American Horror Story

Erstellt von lastboyscout, 20 Oktober 2011, 06:20:31

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PierrotLeFou

Inzwischen bin ich auch mit der zweiten Staffel durch - Moonshade hat ja irgendwie recht, die ist reichlich überladen, aber mir war die doch etwas lieber als die erste Staffel.
Irgendwie wird der Mix aus Alien-Entführung, Irrenanstalts-Menschenexperimenten, Serienkillern und Besessenheit relativ elegant aufgedröselt - auch wenn das dritte Viertel in meinen Augen einen ziemlichen Durchhänger hatte -, vor allem aber funktioniert hier der Anspruch einer Geschichtsschreibung über die Schattenseiten eines Landes erheblich besser: Mit der Anstalt und den Nonnen hat man zwei Institutionen, welche autoritär vorgeben, was gesund und moralisch ist - vor diesem Hintergrund werden dann die Homophobie, der Sexismus und der Rassismus durchgespielt, wobei immer wieder auch Täterperspektiven verständlich gemacht werden sollen. Das ist jetzt nicht unbedingt sonderlich tiefschürfend, aber eine doch irgendwie gewitzte Bebilderung verbreiteter psychologischer Erkenntnisse, die längst ein Klischee darstellen... Und "Dominiqie" zur Untermalung institutionalisierter Grausamkeit, welche zudem noch sehr konsequent die Falschen wegsperrt, heranzuziehen, ist wirklich ein schöner Einfall...
Auch die Filmzitate von "The Song of Bernadette" und "The Sign of the Cross" über TCM, "Carrie", "Candyman", "Clockwork Orange" und Weihnachtsmann- & Naziarzthorrorfilme bis hin zu "The Girl with the Dragon Tattoo" werden hier recht passend eingesetzt.
Reicht mir zwar noch immer nicht für eine 7/10, habt aber meine Lust zum Dranbleiben ein wenig vergrößert...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

StS

Die nächste Season (8) wird ein "Murder House"-"Coven"-Crossover.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

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El_Hadschi

Ich quäl mich immer noch durch Season 4 (Freakshow).
Fand die ersten 3 Staffeln durchaus gelungen, aber Season 4 finde ich einfach nur zäh.
Hoffe ich kann mich mit den darauf folgenden wieder mehr anfreunden.
"You follow drugs, you get drug addicts and drug dealers. But you start to follow the money, and you don't know where the fuck it's gonna take you."

Lester Freamon

StS

Jessica Lange und Emma Roberts kehren für "Apocalypse" zurück!
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

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StS

Cast bislang - neben Lange und Em-Rob: Taissa Farmiga, Gabourey Sidibe, Lily Rabe, Frances Conroy, Stevie Nicks, Cody Fern, Sarah Paulson, Cordelia Foxx, Billie Dean Howard, Evan Peters, Kathy Bates, Joan Collins, Cheyenne Jackson, Billie Lourd, Leslie Grossman, Billy Eichner und Adina Porter.
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StS

Connie Britton und Dylan McDermott kehren ebenfalls zurück!
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Roughale

Kein Evan Peters, oder habe ich den übersehen? Auch wenn er in der "Trump" Staffel wirklich mal sehr gut war (aber nur die Hauptrolle, die Nebenrollen, besonders Warhol, fand ich mau), fand ich ihn ansonsten immer recht durchschnittlich und in Hotel sogar sehr schlecht - aber gut, da fand ich die ganze Staffel sehr durchwachsen, mit wenigen Ausnahmen. Unterm Strich gab es für mich aber keine wirklich schlechte Staffel bisher, wenn das weiter so bleibt, kann das gerne lange weiter gehen ;)

esta es la mejor mota
When there is no more room for talent OK will make another UFC

Moonshade

Hatte damals nur zwei Staffeln geschaut (weil mich Hexen nicht so interessieren) und arbeite das gerade mit meiner Freundin nach und bin überrascht, wie schrill und derb (und nihilistisch) "Asylum" doch damals war.
Freu mich dann schon, mir demnächst eine Staffel 1/3-Fortsetzung antun zu dürfen...
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"Sauf doch nicht so viel, Mensch! Nimm lieber was von dem großen Igel - der schmeckt!"

