: :nono:

Über, die Schwächen, anderer, macht man sich, nicht, lustig! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Oktober 2007, 01:24:31
@ Sarge & Vince:

Ja, das sagt man mir immer wieder... leider eine Untugend, an der ich schon seit Jahren weitgehend erfolglos arbeite.  :icon_redface: Da muss wohl mal ein Lektor ran... Ansonsten aber nochmals vielen Dank, ist schon erstaunlich das ausgerechnet dieser abgrundtiefe Film mich zu einem Review angetrieben hat, das jetzt soviel Resonanz erhält wie sonst nur meine Mainstream-Kritiken.  :icon_eek: :icon_lol:

@
Zitat von: Vince am  4 Oktober 2007, 01:17:04
Ach stimmt, das wollte ich einschränkend auch noch anmerken. Du scheinst privat zu viel mit Hankey abzuhängen. ;)

Nee, der nimmt mir meine "Herr der Ringe" und "Planet Terror"-Eskapaden schon so übel, das er mir gar nicht mehr schreibt!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Vince am  4 Oktober 2007, 00:22:12
So sieht's aus. Danke, Juan Piquer Simón, danke Pasquale Festa Campanile, danke Mr. Fulci für das Herauskitzeln der Kreativität bei uns Zuschauern, wo ihr sie manchmal ein wenig vermissen lasst. Ein guter Trashfilm ist doch manchmal wie ein Buch... seine wahre Wirkung entfaltet er erst in der Vorstellungskraft des Rezipienten. ;)

Ich hoffe das Bretzelburger das schon gelesen hat.  :icon_smile:

EDIT: Wenn man vom Teufel spricht...

Zitat von: Mr. Hankey am  4 Oktober 2007, 01:22:17
Natürlich ist "Demonia" Schrott, aber immer noch geniessbarer (das Wort bei einem Fuci-Film :icon_eek:) als dieser furchtbar öde, ja totlangweilige, "A Cat in the Brain"-Scheiss, dem du ja, glaube, 9 Punkte gegeben hast! *schüttel* ;)
:pidu: :nono:

Ach ja, dieses Meisterwerk des üblen Films nach Kategorie 1 (siehe Review) muss ich in Zukunft auch noch beehren. Danke für den Merkzettel!  :icon_twisted:

Du solltest dir einige Filme, die du vor einigen Jahren nicht leiden konntest, heute noch einmal ansehen. Glaubst du nicht auch, das dir ein Film wie "Elephant" vor drei Jahren bei weitem nicht so gut gefallen hätte wie heute und das du ihn sicherlich auch als furchtbar öde und totlangweilig abgeurteilt hättest? Dieser Ratschlag bezieht sich allerdings weniger auf "Un Gatto nel Cervello" (dessen Charme Viney und ich dir bei meinem Dresden-Abstecher sicherlich näher bringen werden) denn auf Perlen wie "May", die bei dir so unterdurchschnittlich wegkamen.

Zitat von: Mr. Hankey am  4 Oktober 2007, 01:22:17
immer noch geniessbarer (das Wort bei einem Fuci-Film :icon_eek:)

Tsss - in einem seid ihr beide, Rajko und du, euch ja ähnlich: Ihr verkennt beide die größten europäischen Autorenfilmer aller Zeiten!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: kruchtenkaiser am 4 Oktober 2007, 13:48:06
Zitat von: Vince am  4 Oktober 2007, 00:22:12
So sieht's aus. Danke, Juan Piquer Simón, danke Pasquale Festa Campanile, danke Mr. Fulci für das Herauskitzeln der Kreativität bei uns Zuschauern, wo ihr sie manchmal ein wenig vermissen lasst. Ein guter Trashfilm ist doch manchmal wie ein Buch... seine wahre Wirkung entfaltet er erst in der Vorstellungskraft des Rezipienten. ;)

Schöner kann man's nicht ausdrücken...  :respekt:

Zitat von: McKenzie am  4 Oktober 2007, 01:24:31
Tsss - in einem seid ihr beide, Rajko und du, euch ja ähnlich: Ihr verkennt beide die größten europäischen Autorenfilmer aller Zeiten!
:LOL:  :rofl:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 6 Oktober 2007, 13:37:48
Möchte nur erwähnen, dass ich es endlich geschafft habe mir "Zabriskie Point" anzusehen. Nachdem ich mir (total begeistert natürlich) jede Menge Gedanken gemacht habe, hab ich mir anschließend deine Rewiev dazu durdchgelesen. Danke das du meine Interpretation noch um den einen oder anderen kleinen Punkt bereichert hast  :D.

Aber vielleicht hättest du in einem deiner letzten Absätze anmerken können, daß die Zerstörung der Villa und der Symbole der oberflächlichen spießigen Gesellschaft nicht als Aufruf zur Gewalt zu verstehen sind (hab ich auch schon gehört  :icon_rolleyes:), sondern mehr Darias endgültige und vollständige Abkehr von dieser Welt sind bzw. ihren Ekel/Wut darüber ausdrücken. Verdeutlich durch ihr letztes Lächeln beim Blick zurück, wenn dann alles doch heil bleibt. Btw eine wahnsinnig tolle Szene :love:.

Ansonsten Top Rewiev  :respekt:.

(Als nächstes muss ich irgendwo Beruf:Reporter herbekommen! ^^)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 8 Oktober 2007, 01:35:12
Da ist aber jemand mit der Punktzahl bei PLANET TERROR heruntergegangen. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 Oktober 2007, 21:51:44
@ Vinyard Vaughn:

Freut mich das der Funke bei dir nun wohl endgültig übergesprungen ist!  ;) "Zabriskie Point" ist einfach ein Mammut-Werk das man lieben muss. Jener hoffnungslos überholte Text, den ich bei Gelegenheit unbedingt überarbeiten muss  :icon_redface: entstand übrigens direkt nach einer Kinovorstellung des Films und demzufolge war ich nach diesem Erlebnis (ich kann mir den Film inzwischen nur noch auf der großen Leinwand vorstellen) natürlich entsprechend high was dem Review nicht unbedingt zugute gekommen ist. Trotzdem danke für die Blumen.  :icon_mrgreen: "Beruf: Reporter" wird dir sicherlich auch sehr gut gefallen, wobei ich allerdings eine zweite Sichtung brauchte um seine wahre Größe zu erkennen (beim ersten Mal war er mir tatsächlich zu nichtssagend, natürlich hatte ich nur ein Brett vor den Augen). Zu der Schlusssequenz: Die Möglichkeit, jemand könnte sie in der von dir beschriebenen Richtung missverstehen war mir gar  nicht bewusst (und ist imo auch eine ausgesprochen absurde und nicht einmal naheliegende Fehlinterpretation), daher findet sich bei mir auch nichts dergleichen.

@ Mr. Vincent Vega:

Ja, je mehr ich darüber nachdenke, desto unbedeutender und leerer erscheint mir "Planet Terror" und da der Hype in der OFDb völlig unverhältnismäßig ausartet musste ich einfach gegensteuern. Falls ich den Film noch einmal sehe, setze ich mich dann vielleicht sogar mit 4/10 zu dir.  :king:

*DuckundwegbevorHankeyhierreinschaut*

Übrigens habe ich mein Wochenende in Karlsruhe auf den TODD AO 70mm-Festival verbracht und dort endlich erstmals Kubricks "2001" auf einer riesigen Leinwand in atemberaubender Schärfe gesehen (mir unbegreiflich warum 70mm ausgestorben ist) und muss deine Vorwürfe gegen Kubrick die vermutlich nicht zuletzt auf diesem Film basieren, noch entschiedener zurückweisen. Nur weil sich ein Regisseur auf einer Metaebene mit den großen (unlösbaren?) Fragen der Menschheit beschäftigt und einem Computer letztlich die Macht über selbige überträgt legitimiert das den Vorwurf "menschenverachtender Distanz" noch lange nicht. Er scheint mir jetzt nur noch einmal mehr absurd.

Darüber hinaus wurde auch "Ben Hur" gezeigt den ich zwar zum 3., allerdings ersten Mal im richtigen Bildformat (1:2,76 und in 70mm  :icon_eek:) sah und der leider wieder Öl in mein gerade abschwelendes Hollywood-Feuer gegossen hat. Damals einer der größten wenn nicht DER größte Blockbuster seiner Zeit, zeigt er sehr schön auf, das selbst ein solch gigantomanisches Projekt (der Film würde vermutlich heute nicht mehr so gedreht werden KÖNNEN) sich eine Seele, Komplexität und Herz bewahren kann. All das was diesen Film zu einem Meisterwerk erhebt fehlt so ziemlich jedem Blockbuster und ganz besonders eben moderneren Aushängeschildern wie "Star Wars" oder "Lord of the rings" beinahe zur Gänze. Was dort behauptet wird, ist hier in einem solchen Reichtum vorhanden das mir die Tränen in die Augen stiegen und meine Resignation übers aktuelle Mainstream-Kino noch einmal ordentlichen Aufwind bekommen hat. Vermutlich wirst du den Film zu spirituell, homophob (Junge, ich hatte ganz vergessen WIE homoerotisch er wirklich ist) oder angestaubt finden und weiterhin die besagten Hollywood-Produkte (von einem Produkt ist "Ben Hur" imo sehr, sehr, sehr weit entfernt) für das A und O des Blockbuster-"Genres" halten... Ach ja...  :bawling:  Gleiches gilt übrigens auch für Anthony Manns extrem unterschätzten "El Cid".  :love:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 8 Oktober 2007, 22:22:05
Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44
Übrigens habe ich mein Wochenende in Karlsruhe auf den TODD AO 70mm-Festival verbracht und dort endlich erstmals Kubricks "2001" auf einer riesigen Leinwand in atemberaubender Schärfe gesehen (mir unbegreiflich warum 70mm ausgestorben ist)

Jetzt bin ich aber neidisch.  :icon_razz:
Aber natürlich freut es mich für dich, dass du als Kubrick-Fan den Film in voller Pracht bewundern durftest. Ich hoffe, das passiert mir auch noch einmal. Und dir wünsche ich noch viele weitere Sondervorstellungen. Ich wünsche dir...

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44
All das was diesen Film zu einem Meisterwerk erhebt fehlt so ziemlich jedem Blockbuster und ganz besonders eben moderneren Aushängeschildern wie "Star Wars" oder "Lord of the rings" beinahe zur Gänze.

...eine Michael-Bay-Retrospektive in Handyvideo-Projektion.  :icon_evil:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 Oktober 2007, 23:14:11
Zitat von: Chili Palmer am  8 Oktober 2007, 22:22:05
Ich wünsche dir...

...eine Michael-Bay-Retrospektive in Handyvideo-Projektion.  :icon_evil:


:eek:

Du Sadist! So etwas würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen! (Abgesehen davon könnte ich bei einer solchen Projektion wenigstens schlafen, auf 35mm wäre das dann schon schwer weil ich mich die ganze Zeit übergeben müsste).  :icon_lol:

Das musste ich einfach loswerden. Das ganze Wochenende war überhaupt eine Reise in eine Zeit, in der Hollywood noch wahre Größe hatte und zwar nicht nur finanziell sondern auch menschlich. Du wirst doch nicht etwa bestreiten wollen, das "Ben Hur" ein absolutes Meisterwerk unter den großen Studioproduktionen darstellt und wesentlich humaner, ehrlicher und existenzialistischer als die von mir gerade "beleidigten Götterwerke"?

Abgesehen davon kann ich dir dieses Festival aber nur ans Herz legen. 2008 wieder in der Schauburg Karlsruhe vom 4. bis zum 6. Oktober. Was für ein Fest. Ich sehe mich gezwungen, digitale Projektionen noch strikter zu meiden da 70mm sie qualitativ in allen Belangen schlägt (auch wenn einige der Kopien dort alters- und lagerbedingt und natürlich teilweise auch noch dank Eastmancolour  :kotz: etwas ausgeblichen waren). Und da Kubrick 2001 ja auch auf 65mm gedreht hat...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 8 Oktober 2007, 23:31:51
Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
:eek:

Du Sadist! So etwas würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen!

Na, du weißt ja: Halte dir deine Feinde... Ach, ich wollte doch nur nett sein.  :pidu:

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
Abgesehen davon könnte ich bei einer solchen Projektion wenigstens schlafen

Mist, ich wusste, mein Plan hat ein Schlupfloch. Na, mal sehen, wie gut du schläfst, wenn "Pearl Harbor" in Klingelton-Surround den Saal erschüttert.   :icon_lol:

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
Du wirst doch nicht etwa bestreiten wollen, das "Ben Hur" ein absolutes Meisterwerk unter den großen Studioproduktionen darstellt und wesentlich humaner, ehrlicher und existenzialistischer als die von mir gerade "beleidigten Götterwerke"?

Unabhängig vom cineastischen Wert von "Ben Hur" stehen "human, ehrlich und existenzialistisch" nicht unbedingt auf meiner Liste filmisch vorrangig zu erachtender Eigenschaften. Und soweit kommt's noch, dass ich den Ewoks Existenzialismus abringe. Nein, nein, da bleibe ich lieber bei weltfremdem Eskapismus.  ;)   

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
Abgesehen davon kann ich dir dieses Festival aber nur ans Herz legen. 2008 wieder in der Schauburg Karlsruhe vom 4. bis zum 6. Oktober. Was für ein Fest.

Wenn es sich ergibt, werde ich mit Freuden dort aufkreuzen. Fürs Erste bleibt mir nur das Jubiläum des Hamburger "B-Movie"-Kinos, in dessen Verlauf "Der Partyschreck", "Aguirre" und "Zwei glorreiche Halunken" gezeigt werden. Auch was wert.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 9 Oktober 2007, 00:42:02
ZitatDuckundwegbevorHankeyhierreinschaut*
Zu spät! Schon längst entdeckt! Aber NEIN, ich werde jetzt nicht schon wieder mit der Diskussion an. Schließlich weiss ich ja seit letzter Woche nur gut genug, dass ich mehr als Recht hab!  :king:

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 23:14:11
:eek:
Du Sadist! So etwas würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen!
Tja, wo Chili nun mal recht hat. :icon_mrgreen:

Du bist und bleibst ein Mysterium. Auf der einen Seite bist du mit deinen 19 Jahren weiter, als es so mancher Filmfreak je sein könnte. Du kennst die wahren Meisterwerke der früheren Filmwelt an, gibst den kleinen Filmen eine Chance und liebst dennoch den Hang zum Trash. Wenn es aber um die Filme geht, die in der Moderne den Bluckbuster und Mainstream-Bereich bestimmen, sprich Filme die eigentlich weit eher deinem Alter zuzuordnen wären (;)), dann kannst oder willst du die (sicher wenigen) Meisterwerke einfach nicht erkennen, zudenen "Star Wars" oder "HDR" nun einmal unumstößlich gehören. Warum schaffst du das nur bei den alten "Blockbustern", aber nicht bei den Neuen? Gerade DU, der doch ansonsten schon so clever und intelligent im Filmbereich bist! :icon_confused:

Selbst Rajko hat da doch ein Auge dafür. (Wenn auch ab und an mit Erblindungserscheinungen! ;) )

Aber nun gut, das wird wohl nie jemand erklären können! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 9 Oktober 2007, 01:02:23
Meine Theorie ist ja, dass McKenzie einer dieser umgedrehten Vampire ist (wer die nicht kennt: "Grandpa gegen sexuelles Versagen" von den Simpsons angucken ;) ): Saugt die alten Filme aus und nennt sie auf Teufel komm raus cineastisch wertvoll, wo sich seine richtiggepolten Art- und Altersgenossen nicht für 50 Cent ranwagen würden - dann schon eher an 50 Cent, den Rapper, und seinen megapeinlichen Kinoausflug. ;) Nur weil der halt eben neu und hip ist. Doch unser McK vermag es nicht, einen "Get Rich or Die Tryin'" von einem "Herr der Ringe" zu unterscheiden, weil er nie gelernt hat, die Geschmäcker zu differenzieren - als Wein haben sie ja schließlich beide nicht lange genug gelagert. Und die Hollywood-Hallen sind heutzutage ja auch viel zu feucht für die Lagerung.
Aber McK selbst scheint ja auch noch zu reifen und ich spreche es vielleicht noch ein wenig seinem jugendlichen Übermut zu. Im Alter, wenn der umgedrehte Vampir den Sinn seines Lebens resümiert, wird ihm eine einschlagende Wahrheit vielleicht endlich gewahr:

Pauschalverurteilungen sind pöhse!  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 9 Oktober 2007, 01:39:18
Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44
Übrigens habe ich mein Wochenende in Karlsruhe auf den TODD AO 70mm-Festival verbracht und dort endlich erstmals Kubricks "2001" auf einer riesigen Leinwand in atemberaubender Schärfe gesehen (mir unbegreiflich warum 70mm ausgestorben ist) und muss deine Vorwürfe gegen Kubrick die vermutlich nicht zuletzt auf diesem Film basieren, noch entschiedener zurückweisen. Nur weil sich ein Regisseur auf einer Metaebene mit den großen (unlösbaren?) Fragen der Menschheit beschäftigt und einem Computer letztlich die Macht über selbige überträgt legitimiert das den Vorwurf "menschenverachtender Distanz" noch lange nicht. Er scheint mir jetzt nur noch einmal mehr absurd.

Nur weil ich irgendwann mal irgendwo schrieb, dass mir Kubrick zu distanziert wäre und seine Arbeitsmethoden imo menschenverachtend waren, ist das weder mein allgegenwärtiges Totschlagargument gegen sein Schaffenswerk, noch der einzige Grund. Also reite darauf bitte nicht immer so herum.

"2001" ist ein Film, der das Sci-Fi-Genre transzendiert hat, der zurecht ein Klassiker ist und der technisch gewisse und ungewisse Maßstäbe setzte. Für mich aber ist er darüber hinaus vor allem stinklangweiliger, prätentiöser Käse, der mich Null interessiert, mich in keiner Weise anspricht und mir völlig egal ist. Das ist alles.

Zitat von: McKenzie am  8 Oktober 2007, 21:51:44Vermutlich wirst du den Film zu spirituell, homophob (Junge, ich hatte ganz vergessen WIE homoerotisch er wirklich ist) oder angestaubt finden und weiterhin die besagten Hollywood-Produkte (von einem Produkt ist "Ben Hur" imo sehr, sehr, sehr weit entfernt) für das A und O des Blockbuster-"Genres" halten... Ach ja...  :bawling:

Ich hoffe dir steigt es nicht irgendwann noch einmal zu Kopf, dass du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast. ;)

"Ben Hur" zählt für mich in der Tat zu den schwächeren William Wyler-Filmen (sein Meisterwerk - "Jezebel" - kennst du sicher noch nicht), er ist gigantisch inszeniert, aber auch sehr steif und aus heutiger Sicht unfreiwllig komisch, gerade aufgrund seiner homophilen (nicht homophoben) Attitüden. In jeder Hinsicht überboten wurde der Film von David Lean, dessen "Lawrence of Arabia" für mich den ultimativen Historienfilm bildet.

Deine Abschätzigkeit gegenüber "Lord of the Rings" finde ich übrigens nach wie vor überaus kurzsichtig und engstirnig. Selbst wenn einem das inhaltlich nicht zusagt (was ich verstehen könnte), so kann kein gescheiter, halbwegs aufmerksamer Kinofreund die Leistung dieses Mammutwerks so derart wenig argumentativ herunterspielen. Allein Howard Shores Musik ist schon jetzt unbestritten so bedeutsam wie einst Williams "Star Wars"-Komposition, und wird diese in einigen Jahren wohl sicher auch überflügelt haben. Jackson gelang hier trotz aller Schwächen ein filmgeschichtliches Monument des Kinos, ein absolutes Vorzeigebeispiel dafür, wie Literatur in bewegte Bilder überführt wird, ohne komplexe Strukutren aufgeben zu müssen.

Ich würde Vince in jedem Fall beipflichten. Ein wenig geht mit dir so manches Mal der jugendliche Übermut durch - und dass ausgerechent ich das sage, ist schon seltsam. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 10 Oktober 2007, 23:42:11
Grüaziwohl!

Hab ich gerade "jugendlicher Übermut" gelesen? Na dann leite ich mal zu "Notre Musique" über, den ich gerade vorher gesehen habe.  :icon_razz:

Ich kann deine Reaktion auf den Film absolut nachvollziehen, denn meine fällt auch eher gedämpft  :icon_lol: aus, dennoch finde ich, dass du mit deiner flammenden Kritik etwas übers Ziel hinausgeschossen bist.
Ich selbst habe auch kaum was von dem Film verstanden  ;) und fand vor allem die erste Hälfte des "Fegefeuer" Teils sehr lahmarschig und nichtssagend, danach aber gab es so Einiges, dem selbst ich  ;) folgen konnte und es dürfte wohl außer Zweifel stehen, dass "Intellektuelle", Gelehrte, Philosophen, Schriftsteller etc. mit diesen Sätzen, Gesprächen, Statements etwas anfangen können und der Film von so einem Standpunkt aus durchaus wertvoll und nicht bloß überflüssige Zeitverschwendung sein kann.

Die Sache mit "pseudointellektuellen Kritikern" kann ja durchaus stimmen, aber das hat für mich nichts mit der Bewertung des Films von Godard zu tun. Versteh mich nicht falsch, es ist völlig legitim, dass du den Film abstrafst, ich fand ihn auch nicht besonders, aber die Art und Weise, wie du das getan hast, finde ich etwas unpassend, da es so rüberkommt, als würdest du jenen, die sich mit diesen philosophischen, kulturtheoretischen, whatever.. Dingen tatsächlich beschäftigen und Godards Ansätze auch verstehen und nachvollziehen können, diese Eigenschaften absprechen wollen und sie als "pseudo" darstellen.  :icon_confused:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Da vernachlässigt man diesen Thread nur einen Tag und schon sieht man sich mit wahren Unwuchten konfrontiert.  :icon_eek:

Es ist mir (k)eine Freude, euch ebenfalls mit einer Unwucht zu konfrontieren.  :icon_twisted:

Zitat von: Mr. Hankey am  9 Oktober 2007, 00:42:02
Aber nun gut, das wird wohl nie jemand erklären können! ;)

Zwar sehe ich mich um der lieben Diskussion willen (sprach der Diskussions-Fetischist) gezwungen, auf deinen (zweifellos naheliegenden, aber falschen) Vorwurf einzugehen, allerdings denke ich schon das ich dir das Ganze bei meinem Dresden-Besuch  :pidu: ausführlich erläutern kann - so lange wie nötig, um dich vom Gegenteil zu überzeugen.  :icon_twisted:
Siehe unten.

Zitat von: Mr. Hankey am  9 Oktober 2007, 00:42:02
Wenn es aber um die Filme geht, die in der Moderne den Blockbuster und Mainstream-Bereich bestimmen, sprich Filme die eigentlich weit eher deinem Alter zuzuordnen wären (;)), dann kannst oder willst du die (sicher wenigen) Meisterwerke einfach nicht erkennen, zu denen "Star Wars" oder "HDR" nun einmal unumstößlich gehören. Warum schaffst du das nur bei den alten "Blockbustern", aber nicht bei den Neuen? Gerade DU, der doch ansonsten schon so clever und intelligent im Filmbereich bist! :icon_confused:

Sie gehören "nun einmal" dazu? Das ist nichts, was man feststellen oder faktisch belegen kann, das ist deine, bzw. eure persönliche Empfindung - nichts weiter. Genauso wie es auch die meinige ist, dass dem Studiosystem inzwischen das Herz in die Hose gerutscht ist und aus Hollywood zwar noch desöfteren ausgezeichnete Filme kommen, allerdings nicht mehr aus diesem Sektor. Große Filme, die dennoch ein schlagendes Herz tragen findet man inzwischen auf der ganzen Welt kaum mehr, auch nicht in Asien oder Europa.

Wir sind nun einmal alle miteinander derart stur, das wir unsere Ansichten gerne als universelle  Wahrheit ausstellen.  :icon_mrgreen:

Und damit kommen wir noch einmal detailierter zu jener unglaublichen Behauptung:

Zitat von: Mr. Hankey am  9 Oktober 2007, 00:42:02
Wenn es aber um die Filme geht, die in der Moderne den Bluckbuster und Mainstream-Bereich bestimmen, sprich Filme die eigentlich weit eher deinem Alter zuzuordnen wären (icon_wink), dann kannst oder willst du die (sicher wenigen) Meisterwerke einfach nicht erkennen, zudenen "Star Wars" oder "HDR" nun einmal unumstößlich gehören. Warum schaffst du das nur bei den alten "Blockbustern", aber nicht bei den Neuen?

Zitat von: Vince am  9 Oktober 2007, 01:02:23
Saugt die alten Filme aus und nennt sie auf Teufel komm raus cineastisch wertvoll, wo sich seine richtiggepolten Art- und Altersgenossen nicht für 50 Cent ranwagen würden - dann schon eher an 50 Cent, den Rapper, und seinen megapeinlichen Kinoausflug. icon_wink Nur weil der halt eben neu und hip ist. Doch unser McK vermag es nicht, einen "Get Rich or Die Tryin'" von einem "Herr der Ringe" zu unterscheiden, weil er nie gelernt hat, die Geschmäcker zu differenzieren - als Wein haben sie ja schließlich beide nicht lange genug gelagert. Und die Hollywood-Hallen sind heutzutage ja auch viel zu feucht für die Lagerung.

Ein Blockbuster ist auch nur ein Film. Zwar ein besonders pompöser, lauter, teurer, (heute vor allem auch) schneller und erschlagender, aber dennoch ein Film. Der grundsätzliche Widerspruch eurer Theorie: Es gibt sehr, sehr viele neue Filme, die mir vortrefflich munden und einige davon kommen, wie zum 347. Mal (dank meines hasserfüllten Feuereifers muss ich mir die Ignoranz dem gegenüber wohl selbst zuschreiben) erwähnt, auch aus Hollywood. Ich denke, ihr geht weit genug mit mir konform um zuzugeben, das man Kino nicht in "Blockbuster" und "Film" aufteilen kann. Auch ich schätze Filme mit aufwändigen Schauwerten und einem gesunden Maß an Gigantomanie. Man werfe einen aufmerksamen Blick in meine Bewertungslisten. Was ich nicht schätze, ist wenn das menschliche Individuum in einem solchen Film - Hollywood hat es leider immer noch nicht vollbracht, den menschenleeren Realfilm-Blockbuster herzuzaubern - hinter den Spezialeffekten, der Optik, der Geschichte (jawohl, !!!) oder dem Sound hintenangestellt wird. Und genau diese Entwicklung wurde just von Filmen wie dem ersten "Star Wars" eingeleitet", der, für sich betrachtet, sicherlich kein schlechter, wenn auch kein herausragender Film (abgesehen von den Spezialeffekten - wer das für so wichtig hält...  :icon_rolleyes:) ist. Viel schlimmer als die "Star Wars"-Filme, die sicherlich noch einen gewissen erzählerischen Reiz haben, empfinde ich aber die Tatsache, das eine Filmtrilogie abgefeiert wird, die alles hat, was ein großer Film braucht - außer Seele. Ich weiß, das Peter Jackson zu mehr im Stande ist und ein leidenschaftlicher, enthusiastischer Filmemacher mit einer Vision. Ich nehme mir sehr oft vor, einen Film schlecht zu finden und bringe es nach der letztendlichen Konfrontation damit nicht übers Herz, ihm seine tatsächlichen Stärken abzuerkennen. Erst in den letzten zwei Wochen mit "Wächter des Tages" und "The Black Daliah" geschehen, die ich so gerne mit 1/10 abgestraft hätte.
Im Falle von "Herr der Ringe" (den ersten Band habe ich erst 2006 gelesen) war ich vollkommen unvoreingenommen, ich befand mich noch in einer Hollywood-Phase (so etwas hatte ich mal, ja!) und guter Dinge da ich Jackson für einen talentierten Regisseur hielt (und, mit Einschränkungen, immer noch halte). Was ich zu sehen bekam war ein neutraler Film. Zu 95% neutral. Der Film berührte mich nicht, er gab mir keinerlei intellektuelle Basis da ich stets das Gefühl hatte, das die vorgegebene Linie nur ein behauptetes Konstrukt war, er unterhielt mich nicht, er schockierte mich nicht, er begeisterte mich nicht, er amüsierte mich nicht, er regte meine Phantasie nicht an, er ärgerte mich einfach nur zutiefst. Es war einfach traurig, wie weit Absicht und Ergebnis hier auseinandergedriftet waren und wieviele großartige Schauspieler in Heavy-Metal-Faschingskostümen durch grünliche CGI-Landschaften wanderten, immer auf Gedeih und Verderb zugeschleimt mit der Musik eines Komponisten, der schon weit besseres geliefert hatte. Zwischenmenschliche Momente verkamen zur zynischen Farce, als Witz gemeinte zur unfreiwilligen Lachnummer und selbst die Action-Sequenzen ließen ob des CGI-Überflusses völlig kalt. Der Film hatte weder etwas märchenhaftes, mystisches oder fantasievolles an sich, noch überraschte er mit einer pragmatischen Inszenierung. Er trug jeder (negativen) ästhetischen Erwartung mit seinen schmuck- und einfallslosen Bildern Rechnung und war einzig auf eins ausgelegt: Den Überwältigung- und Kassenklingel-Effekt.

Ihr könnt darüber denken wie ihr wollt, ich verstehe das für Anhänger Hollywoods dieser Film wohl so etwas wie eine Offenbarung des jungen 21. Jahrhunderts darstellt, doch ich kann und will sie nicht teilen. Ich betone, das ich unvoreingenommen an die Filme herangetreten bin, sogar noch mit guten Vorzeichen als ich mich für solche Stoffe und für Peter Jackson sowie eine Handvoll der Beteiligten interessierte. Daher ist mein Hass auf diese Filme (die letztlich einen der 10 Grundsteine für meine heutige Skepsis gegenüber dem Mainstream-Kino legten, dieser Hass steigerte sich bei der zweiten, um Besserung bemühten Sichtung noch mehr) frei von den Beweggründen, die ich heute gegen solche Filme aufbringe.

Ich vertrete als Filmliebhaber nun einmal andere Werte als ihr. Kino sollte von Menschen, dem Zustand der Welt (welchem und aus welcher Perspektive auch immer), von Empfindungen, Einstellungen, menschlichen Handlungen und ähnlichem handeln, kurz: Kino sollte sich immer mit menschlichen Konflikten und Fragen beschäftigten, auf welche Art und Weise auch immer. Und es sollte niemals versuchen, über den Menschen hinauszuwachsen. "Herr der Ringe" ist für mich - trotz des Kopfes hinter den Filmen und den in anderen Filmen als großartig erfahrbaren Darstellern - ein Film der wirkt, als ob er von einem Roboter gedreht worden wäre. Angesichts eines Budgets von fast 300 Millionen Dollar wundert das wohl auch niemanden. Man will schließlich nichts riskieren. Der Preis für diese mangelnde Risikobereitschaft (gerade auch Kubricks "2001" oder Michael Ciminos "Heaven's Gate" zeigen, dass das einmal anders war) war hoch. Und ich lehne es ab, mir einen Film anspruchsvoll schönzureden weil er mich perfekt unterhalten hat. Das müsste ich dann auch mit Filmen wie "Kiss Kiss Bang Bang" oder "I love trouble" tun, die mich perfekt unterhalten haben, nach vernünftigen Massstäben aber nicht viel mehr als 6 oder 7 Punkte wert sind. Darüber hinaus bin ich nun einmal ein freund ungewöhnlicher und exzentrischer Filme und das Hollywood heute mehr als jemals zuvor im Brei seiner eigenen Konventionen rührt sollte wohl unbestreitbar sein. Inzwischen lese ich auch schon in Zeilen zahlreicher OFDb-"Kollegen", die sonst Hollywood über alles zu stellen schienen, einen gewissen Unmut darüber zwischen den Zeilen.

Und das geht auch nicht an dich Chili, denn damit

Zitat von: Chili Palmer am  8 Oktober 2007, 23:31:51
stehen "human, ehrlich und existenzialistisch" nicht unbedingt auf meiner Liste filmisch vorrangig zu erachtender Eigenschaften.
Nein, nein, da bleibe ich lieber bei weltfremdem Eskapismus.  ;)   

hast du mich persönlich zwar enttäuscht (implizieren meine Werte und mein Geschmack etwa realistisches Sozialkino an oberster Stelle??! Eskapismus über Humanismus und Ehrlichkeit?????????!!!!!!!???????  :kotz:), warst aber wenigstens ehrlich genug, zuzugeben woraus die Faszination dieser Filme für dich persönlich besteht und nicht versucht, ihnen einen utopischen Status zukommen zu lassen (Mr. VV bezeichnete die "Herr der Ringe"-Filme einmal als die "bedeutsamste Filmtrilogie"...  :eek:)

Und nun zum eigentlich wichtigeren Beweggrund meines Ärgers, von dem ich nun abgekommen bin (und ich bitte euch trotz eurer Fassungslosigkeit über meinen soeben erfolgten Frustablass, zuerst DARAUF einzugehen): Dem Vorwurf, ich würde älteren Filmen grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Zum einen sehe ich ständig großartige neue Filme (ich verweise abermals auf meine Bewertungs- und Review-Listen  :scar:), zum anderen kann man nicht verleugnen, das im Kino nun einmal, wie in jeder Kunstform, über einen bestimmten Zeitverlauf ein gewisser Abnutzungseffekt auftritt der nun einmal besonders Filme einer Industrie trifft, die seit 100 Jahren stets die gleichen Reaktionen des Publikums wecken und damit Kasse machen will. Neue Bewegungen, Innovationen und ökonomische wie kreative Freiheit, neues zu entwickeln finden sich selbstverständlich eher außerhalb dieser Industrie und manifestieren sich in neuen Filmen, die ihr vermutlich größtenteils gar nicht gesehen habt (Entschuldigt den möglicherweise überheblichen Tonfall, er ist nicht beabsichtigt und die Aussage überlegt).
Was nun meine Wertschätzung für "Ben Hur" betrifft: Dieser Film entspricht meinen filmischen Werten ausgezeichnet und er stammt ebenfalls von einem Überzeugungstäter. Was den Unterschied ausmacht: Damals waren große Schauwerte noch äußerst kostspielig, es gab kein CGI und abgesehen von etwas Matte Painting musste alles nachgebaut werden, ebenso wie die Massenszenen keine CGI-Komparsen enthielten. Daher konnte man den Akzent nicht auf die Effekte legen da der Film davon schlicht zu wenig bieten konnte, um über seine 4 Stunden Laufzeit zu fesseln. Dann muss man die unbequeme Tatsache berücksichtigen, das der Anspruch der breiten Masse heute im Vergleich zu damals ein wenig, aber spürbar nachgelassen hat. Und schließlich den Umstand, das damals Menschlichkeit noch nicht "out" war. Wenn ich mir moderne Mainstream-Filme ansehe habe ich oft das Gefühl, dass das Publikum heute Menschenverachtung als anheimelnder empfindet. Für zwischenmenschliche Konflikte bleibt kaum Platz, alles läuft auf Konflikte unterschiedlicher Parteien, oft auch fantastischer, sowie den Effekt heraus. Warum? Weil es heute, anders als damals, möglich ist, einen Film optisch und durch Effekte zu füllen. Es ist die größte Schwäche Hollywoods, das man dort bis heute nicht wirklich gelernt hat, mit den neuen Möglichkeiten des CGI umzugehen und sich sofort dem totalen Exzess, dem Overkill ergeben hat. Szenen wie das Wagenrennen oder der Aufmarsch der Römer in Jerusalem, die Seeschlacht oder die Kreuzigung in "Ben Hur" haben den zehnfachen Effekt der Schlachtszenen aus "Herr der Ringe" weil sie eingebettet sind in eine Geschichte, die von etwas ganz anderem handelt. Tolkiens Geschichte handelt auch von etwas anderem, der Film  tut es aber nicht.

Etwas mehr Argumente, woraus ihr schließt, das ich alte Filme inniger aussaugen würde als neue wären sehr hilfreich!  ;) Ich höre!

Zitat von: Vince am  9 Oktober 2007, 01:02:23
Doch unser McK vermag es nicht, einen "Get Rich or Die Tryin'" von einem "Herr der Ringe" zu unterscheiden, weil er nie gelernt hat, die Geschmäcker zu differenzieren - als Wein haben sie ja schließlich beide nicht lange genug gelagert.

Ich hoffe, das entstammt einem Anfall von stichelndem Übermut.

Zitat von: Vince am  9 Oktober 2007, 01:02:23
Pauschalverurteilungen sind pöhse!  ;)

Jau, sind sie. Ich weise nochmals darauf hin, das ich an meinem Verhältnis zum aktuellen Hollywood arbeite und jetzt imo uf einer respektablen Stufe stehe (Verbesserung möglich). Ich gehe davon aus, das du damit auch ein Stück Selbstironie bezüglich deines Postings verbreiten wolltest.  :icon_twisted:
Wenn das liest könnte man nämlich schon glauben, das es für dich außerhalb Hollywoods keine Filme gibt, aber ich weiß ja, das dem in deinem Falle wirklich nicht so ist.  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Nur weil ich irgendwann mal irgendwo schrieb, dass mir Kubrick zu distanziert wäre und seine Arbeitsmethoden imo menschenverachtend waren, ist das weder mein allgegenwärtiges Totschlagargument gegen sein Schaffenswerk, noch der einzige Grund. Also reite darauf bitte nicht immer so herum.

Schonmal DAS (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=12119) hier gesehen? Soviel zu den Arbeitsmethoden von Kubrick. Jeder sagt, das es sehr hart war, mit ihm zu arbeiten, aber (fast) jeder sagt auch, das es sich gelohnt hat.
Ich bitte um Entschuldigung, dieses Zitat von dir schon wieder aufgefahren zu haben aber nachdem ich es schon dreimal aus deinem Mund. hören, bzw. deinen Fingern lesen musste, hat es sich nun einmal eingeprägt. Über deine übrigen Beweggründe gegen Kubrick kann ich schließlich nichts wissen. Gib mir mehr Stoff, dann muss ich nicht auf einem Kieselstein herumreiten. ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
"2001" ist ein Film, der das Sci-Fi-Genre transzendiert hat, der zurecht ein Klassiker ist und der technisch gewisse und ungewisse Maßstäbe setzte. Für mich aber ist er darüber hinaus vor allem stinklangweiliger, prätentiöser Käse, der mich Null interessiert, mich in keiner Weise anspricht und mir völlig egal ist. Das ist alles.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dich jetzt als typischen Mainstream-Gucker a la "Filme sind nur zur Unterhaltung da" kategorisieren.  :icon_eek: Die Effekte sind bei dem Film sicherlich recht ansehnlich, gleichzeitig aber nicht das, was ihn wichtig macht. Aus deinem Posting schließe ich, das du ihn vor 5 Jahren einmal gesehen und gar nicht erst versucht hast, dich mit ihm auseinanderzusetzen. Sonst könntest du nicht von stinklangweiligem Käse sprechen. Allerdings ist der Film in der Tat etwas zu prätentiös was ihn einen Punkt gekostet hat, allerdings relativiert sich dieser Eindruck nun schon wieder ein wenig, nachdem ich mich in den letzten beiden Tagen so gut als auf die Schnelle möglich, intensiver mit Kubrick als Mensch beschäftigt habe. Außerdem bestätigst du meine persönliche These, das du die Gottesgabe, dich selbst einem Film zu überlassen, nur in geringer Ausprägung besitzt.  :icon_lol:

Abgesehen davon haben wir hier ein schönes Beispiel dafür, wie man im Wahn der Sturheit aneinander vorbeireden kann: Genau das was dich an "2001" abschreckt, lässt sich für mich auf "Herr der Ringe" übertragen. There we go - oder willst du etwa die deinige über die meinige Filmrezeption stellen?  :icon_rolleyes:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Ich hoffe dir steigt es nicht irgendwann noch einmal zu Kopf, dass du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast. ;)

Ich weiß, klang mal wieder altklug - war aber keine Absicht!  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18(sein Meisterwerk - "Jezebel" - kennst du sicher noch nicht)

Nein, aber nach meiner jüngsten, neu "wiedergewonnenen" Begeisterung für "Ben Hur" habe ich schon ein ausgiebigeres Wyler-Programm geplant. Danke für den Tipp, ich werde ihn nach oben schieben.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
er ist gigantisch inszeniert, aber auch sehr steif und aus heutiger Sicht unfreiwllig komisch, gerade aufgrund seiner homophilen (nicht homophoben) Attitüden.

Ich wage nicht mehr zu fragen warum. :icon_cool: Darf ich?

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Deine Abschätzigkeit gegenüber "Lord of the Rings" finde ich übrigens nach wie vor überaus kurzsichtig und engstirnig.

Wenn ich in dem Film selbst nach zwei Sichtungen NICHTS außer schlafenden Ansätzen entdecke, finde ich das nicht kurzsichtig. Und wie oben schon beschrieben, war ich nicht voreingenommen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Selbst wenn einem das inhaltlich nicht zusagt (was ich verstehen könnte), so kann kein gescheiter, halbwegs aufmerksamer Kinofreund die Leistung dieses Mammutwerks so derart wenig argumentativ herunterspielen.

Doch, das kann er (Und wenn nicht, warum? Ich habe versucht, zu begründen, warum ich den Film ablehne. Wenn du mir auf diesem Wege absprechen willst, ein gescheiter und aufmerksamer Kinofreund zu sein, dann möchte ich doch gerne zumindest eine Erklärung, wenn schon keine Kritik, von dir). "Herr der Ringe" ist fraglos eine unglaubliche Mammutleistung. Aber jede Perfektion ist nutzlos, wenn es nicht gelingt, dem Werk selbst Leben einzuhauchen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Allein Howard Shores Musik ist schon jetzt unbestritten so bedeutsam wie einst Williams "Star Wars"-Komposition, und wird diese in einigen Jahren wohl sicher auch überflügelt haben.

Wenn der Film nicht 300 Millionen Dollar gekostet und demzufolge mehrere Oscars gewonnen hätte sondern nur in einigen kleinen Programmkinos gelaufen und dann limitiert auf DVD erschienen wäre, würde sich in einigen Jahren vermutlich kein Schwein mehr um Shores unerträgliches 08/15-Orchester-Gedudel scheren das zweifellos einen Tiefpunkt seiner Karriere darstellt und eine neue, besonders unerquickliche Bewegung in der Hollywood-Filmmusik eingeleitet hat.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Jackson gelang hier trotz aller Schwächen ein filmgeschichtliches Monument des Kinos, ein absolutes Vorzeigebeispiel dafür, wie Literatur in bewegte Bilder überführt wird, ohne komplexe Strukutren aufgeben zu müssen.

Komplexe Strukturen ohne Leben sind wie Gerüste: Früher oder später fallen sie zusammen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Ich würde Vince in jedem Fall beipflichten. Ein wenig geht mit dir so manches Mal der jugendliche Übermut durch - und dass ausgerechent ich das sage, ist schon seltsam. ;)

Ihr wollt wohl einen Konsens auf Kosten meines Selbstbewusstseins erreichen? Nur weil ich euch unverständliche Ansichten lautstark vertrete hat das noch lange nichts mit jugendlichem Übermut zu tun. Ich strebe nun einmal nicht den Beruf eines Filmkritikers sondern den Film selbst an und bin entsprechend radikal wenn es um "meine Berufung"  :icon_lol: :icon_lol: geht.

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
Grüaziwohl!

Seäavus!  :icon_mrgreen:

Ich muss dich enttäuschen: Die Kritik zu "Notre Musique" gibt eher meine Emotionen als meine Gedanken nach dem Kinobesuch wieder und ich würde sie inzwischen ganz, GANZ anders schreiben. Denn es wäre natürlich mit das peinlichste überhaupt, einen Godard zu verreißen indem ich mit einem "Ich kapier das nicht" argumentiere. Ich hätte schon ausführlicher auf seine Reflexionen über den Kosovo-Krieg, das (Dokumentar-)Filmemachen selbst und den ganzen anderen Mist auslassen können aber ich war so erregt über die Unverschämtheit mit der dieser Mensch (du erinnerst dich an seinen eigenen Auftritt? "Monsieur Godard, glauben Sie, dass das digitale Kino Zukunft hat?"- Schweigen  :kotz:) sich zynisch über sein Publikum und zum selbsternannten Guru erhebt. Daher würde ich mir den Film noch einmal ansehen (auch im Kino wenn es sein muss - übrigens bin ich aufgrund zahlloser Diskussionen mit einem Freund über genau diesen Film schon kurz davor, mir die UK-DVD zu ordern) und genauer auf den Inhalt eingehen um dann davon auf die ekelerregende Attitüde einzugehen, die Godard hier auflegt.

Die "Hölle" war imo übrigens der beste Part des Films, der meine Erwartungshaltung in den ersten 15 Minuten beinahe ins Unermessliche getrieben hat. Warum soviele Regisseure dem Wahn verfallen, filmische Essays müssten literarisch und unfilmisch sein, will mir immer noch nicht in den Kopf. Das Jenseits war auch interessant und irgendwo auch versöhnlich (für Godards Verhältnisse), doch das Fegefeuer war wohl, seiner Betitelung entsprechend, eine Qual. Ich denke, ich habe im Groben verstanden, womit sich Godard auseinandersetzte, doch wirklich Zugang habe ich nicht gefunden zumal der Film auch einfach schrecklich verkopft war.

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
Die Sache mit "pseudointellektuellen Kritikern" kann ja durchaus stimmen, aber das hat für mich nichts mit der Bewertung des Films von Godard zu tun.

Nun ja, ich denke das sich Godard bis heute im Lob der Kritiker suhlt und selbst des gleichen Geistes Kind ist (und seine Film auch zu diesem Zwecke dreht). Daher bringe ich die Rezeption seiner Filme auch so unmittelbar mit ihm in Verbindung.  :icon_confused:

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
und es dürfte wohl außer Zweifel stehen, dass "Intellektuelle", Gelehrte, Philosophen, Schriftsteller etc. mit diesen Sätzen, Gesprächen, Statements etwas anfangen können und der Film von so einem Standpunkt aus durchaus wertvoll und nicht bloß überflüssige Zeitverschwendung sein kann.

Wenn er seinen Filmen auf diese Personengruppen eingrenzt und den Rest der Menscheit (bewusst) außen vor hält, ist das misanthrop.  :kotz:

Zitat von: Bettwurst am 10 Oktober 2007, 23:42:11
aber die Art und Weise, wie du das getan hast, finde ich etwas unpassend, da es so rüberkommt, als würdest du jenen, die sich mit diesen philosophischen, kulturtheoretischen, whatever.. Dingen tatsächlich beschäftigen und Godards Ansätze auch verstehen und nachvollziehen können, diese Eigenschaften absprechen wollen und sie als "pseudo" darstellen.  :icon_confused:

Ja, das ist zweifellos nicht gut getroffen wie auch die ganze Kritik. Ich sollte sie vielleicht wirklich löschen lassen oder eine neue schreiben. Nein, niemand der sich mit so etwas beschäftigt - wer sich mit Kunst auseinandersetzt tut das m. E. schon automatisch zu einem Mindestmaß - ist pseudo, es gibt aber leider sehr, sehr viele Menschen, die das nicht aus humanitären Beweggründen tun sondern um sich zu profilieren und ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Ich hoffe du verstehst, was ich meine.  ;) 6/10, wie du sie gegeben hast, sind übrigens legitim für den Film, allerdings überreagiere ich ja gerne einmal...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 01:48:35

:icon_eek:

ATTACK OF THE 50 FOOT POSTING!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:51:53
Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 01:48:35
:icon_eek:

ATTACK OF THE 50 FOOT POSTING!

Wart' nur ab! Wenn du dich eines Tages mal mit solchen Vorwürfen konfrontiert siehst und dich so richtig in Rage schreibst, dann...  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55

Ich wurde gerade in einer "Planet-Terror"-Vorführung mit Coladeckeln beworfen, das genügt mir fürs Erste in Sachen Konfrontation. Deswegen werde ich auf dein Monsterposting frühestens morgen eingehen, um die Antwort entsprechend monstermäßig zu gestalten. Das hast du dir verdient.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 11 Oktober 2007, 02:06:34
Ich werde dazu nichts mehr schreiben.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Oktober 2007, 02:06:34
Ich werde dazu nichts mehr schreiben.

Damit hatte ich schon befürchtet. Zu schade, aber was will man machen? Das du dieser Versuchung wiederstehen kannst... :icon_mrgreen:

Aber da ich gerade im entsprechenden Thread zu Besuch war, gebe ich der Hoffnung Ausdruck, dass das Thema, sollte es bei irgendeinem Usertreffen in meiner Anwesenheit zur Sprache kommen, nicht unter den Tisch gekehrt wird. 

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55
Ich wurde gerade in einer "Planet-Terror"-Vorführung mit Coladeckeln beworfen, das genügt mir fürs Erste in Sachen Konfrontation.

Ach, machen die Gorehounds das in Hamburg auch?  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55
Deswegen werde ich auf dein Monsterposting frühestens morgen eingehen, um die Antwort entsprechend monstermäßig zu gestalten. Das hast du dir verdient.

You're the man! Ich liebe Menschen, die hitzige Konfrontationen so süchtlerisch lieben.  :icon_cool:

Möge der umsichtige Hankey gnädig mit mir sein und seine Geschütze per PM statt in diesem Thread auf mich abfeuern.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:23:20
Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
Ach, machen die Gorehounds das in Hamburg auch?  :icon_lol:

Dazu braucht es lediglich wurftüchtige Standardtrottel und einen ungünstigen Sitzplatz. 

Und zwar einen ganz vorn, damit einen die Bilder wie in "Die Träumer" zuerst erreichen.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
You're the man!

Musste auch mal wieder gesagt werden.  :icon_cool:

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 02:13:09
Ich liebe Menschen, die hitzige Konfrontationen so süchtlerisch lieben.  :icon_cool:

Na, ob das immer noch Liebe ist, wenn ich erst mal losgehustet habe, bleibt abzuwarten, aber ich werde mich um faire Argumentation bemühen. Obwohl die Fronten eigentlich schon geklärt sind. Bis denn!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 11 Oktober 2007, 02:33:45
Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 01:48:35
:icon_eek:

ATTACK OF THE 50 FOOT POSTING!
Das war auch mein erster Gedanke.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 02:02:55
Ich wurde gerade in einer "Planet-Terror"-Vorführung mit Coladeckeln beworfen, das genügt mir fürs Erste in Sachen Konfrontation. Deswegen werde ich auf dein Monsterposting frühestens morgen eingehen, um die Antwort entsprechend monstermäßig zu gestalten. Das hast du dir verdient.
Das war auch mein zweiter Gedanke.

Mein dritter war dann: Hat der McKenzie mein Spässken etwa ein gaaanz klein wenig zu sehr für voll genommen?  ;)

Deswegen danke für dein gigantisches Posting, antworten werde ich darauf aber nicht können, weil all die vielen, vielen Worte - zumindest, was mich betrifft - gar nicht notwendig gewesen wären... ich wollte doch nur mal wieder sinnfrei irgendwo eine Simpsons-Reminiszenz einbauen... hab ich lange nicht mehr gemacht...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 11 Oktober 2007, 02:37:55
Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Da vernachlässigt man diesen Thread nur einen Tag und schon sieht man sich mit wahren Unwuchten konfrontiert.  :icon_eek:

Es ist mir (k)eine Freude, euch ebenfalls mit einer Unwucht zu konfrontieren.  :icon_twisted:

Zwar sehe ich mich um der lieben Diskussion willen (sprach der Diskussions-Fetischist) gezwungen, auf deinen (zweifellos naheliegenden, aber falschen) Vorwurf einzugehen, allerdings denke ich schon das ich dir das Ganze bei meinem Dresden-Besuch  :pidu: ausführlich erläutern kann - so lange wie nötig, um dich vom Gegenteil zu überzeugen.  :icon_twisted:
Siehe unten.

Sie gehören "nun einmal" dazu? Das ist nichts, was man feststellen oder faktisch belegen kann, das ist deine, bzw. eure persönliche Empfindung - nichts weiter. Genauso wie es auch die meinige ist, dass dem Studiosystem inzwischen das Herz in die Hose gerutscht ist und aus Hollywood zwar noch desöfteren ausgezeichnete Filme kommen, allerdings nicht mehr aus diesem Sektor. Große Filme, die dennoch ein schlagendes Herz tragen findet man inzwischen auf der ganzen Welt kaum mehr, auch nicht in Asien oder Europa.

Wir sind nun einmal alle miteinander derart stur, das wir unsere Ansichten gerne als universelle  Wahrheit ausstellen.  :icon_mrgreen:

Und damit kommen wir noch einmal detailierter zu jener unglaublichen Behauptung:

Ein Blockbuster ist auch nur ein Film. Zwar ein besonders pompöser, lauter, teurer, (heute vor allem auch) schneller und erschlagender, aber dennoch ein Film. Der grundsätzliche Widerspruch eurer Theorie: Es gibt sehr, sehr viele neue Filme, die mir vortrefflich munden und einige davon kommen, wie zum 347. Mal (dank meines hasserfüllten Feuereifers muss ich mir die Ignoranz dem gegenüber wohl selbst zuschreiben) erwähnt, auch aus Hollywood. Ich denke, ihr geht weit genug mit mir konform um zuzugeben, das man Kino nicht in "Blockbuster" und "Film" aufteilen kann. Auch ich schätze Filme mit aufwändigen Schauwerten und einem gesunden Maß an Gigantomanie. Man werfe einen aufmerksamen Blick in meine Bewertungslisten. Was ich nicht schätze, ist wenn das menschliche Individuum in einem solchen Film - Hollywood hat es leider immer noch nicht vollbracht, den menschenleeren Realfilm-Blockbuster herzuzaubern - hinter den Spezialeffekten, der Optik, der Geschichte (jawohl, !!!) oder dem Sound hintenangestellt wird. Und genau diese Entwicklung wurde just von Filmen wie dem ersten "Star Wars" eingeleitet", der, für sich betrachtet, sicherlich kein schlechter, wenn auch kein herausragender Film (abgesehen von den Spezialeffekten - wer das für so wichtig hält...  :icon_rolleyes:) ist. Viel schlimmer als die "Star Wars"-Filme, die sicherlich noch einen gewissen erzählerischen Reiz haben, empfinde ich aber die Tatsache, das eine Filmtrilogie abgefeiert wird, die alles hat, was ein großer Film braucht - außer Seele. Ich weiß, das Peter Jackson zu mehr im Stande ist und ein leidenschaftlicher, enthusiastischer Filmemacher mit einer Vision. Ich nehme mir sehr oft vor, einen Film schlecht zu finden und bringe es nach der letztendlichen Konfrontation damit nicht übers Herz, ihm seine tatsächlichen Stärken abzuerkennen. Erst in den letzten zwei Wochen mit "Wächter des Tages" und "The Black Daliah" geschehen, die ich so gerne mit 1/10 abgestraft hätte.
Im Falle von "Herr der Ringe" (den ersten Band habe ich erst 2006 gelesen) war ich vollkommen unvoreingenommen, ich befand mich noch in einer Hollywood-Phase (so etwas hatte ich mal, ja!) und guter Dinge da ich Jackson für einen talentierten Regisseur hielt (und, mit Einschränkungen, immer noch halte). Was ich zu sehen bekam war ein neutraler Film. Zu 95% neutral. Der Film berührte mich nicht, er gab mir keinerlei intellektuelle Basis da ich stets das Gefühl hatte, das die vorgegebene Linie nur ein behauptetes Konstrukt war, er unterhielt mich nicht, er schockierte mich nicht, er begeisterte mich nicht, er amüsierte mich nicht, er regte meine Phantasie nicht an, er ärgerte mich einfach nur zutiefst. Es war einfach traurig, wie weit Absicht und Ergebnis hier auseinandergedriftet waren und wieviele großartige Schauspieler in Heavy-Metal-Faschingskostümen durch grünliche CGI-Landschaften wanderten, immer auf Gedeih und Verderb zugeschleimt mit der Musik eines Komponisten, der schon weit besseres geliefert hatte. Zwischenmenschliche Momente verkamen zur zynischen Farce, als Witz gemeinte zur unfreiwilligen Lachnummer und selbst die Action-Sequenzen ließen ob des CGI-Überflusses völlig kalt. Der Film hatte weder etwas märchenhaftes, mystisches oder fantasievolles an sich, noch überraschte er mit einer pragmatischen Inszenierung. Er trug jeder (negativen) ästhetischen Erwartung mit seinen schmuck- und einfallslosen Bildern Rechnung und war einzig auf eins ausgelegt: Den Überwältigung- und Kassenklingel-Effekt.

