Typ "Animation"

Erstellt von jororo, 8 Februar 2012, 20:07:32

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mali

Zitat von: Karm nach 11 Februar 2012, 10:40:00
Ich frage mich bei der Gelegenheit gerade, warum so etwas:
http://www.icestorm.de/spielfilm/tschechische-klassiker/spejbl-hurvinek-das-leben-ist-schon.html
nicht in der OFDb ist? Richtige Geschichten und speziell für TV und Video produziert. Sind zwar Puppen des berühmten Marionetten-Theaters aber in diesem Fall keine abgefilmten Theateraufführungen.


Da hat Dich vielleicht die Suchfunktion veräppelt :)

http://www.ofdb.de/film/110311,Spejbl-&-Hurv%C3%ADnek---Das-Leben-ist-sch%C3%B6n

pm.diebelshausen

Zitat von: Karm nach 11 Februar 2012, 10:40:00
lat. animare = „zum Leben erwecken“


Dabei ist es gleichgültig, ob die Objekte (Zeichnungen, Material, Puppen, Gegenstände) mit Händen, Fäden, Mechanik, Stop Motion...etc in Echtzeit oder Verzögerung "zum Leben erweckt" werden.


Das freut mich jetzt. ich fühlte mich schon ganz allein. Aber es scheint dennoch so zu sein, dass trotz des Wortstammes und der ursprünglichen Bedeutung "Animation" als filmtheoretischer Fachbegriff tatsächlich mehr auf den Trickfilm-Aspekte begrenzt ist. Auch wenn mir der weite Begriff besser gefallen würde (bin mir jetzt gar nicht sicher, ob das bei Dir auch der Fall ist), ist es wohl schwer und weniger sinnvoll, gegen die allgemein vorherrschende Bedeutungsvorstellung einen Begriff zu platzieren.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Karm

Zitat von: mali nach 11 Februar 2012, 10:59:45
Da hat Dich vielleicht die Suchfunktion veräppelt :)


Nee, da hatte ich mich selbst veräppelt! "J" mit "I" verwechselt und daher "Speibl" statt "Spejbl" gesucht.  :icon_redface: :bawling: :viney:
(Bei Google hat es funktioniert.)

jororo

11 Februar 2012, 12:16:23 #33 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 12:19:28 von jororo
@ Karm:
Dabei sind wir wieder bei einer weiten Definition.

Gegenfrage: wird nicht jedes Drehbuch durch die Umsetzung zum Leben erweckt und ist damit "Animation" (heißt animare nicht "beseelen", also "mit Geist erfüllen" Damit wären schlecht gespielte Filme und Soaps ja fast wieder raus..)?

Ich finde, wir sollten damit nicht rein von der Wortbedeutung argumentieren (sonst müsste man bei jedem "Video" den Ton besonders kennzeichnen, da "videre" ja nur "sehen" bedeutet usw. usf.). Jede Kunstform/ Wissenschaft/ Berufsgruppe entwickelt ein eigenes Vokabular und beim Film haben sich gewisse Bedeutungsdefinitionen durchgesetzt. Die Frage ist also, ob "Animation" im weiten Wortsinne verstanden wird oder im engeren, wie man ihn bei Wikipedia und der OFDB selbst findet, bei dem in Echtzeit gefilmte Objekte (Marionetten, Handpuppen) ausgenommen sind. Die meisten Beiträge im Thread gehen ja in diese Richtung. Ansonsten könnte man ja das Fass aufmachen, ob die Definition des Genres "Drama" nicht an die klassische Dramendefinition (ohne von Akten zu sprechen, aber: Drama als Oberbegriff der dramatischen Gattungen wie Komödie, Tragödie, Historie und nicht als das, was wir heute als "Drama" bezeichnen) angenähert werden müsste, und dann blickt keiner mehr durch...

Ich gebe zu, der Vergleich hinkt wahrscheinlich wieder, aber mein Punkt (Wortbedeutungen sind nicht als alleiniger Maßstab heranzuziehen) wird trotzdem klar.

Als Typ werfe ich noch mal "Puppenspiel-Film" in den Raum, um klar zu machen, dass nicht nur Spiel- sondern auch Kurzfilme gemeint sind.