StS

Zitat von: Roughale nach 24 August 2018, 10:30:09
Kein Evan Peters, oder habe ich den übersehen?


Ein aktuell von Murphy gepostetes Behind-the-Scenes-Foto...  ;)

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StS

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Moonshade

So, vor "Coven" lange zurück geschreckt, dann war es plötzlich die vergnüglichste aller Staffeln, wenn sie auch etwas überstürzt alle Handlungsstränge zuende brachte.

Jetzt eingestiegen in "Freak Show" und da singt die Lange als Marlene-Dietrich-Altkopie mit deutschem Akzent David Bowies "Life on Mars" als Freakshow-Eingang im Jahre 1952 - ich glaub ich hab jetzt alles gesehen...  :love:

Schön, dass Conroy und Rabe bei "Apocalypse" wieder dabei sind - Rabes Ausstieg aus "Coven" war für mich vermutlich der unbefriedigenste Abgang der ganzen Serie, nachdem man so viel in die Figur investiert hatte - da muss einfach noch was kommen.
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Moonshade

So, ich werde nach "Freak Show" erst mal ne kurze Pause einlegen, nach 13 Folgen dieser abstrusen Mischung aus menschlichen Grausamkeiten und fiesen Charakter-Karikaturen, irgendwo zwischen Moralstück und absoluter Groteske angesiedelt, bin ich reichlich platt und auch ein bißchen angeekelt.
Da haben sie es manchmal mit dem Grand Guignol ein wenig überzogen, das konnte auch das reizvolle Umfeld und der tolle Cast nicht ganz retten.

Es sollte irgendwo immer eine halbwegs passable Sympathiefigur rumkrauchen und hier waren wirklich nur muddelige und schmuddelige Charaktere unterwegs, die mehr oder minder alle den Tod verdient hatten - teilweise wegen akuter Fahrlässigkeit. Allein wie viele Attentate, Morde, Schußwaffengebräuche in dieser Staffel im geringsten Umkreis "überhört" wurden, schlägt so ziemlich alles.
Selbst diejenigen, die als Positivbeispiele gedacht waren, also die Paulson-Zwillinge und Peters, waren wegen inszenatorischer Uneinheitlichkeit und akuter Blödheit auf Dauer schwer zu ertragen.

Ich hoffe mal, Hotel und Roanoke setzen wieder mehr auf auf Atmo wie die 3.Staffel.
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Roughale

@Moonie: Ich fand Freak Show eine der besten Staffeln, allein der Clown war der Oberhammer! Aber ich kann deine Einwände nachvollziehen. Und das allgemeine Problem von AHS trat hier auch wieder auf, da wird einfach immer zuviel in eine Staffel reingepackt...

Hotel fand ich am schlechtesten, was insbesonders an der mich nicht ansprechenden Thematik lag, das war mir irgendwie zu sehr auf Amerika fokussiert (was kümmern mich deren Serial Killers? ;)). Dann war mein Problemfall Peters hier für mich unerträglich mies, das Overacting war einfach Mist und im Wirrwarr verlor ich irgenwann den Überblick, sodass ich mich an kaum was erinnern kann. Dann fand ich die zentrale Figur einfach doof, erinnerte mich zu stark an den Grimm Hauptdarsteller. Die Gaga war nicht mein Ding, da hätte man auch eine schaufensterpuppe gut einkleiden können - wär bestimmt fast deckungsgleich gewesen. Aber auch da gab es Sehenswertes, Kathy Bates und Sarah Paulson waren sehr stark, aber besonders Liz Taylor war genial! Und der filmische Stil hatte eein paar echte Höhepunkte!

