Die letzte Sichtung

Begonnen von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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PierrotLeFou

Fabian oder Der Gang vor die Hunde (2021)
Ich bin kein ganz besonders eingefleischter Dominik-Graf-Enthusiast, dafür kenne ich auch noch etwas zu wenig... "Die Katze" war ziemlich gut, drei Tatort-/Polizeiruf-Folgen zumindest etwas über dem jeweiligen Durchschnitt. Und sein Band mit Filmkritiken/Essaysist war mir sehr sympathisch. "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" war jedenfalls ein Film, von dem ich mir nicht allzu viel versprochen habe; die ersten Minuten sorgte ich mich noch, dass das alles sehr bemüht sein könnte und keine drei Stunden tragen würde, aber dann bin ich auch schon in die Handlung hineingerutscht, in die sich die Formatwechsel dann auch recht zurückhaltend eingefügt haben... war letztlich deutlich besser als die frühere Verfilmung von Wolf Gremm. Tom Schilling und Saskia Rosendahl waren mit sichtlicher Spielfreude dabei, auch Albrecht Schuch hat seinen etwas weniger spannenden Typus doch recht faszinierend gegeben... und vor allem kamen in den drei Stunden alle Tonarten (von witzig über schockierend und aufwühlend bis traurig) gut zur Geltung. Gut, die Vorlage ist auch ne sichere Bank; manche Einfälle (die Brücke - oder Passage - ins Heute, die Stolpersteine) waren vielleicht etwas aufdringlich, aber alles in allem war das doch ein wuchtiger und einfühlsamer Streifen, sympathisch in seinen Anleihen beim Film der späten 20er, frühen 30er Jahre, unangenehm in den düsteren Momenten; spannend als Zeitbild, ergreifend als Drama. 8-9/10 von meiner Seite...


Promising Young Woman (2020)
Überraschend mehr Drama als erwartet. In erster Linie traurig und ausgesprochen witzig; Thriller-Aspekte folgen dann erst mit einigem Abstand. Auch wenn Rape-&-revenge hier natürlich die Folie abgibt, um in den rape-culture-Diskurs einzusteigen... Wobei es hier erfreulicherweise nicht allein um übergriffige Männer geht (...allerdings: Ryans Verhalten auf ihr Verhalten auf seinen früheren Fehltritt hätte so nicht sein müssen, da wurde schon etwas Ambivalenz verspielt); und auch nicht wirklich um wahre Rache (sondern eher um Erkenntnis, Scham, Vergebung...). Und bei aller Stärke und Überlegenheit geht es vor allem auch um tiefe Verletzungen. Alles in allem war das unerwartet anrührend, Thriller-Motive werden eher humorvoll unterlaufen als erfüllt; und das Ende ist wohl das denkbar beste (wenn auch keinesfalls das befriedigendste), das es hätte geben können... Und Carey Mulligan macht ohnehin jeden Film noch ein bisschen sehenswerter. Satte 8/10


The Forever Purge (2021)
Der erste Teil war sehr mau, das Prequel zuletzt schon recht unterdurchschnittlich; der jüngste Teil, der sehr durchschaubar konstruiert vermeintliche Gegner zusammenschweißt, derweil drumherum unterschiedliche extreme Positionen an Zulauf gewinnen, bis am Ende die Ausgangssituation unter umgekehrten Vorzeichen abläuft (und US-Amerikaner über die Grenze nach Mexiko flüchten) ... das war ja nicht unsympathisch, aber schon etwas bemüht hingebogen und ohne größere Überraschungen auskommend. Ein bisschen Buddy-Movie, ein wenig John Carpenter hier, etwas Romero dort... viel, viel Western, womöglich ein zarter Anflug "Fury Road"; jede Menge Zeitgeist auf jeden Fall – und bislang einer jener Filme, in denen sich die Trump-Präsidentschaft doch sehr, sehr deutlich niedergeschlagen hat... Schwache 6/10
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Max Blank

Zitat von: Mills am 12 August 2021, 23:32:04
Zitat von: PostalDude am 12 August 2021, 23:03:25Bei Amazon Prime Video gesehen:

Die Firma



Ich liebe Anwaltsfilme ! Und Mafiafilme ! Dieser hier verbindet beides... :D

Ein starbesetzter, spannender Thriller bzw. eine John Grisham Verfilmung!

