Was sollte man in einem Review vermeiden?

Erstellt von Intergalactic Ape-Man, 19 Januar 2010, 15:36:31

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Intergalactic Ape-Man

Nachdem in der noch etwas gestaltlosen Diskussion rein zur Qualität der Reviews schon ein paar fruchtbare Anklänge zu finden waren, würde ich gern - auch aus eigenem Interesse - hier ein paar Dinge sammeln, die man in einer Filmkritik besser vermeiden sollte. Ein Destillat hieraus könnte man ja vielleicht dann als Grundlage für ein FAQ nutzen. Ich würde vorschlagen, Beispiele allgemein zu verfassen, damit nicht fälschlicherweise der Eindruck entsteht, daß Kandidaten, die überproportional viele Fettnäpfchen betreten, hier an den Pranger gestellt werden sollen. Schließlich soll diese Umfrage eher der Hilfe und Verbesserung dienen.

Mein Antrieb war ganz einfacher Gestalt und beruhte diesmal nicht auf der OFDb, wobei mir auch dort des öfteren solche Texte begegnen. Nur zu oft neigen Autoren dazu, einen Film mit dem saloppen Kommentar abzuweisen, sie hätten das Ende ja eh schon nach <20 Min. erahnt. Nun braucht man über die Formelhaftigkeit vieler Produktionen gar nicht zu streiten, jedoch wirken die Aussagen oft nicht anklagend gegenüber dem Film (da nicht belegt), sondern erwecken viel mehr den Eindruck, der Schreiberling versuchte sich über diesen Ausdruck zu profilieren und seine Filmerfahrung lässig unter Beweis zu stellen. Ich will mich gar nicht davon ausnehmen, auch in der Gefahr zu stehen, solche allgemeinen Kritikpunkte eher nebensächlich am Rande zu verarbeiten. Dies ist sicherlich auch eine Frage des Ausdrucks. Was mir widerstrebt ist insbesondere die Verfloskulierung mit der Autoren regelmäßig zu betonen suchen, daß sie es ja sowieso von Anfang an gewußt hätten.

pm.diebelshausen

19 Januar 2010, 17:21:28 #1 Letzte Bearbeitung: 19 Januar 2010, 17:29:30 von pm.diebelshausen
Allgemein bin ich kein Freund von Verboten Marke "Du sollst nicht blablabla..." - wo es geht würde ich positive Formulierungen in Richtlinien verwenden. Z.B. statt "keine bunte Schrift benutzen" lieber "bitte ein einheitliches Layout verwenden" - nur als Beispiel. Und als Denkanstoß: warum eine Liste mit Dingen, die man vermeiden sollte, wenn man auch eine Liste machen könnte mit Dingen, die man unbedingt beherzigen darf?

Zu Deinem konkreten Vorschlag: Dir scheint es ja mehr um inhaltliche Dinge zu gehen und das finde ich zunächst mal sehr schwierig: eine Regel aufstellen wie "tu in Deiner Review nicht so, als hättest Du die Weisheit mit dem Löffel gefressen", oder "sei beim Schreiben bescheiden"? Und wie willst Du da eine Grenze ziehen, schließlich ist es legitim, zu sagen, der Film sei (als) langweilig (erlebt worden), weil dies und jenes ansehbar waren. Wem willst Du diese Behauptung respektive Erfahrung in Abrede stellen? Wenn einer schreibt, das war so, er wusste, dass die "Titanic" am Ende untergehen würde  :eek:, dann ist das halt so.

Floskeln stören mich auch, z.B. - habe ich ja irgendwo hier schonmal nen Thread zu gestartet - gibt es ein erbärmliches Vokabular, wenn es um Lob und Schelte für Schaupielleistungen geht: "kann überzeugen", "oscarreife Performance", ""schwache Darsteller", "fehlbesetzt" - da fällt es regelrecht schwer über ziemlich platte und konkret inhaltsleere Floskeln hinauszuformulieren. Was ein ganz spezielles Problem der Rezeption von Schauspiel ist und wohl im Zusammenhang steht mit der generellen Selbstinszenierung der Menschen im Alltag. Aber ich kann da jetzt Niemandem nahelegen "vermeide Floskeln" oder "versuche sprachlich selbständig und kreativ zu formulieren".

Bin mal gespannt, was andere sagen, denn derzeit habe ich noch das Gefühl, es wird schwer, über die bereits bestehenden Ansprüche und Empfehlungen fürs Reviewschreiben hinauszugehen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Intergalactic Ape-Man

Zitat von: pm.diebelshausen nach 19 Januar 2010, 17:21:28
Allgemein bin ich kein Freund von Verboten Marke "Du sollst nicht blablabla..." - wo es geht würde ich positive Formulierungen in Richtlinien verwenden. Z.B. statt "keine bunte Schrift benutzen" lieber "bitte ein einheitliches Layout verwenden" - nur als Beispiel. Und als Denkanstoß: warum eine Liste mit Dingen, die man vermeiden sollte, wenn man auch eine Liste machen könnte mit Dingen, die man unbedingt beherzigen darf?