Roanoke ist ein schwieriges Brett, weilo ganz anders und man muss auch Found Footage stehen, ich fand die Staffel sehr gut (mit den üblichen Abstrichen ;))

Dann folgte Cult, die vielleicht beste Staffel in meiner Liste, sogar der Peters war in der Hauptrolle richtig gut! :king:

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Moonshade

Ich fand Freak Show streckenweise auch sehr stark (sogar ausgezeichnet bisweilen), aber die starke Überzeichnung, vor allem des Bösewichts Dandy, war schon ziemlich qualitätsmindernd, dieses kindische Rumgebrülle.
Der Clown war großartig, hatte ja aber nach vier Folgen schon ausgedient.

Ein bißchen mehr Substanz im Bösen wäre schön gewesen, das war alles sehr grob gezeichnet, dabei hätte man gerade die Freaks als "bessere" Normale zeigen müssen, aber auch hier: Begriffsstutzigkeit, naive Gutgläubigkeit, teilweise brachiale Dummheit.
War imho gut, dass Lange sich nach praktisch vier Staffeln in der gleichen Rolle, danach eine Auszeit nahm.

Sie schmeißen immer genug Farbe gegen die Leinwand, aber erzählerisch ist das manchmal zu grob nach Super-GAU-Manier gestrickt.
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StS

"Hotel" ist - wie schon "Asylum" - ein wildes Sammelsurium an Ideen... hat mir aber (so wie Season 2 damals auch schon) eine Menge Spaß gemacht.
Die Staffel ist "very L.A." und trifft das Feeling der City recht gut, meiner Meinung nach.   
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Benny88

Wir haben jetzt die ersten vier Folgen der achten Staffel ,,Apocalypse" durch und wenn sie es nicht verbocken, ist das die stimmigste Staffel seit ,,Coven" (Staffel 3). Gruselig, mystisch und überraschend - endlich wieder zurück zu den Wurzeln, kann gern so weitergehen.

Inspektor Yuen

Jep, Apocalypse setzt aber, als erste Staffel überhaupt, Hintergrundwissen der vorherigen Staffeln voraus (momentan Coven und Murder House).

Zu meinem aktuellen Stand (Folge 6), die beste Staffel seit langem.
"Wenn ich jetzt sterben würde, was würdest du machen?" -"Ich würd dich nicht sterben lassen!"

PierrotLeFou

Bin jetzt mit "Coven" durch. Hatte mich wegen der Hexen-Thematik drauf gefreut und war dann doch enttäuscht, dass im Grunde ja eine sehr ähnliche Struktur wie in den ersten beiden Staffeln abgespult wird (auch wenn Staffel 2 praller gefüllt ist als Staffel 1). 2 & 3 ähneln sich wirklich sehr extrem mit diesen Institutionen, innerhalb derer es Intrigen gibt, die von außen unter Beschuss geraten und die von erhellenden Rückblicken durchzogen werden - und auch noch ein, zwei Figuren bieten, die eigentlich nirgends heimisch sind und eher wie Einzelgänger die verschiedenen Parteien und Interessengruppen durchkreuzen.
Weil ich befürchte, dass das in der Freakshow-Episode ähnlich ablaufen wird (da es wieder so eine Art Institution gibt), ziehe ich demnächst erst einmal "Hotel" vor...

Insgesamt verfestigt sich bei mir ein mild enttäuschter Eindruck, auch wenn die ganz große Enttäuschung von Staffel 1 bislang nicht noch einmal wiedergekehrt ist. Bei dem großartigen Serientitel bin ich damals davon ausgegangen, die Horrorversion der US-amerikanischen Geschichte von den Indianerkriegen über Hexenverfolgungen, die Sklaverei und den KKK bis zu verheerenden Schusswaffengesetzen, Attentaten und Schulmassakern sowie der bizarren Serienkiller-Tradition zu Gesicht zu bekommen. Klar, so ziemlich alles steckt irgendwie drin, ist aber immer nur irgendwie eine kleine Beigabe und es dreht sich vielmehr alles immer um eine Gruppe mit ihren Geheimnissen und Intrigen, wobei ganz seifenopernartig über zahlreiche Wendungen und Überraschungen dramaturgisch recht beliebig auf eine Auflösung zugesteuert wird...
Die Serie wird mMn ihrem Titel nicht gerecht.

