Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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ratz


Bloody Sunday

Die Bourne-Teile von Greengrass haben mich weder vom Sujet noch von der Schnippel- und Wackel-Ästhetik her je interessiert, aber was er mit Bloody Sunday geschafft hat, ist ziemlich bemerkenswert. Durch Handkamera und flache Video-Ästhetik inkl. kurzen Unschärfen, Zooms etc. hat man wirklich das Gefühl, der Konflikt zwischen Iren und Briten Anfang der 70er sei live mitgefilmt worden, alles wirkt beinahe 100-prozentig dokumentarisch und mitreißend, ichj jedenfalls wurde komplett hineingesaugt (es gibt zum Glück keine deutsche Synchro, aber ohne Untertitel wäre ich teilweise verloren gewesen, wenn z.B. die Jugendlichen loslegen).
Das Adrenalinlevel wird konsequent aufgebaut und verwandelt sich bald von Spannungs- zu Empörungsadrenalin, als demonstrierende Zivilisten von Soldaten abgeknallt werden. Die Briten werden dabei nicht einfach als Buhmänner hingestellt, obwohl ihre Schuld an den toten Demonstranten unbestritten bleibt. Ein wirklich gelungener Film in der Tradition von Medium Cool (allerdings ohne dessen Autoreferentialität), der Greengrass den Weg nach Hollywood geebnet zu haben scheint, wo er sich aber mMn stilistisch auf den Irrweg begab - hat er sich bei Captain Phillips ggf. wieder gefangen? Bloody Sunday beweist jedenfalls, daß Schnittgewitter überhaupt nicht nötig sind, um ein Mittendrin-Gefühl für hektische Situationen herzustellen. Nochmal: ein sehr, sehr guter Film, bei dem Form und Inhalt ideal zusammenwirken!

StS

Bei dem dramatischen Thriller ,,Elsewhere", welcher hierzulande unter dem Titel ,,Small Town Secret" veröffentlicht wurde, handelt es sich um einen kleinen ,,Indie" aus dem Jahre 2009, der u.a. mit Anna Kendrick (,,Up in the Air") und Paul Wesley (TV´s ,,the Vampire Diaries") in zentralen Rollen aufzuwarten vermag. Die Geschichte um die ,,flippige" beste Freundin (Tania Raymonde) der Hauptprotagonistin, die sich vor lauter Langeweile in ihrer ,,spießigen Kleinstadt" auf Internetbekanntschaften einlässt und im Zuge dessen eines Nacht einem jener Herrschaften zum Opfer fällt, ist relativ belanglos konzipiert worden und vermag das mit jener Materie eigentlich verbundene Potential nie wirklich auszuschöpfen. Des Weiteren ist die Identität des Killers (zumindest meiner Meinung nach) verhältnismäßig leicht vorherzusehen, sind die Dialoge überwiegend mäßiger Qualität und entfaltet sich der Verlauf einfach nicht straff genug, um eine ersprießliche Form von Kurzweil aufkommen zu lassen (mit über 100 Minuten ist er zudem schlichtweg rund 20 zu lang geraten). Für eine Low-Budget-Produktion sieht der Film allerdings erfreulich schick aus - was u.a. wohl daher stammt, dass Regiedebütant Nathan Hope zuvor hauptsächlich als Cinematographer (u.a. bei der Serie ,,Fastlane") tätig war - worüber hinaus die Darsteller im Grunde genommen allesamt in Ordnung gehen. Nichtsdestotrotz: Angesichts des schleppenden Tempos, der unoriginell erzählten Story sowie der ungenügenden Spannung hat mich das Werk ,,unter Strich" nicht gerade allzu prächtig überzeugen können...  4/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

PierrotLeFou

Chafariz das Virtudes

https://www.youtube.com/watch?v=kK_edS0Mlc4

Großartig! In meinen Augen einer der vier schönsten Viennale-Trailer. So wenig wie möglich, so viel wie nötig: keinerlei Dramaturgie, kaum Bewegung, keine Montage und dennoch unglaublich bedeutungsschwanger und enorm "filmisch" (Als Foto oder Gemälde würde das gar nicht funktionieren.) Bresson wäre stolz darauf. :love:

Im Prinzip könnte sich de Oliveira jetzt auch zur Ruhe setzen, "Chafariz das Virtudes" wäre im Grund ein perfektes filmisches Testament. (Ich hoffe aber natürlich trotzdem, dass der von Finanzierungsschwierigkeiten und Altersschwäche aufgehaltene "A Igreja do Diabo" noch kommen wird... das wird dann vermutlich auch sein letzter Film werden...)
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

cyborg_2029

Final Destination 1-5

Teil 1: Hier wird noch ganz gut auf die Figuren eingegangen, diese sind zwar nicht klischeefrei, aber wenigstens auchnicht besonders doof. Hauptsächlich geht es natürlich um die Tötungen und diese sind doch recht gut gemacht, vor allem der Anfang. Allerdings zeichnet sich hier schon das Problem der Reihe ab, dass alles sehr konstruiert wirkt und kein bisschen zufällig. Daduch wird es teilweise unfreiwillig komisch.

Teil 2: Versucht das obige Problem zu umgehen, indem es mehr schwarzen Humor bietet. Die "Unfälle" sind abgedrehter also noch bei Teil 1, dafür kann der Anfangscrash richtig was reißen. Meine Fresse, geht das ab. Wohl mein Highlight der gesamten Reihe. Die Figuren fangen aber hier schon an zu nerven.

Teil 3: Alles noch brutaler wie schon bisher. Der Anfang kann wenig überzeugen, auch die Figuren sind so nervig, dasses einem schon egal ist. Dafür finde ich die Idee mit den Fotos recht erfrischend und das Ende schön böse.

Teil 4:  Hier wird schön mit Andeutungen gespielt, was das ganze etwas spannender macht, aber die schlechten Effekte, gerade zu Beginn machen alles kaputt. Auch ansonsten wirkt der Film ziemlich billig. Für mich der schlechteste der Reihe.

