Die letzte Sichtung

Erstellt von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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RoboLuster

Demon (2015)

Mein Fall wars jedenfalls nicht. Vorallem nicht für die späte Uhrzeit.
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

Moonshade

Musste offenbar 45 werden, bis ich endlich mal Kubricks "Lolita" sehen kann.
Tja, verpasst hab ich nichts ,wie es mir scheint. Alles in allem zwar streckenweise von gutem filmemacherischen Geschick, aber die Last der Verharmlosung aufgrund der Zensurbestimmungen, nimmt der Story sehr viel von ihrer Intensität.
Der Film scheint mir überlang, zäh und mit Einverständnis des Regisseurs durch Co-Star Sellers gestohlen, der aus der sexuellen Satire mit ernsten Übertönen eine sehr, sehr ,sehr wortreiche Farce macht, die zwar ihre Momente hat (und gute Darsteller), die aber ihrem Cast nicht gerecht wird.
Natürlich sind noch so einige sexuelle Innuendos, Double Entendres und Metaphern enthalten, insgesamt ist der Film aber nicht gut gealtert und den Charakteren fehlt es breitflächig an Substanz. 5/10
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Mills

Zitat von: Moonshade nach  4 August 2016, 11:57:59
Musste offenbar 45 werden, bis ich endlich mal Kubricks "Lolita" sehen kann.
Tja, verpasst hab ich nichts ,wie es mir scheint. Alles in allem zwar streckenweise von gutem filmemacherischen Geschick, aber die Last der Verharmlosung aufgrund der Zensurbestimmungen, nimmt der Story sehr viel von ihrer Intensität.
Der Film scheint mir überlang, zäh und mit Einverständnis des Regisseurs durch Co-Star Sellers gestohlen, der aus der sexuellen Satire mit ernsten Übertönen eine sehr, sehr ,sehr wortreiche Farce macht, die zwar ihre Momente hat (und gute Darsteller), die aber ihrem Cast nicht gerecht wird.
Natürlich sind noch so einige sexuelle Innuendos, Double Entendres und Metaphern enthalten, insgesamt ist der Film aber nicht gut gealtert und den Charakteren fehlt es breitflächig an Substanz. 5/10

Und ich musste nur 30 werden.  :icon_lol: Teile aber deine Meinung sehr. Die fehlende Intensität ist meiner Meinung nach bei dem Remake mit Irons absolut vorhanden.
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


Meine Sammlung

Moonshade

Gut, da scheint auch die Vorgeschichte mit abgehandelt worden zu sein - das reizt mich jetzt auch eher mal, vielleicht läufts mir ja mal über den Weg... :icon_eek:
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Stefan M

Ich habe "Lolita" bei der jüngsten Ausstrahlung wiedergesehen, aber leider nur so nebenbei. Für mich war das immer einer der zugänglicheren Kubricks, bei denen mich die schauspielerischen Leistungen absolut gepackt haben. Und auch wenn die tragische Komponente im Vergleich zum - meiner Erinnerung nach - wirklich aufrüttelnden Remake (Irons kann diese traurigen Gestalten aber auch einfach wie kein Zweiter spielen, siehe "Verhängnis") etwas außen vor bleibt, hat mich das Schicksal der Beteiligten dann doch nicht kalt gelassen, wenn er am Ende die von seiner geliebten Lolita mehr als deutlichen Worte einfach nicht wahrhaben will und glaubt, sie befreien zu müssen und an sich zu binden, wo sie sich doch freiwillig ihr neues Leben längst ausgesucht hat, während er jede Kontrolle über sich verliert.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

McClane

Zitat von: Moonshade nach  4 August 2016, 11:57:59
mit Einverständnis des Regisseurs durch Co-Star Sellers gestohlen


Meine erste und bisher einzige Sichtung von "Lolita" liegt jetzt ca. 12 Jahre zurück und tatsächlich ist Sellers das Einzige, woran ich mich wirklich erinnern kann, dafür aber an einzelne Szenen sehr genau. Vor sein Besuch bei Mason hat sich eingebrannt, der mir (zumindest im O-Ton) als Hommage/Parodie auf Freud angelegt schien ("Doktor Humbartz!").
"Was würde Joe tun? Joe würde alle umlegen und ein paar Zigaretten rauchen." [Last Boy Scout]

"testosteronservile Actionfans mit einfachen Plotbedürfnissen, aber benzingeschwängerten Riesenklöten"
(Moonshade über yours truly)

Moonshade

Witzigerweise existiert diese Sequenz in der Vorlage gar nicht (da erledigt das die "Klavierlehrerin" in guter Absicht) und wurde nur für Sellers hinein geschrieben, der als Dr.Zempf zwar eine Riesenleistung bringt, aber offenbar kaum Beschränkungen unterlag. Der redet sich in dieser Szene einen Wolf, wechselt ständig das Thema und Mason kriegt - wie im ganzen Film total unverständlich - absolut nichts davon mit.

Da ist es ein bißchen hinderlich, dass Sellers so einprägsam ist - man sollte ihn eigentlich gut unterscheiden können, wobei er im Buch eher als so eine Art Doppelgänger von Humbert wirken soll, mit dem man ihn verwechseln kann. Aber vielleicht liegt das auch nur an Thomallas einprägsamer Stimme in der DF (Thomalla war ja gar nicht Sellers Stammsprecher, hat ihn fast ausschließlich nur als Clouseau gesprochen).
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Hitfield

5 August 2016, 12:14:34 #1447 Letzte Bearbeitung: 5 August 2016, 12:27:11 von Hitfield
Jagdfieber 4: Ungebetene Besucher (USA 2016)

Der erste Teil von 2006 um den Grizzlybären Boog (im Original gesprochen von Martin Lawrence, "Bad Boys") und dem Maultierhirsch Elliot (Ashton Kutcher) war damals eine nette computeranimierte Komödie aus dem Hause Sony Pictures Animation, der ich 6/10 gegeben habe. Die Fortsetzungen wurden dann Direct-to-DVD bzw. als Video-on-Demand veröffentlicht, die Originalsprecher sind schon lange nicht mehr dabei.