Ich hielt es als Einstieg schlichtweg für einfacher, Dinge zu diskutieren, die uns negativ an Reviews aufstoßen. Als Ansatz für ein FAQ halte ich es zudem für einfacher, einen Leitfaden dafür zu finden, in welche Fettnäpfchen man treten kann, als die unglaubliche kreative Vielfalt durch Tips in ein bestimmtes Muster zu pressen. Dies würde zwangsläufig geschehen, würde man bestimmte Formen der Kritik als positives Beispiel vorschlagen. Einfacher ist es dann doch, eine Art Checkliste vor sich zu haben, mit der man dann das geschriebene Review nochmal durchgehen kann. In welcher Form man dann das FAQ formuliert ist doch erstmal hier schnuppe.

Ich hatte übrigens gar keinen konkreten Vorschlag gegeben, sondern ein Beispiel angeführt, was schief gehen kann. Es geht dabei ja nicht darum, ob der Autor den Film langweilig empfinden darf, sondern, wie er dies dem Leser nahe bringt. Die Konsequenz daraus im "Un-Negativen" ist doch ganz einfach: Wenn du etwas behauptest, versuche es zu begründen. Oder kannst du mir erklären, was der Leser über den Film erfährt, wenn der Autor von sich behauptet, von Anfang an schon den Mörder gekannt zu haben, ohne dies an ein konkretes Beispiel zu knüpfen?

pm.diebelshausen

Prinzipiell erfährt man aus (gut gemachten = dem Film angemessenen und entsprechenden) Inhaltsangaben oft mehr über einen Film als aus Reviews. Letztere sagen vor allem etwas über deren Autor aus. Wenn es darum geht, in die FAQs ca. zu schreiben: "Versuche bloße Behauptungen mit Belegen und Beispielen aus dem Film zu untermauern, verständlich und nachvollziehbarer zu machen", dann ist das meines Erachtens schon ein guter Tipp fürs Schreiben.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Intergalactic Ape-Man

Zitat von: pm.diebelshausen nach 19 Januar 2010, 19:26:01
Wenn es darum geht, in die FAQs ca. zu schreiben: "Versuche bloße Behauptungen mit Belegen und Beispielen aus dem Film zu untermauern, verständlich und nachvollziehbarer zu machen", dann ist das meines Erachtens schon ein guter Tipp fürs Schreiben.


Ach guck.  :icon_lol:

Roughale

Pauschalaussagen, wie "Der Film ist scheisse", "alle Van Damme Filme taugen nichts", etc. sollten vermieden werden (wobei ich bei der zweiten Aussage auf Kompromisse einlassen könnte :king:), ausserdem schadet es nicht, immer wieder mal zu erwähnen, dass das geschriebene eine persönliche Meinung ist - ich weiss, das sollte vorrausgesetzt werden, aber bei manchen Koryphäen der Arroganz vermisse ich das regelmässig...

esta es la mejor mota
When there is no more room for talent OK will make another UFC

Discostu

Wie oben ja schon angedeutet wurde, halte ich es für eines der größten Probleme, wenn eine Meinung nicht ausreichend begründet wird. Mir fällt es jetzt aber einfacher, positiv als negativ zu formulieren, deswegen: "Begründe deine Meinung immer so gut und ausführlich, dass sie auch für jemanden nachvollziehbar ist, der sie nicht teilt".

Mr. Vincent Vega

Zitat von: Intergalactic Ape-Man nach 19 Januar 2010, 15:36:31Nachdem in der noch etwas gestaltlosen Diskussion rein zur Qualität der Reviews schon ein paar fruchtbare Anklänge zu finden waren, würde ich gern - auch aus eigenem Interesse - hier ein paar Dinge sammeln, die man in einer Filmkritik besser vermeiden sollte.


Aussagen wie z.B. solche:

ZitatDer Gesamteindruck ist überaus italienisch, also dilletantisch, aber das mit Schmackes.


Zitat,,Hero" sieht tatsächlich bombastisch aus und kann als Martial Arts-Event visuell verlocken, inhaltlich nimmt man nichts mit nach daheim. Aber das ist in Asien eh die Ausnahme


ZitatBevor man sich einen italienischen Film anschaut, sollte man mit äußerster Vorsicht an die Sache herangehen. Handelt es sich dabei dann auch noch um einen italienischen Horrorfilm, der auf der durch Spielberg losgetretenen ,,Jaws"-Welle mitschwimmen möchte, erst recht.


McKenzie

@ Mr. Vincent Vega:

Io sono completamente d'accordo.

Ansonsten sind bloße "Geschmacksurteile" ohne anschließende Argumentation wohl so ziemlich das nutzloseste und egozentrischste / unüberlegteste, was man den Lesern anbieten kann und leider auch genau das, was man in mindestens 60 % aller OFDb-Reviews ständig antrifft.

Gefährlich sind auch filmgeschichtliche Ausführungen und Kontextualisierungen, die zwar in prägnanter, konzentrierter Form immer ein Schatz sind, allerdings leider schnell ausschweifen und zur Belastung für den Leser und das Review zum Semi-Essay werden lassen (passiert mir dauernd).

