Die letzte Sichtung: Filme

Begonnen von MMeXX, 19 November 2012, 13:01:27

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StS



In dem 2017er Thriller ,,Blood Money" treffen sich drei Schulfreunde (Ellar Coltrane, Willa Fitzgerald und Jacob Artist) einige Monate nach Abschluss der High-School wieder, um gemeinsam einen Rafting- und Camping-Trip anzugehen. Dabei stoßen sie auf einige im Fluss treibende Säcke voller Geld – worauf ein Streit zwischen ihnen entbrennt, wie mit dem Fund umgegangen werden soll: Polizei informieren – oder einfach behalten? Schon bald geraten sie ins Visier des eigentlichen ,,Besitzers" der Millionen (John Cusack), der das Gebiet bis dahin nach eben jenen durchsucht hatte...

Bei dem Film hat Lucky McKee Regie geführt, den ich als Regisseur echt schätze. Inszenatorisch handelt es sich bei diesem hier leider um sein (bis zum Punkt seiner Entstehung) konventionellstes Werk, das sich u.a. optisch in keiner Weise von der Schar gängiger VoD/DtV-B-Movies unterscheidet: Solide – aber weder nennenswert spannend noch ,,atmosphärisch". Das Gefühl hatte ich bereits beim Trailer – weshalb ich den Streifen auch so lange ,,vor mir hergeschoben" hatte: Aufgrund der Befürchtung, es wäre für ihn bloß eine ,,lieblose Paycheck-Arbeit" gewesen...

Es gibt keine Sympathieträger – und so einige ihrer Entscheidungen sind nicht allzu cleverer Natur. Cusack mimt auch keinen eiskalten Killer – sondern einen, der eigentlich nicht die Absicht hatte, jemanden zu töten. Aber so viel Geld kann Menschen nunmal zu ,,bestimmten Handlungen" bewegen – siehe John Huston´s ,,The Treasure of the Sierra Madre" oder Walter Hill´s ,,Trespass". Spätestens in der zweiten Verlaufshälfte erkennt man dann, dass es offenbar wohl die Zeichnungen und Konstellationen der Figuren waren, die McKee zur Mitwirkung bewogen hatten...

Neben Geld, Gier, Hoffnungen und Bedürfnissen geht es ebenfalls um das Mädchen der Clique, für welche beide Jungs Gefühle hegen, seit sie in die Pubertät gekommen waren. Dieses Gender-bezogene Element der Geschichte (das ,,männliche Besitzstreben" in Bezug auf sie sowie ihre Umgangsweise damit) ist reizvoll – und die Szene, in der die überzeugende Willa Fitzgerald genau das endlich mal ausspricht, richtig gut. Das letzte Drittel wusste mir schließlich brauchbar zu gefallen – nur schade, dass die vorangegangenen zwei merklich schwächer geraten sind...

Enttäuschende 3,5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

PostalDude

Scary Movie 5



Der Anfang mit Charlie und Lindsay ist witzig 😂
Sie verarschen sich herrlich selbst 😂🙈

Snoop Dogg ist auch ganz witzig, da hätte ich gerne von mehr gesehen !

Leider fehlt Cindy... Die "neue" ist zwar in Ordnung, aber Anna Faris fehlt mir trotzdem!  :sad:
Dan ist immerhin noch da & so dämlich wie immer!

Die Paranormal Activity Verarsche ist nicht meins, mag aber die Filme auch nicht unbedingt. 😕

Die Planet der Affen & Black Swan Verarsche sind dafür ganz witzig..
Die Inception und Evil Dead Verarsche machen aber mehr Bock! :lol: :lol:

Dennoch fehlt mir der Zusammenhang, irgendwie war es in den Teilen vorher besser gemacht..