Hier geht es darum, dass eine Lagerfeuergeschichte um einen Werwolf durch verschiedene tollpatschige Fehltritte der Waldbewohner ein Eigenleben entwickelt, wodurch die Verwaltung des Naturreservats letztendlich wieder die Jagdsaison ("Open Season", so der Originaltitel) eröffnet. Der bekloppte Waffennarr der Gegend nutzt die Werwolfjagd freilich nur als Vorwand, um wieder das verhasste Grizzlybär/Maultierhirsch-Duo zu jagen, das ihm damals stark zugesetzt hat.

Die Prämisse ist nicht übel, die Animationen sind zweite Liga, aber noch annehmbar, der Trailer sah ganz okay aus und der VoD-Preis von 99¢ hat mich letztendlich schwach werden lassen. Teil 3 habe ich nicht gesehen, aber schon Teil 2 hatte ich nur 3/10 gegeben.

Teil 4 "Ungebetene Besucher" ist leider fast unerträglich: eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Pippi- und Kacka-Witzen, andere Waldbewohner ins Koma furzenden Stinktieren, zu Brüsten zweckentfremdeten Kürbissen usw. Knapp 2/10.


"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Stefan M

"Beyond the 7th Door"

Amazon Prime hat offenbar eingesehen, daß man zu wenige frei verfügbare Horrorfilme im Angebot hat und deshalb in den vergangenen Wochen eifrig aufgerüstet - allerdings hauptsächlich auf dem B-, eher noch C- oder D-Sektor.

Darunter fällt auch dieser obskure kanadische Streifen von 1987, der aber weniger Horror denn Thriller ist. Interessant daran ist, daß er von der Grundidee her eine Mischung aus "Cube" und "Saw" (ohne die blutigen Effekte) ist: Ein Pärchen bricht in das Schloß eines Millionärs ein, in dem es einen Schatz vermutet. Der Millionär hat aber für den Fall der Fälle, daß mal jemand unwillkommen vorbeikommt, sein Schloß etwas umfunktioniert: Die beiden sind folglich dazu gezwungen, sich durch sechs Räume zu bewegen. Diese sind mit tödlichen Fallen ausgestattet und man kann ihnen nur entkommen, indem man dazugehörige Rätsel löst. Dann wartet ein großes Geschenk auf sie...

Was auf dem Papier sehr reizvoll klingt, entpuppt sich als bizarre Ultra-Low-Budget-Produktion, die fast nur mit zwei Schauspielern auskommt. Ihren schrägen Touch erhält sie allerdings ausschließlich durch Lazar Rockwood, den Hauptdarsteller, den ein Kritiker auf der IMDb treffend als Kombination aus Barkeeper Moe aus "Die Simpsons" und dem Toxic Avenger beschreibt: ein Osteuropäer mit zentnerschwerem Akzent, der mit unkontrollierter Gestik und völlig verkrampfter Mimik jede Szene zu einem Erlebnis werden läßt, noch dadurch verstärkt, daß man glauben soll, daß er ein Techtelmechtel mit seiner hübschen weiblichen Begleitung hat (angedeuteter Sex inklusive). Ihm beim Versuch des Schauspiels zuzusehen, lohnt den gesamten Film. So kann dieser auch keine richtige Spannung aufbauen, weil man sich eh nicht auf die Handlung konzentrieren kann.

Für Freunde des schlechten Geschmacks sollte das ein ziemliches Fest werden - und beweist, wie abhängig der (in diesem Fall trashige) Unterhaltungswert eines Films von nur einem einzigen Darsteller sein kann.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Moonshade

Manchmal sollte man doch erstmal die Kritiken lesen...

"Die Herrschaft der Schatten/ Vanishing on 7th Street" mit Frau gesehen und beide durchaus begeistert - bis man eben in Sachen "existenzialistischer Horrorfilm" ohne Erklärung oder Pointe zurück gelassen wird.
Allerdings hab ich in offenen Filmen schon immer gern rumgerührt, aber hier werden immer nur Theorien angetippt und nicht wieder angerührt...eigentlich bleibt alles offen...irgendwie senkt das eine sonst sehr gute Bewertung aufs enttäuschte Mittelmaß.

Entweder Hasardeurdrehbuch oder einfach keine Ideen für den Schluß?

Naja, 5/10

Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

StS

Bei Regie- und Drehbuch-Debütant John Alan Simon´s ,,Radio Free Albemuth" handelt es sich um eine Low-Budget Philip K. Dick Adaption, die eigentlich bereits 2007 abgedreht wurde - dann aber bis 2010 in der ,,Post-Production-Hölle" feststeckte, bis sie schließlich (infolge einiger ,,Work-in-progress"-Festival-Screenings) 2014 veröffentlicht wurde, und zwar mit Hilfe einer ,,Kickstarter"-Kampagne, welche ich im Laufe des vorangegangenen Jahres unterstützt hatte. Der Film weist einen unverkennbaren ,,Indie-Vibe" auf, verfügt nur über wenige (kostengünstige, teils ,,eigenwillig" geartete) CGI-F/X, spielt in einer ,,alternativen Realitätsversion" der Vereinigen Staaten und konzentriert sich vorrangig auf eine zentrale Verschwörungsgeschichte, die u.a. mit zahlreichen ,,Meta-Elementen" angereichert daherkommt (siehe z.B. die Tatsache, dass P.K. Dick höchstpersönlich ein zentraler Protagonist innerhalb der Handlung ist)...