Nicht ohne als Stolperfalle ist auch ein übertriebener linguistischer Eigenanspruch, der aus einem um Eloquenz bemühten Review ganz schnell eine steife Formübung macht. Außerdem ist es stets dubios, Reviews zu lesen, in denen ein gehobener Sprachstil sich mit einem umgangssprachlichen (aus illustrativen Gründen) vermischt - oft der Fall bei z. B. meinen eigenen Reviews zu Trash- und Sleaze-Filmen.

Endlose Satzkonstruktionen aus zig Nebensätzen, die den Kern einer möglicherweise ohnehin komplizierten Argumentationskette endgültig verschleiern (wie beispielsweise bei McKenzie).

Den Leser mit einer Flut von knapp umschriebenen Hintergrundinformationen überfallen in der Annahme, er wisse das nötigste schon. Im Gegensatz dazu ist es aber ebenso ungünstig, bei spezielleren Filmen immer vom Neueinsteiger auszugehen, da selbiges dem Review schnell seine natürliche Ungezwungenheit nehmen kann. Im Zweifelsfall daher eher ersteres Übel wählen (vor allem wenn es sich um "special interest" / "acquired taste" handelt), nach Möglichkeit aber beide vermeiden.

Längere Reviews ohne Absätze sind grundsätzlich vermeidenswert.

Verlinkungen sind kritisch, aber doch oft nützlich, Smilies, Abkürzungen, Web-Sprache u. ä. sind ein No-go.

Obwohl die Vernunft einen stets zur Feindschaft gegenüber elitären Denkweisen anhält, bin ich doch zu dem Schluss gekommen, dass ein Minimum an Bildung und Sprachfertigkeit unbedingt erforderlich ist um fruchtbare Reviews verfassen zu können.


Undsoweiter undsofort. Gäbe noch viel mehr, aber das sind Dinge die mir spontan in den Sinn kamen und, wie erwähnt, oft aus eigener Erfahrung vertraut sind.
ZitatPunctuality is the thief of time

- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.

- Elizabeth Taylor


pm.diebelshausen

20 Januar 2010, 23:28:13 #9 Letzte Bearbeitung: 20 Januar 2010, 23:39:41 von pm.diebelshausen
Dann könnte man als Hilfe reichenden Satz mit aufnehmen: "Schreibt keine Reviews von McKenzie". ;O)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

McKenzie

Zitat von: pm.diebelshausen nach 20 Januar 2010, 23:28:13
Dann könnte man als Hilfe reichenden Satz mit aufnehmen: "Schreibt keine Reviews von McKenzie". ;O)


Stimmt.  :icon_lol:

So tief möchte aber dann doch nicht stapeln - ich schreibe immer in dem guten Gewissen, etwas substanzielles, anregendes oder nützliches mitteilen zu wollen und man lernt aus seinen Fehlern (ja ja, das war doch mal eine pädagogische Aussage  :rofl:)
ZitatPunctuality is the thief of time

- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.

- Elizabeth Taylor


pm.diebelshausen

20 Januar 2010, 23:39:24 #11 Letzte Bearbeitung: 20 Januar 2010, 23:43:29 von pm.diebelshausen
Einige Punkte finde ich gut, andere: *Schulterzuck*. Zum Beispiel das mit dem Vermengen verschiedener Sprachregister in einem Text: mache ich manchmal gerne, weil es Klarheit verschaffen kann, wo es um einen simplen Sachverhalt geht, der aber im Register der benutzten "gehobenen" Sprache unfreiwillig komisch klingen würde. Kann ja sein, dass man das dann auch anders ausdrücken kann, aber obwohl meine Reviews auch den Hang zum Essayistischen haben (was mir gefällt, denn das heißt, sie sind "Versuche", nicht "endgültige Weisheiten"), sind das keine Abhandlungen und ich möchte mir so eine Freiheit schon nehmen und auch anderen Zugestehen. Dubios macht mir das eine Lektüre noch nicht, ist ne spezielle Stilfrage. Ebenso die Stolperfalle. Welcher Stil einem zusagt (Autor und Leser) mitsamt Fallen und Vorteilen, kann man Niemandem nahelegen. Aber die Punkte zur Klarheit, Strukturiertheit, Layoutbesonnenheit, die Du nennst, finde ich gut und die führen auch indirekt in die Richtung, die Dir mit den Punkten Stil vorschwebt.

Zitat von: McKenzie nach 20 Januar 2010, 23:13:57
Den Leser mit einer Flut von knapp umschriebenen Hintergrundinformationen überfallen in der Annahme, er wisse das nötigste schon. Im


Kannst Du da noch was zu sagen, ich glaube, ich verstehe noch nicht, wie ein Text aussieht, der das macht, was Du hier meinst.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Reiben

Also ich finde die ganze Diskussion etwas zu pauschal.

Das man Aussagen mit Argumenten untermauern soll, gilt nicht nur für Reviwes, sondern für alle Texte und eigentlich auch das ganze Leben...

