Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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Akayuki

Bad Blood

Bad Blood wirkt auf den ersten Blick wie "oldschooliges" HK-Kino. Die äußerst gut gemachte Kampfchoreografie sowie die tollen Stunts, sorgen bis zur ersten Hälfte für grundsolide Unterhaltung. Doch mit zunehmender Zeit driftet der (ohnehin nicht besondere) Plot ins chaotische ab. Leider will dann gar nichts mehr so richtig zusammenpassen. Vor allem die ärgerlichen und unglaubwürdigen Wendungen zerstören somit das solide Anfangsbild vollends. Das ist natürlich trotz (gerade) wegen des guten Casts besonders ärgerlich.

Böses Blut, schlechter Film... 4/10 Punkte




Menschenfeind

Ein Gaspar Noé Film ist bekanntlich immer etwas ganz besonders. So auch der verstörende Psychotrip Menschenfeind. In kühlen und minimalistischen Bildern wird hier die Geschichte einer gescheiterten Existenz erzählt. Die bitterbösen Monologe des Antagonisten erzeugen durchweg blankes Entsetzten. Der nihilistische Film schildert die Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit eines Menschen, der sich nicht mehr in das soziale Gefüge eingliedern kann/will. Für Arthaus Fans ist der Film eine klare Empfehlung.

Es lebe der grenzwertige Film.  9/10 Punkte




Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance

Nachdem gerade der Erstling zum wahren Genre-Klassiker avancierte und unter anderem auch von Tarantino oft zitiert wurde, gelingt es Teil 2 leider nicht ansatzweise an diesen anzuknüpfen. Schuld daran ist vor allem das behäbige Tempo, mit dem die relativ einfache Geschichte erzählt wird. Auch fehlen die grandiosen Kamaraführungen die gerade Teil 1 zum Klassiker werden ließen. Dennoch ist der Film weitestgehend solide umgesetzt und kann gerade wieder im letzten Drittel Punkte sammeln. So ist Lady Snowblood 2 trotz der bezaubernden Meiko Kaji, leider nicht das erwartete Film-Highlight, dennoch aber sehenswert.

Die bildhübsche Meiko Kaji hat sich 7/10 Punkte verdient




Anazâ 0-kan

Die OVA ist eine Prequelfolge zum Horror-Anime Another. Natürlich kann angesichts der kurzen Laufzeit nicht die selbe Spannung erzeugt werden, dennoch liefert die OVA eine interessante Vorgeschichte zum Geschehen der Serie.
Gerade das Ende ist (von der Inszenierung her) ein Schlag in die Magengrube, wenn auch keine Überraschung.

Für das schaurige "Puppenspiel" gibt es 7/10 Punkte




Die Schlümpfe

Das die Schlümpfe eines Tages mal auf der ganz großen Leinwand zu sehen sein würden, damit hätte wohl niemand gerechnet und gerade wegen der schönen Kindheitserinnerungen habe ich mir den Film auch angeschaut.
Wie zu erwarten war, ist der Streifen ein handzahmer Familienfilm geworden. Die Schauspieler sind mit Neil Patrick Harris und Jayma Mays sorgfältig ausgewählt. Für meinen Geschmack also die idealen Sympathieträger für diese leichte Kost.
Unterm Strich ist der Film also weder besonders aufregend noch schlecht.

Die Schlümpfe bringen leider nur 6/10 Punkte nach Schlumpfhausen zurück




Chaos;HEAd

Die Firmen Nitroplus und The 5pb. haben sich erst kürzlich mit Steins;Gate sowas wie ein kleines Denkmal gesetzt.
Schon drei Jahre zuvor schufen sie Chaos;HEAd, einen ganz besonderen Mysterythriller. Dieser erreicht, was die Atmosphäre und Spannung angeht, stellenweise sogar Higurashi Niveau. Auch wenn sich gerade wegen dem Mittelteil der Serie die Lager spalten, halte ich die gezeigten Ideen für grandios. Zudem kann bis zur letzten Minute eine unverschämt hohe Qualität gehalten werden. Fast jede Folge wartet mit einer (herben) Überraschung auf. Für Mysteryfans ist Chaos;HEAd definitiv eine Must-See Serie.

Chaos;HEAd ist der Mind-Fuck Deluxe. Somit 9/10 Punkte
Original Zitat: "Ey Leute, Hard Boiled ist besser als Sex! Da hast du zwei Stunden pure Äckschen!"


Hedning

Danke für den Hinweis auf Chaos;HEAd. Hört sich wirklich gut an. Another und evtl. Steins;Gate wollte ich mir irgendwann in nächster Zukunft auch mal anschauen.

Teppi

28 November 2012, 00:33:58 #62 Letzte Bearbeitung: 28 November 2012, 10:27:24 von Teppi
Black Swan (Blu Ray)

Meinen Film des Jahres 2011 hab' ich nun nochmal zu Hause genossen - und der Psycho-Thriller wirkte auf mich noch genauso grandios wie damals im Kino.
Die realistisch-nüchterne, nah den Figuren folgende Inszenierung verschmilzt kunstvoll mit den anmutigen Ballett-Szenen und einer starken Bildsprache, welche die interessanten inhaltlichen Aspekte um Befreiung und Emanzipation (sei es vom Elternhaus, von sexuellen Hemmungen oder in gefühlsmäßiger Hinsicht) astrein unterstreicht. Herrlich, wie die Handlung von Schwanensee auf den Streifen übertragen wird und der von Clint Mansell superb arrangierte Soundtrack eingesetzt wird - der finale Tanz avanciert somit zu einer der stärksten Sequenzen der letzten Zeit. Natalie Portman agiert herausragend, doch auch Vincent Cassel punktet mit einer eindringlichen Ausstrahlung.
Ein genial gespieltes und fantastisch gefilmtes Kunstwerk. 9/10