Teil 5: Starker Anfang, düsterer wie der Vorgänger und gut gespielt. Auch hier wird viel angedeutet, was Spannung erzeugt. Vor allem das Ende ist genial und habe ich so nicht kommen sehen. Würde sagen, wohl der beste der Reihe, ganz knapp vor Teil 1 und 2.

Dazu muss ich sagen, dass ich allgemein kein Fan solcher konstruierten Filme oder von Splatter bin. Daher gebe ich mal keine Wertung ab. Unterhaltsam waren sie dennoch.

Lebensweisheiten 101: "Wenn Du einmal damit anfängst, dann kniest Du nur noch."

KrawallBruder

Postal

Ich war angenehm überrascht  :unknown:
Ich dachte da kommt gar nichts...aber wenn man mal überlegt was es sonst so für Filme aus Hollywood gibt (Kindsköpfe2, Meine Frau ihre Spartaner und ich usw.), muss ich echt sagen: gar nicht so ein schlechter Film. Klar, kein guter Film. Nicht mal ok. Aber viel besser als viele andere Filme! Man muss sich halt drauf einlassen und in der Stimmung für sein - dann ist der echt...nicht schlecht. "Macht die Affen bereit!"  :icon_mrgreen:

cyborg_2029

Mimic
Nicht spannend oder gar innovativ, aber doch sehr atmosphärisch und mit guten Effekten ausgestattet. Etwas mehr wissenschaftliche Hintergründe oder mehr Charaktertiefe hätten dem Film allerdings nicht geschadet. Guter Monsterfilm für zwischendurch, aber definitiv kein Kult.
7/10

Recreator
Ziemlich öder und unlogischer Klonfilm, nur die Schauspieler waren ganz gut, sie haben die unterschiedlichen Fguren gut rübergebracht. Lustig die ständige Nacktheit, bei der man trotzdem nichts sieht.
4/10

Amok - He was a quiet man
Huch, hätte nicht gedacht, dass Dauergrinser Slater doch schauspielern kann. Er geht hier voll in seiner Rolle auf. Auch der Rest vom Cast macht seine Sache gut. Der Film ist aber eher Drama als Komödie, auch wenn es etwas schwarzen Humor gibt. Wobei die dramatischen Elemente jetzt auch nicht besonders tiefgründig ausgearbeitet sind. Trotzdem schaubar.
6/10

Misery
Top besetzt, nie unlogisch, dauerhaft spannend, dazu das winterliche, kühle Setting, hier stimmt einfach alles. Immer wieder gruselig.
10/10

Lebensweisheiten 101: "Wenn Du einmal damit anfängst, dann kniest Du nur noch."

pm.diebelshausen

3 Oktober 2014, 14:59:16 #1236 Letzte Bearbeitung: 3 Oktober 2014, 18:18:42 von pm.diebelshausen
The Counselor

Schön auf das Nihilistische reduzierter Film, der mehr Memento mori als Gangsterballade ist. Gestützt von einem meist still-starken, beachtenswerten Score und in jeder Rolle treffend besetzt. Dafür, dass der Film seinen eigenen Weg geht, hat er viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen - gehört für mich nicht zu Scotts Meisterwerken, aber doch zum oberen Drittel.

The Pact

Alles in allem habe ich den Film schon wieder vergessen. Ich glaube, er schaffte zwar eine stimmungsvolle Gruselatmosphäre, ist aber weitestegehend egal und hat mich nicht weiter beeindruckt.


The Last Will and Testament of Rosalind Leigh

Weniger ist mehr: still und subtil bedrohlich, auch erschreckend und ohne sich festzulegen - genau das, was ich an Horror und Grusel mag. Außerdem entspricht die Location genau meiner Wohnung - wenn ich Geld hätte und in einem Horrorfilm wohnen würde. Gefiel mir sehr gut.


Europa Report

Funktioniert so weit ganz ok, allerdings breitete sich in meinem Hinterkopf zunehmend die unangenehme Vorstellung von zu wenig Zeit und Budget aus - weniger in visueller Hinsicht (da passt alles), als mit Blick auf Story und Drehbuch. Kann man dennoch machen, ohne sich wirklich betrogen zu fühlen.


Mama

Anfangs faszinierend rätselhaft, am Ende zum Augen verdrehen plump, dazwischen liegt ein mehr und mehr enttäuschender Fortgang. Inszenatorisch allerdings geschmackvoll und hübsch anzuschauender Grusler.


Scream 1-4

Stark durch seine Ironie und das konsistent durch die ganze Reihe. Der vierte war mir neu und auch er (trotz aufpoliert modernerem Look, aber auch das gehört gerade zur Gewitzheit) auf Augenhöhe mit den Vorgängern. Einerseits könnte die Geschichte der Hauptfiguren immer so weiter gehen, andereseits kann ich fragen, ob man das alles immer wieder sehen muss - wurscht: alle vier sind klasse Filme, die genau wissen, was sie sind, nicht zu viel, nicht zu wenig, das passt.


The Last Stand

Kim Ji-woon, immer wieder gern, hier allerdings kaum zu erkennen. Unterhaltsam, Schwarzenegger steht gut da, teilweise zu überdreht, aber noch ordentlich genug, um als kleiner Guten-Abend-Actioner zu funktionieren.


The Awakening - Geister der Vergangenheit

Auch hier wieder: visuell top, aber ansonsten schon frühzeitig desillusionierend bis hin zu gelangweilter Ernüchterung im letzten Akt. Nicht sehenswert.


Long Weekend

Toller Film, aber völlig überflüssig, da er nicht nur ein Remake ist, sondern dem Original von 1977 weitestgehend bis ins Detail entspricht. Dieser bekommt von mir die Lorbeeren für eine intelligent-unterschwellige Geschichte und überraschend exquisite Fotografie, jener bekommt den Sticker "Filmtipp für alle, die das Original nie sehen werden".
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

KrawallBruder

Ab in den Knast (2006)

Eine Komödie über das amerikanische Strafsystem. Von Dusch-Witzen bis zu der Nazi-Gang, wird hier alles aufgefahren. Nicht primitiv, aber schon ziemlich schlecht. Nach 2-3 Bier in einer geselligen Runde konnte man manchmal schon lachen...ansonsten ein eher schlechter Film

MMeXX

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 Oktober 2014, 14:59:16The Pact

Alles in allem habe ich den Film schon wieder vergessen. Ich glaube, er schaffte zwar eine stimmungsvolle Gruselatmosphäre, ist aber weitestegehend egal und hat mich nicht weiter beeindruckt.
Auf den geht Moonie ja so ab. :D Ich fand den durchaus gefällig.