Was "Coven" betrifft, bin ich überrascht, dass der Feminismus hier so eine geringe Rolle spielt. Dass Themen wie Rassismus für derbe Greuelszenen herangezogen werden, die Handlung sich dann aber gar nicht ernstlich damit beschäftigen will und lieber in exzentrische Gefilde abdriftet und Genrezitate, Witzchen und Abstrusitäten in Szene setzt, gefällt mir nicht übermäßig... zumal ja der Rassismus nicht in seiner Struktur kritisiert wird, sondern bloß für den Sadismus, der auch Nicht-Rassisten zukommt...
Eine subversive, intelligente Serie, die das Genre auf seine Indianerfriedhöfe, Voodoo-Zauberinnen und Flüche, auf seine Subtexte und Andeutungen abkloft, ist AHS leider nicht. In ihren Absonderlichkeiten und Zitatspielchen ist sie allerdings durchaus recht unterhaltsam, wenn sie auch manchmal etwas gezwungen wirkt... (wie etwa im Fall des mit Puppen spielenden, kostümierten Dieners...)
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Benny88

Zitat von: Benny88 nach 11 Dezember 2018, 12:51:04
Wir haben jetzt die ersten vier Folgen der achten Staffel ,,Apocalypse" durch und wenn sie es nicht verbocken, ist das die stimmigste Staffel seit ,,Coven" (Staffel 3). Gruselig, mystisch und überraschend - endlich wieder zurück zu den Wurzeln, kann gern so weitergehen.


Leider kann ich mein Lob das ich im Dezember nach den ersten vier Folgen ausgesprochen hatte nicht fortsetzen. Wie so viele Staffeln dieser Serie beginnt alles mit sehr viel Potenzial, aber so nach der Hälfte hat man das Gefühl, dass die Macher gar nicht mehr wussten worauf das alles hinauslaufen soll. Die Ausflüge ins Murder House und in den Hexenzirkel wirken trotz Wiedererkennungswert aufgesetzt und fügen sich nicht so richtig ins Geschehen ein. Am Ende bleiben dann einige Fragezeichen und ein eher unbefriedigendes Gefühl. Schade, hat so gut begonnen, aber war dann unterm Strich wieder nix..

Private Joker

Würde ich tendenziell ähnlich sehen, vielleicht noch etwas negativer. Ich habe die aktuelle Staffel dann wirklich nur noch mit Kopfschütteln und massivstem Einsatz von Second Screen durchgehalten.

Klar, das Phänomen mit dem vernünftigen Start, auf den durchwachsene, eher ziellose Zwischenfolgen und ein meist völlig vergurktes Finale folgen, zieht sich durch fast alle AHS-Staffeln. Hier gefiel mir schon der Auftakt nicht so besonders, wobei das als sanfte Satire mit eher unklarer Zielrichtung (Konsumterror ?) noch halbwegs durchging und der kurze Auftritt von Frau Collins schon ganz putzig war.

Aber dann brach all das massiv über den Zuschauer herein, was mir schon einige der früheren Staffeln - naheliegenderweise vor allem Coven - restlos verleidet hat. Zum Beispiel schlechter Gesang, schlechte Frisuren, viel zu viel ähnlich angelegte Figuren (ein knappes Dutzend "Hexen" ohne erkennbar eigene Fähigkeiten oder Charakterzüge), zT schlechte schauspielerische Leistungen (vor allem Peters). Erzählerisch war das ein totales Chaos, da hilft auch in keiner Weise, dass fast jede Nase, die in den frühen Staffeln zu sehen war, einen eher sinnfreien Gastauftritt bekam und man verzweifelt versucht hat, eine bislang (da können die mir viel erzählen) nie angedachte Gesamthandlung zu konstruieren.