Ihr könnt darüber denken wie ihr wollt, ich verstehe das für Anhänger Hollywoods dieser Film wohl so etwas wie eine Offenbarung des jungen 21. Jahrhunderts darstellt, doch ich kann und will sie nicht teilen. Ich betone, das ich unvoreingenommen an die Filme herangetreten bin, sogar noch mit guten Vorzeichen als ich mich für solche Stoffe und für Peter Jackson sowie eine Handvoll der Beteiligten interessierte. Daher ist mein Hass auf diese Filme (die letztlich einen der 10 Grundsteine für meine heutige Skepsis gegenüber dem Mainstream-Kino legten, dieser Hass steigerte sich bei der zweiten, um Besserung bemühten Sichtung noch mehr) frei von den Beweggründen, die ich heute gegen solche Filme aufbringe.

Ich vertrete als Filmliebhaber nun einmal andere Werte als ihr. Kino sollte von Menschen, dem Zustand der Welt (welchem und aus welcher Perspektive auch immer), von Empfindungen, Einstellungen, menschlichen Handlungen und ähnlichem handeln, kurz: Kino sollte sich immer mit menschlichen Konflikten und Fragen beschäftigten, auf welche Art und Weise auch immer. Und es sollte niemals versuchen, über den Menschen hinauszuwachsen. "Herr der Ringe" ist für mich - trotz des Kopfes hinter den Filmen und den in anderen Filmen als großartig erfahrbaren Darstellern - ein Film der wirkt, als ob er von einem Roboter gedreht worden wäre. Angesichts eines Budgets von fast 300 Millionen Dollar wundert das wohl auch niemanden. Man will schließlich nichts riskieren. Der Preis für diese mangelnde Risikobereitschaft (gerade auch Kubricks "2001" oder Michael Ciminos "Heaven's Gate" zeigen, dass das einmal anders war) war hoch. Und ich lehne es ab, mir einen Film anspruchsvoll schönzureden weil er mich perfekt unterhalten hat. Das müsste ich dann auch mit Filmen wie "Kiss Kiss Bang Bang" oder "I love trouble" tun, die mich perfekt unterhalten haben, nach vernünftigen Massstäben aber nicht viel mehr als 6 oder 7 Punkte wert sind. Darüber hinaus bin ich nun einmal ein freund ungewöhnlicher und exzentrischer Filme und das Hollywood heute mehr als jemals zuvor im Brei seiner eigenen Konventionen rührt sollte wohl unbestreitbar sein. Inzwischen lese ich auch schon in Zeilen zahlreicher OFDb-"Kollegen", die sonst Hollywood über alles zu stellen schienen, einen gewissen Unmut darüber zwischen den Zeilen.

Und das geht auch nicht an dich Chili, denn damit

hast du mich persönlich zwar enttäuscht (implizieren meine Werte und mein Geschmack etwa realistisches Sozialkino an oberster Stelle??! Eskapismus über Humanismus und Ehrlichkeit?????????!!!!!!!???????  :kotz:), warst aber wenigstens ehrlich genug, zuzugeben woraus die Faszination dieser Filme für dich persönlich besteht und nicht versucht, ihnen einen utopischen Status zukommen zu lassen (Mr. VV bezeichnete die "Herr der Ringe"-Filme einmal als die "bedeutsamste Filmtrilogie"...  :eek:)

Und nun zum eigentlich wichtigeren Beweggrund meines Ärgers, von dem ich nun abgekommen bin (und ich bitte euch trotz eurer Fassungslosigkeit über meinen soeben erfolgten Frustablass, zuerst DARAUF einzugehen): Dem Vorwurf, ich würde älteren Filmen grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Zum einen sehe ich ständig großartige neue Filme (ich verweise abermals auf meine Bewertungs- und Review-Listen  :scar:), zum anderen kann man nicht verleugnen, das im Kino nun einmal, wie in jeder Kunstform, über einen bestimmten Zeitverlauf ein gewisser Abnutzungseffekt auftritt der nun einmal besonders Filme einer Industrie trifft, die seit 100 Jahren stets die gleichen Reaktionen des Publikums wecken und damit Kasse machen will. Neue Bewegungen, Innovationen und ökonomische wie kreative Freiheit, neues zu entwickeln finden sich selbstverständlich eher außerhalb dieser Industrie und manifestieren sich in neuen Filmen, die ihr vermutlich größtenteils gar nicht gesehen habt (Entschuldigt den möglicherweise überheblichen Tonfall, er ist nicht beabsichtigt und die Aussage überlegt).
Was nun meine Wertschätzung für "Ben Hur" betrifft: Dieser Film entspricht meinen filmischen Werten ausgezeichnet und er stammt ebenfalls von einem Überzeugungstäter. Was den Unterschied ausmacht: Damals waren große Schauwerte noch äußerst kostspielig, es gab kein CGI und abgesehen von etwas Matte Painting musste alles nachgebaut werden, ebenso wie die Massenszenen keine CGI-Komparsen enthielten. Daher konnte man den Akzent nicht auf die Effekte legen da der Film davon schlicht zu wenig bieten konnte, um über seine 4 Stunden Laufzeit zu fesseln. Dann muss man die unbequeme Tatsache berücksichtigen, das der Anspruch der breiten Masse heute im Vergleich zu damals ein wenig, aber spürbar nachgelassen hat. Und schließlich den Umstand, das damals Menschlichkeit noch nicht "out" war. Wenn ich mir moderne Mainstream-Filme ansehe habe ich oft das Gefühl, dass das Publikum heute Menschenverachtung als anheimelnder empfindet. Für zwischenmenschliche Konflikte bleibt kaum Platz, alles läuft auf Konflikte unterschiedlicher Parteien, oft auch fantastischer, sowie den Effekt heraus. Warum? Weil es heute, anders als damals, möglich ist, einen Film optisch und durch Effekte zu füllen. Es ist die größte Schwäche Hollywoods, das man dort bis heute nicht wirklich gelernt hat, mit den neuen Möglichkeiten des CGI umzugehen und sich sofort dem totalen Exzess, dem Overkill ergeben hat. Szenen wie das Wagenrennen oder der Aufmarsch der Römer in Jerusalem, die Seeschlacht oder die Kreuzigung in "Ben Hur" haben den zehnfachen Effekt der Schlachtszenen aus "Herr der Ringe" weil sie eingebettet sind in eine Geschichte, die von etwas ganz anderem handelt. Tolkiens Geschichte handelt auch von etwas anderem, der Film  tut es aber nicht.

Etwas mehr Argumente, woraus ihr schließt, das ich alte Filme inniger aussaugen würde als neue wären sehr hilfreich!  ;) Ich höre!

Ich hoffe, das entstammt einem Anfall von stichelndem Übermut.

Jau, sind sie. Ich weise nochmals darauf hin, das ich an meinem Verhältnis zum aktuellen Hollywood arbeite und jetzt imo uf einer respektablen Stufe stehe (Verbesserung möglich). Ich gehe davon aus, das du damit auch ein Stück Selbstironie bezüglich deines Postings verbreiten wolltest.  :icon_twisted:
Wenn das liest könnte man nämlich schon glauben, das es für dich außerhalb Hollywoods keine Filme gibt, aber ich weiß ja, das dem in deinem Falle wirklich nicht so ist.  ;)

Schonmal DAS (http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=12119) hier gesehen? Soviel zu den Arbeitsmethoden von Kubrick. Jeder sagt, das es sehr hart war, mit ihm zu arbeiten, aber (fast) jeder sagt auch, das es sich gelohnt hat.
Ich bitte um Entschuldigung, dieses Zitat von dir schon wieder aufgefahren zu haben aber nachdem ich es schon dreimal aus deinem Mund. hören, bzw. deinen Fingern lesen musste, hat es sich nun einmal eingeprägt. Über deine übrigen Beweggründe gegen Kubrick kann ich schließlich nichts wissen. Gib mir mehr Stoff, dann muss ich nicht auf einem Kieselstein herumreiten. ;)

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dich jetzt als typischen Mainstream-Gucker a la "Filme sind nur zur Unterhaltung da" kategorisieren.  :icon_eek: Die Effekte sind bei dem Film sicherlich recht ansehnlich, gleichzeitig aber nicht das, was ihn wichtig macht. Aus deinem Posting schließe ich, das du ihn vor 5 Jahren einmal gesehen und gar nicht erst versucht hast, dich mit ihm auseinanderzusetzen. Sonst könntest du nicht von stinklangweiligem Käse sprechen. Allerdings ist der Film in der Tat etwas zu prätentiös was ihn einen Punkt gekostet hat, allerdings relativiert sich dieser Eindruck nun schon wieder ein wenig, nachdem ich mich in den letzten beiden Tagen so gut als auf die Schnelle möglich, intensiver mit Kubrick als Mensch beschäftigt habe. Außerdem bestätigst du meine persönliche These, das du die Gottesgabe, dich selbst einem Film zu überlassen, nur in geringer Ausprägung besitzt.  :icon_lol:

Abgesehen davon haben wir hier ein schönes Beispiel dafür, wie man im Wahn der Sturheit aneinander vorbeireden kann: Genau das was dich an "2001" abschreckt, lässt sich für mich auf "Herr der Ringe" übertragen. There we go - oder willst du etwa die deinige über die meinige Filmrezeption stellen?  :icon_rolleyes:

Ich weiß, klang mal wieder altklug - war aber keine Absicht!  ;)

Nein, aber nach meiner jüngsten, neu "wiedergewonnenen" Begeisterung für "Ben Hur" habe ich schon ein ausgiebigeres Wyler-Programm geplant. Danke für den Tipp, ich werde ihn nach oben schieben.  :icon_mrgreen:

Ich wage nicht mehr zu fragen warum. :icon_cool: Darf ich?

Wenn ich in dem Film selbst nach zwei Sichtungen NICHTS außer schlafenden Ansätzen entdecke, finde ich das nicht kurzsichtig. Und wie oben schon beschrieben, war ich nicht voreingenommen.

Doch, das kann er (Und wenn nicht, warum? Ich habe versucht, zu begründen, warum ich den Film ablehne. Wenn du mir auf diesem Wege absprechen willst, ein gescheiter und aufmerksamer Kinofreund zu sein, dann möchte ich doch gerne zumindest eine Erklärung, wenn schon keine Kritik, von dir). "Herr der Ringe" ist fraglos eine unglaubliche Mammutleistung. Aber jede Perfektion ist nutzlos, wenn es nicht gelingt, dem Werk selbst Leben einzuhauchen.

Wenn der Film nicht 300 Millionen Dollar gekostet und demzufolge mehrere Oscars gewonnen hätte sondern nur in einigen kleinen Programmkinos gelaufen und dann limitiert auf DVD erschienen wäre, würde sich in einigen Jahren vermutlich kein Schwein mehr um Shores unerträgliches 08/15-Orchester-Gedudel scheren das zweifellos einen Tiefpunkt seiner Karriere darstellt und eine neue, besonders unerquickliche Bewegung in der Hollywood-Filmmusik eingeleitet hat.

Komplexe Strukturen ohne Leben sind wie Gerüste: Früher oder später fallen sie zusammen.

Ihr wollt wohl einen Konsens auf Kosten meines Selbstbewusstseins erreichen? Nur weil ich euch unverständliche Ansichten lautstark vertrete hat das noch lange nichts mit jugendlichem Übermut zu tun. Ich strebe nun einmal nicht den Beruf eines Filmkritikers sondern den Film selbst an und bin entsprechend radikal wenn es um "meine Berufung"  :icon_lol: :icon_lol: geht.

Seäavus!  :icon_mrgreen:

Ich muss dich enttäuschen: Die Kritik zu "Notre Musique" gibt eher meine Emotionen als meine Gedanken nach dem Kinobesuch wieder und ich würde sie inzwischen ganz, GANZ anders schreiben. Denn es wäre natürlich mit das peinlichste überhaupt, einen Godard zu verreißen indem ich mit einem "Ich kapier das nicht" argumentiere. Ich hätte schon ausführlicher auf seine Reflexionen über den Kosovo-Krieg, das (Dokumentar-)Filmemachen selbst und den ganzen anderen Mist auslassen können aber ich war so erregt über die Unverschämtheit mit der dieser Mensch (du erinnerst dich an seinen eigenen Auftritt? "Monsieur Godard, glauben Sie, dass das digitale Kino Zukunft hat?"- Schweigen  :kotz:) sich zynisch über sein Publikum und zum selbsternannten Guru erhebt. Daher würde ich mir den Film noch einmal ansehen (auch im Kino wenn es sein muss - übrigens bin ich aufgrund zahlloser Diskussionen mit einem Freund über genau diesen Film schon kurz davor, mir die UK-DVD zu ordern) und genauer auf den Inhalt eingehen um dann davon auf die ekelerregende Attitüde einzugehen, die Godard hier auflegt.

Die "Hölle" war imo übrigens der beste Part des Films, der meine Erwartungshaltung in den ersten 15 Minuten beinahe ins Unermessliche getrieben hat. Warum soviele Regisseure dem Wahn verfallen, filmische Essays müssten literarisch und unfilmisch sein, will mir immer noch nicht in den Kopf. Das Jenseits war auch interessant und irgendwo auch versöhnlich (für Godards Verhältnisse), doch das Fegefeuer war wohl, seiner Betitelung entsprechend, eine Qual. Ich denke, ich habe im Groben verstanden, womit sich Godard auseinandersetzte, doch wirklich Zugang habe ich nicht gefunden zumal der Film auch einfach schrecklich verkopft war.

Nun ja, ich denke das sich Godard bis heute im Lob der Kritiker suhlt und selbst des gleichen Geistes Kind ist (und seine Film auch zu diesem Zwecke dreht). Daher bringe ich die Rezeption seiner Filme auch so unmittelbar mit ihm in Verbindung.  :icon_confused:

Wenn er seinen Filmen auf diese Personengruppen eingrenzt und den Rest der Menscheit (bewusst) außen vor hält, ist das misanthrop.  :kotz:

Ja, das ist zweifellos nicht gut getroffen wie auch die ganze Kritik. Ich sollte sie vielleicht wirklich löschen lassen oder eine neue schreiben. Nein, niemand der sich mit so etwas beschäftigt - wer sich mit Kunst auseinandersetzt tut das m. E. schon automatisch zu einem Mindestmaß - ist pseudo, es gibt aber leider sehr, sehr viele Menschen, die das nicht aus humanitären Beweggründen tun sondern um sich zu profilieren und ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Ich hoffe du verstehst, was ich meine.  ;) 6/10, wie du sie gegeben hast, sind übrigens legitim für den Film, allerdings überreagiere ich ja gerne einmal...

Nein.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Moin Moin!

Zu deinem Hauptdiskussionspunkt gibt es von meiner Seite aus nichts zu sagen:

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Und nun zum eigentlich wichtigeren Beweggrund meines Ärgers, von dem ich nun abgekommen bin (und ich bitte euch trotz eurer Fassungslosigkeit über meinen soeben erfolgten Frustablass, zuerst DARAUF einzugehen): Dem Vorwurf, ich würde älteren Filmen grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen.

Da dieser Vorwurf nicht aus meiner Ecke kam, werde ich auch nicht darauf eingehen.

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Und das geht auch nicht an dich Chili, denn damit (...) hast du mich persönlich zwar enttäuscht (implizieren meine Werte und mein Geschmack etwa realistisches Sozialkino an oberster Stelle??! Eskapismus über Humanismus und Ehrlichkeit?????????!!!!!!!???????  :kotz:), warst aber wenigstens ehrlich genug, zuzugeben woraus die Faszination dieser Filme für dich persönlich besteht und nicht versucht, ihnen einen utopischen Status zukommen zu lassen (Mr. VV bezeichnete die "Herr der Ringe"-Filme einmal als die "bedeutsamste Filmtrilogie"...  :eek:)

Also, wenn sich realistisches Sozialkino und dessen Macher nicht ,,human, ehrlich und existenzialistisch" als Leitmotiv auf ihre Fahnen geschrieben haben, dann weiß ich auch nicht mehr. Besser hättest du diese Art von Filmen doch gar nicht umreißen können. Hätte mich jetzt zwar auch gewundert, wenn du als Trashliebhaber diesen Filmen das Wort reden wolltest, aber deine Formulierung ließ mir keine andere Wahl, als mit einem ebenso starken Gegengewicht zu antworten. Und wie mein Smiley schon andeutete, ist ,,weltfremder Eskapismus" auch nicht mein vorrangiges Ziel beim Anschauen dieser Filme. Das scheinst du mir in einem Anflug von Schwarz-Weiß-Denken so aufgefasst zu haben, oder woher rührt die persönliche Enttäuschung samt einhergehendem Kotz-Smiley?
Und mal ganz davon abgesehen: Wenn jemand in Jacksons Trilogie einen ähnlichen Wert entdeckt wie jemand anderes in, sagen wir mal, Kieslowskis Drei-Farben-Trilogie, dann soll diese Wertschätzung utopisch sein? Selbst wenn dieser Jemand dir seine Begeisterung für die ,,Ring"-Filme en detail erklären könnte, willst du sie nicht nachvollziehen, da diese Filme für dich seelenlose Gebilde darstellen, die nicht mehr von Menschen handeln? Dann allerdings fürchte ich, dass du interpretativ auf dem völlig falschen Dampfer bist.


Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Was ich nicht schätze, ist wenn das menschliche Individuum in einem solchen Film - Hollywood hat es leider immer noch nicht vollbracht, den menschenleeren Realfilm-Blockbuster herzuzaubern - hinter den Spezialeffekten, der Optik, der Geschichte (jawohl, !!!) oder dem Sound hintenangestellt wird. Und genau diese Entwicklung wurde just von Filmen wie dem ersten "Star Wars" eingeleitet", der, für sich betrachtet, sicherlich kein schlechter, wenn auch kein herausragender Film (abgesehen von den Spezialeffekten - wer das für so wichtig hält...  :icon_rolleyes:) ist.

Das ist ja schon einmal ein wenig differenzierter als sonst. Natürlich ist es unbestritten, dass Spielberg und Lucas mit ihren Werken die Welle losgetreten haben, die nun immer wieder in Form offensichtlich kalkulierter Blockbuster ohne das gewisse individuelle Etwas über uns zusammenbricht.
Aber diese Argumentation mit dem ,,Individuum" finde ich immer ein wenig kurz gegriffen, denn wenn Hollywood eins beherrscht, dann die Betonung von Individualität. Nahezu jeder Hollywood-Film handelt auf seine Art von den Außenseitern, die ihre Chance nutzen, dem Einen gegen Alle, den Rebellen, denen, die sich nicht verbiegen lassen, zu sich stehen, gegen Ungerechtigkeit aufbegehren, etc.
Hollywood produziert Individualismus am Fließband! Das ist die wunderbare Schizophrenie. Also, wie will man einem Filmsystem die Unterdrückung von Individualität vorwerfen, wenn es 24 Stunden am Tag nichts anderes tut, als diese Individualität zu propagieren? Oder gibt es wirklich Hollywood-Filme, die herausschreien: ,,Unterwerfe dich! Denke nicht nach! Sei um Himmels Willen nicht einzigartig!"?
Das von dir erwähnte Hintenanstellen des Menschlichen hinter das Technische ist für mich reine Interpretation. Eine Frage der Mittel, derer sich ein Film bedient, die aber nichts über seinen Kern aussagen. Ich meine, kann es denn wahr sein, dass ich dir raten muss, dich nicht von Vordergründigem blenden zu lassen und unter die Oberfläche zu schauen? Kann das angehen? Ich glaube kaum, dass die ,,Star Wars"-Filme funktionieren würden, wenn ihre universelle Märchenhaftigkeit und ihre bildhaften Charaktere nicht in erster Linie, weit vor den Spezialeffekten, das Publikum ansprechen würden, und sei es nur unterbewusst. Selbst wenn jemand nur der Effekte wegen eine Kinokarte löst, wird er dennoch Zeuge einer Vater-Sohn-Geschichte, ob er die nun ignoriert oder nicht. Die Filme über die einseitige Rezeption der Effektjünger für den persönlichen Geschmack neu zu modellieren, entscheidende Elemente einfach fallen zu lassen, ist falsch. Selbst wenn die neue Trilogie einen förmlich mit Effekten erschlägt, erzählt sie doch in einer ziemlich drastischen Weise vom schleichenden Faschismus und dessen subtilen Übernahmemethoden. Wie käme ich auf die Idee, dieses Konzept als irrelevantes Märchentheater abzutun? Weil es mit knuddeligen Außerirdischen und Robotern aus einer anderen Galaxie dargeboten wird statt mit Menschen auf der Erde? Weil es als Gleichnis funktioniert? Dann macht man es sich doch ziemlich einfach.
Und bei Jackson verhält es sich doch ähnlich: Dein Groll sei dir gegönnt, niemand zwingt dich, diese Filme zu mögen. Aber nur, weil dich die Machart offensichtlich abstößt, ist das noch lange kein Grund, dem Film jegliche Tiefe abzusprechen.
Tut mir leid, aber wer die Oberfläche dieser Filme derart hervorhebt, damit er bloß nicht in die Verlegenheit gerät, unter sie blicken zu müssen, dem traue ich irgendwie nicht so recht über den Weg, wenn es darum geht, mir zu vermitteln, wann und ob ein Film Qualitäten besitzt.

Dafür kann ich ein kleines Beispiel mit dem Adam-Sandler-Film ,,50 erste Dates" anführen, in welchem sein Charakter jeden Tag aufs neue seine Traumfrau, gespielt von Drew Barrymore, anbaggern muss, weil sie an einem Ein-Tag-Gedächtnis leidet. Huaah, Adam Sandler, da zeigen sich schon erste Kräuselbewegungen in bis dato stillen Kritikergewässern. Und wenn dann noch über das Konzept der vom Film frei erfundenen Tagesamnesie nachgedacht wird, und der Film darüber hinaus auch nicht sonderlich innovativ geraten ist, was Kameraarbeit und Regie anbelangt, ist es bequem, den Film in die Klamaukecke zu drängen und ihm jede tiefergehende Absicht zu verweigern.
Dass dieser Film aber zu den schönsten Liebesfilmen überhaupt gehört, gerade weil er mit seiner verrückten Ausgangsidee eine wunderschöne Metapher dafür gefunden hat, dass Liebe immer wieder aufs Neue erkämpft werden will, wird dann gerne einmal übersehen. Weil die klamaukige Oberfläche geblendet hat. Weil der Film daherkommt wie zehn Dutzend anderer Hollywood-Komödien. Dabei bietet er unter seine Dutzendoptik ebenjenen Humanismus, den du dir immer von Filmen erhoffst. Möchte nicht wissen, wie viele Leute "50 First Dates" schon aufgrund einer Sandler-Aversion von vornherein keine Chance gegeben haben.


Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Ich nehme mir sehr oft vor, einen Film schlecht zu finden und bringe es nach der letztendlichen Konfrontation damit nicht übers Herz, ihm seine tatsächlichen Stärken abzuerkennen. Erst in den letzten zwei Wochen mit "Wächter des Tages" und "The Black Daliah" geschehen, die ich so gerne mit 1/10 abgestraft hätte.

Allein das Konzept, einen Film aufgrund von Vorurteilen abstrafen zu wollen, ist soweit von meinem eigenen System der Filmrezeption entfernt, dass du dir nach Ansicht der jeweiligen Filme noch so viele Sühnepunkte abringen kannst, wie du willst: Ich halte das für unreif. Das fällt für mich ins selbe Lager wie deine kürzliche Abwertung von ,,Planet Terror", um dem ,,unverhältnismäßig ausartenden OFDb-Hype" entgegenzuwirken. Erzähl' mir mal, wie ich deine Bewertungen bitteschön noch ernst nehmen soll, wenn sie mal , mal hott machen. Hat dir ein Film nun gefallen oder nicht? Hält deine Meinung irgendwelchen irrelevanten Bewertungsströmen unbekannter User stand oder nicht? Was haben die mit dir und dem Film zu tun?

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Ich vertrete als Filmliebhaber nun einmal andere Werte als ihr.

Böswillige Unterstellung, die nur untermauert, was ich anzudeuten versucht habe: Du erkennst scheinbar nicht, dass man dieselben Werte auch auf andere Weise, in anderen Filmen finden und zutage fördern kann. Die Werte sind dieselben, nur heften sich die von dir bevorzugten Filme ebenjene Werte stolz ans Revers. Das macht sie aber nicht besser.

Zitat von: McKenzie am 11 Oktober 2007, 01:46:03
Kino sollte von Menschen, dem Zustand der Welt (welchem und aus welcher Perspektive auch immer), von Empfindungen, Einstellungen, menschlichen Handlungen und ähnlichem handeln, kurz: Kino sollte sich immer mit menschlichen Konflikten und Fragen beschäftigten, auf welche Art und Weise auch immer.

Da kann ich im Grunde nur beipflichten. Denn davon rede ich doch: ,,aus welcher Perspektive, auf welche Art auch immer". Selbst wenn einem manche filmische Perspektive nicht gefällt, wenn die Art, wie eine Geschichte erzählt wird, und sei es über noch so viele Spezialeffekte, nicht anspricht, letztendlich drehen sich Filme immer um dieselben Dinge. Schockiert? 

Und zu deiner (von mir geteilten) Begeisterung über ,,2001" bleibt mir auch noch etwas anzumerken:
In Hardcore-Science-Fiction-Kreisen, die sich etwas ausgiebiger mit dem Werke Clarkes und dessen Bearbeitung durch Kubrick beschäftigt haben, hat sich eine erstaunliche Sichtweise des Films herausgebildet. Man ging sogar vereinzelt soweit, zu behaupten, diese Sichtweise sei der Schlüssel, um den gesamten Film logisch und transparent erscheinen zu lassen. Tief Luft holen...
Man soll den Film nicht mit den Augen eines Menschen, sondern eines Außerirdischen betrachten. Die Verschiebung der eigenen Perspektive, eine fremde Betrachtungsweise würde einen objektiven Blick auf das Tun und Treiben der Spezies Mensch zulassen und den Film in einen Analyseschirm verwandeln.
Man stelle sich mal vor; ein Film, der von mir verlangt, alles Menschliche abzustreifen, um ihn zu begreifen.
Das ist ja wohl der Inbegriff der Realitätsflucht. Wo finden denn da Schlagwörter wie ,,human, ehrlich und existenzialistisch" ihren Platz?

Muss man sich in einen Ork versetzen, um Jacksons Filme berührend zu finden?


Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 12 Oktober 2007, 00:59:08
Schön, dass du die Kritik inzwischen anders schreiben würdest, das habe ich mir auch fast schon gedacht.  :D Löschen bitte nicht, ist ja schon ein sehr interessantes und wahrhaftiges, wenn auch völlig übertriebenes  :icon_mrgreen: Zeugnis deiner Emotionen nach der Sichtung.  :icon_smile:

Aber nichtmal Diedrichsen, der ja ein relativ berühmter Schreiberling zu sein scheint, geht besonders intensiv auf den Inhalt ein, sondern rezensiert eher blabla drumherum.  ;)
Ich tat mir nach dem Film auch schwer, überhaupt irgendwas Sinnvolles dazu rauszubringen oder bestimmte Dinge nochmal zu besprechen ("haha, Air Bosna."  :icon_mrgreen: "was sollten eigentlich die Indianer?"  :icon_lol: ) Soll heißen, ich glaube, diesen "Film" adäquat zu rezensieren bzw. analysieren, dürfte ein heikles bis unmögliches Unterfangen sein, aber wäre auf jeden Fall cool, wenn du irgendwann irgendwie nochmal darauf zu sprechen kommst.  :respekt:


Zitatdie Unverschämtheit mit der dieser Mensch (du erinnerst dich an seinen eigenen Auftritt? "Monsieur Godard, glauben Sie, dass das digitale Kino Zukunft hat?"- Schweigen  ) sich zynisch über sein Publikum und zum selbsternannten Guru erhebt.

Hier haben wir schon einen interessanten Punkt, denn ich fand diese Szene sehr cool und witzig.  :icon_cool:
Aber, Vorsicht  ;), es kommt nämlich auf die Feinheiten an! Die Frage hieß nicht, ob das digitale Kino Zukunft habe, sondern "können digitale Kameras das Kino retten?". Und auch ich finde, dass diese zeitgenössisch ja recht beliebte Frage so derart dämlich ist, dass dieses Schweigen darauf einfach ein herrlich sarkastischer Kommentar zu der hohlen Oberflächlichkeit und Sinnlosigkeit der Frage ist.
(was sollte man darauf auch antworten? "Ja, klar, siehe Dogma und die vielen vielen Indiewunderfilme" "Schwachsinn, das Kino muß nicht gerettet werden, es passieren seit 100 Jahren dort ohnehin ununterbrochen spannende Dinge" "Drehe ich nicht gerade meinen neuesten Film auf billigste digitale Machart?")

Was daran so furchtbar ekelerregend (oder) zynisch sein soll, weiß ich nicht, ein bisschen süffisant vielleicht, aber mei.  :icon_mrgreen:

Godard ist halt einer der bedeutendsten Filmemacher, die noch am Leben sind, und er geht einen Weg, den auf diese Art kein Bergman, Antonioni oder werauchimmer was ich weiß, bisher gegangen ist. Er, der womöglich mit seinen Spielfilmen bereits alles geschafft, gesagt, erreicht hat, was er wollte, bringt seine persönlichen Reflexionen über das Leben, die Kunst ins Kino. Dass ein hochgebildeter, lebens- und kinoerfahrener alter Mann dies auf eine Art macht, die jungen Hüpfern meiner und deiner Generation etwas fremd und vielleicht sogar "überintellektualisiert" erscheint, das ist halt so (ach, was würde wohl ein Zardoz jetzt dazu schreiben?), warum sollte er seine persönlichen Fragen und Ansichten einem überspitzt formuliert ungebildeten Mainstreampublikum unterordnen. Da bin ich einfach 180° von dir entfernt.  ;) Ich steh auf intellektuelle Präpotenz.  :king:

Und ich glaube auch nicht, dass Godard nur an die Kritiker denkt, bzw. vielleicht ist es ja einfach so, dass diese Kritiker schlicht zu den wenigen Menschen gehören, die seine Werke noch schätzen und sich auch gerne damit beschäftigen, was ja wiederum in seinem Sinne wäre.  ;)

ZitatWarum soviele Regisseure dem Wahn verfallen, filmische Essays müssten literarisch und unfilmisch sein, will mir immer noch nicht in den Kopf...doch das Fegefeuer war wohl, seiner Betitelung entsprechend, eine Qual.

Warum sollten filmische Essays denn NICHT literarisch und unfilmisch sein? Alles ist möglich. Open your mind.  ;)

ZitatIch denke, ich habe im Groben verstanden, womit sich Godard auseinandersetzte, doch wirklich Zugang habe ich nicht gefunden zumal der Film auch einfach schrecklich verkopft war.

Das kann ich wieder quasi unterschreiben, haben wir eh schon festgehalten, dass mir das auch etwas zu anstrengend und teilweise sogar zu pseudo war.  :icon_twisted:
Dennoch respektiere und begrüße ich grundsätzlich diese Arbeitsweise Godards. 80 Minuten wie die "Hölle" bringen niemandem was (oder hätten Koyaanisquatsi 4 geheißen ;) )

ZitatWenn er seinen Filmen auf diese Personengruppen eingrenzt und den Rest der Menscheit (bewusst) außen vor hält, ist das misanthrop.

Im Prinzip eh schon was dazu gesagt, es ist sicher nicht seine Pflicht, einen Film für jedermann zu drehen, sowas machen ja Tarantino, Rodriguez oder Roth z.b. auch nicht.  ;)
Und kein Mensch wird dazu gezwungen, nur RTL zu schauen und sich mit Klingeltönen zu beschäftigen anstatt zu lesen oder sich zu bilden.




(@ Crumb: lol  ;) )

-----------------

so, die Paralleldiskussion konnte ich ja aus Zeitgründen noch gar nicht lesen, und das, obwohl es anscheinend um einen meiner absoluten Faves 2001 und das billige Kindermärchen Star Wars  :icon_mrgreen: geht...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 12 Oktober 2007, 01:07:02
Zitat von: Bettwurst am 12 Oktober 2007, 00:59:08
obwohl es anscheinend um einen meiner absoluten Faves 2001 und das billige Kindermärchen Star Wars  :icon_mrgreen: geht...

Dass sie diesen LSD-Trip von einem Film bevorzugen, Mr. B., zeigt doch mal wieder, dass auf den Straßen ihrer Heimatstadt zuviele Drogen im Umlauf sind.  ;)
Und für die warme Botschaft des "Kindermärchens" hat ihr schmieriges Yuppie-Herz sowieso nicht die richtige Betriebstemperatur.  :icon_lol:

Na, ich schließe Sie dennoch in mein Jedi-Nachtgebet ein, wenn die Wachen demnächst mein Kellerlicht ausschalten.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 12 Oktober 2007, 01:12:24
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Oktober 2007, 02:06:34
Ich werde dazu nichts mehr schreiben.
*Dito* Es ist einfach zwecklos. Wir werden ihn nicht belehren können. Außerdem schreibt Der immer so wahnsinnig viel! Wo soll man denn da die Zeit hernehmen das alles zu lesen, geschweige denn zu beantworten! ;) ;) ;) (Hat ja sowieso Chili schon grad so schön gemacht :D )

ZitatMöge der umsichtige Hankey gnädig mit mir sein und seine Geschütze per PM statt in diesem Thread auf mich abfeuern.
Ich werde sehen was sich machen läßt. Aber das Thema HdR ist für mich dennoch abgeschlossen. Ich sag dir nur, auch wenn man kein Anhänger Hollywoods ist (ich sehe mich als Filmanhänger, aber nie im Leben als Anhänger Hollywoods!), kann man die gigantischen Qualitäten dieser Trilogie erkennen! Aber lassen wir das! ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 12 Oktober 2007, 01:26:52
Zitat von: Chili Palmer am 12 Oktober 2007, 01:07:02
Dass sie diesen LSD-Trip von einem Film bevorzugen, Mr. B., zeigt doch mal wieder, dass auf den Straßen ihrer Heimatstadt zuviele Drogen im Umlauf sind.  ;)
Und für die warme Botschaft des "Kindermärchens" hat ihr schmieriges Yuppie-Herz sowieso nicht die richtige Betriebstemperatur.  :icon_lol:

Na, ich schließe Sie dennoch in mein Jedi-Nachtgebet ein, wenn die Wachen demnächst mein Kellerlicht ausschalten.  :icon_mrgreen:

o Mann.  :LOL:  :respekt:

Kaum denkt man, irgendjemand hätte diesen primitiven Kellerwüstling mit schlechtem Weingeschmack aus dem Verkehr gezogen, taucht er schon wieder mit seinen doktoresquen Drohbriefen auf. Sie armer Irrer, kuscheln Sie sich mit ihrer zweiten Haut und ihren hausbackenen Trilogien ein bisschen auf ihre (vermutlich Menschen) Ledercouch, rauchen eine Beruhigungspfeife und bleiben Sie doch bitte in ihrer Provinz.

B. wird bewußt, dass er diesmal zu weit gegangen war. Panisch wirft er nach Lesen der düsteren Mail seines Brieffreundes Dr. L. die beiden wohlgeformten Prostituierten vom Balkon seines hip dekorierten Penthouses und zieht sich ängsltich wimmernd ins Wohnzimmer zurück, um den gleich beginnenden japanischen Trashporno auf arte zu sehen und so zur innerlichen Ruhe zurückzufinden... 
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 12 Oktober 2007, 01:31:53
Jetzt haben Sie es geschafft, Sie Wüstling! Ich habe so laut gelacht, dass mich die Wachen in die Zwangsjacke gesteckt und mir meinen Laptop weggenommen haben.
Wie ich hier dennoch posten kann? Na, ich bin ein Filmbösewicht mit einem "Dr." im Namen, das geht alles durch schiere Gedankenkraft!  :icon_twisted: :icon_lol:

Viel Vergnügen mit Sayuri.  :pidu:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 12 Oktober 2007, 01:33:54
hehe  :icon_lol:

Danke.  :dodo:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 12 Oktober 2007, 01:49:34
Oh Mann Leute, ihr seid doch echt am Ende! Kommt das alles von diesen Alufolienhüten?  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 12 Oktober 2007, 01:54:35
Schuld ist nur dieser UCI-Psychotest.  :LOL:

Aber falls du Interesse an einem Aluhut hast... einen weiteren Comiczeichner könnten wir definitiv gebrauchen...  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 12 Oktober 2007, 03:57:41
Zitat von: Bettwurst am 12 Oktober 2007, 00:59:08
(@ Crumb: lol  ;) )

Wenigstens einer, der meinen Humor zu schätzen weiß :respekt:

Zitat von: Vince am 12 Oktober 2007, 01:49:34
Oh Mann Leute, ihr seid doch echt am Ende! Kommt das alles von diesen Alufolienhüten?  :icon_lol:

Ich trage keinen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 08:51:34
@ psychopaul (respektive Bettwurst):

Vermutlich hast du teilweise recht!  :icon_lol: Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...

@ Chili Palmer:

Was "Herr der Ringe" und Blockbuster im Allgemeinen betrifft, so war das eigentlich von mir gar nicht als Haken zur Diskussion gedacht (eher das andere, wie erwähnt mir wichtigere) sondern eher als Statement um meine Abneigung gegen diese Filme auch zu begründen da ich bisher stets nur schrieb DAS ich sie nicht leiden kann, nicht aber WARUM und den Umstand, das ich die Sache unvoreingenommen angegangen bin halte ich persönlich für nicht ganz unwichtig. Aber wie auch immer, ich begrüße es das wenigstens einer sich nicht abwimmeln hat lassen!  :respekt: :icon_mrgreen: Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...

@ Mr. Hankey:

Aber falls wir uns eines Tages doch noch in der harten Realität begegnen sollten können wir das Ganze unter Umständen doch noch einmal aufgreifen, oder? Da redet es sich dann auch einfacher.  :D
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 13 Oktober 2007, 11:35:13
Zitat von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 08:51:34
@ psychowurst:
Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...
@ Chili Palmer:
Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...
@ Mr. Hankey:
Aber falls wir uns eines Tages doch noch in der harten Realität begegnen sollten (...)

Planst du eine Rundreise?  ;)

Zitat von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 08:51:34
Was "Herr der Ringe" und Blockbuster im Allgemeinen betrifft, so war das eigentlich von mir gar nicht als Haken zur Diskussion gedacht(eher das andere, wie erwähnt mir wichtigere)

Tja, wenn man so ausladend mit dem Haken herumwedelt, bleibt halt manchmal jemand dran hängen. Am dir wichtigeren Teil der Diskussion, auch wenn er lediglich eine andere Ausprägung desselben Themas sein mag, bleibe ich dennoch nicht hängen. Nicht meine Baustelle.  :icon_cool:

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 17:57:05
Zitat von: Chili Palmer am 13 Oktober 2007, 11:35:13
Planst du eine Rundreise?  ;)

Nein, leider nicht. Das Leben jenseits der OFDb beansprucht mich nur gerade außerordentlich weswegen ich die Ruhe, die ich für das nächste 50-Meter-Posting benötige ( :icon_twisted: :icon_mrgreen: - Wird nicht kommen) leider derzeit nicht habe.

Zitat von: Chili Palmer am 13 Oktober 2007, 11:35:13
Tja, wenn man so ausladend mit dem Haken herumwedelt, bleibt halt manchmal jemand dran hängen. Am dir wichtigeren Teil der Diskussion, auch wenn er lediglich eine andere Ausprägung desselben Themas sein mag, bleibe ich dennoch nicht hängen. Nicht meine Baustelle.  :icon_cool:

Und es taten sich unvermittelt ganz andere Abgründe auf...

Dazu wie gesagt, in näherer Zukunft mehr. Allerdings möchte ich noch unauffällig betonen das ich "Planet Terror" nicht aus Protest sondern aus Überzeugung um einen Punkt heruntergestuft habe da sich seine Qualitäten retrospektiv immer weiter verschmälerten bis ich schließlich der Überzeugung war, niemals diese 6 Punkte guten Gewissens stehen lassen zu können (Viel öfter werte ich Filme von 8 auf 9 und von 9 auf 10 auf - das sind dann aber oft Titel, die in der OFDb kein Schwein zu interessieren scheinen). Das ich damit den lodernden Hype leider nicht brechen kann ist mir wohlbewusst. Meine diesbezügliche Bemerkung war eher eine meiner üblichen Sticheleien.  :icon_cool:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 16 Oktober 2007, 15:11:38

So, "2001" ist entschlüsselt:

http://www.youtube.com/watch?v=fR5pX_d1J6Q (http://www.youtube.com/watch?v=fR5pX_d1J6Q)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 01:48:00
Zitat von: Chili Palmer am 16 Oktober 2007, 15:11:38
http://www.youtube.com/watch?v=fR5pX_d1J6Q (http://www.youtube.com/watch?v=fR5pX_d1J6Q)

:LOL:  :kotz:

Einen Flachmann bitte! (...)

Ich hätte zwar gerade Zeit, auf all die schönen Punkte von dir und psychopaul einzugehen aber ich gestehe: Allein es mangelt mir an Motivation, erschlagen wie ich nach einer arbeitsreichen Woche bin.  :scar: Aber es kommt, es kommt.

Es kommt auch endlich meine Kritik zu einem schändlicherweise nahezu vollkommen in Vergessenheit geratenen deutschen (Kult?-)Film der die Feinde des deutschen Kino eines besseren belehren sollte. Rudolf Thomes "Detektive" ist wahrlich ein extraordinäres Werk, das in der deutschen Filmgeschichte seinesgleichen lange suchen und vermutlich nicht finden wird (nur Thomes "Rote Sonne" und die ersten Klaus Lemke-Filme sowie Roland Klick fallen mir noch ein - kennt die noch irgend jemand?!). Zu schade das Moonshade gerade erst (seltsamerweise?!  :icon_rolleyes:) meine kurze Gedankensammlung zu "In den Wind geschrieben" als Review-Klassiker verwertet hat. Für diesen Review und vor allem diesen Film hätte ich mir das so sehr gewünscht wie schon lange nicht mehr. Wenn auch nur ein User sich durch meinen Text motiviert fühlt, einen Blick zu riskieren wäre das schon das Höchste. Aber vermutlich wird es Lichtjahre (oder Wochen - Bretzelburger wartet möglicherweise nur auf den Moment, mich in meine Schranken zu verweisen  :icon_mrgreen:) dauern bis sich zu meinem noch ein zweiter Text hinzu gesellt. Die besten und außergewöhnlichsten deutschen Filme kennen nach wie vor nur eingeschworene Cineasten. Wer kennt schon Rudolf Thome? Einer der wichtigsten deutschen Autorenfilmer... Es ist eine Schande...

Ach ja, der Review:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=25388&rid=264565

Zu zusätzlichen Werbezwecken poste ich noch einmal das geniale Plakatmotiv:

(http://www.ofdb.de/images/fassung/217/217339_f.jpg)

und der völlig sinnentstellte, dem Film in keinster Weise angemessene weil reißerisch auf Exploitation getrimmte deutsche Kinotrailer (man beachte die debilen Kommentare des Sprechers, den Wink mit dem Zaunpfahl auf die wenigen Erotikszenen des Films und die junge, nackte Iris Berben in der Badewanne):

http://www.youtube.com/watch?v=TxOnOosvWeE

Sehr unterhaltsam. Aber der Film ist weit anspruchsvoller (aber nicht minder kurzweilig).  ;)

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 20 Oktober 2007, 01:50:44
Da bist du mir glatt mit "Detektive" zuvorgekommen. Heute hatte ich noch die neue DVD in der Hand, konnte mich aber noch nicht entschliessen, sie mitzunehmen. Das Team Thome - Bohm hat mich ja schon in "Rote Sonne" begeistert und da werde ich um "Detektive" nicht herumkommen. Zu deiner Review kann ich noch nichts sagen, da ich sie erst nach Ansicht des Films lesen werde - ist aber eine sehr lange Lobeshymne geworden - lass das ja nicht den lieben "Filmimperator" sehen  :nono:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 02:16:10
Zitat von: Bretzelburger am 20 Oktober 2007, 01:50:44
Da bist du mir glatt mit "Detektive" zuvorgekommen. Heute hatte ich noch die neue DVD in der Hand, konnte mich aber noch nicht entschliessen, sie mitzunehmen.

Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Immerhin noch einige Tage ruhiger Schlaf bevor du mich in Grund und Boden schreibst.  :eek: Allerdings bin ich diesmal ähnlich wie du vorgegangen: Meine persönlichen Interpretationen und den Handlungsverlauf habe ich in meinem Text bewusst außen vor gelassen, um niemandem die Freude am Film zu nehmen. Daher würde dir das Lesen meines Reviews (ich weiß immer noch nicht, was du von mir als Autor hältst - dabei wäre ich darauf wirklich neugierig  ;)) nichts bedeutendes vorwegnehmen.

Und wie das mit Lobeshymnen so ist - sie werden immer zu lang.  :icon_sad:

PS: Die DVD ist ein TRAUM. Kann einem solchen Film etwas besseres wiederfahren als so edel und liebevoll veröffentlicht zu werden? Ich glaube kaum. Scheint trotzdem wenig Resonanz zu haben und das ich die Scheibe drei Monate nach Auslieferungstermin erst in die OFDb eintragen musste, spricht für sich.  :icon_confused:

PPS: Gönne mir doch wenigstens dieses eine Mal! Wann komme ich dir bei derartigen Filmen schon einmal zuvor?  :icon_mrgreen:

Zitatlass das ja nicht den lieben "Filmimperator" sehen 

Künstlerische Freiheit geht vor Publikumserwartung!  :king:

Und solange das Feuer noch brennt gleich mit einigen Screenshots noch Öl hinein gießen:

(http://img150.imageshack.us/img150/4382/detektive1ki7.jpg)
(http://img91.imageshack.us/img91/724/detektive2fx0.jpg)
(http://img143.imageshack.us/img143/4697/detektive3gl0.jpg)
(http://img143.imageshack.us/img143/2343/detektive4eb8.jpg)
(http://img206.imageshack.us/img206/2739/detektive5np7.jpg)
(http://img98.imageshack.us/img98/5549/detektive6yg4.jpg)
(http://img206.imageshack.us/img206/5672/detektive7ej9.jpg)
(http://img134.imageshack.us/img134/9269/detektive8yy8.jpg)
(http://img254.imageshack.us/img254/195/detektive10fb7.jpg)
(http://img254.imageshack.us/img254/6808/detektive11wu9.jpg)
(http://img143.imageshack.us/img143/7264/detektive9qx9.jpg)

:love:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Zitat von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 02:16:10
Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Immerhin noch einige Tage ruhiger Schlaf bevor du mich in Grund und Boden schreibst.  :eek: Allerdings bin ich diesmal ähnlich wie du vorgegangen: Meine persönlichen Interpretationen und den Handlungsverlauf habe ich in meinem Text bewusst außen vor gelassen, um niemandem die Freude am Film zu nehmen. Daher würde dir das Lesen meines Reviews (ich weiß immer noch nicht, was du von mir als Autor hältst - dabei wäre ich darauf wirklich neugierig  ;)) nichts bedeutendes vorwegnehmen.
Da ich mich für Bunuels Mexiko-Box entschieden habe (mit fünf seiner frühen Filme)wird es noch etwas dauern bis ich mich mit "Detektive" beschäftigen werde. Eine genaue Analyse deiner Reviews steht noch aus, aber da werde ich noch zu kommen, versprochen ! Aber du bist mir noch eine Antwort auf meine Frage an dich aus dem "120 Tage von Sodom - Thread" schuldig. Wenn ich deine Anmerkung hier lese, nur eingeschworene Cineasten kennen noch die Filme von Thome und Klick, dann dürftest du doch meine Bemerkungen in dem Thread verstehen ??
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Zitat von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 01:48:00
Die besten und außergewöhnlichsten deutschen Filme kennen nach wie vor nur eingeschworene Cineasten. Wer kennt schon Rudolf Thome? Einer der wichtigsten deutschen Autorenfilmer... Es ist eine Schande...

Ich verstehe nicht, warum du immer gleich so ideologisch bist. Ich lese bei dir oft so einen übereifrigen, belehrenden Nachdruck heraus, der meine Meinung schon vorzufestigen versucht, ehe ich mich dem Gegenstand - sei es das (;)) Review oder der Film selbst - überhaupt widmen kann. Irgendwie wirkt das abtörnend, zumindest auf mich.

Zur "Detektive"-Besprechung selbst kann ich inhaltlich nicht viel sagen, erst einmal muss ich das alles so glauben, was ich auch gerne tue. Gelesen habe ich sie deshalb, obwohl ich den Film nicht gesehen habe, weil die gerade veröffentlichte DVD bei uns im Laden (ich arbeite nebenher in einem etwas prätentiösen CD- und DVD-Shop, der hauptsächlich Titel führt, die deinem cineastischen Anspruch womöglich überaus gerecht würden) weggeht wie warme Semmel und ich mich gefragt habe, ob der Film tatsächlich gut sei. Eine Sichtung des Films wird über kurz oder lang deshalb notwendig sein, also Danke für die Entscheidungshilfe.

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 21 Oktober 2007, 19:56:27
Ich hoffe, es kommt gleich heute Nacht noch eine Kritik von dir zu "Mogari no mori".  :icon_confused:  :icon_sad:  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 05:28:22
Zitat von: Bettwurst am 21 Oktober 2007, 19:56:27
Ich hoffe, es kommt gleich heute Nacht noch eine Kritik von dir zu "Mogari no mori".  :icon_confused:  :icon_sad:  :icon_mrgreen:

Elender Sadist!  :anime: Wenn du wüsstest, wie lange ich mir noch die begeisterten Ausführungen der Anderen anhören musste nachdem du dich (VIEL zu früh!) verabschiedet hattest! :bawling:

Einen dritten (bzw. vierten  :kotz:) Film gab's dann auch nicht mehr, dafür aber doch noch die legendäre (gar nicht mal soo unleckere) Torte im piekfeinen Hotel Sacher, wo ich mich fühlte wie das Wildschwein auf Kaiser Wilhelms Tafel.  Ich betone: Es war nicht meine Idee! :king:

Die Müdigkeit ist überwältigend, daher werde ich mich in Kürze zurückziehen... vermutlich bin ich immer noch high von den Nachwirkungen des "Suspiria"-Screenings.  :icon_twisted: :icon_eek: :love:

Zitat von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Da ich mich für Bunuels Mexiko-Box entschieden habe (mit fünf seiner frühen Filme)wird es noch etwas dauern bis ich mich mit "Detektive" beschäftigen werde.

Bin schon sehr gespannt, wie die Gratwanderung bei dir aussehen wird...

Zitat von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Eine genaue Analyse deiner Reviews steht noch aus, aber da werde ich noch zu kommen, versprochen !

Oh je, da werden vermutlich schon vernichtende Worte sorgsam zurechtgelegt!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Bretzelburger am 21 Oktober 2007, 00:56:21
Aber du bist mir noch eine Antwort auf meine Frage an dich aus dem "120 Tage von Sodom - Thread" schuldig. Wenn ich deine Anmerkung hier lese, nur eingeschworene Cineasten kennen noch die Filme von Thome und Klick, dann dürftest du doch meine Bemerkungen in dem Thread verstehen ??

Spielst du auf den "Aufreger" an? Wenn ja - morgen.  :icon_redface: Ansonsten stimme ich dir vollkommen zu, u. a. dank deiner Postings habe ich nur gelinde Gelüste verspürt, mich in diesem Thread dieser ewig gleichen und auf die Dauer ermüdenden Diskussion um den Film (einem Meisterwerk!) anzuschließen.

Abgesehen davon habe ich, wie oben schon angedeutet, den überwiegenden Teil meines Wochenendes in Wien verbracht und war daher nicht in der Lage, hier non-stop zu posten, so gern ich Chilis Sehnsüchten auch Rechnung getragen hätte.  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Ich verstehe nicht, warum du immer gleich so ideologisch bist. Ich lese bei dir oft so einen übereifrigen, belehrenden Nachdruck heraus, der meine Meinung schon vorzufestigen versucht, ehe ich mich dem Gegenstand - sei es das (;)) Review oder der Film selbst - überhaupt widmen kann. Irgendwie wirkt das abtörnend, zumindest auf mich.

