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Die letzte Sichtung: Filme

Begonnen von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Retro

THUNDER



Als der Navajo-Indianer "Thunder" (Mark Gregory) erfährt, dass in der nähe seiner Heimatstadt in Arizona ein Observatorium gebaut werden soll,
und dafür unter anderem ein Berg, welcher eine alte Indianische Begräbnisstätte enthält zum Teil zerstört wird, versucht er das zu verhindern.
Zunächst auf offiziellem Weg, doch der Vertrag über das Gelände, welchen einst die Regierung mit seinem Großvater abgeschlossen hatte,
bringt ihn weder bei der Bank der Baugesellschaft noch bei der Polizei weiter.
Im Gegenteil, der rassistische Macho-Deputy Barry (Raimund Harmstorf) nimmt ihm das Dokument ab, und verjagt ihn aus der Stadt.
Natürlich kommt Thunder zurück um weiterhin für sein Recht, und das seines Volkes zu kämpfen,
doch jetzt reagiert die Gegenseite in Form von Bauarbeitern als auch der Polizei unter der Führung von Sheriff Cook (Bo Svenson) mit roher Gewalt.
Gewalt erzeugt Gegengewalt- und schon bald fliegen Pfeile durch die Luft, Fahrzeuge explodieren und die kleine Stadt ist quasi im Kriegszustand...

Das ganze klingt natürlich sehr stark nach dem offensichtlichen Vorbild "Rambo", greift aber immerhin auf eine eigene Hintergrundgeschichte,
eben den Problemen der indianischen Bevölkerung in Amerika zurück- und ist zumindest rein optisch mehr als nur anständig inszeniert.
Die tollen Landschaftsaufnahmen machen einiges am Reiz des Filmes aus, der Soundtrack ist leicht Westernlastig angelegt was sehr gut passt,
es gibt genug Action, Verfolgungsjagden und große Explosionen zu sehen- hier hat man offensichtlich durchaus ein höheres Budget reingesteckt.
Trotz all der Action ist "Thunder" eher blutleer inszeniert, was aber nicht negativ auffällt- sondern wieder an das Vorbild "Rambo" denken lässt.
Hauptdarsteller Mark Gregory, im Jahr zuvor als als "Trash", Anführer der "Riffs" im gleichnamigen Film und seiner Fortsetzung bekannt geworden,
kann hier meiner Meinung nach trotz seines niedrigen Alters (zum Zeitpunkt des Drehs gerade 18 Jahre alt) noch mehr überzeugen als zuvor.
Schließlich passt seine eher wortkarge, emotionslose Art gut zur Rolle des stolzen indianischen Einzelkämpfers- auch optisch passt er hier perfekt.
Die Gegenseite wird schön schmierig, fies und rassistisch hauptsächlich von Raimund Harmstorf rübergebracht,
was der Mann hier an rassistischen und frauenfeindlichen Sprüchen ablässt wäre heute absolut undenkbar.
Natürlich gibt es auch negative Punkte, vor allem die deutlich zu sehr in die Länge gezogene Jagd auf Thunder mit dem Lasso in Zeitlupe,
und die Logik muss man schon auch manchmal suchen, so gut hat sie sich versteckt.
Wenn Thunder am Ende mit einer dicken Bazooka im geschlossenen, kleinen Raum! durch Gitterstäbe!! auf ein 3 Meter entferntes Ziel!!! feuert,
und das ganze zwar lustig-leise krachend auch kaputtgeht, fragt man sich dann doch ob das Ding eine Spielzeugwaffe ist.
Das ist aber auch schon das einzige, was mir wirklich (sehr) negativ aufgefallen ist, von ein paar unlogischen Dialogen vielleicht abgesehen.
(Wobei das natürlich auch an der deutschen Synchro liegen kann, werte ich somit mal lieber nicht negativ).
Überhaupt, die Synchro: Gute Sprecher sind durchaus vorhanden, aber irgendwer hat da wohl im Presswerk geschlampt.
Teilweise kommt die Synchro locker eine Sekunde zu spät zum Bild, was durchaus nervig ist- wofür der Film aber nichts kann.
Generell ist die DVD eine Frechheit, nicht nur wie erwähnt beim Ton, auch das nicht anamorphe Bild kommt nicht über VHS-Niveau heraus.
Mir liegt die Schweizer DVD von "Ascot" vor, laut OFDB ist diese geschnitten, was mir aber nicht aufgefallen wäre.
Was allerdings (ab)geschnitten ist, ist das Ende. Der Film bricht einfach abrupt ab, der abspann wurde komplett weggelassen.
Trotzdem wurde ich insgesamt gut unterhalten, Regisseur Fabrizio de Angelis hat hier deutlich ordentlicher abgeliefert, als von ihm gewohnt.

7/10

THUNDER 2



Thunder taucht mitsamt schwangerer Freundin wieder in seiner Heimatstadt auf und wird in der örtlichen Polizeistation,
trotz der Vorkommnisse im ersten Teil, zum Deputy ernannt.
Natürlich passt das dem immer noch schmierigen und korrupten Deputy "Rusty" (eigentlich Barry) nicht,
also hängt er Thunder mal eben einen Mord und Drogendeal an- worauf dieser im Gefängnis landet.
Dort wird er erstmal gezielt schikaniert bis er sich wehrt, und daraufhin vom sadistischen Direktor zwei Wochen lang
in eine kleine Metallbox im Hof gesteckt, welche den ganzen Tag ohne Schatten in der Sonne steht um ihn zu brechen.
Kurz nachdem man ihn dort wieder rausgeholt hat kann er sich allerdings befreien und aus dem Gefängnis flüchten.
"Rusty" ist natürlich klar, dass Thunder nun hinter ihm her ein wird- also jagt er nun nicht nur Thunder,
sondern auch seinen einzigen Freund Thomas, welcher sich bei der Polizei für ihn eingesetzt hat- und seine schwangere Freundin.
Als die beiden sich in der Wüste in Thunder's Versteck mit ihm treffen werden sie auf dem Rückweg von "Rusty",
welcher in einem Hubschrauber auf der Suche nach Thunder ist, entdeckt und beschossen.
Dabei verunglückt der Jeep, Thomas wird eingeklemmt, Thunder herausgeschleudert- und seine Freundin verliert ihr ungeborenes Kind.
Nun wird Thunder richtig sauer. Er besorgt sich Waffen und geht auf die Jagd nach "Rusty"...

Dass Thunder 2 eine direkte Fortsetzung sein soll und ebenfalls von Regisseur Fabrizio De Angelis stammt klingt schon mal gut,
auch dass die drei Hauptdarsteller wieder dabei sind ist positiv- aber warum hat man deren Namen im Film geändert?
Aus Barry (Raimund Harmstorf) wird hier "Rusty", und aus Bill (Bo Svenson) wird "Roger".
Da ist man ja froh, dass Mark Gregory als Thunder seinen Namen auch in der Fortsetzung behalten durfte.
Nach Anspruch oder auch nur Logik (das ganz besonders nicht) sollte man generell besser nicht fragen bei dieser Fortsetzung,
und auch so mancher eigentlich nett anzusehende Stunt wird versaut, wenn man den Stuntfahrer mit Helm überdeutlich erkennt.
War der Vorgänger größtenteils einfach eine Rambo-Kopie, aber vor allem inszenatorisch trotzdem ganz ordentlich,
kriegt man hier auffällig viele Auto-Verfolgungsjagden und entsprechende Blechschäden zu sehen.
Das sieht auch wie im Vorgänger meistens ganz nett aus, ist unterhaltsam und ohne Leerlauf inszeniert,
wirkt aber doch optisch etwas billiger als der erste Teil. Was die letzte Szene im Film sollte versteht am Ende aber wohl niemand...
Ansonsten unterhaltsamer, typischer 80'er Jahre Italo-Action-Trash.

6/10

"Thunder 2" gibt es vom Billig-Label "CTI" auch als DVD, ist aber schon lange nicht mehr erhältlich und wird teuer gehandelt.

THUNDER 3



Ein paar Prolls welche gerne Soldat spielen jagen zum Spaß Wildpferde und schießen diese ab.
Da die Prolls natürlich auch noch ganz böse Rassisten sind, zünden sie am nächsten Tag zum Spaß ein Indianerdorf an.
Das gefällt dem Navajo-Indianer Thunder aber gar nicht, also wird zurückgeschlagen.

Auch Thunder III wurde wieder von Fabrizio De Angelis gedreht, und ist wieder mit Mark Gregory als Thunder in der Hauptrolle- aber sonst?
Als Deputy Sheriff muss hier John Phillip Law herhalten, der diese Rolle bei weitem nicht so ausfüllt wie seine Vorgänger.
Abgesehen von zwei erschossenen Pferden gibt es hier keine Toten oder sonstige gezeigte Gewalt, es wird mit Platzpatronen in die Luft geballert,
wenn mal was explodiert und brennt sind es deutlich erkennbare Miniaturen, wobei man nicht mal auf zusammenpassende Maßstäbe geachtet hat.
Man langweilt sich hier einfach nur 90 Minuten lang und kann kaum glauben, dass diese bisher eigentlich unterhaltsame B-Action-Trash-Filmreihe
mit dem dritten Film so dermaßen in den Sand gesetzt wurde, dass echt alles zu spät ist.

0/10

Retro

RUSH 2 - FINAL GAME



Atomkrieg. Giftgaswolken. Wenige Überlebende. Böse Bubis. Ein Held.

Endzeit in der italienischen Kiesgrube, Verfilmung Nummer 2735 (geschätzt).
Hauptsache die Frisuren sitzen, eine hübsch anzusehende Frau ohne wichtige Rolle oder gar Dialoge ist dabei-
und die (eher spärlich vorhandenen) Muckis der Hauptfiguren glänzen immer perfekt geölt in der Sonne.
Dazu kommt dass sich der Film wie so oft bei diesen Kiesgruben-Schundwerken generell viel zu ernst nimmt,
und dadurch noch peinlicher rüberkommt als es sein müsste.
Da werden schon auch mal mit einem locker herunterhängenden "Giftgasumhang" durch angeblich mit
"in 2 Sekunden tödlichen Gaswolken" verseuchten Gebieten durchfahren, bei den Prügeleien im Bud Spencer-Stil gibt es lustige Italo-Musik,
und von MG-Salven in die Brust durchlöcherte Opfer fallen natürlich grundsätzlich trotzdem nach vorne um.
Mit dem ersten "Rush" hat diese Gurke auch nichts zu tun, der Originaltitel lautet "Rabbia".
Die Darsteller kann man sowieso alle vergessen, die Dialoge ebenso. was bleibt? Actiongülle für einen Trash-Abend mit Kumpels.
Aber selbst da sollte man nicht zu viel erwarten- selbst im Kiesgruben-Genre gibt es sehr viel besseres.

2/10

Wer sich das wirklich antun will besorgt sich besser eine der teuren Hartboxen oder die CMV Trash Collection-Auflage,
welche aber alle nicht mehr zu halbwegs akzeptablen Preisen neu erhältlich sind.
Dort sind dann wenigstens die Actionszenen ungekürzt, aber es fehlen weiterhin mehrere Minuten an Handlung.
In der oben gezeigten FSK 18 VHS-Version gibt es dazu noch diverse, teils deutlich bemerkbare Gewaltschnitte.