EDIT: Satz, der als unnötige verbale Spitze hätte verstanden werden können, editiert
Was bringen die ganzen PISA-Studien, wenn das Hessenabitur schon als Behindertenausweis anerkannt wird? (S. Hieronymus)

https://www.youtube.com/watch?v=jQJ8Pofd_X8

pm.diebelshausen

11 Februar 2012, 12:23:10 #34 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 12:27:24 von pm.diebelshausen
Zitat von: jororo nach 11 Februar 2012, 12:16:23
Die Frage ist also, ob "Animation" im weiten Wortsinne verstanden wird oder im engeren, wie man ihn bei Wikipedia und der OFDB selbst findet,


Nö, das ist ja  nicht so und deshalb diskutieren wir hier ja. Nochmal ein oben bereits genanntes Beispiel, das - wie ich finde zu recht - in der OFDb unter Animation läuft http://www.ofdb.de/film/46681,Marquis-de-Sade

Das Argument mit den belebten Drehbüchern finde ich nach wie vor übers Knie gebrochen, weil das am gesunden Menschenverstand vorbei geht. Können wir auch alle Filmeinträge aus der OFDb rausnehmen, weil eigentlich Film immer sowas wie eine theaterhafte Inszenierung ist, bloß in kleine Häppchen aufgeteilt fotografiert und ohne Publikum. So eine unrealistische Sichtweise hilft ja nicht weiter, die kann man bei allem etwas bockig (entglitt Dir deshalb eine "unnötige verbale Spitze"?) einnehmen. ;O)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Karm

11 Februar 2012, 13:21:13 #35 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 13:23:18 von Karm
Zitat von: jororo nach 11 Februar 2012, 12:16:23
...wird nicht jedes Drehbuch durch die Umsetzung zum Leben erweckt und ist damit "Animation"


Man kann es auch wirklich übertreiben!  :LOL: :LOL: :LOL:  :respekt: :D
Ist das Thema hier "animiert", weil Du es "zum Leben erweckt" hast?


Dagegen ist Dein Vorschlag "Puppenspiel" als Typ hinzuzufügen gar nicht mal übel.  :respekt:
Dann könnte man nämlich durchaus "Aninmation" als Genre angeben und durch "Puppenspiel" konkretisieren. Bei solchen Sachen wie Muppets und ähnliche Fälle könnte ein Film mit "Puppenspiel" bei gleichzeitiger Angabe von bsw. Komödie, Musikfilm, Science-Fiction und/oder Kinder-/Familienfilm klarer definiert werden als zur Zeit mit "Animation".
Bei manchen seltenen Fällen würde dann sogar nur "Puppenspiel" ausreichen.

mali

Zitat von: Karm nach 11 Februar 2012, 13:21:13
Dann könnte man nämlich durchaus "Aninmation" als Genre angeben und durch "Puppenspiel" konkretisieren.


Ersetzen

Da Puppenspiel ja keine Animation ist, würde das eine das andere ja ausschließen  :icon_mrgreen:

Denk auch mal an diejenigen Puppen, wo nicht nur eine Hand im Arsch der Puppe steckt, sondern ein ganzer Mensch. Bibo zum Beispiel. Da käme ja auch kein Mensch auf die Idee das "Animation" zu nennen :)

Ist auch bisher nicht so eingetragen:
http://www.ofdb.de/film/44917,Sesamstra%C3%9Fe
http://www.ofdb.de/film/28261,Bibos-abenteuerliche-Flucht


Soweit meine Stichproben bei der IMDb repräsentativ genug waren, scheint dort auch Handpuppen/Puppen/Marionetten Krams nicht als Animation vermerkt zu sein.

pm.diebelshausen

11 Februar 2012, 14:03:23 #37 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 14:07:43 von pm.diebelshausen
EDIT: Mist, jetzt hat mir Mali den Hand-Witz weggenommen (s.u.) /EDIT

Zitat von: mali nach 11 Februar 2012, 13:57:58
Zitat von: Karm nach 11 Februar 2012, 13:21:13
Dann könnte man nämlich durchaus "Aninmation" als Genre angeben und durch "Puppenspiel" konkretisieren.


Ersetzen

Da Puppenspiel ja keine Animation ist, würde das eine das andere ja ausschließen  :icon_mrgreen:

[...]