Inhaltlich und sprachlich dagegen muss man denke ich aber viel mehr darauf achten, was der Autor erreichen will.
Wenn das 27. Review zu einem Film mal nicht das übliche Blabla ist, sondern den Fokus auf Filmgeschichte, Technik oder ähnliches (immer gepaart mit begründeter Eigenmeinung zum Film, das ist klar) legt, dann ist das durchaus eine Bereicherung. Beim ersten Review zu einem Film sollte man vielleicht einen eher allgemeineren Darstellungsansatz verfolgen. Diese "Reviewgestaltung nach Reviewanzahl" spielt in der OFDB imo eine nciht zu vernachlässigenden Rolle.
Darüber hinaus sollte aber doch sehr viel dem Autor überlassen werden. Wenn man bspw. die Reviews von Vodkamartini neben die von Adam Kesher stellt, dann kommt man nur sehr schwer auf einen gemeinsamen Nenner, weil beide Autoren auch eine vollkommen andere Intention verfolgen.

Insofern sollte man erstmal versuchen grob zu klassifizieren, was es überhaupt für Reviewtypen gibt, bzw. welche Merkmale ein Review haben kann (nicht muss). Das wäre dann schon ein ehr wissenschaftlicher Ansatz (sog. Textlinguistik), würde aber bei der Erstellung eines FAQs vielleicht weiterhelfen.

Dass man die Grundregeln des Textverfassens (die man ja eigentlich aus der Schule mitbringen sollte) beim Schreiben eines Reviews beachten sollte, ist imo keine so großartige Forderung, dass es sich lohnt darüber zu diskutieren. Da sollte doch schon mehr kommen. Ansonsten kann man auch einfach sein Deutschbuch aus der 9. Klasse aufschlagen und gucken, was unter Inhaltsangabe und Textanalyse steht (zugegeben, man muss "Text" dann halt durch "Film" ersetzen...). Da muss ja hier im Forum das Rad nicht neu erfunden werden...
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

pm.diebelshausen

Du hast mit allem völlig Recht, Reiben! Trotzdem muss man diese an sich selbstverständlichen Dinge immer wieder mal aussprechen, weil doch ganz offensichtlich Viele mehr auf die Qualität ihrer Meinung setzen als auf die Qualität ihrer Texte. Behauptungen zu untermauern sollte in jedem Bereich ebenso selbstverständlich sein, wie es pauschal gerne ignoriert wird.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Reiben

Danke *bauchgepinselt*!

Die absoluten Grundlagen kann man ja durchaus mal in einer ausführlicheren FAQ zusammenstellen. Das würde vielleicht wirklich was verändern bei der Qualität von manchen Reviews, auch wenn sie eigentlich wie gesagt selbstversändlich sein sollten.
Ein schönes Beispiel für jemanden, der sich in seinen Reviews deutlich gesteigert hat, ist imo funeralthirst. Zwar interessieren mich die meisten Filme nicht, die er bespricht, aber grundsätzlich hat er sich die Grundlagen des Texteschreibens bei seinen neueren Werken zu Herzen genommen. Wenn man mehr solche Verbesserungen erreichen würde durch eine ausführliche FAQ, wäre das schon wirklich gut.
Alles was darüber hinausgeht gehört dann aber imo ins Autorenforum. Da lassen sich die individuellen Differenzen viel besser klären...

Die von mir geforderte Reviewklassifizierung sollte wohl vor erst nur langfristig im Fokus behalten werden. Der alte Grunsatz "Hast du eine Idee, hast du einen Auftrag" wäre wohl etwas zu ambitioniert...

Die Essenz meiner Meinung lautet demnach:
1. Review-FAQ mit Grundlagen des Textverfassens ist schenbar notwendig, auch wenn sie es nicht sein sollte, und daher durchaus wünschenswert!
2.Alles was darüber hinaus geht, gehört ins Autorenforum.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

Sarge

Ähnlich wie Reiben halte ich das alles für zu pauschal, ungreifbar, unpräzise - Schwierigkeiten, die ich aber schon generell in der Natur der Sache, einem Review-FAQ, sehe. Angenommen da stünde nun an irgendeiner Stelle also eine Nachhilfestunde für den Deutschunterricht, würde das wahrscheinlich auch nicht wesentlich zur Qualitätsverbesserung beitragen. Denn in der Schule schon wird auch allen gesagt (sollte zumindest so sein), wie man es richtig macht, und trotzdem gibt es immer irgendwelche, die eine fünf schreiben. Vielleicht sollte man neben der Theorie dann auch ein Praxisbeispiel anführen, eine Art Mustertext, der das veranschaulicht und gleichzeitig die Messlatte für die OFDb bestimmt. Der sollte dann natürlich nicht zu anspruchsvoll, aber doch anspruchsvoll genug sein, um vielleicht den einen oder anderen nicht so talentierten Kandidaten von einem Erguss abzuhalten.

funeralthirst

ZitatDatum/Zeit: Heute um 01:46:26Autor: Reiben 
Zitat einfügen
Ein schönes Beispiel für jemanden, der sich in seinen Reviews deutlich gesteigert hat, ist imo funeralthirst.