Wolfhard-Eitelwolf

10 August 2020, 14:11:07 #1862 Letzte Bearbeitung: 10 August 2020, 14:17:30 von Wolfhard-Eitelwolf
Ghost Cabin

Low Budget-Waldhäuschenspuk um einen Drogenabhängigen, der dort zwischen Rausch und Realität schwadroniert. An für sich funktioniert der überraschungsarme Plot ganz gut und tatsächlich werden punktuell gelungene Effekte/Masken präsentiert (am Ende sogar etwas übertrieben wirkender Gore). Leider krankt der gesamte Film an seiner mäßigen Kameraarbeit (wohl zum ersten Mal habe ich mir die sonst verhassten Farbfilter herbeigewünscht), den bestenfalls mittelmäßigen Darstellern und vor allem der Tiberius-typischen Schrottsynchro. Insgesamt ist der Film für einen Horrorstreifen auch viel zu hell geraten - ob die Kamera schlicht nicht mehr hergegeben hat?!

Gute Ansätze, ansonsten eher verkackt. Knappe 5 / 10

Motherless Brooklyn

Hübsch (aber im trendigen "Netflix-Nahaufnahmen"-Style nicht zu aufwendig) inszeniertes, dialoglastiges Detektivspiel mit Jazz/Noire-Flaire. Insgesamt war mir Edward Nortons Tourette-Charakter dann aber trotz guten Spiels doch zu anstregend, die mindestens 20 Minuten zu lange Story nicht mitreißend genug und die Action viel zu spärlich. Und Bruce Wills ist mittlerweile schon per se ein Minuspunkt.
6 / 10 Fire & Forget

Retro

12 August 2020, 10:49:10 #1863 Letzte Bearbeitung: 12 August 2020, 10:50:46 von Retro
Review steht auch in meinem VHS-Thread,
aber nachdem mir inzwischen die DVD in die Sammlung kam gibt es hier jetzt eine Warnung (unterster Abschnitt):

APEX - DIGITAL MAN - ZUM TÖTEN PROGRAMMIERT



Im Jahr 2073 ist man technisch dazu endlich in der Lage, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen.
Beim ersten Versuch genau 100 Jahre in der Zeit zurück ins Jahr 1973 zu reisen passiert allerdings ein folgenschwerer Fehler-
und die durch die Zeit geschickte Sonde verändert dadurch den Lauf der Geschichte.
Nun bleibt dem obersten Wissenschaftler Nicholas Sinclair nur noch eine Möglichkeit:
Selbst in die Vergangenheit reisen und versuchen, den Fehler wieder rückgängig zu machen.
Allerdings gerät er so in ein anderes Zeitfenster- welches ihn wieder in seiner Gegenwart ausspuckt- aber in einer völlig zerstörten Welt.
Durch einen beim ersten Versuch eingeschleppten Virus sind fast alle Menschen umgekommen,
und gnadenlose Tötungsroboter, sogenannte "APEX-Einheiten" sind unterwegs um auch die restlichen Menschen zu töten.
Sinclair schließt sich einer Rebellengruppe an, in welcher man ihn zu kennen scheint- und in der einige ihm Bekannte Gesichter sind.
Da er aber in einer Art Parallelwelt steckt erkennt ihn natürlich niemand als den Wissenschaftler, nur als Widerstandskämpfer.
Jetzt hat Sinclair einiges zu tun: Das vertrauen der Rebellen gewinnen, den Widerstand anführen
den Zeitfehler möglichst zu beheben- und natürlich einen Weg zurück in seine eigentliche Zeit zu finden...

Eine Zeitreise-Geschichte mitsamt Parallelwelten. Klingt verwirrend und wie geschaffen für Logiklöcher. Und die gibt es auch durchaus.
Das kennt man aus diversen Filmen mit dem Thema Zeitreise mal mehr, mal weniger- und ich sehe mal großzügig darüber hinweg.
Man muss dem Film auch sein Entstehungsjahr zugute halten, die immer weider mal vorkommenden CGI-Effekte
sind eben auf dem Stand von 1994 und das merkt man überdeutlich. Auch, weil offensichtlich allgemein wenig Budget zur Verfügung war.
Dafür allerdings sieht der Film gut aus, man hat sich wirklich Mühe gegeben das zu Kaschieren und bietet immerhin echte Explosionen.
Auch die APEX-Roboter sehen erstaunlich gut aus, vor allem wenn man bedenkt dass es sich doch nur um Menschen im Plastik-Kostüm handelt.
Generell hat man sich hier auch optisch bei den Locations, sowie inhaltlich ein wenig mehr als in solchen B-Filmen gewohnt um Abwechslung bemüht-
wenn auch manche Idee wie die kurz auftauchenden Menschenfresser eindeutig zu kurz kam.
Die Schauspieler bemühen sich allesamt das ganze professionell rüberzubringen, was meistens auch ganz akzeptabel gelingt.
Allerdings hätte man sich den Kniff mit dem reichlich monoton klingenden Erzähler sparen sollen-
oder einen besseren Sprecher nehmen müssen, was aber natürlich auch an der generell eher mittelmäßigen bis schwachen Synchro liegen dürfte.
APEX ist trotz seiner teils etwas Dialoglastigen Erzählweise kurzweilig, naiv, voller Logikfehler- aber durchaus sympathisch und gut gemeint.
So ganz nebenbei taucht hier auch noch der geniale "Landmaster" aus "Straße der Verdammnis" ein paar mal auf- dafür gibt's einen Bonuspunkt!

7/10

Den Film gíbt es auch auf DVD. Zum einen als Teil der "Trash Collection" in limitierter, und daher teurer und nicht mehr erhältlicher Hartbox von CMV,
zum anderen als oben zu sehende Billigversion "Science Fiction Sensation Vol. 3". Zumindest letztere ist nicht empfehlenswert.
Laut Cover-Angabe ist das enthaltene Bildformat der DVD 1,33:1, was leider nicht stimmt.
Der Film ist in 1,78:1 drauf, was oft und auffällig z.B. abgeschnitten Köpfe zur Folge hat, zumal seitlich nicht mehr zu sehen ist als auf der VHS.
Auch generell ist das bild zwar besser als das der VHS, aber für eine DVD ziemlich schwach.

Retro

HIGHWAY ZUR HÖLLE



Charlie und Rachel sind ohne Wissen der Eltern auf dem Weg nach Las Vegas, um dort zu heiraten.
Als ein Polizist auf einem Motorrad hinter ihnen auftaucht wird Charlie nervös, und biegt auf eine entlegene Landstraße ab.
Dort werden sie dann allerdings wirklich angehalten- von einem sehr seltsam aussehenden Cop, welcher Rachel entführt.
Charlie fährt zurück zur letzten Tankstelle, und erfährt dort, dass die abgelegene Straße direkt in die Hölle führt-
und die beiden vom Höllencop aufgehalten wurden, welcher hübsche Mädchen für den Teufel persönlich sammelt.
Er bekommt vom Tankwart ein Auto und eine spezielle Waffe- und macht sich auf den Weg in die Hölle.
Diese entpuppt sich als ziemlich heisse Wüste mit extrem seltsamen Bewohnern...

"Highway zur Hölle" ist ein absolutes Highlight, ein Fantasy-Comedy-Horror-Action-Roadmovie mit vielen abgedrehten Ideen,
tollen Darstellern, netten Effekten und gewollt bekloppten Dialogen.
Der Film nimmt sich in keiner Sekunde ernst, bietet F/X von Steve Johnson, und macht einfach immer wieder Spaß.
In Nebenrollen tauchen Ben Stiller nebst Schwester Amy und Vater Jerry Stiller, sowie Lita Ford auf.
Man sollte hier auch auf Kleinigkeiten achten, die "Hand"schellen des Höllencops sind Kult-
und wer generell alles in der Hölle unterwegs ist, sorgt ebenfalls für so einige Überraschungen und Lacher.
Beste Unterhaltung für alle, die etwas mit schrägem Humor anfangen können!

10 von 10 Stinkbieren!

Die BD ist im Gegensatz zur 4:3 VHS in 16:9, was in diesem Fall allerdings nur weniger Bild oben und unten bedeutet.
Seitlich gibt's nicht mehr zu sehen, aber zumindest fällt kaum auf dass Bildinformation fehlt.
Wer die Vollbild-Version nicht nahezu auswendig kennt wie ich, wird es wohl überhaupt nicht bemerken.
Bild und Ton sind sehr gut, wer sich das Mediabook leisten will wird nicht enttäuscht sein.

Private Joker

The Closet (SK/2020).

Entwarnung mal gleich vorweg: Der spielt nicht auf oder in einer Toilette, titelgebend ist ein "Schrank". Vielleicht hätte man den hierzulande besser eingedeutscht oder einen sinnträchtigen Titel erfunden ("Das Böse aus dem Wandschrank").

Eigentlich kann man dem asiatischen Horrorkino - anders als bei manchen Industrieprodukten - nicht vorwerfen, einfach die Erzeugnisse des Westens zu kopieren, eher im Gegenteil (The Ring). Hier wird allerdings überdeutlich das aus dem Wanverse bekannte Geisterfilmschema (
Spoiler: zeige
es spukt, jemand verschwindet, ein/mehrere Profigeisterjäger schalten sich ein, es gibt eine Rettungsmission in die andere Dimension
) übernommen. Und da der Teil mit dem Geisterjäger - ohnehin häufig der schwächere - auch noch sehr früh beginnt und überdies das entsprechende Figürchen (gewollt ?) eine ziemliche Lachnummer ist, bleibt das ein recht durchschnittlicher Geister/HH-Horror ohne wirkliche Höhepunkte. Und die großartige menschliche Tiefe, die die südkoreanische Kritik lt. Wiki entdeckt haben will, konnte ich ich auch nicht erkennen.

4,5/10

Watchmen "Ultimate Cut"


Den gab es die Tage mal für 1,99 bei einige Streamern, das fand ich schon angesichts der Lauflänge (3h 35min - netto etwas weniger) mal ein faires Angebot. Und vielleicht ein kleiner Vorgeschmack auf Snyders "Justice League Directors Cut", der ja auch bald kommen soll.

Mir hat die Kinoversion damals gut gefallen, wenn sich auch längst nicht alles komplett im Gedächtnis eingebrannt hat - eher einzelne Szenen wie der Gefängnisausbruch und Dr. M. auf dem Mars -, so dass ich die Unterschiede nicht sofort und ohne Hilfe von SB.com benennen könnte. Außer dem augenfälligsten natürlich, dem hinzugefügten Trickfilm "Tales of the Black Freighter". Für sich genommen ein ganz interessantes Feature, das auch szenisch ganz clever angedockt ist, das objektiv gesehen aber trotzdem wenig mit dem Inhalt oder der Stimmung des Restfilms zu tun hat. Und so verstärkt der U.C. nur den Eindruck, den man ansatzweise auch von der Kinoversion haben konnte: Dass das vielleicht schon etwas viel ist für nur einen Film, eher ein Konglomerat mehrer für sich genommen guter Teil- oder Kurzfilme (allein der Vorspann, ohne Frage einer der besten aller Zeiten, ist schon ein kleiner Kinofilm für sich).

Schlechter oder langweiliger machen die neuen Szenen den Film aber auch auf keinen Fall. So von mir unveränderte 8/10 und die Hoffnung, dass bei der Justice League eine deutlichere Verbesserung zu sehen sein wird - der hat das allerdings auch sehr viel nötiger.