2/5

Private Joker

29 Januar 2023, 12:52:30 #2372 Letzte Bearbeitung: 29 Januar 2023, 20:35:33 von Private Joker
Devotion (Netflix)

Die historische, wenn auch unter uns gesagt jetzt nicht sooo spektakuläre Geschichte des schwarzen Kampffliegers Jesse Brown ist auf dem direkten Weg vom maßvoll erfolgreichen US-Kinoeinsatz zu Netflix geflogen. Da werden die Macher wohl die Welt nicht ganz verstanden haben: Der vergleichsweise alte weiße Mann Tom Cruise macht mit seinem durchweg erfundenen Fliegerpic, in dem vom Colgatelächeln der Hauptfigur über "Mach 10-Fighter" bis zum Sieg über sinistre Atomächte so gar nichts "stimmt", Milliarden. Und den hier, der weitgehend "wahr" ist und mit einem zeitgemäß-woken Helden aufwartet, will keiner sehen.

Ich persönlich war ja etwas skeptisch, ob man nach dem thematisch ähnlichen Film-Doppel über die "Tuskegee"-Airmen schon wieder einen Militärfilm machen muss, der den unleugbaren Rassismus dieser Zeit mit viel US-Patriotismus verbinden möchte. Zumal "Red Tails", einer der zwei vorgenannten, ein aus meiner Sicht unfassbar schlechter Film ist, der mit seiner CGI-Comic-Ästhetik und den Star-Wars Fliegerszenen meilenweit am Thema vorbeifliegt.
Insoweit Entwarnung: Auf das Niveau sinkt der hier nicht, in keiner Phase. Etwas ungewöhnlich aus meiner Sicht die Entscheidung, auf die Ausbildungsphasen des Helden, in denen Rassismus und die Ablehnung des weißen Militär-Establishments vermutlich am deutlichsten waren, zu verzichten. Der Film steigt ein zu einem Zeitpunkt, an dem Brown "eigentlich" schon etabliert war, die Kameraden sind von Hudner abgesehen halt distanziert- neutral, die Leistungen werden anerkannt. Ein paar "Botschaften" sind geschickt eingebaut, zB die Sache mit dem Leitoffizier auf dem Träger, dem Brown einfach nicht traut und sich damit das Leben schwer macht, aber ein reines Black-Soldier-Movie nach dem Schema "Ablehnung - Ausbildung - Bewährung - Anerkennung" ist das nicht geworden.

Technisch ist das ein Gemischtwarenladen aus realen Flugszenen und CGI bei Schiffen und Bodenangriffen; da das Budget maximal Mittelklasse gewesen sein dürfte und Flugzeugträger aus der Ära eh nicht mehr verfügbar sind, ziemlich alternativlos. Großes Lob für die vermutlich authentischen (oder gut nachgebauten) Corsair-Flieger, die man da überwiegend eingesetzt hat; Highlight für die Flugzeugfans wie mich klar der Luftkampf gegen die MIG-15, bei der ich nicht mal genau sagen kann, ob die echt oder getrickst war (auch wenn der Ausgang militärhistorisch zweifelhaft ist, die MIG waren in der Kriegsphase schon weit überlegen). Weniger schön: Die Bodenangriffszenen sehen dann doch wieder eher nach Computer aus, da kommt der Film halt viel früher an die (Budget-)Grenzen als ein sicherer Blockbuster wie TG-M.

Und sonst so ? Nett und locker inszeniert sind die Szenen mit "Liz Taylor" in ersten Filmhälfte;  schwierig, wenn auch aus Sicht der Macher unvermeidlich ist dann halt das Ende, bei dem es dann doch wieder aus allen Bildschirmecken vor Pathos, Patriotismus und Melodram tropft. Komplett über die Grenze des Erträglichen geht der Film aber auch hier nicht hinaus, der Abschied Hudner-Brown fällt schon eher knapp aus.

In Punkto Gesamtnote schwanke ich etwas. So sehr ich Fliegerfilme eigentlich mag, so wenig brauche ich über jedes  evtl. auch früh gestorbene Fliegerass der US-Militärgeschichte einen patriotischen Heldenfilm, ganz unabhängig von dessen Hautfarbe.
Weil der sich über die Gesetze solcher Filme aber zumindest teilweise etwas hinwegsetzt und auch technisch in der Summe solide ist, springe ich mal über meinen Schatten und vergebe (ganz knapp) 7/10.