Oh, vielen Dank. Das höre ich gerne :)
1. Herr der Ringe, Der (1978) / 6
2. Night Terror (1989) / 2
3. Dance of the Dead (2008) / 5
4. Butterfly Effect (2004) / 5
5. Evil Aliens (2005) / 4
6. Anatomie (2000) / 7
7. Dämon mit den blutigen Händen, Der (1958) / 7
8. Hexe des Grafen Dracula, Die (1968) / 5
9. Plaga Zombie - The Beginning (1997) / 3
10. Aliens - Die Rückkehr (1986)

pm.diebelshausen

21 Januar 2010, 19:05:59 #17 Letzte Bearbeitung: 21 Januar 2010, 19:07:57 von pm.diebelshausen
Zitat von: Sarge nach 21 Januar 2010, 14:25:03
Ähnlich wie Reiben halte ich das alles für zu pauschal, ungreifbar, unpräzise - Schwierigkeiten, die ich aber schon generell in der Natur der Sache, einem Review-FAQ, sehe. Angenommen da stünde nun an irgendeiner Stelle also eine Nachhilfestunde für den Deutschunterricht, würde das wahrscheinlich auch nicht wesentlich zur Qualitätsverbesserung beitragen. Denn in der Schule schon wird auch allen gesagt (sollte zumindest so sein), wie man es richtig macht, und trotzdem gibt es immer irgendwelche, die eine fünf schreiben. Vielleicht sollte man neben der Theorie dann auch ein Praxisbeispiel anführen, eine Art Mustertext, der das veranschaulicht und gleichzeitig die Messlatte für die OFDb bestimmt. Der sollte dann natürlich nicht zu anspruchsvoll, aber doch anspruchsvoll genug sein, um vielleicht den einen oder anderen nicht so talentierten Kandidaten von einem Erguss abzuhalten.


Das mit der Schule stimmt immernoch, aber wir sind hier nicht in der Schule, sondern im Internet, und da haben viele zunächstmal das Gefühl: Narrenfreiheit, "Anything goes", rechtsfreier Raum, Hoch die Tassen, ich kann machen, was ich will.

Als ich hier reinkam, habe ich erstmal im Forum so geschrieben, wie ich es meist bei Internetkommunikation tue: alles klein bis auf Eigennamen und Anrede. Dann kam der freundliche, aber bestimmte Hinweis, dass hier im Forum bitte die übliche Rechtschreibung zu beachten sei - dem habe ich mich trotz möglicher Argumente für das konsequente Kleinschreiben gerne gebeugt, denn hier existiert nicht einfach das Anarcho-Netz, sodern es gibt eine Art Hausordnung. Und wer im Haus sein will, soll die befolgen oder sich ein anderes Haus suchen oder selber bauen.

Das kann man so auch auf das Schreiben in der OFDb übertragen. Und muss unterscheiden zwischen unbelehrbar Böswilligen und kompromissbereiten Lernfähigen. Erstere verschwinden früher oder später, eher früher ohnehin wieder, um Letztere geht es Apeman und uns doch vor allem. Und denen sagen dann auch Review-FAQs etwas!
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Intergalactic Ape-Man

Zitat von: Sarge nach 21 Januar 2010, 14:25:03
Ähnlich wie Reiben halte ich das alles für zu pauschal, ungreifbar, unpräzise - Schwierigkeiten, die ich aber schon generell in der Natur der Sache, einem Review-FAQ, sehe. Angenommen da stünde nun an irgendeiner Stelle also eine Nachhilfestunde für den Deutschunterricht, würde das wahrscheinlich auch nicht wesentlich zur Qualitätsverbesserung beitragen. Denn in der Schule schon wird auch allen gesagt (sollte zumindest so sein), wie man es richtig macht, und trotzdem gibt es immer irgendwelche, die eine fünf schreiben. Vielleicht sollte man neben der Theorie dann auch ein Praxisbeispiel anführen, eine Art Mustertext, der das veranschaulicht und gleichzeitig die Messlatte für die OFDb bestimmt. Der sollte dann natürlich nicht zu anspruchsvoll, aber doch anspruchsvoll genug sein, um vielleicht den einen oder anderen nicht so talentierten Kandidaten von einem Erguss abzuhalten.


Ich tue mich schwer, den Deutschunterricht, insbesondere im Bezug auf intrinsische Motivation, aus welcher heraus ja so ein Filmreview entsteht, als Maßstab heranzuziehen. Natürlich mag es so sein, daß der Unterrichtsstoff in der späteren Praxis plötzlich sinnvoll erscheint, jedoch sind die wenigsten Autoren wohl Leistungskursabsolventen und Germanistikstudenten. Wenn sie die Hilfe nötig haben, sowieso. Wie der Alltag unter Beweis stellen sollte, muß ein FAQ einfach an der Basis greifen. Das heißt ja nicht, daß jeder User alles benötigen muß. Wenn man aber eine höhere Qualität fordert und dann löblicherweise Hilfestellung leistet, dann sollte diese Hilfe auch vom Grundgerüst an nützlich und für alle Bildungsstufen nutzbar sein.