P.S. Warum der jetzt ab 18 statt ab 16 ist, kann ich auch nicht so recht nachvollziehen - der Trickfilm soll's Schuld sein, aber im Vergleich zu den nach wie vor sehr harten Szenen des Realteils ist das eher lachhaft, mMn.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Private Joker

The Wind (2018)

Der wird als "Horror-Western" angekündigt, aber ehrlich gesagt: Irgendeine sinnvolle Synthese aus echten Western- und Horrorelementen gelingt hier nicht, ist vielleicht auch gar nicht gewollt. An dem Westernschauplatz hat die Regisseuse offenbar nur die hier problemlos genierbaren Gefühle von Einsamkeit und Verlassenheit gereizt, wobei nebenbei auch das Budget sagen wir mal nicht überstrapaziert wird. Und da sind wir wieder am entscheidenden Punkt, denn das ist erneut eine eher arthouslastige Grusel-Fingerübung wie "The Lodge" - Zufall, dass vor allem Frauen sich so etwas ausdenken bzw. es realisieren ?

Aber wie The Lodge ist das auch als Genrefilm durchaus konsumierbar, mit ein oder zwei Momenten, die mich wirklich erschreckt haben, und das ist zuletzt eher wenigen Filmen gelungen. Auch der Dreh, die Existenz des Übernatürlichem
Spoiler: zeige
offen zu lassen und wahlweise in die Abteilung "Wahnsinn der Hauptfigur" zu verorten
, ist durchaus akzeptabel, auch wenn die Schlussszene eine gewisse Trost- und Ratlosigkeit beinhaltet. In der Hauptrolle durchweg sehr gut gespielt, wobei die wie der ganze Filme eine bessere Synchro verdient hätte. Überdies hätte ich die ständigen und zT mühsam erkennbaren Zeitsprünge nicht unbedingt gebraucht. Trotzdem solide

7,5/10

Why don't you just die!

Nach "Come to Daddy" noch so ein Festivalkultfilm, dessen Kultigkeit sich allein und im Heimkino kaum erschließt. Die Grundidee, vermutlich mal wieder aus Budgetmangel geboren, ist leidlich originell, sozusagen eine blutige Boulevard-Komödie mit beschränktem Schauplatz. Aber der Schwung der ersten Szenen (Stichwort Hammer) erlahmt schnell; auch zwischendrin mit Momenten, blutigen und anderen, aber trotzdem: Der zieht sich ganz schön, und das Ende ist auch nicht so toll

5/10

Diener der Dunkelheit (2019)

Na das ist mal ein echt schwacher deutscher Titel - das Orginal ("L'uomo del labirinto") ist da viel treffender. Ich bin mit dem Vorgänger ("Nebelmann") vom Carisi, der hier erneut als gestalterischer Alleinunterhalter auftritt, nicht so recht warm geworden. Auch der hier ist gewöhnungsbedürftig bis leicht strange; unverkennbar ist das Bemühen, den Zuschauer ständig auf falsche Fährten zu locken, oder von mir aus in das originaltitelgebende Labyrinth. Aber er ist durchaus fesselnd, die Kulissen sind einfallsreich, und die zwei alten weißen Männer in den Hauptrollen zeigen der schauspielernden Jugend immer noch locker, wo in dem Beruf der Hammer hängt.
Gegen Ende wird es dann ein bisschen viel mit den Drehs, wobei vor allem die letzte Szene noch mal nachhaltig Rätsel aufgibt.

Für die Erstsichtung knapp 7/10, ob das bei einer Zweitsichtung so bliebe, ist fraglich. Ich fürchte, dass da ein oder zwei Purzelbäume zu viel für die Logik geschlagen wurden und einem das dann auch schnell auffällt.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Retro

Damit dieser nette kleine Film nicht untergeht...
Vor kurzem erst leicht gekürzt auf VHS gesehen und im VHS-Thread vorgestellt, fand ich den definitiv gut genug
um mir die seit kurzem erhältliche ungekürzte DVD ins Regal zu stellen und die VHS aus der Sammlung zu nehmen:

CLINT HARRIS - MIT DEM RÜCKEN ZUR WAND



Der CIA-Agent Clint Harris war im Dienst ein paar mal zu oft übereifrig, was ihm die Versetzung in ein kleines Kaff in Honduras einbrachte.
Dort langweilt er sich hauptsächlich, und verbringt seine Zeit mit Alkohol und Nutten.
Als er die Nachricht erhält dass seine Mutter und sein Bruder getötet wurden, reaktiviert er alte Kontakte zum CIA und einem Kumpel aus Vietnam-
und startet mit dessen Hilfe einen privaten Rachefeldzug im Glücksspiel und Drogenmilieu...

Abgesehen von der zwar schön gefilmten, aber leider vollkommen lächerlich deutlich zu schnell ablaufenden Verfolgungsjagd am Anfang
kann ich dem Film nicht viel ankreiden. Warum man damals (durchaus relativ oft) auf die Idee kam dass ein schneller ablaufender Film
vor allem Autorennen rasanter machen soll ist mir ein Rätsel- das wirkt in wirklich jedem mir bekannten Fall einfach nur lächerlich und störend.
Ansonsten bietet "Clint Harris" einen typischen 80'er Jahre Actionfilm, gut besetzt, leicht prollige Dialoge, rasant gefilmt wenn es darauf ankommt-
vor allem natürlich am Anfang und dem Ende, aber auch einem bei solchen Filmen oft erlebten kleinen "Durchhänger" in der Mitte des Films.
Trotzdem muss ich insgesamt sagen, dass man mit dem Charakter Clint Harris gerne eine eigene Filmreihe hätte starten können,
Wings Hauser gefällt mir in dieser Rolle ausserordentlich gut, vor allem auch da er sich selbst zwar nicht ernst nimmt, aber nie ins peinliche abdriftet.
Das schöne Cover, welches ausnahmsweise sogar wirklich komplett zum Film passt, rundet das Gesamtbild positiv ab.

7/10

Private Joker

8 September 2020, 16:56:45 #1868 Letzte Bearbeitung: 8 September 2020, 23:40:38 von Private Joker
The Turning / Die Besessenen (2020)

Ich bin ja eigentlich immer froh, wenn sich für meinen wöchentlichen Horrorabend ein Film einfindet, der sich durch einen Kinostart, eine bekannte Vorlage, eine vernünftige Machart (dazu gehört auch eine Non-Porno-Synchronisation) und andere Merkmale von der reinen Videotheken- (oder heute Streaming-)ware unterscheidet. Der gehört eindeutig dazu: Ein ordentliches Budget und damit zusammenhängend eine ansehnliche Kulisse, einige (wenige) unpeinliche Effekte, gescheite Schauspieler (u.a. Aushilfs-Terminatrix Davis), so weit passt das - gepflegter Grusel eben, nicht wirklich erschröcklich, aber absolut herbstkompatibel ...

... bis zum Ende halt, das dem Film im Alleingang das fürchterliche "F" der US-Audiencepolls eingebracht hat. Bei aller Kritik, die ich gleich auch äußern werde - das ist unfair. Nur weil der Schluss für Klein-Redneck-Ronnie nicht verständlich oder allgemeinkompatibel genug rüberkommt, gleich zur Tiefstnote zu greifen, ist mehr als engstirnig. Was nicht bedeutet, dass ich das Ende rundum gut finde - dazu ist der Bruch zum Rest des Films doch zu groß. Wenn das ganz oder teilweise
Spoiler: zeige
wirklich nur eine Wahnvorstellung der Hauptfigur sein sollte
(so deute ich die Schlusszene mal), sind etliche Szenen der Restlaufzeit sinnlos (zB der mit der
Spoiler: zeige
Puppe, die sich von selbst dreht
), und wirklich vorbereitet wird das auch eher nicht. Man (oder ich) empfindet die Hauptfigur eigentlich die ganze Zeit über als normal oder sogar sympathisch und eher ihr Umfeld als durchgeknallt.

Vielleicht hätte man das Verhältnis von verwendetem Schluss und alternativem Ende umdrehen sollen, zumal eine Schlüsselszene aus der Alternativvariante (Spinne / Mund) ja auch im Trailer war. So nur knapp 6/10, trotzdem einen Blick wert für Softgruselfans.

The Kill Team (Sky)

Sehr nüchterner, faktenbasierter Irakkriegsfilm um dortige US-Kriegsverbrechen, über Täter und Mitläufer. Gut gemeint, aber das ist unter dem Strich nur ein vergiftetes Kompliment, denn der ist echt unaufregend. Und irgendeine Schärfe entwickelt er auch nicht, gerade die Hauptfigur blieb mir bis zum Ende seltsam fremd. Dass der
Spoiler: zeige
kurz vor Schluss selbst zum Kriegsverbrecher wird, finde ich genauso erstaunlich wie die Leichtigkeit, mit der das alles dann am Ende aufgeklärt wird und vor Gericht landet.


Aber wer bin ich denn, die Realität zu kritisieren. Nur ist die eine oder andere Reportage aus der Ecke wirklich spannender. 5/10.

Aniara (Amazon)

Noch so ein Film, der sich eigentlich schon von der Prämisse her jeder Kritik von Banausen wie mir entzieht: Basierend auf einem "SF-Versepos" eines leibhaftigen Literaturnobelpreisträgers, was kann da schon schiefgehen ?

Wobei der Kunstanspruch, und das erlaube ich mir dann doch anzumerken, auf der Leinwand nicht so recht ankommen will. Weil das Raumschiff zwar von außen leidlich gut, im Inneren aber wie ein Einkaufszentrum aussieht. Und weil die Charaktere auch relativ banal rüberkommen, was aber sicher schon irgendwie gewollt ist. Wenn man das, was da in meiner Einleitung steht, nicht wüßte, könnte man auch auf so ketzerische Gedanken kommen wie "das ist ja Avenue 5 ohne die ganzen schlechten Witze."

Aber irgendwie fand ich den mit der soliden Weltraumstimmung, den Zeitsprüngen, den freizügigen Sexszenen und dem nachdenklichen Ende jetzt auch nicht wirklich schlecht. Wenn ich das in Punkte kleiden sollte, wären das sicher auch so um die 6/10, aber ich gebe zu, das ist extrem subjektiv. Der entzieht sich einfach ein wenig einer durchgehenden Bewertung.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Butzemann

Zitat von: Private Joker am  8 September 2020, 16:56:45The Turning / Die Besessenen (2020)

Ich bin ja eigentlich immer froh, wenn sich für meinen wöchentlichen Horrorabend ein Film einfindet, der sich durch einen Kinostart, eine bekannte Vorlage, eine vernünftige Machart (dazu gehört auch eine Non-Porno-Synchronisation) und andere Merkmale von der reinen Videotheken- (oder heute Streaming-)ware unterscheidet. Der gehört eindeutig dazu: Ein ordentliches Budget und damit zusammenhängend eine ansehnliche Kulisse, einige (wenige) unpeinliche Effekte, gescheite Schauspieler (u.a. Aushilfs-Terminatrix Davis), so weit passt das - gepflegter Grusel eben, nicht wirklich erschröcklich, aber absolut herbstkompatibel ...