Bibo zum Beispiel. Da käme ja auch kein Mensch auf die Idee das "Animation" zu nennen :)

Doch und womöglich zu recht. Siehe nochmal "Marquis" oben. Für mich ist Puppenfilm eine Art Animationsfilm.

Als Genre würde ich das nicht angeben, sondern als Typ - denn das Typische und Gemeinsame sind eben nicht gleiche Stoffe, Themen, Figuren, Stimmungen oder ähnliches, was andere Genres ausmacht, sondern der technische Aspekt.

Ich benutze mal das Vorwort von Reclams Genre-Bändchen "Animationsfilm", obwohl da leider aus den Augen verloren wird, warum nun die "Muppets Weihnachtsgeschichte" mit drin ist:

Unter dem Oberbegriff Animationsfilm versammelt sich eine Reihe sehr unterschiedlicher künstlerischer und technischer Gestaltungs- bzw. Produktionsformen. Bis vor kurzem [ist von 2007] firmierten diese im Deutschen meist unter dem Begriff "Trickfilm". Ein etwas unglücklicher Terminus, denn letztlich ist jede Art von Film ein Trick.

Interessant, denn jororo meint ja eigentlich ganz ähnlich, dass durch den neueren Begriff "Animation" dann nichts gewonnen ist, weil genauso unglücklich, wenn man es übergenau nimmt. Weiter wird jetzt der Animationsfilm vom Realfilm differenziert: der Realfilm bilde Realität ab - jetzt nicht dagegenhalten, dass das letztlich gar nicht geht, weil Film immer Illusion ist; das wissen wir alle und auch die Autoren bei Reclam. Aber im Gegensatz zum Animationsfilm und entgegen Jororos Argument bewegen sich Schauspieler tatsächlich und wehen Blätter wirklich im Wind, wohingegen Pumuckel nichts macht, außer man animiert ihn ebenso wie die Masken in Marquis nichts machen, wenn sie keiner trägt und bewegt, und die Muppets nichts machen, wenn sie keine Hand im Hintern haben (sorry, fand ich jetzt lustig). In dieser Hinsicht ist dann die genaue Art der animationstechnick tatsächlich egal und ein weit gefasster Animationsfilm-Begriff funktioniert und ist brauchbar und kann wenn gewünscht noch weiter differenziert werden, wie Karm vorschlägt.

Reclam bringt auch ungefähr Reibens Argument der Intention: wohingegen der Realfilm innerhalb der filmsprachlichen Konventionen bemüht ist oder vorgibt, Realität abzubilden, strebe der Animationsfilm dieses Ziel gar nicht erst an. Jetzt nochmal ein Zitat, weil es die Bandbreite der weiten Begriffsauffassung zeigt:

Zu den verschiedenen Arten des Animationsfilms zählen Zeichentrick, Puppentrick, Silhouettenfilm und Legetrick (oder cut-out animation) [...]. Außerdem der Objekttrick - hierbei setzen sich Gegenstände scheinbar eigenständig in Bewegung - und als neuestes Mitglied die Computeranimation. Daneben existieren aber auch weniger bekannte Spielarten wie die Sandanimation [...]; das Einritzen von Figuren, Formen und Zeichen direkt auf den Zelluloid-Schwarzfilmstreifen; oder die Pixillation [...]. Der Begriff "Animation" leitet sich ab vom lateinischen Verb animare, was so viel bedeutet wie 'Leben einhauchen' oder 'beseelen'. Und genau darum geht es: unbelebte Objekte scheinbar in Bewegung zu versetzen.


Danach wird leider nur noch auf die Einzelbildtechnik eingegangen, anstatt nochmal deutlich zu machen, dass zwar bei einem Puppenfilm ähnliche Technik angewandt wird wie im Realfilm, die Bewegungsabläufe der Puppen aber eben nicht real, sondern eine Illusion, eine scheinbare Bewegung sind und eigentlich die Bewegungen der Puppenspieler (Animateure).

Mit "beseelen" kann man auch Jororos Begriff-Problem beheben, denn ein Drehbuch ist noch keineswegs beseelt, erscheint nicht als lebendig, wenn es verfilmt wird.