Den Vorschlag mit einem Mustertext finde ich interessant, aber gefährlich. Wie würdest du dir das denn vorstellen? Es muß sich ja um einen Text handeln, der nicht zu erhöhten Klickzahlen führt, um eine Bevorzugung auszuschließen. Gleichwohl müssten es mehrere Beispiele sein, da man sich einem Film ja auf völlig unterschiedliche Arten nähern kann. Wäre es da nicht sinnvoller, Hinweise mit kurzen Beispielen (Textausschnitten) zu veranschaulichen?

pm.diebelshausen

ZitatDie intrinsische Motivation ist ein Konstrukt aus der Motivationspsychologie und kognitiven Lerntheorie, welches besagt, dass man sich mit etwas (z. B. Tätigkeit, Lernstoff) inhaltlich auf Grund eines inhärenten Motivs auseinandersetzt. Das bedeutet, dass die Beziehung zum Lernstoff den Lernenden motiviert. Das Verhalten wird demnach auch dann begonnen und aufrechterhalten, wenn mit ihm keine zum Motivationsobjekt externen Belohnungen (wie z. B. monetäre, materielle Anreize) oder Bestrafungen einhergehen. Die Belohnung erfolgt vielmehr durch (körperinterne) kognitive und affektive Prozesse.

Fälschlicherweise wird in vielen Texten die intrinsische Motivation im Gegensatz zur extrinsischen der Person zugeschrieben, was insofern unrichtig ist, als jede Motivation (auch die extrinsische) immer in einer Person "stattfindet". Das "in-" bzw. "ex-" bezieht sich daher auf das Objekt, auf das die Person die motivierte Aktivität richtet.
Wikipedia

Wieder was gelernt.  :icon_neutral:

Textbeispiel: Finde ich weniger gefährlich (von wegen Klickzahlen/Bevorzugung) als vielmehr kaum sinnvoll möglich - das Problem, das ich sehe ist, das nicht im Umgang mit Texten geübte Menschen, Schwierigkeiten haben können, sich die Struktur und den Stil eines Textes anzusehen, während sie durch den Inhalt davon abgelenkt werden. Bei einem längeren Text müsste der lerngeile User dann auch selbstständig einen Transfer leisten, um die FAQs mit den relevanten Stellen und Aspekten des Textes zu verknüpfen, damit er da am Beispiel etwas wiederekennt. Da ist der Vorschlag, zu einzelnen Punkten illustrierende Beispiele zu bieten wohl angebrachter.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Reiben

21 Januar 2010, 22:00:27 #20 Letzte Bearbeitung: 21 Januar 2010, 22:03:17 von Reiben
Im Brainstorming habe ich grade mal erarbeitet, was meine Ansprüche an ein Review sind. Manch einer mag meine Kriterien und die Struktur als zu schematisch und langweilig empfinden ("Schon wieder so ein Review nach Schema F" habe ich irgendwann mal in diesem Forum sinngemäß gelesen), aber ich denke als Ausgangsbasis für Anfänger ist diese Grundstruktur durchaus geeignet.
Davon abgesehen ist das ganze natürlich nur eine Diskussionsgrundlage, die ich in 10 Minuten zusammengewurstet habe. Da fehlt mit Sicherheit noch einiges, was ich jetzt so gar nicht bedacht habe oder nciht verbalisieren konnte.

Story:
Ausführlich vs. knapp, hauptsache es wird vor Spoilern gewarnt
Thema (Worüber erzählt der Film?) & Rhema (Was erzählt der Film?)
Chronologie des Films bewahren? Eigene Chronologie? (Pulp Fiction als Problemfall)

Filmhistorischer Kontext:
Welche Vorkenntnisse sind nötig, um einen Film zu verstehen? Anekdoten? Unterhaltsames?

Story / Drehbuch / Regie / andere narrative Elemente:
Welche Geschichte erzählt der film? Erzählt der Film eine Geschichte? Wie wichtig ist die Geschichte für den Film?
Wie setzt das Drehbuch diese Anforderungen um (sehr subjektiv geprägte Antwort)?
Ist der Erzählstil des Films der Geschichte angemessen? Wie ist die Verknüpfung von Bildern und Inhalt?
Wie wichtig sind Dialoge? Wie sind diese umgesetzt (siehe auch Schauspieler)?
narrative Elemente: Humor? Spannung? Horror? Message?
Erzeugt der Film beim Zuschauer Emotionen (für viele ja das entscheidende Kriterium bei Filmen), wenn ja wie und welche?

Schauspieler:
Wie ist die Leistung der Schauspieler zu bewerten?
Passen die SChauspieler zu ihrer Rolle?

Technik:
Kameraführung, Bildkomposition, Inszenierung, Effekte
je nach Film sind manche Dinge besonders hervorzuheben (so z.b. bei "Hero" die Bildkomposition, bei Star Wars die Effekte)

Musik:
ggf. auch als Technik zu betrachten

Künstlerische Aspekte:
ggf. schon im vorherigen enthalten
hat der Film einen künstlerisch gehobenen Anspruch? Warum ist der Film künstlerisch wertvoll?