... bis zum Ende halt, das dem Film im Alleingang das fürchertliche "F" der US-Audiencepolls eingebracht hat. Bei aller Kritik, die ich gleich auch äußern werde - das ist unfair. Nur weil der Schluss für Klein-Redneck-Ronnie nicht verständlich oder allgemeinkompatibel genug rüberkommt, gleich zur Tiefstnote zu greifen, ist mehr als engstirnig. Was nicht bedeutet, dass ich das Ende rundum gut finde - dazu ist der Bruch zum Rest des Films doch zu groß. Wenn das ganz oder teilweise
Spoiler: zeige
wirklich nur eine Wahnvorstellung der Hauptfigur sein sollte
(so deute ich die Schlusszene mal), sind etliche Szenen der Restlaufzeit sinnlos (zB der mit der
Spoiler: zeige
Puppe, die sich von selbst dreht
), und wirklich vorbereitet wird das auch eher nicht. Man (oder ich) empfindet die Hauptfigur eigentlich die ganze Zeit über als normal oder sogar sympathisch und eher ihr Umfeld als durchgeknallt.

Vielleicht hätte man das Verhältnis von verwendetem Schluss und alternativem Ende umdrehen sollen, zumal eine Schlüsselszene aus der Alternativvariante (Spinne / Mund) ja auch im Trailer war. So nur knapp 6/10, trotzdem einen Blick wert für Softgruselfans.

Danke für die Kritik; den wollte ich schon beinahe links liegen lassen, obwohl ich seit Halt and Catch Fire und der Black Mirror Folge San Junipero die Davis echt gern sehe und sie und die 6/10 auch den Aussschlag geben mir den jetzt doch noch anzusehen  :backen:
Version 2.0 [ http://blog-plus.de ]

Heimkino [ http://www.bluray-disc.de/blulife/heimkino/butzemann ]


"Von all den Dingen die mir sind verloren gegangen, hab ich am meisten an meinen Verstand gehangen"

Retro

9 September 2020, 00:37:48 #1870 Letzte Bearbeitung: 9 September 2020, 00:44:58 von Retro
DEATH GAME - DAS SPIEL MIT DEM TOD



In einer TV-Show werden Todeskandidaten aus dem Knast vor schwere Aufgaben gestellt.
Wer diese schafft, darf überleben. Vielleicht.
Als ein Fehler passiert und der Moderator versehentlich eine alte Dame killt, sinnt deren Sohn auf Rache...

Was ist das denn für eine Scheisse? Komödie? Satire? Müll? Ja, das letzte trifft's.
Miserabel gespielt, billigst aufgezogen und unlustige "Gags" rund um die Todesstrafe.

0/10

PierrotLeFou

Zitat von: Private Joker am  8 September 2020, 16:56:45The Turning / Die Besessenen (2020)

Ich bin ja eigentlich immer froh, wenn sich für meinen wöchentlichen Horrorabend ein Film einfindet, der sich durch einen Kinostart, eine bekannte Vorlage, eine vernünftige Machart (dazu gehört auch eine Non-Porno-Synchronisation) und andere Merkmale von der reinen Videotheken- (oder heute Streaming-)ware unterscheidet. Der gehört eindeutig dazu: Ein ordentliches Budget und damit zusammenhängend eine ansehnliche Kulisse, einige (wenige) unpeinliche Effekte, gescheite Schauspieler (u.a. Aushilfs-Terminatrix Davis), so weit passt das - gepflegter Grusel eben, nicht wirklich erschröcklich, aber absolut herbstkompatibel ...

... bis zum Ende halt, das dem Film im Alleingang das fürchterliche "F" der US-Audiencepolls eingebracht hat. Bei aller Kritik, die ich gleich auch äußern werde - das ist unfair. Nur weil der Schluss für Klein-Redneck-Ronnie nicht verständlich oder allgemeinkompatibel genug rüberkommt, gleich zur Tiefstnote zu greifen, ist mehr als engstirnig. Was nicht bedeutet, dass ich das Ende rundum gut finde - dazu ist der Bruch zum Rest des Films doch zu groß. Wenn das ganz oder teilweise
Spoiler: zeige
wirklich nur eine Wahnvorstellung der Hauptfigur sein sollte
(so deute ich die Schlusszene mal), sind etliche Szenen der Restlaufzeit sinnlos (zB der mit der
Spoiler: zeige
Puppe, die sich von selbst dreht
), und wirklich vorbereitet wird das auch eher nicht. Man (oder ich) empfindet die Hauptfigur eigentlich die ganze Zeit über als normal oder sogar sympathisch und eher ihr Umfeld als durchgeknallt.

Vielleicht hätte man das Verhältnis von verwendetem Schluss und alternativem Ende umdrehen sollen, zumal eine Schlüsselszene aus der Alternativvariante (Spinne / Mund) ja auch im Trailer war. So nur knapp 6/10, trotzdem einen Blick wert für Softgruselfans.
Ich mochte den auch halbwegs, wenngleich das Ende mir eine große Schwachstelle zu sein schien. Die wurde mMn leider durch das alternative Ende nicht ausgebessert, welches aus andere Weise ähnlich missraten ist...
Beide Male wird zu einer jeweils anders ausgerichteten Eindeutigkeit gegriffen, die ich bei einer "Turn of the Screw"-Verfilmung nicht brauche... andererseits sind die Drehbuchautoren zuvor ja auch nicht unbedingt durch Subtilität aufgefallen...

Davon abgesehen war diese Verfilmung vorher einigermaßen stimmungsvoll und hat nochmals Nuancen des Stoffes beleuchtet, die zuvor weniger herausgestellt worden waren...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Private Joker

Zitat von: PierrotLeFou am  9 September 2020, 17:16:09ch mochte den auch halbwegs, wenngleich das Ende mir eine große Schwachstelle zu sein schien. Die wurde mMn leider durch das alternative Ende nicht ausgebessert, welches aus andere Weise ähnlich missraten ist...
Beide Male wird zu einer jeweils anders ausgerichteten Eindeutigkeit gegriffen, die ich bei einer "Turn of the Screw"-Verfilmung nicht brauche... andererseits sind die Drehbuchautoren zuvor ja auch nicht unbedingt durch Subtilität aufgefallen...

Davon abgesehen war diese Verfilmung vorher einigermaßen stimmungsvoll und hat nochmals Nuancen des Stoffes beleuchtet, die zuvor weniger herausgestellt worden waren...

Dabei ist zu bedenken, dass das alternative Ende nur eine - auch im Vergleich zum verwendeten -  relativ kurze Szene ist und man nicht genau weiß, wie das an den Film "angedockt" wäre. Ich denke, da wären noch ein oder zwei Überleitungssequenzen oder noch eine weitere Finalszene gekommen (
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zB die mit der Psych-Klinik, das hätte dann zumindest ansatzweise Sinn gegeben - der Zuschauer hätte spekulieren können, ob die Nanny über die Ereignisse verrückt geworden ist oder es von Anfang an war
). Alles Theorie, aber das meiste besser als das genutzte Finale.

Aber wo ich gerade hier bin - zuletzt war ich mehr zufällig über zwei deutsch-(oder ähnlich-)sprachige Genrefilme gestolpert

Marlene
(Österreich 2020) Amazon

Seltsam - spinnt die grottige Suchfunktion der Ofdb so total oder ist der hier wirklich nicht eingetragen, wo sich mittlerweile fast jedes obskure Machwerk tummelt ?

Klar, das ist ein im Kern schon Independent-Kino, aber ähnlich wie "Schneewittchen" aus Deutschland durchaus mit Professionalität, Engagement und Sinn für das Genre - irgendwo zwischen Gangsterdrama, schwarzer Komödie und Romanze - gemacht. Und mit viel Blut - Herzblut und Filmblut -, wobei so ein Unterfangen natürlich irgendwann an die Grenzen von Budget und Möglichkeiten des Stoffs stößt. Konkret gerät der Film nach ordentlichem Anfang so ziemlich zeitgenau mit dem Verschwinden der Frau aus der Handlung in arge Untiefen, soll heißen, in der Mitte zieht es sich ziemlich (zB die Sequenz mit dem Kumpel oder Bruder).
Das blutige Finale erfüllt dann wieder die Ansprüche, die man an einen Film dieser Preisklasse stellt - nicht ausufernd, aber mit Tempo und schwarz-roten Humor.

Bei objektiver Betrachtung müsste man da auf etwa 5/10 kommen, aber von mir gibt es mindestens eine Sympathiepunkt drauf.

Freaks (Netflix)

Holla, das ist ja mal eine Combo auf der Produktionsseite - Netflix und "das kleine Fernsehspiel" des ZDF (nein, ich sage es diesmal nicht...).

Aber warum denn nicht ? Wer mit entsprechend gedämpfter Erwartung hereingeht, wird jedenfalls nicht schwer enttäuscht. Die Normalos und Kleinbürger, der Penner und der Spätpubertierende als Superhelden, das ist bei aller Ausgelutschheit des Genres gar keine so verkehrte Idee. Ob das als milde Satire gedacht war, weiß ich nicht, aber so ein leicht sarkastischer Witz zieht sich jedenfalls durch das Projekt. Und damit kann man dann auch gleich die nicht zu üppigen Resourcen gut tarnen, unsere Chefheldin darf ihre Kräfte meistens so einsetzen, dass man nur die mitunter recht ulkigen Folgen sieht. Was noch an eher sparsamen Effekten drin ist - ein paar kraftvolle Tritte mit entsprechenden Folgen, Sprünge, etwas Elektrozauber - ist ganz solide, aber so was schütteln die FX-Macher heutzutage dann wirklich mit links aus dem PC.
Für deutsche Verhältnis auch relativ zügig inszeniert, ordentlich besetzt (auch wenn Möhring das arg vernuschelt spielt), manchmal muss es auch einfach nicht "mehr" sein.

7/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Newendyke

Würde wohl auch irgendwie zu Retro's "Filme auf VHS" passen:

Planet of the Tapes

In bisschen mehr als einer Stunde kommen einige (prominente) Nostalgiker, u. a. Kalkofe, zu Wort, die von ihren Erfahrungen mit dem Medium VHS erzählen. Angefangen von der Anschaffung eines sündhaft teuren Rekorders über die Besuche diverser Videotheken bis hin zur Jagd auf die bestmögliche und ungekürzte Fassung eines Films.
Neues gab es nicht zu erfahren, aber ich musste durchweg schmunzeln, da wir hier wohl alle schon mal mit diesen Dingen unsere eigenen Odysseen erlebt haben. Es wurden viele Themen angesprochen, z. B. das Unding PAN SCAN, Marketing Film-Vollverarsche, Haltbarkeit dieser fast unkaputtbaren tapes.

Ein wirklich schöner, kurzer Ausflug mit Gleichgesinnten und eigentlich für jeden alten GFler hier eine Sichtung wert.

7/10


Und dann ging es gleich mal mit meiner eigenen Nostalgietour weiter, als mir dieser Titel von Prime Video empfohlen wurde:

Jaguar lebt!