Belehrend soll das nie sein  :nono:, Ideologisch und übereifrig bin ich dabei aber sehr, ja. Das ist purer, ungefilterter Enthusiasmus an der Schwelle zur Frustration darüber, das man auf verlorenem Posten weit ab vom Schuss sich solcher kleinen, aber feinen und vor allem massentauglichen Filmen annehmen will und leider auch muss mit dem Gewissen, das höchtens drei oder vier User meine Mühen (da steckt - wieder einmal seit längerem - viel Arbeit drin) auch zu schätzen wissen da vermutlich nur insgesamt zehn Menschen sich in den Filmeintrag verirren. In einer motivationslosen, lethargischen Zeit wie der unseren kann man doch gar nicht leidenschaftlich genug sein!  :icon_lol: Und da ich mich dann auch gerne in die Lage des Regisseurs versetze denke ich schon, das es eine reichlich frustrierende Beobachtung sein muss, seit fast 40 Jahren mit Herzblut Filme zu machen ohne das - abgesehen von dem einen Kultfilm "Rote Sonne" - auch nur einer wirklich so etwas wie längerfristige Aufmerksamkeit von Kritikern und Publikum erhält. Und den anderen genannten Regisseuren ging und geht es da ähnlich. Ich bedauere das sehr und möchte mit einem Review wie diesem zumindest einen verschwindend kleinen Beitrag liefern, um den Bekannt- und Anerkennungsgrad der Filme, bzw. des Film etwas zu steigern.
Und was das hier:
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Ich lese bei dir oft so einen übereifrigen, belehrenden Nachdruck heraus, der meine Meinung schon vorzufestigen versucht

betrifft, so versuche ich einfach, Interesse zu wecken, nicht irgendetwas vorwegzunehmen. Das ich mich dabei ein wenig über die Werteverteilung im Kino auskotze ist nur ein Nebeneffekt, der mir bitte gegönnt sei und meinem ehrlichen, unbeugsamen Glauben an die Kunstform Film entspringt, zu der ich mich berufen fühle!  :icon_mrgreen:

Ach ja, ich entscheide immer spontan, ob ich der, die oder das Review schreibe. Letzlich passen ja eigentlich auch alle drei Zuordnungen, auch wenn sich dann nebenbei noch einige signifikante, aber nicht unbedingt bahnbrechende Veränderungen ergeben. (Rückblick, Kritik, Rezension, etc.) :icon_lol:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
Zur "Detektive"-Besprechung selbst kann ich inhaltlich nicht viel sagen, erst einmal muss ich das alles so glauben, was ich auch gerne tue.

Danke für das Vertrauen;-) Ich denke, hier haben wir es mit einem deutschen Film zu tun, der dein Wohlgefallen finden könnte, bei allem Misstrauen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26Gelesen habe ich sie deshalb, obwohl ich den Film nicht gesehen habe, weil die gerade veröffentlichte DVD bei uns im Laden  weggeht wie warme Semmel und ich mich gefragt habe, ob der Film tatsächlich gut sei. Eine Sichtung des Films wird über kurz oder lang deshalb notwendig sein, also Danke für die Entscheidungshilfe.

Ach, verkauft sich die (schon am 20. Juni dieses Jahres erschienene ;)) DVD bei euch? Das freut mich zu hören, trotzdem - scheint eher ein waschechter Ladenhüter zu sein...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
(ich arbeite nebenher in einem etwas prätentiösen CD- und DVD-Shop, der hauptsächlich Titel führt, die deinem cineastischen Anspruch womöglich überaus gerecht würden)

Ahhhhhhh!  :icon_mrgreen:

Ja, solche eklen Schuppen kenne ich natürlich auch ( ;)), allerdings (bevor ich mich wieder einmal in verzweifelten Eskapaden verfange) würde mich, so ganz am Rande, doch einmal interessieren wie du dir eigentlich meine "cineastischen Ansprüche" so vorstellst?  ;)

(McKenzie stellt mit Entsetzen fest, das er den Absatz über seine "Vorlieben" schnellstens aus seinem OFDb-Profil entfernen sollte und spürt eine ihm nicht ganz liebsame Sympathie für den vorgestern gesichteten Godard-Essayfilm "Numero Deux" sein Rückenmark heraufkriechen)

ZitatEine Sichtung des Films wird über kurz oder lang deshalb notwendig sein

Zweifelsfrei, besser heute als morgen. Allerdings ist "Rote Sonne" noch besser (wenn auch nicht ganz so unterhaltsam), nur als kleinen Tipp am Rande (Tschuldigung...).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 21 Oktober 2007, 17:17:26
also Danke für die Entscheidungshilfe.

:00000109:







:pidu:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 22 Oktober 2007, 11:34:38
Wer sonst könnte nach einem anstrengenden Wochenende um halb 5 morgens todmüde noch so ein ausführliches Posting verfassen?  :icon_eek:  :D  :respekt:
Nachdem ich dich getroffen hab, kann ich mir jetzt ja gut vorstellen, mit welchem Herzblut du da immer in die Tasten haust.  :icon_smile:

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 05:28:22

(McKenzie stellt mit Entsetzen fest, das er den Absatz über seine "Vorlieben" schnellstens aus seinem OFDb-Profil entfernen sollte und spürt eine ihm nicht ganz liebsame Sympathie für den vorgestern gesichteten Godard-Essayfilm "Numero Deux" sein Rückenmark heraufkriechen)

jessasmaria!!  :icon_eek:

Invasion of the spießbürgerlich-intellektualisierte Brainsnatchers, lass dich bloß nicht unterkriegen.  :icon_mrgreen:

(btw, rate mal aus welchem Film mein neuer Sig-Spruch stammt...  :icon_twisted:)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 22 Oktober 2007, 14:46:30

Ach, Kenzie, mache dir doch bitte meinetwegen keine Umstände. Gib' einfach zu, dass ich Recht habe, und gut is'.  :LOL:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 19:52:34
Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
Wer sonst könnte nach einem anstrengenden Wochenende um halb 5 morgens todmüde noch so ein ausführliches Posting verfassen?  :icon_eek:  :D  :respekt:

Die Versuchung war zu groß und die Rückfahrt lang genug, um nach dem Autostopp plötzlich wieder hellwach zu sein.  :scar:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
Nachdem ich dich getroffen hab, kann ich mir jetzt ja gut vorstellen, mit welchem Herzblut du da immer in die Tasten haust.  :icon_smile:

Ja ja, der Typ ist ein echt gemeingefährlicher, fanatischer Kinopath.  :icon_lol:

Ich hoffe, du siehst dir nachher "Barbarella" an?  ;)
Diese Chance solltest du dir AUF GAR KEINEN FALL entgehen lassen. Wenn ich nur daran denke, den Film im Kino von 35mm zu sehen, kommen mir die Tränen.  :bawling: :bawling: :bawling:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
jessasmaria!!  :icon_eek:

Invasion of the spießbürgerlich-intellektualisierte Brainsnatchers, lass dich bloß nicht unterkriegen.  :icon_mrgreen:

:icon_lol:

Nö, die Gefahrt besteht überhaupt nicht, es war vermutlich eher ein plötzlicher Anfall von Gutmütigkeit und Mitleid.  :icon_twisted:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 11:34:38
(btw, rate mal aus welchem Film mein neuer Sig-Spruch stammt...  :icon_twisted:)

"Notre Musique"? "2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß"? "Week End"? "Die Chinesin"? "JLG, JLG"? "Chambre 666"? "Rette sich wer kann (das Leben)"?  :icon_twisted: :icon_eek:

Zitat von: Chili Palmer am 22 Oktober 2007, 14:46:30
Ach, Kenzie, mache dir doch bitte meinetwegen keine Umstände. Gib' einfach zu, dass ich Recht habe, und gut is'.  :LOL:

Tsss, wir sind ja hier nicht Hollywood wo ernsthafte Konflikte immer unter den Tisch gekehrt werden  ;) sondern unter Kino-Junkies. Daher müssen wir lernen, auch in der Realität, jenseits unserer Sucht-Tempel, mit unseren Reibungsflächen umzugehen.  :pidu:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:20:33
ZitatTsss, wir sind ja hier nicht Hollywood wo ernsthafte Konflikte immer unter den Tisch gekehrt werden
Von manchen Vorurteilen kommst du halt nie los, was? ;) ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 20:21:43
Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:20:33
Von manchen Vorurteilen kommst du halt nie los, was? ;) ;)

Woher wusste ich, das du darauf antworten würdest, trotz des Smilies?  :icon_mrgreen:

Guck mal in den "Invasion"-Thread.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:26:16
Was? Das hatte ich ja noch gar nicht gesehen! :icon_eek: Ich werd bekloppt, du! ;)

Aber, auch wenn mir der Film irgendwo, trotz meine Verehrung von Hirschbiegels ersten beiden großen Filmen ( ;)), am Allerwertesten vorbei geht, freut mich das irgendwie! :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 22 Oktober 2007, 20:30:38
@McKenzie  :icon_eek: 7 Punkte für das Remake eines Remakes eines Remakes !? Der Trailer hat mich schon in Agonie gleiche Dösigkeit fallen lassen.
Da halt ichs mal lieber beim Mr.VV Prinzip: dem Review eines bekannten (hier ihm selber  :icon_mrgreen:) vertrauen und den Film nicht angucken, und wenn mich einer fragt seine Meinung zu dem Film als meine zum Besten geben!

Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:26:16
Aber, auch wenn mir der Film irgendwo, trotz meine Verehrung von Hirschbiegels ersten beiden Filmen ( ;)), am Allerwertesten vorbei geht, freut mich das irgendwie! :icon_mrgreen:

Verehrung? Wofür? "Experiment" wird überbewertet und über den "Untergang" brauchen wir erst gar nicht zu reden  :icon_rolleyes:.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 22 Oktober 2007, 20:32:07
Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 19:52:34

Ja ja, der Typ ist ein echt gemeingefährlicher, fanatischer Kinopath.  :icon_lol:

Ich habs mich ja nicht sagen getraut.  :eek:  :icon_mrgreen:  :icon_smile:

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 19:52:34

Ich hoffe, du siehst dir nachher "Barbarella" an?  ;)
Diese Chance solltest du dir AUF GAR KEINEN FALL entgehen lassen. Wenn ich nur daran denke, den Film im Kino von 35mm zu sehen, kommen mir die Tränen.  :bawling: :bawling: :bawling:

Hm, hab ich eigentlich nicht vor.  ;)
Wär sicher auch ein schönes Erlebnis, aber hab den eh erst vor knapp 2 Monaten gesehen und zu meinen absoluten Lieblingen zählt er trotz der grandiosen Schrägheit  :dodo: nun auch wieder nicht und du weißt ja: ich hab eh kaum Zeit in der Woche, Geld schon gar nicht.  :icon_mrgreen:
Dafür schau ich morgen noch im "normalen" Betrieb Still Life und am Mittwoch steh ich dann, schon wesentlich ausgebuffter  ;) , an der Spitze der Restkartenschlange zu "Staub".  :icon_cool:

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 19:52:34
:icon_lol:

Nö, die Gefahrt besteht überhaupt nicht, es war vermutlich eher ein plötzlicher Anfall von Gutmütigkeit und Mitleid.  :icon_twisted:


Ich bin beruhigt.  :icon_mrgreen:
(hach, wenn ich doch auch irgendeinen anerkannten Filmemacher hätte, den ich hassen könnte, aber ich mag ja alle.  ;))

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 19:52:34

"Notre Musique"?


;)  :icon_cool:

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 19:52:34
Daher müssen wir lernen, auch in der Realität, jenseits unserer Sucht-Tempel, mit unseren Reibungsflächen umzugehen.  :pidu:

:icon_eek:

Da hören Sies, Palmer, nicht wieder in die Zelle verkriechen, sondern hier weiter ihren Mann stellen, Sie alter Frauenversteher!  :icon_mrgreen:

--------------

P.S. Da geht er doch glatt in einen verkorksten Hollywoodheuler und findet ihn auch noch gut  :icon_eek: Musstest du denn wenigstens auch Eintritt dafür zahlen? :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:37:34
Zitat"Experiment" wird überbewertet und über den "Untergang" brauchen wir erst gar nicht zu reden
Pahh! Mit Leuten, die grundsätzlich Vorurteile gegenüber deutschen Filmen haben, werde ich sicher nicht über diese beiden Meisterwerke des deutschen Kinos sprechen. Hat bei Mr. VV auch nichts genützt. ;) Ich sag nur einmal 10/10 und einmal 9,5/10!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 20:53:05
Zitat von: Vinyard Vaughn am 22 Oktober 2007, 20:30:38
@McKenzie  :icon_eek: 7 Punkte für das Remake eines Remakes eines Remakes !?

... Für die dritte (oder war es die vierte?  :icon_lol:) Verfilmung einer bestimmten Vorlage. Ich empfinde es als ironisch, das der Stoff ausgerechnet jetzt noch einmal verfilmt wurde - und bezeichnend, das er floppt. Denn qualitativ nimmt sich "Invasion" mit artverwandten Hollywood-Filmen der letzten Jahre nicht viel, nur ist er eben etwas gesellschaftskritischer.
s?
Zitat von: Vinyard Vaughn am 22 Oktober 2007, 20:30:38
Verehrung? Wofür? "Experiment" wird überbewertet und über den "Untergang" brauchen wir erst gar nicht zu reden  :icon_rolleyes:.

:respekt:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 20:32:07
Ich habs mich ja nicht sagen getraut.  :eek:  :icon_mrgreen:  :icon_smile:

Danke für deine Solidarität - schließlich müssen die ohnehin schon bestehenden Vorurteile ja nicht noch bestätigt werden.  :icon_redface: :icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 20:32:07
Hm, hab ich eigentlich nicht vor.  ;)
Wär sicher auch ein schönes Erlebnis, aber hab den eh erst vor knapp 2 Monaten gesehen und zu meinen absoluten Lieblingen zählt er trotz der grandiosen Schrägheit  :dodo: nun auch wieder nicht und du weißt ja: ich hab eh kaum Zeit in der Woche, Geld schon gar nicht.  :icon_mrgreen:

Wenn ich mich in drei Stunden doch nur nach Wien zurückbeamen könnte um Jane Fonda nackt durch ihr Raumschiff schweben zu sehen.  :bawling:
Du wirst es sicherlich noch bereuen. So scharf bekommst du das so schnell nicht mehr zu sehen.  :icon_twisted:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 20:32:07
Dafür schau ich morgen noch im "normalen" Betrieb Still Life und am Mittwoch steh ich dann, schon wesentlich ausgebuffter  ;) , an der Spitze der Restkartenschlange zu "Staub".  :icon_cool:

Good luck!  :respekt: (Du weißt ja inzwischen: Nicht von irgendwelchen merkwürdigen deutschen Kinopathen ablenken lassen bei dem harten Ansteh-Kampf  :icon_rolleyes:).

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 20:32:07
Ich bin beruhigt.  :icon_mrgreen:
(hach, wenn ich doch auch irgendeinen anerkannten Filmemacher hätte, den ich hassen könnte, aber ich mag ja alle.  ;))

Das kommt schon noch. Kennst du Peter Greenaway etwa noch nicht?!  :LOL:

PS: Deine neue Signatur hat mich schon intuitiv so erschreckt - jetzt weiß ich, warum.  :kotz:  :eek:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 20:32:07
P.S. Da geht er doch glatt in einen verkorksten Hollywoodheuler und findet ihn auch noch gut  :icon_eek: Musstest du denn wenigstens auch Eintritt dafür zahlen? :icon_mrgreen:

Leider ja. Aber da der Film eh untergeht wie eine Banane im Meer tut es mir nicht weh, dafür Warner Geld in den Rachen geworfen zu haben - die können froh sein, wenn sie damit einigermaßen schwarze Zahlen schreiben....

Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:26:16
Was? Das hatte ich ja noch gar nicht gesehen! :icon_eek: Ich werd bekloppt, du! ;)

Das dachte ich auch...

Soviel zum Thema ernsthafte Probleme im Hollywood-Kino. Wenn's mal passiert, schert sich (fast) niemand drum...

Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:26:16
Aber, auch wenn mir der Film irgendwo, trotz meine Verehrung von Hirschbiegels ersten beiden großen Filmen ( ;)), am Allerwertesten vorbei geht, freut mich das irgendwie! :icon_mrgreen:

Typisch.  :icon_lol: "Wächter des Tages" hast du vermutlich auch immer noch nicht gesehen?  ;) REIN DA!!!

Zitat von: Mr. Hankey am 22 Oktober 2007, 20:37:34
Pahh! Mit Leuten, die grundsätzlich Vorurteile gegenüber deutschen Filmen haben, werde ich sicher nicht über diese beiden Meisterwerke des deutschen Kinos sprechen. Hat bei Mr. VV auch nichts genützt. Ich sag nur einmal 10/10 und einmal 9,5/10!

Einmal sagen reicht auch!  :icon_eek: :icon_confused:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 22 Oktober 2007, 21:07:49
Vorurteile? Die sind doch nur was für Mainstreampublikum und so Zeugs.  ;)

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 20:53:05

Du wirst es sicherlich noch bereuen. So scharf bekommst du das so schnell nicht mehr zu sehen.  :icon_twisted:


Hehe, da ist was dran.  :icon_mrgreen:


Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 20:53:05
(Du weißt ja inzwischen: Nicht von irgendwelchen merkwürdigen deutschen Kinopathen ablenken lassen bei dem harten Ansteh-Kampf  :icon_rolleyes:).

Gilt auch umgekehrt für österreichische Psychopathen.  :icon_mrgreen:  :icon_redface:

ZitatDas kommt schon noch. Kennst du Peter Greenaway etwa noch nicht?!  :LOL:

LOL. naja, 1,2 Filme hab ich mal, damals in meiner noch mainstreamdominierten, jedenfalls nur Farbfilme goutierenden Phase  ;) , gesehen und fand sie schon faszinierend, auch wenn ich nix kapiert hab.  :rofl:
Zum Haß wirds auch bei dem nicht reichen.  :icon_lol:



ZitatEinmal sagen reicht auch!  :icon_eek: :icon_confused:

Untergang is okay, nicht großartig, aber ich fand ihn weder besonders schlimm noch peinlich. Für das, dass er überall gleich so übertrieben abgefeiert wurde, kann er ja nix.  ;)
Und das Experiment ist sowieso ganz großartig, aber das hatten wir eh schonmal in Rajkos Thread.
Schade dass sich Hirschi diesen Film kaputt machen lassen musste, wäre sonst sicher besser geworden.  :icon_cool:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 05:28:22
Ja, solche eklen Schuppen kenne ich natürlich auch ( ;)), allerdings (bevor ich mich wieder einmal in verzweifelten Eskapaden verfange) würde mich, so ganz am Rande, doch einmal interessieren wie du dir eigentlich meine "cineastischen Ansprüche" so vorstellst?  ;)

Die 5 Goldenen Regeln des McKenzieschen Cineasmus-Anspruchs:

1. Jeder mit Hollywood verwandte Film wird erst einmal mit besonderer Vorsicht und dezenter Vorverurteilung genossen, jeder nicht mit Hollywood verwandte Film könnte demhingegen potentiell gut sein. Jeder mit Hollywood verwandte Film, der zusätzlich eine besonders hohe Reputation genießt, wird mit noch größerer Vorsicht und stärkerer Vorverurteilung konsumiert, jeder nicht mit Hollywood verwandte Film, der weniger als 10 Bewertungen in der ofdb hat, ist nur kurz davor, mit "Meisterwerk" geadelt zu werden. Und jeder mit Hollywood verwandte Film, der eine besonders niedrige Reputation erleidet, wird mit tendenziell gutmütigerer Haltung betrachtet.

2. Seltene Filme, die man in schicken Kopien auftreiben konnte, sind immer herausragend.

3. 70mm-Filme sind Meisterwerke.

4. Verhoeven, Kubrick und Leone sind Humanisten. Peckinpah sowieso.

5. Mainstream ist zu 99% schlecht.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 23 Oktober 2007, 01:57:45
Los McKenzie, jetzt hau aber mal mit einer schönen Liste alla "Die 5 Goldenen Regeln des Mr. Vincent Vegaschen Cineasmus-Anspruchs" dagegen. Wenn du Hilfe brauchst, dann frag mich nur! ;) Als Hilfestellung z. Bsp. folgende Stichworte: "Homophob", "Fragwürdig", "Regisseur doof=Film doof", "Filmland Deutschland ist grundsätzlich scheisse"

Jetzt bist Du dran! :icon_mrgreen:

;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 02:09:58
Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 20:32:07
Da hören Sies, Palmer, nicht wieder in die Zelle verkriechen, sondern hier weiter ihren Mann stellen, Sie alter Frauenversteher!  :icon_mrgreen:

Ich beabsichtige nicht im Geringsten, mich in meine zugegebenermaßen recht unstylishe nachtspeicherheizungsgepowerte Gitterbehausung zurückzuziehen, wenn so ein Wüstling hier im Forum seine Kreise zieht. Wobei mich auch eine dunkle Ahnung beschleicht, als würde auch der Humor eine weitere Reibefläche zwischen ihm und mir darstellen. Aber das wird die Zeit erweisen. Bis dahin werde ich mich in der Tat lieber dem Verständnis der weiblichen Natur widmen, eine Tätigkeit, die so ein AmEx-bewaffneter Backpulverschnaufer wie Sie doch gar nicht erfassen kann. Sie können doch nur zersäbeln, sonst nix. Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich versuche gerade herauszufinden, weshalb meine geliebte Agent Starling manchmal wie Jodie Foster und dann wieder wie Julianne Moore aussieht.

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 20:53:05
Deine neue Signatur hat mich schon intuitiv so erschreckt

Mich auch. Daf föne Gebüff.  :icon_sad: :icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 22 Oktober 2007, 21:07:49
Für das, dass er überall gleich so übertrieben abgefeiert wurde, kann er ja nix.  ;)

Sehr wichtiger Satz. Ich spreche jetzt nicht vom "Untergang", sondern von allen zu Unrecht gescholtenen Filmen, die man nur aus Coolnessposenwahrender Mainstreamentfremdungsgeste heraus schalt. "Scheiß' Hype, Aller!"  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 23 Oktober 2007, 03:01:48
Alles, was ich über die weibliche Natur wissen muß, ist, welches Werkzeug ich wo wie intensiv ansetzen kann/muß, was gäbe es sonst schon mehr interessantes an diesen geilen Schl...awinern.  ;)

Übrigens hat mir so ein hardbody gerade einen Silberling geliehen, der peinliche Homevideoaufnahmen von Ihnen als Jungspund zeigt. Igitt, ist das peinlich, kümmern Sie sich doch da bitte mal um den landesweiten Einzug dieses erbärmlichen Fabrikats.  :icon_mrgreen:


Zitat von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 02:09:58

Mich auch. Daf föne Gebüff.  :icon_sad: :icon_lol:


Uff, wiffen sie waf, da hafn fogar mehr Fprüche Platf in der Fignafur, dann pell if den einfaf wieder rein.

Zitat von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 02:09:58
Sehr wichtiger Satz. Ich spreche jetzt nicht vom "Untergang", sondern von allen zu Unrecht gescholtenen Filmen, die man nur aus Coolnessposenwahrender Mainstreamentfremdungsgeste heraus schalt. "Scheiß' Hype, Aller!"  ;)

Danke. Ja, solche Haltungen sind nicht erwünschenswert.
Die ewig gleichen Ingredienzien und Formeleinsetzstrukturen seelenloser Mainstreamprojekte müssen aber trotzdem weiterhin aufs Schärfste verurteilt werden!  ;)

(außer sie unterhalten trotzdem gut, so wie Transformers z.b.  :king:)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 03:10:13
Zitat von: Bettwurst am 23 Oktober 2007, 03:01:48
Übrigens hat mir so ein hardbody gerade einen Silberling geliehen, der peinliche Homevideoaufnahmen von Ihnen als Jungspund zeigt. Igitt, ist das peinlich, kümmern Sie sich doch da bitte mal um den landesweiten Einzug dieses erbärmlichen Fabrikats.  :icon_mrgreen:

Jetzt gerate ich doch in leicht gespaltene Verwirrung. Homevideoaufnahmen? Von meiner Identität als charmanter Geldeintreiber? Oder als Leber-Lecter? Oder wie? Und welcher hardbody?  :icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 23 Oktober 2007, 03:01:48
dann pell if den einfaf wieder rein.

Ich würde mich freuen.



Mift, da war kein "f" in diefem Fatf.  :LOL:

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 23 Oktober 2007, 03:22:52
Steht irgendwas drauf von wegen "Hannibals Reisen" oder so. (au weia  :icon_redface: :LOL:)


so, auch wenn dies die letzte Spamoase wäre  :icon_mrgreen: es reicht mal wieder, ich geh zu Bett.  :icon_cool:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 03:25:27
Verdient haben Sie sich's. Schicke Sig.  :respekt:

Edith:
Haa, jetzt erst kapiert mit Hannibals Reisen. Naja, ist spät, lange Leitung.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 03:26:38
Zitat von: Mr. Hankey am 23 Oktober 2007, 01:57:45
Los McKenzie, jetzt hau aber mal mit einer schönen Liste alla "Die 5 Goldenen Regeln des Mr. Vincent Vegaschen Cineasmus-Anspruchs" dagegen. Wenn du Hilfe brauchst, dann frag mich nur! ;) Als Hilfestellung z. Bsp. folgende Stichworte: "Homophob", "Fragwürdig", "Regisseur doof=Film doof", "Filmland Deutschland ist grundsätzlich scheisse"

Und nicht zu vergessen: "frauenfeindlich". :icon_mrgreen:


@Palmer und Bettwurst:

Ich verstehe kein Wort von dem, was ihr da schreibt. Das ist ja mal total sick. :icon_eek: Geht's Euch gut?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 03:52:31
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 03:26:38
@Palmer und Bettwurst:
Ich verstehe kein Wort von dem, was ihr da schreibt. Das ist ja mal total sick. :icon_eek: Geht's Euch gut?

Hinten anstellen, bitte.
Das wurden wir ja neulich schon von Kollege Vince gefragt, aber bevor wir hier endgültig in die Bekloppten-Ecke gestellt werden (sofern wir da nicht schon sind), möchte ich mich um dezente Aufklärung bemühen.

Also, nehmt euch ein Kissen, Kinder, das war so:
Das UCI hatte auf seiner Homepage diesen ganz dollen Psychotest, anhand dessen man über Fragen wie "welche Musik lässt du in deinem Folterkeller laufen" oder "wie würdest du deine Mordspuren beseitigen" feststellen konnte, mit welchem berühmten Kinomörder eine gewisse Seelenverwandschaft besteht. Das Spektrum reichte dabei von Jason und Freddy über den Scream-Killer (???) bis zu Kings Pennywise. Mir unterstellte das Programm jedenfalls eine leicht zynisch-angewiderte Haltung und erklärte mich kurzerhand zu Hannibal Lecter. Kollege Psychopaul, damals noch keine Wurst, sollte Patrick Bateman ähneln. Wir kamen dann in dem Thread, in welchem jeder seine "UCI-Identität" postete, ins Gespräch, weil ich Bateman als in diesem Test völlig fehlplatziert bezeichnete.
Begründung (und jetzt kommt es ganz dick): Der sei ja gar kein echter Killer, hätte sich die Morde nur eingebildet. So hatte ich jedenfalls das Finale von "American Psycho" interpretiert. Jaja, da kann man jetzt drüber lachen, aber zu meiner Verteidigung, auch wenn es wohl kaum was nützt: Das Buch von Ellis kenne ich nicht.
Paule aka Bateman konnte mir dann aber zu meiner Schande glaubhaft versichern, dass ich da völlig auf dem Holzweg war, weil der Bateman nun einmal doch ein Mörder sei, von seiner sozial desinteressierten Umwelt schlicht aber nicht wahrgenommen wird, selbst nach all seinen gräulichen Taten.
Nachdem das geklärt war, entspann sich daraus ein belustigter PM-Briefwechsel unserer Alter Egos, in welchem wir um die Grausamkeitskrone stritten und immer wieder auf den Klischees unserer Figuren herumritten. Und wenn das manchmal in den normalen Forenbereich hereinspielt, dann mag das auf Außenstehende befremdlich wirken. Entschuldigung. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 23 Oktober 2007, 03:58:42
Ich habe das Buch bisher auch nicht gelesen (nach Less Than Zero war bei mir Schluß, so viele Kaputte auf einen Haufen konnte ich nicht ertragen), wird aber nicht in Lunar Park sogar angesprochen, daß Bateman sich die Morde nur eingebildet hat?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 04:01:11
Zitat von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 03:52:31
Also, nehmt euch ein Kissen, Kinder, das war so:
Das UCI hatte auf seiner Homepage diesen ganz dollen Psychotest, anhand dessen man über Fragen wie "welche Musik lässt du in deinem Folterkeller laufen" oder "wie würdest du deine Mordspuren beseitigen" feststellen konnte, mit welchem berühmten Kinomörder eine gewisse Seelenverwandschaft besteht. Das Spektrum reichte dabei von Jason und Freddy über den Scream-Killer (???) bis zu Kings Pennywise. Mir unterstellte das Programm jedenfalls eine leicht zynisch-angewiderte Haltung und erklärte mich kurzerhand zu Hannibal Lecter. Kollege Psychopaul, damals noch keine Wurst, sollte Patrick Bateman ähneln. Wir kamen dann in dem Thread, in welchem jeder seine "UCI-Identität" postete, ins Gespräch, weil ich Bateman als in diesem Test völlig fehlplatziert bezeichnete.
Begründung (und jetzt kommt es ganz dick): Der sei ja gar kein echter Killer, hätte sich die Morde nur eingebildet. So hatte ich jedenfalls das Finale von "American Psycho" interpretiert. Jaja, da kann man jetzt drüber lachen, aber zu meiner Verteidigung, auch wenn es wohl kaum was nützt: Das Buch von Ellis kenne ich nicht.
Paule aka Bateman konnte mir dann aber zu meiner Schande glaubhaft versichern, dass ich da völlig auf dem Holzweg war, weil der Bateman nun einmal doch ein Mörder sei, von seiner sozial desinteressierten Umwelt schlicht aber nicht wahrgenommen wird, selbst nach all seinen gräulichen Taten.
Nachdem das geklärt war, entspann sich daraus ein belustigter PM-Briefwechsel unserer Alter Egos, in welchem wir um die Grausamkeitskrone stritten und immer wieder auf den Klischees unserer Figuren herumritten. Und wenn das manchmal in den normalen Forenbereich hereinspielt, dann mag das auf Außenstehende befremdlich wirken. Entschuldigung. :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 03:26:38
Das ist ja mal total sick. :icon_eek: Geht's Euch gut?

Ein einfaches "ja" hätte es auch getan. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 04:07:19
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 04:01:11
Ein einfaches "ja" hätte es auch getan. :icon_mrgreen:

Von wegen, das wäre verdächtig einfach gewesen.  ;)
Ich weiß auch nicht, weshalb ich mich in diesem Thread immer zu solch langen Postings veranlasst fühle... muss wohl die Aura des Hausherrn sein.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Rügenwalder Sesselmett am 23 Oktober 2007, 03:58:42
Ich habe das Buch bisher auch nicht gelesen (nach Less Than Zero war bei mir Schluß, so viele Kaputte auf einen Haufen konnte ich nicht ertragen), wird aber nicht in Lunar Park sogar angesprochen, daß Bateman sich die Morde nur eingebildet hat?

Heißt das, ich bin doch nicht völlig verblödet, was meine Filmrezeption anbelangt? Das wär ja was.  :eek:
Oder ist das einfach mehrfach interpretierbar, bewusst offen gehalten?
Habe von Ellis nur "Die Informanten" gelesen, der war in dieser Hinsicht nicht hilfreich. Da gehen Drogentrips und Realität fließend ineinander über.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 23 Oktober 2007, 04:21:03
Wikipedia schreibt auch, daß das Thema in Lunar Park angesprochen wird und die Möglichkeit der Einbildung gegeben wird.
Der Film bietet auf jeden Fall beide Varianten an, man muß halt sehen was man lieber hat ;)
Das Drogenthema ist auch mein Hauptproblem mit Ellis, man sieht jedem Buch an, daß es nicht nüchtern geschrieben wurde und irgendwann verennt er sich immer im eigenen Rausch, in dem Realität und Fiktion nicht wirklich unterscheidbar sind, allerdings nie so großartig bekloppt wie bei Hoffmann, bei dem die Charaktere in der Mitte die Namen wechseln oder komplett die Rollen tauschen, da hat sich dann auch Lynch ordentlich bedient  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 23 Oktober 2007, 12:38:23
Wer bitte ist Hoffmann??  :00000109:  :00000109:

Ich bleibe bei meiner Interpretation, dass die Masche mit der "Einbildung" bloß Irritation des Lesers/Zuschauers (und auch Batemans  :icon_lol:) bezweckt und nicht mehr.
Wobei die Erklärung, dass Ellis beim Schreiben einfach dauerdicht war, auch plausibel sein kann.  :icon_mrgreen:

Wikipedia sollte man hier schon gar nicht ernst nehmen, man weiß ja nicht, wer das dort reingeschrieben hat.  ;)

Metti, wenn das Drogenproblem dein Hauptproblem mit Ellis ist, wie kannst du dann Tarantino-Fan sein?  :LOL:


----------------

so und jetzt entschuldige ich mich nochmal im Namen aller Verrückten bei Christoph für das ausschweifende Offtopic hier.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 23 Oktober 2007, 12:58:46
E.T.A. Hoffmann, der verschimmeltes Obst gefressen hat, um in Schreibstimmung zu kommen, besonders deutlich zu sehen in "Die Elixiere des Teufels" :algo:

Und die Tatsache, daß Ellis das Thema in Lunar Park nochmal aufgreift, habe ich nicht aus der Wikipedia, es wurde mir von einem Leser erzählt, die Wikipedia bestätigt es lediglich.
Ellis mit Tarantino zu vergleichen ist imho nicht wirklich passend, beide gehen an das Thema ganz anders heran, wobei ich Ellis nicht schlecht finde - im Gegenteil, seine Charaktere sind so gut gezeichnet, daß ich sie alle 2 Seiten von Neuem hasse und das Buch vor Wut zuschlagen muß :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 23 Oktober 2007, 13:03:49
Zitat von: Rügenwalder Sesselmett am 23 Oktober 2007, 12:58:46
E.T.A. Hoffmann, der verschimmeltes Obst gefressen hat, um in Schreibstimmung zu kommen, besonders deutlich zu sehen in "Die Elixiere des Teufels" :algo:

Ah, okay, der Name sagt mir dann eh was, aber den hab ich immer in irgendwelche langweiligen "Romantik-Schubladen" abgelegt.  ;)

ZitatUnd die Tatsache, daß Ellis das Thema in Lunar Park nochmal aufgreift, habe ich nicht aus der Wikipedia, es wurde mir von einem Leser erzählt, die Wikipedia bestätigt es lediglich.

Okay. Obwohl ich Ellis gern lese, hab ich Lunar Park noch nicht..  :andy:

ZitatEllis mit Tarantino zu vergleichen ist imho nicht wirklich passend,

war auch nicht ganz ernst gemeint, nur ein bisserl.  :icon_razz:

Zitatwobei ich Ellis nicht schlecht finde - im Gegenteil, seine Charaktere sind so gut gezeichnet, daß ich sie alle 2 Seiten von Neuem hasse und das Buch vor Wut zuschlagen muß :icon_lol:

hehe, na bitte, kann man von Literatur überhaupt mehr verlangen?  :love:  :icon_lol: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 23 Oktober 2007, 13:24:40
Zitat von: Bettwurst am 23 Oktober 2007, 13:03:49
Ah, okay, der Name sagt mir dann eh was, aber den hab ich immer in irgendwelche langweiligen "Romantik-Schubladen" abgelegt.  ;)

Geht wohl eher in Richtung Dunkle Romantik, ist aber wirklich lesenswert,
wer z.B. mal die Vorlage fürs DDR Sandmännchen lesen will, sollte sich darauf gefaßt machen, daß die Geschichte im Original ganz anders verläuft...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 13:35:08
Zitat von: Rügenwalder Sesselmett am 23 Oktober 2007, 13:24:40
wer z.B. mal die Vorlage fürs DDR Sandmännchen lesen will, sollte sich darauf gefaßt machen, daß die Geschichte im Original ganz anders verläuft...

Das Männchen wird doch nicht etwa Koks verstreuen, so dass kein Kind mehr schlafen kann?
Ach nee, das wäre ja Ellis' Sandmännchen.

Man verstehe in dem Zusammenhang mit meiner "American Psycho"-Interpretation auch meine Entrüstung über die Fortsetzung: Da wurde die Hauptfigur als die einzige Person, die Bateman entkommen konnte, eingeführt. Das war für mich seinerzeit natürlich unglaublicher Quatsch.
Wobei der Film selbst mit der "Bateman ist ein Mörder"-Lesart großer Müll bleibt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 23 Oktober 2007, 13:52:13
Es gibt wirklich Leute, die sich solche Fortsetzungen antun? Au backe und mein Beileid.  :icon_twisted:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 23 Oktober 2007, 13:59:51
Der Sandmann kommt und streut allen Kindern erblindenden Sand in die Augen, die abends noch nicht mit geschlossenen Augen im Bett sind, ist aber nur das Zugpferd für ein Kindheitstrauma, das böse endet - wirklich toll, besonders wenn man sieht, welchen entgegengesetzten Stellenwert der Sandmann heute hat.

Zitat von: Bettwurst am 23 Oktober 2007, 13:52:13
Es gibt wirklich Leute, die sich solche Fortsetzungen antun? Au backe und mein Beileid.  :icon_twisted:

Nichts gegen die Fortsetzung, die ist mit Captain Kirk und unterhaltsam doof :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 23 Oktober 2007, 19:25:05
Zitat von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 04:07:19
Ich weiß auch nicht, weshalb ich mich in diesem Thread immer zu solch langen Postings veranlasst fühle... muss wohl die Aura des Hausherrn sein.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Bettwurst am 23 Oktober 2007, 12:38:23
so und jetzt entschuldige ich mich nochmal im Namen aller Verrückten bei Christoph für das ausschweifende Offtopic hier.  ;)

(http://images.kaspersky.com/de/news/sehr_gut.gif)

STIFTUNG WAHRENTEST empfiehlt:

McKenzie's WUNDERBARE WELT DES HOCHWERTIGEN SCHMARRENS - Eine willkürlich und passiv zusammengestellte Kollektion qualitativ erstklassigen Spams für Einsteiger und Fortgeschrittene


Ich hoffe, im Laufe des Abends auch noch einige Zeilen hier herein zu quetschen, falls noch Platz sein sollte.  :icon_lol:

Bis dahin: CARRY ON!  :respekt: :icon_mrgreen:

@ Mr. Hankey & Mr. Vincent Vega:

Ich gehe davon aus, das Rajko nur an 50 % der von ihm aufgestellten Regeln glaubt (teilweise liegt er ja gar nicht mal vollkommen falsch  :rofl:) und mich ein wenig auf den Arm nehmen wollte. Sonst müsste ich nun des nachts bei ihm einsteigen und ihm mit dem mir eigenen, 10 Bilder von Monsieur Hulot umfassenden 70mm-Filmstreifen aus der Restaurationskopie von "Play time" die Kehle durchschneiden, denn edel geht die Welt zugrunde - wer würde sich als Henkersfilm schon eine lumpige DVD oder gar eine 8mm-Projektion zu Gemüte führen? Scheiße ist immer besonders gut, wenn man sie aus dem Gully fischt. Cinerama-la-bim, Cinerama-la-bum, Cinerama-la-bom.  :icon_twisted: :scar: :hacki: :wallbash: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 20:56:48
Zitat von: McKenzie am 23 Oktober 2007, 19:25:05
@ Mr. Hankey & Mr. Vincent Vega:

Ich gehe davon aus, das Rajko nur an 50 % der von ihm aufgestellten Regeln glaubt (teilweise liegt er ja gar nicht mal vollkommen falsch  :rofl:) und mich ein wenig auf den Arm nehmen wollte. Sonst müsste ich nun des nachts bei ihm einsteigen und ihm mit dem mir eigenen, 10 Bilder von Monsieur Hulot umfassenden 70mm-Filmstreifen aus der Restaurationskopie von "Play time" die Kehle durchschneiden, denn edel geht die Welt zugrunde - wer würde sich als Henkersfilm schon eine lumpige DVD oder gar eine 8mm-Projektion zu Gemüte führen? Scheiße ist immer besonders gut, wenn man sie aus dem Gully fischt. Cinerama-la-bim, Cinerama-la-bum, Cinerama-la-bom.  :icon_twisted: :scar: :hacki: :wallbash: :icon_mrgreen:

Oh Gott, und dann auch noch Jacques Tati :nono: (ich denke gerade mit Schrecken an 5 Jahre Französisch-Unterricht zurück), also wenn möchte ich mit einer Kubrick-Kopie ermordet werden. :icon_lol:

Wobei: Wenn du schon unbedingt nachts in mein Zimmer steigen willst, fallen uns bestimt auch noch andere Sachen ein. :icon_twisted: :icon_mrgreen:

Wie dem auch sei: Natürlich habe ich das ernst gemeint. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 23 Oktober 2007, 23:41:34
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 20:56:48
Oh Gott, und dann auch noch Jacques Tati :nono:

Mag ich eigentlich auch nicht besonders, aber "Play time" ist schon ein Werk für die Ewigkeit (das zufällig auf 65mm gedreht wurde).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 20:56:48
Wie dem auch sei: Natürlich habe ich das ernst gemeint. ;)

Grrrrrr... Dafür müsste ich dich mit einer abgenudelten 16mm-Kopie von "Cruising" aus dem Fundus einer rumänischen Filmhochschule erdrosseln.  :icon_twisted: :bawling:

Da ich mir im Gegensatz zu dir nie anmaßen würde, eine solche Auflistung zu posten (Am I God?! "Die 5 goldenen Kartoffelkeller des Herrn Rajko Vega" - vielleicht in Kürze von Hankey, aber nicht von mir  :nono:) gehe ich nur schnell auf diese kleine Ungeheuerlichkeit ein (oder bin ich schlicht zu kurzsichtig um den Smilie richtig zu deuten? Provokation oder Versöhnung?):



Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
Die 5 Goldenen Regeln des McKenzieschen Cineasmus-Anspruchs:

1. Jeder mit Hollywood verwandte Film wird erst einmal mit besonderer Vorsicht und dezenter Vorverurteilung genossen, jeder nicht mit Hollywood verwandte Film könnte demhingegen potentiell gut sein.

In etwa, ja.  :king: Zu 85% richtig.


Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
Jeder mit Hollywood verwandte Film, der zusätzlich eine besonders hohe Reputation genießt, wird mit noch größerer Vorsicht und stärkerer Vorverurteilung konsumiert

Jein. Kommt ganz drauf an. zu 45 % richtig.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
jeder nicht mit Hollywood verwandte Film, der weniger als 10 Bewertungen in der ofdb hat, ist nur kurz davor, mit "Meisterwerk" geadelt zu werden.

Nein. Falsch. Ich investiere eben vorwiegend in die Beschaffung seltener Filme, von denen ich mir etwas verspreche. Und ich bin schließlich nicht unfehlbar. An was für Mist man gelegentlich aufgrund falscher Vermutungen gerät...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
Und jeder mit Hollywood verwandte Film, der eine besonders niedrige Reputation erleidet, wird mit tendenziell gutmütigerer Haltung betrachtet.

Zu 20% richtig. Es nimmt einem Film schon einmal seinen Schrecken und seine populäre Fahne, wenn er beim Publikum durchfällt. Das hat oft triftige Gründe ("Van Helsing", "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen"  :kotz: :kotz: :kotz:), oft aber auch nicht. Dann war der Film einfach zu anspruchsvoll oder schräg. Falls du jedenfalls auf mein jüngstes Lob für "The Invasion" anspielst - dem bin ich mit der größtmöglichen negativen Voreingenommenheit entgegengegangen.


Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
2. Seltene Filme, die man in schicken Kopien auftreiben konnte, sind immer herausragend.

Blühender Blödsinn.  :scar: Dann hätte ich ja wer weiß wievielen Machwerken schon mehr als die gerade noch verdienten 4er oder 5er-Wertungen verleihen müssen.


Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
3. 70mm-Filme sind Meisterwerke.

:scar: :andy: Inwiefern die Qualität eines Films mit seinem Format zusammenhängt, will sich mir nicht so recht erschließen. Ich mochte "Ben Hur" und Kubrick übrigens schon vor Karlsruhe sehr, sehr gerne, auch in Pan & Scan und auf VHS.


Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
4. Verhoeven, Kubrick und Leone sind Humanisten. Peckinpah sowieso.

Resignierte Zyniker sind die besten Humanisten denn sie haben die bittere Wurzel des Asthma-Strauches schon gekaut, ohne ihre Zunge zu verlieren. Abgesehen davon würde es sicherlich Wunder wirken, sich neben den Filmen auch mit den Persönlichkeiten bestimmter Regisseure zu beschäftigen. Im Zweifel für den Angeklagten.


Zitat von: Mr. Vincent Vega am 22 Oktober 2007, 23:00:12
5. Mainstream ist zu 99% schlecht.

Zu 29 % falsch. Mainstream ist (heute !) zu ca. 70 % schlecht.  :icon_twisted:


:pidu: :algo: :dodo:


Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 20:56:48
Wobei: Wenn du schon unbedingt nachts in mein Zimmer steigen willst, fallen uns bestimt auch noch andere Sachen ein. :icon_twisted: :icon_mrgreen:

Sie alter Schmutzfink, Sie! Wünschen Sie eine Trachtprügel oder etwa gar hemmungslosen, sadomasochistischen Sex?  :eek: :icon_eek: :icon_lol: Ich muss mich entschuldigen, doch da beides nichts mit 70mm oder europäischem Autorenkino zu tun hat, muss ich dankend ablehnen.

Zitat von: Chili Palmer am 23 Oktober 2007, 04:07:19
Ich weiß auch nicht, weshalb ich mich in diesem Thread immer zu solch langen Postings veranlasst fühle... muss wohl die Aura des Hausherrn sein.  :icon_mrgreen:

Bedien' dich ruhig bei meiner Redseligkeit, vielleicht wird das noch ausstehende Monster-Posting dann doch zwei Seiten kürzer und um alle pseudointellektuellen Passagen erleichtert.  :king:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 23 Oktober 2007, 03:26:38
Und nicht zu vergessen: "frauenfeindlich". :icon_mrgreen:

Wie war das mit der Selbsterkenntnis?  ;) Na ja, vermutlich sind hier Hopfen und Malz, bzw. Bionade und 3D-Brillen verloren.


Leider muss ich Chili noch etwas länger hinhalten, aber der Schornstein soll schließlich am Rauchen bleiben und deswegen hat die zweiwöchige, strapaziöse Arbeit an der systematischen Destruktion eines alten Hauses momentan ungerechterweise Vorrang.

McKenzie lässt sich, bis zum Anschlag erfüllt von bleierner Müdigkeit, in seinem ultra-bequemen Drehstuhl zurücksinken und erschaudert bei dem Gedanken, das er sich am nächsten Morgen, ganz entgegen seiner zählebigen Bemühungen um linksintellektuelle Profilierung jenseits gängiger politischer, sexueller und cineastischer Klischees und seiner ausgeprägten Vorliebe für den Genuss von Filmen zu unchristlicher Stunde inklusive anschließendem Langschlaf, erneut für proletarische, physische Drecksarbeit erniedrigen und sein erhabenes, einem alten norddeutschen Adelsgeschlecht entstammendes, von fränkischer Griesgrämigkeit überschattetes Gesicht erneut durch Glasfaserstaub und ähnlich unerquickliche Substanzen ziehen muss, nur um in naher Zukunft seiner eigentlichen Berufung nachgehen zu können.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 24 Oktober 2007, 00:11:12
Zitat von: McKenzie am 13 Oktober 2007, 08:51:34
Aber wie auch immer, ich begrüße es das wenigstens einer sich nicht abwimmeln hat lassen! Mehr dazu vermutlich im Laufe des nächsten Wochenendes...

:icon_razz:

Zitat von: McKenzie am 20 Oktober 2007, 01:48:00
Ich hätte zwar gerade Zeit, auf all die schönen Punkte von dir und psychopaul einzugehen aber ich gestehe: Allein es mangelt mir an Motivation, erschlagen wie ich nach einer arbeitsreichen Woche bin. Aber es kommt, es kommt.

:icon_rolleyes:

Zitat von: McKenzie am 22 Oktober 2007, 05:28:22
und war daher nicht in der Lage, hier non-stop zu posten, so gern ich Chilis Sehnsüchten auch Rechnung getragen hätte.

:andy:

Zitat von: McKenzie am 23 Oktober 2007, 23:41:34
Leider muss ich Chili noch etwas länger hinhalten

:scar:




Im Ernst: Lass' dir Zeit. Aber wenn du schon ein monstermäßiges Monsterposting androhst, kannst du dir damit ja auch noch bis Halloween Zeit lassen. Würde doch auch gut zu deinem amerikanisiert-kommerziellem Wesen passen.  :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 24 Oktober 2007, 00:12:36
Zitat von: McKenzie am 23 Oktober 2007, 23:41:34
Resignierte Zyniker sind die besten Humanisten denn sie haben die bittere Wurzel des Asthma-Strauches schon gekaut, ohne ihre Zunge zu verlieren.

:icon_eek: :icon_eek:
Was für ein Satz, pass bloß auf, dass dir Godard den nicht noch klaut.  ;)

Zitat
McKenzie lässt sich, bis zum Anschlag erfüllt von bleierner Müdigkeit, in seinem ultra-bequemen Drehstuhl zurücksinken und erschaudert bei dem Gedanken, das er sich am nächsten Morgen, ganz entgegen seiner zählebigen Bemühungen um linksintellektuelle Profilierung jenseits gängiger politischer, sexueller und cineastischer Klischees und seiner ausgeprägten Vorliebe für den Genuss von Filmen zu unchristlicher Stunde inklusive anschließendem Langschlaf, erneut für proletarische, physische Drecksarbeit erniedrigen und sein erhabenes, einem alten norddeutschen Adelsgeschlecht entstammendes, von fränkischer Griesgrämigkeit überschattetes Gesicht erneut durch Glasfaserstaub und ähnlich unerquickliche Substanzen ziehen muss, nur um in naher Zukunft seiner eigentlichen Berufung nachgehen zu können.  :icon_mrgreen:


brav  :respekt:  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Da bis zur Verschriftlichung meiner Gedanken zu Rob Zombies "Halloween"-UMSETZUNG (Remake trifft nicht wirklich zu.) sicherlich noch einige Zeit vergehen wird (so schade es auch ist, ich sehe vor meinem geistigen Auge schon viele von durchschnittlichen Bewertungen eingeleitete Texte in der OFDb vor mir, deren Autoren den Film und den Ansatz Zombies nicht im mindesten verstanden haben  :icon_twisted:) nur schnell einige Notizen.

Der Film ist sehr, sehr gut.  :icon_eek:
Der Film ist der beste Film zum Thema Michael Myers seit John Carpenters Original.  :icon_eek: :icon_eek:
Der Film ist eigentlich sehr ehrlich, bitterernst - und vielschichtig.  :eek:
Der Film ist ein Rundumschlag mit dem Holzhammer und extrem plakativ in seinen psychologischen Ausführungen.
Der Film wurde leider ganz offensichtlich von raffgierigen Produzenten von 2,30 auf 1,50 Stunden gekürzt.  :anime:
Der Film ist an Suspense und Gänsehaut nur sekundär interessiert.  :love:
Der Film ist zu 65 % Rob Zombie mit allem was dazugehört.  :love: :love:
Der Film demonstriert, das nicht "psychedelische Freakshows" das Markenzeichen von Rob Zombie sind.  :idea:
Der Film ist in der zweiten Hälfte (Produzenteneingriff?) VIEL zu schnell geschnitten und über Gebühr wackelig gefilmt.  :kotz:
Der Film ist kein Remake sondern ein eigenständiges Werk das lediglich bestimmte Handlungsfetzen verwendet.  :respekt:
Der Film hätte gerne etwas blutrünstiger ausfallen dürfen - manche Autorenfilme brauchen Splatter.  :icon_mrgreen:
Der Film ist zu hastig (Produzenteneingriff).
Der Film ist zu mainstreamig.  :andy:
Der Film trägt durch die besch...eidene deutsche Synchro einige böse Schäden davon.  :kotz:
Der Film ist weder das, was Mr. Hankey, noch was Mr. Vincent Vega in ihm sehen.  :king:
Der Film wurde von Stefan Höltgen als bester Halloween-Film seit dem Original beschrieben. Zum 2. Mal: Stefan Höltgen hat recht.  :icon_eek:
Der Film ist ein Muss.  :exclaim:
Der Film hat sich 9/10, alternativ 22/25 mühelos verdient.  :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:
Der Film sollte schnellstmöglich im 2,5stündigen Director's cut erscheinen.

:icon_eek: :00000109: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 27 Oktober 2007, 12:28:30
Ui, bin verzückt sowas zu hören! :D Komme heute Abend endlich dazu ihn mir anzusehen, und nach Mr.VV und Hankeys Meinungen hatte ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben. Mal sehen was mich dann so erwartet ;).
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 27 Oktober 2007, 14:32:01
Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film wurde leider ganz offensichtlich von raffgierigen Produzenten von 2,5 auf 1,25 Stunden gekürzt. 

Lief der bei dier nur in der 75 Minuten Fassung? Klar, daß er Dir da verstümmelt vorkam, der Film geht eigentlich 1,82 Stunden ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist sehr, sehr gut.  :icon_eek:

Nein.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist der beste Film zum Thema Michael Myers seit John Carpenters Original.  :icon_eek: :icon_eek:

Nein.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist eigentlich sehr ehrlich, bitterernst - und vielschichtig.  :eek:

Wäre er gern.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film wurde leider ganz offensichtlich von raffgierigen Produzenten von 2,5 auf 1,25 Stunden gekürzt.  :anime:

Auch falsch. Lediglich 4-5 Szenen wurden nachgedreht und verändert, im Prinzip entspricht die Kinofassung der Vision Zombies, nicht der Weinsteins.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist an Suspense und Gänsehaut nur sekundär interessiert.  :love:

Ja.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist zu 65 % Rob Zombie mit allem was dazugehört.  :love: :love:

Aha.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film demonstriert, das nicht "psychedelische Freakshows" das Markenzeichen von Rob Zombie sind.  :idea:

Nice Try. Bei dir muss man ja richtig aufpassen, was man irgendwo mal irgendwann im Forum geschrieben hat.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist in der zweiten Hälfte (Produzenteneingriff?) VIEL zu schnell geschnitten und über Gebühr wackelig gefilmt.  :kotz:

Nein, kein Produzenteneingriff. :exclaim:

Den Film sich mithilfe einer paranoiden Vision von bösen Hollywood-Produzenten, die Zombies humanistisches Meisterwerk, das keiner verstanden hat (vorhergesehenes Zitat aus deinem Review), beschnitten haben, schönzureden, ist auch keine Lösung.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist kein Remake sondern ein eigenständiges Werk das lediglich bestimmte Handlungsfetzen verwendet.  :respekt:

Jein. Eine Neuinterpretation in jedem Fall, die aber immer wieder in Remake-Muster verfällt.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film hätte gerne etwas blutrünstiger ausfallen dürfen - manche Autorenfilme brauchen Splatter.  :icon_mrgreen:

Carpenters Film war ja auch ziemlich gory.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist zu hastig (Produzenteneingriff).