Alles fängt rosig an, Mitch McDeere (Tom Cruise) & seine Frau Abby McDeere (Jeanne Tripplehorn) haben ihr Glück eigentlich perfekt.
Er hat einen absolutten Top Job bei kleinen, feinen Kanzlei, sei darf weiter in einer Schule arbeiten & sie finden ein top Haus, was von der Firma möbiliert wurde, die Partys von der Firma sind sehr familär gehalten, kurz: Alles ist spitze ! 👌🏻

Aber nach & nach findet Mitch Sachen heraus, die nach unlauteren Mitteln aussehen bzw. nicht ganz legal sind...

"Die Firma" ist mit der Mafia im Bunde !

Und er sitzt zwischen FBI & der Firma und weiß nicht, was er tun soll... ;)

Sehr spannend inszeniert, bis zum Schluß ultraspannend, 1,2 Wendungen inkl. plus top Schauspieler, einem gutem Soundtrack, der sich nie aufdrängt.

4,5/5

Das ist bis jetzt glaube ich deine längste Kritik. Es wird langsam.  :respect: 

Jetzt fehlt nur noch die X/10 Bewertung.

#nofront
Ich find die Kritiken von PostalDude erfrischend - länger heißt ja nicht unbedingt besser.
 :pidu:

Private Joker

22 August 2021, 12:30:25 #2012 Letzte Bearbeitung: 22 August 2021, 15:13:56 von Private Joker
Zitat von: Max Blank am 21 August 2021, 13:27:21Ich find die Kritiken von PostalDude erfrischend - länger heißt ja nicht unbedingt besser.
Wobei das Kleingedruckte in dem Thread (nachzulesen in Post 1 aus 2012) ja mal was von "mindestens 5 Sätzen" zum Film sagte. Aber klar, das ist ja nicht die Steintafel vom ollen Moses, und letztlich muss jeder selbst wissen, und was er hier schreibt/liest.

Und wenn ich schon mal hier bin:

Bliss (Amazon Prime / der von 2019, den gleichnamigen von 2021 ziehe ich bei bei Gelegenheit nach)

So richtig vollversorgt werden sich die Fans des "Extremkinos" Marke Gaspar Noé zuletzt wahrscheinlich nicht fühlen, jedenfalls nicht über offizielle Quellen. Und auch der hier war - zumindest mein Eindruck - auf gängigen Medien schwer zu bekommen, schön also, dass Amazon sich erbarmt hat. Wobei der Vergleich zu Noé mal mit aller Vorsicht erfolgt, ich kenne dessen Oeuvre jetzt nicht so genau (immer mal angefangen, selten komplett gesehen), mir erscheint der hier erzählerisch deutlich straighter. Natürlich ist das immer noch eine ziemlich wilde Mischung aus Drogen, Blut, etwas Sex, schwindelerzeugenden Kameraeinstellungen (vor denen man gnädigerweise im Vorspann gewarnt wird), aber im Kern wird doch eine relativ gradlinige Geschichte erzählt.

Dabei ist jetzt nicht alles Gold, was glänzt; die derben Bluteffekte kann man sicher gerne als "handgemacht" abfeiern, aber dass so was schnell an Grenzen kommt, sieht man vor allem in den "Schmelzeffekten" der Vampire, wo offenkundig sogar ein platzender Luftballon zum Einsatz kommt. Trotzdem: Ich fand den, ohne zum Riesenfan des Subgenres zu werden, insgesamt vollkommen o.k, kurz, knackig, jederzeit nachvollziehbar, mit angemessenen Horroranteilen und einer engagierten Performance der Hauptdarstellerin.

7/10


Haunted Child Amazon 99 Cent

Ein paar Posts weiter oben hatte ich was von "üblicherweise soliden" Softgruslern aus Skandinavien gesagt, hier muss man das leider leicht relativieren. Wobei der eigentlich gar nicht den den Anspruch erhebt, wahnsinnig gruselig zu sein, es gibt im Kern nicht einen einzigen Schreckeffekt (ein paar "unerklärliche" nächtliche Geräusche, die gemessen an der Story, wie sie sich eigentlich ziemlich absehbar entfaltet, auch relativ wenig Sinn ergeben).
"Absehbar" ist überdies das richtige Stichwort, um die Hauptschwäche des Produktes herauszuarbeiten. Wer nicht ab ungefähr Minute 15 des immerhin knackig kurzen Films vollumfänglich ahnt, worauf das hinausläuft, sollte dringend noch mal den Anfängerkurs "Die drei Haupttwists im Gruselkino" nachholen; insbesondere bei der Sache mit dem Mädchen fragt man sich schon, ob die Macher hier IRGENDEINEM Zuschauer ernsthaft glaubhaft machen wollen, dass die wirklich existiert, so offensichtlich ist das. Das ziemlich "konservative" Ende ist dann auch nicht so toll, jedenfalls bezüglich der "Pro-Familia-"Botschaft, wobei in der allerletzten Szene immerhin ein Minimum Interpretationsmöglichkeit drinsteckt.