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 Oktober 2014, 14:59:16The Awakening - Geister der Vergangenheit

Auch hier wieder: visuell top, aber ansonsten schon frühzeitig desillusionierend bis hin zu gelangweilter Ernüchterung im letzten Akt. Nicht sehenswert.
Das würde mich nun interessieren, inwiefern du den desillusionierend und ernüchternd empfandest. Mir hat der in seiner Art gut gefallen. Gut möglich, dass mir da thematisch ähnliche, ältere Filme nicht bekannt sind. Mein größtes Problem war eher, dass man den wohl auf Krampf in Richtung Grusel/Horror vermarkten wollte/musste.

pm.diebelshausen

3 Oktober 2014, 18:50:52 #1239 Letzte Bearbeitung: 3 Oktober 2014, 18:56:20 von pm.diebelshausen
Zitat von: MMeXX nach  3 Oktober 2014, 18:34:25
Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 Oktober 2014, 14:59:16The Awakening - Geister der Vergangenheit

Auch hier wieder: visuell top, aber ansonsten schon frühzeitig desillusionierend bis hin zu gelangweilter Ernüchterung im letzten Akt. Nicht sehenswert.
Das würde mich nun interessieren, inwiefern du den desillusionierend und ernüchternd empfandest. Mir hat der in seiner Art gut gefallen. Gut möglich, dass mir da thematisch ähnliche, ältere Filme nicht bekannt sind. Mein größtes Problem war eher, dass man den wohl auf Krampf in Richtung Grusel/Horror vermarkten wollte/musste.


Mir wurde der Film zunehmend beliebig und am Ende mit dem Lattenhammer konstruiert. Zuvor legt er Fährten, die weiter keine Rolle spielen (z.B. die Bezüge zum 1. Weltkrieg, dabei auch der undurchschaubare Edward Judd - oder auch die Frage, warum der Film zu diesem Zeitpunkt spielen muss - wohl nur der Schauerwirkung wegen? Oder tun sich da Männertraumata der Protagonistin auf - och, nicht das auch noch... ), und schien mir an der Oberfläche ganz gut die einzelnen und vielen, zu vielen Genre-Register zu ziehen, dabei aber voran zu holpern statt ein dem Stil gleichwertiges Ganzes in der Story zu schaffen. Viel genauer kann ich es Dir jetzt nicht mehr sagen, ist schon etliche Wochen her, dass der mich enttäuscht hat.  :D
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

RoboLuster

3 Oktober 2014, 21:11:29 #1240 Letzte Bearbeitung: 3 Oktober 2014, 21:15:26 von RoboLuster
Zitat von: MMeXX nach  3 Oktober 2014, 18:34:25
Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 Oktober 2014, 14:59:16The Pact

Auf den geht Moonie ja so ab.


StS und ich gehen auch auf The Pact ab.

The Pact 2 ist btw nicht so toll.



Der "beliebige" "Lattenhammerfilm" The Awakining "der fatalerweise zu irgendeiner Zeit spielen muss", ist imo ein schöner Gruselfilm, kein Überfilm, aber in dem genre gibts da eh kaum noch welche.
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

StS

Zitat von: RoboLuster nach  3 Oktober 2014, 21:11:29
Zitat von: MMeXX nach  3 Oktober 2014, 18:34:25
Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 Oktober 2014, 14:59:16The Pact

Auf den geht Moonie ja so ab.

StS und ich gehen auch auf The Pact ab.
The Pact 2 ist btw nicht so toll.
Der "beliebige" "Lattenhammerfilm" The Awakining "der fatalerweise zu irgendeiner Zeit spielen muss", ist imo ein schöner Gruselfilm, kein Überfilm, aber in dem genre gibts da eh kaum noch welche.


- Jip
- Schade
- "the Awakening" fand ich solide
;)
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lastboyscout

Zitat von: pm.diebelshausen nach  3 Oktober 2014, 14:59:16

The Last Will and Testament of Rosalind Leigh

Weniger ist mehr: still und subtil bedrohlich, auch erschreckend und ohne sich festzulegen - genau das, was ich an Horror und Grusel mag. Außerdem entspricht die Location genau meiner Wohnung - wenn ich Geld hätte und in einem Horrorfilm wohnen würde. Gefiel mir sehr gut.


Na endlich, wurde auch Zeit das jemand den auch wuerdigt.
Ich fand den fast schon genial, denn ich wusste garnix ueber den Film, hab den nur durch Zufall mal bei Netflix mitgenommen.
Unbedingte Empfehlung, der macht so ne richtig schoen creepy Atmosphaere mit minimalem Budget.
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

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pm.diebelshausen

Zitat von: lastboyscout nach  4 Oktober 2014, 04:57:00Na endlich, wurde auch Zeit das jemand den auch wuerdigt.


Wieso? Dreamlandnoize hat ihn doch in der OFDb schon schön gewürdigt:
ZitatSelten so einen Scheiß gesehen und ich wüsste nicht, in welche Sparte ich diesen Schrott einordnen müsste. Wahrscheinlich würde ich ihn als überlangen Bibelclip auf Jesus-TV ausstrahlen lassen, da er dort seine Zuschauer finden wird, die diese Missgeburt von Film mit ihrem Rosenkranz und der Bibel im After abfeiern können.