Cold Blood (Kino)

An sich gehören aktuelle Kino-Filme ja in ihren eigenen Thread; doch der Fakt, dass es zu diesem Film noch keinen gibt, suggeriert mir, dass das Interesse sehr gering ist und die Erstellung eines solchen sich nicht lohnt. Schade eigentlich, denn ich fand den Streifen überraschend gut.
Das Thriller-Drama rund um ein vor dem Gesetz flüchtenden Geschwisterpaar punktet mit einer eiskalten Atmosphäre (schickem Schnee-Setting sei Dank) und einem simplen, aber effektiven Aufbau - ruhige, rührende Szenen (mit Olivia Wilde) und spannende, mit Gewalt nicht zu sehr geizende Sequenzen (mit Eric Bana) wechseln sich in einem guten Rhythmus ab und werden schließlich stark zusammengeführt. Lediglich der Handlungsstrang um eine von ihrem Vater klein gehaltene Polizistin wirkte mir zu klischeehaft und oberflächlich.
Ein strukturell wie auch autmosphärisch schöner Streifen. 7/10 (mit Tendenzen zur 8)

Mr. Blonde

@ Teppi

Schau Dir mal den Link an, ist Dir das aufgefallen?

http://cinematiccorner.blogspot.de/2012/02/48-hidden-images-in-black-swan.html

Wirklich eine großartige Szene und ich freue mich schon drauf, sie diesmal bewusst mit diesen Details zu sehen.  :icon_smile: Das Thema Dualität wird dadurch jedenfalls auch noch mal künstlerisch betont.

Bewertung sieht bei mir genau so aus. Es ist immer interessant, wie Aranofsky ein Thema nimmt (bei The Wrestler auch) bei dem man denkt, man würde wissen, wie er das anpackt und dann ist seine Sicht auf diese Themen doch eine ganz unerwartete. Und in beiden Filmen geht es primär gar nicht um das eigentliche Thema, was ich sehr schön finde. Dazu noch sein Händchen für vielschichtige Charaktere (den Drehbuchautoren sei Dank) und die Atmosphäre, die man einsaugt, herrlich!


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Teppi

28 November 2012, 01:04:56 #64 Letzte Bearbeitung: 28 November 2012, 01:07:11 von Teppi
Zitat von: Mr. Blonde nach 28 November 2012, 00:39:30
@ Teppi

Schau Dir mal den Link an, ist Dir das aufgefallen?

http://cinematiccorner.blogspot.de/2012/02/48-hidden-images-in-black-swan.html


Ca. die Hälfte der dort aufgeführten Sachen habe ich entdeckt, doch vor allem in der Club-Szene gingen dann wohl doch ein paar Details an mir vorbei - da wurde man aber auch mit Eindrücken erschlagen ^^
Es spricht natürlich für den Film, wenn es immer noch ein paar neue Sachen zu entdecken gibt.

Da du es auch ansprachst: Ein Aspekt, den ich noch vergas zu erwähnen, ist wie effektiv Aronofsky noch nebenbei ein auf Show und Schönheit (Black Swan) bzw. Spektakel (The Wrestler) ausgelegtes Kulturgut demaskiert und seines Glanzes beraubt.

Mr. Blonde

28 November 2012, 01:16:46 #65 Letzte Bearbeitung: 28 November 2012, 01:18:51 von Mr. Blonde
Ich konnte mich an diese Details gar nicht mehr erinnern, muss aber das ein oder andere Detail damals auch erkannt haben, schließlich hatte ich nie Probleme, Brad Pitts Sekundenbruchteil-Auftritte in Fight Club zu erkennen.  :D

Und in gewisser Weise hat er auch mit "Requiem for a Dream" den jungen Menschen den Drogenkonsum "versalzen", indem er gezeigt hat, dass das doch gar nicht so cool ist und zwar anhand der jugendlichen Zielgruppe selbst. Ich glaube, es macht ihm Spaß, populäre Dinge zu zerpflücken.

Das Mütterchen, was unbedingt ins Showbusiness, also ins Fernsehen will und sich dafür selbst kaputt macht, ist ja auch ein Statement, was in Deine Richtung geht. Auch hier wird der Schein zerstört.


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lastboyscout

Zitat von: Akayuki nach 26 November 2012, 21:01:22
Chaos;HEAd

Die Firmen Nitroplus und The 5pb. haben sich erst kürzlich mit Steins;Gate sowas wie ein kleines Denkmal gesetzt.
Schon drei Jahre zuvor schufen sie Chaos;HEAd, einen ganz besonderen Mysterythriller. Dieser erreicht, was die Atmosphäre und Spannung angeht, stellenweise sogar Higurashi Niveau. Auch wenn sich gerade wegen dem Mittelteil der Serie die Lager spalten, halte ich die gezeigten Ideen für grandios. Zudem kann bis zur letzten Minute eine unverschämt hohe Qualität gehalten werden. Fast jede Folge wartet mit einer (herben) Überraschung auf. Für Mysteryfans ist Chaos;HEAd definitiv eine Must-See Serie.

Chaos;HEAd ist der Mind-Fuck Deluxe. Somit 9/10 Punkte


DAS hoert sich einfach nur geil an.  :icon_eek:

18 Fingers Of Death (2006)
Mockumentary ueber Martial Arts.
Die extrem niedrige IMDB-Bewertung ist etwas verwunderlich, denn so uebel ist das Ganze wirklich nicht.
Es gab viele Schmunzler und ein paar echt gelungene Szenen, bei denen ich mir wirklich den Bauch hielt vor Lachen, vor allem
die Synchronisationsszene war ein Brueller. Obendrein gibt es noch sehr treffliche Parodien bekannter Actiondarsteller.
Sogar einige bekannte Gesichter haben sich vor der Kamera versammelt, meist nur in kleinen Rollen, aber immerhin.
Da waeren Lorenzo Lamas, Bokeem Woodbine, Pat Morita, Robin Shou und sogar Don "The Dragon" Wilson haben sich zu nem Auftritt hinreissen lassen.
Wie der Regisseur das bewerkstelligte ist mir schleierhaft, machte aber Spass.
Gibt solide 5/10 Punkten.