Mir leuchtet die Reclam-Auffassung (die teilweise auf Rolf Giesen basiert) ein, finde, damit kann man arbeiten. Und es kommen mehrere Aspekte zusammen: sowohl technische Umsetzung als auch die besondere Illusion von Belebtheit oder Beseelung, was eben sehr anders ist als beim Realfilm.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

mali

11 Februar 2012, 14:20:48 #38 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 14:23:50 von mali
Dann müsstest Du auch Krieg der Sterne zum Animationsfilm erklären, da dort auch Schauspieler in Ganzkörper-Kostümen stecken (Stormtrooper, Greedo, C3PO, R2D2, etc.)  :icon_cool:

pm.diebelshausen

11 Februar 2012, 15:13:05 #39 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 15:16:55 von pm.diebelshausen
Erstens muss ich gar nichts und zweitens: klar, dann bekommen auch alle Tatorte "Drama" und überall, wo Musik läuft, ist es ein Musikfilm usw. usf. - das kann man doch, wie alle Kategorien, nicht stupide durchziehen (vgl. jororo), sondern muss auf die Gewichtung achten und darauf, womit ein jeweiliger Film sinnvoll beschrieben und mit Typen und Genres zweckmäßig erfasst ist. Da hat Reiben schon recht und der Kontext, die Intention sowie die Abgrenzung zu anderem usw. sind zu beachten.

Andersherum ist es ja auch nicht ganz so einfach, Pumuckel und Roger Rabbit einfach als Animation zu deklarieren, nur weil da ein paar Figuren gezeichentrickst sind. Aber ich will den Spieß gar nicht umdrehen und wir müssen nicht über die Animationszuordnung bei Pumuckel diskutieren: ich meine nur, dass man schon mit einem weiten Animationsbegriff sinnvoll umgehen kann, genauso wie es sinnvoll ist, Pumuckel als Animation zu bezeichnen, auch wenn Gustl Bayrhammer sich bestimmt nie animiert fühlte.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

jororo

@pm: NATÜRLICH ist das Beispiel absurd, genau darauf wollte ich ja hinaus! Man kann die Diskussion also nicht durch etymologische Hinweise beenden (wie z. Bsp. Karm das versucht hat) beenden. Es geht darum, eine Definition zu finden, die brauchbar und eingängig ist. Mit "Drama" genau das selbe. Eine Diskussion in diese Richtung (Film xy passt nicht in die griechische Dramentheorie, Genre muss also weg) wäre daher sinnfrei und wird sicher auch von niemandem geführt werden wollen.

Gespielte Puppen an sich nun generell als Animation zu betrachten, finde ich genau daher falsch - der normale Wortgebrauch geht eher in die Richtung "einzeln bewegte Bilder", diese Definition trifft auf Handpuppen und Marionetten(agieren in Echtzeit, werden "nur" abgefilmt, Interaktion findet direkt beim primären Dreh statt) nicht zu. Das war mein Punkt.

Den Reclambegriff als Grundlage zu nehmen finde ich PERSÖNLICH unbefriedigend, wäre aber immerhin nachvollziehbar. Dann müsste das in der Typbeschreibung aber auch dahin gehend geändert werden, damit die Diskussion nicht von Neuem aufkommt.

Wo habe ich eigentlich gefordert, etwas "stupide durch[zu]ziehen"? Mir ging es nur darum, dass der Zusammenhang reine Wortbedeutung-Filmtyp nicht linear zu sehen ist. Wollte ich etwas "stupide durchziehen", hätten wir diese Diskussion schon vor ein paar Jahren gehabt, da ich, auch wenn ich kaum schreibe, täglich im Forum lese und schon früher mit (dann tatsächlich sinnlosen) Anfragen nach Genre- und Typänderungen angefangen hätte.

Wie erwähnt, ich bin über eine Serie gestolpert, fand Animation unpassend, fand die Antwort unbefriedigend und habe hier noch mal nachgefragt.
Was bringen die ganzen PISA-Studien, wenn das Hessenabitur schon als Behindertenausweis anerkannt wird? (S. Hieronymus)