Es werden diverse interessante Ansätze und Ideen aufgeworfen, eingebracht, erläutert und diskutiert - was in einer Menge Dialoge, aber wenig Suspense resultiert. Für mich hat der Verlauf mit zunehmender Laufzeit immer stärker an Reiz verloren - bis hin zu dem Punkt, an dem ich mich aktiv zu langweilen begonnen habe. Mit einem höheren Budget und einem inspirierteren Regisseur wäre durchaus ein besseres Ergebnis möglich gewesen: Man hätte bspw. bestimmte Dinge zeigen können, anstatt sie nur zu thematisieren, hätte den generellen Look ,,ansprechender" gestalten sowie sicherlich noch das eine oder andere ,,mehr" aus der Besetzung herausholen können, welche eigentlich recht ordentlich aufgestellt daherkommt: Etwa sind Leute wie Shea Whigham, Katheryn Winnick, Scott Wilson, Julie Warner, Alanis Morissette und Ashley Greene mit von der Partie - aus deren Reihen aber so manch einer ,,eher blass" verbleibt (allen voran Hauptdarsteller Jonathan Scarfe)...

Kurzum:  Im Grunde nur besonders interessierten Philip K. Dick Fans zu empfehlen...

3,5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Stefan M

"Daddy's Little Girl"

Selten einen Film gesehen, der seine Stärken innerhalb weniger Minuten so gnadenlos niederwalzt wie "Daddy's Little Girl". Die Story vom Vater, dessen Tochter von einem Kinderschänder umgebracht wird, ist sicherlich nicht neu, kann aber in den richtigen Händen durchaus berühren. So weit geht das hier zwar nicht, aber der Film scheint durchaus ein Interesse daran zu haben, in das Seelenleben der männlichen Hauptfigur zu schauen. So beobachten wir ihn nach diesem Schicksalsschlag beim scheinbar aussichtslosen Versuch, zur alltäglichen Normalität zurückzufinden. Als der verzweifelte Vater hinter die Identität des Täters kommt (was nicht schwer ist), liefert er ihn nicht der Polizei aus, sondern schnallt ihn im Keller fest, fest entschlossen, ihn zu Tode zu foltern - sechs Tage lang, ein Tag für jedes Lebensjahr seiner toten Tochter.

Man könnte das nun so zurückhaltend gestalten wie Denis Villeneuve in "Prisoners" und die Zuschauer kontrovers diskutieren lassen, ob der Tod des Kindes Selbstjustiz am Mörder rechtfertigt. Man könnte auch das Verhalten des Vaters analysieren, der ausgerechnet dadurch, daß er sein eigenes psychisches Leid durch physische Gewalt am Verursacher seines Schmerzes kompensiert, zurück ins Leben findet. Chris Sun entscheidet sich bedauerlicherweise für Variante 3: Er appelliert an die niedersten Instinkte der Zuschauer und gestaltet das eine Stunde lang einfühlsam inszenierte Drama zu einer Marathon-Schlachtplatte um, hält bei jeder neu hinzugefügten Verletzung und Verstümmelung voll drauf - und liefert letzten Endes sogar ein Plädoyer für Selbstjustiz an Pädophilen.

Es ist nicht zu fassen, wie Sun mit einem Mal alle guten Absichten rabiat abreißt und sich ganz in den perfekt inszenierten körperlichen Grausamkeiten verliert, bei denen offensichtlich galt, jede Idee, was man mit einem menschlichen Körper anstellen kann, ohne ihn so zu zerstören, daß das Opfer sterben muß, auch tatsächlich durch den Folterknecht anwenden zu lassen. Abgesehen von kurzen Zwischenspielen aus dem Alltagsleben der Hauptfigur wird hier die letzten 40 Minuten quasi ununterbrochen gequält und nichts ausgelassen. Das ist schwer zu ertragen und gefällt Freunden deftiger Kost, aber davon ab bleibt schlichtweg nichts Diskussionswertes über, und es stellt sich nicht einmal dieses immerhin auf primitiver Ebene funktionierende "Geschieht ihm recht"-Gefühl ein, das andere Selbstjustizstreifen wie "I Spit on Your Grave" mit sich herumtragen, weil der Kindermörder nicht einmal abstoßend genug gezeichnet wurde, um jedes Mal innerlich aufzujauchzen, wenn ihm mal wieder ein Körperteil abgetrennt wird.

Ich habe mich sehr geärgert. 1/10.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Stefan M

Zitat von: PierrotLeFou nach  2 April 2016, 03:40:12
Trumbo

Ich war der einzige Mensch im Kinosaal... gestört hat dafür allerdings das deutlich vernehmbare Wummern aus der Osho-Disco nebenan... Egal. Der Film war toll... besser als "Hail, Caesar!" und - der ohnehin nicht so pralle - "Life" (um mal zwei andere Filme der jüngsten Zeit zu nennen, die sich den Filmstars der 50er Jahre widmen), relativ fair und ausgeglichen, mit tollen & starken Darsteller(innen)-Auftritten (die nicht zu sehr hervorgekehrt werden), ausgestattet mit liebevollen, kleinen Details für Cineasten, zugleich aber auch für weniger kinobegeisterte Zuschauer(innen) vollkommen geeignet; angenehm ruhig & zurückhaltend (& inszenatorisch unauffällig) und zugleich durchgängig unterhaltsam. Sicher kein Meisterwerk, aber ein ziemlich guter Film - und ein Denkmal für einen Menschen, der solch einen Film verdient hat...