Meiner Erinnerung nach war das so ziemlich der erste Martial Arts-Streifen, den ich im Beisein meines Stiefvaters angeschaut hab, sonst wurden Bruce Lee & Co. ohne der Aufsicht von Eltern schon konsumiert.
Joe Lewis (the white kickboxing asshole, not the colored boxer hehe) bekommt in seinem Spielfilmdebut alles was Rang und Namen hatte und mal eben schnelles Geld verdienen wollte zur Seite gestellt; Woody Strode, Donald Pleasance, Christopher Lee und Barbara Bach usw. Story ist schnell erzählt; Jonathan (Lewis), der seit dem tödlichen Unfall seines Freundes und Partners dem Geheimdienst G6 den Rücken gekehrt hat, wird beauftragt den Drogenbaron Esteban zu stellen. Auf geht's zur internationalen Hatz auf den bösen Buben und dessen Schergen!
Dieses B-Movie hat alles, was ein recht ordentlich produzierter 70er Actionstreifen so brauchte, einen eingängigen track, feine wenn auch aufs wesentliche reduzierte Schauplätze, eine Handvoll Kämpfe und reichlich doofe Sprüche. Lewis hat zwar nicht mehr als zwei Gesichtsausdrücke, aber er macht seine Sache ganz gut, wenn mir doch die Kämpfe besser und auch länger im Gedächtnis geblieben sind, als sie wirklich sind.
Unterm Strich kann ich nur sagen, wurde ordentlich unterhalten, aber ohne meine Nostalgiebrille wäre ich wohl nicht über die ersten 20 Minuten hinausgekommen ;)

5/10 (+1 Nostalgiebonus)


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

Newendyke

Gesetz der Rache

Nach dem gewaltsamen Tod seiner Liebsten ist Gerard Butler nicht zufrieden mit dem Deal, den sein Anwalt (Jamie Foxx) mit der Verteidigung der beiden Täter eingegangen ist. 10 Jahre später nimmt dann die Gewaltspirale ihren Lauf, als im Beisein von Staranwalt Foxx einer der beiden Täter bei dessen Hinrichtung grausam leiden muss - was zuerst wie ein Unfall wirkt, entpuppt sich schnell als Butler's Rachefeldzug gegen die Täter, die Anwälte... und den gesamten Justizapperat der Stadt!

Die erste Hälfte des Films macht echt Lust auf mehr und hätte ein gutes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Butler und Foxx werden können, ein Justiz-Thriller der blutigeren Art. Aber leider nimmt der Film dann eine sehr, sehr hanebüchene Wendung, da Butler zu einem comichaften Oberbösewicht mutiert, der alles weiß und alles kann und mit allen Wassern gewaschen ist. Ab dem Moment als Foxx Butler's Ex-Partner trifft, ging für mich der Film den Bach hinunter. Es fühlte sich so an, als hätte man mit der Brechstange während der Produktion Actionelemente reingedrückt... na ja, und dann verabschiedet sich natürlich auch im großen Maß die Logik. (Stichwort: unbemerkter Tiefbau?!)

5/10


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

Retro

Kurz und knackig vom gestrigen Filmabend:

KRIEG DER EISPIRATEN

Damals zu VHS-Zeiten eines meiner Highlights, leider eher schlecht gealtert.
Immer noch ganz lustig anzusehen und vor allem toll besetzt- aber selbst mit Nostalgiebonus reicht es trotzdem nur für

7/10

THE DEAD DON'T DIE

Aus dem Stand an die Spitze, direkt neben meinem bisherigen alleinherrschenden ZomCom-Liebling Shaun of the Dead.
Vollkommen entschleunigter Zombie-Spaß mit vielen Anspielungen auf andere Filme, gnadenlosen Gags
und neben dem auch sonst tollen Darstellern einem perfekt gecasteten Bill Murray!
...und ich dachte Jarmusch und Zombies kann nicht funktionieren... Chardonnay! WiFi! Das nimmt kein gutes Ende!

10/10

SCOUTS VS ZOMBIES

Nix erwartet und positiv überrascht worden.
Neben ein paar wirklich platten Gags hat auch dieser ZomCom-Vertreter mindestens ebenso viele nette Momente.
Wenn man ihn mit anderen "vs" Zombies vergleicht würde ich sagen unter "Cockneys", aber deutlich über "Strippers".

6/10

PierrotLeFou

28 Oktober 2020, 02:36:10 #1876 Letzte Bearbeitung: 28 Oktober 2020, 06:54:26 von PierrotLeFou
Never Rarely Sometimes Always (2020)
Eliza Hittmans Indie-Trendfilm ist bei mir leider nicht nur auf große Begeisterung gestoßen. Es überwiegen aber dennoch die dicken Pluspunkte: Eine zurückgenommene, ruhige, sehr genaue Inszenierung mit Blick fürs Detail; ein grandioser Einstieg mit einer Coverversion eines Exciters-Hits, die in ihren Akzentverschiebungen jede Menge zu sagen hat; eine Newcomerin in der Hauptrolle, die nicht bloß diesen Song eindringlich vorträgt, sondern auch in der titelgebenden Schlüsselszene des Films ein gekonntes Spiel mit kleinsten Nuancen an den Tag legt (und in Verbindung mit ihrer Mitspielerin und der hier höchst minimalistischen Inszenierung ein paar eindringliche Filmminuten bewirkt). Noch dazu ist das Thema des Rechts auf Abtreibung fraglos wichtig und ist ja durch die Ginsburg-Lückenfüllerin noch einmal etwas befeuert worden...
Allerdings war mir die Zeichnung von Alltagssexismus zu sehr zugespitzt: Der Vater ist ein misogyner White-Trash-Trottel, (Ex-)Freunde und Mitschüler neigen zu sexistischem Bashing oder Übergriffen, Kollegen sind verständnislos und/oder ungebührlich aufdringlich/belästigend, Fahrkartenverkäufer arg unfreundlich und in der U-Bahn lauern auch schon einmal exhibitionistische Lüstlinge... Und der einzig halbwegs positive gezeichnete Mann hat auch seine fragwürdigen Seiten. Selbst wenn ich berücksichtige, dass man besonders unschönen Erlebnissen in der Wahrnehmung/Erinnerung mehr Raum gibt als den normalen Eindrücken, dann war das hier ein Ungleichgewicht, das ich als tendenziösen Gegenpol zu manchen Frauenbildern im Mainstreamkino und als berechtigten Hinweis auf durchaus vorhandene Alltagssexismen durchaus noch zu schlucken bereit bin, aber es liefert in dieser Unausgewogenheit sicherlich auch Maskulinist(inn)en usw. unnötig Feuer. Das Drehbuch hätte hier einfach ein paar Korrekturen vertragen können...
Das trübte den positiven Gesamteindruck des Films, der erfreulich wenig Aufmerksamkeit auf die Pro-Life-Aktivist(inn)en oder auf Anti-Abtreibungs-Lehrfilme legt und stattdessen die normalen Abläufe und Hindernisse ins Auge nimmt, ein bisschen; ich bin bei einer starken 7/10 gelandet; mit etwas subtileren Verweisen auf männliches Fehlverhalten wäre ich locker bei einer 8/10 gelandet; aber ich freue mich schon auf Diskussionen mit Kolleginnen...



Ema (2019)
Larrain, der vielleicht beste Post-Pinochet-Filmemacher Chiles, hat sich mit einem Gegenwartsdrama zurückgemeldet, das mit kleinen Verweisen auf Figuren wie Rebeca Matte oder Arturo Prat zwar noch immer ein wenig auf chilenische Geschichte verweist (und mit Blick auf thematisierte Geschlechterrollen dabei auch keineswegs beliebig ausfällt), ansonsten aber eher wie die Filme von Larrains Kollegen Sebastian Lelio moderne Veränderungen des Blicks auf Gender, Sexualität, Mutterschaft, Familie und Lust verhandelt.
"Ema" beginnt recht verrätselt, enthüllt erst nach und nach, wie sich die Figuren zueinander verhalten (und weshalb), lässt dann eine Adoptivkind-Geschichte beginnen und sie bald auch wieder fallen, um episodenhaft mäandernd und gehaltvoll diverse Themen umkreisend einen stylisch zelebrierten Sog zu schaffen, bis dann am Ende alles zusammenläuft und sich zu emanzipierten Frauen, einem wohlwollenden Blick auf Lust und Ekstase, zur Bisexualität, zur freien Liebe und zu offenen Beziehungen auch noch
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die Utopie einer eher ungewöhnlichen Patchwork-Family
gesellt. Satter Knalleffekt am Ende eines immer stärker vereinnahmenden Films, der mythische Bilder, Feuer und Wasser, Mann und Frau, Schöpfung und Zerstörung hochgradig stilisiert darbietet und neben aufregenden Tanz- und Musiknummern auch noch ein effektives Sounddesign bietet... 8-9/10, nachdem ich in der ersten Dreiviertelstunde noch eher skeptisch eingestellt war.


Kinos waren übrigens angenehm leer...  :jonglier:
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Private Joker

31 Oktober 2020, 12:07:42 #1877 Letzte Bearbeitung: 1 November 2020, 11:33:27 von Private Joker
The Appartment / 1BR

Der hat für ein Horror-Regiedebüt schon erstaunlich gute Kritiken (86% RT). I beg to differ, wie man ja heutzutage seine abweichende Meinung gerne einleitet - auch, aber ganz sicher nicht nur wegen der hässlichen
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Katzenmordszene
. So was ist leider ein gängiger Standard im Terrorkino geworden, den ich gar nicht abkann, und für den schon der eine oder andere Streifen vor Halbzeit bei mir aus dem Player geflogen ist.

Aber auch unabhängig davon gibt es zu meckern. Der Film legt seine Karten heftig früh auf den Tisch und kann dann auch keine Überraschungen mehr nachschieben; und mit der frühen Wendung entlarven sich dann auch die kurzen Anfangsszenen mit den Geräuschen im Haus als reines Trailerfutter für Softhorrorfans (
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mit DEM Plan, den der Film 5 Minuten später offenlegt, ist das restlos sinnlos, denn wenn ein entsprechend genervter Vermieter schlagartig auszieht oder die Polizei ruft, platzt das ganze Unterfangen sofort. Und auch später stellt sich ein paar Mal heftig die Logikfrage, z.B. wenn die Sektentypen dann einfach mal so per Telefon das gesamte Leben ihrer Opfer quasi "kündigen"
).

Wer auch darüber hinwegsieht, erlebt in den grob letzten 2/3 des Filmes dann unspektakuläres, aber ganz solides mittelhartes Terrorkino (
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die Nagelszene bleibt schon im Gedächtnis, keine Frage
). Auch die Schlusseinstellung ist trotz des geringen Twistfaktors relativ gelungen.

Trotzdem von mir nur 5/10.

3022

Nein, das keine um 1000 Jahre in die Zukunft verlegte späte Fortsetzung von 2001/2010, aber was die Zahl bedeutet, spoiler ich mal nicht.

Aber auch für das Jahr 2190, in dem das spielt, sehen Technik und die Optik durchgehend eher trist und rückständig aus. Klar, da ist mal wieder das meiste Geld vom vermutlich knappen Budget für einen ordentlichen, wenn auch TV-Nasen-lastigen Cast ausgegeben worden, da bleibt halt nicht viel. Die "Außenszenen" im Weltraum sind detailarm, aber noch gerade so im "gelben" Bereich, die Raumstation sieht passabel aus, der "Gleiter" dagegen eher dürftig.

Und inhaltlich ? Der Film folgt relativ genau dem Schema für Weltraumdramen, die sich mit Filmen wie "Moon" einige gute Kritiken abgeholt haben, aber sicher keine Begeisterungsstürme bei eher auf Aliens/Sternenkriege abonnierten Standard-SF-Fans auslösen. Enger Raum, ungefestigte Charaktere, ein diffuser Katalysator von außen, und dann geht man sich mehr oder weniger buchstäblich an die Gurgel. Nix Neues unter dem fahlen Licht des Jupiter, sozusagen.