https://www.youtube.com/watch?v=jQJ8Pofd_X8

pm.diebelshausen

11 Februar 2012, 15:58:40 #41 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 18:09:37 von pm.diebelshausen
Hey, ich nehme Dir gar nichts übel, was Du bisher argumentiert hast. Im Gegenteil, macht mir doch Spaß, solche Sachen auseinanderzuklamüsern und über andere Sichtweisen und Auffassungen in Betracht zu ziehen. Habe ja oben auch schon mal geschrieben, dass ich den engeren Begriff durchaus nachvollziehen kann und der auch brauchbar ist - allerdings ist es dann eben nach wie vor sehr schwierig, die Dinge, die dann nicht mit inbegriffen sind (Puppen, Marionetten, Masken usw.) irgendwie zusammenzufassen und denen eine eigene Kategorie zu stiften. Das verschiebt das Problem sozusagen nur. Und da wäre mit dem weiteren Animationsbegriff eher was gewonnen, wenn man ihn, wie Du ganz richtig sagst, dann auch irgendwo als Definition zur Verfügung stellt.

Das stupide bezog sich auf Malis Argument und wollte nur sagen, dass Deine Drehbuchbelebung, wenn man sie konsequent und zwingend denken würde, mir auch zu realitätsfern ist.

Wie sehr der "normale" oder verbreitete Wortgebrauch bei Animation zu den Einzelbildern geht, weiß ich gar nicht. Wikipedia ja - aber die mögen wir ja sonst auch nicht allzu sehr als verlässliche Quelle und Argumnetationsgrundlage; imdb, ja, aber da ist auch einiges nicht zu Ende gedacht bzw. einfach als Orientierungsgrundlage zu übernehmen; Reclam sieht es z.B. anders - das "Lexikon des Trick- und Animationsfilms" von Giesen im Untertitel auch: "Zeichen-, Puppen-, Silhouetten- und Legetrick, Stop Motion, Mischfilme und 3D-Computeranimation". Allerdings wird das da auch nicht ordentlich im Vorwort hinsichtlich der Puppen oder Marionetten besprochen.

Die ursprüngliche Wortbedeutung sollte auch bein Karm bestimmt nicht die Diskussion entscheiden und beenden, sondern eine Definitionsmöglichkeit aufzeigen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Karm

11 Februar 2012, 16:36:58 #42 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 17:21:17 von Karm
Zitat von: pm.diebelshausen nach 11 Februar 2012, 15:58:40
Die ursprüngliche Wortbedeutung sollte auch bein Karm bestimmt nicht die Diskussion entscheiden und beenden, sondern eine Definitionsmöglichkeit aufzeigen.


Danke. Es beruhigt mich, dass es auch jemand verstanden hat. Ich wllte nämlich weder etwas administrativ diktieren, noch beenden.
Immerhin hatte ich sogar jororos "Puppen-Spiel"-als-Typ-Vorschlag unterstützt. Mein Ziel ist die Findung eines Konsenses, wie auch immer der letztendlich aussieht.

jororo

11 Februar 2012, 17:14:02 #43 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 18:26:41 von jororo
Entschuldigung, hatte ich das "stupide" falsch bezogen!

Mit der eigentlichen Diskussion sind wir jetzt aber an einem Punkt, an dem man eigentlich nur entscheiden bzw Argumente für die verschiedenen Definitionen austauschen kann, oder?
Möglichkeiten, die ich sehe:

1. ENGER Animationsbegriff, wie er momentan formuliert ist (also nachträglich animiert Zeichentrick, 3D, Stop-Motion). Folge: neuer Typ für Puppenfilme wird gebraucht.

2. WEITER Begriff, leblose Objekte wie Puppen werden im Film als belebt betrachtet (oben genannte, plus Marionetten und Handpuppen). Folge: Typen bleiben, wie sie sind, die Definition sollte aber geändert werden

3. INTEGRATIVER Begriff, Animation wird unterteilt in "nachträglich" und "bei Dreh" animiert (Zeichentrick wäre ersteres, Muppets zweites). Folge: Unterscheidung beim Typ Animation wird benötigt.

4. Animation als TYp abschaffen.

Ich wäre für den ersten Punkt, da mMn diese Unterscheidung am klarsten ist. 3. finde ich problematisch, da dann, wie schon erwähnt, die Untertypen ausufern könnten. Würde es bei dieser grundlegenden Unterscheidung bleiben, okay, aber dann stellt sich ernsthaft die Frage, warum nicht auch in Computeranimation und Stop Motion noch mal zu unterscheiden. 4 ist nicht Ernst gemeint!