Hast du nachts Alpträume?

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist zu mainstreamig.  :andy:

Selbstverständlich.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film trägt durch die besch...eidene deutsche Synchro einige böse Schäden davon.  :kotz:

Selbst schuld.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist weder das, was Mr. Hankey, noch was Mr. Vincent Vega in ihm sehen.  :king:

Nein, er ist natürlich nur das, was übereifrige Jungspund-Cineasten in ihm sehen. :icon_twisted: :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film wurde von Stefan Höltgen als bester Halloween-Film seit dem Original beschrieben. Zum 2. Mal: Stefan Höltgen hat recht.  :icon_eek:

Auch die Höltgens und Seeßlens dieser Welt sind fehlbar.

PS: In der Berliner Zeitung war auch eine grandiose Fürsprechung zu lesen, diese hatte allerdings sehr überzeugende Gedankengänge zu bieten (die ich nicht nachvollziehen konnte, die aber sehr überlegt waren) - ich bin gespannt, ob dir da auch was originelles einfällt (im Gegensatz zu diesem Posting).

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film ist ein Muss.  :exclaim:

Hach, diese Jugend von heute.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film hat sich 9/10, alternativ 22/25 mühelos verdient.  :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Immer diese zwanghaften Wertungstabellenraster, bist du Leonard Maltin oder Roger Ebert? Hast du solchen Kindergarten nötig? ;)

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
Der Film sollte schnellstmöglich im 2,5stündigen Director's cut erscheinen.

Viel Spaß beim Warten. :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11
:icon_eek: :00000109: :icon_mrgreen:

Schonmal mit Bettruhe probiert?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 27 Oktober 2007, 16:39:43
Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 05:39:11

Der Film ist zu 65 % Rob Zombie mit allem was dazugehört.  :love: :love:


Das find ich auch toll.  :icon_lol:  ;)

Übrigens, bin gestern eher zufällig auf so einen Podcast von Höltgen zu dem Film gestoßen, aber mir persönlich ist das alles zu viel nerdiges Geschwafel  :icon_mrgreen:  ;) über einen Film aus einem Genre, das mich nur peripher tangiert und das allzu tiefgründige Analysen durch seine interne Ausgelutschtheit immergleicher Genremuster und Merkmale, die dann leicht varriert werden und als Hommage, Remix, postmoderne Neuauflage, gar Persiflage der Vorgänger und Klassiker analysiert und damit trotz ihrer eigentlichen Einfallslosigkeit und Repetition "gerechtfertigt" werden, obwohl es ja in mindestens 80% der Fällen eh immer der gleiche eintönige Schocker-Schmafu ist, generell eher verzichtbar macht..

aber soll kein Miesmachen einer ausführlichen Beschäftigung mit derlei Filmen sein, ich kann nur selber nicht allzuviel damit anfangen und finde solche Genrefilme als den uninteressantesten Part der Filmwelt, das musste ich grad mal loswerden.  :icon_smile:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
@ Mr. Vincent Vega:

Das war ja zu erwarten.  :icon_mrgreen: Nein, der Film ist kein missverstandenes, humanistisches Meisterwerk (ja, ich schrieb "sehr, sehr gut" - aber das ist noch nicht gleichzusetzen mit "Meisterwerk"). Ich hatte mich mit den Zeitangaben im Müdigkeitstaumel vertippt (von 160 auf 109 Minuten  :icon_lol:) und auch lediglich beschrieben, wie ich es empfunden habe und m. E. ist da jede Menge "gestrafft" worden. Denn die Inszenierung der ersten 3/5 will sich nicht wirklich an diejenige und die Montage der letzten 2/5 anfügen.

Vielschichtig ist auch nicht gleichzusetzen mit komplex (das ist er wirklich nicht), sondern eher mit einem Wechsel der Perspektiven und der moralischen Wertung (die in meinen Augen durchaus vorhanden ist).
Was die psychedelischen Freakshows angeht: Ich habe das benutzt, da offensichtlich die meisten anderen OFDb-User das ebenfalls für ein Charakteristikum Zombies halten - nicht um dich hier zu diffamieren  ;). Verglichen mit "House of 1000 Corpses" und "The Devil's rejects" finde ich die Entwicklung Zombies, die sich in "Halloween" abzeichnet durchaus konsequent - sie fügt sich beinahe nahtlos an den Vorgqänger an, verkneift sich nur einige (charmante, aber nicht unbedingt notwendige) Kinkerlitzchen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Auch falsch. Lediglich 4-5 Szenen wurden nachgedreht und verändert

Schlimm genug...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Den Film sich mithilfe einer paranoiden Vision von bösen Hollywood-Produzenten, die Zombies humanistisches Meisterwerk, das keiner verstanden hat (vorhergesehenes Zitat aus deinem Review), beschnitten haben, schönzureden, ist auch keine Lösung.

Ich rede mir hier nichts schön, als Verehrer von Carpenters Original und Freund von Zombies vorangegangenen beiden Filmen wäre es mir ein leichtes gewesen, den Film abzustoßen. Es gibt nur wenige Filme (Godard, Bay) die sich nur in eine Richtung rezipieren lassen und nur weil dir meine Rezeption von "Halloween" einigermaßen schwachsinnig erscheint (auch wenn ich es nicht vernünftig begründet habe!) solltest du nicht gleich "Ja, McKenzie, schon gut, spiel weiter in deiner Ecke" zwischen die Zeilen schreiben.  Respektieren wir uns hier nicht alle? Ich könnte dein Review auch sofort als ignorant in den Boden stampfen, werde ich aber nicht - da ich deinen Standpunkt durchaus nachvollziehen kann. :icon_rolleyes:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Jein. Eine Neuinterpretation in jedem Fall, die aber immer wieder in Remake-Muster verfällt.

Ich denke dass das hier ein bewusstes und oft auch ironisches Spiel mit dem Bekannten und keine Verlegenheitslösung ist. Das interessante ist ja gerade, wie die Handlungen um Laurie Strode zum Nebenstrang der Handlung verkommen - und somit im Film den Stellenwert beigemessen bekommen, den die Morde in Haddonfield für ihren Täter, Mi chael, haben. Sie sind nur eine Station.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Carpenters Film war ja auch ziemlich gory.

Carpenter hat sich aber auch etwas ganz anderes (komplizierteres) vorgenommen. In seinem Film wären saftige Matschigkeiten eine Katastrophe weil sie den Absichten seines Regisseurs nicht zuträglich gewesen wären. Es geht im originalen Halloween nicht primär um Gewalt (zumindest imo).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Hast du nachts Alpträume?

Nein, ich schlafe meist ausgezeichnet, danke der Nachfrage. Zum letzten Mal wegen eines Film habe ich übrigens mit 14 Jahren nach "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" schlecht geträumt.  :icon_lol:

Seltsam. Ich fühle mich wirklich spöttisch belächelt. Aber das war sicherlich nicht deine Absicht...

Hach, schade das wir das hier nicht wirklich diskutieren können, vielleicht sieht sich Bretzelburger den Film bald an und steigt dann hier mit ein.  :respekt: Allerdings kann ich niemandem empfehlen, den Film auf deutsch anzusehen, die Qualität der Synchro reicht von unterstem Porno-Niveau bis zu "gerade noch annehmbar". Und leider lebe ich nicht in Berlin wie manche User hier und habe daher kein OV-Kino in der Nähe, das den Film zeigt.  :bawling:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Nein, er ist natürlich nur das, was übereifrige Jungspund-Cineasten in ihm sehen. :icon_twisted: :icon_mrgreen:

:pidu:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Auch die Höltgens und Seeßlens dieser Welt sind fehlbar.

Are you sure???!!!  :icon_eek: :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
PS: In der Berliner Zeitung war auch eine grandiose Fürsprechung zu lesen, diese hatte allerdings sehr überzeugende Gedankengänge zu bieten (die ich nicht nachvollziehen konnte, die aber sehr überlegt waren) - ich bin gespannt, ob dir da auch was originelles einfällt (im Gegensatz zu diesem Posting).

Ich wollte gar nichts originelles schreiben. Mein Review wird dann vielleicht etwas mehr Licht in die Sache bringen, das hier war nur ein Wink mit dem Zaunpfahl: "Lasst euch nicht einschüchtern von den negativen Kritiken!". Sei dir sicher, ich habe mir gut überlegt, ob ich den Film ernstnehme oder nicht - und schon die ersten 10 Minuten haben mich davon überzeugt. Und dass das gesamte Drama um Michael Myers mit dem Holzhammer ankommt, war imo zu erwarten und passt hier aber ausgezeichnet.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Immer diese zwanghaften Wertungstabellenraster, bist du Leonard Maltin oder Roger Ebert? Hast du solchen Kindergarten nötig? ;)

Jein. Da ich den Film auf jeden Fall in der OFDb bewerte ist mir allerdings daran gelegen, das noch etwas zu differenzieren. Ein Film mit 9 OFDb-Punkten kann zwischen 21 und 24 Punkten liegen, ein Film mit 8 Punkten zwischen 19 und 21. Dieses System hat imo einiges für sich und die Idee basiert auf eben jener meinigen Geringschätzigkeit gegenüber Punktbewertungen.

Zitat von: Vinyard Vaughn am 27 Oktober 2007, 12:28:30
Ui, bin verzückt sowas zu hören! :D Komme heute Abend endlich dazu ihn mir anzusehen, und nach Mr.VV und Hankeys Meinungen hatte ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben. Mal sehen was mich dann so erwartet ;).

Zögere nicht, dich hier zu beteiligen!  :D Du siehst ja - die Diskussion läuft etwas schleppend.  :icon_mrgreen:

@ Bettwurst:

Nanu? Ich bin enttäuscht von dir!  :bawling: :icon_mrgreen: Gerade der Horrorfilm (wenn man diese lästige Isolierung von Genres wirklich vornehmen muss) hat in der Filmgeschichte zahlreiche Regisseure zu den größten Leistungen angetrieben. Warte nur bis ich nach Wien komme, dann gibt es eine ausführliche Einführung in die wunderbare Welt des anspruchsvollen Horrorfilms.  :icon_twisted: (Mr. Vincent Vega versucht vermutlich, sich die mögliche Filmauswahl für diese Einführung vorzustellen und verdreht die Augen)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
@ Mr. Vincent Vega:

Das war ja zu erwarten.  :icon_mrgreen:

Dito. :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Nein, der Film ist kein missverstandenes, humanistisches Meisterwerk (ja, ich schrieb "sehr, sehr gut" - aber das ist noch nicht gleichzusetzen mit "Meisterwerk"). Ich hatte mich mit den Zeitangaben im Müdigkeitstaumel vertippt (von 160 auf 109 Minuten  :icon_lol:) und auch lediglich beschrieben, wie ich es empfunden habe und m. E. ist da jede Menge "gestrafft" worden. Denn die Inszenierung der ersten 3/5 will sich nicht wirklich an diejenige und die Montage der letzten 2/5 anfügen.

Exakt. Und das aber ist allein Zombies gänzlich unüberlegtem - nein, so will ich es auch nicht sagen - besser: seinem nicht bis zu Ende gedachtem Konzept zuzuschreiben, nicht der Hand der Weinsteins. Die rangehängte zweite Hälfte ist ein schlechter Witz, nichts anderes. Bis dahin war ich auch gern bereit Zombie zu folgen (wenngleich ich nach wie vor finde, dass er den Mythos mit Füßen tritt, und zwar nicht im grob gewollten, sondern einfach schlechten Sinne), aber wenn er dann anfängt, das Original abzufilmen, ist es aus mit der Gunst.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Vielschichtig ist auch nicht gleichzusetzen mit komplex (das ist er wirklich nicht), sondern eher mit einem Wechsel der Perspektiven und der moralischen Wertung (die in meinen Augen durchaus vorhanden ist).
Was die psychedelischen Freakshows angeht: Ich habe das benutzt, da offensichtlich die meisten anderen OFDb-User das ebenfalls für ein Charakteristikum Zombies halten - nicht um dich hier zu diffamieren  ;). Verglichen mit "House of 1000 Corpses" und "The Devil's rejects" finde ich die Entwicklung Zombies, die sich in "Halloween" abzeichnet durchaus konsequent - sie fügt sich beinahe nahtlos an den Vorgqänger an, verkneift sich nur einige (charmante, aber nicht unbedingt notwendige) Kinkerlitzchen.

Wen interessieren die anderen ofdb-user? Willst du gegen den Strom schwimmen? Dich emanzipieren von irgendetwas?

Ansonsten: Die psychedelische Ausgelassenheit, die rüde Inszenierungsfreude, das handwerklich hanebüchene Spiel mit Stilen und Technik der beiden großartigen Zombie-Filme können nicht von der Hand gewiesen werden - diese Filme sind Freakshows!

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Ich rede mir hier nichts schön, als Verehrer von Carpenters Original und Freund von Zombies vorangegangenen beiden Filmen wäre es mir ein leichtes gewesen, den Film abzustoßen. Es gibt nur wenige Filme (Godard, Bay) die sich nur in eine Richtung rezipieren lassen und nur weil dir meine Rezeption von "Halloween" einigermaßen schwachsinnig erscheint (auch wenn ich es nicht vernünftig begründet habe!) solltest du nicht gleich "Ja, McKenzie, schon gut, spiel weiter in deiner Ecke" zwischen die Zeilen schreiben.

Ist doch alles nur Spaß. Love, Peace und Revolution für alle.

Btw: Lassen sich Bay- und Godard-Filme wirklich nur in eine Richtung rezipieren? Ich würde das bezweifeln.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Respektieren wir uns hier nicht alle? Ich könnte dein Review auch sofort als ignorant in den Boden stampfen, werde ich aber nicht - da ich deinen Standpunkt durchaus nachvollziehen kann. :icon_rolleyes:

Wenn du das könntest, so bitte ich darum. Denn auch wenn du es nachvollziehen kannst, so interessiert mich natürlich, wie man es (theoretisch) "in den Boden stampfen" könnte.

Im Übrigen kannst du das gern tun, als ausgewiesener Sadomasochist stehe ich darauf, wenn man meine Reviews zerfetzt. :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Ich denke dass das hier ein bewusstes und oft auch ironisches Spiel mit dem Bekannten und keine Verlegenheitslösung ist. Das interessante ist ja gerade, wie die Handlungen um Laurie Strode zum Nebenstrang der Handlung verkommen - und somit im Film den Stellenwert beigemessen bekommen, den die Morde in Haddonfield für ihren Täter, Mi chael, haben. Sie sind nur eine Station.

Wäre dem wirklich so, hätte Zombie aber den Fokus ganz anders setzen müssen. Denn der Film verlässt mit Beginn der Haddonfield-Hälfte die Sicht auf Michael Myers, der erst im Mittelpunkt steht, und dann zum am Wegesrand vorbeihuschenden Killer verkommt, während ganz plötzlich nicht mehr seine, sondern Laurie Strodes Geschichte erzählt wird. Da sich der Film ganz plötzlich auf ihre Sicht der Dinge konzentriert und sie in den Mittelpunkt rückt, widerspricht das deiner These, der Haddonfield-Part sei deshalb so kurz und fremdartig, weil er nur eine Station Michaels darstelle.

Nein, nein, hier wollte Zombie einfach zwei in einem: Prequel und Remake, und beides lässt sich überhaupt nicht vereinbaren. Indem der Film ab der zweiten Hälfte aufhört, die Michael Myers-Geschichte zu erzählen, sondern uns lauter uninteressante Teens inkl. deren Familien um die Ohren haut, hat er verloren. Auf ganzer Linie.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Carpenter hat sich aber auch etwas ganz anderes (komplizierteres) vorgenommen. In seinem Film wären saftige Matschigkeiten eine Katastrophe weil sie den Absichten seines Regisseurs nicht zuträglich gewesen wären. Es geht im originalen Halloween nicht primär um Gewalt (zumindest imo).

Richtig. Allerdings hat Carpenter seine Divise, das Grauen käme immer von innen und finde auch dort statt, mit "The Thing" verraten. Abgesehen davon, dass ich den Mann nicht gerade für einen Intellektuellen halte (aber einen großartigen Regisseur).

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Seltsam. Ich fühle mich wirklich spöttisch belächelt. Aber das war sicherlich nicht deine Absicht...

...richtig, war es nicht.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Hach, schade das wir das hier nicht wirklich diskutieren können

Aha. Schade, habe ich mir umsonst die Finger wund getippt.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
Und leider lebe ich nicht in Berlin wie manche User hier und habe daher kein OV-Kino in der Nähe, das den Film zeigt.  :bawling:

Nochmal schade.

Zitat von: McKenzie am 27 Oktober 2007, 17:05:23
(Mr. Vincent Vega versucht vermutlich, sich die mögliche Filmauswahl für diese Einführung vorzustellen und verdreht die Augen)

So in etwa. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 27 Oktober 2007, 18:06:34
ZitatNanu? Ich bin enttäuscht von dir!

Brauchst du nicht sein  ;) denn


ZitatGerade der Horrorfilm (wenn man diese lästige Isolierung von Genres wirklich vornehmen muss) hat in der Filmgeschichte zahlreiche Regisseure zu den größten Leistungen angetrieben.

das würde ich auch nie bestreiten.  ;)
NUR ist meines Erachtens diese Phase großteils ganz einfach vorbei und Remakes, die NICHT innovativ sind und nur Muster wiederkäuen halte ich eines intellektuellen Diskurses  ;) gar nicht oder kaum würdig. That's all.


Zitatdann gibt es eine ausführliche Einführung in die wunderbare Welt des anspruchsvollen Horrorfilms.

Ich habe auch nie behauptet, dass Romero, Argento, Carpenter, etc. vielleicht auch Fulci, den ich nicht beurteilen kann, keine anspruchsvollen und tieferschürfenden Horrorfilme gedreht haben. Ich mag auch viele solcher Filme sehr gerne, aber nur, wenn eine eigene, kreative, spezielle, subversive Note (und eben mehr als nur eine "Abhandlung" eines Originals) dabei ist. Oder wenn der Film ganz einfach fuckin scary ist (wie etwa The Descent z.b.). Das scheint mir bei Halloween, nach all dem was ich bis jetzt gelesen und gehört habe nicht unbedingt der Fall zu sein, dein positiver Eindruck in aller verdienten Ehren.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 27 Oktober 2007, 18:35:40
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 14:49:44
Auch die Höltgens und Seeßlens dieser Welt sind fehlbar.

Nur du zum Glück nicht.  :icon_twisted:  ;)


Habe die Diskussion hier mal still mitvervolgt und freue mich über die positive Aufnahme des Films seitens McKenzie :respekt:.
Würde mich auf über eine Kritik freuen denn allgemein kann der Film noch unterstützende Worte gebrauchen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 18:38:53
Zitat von: COPFKILLER am 27 Oktober 2007, 18:35:40
Nur du zum Glück nicht.  :icon_twisted:  ;)

Aber aber, wo denken wir denn dahin? Selbstverständlich bin auch ich, und zwar im ganzen Maße, mit allem drum und dran, vollständig und ohne jeden Zweifel nicht fehlbar.

:icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 27 Oktober 2007, 19:45:39

Da der Herr jetzt so gekonnt mit Zahlen hantiert, beantrage ich eine sofortige Umbenennung in "McKinsey".  :icon_twisted:

Und ich möchte noch einmal, sollte dies in Bretzels Thread nicht nachdrücklich genug rübergekommen sein, darauf hinweisen, dass ich gerne eine Stellungnahme zu dem von mir nur zu 50 Prozent durchschauten "300" hätte.
"In deinem Review habe ich diesen und jenen Aspekt vermisst" ist nämlich etwas anderes als "du hast den nur zur Hälfte kapiert".

:anime:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 02:36:10
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Dito. :icon_mrgreen:

Du hattest erwartet, das ich mehr in dem Film sehen würde als deiner Meinung nach vorhanden ist? Oder das ich so zurückposten würde?  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Exakt. Und das aber ist allein Zombies gänzlich unüberlegtem - nein, so will ich es auch nicht sagen - besser: seinem nicht bis zu Ende gedachtem Konzept zuzuschreiben, nicht der Hand der Weinsteins.

Nun, ich hatte nun einmal das Gefühl das der Film in seiner ursprünglichen Fassung länger war. Aber jeder kann sich irren...
Im übrigen hast du recht, demnach war Zombies Drehbuchkonstrukt nicht sehr glücklich, auch wenn ich das Final weniger als schlechten Witz denn als beinahe gescheiterten Versuch ansehe - wie schon angedeutet - die Perspektive auf den Plot um Laurie Strode zu verschieben. Das die letzte halbe Stunde ein wirkliche effizienter und durchaus suggestiv inszenierter Terrortrip ist, lässt sich imo nicht von der Hand weisen - nur ziehe ich da denn doch Carpenters dramaturgisch und filmisch genialere Version vor.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Wen interessieren die anderen ofdb-user? Willst du gegen den Strom schwimmen? Dich emanzipieren von irgendetwas?

:scar:

Die Meinung der anderen OFDb-User ist mir in dieser (wie auch in vieler anderer) Hinsicht sch..ßegal. Wenn ich mich profilieren wollte, hätte ich heute morgen - ungeachtet meiner Müdigkeit, das war noch selten ein Hindernis - augenblicklich in die Tasten gegriffen, um allen zu zeigen, wie anders und ungewöhnlich meine Interpretation des Films ist. Wir sind doch hier nicht bei einer Pfadfinder-Gruppe im Durchschnittsalter von 14 Jahren!  ;)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Ansonsten: Die psychedelische Ausgelassenheit, die rüde Inszenierungsfreude, das handwerklich hanebüchene Spiel mit Stilen und Technik der beiden großartigen Zombie-Filme können nicht von der Hand gewiesen werden - diese Filme sind Freakshows!

Habe ich etwas gegensätzliches behauptet? Ich schrieb lediglich, das ein Rob Zombie-Film keine psychedelische Freakshow sein muss, um als Rob Zombie-Film identifiziert werden zu können. Du hast seinen Stil gerade eben beschrieben - Ausgelassenheit, rüde Inszenierungsfreude (die auch in "Halloween" ihren Platz findet, auch wenn es hier etwas subtiler und gemäßigter zur Sache geht), handwerklich hanebüchenes Spiel mit Stilen und Technik - das alles hat "Halloween" doch auch - und das nicht mal zu knapp. Muss Rob Zombie denn bis in alle Ewigkeit ein archaischer und bubenhafter Filmemacher bleiben?

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Ist doch alles nur Spaß. Love, Peace und Revolution für alle.

:respekt: :andy:  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Btw: Lassen sich Bay- und Godard-Filme wirklich nur in eine Richtung rezipieren? Ich würde das bezweifeln.

Weitgehend. Allzuviel Spielraum hat man als Zuschauer bei den beiden nicht. Allerdings ertappe ich mich gerade selbst bei meiner eigenen Vorschnelle  :icon_redface: - so lassen sich z. B. "Bad Boys 2", "Armageddon" und "Pearl Harbour" in zwei Richtungen rezipieren und einige von Godards frühen Essay- und Spielfilmen sogar in mehrere. Trotzdem - beide Regisseure drehen Filme, deren Sprache oder zumindest Absicht, bzw. Attitüde relativ unmissverständlich sind.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Wenn du das könntest, so bitte ich darum. Denn auch wenn du es nachvollziehen kannst, so interessiert mich natürlich, wie man es (theoretisch) "in den Boden stampfen" könnte.

Dir ist klar, das ich dein Review nicht formal zerreißen würde sondern aufgrund deiner - in meinen Augen - etwas unglücklichen Ausgangslage die zu einer weitgehenden Fehlinterpretation des Films geführt hat? Daher halte ich das nicht für fruchtbar, wir diskutieren das hier gerade schon (wie schön, das du dich mal aus deiner Höhle aufgerafft hast!  :respekt:) und das reicht imo vollkommen aus. Schade und peinlich eigentlich - denn mein Gegenentwurf wird im schlimmsten Fall erst zur DVD-VÖ folgen. Ich stehe also ohne Degen im Duell wehrlos da, NOCH besteht die Möglichkeit, mich aufzuspießen.  :icon_lol:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Im Übrigen kannst du das gern tun, als ausgewiesener Sadomasochist stehe ich darauf, wenn man meine Reviews zerfetzt. :icon_mrgreen:

Du willst doch nur eine Provokation provozieren, um polemisch zurückzuprovozieren. :LOL:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Wäre dem wirklich so, hätte Zombie aber den Fokus ganz anders setzen müssen. Denn der Film verlässt mit Beginn der Haddonfield-Hälfte die Sicht auf Michael Myers, der erst im Mittelpunkt steht, und dann zum am Wegesrand vorbeihuschenden Killer verkommt, während ganz plötzlich nicht mehr seine, sondern Laurie Strodes Geschichte erzählt wird.

Finde ich nicht, es hat schon seinen Grund, das bestimmte Szene wie beispielsweise die Sequenz, in der Laurie (die für den Zuschauer ja ein lebloses Skelett bleibt - sicherlich absichtlich) den Schlüssel vor dem Myers-Haus ablegt oder der Mord an Lindas Freund plötzlich unmittelbarer mit der Verkleidung in Zusammenhang gebracht wird, bei Michael einsetzen. Und natürlich sein plötzlicher Anfall von Sympathie für seine Schwester - für manche vermutlich ultra-trashig, für mich ein brillanter Moment. Vor allem weil Laurie die Situation quasi ausnutzt. Im Original beispielsweise hatte sie Michael schon vorher die Stricknadel in den Hals gerammt, hier ist es ihre erste Geste des "Aufbegehrens". Aber ich will nicht schon mein gesamtes Pulver vor dem Review verschießen. Mehr dazu coming soon (hopefully...  :andy:).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Da sich der Film ganz plötzlich auf ihre Sicht der Dinge konzentriert und sie in den Mittelpunkt rückt, widerspricht das deiner These, der Haddonfield-Part sei deshalb so kurz und fremdartig, weil er nur eine Station Michaels darstelle.

Wie gesagt (Wiederholungen sind ein rhetorisches Mittel  :icon_lol:) - wiederspricht meiner These überhaupt nicht, weil nie ihre Perspektive eingenommen wird. Wenn du mich fragst, zumindest.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Nein, nein, hier wollte Zombie einfach zwei in einem: Prequel und Remake, und beides lässt sich überhaupt nicht vereinbaren.

Stimmt. Gottseidank hat er ja auch weder das eine, noch das andere sondern seine ganz eigene Umsetzung des Motivs (nicht der Geschichte oder des "Mythos" - by the way, welcher Mythos?!) gedreht.   :icon_cool:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Indem der Film ab der zweiten Hälfte aufhört, die Michael Myers-Geschichte zu erzählen, sondern uns lauter uninteressante Teens inkl. deren Familien um die Ohren haut, hat er verloren. Auf ganzer Linie.

Er hört doch nie damit auf.  :00000109: Auch in der ersten Hälfte löst sich die Erzählung einige Male von der Figur des Michael - und es mag schon sein, das Zombie nicht die Eier hatte, auch in den beiden letzten 5teln zu 100 % bei Michael zu bleiben (das wäre ja schon beinahe eine Transgression gewesen  :icon_lol:), allerdings finde ich seinen Ansatz und dessen Durchführung auch in dieser Version schon äußerst anerkennenswert. Und die Teens und die Familien - mein Gott, da sind wir wieder bei der Ironie des Ganzen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Richtig. Allerdings hat Carpenter seine Divise, das Grauen käme immer von innen und finde auch dort statt, mit "The Thing" verraten.

Kaum das er in Hollywood angekommen war, richtig.  :icon_twisted: Trotzdem kann ich dir nicht ganz folgen - "The Thing" folgt dieser Linie doch 1A? (Keine Paralleldiskussion bitte, das vertagen wir bitte zumal dieser Film etwas länger zurückliegt bei mir - nicht gerade mein Lieblings-Carpenter. Die Splatter-Szenen in "The Thing" finde ich im übrigen auch nicht besonders wichtig wenngleich sie auch zum besten gehören, was Hollywood je an Gore geliefert hat  :icon_mrgreen:).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
...richtig, war es nicht.

"Polemik is swingin' in the air"

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 17:37:30
Aha. Schade, habe ich mir umsonst die Finger wund getippt.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und richtet seine Erwartungshaltung auch unbewusst stets nach Erfahrungswerten aus, das wissen wir doch.  ;)

Danke für dein konstruktives Posting, sowas wünsche ich mir in Zu (Van Sant) kun(Leone)ft(Kubrick)  :algo: öfter von dir.  :icon_razz:

Warum will ich immer auf euch alle eingehen? Es kostet mich noch den Verstand.  :icon_eek:

Zitat von: Bettwurst am 27 Oktober 2007, 18:06:34
das würde ich auch nie bestreiten.  ;)

Dann ist ja gut.  :icon_cool:

Zitat von: Bettwurst am 27 Oktober 2007, 18:06:34
NUR ist meines Erachtens diese Phase großteils ganz einfach vorbei und Remakes, die NICHT innovativ sind und nur Muster wiederkäuen halte ich eines intellektuellen Diskurses  ;) gar nicht oder kaum würdig. That's all.

Ja, die guten Zeiten im Genre sind eindeutig vorbei. Allerdings funkeln immer noch zahlreiche Juwelen auf, Jahr für Jahr (sind meist die Filme, bei denen in der OFDb von Zehn Wertungen eine 9, eine 8, vier 7, zwei 5 und zwei 3 sind  :icon_rolleyes:). ZombieRobs "Halloween" ist übrigens nicht wirklich ein Remake (Lass dich nicht so von Mr. Vincent Vega verunsichern!).  :king:
Andererseits: Es wird wohl nur wenige Kenner des Originals geben, die Zombies  :exclaim: UMSETZUNG  :exclaim: so sehr lieben werden wie ich.  :icon_redface:

Zitat von: COPFKILLER am 27 Oktober 2007, 18:35:40
Würde mich auf über eine Kritik freuen denn allgemein kann der Film noch unterstützende Worte gebrauchen.

Hätte nicht gedacht, das du recht hattest mit deiner Besprechung.  :icon_mrgreen: Ja, der Film wird verdientermaßen mit Sicherheit noch besprochen (wie "Something about Mary" auch - die Idee ist immer noch schmackhaft, der Wille, die DVD der Originalfassung zuliebe zu kaufen oder besagte OV herunterzuladen weniger  :icon_redface:)

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 27 Oktober 2007, 18:38:53
Aber aber, wo denken wir denn dahin? Selbstverständlich bin auch ich, und zwar im ganzen Maße, mit allem drum und dran, vollständig und ohne jeden Zweifel nicht fehlbar.

:icon_mrgreen:

Mr. Haaaaaankey, wo bist du?  :algo:

Zitat von: Chili Palmer am 27 Oktober 2007, 19:45:39
Da der Herr jetzt so gekonnt mit Zahlen hantiert, beantrage ich eine sofortige Umbenennung in "McKinsey".  :icon_twisted:

Nanu? War ich vor einigem Monaten nicht noch Domian?  :00000109:  Ganz im Ernst: Ich überlege ernsthaft, jeden Monat die jeweilige Liste von Filmen zu posten inklusive der 25er-Wertungen - damit mich endlich jemand versteht.  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 27 Oktober 2007, 19:45:39
Und ich möchte noch einmal, sollte dies in Bretzels Thread nicht nachdrücklich genug rübergekommen sein, darauf hinweisen, dass ich gerne eine Stellungnahme zu dem von mir nur zu 50 Prozent durchschauten "300" hätte.
"In deinem Review habe ich diesen und jenen Aspekt vermisst" ist nämlich etwas anderes als "du hast den nur zur Hälfte kapiert".

:anime:

Du, des wohr gar ned so gmeint;-) Eigentlich wollte ich damit nur ausdrücken, das du die Substanzlosigkeit des Films begriffen, seine ideologisch-politische Hässlichkeit aber unterdrückt hast.  :king:

Müde bin ich, geh zur Ruh'.   :scar:

(Lügner, in Wirklichkeit liegen da noch einige verführerische, obskure und zu besprechende Filme neben dir  :nono:)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 28 Oktober 2007, 03:27:04
Gute Nacht!  :icon_eek: :icon_mrgreen:


Wenn du mal wieder auf bist, würde ich als Nichtrezipient gerne wissen, in was für 2 Richtungen man einen meiner absoluten Hassfilme Pearl Harbor denn rezipieren kann?  :icon_smile:

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 03:33:18
Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 03:27:04
Gute Nacht!  :icon_mrgreen:

NOCH nicht. Ich hatte die Zeitumstellung ja ganz vergessen!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 03:27:04
Wenn du mal wieder auf bist, würde ich als Nichtrezipient gerne wissen, in was für 2 Richtungen man einen meiner absoluten Hassfilme Pearl Harbor denn rezipieren kann?  :icon_smile:

Keine Panik, "Pearl Harbour" hat einen kühlen Platz auch in meinen Worst 25. Und er lässt sich durchaus in zwei Richtungen rezipieren: Ideologische Scheiße (Oh Amerika, ich liebe dich!) und filmische Scheiße (erzählt der Film etwa etwas?). Genaugenommen sogar in drei: handwerkliche Scheiße kommt als Bonus noch dazu. Junge Junge, jetzt musste ich mich schon wieder ausführlicher an den Film erinnern:  :kotz: 

Außerdem bist du doch auch ein Rezipient?  :00000109:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 28 Oktober 2007, 03:41:03
Zitat von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 03:33:18
NOCH nicht. Ich hatte die Zeitumstellung ja ganz vergessen!  :icon_mrgreen:

:LOL: :respekt:

Komisch, ich wollte auch noch etwas in der Richtung "eh nochmal eine Stunde Zeit für so ein Megaposting" o.ä. anmerken..  ;)

-----------

Achso ist das gemeint.  :D Okay, ideologischer Dünnpfiff: klar! Filmisch: Scheiße, geht in Ordnung.
Aber, und das hat mich ja an dem Film am meisten aufgeregt  ;) , handwerklich (da fällt doch auch die Äktschninszenmierung rein oder?) ist der Film ja gut gemacht, allein bei der Megaangriffssequenz standen mir schon Augen und Mund offen, weil es "geil" aussah  :icon_mrgreen: aber gepaart mit dem Thema und der Tragik solcher Ereignisse ist das so unglaublich ätzend, dass selbst Alienmagensäure dagegen wie Evian wirkt.

(an dieser Stelle auch mal wieder ein Hinweis an Rajko, der sich ja ständig über Antikriegsfilme und ihre "Show" oder so beschwert, da sei doch bitte nochmal auf gigantische Unterschiede dieser Bay-Grütze oder irgendwelchen Missingofactionandonlyalittlebitofintelligence zu Filmen wie Apocalypse Now oder Platoon und Konsorten, die die "Action", die IMO in einen Kriegsfilm reingehört (wenn auch natürlich nicht in jedem Film zwingend) bei weitem nicht so "cool" bzw. als "Show" darstellen, hingewiesen..)

-------------

(fuck, zwischen Nachbegeisterung vom Oceansize Konzert und megastressiger Uniarbeitslastminuterettungsaktion hab ich heut ganz auf die Wiederholung von Bunuels Simon in der Wüste vergessen  :eek:  :bawling: :bawling:)



------------------
Zitat
Außerdem bist du doch auch ein Rezipient?

Naja, ich schreib zwar hin und wieder irgendwas, aber rezipieren würd ich das nur in den seltensten Fällen nennen.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 04:27:00
Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 03:41:03
:LOL: :respekt:

Komisch, ich wollte auch noch etwas in der Richtung "eh nochmal eine Stunde Zeit für so ein Megaposting" o.ä. anmerken..  ;)

Und diese Zeit muss sinnvoll genutzt werden.  :respekt: :pidu: Da das Künstlerhaus momentan von besoffenen Individuen der Marke "Pseudo-Anti" besetzt ist, habe ich vor diesem Anti-Party-Ansatz kapituliert und poste hier irgendwelchen Schmarren, überspiele Douglas Sirks "Magnificent Obsession"  :love: von einer alten Betamax-Kassette auf DVD  :icon_mad: und überlege immer noch, welchen Film ich anschauen soll.  :icon_lol: Nur schlafen kann ich leider nicht, das habe ich vorhin im Kino (bei Jean Renoirs "Die Spielregel"  :king:) schon getan. (McKenzie betet gen GF-Himmel, das Mr. Vincent Vega irgendetwas lästerliches zu diesem Absatz postet)

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 03:41:03
Naja, ich schreib zwar hin und wieder irgendwas, aber rezipieren würd ich das nur in den seltensten Fällen nennen.  :icon_mrgreen:

Rezipient oder Rezensent?  :icon_cool:

Diese Megapostings sind übrigens fast nie Absicht, sie "passieren" mir einfach immer.  :LOL:

So, jetzt is' aber erst einmal Ruhe im Karton - für "Die tödliche Maria".
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 28 Oktober 2007, 04:35:49
Zitat von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 04:27:00
Und diese Zeit muss sinnvoll genutzt werden.  :respekt: :pidu:

so isset.  :pidu:  :icon_mrgreen: aber jetzt geh ich dann doch mal ins Bettchen..  :icon_twisted:

ZitatDa das Künstlerhaus momentan von besoffenen Individuen der Marke "Pseudo-Anti" besetzt ist, habe ich vor diesem Anti-Party-Ansatz kapituliert

Is es jetzt ein Pseuso Anti-Party Ansatz oder eh ein echter?` :king:  :dodo:

Zitatüberspiele Douglas Sirks "Magnificent Obsession"  :love: von einer alten Betamax-Kassette auf DVD

Sehr schön. Die Mühe, von Kassette auf DVD überspielen, möchte ich mir eigentlich nicht machen müssen, wird aber wohl irgendwann bei ein paar Sachen notwendig sein..  :icon_confused:

Zitatund überlege immer noch, welchen Film ich anschauen soll.  :icon_lol:

Auf Pro7 läuft gerade der hochsubversive "Düstere Legenden 3".  :LOL:  :icon_mrgreen:
ZitatNur schlafen kann ich leider nicht, das habe ich vorhin im Kino (bei Jean Renoirs "Die Spielregel"  :king:) schon getan.

WTF??
Die absolute Nummer 1 aller Filmkanons?? Is der wirklich so schlimm?  :icon_mrgreen:

ZitatDiese Megapostings sind übrigens fast nie Absicht, sie "passieren" mir einfach immer.  :LOL:

Just let it happen.  :icon_lol:  :icon_cool:

So, gute Nacht, ich schließe den FF und Word nun für einige wenige Stunden, dann gehts wieder weiter...  :andy:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 28 Oktober 2007, 04:38:07
achso, zwischen rezipieren und rezensieren gibts einen Unterschied?? auweia  :LOL:  :icon_redface:  :scar: :icon_rolleyes:  :scar: :doof:  :nono:  :rofl:  :wallbash:  :scar:


Tödliche Maria  :love: :love: :love:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 07:11:58
Guten Morgen!  :LOL:


Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
so isset.  :pidu:  :icon_mrgreen: aber jetzt geh ich dann doch mal ins Bettchen..  :icon_twisted:

Och, nimm dir doch ein Beispiel an mir! Viertel vor 6 und immer noch nicht in den Federn.   :LOL:

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
Is es jetzt ein Pseuso Anti-Party Ansatz oder eh ein echter?` :king:  :dodo:

Außer Cineasten, Sadomasochisten und Schmetterlingsforschern sind sowieso alle Freaks pseudo, wusstest du das etwa noch nicht? Und deswegen kann man auch nur mit Schmetterlingsbegeisterten Rockern, cineastischen Homosexuellen und Lack & Leder-Menschen (Gothics zählen auch) richtig abfeiern.

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
Sehr schön. Die Mühe, von Kassette auf DVD überspielen, möchte ich mir eigentlich nicht machen müssen, wird aber wohl irgendwann bei ein paar Sachen notwendig sein..  :icon_confused:

Ach, dank einer sehr komfortabel zusammengestellten Monster-Anlage, bestehend aus 3 DVD-Playern, einem Betamax-Recorder und jeweils zwei Video- und DVD-Recordern ist es äußerst unkompliziert, mit der analogen VHS- und Betamax-Sammlung der hiesigen Mediathek (ca. 10 000 Bänder mit allem was das Arthouse-Kino des 20. Jahrhunderts hergibt plus Überraschungen wie "Die dressierte Frau"  :icon_lol:) des Nachts digitale Exploitation zu betreiben.  :love: Dieser mit Filmen tapezierte Raum ist sowieso meine cineastische Entdeckung des Monats, da schlummern rare (nicht auf DVD verfügbare) Schätze...!  :algo: (Ich stellte fest, das ich mindestens noch drei 50er Spindeln mit DVD-Rohlingen benötigen werde um diese Exploitation angemessen zu vollenden  :icon_eek:)

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
Auf Pro7 läuft gerade der hochsubversive "Düstere Legenden 3".  :LOL:  :icon_mrgreen:

OH NEIN! Ich habe ihn versäumt!  :bawling: :rofl: Aber nichts gegen Teil 1, der ist definitiv einer der besten Mainstream-Post-"Scream"-Slasher der 90ziger, große Klasse!  :nono:

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
WTF??
Die absolute Nummer 1 aller Filmkanons?? Is der wirklich so schlimm?  :icon_mrgreen:

:scar:

Was ich davon gesehen habe (und meine beiden nimmermüden Mitstreiter, denn die 16mm-Kopie und die alten englischen Ätz-Untertitel waren ganz abscheulich - ein Hoch auf 35mm und die moderne Technologie die uns die Laser-Untertitel geschenkt hat) wirkte ziemlich uninteressant und nicht im mindesten an die übrigen Renoirs, die ich während der derzeit hier laufenden Renoir-Retrospektive sehen konnte, heranreichend. Viel besser fand ich z. B. "Bestie Mensch" und "Die Tochter des Wassers". Auf jeden Fall war es aber weniger der Film als meine momentan äußerst wechselhaften Schlafgewohnheiten, die mich nach dem ersten Drittel wohnlich in den Sitz (jenes Kino wurde von Deutschlands rennomiertestem Kino-Architekten geplant und in solchen Situationen zahlt sich das prächtig aus   :LOL:) zurücksinken ließen in der beruhigenden Annahme, nichts signifikantes zu verpassen (Eintritt war für mich eh frei). Darüber hinaus wird das Haupt-Pro-Argument für den Film - die tolle Gesellschaftskritik zum Aufgeilen für Filmkritiker und Bourgeoisie - durch den Umstand entkräftet, das Renoir selbst eben das wiederrufen und betont hat das es hier primär um Unterhaltung gehe. Ganz nehme ich ihm das zwar nicht ab, aber immerhin. Jedenfalls maßlos überschätzt, das Ding. Morgen, ähhhh, heute nachmittag kommt dann noch "Nana", von dem verspreche ich mir einiges mehr.

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
Just let it happen.  :icon_lol:  :icon_cool:

Das findet Chili bestimmt auch.

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:38:07
achso, zwischen rezipieren und rezensieren gibts einen Unterschied?? auweia  :LOL:  :icon_redface:  :scar: :icon_rolleyes:  :scar: :doof:  :nono:  :rofl:  :wallbash:  :scar:

:LOL:
[lüge]Ich rezipiere Filme sowieso am liebsten, an der Rezension liegt mir nix[/lüge]

Labe dich doch daran, das du uns eh alle durchschaust bis aufs Knochenmark. Seit ich weiß, woher dein ehemaliger User-Name (kehrt der nochmal zurück?!) kommt, wird mir immer Angst und Bange, wenn ich irgend etwas von Bettwürsten lese.  :icon_eek:

Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:38:07
Tödliche Maria  :love: :love: :love:

Hach, war der gut. Leider brauche ich wohl eine 2. Sichtung für ein Review und bis dahin hat vermutlich eh Bretzel das erledigt (bei mir kommen Reviews eben nicht per Knopfdruck - verlasst euch darauf das viele, die ich jetzt ankündige in ca. 2 Jahren unverhofft auftauchen  :icon_redface:), von daher: 22 von 25 Punkten alias 9/10. Möglicherweise Tom Tykwers bester Film. "Winterschläfer" kenne ich leider noch nicht, "Die rote Lola" ist zwar sehr gut, allerdings schon viel zu prätentiös und chic, "Der Krieger und die Kaiserin" ist noch erträglich (könnte bei der nächsten Sichtung noch klettern) und ab "Heaven" geht es dann los mit dem  :kotz:-Tykwer, der anfängt, von OSCAR und CGI zu träumen. Wie schön für ihn, das er sich seinen Traum inzwischen erfüllen konnte. Das er dafür mit seiner künstlerischen Souveränität bezahlen musste ist ja nur ein fairer Preis.  :icon_twisted:

EDIT: Mist, warum ist die "Uhr" hier im Forum noch nicht umgestellt? So wirkt die Zeitangabe über meinem Posting in Kombination mit den letzten paar noch viel perverser.  :icon_confused:

Immerhin kann mir niemand Vorwürfe machen wenn ich in meinem eigenen Thread dem Spam ausgiebig zuspreche.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 28 Oktober 2007, 12:34:24
Zitat von: Bettwurst am 28 Oktober 2007, 04:35:49
Just let it happen.
Zitat von: McKenzie am 28 Oktober 2007, 07:11:58
Das findet Chili bestimmt auch.

Chili hat zum Zeitpunkt deiner Antwort sicherlich längst vergessen, worum es ihm eigentlich ging.  :scar:
Keine üble Taktik, die Vergesslichkeit des Alters auszunutzen, Jungspund.  ;)

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 28 Oktober 2007, 13:14:35
ZitatDer Film ist weder das, was Mr. Hankey, noch was Mr. Vincent Vega in ihm sehen.
Falsch! Er ist weder das was Mr. Vincent Vega noch was McKenzie in ihm sehen. :king: Er ist genau dazwischen. Schlecht ist er definitiv nicht (Wer glaubt in solchen Sachen auch schon Mr. VV ;)), denn als eigentlicher Film funktioniert er ja ziemlich gut. Aber trotz allem war er eben doch auch als Remake gedacht und in diesem Punkt scheitert er nun einmal. (Und darin hat Mr. VV durchaus recht ;))
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 00:50:07
Zitat von: Chili Palmer am 28 Oktober 2007, 12:34:24
Chili hat zum Zeitpunkt deiner Antwort sicherlich längst vergessen, worum es ihm eigentlich ging.  :scar:
Keine üble Taktik, die Vergesslichkeit des Alters auszunutzen, Jungspund.  ;)

Nimmst du unsere Diskussion etwa nicht ernst, oder wie?  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Hankey am 28 Oktober 2007, 13:14:35
Falsch! Er ist weder das was Mr. Vincent Vega noch was McKenzie in ihm sehen. :king: Er ist genau dazwischen. Schlecht ist er definitiv nicht (Wer glaubt in solchen Sachen auch schon Mr. VV ;)), denn als eigentlicher Film funktioniert er ja ziemlich gut. Aber trotz allem war er eben doch auch als Remake gedacht und in diesem Punkt scheitert er nun einmal. (Und darin hat Mr. VV durchaus recht ;))

Als Remake funktioniert er nicht, nein. Da zumindest ich ihn aber nicht wirklich als solches ansehe, tangiert mich dieser Punkt auch nicht im mindesten.  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 01:08:07
Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 00:50:07
Nimmst du unsere Diskussion etwa nicht ernst, oder wie?  :icon_mrgreen:

Welche Diskussion? Bislang habe ich gegen eine übernächtigte Wand angeredet.  :icon_mrgreen:




Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 01:09:45
Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 01:08:07
Welche Diskussion? Bislang habe ich gegen eine übernächtigte Wand angeredet.  :icon_mrgreen:

Und was ist mit deinen telepathischen Fähigkeiten? Deswegen funke ich die ganze Zeit ins Leere!  :LOL:

Wartest du denn überhaupt noch auf eine Antwort?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 29 Oktober 2007, 01:17:55
... sollte er das nicht - dann warte zumindest ich noch darauf. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 01:23:55
Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 01:09:45
Und was ist mit deinen telepathischen Fähigkeiten? Deswegen funke ich die ganze Zeit ins Leere!  :LOL:

Ja, weißt du denn nicht, wozu diese Aluhüte gut sind? Totale geistige Abschirmung! No one gets my brain!  :king:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 01:09:45
Wartest du denn überhaupt noch auf eine Antwort?

Man könnte es fast ad acta legen, da ein weiser Mann kürzlich folgendes sagte:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 00:46:28
Jeder Film ist ein Kunstwerk, ganz gleich von wem er stammt und womit er sich auseinandersetzt.

Ha!

Aber nein, das wäre zu billig aus der Affäre gezogen. Ich hätte schon gerne noch ein paar Worte.
War schließlich auch immer höflich, nie bourgeois von oben herab, und ans Bein gepinkelt habe ich dir auch nie.  ;)

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 10:41:40
@McKenzie Ich hab mich nun mal kurz im jeweiligen Thread zu "Halloween" ausgelassen. Nicht viel, denn ich könnt noch ne Stunde über den Film reden. Der absolute Wahninn! :love: :love: :love: Den Rest machen wir wenn dein Review kommt! Fakt ist nur Mr Hankey und Mr Vincent Vega haben beide für sich gesehen Recht, bitte wir sind ja tolerant...und genauso UNRECHT! Und mindestens einer von beiden hat Zombies Version nicht verstanden :icon_twisted:. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 10:41:40
@McKenzie Ich hab mich nun mal kurz im jeweiligen Thread zu "Halloween" ausgelassen. Nicht viel, denn ich könnt noch ne Stunde über den Film reden. Der absolute Wahninn! :love: :love: :love: Den Rest machen wir wenn dein Review kommt! Fakt ist nur Mr Hankey und Mr Vincent Vega haben beide für sich gesehen Recht, bitte wir sind ja tolerant...und genauso UNRECHT! Und mindestens einer von beiden hat Zombies Version nicht verstanden :icon_twisted:. :icon_mrgreen:

:respekt: :respekt:

Du hast den Film ja wirklich genau richtig verstanden!  :icon_mrgreen: Da gehörst du wohl zu den den wenigsten, wenn ich an den Großteil der OFDb-Reviews oder den Haufen von Vollidioten denke, die mir hier im Kino das Leben mit ihrem grenzdebilen Geplapper schwer gemacht haben (die Jugend in meinem Alter - oder jünger - ist inzwischen leider schon überwiegend so abgestumpft, das sie auf höfliche, aber bestimmte Bitten um Ruhe gar nicht mehr reagiert). Es scheint bei diesem Film in ganz Deutschland noch schlimmer zu sein als sonst, genauso wie ich dir vollkommen recht gebe mit der deutschen Synchro.  :kotz:
Hankey kann ihn auf DVD ja weiterhin damit "genießen"  :icon_twisted:, ich freue mich allerdings schon auf den (*IchbinkeinGorehound* hoffentlich drastischeren *ichbinkeinGorehound*) Director's cut im O-Ton (auch wenn's schade ist um Malcolm McDowell, der immer noch von seinem Sprecher aus "Clockwork Orange" und "Royal Flash" gesprochen wird).  :love:
PS: Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen, Mr. Vincent Vega hat Zombies Umsetzung nicht verstanden.   Aber da ich nicht wählen muss (und nicht befugt bin, es zu tun) Kein Kommentar. :king:

PS: Dein Avatar wirkt so authentisch...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 29 Oktober 2007, 14:30:46
Ich denke, das Mr. Vincent Vega einfach zu viel vom Film verlangt und ich glaube, dass er (wie viele weitere Anhänger des Originals) so oder so unzufrieden mit dem Remake gewesen wäre. Wie auch immer man Michaels Kinderjahre darstellt, seine Entwicklung zum Mörder und wie man sich auch vom Original entfernt - manchen Leuten kann man es eben nicht recht machen.  ;)

Die deutsche Synchro ist echt übel und auch ich freue mich auf den Directors Cut, mir hat der Workprint tatsächlich ne Spur besser gefallen. Was ich allerdings nicht verstehen kann ist deine Abneigung gegen den neuen HILLS HAVE EYES (Teil 2 ist wirklich miese, ich meine den Film von Aja). Ich persönlich halte auch dieses Remake für eine überzeugende und individuelle Eigeninterpretation und deine 02/10 Bewertung maßlos. Deine Kritik ist zwar aufschlussreich, doch insgesamt rechtfertigst du imo höchstens eine 4,5/10 und das ist ja noch niedrig genug. Teil 2 hast du aber super zerfetzt, da musste nichts mehr zu gesagt werden - deswegen habe ich keine eigene Review geschrieben, bin aus dem Kino gekommen und war mit deiner Meinung zu 100 Prozent einverstanden!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:39:51
Zitat von: COPFKILLER am 29 Oktober 2007, 14:30:46
Ich denke, das Mr. Vincent Vega einfach zu viel vom Film verlangt und ich glaube, dass er (wie viele weitere Anhänger des Originals) so oder so unzufrieden mit dem Remake gewesen wäre.

Das dachte ich auch, während ich sein Review gelesen habe. Kann ich irgendwo nachvollziehen, besonders nach dem grandios entgleisten "The Devil's rejects" ( :love:), allerdings war mir nach dem Lesen der ersten Kritiken schnell klar, das eine möglichst neutrale Haltung (zu Beginn) dem Film sicherlich zugute kommen wird. Darüber hinaus sah ich auch die paar Clips, die von Dimension veröffentlicht wurden und imo konnte man schon dort den typischen Rob Zombie-Stil ausmachen.

Zitat von: COPFKILLER am 29 Oktober 2007, 14:30:46
Die deutsche Synchro ist echt übel und auch ich freue mich auf den Directors Cut, mir hat der Workprint tatsächlich ne Spur besser gefallen.

Spoiler, bitte!  :icon_mrgreen:

Zitat von: COPFKILLER am 29 Oktober 2007, 14:30:46
Was ich allerdings nicht verstehen kann ist deine Abneigung gegen den neuen HILLS HAVE EYES (Teil 2 ist wirklich miese, ich meine den Film von Aja).

Meiner Meinung nach nimmt Teil 2 dem ersten nicht viel, beide sind makellose - sprich: glatte - Terrorfilme nach Schema F, seelenlos, brachial und ohne Gespür für Atmosphäre inszeniert. Teil eins hat lediglich aufgrund seiner dennoch vorhandenen Effizienz (teilweise wirklich unangenehm) und seinem überzeugenderen Drehbuch mehr Sympathien von mir bekommen, als Eigeninterpretation würde ich ihn auch nicht bezeichnen (dafür klammert er sich denn doch zu sehr an das Original, sieht man einmal von dem Teenie-freundlichen Weichspüler-Happy End ab  :kotz:).