Filmhostorische Bewertung:
sofern sinnvoll: einzelne Aspekte erneut hervorheben und erläutern
Vergleich mit anderen Filmen des Regisseur / Hauptdarsteller / Genre / ...

Persönliche Bewertung (Einzelargumente erneut nennen):
Wie bewertet der Reviewer die Einzelaspekte des Films? Wie hat er ihn erlebt? Warum hat er ihn so erlebt?
Gefühle beim Schauen des Films? Emotionale Betroffenheit (s.o.)?
Persönliches Verhältnis zum Film (Kindheitserinnerungen, etc...)?

Fazit:
Eigene Meinung in 1-3 Sätzen zusammenfassen
Empfehlung, für wen der Film interessant sein könnte, oder warum er eben nicht interessant ist


Nicht jeder Film rechtfertigt eine (ausführliche) Beschäftigung mit jedem der genannten Einzelaspekte. Hier den selben Fokus zu legen wie der Film ist die hohe Kunst eines Autors. Manchmal ist aber auch eine völlig ungewöhnliche Perspektive interessant und lohnend.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

Sarge

Bei einem derartigen FAQ befürchte ich, dass Texte nach diesen Punkten einfach nur abgearbeitet werden.

Intergalactic Ape-Man

Zitat von: Sarge nach 22 Januar 2010, 00:23:02
Bei einem derartigen FAQ befürchte ich, dass Texte nach diesen Punkten einfach nur abgearbeitet werden.


Ja, deshalb ging ich wohl auch eingangs von den typischen Fehlern aus. Ganz unrecht hat er vom Prinzip aber ja nicht. Als Idee kann man das so im Raum stehen lassen. Druckfähig ist hier ohnehin noch lange nichts, wenngleich ein paar tolle Beispiele dabei waren. Grad Father McKenzie hat mit seiner Selbstanalyse einige Punkte aufgezählt, zu denen ich mich regelmäßig erfolglos zu kasteien versuche.

Reiben

22 Januar 2010, 00:48:28 #23 Letzte Bearbeitung: 22 Januar 2010, 00:53:58 von Reiben
Zitat von: Sarge nach 22 Januar 2010, 00:23:02
Bei einem derartigen FAQ befürchte ich, dass Texte nach diesen Punkten einfach nur abgearbeitet werden.


Dieses "Problem" sehe ich auch. Andererseits ist ein FAQ ja auch dazu da, dass man sich danach richtet.
Aber man kann das ganze ja auch so verpacken, dass man nciht direkt eine feste Struktur mit auf den Weg gibt. Wobei eine gute Struktur essenziell für einen guten Text und vielen Reviews fehlt einfach eine Struktur...
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

Reiben

Und noch als Ergänzung: Wenn man keine genaue Anleitung gibt, dann wird es halt wieder zu pauschal und hilft auch keinem mehr. Und man muss FAQs ja auch nciht als feste Regeln etablieren. Außerdem empfände ich es als großen Gewinn, wenn viele Leute eine Liste ähnlich der, die cih genannt habe, einfach abarbeiten würde. Damit würde man vmtl. schon eine qualitative Steigerung erreichen.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

Intergalactic Ape-Man

Wohingegen man eine Formelhaftigkeit in Reviews auch als Schwäche ankreiden könnte, genauso wie sich Filme diesem Kritikpunkt stellen müssen. Gerade wenn man in seiner Kritik den Film nach so einem Schema abarbeitet, tendiert man nämlich schnell dazu, inhaltslose Worthüllen zu produzieren, die frisch von der Stange abgegriffen werden. Eine Verarbeitung des Films kann schnell ferner nicht liegen. Es ist doch viel einfacher, sich aus einem begrenzten Fundus zu bedienen und damit das strukturelle Soll zu erfüllen. Das Ziel eines FAQs sollte nicht sein, neue Fehler zu provozieren.

pm.diebelshausen

22 Januar 2010, 01:26:30 #26 Letzte Bearbeitung: 22 Januar 2010, 01:29:19 von pm.diebelshausen
Letztlich gibt es für die Struktur einer Review ja eine Menge Möglichkeiten. Da könnte man z.B. auch sagen: Exposition - 2.Akt - 3.Akt ;O) oder auch: These - Antithese - Conclusio oder auch: Inhalt - Interpretation - Fazit oder oder oder. Reibens Liste gibt ja erstmal nur Anhaltspunkte dafür, was ich in einer Review prinzipiell thematisieren kann. Welche Aspekte also erwähnenswert sein können, um einen Film über das persönliche Erleben hinaus greifen und beschreiben  und bewerten zu können - was kurz gesagt heißt: wie kann ich über einen Film sprechen?