Fand den aber trotzdem ganz ansehbar, der hat eine solide Atmo und ein paar Spannungsspitzen, keine überbordenden Dialoge, einen ordentlichen Cast.

In der Summe und bei moderater Anspruchshaltung passt das schon. 6/10

Edit: Aus der diesjährigen Halloween-Kollektion:

Relic (2020)

"Frauen auf dem Regiestuhl und gewollt anspruchsvolles Dramakino mit Horrorelementen" (mindestens) zum Dritten. Klar, die Message ist schon überdeutlich: Die Generationen verändern und entfremden sich, real und symbolisch. Ich weiß ja persönlich nicht, ob eine Granny, die erst vergesslich, dann ziemlich unleidlich und
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letztlich zu einer obskuren schwarzen Wesenheit
wird, ein wirklich angemessenes Bild für die Probleme der Generationen untereinander ist.

Daher schnell weiter zur Frage: Taugt der was, als Horrorstreifen ? Ich sach mal Jein. Das Team*In um die Regisseur*In hat die Gesetze des Softhorrorfilm schon verstanden, denke ich: Langsam anfangen, dann die Daumenschrauben anziehen. Allerdings ein bisschen arg langsam und das mit den Daumenschrauben kommt auch ein bisschen arg spät. Überdies muss frau sich die Frage gefallen lassen, wie die durchaus eindrucksvolle Sequenz mit der
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Tochter in dem Labyrinth-Haus
sich mit dem Rest des Films verbindet - nur weil sich da eine
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 unbekannte Wesenheit eingeschlichen hat, kann sich das Haus ja eigentlich nicht in einen Irrgarten doppelter Größe verwandeln
, oder ?

Der erhoffte Halloween-Knaller war es so gesehen nicht. Aber durchaus diskutabel - knapp 6/10 von mir.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Retro

STREET CORNER JUSTICE



Pittsburgh: Der harte und unbestechliche Cop Mike Justus (Marc Singer) wird wegen Gewaltanwendug gegen einen Vergewaltiger (Clint Howard),
welcher vor Gericht dank guter Anwälte immer wieder frei kommt, aus dem Polizeidienst entlassen.
Er hat die Schnauze voll von der Polizeiarbeit in diesem kaputten Rechtssystem und zieht nach Los Angeles um dort neu anzufangen.
Mangels ausreichend Geld bleibt ihm dort allerdings nur in eine günstige, und daher ziemlich abgestürzte Gegend zu ziehen,
wo Latino-Gangs das sagen haben und die umliegenden Geschäfte und Bewohner terrorisieren.
Er freundet sich mit dem Bächereibesitzer Mr. Lee (Soon-Tek Oh) an nachdem er ihm gegen ein paar Schläger geholfen hat,
und fällt somit schnell in der Gegend auf.
Selbst der örtliche Polizeisergeant Freeborn (Steve Railsback) macht ihm ein Angebot wieder einzusteigen- doch Mike will nur in Ruhe leben.
Als jedoch auch noch Father Brophy (Bryan Cranston) in seiner Kirche dazu aufruft eine Bürgerwehr zu gründen,
und sein Zögling, der ehemaliger Straftäter Angel Aikens (Tommy Lister), welcher jetzt zu Gott gefunden hat in Notwehr ein Gangmitglied tötet,
ist die Zeit gekommen gemeinsam zurückzuschlagen...

Von einem wirklich "guten" Film sind wie hier ziemlich weit entfernt, die vielen bekannten Nebendarsteller retten ihn aber noch ins Mittelmaß.
Marc Singer spielt hier einfach nur unglaublich lustlos mit dem immer gleichen, etwas genervten Gesichtsausdruck seine Rolle runter,
aber wenigstens fallen die anderen genannten nicht negativ auf. Im Gegenteil: Clint Howard kommt hier dermaßen schmierig rüber wie selten zuvor,
und der mehrfach fiese Chuck Norris-Gegenspieler Soon-Tek Oh ist hier eher ein sympathischer Loser mit dem Herzen am rechten Fleck.
Alles in allem trotzdem nur ein eher belangloser Selbstjustizfilm, welcher wohl nur wegen eben dieser Thematik eine FSK 18 abgekriegt hat.
Mit der Synchro kann man leben, Gewaltdarstellung ist auf TV-Niveau- eben alles einfach Mittelmaß.

5/10

Private Joker

5 Dezember 2020, 12:44:53 #1879 Letzte Bearbeitung: 5 Dezember 2020, 12:47:15 von Private Joker
Herbstzeit ist Gruselzeit...

The Room (2019)

.. wobei: Besonders ist gruselig ist der jetzt gerade nicht, will er vermutlich gar nicht. Der französische Grafiker als Regisseur ist da vielleicht auch nicht erste Adresse, aber wer da (mal wieder) eine hochfliegende Kopfgeburt unter dem Genredeckmantel befürchtet, kann beruhigt zugreifen, denn der lässt sich auch problemlos als relativ zügiges Mystery-Movie konsumieren.

Zügig schon deshalb, weil der titelgebende Raum und seine "Macht" ohne viel Federlesens eingeführt werden - entdeckt, ausprobiert, und ohne groß etwas zu hinterfragen haben sich die Protagonisten schon ein komplettes Rundumglücklich-Set zusammengewünscht, incl.
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Nachwuchs
. Gerade diese Wendung raubt dem Film viel Dynamik und ändert auch die Thematik sehr in Richtung "Mutterschaftsfragen". Insoweit erinnert der auch ein wenig "Vivarium", der mir wie auch anfangs besser gefiel als im weiteren Verlauf. Zumal in beiden Fällen das Ende dann doch ziemlich absehbar ist.

Insgesamt fand ich den trotz guter Besetzung und erwartungsgemäß solider Optik relativ belanglos, aber vielleicht habe ich ja doch die zweite, tiefe Bedeutungsebene übersehen.

5,5/10

Voces (Netflix)

Was der erste an Grusel zu wenig hat, hat der hier fast zuviel. Sofort mittendrin im Geschehen ist man in jedem Fall auch hier, das haben die Filme gemeinsam; den zähen, stereotypen Auftakt der meisten Haunted-Houser (Autofahrt zum Haus, maulende Teenies, Umsehen in der leicht abgefuckten Bude, Vorfreude, erste leise Gruseleffekte) haben sich die Spanier hier komplett geschenkt. Fast von Beginn an bekommen wir reichlich von den titelgebenden Stimmen, blutige Tode, Spuk aus allen Ecken. Dass der Film sein
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Personal ordentlich durchschüttelt
verbuche ich mal ebenso als Pluspunkt wie ein paar solide, aber nicht völlig abgefahrene Wendungen (Tip: Abspann bis zum Ende ansehen - Netflix verzichtet bewusst auf seine penetrante Querwerbung nach 10 Sekunden Credits). Den x-ten Auftritt "professioneller" Geisterjäger hätte ich allerdings nicht unbedingt gebraucht.

So kann der - natürlich - das Subgenre nicht neu erfinden, macht aber genug richtig für einen schönen Herbstgrusel.

Knapp 7/10 von mir.

Red Letter Day

Kein Grusel, wenn auch durchaus blutig und leicht makaber. Ein bisschen "Purge-Light" mit mehr Satire und Splatter, dafür weniger Action. So schafft es der Film auf gerade 75 Minuten Laufzeit leider auch, ein paar Längen einzubauen. Trotzdem noch ansehbar, mit ein paar schönen Eskalationsszenen, auch wenn die Synchro mäßig ist.

5/10

Apropos mässige Sychronisation: Pandemie (2013, SK). Den habe ich nicht zu Ende geschafft, daher ohne Wertung. Unabhängig davon, dass schon das Thema aktuell etwas Masochismus verlangt - so eine miese, amateurhafte Synchro habe ich selten erlebt, da bleibt eigentlich nur der Umstieg auf den O-Ton mit Subs. Aber auch unabhängig davon ist die erste halbe Stunde mit dem hormongesteuerten Rettungstypen so eine Art filmisches Stalking - schlicht unerträglich.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Retro

19 Dezember 2020, 01:49:47 #1880 Letzte Bearbeitung: 19 Dezember 2020, 01:52:09 von Retro
TIERSNUFFERA Oder? Nee, der hieß anders: TINTORERA - MEERESUNGEHEUER GREIFEN AN

Zwei prollige Aufreisser und Haijäger haben keine Lust mehr auf Konkurrenzdenken
und machen sich beide an die gleiche Frau ran, was diese auch ganz toll findet und beide Männer nimmt.
Zu dritt geht es auf's Meer zum Haie jagen und Frau beeindrucken, die findet das aber eher doof.
Trotzdem jagen die Prolls natürlich weiter und stehen am Ende alleine da.

Was für ein inhaltlicher und filmischer Dreck!
Es werden ohne Ende echte, lebende Haie, Rochen und sonstiges Meeresgetier mit Harpunen abgeschossen oder zum Boot gezogen und totgeprügelt.
Handlung? Ähhh... siehe oben. Spannung? Gibt's nicht. Meeresungeheuer? Gibt's nicht.
Ganze zwei Hai-Angriffe auf Menschen kommen in dem über 2 Stunden langen Film vor, beide male sieht man nur rote Farbe im Wasser.
Dafür aber jede menge Tierquälerei und Tiersnuff.

0/10

Große Teile des Films sind in Englisch, teils sogar spanisch (glaube ich) darunter auch die kompletten ersten 15 Minuten des Films.
Daher dachte ich am Anfang schon es wäre eine komplette O-Ton-Fassung trotz deutscher DVD...
Und von diesem Dreck gab es damals eine dreiteilige Schnittfassung auf Super 8...
Wofür? Da hätte eine 120m Rolle mit 16 Minuten gereicht- und nicht mal die braucht man bei dieser tollen Handlung.

Private Joker

Operation Red Snake - Band of Sisters

Schon wieder so ein Kriegsfilm, der mit seinem Cover und Titel ein paar falsche Vorstellungen weckt; ein weiblicher "Expendables" ist das mal sicher nicht, und auch "Band of Brothers" ist mehr als nur zwei oder drei Kriege und 60 Jahre entfernt.

Die Franzosen + ein paar filmische Verbündete feiern hier mit viel Sentiment und Pathos eine feministische Koalition der Willigen (u.a. Israelis, Kurden, Amis, Jessiden und natürlich Franzosen) im Kampf gegen finstere frauenverachtende Muslime, die ungefähr so sympathisch und ausgewogen gezeichnet werden wie chinesische Bösewichte im Kino der 1930iger. Nicht falsch verstehen - die hierzulande akzeptierte, grundlegende Gut-Böse-Einteilung im Nahostkonflikt will ich gar nicht mal in Frage stellen, aber es verwundert schon, wie fix und breit rassistische und sexistische Stereotypen offenbar immer noch akzeptiert werden, wenn das im Dienst der guten, richtigen Sache steht.

Vergessen wir das mal - filmisch ist das auch eher ein Kuriosum, wenn auch ein durchaus ansehbares. O.K., irgendwelche Erwartungen an  militärischen Realismus darf man dank lachhafter Ausbildungsszenen, dem "Xena-"Geheul der Warrior-Sisters und so Dingern wie dem "Max-Max"-Wagen eher nicht haben. Aber irgendwie mochte ich den trotzdem - die Kulisse ist üppig, an Kriegsgerät wurde auch nicht gespart, Action ist mal zumindest konstant vorhanden und die Handlung kommt auch von der Stelle. Und ja, ich mochte auch die Kriegerdamen (ganz ohne Genderstern). Irgendwie.