Aber die Diskussion über diesen Film bin ich inzwischen, ehrlich gesagt, genauso leid wie jene um "The Descent" oder "300".  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Ich fand Vegas Kritik deshalb so gut, weil sie für mich nachvollziehbar dargestellt hat, dass der Film zuerst "voll zombiemäßig" auf die Tube drückt, um sich dann plötzlich unnötiger Remake-Pflichten bewusstwerdend einer konventionell anmutenden Slasherstandardabarbeitung hinzugeben. Würde der Film seinen bizarren Ton konsequent durchziehen, wäre das "Entweihen" des Mysteriums rund um den Menschen hinter der Maske völlig in Ordnung, da Zombies eigener Interpretation geschuldet.
Doch mit der sprunghaften Annäherung an das Original muss sich der Film auch veränderten Bewertungsmaßstäben anpassen, denen er dann nicht mehr gewachsen ist.

Enttäuschung, die für mich berechtigt ist. Obwohl ich den Film noch nicht einmal gesehen habe.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
:respekt: :respekt:
Du hast den Film ja wirklich genau richtig verstanden!  :icon_mrgreen:

^^ Werden gewisse Herren zwar nicht so sehen, aber da stehen wir ja drüber! :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
Da gehörst du wohl zu den den wenigsten, wenn ich an den Großteil der OFDb-Reviews oder den Haufen von Vollidioten denke, die mir hier im Kino das Leben mit ihrem grenzdebilen Geplapper schwer gemacht haben (die Jugend in meinem Alter - oder jünger - ist inzwischen leider schon überwiegend so abgestumpft, das sie auf höfliche, aber bestimmte Bitten um Ruhe gar nicht mehr reagiert).

War echt schlimm teilweise. Die obszönen Unkenrufe, Gelächter und geschwatze, Handys aufmachen und sowas wie "Hemmungen" zu hören (als sich Sherry Moon erschoss) war schon arg an der Grenze.  :hacki:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
Hankey kann ihn auf DVD ja weiterhin damit "genießen"  :icon_twisted:,

Oh das wird er  :icon_lol: und er wird es uns sogar nochmal wissen lassen, das er das tut... :LOL:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
ich freue mich allerdings schon auf den (*IchbinkeinGorehound* hoffentlich drastischeren *ichbinkeinGorehound*) Director's cut

Ich weiß genau was du meinst ^^ etwas mehr vom guten alten roten Vino kann dem Film gut tun  :icon_mrgreen:  :icon_twisted: *Viney der auch absolut kein Gorebauer ist* ^^

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
PS: Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen, Mr. Vincent Vega hat Zombies Umsetzung nicht verstanden.   Aber da ich nicht wählen muss (und nicht befugt bin, es zu tun) Kein Kommentar. :king:

Me 2. No Comment.  :rofl:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
PS: Dein Avatar wirkt so authentisch...

Nicht wahr? :love: Bin dermassen fasziniert von diesem Blick. Einfach very intensiv! :icon_cool:


Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Ich fand Vegas Kritik deshalb so gut, weil sie für mich nachvollziehbar dargestellt hat, dass der Film zuerst "voll zombiemäßig" auf die Tube drückt, um sich dann plötzlich unnötiger Remake-Pflichten bewusstwerdend einer konventionell anmutenden Slasherstandardabarbeitung hinzugeben. Würde der Film seinen bizarren Ton konsequent durchziehen, wäre das "Entweihen" des Mysteriums rund um den Menschen hinter der Maske völlig in Ordnung, da Zombies eigener Interpretation geschuldet.
Doch mit der sprunghaften Annäherung an das Original muss sich der Film auch veränderten Bewertungsmaßstäben anpassen, denen er dann nicht mehr gewachsen ist.

Aber genau hier ist der Hund begraben. Meiner Meinung fällt er in überhaupt kein Slasherstandard zurück. Zombie zieht konsequent und folgerichtig die Handlung durch bis zum Schluss. Dabei bricht er mit einigen alten Carpenterischen Konventionen.

Er nähert sich dem Orignial nur scheinbar, da er einen eigenen Weg mit eigner Sicht der Dinge geht.

Und hier gibts kein Entweihen eines Mythos...ich wurde im Lichtspielhaus zeuge der Wiedergeburt einer Legende! :icon_cool:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 29 Oktober 2007, 15:13:16
Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:39:51
Spoiler, bitte!  :icon_mrgreen:

Das bezieht sich eigentlich nur auf das Ende, welches mir im Workprint besser gefallen hat. Weniger effekthascherisch und emotional irgendwie intensiver. Am besten du siehst dir den Workprint mal an, wenn man sich ein wenig umsieht, fällt der einem eigentlich in die Hände. Die unwesentlichen Unterschiede vorher sind noch ok, aber das Ende gefällt mir besser ohne Verfolgungsshowdown und das Ergebnis ist in beiden Fällen so zemlich dasselbe. Der Workprint geht dabei ziemlich unspektakulär vor, nachdem sich Michael Slasher-typisch durch Lauries Freundeskreis gemäht hat, lässt er von seiner Schwester ab und fällt einem Missverständnis zum Opfer. 

Aber insgesamt ist der Untschied nur marginal und imo für die Punktvergabe nicht besonders entscheidend.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Oktober 2007, 01:47:08
Zitat von: COPFKILLER am 29 Oktober 2007, 15:13:16
Das bezieht sich eigentlich nur auf das Ende, welches mir im Workprint besser gefallen hat. Weniger effekthascherisch und emotional irgendwie intensiver. Am besten du siehst dir den Workprint mal an, wenn man sich ein wenig umsieht, fällt der einem eigentlich in die Hände. Die unwesentlichen Unterschiede vorher sind noch ok, aber das Ende gefällt mir besser ohne Verfolgungsshowdown und das Ergebnis ist in beiden Fällen so zemlich dasselbe. Der Workprint geht dabei ziemlich unspektakulär vor, nachdem sich Michael Slasher-typisch durch Lauries Freundeskreis gemäht hat, lässt er von seiner Schwester ab und fällt einem Missverständnis zum Opfer.

Huch! Mach mir den Mund doch nicht so wässrig!  :icon_eek: :icon_mrgreen: Klingt doch sehr signifikant, ich bete weiterhin für einen dreistündigen Director's cut mit wesentlich mehr Handlung in der zweiten Hälfte und insgesamt deutlich mehr (hier sinnvollem!) Gore. (http://www.ezboard.com/images/emoticons/pimp.gif) Danke dir!

Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Ich fand Vegas Kritik deshalb so gut, weil sie für mich nachvollziehbar dargestellt hat, dass der Film zuerst "voll zombiemäßig" auf die Tube drückt, um sich dann plötzlich unnötiger Remake-Pflichten bewusstwerdend einer konventionell anmutenden Slasherstandardabarbeitung hinzugeben. Würde der Film seinen bizarren Ton konsequent durchziehen, wäre das "Entweihen" des Mysteriums rund um den Menschen hinter der Maske völlig in Ordnung, da Zombies eigener Interpretation geschuldet.

Der Film ist nicht bizarr, auch in der ersten Hälfte nicht. Und er ist von Minute eins an bis zum bitteren Ende "voll zombiemäßig". Allein man braucht das Auge dafür.  :icon_twisted: Er entweiht das Mysterium nicht denn Mysterium bleibt Michael Myers weiterhin (ich empfehle allein Skeptikern dringend diesen Podcast von Stefan Höltgen und Oliver Nöding, den ich vor einer halben Stunde erstmals angehört habe: http://www.f-lm.de/?cat=16) und von einer Slasher-Standardabarbeitung kann man bei aller Episodenhaftigkeit der zweiten Hälfte trotzdem nicht sprechen. Überhaupt: Die Legende, das Mysterium. Michael Myers ist nicht mehr als eine (zugegebenermaßen brillante) Kopfgeburt von John Carpenter und Debra Hill. Und wo ein Mythos entstehen soll, wenn ein Franchise um eine eigentlich furchteinflößende, trotzdem eher einseitige Figur mit Teil 3, spätestens 4 im heillosen Trash versinkt (Teil 6...  :rofl:), wüsste ich dann doch gerne.  ;) Vor Sichtung des Films dachte ich übrigens, das Rajko zu 80 % richtig liegt. Seine Kritik ist in der Tat sehr überzeugend und argumentativ nachvollziehbar, auch wenn aus jeder Zeile eine enttäuschte Erwartungshaltung spricht.  :king:

Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Doch mit der sprunghaften Annäherung an das Original muss sich der Film auch veränderten Bewertungsmaßstäben anpassen, denen er dann nicht mehr gewachsen ist.

Siehe, äh, höre Podcast und lese meine vorigen Postings.  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Enttäuschung, die für mich berechtigt ist. Obwohl ich den Film noch nicht einmal gesehen habe.  :icon_mrgreen:

Nachvollziehbar, aber nicht verständlich.  :icon_mrgreen: Sieh dir den Film an (nach Möglichkeit aber bitte in der englischen Originalversion, auf deutsch ist er mehr Folter als ohnehin schon), ich bin sehr gespannt auf deine Kritik.  :respekt:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
^^ Werden gewisse Herren zwar nicht so sehen, aber da stehen wir ja drüber! :icon_mrgreen:

Viney, du wirst doch nicht etwa doch noch zum Arthouse-Fanatiker mutieren? (http://www.ezboard.com/images/emoticons/eek.gif) :LOL:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
War echt schlimm teilweise. Die obszönen Unkenrufe, Gelächter und geschwatze, Handys aufmachen und sowas wie "Hemmungen" zu hören (als sich Sherry Moon erschoss) war schon arg an der Grenze.  :hacki:

In Zukunft werde ich bei Multiplex-Besuchen wohl schwarze Lederhandschuhe tragen und mich dem Publikum als angehender Wrestler vorstellen (Abgesehen von der Wampe haut es von der Statur her vielleicht hin) sowie stets eine kleine Taschenlampe zum warnenden Anleuchten respekt- und ruheloser Störenfriede mit mir führen.  :king:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Oh das wird er  :icon_lol: und er wird es uns sogar nochmal wissen lassen, das er das tut... :LOL:

:respekt: :eek:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Ich weiß genau was du meinst ^^ etwas mehr vom guten alten roten Vino kann dem Film gut tun  :icon_mrgreen:  :icon_twisted: *Viney der auch absolut kein Gorebauer ist* ^^

Keine Ironie bitte  :icon_lol:, mir ist Gore fast immer vollkommen egal, dieser Film braucht aber mehr davon. Ein solcher Zaunpfahlwinker sollte mit so etwas nicht sparen, wenn er sonst schon in nahezu allen Belangen äußerst brachial geraten ist.

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Nicht wahr? :love: Bin dermassen fasziniert von diesem Blick. Einfach very intensiv! :icon_cool:

Wenn der kleine nicht sechs Jahre zu jung wäre, würde ich versuchen, ihn mit meiner kleinen Schwester zu verkuppeln.  :icon_mrgreen:
Wirklich großartig, vor allem weil Zombie keinen kreuzbrav-scheinheiligen Dämonenjungen sondern einen unauffälligen, wenngleich etwas nerdigen Darsteller gewählt hat.

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Aber genau hier ist der Hund begraben. Meiner Meinung fällt er in überhaupt kein Slasherstandard zurück. Zombie zieht konsequent und folgerichtig die Handlung durch bis zum Schluss. Dabei bricht er mit einigen alten Carpenterischen Konventionen.

:respekt:

Ach, ich hätte mein Review lieber heute als morgen geschrieben. Wenn ich mir den ganzen Frevel so durchlese...  :anime:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 30 Oktober 2007, 01:55:48
Aber die Krux ist doch, dass ich bereits das Original nicht als unfehlbar bezeichnen würde, sondern dies eher als etwas veraltet und zwiespältig in der Moral beurteile. Da greift eure Argumentation diesbezüglich nicht so recht.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Zitat von: McKenzie am 30 Oktober 2007, 01:47:08
Und wo ein Mythos entstehen soll, wenn ein Franchise um eine eigentlich furchteinflößende, trotzdem eher einseitige Figur mit Teil 3, spätestens 4 im heillosen Trash versinkt (Teil 6...  :rofl:), wüsste ich dann doch gerne.  ;)

Ich sage: Der Mythos ist stärker als das Franchise!  :icon_mrgreen:

Ich höre: mir diesen Podcast auf jeden Fall mal an.

Ich sehe: "Halloween" definitiv noch, aber die "Spider-Man 3"-Erfahrung hat mich bezüglich Deppenpublikum schwer traumatisiert.



Ich bin: ein wenig verstimmt, dass ein Hollywood-Slasher (:icon_lol:) und etwas harsche Kritik von außen (cinemathek) genügen, um dich in flammende Postingwut zu versetzen, meine Anmerkungen aber scheinbar dem Vergessen anheim fallen werden.  :icon_sad: 
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Oktober 2007, 02:14:10
Chili goes veni vidi vici.  :icon_eek:  :rofl:

Ups, da hab ich mich vor kurzem noch etwas abfällig über diesen Podcast geäüßert und jetzt wird er auch noch empfohlen  :icon_redface: naja bitte, wenns Spaß macht.  :icon_razz:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Oktober 2007, 01:55:48
Aber die Krux ist doch, dass ich bereits das Original nicht als unfehlbar bezeichnen würde, sondern dies eher als etwas veraltet und zwiespältig in der Moral beurteile. Da greift eure Argumentation diesbezüglich nicht so recht.

Darüber, das dein Ärger nicht dem Vergleich mit Original entspring sondern eher dem Umstand, das ZombieRob deinen Hoffnungen über den Mund gefahren ist, bin zumindest ich mir doch vollkommen im klaren. Es ging eher darum, das du immer wieder auf den Remake-Apekt zu sprechen kommst und in diesem Zusammenhang dann eben doch auf Carpenters Film zurückfällst.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich sage: Der Mythos ist stärker als das Franchise!  :icon_mrgreen:

Sprach der Star Wars-Fan und ließ sich mit einem überlegenen Grinsen in seinen Sessel zurücksinken um von Prinzessin Leias erotischen Schnecken-Zöpfen zu träumen.

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich höre: mir diesen Podcast auf jeden Fall mal an.

:respekt:
Und vor dem Kinobesuch am besten noch einmal die Diskussion hier durchlesen (und dabei versuchen, niemandem zu glauben aber alles für potentiell richtig und möglich zu halten  :icon_mrgreen:)

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich sehe: "Halloween" definitiv noch, aber die "Spider-Man 3"-Erfahrung hat mich bezüglich Deppenpublikum schwer traumatisiert. 

Allerdings fürchte ich, das "Halloween" von solchem groben Unfug noch mehr beschädigt wird. "Spider-Man 2" habe ich unter ähnlichen Umständen gesehen und konnte das absurde Geschehen um mich herum gut ausblenden. Der Film war leider trotzdem nicht mehr als gutgemeint und leidlich unterhaltsam (und ebenfalls schlecht synchronisiert  :icon_mad:). (Palmersche Kommentare zu dieser Wertung werden geflissentlich ignoriert werden  :king:).

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich bin: ein wenig verstimmt, dass ein Hollywood-Slasher (:icon_lol:) und etwas harsche Kritik von außen (cinemathek) genügen, um dich in flammende Postingwut zu versetzen, meine Anmerkungen aber scheinbar dem Vergessen anheim fallen werden.  :icon_sad: 

Vergessen wird bei mir nichts, ich halte meine Versprechen, auch dann noch wenn viele schon nicht mehr daran glauben.  :icon_lol:
Suggeriere dir einfach, das ich ein Mega-100-Meter-Posting eigens für dich in tagelanger Arbeit erstelle (tue ich zwar nicht aber wie könnten wir ohne Illusionen leben) oder stelle dir im Gewand deiner zweiten Hälfte vor, wie du dir mein schwammig aufgedunsenes Gehirn mit Zwiebeln angebraten zum Frühstück genehmigst.  :icon_mrgreen: :pidu:
Über der ganzen Halloween-Diskussion (und die ist mir - ich muss es gestehen - etwas wichtiger als die "Herr der Ringe"-Diskussion, da der Film meine Unterstützung HIER (http://www.youtube.com/watch?v=Ezcoy-Lz8p4) und JETZT (http://www.youtube.com/watch?v=KAD1NMa7Qto) gebrauchen kann) bleibt mir irgendwie nur noch so wenig Zeit für unseren kriegerischen Diskurs. :icon_redface:

Zitat von: Bettwurst am 30 Oktober 2007, 02:14:10
Chili goes veni vidi vici.  :icon_eek:  :rofl:

:icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 30 Oktober 2007, 02:14:10
Ups, da hab ich mich vor kurzem noch etwas abfällig über diesen Podcast geäüßert und jetzt wird er auch noch empfohlen  :icon_redface: naja bitte, wenns Spaß macht.  :icon_razz:

Du schriebst ja etwas von nerdigem, seltsamen Geschwafel - sieh dir den Film an, dann weißt du, warum dem nicht so ist. Man KÖNNTE den Film sicherlich intellektualisiern was imo aber ausgemachter Blödsinn wäre denn darüber, das "Halloween 2007" eine ausgemachte Brechstange von Film - in beinahe allen Belangen - ist, kann kein Zweifel bestehen. Gerade das macht ihn aber so grandios und filmisch hochkonzentriert.

@ ALLE:


Abschließend noch einmal mein Verweis auf den Zeitmangel, in dem ich momentan stecke. Daher werden an einigen Orten in diesem Forum noch verspätet einige Postings auftauchen, u. a. stehen da noch einige Sachen gegenüber Bretzelburger aus (@ Udo: Dein "Host"-Review ist nicht schlecht und mein Hollywood-Hass bezieht sich beinahe nur auf das Hollywood der letzten 15 Jahre!  :icon_mrgreen:), daher: Keep your eyes open! (Mist, diese englischen Fragmente und Anglizismen muss ich mir wirklich abgewöhnen - wo ich doch immer vor der kulturellen Verflachung von Deutschland durch amerikanische Bräuche warne).
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 31 Oktober 2007, 11:57:49
Zitatdaher: Keep your eyes open! (Mist, diese englischen Fragmente und Anglizismen muss ich mir wirklich abgewöhnen - wo ich doch immer vor der kulturellen Verflachung von Deutschland durch amerikanische Bräuche warne).
Dann darfst du bitte nie in einem Callcenter arbeiten. Was dort an englischen Fragmenten und Anglezismen angewendet wird, geht auf keine Kuhhaut! Böses Amerika! ;)

ZitatSpiderman 2: Der Film war leider trotzdem nicht mehr als gutgemeint und leidlich unterhaltsam
Und Teil 3 erst! :icon_twisted:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 31 Oktober 2007, 12:32:12
@ Spiderman 2: Ich behaupte, Doc Ocks Prolo Oben-ohne Style ist das Beste, was Mainstream-Hollywood seit 5 Jahren zu bieten hatte.  :LOL:  :dodo:

@ Halloween: Hm, sollte ich mir den vieleicht doch ansehen? Hab gestern zum ersten Mal einen kurzen Trailer gesehen und die Bilder sahen cool aus, Zombies Filme mag ich auch, naja, vielleicht schau ich ihn mir ja doch an, aber bei der Konkurrenz, die bei mir ab morgen auf dem Programm steht (ENDLICH!! Ratatouille  :icon_cool: Planet Terror, Auf der anderen Seite, Nosferatu und Faust  :icon_cool: sowie auch dann Lust/Caution, Paranoid Park und Import/Export  :D) wirds eher knapp  :icon_lol: :icon_lol:

Irgendwann schau ich ihn mir aber garantiert an, um die Diskussionen und Erläuterungen richtig einordnen zu können.  :icon_razz:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 12:40:21
Zitat von: Bettwurst am 31 Oktober 2007, 12:32:12
aber bei der Konkurrenz, die bei mir ab morgen auf dem Programm steht (ENDLICH!!! Auf der anderen Seite, Nosferatu und Faust  :icon_cool: sowie auch dann Lust/Caution, Paranoid Park und Import/Export  :D) wirds eher knapp  :icon_lol: :icon_lol:

:icon_eek:

Musstest du das erwähnen?  :bawling:
Aber immerhin - du hast die schwebende Jane Fonda auch nicht nackt im Kino (oder so ähnlich) gesehen.  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 31 Oktober 2007, 12:53:13
Eeben, so gleicht sich alles wieder aus.  ;) Und du hast sicher schon mehr Schmankerl im Kino erlebt als ich.  :icon_razz:

Laufen denn der van Sant und der Seidl bei euch nicht?? Sonst kannst du ja gerne nochmal einen Sprung vorbei kommen.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Zitat von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Sprach der Star Wars-Fan und ließ sich mit einem überlegenen Grinsen in seinen Sessel zurücksinken um von Prinzessin Leias erotischen Schnecken-Zöpfen zu träumen.

Nein, dies sprach jemand, der die ursprüngliche Konzeption der Figur "Michael Myers" durch sämtliche Fortsetzungen in den Dreck gezogen sieht. Solch ein desillusionierter Geselle muss auch in gewagten Frisuren filmischen Trost finden, das will ich nicht ganz ausschließen.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Und vor dem Kinobesuch am besten noch einmal die Diskussion hier durchlesen (und dabei versuchen, niemandem zu glauben aber alles für potentiell richtig und möglich zu halten  :icon_mrgreen:)

Letztendlich glaube ich sowieso nur mir.  :icon_lol:

Zitat von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Suggeriere dir einfach, das ich ein Mega-100-Meter-Posting eigens für dich in tagelanger Arbeit erstelle (tue ich zwar nicht aber wie könnten wir ohne Illusionen leben) oder stelle dir im Gewand deiner zweiten Hälfte vor, wie du dir mein schwammig aufgedunsenes Gehirn mit Zwiebeln angebraten zum Frühstück genehmigst.  :icon_mrgreen: :pidu:
Über der ganzen Halloween-Diskussion (und die ist mir - ich muss es gestehen - etwas wichtiger als die "Herr der Ringe"-Diskussion, (...) bleibt mir irgendwie nur noch so wenig Zeit für unseren kriegerischen Diskurs. :icon_redface:

Es mag für dich jetzt überraschend kommen, aber im Grunde geht es mir nicht um "Herr der Ringe".  :icon_eek:

Ob ein Gehirn schmeckt, das dermaßen viel Trash aufgenommen hat? Ist das nicht toxisch?  :eek:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 1 November 2007, 09:12:22
Zitat von: Bettwurst am 31 Oktober 2007, 12:53:13
Eeben, so gleicht sich alles wieder aus.  ;) Und du hast sicher schon mehr Schmankerl im Kino erlebt als ich.  :icon_razz:

Wer nach Wien fährt, um "Suspiria" auf der großen Leinwand sehen zu können, hat sicherlich schon andere Sünden hinter sich.  :icon_mrgreen:

EDIT: Meine größte Sünde wurde sogar dokumentiert:

(http://img383.imageshack.us/img383/3082/wof2007uweboll2xo1.jpg)

Der gehörnte Mann vor der Leinwand ist der "beste" derzeit lebende deutsche Regisseur  :kotz: bei der deutschen Premiere seines neuen "Meisterwerks" und das Alien unter dem Pfeil ich.  :icon_eek: :icon_redface:

Zitat von: Bettwurst am 31 Oktober 2007, 12:53:13
Laufen denn der van Sant und der Seidl bei euch nicht?? Sonst kannst du ja gerne nochmal einen Sprung vorbei kommen.  :icon_mrgreen:

Doch, der Seidl läuft sogar schon länger (in einem ganz besonders miesen Kino  :kotz:), aber der Van Sant wird wohl noch einige Zeit brauchen. Und dabei liege ich jetzt schon am Boden - alleine die Kombi Van Sant - Christopher Doyle reicht schon als Verheißung höchster filmischer Genüsse. :love: Nur das Thema des Films beunruhigt mich. (Ein gefundenes Fressen für gewisse Van Sant-Hasser)
Auf dein Angebot komme ich gerne zurück - wenn du bei meinem nächsten Wien-Trip überhaupt noch in dieser wunderbaren Stadt lebst. Ansonsten suche ich dich in Salzburg heim wo ich mir von dir dann in bester, ätzender Touri-Manier das Mozart-Haus zeigen lasse.  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Nein, dies sprach jemand, der die ursprüngliche Konzeption der Figur "Michael Myers" durch sämtliche Fortsetzungen in den Dreck gezogen sieht. Solch ein desillusionierter Geselle muss auch in gewagten Frisuren filmischen Trost finden, das will ich nicht ganz ausschließen.  :icon_mrgreen:

Und dann erst Mark Hamill und Harrison Ford... Rrrrrrrr!  :algo: :icon_confused:

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Letztendlich glaube ich sowieso nur mir.  :icon_lol:

Sollst du auch, die Diskussion hier kann dir aber natürlich als Anregung dienen (im Guten wie im Schlechten).

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Es mag für dich jetzt überraschend kommen, aber im Grunde geht es mir nicht um "Herr der Ringe".  :icon_eek:

...sondern eher um meine verquere Auffassung vom Blockbuster-Überwältigungskino im Allgemeinen, schon verstanden.  ;) Sicherlich einen Diskurs wert - nur musst du wissen, das ich diese Diskussion live schon SO oft hatte - auf die Dauer ermüdet das eben schon ein wenig. Trotzdem will ich dir das nicht schuldig bleiben.
Übrigens halte ich eine tendenzielle Ablehnung (wieviele neue Hollywood-Filme mir immer noch trotdem gefallen wird hier komischerweise nicht berücksichtigt) des Hollywood-Kinos der letzten 15 Jahre bei insgesamt 110 Jahren Filmgeschichte die sich nur zu etwa 15, 20 % aus Hollywood zusammensetzen für keine allzu ungesunde Note. Bis Anfang, Mitte der 90ziger war Hollywood noch wirklich interessant!  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Ob ein Gehirn schmeckt, das dermaßen viel Trash aufgenommen hat? Ist das nicht toxisch?  :eek:

Nein, in diesem Kontext muss man von Bio-Fleisch eines glücklichen, freilaufenden und vielseitig ernährten Rindviehs sprechen.  :icon_mrgreen:  Nicht zu vergleichen mit den Eiern eingepferchter und immerzu mit Fischmehl gefütterter Mast-Hennen.  :icon_twisted: ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 1 November 2007, 11:23:53
Zitat von: McKenzie am  1 November 2007, 09:12:22
EDIT: Meine größte Sünde wurde sogar dokumentiert:

Kontaminiert du bist! Die dunkle Seite der Macht er ist!  :eek:

Zitat von: McKenzie am  1 November 2007, 09:12:22
Und dann erst Mark Hamill und Harrison Ford... Rrrrrrrr!  :algo: :icon_confused:

Da haben wir es doch schon wieder, diesmal anhand eines Postings: Du lässt dich einfach zu schnell von Oberflächenreizen blenden. Da bringe ich hier ein, wie ich finde, auch im Hinblick auf Zombies Version wichtiges Element von "Halloween" ins Spiel, und du reitest weiter auf "Star Wars" herum. So kann das ja nichts werden.  :icon_sad:

Zitat von: McKenzie am  1 November 2007, 09:12:22
Übrigens halte ich eine tendenzielle Ablehnung (wieviele neue Hollywood-Filme mir immer noch trotdem gefallen wird hier komischerweise nicht berücksichtigt) des Hollywood-Kinos der letzten 15 Jahre bei insgesamt 110 Jahren Filmgeschichte die sich nur zu etwa 15, 20 % aus Hollywood zusammensetzen für keine allzu ungesunde Note. Bis Anfang, Mitte der 90ziger war Hollywood noch wirklich interessant!  ;)

Korrigiere mich, falls ich da falsch liege, aber dezentes Lob kann schnell von Gebrüll übertönt werden:

Zitat von: McKenzie am 14 September 2007, 23:00:51
Hollywood soll untergehen, untergehen, untergehen. Punkt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 November 2007, 10:58:54
* Yesterday, all the spam seemed so far away, now I need a vault to hide away *  :algo:  :icon_mad: :icon_eek: :pidu: :scar:


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Zu deinem Hauptdiskussionspunkt gibt es von meiner Seite aus nichts zu sagen:

Da dieser Vorwurf nicht aus meiner Ecke kam, werde ich auch nicht darauf eingehen.

Der Rest war aber, wie schon erwähnt eigentlich nur Beiwerk.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Also, wenn sich realistisches Sozialkino und dessen Macher nicht ,,human, ehrlich und existenzialistisch" als Leitmotiv auf ihre Fahnen geschrieben haben, dann weiß ich auch nicht mehr. Besser hättest du diese Art von Filmen doch gar nicht umreißen können.

Realistisches Sozialkino ist natürlich immer humanistisch (oder behauptet es zumindest von sich), unterscheidet sich von dem was ich unter humanistischem Kino verstehe aber dadurch, das hier der "Brennpunkt", das "heiße Eisen" oder "wichtige Thema" im Zentrum steht, das man mittels "schonungsloser Bilder von ungeschöntem Realismus" eindringlich "aufrüttelnde Botschaften" in den Kopf des Zuschauers hämmert. Ja, das ist auch humanistisches Kino. Aber im Endeffekt beinahe ebenso oft uninteressant wie das aktuelle Hollywood.


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Hätte mich jetzt zwar auch gewundert, wenn du als Trashliebhaber diesen Filmen das Wort reden wolltest, aber deine Formulierung ließ mir keine andere Wahl, als mit einem ebenso starken Gegengewicht zu antworten.

Es wäre mir ganz lieb wenn du mich nicht in diese Schublade stecken würdest.  ;) Ich sehe mir ALLES an und habe in jedem Bereich Lieblinge und im Endeffekt gehört Trash nicht einmal unbedingt zu meinen präferierten Bereichen (von 10 Filmen ist bei mir vielleicht einer Trash...!) zumal ich es nicht liebe, in "Bereiche" oder "Genres" abzustecken. Meine größte Schwäche ist meine akute Abneigung gegenüber dem "Genre" der Komödie, das den erwünschten Effekt bei mir nur allzu selten (egal ob aus dem Independent-Bereich oder aus Hollywood) erreicht. Da ich aber trotzdem sehr gerne lache, habe ich auf meiner persönlichen filmischen Speisekarte die Komödie weitgehend durch Trash ersetzt, der mir unforcierten Humor bietet.
Außerdem kommt es natürlich ganz auf den Ton an - manchen dieser Filme rede ich gerne das Wort, anderen nicht. Es muss letztlich immer natürlich und ungezwungen wirken, nicht so verkrampft wie bei (meinen ewigen Lieblingsbeispielen dieser Richtung) Ken Loach, Volker Schlöndorff, Harun Farocki oder manchen Ausläufern der Berliner Schule.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und wie mein Smiley schon andeutete, ist ,,weltfremder Eskapismus" auch nicht mein vorrangiges Ziel beim Anschauen dieser Filme. Das scheinst du mir in einem Anflug von Schwarz-Weiß-Denken so aufgefasst zu haben, oder woher rührt die persönliche Enttäuschung samt einhergehendem Kotz-Smiley?

Da ich deine Reviews schon in größerer Menge genossen habe würde ich wohl kaum ernsthaft so von dir und deiner Filmrezeption denken können, oder?  ;)
Der Tonfall und der Smilie waren eine hitzige Überreaktion, ich gebe es zu.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und mal ganz davon abgesehen: Wenn jemand in Jacksons Trilogie einen ähnlichen Wert entdeckt wie jemand anderes in, sagen wir mal, Kieslowskis Drei-Farben-Trilogie, dann soll diese Wertschätzung utopisch sein?

Habe ich das behauptet? Es sei dir gegönnt, ich wollte hier niemandem über den Mund fahren. Wenn ihr so überzeugt vom "Herr der Ringe" seid - bitte sehr, das kann und will ich euch gar nicht absprechen. Ich kann es nun einmal nicht im mindesten nachvollziehen, es erscheint mir persönlich unglaublich optimistisch (erinnere dich an meine Beschreibung der Umstände, unter denen ich die Filme zum ersten Mal sah!) und zeugt von einer gesunden Fantasie (der Zuschauer bringt dem Film mehr Zärtlichkeit entgegen als der Film dem Zuschauer).
Was der Vergleich mit einer anderen Filmtrilogie soll (und dann auch noch ausgerechnet dieser - entgegen Mr. Vincent Vegas häufiger Mutmaßung messe ich persönlich einem "europäischen Autorenfilm" nicht grundsätzlich mehr Bedeutung und intellektuelles Potential bei als irgend einem anderen Film) will sich mir allerdings nicht so recht erschließen. Es geht hier doch einzig und allein um "Herr der Ringe".
(auch wenn ich gestehe, in Rajkos Thread als Antwort auf sein "die bedeutendste, größte und wichtigste Filmtrilogie" - oder so ähnlich - die Auflistung von Antonionis "Vitti-Trilogie" - natürlich fehl am Platze - gepostet habe).

Es ist nicht utopisch, ich kann es nur weder verstehen noch nachvollziehen. Begehe ich damit einen Fehler?!

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Selbst wenn dieser Jemand dir seine Begeisterung für die ,,Ring"-Filme en detail erklären könnte, willst du sie nicht nachvollziehen, da diese Filme für dich seelenlose Gebilde darstellen, die nicht mehr von Menschen handeln? Dann allerdings fürchte ich, dass du interpretativ auf dem völlig falschen Dampfer bist.

Selbst stundenlange Erklärungen können meine Meinung - selbstverständlich unter der Vorraussetzung das ich sie bereits kritisch hinterfragt habe - nicht ändern. Wie soll ich es nachvollziehen? Ich kann es versuchen, und das habe ich bereits - denn wie schon angedeutet bist du nicht der erste, mit dem ich diese Diskussion führe (eher der 1356.  :icon_mrgreen:). Mir haben die Filme nichts gegeben und daran werden alle Essays, Erklärungen, Kritiken, Interviews und sonstige Faktoren nichts ändern können.

Und warum ich sie nicht nachvollziehen will? Weil ich dann mich im Endeffekt zu etwas zwingen müsste - und wenn es um Kino geht, zwinge ich mich zu nichts. Und ganz besonders nicht, wenn dieser Zwang eine unaufrichtige Selbstsuggestion zur Folge hätte.

Wie könnte ich die besagte Begeisterung nachvollziehen?! In diesem Falle ist der Versuch das höchstmögliche der Gefühle.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Das ist ja schon einmal ein wenig differenzierter als sonst. Natürlich ist es unbestritten, dass Spielberg und Lucas mit ihren Werken die Welle losgetreten haben, die nun immer wieder in Form offensichtlich kalkulierter Blockbuster ohne das gewisse individuelle Etwas über uns zusammenbricht.

Ja, und in meinen Augen ist hier schon die "Wurzel des Bösen"  :icon_lol: begraben. Letztlich ist das sogenannte "Event Movie" eine Filmgattung, die nicht unwesentlich den Fall der Kinokultur beschleunigt.


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Aber diese Argumentation mit dem ,,Individuum" finde ich immer ein wenig kurz gegriffen, denn wenn Hollywood eins beherrscht, dann die Betonung von Individualität. Nahezu jeder Hollywood-Film handelt auf seine Art von den Außenseitern, die ihre Chance nutzen, dem Einen gegen Alle, den Rebellen, denen, die sich nicht verbiegen lassen, zu sich stehen, gegen Ungerechtigkeit aufbegehren, etc.
Hollywood produziert Individualismus am Fließband! Das ist die wunderbare Schizophrenie.

"Als ich noch zur Schule ging, war immer gleich klar, wer die Coolen waren. Die Coolen, das waren die, die etwas besonderes, anderes, manchmal auch etwas freakiges hatten. Die wollten immer etwas verändern, konnten auch mal nein sagen wenn der Rest der Klasse ja gesagt hat. Die haben sich auch von schlechten Noten oder Lehrer-Schelte nicht durcheinanderbringen lassen sondern haben einfach immer ihr Ding durchgezogen, auch wenn es schwer für sie war. Solche Typen haben wir immer bewundert, weil sie etwas hatten, das den meisten von uns gefehlt hat. Wir wollten auch immer so einen Willen, so einen Mut und so eine Unbeugsamkeit haben."

Ich hoffe, du hast dich inzwischen weitgehend an meinen gelegentlich sardonischen Tonfall gewöhnt, um mir diesen Schlenker nicht übelzunehmen.  ;)
Das Hollywood-Kino lebt letztendlich von Figuren, mit denen sich das Publikum schnell und leicht identifizieren kann - je kommerzieller ein Film ausgelegt ist, desto mehr werden die Protagonisten dieses Films einem möglichst universellen Wunschdenken angepasst, ob das nun einzelne Figuren sind - wie Spiderman - oder eine Ansammlung von Figuren, aus denen sich der Zuschauer eine oder aus den verschiedenen Figuren die ihm genehmsten Charaktereigenschaften auswählen kann - wie in "Herr der Ringe".
Niemand, selbst der charakterlich unterentwickelste Biedermann, will und wird sich mit einer Figur die seinesgleichen entspricht, identifizieren wollen. Jeder strebt zumindest in Gedanken nach etwas Höherem und die zugehörigen Seifenblasen liefert Hollywood schon seit Anbeginn seiner Tage. Heute kommt im Gegensatz zu früher (die Grenzen sind natürlich fließend aber der große Fall des Hollywood-Kinos hat imo etwa Anfang, Mitte der 90ziger eingesetzt) natürlich auch noch der Überfluss an Effekten hinzu, der die ohnehin schon kühl berechneten Kunstfiguren in ihrer Entwicklung noch weiter eindämmt. Hollywood produziert Publikumsträume am Fließband, ja. Auch das lässt sich natürlich nicht pauschalisieren.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Also, wie will man einem Filmsystem die Unterdrückung von Individualität vorwerfen, wenn es 24 Stunden am Tag nichts anderes tut, als diese Individualität zu propagieren? Oder gibt es wirklich Hollywood-Filme, die herausschreien: ,,Unterwerfe dich! Denke nicht nach! Sei um Himmels Willen nicht einzigartig!"?

Nein, die gibt es natürlich nicht. Bilderbuch-Individualismus als Uniform hat aber auch etwas paradoxes. Ich achte deine Auslegung und dein Argument ist auch nachvollziehbar (auch für mich  :icon_mrgreen:), nur teile ich sie nicht. Wenn Hollywood echten Individualismus propagieren würde wäre es schon längst finanziell dahingeschieden - denn das wollen dann längst nicht mehr soviele Zuschauer sehen, das ist schon zu unbequem, schräg und nicht mehr sympathisch genug. Ein Film der 250 Millionen Dollar gekostet hat muss natürlich soviele Menschen wie nur möglich anziehen - und daher sucht natürlich - oder ist das etwa weit hergeholt? - den kleinsten gemeinsamen psychologischen Nenner. Filme, die dagegen aufbegehren fallen beim Mainstream-Publikum in der Regel durch (wie beispielsweise der grandiose "Zodiac").

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Das von dir erwähnte Hintenanstellen des Menschlichen hinter das Technische ist für mich reine Interpretation. Eine Frage der Mittel, derer sich ein Film bedient, die aber nichts über seinen Kern aussagen. Ich meine, kann es denn wahr sein, dass ich dir raten muss, dich nicht von Vordergründigem blenden zu lassen und unter die Oberfläche zu schauen? Kann das angehen?

Nein, keineswegs.  :icon_mrgreen: Aber wenn over the top, dann bitte auch richtig - das filigrane Gebilde hat in den Mühlen des CGI einfach nur zu selten Platz (ich verweise nochmals auf "Ben Hur" wo das meiner Meinung nach funktioniert), hier gilt wirklich: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Mag beschränkt klingen, ist aber meine Überzeugung. Als Beispiel etwa "Starship Troopers" oder ZombieRobs "Halloween" - beide sind geladen mit Effekten und psychologisch mit der gleichen Brechstange gestrickt. Etwas anderes würde ihnen vermutlich kaum zu Gesicht stehen (ohne die Möglichkeit, den Effekt zu opfern). Denn dann stellt sich auch wieder die Frage, ob die komplexe Parabel hinter "Spiderman 3" die großangelegten, gigantischen Action-Szenen in den Straßenschluchten von NY wirklich braucht und warum diese Effekte "erstaunlicherweise" denen der ersten beiden Teile noch einen draufsetzen. Ganz abgesehen von der Tatsache, das der Effekt dann letztlich meist seinen Effekt verliert. "Matrix: Revolutions" ist einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe.
Vermutlich biete ich mit dieser Äußerung wieder einmal mehr eine wunderbare Angriffsfläche, aber ich bin der alten, ewigen Diskussion inzwischen vielleicht einfach zu müde um alles bis ins letzte Detail verständlich auszudifferenzieren - zumal noch schriftlich.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Ich glaube kaum, dass die ,,Star Wars"-Filme funktionieren würden, wenn ihre universelle Märchenhaftigkeit und ihre bildhaften Charaktere nicht in erster Linie, weit vor den Spezialeffekten, das Publikum ansprechen würden, und sei es nur unterbewusst.

Universell und bildhaft - das deutet schon an, das eine solche Filmsprache eine schwierige Gratwanderung ist. Darüber hinaus ist das auch Empfindungssache - so artifiziell das "Star Wars"-Universum auch ist - eine Märchenhaftigkeit stellt sich imo nie ein. Sie funktionieren, ja. Nur auf der Ebene die du beschreibst funktionieren sie in meinen Augen nur dürftig. Im Endeffekt hege ich für "Star Wars" aber nicht jene innige Abneigung wie für "Herr der Ringe". Zur gelegentlichen spaßigen Berieselung (es tut mir leid, auch hier das gleiche Problem: Ich traue George Lucas nun einmal keine geistigen Großtaten - zumindest nicht in seinen Filmen - zu) taugen sie durchaus, letztlich sind sie mir aber eher gleichgültig während mir in Gedanken an "Herr der Ringe" regelmäßig die Tränen der Resignation bzw. Wut in die Augen schießen könnten. (Melodramatik aus)

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Selbst wenn jemand nur der Effekte wegen eine Kinokarte löst, wird er dennoch Zeuge einer Vater-Sohn-Geschichte, ob er die nun ignoriert oder nicht. Die Filme über die einseitige Rezeption der Effektjünger für den persönlichen Geschmack neu zu modellieren, entscheidende Elemente einfach fallen zu lassen, ist falsch.

Ich modelliere nichts und selbst wenn mir das Ziel-, bzw. Stammpublikum eines Films zutiefst unsympathisch ist, impliziert das nicht automatisch das ich meine Rezeption davon beeinflussen lasse. In erster Linie sehe ich mir einfach einen Film an.
Und abgesehen davon haben die "Star Wars"- und "Herr der Ringe"-Filme die von dir so bezeichneten komplexen Sachverhalte schließlich nicht gepachtet. Ich empfinde es nicht als verwerflich, wenn ich andere Filme, die ähnliche Dinge aufgreifen und diskutieren, vorziehe. Mir liegt diese Welt voller Pomp, Kitsch, Pathos, Style und Gigantomanie schlicht und ergreifend nicht - wenn ich aus einem dreistündigen Film voller Getöse mühsam etwas sinnvolles herausdestilieren muss - und dafür auch noch einen ausgeprägten Willen mitbringen muss, etwas sinnvolles zu finden - dann läuft das Ganze für mich schon in eine ähnlich elitäre oder unfreiwillig komische Richtung wie die späteren Filme meines gehassliebten Jean-Luc Godard. Der Vergleich mag etwas befremden, doch im Endeffekt ist dann eine ähnliche Rezeption vom Zuschauer gefordert.
Ich empfinde es als hinfällig, die Diskussion auf dieser Ebene weiterzuführen - letztlich verteidigt doch jeder von uns nur seine Vorlieben, seine Wertevorstellungen, sein Kunstverständnis und seine Integrität. Und warum wir an einem solchen Punkt angekommen sind - und plötzlich anfangen, uns persönlich anzugreifen - ist mir auch unbegreiflich, denn ich habe im Endeffekt lediglich meine Ansichten dazu kundgetan und dabei niemanden im Speziellen "angeschrieben". Auch wenn ich ich mich in einem Pulk von Gleichgesinnten befunden hätte, wären meine Fallbeispiele für den Niedergang des Kinos durch die Blockbuster-"Kultur" immer noch "Star Wars" und "Herr der Ringe" gewesen, ich habe mir beide nicht bewusst herausgegriffen um hier irgend jemanden zu provozieren. Wenn ich hier provozieren wollte, würde ich mir etwas haltloseres oder tragbareres aussuchen und nicht solch eine vertrackt-individuelle  :icon_lol: Meta-Ebene.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Selbst wenn die neue Trilogie einen förmlich mit Effekten erschlägt, erzählt sie doch in einer ziemlich drastischen Weise vom schleichenden Faschismus und dessen subtilen Übernahmemethoden.

Schön und gut, ich denke aber dass das den meisten Zuschauern herzlich egal ist. (Und ich bin auch hier der Überzeugung, das man schon eine große Portion Gutwillen mitbringen muss, um so tief in die Betonwand dieser Filme einzutauchen) Wenn man nun einen konfrontativen Stellenwert möchte, gibt es sicherlich Filme die sich mit diesem Komplex direkter und unverfänglicher beschäftigen und somit beim Publikum zu einer Erkenntnis über solche Mechanismen führen (ich könnte sofort eine gute Handvoll aufzählen) - ohne die Bedeutung guter Unterhaltung zu vernachlässigen. Auch ich bin schließlich der Überzeugung das ein Film auf mehreren Ebenen funktionieren muss (wie ich auch jüngst in meiner "Detektive"-Kritik schrieb). Aber auch das ist müßig: Mir gefallen die Filme nicht. Punkt. Und ich bin nicht der Meinung, das ich mich in dem Netz von potentiellen Wiedersprüchen, das ich hier gerade stricke, zwangsläufig eine hundertprozentige Erklärung dafür liefern müsste - denn die gibt es nicht, ebenso wenig wie für deine Verehrung der Filme. Mein schlagendes Argument habe ich bereits genannt: Die Unterordnung der Charaktere und der Konflikte gegenüber den Effekten und den Schauwerten. Und so wie zumindest ich George Lucas einschätze, lag sein Augenmerk in gleicher Gewichtung auf beidem - und das ist keine gute Ausgangsbasis.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Wie käme ich auf die Idee, dieses Konzept als irrelevantes Märchentheater abzutun? Weil es mit knuddeligen Außerirdischen und Robotern aus einer anderen Galaxie dargeboten wird statt mit Menschen auf der Erde? Weil es als Gleichnis funktioniert? Dann macht man es sich doch ziemlich einfach.

Wie schön, das du mich auf mein beschränktes Blickfeld hinweist.  :icon_mrgreen: Ich sollte vielleicht noch anhängen das ich mich seit zwei Jahren nicht mehr weiter mit beiden Filmkomplexen beschäftigt habe und sich in diesen zwei Jahren meine Filmrezeption stark geändert hat. Eine erneute Konfrontation wäre also sicherlich vonnutzen. Allerdings verspüre ich nicht das geringste Verlangen danach und sehe keine Notwendigkeit darin. Ich eröffne dir hiermit die traumhafte Option, meine Argumentation als hanebüchen zu klassifizieren da sie auf einer eventuell überholten Rezeption beruht.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und bei Jackson verhält es sich doch ähnlich: Dein Groll sei dir gegönnt, niemand zwingt dich, diese Filme zu mögen.

Danke!  :icon_cool:
Im übrigen mag ich den Peter Jackson bis einschließlich "Heavenly Creatures" sehr gerne und auch "King Kong" bot mir weit mehr als die Ring-Trilogie.
Trotzdem:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Aber nur, weil dich die Machart offensichtlich abstößt, ist das noch lange kein Grund, dem Film jegliche Tiefe abzusprechen.

...fühle ich mich bedrängt.  :icon_cool: Ich schrieb:

ZitatKomplexe Strukturen ohne Leben sind wie Gerüste: Früher oder später fallen sie zusammen.

Das impliziert einiges, aber sicherlich nicht eine Ignoranz meinerseits gegenüber dem Konstrukt der Erzählung. Das ist an und für sich nämlich sehr komplex und vielschichtig - nur ist es in meinen Augen ein Acker, der nicht bestellt worden ist - beim Pflügen sind den Knechten nämlich leider ihre Emotionen abhanden gekommen. Der Film hat durchaus das Potential - der Roman (zumindest Band 1, die übrigen fehlen mir noch) geht damit auch um. Der Film tut das meines Erachtens nicht - das Konstrukt und handwerkliche Perfektion allein sowie schließlich sogar Passion (die hatte Peter Jackson schließlich zweifellos) reichen nicht aus. Es ist nicht alleine die Machart, die mich abstößt (eher sekundär) sondern vielmehr das "Gesamtprodukt" (primär). Habe ich mich so unmissverständlich ausgedrückt?

Ich WOLLTE Gefallen an den Filmen finden und KONNTE es nicht - sicherlich ist dir auch schon der ein oder andere Film untergekommen, der nahezu ohne emotionale Reaktionenen deinerseits an dir vorbeigezogen ist - "Herr der Ringe" ist nur in meinen Kopf, zu meinen Augen und Ohren vorgedrungen, nicht aber zu meinem Herz. Ich war selbst überrascht und schockiert darüber, wie kalt mich die Filme zurückließen.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Tut mir leid, aber wer die Oberfläche dieser Filme derart hervorhebt, damit er bloß nicht in die Verlegenheit gerät, unter sie blicken zu müssen, dem traue ich irgendwie nicht so recht über den Weg, wenn es darum geht, mir zu vermitteln, wann und ob ein Film Qualitäten besitzt.

S. o.

Alles was sich theoretisch hinter dieser Oberfläche verbergen könnte wird durch sie entkräftet, bzw. versiegelt. Ich schrieb es bereits. Ein Architekt kann einen noch so brillanten Bau entwerfen, ohne die Kraft vieler Handwerker und Zement wird sein Plan nie umgesetzt werden. "Herr der Ringe" ist quasi ein unvollendeter Bau: Vor mir als Zuschauer liegt ein fertiges Fundament und daneben der Plan ausgebreitet, das Haus selbst steht allerdings nicht und im Verlauf dieser drei Filme herrscht auf der Baustelle ein unheimlicher Stillstand.

Im übrigen schmeichelhaft das du meine filmische Auffassungsgabe von meinen Ausführungen zu diesem einen Film (bzw. diesen drei Filmen) festmachst (den ich zum letzte Mal vor zwei Jahren gesehen habe). Hast du eigentlich überhaupt schon irgend etwas von mir gelesen?!

Im übrigen bin ich an und für sich jemand, der von einem geradezu manischen Eifer beherrscht ist, stets hinter alle Oberflächen blicken zu wollen, selbst hinter diejenigen von Filmen, hinter deren Oberläche "man" aus guten Gründen nicht viel vermutet (oder vermuten sollte). Beispiele gefällig? Lies dir meinen gesamten Autorenthread sowie meine 30 letzten Reviews durch.  :king:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Dafür kann ich ein kleines Beispiel mit dem Adam-Sandler-Film ,,50 erste Dates" anführen, in welchem sein Charakter jeden Tag aufs neue seine Traumfrau, gespielt von Drew Barrymore, anbaggern muss, weil sie an einem Ein-Tag-Gedächtnis leidet. Huaah, Adam Sandler, da zeigen sich schon erste Kräuselbewegungen in bis dato stillen Kritikergewässern. Und wenn dann noch über das Konzept der vom Film frei erfundenen Tagesamnesie nachgedacht wird, und der Film darüber hinaus auch nicht sonderlich innovativ geraten ist, was Kameraarbeit und Regie anbelangt, ist es bequem, den Film in die Klamaukecke zu drängen und ihm jede tiefergehende Absicht zu verweigern.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Da haben wir es doch schon wieder, diesmal anhand eines Postings: Du lässt dich einfach zu schnell von Oberflächenreizen blenden.  :icon_mrgreen: ;) :icon_smile: :dodo: :algo: ***

Kritiker, bzw. Zuschauer die einen Film aufgrund eines Darstellers und seiner Reputation abwinken sind ohnehin nicht ernstzunehmen.
Abgesehen davon mag ich Adam Sandler natürlich auch, selbst wenn er überwiegend in zweitklassigen Filmen mitspielt.  :icon_mrgreen:  "50 erste Dates" habe ich noch nichts gesehen, der läuft mir aber früher oder später sicherlich auch noch über den Weg.

*** Eigentlich war das kein Kommentar zu "Star Wars" sondern lediglich die Feststellung, das Mark Hamill und Harrison Ford meiner bescheidenen Meinung nach nicht gerade zwei "scharfe Schnitten" sind.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Dass dieser Film aber zu den schönsten Liebesfilmen überhaupt gehört, gerade weil er mit seiner verrückten Ausgangsidee eine wunderschöne Metapher dafür gefunden hat, dass Liebe immer wieder aufs Neue erkämpft werden will, wird dann gerne einmal übersehen. Weil die klamaukige Oberfläche geblendet hat. Weil der Film daherkommt wie zehn Dutzend anderer Hollywood-Komödien. Dabei bietet er unter seine Dutzendoptik ebenjenen Humanismus, den du dir immer von Filmen erhoffst. Möchte nicht wissen, wie viele Leute "50 First Dates" schon aufgrund einer Sandler-Aversion von vornherein keine Chance gegeben haben.

Wenn der Film ein so edles Ansinnen hat, wieso ordnet er sich dann wohl den Konventionen des Sujets, dem er deiner Meinung nach nicht angehört, so streng unter ohne sich freizukämpfen?

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Allein das Konzept, einen Film aufgrund von Vorurteilen abstrafen zu wollen, ist soweit von meinem eigenen System der Filmrezeption entfernt, dass du dir nach Ansicht der jeweiligen Filme noch so viele Sühnepunkte abringen kannst, wie du willst: Ich halte das für unreif.