A Sound Of Thunder
Autsch, das war ja schon fast schmerzhaft den zu kucken.
Zu dem warum und weshalb muss ich wohl nicht viel sagen, die meisten User hier drin haben den Film durchleiden muessen.
Geb gnaedige 3/10 Punkten.

Fireball (2009)
Hm, also erst hat mich die (teilweise) eingesetzte Wackelkamera schon abgeschreckt, aber dann haben die Kaempfe richtig angefangen und mich ehrlich gesagt von den Socken gehauen.
Sowas kann ich wirklich getrost auf die teilweise saubrutalen und ausgedehnten Kampfszenen beschraenken und eine knackige 8/10 Punkten zuecken. Wow, wirklich ueberrascht. Wandert wohl ins Regal.  :respekt:
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

RoboLuster

Fireball hatte mich auch wirklich überrascht, einer der besten Thai-Klopper überhaupt, und das auch abseits der Action-Szenen. Auch ist es toll, mal was anderes zu sehen, als das übliche Eine Person läuft von A nach B und macht alles platt.
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

Bretzelburger

Im Kino habe ich zuletzt drei aktuelle Horror-Filme gesehen, glücklicherweise musste ich nicht dafür bezahlen (Presse), denn sie waren alle drei auf unterschiedliche Weise schlecht:

Maniac (2012)

Das Remake von Aja versprach am meisten, schafft es aber nicht mehr, der Serienkiller-Thematik von damals noch etwas neues abzugewinnen, da das Genre in den letzten 30 Jahren schon viel in dieser Hinsicht geleistet hat. Insgesamt kein schlechter Film, gut gespielt und gemacht, aber die selbst für einen Horror-Film Marke Aja explizite Gewalt wird dabei zum Selbstzweck und wird die Thematik für "Nicht-Splatter-Fans" überdecken. Für Fans der harten Gangart (selbstzufriedenes Zitat schon jetzt in der OFDB " für den Normalseher ist das bestimmt too much"), die mal wieder so richtig sehen wollen, wie Frauen verhackstückt werden, natürlich genau das richtige.

Silent Hill - Revelation 3D (2012)

Viel Gewalt und Monster - aber kein Vergleich zu "Maniac" - leider aber zu sehr am Computerspiel orientiert. Fehlender Aufbau, mangelhafte Charakterisierungen, keine Story - stattdessen nur ein Horror-Szenario nach dem anderen, ohne Ruhephasen. Schlicht langweilig, sollte ab 12 freigegeben werden, da für 14jährige wahrscheinlich noch spannend. 3D natürlich unnötig, aber man kann damit Geld verdienen.

Possession - Das Dunkle im Herzen Hollywoods (2012)

Typische Story vom besessenen Mädchen, dem der Dämon ausgetrieben werden soll. nichts neues, aber ganz okay, leider in eine furchtbar verlogene Hollywood - wir sind geschieden, aber unsere Ehe wird trotzdem gerettet - Schmonzette eingebettet, was der Thematik aus meiner Sicht sehr schadet.


Dagegen zwei Filme von viel besserer Qualität in meiner Italo-Western Werkschau:

Eine Pistole für Ringo (1965)

Zu Unrecht unterschätzter Film, der als frühes Werk das erste war, dem es gelang Spannung und Witz genial zu verbinden. Gemmas Rolle war Vorbild für die späteren Terence Hill-Persiflagen. In seiner moralischen Sichtweise und charakterlichen Originalität weit innovativer als die meisten neuen Filme, aber auch die meisten späteren Italo-Western, 8,5/10 Punkte

Ringo kehrt zurück (1965)

Zwar vom selben Team, aber kein Sequel, sondern gänzlich anders angelegt. Selbst der Name Ringo stimmte nicht mehr, wurde aber auch im Originaltitel als Werbung verwendet. Typisches Westerndrama, im Detail originell - erst nach einer Stunde wird richtig geballert - aber weit weniger innovativ als der erste "Ringo". Ist seltsamerweise heute trotzdem beliebter, da typischer für das Italo-Western-Genre. Doch selbst ein guter Kritiker wie "Blade Runner", der sich als einer von Wenigen dem Genre richtig widmete, irrt, wenn er meint, dass der Film keine neue Story erzählt. "Ringo kehrt zurück" war einer der ersten - 7/10 Punkte.

quaker

Common Law

Mal wieder leider eine Serie, die aufgrund von schwachen Quoten nach einer Season schon wieder abgesetzt wurde. Die Staffel ist in sich auch abgeschlossen, es gibt also keine bösen Cliffhanger, die dann nie aufgelöst werden. Die Folgen waren immer ein sehr spaßiges und kurzweiliges Vergnügen und die Wortgefechte der beiden Hauptdarsteller waren auch immer sehr unterhaltsam. Highlights der Folgen waren natürlich immer die Szenen von der Paartherapie. :icon_lol:

Wer was kurzweiliges im Serienformat sucht, kann auf jeden Fall mal reingucken. Die 12 Folgen hat man dann auch relativ schnell weggeguckt. 7/10

ratz

28 November 2012, 17:01:45 #70 Letzte Bearbeitung: 28 November 2012, 17:03:47 von ratz
Sein oder Nichsein

Ich bin gar kein besonderer Lubitsch-Fan, dieser gestriegelte Salon-Humor hat eindeutig seine Grenzen, aber den hier hatte ich als sehr gut in Erinnerung und habe mich jetzt wieder köstlich amüsiert. Schön bissig und ein Wagnis zu seiner Zeit, mit einer guten Portion Selbstreflexion und -ironie - das ist und bleibt ein Klassiker, bei dem manch schnell hingeratterte Dialogzeile erst beim zweiten Ansehen zur Geltung kommt. Kurioses Randphänomen: Irgendwo hab ich mal was darüber gelesen, wie oft bei Lubitsch Türen zu sehen sind, die auf- oder zugehen. Mit dem Effekt, daß mir auch dieser Film vorkommt wie vollgestopft mit Türen, tatsächlich: immer wenn eine Figur die Szene betritt, zieht die Kamera zuerst auf die Tür, beim Abgang ebenso, und dann gibts noch ein paar Türen, hinter denen etwas vorgeht... wirklich erstaunlich!

Der nackte Mann auf dem Sportplatz

Einer der unbekannteren Filme von Konrad Wolf (entstanden so zwischen Goya und Solo Sunny), und es ist auch klar warum: Ein kaum verschlüsseltes Porträt seines Freundes und Akademiekollegen Werner Stötzer (damit aber auch gleichzeitig allgemeines Künstler- bzw. Selbstportrait), der mit den Tücken des real existierenden Realismus zu ringen hat: Knappes Material, tonangebende Parteikader und kaum Verständnis beim werktätigen Publikum. Alles an echten Locations gedreht (u.a. Stötzers Berliner Atelier), viel Originalton (damals noch nicht selbstverständlich), viel natürliches Licht, agile Kamera, ungeschönte Bilder, Laiendarsteller, Kohlhaases hingeworfene, lakonische Dialogbrocken. War damals für die entsprechende Klientel bestimmt ein passendes Abbild, heute aber eher schwer zugänglich (mein Vater verkehrt(e) in den entsprechenden Kreisen, daher habe ich überhaupt Infos/einen Ansatz).

Mr. Blonde

28 November 2012, 17:38:04 #71 Letzte Bearbeitung: 28 November 2012, 17:46:13 von Mr. Blonde
Zitat von: Bretzelburger nach 28 November 2012, 14:55:11
Viel Gewalt und Monster - aber kein Vergleich zu "Maniac" - leider aber zu sehr am Computerspiel orientiert. Fehlender Aufbau, mangelhafte Charakterisierungen, keine Story - stattdessen nur ein Horror-Szenario nach dem anderen, ohne Ruhephasen. Schlicht langweilig, sollte ab 12 freigegeben werden, da für 14jährige wahrscheinlich noch spannend. 3D natürlich unnötig, aber man kann damit Geld verdienen.


Hast Du Silent Hill mal gespielt? Dann würdest Du ja wissen, dass man da nicht von "einem Computerspiel" sprechen kann, zumal Revelations wie schon Teil 1 munter mit Motiven der ganzen Videospielreihe hantiert. Das es in den Spielen um Atmosphäre und eben nicht darum geht, viel Gewalt und viele Monster zu zeigen, sollte man schon wissen, wenn man sowas schreibt. Genau das ist Silent Hill (ich habe 1-3 gespielt) nämlich nicht, sinnlose Horrorszenarios, ohne Ruhephasen, sondern zeitweise passiert nichts actionreiches, es gilt Rätsel zu lösen oder man verliert sich in der Stimmung der Stadt. Die Protagonisten sind psychologisch auch interessant, innerlich kaputt und tragen zumeist eine furchtbare Last mit sich herum, welche sich in Silent Hill visuell manifestiert. So einfach ist das dann doch alles nicht.  :icon_razz:

Übrigens kritisieren nahezu alle Fans der Spiele, dass Teil 2 schlecht ist und kein Bisschen das ist, was im Titel steht. ;) Also von "zu sehr am Computerspiel" kann absolut keine Rede sein.


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Bretzelburger

Die Bemerkung zum Computerspiel war hier nur die Kurzfassung - gemeint war damit ausschließlich, das der Film ständig von einem Computerszenario zum nächsten wechselt. Das das Spiel wesentlich mehr zu bieten hat, weiß ich. Mit Orientierung meinte ich nicht Nachahmung oder qualitative Gleichsetzung, sondern nur das Benutzen der auch im Spiel vorkommenden Figuren.

Mr. Blonde

Gut, das klang nämlich sehr einseitig. ;)


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Rollo Tomasi

Zitat von: ratz nach 28 November 2012, 17:01:45
Sein oder Nichsein

Ich bin gar kein besonderer Lubitsch-Fan, dieser gestriegelte Salon-Humor hat eindeutig seine Grenzen, aber den hier hatte ich als sehr gut in Erinnerung und habe mich jetzt wieder köstlich amüsiert. Schön bissig und ein Wagnis zu seiner Zeit, mit einer guten Portion Selbstreflexion und -ironie - das ist und bleibt ein Klassiker, bei dem manch schnell hingeratterte Dialogzeile erst beim zweiten Ansehen zur Geltung kommt. Kurioses Randphänomen: Irgendwo hab ich mal was darüber gelesen, wie oft bei Lubitsch Türen zu sehen sind, die auf- oder zugehen. Mit dem Effekt, daß mir auch dieser Film vorkommt wie vollgestopft mit Türen, tatsächlich: immer wenn eine Figur die Szene betritt, zieht die Kamera zuerst auf die Tür, beim Abgang ebenso, und dann gibts noch ein paar Türen, hinter denen etwas vorgeht... wirklich erstaunlich!