Der Rest passt schon irgendwo, die eisige Landschaft ist klasse eingefangen, auch hier ist die fast ominipräsente Hauptfigur ganz ansprechend gespielt.
Daher noch knapp 5/10, aber auch nur für Softhorror-Allesglotzer (wie mich).
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

PostalDude

Zitat von: Max Blank am 21 August 2021, 13:27:21
Zitat von: Mills am 12 August 2021, 23:32:04
Zitat von: PostalDude am 12 August 2021, 23:03:25Bei Amazon Prime Video gesehen:

Die Firma



Ich liebe Anwaltsfilme ! Und Mafiafilme ! Dieser hier verbindet beides... :D

Ein starbesetzter, spannender Thriller bzw. eine John Grisham Verfilmung!

Alles fängt rosig an, Mitch McDeere (Tom Cruise) & seine Frau Abby McDeere (Jeanne Tripplehorn) haben ihr Glück eigentlich perfekt.
Er hat einen absolutten Top Job bei kleinen, feinen Kanzlei, sei darf weiter in einer Schule arbeiten & sie finden ein top Haus, was von der Firma möbiliert wurde, die Partys von der Firma sind sehr familär gehalten, kurz: Alles ist spitze ! 👌🏻

Aber nach & nach findet Mitch Sachen heraus, die nach unlauteren Mitteln aussehen bzw. nicht ganz legal sind...

"Die Firma" ist mit der Mafia im Bunde !

Und er sitzt zwischen FBI & der Firma und weiß nicht, was er tun soll... ;)

Sehr spannend inszeniert, bis zum Schluß ultraspannend, 1,2 Wendungen inkl. plus top Schauspieler, einem gutem Soundtrack, der sich nie aufdrängt.

4,5/5

Das ist bis jetzt glaube ich deine längste Kritik. Es wird langsam.  :respect: 

Jetzt fehlt nur noch die X/10 Bewertung.

#nofront
Ich find die Kritiken von PostalDude erfrischend - länger heißt ja nicht unbedingt besser.
 :pidu:
Zitat von: Max Blank am 21 August 2021, 13:27:21
Zitat von: Mills am 12 August 2021, 23:32:04
Zitat von: PostalDude am 12 August 2021, 23:03:25Bei Amazon Prime Video gesehen:

Die Firma



Ich liebe Anwaltsfilme ! Und Mafiafilme ! Dieser hier verbindet beides... :D

Ein starbesetzter, spannender Thriller bzw. eine John Grisham Verfilmung!

Alles fängt rosig an, Mitch McDeere (Tom Cruise) & seine Frau Abby McDeere (Jeanne Tripplehorn) haben ihr Glück eigentlich perfekt.
Er hat einen absolutten Top Job bei kleinen, feinen Kanzlei, sei darf weiter in einer Schule arbeiten & sie finden ein top Haus, was von der Firma möbiliert wurde, die Partys von der Firma sind sehr familär gehalten, kurz: Alles ist spitze ! 👌🏻

Aber nach & nach findet Mitch Sachen heraus, die nach unlauteren Mitteln aussehen bzw. nicht ganz legal sind...

"Die Firma" ist mit der Mafia im Bunde !

Und er sitzt zwischen FBI & der Firma und weiß nicht, was er tun soll... ;)

Sehr spannend inszeniert, bis zum Schluß ultraspannend, 1,2 Wendungen inkl. plus top Schauspieler, einem gutem Soundtrack, der sich nie aufdrängt.

4,5/5

Das ist bis jetzt glaube ich deine längste Kritik. Es wird langsam.  :respect: 

Jetzt fehlt nur noch die X/10 Bewertung.

#nofront
Ich find die Kritiken von PostalDude erfrischend - länger heißt ja nicht unbedingt besser.
 :pidu:

Danke schön ♥

@Topic:

Gestern Filmabend bei nem Kumpel:

Balkan Line



Extrem brutaler & schonungsloser Kriegsfilm !

Zu allererst: Natürlich ist es ein Propagandafilm, eine russisch-serbische Produktion, aber dennoch ist es ein gut gemachter Film!

Über 2 Stunden Laufzeit, es kommt nie Langeweile auf & der Gegner ist ein richtiges Arschloch!

Die Action ist sehr gut inszeniert, ist hart & knallt!
In der 1. Hälfte passiert mehr "Story", dafür ist die 2. Hälfte umso mehr Action ! Kurz: Es ist nie langweilig !