Wenn ein Film so agressiv machen kann, dann kann er was.  ;)

"Fast schon genial" - da gehe ich fast mit. Vor allem weil er in allen Belangen aus einer so selbstständigen Denke kommt und sich so vom immer wieder aufgekochten Einheitsbrei unterscheidet, dass es eine Wohltat ist. Habe postwendend Pierrot drauf angesetzt und bin immer noch gespannt, ob er darin ähnliches sieht wie ich und Du. (Schreibe ich hier, um ihn mehr zu zwingen  :winken:)
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

StS

An der Spitze einer kompetenten, u.a. mit James Earl Jones, Rosario Dawson, Stephanie Szostak, Emily Meade, Ann Dowd und Brendan Fraser aufwartenden Besetzung stehend, liefert die vielseitige Vanessa Hudgens in dem 2013er Indie-Melodram ,,Gimme Shelter" erneut eine überzeugende (rohe, uneiltle) Performance ab, die sich absolut sehen lassen kann. Basierend auf einer wahren Geschichte, geht es in dem Film von Ronald Krauss um solche Dinge wie Selbstfindung, das Erkennen von Optionen bzw. Ergreifen von offerierten Chancen, Fürsorge, Liebe, Armut sowie die Auswirkungen eines Aufwachsens ,,in schlechten Verhältnissen" - inklusive der Bewältigung von Teenager-Schwangerschaften (samt der damit geradezu unweigerlich verknüpfen ,,Abtreibungsdebatte") und dem Engagement der Kirche in dem betreffenden Milieu. Trotz zahlreicher bewegender Momente - bei denen einem unweigerlich bewusst wird, dass man sich überaus glücklich schätzen kann, eine stabile, angenehme Kindheit und Jugend verlebt zu haben - einiger reizvoller Ansätze (wie die aufgezeigten Schwachpunkte des staatlichen Sozial-Systems sowie die Rolle privater Einrichtungen in diesem Gefüge) und der fraglos ,,guten Absicht" hinter dem Präsentierten, wirken diverse Inhalte aber dennoch wie altbekannte, vordergründig dargebotene Klischees: Schade. Des Weiteren hören sich einige Dialogzeilen eher nach Statements an, empfand ich die erste Verlaufshälfte als deutlich ,,packender" als die zweite und hat mich obendrein die Beschaffenheit des Endes enttäuscht, einfach da bei diesem schlichtweg ,,zu dick aufgetragen" wurde. Kurzum: Ein emotionaler Film mit überzeugenden Darstellern und einer lobenswerten Botschaft, der oft allerdings eher wie ein stereotypes ,,Lifetime"-Made-for-TV-Movie anmutet...      4/10
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Retro

Immer Ärger mit Harry (Alfred Hitchcock, 1955)

Ein schöner Herbsttag in Vermont. Diverse Bewohner einer Kleinstadt sind voneinander unabhängig in einem Waldstück in der nähe unterwegs, und genießen den Tag.
Auch ein Kind spielt im Wald- und entdeckt eine Leiche mit einer Kopfwunde.
Noch bevor der junge seiner Mutter von der Entdeckung erzählen kann, findet ein alter Jäger den toten- und glaubt, diesen auf der Jagd versehentlich erschossen zu haben.
Aufgrund eines Briefes in seiner Jackentasche erfährt er, dass der Name des toten Harry ist, und beschließt, die Leiche in einem Gebüsch zu verstecken.
Allerdings kommen immer wieder Spaziergänger vorbei, welche die Leiche teils nicht mal bemerken, komplett missachten, helfen wollen sie verschwinden zu lassen- oder sich, wie der Jäger, schuldig an Harry's Tod fühlen- wenn auch aus jeweils verschiedenen Gründen.
So kommt es, dass Harry immer wieder mal die Stellung wechselt, an anderer Stelle versteckt wird, begraben wird, wieder ausgegraben wird...

"Wo haben sie Harry diesmal hingelegt?"
"An seinen Stammplatz, hinter der großen Eiche."

Der ganze Witz dieser Krimikomödie beruht auf purem Understatement und staubtrockenem Humor.
Der Tod von Harry wird von jedem als etwas völlig alltägliches wahrgenommen, alle handelnden Figuren sind irgendwo zwischen liebenswert und schrullig einzuordnen, keiner davon ist böse, alle leben sie in einer scheinbar heilen Welt.
Je länger der Film läuft, desto mehr Personen könnten schuld an Harry's Tod sein, es gibt durchaus einige Überraschungen in der Geschichte.
Für einen Hitchcock-Film ist "Harry" eigentlich absolut untypisch.
Hier überwiegt deutlich der schwarze Humor, auch wenn die eigentliche Krimihandlung genug Spannung und Wendungen in der Geschichte bietet.
Ein Klassiker. Zurecht!

10/10

Immer Ärger mit Bernie (Ted Kotcheff, 1989)

Die beiden Buchhalter Larry und Richard werden von ihrem Boss Bernie Lomax in seine Strandvilla eingeladen, weil sie unregelmäßigkeiten in den Finanzplänen der Firma entdeckt haben.
Natürlich hoffen die beiden jetzt auf eine Beförderung- doch Bernie selbst betrügt die Firma, und will die beiden in seiner Villa von einem Mafiosi umlegen lassen.
Dummerweise wird Bernie selbst vom Killer umgebracht, da er auch mit Mafiageldern zu tun hat- und inzwischen als Sicherheitsrisiko gilt.
Inzwischen sind auch Larry und Richard angekommen- und entdecken Bernie's Leiche.
Noch während sie überlegen was zu tun ist, kommen diverse Freunde von Bernie vorbei, welche die Wochenenden regelmäßig dort in Partystimmung verbringen.
Keiner der Gäste bemerkt zunächst, dass Bernie tot ist, da er wohl für exzentrisches Verhalten bekannt ist.
Larry und Richard tun alles dafür, dass das auch so bleibt- zum einen, weil sie gefallen an dem Gedanken gefunden haben, ein ganzes Wochenende Party zu machen, zum anderen damit niemand meint, sie wären selbst die Mörder.
Schon bald befindet sich Bernie's Leiche an den seltsamsten Plätzen, und in skurrilsten Situationen.
Als der Killer erfährt, dass Bernie scheinbar noch lebt, kehrt er zurück um sein Werk zu vollenden, doch Larry und Richard haben inzwischen erfahren dass sie ursprünglich selbst die Opfer sein sollten, und reagieren dementsprechend panisch...