Ein fantastischer Film, ich kann eigentlich gar nicht glauben, dass so ein Film zur damaligen Zeit überhaupt möglich war. Wirkt für mich heute noch frisch! Für mich 10/10.
"Ich hab neulich gehört: 35 % der Zahlen und Fakten, die so kursieren, stimmen gar nicht! ... Das ist fast ein Drittel!" (Hagen Rether)
"Stellen sie sich einmal vor, es gäbe keine Autos, es gäbe keine Telefone und es gäbe keine Computer .... sie würden doch den ganzen Tag fernsehen, oder?" (Hagen Rether)

Stefan M

Als einer der letzten Menschen auf diesem Erdball ackere ich mich - nachdem ich mir das bereits seit Monaten vorgenommen hatte - gerade durch die erste Staffel von "Six Feet Under". Eine Folge daraus fehlt noch, und was soll ich sagen? Es wurde nicht zu viel versprochen. Ich bin restlos begeistert und mag eigentlich gar nicht mehr aufhören zu gucken. Für die ersten zwölf Folgen benötigte ich nur wenige Tage, und auch wenn ich mir sage, daß man jede Folge für sich erst einmal auf sich wirken lassen sollte, schiebe ich doch noch eine hinterher.

So viele interessante Figuren findet man wirklich nur ganz selten. Das sorgt auch dafür, daß jeder Handlungsstrang höchste Aufmerksamkeit geschenkt bekommt - immer wenn man sich aufgrund des Szenenwechsels kurz "Schade, daß die das jetzt unterbrechen, ich möchte doch wissen, wie es weitergeht" sagt, stellt man fest, daß dafür ein anderer Strang weitergeht, bei dem man kurz vorher ebenfalls "Schade, daß die das jetzt unterbrechen, ich möchte doch wissen, wie es weitergeht" gedacht hat.  ;) Natürlich kristallieren sich frühzeitig einige Lieblinge heraus (bei mir sind es bislang Nate und Claire), aber hier kommt jede Figur zu ihrem Recht, weshalb es auch nicht schwer fällt, sie liebzugewinnen. Brenda macht es einem natürlich nicht ganz leicht mit ihrer Abhängigkeit von ihrem Bruder und Dave bleibt die ersten Staffeln extrem unsympathisch, um dann später nur durch kleine Szenen immer positiver zu wirken. Allerdings wird aus ihren Schwächen kein Hehl gemacht, jeder hat seine Macken oder auch schlichtweg Charakterfehler, so daß es hier niemanden gibt, der nur "nett" ist. Sehr erfreulich finde ich auch den Umgang mit der Homosexualität in der Reihe. Sie wird als etwas völlig Normales dargestellt (sogar Küsse unter Gleichgeschlechtlichen werden nicht weggeblendet) und trägt nicht die Verklemmtheit, die sich gerne in Lächerlichmachung von Schwulen äußert, so vieler Filme in sich.

Diese erste Staffel ist ein absoluter Höhepunkt der Fernsehgeschichte. 10/10.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Fastmachine

Mein großer Freund Shane (OT: Shane), USA 1953

Ein überaus eigenständiger und für seine Entstehungszeit untypischer Western von George Stevens, der in manchen Aspekten Entwicklungen des Spätwesterns in den 1960er und 1970er Jahren vorwegnimmt. Obwohl er geradezu archetypische Westernmotive verarbeitet, wie den Kampf der einstmals landbeherrschenden Rinderbarone gegen die nachrückenden einfachen Farmer oder den geheimnisvollen Fremden mit einer dunklen Vergangenheit als Revolverheld, so steht SHANE in vielem quer zur typischen Westernästhetik und -moral der 1950er Jahre.  Keine Standardkulissen von Westernstädten und Cowboyrequisiten aus dem Fundus prägen den Film, sondern realistisch ärmliche, ja manchmal dreckig bekleidete Farmer, die tatsächlich hart arbeiten müssen. Ihre kleinen Hütten wirken verloren vor der gewaltigen Kulisse der Berge Wyomings, die George Stevens in großartigen Panoramaaufnahmen einfängt.

Der wurzellose Fremde Shane (Alan Ladd) kommt in die Gegend, will sein Leben ändern und nimmt eine einfache Stellung als Arbeiter bei einer Farmersfamilie an. Doch die Farmer geraten unter den Druck des Rinderbarons, der sie aus seinen Weidegründen vertreiben will und dafür den Revolverhelden Wilson (Jack Palance) engagiert. Was SHANE von vergleichbaren Filmen unterscheidet, ist seine Einstellung zur Gewalt. George Stevens war sichtlich vom Zweiten Weltkrieg geprägt, er wollte keine Ballereien, wo die Cowboys locker durch den Kugelhagel spazieren. Hier hat schon eine Kugel furchtbare Wirkungen, der Tod ist niederträchtig und dreckig. Vor allem: Ein Mord geht auch nicht spurlos am Täter vorbei. Der Fremde Shane hält sich lange im Hintergrund, man ahnt nur seine unausgesprochene Vergangenheit, aber am Ende muss er sich entscheiden. Doch wie auch immer es ausgeht: die Zeit der Revolverhelden ist vorbei. Darin greift SHANE der künftigen Entwicklung des Westerngenres weit voraus.
Der Film ist zwar nicht unbekannt oder ganz vergessen, aber doch inzwischen etwas in die Geschichte versunken. Ein Wiedersehen lohnt sich allemal. 8/10.   
Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