Dazu noch ein (serbischer !? ) rockiger Soundtrack, dafür aber weniger Musik im Hintergrund im Allgemeinen, die Bilder sprechen hier manches Mal für sich...

Kurz & knapp: Fuck War ! 🖕🏻

4/5

Revenge: Limited Steelbook Edition



Was war das denn für ein Rape´N´Revenge-Ding??

Ein steinreicher Typ hat eine Affäre mit einem blutjungem "Ding" in seinem Wochenendapartment, in paar Freunde tauchen zu früh auf & es geht ab, inkl. Drogen und Alkohol... Als er am nächsten Morgen kurz was holen ist, vergewaltigt einer der Typen sie.
Sie stoßen sie daraufhin in einen Abgrund, wo sie von einem Baumstamm aufgespießt wird & blutige Rach nimmt... :D

BLUTig ist hier das Stichwort, soviel Blutverlust würde normalerweise niemand überleben...!

Die Hatz durch das Apartment ist ultraspannend inszeniert, einfach die ganze Zeit starke Bilder, dieser Kontrast, Wüste, meistens helle Bilder, aber dann diese Brutalität!

4,5/5

Retro

LET ME MAKE YOU A MARTYR



Drew sitzt im Verhörraum der Polizei- und erzählt dort die Geschichte weshalb er jetzt hier sitzt.
Eigentlich wollte er nur seine Jugendliebe wiedersehen, welche dummerweise auch seine Adoptivschwester ist.
Allerdings machten der brutale Vater der seine Kinder misshandelte, starker Drogenkonsum,
sowie Profikiller Pope (Marilyn Manson) der auf die beiden angesetzt wurde das White-Trash-Leben nicht gerade einfach...

Vor dem Film wurde ich schon mehrfach gewarnt.
Die Synchro und auch generell die Sprecher sind teilweise wirklich übelst, bestenfalls erträglich.
Das zieht den Film tatsächlich auch runter- nur: dafür kann der Film als solches ja nichts.
Von der für mich absolut nicht nachvollziehbaren "Mutterinstinkt"-Sache und der darauf folgenden Tat
und deren komplett bescheuerten Begründung mal abgesehen, hat mir der Film durchaus gefallen.
Mag ja sein dass einen Drogen dermaßen beeinflussen- aber warum macht der cleane Freund das mit?
Manson als schmierigen Killer hätte man deutlich öfter einsetzen können, Brutalitäten gibt es auch kaum zu sehen-
trotzdem verbreitet der Film durch seine Optik und die kaputten Charaktere durchaus eine bedrückende Stimmung.
Einen Actionfilm sollte man hier aber nicht erwarten- "Martyr" ist ein ruhiges White Trash-Drama mit leichtem Thriller-Ansatz.
Sicher kein Highlight, aber 6/10 sind von mir da durchaus drin. Wenn nur die besch***ene Synchro nicht wäre.

PostalDude

Bloodsport



Mein liebster Van Damme!

Geile, blutige ("Darum nenne ich es Blutsport") Kämpfe, Van Damme in Bestform und ein cooler 80erSoundtrack! (Stan Bush, wie immer damals :P )

Dazu noch eine dumme Geschichte samt Lovestory als roter Faden & ab geht´s ins Kumite !

4/5

PostalDude

Bei Amazon Video ausgeliehen:

Security



Antonio Banderas (leider ohne lange Haare...) spielt hier einen arbeitslosen Kriegsveteranen, der einen Job in der Mall annehmen muss...

Er selbst ist cool wie immer und macht Spaß, Ben Kingsley als Bösewicht sowieso, seine Kollegen der Nachtschicht sind eher dümlich/nervig als hilfreich, auch wenn sich das im Laufe des Films teilweise ändert..
Das Mädchen nervt teilweise ein bisschen 🙄

Die Mall als Setting gefällt mir sehr gut, viele Verstecke & Möglichkeiten... :D

Aber ansonsten gibt´s nicht sooo viel herausstechendes, ein Durchschnittsactionfilm!

3/5

Private Joker

29 August 2021, 12:29:53 #2017 Letzte Bearbeitung: 29 August 2021, 14:45:17 von Private Joker
Wander (BD)

Den hatte ich eigentlich ohne große Erwartungen eingelegt, bei maßvollen Kritiken (RT 46%) und wenig "buzz", wie das neudeutsch heißt - letztlich fand ich ihn aber dann doch ganz sympathisch. Der kommt so ein bisschen als relativ später Nachzieher von "Fletchers Visionen" rüber, etwas mehr Thriller & Drama, etwas weniger Rom-Com (trotzdem in einigen Szenen durchaus witzig), was mir vom Mischungsverhältnis durchaus entgegenkommt. Strikte Längsdenker, die jede Prise von Verschwörungstheorie als Verstoß gegen die reine Lehre ansehen, seien gewarnt: So ein Projekt kann eigentlich nur funktionieren, wenn da was dran ist an den "Spinnereien" der scheinbar verwirrten Hauptfigur. Hier also gibt es gleich eine ganzes Füllhorn von möglichen Verschwörungen, die gegen Ende in einer - vielleicht etwas zu schnellen - Abfolge von Twists sauber durchdekliniert werden. Weil aber auch vorher durchaus Tempo und Zug im Plot sind, kommt auch in der Restlaufzeit keine Langeweile auf.

Eckhart, in Sachen Wandlungsfähgigkeit bislang eher nicht als de Niro des gehobenen B-Movies in Erscheinung getreten, darf mal ein bisschen "mehr" zeigen, geht das aber phasenweise etwas überambitioniert an. Der Supporting-Cast spielt keine große Rolle, Tommy kommt noch am Besten weg.

7/10.

Bliss (Amazon Prime, diesmal der von 2021)

Noch so ein Film, der bei der Kritik, durchgefallen ist, sogar schlimmer als der zuvor (RT 28%). Und wieder war ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Produkt, obwohl ich die Schwächen durchaus sehe. Die Story von dem Looser, der in einer anderen Ebene vielleicht ein genialer Wissenschaftler ist, hat bei mir durchaus funktioniert, trägt aber ehrlicherweise keine 104 Minuten. Vor allem die Szenen mit Gregs Kindern fand ich eher überflüssig, die spielen letztlich keine Rolle, halten den Plot auf und sind vermutlich nur "aus Gründen" im Film. Sehr hübsch dagegen fand ich dagegen den optischen Kniff, die (vielleicht)-Realität als hässlich-graue, grieselige "low-res" Ebene, die (vielleicht)-Zukunft dagegen in erlesenen HD-Bildern darzustellen.

Am Ende bleibt wie bei den meisten dieser neumodischen "Mind-Bender" mehr als ein kleines Fragezeichen, ein vager Schluss ist mittlerweile ein eher fragwürdiger Genrestandard geworden. Motto: Kann sich jeder denken, was er will, ist auch jeder glücklich. Mein Fall ist das wie schon öfters erwähnt eigentlich nicht, aber gut. Wilson und Hayek sind jedenfalls ein nettes Pärchen.

6/10.


Anything for Jackson (BD)

Das ist das dann mal das glatte Gegenteil: Den mochten die Kritiker (sagenhafte RT 98 !!), und ich frage mich warum. Gut, ziehen wir mal ab, dass die deutsche Synchro maximal unterstes Mittelmaß ist und die Figuren allesamt so engagiert klingen wie der Verspätungsvorleser in einem deutschen Bahnhof. Auch die Grundidee ist jetzt nicht völlig verkehrt, führt einen aber schnell zu einem der Kernprobleme des Films, jedenfalls für mich: Horrorfilme sollten zumindest grundsätzlich aus der Konstellation "Gut" (oder wenigstens "Normal") gegen "Böse" aufgebaut sein, auch wenn im Slasher-Subgenre auch gerne mit dem Topos "Vollpfosten und verluderte AllesvöglerInnen finden ihr verdientes Schicksal" gespielt wird. Hier haben wir ein durchgeknallt-rabiates Seniorenpärchen, dem wir spätestens ab Szene 2 Tod, Pest und Cholera an den Hals wünschen, und genau das passiert dann auch, so what ?. Die gefesselte junge Frau als eigentliches Opfer und mögliche Sympathieträgerin bleibt dabei komplett Randfigur, wie auch der titelgebende "Jackson". Und die Erscheinungen des Bösen geraten- budgetbedingt - eher maßvoll erschröcklich, warum so ein Dämon (?) als verdrehter Rückwärtskriecher erscheinen muss, erschließt sich mir nicht ganz, vermutlich kannten die Produzenten einer der Typen, die so was können.

Ein paar solide Szenen (Schneepflug) sind aber schon dabei.

Knapp 5/10.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

PostalDude

31 August 2021, 20:11:22 #2018 Letzte Bearbeitung: 31 August 2021, 22:08:28 von PostalDude
Der blutige Pfad Gottes



Dafoe spielt sie hier alle an die Wand als schwuler, leicht cholerischer FBI-Agent, der es aber richtig drauf hat!
Sean Patrick Flanery und Norman Reedus passen als Bruderpaar perfekt zusammen, sie raufen sich, sie lieben sich^^
Dazu kommt dann noch David Della Rocco als "Rocco", der ein kleines bisschen Mafiainsiderwissen hat... :D

Nach und nach gehen die Maifios drauf...

Die Action + Musik is geil inzeniert & passt einfach immer wie die Faust auf´s Auge, die (Bibel)Sprüche zünden & die 3 bilden ein kleines, chaotisches Trio, alles passt perfekt!

Höchstwertung, was sonst? ;)

In nomine patris, et filii et spiritu sancti.

5/5

PostalDude

SA-Abend mit meiner Freundin auf Amazon Video gesehen:

Knives Out - Mord ist Familiensache



Ein sehr starker Krimi mit einer starken Besetzung !

Es fängt alles klassisch an, ein Familientreffen, das (reiche) Familienoberhaupt Harlan Thrombrey (Christopher Plummer) wird 85, die Familie hat eigentlich keine große Lust, dennoch ist es ein schöner Abend.

Dann wird Harlan Thrombrey frühmorgens tot in seinem Zimmerim 3. Stock aufgefunden & der weltberühmte Detektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) wird engagiert.

Damit geht das Spiel los... Die ganze Familie ist verdächtig (Ransom (Chris Evans), Walt (Michael Shannon), Linda (Jamie Lee Curtis), Joni (Toni Collette), Richard (Don Johnson), Meg (Katherine Langford), Jacob (Jaeden Martell), Trooper (Noah Segan), Donna (Riki Lindhome), die Oma (K. Callan) & die Haushälterin Marta (Ana de Armas).

Viele Stars, aber jeder bekommt seine Spielzeit, seine Minuten, um seine Klasse zu zeigen.
Daniel Craig als Detektiv grenzt manchmal ans Overacting, ist aber immer überzeugend als Klasse Detektiv!

Nach ca. 45 min. nimmt der Film 1,2 Ortswechsel vor & die Ermittlungen gehen erst so richtig los...

Es bleibt immer spannend beim Rätseln, bis zum Schluß... ;)

4/5

PostalDude

Bei Amazon Video gesehen:

Timeline



Typischer Zeitreisefilm mit u.a. Sunnyboy Paul Walker...

Eigentlich gute Schauspieler, ein top Regisseur, ein gutes Buch bzw. ein guter Autor als Vorlage, was ist hier schief gelaufen bzw. nicht so gut geworden ?!

Irgendwie ist die Story nicht sooo gut gemacht, die Zeitmaschine ist nicht so interessant bzw. wird nicht viel erklärt... 🤔

Die Action ist gut gemacht, das düstere Mittelalter ist schon gut dargestellt, aber irgendwie ist es nicht so spannend.

Teilweise macht es sehr viel Spaß, die Kulissen sind schon gut gemacht, dann wiederum wirkt es langweilig und billig, es spielt oft bei Nacht.

kA, hier hat der Altmeister (u.a. Lethal Weapon Franchise) Richard Donner keinen guten Film abgeliefert 😕

2,5/5

PierrotLeFou

Die letzten Tage nur Horrorfilme im Kino...


Malignant (2021)
Ich weiß nicht, was genau ich erwartet hatte, jedenfalls ging es doch irgendwie in eine etwas andere Richtung... Das war zwischendurch alles recht wüst und wirklich arg trashig, teilweise wurde auch ganz schön getrickst, um das Publikum ein wenig in die Irre zu führen... (Das funktioniert ganz gut, wenn es sich um Erstsichtungen handelt und man nicht spulen kann, dürfte sich aber bei Zweitsichtungen störender in den Vordergrund arbeiten, wobei es u.U. sogar ein zulässiges Verfahren ist, zumindest im hiesigen Kontext...) In der 2. Hälfte einige Male over the top, relativ erfrischend in der Desavouierung der polizeilichen Ermittler(innen), etwas modisch in den gender-Aspekten, aber vor allem recht tauglich, um filmtheoretisch und/oder philosophisch über das Kino zu denken...
7/10


Escape Room: Tournament of Champions (2021)
Ganz, ganz schlimm... schmeckt am Anfang nach einem lieblosen Anschluss an den ohnehin schon mäßigen Vorgänger, was sich dann aber letztlich als kleiner Gag herausstellt, aber zwischendurch ist das fast schon eine Parodie auf doofe Horrorfilme, wobei die ja der artverwandte "Follow Me" schon geliefert hat. Hier stimmmt fast gar nichts: eindimensionale Figuren, abstruse Andeutungen und Twists, Figuren kehren überraschend zurück, eine Art durchgängiges Rätsel wird irgendwann unzufriedenstellend geklärt und frühzeitig fallengelassen, ein unentschiedenes Schwanken zwischen Grausamkeiten und teeniegerechter Darbietung, eine saudoofe Verschwörungsplotte, die im Vorgänger bloß gegen Ende aufstieß, hier aber absurd übersteigert den gesamten Film durchzieht... Furchtbar. 4,5/10


Don't Breathe 2 (2021)
Anstelle des home invasion-Horrorthrillers eher ein Actionthriller mit drastischen Gewaltspitzen. Die sind recht gelungen, der Spannungsbogen funktioniert, das Quäntchen Humor ist wohldosiert, die Inszenierung ist überraschend solide... aber zugleich ist die Handlung etwas daneben (womit er ja im Grunde dicht am Vorgänger ist) und der Film ist zu diesem Vorgänger aber auch noch ungefähr das, was "Hannibal" für "Silence of the Lambs" war... Keine halbwegs nahbaren, beinahe ein wenig sympathischen Täter geraten an einen monströsen Fanatiker, der sich seinerseits als irgendwie tragische Gestalt mit einem eigenen Gerechtigkeitsempfinden entpuppt; sondern durch und durch verdorbene Täter geraten hier an einen im Grunde liebenswerten Killer, der nur verteidigt und rächt, was er liebt (und was ihn schätzt). Damit sind die Horror-Aspekte im Grunde nur noch ganz randständig vorhanden, hier geht es eher um genüsslich zelebrierte Rache... und wie der Vorgänger ist dieser Film (im negativen Sinne) etwas geschmacklos. Nach dem Abspann setzt der Film dann nochmals ein - wobei der Kinosaal da wirklich bereits komplett leer war - und deutet ganz, ganz sanft die Möglichkeit einer Fortsetzung an, nachdem es schon vor dem Abspann eine Szene gab, die im Grunde ein wesentlich unkonventionelleres Sequel ermöglichen würde... 6/10
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Private Joker

12 September 2021, 12:21:02 #2022 Letzte Bearbeitung: 12 September 2021, 14:00:35 von Private Joker
The Voyeurs (Amazon Prime)

Junges Paar wird in seiner neuen Mietwohnung unversehens zu Gelegenheitsvoyeuren, oder steckt da mehr hinter ? Kein Riesenspoiler, tut es natürlich, aber der Reihe nach...
Amazon bewirbt den nicht ganz klar festgelegten Genremix mal unverblümt für "junge Zuschauer". Trotzdem - superprüde Pseudoerotik für jüngere Teens wie die "After.." (no pun intended)-Filme ist das nicht, man bleibt auch ohne Kinostart in etwa im Rahmen des mittleren R-Ratings. Soll heißen: Die durchaus attraktiven Darsteller dürfen alle mal (also mal vögeln und mal nackig bis zur Untergrenze Oberkörper).
Inhaltlich bis einer gewissen Grenze durchaus solide-sympatisch. Zügig inszeniert überdies, da wird nicht allzu lange gefackelt - ohne große Einleitung gibt es in etwa das, was wir erwarten: ein paar routinierte Spannungseffekte, ein bisschen Gefickel, wenig Tiefgang, aber auch nicht die Fremdschämmomente, die der Stoff theoretisch bringen könnte.

"Bis zu einem gewissen Grad" heißt dann konkret bis kurz vor Schluss, wo sich die Ereignisse nicht nur ungesund hektisch überschlagen, sondern leider auch jedweder Sinn ganz fix aus dem Fenster fliegt. Natürlich braucht so eine Story mindestens einen Twist, der ist absehbar und insoweit auch o.k. In dem Bemühen, da noch ein oder zwei Drehs draufzusetzen, geht aber Kollege Logik vor Verzweifelung auf eine Erholungsreise nach Afghanistan. Die obligatorischen Beispiele in Spoilerschwarz:

Warum zum Teufel bringen die beiden den Ex der Heldin einfach um ?- das ist doch im Rahmen von deren Plan völlig sinn- und motivfrei. Wieso lassen die den Schlüssel für ihre Wohnung an diesem unsinnigen und der gerade böse Gedemütigten bekannten Ort liegen, wieso machen die ihr WLAN nicht wieder dicht, damit die nicht mehr bei denen drucken kann ? Und vor allem: Wie schafft es die "Heldin" bitteschön, die zwei betäubten Übeltäter*Innen von allen unbemerkt in die Augenklinik zu bringen ? Und seit wann kann man Augenlaser problemlos zu kräftig stellen, dass man daran erblindet ? Und warum zum Teufel interessiert sich kein Polizist für den ganzen Mist ??

Für leidlich unterhaltsame 100 (von 118) Minuten hätte ich da schon 6/10 gezückt, aber das Ende zieht den dann doch gewaltig in Richtung 4/10.

Behind you (Amazon 99 Cent)

Müde geschreiben, müde inszeniert, müde synchronisiert, auch auf dem Niveau passt manchmal halt alles irgendwie zusammen. Wenn das Geschehen auf dem Schirm schon nicht fesselt, kommt  man schon mal auf komische Ideen, zum Beispiel, ob das mit einem komplett anderen Ansatz nicht wenigstens halbwegs Spaß gemacht hätte - also konkret: Die Tante gibt sich als böse Tyrannin, die Kinder nehmen den Kampf gegen sie auf und merken erst ganz kurz vor Schluss, dass sie den falschen Gegner bekämpfen. In der konkreten Ausgestaltung dagegen ist das wirklich unfassbar fade, alle relevanten Geheimnisse werden nach 30 Minuten auf den Tisch gelegt, und dann gibt es nur noch halbgaren Hokus-Pokus. Auch technisch / effektseitig völlig höhepunktfrei.

3/10.

Bay of Silence (Amazon 99 cent)

Noch so ein Zielgruppenfilm, in dem Fall tendenziell nicht mehr ganz so junge Frauen, vermute ich. Und offenbar glauben die Filmemacher, dass die aus purer Geschlechtersympathie der Hauptfigur unter Hinweise auf "schwere Vergangenheit" alles durchgehen lassen. Dass die einfach mal so ein Kind quasi entführt, zumindest mittelbar dessen Tod verursacht - alles entschuldbar wegen frühkindlichem Missbrauch ?? Auch die zwei älteren Kinder nerven gewaltig, imho.
So fehlte mir da völlig der Zugang, ich fand den relativ ärgerlich bis zum verlogenen Schluss. Ganz attraktiv besetzt und gefilmt, ehrlicherweise aber so gar nicht mein Film, daher ohne persönliche Endwertung (aber mit 52% RT ist der schon gut bedient, würde ich mal sagen). 
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

PostalDude

Dieses Mal gestern Abend mit meiner Freundin geguckt:

Zitat von: PostalDude post_id=6581091 time=1626303689 user_id=149664Bei Amazon Video geguckt:

Game Night



Was für ein Spieleabend ! :D
So haben sich das Annie (Rachel McAdams) und Max (Jason Bateman) bestimmt nicht vorgestellt, als sie von seinem Bruder Brooks (Kyle Chandler) zu einer Mystery-Mordnacht eingeladen wurden, die plötzlich SEHR realistisch wurde...

Die Story steigert sich immer wieder, es wird immer wieder einer drauf gesetzt, Komödie, Krimi & Actionfilm in einem ! Teilweise auch ein bisschen blutig ;)

1,2 Queensongs liefern den passenden Soundtrack dazu 🤘🏻

Starker Film, den man so nicht erwartet hätte !

4,5/5


PostalDude

Der blutige Pfad Gottes 2: Director's Cut



Ich find ihn genau so gut wie den 1. Teil!
Viele Gags von früher, alte (& neue) Charaktere, Action ist weiterhin cool as fuck, die Maifa ist wieder das Opfer, herrlich... :D

Die neue Agentin Eunice Bloom ist genau so gut & cool wie Agent Smecker ! Auf jeden Fall sexier ;)

Die Story ist im Prinzip das selbe, aber sie wird irgendwie NOCH cooler, NOCH besser erzählt, es macht NOCH mehr Spaß !
Action rockt wie immer, der Erzählstil der Tatorte ist gleich geblieben, aber das ist auch gut so!

Der neue Sidekick ist auch passend als Nachfolger für Rocco & das Ende haut noch mal einen raus... ;)

5/5

StS



,,Hollow Point" (2019) ist mal wieder einer dieser typischen "Grabbeltisch"-Selbstjustiz-B-Filme... also unoriginell, vorhersehbar, klischeehaft, kostengünstig realisiert, lahm, spannungslos und ohne nennenswerte Highlights. Selbst die Besetzung (u.a. Luke Goss und Michael Paré) kann man locker als ,,generisch" bezeichnen. Ja, ein bis zwei Momente und Gegebenheiten (wie die Fight-Skills von JuJu Chan Szeto) sind ,,solide" bzw. ,,zu gebrauchen" – doch alles in allem hat Regisseur Daniel Zirilli (,,Acceleration") auch dieses Mal nichts abgeliefert, das irgendwie der Rede wert ist...

gute 2/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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