Der Name der Rose

Erstellt von Wolfhard-Eitelwolf, 5 Juni 2019, 17:38:13

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Wolfhard-Eitelwolf

5 Juni 2019, 17:38:13 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2019, 17:40:19 von Wolfhard-Eitelwolf
Ebenfalls neu auf Sky: Die Serienversion des berühmten Umberto Eco-Stoffes. Habe jetzt drei von acht Folgen gesehen und sehr ordentliche Unterhaltung erfahren. Leider liegt es viele Jahre zurück, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich habe den Eindruck, dass die Serienumsetzung einige der im Kinofilm ausgelassenen umfangreicheren Nebenhandlungen/Rückblenden/Vorgeschichten wieder berücksichtigt und auch einige Details wie die geheime Bibliothek näher an der Buchvorlage gehalten sind. Das ist für Liebhaber der vielen Details sicher toll, geht aber andererseits zu Lasten der Fokussierung auf die Kernhandlung. Vielleicht hat jemand hier frischere Erinnerungen, wie viel Zusatzstoff tatsächkich dem Roman entspringt?
Gegen die Serienversion spricht bisher der typisch sterile und viel zu helle Look der heutigen Zeit, bei dem man nie so recht weiß, welche Teile des Klosters jetzt CGI und welche echt sind. Auch die Darsteller agieren zwar solide, können der wesentlich organischeren und auch akustisch stimmigeren Kinofilmbesetzung aber zu keinem Zeitpunkt das Wasser reichen. Natürlich hat der Film auch atmosphärisch die Nase vorn - nicht zuletzt, weil er sich nicht in den Nebenschauplätzen des Buches verliert.
Alles in allem für ne Serie nicht verkehrt - allerdings hatte ich das Smartphone öfters mal in der hand, was - als Quasi-Indikator - bei wirklich herausragenden Serien nicht passiert.


Hitfield

ZitatLeider liegt es viele Jahre zurück, dass ich das Buch gelesen habe, aber ich habe den Eindruck, dass die Serienumsetzung einige der im Kinofilm ausgelassenen umfangreicheren Nebenhandlungen/Rückblenden/Vorgeschichten wieder berücksichtigt und auch einige Details wie die geheime Bibliothek näher an der Buchvorlage gehalten sind.
Das hört sich prima an.


ZitatGegen die Serienversion spricht bisher der typisch sterile und viel zu helle Look der heutigen Zeit, bei dem man nie so recht weiß, welche Teile des Klosters jetzt CGI und welche echt sind.
Das dagegen weniger. Der Look der Annaud-Verfilmung war fantastisch, aber ich bin da auch voreingenommen, weil der Film in meiner Nachbarschaft gedreht wurde (Kloster Eberbach) und der Handwerksbetrieb, den meine Eltern damals oft beauftragt haben, an der Ausstattung mitgetischlert hat.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Wolfhard-Eitelwolf

Bin jetzt durch, die letzten beiden Folgen waren dann doch recht spannend. Natürlich kann man keine neuen Erkenntnisse erwarten, abgesehen von den erweiterten Exkursen Richtung Buch (Fra Dolcino-Background, Verhöre) und den frei hinzuerfundenen Elementen (Stichwort komplett überflüssiger "Arya Stark-Fanservice").

Was das Serienerlebnis massiv runterzieht, sind die unfassbar erbärmlichen CGI-Effekte im Finale. Dass die Macher da nicht vor Scham im Boden versinken, ist kaum zu erklären. Peinlich, einfach nur peinlich! Dass dieses Hinrotzen auch im Kino immer mehr zum Normalfall und offenbar auch mehrheitlich  akzeptiert wird, lässt einen mittlerweile an der Zukunft des aktuellen Filmschaffens ganz grundsätzlich zweifeln.

Der Schluss der Serie jedenfalls hält sich dann wieder nahe am Kinofilm, die Intensität dessen wird aber nicht ganz erreicht - u. a. durch besagte sinnlose, Atmosphäre killende Abschweifungen zu GoT-Anbiederungsfiguren.