Hätte man in dieser Form wohl eher nicht vom "Austin Powers"-Regisseur erwartet... :D Und der scheinbar auf actionreichere TV-Serien spezialisierte Autor liefert vielleicht keine Trumbo-Großartigkeiten ab und bleibt insgesamt reichlich konventionell (dass der Film irgendwann auf seinen Beginn Bezug nimmt, scheint da schon der ambitionierteste Ansatz zu sein!)... aber der Stoff und die Figuren und die Besetzung werten das Ganze ziemlich auf.

(Und Kirk Douglas-Darsteller Dean O'Gorman würde ich gerne in der James Bond-Rolle sehen, wenn Craig mal aufhören sollte...  :icon_lol: )
Da krame ich doch diesen Beitrag noch einmal hervor.

Da ich ja erst durch "Breaking Bad" richtig auf Bryan Cranston aufmerksam geworden bin und mich davon überzeugen konnte, daß ein großartiger Schauspieler in ihm schlummert (fernab von seinen überdrehten Auftritten in "Malcolm Mittendrin"), rückte auch "Trumbo" auf meiner Watchlist nach oben - zumal mich Hollywood-Biopics gerade aus den lange vergangenen Zeiten mehr und mehr interessieren. Es ist tatsächlich ein schöner und unaufgeregter Film geworden, der es - wie schon oben von Pierrot LeFou gesagt - nicht nötig hat, zu einer Who-is-Who-Starparade zu verkommen und von der Hauptfigur abzulenken, sondern sich auf die Personen beschränkt, die unmittelbar wichtig für Trumbo waren. Was mir auch gefallen hat, ist, daß hier mal ein Drehbuchautor in den Mittelpunkt gerückt wurde, also eine Person hinter der Kamera mit einer Funktion, die nicht gerade für Glamour steht. Schauspielerisches Überraschungs-Highlight für mich Christian Berkel als Otto Preminger.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

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Retro

DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER



Ein 15-jähriges Mädchen wird erhängt aufgefunden- alles deutet zunächst auf Selbstmord hin.
Inspector Silvestri findet jedoch heraus, dass der Tod schon vor dem erhängen eingetreten sein muss.
Bei weiteren Ermittlungen kommt man einer Organisation auf die Spur, welche ihr Geld mit Kinderprostitution macht- und deren Kunden auch hochrangige Persönlichkeiten sind.
Schon bald taucht auch noch ein komplett in schwarzer Motorradbekleidung steckender Killer auf, der auf alle Jagd macht, die mit diesem Fall zu tun haben...

Wenn man von einigen Logikfehlern in der Handlung absieht, und vom heiklen Thema nicht abgeschreckt ist, wird man hier sehr gut unterhalten.
Regisseur Massimo Dallamano (Bildnis des Dorian Grey, Kaliber 38) ist zwar kein Meisterregisseur, macht aber seine Sache durchaus ordentlich.
Auch die Besetzung ist in Ordnung, Mario Adorf hat aber nur eine etwas größere Nebenrolle.
Erstaunlich ist allerdings, dass Claudio Cassinelli, welcher später größtenteils nur noch in ganz schlechten Trashfilmen zu sehen war, hier durchaus ernsthaft und passend als Inspector rüberkommt.
Der Soundtrack von Stelvio Cipriani geht sofort ins Ohr und bleibt dort hängen. Zuletzt hatte ich den Film in den 80'ern auf VHS (cut) gesehen, aber den Score erkannte ich sofort wieder...
Die Freigabe ab 18 geht auch heute noch in Ordnung, es gibt hier erstaunlich harte Szenen zu sehen, die man nicht unbedingt erwartet.
Tricktechnisch ist das zwar alles sehr leicht zu durchschauen, verfehlt aber seine Wirkung nicht.
Wer jetzt aber einen klassischen Giallo oder gar Horrorfilm erwartet, liegt daneben- inszenatorisch ist "Der Tod trägt schwarzes Leder" ein reinrassiger Krimi,
ohne jeglichen übernatürlichen Schnickschnack und mit klassischer Polizeiarbeit.
Die DVD ist, im Gegensatz zur VHS, ungekürzt. Sehenswert!

8/10

RoboLuster

Zitat von: trikerider nach 28 August 2016, 02:21:57
Wer jetzt aber einen klassischen Giallo oder gar Horrorfilm erwartet, liegt daneben- inszenatorisch ist "Der Tod trägt schwarzes Leder" ein reinrassiger Krimi,
ohne jeglichen übernatürlichen Schnickschnack und mit klassischer Polizeiarbeit.


Klassische Gialli sind klassisch ganz ohne jeglischen übernatürlichen Schnickschnack. Also genau wie DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER. Guter Film, guter Giallo. ;)
https://youtu.be/RPQOMyyg9b8                          
"Shoot first, think never!" - Ash

Stefan M

30 August 2016, 23:33:44 #1455 Letzte Bearbeitung: 30 August 2016, 23:36:40 von Stefan M
"The Gift" (2015)

Das Ehepaar Simon (Jason Bateman) und Robyn (Rebecca Hall) zieht in eine neue Gegend, um dort ein neues Leben zu beginnen. Kaum da lernen sie einen sonderbaren Mann namens Gordo (Regisseur Joel Edgerton) kennen, der Simon noch aus Schulzeiten kennt. Obwohl er sich ruhig und nicht unfreundlich verhält, kommt er beiden nicht so ganz geheuer vor, da erweisen sich die ständigen Geschenke, die er dem Paar macht, um ihre Gunst zu gewinnen, nur noch kontraproduktiver und beunruhigender. Als Simon ihm klipp und klar sagt, daß es so nicht mehr weitergeht, kann sich der Abgewiesene damit nicht so recht abfinden...