Sagen wir der Einfachheit halber mal knapp 6/10.

Dark Encounter

Nächste Titelmogelei - Dark ist hier gar nichts. Aus dem Handbuch für preiswert produzierte SF: Fehlt das Budget für Raumschiffe oder ähnliches, engagiere ein paar arbeitslose Beleuchter, bei denen das letzte "Son et Lumiere" gerade wegen Corona ausgefallen ist und lass die ein bisschen buntes Licht generieren. Auch inhaltlich eher Sparkost - die komplette Story ist in zwei Sätzen nacherzählt und sollte in der Form nicht über 90 Minuten gedehnt werden, über weite Strecken passiert da echt gar nichts. Warum das Teil auch immer gut 66% RT (o.k, nur 4/6 Kritiken) hat, kann ich mal wieder nicht verstehen, vielleicht weckt die maßvoll originelle Schlusswendung den Gutmenschen im Kritiker.

Von mir aber nur knapp 4/10
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Mills

Vergiftete Wahrheit (OT: Dark Waters)

Wieder ein Skandal (nach Spotlight), den Mark Ruffalo aufzuklären versucht.

Ehrlich gesagt hatte ich den Film gar nicht auf dem Schirm. Als ich bei Prime dann so in den Neuheiten gestöbert habe, immer auf der Suche nach einem hochwertigen Knaller - welche in diesen Zeiten ja leider sehr rar sind - , fiel mir dieser hier auf. Das Teaserbild half mir nicht, Mark Ruffalo zu erkennen, aber Gott sei Dank ging ich auf die Übersicht und ahnte schon, der Film könne was sein.

Wir sehen hier Rob Bilott, seines Zeichens Unternehmensanwalt, der durch Umwege auf den riesigen Teflon-Skandal des Chemiegiganten DuPont aufmerksam gemacht wird. Er gerät immer tiefer in die Verstrickungen des Falls und vernachlässigt schließlich Familie und Gesundheit. Ein schwerer Kampf gegen Windmühlen, wie es scheint. 

Toll gespielt, auch von Ehefrau (Hathaway) und Kanzleichef (Robbins), zieht der Fall einen in seinen Bann. Auch die Musik ist gut gewählt und die Landschaftsaufnahmen und das Leben der Menschen in West Virginia vermitteln ein passendes Gefühl. Auffällig ist, dass der Film sehr trist und dunkel gehalten ist. Egal, ob in Gebäuden oder draußen, immer ist alles grau und diesig, was eine gewisse Melancholie aufkommen lässt und diese passt wie die Faust aufs Auge.

Das ganze erinnert ein Wenig an Erin Brockovich, nur halt ohne Sonne und mit einem Mann als Hauptprotagonisten.  :mr.green:

Absolut empfehlenswert und mein Highlight der letzten Monate. 8,5/10
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


Meine Sammlung

Private Joker

3 Januar 2021, 11:35:28 #1883 Letzte Bearbeitung: 3 Januar 2021, 14:43:11 von Private Joker
Soul

Vorweg, ich bin kein Pixarjünger, der alles aus der Schmiede aufgrund der unleugenbaren technischen Brillianz unkritisch abfeiert. Wenn ich mir denn auf meine älteren Tage überhaupt noch mal einen Animationsfilm gönne, ist das meistens etwas "leichtere" Kost wie Zoomania. In den letzten Jahren irrlichterte Pixar aber auch deutlich herum, mit x Neuaufgüssen längst auserzählter Geschichten (Toy Story) und blasser Neuware wie Onward.

Mit Soul geht es schon personalbedingt wieder in die leicht abgedrehte Eso-Richtung von "Alles steht Kopf", dem ich - Überraschung - auch nichts abgewinnen konnte, dafür war mir Erzählungsansatz zu strange und mangels Interese am Innenleben von Teenagern auch völlig egal bis fremd; ehrlicherweise habe ich den nach 20 Minuten abgebrochen. Soul ist vom Ansatz her deutlich erwachsener, und ja, das ist mal ein klarer Fortschritt. Vor allem die "reale Welt" überzeugt mit Detailtreue, Spielfreude und lebensechten Charakteren - mein persönliches Highlight: die leider zu kurzen "Auftritte" von Buchhalter Terry im Diesseits.

Die Sache mit dem Jenseits und der Du-Welt fand ich dagegen wieder zu abgedreht und auch animatorisch eher etwas sagen wir detailarm, aber irgendwo musste wohl gespart werden. Und die Idee ist auch ziemlich verschwurbelt und wenig konsequent - nur mal als Beispiel: "22" ist echt ein patentes Seelchen, das sich sofort hier auf der Erde super einfügt und reichlich Sympathien gewinnt. Warum gerade der (oder die) so lange im Vorraum schmorte und lange Listen von Mentoren verbraten hat, macht der Film kaum klar.

Das Ende ist ein bisschen abrupt und unspektakulär, laut imdb hat man da auch über Alternativen nachgedacht (
Spoiler: zeige
Joe bleibt oben, oder genau anders herum, er trifft noch mal 22
). In der Form ist das sicher ein Kompromiss, der gerade jüngeren Zuschauern, die den Film mit den Eltern sehen (müssen ?) vielleicht nicht so gefällt.

Von Meisterwerk mag ich nicht reden, aber in der Summe würde ich da, auch wegen des schönen Scores, knapp 7/10 zücken. Mit aller Vorsicht vermute ich aber: Der ganz große Kinoerfolg wäre das ohne C19 nicht geworden, dafür ist die Zielgruppe etwas unklar.


Sputnik

Kontrastprogramm. Russischer SF/Horror ist mittlerweile eine echte Größe im Heimkinomarkt, und vielleicht weil hier mal wieder Bondarschuk Junior mitwirkte (wenn auch offiziell nur vor der Kamera), ist der auch recht allgemeinverträglich und auf den internationalen Markt ausgerichtet. Soll heißen, es wird gradlinig und ohne überbordende billige CGI erzählt und auch ein paar politische Untertöne (sogar kritische) gegenüber der alten Sowjetunion fehlen nicht.

Auf dem FFF, wo der Film Premiere hatte, haben einige bemängelt, dass von der Kreatur wenig Bedrohlichkeit ausgeht, aber ich glaube, darum geht es dem Film gar nicht. Das ist ein ziemlich eindeutiger Versuch im Fahrwasser von "Shape of Water", der das Alien nicht als weltumspannende Bedrohung zeichnet, sondern uns Fragen über den Umgang mit andersartigen Wesen, die in unserem Schema weder Gut noch Böse sind, stellen will.

Ob die (auch nicht ganz unumstrittene) Klasse des Hollywoodvorbildes erreicht wird, ist Ansichtssache. Ich fand den technisch und insgesamt ansehbar, wenn auch etwas überlang.

6,5/10


 
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Private Joker

1 Februar 2021, 22:31:45 #1884 Letzte Bearbeitung: 3 Februar 2021, 17:53:50 von Private Joker
Bajocero (Unter Null) - Netflix

Als Carpenter-Assault-Verschnitt angekündigt und mit der Messlatte (u.a. von Filmstarts) gleich heftig verrissen; nur dass die mit dem Vergleich mal so richtig komplett daneben liegen. Das ist zu keiner Zeit eine klaustrophobische Gewaltphantasie, sondern eher ein relativ ruhiges Drama um Rache, Schuld und Pflichterfüllung, das zufälligerweise halt an einem (nicht besonders logisch, Stichwort Funk) isolierten Schauplatz spielt. Was den Film jetzt nicht unbedingt besser, spannender oder sonst aufregender macht, vor allem weil die wenigen Gelegenheiten zu Thrill und Action geradezu gezielt und sträflich ausgelassen werden. Aber wer entsprechend vorgewarnt ist, könnte ein paar positive Aspekte finden, z.B. einige interssante Figuren, nur hatte ich dann doch auf etwas anderes gehofft und war für den nicht in der richtigen Stimmung.

Daher nur 5/10.

The 2nd (BD)

Kleiner Besserwisser vorweg: Der Titel meint das Second Amendment, den waffenbesitzrechtfertigenden Zusatzartikel der US-Verfassung. Nach der - im übrigen ungleich besseren, und das will schon was heißen - Shooter-Serie entpuppt sich Phillippe erneut als offenbar glühender Verfechter dieses Rechts, aber kritisch vertiefen mag ich das jetzt nicht - was wäre das US-Actionkino, wenn die in Sachen Bewaffnung so penibel wären wie wir ?
Entschuldigt aber nicht diese in kurzer Zeit dritte oder vierte und erneut heftig mäßige Stirb-Langsam-Variante, die in allen technischen Aspekten weit unter Level bleibt. Vom explodierten Auto, das ganz fix vom Cadillac zum Mercedes wird, über den lachhaften Showdown (wir stellen uns immer so auf, das der Held uns problemlos wegpusten kann), die Endlos-Pistolenmagazine und die uninterssanten Nebenfiguren bis zu den lustlosen Fights passt da sehr, sehr wenig zusammen.

Maximal 3/10

Und das kurze Horror-Roundup der letzten zwei Wochen: Sonata - Symphonie des Teufels ist ein von der Idee her ganz interessanter Softgrusler mit ein paar schicken düsteren Einstellungen und soliden (wenn auch mäßig synchronisierten) Schauspielern. Nur leider nimmt der das mit dem "Zeit lassen für die Bilder" mal wieder heftig wörtlich; bis die  wirklich erste echte Gruselszene kommt, die
Spoiler: zeige
Aufführung der Sonate (keine Symphonie, btw !)
(auch musikalisch mMn sehr ansprechend), ist der Film praktisch und ungelogen schon vorbei. 5,5/10.
The Cleaning Lady ist 2/3 seiner Laufzeit wirklich schnarchig, vor allem wenn man wie ich diese "Frau gegen Frau, wegen Luxus/Leben/Kind-Filme" eigentlich hasst wie die Pest. Aber irgendwann wird der schon noch interessant, wenn sich die Vergangenheit der einen enthüllt und es schlagartig ziemlich fies wird. Nur war ich da (echt) schon halb eingeschlafen, war halt nicht mein Tag. Mit etwas weniger zäher Vorgeschichte hätte ich da mehr als 5/10 vergeben. The Witch Next Door bastelt sich aus zu vielen Ideen anderer Leute (Disturbia / Mein Nachbar, der Vampir) einen Teeniehorrorfilm, der überdies an zu vielen Klischee-Figuren und einer völlig unaufgelösten Anfangsszene leidet. Wer professionell gemachten Standardhorror mit ein paar soliden Ekeleffekten schätzt, wird aber dennoch passabel unterhalten 6/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