Ich platze bei Hollywood-Filmen ohne jeden Zweifel beinahe immer vor Vorbehalten aus allen Nähten. Glücklicherweise gehöre ich zu den Menschen, die (meist - es gibt da einige AUTORENFILMER bei denen es mir nicht glücken will) in der Lage sind, ihre Vorurteile und Erwartungen auszublenden sobald sich der Vorhang öffnet.  ;) Jeder Film bekommt von mir seine Chance - der Schluss, das ich mir durch meine Vorurteile ohnehin jeden Hollywood-Film selbst verschließe ist leider nicht haltbar - wenn dem so wäre müssten jetzt ganz andere Wertungen zu zahlreichen Filmen in der OFDb stehen - zu "Death Proof" 4/10, zu "Invasion" 1/10, zu "Halloween" 6/10, zu "Planet Terror" 8/10, zu "Zodiac" 5/10, zu " - nur einige Beispiele aus jüngster Zeit - Filme wie "300" oder "The hills have eyes II", die meine Befürchtungen bestätigt haben, klammere ich hier natürlich aus - das sind übrigens die seltensten Fälle. Im Endeffekt stehe ich - als Kinogänger zumindest, auf DVD suche ich natürlich selektiver aus - Hollywood-Filmen sogar lockerer gegenüber als den meisten neueren Arthouse-Filmen, denen ich mich ganz unbewusst gerne ziemlich verstockt und auf eine wesentlich penetrantere Art misstrauisch nähere. Denn im Autorenfilm herrscht heute leider, ebenso wie im Genre-/Mainstream-Film ein erdrückender Stillstand. Es ist imo Zeit für einen großen cinematographischen Umbruch.

Ich ringe mir weder Sühnepunkte ab, noch werte oder rezensiere ich um bestimmte Trends zu beeinflussen - das alles ist mir, in aller Deutlichkeit unmissverständlich gesagt, scheißegal. Und deine Unterstellung in diese Richtung empfinde ich als tendenziell beleidigend - wie unglücklich wäre ich als User in der OFDb wenn ich so möchtegern-manipulativ denken würde.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Das fällt für mich ins selbe Lager wie deine kürzliche Abwertung von ,,Planet Terror", um dem ,,unverhältnismäßig ausartenden OFDb-Hype" entgegenzuwirken. Erzähl' mir mal, wie ich deine Bewertungen bitteschön noch ernst nehmen soll, wenn sie mal , mal hott machen.

Habe ich ja, wenn ich mich recht entsinne, bereits erklärt. Bei mir hat jede Wertung eine Woche Spielraum, in der sie um etwa bis zu drei Punkte verändert werden kann, um einen Punkt auf- oder abgewertet werden darf auch über einen längeren Zeitraum. Je nachdem, wie sich die (m. E. sehr wichtigen ) "Nachwirkungen" des Films entwickeln. Im Falle von "Planet Terror" war ich nach einigen Tagen der Meinung, das 6/10 - also eine überdurchschnittliche Wertung - eindeutig eine Überreaktion nach der Sichtung war. Sehr viel mehr als durchschnittlich erschien mir der Film nach reiflichen Überlegungen (man reflektiert ja immer noch tagelang vor sich hin) auch innerhalb seiner selbstgesteckten Ambitionen lediglich durchschnittlich. Mein Kommentar zu der Abwertung war eher eine meiner üblichen Sticheleien in Richtung Mr. Hankey  :icon_mrgreen:, die Abwertung selbst eine Überzeugungstat.
Abgesehen davon bevorzuge ich für mich persönlich eher ein 25 Punkte-System.

Und glücklicherweise habe ich ja auch - um allergischen Ausschlägen bezüglich relativ nichtssagender Punkte-Schiebereien vorzubeugen - auch diesen unzweideutigen Satz in meinem Profil untergebracht:

ZitatMeine Punktbewertungen sind übrigens unter sachlichen Gesichtspunkten vollkommen wertlos und keine Orientierungshilfe.

:icon_mrgreen:
Es gibt in der OFDb ohnehin schon viel zuviele User (auch einige der hier im Autorenforum vertretenen), die meinen möglichst "objektiv bewerten" zu müssen. Ich bewerte, wie mir die Nase und der linke große Zeh gewachsen sind und das ist imo auch die einzig richtige Art, von den Punktbewertungen Gebrauch zu machen. Objektivität - davon können wir alle nur träumen.

=>

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Hat dir ein Film nun gefallen oder nicht? Hält deine Meinung irgendwelchen irrelevanten Bewertungsströmen unbekannter User stand oder nicht? Was haben die mit dir und dem Film zu tun?

Gar nichts.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Böswillige Unterstellung, die nur untermauert, was ich anzudeuten versucht habe: Du erkennst scheinbar nicht, dass man dieselben Werte auch auf andere Weise, in anderen Filmen finden und zutage fördern kann. Die Werte sind dieselben, nur heften sich die von dir bevorzugten Filme ebenjene Werte stolz ans Revers. Das macht sie aber nicht besser.

Auch hier wieder die Frage, welche Filme ich denn bevorzuge?  :00000109:
Werte und Werte. Menschliche oder Sachliche? Ich meinte damit NICHT, das ich humanistischere, pragmatischere oder was auch immer Werte im Gegensatz zu euch vertreten würde sondern die Wertung von und die Einstellung zu Kino als Kunstform, Medium, Politikum und Gegenstand eines Konflikts. Und zumindest hier differieren wir sicherlich, auch wenn wir uns beim sehen eines Filmes ähnliche, wenn nicht sogar die gleichen Dinge erhoffen. Hmm - denkst du wirklich das sich Filme wie "Die Farben der Nacht" oder "Showgirls" die von mir genannten Werte auf die Fahnen schreiben?  :icon_lol:


(McKenzie ärgert sich über die zunehmend ausufernden Maße des ursprünglich nicht als solches angelegten Monsterpostings und über seine chronische Ungeduld, die immer wieder zu schweren Missverständnissen aufgrund hastig getippter Antworten führt. Darüber hinaus befürchtet er, von Chili des "den Kopf aus der Schlinge redens" bezichtigt zu werden. Er verdammt, den ganzen Konflikt überhaupt losgetreten zu haben)


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Da kann ich im Grunde nur beipflichten. Denn davon rede ich doch: ,,aus welcher Perspektive, auf welche Art auch immer". Selbst wenn einem manche filmische Perspektive nicht gefällt, wenn die Art, wie eine Geschichte erzählt wird, und sei es über noch so viele Spezialeffekte, nicht anspricht, letztendlich drehen sich Filme immer um dieselben Dinge. Schockiert? 

Nein, wieso denn auch? :00000109: Du hast doch vollkommen recht.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und zu deiner (von mir geteilten) Begeisterung über ,,2001" bleibt mir auch noch etwas anzumerken:
In Hardcore-Science-Fiction-Kreisen, die sich etwas ausgiebiger mit dem Werke Clarkes und dessen Bearbeitung durch Kubrick beschäftigt haben, hat sich eine erstaunliche Sichtweise des Films herausgebildet. Man ging sogar vereinzelt soweit, zu behaupten, diese Sichtweise sei der Schlüssel, um den gesamten Film logisch und transparent erscheinen zu lassen. Tief Luft holen...
Man soll den Film nicht mit den Augen eines Menschen, sondern eines Außerirdischen betrachten. Die Verschiebung der eigenen Perspektive, eine fremde Betrachtungsweise würde einen objektiven Blick auf das Tun und Treiben der Spezies Mensch zulassen und den Film in einen Analyseschirm verwandeln.
Man stelle sich mal vor; ein Film, der von mir verlangt, alles Menschliche abzustreifen, um ihn zu begreifen.
Das ist ja wohl der Inbegriff der Realitätsflucht. Wo finden denn da Schlagwörter wie ,,human, ehrlich und existenzialistisch" ihren Platz?

Ob nun ein Roboter, ein Apfel am Baum, ein Schäferhund oder wer / was auch immer ein Auge auf unsere (menschlichen) Konflike wirft - ist doch letztlich egal, oder nicht? Eine solche Perspektive muss nicht zwangsläufig in der Realität fußen (man denke nur an meinen geliebten "Suspiria"), um auf dem Boden menschlicher Tatsachen zu bleiben. Als Regisseur tut man doch nichts anderes - man führt dem Publikum via Filmmaterial :icon_mrgreen: seine eigenen Fragen, Konflikte oder Schwächen vor.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Muss man sich in einen Ork versetzen, um Jacksons Filme berührend zu finden?

Um "Herr der Ringe" berührend zu finden!  :nono: Alle anderen Filme von Jackson mit Ausnahme vielleicht der zwiespältigen Feebles und Frighteners finde ich durchaus berührend.  ;) Nur diese drei nicht.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Kontaminiert du bist! Die dunkle Seite der Macht er ist!  eek

Irgendwoher muss es ja kommen!  :LOL: :pidu:

Zitat von: Chili Palmer am  1 November 2007, 11:23:53
Korrigiere mich, falls ich da falsch liege, aber dezentes Lob kann schnell von Gebrüll übertönt werden:

Ist imo überhaupt kein Wiederspruch - selbst im Angesicht der totalen Apokalypse kann ein Künstler doch - wenn er die Nerven behält  :icon_lol: - ein großartiges Gemälde zustande bringen. Es gestaltet sich aufgrund der äußeren Umstände natürlich etwas schwieriger als sonst...

Und ich stehe dazu: Bevor es mit dem Kino endgültig den Bach runter geht, sollte wenigstens Hollywood verschwinden, ansonsten sehe ich keine Chance, den ununterbrochenen Abwärtstrend aufzuhalten.  :icon_twisted:

@ Bettwurst:

Erwartest du auch noch eine Fortführung unserer kleinen Godard-Diskussion?  :icon_redface:


FUSSNOTE:


Ich war beim Verfassen dieses Postings müde, ich war ungeduldig und nicht allzu konzentriert. Man sehe es mir gütlichst nach.  :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Hankey am 4 November 2007, 14:57:12
 :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Und da wunderst Du dich, dass ich nicht dazu komme, dir auf Deine PMs zu antworten? Da braucht man ja erstmal ne Stunde um das überhaupt durchzulesen und dann nochmal mindestens 3 Stunden um diese auch zu beantworten. Wo soll man als arbeitender Mensch bloß die Zeit hernehmen? ;) ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 4 November 2007, 15:08:46
Mannomann.  :icon_lol:

Zuerst möchte ich grundsätzlich loswerden, dass ich zu keinem Zeitpunkt beleidigend rüberkommen wollte. Höchstens entrüstet.  :icon_mrgreen:
Wie käme ich dazu, dich persönlich wegen deines Filmgeschmacks anzugreifen? Liegt mir fern, das ist nicht die Basis für ein solches Forum, und ich tippe da auf ein Missverständnis, falls du dich ernsthaft persönlich getroffen fühlst.
Ebenso grundsätzlich kann ich festhalten, dass wir in Bezug auf den "Herrn der Ringe" nienimmerniemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, ich deine ausführlichen Erklärungen gerade hier im letzten Posting fürs gemeinsame Verständnis aber als sehr wertvoll empfunden habe.  :respekt:
Als großer Fan der Filmreihe kann ich eine pauschale Verdammung der Filme nun einmal nicht akzeptieren, da möchte ich Erklärungen haben, und die hast du nun geliefert. Besten Dank dafür.

Aber wie erwähnt, "Herr der Ringe" war nicht das eigentliche Thema.
Dann schauen wir mal...

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Meine größte Schwäche ist meine akute Abneigung gegenüber dem "Genre" der Komödie, das den erwünschten Effekt bei mir nur allzu selten (egal ob aus dem Independent-Bereich oder aus Hollywood) erreicht. Da ich aber trotzdem sehr gerne lache, habe ich auf meiner persönlichen filmischen Speisekarte die Komödie weitgehend durch Trash ersetzt, der mir unforcierten Humor bietet.

Auch wieder eine Erklärung, die ich in dieser Form so noch nicht von dir gelesen habe. Langsam sehe ich wirklich klarer.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Was der Vergleich mit einer anderen Filmtrilogie soll (und dann auch noch ausgerechnet dieser - entgegen Mr. Vincent Vegas häufiger Mutmaßung messe ich persönlich einem "europäischen Autorenfilm" nicht grundsätzlich mehr Bedeutung und intellektuelles Potential bei als irgend einem anderen Film) will sich mir allerdings nicht so recht erschließen. Es geht hier doch einzig und allein um "Herr der Ringe".

Ich habe da weder vom Thema ablenken noch das europäische Kino gegen das amerikanische (dem Jacksons Filme nicht einmal wirklich zugehörig sind) ausspielen wollen. "Drei Farben" war die erste Trilogie, die mir in den Sinn kam, um zu verdeutlichen, dass man in Jacksons Filmen ebensoviel finden kann wie in anerkanntem Autorenkino. Was und wie man es findet, wie viel davon Interpretationssache ist und welche Elemente von den Filmen betont werden, differiert natürlich stark. Da die Liste menschlicher Werte und Gefühle aber nicht unendlich ist, gibt es immer wieder Überschneidungspunkte, auch wenn die sie behandelnden Werke anmuten wie Birnen und Äpfel.

Das ist mein Standpunkt, den du nicht nachvollziehen kannst, das ist in Ordnung, da werden wir auch nicht weiterkommen.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Es ist nicht utopisch, ich kann es nur weder verstehen noch nachvollziehen. Begehe ich damit einen Fehler?!

Habe ich nicht behauptet. Sehe ich auch nicht so.
Ich stelle mir halt nur gelegentlich die Frage, ob jemand etwas nicht nachvollziehen will.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Denn dann stellt sich auch wieder die Frage, ob die komplexe Parabel hinter "Spiderman 3" die großangelegten, gigantischen Action-Szenen in den Straßenschluchten von NY wirklich braucht und warum diese Effekte "erstaunlicherweise" denen der ersten beiden Teile noch einen draufsetzen. Ganz abgesehen von der Tatsache, das der Effekt dann letztlich meist seinen Effekt verliert. "Matrix: Revolutions" ist einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe.

"Spider-Man" benötigt Effekte. Über Notwendigkeiten zu diskutieren, ist zwecklos.
Und wenn unter gigantischen Action-Szenen eine komplexe Parabel steckt, bin ich zufrieden.

Der Effekt-Overkill von "Matrix Revolutions" ist meiner Interpretation nach erzählerisch begründet. Siehe mein Review.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Ich modelliere nichts und selbst wenn mir das Ziel-, bzw. Stammpublikum eines Films zutiefst unsympathisch ist, impliziert das nicht automatisch das ich meine Rezeption davon beeinflussen lasse. In erster Linie sehe ich mir einfach einen Film an.
Und abgesehen davon haben die "Star Wars"- und "Herr der Ringe"-Filme die von dir so bezeichneten komplexen Sachverhalte schließlich nicht gepachtet. Ich empfinde es nicht als verwerflich, wenn ich andere Filme, die ähnliche Dinge aufgreifen und diskutieren, vorziehe. Mir liegt diese Welt voller Pomp, Kitsch, Pathos, Style und Gigantomanie schlicht und ergreifend nicht - wenn ich aus einem dreistündigen Film voller Getöse mühsam etwas sinnvolles herausdestilieren muss - und dafür auch noch einen ausgeprägten Willen mitbringen muss, etwas sinnvolles zu finden - dann läuft das Ganze für mich schon in eine ähnlich elitäre oder unfreiwillig komische Richtung wie die späteren Filme meines gehassliebten Jean-Luc Godard. Der Vergleich mag etwas befremden, doch im Endeffekt ist dann eine ähnliche Rezeption vom Zuschauer gefordert.

:icon_eek:
Warum sollten diese Filme denn genannte Sachverhalte für sich gepachtet haben? Das liest du doch wohl nicht aus meinen Ausführungen heraus, oder? Da drehst du mir ja fast schon das Wort im Munde herum, denn ich wollte eher auf das Gegenteil hinaus. Auch diese schnell abgeurteilten Effektblockbuster haben Schichten. Die oberste glitzert halt nur sehr stark und blendet leicht.
Meiner Ansicht nach, ich wiederhole mich da, handeln alle Filme auf unterschiedliche Art von den gleichen Dingen.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Ich empfinde es als hinfällig, die Diskussion auf dieser Ebene weiterzuführen - letztlich verteidigt doch jeder von uns nur seine Vorlieben, seine Wertevorstellungen, sein Kunstverständnis und seine Integrität. Und warum wir an einem solchen Punkt angekommen sind - und plötzlich anfangen, uns persönlich anzugreifen - ist mir auch unbegreiflich, denn ich habe im Endeffekt lediglich meine Ansichten dazu kundgetan und dabei niemanden im Speziellen "angeschrieben".

Siehe oben. Persönlich sollte es nie werden, und war es meiner Ansicht nach auch nie.
Wobei mir deine Reaktion gerade im Hinblick auf deine kürzliche Bemerkung, dass wir hier doch schließlich nicht in Hollywood sind, wo sämtliche Reibeflächen abgeschmirgelt werden, erstaunlich dünnhäutig erscheint.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Schön und gut, ich denke aber dass das den meisten Zuschauern herzlich egal ist. (Und ich bin auch hier der Überzeugung, das man schon eine große Portion Gutwillen mitbringen muss, um so tief in die Betonwand dieser Filme einzutauchen)

Davon rede ich doch: Du beurteilst Filme nach dem Publikum, für das sie angeblich konzeptioniert sind.
Dann tu mir doch bitte den Gefallen und beurteile sie nach Leuten wie mir, die mit dem Kopf in der Betonwand hängen.
Zumal dieses Bild doch recht unsinnig ist, denn die Faschismusparabel in "Star Wars" benötigt nun wirklich keine gesteigerte Wahrnehmung.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Wie schön, das du mich auf mein beschränktes Blickfeld hinweist.

So war das mit "man macht es sich einfach" nicht gemeint.  :nono:

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Ich eröffne dir hiermit die traumhafte Option, meine Argumentation als hanebüchen zu klassifizieren da sie auf einer eventuell überholten Rezeption beruht.  ;)

Ich möchte es mir aber nicht so einfach machen.  :king:

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Im übrigen schmeichelhaft das du meine filmische Auffassungsgabe von meinen Ausführungen zu diesem einen Film (bzw. diesen drei Filmen) festmachst (den ich zum letzte Mal vor zwei Jahren gesehen habe). Hast du eigentlich überhaupt schon irgend etwas von mir gelesen?!

Neeeein, nie.  :icon_mrgreen:
Aber bei Filmen, mit denen ich mich gut auskenne, kann ich doch am ehesten die für mich relevante Stichhaltigkeit deiner Argumentation überprüfen. Was nützen mir da andere Rezensionen und Meinungen, und seien sie noch so gut geschrieben?

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Wenn der Film ein so edles Ansinnen hat, wieso ordnet er sich dann wohl den Konventionen des Sujets, dem er deiner Meinung nach nicht angehört, so streng unter ohne sich freizukämpfen?

Da ich dem Film kein edles Ansinnen, das eines Freiheitskampfes bedarf, unterstelle, kann ich deine Frage nicht beantworten.
Ich unterstelle dem Film schlicht und ergreifend Herz. Es schlägt unter seiner mainstreamigen Oberfläche, die mir ab diesem Moment herzlich egal wird.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Und deine Unterstellung in diese Richtung empfinde ich als tendenziell beleidigend - wie unglücklich wäre ich als User in der OFDb wenn ich so möchtegern-manipulativ denken würde.

Hierbei bin ich ehrlich gesagt froh, dass du beleidigt bist. Zeigt es doch, dass du nicht die Art User bist, die du manchmal zu sein scheinst.  ;)


Gute Nacht.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 4 November 2007, 15:32:16
Zitat@ Bettwurst:

Erwartest du auch noch eine Fortführung unserer kleinen Godard-Diskussion?

Mir reicht schon das Zitat in deiner Signatur.  :icon_twisted:

ne, also wenn du mal wieder was dazu schreiben willst, schreib, aber im Moment können wir es auch ruhig mal dabei belassen.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 November 2007, 19:17:13
Zitat von: Mr. Hankey am  4 November 2007, 14:57:12
:icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Und da wunderst Du dich, dass ich nicht dazu komme, dir auf Deine PMs zu antworten? Da braucht man ja erstmal ne Stunde um das überhaupt durchzulesen und dann nochmal mindestens 3 Stunden um diese auch zu beantworten. Wo soll man als arbeitender Mensch bloß die Zeit hernehmen? ;) ;)

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Mannomann.  :icon_lol:

Was glaubst du, warum Chili einen Monat auf dieses Posting warten musste?  :king:

@ Chili:

Langsam sehen wir Land, denke ich.  ;) Mehr dazu in Kürze.  :icon_twisted: :icon_lol:

@ Bettwurst:

Wunderbar.  :respekt: Das Zitat in meiner Signatur ist natürlich eher als sarkastischer Kommentar zu verstehen, gelle (du hast aber das bessere  :icon_lol:)? An meiner Einstellung zu Godard hat sich nicht viel geändert, die kürzliche Sichtung von "Die Verachtung" hat wieder Öl ins Feuer gegossen, der extrem verkopfte und intellektuell übertrieben ausgeschmückte Essayfilm "Numero zwo" war bei mir nach drei Tagen kurioserweise von 3 auf 5 und von dort auf 8 geklettert.  :icon_eek: :kotz: :00000109: :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 5 November 2007, 04:11:55
Leute, die ganze Diskussion ist sowieso müßig - ich komme gerade vollkommen erschlagen aus dem Kino wo ich meinen vermutlichen Lieblingsfilm 2007 gesehen habe: Er kommt aus Hollywood, hat beachtliche 35 Millionen Dollar gekostet, wurde von Warner koproduziert, wird von ihnen verliehen und er präsentiert Brad Pitt in der Hauptrolle. *  :icon_eek:

WAS für ein Film. Ich bin immer noch vollkommen benebelt. Das ist das noch erleben muss und darf...!  :icon_eek: :00000109: :love: :love: :love:

* Es handelt sich um "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford".
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 5 November 2007, 08:08:55
Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Zuerst möchte ich grundsätzlich loswerden, dass ich zu keinem Zeitpunkt beleidigend rüberkommen wollte. Höchstens entrüstet.  :icon_mrgreen:

Na denn.  :andy: =>  :icon_eek: =>  :pidu:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Wie käme ich dazu, dich persönlich wegen deines Filmgeschmacks anzugreifen? Liegt mir fern, das ist nicht die Basis für ein solches Forum, und ich tippe da auf ein Missverständnis, falls du dich ernsthaft persönlich getroffen fühlst.

Nun, weniger mein Filmgeschmack als meine Ansichten zu "Herr der Ringe" und "Star Wars". Rajko schrieb ja:
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Selbst wenn einem das inhaltlich nicht zusagt (was ich verstehen könnte), so kann kein gescheiter, halbwegs aufmerksamer Kinofreund die Leistung dieses Mammutwerks so derart wenig argumentativ herunterspielen.

Das hielt ich für eine problematische Aussage (zum einen korrekt, zugleich aber auch vollkommen daneben) und hatte irgendwie das Gefühl, hinter deinem Posting so ein "Was?! Du nennst dich Filmliebhaber und schreibst so über "Herr der Ringe"?" zu lesen. Verz(w)ei(f)h(l)ung.  ;)

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, das haben wir alle sicherlich schon oft schmerzhaft zu spüren bekommen.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Ebenso grundsätzlich kann ich festhalten, dass wir in Bezug auf den "Herrn der Ringe" nienimmerniemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, ich deine ausführlichen Erklärungen gerade hier im letzten Posting fürs gemeinsame Verständnis aber als sehr wertvoll empfunden habe.  :respekt:

Dann war mein Posting-Größenwahnsinn ja nicht vergeblich. Ich war eigentlich der Auffassung, das meine Argumentation nicht sonderlich schlüssig wäre, wenn du das anders empfunden hast, umso besser. Wie gesagt: Die Diskussion führe ich nicht zum ersten Mal. Wertvolle Erkenntnisse... Fragt sich nur INWIEFERN wertvoll:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Auch wieder eine Erklärung, die ich in dieser Form so noch nicht von dir gelesen habe. Langsam sehe ich wirklich klarer.

Klingt irgendwie zwiespältig.  :icon_cool: Auch hier muss ich natürlich differenzieren: Es gibt immer wieder Komödien, bei denen ich mir auf die Schenkel klopfe doch es überwiegen allergische Reaktionen auf gewollten Humor.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Das ist mein Standpunkt, den du nicht nachvollziehen kannst, das ist in Ordnung, da werden wir auch nicht weiterkommen.

Doch, den kann ich sogar einwandfrei nachvollziehen, finde ihn prinzipiell auch durchaus sympathisch. Nur deine Anwendung eben dieses Standpunktes - und den vertreten ja viele in unserem kleinen, feinen Autorenkreis hier - kann ich nur schwer nachvollziehen. Im Endeffekt finde ich also meine Körner oft in Filmen, die andere als trivial oder anspruchslos bezeichnen würden, du ebenso. Nur erscheint mir Hollywood in dieser Richtung bei weitem nicht so interessant wie die meisten anderen filmischen Strömungen (amerikanisches Independent-, europäisches und japanisches Genre-Kino). Wobei: Man soll niemals nie sagen (freundliche Erinnerungen an "Elektra" und "The Invasion" kommen auf  :icon_mrgreen:).

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Ich stelle mir halt nur gelegentlich die Frage, ob jemand etwas nicht nachvollziehen will.

Das wäre für mich in diesem speziellen Fall nun einmal mit sehr harter Arbeit, bzw. einer großen Durchstehprobe verbunden.  :icon_lol: Wir sprechen uns in 10 Jahren noch einmal - bis dahin habe ich den ganzen "geilen Scheiss" (sonst meine persönliche Bezeichnung für die Filme der "Nouvelle Vague") bestimmt noch einmal gesehen.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
"Spider-Man" benötigt Effekte. Über Notwendigkeiten zu diskutieren, ist zwecklos.
Und wenn unter gigantischen Action-Szenen eine komplexe Parabel steckt, bin ich zufrieden.

Ja, aber im Endeffekt muss mich der "Sinn hinte den Bildern" (oh je, das klingt irgendwie sehr phrasiert) ja auch schon mindestens mit seinen Fingerspitzen anspringen (ohne Fleiß kein Preis, das ist klar). Insofern würde sich eine mit deiner vergleichbaren Rezeption dieser Filme ebenso schwierig gestalten, wie der Versuch in das intellektuelle Gespinst von "Notre musique" vorzudringen und Godards Zynismus zu ignorieren.  :icon_eek:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Der Effekt-Overkill von "Matrix Revolutions" ist meiner Interpretation nach erzählerisch begründet. Siehe mein Review.

Schon längst gelesen.  ;) Kann ich zwar auch nicht wirklich nachvollziehen - vor allem da sich dieser penentrante, enervierende Overkill nicht nur auf die von dir so eingegrenzten 17 Minuten sondern durch den gesamten Film zieht, wie ich finde - ist aber ein interessanter Ausblick auf ein Gutemiene-Spiel mit dem Teufel.  :icon_mrgreen: Ich bin ja auf solcherlei Filme nicht angewiesen. Angesichts deiner delikaten Fertigkeiten und filmischen Auffassungsgabe finde ich es schon ausgesprochen schade (das gleiche habe ich auch schon vor lange Zeit einmal an Mr. Vincent Vega gerichtet) das du fast nur Hollywood-Filme (und hier und da deutschen Mainstream) besprichst.  :icon_confused:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
:icon_eek:
Warum sollten diese Filme denn genannte Sachverhalte für sich gepachtet haben? Das liest du doch wohl nicht aus meinen Ausführungen heraus, oder? Da drehst du mir ja fast schon das Wort im Munde herum, denn ich wollte eher auf das Gegenteil hinaus.

Das war ein "lauter Gedanke" von mir und kein Vorwurf an dich. Mir ist schon klar, das du es nicht so verstanden wissen wolltest.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Auch diese schnell abgeurteilten Effektblockbuster haben Schichten. Die oberste glitzert halt nur sehr stark und blendet leicht.
Meiner Ansicht nach, ich wiederhole mich da, handeln alle Filme auf unterschiedliche Art von den gleichen Dingen.

Auch hier können wir den Mantel des Konsens drüberdecken, allerdings spielen natürlich nicht alle Filme in der gleichen Liga - auch wenn sie ähnliche Themen behandeln. So kommt schließlich auch diese Differenz zustande - für dich spielen die heißumkämpften Filme in der ersten Liga, für mich nicht.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Wobei mir deine Reaktion gerade im Hinblick auf deine kürzliche Bemerkung, dass wir hier doch schließlich nicht in Hollywood sind, wo sämtliche Reibeflächen abgeschmirgelt werden, erstaunlich dünnhäutig erscheint.

Inwiefern? Ich bin mir nicht sicher, wie ich das verstehen soll.  ;)
Die Bemerkung über das konsensige Hollywood war allerdings, das gebe ich zu, trotz Smilie todernst gemeint. Ich freue mich auf Kritiken von dir zu "Rendition" und "Trade".  :icon_twisted:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Davon rede ich doch: Du beurteilst Filme nach dem Publikum, für das sie angeblich konzeptioniert sind.
Dann tu mir doch bitte den Gefallen und beurteile sie nach Leuten wie mir, die mit dem Kopf in der Betonwand hängen.

Nein, das tue ich nicht!  :anime: Ich meinte damit nur, das sich ein Regisseur nicht wundern muss, wenn sein kleines persönliches Anliegen das Publikum nicht erreicht weil selbiges von CGI-Wuchten erschlagen bzw. überwältigt wird.
Was hältst du von Joel Schumacher, Wolfgang Petersen und Ron Howard?

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Zumal dieses Bild doch recht unsinnig ist, denn die Faschismusparabel in "Star Wars" benötigt nun wirklich keine gesteigerte Wahrnehmung.

Sicher?  :00000109:

Siehe oben. Ich müsste mich schon sehr anstrengen, sie zu finden. Und ich halte mich eigentlich (trotz einiger Vorurteile wie wir sie ja alle mit uns führen...) für "open minded". :icon_cool:
Paul Verhoeven ist nach wie vor ein gutes Beispiel (meiner Meinung nach) für einen Regisseur, dem genau das perfekt gelingt, was du beschreibst - großes Hollywood-Kino bodenständig und diskursiv zu inszenieren. Von der Vielseitigkeit und Hintertriebenheit eines Paul Verhoeven ist Peter Jackson so gerne ich ihn eigentlich mag, imo weit entfernt.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Aber bei Filmen, mit denen ich mich gut auskenne, kann ich doch am ehesten die für mich relevante Stichhaltigkeit deiner Argumentation überprüfen. Was nützen mir da andere Rezensionen und Meinungen, und seien sie noch so gut geschrieben?

Das ist aber ein ungleicher Kampf (David gegen Goliath  :icon_lol:) da ich mich nicht einmal annähernd so intensiv mit den Filmen beschäftigt habe wie du.  ;)
Die Frage habe ich nur gestellt, da sich dir auf diesem Wege möglicherweise zumindest meine Rezeptions-Gewohnheiten im Allgemeinen erschlossen hätten. Falls du natürlich an meine älteren Texte geraten bist...  :icon_redface: :icon_mad: :kotz:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Ich unterstelle dem Film schlicht und ergreifend Herz. Es schlägt unter seiner mainstreamigen Oberfläche, die mir ab diesem Moment herzlich egal wird.

Das sollte aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme, bzw. Besonderheit darstellen, oder nicht?  ;)

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Hierbei bin ich ehrlich gesagt froh, dass du beleidigt bist. Zeigt es doch, dass du nicht die Art User bist, die du manchmal zu sein scheinst.  ;)

Das will ich mir auch ausgebeten haben!  :icon_eek: Wenn deine Vermutung der Wahrheit entsprechen würde, wären meine zahlreichen Besprechungen zu teilweise vollkommen unbekannten Filmen schließlich müßig. Dann würde ich es eher so anstellen wie ein User namens "art" und einfach zu allen großen Kinobomben der Saison saftige Verrisse schreiben (Gott, DAS wäre anstrengend).  :icon_lol: Nee, wenn ich mich ausgerechnet in der OFDb um Profilierung bemühen würde, wäre das schon ein Armutszeugnis.  :icon_cool:

Grundgütiger - jetzt wird mir erst bewusst was du andeutest. Was für ein User scheine ich denn manchmal zu sein? Doch nicht etwa SO einer?  :kotz:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Gute Nacht.  :icon_mrgreen:

MOIN!  :algo:

Zitat von: Mr. Hankey am  4 November 2007, 14:57:12
:icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Und da wunderst Du dich, dass ich nicht dazu komme, dir auf Deine PMs zu antworten? Da braucht man ja erstmal ne Stunde um das überhaupt durchzulesen und dann nochmal mindestens 3 Stunden um diese auch zu beantworten. Wo soll man als arbeitender Mensch bloß die Zeit hernehmen? ;) ;)

Seit meiner letzten (immer noch unbeantworteten, ich weiß schon gar nicht mehr, was drin stand  :bawling:) PM an dich sind inzwischen - glaube ich - mindestens vier Monate verstrichen. So lang war sie denn auch wieder nicht!  :icon_twisted:

Zitat von: Bettwurst am  4 November 2007, 15:32:16
Mir reicht schon das Zitat in deiner Signatur.  :icon_twisted:

Nicht wahr? Das ist schon ein Brett ins Gesicht!  :icon_twisted: :LOL:

Zitat von: Bettwurst am  4 November 2007, 15:32:16
ne, also wenn du mal wieder was dazu schreiben willst, schreib, aber im Moment können wir es auch ruhig mal dabei belassen.  ;)

Na, dann warten wir erst einmal wieder auf einen neuen Anlass. Vielleicht ein begeistertes Review meinerseits zu "Vivre sa vie"?  :icon_eek: :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 5 November 2007, 10:45:19
Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 04:11:55
Leute, die ganze Diskussion ist sowieso müßig - ich komme gerade vollkommen erschlagen aus dem Kino wo ich meinen vermutlichen Lieblingsfilm 2007 gesehen habe: Er kommt aus Hollywood, hat beachtliche 35 Millionen Dollar gekostet, wurde von Warner koproduziert, wird von ihnen verliehen und er präsentiert Brad Pitt in der Hauptrolle. *  :icon_eek:

WAS für ein Film. Ich bin immer noch vollkommen benebelt. Das ist das noch erleben muss und darf...!  :icon_eek: :00000109: :love: :love: :love:

* Es handelt sich um "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford".

Freut mich, der Film steht auch noch auf meiner Liste, aber ich komme grad nicht mehr hinterher, zumal "Atonement" noch Vorrang hat.

Jedenfalls schön ... zumal er aus Hollywood stammt. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 5 November 2007, 10:56:19
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  5 November 2007, 10:45:19
Freut mich, der Film steht auch noch auf meiner Liste, aber ich komme grad nicht mehr hinterher, zumal "Atonement" noch Vorrang hat.

Jedenfalls schön ... zumal er aus Hollywood stammt. :icon_mrgreen:

Ich bete innigst, das du hier nicht wieder an irgendeinem moralisch-ideologischen Haken hängen bleibst - mir fällt zwar keiner ein (Zuwenig weibliche Präsenz?  :icon_lol: Der Film ist nahezu vollkommen...  :love:) aber bei dir weiß man ja nie so genau...  ;) Ich denke aber schon, das du ihm etwas abgewinnen wirst (ich habe ihm VIEL ZUVIEL abgewonnen - mein geplantes Review entfällt vorerst...)

Da erwartet man ein solides Western-Drama a là "Cold Mountain" und dann das...  :icon_eek:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 5 November 2007, 11:01:58
Ich erwarte lediglich einen Spätwestern, der alles wegfegt, was seit UNFORGIVEN über die Leinwand geflattert ist und vor allem durch seinen homoerotischen Subtext besticht. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 5 November 2007, 11:08:54
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  5 November 2007, 11:01:58
Ich erwarte lediglich einen Spätwestern, der alles wegfegt, was seit UNFORGIVEN über die Leinwand geflattert ist und vor allem durch seinen homoerotischen Subtext besticht. :icon_mrgreen:

LOL... damit liegst du sogar zu 50 % richtig. Ein echter Western ist er zwar nicht (finde ich zumindest, auch wenn er lustvoll mit seiner vermeintlichen Zugehörigkeit zum Genre spielt), ansonsten vermutest du aber vollkommen richtig, auch wenn der homoerotische Subtext Interpretationssache ist (imo war er durchaus vorhanden - Casey Affleck und Brad Pitt würden ein süßes Gangster-Pärchen abgeben :icon_mrgreen: - jedoch nur sehr dezent und nicht unbedingt eindeutig fixierbar). Aber bereite dich darauf vor: Sehr langsam, sehr elegisch, gelegentlich etwas kitschig (es gibt guten und schlechten, anspruchsvollen und tumben Kitsch - Douglas Sirk zählt beispielsweise zur ersten Kategorie *), unglaublich vielschichtig und psychologisch komplex (der Film ist VOLL), etwas thesenhaft und ausgesprochen melancholisch.  :love:

* Inzwischen habe ich auch "Magnificent Obsession" genossen. Der aromatische Tropfen mundet mir zunehmend mehr (derzeit schlachte ich die Mediathek unseres Partner-Kinos in Sachen Sirk regelrecht aus - horten, horten, horten).  :icon_razz:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 5 November 2007, 11:22:18
Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 11:08:54
* Inzwischen habe ich auch "Magnificent Obsession" genossen. Der aromatische Tropfen mundet mir zunehmend mehr (derzeit schlachte ich die Mediathek unseres Partner-Kinos in Sachen Sirk regelrecht aus - horten, horten, horten).  :icon_razz:
Ich beneide dich, denn ich habe keine Möglichkeit hier an diese Filme heranzukommen. Es gibt zwar kaum einen Sirk-Film, den ich nicht mindestens schon fünfmal gesehen habe, aber das letzte Mal war so vor etwa 20 Jahren. Bestens noch in Erinnerung, aber nicht mehr frisch genug für eine ordentliche Kritik - abgesehen davon, dass ich die Filme endlich wieder sehen will !!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 6 November 2007, 14:33:11
Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Klingt irgendwie zwiespältig.  :icon_cool: Auch hier muss ich natürlich differenzieren: Es gibt immer wieder Komödien, bei denen ich mir auf die Schenkel klopfe doch es überwiegen allergische Reaktionen auf gewollten Humor.

War aber nicht zwiespältig gemeint. Deine Einstellung zum "erzwungenen Humor" war mir neu, und von dieser Warte aus betrachtet sah ich deine mir zuvor unverständliche Ablehnung von Filmen wie "Life of Brian" in einem ganz neuen Licht.
Wenn du aber befürchtest, dass dein energisches Vertreten dieses Standpunkts phasenweise überdeckt, dass es auch Komödien gibt, die dir gefallen, solltest du vielleicht gelegentlich etwas weniger drastisch formulieren. Denn nichts ist doch anstrengender, als ständig die Schwarz-Weiß-Eimer hervorholen zu müssen, um nachträglich ein wenig Grau zu mischen. Da ist die Farbe schon getrocknet, und das Publikum hat sich bereits ein Urteil gebildet.  ;)

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Auch hier können wir den Mantel des Konsens drüberdecken, allerdings spielen natürlich nicht alle Filme in der gleichen Liga - auch wenn sie ähnliche Themen behandeln. So kommt schließlich auch diese Differenz zustande - für dich spielen die heißumkämpften Filme in der ersten Liga, für mich nicht.

Riiischtisch! <indenKonsensmanteleinwickel>

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Nein, das tue ich nicht!  :anime: Ich meinte damit nur, das sich ein Regisseur nicht wundern muss, wenn sein kleines persönliches Anliegen das Publikum nicht erreicht weil selbiges von CGI-Wuchten erschlagen bzw. überwältigt wird.
Was hältst du von Joel Schumacher, Wolfgang Petersen und Ron Howard?

Im Falle von George Lucas behaupte ich jetzt mal, seine Ambitionen dahingehend zu kennen, dass er CGI-Wuchten und persönliches Anliegen verbinden möchte. Gerade bei einem Filmemacher wie ihm, der selbst zugegeben hat, zugunsten von Bild und Ton am liebsten ganz auf Dialoge verzichten zu wollen, muss man einfach lobend erwähnen, dass seine Filme substanzlosem Kram wie "Transformers" meilenweit überlegen sind. Und wenn, wie im Falle von "Star Wars", das "Anliegen" deutlich genug formuliert ist, erschlägt mich keine CGI der Welt. Gerade hier sind die Effekte doch kein Selbstzweck, sondern ausschließlich Instrument der Handlung und Stimmung.

Die drei genannten Herren sind allesamt mit großen Budgets hantierende Regisseure, deren verbindendes Element ihre Unbeständigkeit ist.
Schumachers "Batman & Robin" ist ein Musterbeispiel für selbstzweckhafte Effekte, die eine fehlende Geschichte übertünchen.

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Sicher?  :00000109:

Ganz sicher.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Das sollte aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme, bzw. Besonderheit darstellen, oder nicht?  ;)

Nur weil ich Hollywood immer wieder gegen Pauschalurteile in Schutz nehme, heißt das noch lange nicht, dass ich das gesamte System unbesehen heilig spreche. Das ist aber auch alles schwierig...
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  6 November 2007, 02:29:24
Das ist wohl Ironie und paradoxe Quintessenz all der langen Thread-Pamphlete hier zugleich. Was nützt seitenlanges Gefasel, wenn die Realität dann doch ganz anders aussieht. :icon_lol:


Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Grundgütiger - jetzt wird mir erst bewusst was du andeutest. Was für ein User scheine ich denn manchmal zu sein? Doch nicht etwa SO einer?  :kotz:

Bist du nicht, sagte ich doch. Thema closed.  ;):icon_cool:

Kann mich übrigens Psychowursts Lamento nur anschließen:
Was fällt euch ein, hier reihenweise Filme zu empfehlen, wo ich meine Kohle doch gerade erst in "Weißt was geil wär" versenkt habe?

http://www.youtube.com/watch?v=4PEPYZ__yOE
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 November 2007, 02:00:08
Ende gut, alles gut!  :LOL:

Ich würde dir ja gerne seitenlang von "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" vorschwärmen und ihn dir noch ausgiebiger empfehlen :love:, habe aber leider keine Zeit dafür. Ich hoffe ein einfaches:

CHILI (und Mr.Vincent Vega, Dresden-Clan, Vince, Frankie, kruchtenkaiser und Konsorten  ;)), auf ins Kino! Du (IHR) versäum(s)t sonst den möglicherweise großartigsten (Hollywood-)Film des Jahres im großen Cinemascope-Format!  :nono:

...tut es auch. Dafür lohnt sich das Eintrittsgeld sicherlich mehr als für (den sicherlich nicht uninteressanten) von dir zuletzt rezensierten deutschen Film. "Weisst was geil wär?" - "Eine Abrundung des hiesigen Konsens durch 10/10, möglicherweise mit Review von Chili für einen anderen, besseren Film!"  :icon_mrgreen:

Ich entschuldige mich bei allen, die noch auf etwas von mir (Review oder Antworten  :icon_lol:) warten. I'm busy, extremely busy...  :icon_redface:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 8 November 2007, 13:45:43
Ich muss sagen, seit ich den kuriosen Titel kenne, habe ich irgendwie schon erwartet, dass da mal wieder was ziemlich Unkonventionelles und deswegen Hochinteressantes auf uns zukommt. Ich nehme dir deine Begeisterung also hundertprozentig ab und erwarte mit Freuden die Sichtung.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 8 November 2007, 18:48:37

Bin auch mehr als gespannt.

Bin allerdings auch auf "Erdsee", "Halloween", "Auf der anderen Seite" und "Die drei Begräbnisse des Melqiuades Estrada" gespannt.

Typisch: Monatelang läuft nichts, dann kommt alles geballt.  :anime:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 November 2007, 23:40:36
Zitat von: Vince am  8 November 2007, 13:45:43
Ich muss sagen, seit ich den kuriosen Titel kenne, habe ich irgendwie schon erwartet, dass da mal wieder was ziemlich Unkonventionelles und deswegen Hochinteressantes auf uns zukommt. Ich nehme dir deine Begeisterung also hundertprozentig ab und erwarte mit Freuden die Sichtung.  ;)

Nun ja... der Film ist nicht unbedingt unkonventionell - er steht einfach für sich alleine da und steht - und steht - und steht. Kurz: Er lässt sich keiner gegenwärtigen Strömung des Mainstreams zuordnen, kann aber von sich auch nicht behaupten, er sei etwas noch nie dagewesenes. Er steht einfach da... wie ein Fels in der Brandung :icon_mrgreen: (was allerdings nicht andeuten soll, der Status des Films - den er gar nicht hat - würde mich mehr reizen als das Werk selbst - es geht um den Stil und der ist unkonventionell konventionell) Er ist im Kontext seiner Enstehung - als Studio-Produktion mit Star-Besetzung und allem drum und dran - allerdings durchaus unkonventionell und ein gutes Beispiel dafür, was für großartige Wunder noch möglich sind, wennn die Produzenten einen Regisseur und Autoren einfach machen lassen.  :love:

Zitat von: Chili Palmer am  8 November 2007, 18:48:37
Bin auch mehr als gespannt.

Das du überhaupt noch an dich halten kannst!  :icon_eek: :icon_mrgreen: Ich konsumiere den Trailer (der erst nach Sichtung des Films so richtig gut wirkt) schon in Endlosschleife um die Zeit bis zum nächsten Kinobesuch (am Freitag oder Montag) zu überbrücken.  :love:

Zitat von: Chili Palmer am  8 November 2007, 18:48:37
"Halloween", "Auf der anderen Seite" und "Die drei Begräbnisse des Melqiuades Estrada" gespannt.

Dito - Auf ersteren wegen dem Wahrheitsgehalt der 2. Sichtung, auf zweiteren u. a. wegen Rajkos großer Transgression und auf den dritten, weil er möglicherweise in die Richtung meines neuen Lieblings geht.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am  8 November 2007, 18:48:37
Typisch: Monatelang läuft nichts, dann kommt alles geballt.  :anime:

Stimmt. Ich bin auch vollkommen überfordert mit dem aktuelle Kinoangebot (derzeit laufen etwa 20 interessante Filme...), einer Doppel-Retrospektive jeweils mit Fassbinder-Filmen und Action-Klassikern in der Nachbarstadt, einer Reihe mit west- und ostdeutschen Filmen der Nachkriegsjahre im Partnerkino (das im Dezember dann eine Louis Malle-Werkschau veranstaltet), unserem eigenen Programm, Stapeln ungesehener VHS und DVDs...   :algo::LOL:



Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 9 November 2007, 00:00:34
Zitat von: McKenzie am  8 November 2007, 23:40:36
Er ist im Kontext seiner Enstehung - als Studio-Produktion mit Star-Besetzung und allem drum und dran - allerdings durchaus unkonventionell und ein gutes Beispiel dafür, was für großartige Wunder noch möglich sind, wennn die Produzenten einen Regisseur und Autoren einfach machen lassen.  :love:

Genau die Unkonventionalität im Kontext seiner Entstehung meinte ich auch und die schien in mancher Kritik schon durch, egal ob die Kritik den Film nun abgewatscht oder gelobt hat. Es soll wohl auch irgendwo ein Gleichnis auf Brad Pitts Person im Hollywood-Kontext sein. Auf jeden Fall scheint genug Interessantes da zu sein, um hundertprozentig einen Blick zu wagen - gerade das Westerngenre grase ich ja nicht unbedingt immer komplett ab.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 9 November 2007, 00:42:35
Zitat von: Vince am  9 November 2007, 00:00:34
Es soll wohl auch irgendwo ein Gleichnis auf Brad Pitts Person im Hollywood-Kontext sein.

Ja, als ich feststellte, das er selbst mitproduzierte, sah ich seinen Auftritt in einem ganz anderen Licht. Ich glaube, er hat hier viel Frust abgebaut und seine eigene Situation als fallende aber nach wie vor in vieler Hinsicht überstrapazierte Hollywood-Ikone reflektiert. Jedenfalls habe ich ihn schon lange nicht mehr so gut erlebt...

Zitat von: Vince am  9 November 2007, 00:00:34
Auf jeden Fall scheint genug Interessantes da zu sein, um hundertprozentig einen Blick zu wagen - gerade das Westerngenre grase ich ja nicht unbedingt immer komplett ab.

1. UNBEDINGT im Kino ansehen und NICHT erst auf die DVD warten!  :icon_razz:
2. Keine Sorge, der Film ist nicht wirklich ein Western. Oder ist jeder Film, der im Amerika des 20. Jahrhunderts spielt, ein Western? Dann wäre "Onkel Tom's Hütte" ja auch einer!  :eek: :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 9 November 2007, 03:15:49
Ja, ja, wenn Ulknudel Crumb vor einem Monat sagt, daß der Film hervorragend ist, wird er nur müde belächelt, dann kommt der dahergelaufene Hosenscheißer Mc"ichbinzujungummeineeigenerichtungzufindenwillabertrotzdemmitredenalsosageichhollywoodistscheiße"Kenzie und alle schreien "Oh!" und "Ah!".
Aber wenn Wolfgang Amadeus McKenzie dadurch wenigstens noch ein paar Leute ins Kino bewegt, sollte ich wahrscheinlich meine Strategie überdenken; vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für diese Scheiße... ;) :icon_lol:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 9 November 2007, 03:41:27
@McKenzie:

Schön das du auf deine alten Tage doch noch einen modernen Hollywoodfilm zu schätzen weißt. Ich persönlich verabscheue auch viel von dem Müll der dort produziert wird doch deine Meinung kann ich nicht ganz teilen. Jedenfalls nicht in der Hinsicht, das Hollywood sich generell verschlechtert hätte. Immerhin war es schon immer die gleiche Traumfabrik, in deren gnadenlosen Mühlen unzählige Talente verschwendet oder verkauft wurden. Seit Anbeginn der Filmindustrie wird überwiegend Schrott produziert aber das ist doch ganz klar. Auch in vielen Jahren werden noch etliche Filme der 90er und Postmilleniumszeit filmhistorische Bedeutung behalten und viel vom überflüssigen Kram, der uns heute ärgert, den wird man vergessen haben.

Kurz gesagt bin auch ich gegen übermäßigen und vor allem einseitigen Genuss von Hollywoodkino, doch untergehen soll die olle Traumfabrik nicht. Willst du lieber Bollywood an der Marktspitze?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 9 November 2007, 03:42:38
Stimmt, Stuhlwurst, du mußt ganz einfach an deiner Seriosität arbeiten.  :icon_lol:  ;)

Ne, Quatsch. Also langsam nervt es mich echt, wieviele Filme soll ich mir denn noch derzeit im Kino anschauen?  :bawling:
Wenn Metti, Phil und McAmadeus  :icon_eek: den so großartig finden, werd ich wohl langsam nicht mehr drumherum kommen.  :icon_lol:

Trotzdem bleibt das Triumvirat van Sant, Lee und Seidl bei mir in Poleposition, auf Atonement bin ich jetzt auch noch scharf geworden und Beowulf ist sowieso Pflicht.  :king: Und dann wär da auch noch der Lieblings- und Haßfilm von Mr. V.  :andy:

Na, dann werd ich mich mal nach einer alten Oma mit prall gefüllter Handtasche umsehen und meine Studienangelegenheiten vertagen, ist doch alles kein Problem..  :rofl:

---------------
sehr richtig analysiert, Mr. Killer  :icon_smile:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 9 November 2007, 14:47:22
Zitat von: Bettwurst am  9 November 2007, 03:42:38
auf Atonement bin ich jetzt auch noch scharf geworden

Versprich dir nicht zu viel, ich war gestern drin.

Zitat von: Bettwurst am  9 November 2007, 03:42:38
Und dann wär da auch noch der Lieblings- und Haßfilm von Mr. V.  :andy:

Der da wäre?


Und das mit van Sant habe ich mal überlesen. Den kann kein halbwegs intelligenter Mensch ernst nehmen. :icon_twisted: :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 9 November 2007, 15:06:06
Ich meinte American Gangster.  ;) (Haß war vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt)


na dann bin ich mal gespannt auf einen Atonement-Bericht, jede kritische Stimme spart mir wenigstens Geld  :icon_lol:

Und Paranoid Park solltest du dir auch anschauen, wer weiß, ob der gute Herr es ja nicht doch mal ohne Homophobie oder sexuelle Ausbeutung der Jungdarsteller geschafft hat.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 29 November 2007, 00:00:20
Leider bin ich derzeit kaum im Forum präsent aufgrund meines mangelnden Internet-Zugangs und eingeschränkter Zeit (und zuletzt auch Krankheit), selbige gab aber immer noch einiges her, unter anderem eine noch laufende private Douglas Sirk-Retro mit bislang 10 Filmen (Ein Meisterregisseur! Ich bin begeistert... :icon_eek: :love: und sogar einige Reviews (als ich krank war...). Bevor ihr diese Ergüsse in zensierter, bzw. überarbeiterer Fassung um die Ohren gehauen bekommt (prätentiöses "Gschmarri" zu "Vanishing Point" - extra für Rajko - und einem sehr sehenswerten deutschen Nachkriegsfilm) allerdings noch einer meiner raren Verisse, der wieder einmal offenbart, das ich für negative Kritiken der falsche Mann bin.

Ja, "Doors"-Keyboarder Ray Manzarek hat einen Film gedreht. Und was für einen...

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=66838&rid=270156

@ Paul, Mettsessel, Mr. Vincent Vega & Co:

Ich habe euch alle lieb, ihr kommt auch noch an die Reihe.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Dezember 2007, 07:29:55
Und noch ein weiterer bemerkenswerter deutscher Nachkriegsfilm, von dessen Regisseur ich mir nach 22 (gesehenen) Filmen in meinen kühnsten Träumen nichts derartiges erwartet hätte:

http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=25271&rid=270767
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 9 Dezember 2007, 03:30:55
http://www.ofdb.de/view.php?page=review&fid=7281&rid=271426

Möge die Schlacht beginnen  :king: - Rajko, ich erwarte ausführliches Feedback von dir, den Absatz über die berüchtigte "homophobe"  :scar: Szene habe ich EIGENS für dich eingefügt.  ;) Mir wäre das nämlich sonst gleichgültig gewesen - denn der Vorwurf ist meines Erachtens absurd.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 9 Dezember 2007, 04:04:30
Ich werd's dann morgen mal lesen, im Moment kann ich angesichts des BLADE RUNNER-Marathons keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vinyard Vaughn am 10 Dezember 2007, 10:31:18
Starkes Review Mc  :respekt:. Sehr interessant zu lesen und gute Deutung in der ach so "homophoben" Szene ;) -  erinnerte mich daran das ich den Film schleunigst mal wieder sehen muss.^^
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Dezember 2007, 00:32:20
Zitat von: Vinyard Vaughn am 10 Dezember 2007, 10:31:18
Starkes Review Mc  :respekt:.