Die Grundsituation ist also recht ähnlich zu Hitchcocks Klassiker, nur dass hier genau das Gegenteil versucht wird:
Die Leiche immer wieder möglichst so zu platzieren, dass niemand den Tod von Bernie bemerkt.
Auch hier ist schwarzer Humor allgegenwärtig, wird aber nicht so trocken präsentiert wie im offensichtlichen Vorbild- sondern im typischen Comedy-Stil der 90'er.
Der Film hat eine erstaunlich hohe Gagdichte, rutscht trotz einiger Slapstick-Einlagen nie ins peinliche ab, und funktioniert auch heute noch wunderbar.
Die Darsteller sind perfekt ausgesucht, vor allem Terry Kiser als Bernie leistet hier unglaubliches. Sich das alles gefallen lassen zu müssen ist sicher schwieriger, als so manche ernste Rolle zu spielen.
Und wie schon beim Vorbild Hitchcock, gibt es auch hier einen kurzen Auftritt von Bernie-Regisseur Kotcheff im Film.
Wenn schon großteils kopiert, dann richtig! Ebenso ein Klassiker der Comedy- wenn auch natürlich etwas moderner als sein offensichtliches Vorbild.

10/10

Erkan und Stefan - Der Tod kommt krass (Michael Karen, 2005)

Erkan und Stefan gewinnen bei einer TV-Quiz-Show eine Kreuzfahrt, weil Kathrin, die genervte Produzentin des Showmasters Hardy Flanders, die Buzzer zum Antworten des arroganten, aber bisher ungeschlagenen Champions der Sendung, Alex, sabotiert hat.
Da Stefan ein großer Fan des schmierigen Moderators Hardy ist, entscheidet er sich statt für den Hauptgewinn von 100.000€, für den Surprise-Preis, eine Kreuzfahrt mit Hardy und Kathrin.
Natürlich hoffen die beiden, auf dem Luxuskreuzer im warmen Süden ein paar "Bunnys" aufreißen zu können- dummerweise handelt es sich um eine Rentner-Kreuzfahrt in's Eismeer...
Nebenbei ist auch noch Alex an Bord, der unbedingt klarstellen will, dass er in der Show betrogen wurde.
In der Kabine neben den beiden Gewinnern hat sich Hardy einquartiert, was Stefan als Fan dazu nutzt, diese genauer zu inspizieren.
Dummerweise entdeckt er dabei auch Hardy- genauer gesagt: Seine Leiche.
Natürlich sind jetzt überall die Fingerabdrücke der beiden- so dass erstmal versucht wird, die Leiche an allen möglichen Orten zu verstecken, oder sonstwie zu tarnen.
Jetzt gilt es, den Mörder zu finden- keine leichte Sache, da auch Alex, Kathrin, und ein Sicherheitsoffizier des Schiffes ihnen auf den Fersen sind...

Wenn man nicht viel erwartet, kann man sogar angenehm überrascht werden...
Neben einigen wirklich zu prolligen Sprüchen gibt es auch den einen oder anderen zündenden Gag.
Das Niveau ist im Vergleich zu den beiden oben genannten Filmen natürlich einige Etagen tiefer, aber die Grundgeschichte funktioniert auch hier noch.
Dazu kommen die herrlich überdreht gespielten Rollen von Hardy, Kathrin und Alex, so dass man sich auch diesen Film durchaus mal ansehen kann.

5/10

Retro

HITCHHIKER

Das Konzept hinter Hitchhiker klingt vertraut- und dadurch vielversprechend.
Wie bei der bekannten ,,Tales from the Crypt" (Geschichten aus der Gruft) Serie gibt es auch hier diverse Kurzfilme aus dem Horror- und Thriller-Bereich, welche von einem Erzähler, dem namensgebenden Hitchhiker, eingeleitet werden.
Ebenso hat man, wie im Vorbild, auch hier einige (damals) bekannte Namen für einzelne Folgen gewinnen können.
Robert Vaughn, Harry Hamlin, Steven Railsback, Gary Busey, Franco Nero, Klaus Kinski und diverse andere.
Gerade um die Episode mit Kinski ist es allerdings sehr schade- er spielt zwar gewohnt exzentrisch einen Psycho-Dirigenten, aber man hat ihm, warum auch immer, eine völlig unpassende und lustlose Synchro verpasst.
Die Serie ging über 4 Staffeln mit insgesamt 85 Geschichten, wovon in Deutschland nur 12 Folgen auf Video erschienen sind.
Auf DVD gibt es bis heute keine Veröffentlichung bei uns.
An die Qualität der Tales from the Crypt reicht keine der mir bekannten Folgen heran, alles wirkt relativ billig, was mal mehr, mal weniger störend ist.
Schade um einige gute Ideen, aber insgesamt kann man die Serie nur bedingt empfehlen. Ansehbar. Mehr nicht.

4/10

lastboyscout

Torment (2013)
Faengt als Thriller an, kippt dan in simple Texas Chainsaw Massacre-aehnliche Gefielde ab.
Fuer nen Horror mit ein paar ziemlich harten Szenen halbwegs brauchbar, reicht aber nicht fuer mehr als 5/10 Punkten.

Whitewash (2013)
Thomas Haden Church in einem wirklich gelungenen Drama im eiskalten und verschneiten Kanada.
Ueberraschend langsam mit viel Gefuehl angegangen war der ne ziemliche Ueberraschung.
6/10 Punkten

The Seasoning House (2012)
Das Vorschaubild auf Netflix lies mich einen Horrorfilm mit Geistern oder so erwarten.
Stattdessen bekam ich einen tweilweise knueppehlharten Thriller mit leichten Horroranleihen serviert.
Waehrend des Balkan-Kriegs angesiedelt, handelt es sich um ein Bordell bei dem Maedchen von der Strasse von den Familien weggerissen werden und zur Prostitution gezwungen werden.
Eines der Maedchen dient als deren Helferin, die sich jedoch auf einen blutigen Rachefeldzug begibt, wenn der Anfuehrer, der sie entfuehrte und ihre Familie kaltbluetig umbrachte auf einen Besuch vorbeikommt.
8/10 Punkten