@karm: Grmpf, wenigstens Namen sollte man richtig schreiben (oder abkürzen)... :icon_razz:

EDIT: Smiley ergänzt, da man Untertöne so schwer liest...
Was bringen die ganzen PISA-Studien, wenn das Hessenabitur schon als Behindertenausweis anerkannt wird? (S. Hieronymus)

https://www.youtube.com/watch?v=jQJ8Pofd_X8

Karm

Zitat von: jororo nach 11 Februar 2012, 17:14:02
@karm: Grmpf, wenigstens Namen sollte man richtig schreiben (oder abkürzen)... :icon_razz:


Wo Du recht hast... ?! :icon_redface: :icon_redface: :icon_redface:  Text entsprechend editiert

pm.diebelshausen

11 Februar 2012, 18:09:03 #45 Letzte Bearbeitung: 12 Februar 2012, 00:52:18 von pm.diebelshausen
Zweitens hast Du aber nicht unbedingt so zusammengefasst, wie Karm oder ich das meinten, jororo. Eher: Weiter Animationsbegriff, der die verschiedenen Techniken (Zeichentrick, Puppentrick/Stop Motion), Silhouettenfilm, Legetrick, Objekttrick, Computeranimation, Marionettenfilm, Puppenfilm etc.) zur scheinbaren Belebung unbelebter Figuren oder Gegenstände einschließt und ggf. durch Unterkategorien (z.B. Marionettenfilm) präzisiert werden kann.

Und soooo flott muss ja auch keine Entscheidung gefällt werden. Vielleicht kommen ja noch Meinungen, Sichtweisen, Ideen von anderen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

jororo

11 Februar 2012, 18:12:05 #46 Letzte Bearbeitung: 11 Februar 2012, 18:24:56 von jororo
War ja auch als Zwischenstand gemeint, insofern war "entscheiden" vielleicht die falsche Wortwahl. Hätte nie gedacht, dass eine so einfache Frage zu solchen Diskussionen führt.

Aber das wäre doch mein Punkt 3, oder wo ist da der prinzipielle Unterschied?
Was bringen die ganzen PISA-Studien, wenn das Hessenabitur schon als Behindertenausweis anerkannt wird? (S. Hieronymus)

https://www.youtube.com/watch?v=jQJ8Pofd_X8

pm.diebelshausen

Der Unterschied wäre, dass ich die Unterscheidung "nachträglich/beim Dreh" nicht formulieren würde, weil ich sie so nicht sonderlich hilfreich finde. Bei Stop Motion z.B. findet die Animation der Bewegung zwischen den Aufnahmen/Drehs statt und ist dadurch am Ende beim Abspielen der Einzelbilder mit 24 fps unsichtbar. Deshalb kann ich meine Meinung eher unter 2. wiederfinden.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

jororo

Ah, okay, dann empfinden wir unterschiedliche Aspekte als zentral bei meiner ad-hoc Kategorisierung. Das "nach dem Dreh" war nur als Verständnishilfe gemeint, um nicht wieder die Beispiele "Zeichentrick" usw. anführen zu müssen. Aber da müsste dann auf jeden Fall definitorisch nachgebessert werden!

Der Unterschied zu dem, was du geschrieben hast und dem, wie ich 2 meinte, sind die Unterkategorien, die ansprichst. Die sind für mich das distinktive Merkmal zwischen 2 und 3.

Und evtl. ein leichter Begriffsunterschied, da ich bei 3 "Animation" als "Deckelbegriff" sehe, der ähnliche Techniken zusammenfasst, du (nach meinem Leseverständnis) eher als tatsächlichen Oberbegriff, der die anderen Arten einschließt, aber für mein Empfinden ist diese Unterscheidung eher marginal.

Könnte man vielleicht für 3 als neuen Oberbegriff "Animierung" überlegen, "Animation" und (z.Bsp.) "Puppenspiel-Film" usw. als Unterkategorien?
Was bringen die ganzen PISA-Studien, wenn das Hessenabitur schon als Behindertenausweis anerkannt wird? (S. Hieronymus)

https://www.youtube.com/watch?v=jQJ8Pofd_X8

mali

Zitat von: jororo nach 12 Februar 2012, 09:30:56
Könnte man vielleicht für 3 als neuen Oberbegriff "Animierung" überlegen, "Animation" und (z.Bsp.) "Puppenspiel-Film" usw. als Unterkategorien?