StS

,,Yes, God, Yes" (2019) basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahr 2017, der ebenfalls schon von Karen Maine mit Natalia Dyer in der Hauptrolle in Szene gesetzt wurde. Herausgekommen ist dabei eine unterhaltsame Coming-of-Age-Tragikomödie über die Unsicherheit von Jugendlichen bei ihrem ,,sexuellen Erwachen" in der Pubertät – angesiedelt in einer streng katholischen Umgebung (Elternhaus, Freundeskreis, Schule) im Jahr 2000; als das Internet bspw. noch AOL-Chaträume zur ,,Wissenserweiterung" aufbot . Die bei einer solchen Story erwarteten Themen wie Doppelmoral oder das (zum Kopfschütteln animierende) "religiöse Lehrsystem" werden angegangen – ebenso wie fiese Gerüchte sowie das natürliche, aber oft ,,verborgene" Sexualverhalten unter den Heranwachsenden – und das durchaus feinfühlig sowie ohne auf platten Humor zurückzugreifen. ,,Stranger Things"-Star Dyer ist toll... und den Film möchte ich einfach mal mit dem Wort sympathisch charakterisieren. Leider ist er im Ganzen weder allzu ,,tiefgründig" noch ,,nachhaltig" geraten – wohl aber nett sowie mit seiner nur 78-minütigen Laufzeit obendrein angenehm kurzweilig...

gute 5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Retro

4 Februar 2021, 23:58:04 #1886 Letzte Bearbeitung: 5 Februar 2021, 00:01:01 von Retro
REBELLEN DES GRAUENS



Im amerikanischen Bürgerkrieg hat der Befehlshaber der 44. Nordstaaten-Division einen Trupp Südstaatler gefangen genommen.
Da vor ihnen ein großes Minenfeld liegt, werden die Gefangenen, unter denen auch eine zivile Frau und ihr Sohn sind,
in das Minenfeld vorausgeschickt, welche so beinahe komplett in den Tod laufen- nur der Junge überlebt.
Über 100 Jahre später ist in dieser Gegend eine Truppe Soldaten der aktuellen 44. Division wegen einer Feldübung unterwegs.
Sie treffen im Wald auf eine geheimnisvolle Frau, welche den Trupp warnt von hier zu verschwinden-
denn die Geister der damals genau hier getöteten sinnen noch immer auf Rache.
Schon bald geschieht unheimliches, aus der Übung scheint eine echte Angriffssituation zu werden.
Als einige der Männer allerdings die damals getöteten Südstaatler aus ihren Gräbern kommen sehen,
wird der Truppe langsam klar, dass sie hier nicht gegen normale menschliche Gegner antreten müssen...

Der ursprüngliche deutsche Titel der VHS-Erstauflage (und aktuellen DVD), eben "Rebellen des Grauens", ist nicht mal schlecht gewählt.
Spätere Veröffentlichungen haben teils deutlich blödere und vor allem unpassendere Titel gekriegt:
"Rebellion der Zombies", "Brigade der Zombies" und "Die Rückkehr der Lebenden Toten IV". Der Originaltitel lautet "The Supernaturals".
Ausgehend vom Original-und ursprünglichem deutschen Titel kann man nicht nachvollziehen, woher die oft extrem miesen Reviews
in Richtung "schlechter Zombiefilm" kommen- bei den späteren Titeln dagegen wird es einem klar...
"Rebellen des Grauens" ist kein Zombiefilm, und will auch gar keiner sein.
Ja, Tote kommen zurück und rächen sich an den lebenden. Ist z.B. bei Carpenter's Klassiker "The Fog" auch so. Gilt der als Zombiefilm?
Hier gibt es keine "Fleischfresser-Szenen" sondern untote Soldaten, welche die Nachfolger ihrer damaligen Mörder töten wollen.
Von dem Zombie-Gedanken sollte man also mal wegkommen, wenige (wegen "Zombies" erwartete) blutige Szenen sind kein Kritikpunkt!
Geht man einfach von einem übernatürlichen Film aus, sieht man das ganze schon anders.
Klar, "Rebellen des Grauens" ist ein billig produziertes B-Movie. Keine Frage, das kann man nicht schönreden.
Er ist auch sicher kein Highlight im Genre, aber bei weitem nicht so schlecht, wie er oft gemacht wird.
Die Ausgangsposition ist nicht uninteressant, mit größerem Budget (und besseren Schauspielern) hätte das durchaus was werden können.
In der Hauptrolle als Befehlshaber des Trupps ist Nichelle Nichols ("Uhura" aus Star Trek) zu sehen, und macht ihre Sache recht gut.
Eine etwas größere Nebenrolle spielt LeVar Burton (Geordie LaForge aus Star Trek Next Generation), kann aber nicht herausstechen.
Der Rest der Schauspieler ist mit dem Begriff "Laiendarsteller" treffend beschrieben, aber selbst da gibt es schlechtere.
Wer nichts anderes als einen B-Grusler erwartet, und vielleicht sogar mal ein paar Star Trek-Veteranen in anderen Rollen sehen will,
sollte sich den Film wirklich mal Vorurteilsfrei ansehen, auch wenn so oder so nicht mehr als Mittelmaß drin ist.

5/10

In Deutschland ist der Film bisher in zwei Versionen vom Müll-Label "Best Entertainment" erhältlich, beide ab 18 Jahren freigegeben.
Geschnitten als "Rebellen des Grauens", und ungekürzt als "Rebellion der Zombies", siehe Coverscan.
Seit Dezember 2020 gibt es auch noch eine (auf 1000 Stück limitierte) ungekürzte DVD von Savoy Film, siehe Coverscan.
Beide ungekürzten Versionen bieten lediglich VHS-Qualität, man muss aber erwähnen dass das Bild sogar heller als das der VHS ist,
was bei Best Entertainment ein kleines Wunder ist- das Label ist ja dafür bekannt Veröffentlichungen gerne auch mal abzudunkeln.
Der einzige, allerdings große Unterschied zwischen den DVDs ist das Bildformat:
Best Entertainment bietet 1,33:1, Savoy dagegen hat den Film 1,78:1 anamorph codiert.
Erstaunlicherweise fällt das nur im direkten vergleich auf, beide Versionen lassen sich ohne bemerkbaren Bildverlust ansehen.
Wer will kann natürlich auch 30€ ausgeben, denn für den 12.02.2021 ist ein DVD-Mediabook angekündigt.

PostalDude

Mein erster Post :D

Asterix - Sieg über Cäsar



Der Liebeskram am Anfang nervt und wirkt unpassend...

Als Asterix und Obelix bei den Römern im "Legionärtraining" sind, wird´s lustig ! :D
Idefix kriegt ein bisschen mehr Screentime, was dem Film gut tut & ein turbulentes Finale im Kollosseum zeigen, das mehr drin gewesen wäre !

Der Titelsong nervt auch unheimlich... :/

Leider nicht mehr so gut wie die ersten 3 Teile !

3/5

PostalDude

Lange vor mich hingeschoben, weil er so lange geht, aber es hat sich definitv gelohnt !

Gestern bei Amazon Video:

JFK - Tatort Dallas



Wow. So ein guter Film !
Spannend, mit einer Starbesetzung, die ihresgleichen sucht & trortz der Dauer von 3 Std. 25 min. (im Director´s Cut) bleibt es aufgrund von top recherchierten Fakten & natürlich auch Vermutungen, da der Fall immer noch nicht zu 100% aufgeklärt ist, IMMER interessant !

Kevin Costner spielt brillant, Joe Pesci taucht auf, Tommy Lee Jones, Kevin Bacon, und noch sehr viele weitere sehr bekannte Gesichter, klasse, wen Oliver Stone hier alles hervor zaubert !

Es stimmt einfach alles, die Kamera, der Schnitt, die Bilder (schwarz/weiß, Originalaufnahmen, gedrehte...) & das Schauspiel ! Alles spitze !

5/5

Private Joker

14 Februar 2021, 11:50:30 #1889 Letzte Bearbeitung: 14 Februar 2021, 20:43:30 von Private Joker
Space Sweepers (Netflix)

Da hat Netflix mächtig auf die Werbetube gedrückt - koreanischer Blockbuster, angeblich geplanter Kinostart und so. Nach Ansicht des Produkts kann ich da nur relativ müde lachen, das ist die typische "FFF-Start und dann ab auf die Scheibe-Ware", oder anders ausgedrückt: Wer bitte sollte sich den in deutschen Kinos ansehen, selbst wenn die auf wären ?

Nicht dass der unbedingt billig wäre oder aussieht, aber die Highlights sind allesamt schon im Trailer, haben - zumindest die Auftaktszenen - mit dem Rest des Films wenig zu tun und sind überdies viel zu hektisch geschnitten. Etwas eye-candy kann man schon verorten, die Establisher von der mal wieder kaputten Erde und den künstlichen Landschaften auf Raumstation und Mars etwa sind ansehnlich, ein bisschen im vielgelobten BR 2049-Stil, aber das füllt keine 2 1/3-Stunden.

Denn der Rest ist eine viel zu wilde Mixtur - nicht nur sprachlich, was sogar ganz drollig wäre, wenn Netflix mal endlich gescheite Untertitel hinbekäme. Neben der sporadischen und überraschend gewaltarmen Action gibt es viel Leerlauf und noch mehr Sentiment - dass man der einen Hauptfigur gleich zwei "Vater-Tochter-Stories" an die Backe pappt, wäre im westlichen Kino schwer vorstellbar. Und überhaupt: Das ganze Space-Sweeping, das dem Film den Titel gibt, spielt eigentlich überhaupt keine Rolle, statt dessen gibt es eine eher banal-juvenile Story, die sich ihr zentrales Element ziemlich ungeniert beim TV-Klassiker Firefly ausborgt. Ich zumindest hätte den Kampf um den Weltraumschrott vom Ansatz her viel interessanter gefunden, da hätte man mehr draus machen können. Weiter auf der Sündenliste stehen die angebotenen Bad-Guys, die trotz Promi-Wessi (Armitage) nur alberne Schablonen sind und das umfassende, wenn auch absehbare
Spoiler: zeige
kitschige Rundumglücklich-Happyend
.

So wirkt das ganze wie ein Versuch in Familien SF Marke "Lost in Space", aber für die ganz jungen dann doch zu hektisch. Von mir nur knapp 5/10

Guests - Tor zur Hölle Amazon Prime

Russischer Standard-Grusel- wenn man es nicht wüsste und man sich nicht über die komplett unbekannten Gesichter wundert (wobei das auch bei westlichem Billighorror passieren kann), könnte man das auch für US-Ware halten, sogar die Autos kommen amerikanisch rüber. Ob das ein Lob ist, muss jeder selbst entscheiden; immerhin: Die Technik und die Inszenierung, der schöne Schauplatz, sogar die Synchro sind völlig o.k., in dem Rahmen, und auch die Figuren sind keine reinen Spacken. Hauptnachteil: Da ist nicht eine Prise Originalität drin, das ist alles hundertfach gesehen, wirkliche Scares gibt es auch nicht. Und ein paar Längen schleichen sich zwischen dem guten Opener und dem relativ soliden Finale auch ein.

Trotzdem wäre ich da über den imdb-Werten (3,irgendwas) - so bei 5,5/10

Mercy Black (Amazon 99 Cent-Sichtung)

Noch mehr Standardhorror, diesmal aus den USA. Hat einige Kritiker an den verunglückten "Slender Man" erinnert, und den Vergleich kann man bekanntlich nur gewinnen. Haut natürlich trotzdem nicht vom Sockel, aber welcher Billighorror macht das schon ? Pluspunkte ganz klar für die Konsequenz, mit der das bekannte Spiel "echter Horror, Einbildung oder fieser Plan von unnetten Mitmenschen ?" auf die Spitze getrieben wird.

Dafür soldie 6/10 von mir.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

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