Teppi

2 Dezember 2012, 02:35:37 #77 Letzte Bearbeitung: 2 Dezember 2012, 02:38:36 von Teppi
Road to Perdition

Mal wieder meinen zweitliebsten Mafia-Film (hinter "Casino", und ja, somit noch vor dem Paten etc.) auf DVD genossen.
Mendes hüllt sein düsteres Drama um Familie, Loyalität und Rache in wunderbar ruhige und wunderschön anzusehende Bilder. Die kunstvolle Kamera und die 1A Ausstattung komplettieren den optischen Genuss. Dank der Star-Riege (besonders Tom Hanks und Paul Newman, welcher hier ein letztes Mal richtig auftrumpfen darf) kommen die inneren Konflikte der Hauptcharaktere bestens zur Geltung, während sich Jude Law für den gewissen Schuss Verrücktheit und Spannung verantwortlich zeigt. Zum ganz großen Meisterwerk fehlt lediglich eine noch bessere Leistung des immerhin guten Kinderdarstellers.
Ein emotionaler und inszenatorisch eleganter Mafia-Streifen der Extra-Klasse. 9/10


Dann gab's noch ein paar Blockbuster im TV in den letzten Tagen:

Knight and Day

Meine durchschnittliche Meinung nach dem Kino-Besuch damals wurde bestätigt.
Der Streifen startet auf derart debile Weise, dass man sich schon fast schämt, dass man diesen Schabernack spaßig findet. Cruise verbreitet mit seiner abgeklärten Art einfach Freude. Irgendwann hat man sich an diesem sinnlosen Schmarn jedoch sattgesehen, die absurde Chose kippt allmählich von lustig zu langweilig, die Lacher werden immer seltener. Während Diaz ihre anfängliche Aufgabe als hilfloser Spielball zwischen den Spionen ganz gut meistert, nervt sie mit ihrer "3 Engel für Charlie" Toughness im weiteren Verlauf eher.
Zu Beginn blöd aber spaßig. Später nur noch blöd. 5/10

Der unglaubliche Hulk

Eine ziemlich belanglose Comic-Verfilmung, die keinem wirklich wehtut, aber auch nicht richtig mitzureißen vermag.
Die Geschichte verläuft in den gewohnten Bahnen, keine Überraschungen an dieser Stelle. Was leider wahrlich fehlt, ist der nötige Schuss Humor, welcher die weiteren Marvel-Filme (bspw. "Iron Man", "Thor" oder halt "The Avengers") so kurzweilig machte - vor allem wenn es um ein grünes Monster mit Megakräften geht, wirkt die ernste Herangehensweise etwas ungeschickt. Dafür darf man sich an zwar wenigen, aber immerhin recht nett inszenierten Action-Szenen erfreuen - in 2 der 3 Scharmützel kracht's mit allerlei Krawall. Norton und Roth sind an sich arg überqualifiziert für die eher anspruchslosen Rollen, aber sei's drum.
Ein lediglich mittelprächtiger Marvel-Streifen, da ist man besseres gewohnt. 5/10

StS

2 Dezember 2012, 20:54:33 #78 Letzte Bearbeitung: 2 Dezember 2012, 21:50:50 von StS
Mit ,,Wir sind die Nacht" (2010) habe ich tatsächlich mal einem deutschen Horror-Streifen eine Chance eingeräumt - u.a. weil der Trailer gar nicht mal so schlecht aussah sowie selbst im Ausland einige positive Reviews zu entdecken waren. Auf handwerklicher Ebene ist der Film dann auch erstaunlich gut gelungen: Optik, Schnitt, Tempo und Inszenierung stimmen - ja selbst die CGI-Effekte können über weite Strecken überzeugen. Einzelne Szenen sind gar richtig klasse geraten, wie z.B. eine ,,Verwandlung" in einer Badewanne - und ein Stück von ,,Vast" im Abspann zu hören ist natürlich immerzu herzlich willkommen. Alles in allem gibt es an der konkreten Regiearbeit Dennis Gansels (,,die Welle") kaum etwas zu meckern. Auf anderen ,,Ebenen" sieht es aber leider ein wenig anders aus: Die Figuren sind durch die Bank weg bloß oberflächlicher Natur, viele Dialoge wirken aufgesetzt und werden dazu noch arg hölzern vorgetragen - worüber hinaus etliche eigentlich durchaus clevere Ideenansätze einfach nicht zu Ende gedacht bzw. umfassend ausgearbeitet wurden. Im Gegensatz zu ihrer Make-up-Arbeit zu Beginn des Films gefiel mir die hübsche Karoline Herfurth in der Hauptrolle im Grunde durchweg prima - wohingegen Nina Hoss als ,,Obervampirin" nicht über die notwendige Ausstrahlung für den Part verfügt und Anna Fischer als ,,Loveparade-Girly" (von einer einzigen Szene mal abgesehen) gleichermaßen nervt wie furchtbar schlecht spielt. Vervollständigt wird das ,,Damen-Quartett" von Jennifer Ulrich, welche indes mit stilvollem Auftreten und darstellerischem Talent zu überzeugen vermag. Berlin bietet ein adäquates Setting mit einigen coolen Locations, die obligatorische Liebesgeschichte geht durchaus in Ordnung und das Ende lässt (natürlich) die Möglichkeit einer Fortsetzung offen - statt einer solchen würde ich mich persönlich jedoch mehr über ein nettes, hier und da ruhig auch geringfügig strafferes US-Remake freuen...   4,5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Hedning

Die Anna-Fischer-Figur ist in der Tat nicht leicht auszuhalten, ansonsten ein durchaus ansprechender Film, der aus meiner Sicht vor allem vom Charisma der Herfurth enorm profitiert ... k. A., was ein US-Remake da bringen sollte. Da würde doch nur alles glattgebügelt und in Belanglosigkeit ertränkt.

lastboyscout

3 Dezember 2012, 02:09:09 #80 Letzte Bearbeitung: 3 Dezember 2012, 02:18:30 von lastboyscout
Confessions Of An Action Star (2005)
Wo 18 Fingers Of Death noch halbwegs okay war, so stinkt der hier total ab.
Strunzlangweilig, furchtbare Schauspieler, selbst die paar ordentlichen Schauspieler die sich hier versammelt haben in kleineren Nebenrollen (Eric Roberts, Ernie Hudson, Carrie-Anne Moss, Michael T. Weiss) machen da keinen Unterschied mehr.
So ein bescheidenes Filmchen, gnaedige 2/10 Punkten, und die gibt es auch nur fuer ein paar nette Titel-Verarschungen.