Das sind ja keine Regeln, sondern Stützräder und je schneller man die bei vollem Bewusstsein abstößt, desto besser werden die Reviews. Aber erstmal kann man ruhig mit sowas das Fahren probieren. Ich finde in der Liste die wichtigsten Punkte der Filmanalyse, wenn auch das ein oder andere fehlt - hängt aber auch vom betreffenden Film ab. Ich würde z.B. die Ausstattung explitzit noch mit hinzunehmen, auch wenn die wohl bei "Inszenierung" mitgemeint ist. Was wäre z.B. "Deadwood" ohne dieses production design?  :love:
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Reiben

22 Januar 2010, 01:36:39 #27 Letzte Bearbeitung: 22 Januar 2010, 01:38:29 von Reiben
@ Ape-Man: Da gebe ich dir Recht, aber ich wollte die Diskussion mal mit einem konkreten Vorschlag voranbringen. ich zitiere aber gerne mich sellbst nochmal:
ZitatNicht jeder Film rechtfertigt eine (ausführliche) Beschäftigung mit jedem der genannten Einzelaspekte. Hier den selben Fokus zu legen wie der Film ist die hohe Kunst eines Autors. Manchmal ist aber auch eine völlig ungewöhnliche Perspektive interessant und lohnend.

Außerdem sagt einem doch der gesunde Menschenverstand (und zur Not schreibt mans nochmal dazu), dass eine soclhe Struktur nur ein Vorschlag ist, den jeder nach Gutdünken abändern kann und soll (siehe mein Zitat).

Imo gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Man macht eine FAQ ähnlich meinem Vorschlag mit recht konkreten Anleitungen, die aber den Nachteil hat, dass eine viel zu starkes Schema vorgegeben wird und man Gefahr läuft, dass die Leute zu wenig Eigenarbeit leisten.
2. Man macht eine FAQ mit nur groben Vorgaben, die aber den Nachteil hat, dass das ganze viel zu pauschal wäre, als das es wirklich was hilft.


Für ich ist ganz klar die erste Variante die einzig Sinnvolle, denn:
1. Eine Hilfestellung ist noch lange keine Regel, an die man sich halten muss.
2. Die Leute hätten etwas, womit sie arbeiten können. Es geht ja schließlich auch darum wirklich eine HILFE zu geben. Wir sind hier ja nciht in der Politik wo man nur unkonkretes Gelaber produziert.
3. In Literatur und Wissenschaft sind die meisten Textgattungen nun mal mit einer gewissen Formelhaftigkeit belastet.
Grade die Grundregeln einer Interpretation (nichts anderes ist ein Review in meinen Augen, wobei das sogar diskutierbar ist) sind doch sehr deutlich ausformuliert: Inhalt, Analyse, Meinung, Fazit. Da irgendwas neues erfinden zu wollen, geht deutlich zu weit. Es hat ja schließlich seinen Grund (einheitliche Struktur erleichtert das Verständnis verschiedener Texte!), dass sich da gewisse Regeln etabliert haben. Und: Nein, der letzte Satz ist nicht gleichzusetzen mit "Haben wir immer so gemacht, machen wir auch weiterhin so!"

Es git natürlich andere Ansätze und jeder soll ermutigt sein, da kreativ zu werden. Die Leute die das aber können, werden das auch weiterhin tun und sich nicht sklavisch an irgendeine FAQ halten. Das ganze soll doch für die Leute sein, die eben keine Ahnung haben und erstmal eine Einstiegshilfe benötigen. Und als Ausgangsbasis um selber einen eigenen Stil zu entwickeln taugt ein vorgegebene Struktur allemal.
So gesehen gibt es in meinen Augen keine Argumente gegen eine vorgegebene Reviewstruktur finden. Hier zitiere ich mich wieder mal selbst:
ZitatNicht jeder Film rechtfertigt eine (ausführliche) Beschäftigung mit jedem der genannten Einzelaspekte. Hier den selben Fokus zu legen wie der Film ist die hohe Kunst eines Autors. Manchmal ist aber auch eine völlig ungewöhnliche Perspektive interessant und lohnend.


Aber auch wenn meine Meinung erstmal steht, bin ich gern bereit mir neue Argumente anzuhören, nur die genannten zählen für mich nicht. Wir sehen doch wieviel Leute sich tatsächlich a FAQs und ähnliches halten. Da muss man doch keine Angst haben, dass alle gleich das denken einstellen und sich nur ncoh nach den FAQs orientieren, das ist doch Blödsinn!


Edit: Diebel hat mich verstanden. Und Austattung ist natürlich noch zu nennen. Wie gesagt, war nur eine Ausgangsbasis, längst keine fertige Vorgabe.
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Intergalactic Ape-Man

Gut, ziehen wir an dieser Stelle bitte mal einen Schlußstrich unter die Diskussion, wie ein FAQ aussehen könnte und widmen uns zunächst einmal den Punkten, die man dort eventuell behandeln könnte/sollte/müßte. Es ist vielleicht doch sinnvoller, über diese Ausarbeitung zu sinnieren, wenn überhaupt erstmal klar wird, ob es so viele Punkte gibt, die ein FAQ bedingen (vermutlich doch eher ja) und welche Punkte hier überhaupt angesprochen werden, also dem Leser wichtig sind.

Reiben

Vielleicht bin ich wirklich schon zu sehr in die Details vorgeprescht, aber ich weiß jetzt auch nicht unbedingt, was du meinst. Vielleicht wäre es auch da ganz nett, wenn du einige Beispiele gebene könntest, auch wenn das natürlich nciht mitten in der Nacht sein muss.
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