Das kann man (zum Glück!) nicht, weil die Typen alle nur den Status "ja" oder "nein" haben und keine Verschachtelung, Priorität etc. vorgesehen ist. Und man will auch nicht wirklich damit anfangen mehr und mehr Typen und Spezialisierungen einzuführen (warum: siehe oben  ;)). Sonst sind wir irgendwann mal da, das es 15 Minuten dauert einen Film einzutragen, das die Fehlerquellen immer mehr werden und dementsprechend auch die nötigen Nacharbeiten/Korrekturen.


Zitat von: pm.diebelshausen nach 11 Februar 2012, 18:09:03
Und soooo flott muss ja auch keine Entscheidung gefällt werden. Vielleicht kommen ja noch Meinungen, Sichtweisen, Ideen von anderen.


Exotische Sichtweisen & Ideen braucht es IMHO hier aber gar nicht, denn die OFDb ist ja in erster Linie eine Filmdatenbank, und als solche müssen wir doch auch nicht den Begriff "Animation" philosophisch auseinander nehmen und pädagogisch wertvoll betrachten. Hier reicht es "Animation" soweit zu betrachten, wie es für die Filmwelt nötig ist. In der Filmwelt (behaupte ich jetzt mal ganz frech) werden Handpuppen und Schauspieler in Kostümen eben generell nicht als Animation eingeordnet. Da wäre es IMHO albern, wenn die OFDb dort einen Alleingang macht.

pm.diebelshausen

12 Februar 2012, 12:19:41 #50 Letzte Bearbeitung: 12 Februar 2012, 12:48:19 von pm.diebelshausen
Jetzt habe ich schon mehrfach versucht, den Beweis anzutreten, dass die Filmwelt da eben auch uneins ist und es durchaus auch von Profiseite unexotische Veröffentlichungen zum Thema Film gibt, in denen der weite Animationsbegriff gebraucht und verbreitet wird, und Du behauptest ganz frech. Da ging es keineswegs um Philosophie und Pädagogik, sondern um Filmtheorie. Dass Du das als fern dem Anliegen einer Filmdatenbank abtun willst und lieber bei Wikipedia und IMDb bleibst, finde ich unfair und sogar überraschend.

Es gibt übrigens manchmal auch Grenzfragen, wo sich Begriffe, ihr Inhalt und ihr Verständnis ändern - nicht überall gleichzeitig, sondern nach und nach und hier und dort und aufgrund von Vorreitern und Mitmachern - bei Cutter vs. Editor ist es im Deutschen z.B. auch so. Im Falle von Animation vielleicht nicht, aber mich ärgert gerade das Abtun als "philosophisch" und "pädagogisch", worum es hier überhaupt nicht geht.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

jororo

Ich war am Anfang ja auch ganz dagegen, Puppen usw. als "Animation" zu bezeichnen (bin es eigentlich immer noch), aber mittlerweile sehe ich deinen/euren Punkt. Bei einem hat die Überzeugungsarbeit also Früchte getragen  :icon_lol:

Um eine Entscheidung mitzutragen, muss ich sie nicht teilen, aber mittlerweile könnte ich sie, wie gesagt, nachvollziehen. Ich GLAUBE auch immer noch, dass die meisten unter "Animation" eben KEINE Puppen usw. verstehen (eben weil sich der Begriff geändert hat), weiß aber nicht, wie ich das belegen sollte (außer eben mit wikipedia, imdb wo das ja Konsens zu sein scheint).
Was bringen die ganzen PISA-Studien, wenn das Hessenabitur schon als Behindertenausweis anerkannt wird? (S. Hieronymus)

https://www.youtube.com/watch?v=jQJ8Pofd_X8

mali

Zitat von: jororo nach 12 Februar 2012, 12:43:21
Ich GLAUBE auch immer noch, dass die meisten unter "Animation" eben KEINE Puppen usw. verstehen


Mit Sicherheit sogar.

Deshalb wäre es auch das beste Puppenspiel als Typ zu ergänzen (siehe Karm weiter oben) und dann eben dort zu verwenden, wo Puppenspiel vorhanden ist. Dann steht Animation drauf wo Animation drin ist und Puppenspiel drauf wo Puppenspiel drin ist.

Sonst diskutieren wir das hier noch 2013 weiter  :icon_mrgreen: