Autor Thema: Die letzte Sichtung  (Gelesen 252706 mal)

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Offline Private Joker

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1650 am: 26 Oktober 2017, 10:25:48 »
Also auf Roundups über 7, 10 oder gar 13 Teile, möglichst alle noch mit Bildchen, könnte ich in dem Thread notfalls verzichten. "Letzte Sichtung" heißt ja, irgendwann in den letzten Tagen mal angesehen, dass jemand sich 10 Folgen Puppetmaster oder änliches Qualitätskino am Stück gibt, halte ich jetzt doch eher für unplausibel. Und um über irgendwann über die Jahre mal gesehene Filme die Eindrücke zusammenzuschreiben, ist das jetzt mMn eigentlich nicht der gedachte Ort, vielleicht dann lieber als neuer Thread "Sequels, Remakes, Reboots" oder so.
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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1651 am: 27 Oktober 2017, 01:16:18 »
"Letzte Sichtung" heißt ja, irgendwann in den letzten Tagen mal angesehen, dass jemand sich 10 Folgen Puppetmaster oder änliches Qualitätskino am Stück gibt, halte ich jetzt doch eher für unplausibel.
Da täuscht du dich jetzt allerdings. Sowas mache ich (und einige andere die ich kenne) durchaus recht häufig...  :icon_razz:
Allerdings gönne ich Filmreihen mit mehr als 5 Teilen, oder dazu passenden anderen Filmen, grundsätzlich eigene Threads.  :icon_mrgreen:
Morgen kommen z.B. gefräßige kleine Fischlis auf euch zu, zwei Filme zum Thema muss ich noch ansehen.  :icon_cool:

Offline Keitel

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1652 am: 27 Oktober 2017, 03:17:41 »
Mother! : Die Allegorie über den (Un-)Sinn der Schöpfung (der Menschen) imponiert, verwirrt und ermüdet gleichermaßen. Dabei setzt der Regisseur Darren Aronofsky hauptsächlich auf die Schauspielkunst seiner Darsteller, allen voran die von Jennifer Lawrence (verkörpert die Mutter Natur), deren Gesicht 60% des Filmes ausmacht. Gewisse Eintönigkeit in der Erzählung beeinträchtigt den Gesamteindruck. Note: 6,5/10

Blade Runner 2049 (3D): Würdige Fortsetzung von Blade Runner aus dem Jahr 1982 , technisch und inszenatorisch auf einem hohen Niveau. Die erste Hälfte des Films hat einige Längen, dafür ist die zweite Hälfte sehr spannend, komplex und einnehmend. Insgesamt sehr stimmungsvoll und stimmig. Note: 8,5/10

Happy End:
für mich eindeutig das schwächste Werk von M. Haneke. Zum ersten Mal hat Haneke mich enttäuscht, da er eigentlich nichts zu erzählen hat (sowie keine Botschaft, ein paar Themen werden unbefriedigend angerissen). Er hat auch kein gelungenes Drehbuch geschrieben. Neben den Schauspielern (vor allem Jean-Louis Trintignant, Isabelle Huppert und charismatischer Fantine Harduin) rettet die haneke-typische statische, präzise und schonungslos beobachtende Kamera, den Film vor Bedeutungslosigkeit. Note: 6,5/10

Macchie solari (IT 1975):
"Autopsy" ist nicht gerade der spannendste Giallo, aber mir hat der Spaß gemacht. Das liegt einerseits an attraktiver Mimsy Farmer, die hier einige Male nackt oder halb nackt zu bewundern ist, andererseits daran, dass die Zuschauer immer wieder auf die falsche Fährte geführt werden. Manchmal ist der Film (u.a. bei der Auflösung) unfreiwillig komisch, was auch eine Qualität für einen Trashfilm sein kann. Die Morde sind nicht sehr blutig oder originell und die Spannung bzw. die Verständigkeit und Stringenz der Story leiden z.T unter zu vielen psychisch kranken Verdächtigen (fast alle Beteiligten sind irgendwie gemütskrank und dadurch unberechenbar), dafür müssen die Zuschauer ein paar eklige, verstörende Bilder ertragen. Normales Publikum kann ruhig den Film ignorieren, jedoch die Fans von Giallos bzw. die Fans von Mimsy Farmer sollten den Film schon gesehen haben. Note: 7/10
« Letzte Änderung: 27 Oktober 2017, 03:21:01 von Keitel »
"Auch wenn es dein Ego erschüttert, aber das ist nicht das erste Mal, dass ich eine Knarre vor der Nase habe."

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1653 am: 29 Oktober 2017, 23:36:38 »
HATCHET



Der entstellte, scheinbar unsterbliche Killer Victor Crowley hetzt eine Gruppe jugendlicher durch ein Sumpfgebiet.

Viel mehr Handlung gibt es nicht- und mehr kann man auch nicht erwarten
Purer Splatter-Horror amerikanischer Machart, wie es ihn in den 80'er Jahren massenhaft gab, eben "Old School".
Wenn man genau das erwartet was auf dem Cover steht, wird man auch nicht enttäuscht.
Regisseur Adam Green bedient jedes alte Horrorfilm-Klischee:
Genau wie damals gibt's kaum Handlung, Logiklöcher, brutale Morde in Großaufnahme, welche allesamt drastisch, aber etwas billig rüberkommen,
die typischen Oben-ohne-Mädels, kaum überlebende und das obligatorisch böse, offene Ende.
So ganz nebenbei tauchen auch ein paar kultige Gaststars im Film auf:
Robert Englund, Tony Todd und Kane Hodder, der wieder mal den deformierten, unkaputtbaren Killer spielen darf.
Der überzeugende Score und als Titelsong Marilyn Manson's "The new shit" passen ebenfalls perfekt.
Wer bei der Beschreibung auf dem Cover ernsthaften Horror erwartet ist selbst schuld- purer Splatterspaß!

8/10

HATCHET II



Marybeth, die einzige Überlebende des ersten Films versammelt einige Leute um sich, um Victor Crowley zu jagen. Die Jagd im Sumpf geht weiter...

Tony Todd und Kane Hodder sind wieder mit dabei,
ausserdem John Carl Buechler, Mike Mendez, Llloyd Kaufman und der wohl nur wenigen bekannte R.A. Mihailoff (Leatherface in TCM III) in Gastrollen.
Wenn das mal kein Horrorfilm-Fanservice ist! Als Titelsong darf diesmal "Just one fix" von Ministry herhalten.
Der zweite Film um Victor Crowley beginnt etwas schleppend und Dialoglastig, wird nur gelegentlich von kurzen, aber deftigen Splatterszenen unterbrochen.
Erst im letzten drittel gibt der Film ordentlich Gas, der Bodycount mit saftigem Splatter steigt deutlich an.
Hier hat Regisseur Adam Green wohl versucht, ein wenig mehr Handlung in den Splatterspaß zu integrieren, was zwar nicht komplett misslungen ist,
aber den Film eben ein wenig ausbremst. Zumindest fällt einem das auf, wenn man direkt zuvor den ersten Hatchet angesehen hat.
Finger weg von der deutschen DVD oder Blu-ray, hier wurden knapp 4 Minuten geschnitten.

7/10

HATCHET III



Marybeth versucht immer noch, Victor Crowley zu töten- und wird verdächtigt selbst für die Leichen im Sumpf gesorgt zu haben...

Adam Green fungiert hier nur noch als Produzent und Drehbuchschreiber,
die Regie übergab man dem vorher und nachher vollkommen unbekannten BJ McDonnell.
Und weil zu einem Splatterfilm die Musik von GWAR so schön passt, dürfen eben diese hier "Hail, Genocide" als Titelsong zur Verfügung stellen.
Kane Hodder ist immer noch als Victor Crowley unterwegs, in Gastrollen sind Zach Galligan und Sid Haig zu sehen.
Klingt ja erstmal beängstigend, da bei den Darstellern ja eher zurückgerudert wurde. Ganz so schlimm kommt es aber doch nicht.
Der Splattergehalt ist hier etwas besser verteilt als im Vorgänger, und immer noch sehr deftig ausgefallen.
Inhaltlich wird es aber inzwischen doch ein wenig langweilig, da es keine richtige Story gibt- und man nur damit beschäftigt ist,
auf die nächste Gore-Szenen zu warten.
Das hat zwei mal sehr gut funktioniert, beim dritten Film hat sich das aber doch schon arg abgenutzt.
Immer noch ein feiner Splatter-Spaß, aber schon mit ersten Abnutzungserscheinungen.
Finger weg von der deutschen DVD oder Blu-ray, hier wurden knapp 2 Minuten geschnitten.

6/10
« Letzte Änderung: 3 Januar 2018, 02:06:44 von Retro »

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1654 am: 30 Oktober 2017, 23:17:12 »
RAMPAGE



Eine spießige amerikanische Kleinstadt: Bill Williamson (Brendan Fletcher), Anfang zwanzig und noch bei seinen Eltern wohnend, ist frustriert.
Sein Job kotzt ihn an, seine Eltern wollen dass er auszieht, in einem Fastfood Restaurant schmeisst die Bedienung sein Essen vom Tisch ohne sich zu entschuldigen,
und selbst der bestellte Latte Macchiato im Coffee Shop ist nicht nach seinem Wunsch zubereitet.
Er beschließt, sich an der ganzen Gesellschaft zu rächen, baut sich eine schussfeste Rüstung und beginnt schwerbewaffnet einen Amoklauf durch die Stadt...

Ein Film von Uwe Boll, den man sich wirklich ansehen kann- und der ohne grobe Fehler oder billige Effekte auskommt.
Ausser Boll-Dauerdarsteller Michael Paré in einer Nebenrolle sind die Darsteller unbekannt, aber nicht unbegabt.
Tiefsinnige Unterhaltung darf man hier nicht erwarten, auch wenn Boll einem das gerne erzählt- aber als reiner Actionfilm ist Rampage durchaus sehr gelungen.
Die deutsche Version ist stark gekürzt, selbst das Ende wurde für Deutschland mittels einer Texteinblendung geändert.
Wer nur die deutsche Version kennt, dürfte sich eben wegen dieser Einblendung wundern, warum es überhaupt Fortsetzungen gibt...
In Holland gibt es den Film uncut mit deutscher Tonspur.

8/10

RAMPAGE - CAPITAL PUNISHMENT



Bill Williamson (Brendan Fletcher) hat sich nach seinem Amoklauf mit über hundert Toten vorerst zurückgezogen, und ist für Behörden und Polizei unauffindbar.
Drei Jahre sind seit dem vergangen, in sozialen Netzwerken hat er einige Fans unter diversen Extremisten- und kündigt so seinen nächsten Anschlag an.
Bill stürmt einen TV-Sender, tötet einen Großteil der Angestellten, schnappt sich den derzeit angesagten Nachrichtensprecher Chip, und nimmt einige Geiseln.
Die Polizei umstellt das Studio, doch Bill ist das egal- er will nur eines: Den Sender zwingen, öffentlich ein Video abzuspielen, und danach ein Interview dazu abgeben.
Er will Ungerechtigkeiten und Probleme im Land anprangern- dafür ist er nicht nur bereit weitere Menschen zu töten, auch sein eigener Tod macht ihm nichts aus...

Nach seinem überraschend guten, und dementsprechend erfolgreichen ersten Teil, setzt Uwe Boll diesmal nicht nur auf einen Amoklauf aus Frust,
sondern gibt seinem Bill Williamson ein höheres Ziel- das anprangern diverser Probleme des amerikanischen Systems.
Vom Waffengesetz über Mediengeilheit und Whistleblowern bis zur Politik im allgemeinen kriegt alles und jeder seinen Teil ab.
Thematisch ist das durchaus harter Stoff, und Brendan Fletcher überzeugt, wie schon im ersten Film, in seiner Rolle.
Der Gewaltgrad wurde, passend zur diesmal eher ernsthaften Aussage des Films, etwas zurückgeschraubt.
Meckern muss man hier allerdings ein wenig bei der deutschen Synchro.
Die geht zwar größtenteils in Ordnung, aber warum man gerade (und ausschließlich) Boll eine dermaßen lächerliche Synchronstimme verpasst hat ist mir ein Rätsel.
Noch Rätselhafter ist nur, warum er das dann auch noch am Ende durchgewunken hat. Nicht nochmal geprüft?
Etwas weniger Rückblicke auf den Vorgänger hätten im übrigen auch ausgereicht- aber das ist nun meckern auf hohem Niveau.
"Capital Punishment" funktioniert sowohl als Actionfilm, als auch als Anklage gegen das System.
Diesmal scheint zwar weniger Budget zur Verfügung gewesen zu sein, aber der Film funktioniert auch im beengtem Raum eines TV-Senders.
Der erste Film hat zwar trotzdem etwas mehr Eindruck hinterlassen- aber schlecht ist auch der zweite nicht.

7/10

RAMPAGE - PRESIDENT DOWN



Nachdem Bill Williamson (Brendan Fletcher) im Vorgängerfilm den TV-Sender gesprengt, und damit seinen Tod vorgetäuscht hat, tauchte er wieder unter.
Fernab der Zivilistation hält er nach wie vor Kontakt zu seinen "Fans" und einer Freundin, während er weiterhin schießen trainiert.
Schließlich gelingt ihm das unfassbare: Mit einem Scharfschützengewehr tötet er den Präsidenten der USA, den Vizepräsidenten und einen Minister.
Bill ist klar, dass durch diese Tat alle Einsatzkräfte des Landes hinter ihm her sein werden- und er das vermutlich nicht überleben wird.
Allerdings ist er entschlossen, vorher so viele wie möglich mit in den Tod zu nehmen, um die Welt endgültig aufzurütteln.
Und sein Plan geht auf: Er findet Unterstützer im Volk, welche nun ihrerseits Jagd auf die reichen und wichtigen Personen der Gesellschaft machen...

Wie schon im vorherigen Film ist auch hier eine Weiterentwicklung in der Geschichte zu spüren.
Diesmal geht es weder um reine Wut, Frust und Hass wie im ersten, und es werden keine Zivilisten mehr getötet um etwas zu erreichen wie im zweiten Film.
Der Gegner ist die Obrigkeit in Form vom Präsidenten persönlich, seinen ausführenden Organen und vor allem das FBI.
Leider hatte Boll hier scheinbar noch weniger Geld zur Verfügung als im Vorgänger, so dass sich die erste Stunde ziemlich hinzieht.
Viele Dialogszenen, und viele Rückblicke auf die beiden vorherigen Filme müssen ertragen werden,
bevor es die letzten 20 Minuten noch einmal richtig abgeht, auch wenn, wohl aus Geldgründen, an blutigen Effekten und Explosionen weitgehend gespart wurde.
Insgesamt ist die "Rampage"-Trilogie aber wohl das beste, und vor allem ernsthafteste, was Uwe Boll jemals abgeliefert hat.

6/10
« Letzte Änderung: 3 Januar 2018, 02:13:19 von Retro »

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1655 am: 1 November 2017, 00:37:43 »
INTO THE MIRROR



Woo Young-Min, ein ehemaliger Polizist, der wegen einer Fehlentscheidung bei der sein Partner getötet wurde den Dienst quittiert hat,
kriegt dank seines Onkels den Posten des Sicherheitsbeauftragten in einem Kaufhaus, welches ein Jahr nach einem Großbrand neu eröffnet.
Ein paar Tage vor der Eröffnung geschehen jedoch mysteriöse Selbstmorde unter den Angestellten- immer in der Nähe eines oder mehrerer Spiegel.
Während die Polizei den Täter unter den Angestellten sucht, glaubt Woo Young-Min an übernatürliches Geschehen-
denn sein Partner starb damals wegen einem Schuss in einen Spiegel...

Wie so oft in asiatischen Horrorfilmen baut sich hier recht schnell eine sehr düstere, bedrohliche Stimmung auf- ohne viel zu zeigen.
Der Film wird zwar eher ruhig erzählt, bietet aber durchgehend eine geradezu unangenehme Atmosphäre,
als Zuschauer achtet man schon bald auf jeden Spiegel der im Film zu sehen ist, obwohl dort natürlich meist nichts passiert.
Hier wird gekonnt mit den Erwartungen gespielt, und die Szenen in und mit den Spiegeln sind hervorragend gemacht.
Die Darsteller sind überzeugend, und der Soundtrack unterstützt die Spannung hervorragend.
Für die Freunde klassischer "Grusler" empfehlenswert, wer aber Action und Splatterszenen erwartet sollte die Finger von "Into the Mirror" lassen.

9/10

MIRRORS



Für Ben Carson (Kiefer Sutherland) läuft es nicht gut: Als verdeckter Ermittler hat er einen Kollegen erschossen, und daher den Dienst quittiert.
Seine ehemaligen Kollegen verachten ihn, er ertränkt seine Schuldgefühle in Alkohol, und seine Frau setzt ihn deswegen vor die Tür.
Um sein Leben wieder in die richtige Spur zu kriegen, nimmt er Medikamente, und einen vermeintlich ruhigen Job an:
Nachtwächter in einem vor Jahren abgebrannten riesigen Kaufhaus, in welchem viele Menschen starben, und das seitdem nicht renoviert wurde.
Schon in der ersten Nacht fallen ihm dort die zahlreichen, noch gut erhaltenen Spiegel auf, welche offensichtlich nicht nur zeigen was sie sollen.
Zunächst entdeckt er nur einige Handabdrücke auf den Spiegeln, doch schon bald scheinen sich ihm in den Spiegeln die Opfer des Brandes zu zeigen.
Natürlich glaubt man ihm zunächst nicht, und schiebt das ganze auf die Nebenwirkungen seiner Medikamente.
Als auf einem Spiegel das Wort "Esseker" erscheint, beginnt er zu recherchieren.
Er findet heraus, dass bereits mehrere Personen, unter anderem auch sein Vorgänger in diesem Job, erfolglos nach "Esseker" gesucht haben-
und sie alle, wie auch deren Familien, inzwischen auf mysteriöse Art gestorben sind...

Regisseur Alexandra Aja hat sich direkt nach seinem "The Hills have Eyes" erneut an ein Remake gewagt.
Diesmal hält er sich allerdings an keinen alten "Klassiker", sondern an den koreanischen, nur 5 Jahre zuvor gedrehten "Into the Mirror".
Und wieder beweist Aja, dass er der richtige Mann für schräge Horrorstoffe ist.
Er erweitert die Geschichte sinnvoll und glaubwürdig, bietet genug eigene Ideen um sich vom Original abzuheben,
und macht aus dem Vorbild trotz nicht weniger deutlich blutigerer Szenen keinen reinen Splatterfilm,
sondern setzt auch viel auf düstere Stimmung, bietet optisch aber durchaus ein Effektespektakel mit beeindruckenden Spiegelszenen.
Zudem hat Aja hier mit Kiefer Sutherland einen perfekt passenden, sehr gut aufspielenden Hauptdarsteller gefunden.
Lediglich etwas weniger sofort als solche erkennbare CGI-Szenen wären noch ganz nett gewesen.
Ansonsten alles richtig gemacht. "Mirrors" ist eines der besten Remakes die mir bekannt sind.

9/10

MIRRORS 2



Max (Nick Stahl) verursachte einen Autounfall, bei dem seine Verlobte starb- und er selbst in letzter Sekunde von den Rettungskräften reanimiert werden konnte.
Seitdem ist er in Psychiatrischer Behandlung und muss starke Medikamente nehmen.
Um ihm wieder auf die Beine zu helfen bietet ihm sein Vater (William Katt) einen einfachen Job in seinem Kaufhaus an- als Nachtwächter.
Schon in der ersten Nacht meint Max, eine Frau in den Spiegeln des Kaufhauses zu sehen- und zweifelt an seinem Verstand.
Als er erfährt, dass vor kurzem eine Angestellte des Kaufhauses, welche der Erscheinung im Spiegel ähnlich sah verschwunden ist,
und sein Vorgänger wahnsinnig geworden ist, will er zunächst den Job aufgeben.
Doch als es mysteriöse Todesfälle bei den Angestellten des Kaufhauses gibt, und er auf die Schwester der verschwundenen trifft,
beginnt er sich für die Geschichte, welche dahinter steckt zu interessieren...

Das Original gehört zu meinen Lieblings-Gruslern aus dem asiatischen Bereich, das Remake von Alexandre Aja mit Kiefer Sutherland war ebenfalls sehr ordentlich,
und jetzt noch eine Direct-to-DVD Fortsetzung, die auf jeden Fall gehobener durchschnitt ist.
Auf dem Regiestuhl sitzt diesmal Victor Garcia, der sich wohl im Bereich der etwas besseren, aber günstig produzierten Horror-Fortsetzungen wohlfühlen zu scheint.
Von ihm stammt auch der durchaus ansehbare Haunted Hill 2.
Mit Nick Stahl und William Katt sind immerhin zwei halbwegs bekannte Gesichter mit dabei, schauspielerisch geht das ganze auch in Ordnung.
Splatterfreaks brauchen sich von der 16er Freigabe nicht erschrecken lassen- der Film ist uncut, und manchmal überraschend blutig ausgefallen.

7/10
« Letzte Änderung: 3 Januar 2018, 02:09:46 von Retro »

Offline Kinomensch

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1656 am: 5 November 2017, 19:05:36 »
Mary Shelley's Frankenstein {1994 - Kenneth Branagh}

Schaue diese alten Gruselfilme im Stil der "schwarzen Romantik" immer noch sehr gern, und der Film von Kenneth Branagh ist für mich eines seiner schönsten Vertreter.
Ganz toll gespielt und handwerklich einfach sauber umgesetzt, von den Masken und dem Make-Up, über die Kostüme, dem Setdesign und der Soundkulisse - hier stimmt einfach alles.
Starke Leistung auch von Robert De Niro, seine Interpretation gehört wahrscheinlich zu der menschlichsten von allen Verfilmungen, seine Performance ist es die dem Film Tiefe verleiht.
Insgesamt sehr gelungene und teilweise eklige Hommage an Mary Shelley und ihr Buch, gerade wenn man Wert auf eine detailgetreue Umsetzung legt.

Wertung: 8 von 10 Punkten
« Letzte Änderung: 5 November 2017, 19:10:16 von Kinomensch »

Offline Kinomensch

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1657 am: 11 November 2017, 00:34:21 »
Hard Rain {1998 - Mikael Salomon}

Hui, hat der Spaß gemacht. Tolles Popcornkino, kurz und knackig, ohne überfrachtete Story und keine Sekunde langweilig.
Im Grunde ein Western, der sehr geschickt die beiden Genres Action und Katastrophenthriller miteinander verbindet.
Der Plot mag dabei etwas dünn sein und die Wendungen erwartbar, kann aber durch tolle Shootouts und psychologisch ausgereiften Figuren überzeugen.
Eine klare gut/böse Trennung gibt es hier nicht, die Rollenverteilung wechselt sogar mehrmals im laufe der Handlung.
Während die Flutkatasrophe eine ganze Kleinstadt ersäuft, kämpfen C. Slater, M. Freeman, R. Quaid und M. Driver wahlweise um einen ganzen Haufen Geld, oder ihr Leben.
Der eigentliche Star ist dabei aber sowieso das Setting. Der Titel bringt es eigentlich genau auf den Punkt, das ist einer der feuchtesten Filme die ich kenne.
Es regnet ununterbrochen von der ersten bis zur letzten Szene und am Ende kommt durch einen Dammbruch noch eine Steigerung hinzu. Alles schön in CGI-freien Zonen.
Ein echtes Schmuckstück in meinen Augen das man sich immer mal wieder geben kann, das hier ist noch echte Hausmannskost :andy:

Wertung: 8 von 10 Punkten

Offline PierrotLeFou

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1658 am: 15 November 2017, 03:47:36 »
The Square

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es für besonders beachtlich oder für besonders beschämend halte, wenn eine Satire kaum von dem abweicht, was ich mir so unter Realität vorstelle... oder wenn eine Satire mit Samthandschuhen niemanden so wirklich böse attackieren mag und für alles und jeden Verständnis aufbringt. (Und es dann aber bei aller Ambivalenz gegenüber den Figuren doch noch schafft, moderne Kunst ausgesprochen einseitig zu verunglimpfen, wie ich es seit Veit Harlan nicht mehr gesehen habe...) Frauenbeziehung, Diebstahl-Anekdote, Affenmensch-Performance, Marketing-Skandal... allesamt keinesfalls uninteressante Anekdoten, aber es ist ein wenig so, als erzählt jemand einen Witz, dessen Pointe man nach fünf Wörter erahnt, und streckt ihn dabei minutenlang in die Länge...
Tolle Kamera, toller Hauptdarsteller, toller Affenmensch, tolle Tonspur... aber die Vehemenz, mit welcher der Witz so enorm leise und zurückhaltend daherkommen will, diese endlos durchgespielte "Warum ist man nicht grundsätzlich immer hilfsbereit"-Moral haben meine ganz große Begeisterung dann doch verhindert...


Murder on the Orient Express

Mehr Kitsch als in Lumets Verfilmung... gottseidank nicht sonderlich extrem modernisiert, aber die Kamera ist immer wieder versucht, mehr Dynamik hervorzubringen, als es nötig gewesen wäre... und immer wieder sieht der Film wie ein Computerspiel aus. Das nächste Mal gucke ich lieber wieder den Lumet...


Für beide mag ich nur ne ganz, ganz schwache 7/10 geben...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Offline Hank Quinlan 1958

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1659 am: 15 November 2017, 06:44:37 »
Solamente Nero - Schatten des Todes (1978)
a.k.a. Blutiger Schatten

Ein italienischer Giallo - nichts Weltbewegendes, aber solide konstruiert und dem frühen Argento nachempfunden. Die Geschichte von einigen Morden auf einer Insel von Venedig wird zwar nicht mit hohem Tempo, aber mit stilvollen Bildern erzählt, die viel vom Lokalkolorit jenseits der Glanzbilder einfangen. Natürlich gibt es die Entlarvung des Mörders erst kurz vor Schluß. Gute Darsteller und eine feine deutsche Synchro runden das Bild ab. - 7/10

Hank
« Letzte Änderung: 17 November 2017, 07:23:06 von Hank Quinlan 1958 »

Offline ratz

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1660 am: 21 November 2017, 08:32:04 »
The Square

... ganz schwache 7/10 ...

Ich war auch nicht restlos euphorisch, obwohl es natürlich tolle Momente gab, die Du schon aufgezählt hast. Viel zu lang und mäandernd, ich hab mich da vom Kritikerlob in der epd Film zum Kinobesuch verführen lassen... Die Benotung fällt bei mir genauso aus  ;)

Offline Kinomensch

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1661 am: 24 November 2017, 19:46:17 »
Was gabs denn so in letzter Zeit.....


Dreamchild {1985 -Gavin Millar}

Dreamchild erkundet die etwas dunklere und mysteriöse Seite von Lewis Carrol, dem Autor der beiden Alice im Wunderland-Bücher.
Der Film handelt von der "beunruhigenden" Beziehung zwischen Lewis Carroll und Alice Ridell, dem Mädchen, das Carroll zu seiner Geschichte inspiriert hat,
und deren verbotene Liebe wohl dieses zeitlose Meisterwerk hervorgebracht hat. Was nämlich viele Literaturgeschichtler nur zu pflüstern wagten, ist die dunkle Seite des Autors,
der wohl eine jungfräuliche Liebe zu Kindern hegte, die niemand seiner Fans erahnte. Da passt der Film genau richtig. Vordergründig geht es um die Reise der nun alten Alice Hargreaves in die USA,
während der sie sich immer wieder an ihre Kindheit und die Geschichten von Alice's Adventures in Wonderland erinnert, die von den Charakteren verfolgt wird, an denen sie einst so amüsiert war.
Das ganze bereitet aber nur den Rahmen in dem sich die Liebesgeschichte entfaltet. Der Film an sich ist einfach wundervoll gestaltet, von den Details, den Puppen von Jim Henson,
der Szenengestaltung und den Überblenden vom viktorianischen England ins New York der 30er-Jahre, bis zu den großartigen Schauspielern die einen unheimlich in den Bann ziehen.
Vor allem Ian Holm spielt wie immer einfach nur genial. Aber ich muss auch sagen; es hat mir auch das innerste Zerissen, das äußerst heikle Thema ist nämlich so bewegend, geschmackvoll und mit so viel Feingefühl behandelt worden, dass ich am Ende in Tränen ausgebrochen bin. Sehr emotionale Nacherzählung der beiden Alice-Bücher, die wohl sehr viel mehr waren als nur harmlose Kinderunterhaltung. Ein echtes Juwel!

Wertung: 9 von 10 Punkten


8 1/2 {1963 - Federico Fellini}

Mein zweiter Fellini, und endlich mal wieder ein wahres Meisterwerk gesehen.
Schon die erste Szene hat mich so sehr in den Bann gezogen, wie kaum etwas zuvor. Ich musste nach dem ersten Sichten die ersten 10min nochmal anschauen - und war wieder genauso fasziniert wie kurz zuvor.
Das war nach Casanova erst mein zweiter Fellini und ich habe mich lang gesträubt, da ich Angst hatte nicht die Kunst zu erkennen wie viele andere - aber bei diesem Film braucht man nichts erkennen,
er zieht einen einfach in einen Sog aus Gefühlen (von Lachen bis Ekel ist alles dabei) und lässt einen über 2std nicht mehr raus! Allein der Hauptdarsteller, die Musik, die Grundidee -
auch ohne die Vorgeschichte zu kennen (das Fellini hier sein eigenes Leben verarbeitet) reicht dieser Film aus, um wieder zu erkennen, warum man das Medium Film so sehr liebt.
Danke Fellini, das war eine Meisterleistung und wird ab sofort immer in meiner Top 50 vertreten sein... Jetzt bin ich mal auf die Hollywood-Homage mit Daniel-Day Lewis gespannt.

Wertung: 10 von 10 Punkten


The Savage Innocents {1960 - Nicholas Ray}

Grandiose Arktis-Aufnahmen, Plädoyer für die Anerkennung anderer Kulturen, und Anthony Quinn isst rohes Fleisch - Großartig!

Wertung: 8 von 10 Punkten


Mustang {2015 - Deniz Gamze Ergüven}

Die türkische Antwort auf "The Virgin Suicides", nur ohne Liebe und Kitsch. Dafür mit Schrecken. Sehr toller Film!

Wertung: 9 von 10 Punkten


Lone Survivor {2013 - Peter Berg}

Und noch etwas für die niederen Bedürfnisse. Der Film wird recht bald aus meinem Actionfilmcache gelöscht, und als langweiliger, neuerer Marky Mark-Film nach Pain & Gain eingeordnet.
Einmal in Zeitlupe durch eine Felswand purzeln, angeschossen wie ein schweizer Käse, und weiterlaufen = cooooool! Erwartet man ja auch nicht anders von einem betonharten Navy Seal.
Aber zweimal?? Die "unter Beschuss"-Sequenzen kommen leider auch nicht an Saving Private Ryan oder Black Hawk Down heran (als ich Eric Bana im Vorspann las, keimte irgendwo ein kleiner
BHD-Erinnerungsfunke in mir auf), was bleibt bei so einem Kriegsvehikel also noch über? Ehre und Heroismus. Hätten die da nur mal Mel Gibson angerufen, der kann sowas. Haben sie aber nicht, von daher nur Langeweile.

Wertung: 4 von 10 Punkten
« Letzte Änderung: 24 November 2017, 19:50:56 von Kinomensch »

Offline PierrotLeFou

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1662 am: 24 November 2017, 20:04:58 »
8 1/2 {1963 - Federico Fellini}

Mein zweiter Fellini, und endlich mal wieder ein wahres Meisterwerk gesehen.
Schon die erste Szene hat mich so sehr in den Bann gezogen, wie kaum etwas zuvor. Ich musste nach dem ersten Sichten die ersten 10min nochmal anschauen - und war wieder genauso fasziniert wie kurz zuvor.
Das war nach Casanova erst mein zweiter Fellini und ich habe mich lang gesträubt, da ich Angst hatte nicht die Kunst zu erkennen wie viele andere - aber bei diesem Film braucht man nichts erkennen,
er zieht einen einfach in einen Sog aus Gefühlen (von Lachen bis Ekel ist alles dabei) und lässt einen über 2std nicht mehr raus! Allein der Hauptdarsteller, die Musik, die Grundidee -
auch ohne die Vorgeschichte zu kennen (das Fellini hier sein eigenes Leben verarbeitet) reicht dieser Film aus, um wieder zu erkennen, warum man das Medium Film so sehr liebt.
Danke Fellini, das war eine Meisterleistung und wird ab sofort immer in meiner Top 50 vertreten sein... Jetzt bin ich mal auf die Hollywood-Homage mit Daniel-Day Lewis gespannt.

Wertung: 10 von 10 Punkten

Jupp! :respekt: Mein absoluter Lieblingsfilm...

Damals um 2002 im TV aufgenommen und dann ein gutes Jahr lang jeden Monat einmal angeschaut... Vor 2 oder 3 Jahren nochmals gesichtet und er funktioniert noch immer.

Aber nur zwei Fellinis? Da hast du ja noch ordentlich was vor dir... Ich habe Verständnis für jene, die sein Werk ab 1965 für etwas zu abgefahren & nervig halte, mag persönlich aber auch dieses sehr gerne. Im Spätwerk gefallen mir vor allem "Intervista", den man aber nicht vor "La dolce Vita" sehen sollte, und "Schiff der Träume".
"Amercord", "Roma" und  "Satyricon" sind allesamt sehr vergnüglich, aber die Größe von "8½" und "La dolce Vita" besitzen sie nicht mehr... das waren zwei grandiose Sternstunden des Kinos, unglaublich gute Filme. Die früheren Sachen mag ich zwar durchaus gerne (insbesondere seine "Vitelloni"), aber im Vergleich fallen sie doch etwas konventionell aus und viele emotional ergreifende Szenen stehen leicht an der Schwelle zur Sentimentalität... "La dolce Vita" und "8½" halten mMn als einzige wirklich bewundernswert die Schwebe zwischen Traurigkeit, Ernsthaftigkeit, Bissigkeit, Witz und Vitalität... also: dringend schnellstmöglich "La dolce Vita" nachholen... :icon_mrgreen:
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Offline Wolfhard-Eitelwolf

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1663 am: 25 November 2017, 12:33:05 »
Attraction - Russischer SF-"Blockbuster" mit vermeintlichem Kinopotenzial. Irgendwie hatte ich aber wohl auch falsche Erwartungen (Weltuntergangskrawall) an den Streifen. Optisch biedert man sich den großen Hollywoodvorbildern insbesondere in der Auswahl der Darsteller, aber auch im Zurschaustellen militärischen Equipments und platter Klischees zwar sehr an, aber leider befindet sich auch die Spannungs- und Faszinationskurve von Anfang an sprichwörtlich im unkontrollierten Sinkflug. Gegen Ende habe ich mehr aufs Smartphone als auf den TV geschaut, so belanglos-doof und unglaubwürdig entwickelt sich die Handlung. Russische Teenieaction ist wohl doch etwas too much für mich - auch wenn man den guten Willen der Macher honorieren kann. Knapp 5 / 10

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1664 am: 5 Dezember 2017, 01:17:32 »
Ein Review der anderen Art, eine Box mit 4 Filmen auf 2 DVD's, welche nichts miteinander zu tun haben.
Auch wenn einem das Cover, dank teilweise erfundener neuer Titel, etwas anderes vorgaukeln will.
Trotzdem ist die Box aufgrund des sehr niedrigen Preises (etwa 5€) nicht uninteressant...
(Stand 5.12.17: Amazon 3,39€, ofdb: 5,98€, expert: 4,99€)
...da auch die anderen vertretenen Filme inhaltlich zumindest allesamt keine Totalausfälle- und qualitativ besser sind.

MANHUNT COLLECTION



OPEN SEASON - JAGDZEIT (1974)

Drei Vietnamveteranen fahren jedes Jahr im Sommer zur Jagd in eine abgelegene Waldhütte-
und entführen unterwegs ihre Beute, junge, zufällig aufgelesene Pärchen.
Zunächst werden die Opfer freundlich behandelt, später der Mann zur Hausarbeit und die Frau zum Sex gezwungen.
Nach ein paar Tagen eröffnet man den beiden, dass sie 30 Minuten Vorsprung kriegen, und dann gejagt werden.
Allerdings ist der Vater eines früheren Opfers den drei Männern auf der Spur...

Mit Peter Fonda und William Holden recht fies besetzter Thriller, der sich zwar nur langsam entwickelt, aber doch recht intensiv daherkommt.
Die Einzelveröffentlichung des Films auf DVD von KNM ist schon lange nicht mehr erhältlich- und auch absolut nicht empfehlenswert.
Die Qualität von Bild und Ton erreicht noch nicht einmal VHS-Standard, ist extrem unscharf, nicht anamorph und hat dumpfen Ton.
Was somit natürlich auch auf diese Veröffentlichung des selben Labels zutrifft.
Was es keinesfalls besser macht ist die Tatsache, dass hier gleich zwei Filme jeweils auf einer DVD zu sehen sind.
Zudem handelt es sich auch auf dieser DVD nur um die (in der Handlung) gekürzte Fassung, identisch zur Einzel-DVD und der VHS.
Inhaltlich ist der Film allerdings eine klare Empfehlung!

9/10

OPEN SEASON 2 - DIE JAGDZEIT GEHT WEITER (FAIR GAME / HUNTING SEASON) (1985)

Jessica lebt mit ihrem Mann, welcher gerade auf einer Geschäftsreise ist,
zurückgezogen auf einer kleinen Farm in Australien, wo sie sich um verletzte Tiere kümmert.
Bei einer Einkaufsfahrt in die Stadt wird sie von drei Känguruhjägern in einem auffrisierten Jeep von der Straße abgedrängt
In der Stadt erstattet sie Anzeige, wird aber nicht ernst genommen- und kurz darauf wieder von den dreien bedrängt.
Die Känguruhjäger machen sich einen Spaß daraus, Jessica zu terrorisieren und zu jagen, zerstören sogar Teile ihrer Farm.
Als sie Jessicas Pferd erschießen, beginnt sie mit gleichen Mitteln zurückzuschlagen, denn Hilfe ist nicht zu erwarten...

Ein Thriller aus Australien, dessen Originaltitel "Fair Game" lautet,
und der in Deutschland ursprünglich als "Hunting Season" auf VHS veröffentlicht wurde.
Nun gibt es ihn auf auch DVD- mit dem frei erfundenen Titel "Open Season 2 - Die Jagd geht weiter".
Gut, auch hier wird ein Mensch gejagt, wenn auch auf ganz andere Art als im "echten" Open Season.
Mit Gewaltdarstellung wird sich weitgehend zurückgehalten,
trotz einiger brutalerer Szenen am Ende setzte man hier gekonnt mehr auf Psychothriller als auf Splatterszenen.
Die Menschenleere Gegend Australiens kommt optisch gut rüber, das Erzähltempo ist hoch, der Soundtrack passend,
und die Aktionen beider Parteien steigern sich langsam und nachvollziehbar in eine Gewaltspirale.
Trotz unbekannter Darsteller überzeugend, obwohl "Fair Game" mit weit weniger Gewalt auskommt, als vergleichbare Filme,
denn Inhaltlich ist man näher am Klassiker "Last House on the left" als am Original "Open Season".
Die Qualität von Bild und Ton sind in Ordnung, der Film ist ungekürzt.

7/10

THE NEW OPEN SEASON (THE HUNTERS / DIE JÄGER) (2011)

Der Kriegsveteran LeSaint hat einen Job bei der Polizei in einer Kleinstadt angenommen.
Dort verschwinden schon seit Jahren auf mysteriöse Weise immer wieder Menschen spurlos, aber keinen scheint das zu interessieren.
Er kümmert sich um eben diese Fälle- und stößt schon bald auf Fort Goben, eine verlassene Militärfestung tief im Wald.
Rund um Fort Goben sind Jäger unterwegs, die schon lange keinen Kick mehr bei der Jagd auf Tiere kriegen-
und sich daher auf intelligente, menschliche Beute spezialisiert haben.
Dazu kommt, dass rundum im Wald tödliche Fallen versteckt sind- und niemand kennt sich dort besser aus als die Jäger...

Größter Schwachpunkt des Films ist eindeutig die schlechte Synchro, und die ziemlich gelangweilten Sprecher.
Originalton ist allerdings, vermutlich aus Platzgründen, nicht vorhanden (2 Filme pro DVD)- alle Filme haben nur deutschen Ton.
Die Idee, den Zuschauer durch die neutrale Einführung der Jäger erstmal im unklaren zu lassen warum dort Menschen verschwinden,
hat sich in dieser Box aufgrund des Titels "Manhunt Collection" natürlich auch erledigt.
Daher langweilen auch die 45 Minuten Dialoge und Ermittlungen am Anfang des Films, weil uns von Beginn an klar ist, worum es geht.
Dafür kann der Film zwar nichts, aber der Gesamteindruck wird natürlich trotzdem runtergezogen...
Die unbekannten Darsteller sind im erträglichen Bereich, aber es gibt durchaus auch einige positive Punkte zu vermelden:
Mit der Ankunft von LeSaint im Fort nimmt der Film ordentlich fahrt auf, wird spannend und zeigt einige brutale Szenen.
Die Umgebung ist wie geschaffen für düstere, atmosphärische Bilder, und es ist auch durchaus gelungen, dies mit der Kamera einzufangen.
Ebenso ist der Soundtrack sehr passend, meist ruhig und unheimlich, aber niemals aufdringlich.
Die Qualität von Bild und Ton sind in Ordnung, der Film ist ungekürzt.

5/10

THE HUNT - MENSCHENJAGD (2012)

Der Journalist Alex nimmt jeden Auftrag an, der ihm Geld einbringt- und ist sich auch für Porno-Fotoshootings nicht zu schade.
Von Sara, einer ihm bekannten Hure die auch als Domina arbeitet, kriegt er Hinweise auf einen reichen Geschäftsmann,
welcher sich für seine Sünden von ihr bestrafen lässt- und ein wenig zuviel dabei ausgeplaudert hat.
Der Mann ist Mitglied einer geheimen Gesellschaft von Menschenjägern, was natürlich eine unglaubliche Story für Alex wäre.
Er versucht sich in die Geheimgesellschaft der maskierten Jäger aufnehmen zu lassen, was ihm irgendwann auch gelingt.
Nachts werden wahllos Zivilisten entführt, ihnen die Zungen herausgeschnitten,
und am Tag darauf in einem abgelegenen Gebiet ausgesetzt, um gejagt zu werden.
Als Alex im Wald die Maske abnimmt, und unmaskiert einen der anderen Jäger bei einem Mord beobachtet,
wird er von diesem entdeckt, kann ihn aber im Zweikampf besiegen.
Er begegnet einem weiteren Opfer, und versucht diesem zur Flucht zu helfen- doch wieder wird er dabei gesehen,
und so selbst zur Beute der anderen- denn Verräter und Zeugen können die maskierten Jäger natürlich nicht brauchen...

"The Hunt" beginnt mit schmieriger, billiger Optik- und das auch noch im Porno-Milieu.
Ein denkbar schlechter Start für einen Thriller- vor allem da sich das ganze auch noch recht lange hinzieht.
Erst nach 30 Minuten beginnt die eigentliche Handlung, was um so schlimmer ist, da der Film gerade mal 74 Minuten läuft.
Hätte man sich den öden und vor allem zum Rest des Films nicht passenden Anfang gespart, bzw in nur wenigen Minuten erklärt,
wäre immerhin ein dreckiger, gelungener Kurzfilm dabei herausgekommen.
Denn sobald die Jagd beginnt wird es durchaus spannend, und auch ziemlich brutal. Ganz ohne CGI übrigens.
Schauspielerisch kann man hier zumindest nach den unsäglich öden ersten 30 Minuten des Films nicht viel bemängeln,
da beinahe alle Personen durchgehend maskiert sind, und auch kein Wort sprechen.
Die Qualität von Bild und Ton sind in Ordnung, der Film ist ungekürzt.

5/10

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1665 am: 17 Dezember 2017, 01:32:00 »
Ich habe keinen Thread zum Film gefunden:

Dragonheart: Die Kraft des Feuers (USA 2017)

99¢ VoD Erstsichtung

Dies ist bereits der vierte Teil der Reihe. Das Original von 1996 mit Dennis Quaid und Sean Connery als Draco zählt für mich zu den Fantasyklassikern. Ich muss gestehen, dass die Sequels total an mir vorbeigegangen sind. Teil 2 und 3 kenne ich also nicht.

Der Drache in dieser Produktion für den Heimkinomarkt wird im Original immerhin von Patrick Stewart gesprochen, in der deutschen Synchronisation leider nicht von Ernst Meincke. Immerhin ist der Drache ziemlich oft zu sehen und die Effekte entsprechen einem soliden Direct-to-DVD CGI-Standard. Gedreht wurde im Ostblock. Dass die Kulissen, Landschaften, Hintergründe und Burgen via CGI aufgepeppt wurden, lässt sich in einigen Einstellungen nicht leugnen, fällt aber auch nicht sonderlich störend auf.

Inhaltlich habe ich nichts von dem Film erwartet, aber die Handlung, der Aufbau und die kleinen Zwischentöne und Frotzeleien zwischen den beiden "Gegnern" (einem Geschwisterpaar, das sich um die Königskrone streitet, mittendrin der Drache und eine Truppe Wikinger) sind unerwartet gelungen. Überhaupt ist das alles prima durchstrukturiert für eine solche Produktion - vom zunächst schablonenhaften Prolog über die weitere Entwicklung der Hauptfiguren bis hin zum erstaunlich berührenden Finale. Einigen könnte die stark pro-feministische Färbung sauer aufstoßen, aber mir hat es gut gefallen, zumal die böse Schwester gar nicht so böse, sondern sogar recht nachvollziehbar handelt. Diese "Frauenpower" ist selten in diesem mittelalterlich angehauchten Genre. Insgesamt ist das alles nuancenreicher und vom Schlagabtausch zwischen den Charakteren her flotter als so mancher großer Blockbuster-Kinofilm. Selbst einige beinahe-Slapstick-Einlagen - etwa wenn die Wikinger ihr leckgeschlagenes Boot mit einem Krieger als Korken verstopfen - sind gelungen und gleiten nicht total ins Trashige oder Lächerliche ab.

Die Besetzung (allen voran Tom Rhys Harries und Jessamine-Bliss Bell) war mir unbekannt, schlägt sich aber gut. Der norwegische Regisseur Patrik Syversen hat bislang vor allem Horrorfilme gedreht ("Prowl", "Manhunt Backwoods Massacre"). Ich war positiv überrascht. 6,5 / 10


« Letzte Änderung: 17 Dezember 2017, 14:56:47 von Hitfield »
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Offline PierrotLeFou

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1666 am: 17 Dezember 2017, 08:02:11 »
Jestem morderca / I'm a Killer (2016)

Maciej Pieprzycas Spielfilm-Version seines Dokumentarfilms über den Kriminalfall Fall Zdzisław Marchwicki. War sehr angenehm: Ein überzeugend rekonstruiertes 70er Jahre Polen, das ziemlich authentisch wirkt und nicht übermäßig stark auf den Nostalgie-Faktor setzt. Krude Gewaltbilder, die ausgesprochen beiläufig in Szene gesetzt werden. Und ein Kriminalfall, der zwar nicht aufgelöst wird, aber die Hauptfigur in einen Gewissenskonflikt stößt - oder zumindest in die unangenehme Situation, es zum großen Erfolg gebracht zu haben, diesen aber durch unmoralisches Handeln bzw. Unterlassen wahren zu müssen... Nebenbei geht es noch um Vorverurteilungen & Sündenböcke und um Geschlechterverhältnisse... Zwei sehr unterhaltsame Stunden, in denen bloß die Affäre der Hauptfigur mit einer Geliebten während des Höhenfluges ein wenig über das Ziel hinausschießt... 7-8/10

Hinterher gab es noch ein Gespräch mit dem - sehr sympathischen - Hauptdarsteller, das einer der Veranstalter netterweise ins Deutsche übersetzte...


Der Trailer drückt den Streifen leider in eine Ecke, in die er gar nicht so recht gehört... Rasanz & Spannung gibt es nun wirklich nicht im Übermaß...

http://youtu.be/FFAdTbJGxEo
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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1667 am: 17 Dezember 2017, 13:28:27 »
Dies ist bereits der vierte Teil der Reihe.
Den ersten fand ich richtig gut... den zweiten aber nur noch ärgerlich schlecht.
Von einem dritten, und jetzt auch noch vierten habe ich bis gerade eben nicht mal gewusst.  :icon_eek:

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1668 am: 22 Dezember 2017, 03:07:15 »
Ich habe keinen eigenen Thread gefunden:

Die versunkene Stadt Z (GB 2016)

99¢ VoD Erstsichtung

Biografisches Drama von James Gray ("Little Odessa", "The Yards", "Helden der Nacht", "The Immigrant") mit Charlie Hunnam, Robert Pattinson, Sienna Miller und Tom Holland. Auf den Hintergrund der wahren Geschichte will ich jetzt nicht im Detail eingehen. Nur in Kürze, das der britische Oberstleutnant, Forschungsreisende, Abenteurer und Ethnologe Percy Fawcett vor 100 Jahren wegen seiner Südamerika-Expeditionen ein Star in den USA und Großbritannien war. Er suchte zwischen 1906 und 1925 nach den Überresten einer alten Hochkultur - einer großen, untergegangenen Stadt im südamerikanischen Dschungel, die einst im Glanze goldener Bauten erstrahlte. Zuhause in England brachte das viele auf den Plan, weil diesen "Wilden" keine Hochkultur zugestanden werden sollte.

Jedenfalls folgten Fawcetts Reisen damals wohl bis zu 40 Millionen Leser weltweit. Das entspricht in heutiger Währung ungefähr den Twitter-Followern von Bruno Mars, Bill Gates oder Miley Cyrus. Fawcett war eng mit Sir Arthur Conan Doyle befreundet, dessen Klassiker "Die vergessene Welt" (im Original "The Lost World"), in dem im südamerikanischen Dschungel Urtiere gefunden werden, von den Reisen und Abenteuern des britischen Oberstleutnants inspiriert wurde. Und auch "Indiana Jones" hat neben Henry Rider Haggards "Allan Quatermain"-Romanen Wurzeln in der Geschichte von Percy Fawcett.

Ich habe hier zu keinem Zeitpunkt einen "Indiana Jones"-Film oder ein actionreiches Abenteuer erwartet, was auch der Trailer schon deutlich machte, dass das Werk in ruhigeren Fahrwassern navigiert. Andererseits ist der an Originalschauplätzen gedrehte, CGI-freie und von Darius Khondji ("Se7en", "Alien 4", "The Beach") schön fotografierte Film wirklich sehr, sehr langsam. Es ist ein Autorenfilm durch und durch. James Gray schafft hier aber das eigenartige Kunststück, weder einen richtigen Abenteuerfilm noch ein Psycho-Dschungeldrama wie "Apocalypse Now" gedreht zu haben. Obwohl sich die Passagen endlos ziehen - auch im Dschungel und nicht nur zuhause bei den Besuchen in England -, passiert hier wirklich sehr wenig. Unterm Strich bleibt nur: Fawcetts Frau war für die damaligen Verhältnisse sehr fortschrittlich, die englische Aristokratie war von "wilden" Hochkulturen nicht gerade angetan, Fawcett war pflichtbewusst und konnte nicht anders als immer wieder im Dschungel nach der Stadt zu suchen - bis zu seinem Verschwinden zusammen mit seinem gerade erwachsen gewordenen Sohn. Diese Versessenheit wird aber recht teilnahmslos dargestellt - von einem Fitzcarraldo keine Spur.

Letztendlich fehlen mir bei der Darstellung der Figuren und Geschichte die Leidschaft (sei es auch in Form von Wahnsinn), echte Erkenntnisgewinne und Überraschungen. Es wirkt ein wenig wie diese inszenierten Historienfilme für arte, Phoenix, History Channel usw., bei denen man eher unbeteiligt zusieht, nur eben 30 Mio. US$ teuer, in edlen Bildern und auf 35mm gedreht.

Gute 6 / 10.


« Letzte Änderung: 22 Dezember 2017, 03:23:08 von Hitfield »
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Offline Wolfhard-Eitelwolf

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1669 am: 29 Dezember 2017, 15:01:07 »
Jadotville

Aus der Netflix-Schmiede kommt dieses interessante, an historische (aber über Jahrzehnte mehr oder weniger unter den Teppich gekehrte) Tatsachen angelehnte Stück Belagerungsfilm, in welchem eine unerfahrene irische Blauhelm-Kompanie sich im Kongo während eines robusten Einsatzes endlosen einheimischen Angreiferwellen erwehren muss, die von französischen Söldnern gelenkt werden.
Der Filme besticht durch eine handwerklich sehr solide Inszenierung im Stile der 70er / 80er Jahre, verzichtet im gleichen Zuge zum Glück auf ausufernde Effektorgien und unnötiges CGI. Die Darstellerleistungen stimmen und langweilig wird es bestenfalls am Anfang mal ansatzweise beim typischen Abschiedsblabla für wenige Momente. Einmal in Afrika angekommen legt der Film aber bald los und spart nicht an Schießerreien und kleineren Explosionen zumeist aus Mörserhand. Ein wenig mehr historisches Drumerhum wäre vielleicht drin gewesen, aber alles in allem bin ich doch sehr angetan und vergebe sichere 7 / 10

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1670 am: 30 Januar 2018, 21:36:09 »
TWILIGHT



Die Mitglieder der Sekte "Kirche der Dunkelheit" sind davon überzeugt, dass der 6-jährige Joey die Wiedergeburt des Teufels ist.
Zunächst will die Führerin der Sekte noch seine Mutter Christine (Belinda Bauer) davon überzeugen, welche ihr aber natürlich nicht glaubt.
Schon bald fühlen sich Mutter und Sohn ständig überwacht und verfolgt, als auch noch der Familienhund getötet wird, suchen die beiden Hilfe.
Der Privatdetektiv Charlie Harrison (Bruce Greenwood) übernimmt mit seinen Kollegen den Fall,
doch die zur Bewachung eingesetzten Kollegen werden schon nach der ersten Nacht tot aufgefunden.
Nun nimmt sich Charlie persönlich der Sache an, und ihm ist klar, dass sie sich nicht ihr Leben lang vor der Sekte verstecken können...

Manchmal darf man sich nicht von billig wirkenden Covers täuschen lassen...
Der Film selbst ist zwar offensichtlich auch nicht mit einem hohen Budget ausgestattet, aber sonst hat man hier alles richtig gemacht.
"Twilight" setzt allerdings beinahe ausschließlich auf Atmosphäre und Spannungsaufbau, wer Splatterszenen erwartet wird enttäuscht.
Basierend auf einem Roman von Dean Koontz kriegt man eine Omen-Variante vorgesetzt, die durchgehend spannend erzählt wird, gut gespielt ist-
und den Zuschauer bis kurz vor Ende im unklaren lässt, wer die wirkliche Bedrohung darstellt: Die Sekte? Oder doch Joey?
Lange Zeit war der Film nur auf VHS in Deutschland erhältlich- seit 26.1.2018 gibt es ihn endlich auch auf DVD!

7/10

Offline PierrotLeFou

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1671 am: 31 Januar 2018, 04:06:18 »
Darkest Hour

Ganz furchtbar auf gehobenem Niveau. Gary Oldman ist beeindruckend, die Maske ebenfalls. Endlich wieder einmal eine launige Rolle nach Dracula oder Mason Verger... Handwerklich ist alles sehr routiniert, inszenatorisch ist das das übliche Mittelmaß: grau, entsättigt und mehr CGI als erwartet... Erstaunlich unpolitisch; Churchill ist ein liebenswerter Griesgram, das Drehbuch ersinnt Höhepunkte, in denen er erstmals eine U-Bahn besteigt und mit dem kleinen Mann spricht, was natürlich zur Erkenntnis führt, dass man in GB lieber verrecken wolle, anstatt sich dem Tosen auf dem Kontinent zu unterwerfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... Und so wird selten argumentiert und abgewogen, aber viel rhetorisch und pathetisch beworben und mitgerissen. Eine Tippse wird als scheinbar gewichtige Identifikationsfigur eingeführt und zunehmend fallengelassen... mehrfach wird Churchill nackt oder kackend präsentiert, was aber eher den betriebenen Mythenkult um seine Person bestätigt und ihn weniger unterläuft...
Dennoch schön, als er hinter der WC-Tür verschwindet, deren Buchstaben in Großaufnahme zu sehen sind. Überhaupt gibt es noch zwei, drei schöne Szenen: Nach jeder Menge Grautönen sitzt Mrs. Churchill halbnackt vorm Schminkspiegel: eine in die Jahre gekommene, strenge Frau in schönsten Weißtönen, gerahmt von goldbraunen Säulen... ein überwältigender Augenblick, der der Person sehr effektvoll reichlich Würde verleiht... und ein prächtiges, mehrstöckiges Spiraltreppenhaus in kreiselnder Aufsicht... dann das Rotlicht-Drama bei Churchills Radioansprache: sehr gelungen. (Wirklich mies dagegen der Tümpel in der verbombten landschaft, der zum blutunterlaufenen Auge eines Toten mutiert...) Unschlüssig bin ich mir, was ich vom Gegenschuss vom fliegenden Churchill auf den hochschauenden Buben halten soll: genialer inszenatorischer Kniff oder übler Kitsch?
Gerade mal nachgesehen: Der Regisseur hat ja auch den mittelmäßigen, pompös-eitlen "Anna Karenina" (2012) verbrochen, der Autor den grauenhaft überschätzten "The Theory of Everything" geschrieben... "Darkest Hour" passt schön ins Muster...
Wegen handwerklicher Qualitäten, beachtlicher darstellerischer Leistungen und kleiner, vereinzelter Highlights gebe ich dem mal ne 6,5, die ich widerwillig aufrunde. Ein Film, der kaum der Rede wert wäre, hätte man nicht dieses Oscar-Geschiss drumherum zelebriert...


Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Unerwartet ernst, trotz aller Komik. Traurig, bitter und ohne erlösende Happy Ends - und zugleich ungemein komisch. Und ausgesprochen ausgewogen. Noch dazu voller interessanter Figuren, allesamt mit Verve & Lust gespielt... Moralisch ohne Zeigefinger, satirisch und einfühlsam. In einigen Details vielleicht etwas überkonstruiert, was mich aber aufgrund der Ausgewogenheit gar nicht weiter gestört hat... Toller Soundtrack. Und ich gehe mal davon aus, dass der Film über drei kurze Sätze in "kleinen" Textfeldern, die ein Riesentrara entfachen, derweil sie die komplexen Gegebenheiten gründlich verzerren, ein ziemlich zeitnaher Film ist (ohne zeitgeistnah zu sein, was den Erfolg kurioserweise dennoch nicht zu verhindern scheint)... Starke 8/10...



Und gerade noch "Schatten aus der Zeit" (1975):
Der eigenwillige Amerikaner der Neuen Deutschen Films verfilmt auf dem Höhepunkt der ersten großen Lovecraftwelle einen seiner Klassiker als Fotoroman. Das passt natürlich bestens, weil der Film vom Erinnern handelt und ein hochgradig melancholisches Medium (das Foto) bemüht. Wird von irritierten Amazon-Kunden als Diashow umschrieben... Lovecraft-, Fotofilm- und/oder Neuer-Deutscher-Film-Sympathisanten dürfen zugreifen. Kurioses Kleinod, endlich zugänglich... 6,5/10 Hoffentlich geht es bei Pidax Moorse-mäßig mit "Zero in the Universe" (1966) und "Vampira" (1971) weiter... :love:
« Letzte Änderung: 31 Januar 2018, 04:08:09 von PierrotLeFou »
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Offline DisposableMiffy

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1672 am: 31 Januar 2018, 14:35:08 »
Die versunkene Stadt Z (GB 2016)

Den fand ich auch furchtbar zäh, schöne Bilder hin oder her.

Darkest Hour

Ohne Oldmans Performance würde keiner ein Wort über den Film verlieren. Die Oscarnominierungen sind ein schlechter Witz (Oldman und Makeup ausgenommen). Wahrscheinlich das letzte Aufbäumen der alten, weißen Männer der Academy.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Und ich gehe mal davon aus, dass der Film über drei kurze Sätze in "kleinen" Textfeldern, die ein Riesentrara entfachen, derweil sie die komplexen Gegebenheiten gründlich verzerren, ein ziemlich zeitnaher Film ist (ohne zeitgeistnah zu sein, was den Erfolg kurioserweise dennoch nicht zu verhindern scheint)...

Ich stehe völlig auf dem Schlauch, was Du damit meinst.

Ein ganz großartiges Werk, das mich komplett umgehauen hat.
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Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

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Online Moonshade

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1673 am: 31 Januar 2018, 14:50:55 »
Ja, die Unterscheidung zwischen "zeitnah" und "zeitgeistnah" geht mir jetzt auch nicht sofort ein - dass hier jeder eigentlich nur von seiner persönlichen Warte aus agiert, ohne den Blick auf den Anderen zu schärfen (zumindest nicht am Anfang), ist eigentlich hochaktuell.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

The Doctor: "You forgot one question! How do you get all the presents into your sleigh?
Santa: "Bigger on the inside."

"Sauf doch nicht so viel, Mensch! Nimm lieber was von dem großen Igel - der schmeckt!"

Offline PierrotLeFou

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1674 am: 1 Februar 2018, 01:42:34 »
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Und ich gehe mal davon aus, dass der Film über drei kurze Sätze in "kleinen" Textfeldern, die ein Riesentrara entfachen, derweil sie die komplexen Gegebenheiten gründlich verzerren, ein ziemlich zeitnaher Film ist (ohne zeitgeistnah zu sein, was den Erfolg kurioserweise dennoch nicht zu verhindern scheint)...

Ich stehe völlig auf dem Schlauch, was Du damit meinst.

Ein ganz großartiges Werk, das mich komplett umgehauen hat.

Ja, die Unterscheidung zwischen "zeitnah" und "zeitgeistnah" geht mir jetzt auch nicht sofort ein[...]

Ja, ist wohl ein bisschen kryptisch geraten. :icon_mrgreen:

Mir geht es darum, dass das so eine Art Trump-Twitter-Stil ist, der natürlich schon etwas länger (und auch unabhängig von Trump) in sozialen Netzwerken gepflegt wird, nun aber durch Trump nochmals vermehrt in Augenschein genommen wurde... "XY ist geschehen", "Dies und das ist nicht passiert", "Der da trägt die Schuld" - Das ist ja eine sehr simple (wenn auch im konkreten Fall nachvollziehbare und nicht einmal wirklich unsympathische) Argumentation, die ja an einer Diskussion keinerlei Interesse zeigt. (Ist ja eher schon Kommunikationsguerilla...)
Solche markigen Sprüche ziehen aber jede Menge Aufmerksamkeit auf sich, werden womöglich sogar hitzig besprochen, während die gegebene Sachverhalte extrem verkürzen. (Und der Film macht ja sehr schnell deutlich, dass da einfach die Ausgangslage so schlecht war, dass man nicht wirklich vernünftig tätig werden konnte... und am Ende wird dann ja auch "bloß" eventuell Rache an einem eventuell in einem anderen Fall schuldig gewordenen Arschloch verübt...) Bestenfalls versinkt sowas in den Untiefen der Kommentarspalten von Youtube und web.de...

Mit zeitnah meinte ich bloß, dass diese Art der markigen, vielbeachteten Diskussionskultur in knappen Hauptsätzen (die an wirklich Gesprächen gar nicht groß interessiert ist) recht en vogue ist. Und mit "nicht zeitgeistnah" meinte ich, dass die Kritik daran in den Zeiten sozialer Netzwerke nicht so ganz en vogue ist - und dass es mich eben erstaunt, dass dem Film das kaum jemand übelnimmt... Als twitternder Trump-Anhänger würde ich mich schon leicht diffamiert fühlen...

Ist aber bloß meine Assoziation; ich bin mir wirklich nicht sicher, ob und inwieweit die satirischen Spitzen auch in diese Richtung laufen sollten... andere Aspekte des Films fallen ja wesentlich deutlicher aus. :D
« Letzte Änderung: 1 Februar 2018, 02:00:49 von PierrotLeFou »
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Offline Wolfhard-Eitelwolf

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1675 am: 9 Februar 2018, 16:09:37 »
Billboards war zweifelsohne ein interessantes Stück Film, einfühlsam und atmosphärisch inszeniert, dem ich auch gute 7 / 10 geben würde. Vielleicht ein wenig Geschmackssache, aber ich hätte mir ein deutlich konsequenteres Ende gewünscht, entweder in die eine oder in die andere Richtung. Aber das Unentschlossene, Zweifelnde ist mir nach dem ganzen, eigentlich sehr zielstrebigen und erbittlichen Terz um drei Plakate zuvor schlicht etwas kraftlos, besonders glaubwürdig erscheint es mir unterm Strich auch nicht...

Offline Hitfield

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1676 am: 13 Februar 2018, 02:13:03 »
Erstaunlich, dass der Film keinen eigenen Thread bekommen hat bei der Besetzung.


99¢ VoD-Erstsichtung

Unlocked (GB 2017)

Actionthriller mit Noomi Rapace auf den Spuren von "Taken", "John Wick" und "Atomic Blonde". Erreicht zwar nicht ganz das Adrenalin-Niveau der genannten Filme, kommt aber schon recht nah dran.

Ebenfalls mit dabei: Michael Douglas, John Malkovich, Orlando Bloom und Toni Collette ("Muriels Hochzeit"), die ich für Annie Lennox von den Eurythmics gehalten habe. Habe Collette nicht wiedererkannt. Jedenfalls eine hochkarätige Besetzung.

Außerdem Regie von Michael Apted ("Gorky Park", "Gorillas im Nebel", "Nell", "Blink", "Enigma", "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug", "Extrem"), den ich schon immer gerne gemocht habe.

Einziger Wer­muts­trop­fen ist die Terroristen-Thematik, die mir nach "24" oder auch "Unthinkable" (mit Samuel L. Jackson) inzwischen zum Hals raushängt. Allerdings gibt es ein paar gute Twists, die das ganze etwas auflockern, auch wenn einiges davon sehr früh vorhersehbar war (in Anbetracht der eingeführten Figuren ist sehr schnell auszumachen, wer hinter allem stecken muss, zumal Malkovich ständig von Kollegen umgeben ist, wogegen Douglas von Anfang an seine eigene Suppe kocht. War mir auch sofort klar, dass Douglas' Erschießung nur fingiert war).

Wie dem auch sei: das ist zwar kein überragender Film, den man jetzt unbedingt gesehen haben muss, aber alleine den Schauspielern zuzusehen, macht Spaß. Die glatte Inszenierung rundet diesen nie langweilig werdenden Actionthriller adäquat ab.

Knappe 7 / 10

« Letzte Änderung: 13 Februar 2018, 02:15:03 von Hitfield »
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Offline Mills

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1677 am: 13 Februar 2018, 07:18:09 »
Erstaunlich, dass der Film keinen eigenen Thread bekommen hat bei der Besetzung.


99¢ VoD-Erstsichtung

Unlocked (GB 2017)

Actionthriller mit Noomi Rapace auf den Spuren von "Taken", "John Wick" und "Atomic Blonde". Erreicht zwar nicht ganz das Adrenalin-Niveau der genannten Filme, kommt aber schon recht nah dran.

Ebenfalls mit dabei: Michael Douglas, John Malkovich, Orlando Bloom und Toni Collette ("Muriels Hochzeit"), die ich für Annie Lennox von den Eurythmics gehalten habe. Habe Collette nicht wiedererkannt. Jedenfalls eine hochkarätige Besetzung.

Außerdem Regie von Michael Apted ("Gorky Park", "Gorillas im Nebel", "Nell", "Blink", "Enigma", "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug", "Extrem"), den ich schon immer gerne gemocht habe.

Einziger Wer­muts­trop­fen ist die Terroristen-Thematik, die mir nach "24" oder auch "Unthinkable" (mit Samuel L. Jackson) inzwischen zum Hals raushängt. Allerdings gibt es ein paar gute Twists, die das ganze etwas auflockern, auch wenn einiges davon sehr früh vorhersehbar war (in Anbetracht der eingeführten Figuren ist sehr schnell auszumachen, wer hinter allem stecken muss, zumal Malkovich ständig von Kollegen umgeben ist, wogegen Douglas von Anfang an seine eigene Suppe kocht. War mir auch sofort klar, dass Douglas' Erschießung nur fingiert war).

Wie dem auch sei: das ist zwar kein überragender Film, den man jetzt unbedingt gesehen haben muss, aber alleine den Schauspielern zuzusehen, macht Spaß. Die glatte Inszenierung rundet diesen nie langweilig werdenden Actionthriller adäquat ab.

Knappe 7 / 10


Auch letzte Woche gesehen und kann dir eigentlich komplett zustimmen.
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


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Offline Maddox

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1678 am: 13 Februar 2018, 12:54:00 »
Hm, ich hatte mich nach der damaligen Sichtung des Trailers von Unlocked auch schon sehr auf den Film gefreut, allerdings fand ich ihn dann doch sehr ernüchternd. Der konnte mich trotz des an sich guten Casts nach einem guten Einstieg wenig packen, die Schauspielleistungen fand ich größtenteils naja, insbesondere Bloom fand ich eine Fehlbesetzung in dieser Rolle und Douglas spielte hart am Overacting vorbei, zumindest schien er imho nicht soviel Lust gehabt zu haben bzw. ich nenne es mal Paycheckmoviestyle, schade. Dazu kommen einige Logiklöcher, absehbare Twists, und den Rest habe ich bereits vergessen. Der Film hätte echt gut werden können, aber ich glaube man wollte einfach zuviel und dachte der Cast reißt das schon raus. Aber irgendwie hat der für mich nicht funktioniert, obwohl ich solche Film eigentlich mag. Knappe 5/10 auf meinem Kompass.
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Offline Butzemann

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Re: Die letzte Sichtung
« Antwort #1679 am: 13 Februar 2018, 17:28:17 »
The Ritual (2017)

{Horror}

Tolle Atmosphäre, starke erste Hälfte, dann ging es leider bergab. Handwerklich solide, mochte auch die Charaktere,
nur wenn man dann wieder in bekannte Pfade abschlittert, ist es etwas schade, daraus hätte wirklich mehr werden
können.

6/10


Before I Wake (2016)

{Horror}

Wusste nicht so richtig damit was anzufangen. Mehr Drama als Horror. Unrealistisch noch dazu. Die Protagonisten
machen ihre Sache gut, die Effekte sind ordentlich. Eine kleine Variation im Horrorgenre dennoch, wegen dem Ansatz,
aber nichts Außergewöhnliches. War etwas enttäuscht, weil ich mir vom Regisseur, der zwar bislang sich in gewohnten
Bahnen des Genres bewegte und solide Kost ablieferte, mehr erhoffte.

5/10


The Master (2012)

{Drama}

Im Rahmen einer Zweitsichtung immer noch beeindruckend aufgrund der Schauspielerleistungen. Die Geschichte ist sehr sehr nah an die von Scientology,
funktioniert aber als Vater-Sohn- Meister-Lehrling- Autorität-Untergebenebeziehung sowie als Kriegstraumabewältigung.
Der Film hat auch aufgrund des Scores einen Sog, fand ihn bei der Erstsichtung etwas sperrig, aber das legte sich nun schnell.

9/10


Ich, die Nummer eins (1973)

{Thriller}

Sehr spannender Spionagethriller. Gekonnt inszeniert, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um ein Debüt handelt.
Lino Ventura spielt klasse, die Wendungen bzw. wie er sich dem KGB immer wieder entzieht sind sehr realistisch.
Ich wurde sehr gut unterhalten.

8/10


Happy People, ein Jahr in der Taiga (2010)

{Doku}

Im Laufe der Jahreszeiten dokumentiert und gesprochen von Werner Herzog wird anhand von Einheimischen der Lebensalltag in dieser rauhen und schönen Natur bebildert. Da weiß man wieder was man hat, oder auch nicht.

7/10


The Invitation (2015)

{Thriller}

Nimmt man mal wieder mit, wenn man auf sonst nicht viel Lust hat. Hier merkt man, dass jemand Regie führt, der es kann:
gute Dialoge, clevere Perspektive, solide Schauspieler. Klar ist es kein Ausnahmefilm, dennoch gut zum weggucken
und zum Ende hin konsequent umgesetzt.

7/10


The End of the F***ing World (2017)

{Drama, Serie}

Kannte die Comics nicht und war dahingehend recht unvoreingenommen. Hat einen recht kalt erwischt das Ganze, aber im positiven Sinne.
Ab und zu gabs Momente, wo einem schon das Schmunzeln kam oder der Mund offen stand. Man fiebert mit den
Beiden mit und hofft einfach, dass sie nicht noch mehr Scheisse bauen und die Sache zu einem guten Ende kommt.
Ich habs in einem Rutsch weggeguckt, was aufgrund der Laufzeit der einzelnen Episoden nicht schwer fiel.

8/10


Super Dark Times (2017)

{Drama}

Und wieder ein Erstlingswerk. Und da muss es einfach immer einen kleinen Bonus geben und man verzeiht so manche Sachen.
Starker Coming-of-Age Film, der mich in seiner Machart sehr an Gun Van Sant's Elephant erinnerte,
und hätte ja auch fast von der Geschichte gepasst. Diese wandelt sich dann allerdings und man bewegt sich in vertrauten Bahnen, weswegen ich auch das letzte Drittel schwächer fand.

7/10


The Place Beyond the Pines (2012)

{Drama}

Endlich mal nachgeholt und sehr zufrieden gewesen mit dem Gezeigten. Der Film fühlt sich irgendwie ganz komisch an,
vielleicht auch, weil er soviele Genres in sich vereint. Der Cast ist sehr sehenswert, die Story eigentlich nicht der Rede wert, dennoch muss man diesen Film schonmal gesehen haben, er hat etwas betäubend melancholisches an sich.

7,5/10


Sleeping Beauty (2011)

{Drama}

Man weiß nicht so richtig wohin der Film will. Einerseits zeigt er uns eine Gesellschaft, wo Geld und Macht regiert,
die Leute, die nichts davon haben, sich zum Teil unterordnen müssen oder in diesem Fall eine freiwillige Leistung für die betuchtere Klientel bereitstellen.
Andererseits begleiten wir eine junge Studentin, die in ihrer Art herzlich und führsorglich ist, sehr erwachsen, sich mit den gegebenen Umständen arrangiert;
man ihr aber zusehen muss, wie sie sich verkauft, wohlgemerkt auf freiwilliger Basis, dennoch schwer anzusehen.
Klar, habs schon für mich so aufgefasst, als Kritik am System, als Darstellung sehr unterschiedlicher Welten und Wertesysteme,
ob das nun in der Art wie hier gezeigt werden muss, sei dahingestellt.

6/10
« Letzte Änderung: 14 Februar 2018, 03:10:15 von Butzemann »
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"Von all den Dingen die mir sind verloren gegangen, hab ich am meisten an meinen Verstand gehangen"