Das ist allerdings nur der Anfang. Mehr zu verraten wäre nicht angebracht, um den Uneingeweihten hier nicht die zahlreichen Wendungen vorwegzunehmen, die der Film nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern subtil präsentiert. Da es lange braucht, bis sich die Absichten des rätselhaften Gordo entblättern, und obendrein auch die Hintergründe des Ehepaars nur diffus bleiben (wir erfahren quasi nichts über ihre Vergangenheit), ist die Ausgangslage schon eine ungemein fesselnde. Und so verfolgt man den Film gebannt, weil man einfach nicht weiß, worauf das hinauslaufen wird, dies aber unbedingt wissen möchte. Das nennt man ein perfektes Andrehen der Spannungsschraube. Jedenfalls schlägt die Sympathieverteilung am laufenden Band um, eine Ellipse in der Mitte des Films sorgt für zusätzliche Irritation, ehe das noch einmal die Geschichte in eine andere Richtung lenkende Ende wieder darauf zurückkommt und die Lücke füllt (oder doch nicht?). Freunde des Perfiden kommen da so richtig auf ihre Kosten, denn gemeiner kann ein Film kaum enden - eben weil er eine nicht ganz unwesentliche Frage offen läßt. Ich bin geneigt, sogar die 9/10 zu zücken.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

MMeXX

Ein bisschen Festivalatmosphäre eingesaugt die letzten Tage. Allesamt Sichtungen der 73. Filmfestspiele Venedig:

THE LIGHT BETWEEN OCEANS
Überzeugende Darsteller (extra erwähnt auch die Kleinkind/Kinder-Darsteller!), teils gigantische Scope-Bilder (da macht so 'ne gigantisch große Leinwand schon was her) und fesselnder Sound. Leider allerdings häufig vorhersehbar und inszenatorischer Standard (speziell "ernst gucken, während Kamera langsam reinzoomt"). Dazu Kitschladung für Kitschladung, die entweder zu unfreiwilligen Lachern führt (ich) oder mit Schluchzen und Tränchen (Begleitung). Der Film dürfte im Kino deutlich stärker wirken als daheim. Das macht ihn allerdings für mich noch nicht zu einem guten Film. 4/10

THE BLIND CHRIST (EL CRISTO CIEGO)
Willkommen im Arthaus. :D Ein Film über eine mögliche Reinkarnation Jesus' - in der chilenischen Einöde. Durchaus reizvoll, erfordert aber auch etwas Sitzfleisch - tortz "nur" 85 Minuten Länge. Wer sich mit der Bibel auskennt, wird sicher deutlich mehr Anspielungen/Verweise entdekcen bzw. verstehen als ich. Für mich nicht die große Offenbarung (haha!), aber klar sehenswert. 6/10

AMERICAN ANARCHIST
Dokumentarfilm über den Autor von "The Anarchist Cookbook". Hochgradig interessant, da ich da auch quasi 0 Vorwissen habe. Der Film beginnt ungeheuer spaßig und wird im Verlauf immer interessanter, was einfach an der Person William Powells (das ist der Autor) liegt. Ich habe keine Ahnung, ob und wenn ja wann es der Film mal nach Deutschland schaffen wird. Wenn er es schaffen sollte, eine klare Sichtungsempfehlung meinerseits. 8/10

SAFARI
Ulrich Seidls Team besucht die "Leopard Lodge", wo reiche Österreicher beim Jagen von Wildtieren begleitet werden. Unter den vier neuen Filmen mein persönliches Highlight. Von Seidls Filmen kannte ich bisher nur Poster/Trailer/kleine Ausschnitte. Der (Inszenierungs)Stil mag sicher gewöhnungsbedürftig sein, doch das Präsentierte geht - in mehrerer Hinsicht! - unter die Haut. Interessanteste Person für mich war der Betreiber dieses Jagdzirkusses, einerseits verabscheuungswürdig, andererseits mit einigen interessanten Äußerungen, wodurch er nicht zweidimensional bleibt, sondern ein streitbarer Charakter wird. ACHTUNG! Wer nicht sehen möchte, wie Zebra und Giraffe zerlegt werden, sollte diesen Film besser nicht schauen! (Bei unserer Vorführung sind dann auch spätestens bei der Giraffe einige aus dem Saal gegangen). 9/10

Und das (persönliche) Highlight: ZOMBI - DAWN OF THE DEAD (Argento Cut)
Freitag um Mitternacht gab es in Anwesenheit von Nicolas Winding Refn und Dario Argento die Welturaufführung der 4K-Restauration von DAWN OF THE DEAD. Geile Scheiße!

AntiTrust

5 September 2016, 11:05:24 #1457 Letzte Bearbeitung: 5 September 2016, 11:07:25 von Maxim
Få meg på, for faen / Turn Me On! (2011) als iTunes Verleihfilm (6/10)

Die Hauptrolle spielt ein 15-jähriges Mädchen namens Alma. Sie wohnt in einem norwegischen Kaff, auf das sie überhaupt keinen Bock hat. Als im Rahmen einer Party ein Junge namens Artur ganz kurz seinen Penis herausholt und sie damit (durch ihre Kleidung) piekt, gerät Almas Leben ziemlich in die Schieflage. Denn ihre Freundinnen - und überhaupt die ganze Schule - glaubt ihr die Geschichte nicht! Dass Alma ausgerechnet auch noch für Artur schwärmt, macht die Sache nicht gerade einfacher...

Recht kurzer (gute 70 Minuten), aber ganz netter Film aus Norwegen. Mehr lustig als dramatisch. Alma verhält sich wie viele Jugendliche in ihrem Alter: Sie flüchtet sich öfters in Tagträume/Sexfantasien, ist generell etwas verplant und bisweilen sehr aufsässig. Sie hat ein paar wenige Freundinnen, aber ihr Freundeskreis schrumpft massiv nach der Penis-Geschichte. Ab da wird sie teils sehr unbeliebt - und auch ausgegrenzt. Von Alma ganz abgesehen, schwanken die anderen Figuren im Film zwischen Unauffälligkeit und Verschrobenheit. Überwiegend erscheinen sie aber sympathisch.

Sicher kein Meisterwerk, aber für Zwischendurch durchaus zu empfehlen. Hier und da wirkt der Film etwas skurril bzw. absurd. (Vielleicht so, wie sich Deutsche typisch skandinavische Filme vorstellen? Gelegentlich etwas schräg, mit speziellem Humor?)

DisposableMiffy

Never Say Never Again (1983)

Wie Moore in seinem letzten 007-Auftritt war Connery hier auch schon viel zu alt für die Rolle. Viel erwartet hatte ich mir daher nicht von seiner abermaligen Rückkehr als Bond. Dass das Ding locker die Komplettgurken "Live and Let Die" und "You Only Live Twice" um Lichtjahre unterbietet kam dennoch überraschend. Die erste halbe Stunde dachte ich noch, vielleicht soll das eine Parodie sein. Wenn, dann zwar keine gute, aber das wäre zumindest theoretisch ein brauchbarer Ansatz gewesen. Der Eindruck verflüchtigte sich aber mit zunehmender Langeweile Laufzeit und mir schwante, die meinen diesen Krampf wirklich ernst. Der Cast liest sich auf dem Papier beeindruckend, aber dank des unterirdischen Drehbuchs ist das Acting eher auf dem Niveau einer Pornoparodie. Genau genommen wirkt der ganze Film wie eine Softpornoversion von Bond, nur dass es weniger nackte Haut zu sehen gibt. Dafür mieseste Klamotten und Frisuren und einen Score, der das schmierige Brechmittel von "The Spy Who Loved Me" wie Beethoven wirken lässt. Das originale Bond-Thema durfte man zum Glück nicht verwenden. Die Weichzeichner-Optik machte alles noch schlimmer, was aber vielleicht an der DVD gelegen haben mag und nicht am Film an sich. Selbst die geringeren Bond-Streifen sahen ja meistens noch ansprechend aus.

Die miesen Schauspielerleistungen haben mich noch eine ganze Weile nach dem Ende einigermaßen fassungslos gemacht. Bei Connery bin ich mir nach wie vor nicht hundertprozentig sicher, ob er sich nicht doch an einer Parodie versucht haben könnte. Alle anderen, vor allem Kim Basinger und Barbara Carrera, haben ihre Rollen bierernst dargeboten, was die Lächerlichkeit des Gezeigten nur noch weiter hervorgehoben hat.

Zu keiner Sekunde kommt hier Bond-Feeling auf, obwohl die nötigen Zutaten fast alle vorhanden sind. Die Regie führte mit Irvin Kershner auch kein totaler Versager. Umso bemerkenswerter, dass das Material derart in den Sand gesetzt wurde. Vermutlich eines der schlechtesten Remakes überhaupt.

3/10
letterboxd.com

Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

StS

Andrew Renzi´s Spielfilmdebüt ,,the Benefactor" (2015) - welches in unseren Breitengraden unter dem Titel ,,der Glücksbringer - Liebe gibt es nicht umsonst" erschienen ist - erzählt eine vergleichsweise simple Geschichte auf unüberhastete Weise und punktet vor allem als ,,Charakterstück" - was maßgeblich der hochklassigen Performance von Hauptdarsteller Richard Gere zu verdanken ist. Neben ihm sind u.a. noch die gewohnt überzeugende Dakota Fanning (als schwangere junge Dame - hach, wie die Zeit vergeht) und der ebenfalls anständig agierende Theo James zu sehen - doch ist es Richard, der sie allesamt mit seinem überaus charismatischen Spiel ,,überstrahlt". Wirklich schade, dass die Story nicht komplexer geraten ist - denn ohne die Stars hätte der Film auch als ein ,,gehobenes TV-Movie" durchgehen können. So bleibt ,,unterm Strich" ein solides, emotional-elegisches Drama ohne besonderen ,,Mainstream-Appeal" - was auch seine ,,unscheinbare" Veröffentlichung hierzulande erklären dürfte...   6/10
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

AntiTrust

Zitat von: DisposableMiffy nach  9 September 2016, 20:05:59
Never Say Never Again (1983)

Wie Moore in seinem letzten 007-Auftritt war Connery hier auch schon viel zu alt für die Rolle. Viel erwartet hatte ich mir daher nicht von seiner abermaligen Rückkehr als Bond. Dass das Ding locker die Komplettgurken "Live and Let Die" und "You Only Live Twice" um Lichtjahre unterbietet kam dennoch überraschend. Die erste halbe Stunde dachte ich noch, vielleicht soll das eine Parodie sein. Wenn, dann zwar keine gute, aber das wäre zumindest theoretisch ein brauchbarer Ansatz gewesen. Der Eindruck verflüchtigte sich aber mit zunehmender Langeweile Laufzeit und mir schwante, die meinen diesen Krampf wirklich ernst. Der Cast liest sich auf dem Papier beeindruckend, aber dank des unterirdischen Drehbuchs ist das Acting eher auf dem Niveau einer Pornoparodie. Genau genommen wirkt der ganze Film wie eine Softpornoversion von Bond, nur dass es weniger nackte Haut zu sehen gibt. Dafür mieseste Klamotten und Frisuren und einen Score, der das schmierige Brechmittel von "The Spy Who Loved Me" wie Beethoven wirken lässt. Das originale Bond-Thema durfte man zum Glück nicht verwenden. Die Weichzeichner-Optik machte alles noch schlimmer, was aber vielleicht an der DVD gelegen haben mag und nicht am Film an sich. Selbst die geringeren Bond-Streifen sahen ja meistens noch ansprechend aus.

Die miesen Schauspielerleistungen haben mich noch eine ganze Weile nach dem Ende einigermaßen fassungslos gemacht. Bei Connery bin ich mir nach wie vor nicht hundertprozentig sicher, ob er sich nicht doch an einer Parodie versucht haben könnte. Alle anderen, vor allem Kim Basinger und Barbara Carrera, haben ihre Rollen bierernst dargeboten, was die Lächerlichkeit des Gezeigten nur noch weiter hervorgehoben hat.

Zu keiner Sekunde kommt hier Bond-Feeling auf, obwohl die nötigen Zutaten fast alle vorhanden sind. Die Regie führte mit Irvin Kershner auch kein totaler Versager. Umso bemerkenswerter, dass das Material derart in den Sand gesetzt wurde. Vermutlich eines der schlechtesten Remakes überhaupt.

3/10


Uff, 3/10 ist aber schon hart! :icon_mrgreen:

Dass er insgesamt nicht besonders gut ist, darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Ich find aber schon, dass er hier und da seine Momente hat. (Ist das nicht der Bond wo er zu seinem Vorgesetzten sagt, dass er in der Einsatzsimulation zwar beide Beine verloren hat, aber nicht tot war? :king:)

Und was das original Bond-Theme angeht - das hab ich extrem vermisst! Es gehört einfach dazu, ganz egal wie gut oder schlecht der jeweilige Bond ist.

DisposableMiffy

Zitat von: Maxim nach 11 September 2016, 20:32:09(Ist das nicht der Bond wo er zu seinem Vorgesetzten sagt, dass er in der Einsatzsimulation zwar beide Beine verloren hat, aber nicht tot war? :king:)


Genau.

Mit der Bond-typischen Musik hätte der Film wohl ein bisschen besser gewirkt. Wie sehr die vertrauten Töne zum Gesamteindruck beitragen, hat ihr Fehlen hier sehr schön deutlich gemacht.
letterboxd.com

Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

PierrotLeFou

Ich mag den deutlich lieber als jeden "echten" Bondfilm der 80er Jahre.

Connery wirkte weniger träge als in manch früheren Bondrollen, dann hat der Film mit Kim Basinger ein wundervolles Bondgirl und mit dem Brandauer einen der allerbesten Bondschurken. Das Finale war zudem nicht so lahmarschig wie das Feuerball-Finale und der hatte jede Menge Reize zu bieten, die ich mir von einem Bondfilm verspreche. Bloß auf Atkinson hätte ich verzichten können...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Hitfield

Meine letzte Sichtung von "Sag niemals nie" war 2006 - bislang habe ich ihn drei Mal gesehen.

Ich fand den solide bis gelungen. In meiner Besprechung der Zweitsichtung anno 1998 hatte ich u. a. geschrieben: (...) Connery [macht] in seinem siebten Auftritt als britischer Geheimagent eine wesentlich bessere Figur als Schlaftablette Roger Moore - er agiert einfach souveräner und sympathischer.

Gelobt hatte ich Klaus Maria Brandauer als deutschsprachigen Bösewicht und Barbara Carrera als bad girl. Weniger überzeugend fand ich Kim Basinger als hübsches (logisch!), aber leider langweiliges Bond-Girl sowie den nervigen Score von Michel Legrand ("Atlantic City USA") und den mißlungenen Titelsong von Lani Hall.

Trotz des Budgets von 36 Mio. US$ wurde - vielleicht im Geiste der alten Bond-Filme - auf allzuviele Hightech-Gimmicks weitestgehend verzichtet und der Actionanteil zudem ein wenig runtergefahren.

Kein Überflieger, aber in Ordnung. 7/10
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

DisposableMiffy

Zitat von: PierrotLeFou nach 12 September 2016, 23:09:36
Ich mag den deutlich lieber als jeden "echten" Bondfilm der 80er Jahre.


"For Your Eyes Only" und "The Living Daylights" finde ich gut, "Octopussy" hat seine Momente, "A View to a Kill" und "License to Kill" finde ich zwar besser als "Never Say Never Again", aber ich mag beide so gut wie gar nicht.

Zitat von: PierrotLeFou nach 12 September 2016, 23:09:36Connery wirkte weniger träge als in manch früheren Bondrollen[...]


Das kam man so stehen lassen, trotz des Altersfaktors. Was ich dem Remake insgesamt nicht vorwerfen kann, ist, dass es langweilig wäre.
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Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

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StS

Zitat von: Wolfhard-Eitelwolf nach 27 Februar 2015, 13:35:53
Outpost 37 (2014)

Billiger B-Actioner mit kleinen SF-Einlagen  :doof:, die die Bezeichnung kaum verdienen. Außergewöhnlich ist hier einzig der durch Found-Footage- / Interview-Schnipsel "aufgelockerte" Handlung. (welche Handlung? Ich entdeckte nur wildes Geballer und dummes Geschwätz rund um eine der billigten Steppenlocations aller Zeiten - ein angeblich in Afganistan liegender Schrottplatz oder Schrebergarten?!). Am besten nebenher auf Tele5 laufen lassen!

3 / 10


Jip, sehe ich sehr ähnlich...

Mit der britisch-südafrikanischen Co-Produktion ,,Outpost 37" hat der hauptberufliche ,,Visual Effects Supervisor" Jabbar Raisani 2014 sein Spielfilm-Regiedebüt abgeliefert: Ein Low-Budget-Sci-Fi-Actioner im ,,Found Footage" Stil. Letzterer Ansatz wurde recht gut umgesetzt - allerdings ohne dass der eine oder andere damit verknüpfte Logik-Platzer (speziell am Ende) verhindert werden konnte. Redselig wird der Alltag einer Gruppe Soldaten im Titel-gebenden Camp dokumentiert - wobei zahlreiche Interviews und Text-Tafeln regelmäßig dazu genutzt werden, die generell relativ dünne Story immer wieder zumindest etwas anzureichern. Vernünftige Charakterzeichnungen sucht man ebenso vergebens wie echte Sympathieträger, Spannung oder eine wahrhaft bedrohliche Atmosphäre. Die kostengünstigen CGIs schwanken in ihrer Qualität - zum Finale hin gibt´s immerhin ein paar überzeugende - und die außerirdischen Invasoren sehen unfreiwillig amüsant nach ,,Gummi" aus. In Sachen Action werden dem Publikum indes B-Movie-typische (solide umgesetzte) ,,Ballereien in der Steppe" geboten - worüber hinaus durchaus einzelne interessante Ideen in diesem hin zu einer (Möchtegern-)Kreuzung aus ,,Restrepo" und ,,Starship Troopers" tendierenden Streifen zu verzeichnen sind. Leider aber mangelte es dem Ganzen sowohl an einer besser ausgearbeiteten Skript-Vorlage als auch an umfangreicheren finanziellen Möglichkeiten...

sehr knappe 4/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Ich hatte gestern Preston Sturges "The Lady Eve" (aka "Die Falschspielerin", just von Arte ungefähr sechsmal ausgestrahlt), der erst etwas hüftsteif wirkte und später immer lustiger wurde, wenn auch Henry Fonda kein wirklich guter Typ für Screwball-Komödien war.
Hatte aber einige bombige Momente und kam mit zunehmender Laufzeit immer besser rum.
War dann sogar noch besser als die "Palm Beach Story" vor einigen Monaten. 7,5/10


Danach hab ich mir noch "R.I.P.D" gegeben, der jetzt auch wieder nicht so abgründig mies war, wie er immer gemacht wurde, aber sehr unter den mäßigen Tricks und einen offenbar endlos einkondensierten Drehbuch aus diversen Erfolgsvorlagen leidet.
Für eine Durchschnittswertung bin ich aber noch zu haben, so sehr geärgert hat er mich nun auch wieder nicht. 5/10
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

Moonshade

Gestern in Tschick gewesen und kann nur eine breitestmögliche Empfehlung rausgeben, egal ob man Herrndorfs Buch gelesen hat oder auch nicht - Fatih Akin hat es praktisch wortwörtlich verfilmt.

Ist erzählerisch keine Sensation, also Road Trip mit Coming of Age gemischt, besticht aber nicht nur mit pointierten Dialogen und Off-Kommentaren, sondern auch mit perfekten Darstellern aus dem frühen Teenagerbereich.
Göbel und Batbileg sind absolut super.
Hab mich 93 Minuten lang weggeschmissen und erfreut festgestellt, dass man tragisches Untertöne in einen Film reinbringen kann, ohne sie dem Publikum in die Fresse prügeln zu müssen.
Die Kinos (inzwischen wohl die Programmkinos) sind immer noch sehr voll - der Film sollte Schulpflichtmaterial werden, kommt vor allem nicht hüftsteif rüber wie noch ein Beitrag zur Anne-Frank-Schule.

8,5/10 minimum!
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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StS

Unabhängig dessen, dass es dem Streifen wahrlich nicht an altbekannten Klischees, Genre-Versatzstücken und vorausahnbaren ,,Jump Scares" mangelt, ist dem deutschen Regisseur Simon Verhoeven mit ,,Unfriend" (aka ,,Friend Request") ein überraschend unterhaltsamer übernatürlicher Horror-Thriller gelungen, der im schönen Kapstadt gedreht wurde sowie u.a. mit solide agierenden Jungdarstellern, stimmungsvollen Bildern und so einigen ,,creepy-effektiven" Momenten aufwartet: Ein inhaltlich zum Teil etwas ,,holpriges" und nicht sonderlich originelles Werk, das nichtsdestotrotz kurzweilig sowie den Beweis erbringend daherkommt, dass auch heimische Filmemacher ,,unter den richtigen Umständen" international konkurrenzfähige Kost abliefern können...   6/10     
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Stefan M

"Der Schrecken der Medusa"

Da ich den nun endlich auf DVD habe, mußte ich ihn mir natürlich auch mal wieder ansehen. Zieht einem immer noch die Schuhe aus und zeigt mal eben allen Schema-F-Katastrophenfilmen von heute gepflegt den Mittelfinger, weil sich hier noch nicht einmal die internationalen Stars sicher sein können, daß sie den Film überleben. Das hat er zwar mit vielen Genrevertretern der 70er gemein, die mitunter ja ganze Horden an renommierten Schauspielern über die Klinge springen ließen, aber ein Katastrophenfilm ist das ja eigentlich eh nur nebenbei, denn hier spielt der Mystery-Aspekt die dominante Rolle, der für ein durchgängiges Frösteln und für zahlreiche haarsträubend unheimliche Szenen sorgt. Richard Burtons kalter Blick schüttelt mich kräftig durch und das grausige Ende mit noch erschreckenderer Pointe obendrauf verdient eine 1 mit Sternchen. Leider wird er zwar von fast allen über alle Maßen geschätzt, die ihn gesehen haben, aber es ist schade, daß es sich dabei über einen so kleinen erlauchten Kreis zu handeln scheint. Hätte jedenfalls wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient.
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!