High Lane (2008)
Ziemlich anstaendiger franzoesischer Wrong Turn mit Bergkraxlern.
Wirklich blutig und brutal stellenweise macht der hier ganz gut Laune.
Netflix hatte leider nur ne synchronisierte Version.
6/10 Punkten

Three Fugitives (1989)
Hab den durch Zufall bei Netflix gefunden und noch nie was von gehoert.
Nick Nolte und Martin Short in einer urkomischen Komoedie um einen Bankraueber der den Job eigentlich an den Nagel haengte und durch Zufall wieder mit reingezogen wird.
Stellenweise dann doch etwas ernst und flacht im Tempo ab, insgesamt aber sehr sehenswert.
7/10 Punkten

The Mole Man Of Belmont Avenue (2013)
Der hier wurde auch durch Zufall ohne jegliche Vorkenntnisse gesichtet.
Zum Schreien komischer Independent/Amateur-Horror-Komoedienfilm bei dem ich mich komplett schlapplachte.
Skurrile Einfaelle, wirklich gute Schauspieler und ein flottes Tempo wovon sich so manche grosse Produktion ne Scheibe abschneiden kann.
8.5/10 Punkten
I`m a tragic hero in this game called life,
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( Funker Vogt - Tragic Hero )

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Retro

DARIO ARGENTO'S DRACULA

Jonathan Harker reist in die Karpaten, um die Bibliothek des Grafen Dracula zu katalogisieren, und dort ein Grundstück zu kaufen.
Allerdings wird Harker schon nach kurzer Zeit vom Grafen, welcher ein Vampir ist, gebissen.
Als kurz darauf auch seine Frau Mina ankommt, wird sie am örtlichen Bahnhof von ihrer Freundin Lucy empfangen.
Diese leidet zwar an einer seltsamen Krankheit und braucht Pflege, schickt aber Mina trotzdem erstmal zu ihrem Mann auf das Anwesen des Grafen.
Graf Dracula behauptet allerdings, dass Harker für ihn geschäftlich unterwegs sei, worauf Mina zurück ins Dorf reist, um sich um Lucy zu kümmern.
Diese ist allerdings inzwischen verstorben, und Mina erfährt von einem übernatürlichem wesen, welches die Dorfbewohner seit einer weile heimsuchen soll.
Jetzt kann nur noch der alte Vampirjäger Abraham Van Helsing helfen...

Jetzt hat sich Dario Argento nach seiner Version vom "Phantom der Oper" also auch noch den Klassiker "Dracula" vorgenommen...
Leider hat man hier von der ersten Minute an den Eindruck, dass der Film sehr billig abgedreht wurde- und dies wird im weiteren Verlauf nur noch bestätigt.
Aus der Vogelperspektive wird ein fürchterlich billig gemachtes CGI-Dorf gezeigt und durchflogen, was von dahinplätschernder Musik begleitet wird.
Scheinbar hat nicht nur Argento seine besten Zeiten hinter sich, sondern auch der für den Soundtrack verantwortliche Claudio Simonetti, welcher früher mit seiner Band "Goblin" so manchen Horrorfilm musikalisch veredelte.
Auch sonstige Locations wie der Bahnhof samt Zug am Anfang stammen komplett aus dem Rechner, und sind mit "schlecht gemacht" noch gut beschrieben.
Gleiches gilt größtenteils auch für die Verwandlungs-Szenen... und überhaupt: Dracula als Eule? Okay. Wolf? Okay. Fliegen? Okay. Aber als Gottesanbeterin?
Splatterszenen gibt es nur wenige, aber immerhin sind diese zumindest teilweise handgemacht, und solide ausgefallen- hier war immerhin Sergio Stivaletti verantwortlich, welcher ja auch kein unbekannter im Italo-Horror ist.
Schauspielerisch kann der Film, trotz einiger guter Darsteller, auch nicht besonders glänzen.
Die eher unbekannten Unax Ugalde und Marta Gastini, welche die Hauptrollen Jonathan Harker und Mina spielen, wirken einfach nur überfordert und emotionslos,
aber selbst Asia Argento als Lucy wirkt uninspiriert, und Thomas Kretschmann als Dracula kann man nur als krasse Fehlbesetzung beschreiben.
Lediglich Rutger Hauer als Van Helsing schafft es, seine Rolle einigermaßen überzeugend zu spielen.

3/10

cyborg_2029

Starship Troopers 2 - Held der Förderation
Damals, als er erschien, fand ich ihn echt grottig, wohl weil ich Teil 1 als Vergleich ranzog. Jetzt, als B-Movie gesehen, schneidet er gar nicht mal so schlecht ab. Schön düster und dreckig, ordentliche handmade Splattereffekte und paar nette Ideen. Ach ja, auch ein paar Bugs werden platt gemacht, die sehen für das Budget sogar ganz ordentlich aus. Nur am Mündungsfeuer wurde deutlich gespart. Die Figuren, naja, waren bei Teil 1 schon nicht so dolle. Nicht zu vergessen: Kelly Carlson läuft den halben Film nackt durch die Gegend. :icon_mrgreen:
Gute 5/10

Starship Troopers 3: Marauder
Mehr Kohle und die Rückkehr von Casper van Dien, ok dachte ich, kann ganz gut werden. Pustekuchen. Abgesehen vom schicken Look und den Propaganda-Spots wird einem hier nichts geboten. Bugkämpfe gibts nur am Anfang und die Teile sehen echt schrecklich ungelenk aus. Die Animationen der Raumschiffe dagegen ziemlich gut. Muss man nicht verstehen. Das schlimmste ist aber der Leerlauf, denn den restlichen Film über passiert nichts. Dafür wird man mit religiösem Gequatsche gequält. Und wenn dann am Ende endlich die Marauder auftauchen, weiss man nicht mehr, ob man lachen oder heulen soll. So ein Scheiß.
2/10

Knight and Day
Cruise und Diaz dürfen hier ordentlich aufdrehen, in diesem Actionspektakel ohne Zeit zum Durchatmen. Von Verfolgungsjagten über Schiessereien bis hin zum Flugzeugabsturz wird hier alles aufgefahren, immer leicht comichaft überdreht, dadurch stören aber die teilweise schlechten CGIs nicht so sehr, abgesehen von den Stieren. Der Humor funktioniert auch meißtens, die Geschichte kann einen aber nicht vom Hocker reißen, reicht aber als roter Faden vollkommen. Nette Hirn-aus-Unterhaltung.
7/10

Switchback - Gnadenlose Flucht
Mittelmäßiger Thriller, welcher nicht besonders spannend, dafür aber abwechslungsreich ist, dazu mit einem gut aufgelegtem Danny Glover und hübschen Aufnahmen glänzen kann. Wer Action erwartet wird allerdings enttäuscht, bis auf das recht gute Finale siehts eher mau aus.
6/10

Lebensweisheiten 101: "Wenn Du einmal damit anfängst, dann kniest Du nur noch."