Collision Course (1989)
Jay Leno ( :icon_eek:) und Pat Morita in einer eher unbekannten Actionkomoedie, die eigentlich ganz gut unterhaelt.
Es werden zwar so ziemlich alle Klischees rausgekramt und breitgetreten, aber auf ne durchaus charmante Weise.
Auch sehr nett war das Wiedersehen mit Tom Noonan und Randall "Tex" Cobb.
Ach ja, alleine schon der Finishing Move beim Boesewicht ziemlich am Ende des Films ist die Sichtung wert. Fuer nen PG-13 Film schon ziemlich heftig, auch was da an Fluechen so abgeht.
Gibt nette 6/10 Nostalgie-Punkte.

Moonshine Highway (1996)
Fuers amerikanische TV in Kanada gedrehter Film ueber Alkoholschmuggeln waehrend der Prohibition, der leider unter dem Durchschnitt bleibt.
Zwar hat man Kyle MacLachlan fuer die Hauptrolle des coolen Alkoholschmugglers verpflichten koennen, aber das wars auch schon.
Wirklich nett sind nur ein paar Autojagden ueber abgelegene Dorfstrassen mit ein paar coolen Explosionen.
Rettet den Film aber auch nicht ueber ne 4/10 Punkten hinaus.
Schade, denn ich mag solche Filme wirklich gerne.
Schlaegt halt nix White Lightning wenn es ums Alkoholschmuggeln geht.  :respekt:
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout

StS

Zitat von: Hedning nach  2 Dezember 2012, 23:27:21
k. A., was ein US-Remake da bringen sollte. Da würde doch nur alles glattgebügelt und in Belanglosigkeit ertränkt.


Bei dem Film war doch im Grunde auch alles glatt und belanglos - okay, bis auf einige "holprige" Momente, wie sie in deutschen Filmen des Öfteren zu finden sind...  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Hedning

Hat es überhaupt mal ein US-Remake eines ausländischen Films gegeben, das man der Vorlage aus irgendwelchen Gründen vorziehen sollte? Mir fällt keines ein.

StS

3 Dezember 2012, 10:08:05 #83 Letzte Bearbeitung: 3 Dezember 2012, 10:19:37 von StS
Zitat von: Hedning nach  3 Dezember 2012, 10:03:42
Hat es überhaupt mal ein US-Remake eines ausländischen Films gegeben, das man der Vorlage aus irgendwelchen Gründen vorziehen sollte?


Muss ich sie jetzt wirklich alle hier aufzählen...?   :icon_lol:
In der Hinsicht solltet Ihr meinen Geschmack doch eigentlich schon kennen...  ;)
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Rollo Tomasi

A lonely place to die

Ein fieser, kleiner Thriller, mit Elementen des Horrorfilms! Wie man so sagt, schnörkellos inszeniert, und dennoch mit schönen Wendungen ausgestattet. Durchweg spannend! Tolle Darsteller, besonders die Bösewichte sind top! Sehr empfehlenswert! 8/10
"Ich hab neulich gehört: 35 % der Zahlen und Fakten, die so kursieren, stimmen gar nicht! ... Das ist fast ein Drittel!" (Hagen Rether)
"Stellen sie sich einmal vor, es gäbe keine Autos, es gäbe keine Telefone und es gäbe keine Computer .... sie würden doch den ganzen Tag fernsehen, oder?" (Hagen Rether)

Teppi

3 Dezember 2012, 22:01:39 #85 Letzte Bearbeitung: 3 Dezember 2012, 22:08:17 von Teppi
Payback (DVD)

Mel Gibson in einer seiner ruppigsten Rollen: Als betrogener Räuber will er sich sein Geld wiederholen und legt sich dabei mit dem Verbrechersyndikat in Chicago an. Auf seiner Rache-Mission geht er nicht nur sprichwörtlich über Leichen: Immer wieder werden die Gespräche knackig kurz gehalten, lieber schnell geschossen anstatt lange geredet. Sozugen das genaue Gegenteil eines Tarantino, der Spaßfaktor pegelt sich aber auf einem vergleichbaren Niveau ein. Zynismus und galliger Humor sind ständiger Begleiter auf diesem düsteren, und dennoch lässigen Rachefeldzug, welcher sich durch allerlei Zwischenfälle herrlich unvorhersehbar gestaltet. Dazu passend präsentiert sich der Neo-Noir-Streifen mit einem blass-blauen Farbfilter, durch welchen die Stimmung perfekt untermalt wird.
Konsequent, kompromisslos, komisch - ein grimmig-gemeiner Gangster-Film der fantastischen Sorte. 9/10


Zum Wochenausklang gab's gestern einen TV-Abend:

Duell der Magier

Ein vernünftiger Familienfilm, der inhaltlich zwar nur Standard-Stücke abspult, inszenatorisch aber mit einem kurzweiligen und gut getricksten Effektgewitter daherkommt. Jay Baruchel gibt einmal mehr den netten Nerd, während Nicolas Cage allen voran durch seine scheinbar wahrlich verzauberte Frisur auffällt. Ein effektvoll gefilmter Blockbuster-Snack für Zwischendurch. 6/10