Danke!  :icon_razz: Ich find's shice und total prätentiös :icon_mad: :icon_mrgreen:  aber wie soll man einem inhaltlich so übersättigten Film schon gerecht werden? Bei der ersten Sichtung wurde er bei mir vor allem durch die Atmosphäre und dieses omnipräsente, sehnsüchtige Weh-Gefühl getragen, beim zweiten Mal war es pure Kopf- und Seh-Arbeit (aber trotzdem noch ein Vergnügen). Einfach ein wunderbarer Film - Mr. Vincent Vegas Umschreibung mit Adjektiven wie "doof", "homophob", "sexistisch" und "mit Sex und Gewalt auf schnellen Cash hin produziert" (versteh' ich ohnehin nicht - wo sind hier denn bitteschön überhaupt Sex und Gewalt?!) empfinde ich als äußerst bizarres Ergebnis einer "Mit-Brett-vor-dem-Kopf-Tageswanderung". (Na, vielleicht sagt er jetzt doch noch etwas dazu?  :icon_mrgreen:)

Zitat von: Vinyard Vaughn am 10 Dezember 2007, 10:31:18
Sehr interessant zu lesen und gute Deutung in der ach so "homophoben" Szene ;)

Wie gesagt, mir wäre das eigentlich egal gewesen denn die Anlage dieser Szenen ist für mich offensichtlich und eindeutig nicht homophob, aber nachdem Rajko mich schon so provoziert hatte (wollte er wahrscheinlich gar nicht, trotzdem) konnte ich diese Szene nicht ohne schriftliche Auslegung passieren lassen.

@ Rajko:

Keine Sorge, ich will keine "Schlacht" sondern nur eine Stellungnahme von dir - warum du meine Argumentation hirnrissig und das Review als groteskes Resultat einer "zugedröhnt-mit-europäischem-Autorenkino-Arthouse-Nachtwanderung" ansiehst.  :icon_lol:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 10 Dezember 2007, 10:31:18
erinnerte mich daran das ich den Film schleunigst mal wieder sehen muss.^^

Ich glaube, den kann man einfach immer wieder sehen - so problematisch ich Tarantino auch finde (abgesehen von seinem neuen, s0uveränen und k0nsequenten Meisterwerk bei dem wir uns wohl einig sind *weiterineinebestimmteRichtungstichel*) - filmgeschmacklich stimme ich erschreckend oft mit ihm überein, egal um was es sich handelt. Und spätestens seit seinem Ausruf "Alfred Vohrer is a genius" bei der dt. Premiere von "Kill Bill Vol. 2" hat er bei mir sowieso 10 Sympathiepunkte mehr.  :love:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 01:09:49
So, habe dein Review gelesen. Ziemlich großartig das ganze, wird dem Film, sofern man ihn mag, völlig gerecht und hat mir viele zusätzliche Anreize verschafft. Die filmgeschichtliche Einordnung, die starke Interpretation, die Schilderung der Wirkung, der Filmsprache, das alles ist absolut überzeugend. Auch Sachen wie "populistische Reflexion" und die Verweise auf "Zabriskie Point" und "Türkische Früchte" sind sehr gut. Noch kritischere Ansätze bei manchen Dingen wären jedoch wünschenswert ("so wird unter anderem ein dem berühmten ,,Vertigo"-Effekt verwandter Kameratrick eingesetzt" - warum? wirkt das nicht plump? welchen Effekt erzielt es? welchen soll es erzielen?...).

Deine Begründung, warum besagte Szene nicht homophob sei, finde ich absolut nachvollziehbar, vor allem vor dem Hintergrund deiner zahlreichen Äußerungen hier im Forum, was dieses Thema anbelangt. Insbesondere der Absatz hier

ZitatAuch das die unter Umständen negative Folge einer eruptiven, übereiligen Befreiung aus der gesellschaftlichen Repression: Der Glauben, die eigene Orientierung – sei sie nun politisch oder sexuell – in der Öffentlichkeit aggressiv zur Schau zu stellen zu müssen.

bringt da Licht ins Dunkel, und ich finde das höchst streitbar und fragwürdig, wie du es siehst, doch würde eine derartige Diskussion den Rahmen sprengen und das eigentliche Thema völlig verfehlen.

Erläutern musst du dann aber doch noch etwas, und zwar das hier:

ZitatZeitgleich mit der 68ziger-Bewegung wurde auch eine erste schwule Bewegung, insbesondere in den USA, initiiert. Beide Bewegungen gingen trotz ihres edlen Ansinnens zu großen Teilen nach hinten los – die Konsequenzen sind bis heute spürbar.

Also nochmal: Das ist eine Möglichkeit, diese Szene im Gesamtkontext zu betrachten, doch ich sehe es völlig anders, weil ich auch denke, dass du die Homophobie hier der Figur zu erklären versuchst, was die Sache einfach nicht besser macht, zumal du die beiden Schwulen im Film auch noch als zurecht diskrimiert darstellst, weil sie ja ihre Sexualität offen ausstellten. Wie können die nur!

Nein, ich wollte jetzt keine Diskussion mehr darüber heraufbeschwören, also erläutere mir bitte nur einfach den zitierten Absatz und ignoriere den Rest. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Dezember 2007, 01:23:11
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 01:09:49
So, habe dein Review gelesen. Ziemlich großartig das ganze, wird dem Film, sofern man ihn mag, völlig gerecht und hat mir viele zusätzliche Anreize verschafft. Die filmgeschichtliche Einordnung, die starke Interpretation, die Schilderung der Wirkung, der Filmsprache, das alles ist absolut überzeugend. Auch Sachen wie "populistische Reflexion" und die Verweise auf "Zabriskie Point" und "Türkische Früchte" sind sehr gut. Noch kritischere Ansätze bei manchen Dingen wären jedoch wünschenswert ("so wird unter anderem ein dem berühmten ,,Vertigo"-Effekt verwandter Kameratrick eingesetzt" - warum? wirkt das nicht plump? welchen Effekt erzielt es? welchen soll es erzielen?...).

Habt Dank, ihr rettetet meinen Abend.  :icon_mrgreen: Das Review steckt voller Behauptungen, die nicht begründet werden, und reizvoller aber immer noch vernachlässigter Ansätze - wenn ich alles so ausformuliert hätte, was mir auf der Zunge brannte - das Review wäre ein Roman geworden. Und ein bischen Massenwirksamkeit  ;) wollte ich dann doch gewinnen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 01:09:49
Nein, ich wollte jetzt keine Diskussion mehr darüber heraufbeschwören, also erläutere mir bitte nur einfach den zitierten Absatz und ignoriere den Rest. ;)

Welchen? Den von dir markiert hervorgehobenen oder den ersteren?  :icon_mrgreen: Würde im Endeffekt aufs gleiche hinaus kommen, trotzdem - um der lieben Präzisierung und Texteinsparung willen...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 01:28:47
Den zweiten.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 11 Dezember 2007, 01:32:48
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 01:28:47
Den zweiten.

Oh je - dazu muss ich wohl zu einem ziemlich allgemeinen, weniger filmspezifischen und mehr auf meine Sicht der 68ziger sowie insbesondere der schwulen Bewegung und Szene sowie deren Entwicklung bezogenen Exkurs ausholen.  :icon_mad: Kannst du bis morgen warten? Ich habe übrigens irgendwie unentwegt das Gefühl, du hältst mich für einen heterosexuellen Chauvinisten, der sich nur als homosexuell ausgibt um seiner Misogynie und Homophobie freien Lauf lassen zu können. Ich bin gekränkt.  :anime:

Abgesehen davon hast du vollkommen recht, die Sprengung des Rahmens beginnt schon hier - aber wenn du eine nachvollziehbare Begründung möchtest, musst du dieses Risiko schon in Kauf nehmen!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 22:23:27
Nimmt man die Polemik da mal raus, so denke ich tatsächlich, dass wir - was dieses Thema angeht - noch weniger auf einen Nenner kommen werden, als in Sachen Film. Und da ich hier zudem auch noch "empfindlicher" bin, sollten wir es vielleicht doch umschiffen?

Ich habe ein Problem damit, wenn Schwule ihre eigene Subkultur und damit sich selbst denunzieren.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 12 Dezember 2007, 00:56:07
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 22:23:27
Ich habe ein Problem damit, wenn Schwule ihre eigene Subkultur und damit sich selbst denunzieren.
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 22:23:27Und da ich hier zudem auch noch "empfindlicher" bin, sollten wir es vielleicht doch umschiffen?

Und damit wirfst du mir eigentlich noch einmal mehr den Federhandschuh hin.  :icon_cool: Aber vertagen wir das, vielleicht erkläre ich dir das mal per PM oder eben in zwei Monaten in Berlin. Vielleicht bereite ich aber auch noch ein Monsterposting vor denn das hier schreit geradezu nach Klärung - dein Posting verdeutlicht mir, das du mich bisher gründlich missverstanden hast.

So sang- und klanglos werde ich das aber nicht im Sand verlaufen lassen. Aber ich stelle schonmal ganz kurz etwas klar (von meiner Seite aus):

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 11 Dezember 2007, 22:23:27
Ich habe ein Problem damit, wenn Schwule ihre eigene Subkultur und damit sich selbst denunzieren.

Ich habe ein Problem damit, das diese Subkultur (für die ich wohl, das gestehe ich, mehr Verachtung als Bewunderung übrig habe) bei manchen als Inbegriff des Schwulseins gilt. Ich habe aber in keinster Weise ein Problem mit mir selbst und auch nicht zwingend mit anderen, bin in dieser Hinsicht beinahe immer ehrlich und ohne Scham. Ich denke, das sich die schwule Bewegung mit dieser Subkultur - vorrausgesetzt du verstehst darunter die "Szene" - ihren eigenen Dämon geschaffen hat, der sie selbst im Keim erstickt und ihre Ideale deformiert hat. Und darunter leiden wir heute mehr denn je - die einen akzeptieren es, die anderen - wie ich - nicht. Und damit könnte ich jetzt wunderbar zu der Erläuterung und Antwort auf deine obige Frage überleiten, denn dieser Prozess ist meines Erachtens vor allem deswegen so verlaufen, weil er - mehr oder weniger - im Zuge der 68ziger begonnen hat - und genau das war eben der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, viel zu spät und keinesfalls reell innerhalb dieses Umfeldes.

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:16:13
Witzigerweise hatte ich kürzlich ein Techtelmechtel mit 'nem van Sant-Fan, der wollte mir den Kram auch schönreden. Na ja, ist nix drausgeworden, in beiderlei Hinsicht. :icon_mrgreen:

Ich mach's mal hier:

Zitat von: McKenzie am 13 Dezember 2007, 23:43:34
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 13 Dezember 2007, 23:43:25
Moooooment. Ich habe den natürlich auf DVD komplett gesehen (mit sicherer FF-Taste in der Hand :icon_mrgreen:)

*KLICK* Disqualifiziert. Bei Pornos Sex-Szenen vorspulen ist legitim, alles andere indiskutabel. Ich mache so etwas nie, ganz egal wie sehr mich der Film auch ankotzt. Das beweist, dass du dich in keinster Weise auf den Film eingelassen hast, bzw. wolltest. Wie soll der Film überhaupt eine Chance haben, wenn du ihn vorspulst?! Dann sei wenigstens so ehrlich und gib zu, das er dich einfach gelangweilt hat, das er dir schlicht zu langsam, melancholisch, kühl, düster, anstrengend oder was auch immer war - das hätte noch mehr Stil als sich so unsachlich und jugendlich darüber auszulassen.  :icon_confused:

Du lässt dich aber auch immer ärgern. Natürlich habe ich nicht vorgespult, sondern ihn genauso konzentriert (aber nicht undenkend) wie kürzlich auch ELEPHANT geschaut. Junge, Junge. ;)

Zitat von: McKenzie am 13 Dezember 2007, 23:43:34
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 13 Dezember 2007, 23:43:25
LAST DAYS ist der sinnloseste, aussageloseste, formal hinterletzte prätentiöse Mist, den ich mir überhaupt nur vorstellen kann. Einer der Filme, wegen derer ich Arthouse-Vorurteile schüre. Wie du dem Van Sant so in die Falle gehen kannst, bleibt mir ein Rätsel.

Scheint, als wärest du den wirklich schlimmen, wirklich prätentiösen Arthouse-Filmen noch nicht begegnet, denn "Last Days" als typischen Arthouse-Film abzutun kommt für mich einem Imperativ gleich. Es ist vielleicht unfair und unsportlich das zu schreiben, aber: Wer diesen Film als aussagelos, sinnlos (WTF?!?) und formal hinterletzt bezeichnet, hat ihn und seine ganze Anlage einfach nicht verstanden. Ich würde ja auf mein Review verweisen aber das kann - so sch***e / oberflächlich wie es ist - hier leider auch keinen  Aufschluss geben weswegen dir meine Bewunderung für den Film vermutlich auch so schleierhaft ist - gelesen hast du es ja sicherlich schon, wenn es dir immer noch schleierhaft ist. Außerdem kann von "In die Falle gehen" keine Rede sein. Ich halte z. B. "Good Will Hunting" und "Finding Forrester" für ausgemachten Bockmist sowie "Psycho" für gerade mal interessant und bemühe mich nicht, sie mir durch halbintellektuelles Gefasel schön zu reden.

Ich bin übrigens der erste, der von sich behaupten würde, van Sants Filme nicht zu verstehen. Aber was soll ich machen. Ich sehe da nichts, außer dem Offensichtlichen, für mich ist der Mann ein Pseudointellektueller durch und durch, dass ich mich da scheinbar irre, erklären mir ja auch die verehrten Herren Haynes und Waters ständig.

Dein Review habe ich gelesen, aber in der Tat wurde ich daraus nicht schlau, behauptet es für meine Begriffe zu viel, ohne es nachvollziehbar darzulegen. Der etwas dick aufgetragene euphorische Ton darin ist auch nicht zu leugnen.

Wie dem auch sei, ich mag Wes Craven, du magst Gus van Sant - und wer Larry Clark mag, wird einfach um die Ecke gebracht. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 14 Dezember 2007, 00:54:10
Hm, ich weiß gar nicht, wie du überhaupt auf das kommst, dass van Sant etwas (pseudo)Intellektuelles haben soll?
Wenn ich an Gerry, Elephant oder den jüngst gesehenen Paranoid Park denke, kommt es mir eher so vor, als wählte er genau das Gegenteil eines intellektuellen Zugangs, nämlich einen der Stimmungen, der Intimität, einen eher bodenständigen wie ich finde.

Nur weil er mit Film (und auch mit Ton) experimentiert und zuletzt klassische Strukturen verweigert, ist das für mich kein Intellektualismus.  :00000109:
Gerade seine Beschäftigung mit dem Tod in seinen letzten Filmen ist eine, die dem Zuschauer selbst sehr viel Raum lässt und, finde ich, auf einer atmosphärischen und gefühlvollen Ebene arbeitet.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:57:29
Gerade dieses Zurückhaltende ist für mich ja reine Prätention. Die betonte Nicht-Bedeutungsschwangerschaft eines ELEPHANT nervt erst recht, wenn der Film keinem wehtun will und Aussagen verwehrt, gerade deshalb aber schlicht sinnlos und reine Panikmache ist. Man schaue ferner bitte die Extras der MY OWN PRIVATE IDAHO-Bonus-DVD an - wenn sich van Sant nicht für intellektuell hält, fress' ich 'nen Besen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 14 Dezember 2007, 01:17:02
Paul hat schon ein gutes Wort gesprochen, ich gehe ins Bett und melde mich morgen wieder zu Wort.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 01:20:00
Du Sissi. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 14 Dezember 2007, 01:36:26
Naja, sinnlos..gerade bei Elephant hast du schon irgendwie recht, man kann es sicher so oder so sehen. Aber dieses hier verfilmte Ereignis ist etwas, das viele Menschen fassungslos macht und beschäftigt, dennoch weiß niemand so recht, wie es zu so etwas kommen kann. Ob es was bringt, so einen Film zu sehen, kann ich auch nicht sagen, aber irgendwie berührt mich das schon und ich finde, es hat auch seine Berechtigung und gerade als Filmfreund schau ich mir lieber so etwas an als eine stupide Actionkomödie oder dergleichen. Da finde ich auch "Elephant" extrem gehaltvoll dagegen  ;) obwohl er sehr simpel ist.

Paranoid Park ist da übrigens schon wieder etwas gehaltvoller, obwohl er Elephant grundsätzlich sehr ähnlich ist, van Sant kommentiert hier auch kaum, aber letztlich eben doch, vor allem über Musik, die er einsetzt, aber er erzählt schlicht sehr sensibel und mit wenig erzählerischen Mitteln eine Geschichte, die selbst einerseits wenig aufregend, aber trotzdem so kapital und tragisch ist wie nur irgendwas und dadurch durchaus eine gewisse "Berechtigung" für eine kulturelle Auseinandersetzung damit legitimiert.
Aber jede andere Herangehensweise als die van Sants schiene mir wiederum total unpassend und effekthascherisch.

Es ist sehr schwer, bei solchen Stoffen noch zu argumentieren, weil sie einen irgendwie sehr grundlegend berühren (oder vielleicht viele auch gar nicht, gut möglich), und man da gar nicht viel analysieren kann, ich zumindest nicht.

Aber mit so Sachen wie: sinnlos, hm.. ich weiß nicht, was ist schon sinnlos im Leben?  ;)
Es mag sinnlos für dich sein, für viele andere, aber ich habe kein Problem mit Filmen, die nur wenige ansprechen, solange sie das zumindest bei denen erreichen.
...und meistens bin ich halt dann einer von denen.  :icon_mrgreen:



Übrigens interessant, dass ich ausgerechnet diesen ziemlichen "Kultfilm" My own private Idaho noch nie gesehen habe.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 02:30:39
..den ich nach wie vor für seinen besten Film halte, wenngleich die Shakespeare-Nummer darin hinten und vorne nicht aufgeht.

Emotional zu argumentieren ist bei van Sant natürlich schwierig, wenn freilich auch berechtigt. Ich kann dem aber nicht folgen. Mich lassen seine Filme überwiegend kalt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 14 Dezember 2007, 02:51:58
Ein Problem vielleicht auch, dass er einige sehr grundverschiedene Dinge gedreht hat (Psycho und Good Will Hunting lassen mich auch eher kalt  :icon_lol:) und wir teilweise auch von anderen Filmen sprechen, die der andere noch gar nicht gesehen hat.

So kann das ja gar nix werden..  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 16 Dezember 2007, 06:46:00
Zur vertrauten Zeit und mit einiger Verspätung - aber diese Diskussion sollte nicht unter den Tisch fallen!  :icon_mrgreen:

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:16:13
Du lässt dich aber auch immer ärgern. Natürlich habe ich nicht vorgespult, sondern ihn genauso konzentriert (aber nicht undenkend) wie kürzlich auch ELEPHANT geschaut. Junge, Junge. ;)

Inzwischen traue ich dir wirklich jede Schandtat zu, von daher ist meine Empörung durchaus begreiflich!  :icon_cool: Eine grundsätzliche Abwehr-Haltung war aber doch sicherlich vorhanden, oder?

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:16:13
Ich bin übrigens der erste, der von sich behaupten würde, van Sants Filme nicht zu verstehen. Aber was soll ich machen. Ich sehe da nichts, außer dem Offensichtlichen, für mich ist der Mann ein Pseudointellektueller durch und durch, dass ich mich da scheinbar irre, erklären mir ja auch die verehrten Herren Haynes und Waters ständig.

Nun, das ist sicherlich ein Standpunkt, von dem dich nichts so leicht abbringen kann (allerdings sollte es doch möglich sein, den Standpunkt der "Pro-Van-Santler" zu tolerieren, oder?), genauso wie es schon einige beinharte und unumstößliche Gegen"beweise" bräuchte, um mich davon zu überzeugen, das Jean-Luc Godard kein selbstverliebtes Arschloch ist, das seine Minderwertigkeitskomplexe mit einer zynischen "Intellektuellen-Herrenmenschen"-Attitüde zu überspielen versucht, quasi seinen Selbsthass auf seine Zuschauer projeziert. Manchmal ist man in einer solchen Sackgasse und die eigenen Gründe erscheinen einem dann ungeheuer triftig. Die "Todes-Trilogie" (und alles andere von Van Sant kenne oder mag ich nicht) widersetzt sich konventioneller Rezeption (sowohl der Arthouse-affinen als auch der geradlinigen Denkweise) weil sich ihre Tiefe nicht unbedingt anhand äußerer Merkmale oder Symbolismen erschließen lässt sondern instinktiv/emotional und reflektiert (was heißen soll: Der Zuschauer spiegelt den Film und wirft ein anderes Spiegelbild zurück - was auf keiner intellektuellen Ebene vor sich geht) angegangen werden muss. Daher würde ich wohl kaum ein plausibleres Review zu "Last Days" schreiben können (wenn auch ein etwas besseres, hui ist das Ding pfui...), allerdings hat ein Freund von mir es vor der Sichtung gelesen und meinte hinterher zu mir, es wäre eine passende Vorbereitung gewesen. Van Sant gibt eben eher Geistes- und Seelenzustände wieder als Schlussfolgerungen daraus oder deren Entstehung, das ist für dich vermutlich das grundsätzliche Problem an "Elephant", der immer dort aufhört, wo du als Regisseur vermutlich weitergehen würdest, der sich scheinbar immer dann mit der einfachsten psychologischen Erklärung (der Film will ja gar nichts erklären!) zufrieden gibt wo deiner Meinung nach differenziert werden müsste und der dann obendrein noch eine Szene auffährt, die eine perfekte Grundlage zur polemischen Hinrichtung bietet, weil sie u. U. einen homosexuellen Beigeschmack besitzen könnte (tut mir leid, auch das finde ich daneben gedacht).

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:16:13
Dein Review habe ich gelesen, aber in der Tat wurde ich daraus nicht schlau, behauptet es für meine Begriffe zu viel, ohne es nachvollziehbar darzulegen. Der etwas dick aufgetragene euphorische Ton darin ist auch nicht zu leugnen.

Euphorischer Ton hin oder her (ich war schlicht überwältigt...  :icon_eek:), wo kämen wir hin wenn Reviews zu Beweisführungen ausarten würden? Ich kann diese weit verbreitete Meinung, eine Kritik müsse nach dem Schema "Der Film ist gut, weil (...) und das ist so weil...(...)" ablaufen überhaupt nicht nachvollziehen, auf diesem Wege würde Filmkritik zur Farce verkommen und wir könnten als Kritiker dann auch gleich unsere Deutschhefte herauskramen, unter dem Kapitel "Erörterung" nachschlagen und anschließend eine Gliederung mit Ober- und Unterpunkten sowie dem bekannten Schema "Behauptung, Begründung, Beispiel, Folgerung" erstellen. Nein, das entspricht nicht meiner Vorstellung von Filmkritik und selbst in Texten von mir, die du vermutlich schätzt (btw, kannst du mir mal einige Reviews nennen, die dir als besonders ordentlich in Erinnerung sind? Würde mich mal, am Rande, interessieren  ;) - Dein kürzliches Lob auf meine Äußerung hin, ich sollte mich vielleicht "zurückziehen" klingt mir immer noch wie psychedelisch-schiefe LSD-Musik in den Ohren  :icon_mrgreen:) wirst du eine solch argumentative Vorgehensweise nur selten finden. Struktur und Aufbau sind im Deutschunterricht, in der Buchhaltung und in Zeitungsredaktionen in Ordnung, in der Filmkritik sollten sie aber sekundär sein. Letztlich sollte man von einem Leser das gleiche erwarten können wie als Regisseur eines Filmes von den Zuschauern: Der Leser sollte auch bereit sein, in eine Filmkritik eine gewisse gedankliche Energie und Konzentration zu stecken, zumindest in eine interessante Filmkritik. Wie ermüdend auf Dauer doch jene kurzgehaltenen Kritiken (anzutreffen vornehmlich in Tageszeitungen und Zeitschriften wie "Cinema") die neben einer halbwegs aussagekräftigen Auseinandersetzung mit dem Film (Hohoho!) auch noch einen gewissen Unterhaltungswert aufweisen sollen...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:16:13
Wie dem auch sei, ich mag Wes Craven

Finde ich eigentlich weit streitbarer als eine Vorliebe für Van Sant, allerdings kann ich dich da leider nicht belächeln weil ich selbst einige Filme von Craven mag (auch wenn ich sie nicht alle mit einem solch heiligen Ernst betrachte wie du - Wenn "Cursed" kein Trash ist, was dann?!)

Und was Larry Clark angeht: Auch der ist ein Opfer deiner jugendlichen Heißblütigkeit und Vorschnelle geworden   :icon_twisted: ;), auch wenn er bei weitem nicht an Van Sant heranreicht: Was du ihm in deinem "Ken Park"-Review vorwirfst, hat m. E. nur dann Hand und Fuss, wenn man den Regisseur selbst, seine Aussagen und seine Absichten ignoriert oder als unglaubwürdig deklariert.

Zitat von: Bettwurst am 14 Dezember 2007, 00:54:10
Hm, ich weiß gar nicht, wie du überhaupt auf das kommst, dass van Sant etwas (pseudo)Intellektuelles haben soll?
Wenn ich an Gerry, Elephant oder den jüngst gesehenen Paranoid Park denke, kommt es mir eher so vor, als wählte er genau das Gegenteil eines intellektuellen Zugangs, nämlich einen der Stimmungen, der Intimität, einen eher bodenständigen wie ich finde.

Nur weil er mit Film (und auch mit Ton) experimentiert und zuletzt klassische Strukturen verweigert, ist das für mich kein Intellektualismus.  :00000109:
Gerade seine Beschäftigung mit dem Tod in seinen letzten Filmen ist eine, die dem Zuschauer selbst sehr viel Raum lässt und, finde ich, auf einer atmosphärischen und gefühlvollen Ebene arbeitet.

Was willst du trinken?   :respekt::icon_lol:
Exzellente Zusammenfassung - könnte zwar missverständlich klingen, aber wo sind wir denn hier?

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:57:29
Gerade dieses Zurückhaltende ist für mich ja reine Prätention. Die betonte Nicht-Bedeutungsschwangerschaft eines ELEPHANT nervt erst recht, wenn der Film keinem wehtun will und Aussagen verwehrt

1. Der Film tut weh - wenn man sich emotional in ihn einfühlt
2. Der Film strotzt vor Aussagen - leider kann man sie nur nicht abtippen...

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:57:29
gerade deshalb aber schlicht sinnlos und reine Panikmache ist.

Und da scherst du wohl auch Clark und Van Sant über einen Kamm. Was an "Elephant" Panikmache sein soll, verstehe ich auch nicht - die Uniformierung der Figuren, die unauffällige und beiläufige Integration der eigentlich natürlich isolierten Amokläufer in die "Schulgemeinschaft" verhindert eben, das diese wie geisteskranke Individuuen am Rande der Gesellschaft erscheinen - sie sind Teil des Ganzen und wären nicht im Geringsten auffallen, wenn sie nicht dieses Blutbad angerichtet hätten. Darüber hinaus wird ein sterbenswichtiges Klischee vermieden (es wird nicht einmal angedeutet, das einer der beiden u. U. Schwierigkeiten mit seinen Eltern hätte) und die Erfüllung der übrigen Klischees ist letztlich ein brutaler Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung des Zuschauers, der so sicherlich eher in eine moralische und gedankliche Bredoullie gebracht wird als durch eine differenzierte und psychologisch weniger einnehmende (Hohoho! Wann wäre denn eine psychologische Erklärung schon einmal nicht einnehmend gewesen?) Erklärung ohne Knoten.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 00:57:29
Man schaue ferner bitte die Extras der MY OWN PRIVATE IDAHO-Bonus-DVD an - wenn sich van Sant nicht für intellektuell hält, fress' ich 'nen Besen.

Ich kenne diese Interviews noch nicht (muss ich aber eh noch kaufen, die DVD), trotzdem möchte ich anhängen, das in keinem, ich wiederhole: KEINEM Interview, das ich mit ihm bisher sah/hörte/las auch nur ansatzweise der Verdacht einer selbstkredenzten Intellektualität oder einer geistigen Eitelkeit aufkam - auf mich wirkt der Mann sehr natürlich, bescheiden und bodenständig und selbst wenn er das nicht sein sollte und sich eines Tages auch in meinen Augen als zwielichtiger Zeitgenosse entpuppen sollte: Würde ich jeden Film abstoßen, der aus den Händen eines menschlich ätzenden Regisseurs stammt, ich hätte viel zu tun - kein Werner Herzog, kein William Friedkin, kein Lucio Fulci, kein Kinji Fukasaku, kein Jean-Luc Godard ( :andy:) etc., etc., etc. Im Falle letzteren Regisseurs gelingt mir das zwar (Ich verabscheue ihn. Hach wie ich ihn verabscheue.), ansonsten halte ich das aber für keine erstrebenswerte Ethik.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 01:20:00
Du Sissi. :icon_mrgreen:

:00000109:
Manche Menschen müssen morgens aufstehen falls du das schonmal gehört haben solltest.  :icon_twisted:

Zitat von: Bettwurst am 14 Dezember 2007, 01:36:26
Paranoid Park ist da übrigens schon wieder etwas gehaltvoller, obwohl er Elephant grundsätzlich sehr ähnlich ist, van Sant kommentiert hier auch kaum, aber letztlich eben doch, vor allem über Musik, die er einsetzt, aber er erzählt schlicht sehr sensibel und mit wenig erzählerischen Mitteln eine Geschichte, die selbst einerseits wenig aufregend, aber trotzdem so kapital und tragisch ist wie nur irgendwas und dadurch durchaus eine gewisse "Berechtigung" für eine kulturelle Auseinandersetzung damit legitimiert.
Aber jede andere Herangehensweise als die van Sants schiene mir wiederum total unpassend und effekthascherisch.

:love: Hoffentlich ist es nicht mehr allzu lang hin bis er hierzulande über die Leinwände flimmert. Zwei Jahre Wartezeit für "Last Days" waren schon eine reife *hust* Leistung.

Ansonsten hast du übrigens vollkommen recht, ich denke zwar nicht, das "Elephant" simpel ist, ansonsten kann man sich als "Außenstehender"  :icon_lol: die Rezeption eines Van Sant-Films ungefähr so vorstellen, wie du sie beschreibst.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 02:30:39
..den ich nach wie vor für seinen besten Film halte, wenngleich die Shakespeare-Nummer darin hinten und vorne nicht aufgeht.

Oh je - ich wittere ein konventionelles Rosa... äh, Roadmovie.  :icon_cool: Wenn die DVD nicht so teuer wäre, hätte ich diese Bildunglücke schon längst geschlossen.

Zitat von: Mr. Vincent Vega am 14 Dezember 2007, 02:30:39
Emotional zu argumentieren ist bei van Sant natürlich schwierig, wenn freilich auch berechtigt. Ich kann dem aber nicht folgen. Mich lassen seine Filme überwiegend kalt.

Das ist natürlich ein Faktor, der einem jeden Zugang zu den Film versperrt. Macht nichts. Wir sind nun einmal alle Sturköpfe und dazu noch Individualisten. Mich lässt nun einmal auch "Herr der Ringe" kalt, gerade die Sensoren unserer Seele (Puh, klingt das esoterisch...) reagieren nun einmal grundverschieden   bei jedem Menschen. Wie einfältig er sonst auch sein mag (dabei schweben mir gerade einige meiner liebsten Feinde vor, die allerdings nichts mit diesem Forum und der Diskussion zu tun haben...).

Zitat von: Bettwurst am 14 Dezember 2007, 02:51:58
Ein Problem vielleicht auch, dass er einige sehr grundverschiedene Dinge gedreht hat (Psycho und Good Will Hunting lassen mich auch eher kalt  :icon_lol:)

Die hat er nicht gedreht. Die sind ihm nur "passiert" (Wobei ich "Psycho" von der Anlage her sehr interessant finde - im Gegensatz zu den meisten glaube ich nicht, das Van Sant der Meinung war es besser oder genauso gut wie Hitchcock machen zu können sondern etwas ganz anderes vorhatte - und noch schlechter ist wohl zweifellos "Finding Forrester")  :icon_mrgreen: Außerdem sind es natürlich halbe Auftragsarbeiten für Hollywood, da kommt in der Regel nunmal nichts wirklich signifikantes bei raus.

Vermutlich würde Rajko diese Version von "Good Will Hunting" bevorzugen:

http://www.albinoblacksheep.com/video/goodwillhunted


Ich auch.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Happy Harry mit dem Harten am 16 Dezember 2007, 14:10:41
Zitat von: McKenzie am 16 Dezember 2007, 06:46:00
Und was Larry Clark angeht: Auch der ist ein Opfer deiner jugendlichen Heißblütigkeit und Vorschnelle geworden   :icon_twisted: ;), auch wenn er bei weitem nicht an Van Sant heranreicht: Was du ihm in deinem "Ken Park"-Review vorwirfst, hat m. E. nur dann Hand und Fuss, wenn man den Regisseur selbst, seine Aussagen und seine Absichten ignoriert oder als unglaubwürdig deklariert.

Ich weiß echt nicht, was alle gegen Larry Clark haben. KIDS inhaliert van Sants Gesamtwerk in einem Atemzug wie ich finde. Und auch KEN PARK (geniale Kameraführung von Ed Lachman, dessen Film es genauso ist, KEN PARK ist KEIN typischer Larry Clark) wird sträflich unterschätzt, nur weil er international als Skandalfilm die Runde machte. Wer Clark und sein künstlerisches Gesamtwerk kennt, der weiß, dass es sich bei seinen Generationsstudien keineswegs um prätentiöses Blendwerk oder um die Kanalisierung eigener sexueller Problematiken (wird ihm ja gern vorgeworfen), handelt.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 30 Dezember 2007, 14:21:51
Ich wüsste keinen Thread, wo es besser passt, also stell ich das einfach mal hier rein.  :icon_mrgreen:  :icon_razz:

"Kino heißt streiten" (http://www.zeit.de/2007/49/Interview-Godard?page=all)

wie immer bei ihm manches interessant und klug, manches eher balla-balla.  :dodo:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 30 Dezember 2007, 18:25:40
Du hinterhältiger Verräter!  :icon_mrgreen:

Ich lese das später, gerade versuche ich noch, zwei angefangene Reviews zu "Eastern Promises" und "Daughters of Darkness" fertigzustellen. Mal sehen was dabei entsteht... Wenn ich doch zum Review schreiben nur wieder einen Zugang finden würde... Es funktioniert irgendwie einfach nicht mehr.  :icon_sad:

Zitat von: Bettwurst am 30 Dezember 2007, 14:21:51
Ich wüsste keinen Thread, wo es besser passt, also stell ich das einfach mal hier rein.  :icon_mrgreen:  :icon_razz:

Doch! Mr. Vincent Vega's Thread wäre auch geeignet.  :icon_twisted: Andererseits sind die Diskussionen dort meist nicht DERART aufufernd.  :icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 30 Dezember 2007, 14:21:51
wie immer bei ihm manches interessant und klug, manches eher balla-balla.  :dodo:

Was erwartest du denn auch? Allerdings schätze ich, dass das meiste eher balla-balla sein wird als interessant oder gar klug. Wenn der Mann nur nicht ein so widerwärtiges A*******h wäre.  :icon_mad:

Übrigens hat meine mangelnde Forumspräsenz wieder einmal private, triftige Gründe. Vermutlich habe ich in einigen Tagen allerdings wieder einen eigenen Internet-Zugang und dann können die Kanonen wieder feuern.  :icon_twisted:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 3 Januar 2008, 22:37:41
Tss, du spekulierst schon mit einer Schreibpause, weil du mit dir selbst nicht mehr zufrieden bist, und dann kommt sowas wie die "Eastern Promises"-Kritik raus? Mein lieber Otto, Selbsthinterfragung ist ja gut, aber bei dir kann ich's in dem Ausmaß oft nicht nachvollziehen. Astreine Kritik, besonders dafür, dass du damit so rumgedruckst hast und dich eigenen Worten nach durchgequält hast (ich meine, das hättest du irgendwo geschrieben). Wobei ich jetzt gerne inhaltlich drauf eingehen würde, aber dafür sollte ich wohl zuerst mal den Film sehen. Aber zumindest durch die Kenntnis von "A History of Violence" konnte ich oft zustimmend nicken, weil du die neu entdeckte "narrative Richtung" Cronenbergs in meinen Augen sehr treffend analysierst und aufzeigst, warum auch die neuen Cronenberg-Filme immer noch die DNA des "alten" Cronenberg in sich haben, nur eben latenter als früher. Apollon hat mal diese Synonymfunktion des Namens "Cronenberg" treffend beschrieben:
Zitat[...]Tatsächlich, ja, ich schließe mich an, steht Cronenberg als nackter Begriff für eine latente Angst, ein Unbehagen. Jederzeit könnte eine Borste aus der Haut sprießen, ein mutierter Furunkel am Hals platzen. Diese Unsicherheit speist sich grundsätzlich aus der Furcht vor dem Herausbrechen des Unbekannten aus seiner Hülle. [...]
Und ich lese jetzt bei dir heraus, dass diese Angst noch nicht ganz verschwunden ist, auch wenn das Gefüge stabiler geworden zu sein scheint.

Jedenfalls haben wir ja jetzt zum neuen Cronenberg schon eine ganze Armada an guten Kritiken, die sich auch schön ergänzen, feine Sache. Ich bin gespannt, werde aber erst auf DVD zur Sichtung kommen.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 3 Januar 2008, 23:35:15

...und diesem spannenden Mosaik hoffentlich noch ein weiteres schillerndes Steinchen hinzufügen.  :icon_razz:

Das ist es ja, was ich immer meinte: Allein schon Bretzels, Vegas und Kenzies Reviews zusammengenommen - welche Zeitschrift kann schon so ein Spektrum zu "Eastern Promises" abdecken? Und auch noch für lau.  :icon_cool: 
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 4 Januar 2008, 01:12:58
Zitat von: Chili Palmer am  3 Januar 2008, 23:35:15
Das ist es ja, was ich immer meinte: Allein schon Bretzels, Vegas und Kenzies Reviews zusammengenommen - welche Zeitschrift kann schon so ein Spektrum zu "Eastern Promises" abdecken? Und auch noch für lau.  :icon_cool: 
Na, na, was wär denn eine veganische Kenzie-Bretzel ohne nen ordentlichen Schuss Chili? ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 4 Januar 2008, 01:28:04
Eine ziemlich lasche Mahlzeit?  :LOL:

Ja, auf die Würze kommt es an. Wobei mir bei dem würzigen Geruch des "Death-Proof"-Duftbaums gerade eben schlecht wurde, das nur mal als Warnung an alle Collector's Edition-Käufer. Und die DVDs riechen nach Diesel, wenn man an ihnen rubbelt. Film nur bei geöffnetem Fenster gucken! Warum muss der auch im Januar erscheinen. ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Sarge am 4 Januar 2008, 16:48:47
Weil sich unsere Wege bisher so selten kreuzten, habe ich zwar noch nicht so viel von dir gelesen, als dass dieses Urteil irgendwie repräsentativ wäre, aber sicherlich eine deiner besten Kritiken. Nicht, weil ich auch an sie die Hoffnung knüpfen kann, dass der Film doch gut ist :icon_mrgreen: . Sondern weil sie Figuren und Stil nicht nur sehr gut analysiert, sondern das Ganze auch von ausgesprochener Cronenberg-Kenntnis zeugt und dementsprechend in den Kontext seines Schaffens eingeordnet wird (mit für mich durchaus neuen Erkenntnissen), was ich bei Cronenberg imho für recht bedeutend halte, gerade weil sich Veränderungen bei ihm vollzogen zu haben scheinen, auch wenn ich das in Unkenntnis von "History of Violence" und "Eastern Promises" und Gedanken an auch schon frühere subtilere Werke wie "M. Butterfly" oder "Die Unzertrennlichen" noch nicht selbst bestätigen kann.

Traurigerweise leider nicht in meinen hiesigen Kinos zu sehen :bawling: :bawling: :bawling:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 4 Januar 2008, 17:07:56
Sarge, du hast "A History of Violence" noch nicht gesehen?  :icon_eek: Wie kommt's? Du bist doch sonst ein ziemlicher Cronenberg-Anhänger.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Sarge am 4 Januar 2008, 19:45:24
Die Gelegenheit hat sich irgendwie noch nicht ergeben... aber in Wirklichkeit ist es wohl die Angst. Angst vor diesem neuartigen Cronenberg. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 4 Januar 2008, 21:44:30
Ui! Aus Gram und Scham habe ich nicht, wie sonst, hier auf den Text hingewiesen (auch wenn es mir bei Vince dann doch herausgeplatzt ist) und dann lesen ihn einige  :icon_redface: und finden ihn auch noch gut?!

Der Himmel sei gepriesen und möge meine Selbsteinschätzung wieder in irdische Dimensionen zurückdrängen. (Dazu nachher noch mehr).  :icon_mrgreen:



Zitat von: Vince am  3 Januar 2008, 22:37:41
Tss, du spekulierst schon mit einer Schreibpause

Ja, die nächsten drei Reviews entscheiden darüber, ob ich für einen längeren Zeitraum (sagen wir: ein Jahr) pausiere um zu alter Frische zurückzufinden oder ob ich auf einer neuen Basis, losgelöst von allen "Review-Regeln" und selbstauferlegtem Streben nach "Publikumsbefriedigung", weitermache. Der Text zu "Eastern Promises" ist übrigens hier ein Versuch gewesen, genau das zu erreichen: Die Darstellung der Essenz ohne die sonst bei mir übliche Herleitung selbiger. Das "argumentative" Review-Schreiben langweilt mich inzwischen tödlich und erscheint als populistischer Kompromiss, der mich beim Schreiben und meiner Rezeption einengt. Das klingt natürlich alles sehr nerdig, doch da ich sehr am Schreiben hänge, im Endeffekt vielleicht ein kleines bischen mehr als an meinen (unbekannten) Lesern, möchte ich mich nicht von äußeren, namenlosen Anforderungen formen lassen, die ich nicht als ideal betrachte.

Zitat von: Vince am  3 Januar 2008, 22:37:41
Tss, du spekulierst schon mit einer Schreibpause, weil du mit dir selbst nicht mehr zufrieden bist, und dann kommt sowas wie die "Eastern Promises"-Kritik raus? Mein lieber Otto, Selbsthinterfragung ist ja gut, aber bei dir kann ich's in dem Ausmaß oft nicht nachvollziehen.

Nun, inhaltlich bin ich mit dem Ding eigenntlich halbwegs zufrieden (der Film böte natürlich noch viel, viel mehr Stoff - aber welcher wirklich herausragende Film [jenseits niederer Unterhaltungs-Gelüste, deren formvollendete und auf eine gewisse weise ausgesprochen anspruchsvolle Befriedigung an sich auch großartig ist - ich sehe demnächst vermutlich ENDLICH "Phantom Kommando"  :icon_mrgreen:] tut das nicht?), es ist eher die Form - ich bin mir für meinen Geschmack in letzter Zeit einfach zu prätentiös  :icon_redface: und dabei noch nicht prätentiös genug, um gut zu sein. Und da ich das natürlich nicht gut finde, strebe ich nicht nach einem höheren Level von Prätentiösität sondern nach einer Rückkehr zur Bodenständigkeit ("Planet Terror" war so ein Versuch) was aber auch nicht so recht gelingen mag. Es ist also die Form, die Sprache die mir Kopfschmerzen bereitet. Denn um eine gute Form kann man sich nicht bemühen, die muss von selbst kommen - alles andere wäre @#%$ fragwürdig.

Stört's dich, wenn ich soweit aushole?  :icon_mrgreen:

Zitat von: Vince am  3 Januar 2008, 22:37:41
Astreine Kritik, besonders dafür, dass du damit so rumgedruckst hast und dich eigenen Worten nach durchgequält hast (ich meine, das hättest du irgendwo geschrieben).

Falls ich die besagte Pause nicht einlege, wird das u. a. auch der Verdienst deiner und Mr. Vincent Vegas jüngster lobender Worte sein, die mich in Selbstzweifel hinsichtlich meiner Selbsteinschätzung gestürzt haben. Manchmal wäre es schön, mehr Wettbewerbs-Geist zu besitzen - dann hätte mich deine "Blow up"-Kritik vielleicht aus Ehrgeiz zu meinem ersten Antonioni-Text hingerissen.  ;) Ich danke!

Zitat von: Vince am  3 Januar 2008, 22:37:41
Wobei ich jetzt gerne inhaltlich drauf eingehen würde, aber dafür sollte ich wohl zuerst mal den Film sehen.

Ich bin gespannt, werde aber erst auf DVD zur Sichtung kommen.

Du kannst darauf gerne noch einmal zurückkommen in, schätzen wir mal, 5 Monaten.  ;)

Zitat von: Vince am  3 Januar 2008, 22:37:41
Aber zumindest durch die Kenntnis von "A History of Violence" konnte ich oft zustimmend nicken, weil du die neu entdeckte "narrative Richtung" Cronenbergs in meinen Augen sehr treffend analysierst und aufzeigst, warum auch die neuen Cronenberg-Filme immer noch die DNA des "alten" Cronenberg in sich haben, nur eben latenter als früher. Apollon hat mal diese Synonymfunktion des Namens "Cronenberg" treffend beschrieben:
Zitat[...]Tatsächlich, ja, ich schließe mich an, steht Cronenberg als nackter Begriff für eine latente Angst, ein Unbehagen. Jederzeit könnte eine Borste aus der Haut sprießen, ein mutierter Furunkel am Hals platzen. Diese Unsicherheit speist sich grundsätzlich aus der Furcht vor dem Herausbrechen des Unbekannten aus seiner Hülle. [...]
Und ich lese jetzt bei dir heraus, dass diese Angst noch nicht ganz verschwunden ist, auch wenn das Gefüge stabiler geworden zu sein scheint.

Das trifft es ziemlich genau, ja. Wobei allerdings gerade dieses Paradoxon so interessant ist bei Cronenberg: Äußerlich sind zumindest seine Referenz-Werke physisches Kino pur, eigentlich aber metaphysisch durch un durch, permanent in der "Schwebe" (lässt sich auch  schwer ins Wort übersetzen  :icon_lol:). Es ist schade, das "A History of Violence" im Kino mein erster Cronenberg war, daher konnte ich all das noch nicht miteinbeziehen und zumindest diese Kino-Sichtung nicht wirklich genießen.

Zitat von: Chili Palmer am  3 Januar 2008, 23:35:15
...und diesem spannenden Mosaik hoffentlich noch ein weiteres schillerndes Steinchen hinzufügen.  :icon_razz:

*UnterschreibundVincenochmalanstrahl*  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am  3 Januar 2008, 23:35:15
Das ist es ja, was ich immer meinte: Allein schon Bretzels, Vegas und Kenzies Reviews zusammengenommen - welche Zeitschrift kann schon so ein Spektrum zu "Eastern Promises" abdecken? Und auch noch für lau. 

Eben das macht die OFDb inzwischen noch zusätzlich reizvoll. Denn dadurch, das hier überwiegend echte "Filmfans" und Hobby-Kritiker am Werk sind, werden prätentiöse Tendenzen und eine Elite-Haltung des Geschmacks weiter abgeschirmt als in zahlreichen Print- und Onlinemagazinen. Alles ist natürlich und ungezwungen, das bringt zwar auch tonnenweise miese Texte ein, ist aber eben (in dieser Hinsicht wenigstens!) auch das ultimative Cineasten-Biotop mit einer beinahe unbeschnittenen Flora und Fauna.

Zitat von: Vince am  4 Januar 2008, 01:12:58
Na, na, was wär denn eine veganische Kenzie-Bretzel ohne nen ordentlichen Schuss Chili? ;)

Ist die Reihenfolge der ersten drei Usernamen bewusst dramaturgisch?

Zitat von: Chili Palmer am  4 Januar 2008, 01:28:04
Ja, auf die Würze kommt es an. Wobei mir bei dem würzigen Geruch des "Death-Proof"-Duftbaums gerade eben schlecht wurde, das nur mal als Warnung an alle Collector's Edition-Käufer. Und die DVDs riechen nach Diesel, wenn man an ihnen rubbelt.

Sei froh, das du das gute Stück schon hast... McKenzie, arm wie eine Kirchenmaus, wird mit der geruchlosen, schmalen Variante vorlieb  nehmen müssen, vermutlich.

Zitat von: Chili Palmer am  4 Januar 2008, 01:28:04
Film nur bei geöffnetem Fenster gucken! Warum muss der auch im Januar erscheinen. ;)

Weichei!

Zitat von: Sarge am  4 Januar 2008, 16:48:47
Weil sich unsere Wege bisher so selten kreuzten, habe ich zwar noch nicht so viel von dir gelesen, als dass dieses Urteil irgendwie repräsentativ wäre, aber sicherlich eine deiner besten Kritiken.

Danke!  :icon_razz: Und das kann ich auch zurückgeben - wenn ich öfter auf Texte von dir stoßen würde (die wenigen bisher haben mir allerdings vorzüglich gemundet, zuletzt u. a. "Crazy"), hätte ich mich vielleicht auch schon in deinem Thread zu Wort gemeldet - aber man liest schließlich keine Reviews allein des Kommentars willen.  ;)

Zitat von: Sarge am  4 Januar 2008, 16:48:47
Nicht, weil ich auch an sie die Hoffnung knüpfen kann, dass der Film doch gut ist :icon_mrgreen: .

Wer behauptet denn das Gegenteil?! Die internationale Kritik scheint sich vor Lob doch zu überschlagen und die Festival-Jurys großzügig wie bei Filmen dieses Subgenres heutzutage nur noch selten.

Übrigens hat er mir direkt nach dem Verlassen des Kinosaals noch mehr Ehrfurcht eingeflößt, beim Einstellen des Reviews fiel dann aber doch ein Punkt einer nüchterneren Rückbetrachtung zum Opfer. Trotzdem: Er ist nicht nur gut sondern sehr gut.

Zitat von: Sarge am  4 Januar 2008, 16:48:47
Sondern weil sie Figuren und Stil nicht nur sehr gut analysiert, sondern das Ganze auch von ausgesprochener Cronenberg-Kenntnis zeugt und dementsprechend in den Kontext seines Schaffens eingeordnet wird (mit für mich durchaus neuen Erkenntnissen), was ich bei Cronenberg imho für recht bedeutend halte, gerade weil sich Veränderungen bei ihm vollzogen zu haben scheinen, auch wenn ich das in Unkenntnis von "History of Violence" und "Eastern Promises" und Gedanken an auch schon frühere subtilere Werke wie "M. Butterfly" oder "Die Unzertrennlichen" noch nicht selbst bestätigen kann.

Cronenberg-Kenntnis? Nun ja... außer seinen beiden letzten Filmen kenne ich eigentlich nur noch vier weitere.  :icon_mrgreen: Hat aber anscheinend gereicht. Es gibt ja kein spezifisches "Thema", das Cronenberg als Grundlage seines Schaffens immer wieder verarbeitet, trotzdem ist die Konstante in seinem Werk ziemlich stark (soweit ich das beurteilen kann), auch wenn ich ihr neues Gesicht in den beiden letzten Filmen für etwas kompromisslich halte.

Aber warum ich die Figuren sehr gut analysiert haben soll - das könntest du mir doch noch kurz erklären. Eigentlich habe ich sie - entgegen meiner persönlichen Auffassung von einer derartigen Herangehensweise an Filme - doch ziemlich kurz abgefertigt?

Zitat von: Sarge am  4 Januar 2008, 16:48:47
Traurigerweise leider nicht in meinen hiesigen Kinos zu sehen :bawling: :bawling: :bawling:

Die deutsche Kinolandschaft ist ohnehin ein totales Desaster, durch und durch, technisch wie selektiv.

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Vince am 5 Januar 2008, 01:24:22
Zitat von: McKenzie am  4 Januar 2008, 21:44:30
Ja, die nächsten drei Reviews entscheiden darüber, ob ich für einen längeren Zeitraum (sagen wir: ein Jahr) pausiere um zu alter Frische zurückzufinden oder ob ich auf einer neuen Basis, losgelöst von allen "Review-Regeln" und selbstauferlegtem Streben nach "Publikumsbefriedigung", weitermache. Der Text zu "Eastern Promises" ist übrigens hier ein Versuch gewesen, genau das zu erreichen: Die Darstellung der Essenz ohne die sonst bei mir übliche Herleitung selbiger. Das "argumentative" Review-Schreiben langweilt mich inzwischen tödlich und erscheint als populistischer Kompromiss, der mich beim Schreiben und meiner Rezeption einengt. Das klingt natürlich alles sehr nerdig, doch da ich sehr am Schreiben hänge, im Endeffekt vielleicht ein kleines bischen mehr als an meinen (unbekannten) Lesern, möchte ich mich nicht von äußeren, namenlosen Anforderungen formen lassen, die ich nicht als ideal betrachte.
[...] es ist eher die Form - ich bin mir für meinen Geschmack in letzter Zeit einfach zu prätentiös  :icon_redface: und dabei noch nicht prätentiös genug, um gut zu sein. Und da ich das natürlich nicht gut finde, strebe ich nicht nach einem höheren Level von Prätentiösität sondern nach einer Rückkehr zur Bodenständigkeit ("Planet Terror" war so ein Versuch) was aber auch nicht so recht gelingen mag. Es ist also die Form, die Sprache die mir Kopfschmerzen bereitet. Denn um eine gute Form kann man sich nicht bemühen, die muss von selbst kommen - alles andere wäre @#%$ fragwürdig.

Das mag für manche Klientel wirklich ziemlich abgehoben klingen, ich kann's aber definitiv nachvollziehen, weil ich in den letzten Wochen an einen ähnlichen Punkt gekommen bin, das Ganze aber auch vielleicht ein bisschen weniger ernst betrachte als du. Ob jetzt gleich ein ganzes Jahr Pause notwendig ist, stelle ich mal in Zweifel; man kann seinen Output ja ein wenig minimieren, halt nur noch alle zwei Wochen eine Kritik, wann immer einen die Muse küsst.

Aber wie gesagt, dem Grundgedanken kann ich folgen - ich bin auch immer um Abwechslung bemüht, denn Routine ist mir zumindest bei meinen eigenen Texten ein Gräuel. Oft meine ich dann auch zu erkennen, dass ich ein bisschen zu hoch hinaus bin und dann orientiere ich mich gerne an extrem nüchtern geschriebenen Texten wie zB. denen von Moonshade, die immer eine angenehme Distanz ausstrahlen. Zumindest um wieder "runterzukommen". Aber auch da mag ich dann nicht lange verweilen und suche wieder andere Höhen. Ich sehe meine Position als Rezensent so ein bisschen wie die eines Hais (oh, ich glaub, jetzt wird's wieder prätentiös ;) )- immer in Bewegung bleiben, sonst gehst du unter.
Ich nehme mal an, bei dir ist das relativ ähnlich.

ZitatStört's dich, wenn ich soweit aushole?  :icon_mrgreen:
Nö, herrliche Nachtlektüre. ;)

ZitatFalls ich die besagte Pause nicht einlege, wird das u. a. auch der Verdienst deiner und Mr. Vincent Vegas jüngster lobender Worte sein, die mich in Selbstzweifel hinsichtlich meiner Selbsteinschätzung gestürzt haben. Manchmal wäre es schön, mehr Wettbewerbs-Geist zu besitzen - dann hätte mich deine "Blow up"-Kritik vielleicht aus Ehrgeiz zu meinem ersten Antonioni-Text hingerissen.  ;) Ich danke!
Also wie gesagt, eine Pause wie von dir angedacht finde ich zuviel des Guten. Die "A History of Violence"-Kritik zeigt's doch, man liest da durchaus die Bemühung um Alternation heraus und ein Jahr Pause hast du dafür nicht gebraucht. Du kannst ja deine Gedanken als Autor etwas längere Zeit um einen Film kreisen lassen und dafür den ein oder anderen eben mal in punkto Reviewschreiben sausen lassen

Zitat*UnterschreibundVincenochmalanstrahl*  :icon_mrgreen:
Da gehe ich eher nicht von aus, der ist jetzt schon mit massig Top-Kritiken eingedeckt, es werden wohl auch noch einige gute Kritiken folgen, so dass ich mich bei DVD-Start vermutlich nicht mehr gezwungen sehe, selbst noch einzugreifen. ;) Dann vielleicht mal wieder einen anderen Cronenberg - "Spider" hat mich schon bei der Erstsichtung extrem gereizt.

ZitatIst die Reihenfolge der ersten drei Usernamen bewusst dramaturgisch?
Wenn du das glaubst, dann versuch mal, die Reihenfolge zu ändern und dabei das Bild des Nahrungsmittels beizubehalten.  :icon_mrgreen:

Zitat
Zitat von: Chili Palmer am  4 Januar 2008, 01:28:04
Ja, auf die Würze kommt es an. Wobei mir bei dem würzigen Geruch des "Death-Proof"-Duftbaums gerade eben schlecht wurde, das nur mal als Warnung an alle Collector's Edition-Käufer. Und die DVDs riechen nach Diesel, wenn man an ihnen rubbelt.

Sei froh, das du das gute Stück schon hast... McKenzie, arm wie eine Kirchenmaus, wird mit der geruchlosen, schmalen Variante vorlieb  nehmen müssen, vermutlich.
Oh, den gibts schon? Sollte ja eigentlich erst am 7. Januar rauskommen... verdammt, jetzt weiß ich auch wieder, warum ich am Montag in die Stadt wollte...
Und das Ding stinkt wirklich so?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 5 Januar 2008, 03:44:31
Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Und das Ding stinkt wirklich so?

Glaube mir, das ist die Hölle. Habe die Blechbox gerade am Freundeskreis ausprobiert, und da war "Toter Iltis" noch das netteste der Urteile. Die DVDs sondern ja wenigstens nur bei Rubbelei ihren Diesel ab, aber dieser beigefügte Duftbaum... Alle Versuche meinerseits, ihn irgendwem anzudrehen, wurden mit Gewalt unterbunden, so dass wir letztlich zu einem Kumpel fuhren, der das Bäumchen morgen im Briefkasten vorfinden wird.

Jaja, anlässlich dieses Dufterlebnisses eine Smileypremiere für mich: Der noch nie benutzte, hier aber mehr als angebrachte  :kotz:

Ansonsten bin ich aber mehr als gespannt, wie this fragrance so bei euch ankommt, mein Thread steht jederzeit für Erfahrungsberichte offen. Vielleicht hat McKenzie Recht,

Zitat von: McKenzie am  4 Januar 2008, 21:44:30
Weichei!

und ihr findet den alle ganz und gar betörend. Sollte mich aber wundern.  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 5 Januar 2008, 19:41:03
Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Das mag für manche Klientel wirklich ziemlich abgehoben klingen, ich kann's aber definitiv nachvollziehen, weil ich in den letzten Wochen an einen ähnlichen Punkt gekommen bin, das Ganze aber auch vielleicht ein bisschen weniger ernst betrachte als du.

Aber wie gesagt, dem Grundgedanken kann ich folgen - ich bin auch immer um Abwechslung bemüht, denn Routine ist mir zumindest bei meinen eigenen Texten ein Gräuel. 

An den Punkt muss wohl jeder früher oder später kommen; manche hören dann auch endgültig auf (wie ein gute Freund von mir). Allerdings ist das bei mir in diesem Fall ein quälend langer Prozess, der im August begann und jetzt kulminiert. Das Schlimme ist: Das Schreiben ist mir als fester Bestandteil des Cineasten-Daseins so ans Herz gewachsen, das ich davon nicht mehr lassen kann - und eine Aufgabe somit eine Folter wäre.  :icon_confused:
Aber bei dir sehe ich z. B. keine Gefahr: Dadurch, das du stets zwischen verschiedenen Filmrichtungen schwankst (die auch verschiedene Ansätze erfordern) und stets mit deinen prätentiösen Metaphern spielst  :icon_mrgreen: dürfte es wohl noch dauern, bis du "festfährst". Bei 500 Reviews hast du dich noch ganz gut gehalten.

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
man kann seinen Output ja ein wenig minimieren, halt nur noch alle zwei Wochen eine Kritik, wann immer einen die Muse küsst.

:LOL:

Richtig, richtig. Aber wenn ich mir hier den Output der anderen, auch dir, ansehe, steigt mir der gelbe Neid ins Gesicht. Momentan bin ich bei einem Review im Monat und das nur unter größten Anstrengungen und dann meist zu einem Film, den ich normalerweise hinten angestellt hätte, angelangt.  :bawling:
Aber derzeit bekämpfe ich den Teufel mit Beelzebub und zwinge mich zum schreiben. Offenbar nicht die schlechteste Taktik. Aber einst, als ich noch fast wöchentlich ein Review rauskloppte, flossen die Worte nur so aus den Fingern, bzw. der Tastatur.

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Oft meine ich dann auch zu erkennen, dass ich ein bisschen zu hoch hinaus bin und dann orientiere ich mich gerne an extrem nüchtern geschriebenen Texten wie zB. denen von Moonshade, die immer eine angenehme Distanz ausstrahlen. Zumindest um wieder "runterzukommen".

Ebenfalls sehr vertraut. Das bewusste Lesen weniger verkrampfter / verkopfter, schlichterer Kritiken hat  auch mich in letzter Zeit inspiriert, allerdings nicht zu einem Review.

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Ich sehe meine Position als Rezensent so ein bisschen wie die eines Hais (oh, ich glaub, jetzt wird's wieder prätentiös ;) )- immer in Bewegung bleiben, sonst gehst du unter.
Ich nehme mal an, bei dir ist das relativ ähnlich.

Absolut. Aber blinder Aktionismus bringt ja auch nichts und bevor ich in Bewegung bleibe und dabei auf der Stelle trete  :icon_lol: steige ich lieber vom Review-Karussell. Man ist ja nicht umsonst Perfektionist aus Überzeugung.  :kotz:

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Also wie gesagt, eine Pause wie von dir angedacht finde ich zuviel des Guten. Die "Eastern Promises"-Kritik zeigt's doch, man liest da durchaus die Bemühung um Alternation heraus und ein Jahr Pause hast du dafür nicht gebraucht. Du kannst ja deine Gedanken als Autor etwas längere Zeit um einen Film kreisen lassen und dafür den ein oder anderen eben mal in punkto Reviewschreiben sausen lassen

Es ärgert mich aber, das dieser Text das Produkt einer bewusst ausgelebten Rücksichtslosigkeit gegenüber der breiten OFDb-Masse zugunsten meines egozentrischen Fortschrittbestrebens ist.  :icon_mrgreen: Diese Rücksichtslosigkeit müsste noch unbewusster, beiläufiger werden, dann wäre sie akzeptabel.  :icon_twisted:

Irgendwie hast du mein Dilemma mit psychoanalytischer Sicherheit erfasst - es ist nämlich ebenfalls ein neuer, im Zuge dieser Schreibkrise aufgekommener Tick von mir geworden, einen Film zur Rezension zweimal anzusehen (Herr, jetzt kommt die Neurose ans Licht). So geschehen bei zwei meiner 5 letzten Reviews.

Abgesehen davon lässt man ja sowieso fast immer die besten Filme sausen bei der Review-Auswahl. Denn die besten sind meist die sperrigsten (bei der Besprechung).

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Da gehe ich eher nicht von aus, der ist jetzt schon mit massig Top-Kritiken eingedeckt, es werden wohl auch noch einige gute Kritiken folgen, so dass ich mich bei DVD-Start vermutlich nicht mehr gezwungen sehe, selbst noch einzugreifen. ;)

Nun, gesetzt dem Fall das dir ein neuartiges, in der OFDb bisher nicht entzündetes Licht aufgeht, wäre das doch wohl noch überdenkenswert, oder?

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Dann vielleicht mal wieder einen anderen Cronenberg - "Spider" hat mich schon bei der Erstsichtung extrem gereizt.

Ist auch schwer unterschätzt und braucht Unterstützung, daher: go ahead! Mich reizt er auch schon länger...  :andy:

Zitat von: Vince am  5 Januar 2008, 01:24:22
Wenn du das glaubst, dann versuch mal, die Reihenfolge zu ändern und dabei das Bild des Nahrungsmittels beizubehalten.  :icon_mrgreen:

Vielleicht kommt dann statt eines Nahrungsmittels ein Werkzeug oder etwas noch obskureres heraus? Lieber nicht...  :icon_lol:


@ Chili:

Danke für dieses Posting, das erleichtert mich ungemein (ich mag weder Duftbäume, noch Benzingeruch) und lässt mich entspannter der einfachen Steelbook-Version entgegenfiebern.  :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 5 Januar 2008, 19:51:40
PS:

Da ich den "Filmjahr 2007"-Thread nicht noch weiter zuspammen möchte, hier noch einmal eine finale Aufstellung (Gebrauchsanleitung im oben genannten Thread, Paul!  :icon_twisted:), wenn's interessiert. Leider alles mit englischen Titeln, da für ein internationales Cineasten-Forum erstellt:

(Die Creme der Creme:)

A 1:

THE PRESTIGE (Christopher Nolan / USA/UK) – 9/10 *
INVISIBLE WAVES (Pen-Ek Ratanaruang / Thailand/Hongkong/Netherlands) – 9/10
LAST DAYS (Gus Van Sant / USA) – 10/10
GWOEMUL / THE HOST (Joon-ho Bong / South Korea) – 9/10 *
H 2 ODIO / HATE 2 O (Alex Infascelli / Italy) – 9/10 (22)
ZODIAC (David Fincher / USA) – 9/10 *
TWENTYNINE PALMS (Bruno Dumont / France/USA/Germany) – 10/10
DEATH PROOF (Quentin Tarantino / USA) – 9/10 *
SAKEBI / RETRIBUTION (Kiyoshi Kurosawa / Japan) – 7 – 8/10
BUG (William Friedkin / USA) – 9/10
THE ASSASSINATION OF JESSE JAMES BY THE COWARD ROBERT FORD (Andrew Dominik / USA) – 10/10 *
IMPORT/EXPORT (Ulrich Seidl / Austria) – 9/10 (22)
FÜR DEN UNBEKANNTEN HUND (Benjamin Reding, Dominik Reding / Germany) – 9/10 (23)
THE VISIBLE AND THE INVISIBLE (Rudolf Thome / Germany) – 9/10 (22)

A 2:

CHINJEOLHAN GEUMJASSI / SYMPATHY FOR LADY VENGEANCE (Chan-wook Park / South Korea) – 9/10 *
EL LABERINTO DEL FAUNO / PAN'S LABYRINTH (Guillermo del Toro / Spain/Mexico/USA) – 9/10 *
INLAND EMPIRE (David Lynch / USA/France/Poland) – 9/10 *
ZWARTBOEK/ BLACK BOOK (Paul Verhoeven / Netherlands/Belgium/Germany/UK) – 8/10 *
BLOOD TEA AND RED STRING (Christiane Cegavske / Canada/USA) – 8/10
EDMOND (Stuart Gordon / USA) – 8/10
YELLA (Christian Petzold / Germany) – 8/10 (21)
HALLOWEEN (Rob Zombie / USA) – 9/10 (22) *
IKLIMLER / CLIMATES (Nuri Bilge Ceylan / Turkey/France) – 8/10 (21)
ROMANZO CRIMINALE / CRIME NOVEL (Michele Placido / Italy/France/UK) – 8/10 (21)
4 LUNI, 3 SAPTAMANI SI 2 ZILE / 4 MONTHS, 3 WEEKS AND 2 DAYS (Cristian Mungiu / Romania) – 8/10 (21) *
EX DRUMMER (Koen Mortier / Belgium/Netherlands/Italy) – 8/10 (21) *
EASTERN PROMISES (David Cronenberg, UK/Canada) – 9/10 (22) *
BUONGIORNO, NOTTE / GOOD MORNING, NIGHT (Marco Bellocchio / Italy) – 9/10 (22)
3:10 TO YUMA (James Mangold / USA) – 8/10 (22) *

* (erstmals) gesehen mit deutscher Synchronisation


Bemerkenswerte / Sehenswerte Filme (hier fehlt vermutlich einiges - man verliert mit der Zeit den  Überblick)


- The Three Burials of Melquiades Estrada (Tommy Lee Jones / USA/France) – 9/10 (22)
- Hanage / Steel (Episode from "Unholy Women" / Takuji Suzuki / Japan) – 9/10
- The Bothersome Man (Jens Lien / Iceland/Norway) – 8/10 (21) *
- Verfolgt / Hounded (Angelina Maccarone / Germany) - 8/10 (21)
- The Fountain (Darren Aronofsky / USA) – 8/10 *
- Lady Chatterley (Pascale Ferran / France/UK) – 8/10 (20)
- Takva - A Man's Fear of God (Özer Kiziltan, Turkey/Germany) – 8/10
- Ekusute / Exte: Hair Extensions (Sion Sono / Japan) 8/10 (20)
- Valerie (Birgit Möller / Germany) – 8/10
- Hotel Paradijs (Jan Krüger / Short / Germany) – 8/10
- A Scanner Darkly (Richard Linklater / USA) - 7/10 (20)
- Loggerheads (Tim Kirkman / USA) – 7/10
- Deutschland privat – Im Land der bunten Träume (Robert van Ackeren / Germany) – 7/10
- The Living and the Dead (Simon Rumley / UK) – 7/10
- Dnevnoy dozor / Day Watch (Timur Bekmambetov / Russia) – 7/10 (19) *
- Apnea (Roberto Dordit / Italy) – 7/10 (19)
- Ghost Son (Lamberto Bava / South Africa/Italy/UK/Spain) - 7/10
- Un couple perfait / A perfect couple (Nobuhiro Suwa / France/Japan) – 7/10
- Invasion (Oliver Hirschbiegel, James McTeigue / USA) - 7/10 *
- Seung sing / Confession of Pain (Wai-keung Lau, Siu Fai Mak / Hongkong) – 7/10
- Nachmittag / Afternoon (Angela Schanelec / Germany) – 7/10 (18)
- Ha-Buah / The Bubble (Eytan Fox / Israel) – 7/10
- Oublier Cheyenne / Looking for Cheyenne (Valérie Minetto / France) – 7/10
- Crash Test Dummies (Jörg Kalt / Austria) – 6/10
- Nuovomondo / Golden Door (Emanuele Crialese / Italy/France/UK) – 6/10
- Evilenko (David Grieco / Italy) – 6/10
- Solange du hier bist / While you are here (Stefan Westerwelle / Germany) – 6/10 (17)


A little, marginal addition (in order of personal preference, eh, contempt...):


Worst / Most annoying Film of 2007:


1. 300 (Zack Snyder / USA) - 1/10 *
2. The Hills have eyes II (Martin Weisz / USA) - 1/10
3. The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (Jonathan Liebesman / USA) - 3/10
4. In the Name of the King: Dungeon Siege (Uwe Boll / Germany/Canada/USA) – 3/10 – 8/25*
5. Seed (Uwe Boll / Canada/Germany) - 5/10
6. I'm a cyborg but that's OK (Chan-wook Park / South Korea) - 13/25 – 5/10
7. Nightmare Detective (Shinya Tsukamoto / Japan) – 5/10
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 5 Januar 2008, 20:13:12

Aah, wusste der verrottende Estrada doch zu gefallen.

Du wolltest da ja immer noch mal etwas zu meinem oberflächenentlangkratzenden Review schreiben. Verstehst du inzwischen, wie schwer es für mich war, mir wenigstens dies abzuringen? Oder hättest du da spontan einen Zugang im Kopf, der viel über den Film aussagt, ohne zu sehr auf die Details einzugehen? Wäre wirklich nochmal interessant für mich, wie du das siehst.

Ansonsten: Details? Bilder? Schauspieler? Diese Szene mit dem Telefonat in der mexikanischen Bar?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Sarge am 5 Januar 2008, 20:16:53
Zitat von: McKenzie am  4 Januar 2008, 21:44:30Ja, die nächsten drei Reviews entscheiden darüber, ob ich für einen längeren Zeitraum (sagen wir: ein Jahr) pausiere um zu alter Frische zurückzufinden oder ob ich auf einer neuen Basis, losgelöst von allen "Review-Regeln" und selbstauferlegtem Streben nach "Publikumsbefriedigung", weitermache. Der Text zu "Eastern Promises" ist übrigens hier ein Versuch gewesen, genau das zu erreichen: Die Darstellung der Essenz ohne die sonst bei mir übliche Herleitung selbiger. Das "argumentative" Review-Schreiben langweilt mich inzwischen tödlich und erscheint als populistischer Kompromiss, der mich beim Schreiben und meiner Rezeption einengt. Das klingt natürlich alles sehr nerdig, doch da ich sehr am Schreiben hänge, im Endeffekt vielleicht ein kleines bischen mehr als an meinen (unbekannten) Lesern, möchte ich mich nicht von äußeren, namenlosen Anforderungen formen lassen, die ich nicht als ideal betrachte.

Ich bin mir für meinen Geschmack in letzter Zeit einfach zu prätentiös  :icon_redface: und dabei noch nicht prätentiös genug, um gut zu sein. Und da ich das natürlich nicht gut finde, strebe ich nicht nach einem höheren Level von Prätentiösität sondern nach einer Rückkehr zur Bodenständigkeit ("Planet Terror" war so ein Versuch) was aber auch nicht so recht gelingen mag. Es ist also die Form, die Sprache die mir Kopfschmerzen bereitet. Denn um eine gute Form kann man sich nicht bemühen, die muss von selbst kommen - alles andere wäre @#%$ fragwürdig.

Okay, du neigst sicherlich manchmal dazu, viele Gedanken wahrlich auf einmal in einen Satz zu packen, einem Satz zu formulieren und während du ihn schreibst, ihn wahrscheinlich weiterzuentwickeln. Aber wer sagt, dass der Leser auch nicht mal gefordert werden darf? Doch bei aller Selbstkritik ist es der Selbstkritik wahrlich etwas zu viel. Erst war ich mir zugegeben ja nicht sicher, ob dieses öffentliche Selbstzweifeln einer erhofften konträren, positiven Resonanz zum Zwecke des Egopushings geschuldet war. Aber dann würde man sicherlich nicht ein Drittel seiner Reviews löschen :icon_eek: Sei dir dessen gewiss, dass so gut wie alle der hier vertretenen Autoren Altlasten mit sich schleppen und heute die ein oder andere eigene Kritik peinlich berührt lesen, geht mir jedenfalls so. Aber mein Gott, was soll's. Kann man irgendwann überarbeiten oder neu schreiben und wenn nicht, erfüllt's halt eine museale Funktion. In seinem Leben schreibt man vielleicht eh nur einmal eine wirklich perfekte Kritik.
Oft schon haben die Autorenthreads aber auch bewiesen, dass die pessimistische eigene Perspektive mit der gemeinen der Leserschaft nicht überstimmen muss. Du bist jedenfalls spannend. Sei dir dessen auch gewiss.


ZitatWer behauptet denn das Gegenteil?! Die internationale Kritik scheint sich vor Lob doch zu überschlagen und die Festival-Jurys großzügig wie bei Filmen dieses Subgenres heutzutage nur noch selten.

Mr. VV :icon_mrgreen: Für einen Cronenberg zumindest nicht gut. Und da er mindestens ein so großer Cronenberg-Anhänger ist wie ich, heißt es bei mir noch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Zitat
Cronenberg-Kenntnis? Nun ja... außer seinen beiden letzten Filmen kenne ich eigentlich nur noch vier weitere.

Da hätte ich wirklich mehr vermutet.  ;) Welche drei ("Spider" hast du ja schon erwähnt) sind das denn? "Crash" vielleicht noch?

ZitatAber warum ich die Figuren sehr gut analysiert haben soll - das könntest du mir doch noch kurz erklären. Eigentlich habe ich sie - entgegen meiner persönlichen Auffassung von einer derartigen Herangehensweise an Filme - doch ziemlich kurz abgefertigt?

Ziemlich kurz, ja das könnte man sagen. Aber Umfang ist ja nicht das einzige Indiz. Sowohl indirekt:

ZitatDiesem menschlich vollkommen ausgekühlten Fegefeuer gegenüber steht jedoch Optimismus - oder zumindest eine Sicherheit, die eine Hoffnung auf Ausstieg zulässt und sie nie gänzlich ausgrenzt

ZitatIn Momenten aufkeimender Unsicherheit scheinen Innenräume keiner Begrenzung nach oben und unten mehr zu unterliegen und lassen die Protagonisten selbst in Großaufnahmen verloren erscheinen

ZitatSchließt die bewusste Erfahrung neuer ethischer Horizonte einen moralischen Verlust mit ein, kurz: kann man sich davor nur schützen, indem man die eigene Umwelt und vielleicht sogar sich selbst teilweise ignoriert, verleugnet, sich gegen ein Fortschreiten der persönlichen Entwicklung sträubt, dieses ,,Risiko" vermeidet?

ZitatEr versteht das Bestreben der übrigen, menschlich deformierten Figuren, diesen Wesenszustand als Ideal zu erreichen

"Menschlich deformiert" ist wirklich ganz groß...

als auch direkt:

Zitatdas Annas in dieser Szene besonders, aber auch später noch extreme, mädchenhaft-aufgesetzte Naivität bei weitem zu dick aufgetragen und inszeniert ist, um kein Kunstgriff des Regisseurs zu sein. Engelsgleich steht Anna als Lamm an der Pforte zu Sodom. Denn Müller-Stahl, mit seinem gewohnt starken, unheimlichen Charisma, dreht langsam den Kopf, sein onkelhaftes Lächeln nicht verlierend sondern mit einem Hauch von subtilen Argwohns würzend

ZitatEgal ob Watts gleichmütig auf ihrem Motorrad durch London fährt, ob Mortensen auf Befehl von Kyrill hin vor dessen Augen sichtlich gequält und gedrungen eine ukrainische Prostituierte ,,von hinten nimmt" oder Charaktere mit unterschiedlichen weltlichen (und auch gesellschaftlichen) Positionen im Gespräch durch eine geradeaus blickende Kamera in sterilen Gegenschnitt-Sequenzen hart voneinander getrennt werden

ZitatAuch wenn er für sich eine moralisch nachvollzieh- und achtbare Entscheidung getroffen hat, wird er vielleicht die Unbeflecktheit und - im Sinne von Zufriedenheit mit der eigenen Person - Freiheit von Anna oder auch Kirill nie erreichen.

... kann ich mir zumindest ein ziemlich gutes Bild der Figuren machen. Gefällt mir auch, wie du sie nicht isoliert betrachtest, sondern bsp. mit dem Handwerk und seinen Funktionen hinsichtlich der Figurendarstellung verknüpfst.

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Bretzelburger am 5 Januar 2008, 21:08:11
ZitatIch war nie ein Fan von dir, lese deine Reviews aber immer wieder gerne. Die Überarbeitungen deiner Reviews sind mir auch nicht sooo gravierend aufgefallen, als das ich es hätte kommentieren wollen.

Dann scheint deine penible Aufmersamkeit und dein von dir oft erwähnter Perfektionismus nur dir selbst zu gelten. Nicht das du gezwungen gewesen wärst, meine Kritiken zu beurteilen und schon gar nicht erwarte ich, dass du ein Fan von mir wirst, aber das du die Veränderungen nicht wesentlich (damit meine ich nicht besser) findest, empfinde ich als Enttäuschung. Ich habe die drei Filme zum ersten mal komplex als Gesamtheit betrachtet, was ich noch nicht konnte, als ich "La Notte" beschrieb. Der Aufwand des Umschreibens war deutlich höher, als das zuvorige Verfassen der Ersttexte und ich habe nur etwa 20 % des Urtextes übernommen. Das du diese Veränderungen als nicht "sooo" gravierend empfindest, kann für mich nur bedeuten, dass du sie inhaltlich nicht erweitert findest.

Ich betrachte dein Wirken ja insgesamt mit Sympathie, da ich deinen Filmgeschmack schätze, so dass es fast schade ist, dass ich ausgerechnet mit deinen Texten nicht so recht warm werde. Das hat weniger mit deinen Aussagen oder gar Analysen zu tun, denn diese kann ich fast immer nachvollziehen, sondern mit deinem Schreibstil. Dazu passt auch deine, in meinen Augen überzogene Selbstkritik, die ich nur sehr schwer ernst nehmen kann - was nicht heisst, dass ich dich als Person nicht ernst nehme.

Ich versuche das an einem anderen Beispiel festzumachen. Als ich mit meinem Studium begann, war ich ein bemühter zeichnender Dilettant, bevor ich während des Studium dann jahrelangen Unterricht im Malen, Skizzieren und Zeichnen erhielt. Im Nachhinein wirken diese Anfangsversuche natürlich amateurhaft und vielleicht sogar lächerlich, aber sie sind ein Teil von mir und zeigen meine damalige Haltung. Deshalb möchte ich sie nie missen.
Jetzt könntest du dem entgegnen, dass ich meine frühen "Werke" ja auch nicht veröffentliche. Das stimmt, weshalb ich sogar verstehe, wenn Jemand hier bestimmte Kritiken wieder entfernt, aber deshalb würde ich mich dieser "Entwicklung" doch nicht schämen. Selbstzweifel wie die deinen, sind einerseits sicherlich zur Entwicklung notwendig, aber ich habe viele "Künstler" erlebt, die genau daran gescheitert sind, dass sie nicht "Perfekt" wären. Abgesehen davon, dass Perfektion nicht messbar ist - wie soll man denn perfekt werden, wenn man nichts tut ? - Hätte ich schon bei meinen ersten "Gehversuchen" (egal in was) nur das perfekte Bild vor Augen gehabt - ich hätte wahrscheinlich gar nicht erst begonnen. Das Schöne an der Eigenkrativität ist doch, dass man sich über sein Ergebnis freuen kann - und wenn auch nur für einen Momnt, bevor man begreift, wie man sich verbessern kann.

Wenn ich dann bei dir lese, dass die perfekte Antonioni-Kritik noch gar nicht möglich ist, dann ist das - gelinde gesagt - prätentiöser Blödsinn. Du hebst diese Filme (zu recht) so hoch, dass ein Text quasi immer hinterher hinken muss. Aber Kritiken können doch eine Vielzahl von Intentionen verfolgen. Das kurze Statement, die Aufmerksammachung auf einen für viele unbekannten Fim, eine Einordnung in das Gesamtwerk und natürlich die ausschweifende Analyse.

Aber wo fängt die an und wo hört sie auf ? In der "Filmzentrale" beginnt der "La Notte" Text mit der Architektur, auf die ich auch kurz eingegangen bin. Als Architekt könnte ich allein über dieses Thema problemlos 20 Seiten füllen, vielleicht wäre "Antonioni und die Architekturstile" ein angemessenes Doktorthema. Aber ist das notwendig, um den Filmen und Antonionis Gedanken in einer Filmkritik gerecht zu werden ? Ich meine nicht und damit komme ich zu deinen Texten zurück. Diese wirken immer so, als könntest du keinen Satz ertragen, der nicht vor Inhalt und analytischer Weisheit strotzt. Dadurch wirken sie fast künstlich und sind schwer zu lesen, aber "schwer" oder wie du es gern formulierst "sperrig" ist nicht automatisch gleich gut und anspruchsvoll, und es entspricht schon gar nicht dem Stil des von dir geliebten Meisters Antonioni.

Die grösste Meisterschaft liegt nämlich in einer inhaltlich tiefen Leichtigkeit, der die harte Arbeit bei der Entstehung nicht anzumerken ist. Gerade Antonioni beweist das, denn seine Bilder und Geschichten sind meist von einer absoluten Klarheit, fast bis zur Transparenz. Die Tiefe der Gedanken erschliessen sich nicht sofort, da sie nicht vordergründig demonstriert werden (nichts gegen vordergründig, alles zu seiner Zeit). Deine Kritiken versuchen auch so eine "versteckte Verklausulierung", scheitern aber an ihrer Offensichtlichkeit, dieses Ziel zu erreichen. Hier solltest du dich einfach mal entschlacken, anstatt aufzuhören - und dazu gehört Übung...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 5 Januar 2008, 21:25:49
Weise Worte...vor allem Absatz 3.

Mc, wenn du eine Kreativpause nimmst, ist das deine Sache, aber ich denke, es gibt einige, die auch nicht ganz so perfekte Outputs von dir gerne immer mal wieder lesen, von daher: sei nicht ganz so streng mit dir selbst und dem Perfektionismus..  ;)

Wenn man aber gerade keinen Bock, Biß oder nicht die nötige Leidenschaft hat, was zu schreiben, dann sollte man sich aber auch nicht dazu zwingen...das weiß ich selbst am besten.  :king:

Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: kruchtenkaiser am 6 Januar 2008, 00:02:25
nach dem Lesen der "Eastern Promises"-Review kann ich Deine Selbstzweifel voll und ganz verstehen: schludriger, runter gerotzter Stil, Qualität gegen Null strebend... ach, verdammt nochmal... ich weiss nicht was Du hast!!! Wieder einmal ein hervorragender Text, der mir beweist, dass Du Selbstkritik auf allerhöchstem Niveau betreibst! Daher schließe ich mich Bettwursts Worten sehr gerne an:

Zitat von: Bettwurst am  5 Januar 2008, 21:25:49Mc, wenn du eine Kreativpause nimmst, ist das deine Sache, aber ich denke, es gibt einige, die auch nicht ganz so perfekte Outputs von dir gerne immer mal wieder lesen, von daher: sei nicht ganz so streng mit dir selbst und dem Perfektionismus..  ;)
:respekt:

und auch diesen Satz unterschreibe ich - auch aufgrund eigener Erfahrungen - gerne:
Zitat von: Bettwurst am  5 Januar 2008, 21:25:49
Wenn man aber gerade keinen Bock, Biß oder nicht die nötige Leidenschaft hat, was zu schreiben, dann sollte man sich aber auch nicht dazu zwingen...das weiß ich selbst am besten.  :king:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Snake_Plissken am 6 Januar 2008, 00:19:53
Na bevor sich ein wirklich talentierter Autor von seinen Selbstzweifeln unterkriegen lässt, möchte ich mich an dieser Stelle zu Wort melden. Ich habe mir mal Dein "Vanishing Point" Review zur Brust genommen... und es ist beinahe makellos.

Es ist vorbildlich, wie Du dich mit dem Film auseinandergesetzt hast. Du sezierst ihn und füllst die Häppchen mit Deiner Sicht der Dinge. Das ganze passiert auf eine argumetative Art und Weise, was ich absolut befürworte. Schön, ist wie Du die Handlung in den vorherrschenden Zeitgeist einordnest und die sich durchziehenden Motor/Getriebe-Vergleiche sind zwar naheliegend, aber in ihrer Stringenz mehr als passend!

Top Review, ABER:
1. Warum ist vor dem Fazit soviel unbeschriebener Platz?
2. Warum beginnst Du Dein Fazit so plump mit FAZIT? Die 2 Zeilen, die der groß geschriebenen Ankündigung folgen, hätten auch aus der TV-Spielfilm sein können. Damit unterläufst Du die Messlatte, die Du vorher so schön hoch aufgelegt hast...

Also: weitermachen! Laß weiterhin so präzise Kritiken folgen!  :respekt:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 6 Januar 2008, 02:35:01
Oh Leute...  :icon_mrgreen:

Danke für eure ausführlichen Postings. Als Liebhaber ausgiebiger und beherzter Diskussionen finde ich das alles großartig  :love:, allerdings werde ich wohl etwas Zeit benötigen, um auf alles angemessen einzugehen...  :andy: (Chili, kein Wort!)

@ Snake Plissken:

Die vielen Leerzeilen zwischen Review und dem "Fazit" sind pure Absicht und das Fazit ist eigentlich gar kein Fazit.  :king: Aber dazu später mehr!

@ Bretzelburger:

Danke!
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 6 Januar 2008, 14:55:51
Sei keine Sissi, McKenzie. Phasen der Selbstzweifel kommen und gehen. In dem Moment, in dem man sie derart aus- und zur Diskussion stellt, ist ihr Endstadium ohnehin erreicht.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Snake_Plissken am 6 Januar 2008, 14:58:27
Zitatdas Fazit ist eigentlich gar kein Fazit.  s-koenig Aber dazu später mehr!

Aha? Ich bin gespannt...

Greetings Snake_
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 Januar 2008, 22:08:43
Gemäß der Reihenfolge...

Zitat von: Chili Palmer am  5 Januar 2008, 20:13:12
Aah, wusste der verrottende Estrada doch zu gefallen.

Durchaus, hat den Sprung in meine Besten-Liste(n) nur knapp verpasst, ich dann bei all der Frustration, Depression, Suizidgefahr und Vereinsamung noch einen richtig fetten Unterhaltungskracher dabei haben wollte und mich dann für "Todeszug nach Yuma" entschieden habe, der mir sowohl Kurzweil in lange nicht mehr erlebter Ausführung als auch psychologische Nahrung lieferte.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am  5 Januar 2008, 20:13:12
Du wolltest da ja immer noch mal etwas zu meinem oberflächenentlangkratzenden Review schreiben. Verstehst du inzwischen, wie schwer es für mich war, mir wenigstens dies abzuringen? Oder hättest du da spontan einen Zugang im Kopf, der viel über den Film aussagt, ohne zu sehr auf die Details einzugehen? Wäre wirklich nochmal interessant für mich, wie du das siehst.

Dein Ansatz ist auf jeden Fall der richtige, hier muss man zu assoziativen Mitteln greifen, sonst würde man wohl stolpern. Vielleicht sollte ich - damit du auch einmal in diesen Genuss  :icon_twisted: kommst - dein Review noch einmal lesen und dann eine "kleine" Diskussion in deinem Thread anzetteln.  ;)
Übrigens wäre bei diesem Film mein Ansatz vermutlich gewesen, bestimmte Szenenfolgen oder auch nur eine einzelne Sequenz exemplarisch herauszugreifen oder irgendetwas metaphorisches zum Text auszubauen, allerdings ging der bei meinem momentan extremen Filmwahnsinn zusammen mit drei anderen Filmen an diesem Tag ziemlich unter.

Abgesehen davon kann ich dich verstehen, ja. Der Film öffnet dem Zuschauer viel Raum und durch eine nüchterne Analyse würde man diesen Raum erheblich verkleinern für diejenigen, die den Text vor dem Film lesen.

Zitat von: Chili Palmer am  5 Januar 2008, 20:13:12
Ansonsten: Details? Bilder? Schauspieler? Diese Szene mit dem Telefonat in der mexikanischen Bar?

Was ist damit?  :icon_mrgreen: Einfach wunderbar, all das. Das Klavierspiel des Mädchens in der Bar ist übrigens das Titelthema des Douglas Sirk Films "Magnificent Obsession" was ich an dieser Stelle und in Verbindung mit der Präsenz, die Sirks Filme bei mir inzwischen haben, ziemlich bemerkenswert fand. Diese Sequenz wäre übrigens natürlich ein gutes "Beispiel", das den Film in einer darauf aufbauenden Kritik vertreten könnte.

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Okay, du neigst sicherlich manchmal dazu, viele Gedanken wahrlich auf einmal in einen Satz zu packen, einem Satz zu formulieren und während du ihn schreibst, ihn wahrscheinlich weiterzuentwickeln. Aber wer sagt, dass der Leser auch nicht mal gefordert werden darf?

Ich war immer der Meinung, mich darum bemühen zu müssen, es den Lesern leicht zu machen und denjenigen, die eine grundsätzlich andere Filmrezeption pflegen, nicht ein Brett ins Gesicht nageln zu dürfen, irgendwann ist mir aber aufgefallen, das dank dieses Bestreben einige für mich persönlich eigentlich essentielle Werte verloren gingen - die Entscheidung ist dann zugunsten letzterer gefallen. Was aber nicht bedeutet, das ich nicht aus eigenem Interesse an einer Vereinfachung meiner Form und Struktur arbeiten würde.

Abgesehen davon schätze ich aber gerade das auch an anderen Kritiken. Unter diesem Gesichtspunkt ist z. B. Adam Kesher - den ich stets mit großem Interesse lese - einer der schwierigsten OFDb-Schreiber, andererseits empfinde ich diese Herausforderung stets als lohnenswert. Du bist ja beispielsweise auch stets darum bemüht, in relativ kurzen Texten das Herz eines Films schlagen zu lassen, allerdings kann ich das noch nicht wirklich beurteilen, da ich von dir leider ebenfalls noch zu wenig kenne.

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Doch bei aller Selbstkritik ist es der Selbstkritik wahrlich etwas zu viel. Erst war ich mir zugegeben ja nicht sicher, ob dieses öffentliche Selbstzweifeln einer erhofften konträren, positiven Resonanz zum Zwecke des Egopushings geschuldet war. Aber dann würde man sicherlich nicht ein Drittel seiner Reviews löschen :icon_eek: Sei dir dessen gewiss, dass so gut wie alle der hier vertretenen Autoren Altlasten mit sich schleppen und heute die ein oder andere eigene Kritik peinlich berührt lesen, geht mir jedenfalls so. Aber mein Gott, was soll's. Kann man irgendwann überarbeiten oder neu schreiben und wenn nicht, erfüllt's halt eine museale Funktion. In seinem Leben schreibt man vielleicht eh nur einmal eine wirklich perfekte Kritik.

Das Paradoxe ist ja, das die perfekte Kritik eigentlich gar nicht mein Ziel ist. Eigentlich möchte ich viel eher persönlicher und herzlicher schreiben denn die deutsche, "professionelle" / "wissenschaftliche" / "seriöse" Filmkritik ist ein emotionaler Eisschrank, der sicherlich schon vielen Menschen den Zugang zum Kino abgefroren hat - da sollte man, wenn man denn kann - OFDb macht's möglich - gegensteuern.
Und was die Löschungen betrifft: Wenn meine aktuelle Meinung zu einem Film vollkommen differiert von der Meinung, die ich einem alten Review vertrete, kann ich selbiges einfach nicht stehen lassen - es wäre eine Lüge, eine Falschaussage. Und da für mich jeder Text harte Arbeit bedeutet (allerdings nicht so, wie Bretzelburger vermutet hat), schreibe ich auch nicht so mir nichts, dir nichts, ein neues Review. Daher gäbe es eigentlich immer noch genug Texte, die ich verschwinden lassen müsste. :icon_mrgreen: Es sind ja immer noch viele vorhanden und das schon auch aufgrund ihres "musealen Wertes". Und aus Erfahrung weiß ich auch, das viele Autoren mir in ihrer Frühphase ebenso gut gefallen wie jetzt, wenn nicht noch mehr - Bretzelburger, Der Mann mit dem Plan, Moonshade, usw.

Egopushing? Ich könnte auch gut ohne diesen Autorenthread leben und mich nur an den Diskussionen und Spam in den euren laben!  :icon_lol:

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Oft schon haben die Autorenthreads aber auch bewiesen, dass die pessimistische eigene Perspektive mit der gemeinen der Leserschaft nicht überstimmen muss.

Das ist auch der Hauptgrund für die Existenz dieses Threads. Wäre ich ein Filmemacher, ich würde die Rezensionen meiner Werke lesen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, nur aus Interesse, wie mein Werk von anderen gesehen wird, nicht in der Absicht, mich fremden Interessen zu unterwerfen und nach ihnen zu formen. Die perspektivische Vielfalt ist schließlich auch das, was die besten Filme ausmacht.

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Du bist jedenfalls spannend. Sei dir dessen auch gewiss.

Danke, das ist ein erstklassiger Ansporn, möchte ich meinen.  ;)

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Mr. VV :icon_mrgreen: Für einen Cronenberg zumindest nicht gut. Und da er mindestens ein so großer Cronenberg-Anhänger ist wie ich, heißt es bei mir noch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Mr. Vincent Vega findet aber auch, das der Film relativ simpel und konventionell ist für einen Cronenberg.  :icon_twisted: Darüber ließe sich nämlich hervorragend streiten...

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Da hätte ich wirklich mehr vermutet.  ;) Welche drei ("Spider" hast du ja schon erwähnt) sind das denn? "Crash" vielleicht noch?

Nein, "Crash" leider, leider, leider noch nicht. Irrtum, es waren doch noch fünf (einen vergessen und einen verdrängt): "Naked Lunch" (verdrängt, interessant und reich, aber insgesamt eher missglückt, imo), "The Fly" (vergessen), "Scanners", "Videodrome" (mein Favorit) und "eXistenZ". Sowie vor zwei Jahren, die wie eine Ewigkeit erscheinen, im Kino "A History of Violence" (mit dem ich damals als blutiger Cronenberg-Einsteiger natürlich nichts anzufangen vermochte).

Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Ziemlich kurz, ja das könnte man sagen. Aber Umfang ist ja nicht das einzige Indiz. Sowohl indirekt:

(...)

als auch direkt:

... kann ich mir zumindest ein ziemlich gutes Bild der Figuren machen. Gefällt mir auch, wie du sie nicht isoliert betrachtest, sondern bsp. mit dem Handwerk und seinen Funktionen hinsichtlich der Figurendarstellung verknüpfst.

:icon_mrgreen:

War mir selbst gar nicht sonderlich aufgefallen. Aber so, aus dem Kontext des Gesamttextes genommen...

Genau so etwas meinte ich - manchmal fällt einem selbst schlicht nicht auf, wieviel oder wie wenig "Tragweite" das Geschriebene hat...
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 8 Januar 2008, 22:19:50
Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:08:43
Vielleicht sollte ich - damit du auch einmal in diesen Genuss  :icon_twisted: kommst - dein Review noch einmal lesen und dann eine "kleine" Diskussion in deinem Thread anzetteln.  ;)

50 Feet! 50 Feet! 50 Feet!  ;)

Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:08:43
Der Film öffnet dem Zuschauer viel Raum und durch eine nüchterne Analyse würde man diesen Raum erheblich verkleinern für diejenigen, die den Text vor dem Film lesen.

Dankeschön, darum ging's mir.

Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:08:43
Einfach wunderbar, all das. Das Klavierspiel des Mädchens in der Bar ist übrigens das Titelthema des Douglas Sirk Films "Magnificent Obsession" was ich an dieser Stelle und in Verbindung mit der Präsenz, die Sirks Filme bei mir inzwischen haben, ziemlich bemerkenswert fand.

Deswegen habe ich doch gefragt.  ;)

Ein weiteres Review kann hier auch definitiv nicht schaden, gerade jetzt, wo er so einen 1/10-Tiefschlag einstecken musste.
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 8 Januar 2008, 22:26:48
Mist, eigentlich wollte ich noch schnell die übrigen Postings separat beantworten bevor hier jemand antwortet. Nun ja, ich hätte es erwähnen sollen.  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am  8 Januar 2008, 22:19:50
50 Feet! 50 Feet! 50 Feet!  ;)

Muss nicht sein, je öfter ich über das besagte Monsterposting (bzgl. "Herr der Ringe" und Konsorten) nachdenke, desto kränker erscheint es mir.  :eek:

Zitat von: Chili Palmer am  8 Januar 2008, 22:19:50
Dankeschön, darum ging's mir.

War mir schon klar, was mir nicht klar war: Das ich nach der Sichtung des Films nicht noch einmal bei dir vorbeigeschneit bin. Ich war felsenfest davon überzeugt, das ich danach noch einmal bei dir gepostet hätte und wir schon einen Konsens hergestellt hätten...  :icon_redface: Nun ja - Erare Humanum Est.

Zitat von: Chili Palmer am  8 Januar 2008, 22:19:50
Ein weiteres Review kann hier auch definitiv nicht schaden, gerade jetzt, wo er so einen 1/10-Tiefschlag einstecken musste.

Doch, das wäre schon reiz- und sinnvoll. Und zu allem (Un-?)Glück hat ihn ein Freund von mir schon seiner DVD-Sammlung einverleibt... :andy:

Zitat von: Chili Palmer am  8 Januar 2008, 22:19:50
Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:08:43
Einfach wunderbar, all das. Das Klavierspiel des Mädchens in der Bar ist übrigens das Titelthema des Douglas Sirk Films "Magnificent Obsession" was ich an dieser Stelle und in Verbindung mit der Präsenz, die Sirks Filme bei mir inzwischen haben, ziemlich bemerkenswert fand.

Deswegen habe ich doch gefragt.  ;)

Kennst und liebst du den auch?  :icon_eek:  :pidu:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Crumby Crumb & the Cunty Bunch am 8 Januar 2008, 22:37:21
Sach ma, Freund Blase, ist das 90ziger in Deiner Sig ein Scherz?
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Mr. Vincent Vega am 8 Januar 2008, 22:38:25
Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:08:43
Zitat von: Sarge am  5 Januar 2008, 20:16:53
Mr. VV :icon_mrgreen: Für einen Cronenberg zumindest nicht gut. Und da er mindestens ein so großer Cronenberg-Anhänger ist wie ich, heißt es bei mir noch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Mr. Vincent Vega findet aber auch, das der Film relativ simpel und konventionell ist für einen Cronenberg.  :icon_twisted: Darüber ließe sich nämlich hervorragend streiten...

Nein, lässt es sich nicht. Je mehr ich über den Film nachdenke, desto problematischer erscheint er mir.

Ein Bekannter formulierte es erst heute im Chat sehr treffend, ich zitiere mal:

SPOILER

Zitatdass am ende der böse schwule am rande des kindsmord steht und gegen das heterosexuelle paar in einer ikonographie der heligen familie ausgespielt wird, kann man ihm [cronenberg] eigentlich nie mehr verzeihen.

Ich bin zwar gnädig mit Croni, aber allein das erschreckend flache Ende muss jedem Fan des Regisseurs übel aufstoßen.

Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:26:48
Muss nicht sein, je öfter ich über das besagte Monsterposting (bzgl. "Herr der Ringe" und Konsorten)

Wir planen lieber eine Konferenzschaltung per Telefon, das wäre bestimmt einfacher - und witziger. :icon_mrgreen:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: Chili Palmer am 8 Januar 2008, 22:40:05
Monsterposting muss wirklich nicht sein, ich wollte halt nur mal was skandieren.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:26:48
Ich war felsenfest davon überzeugt, das ich danach noch einmal bei dir gepostet hätte und wir schon einen Konsens hergestellt hätten...  :icon_redface: Nun ja - Erare Humanum Est.

Kein Ding, sancta simplicitas, oder so.  ;)

Zitat von: McKenzie am  8 Januar 2008, 22:26:48
Kennst und liebst du den auch?  :icon_eek:  :pidu:

Für Liebe kenne ich sein Werk nicht gut genug.  :icon_sad:

Den muss man als Hamburger auch nicht kennen, so wie man alle Attraktionen der Stadt den Touris überlässt.  :LOL:
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: psychopaul am 8 Januar 2008, 23:49:58
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 Januar 2008, 22:38:25

SPOILER

Zitatdass am ende der böse schwule am rande des kindsmord steht und gegen das heterosexuelle paar in einer ikonographie der heligen familie ausgespielt wird, kann man ihm [cronenberg] eigentlich nie mehr verzeihen.

Ich bin zwar gnädig mit Croni, aber allein das erschreckend flache Ende muss jedem Fan des Regisseurs übel aufstoßen.


Das hat echt was.  :icon_eek:  :icon_confused:  :icon_mrgreen:
Zu mehr als der Bemerkung: "jetzt wird es aber eigenartig schnulzen-nahe" hat es bei mir zwar nicht gereicht, aber etwas "unpassend" fand ich diese Szene dann auch, allerdings würde ich nicht sagen, dass es deshalb schlecht ist.

Nur: auf eine Satire, wie bei "History" kann sich Cronenberg diesmal kaum rausreden, oder will er uns neuerdings alle subtil verarschen.  :00000109:  ;)
Titel: Re: Autoren-Thread: McKenzie
Beitrag von: McKenzie am 9 Januar 2008, 00:39:19
@ Bretzelburger: (Entschuldige die Länge, es ist eine Schwäche von mir, ich weiß...  :icon_redface:)


Zitat von: Bretzelburger am  5 Januar 2008, 21:08:11
ZitatIch war nie ein Fan von dir, lese deine Reviews aber immer wieder gerne. Die Überarbeitungen deiner Reviews sind mir auch nicht sooo gravierend aufgefallen, als das ich es hätte kommentieren wollen.

Dann scheint deine penible Aufmersamkeit und dein von dir oft erwähnter Perfektionismus nur dir selbst zu gelten.

Natürlich. Es wäre doch reichlich anmaßend, einen Perfektionismus, der ausschließlich nach eigenen Kriterien bemessen wird, an die Arbeit eines anderen anzulegen, oder nicht?  ;)

Soviel zu dem "Perfektionismus". Ein solcher lässt sich selbstverständlich nicht sachlich nachweisen oder feststellen sondern eine reine Ansichtssache. Perfektionismus kann schließlich auch etwas zufälliges sein, muss natürlich nicht zwangsläufig ein "Kunstprodukt" sein. Aber wie ich im vorhergehenden Posting schon schrieb - eigentlich geht es nur sekundär um Perfektionismus, aus Ermangelung alternativer, passenderer Beschreibungen sah ich mich allerdings gezwungen, auf dieses Wort zurückzugreifen.

Zitat von: Bretzelburger am  5 Januar 2008, 21:08:11
Nicht das du gezwungen gewesen wärst, meine Kritiken zu beurteilen und schon gar nicht erwarte ich, dass du ein Fan von mir wirst, aber das du die Veränderungen nicht wesentlich (damit meine ich nicht besser) findest, empfinde ich als Enttäuschung. Ich habe die drei Filme zum ersten mal komplex als Gesamtheit betrachtet, was ich noch nicht konnte, als ich "La Notte" beschrieb. Der Aufwand des Umschreibens war deutlich höher, als das zuvorige Verfassen der Ersttexte und ich habe nur etwa 20 % des Urtextes übernommen. Das du diese Veränderungen als nicht "sooo" gravierend empfindest, kann für mich nur bedeuten, dass du sie inhaltlich nicht erweitert findest.

Leider, ja. Das mag dich persönlich in Anbetracht deiner Bemühungen enttäuschen, ist aber kein negativer Kritikpunkt von mir - ich nickte zwar öfter beim Lesen, allerdings kam es (abgesehen von der Szenenanalyse im zweiten Absatz des "L'Avventura"-Reviews - der hat mir persönlich aufgezeigt, das es noch einige Parallelen mehr zwischen den anderen beiden Filmen und "L'Avventura" zu entdecken gibt) eigentlich nicht zu Überraschungsmomenten bei mir, mit anderen Worten: Inspiriert haben mich deine Texte zumindest hier nicht, allerdings bestätigt - und das an sich ist auch schon ein Vorzug. Gelegentlich ist es vonnutzen, die eigene Auffassung hochgeschätzter Filme zu hinterfragen, sich zu überlegen, ob man sich nicht möglicherweise versteigt - und dann sind Reviews wie diese durchaus ein erdender Blitzableiter. Gerade aber weil Antonionis Filme so grenzenlos sind, möchte man eben immer etwas mehr haben - ob ich das selbst in einem Review hinbekommen würde, ist allerdings eine berechtigte und ganz andere Frage auf die ich allerdings gerne irgendwann einmal eine Antwort in Form eines oder besser noch mehrerer Antonioni-Reviews geben würde.
Ich bin nun einmal eher ein "Nach dem Film"-Leser und du legst scheinbar gerade (was ich, bitte verstehe mich nicht falsch, löblich finde) bei Reviews zu renommierten Autorenfilmen wie diesem Wert darauf, neues Publikum für den betreffenden Film anzulocken und die Angst vor derartigen Filmen zu verkleinern - es ist eben schwer, es beiden Parteien recht zu machen, den Kennern und den Nicht-Kennern.

Zitat von: Bretzelburger am  5 Januar 2008, 21:08:11
Ich betrachte dein Wirken ja insgesamt mit Sympathie, da ich deinen Filmgeschmack schätze, so dass es fast schade ist, dass ich ausgerechnet mit deinen Texten nicht so recht warm werde.

Genau das habe ich vermutet und geahnt.

Zitat von: Bretzelburger am  5 Januar 2008, 21:08:11
Das hat weniger mit deinen Aussagen oder gar Analysen zu tun, denn diese kann ich fast immer nachvollziehen, sondern mit deinem Schreibstil.

Ach Herr, einerseits hast du vieles geschrieben, das ich harsch abstreiten muss, andererseits aber ist dein Problem mit meinen Kritiken zumindest zu 50 % auch mein Problem. Das wird schwierig... Warum allerdings

Zitat von: Bretzelburger am  5 Januar 2008, 21:08:11
Dazu passt auch deine, in meinen Augen überzogene Selbstkritik, die ich nur sehr schwer ernst nehmen kann - was nicht heisst, dass ich dich als Person nicht ernst nehme.

das? Ich versichere dir, diese Selbstkritik ist mir eine hochheilige, ernste Sache (die mir auch sehr zu schaffen macht), auch wenn sie vielleicht nicht hierher gehört und der Eindruck entstanden sein könnte, ich würde sie zur Schau stellen, eben um "Fishing for compliments" zu betreiben. Dem ist aber wirklich nicht so.

Zitat von: Bretzelburger am  5 Januar 2008, 21:08:11
Ich versuche das an einem anderen Beispiel festzumachen. Als ich mit meinem Studium begann, war ich ein bemühter zeichnender Dilettant, bevor ich während des Studium dann jahrelangen Unterricht im Malen, Skizzieren und Zeichnen erhielt. Im Nachhinein wirken diese Anfangsversuche natürlich amateurhaft und vielleicht sogar lächerlich, aber sie sind ein Teil von mir und zeigen meine damalige Haltung. Deshalb möchte ich sie nie missen.

Darf ich daraus zwischen den Zeilen lesen, das sich Zeichnen (ich habe mich "auch schon" durch zwei Jahre Kunst & Gestaltung an der Fachoberschule gequält - daher) und beispielsweise auch das schreiben von qualitativ hochwertigen Reviews in deinen Augen erlernen oder übe