Newendyke

Colors
Eigentlich ein eher durchschnittlicher Film von Dennis Hopper im Regiestuhl, der die Cops Duvall und Penn in den Moloch der Ghettos von LA schickt. Hierbei werden alle gängigen und bis heute breit getretenen Klischees bedient, die vielleicht bei Erscheinen 1988 noch frisch gewirkt haben müssen (Bandenkriege, Drive by-shootings, Klassengesellschaft, Polizeigewalt). Penns ambitionierter Frischling geht hart an den Mann und ist dabei auf eine hohe Verhaftungsquote aus, während sein alternder Partner Duvall, der selbst nur noch ein Jahr zum Ruhestand hat, den Gangmitgliedern und Kindern der Straße als Art Gewissen gegenübersteht und ihnen gerne mal eine zweite Chance gibt.
Leider geht der Film trotz einiger starker Bilder des Milieus nicht weiter in die Tiefe und auf keiner der beiden Seiten erfährt man mehr als unbedingt nötig. Interessant ist der Film eigentlich nur, weil vier Jahre später 1992 durch Polizeigewalt und Willkür des Rechtsstaats die LA Riots nach dem Freispruch des Rodney King-Vorfalls vom Zaun gebrochen worden sind und somit Penns Charakter sowas wie die diabolische Vorahnung inne hatte.
6/10


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

MMeXX

Mr. Turner im Kino (OmU)

Auch wenn ich nur einen Bruchstück aus Timothy Spalls Schaffen kenne, hiermit hat er sich wohl sein Denkmal gesetzt, für welches er in seinen Nachrufen immer wieder erwähnt werden wird. Die Vorstellung, die er hier abliefert, ist grandios. Damit meine ich nichtmal, dass er zwei Jahre lang Malen und Zeichnen gelernt hat oder die vorgeschobene Unterlippe sowie das ständige Geschnaufe und Gegrunze. Nein, für mich hat sich seine Darstellung vor allem in der Szene eingebrannt, als er mit dem Rücken zur Kamera steht und "lediglich" mit seinen Händen spielt, während er von einem Tod im nahen Umfeld erfährt. Meisterhaft! Dazu gibt es eine gleichsam zurückhaltende wie eingängige Filmmusik und bis in die Nebenrollen interessant besetzte Schauspieler. Dabei möchte ich vor allem Joshua McGuire als John Ruskin nennen, der herrlich den selbstverliebt-dümmlichen gibt, sowie Marion Bailey als Mrs. Booth, die äußerst unterhaltsam spielt.
Ein Film, der angesichts der Lauflänge etwas Sitzfleisch erfordert und sich auch Zeit nimmt für die Figur(en), am Ende jedoch für das Durchhaltevermögen belohnt. 8/10

Stefan M

Am Wochenende mal wieder "Friedhof der Kuscheltiere" gesehen.

Für mich ein ganz merkwürdiger Film, bei dem die Stärken und Schwächen oft nah beieinander liegen. Toll in der düsteren nihilistischen Atmosphäre mit schönem Terror-Schluß, dazu die Rückblenden und Visionen von dieser haarsträubend unheimlichen Zelda, aber gleichzeitig sehr bescheiden mitunter an der Grenze zur unfreiwilligen Komik gespielt und gerade im Finale ziemlich konfus geschnitten (der endgültige Tod der Katze und alle Szenen um das wiederbelebte Kind, bei denen man deutlich den Unterschied Schauspieler/Puppe bemerkt, eben weil man natürlich kein Kind solch grausamen Metzeleien spielen lassen konnte). Insgesamt daher eigentlich Durchschnitt, andererseits allein aufgrund der erzeugten Stimmung doch wieder gut. Hach, bei jeder Sichtung bleibe ich gleich unschlüssig, was ich davon halten soll.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Mr. Blonde

@ Stefan M:

Früher ist mir das nicht aufgefallen, dass da immer mal wieder eine Puppe zu sehen ist oder ich habe es nicht so eng gesehen. Würde das Heute auch nicht unbedingt kritisieren, weil wir aktuell mit unseren großen TVs, Full-HD und ein Bisschen mehr Seherfahrung sowieso die meisten Tricks der Vergangenheit entlarven können. Ich würde sowas unter "Man sieht die Fäden an der Fledermaus, ist doch charmant." ablegen, aber nicht ernsthaft kritisieren. Mir fällt gar kein Horrorfilm der 80er ein, der tricktechnisch perfekt wäre, auch, wenn z. B. sowas wie "The Thing" nahe dran ist. Technik und Effekte werden mit den Jahren nunmal in Relation zu aktuellen Sachen irgendwie als "schlechter" wahrgenommen, aber wenn die Stimmung bleibt, ist doch alles okay. Für meine Begriffe ist das das wichtigste am Horrorfilm und für mich schon immer das wichtigste an "Pet Sematary".