Centurion


Zwar nicht unwesentlich geschnitten gewesen, zu einem ungefähren Urteil lass' ich mich aber dennoch hinreißen: Trotz inhaltlicher Belanglosigkeit überzeugte mich der Streifen dank seiner intensiven Atmosphäre, welche durch die stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen und die knüppelharten Kämpfe kreiert wurde. Muss ich unbedingt nochmal in vernünftiger Form schauen, ich dürfte dann bei 8/10 landen.

mr. pink

Rubber

Die Ode an die reine Willkür von Regisseur Quentin Dupieux ("Mr. Oizo") hat beim zweiten Sehen noch einen Tick gewonnen. Man weiss was kommt, und kann sich ganz auf die Details der verschiedenen Ebenen der Geschichte einlassen. Herrlich absurd und doch mit vielen schönen Erkenntnissen über das Kino und dessen Publikum.
Einzig die Laufzeit von knapp 80 Minuten hätte man noch stutzen können. Manch Füllszene bremst den Film doch etwas aus - und wenn man ehrlich ist, gibt die Idee einfach nicht mehr her.
Trotzdem hats mir wieder Spass gemacht mit Robert durch die Wüste zu rollen.
7/10
I expect that you think that I should be haunted
But it never really bothers me

MMeXX

Zappelphilipp Free-TV

München. Die 3b kriegt einen neuen Mitschüler, den Fabian. Der mag nicht so recht in die Klasse passen, hat auch bereits mehrere Schulwechsel hinter sich etc. pp. Seine Lehrerin will ihm natürlich helfen, sie ist auch die einzige Person, zu der Fabian eine positives Verhältnis zu haben scheint. Aber schnell werden von anderen Lehrern und den Eltern der Mitschüler die Rufe nach medizinischer Hilfe laut, schließlich habe man ja keine Zeit.

Wenn auch klischeegespickt, ist das Grundthema durchaus ernst. So wie wir Filmfreaks uns immer wieder fragen, wie richtiger Jugendschutz auszusehen hat und wer "schuldig" ist, wenn Kinder die "bösen" Filme sehen, so stellt sich auch hier die Frage, wer eigentlich für die Erziehung zuständig ist. Der Film positioniert Fabi dabei als Kind einer Flickenteppich-Familie: Sein Vater hat ihn vor vier Jahren zuletzt gesehen. Die Mutter, bei der Fabi lebt, hat einen neuen Mann, der sich nicht mit Fabi versteht. Zudem ist Kind Nr. 2 unterwegs, wovon sich die Mutter ein Zusammenwachsen der Familie erhofft. Die Mutter selbst hat kaum Zeit für Fabi, der Stiefvater will auch nicht wirklich Zeit haben. Wer bleibt? Freunde hat Fabi dank der häufigen Schulwechsel keine, es bleibt somit an seiner Lehrerin hängen. Sie hat sich noch nicht vom System aufreiben lassen und glaubt weiterhin daran, dass nicht immer alles schnell schnell geht. Aber da ist ja noch der Druck von außen (andere Lehrer, Eltern), die alle die Lösung kennen, welche ja auch bereits vorher funktionierte: Tabletten.

Die Hauptrollen spielen durchaus glaubwürdig. Und wenn auch wie gesagt einiges durch die Klischeestation musste, bleibt es ein interessantes wie aktuelles Thema. Denn sich Zeit zu nehmen in der "Schnell Schnell"-Gesellschaft ist äußerst schwer. Im Ergebnis ist das Ganze eine Art "Einer flog über das Kuckucksnest" auf TV-Level. 7/10

Hedning

Die Vergessenen (Joseph Ruben)
Der Mystery-Thriller fängt stark mit einer unerwarteten Wendung an: Jemand sieht sein bisheriges Leben in Frage gestellt, teilweise geradezu ausgelöscht, und alle scheinen Normalität vorzuspielen. Allerdings stellt sich mit der Zeilt der Eindruck ein, aus dieser vielversprechenden Idee konnte dann doch kein überzeugender erzählerischer Gewinn erzielt werden, da wir zunehmend eine Hauptfigur mit reichlich bekannten Löwenmutti-Zügen und eine blutleer aus Klischees zusammengesetzte Verschwörung serviert bekommen, über die man einfach gerne etwas mehr gewusst hätte. So bleibt doch alles etwas vage von Akte X entlehnt. Das Ende hat mir auch nicht gefallen, ohne dass ich jetzt was spoilern will. Julianne Moore und den meisten anderen kann hier kein Vorwurf gemacht werden, sie holen das Beste aus ihren Rollen heraus, während Gary Sinise als Psychiater doch etwas schmierig rüberkommt, was vermutlich nicht gewollt war. Dass bildlich gesehen die Gegenwart kalt und blau abgelichtet wurde, die Erinnerungen dagegen in goldener Wärme erstrahlen, ist auch nicht allzu originell, verfehlt seine Wirkung aber nicht. 5/10

lastboyscout

Polisse (2011)
Ein Film basierend auf echten Faellen der CPU (Child Protective Unit) in Paris.
Extrem starker Film der ziemlich an die Nieren geht. Ueberzeugende Schauspieler in einem Film ueber ein ziemlich unangenehmes Thema das wirklich Allles ungeschoent praesentiert und kein Blatt vor den Mund nimmt.
In der Intensitaet hat es mich teilweise an The Woodsman mit Kevin Bacon erinnert.
Gibt 8/10 Punkten.
I`m a tragic hero in this game called life,
my chances go to zero, but I always will survive.
( Funker Vogt - Tragic Hero )

What is your pleasure, sir? This is mine:
http://www.dvdprofiler.com/mycollection.asp?alias=lastboyscout