Ich kann ja durchaus zwischen "gefällt mir nicht" und "ist objektiv scheiße" differenzieren. Hier neige ich doch sehr zu Variante 2: 3/10, und das auch nur für den halbwegs passablen Auftakt, sonst hätte ich da noch tiefer gegriffen.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Moonshade

So, nach der erholsamen AHS-Pause jetzt "Hotel" durchgeschaut.

Pluspunkte: die Optik!
Art Deco ist sowieso super und das Set erschlägt echt alles. Und da ja ordentlich Blut fließt, gibt es reichlich "rot auf rot". Nette Bezüge zu HH Holmes! Eine überraschend ordentlich agierende Lady Gaga (gegenüber diversen Etablierten, die chargieren, was das Zeugs hält).

Minuspunkte:
Wirft vieles in den Topf, denkt wenig zuende. Schließlich ist man geradezu verblüfft, wenn auf den letzten Staffelmetern plötzlich Denis O'hare und Kathy Bates in den Charakterfokus rücken, während sie zuvor (superfeine) Nebenfiguren waren.
Ganz schlimm: Evan Peters am Schwadronieren (also immer)!
Auch nicht dolle: Wes Bentley als Cop auf Mörderjagd samt Überschneidung auf das halbgare Vampirthema.
Ziemlich dull: fragt denn um Himmels Willen niemand nach, wenn Aberdutzende von angemeldeten Hotelgästen für immer verschwinden oder Familieneltern im halben Dutzend niedergemetzelt werden und die Kinder verschwinden?
Der Jack-Nicholson-Gedächtnis-Award für das übertriebenste Cameo geht an Lily Rabe als Eileen Wournuos und ihr Haargeschmeiße.
Extra-Marlboro-Tantiemen für die Drölfzillionen Ziggies, die Sarah Paulson raucht.

Das wesentliche ist jedoch, dass man auch bei AHS "für" etwas oder jemanden sein sollte (wie bspw für die Freaks in "Freakshow", zumindest die meisten) oder "sein könnte" - hier laufen durchgängig nur unsympathische Arschlöcher rum oder Poser oder "egale" Figuren wie Chloe Sevigny, die keinen Eindruck hinterlässt.

Darüber hinaus wäre die Blutmenge mal zu begrenzen und wer denn nun der Dämon im Hotel ist, hätte ich auch gern noch gewusst, wenn das Vieh schon in der ersten Folge getriggert wird, um dann nur noch einen Cameoauftritt zu haben.
Und wo das Monsterbaby hin ist, bleibt auch offen...

Kann man dennoch schauen und sieht gut aus - allerdings bin ich auch nach Staffel 5 wieder so übersättigt, dass bis "Roanoke" ne Pause folgt.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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Roughale

Hotel war für mich der AMH Tiefpunkt (mit wenigen Ausnahmen). Ja, die Optik ist klasse, aner nein, die Gaga wirkte für mich steril und das hätte eine Puppe auch hinbekommen. Absolutes Highlight: Liz Taylor! Ansonsten mir zu starker Fokus auf Amerikanischen Quark, der dann auch noch durch einen unterirdischen Peters in den keller gezogen wurde. Roanoke war erfrischend anders, aber man muss Found Footage mögen!

esta es la mejor mota
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Moonshade

Ich muss immer warten, bis die Frau wieder bereit ist, das Entsaften ne Weile zu akzeptieren.
In "Hotel" wurde ja nun auch wirklich mit der roten Soße ohne Ende rumgesaut, irgendwann (Folge 4 oder so) war es sogar mir genug.
Horror ist nicht zwingen Gore und die Atmo etwa des genialen Hotel-Vorspanns erreicht die Staffel leider nie.
AHS hätte hier echt bizarr sein könnten, ist aber meistens so subtil wie ein Schlag in die Fresse.

Jetzt ist - nach langem Lavieren - erst mal "Sense8" dran, das ist ein hübscher Kontrast.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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StS


Season 9 heißt "1984". Teaser erinnert klar an "Friday the 13th"...
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