Wenn ich nur an das Kind denke: "Wir haben uns köstlich amüsiert."  :zwangsjacke:


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Stefan M

Den zusätzlichen Puppeneinsatz möchte ich auch gar nicht kritisieren - das fällt für mich auch eher in die Rubrik "charmant" -, mir geht es da nur um die Schnittarbeit, die in meinen Augen am Ende etwas holprig ausfällt, was mich aber eben auch nicht wundert, wenn ein Kleinkind den Oberschurken mimt. Davon ab sind gewisse Szenen und Verhaltensweisen für mich extrem albern und übertrieben (eben meistens, wenn chargiert wird, was das Zeug hält - etwa wenn der alte Nachbar sich Vorwürfe ob der Geschehnisse macht und verzweifelt mit der Faust auf den Tisch haut oder quasi alle emotionalen Momente von Dale Midkiff, ob Trauer, ob Wut, er verhaut sie alle). Den warnenden Geist finde ich auch eher deplaziert.

Nur wie du sagst - das geht spätestens eine halbe Stunde vor Schluß in der schon fast schmerzhaft düsteren Stimmung unter. Und der endgültige Tod von Gage, nachdem er von seinem Vater die Spritze verabreicht bekommen hat, und beleidigt "unfair" sagend abhaut, um dann noch kurz einen vorwurfsvollen Blick gen Papa aufzusetzen, ist ganz groß.
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Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

DisposableMiffy

Zitat von: Stefan M nach 12 November 2014, 19:53:06[...] quasi alle emotionalen Momente von Dale Midkiff, ob Trauer, ob Wut, er verhaut sie alle).


Die richtig schwach gespielte Hauptfigur ist für mich heutzutage der Knackpunkt des Films. "Pet Sematary" war mit dreizehn der zweite Film, der mich damals mit seiner unglaublichen Stimmung in Angst und Schrecken versetzte (mit neun hatte ich "Jaws" gesehen und einige schlaflose Nächte), und die trifft auch heute noch einen Nerv bei mir, ebenso Zelda, aber die Darstellerleistungen finde ich durchweg mau (der Alte geht noch einigermaßen) und trüben den Gesamteindruck ziemlich.

Taugt die Fortsetzung eigentlich etwas?
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Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

Mr. Blonde

13 November 2014, 19:39:23 #1256 Letzte Bearbeitung: 13 November 2014, 19:42:15 von Mr. Blonde
Zitat von: DisposableMiffy nach 13 November 2014, 18:59:29
Taugt die Fortsetzung eigentlich etwas?


Jein. Als Einfacher Effekthorrorfilm und dank der Performance von Clancy Brown auf jeden Fall anschaubar, auf der anderen Seite fehlt ihm die Atmosphäre des Erstlings und die Spannung. Er ist ein wenig "primitiver". Dennoch mag ich ihn, aufgrund des Casts (u. a. Edward Furlong) recht gerne. Viele finden den aber grottig.

Edit:

Werde Heute nochmal beide hintereinander schauen. Dürfte schon wieder ein paar Jährchen her sein.


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RoboLuster

Clancy Brown reists raus. Die Kartoffelbreiszene ist eine dieser Szenen, die ich wohl nie mehr vergessen werde.
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

DisposableMiffy

Danke, Clancy Brown ist immer gern gesehen.
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Newendyke

17 November 2014, 09:28:30 #1259 Letzte Bearbeitung: 17 November 2014, 09:30:11 von Newendyke
Der Hobbit - Eine unerwartete Reise (EE)

Kurz vor Start von Teil 3 haben wir uns nun zur Auffrischung, wie bei Mittelerdefilmen seit 2002 üblich, die Vorgänger angesehen. Viel Neues habe ich seit meiner Rezension im dazugehörigen thread nicht zu erzählen; für mich ist trotz, oder vielleicht auch genau deshalb, der "Die Gefährten"-Blaupause Teil 1 eine schöne kurzweilige Reise mit einigen Ecken und Kanten (das Orkstadtgesinge, Thorins blasser Anführercharakter, 8 von 13 Zwergen nur für ein paar Comedyelemente oder gar nicht genutzt) vom Auenland über Bruchtal nach Anduin. Leider reihen sich aber die Highlights (das Auenland, Gollum) ganz schnell an ein paar maue Szenen (die Flucht vor den Orks über die Prärie, das Finale in den Kiefern), die zum Glück nicht viel kaputtmachen können. Gandalf ist Gandalf, der Graue, und Freeman hat eine erfrischend verschrobene Art den Bilbo darzustellen. Einige andere bekannte Gesichter (Galadriel, Saruman, Elrond) werden wir wohl im Finale wiedersehen, aber davor kommt ja noch...
(8/10)

Der Hobbit - Smaugs Einöde (EE)

... Nummer 2 der Trilogie um Bilbo und den Zwergen. Die 25 Minuten längere Laufzeit haben den Film weder besser noch viel schlechter gemacht. War er mir vorher schon etwas zu lang, ist er halt nun noch etwas länger geraten, aber auch dieses Mal geben sich gute (in der EE: Beorn, Alfrid und der hodenessende Bürgermeister)  und weniger ausgefeilte (in der EE: alles mit Bard, die Irrungen im Düsterwald) bis total überflüssige Szenen (Thrain, wozu war der noch mal da... ach so, ja, alle, die es noch nicht verstanden haben, der Necromant ist Sauron hui!) die Klinke in die Hand.
Die politischen Machenschaften in Mittelerde kamen nur am Rande vor, dann klopft Jackson sein Actionrepertoire runter und die Zwerge bleiben weiterhin zum Großteil blass... plus eine komisch erzwungene Dreieckskiste mit Jackson-Erfindung Tauriel, Legolas und Kili, bei der ich jetzt schon etwas Lunte rieche und hoffe, dass das richtig schön tragisch zuende geht, um ihren klischeehaften Sinn zu erfüllen. Apropos Elfen, da bin ich wohl von zwergischer Natur, die haben mich nur gelangweilt und war mitunter eine Szene, die man noch hätte kürzen können.
Alles läuft dann auf das große Finale mit dem titelgebenden Drachen hinaus. Hier überrascht es mich selbst etwas, dass ich den Dialog zwischen Smaug und Bilbo spannender fand als das anschließende Heizöfengehoppse. Zum Schluss lässt uns der gut gesetzte, gemeine cliffhanger auf das kleine Finale mit Smaug in Teil 3 etwas enttäuscht zurück.
6/10


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)