Deus (Amazon 99 Cent)

Schon wieder ein preiswerter Weltraumstreifen mit (eher minimalen) Horrorelementen - der Vergleich zum russischen Gemini Projekt drängt sich auf, und etwas besser war der hier schon, um das Fazit vorwegzunehmen.
Sein wir ehrlich, über das Standardszenario "Raumschiff fliegt los, weil sich da draußen was seltsames tut" kommt der aber auch nicht hinaus. Gerade als früherer Perry-Rhodan-Leser komme ich nicht umhin, in Sachen "Handlung", Fantasie, generell im Weltraumfeeling massivste Defizite in der Filmindustrie festzustellen, da war  in einem PR-Heft meist weit mehr Space Opera drin als im gesamten Jahresoutput von "SF-Film international 2. und 3. Liga" zusammen.

Liegt natürlich auch ein bisschen am Geld. Sagen wir mal so: Für ein Budget im vermutlichen Ein-Prozent-Bereich vom Avatar sieht der gar nicht so schlecht aus, das Raumschiff ist angemessen detailreich-filigran, und sogar die finale Explosion geht halbwegs klar. Das filmauslösende Mars-Objekt geriet ein wenig dunkel, so dass der überschaubare Aufwand nicht so auffällt, trotzdem insgesamt "grüner Bereich". Grundlegende Weltraumphysik (Schwerelosigkeit, Funkverzögerzung, Töne im All - letzteres sogar im Dialog -) wird allerdings komplett ignoriert, aber Schwamm drüber, ist ja kein verfilmter Hawkins.

Dafür fällt die Story, die man nicht ohne das Ende und damit spoilerfrei besprechen kann, halt doch deutlich ab. Nun würde ich besagtes Ende nicht als Vollenttäuschung abhaken, aber etwas ernüchternd ist das schon. Ich verlange von den Autoren gar nicht, dass die aus dem Minenfeld "Gott könnte im All sein" eine wirklich kühne Vision basteln, das hat schon "Kirk" bei seinem Star-Trek Regiesolo nicht hinbekommen. Aber die reale Erklärung ist so banal wie panne (mal ehrlich: So eine Kiste im Marsorbit zu bauen, müsste Billionen kosten, unbemerkt bliebe die auch kaum, und das alles um ein paar Milliarden Menschen zum Selbstmord zu motivieren ? Und dann auch noch ein Raumschiff hinschicken, dass das problemfrei verhindern kann ??). Dass unterwegs eher sinnfreier Hokuspokus die Zeit füllen muss  (Stimmen per Chip im Kopf) gibt dem drehbuchseitig den Rest.

Schön immerhin, SF-Allzweckwaffe Claudia Black noch mal wiederzusehen, die ragt allerdings aus einem ansonsten blassen Cast heftig heraus, vor allem der kernige Ex-Marine ist lausig gespielt (kann zT aber auch an der flauen, wenn auch nicht grottigen Synchro liegen).
In der Summe aus "technisch ordentlich" und "inhaltlich dürftig" würde ich den mit knapp 5/10 bewerten, einen Tick über der Konkurrenz aus Russland. Was anderes dürfte man derzeit aber eh nicht sagen, oder ??

Hunters Creek (OT Rust Creek) (WOW)

Aus der Liste "fliegt bald raus" bei Wow rausgepickt, und auch irgendwo was halbwegs positives über den Film gelesen. Aber letztlich fand ich den so durchschnittlich, dass man da nur noch schwer Höhen oder Tiefen herausarbeiten kann - so ein bisschen frage ich mich immer, warum solche Filme überhaupt gemacht werden, oder glauben die Macher wirklich, da irgendwelche Begeisterung auszulösen ?

Standardszenario (Frau allein im Auto, Umleitung, Rednecks treffen, Ärger bekommen), Standardlandschaften, Standardpersonal - insbesondere die unvermeidlich korrupte Polizei, ein ganz klein bisschen Blut. Der "Cousin" bringt minimale Abwechslung in den Personenbestand, aber letztlich bleiben wirkliche Überraschungen oder irgendwas aus der Rubrik "kleines Highlight" komplett aus. Und der Versuchung "Böse killen Böse, um es der Heldin etwas leichter zu machen" kann der auch nicht widerstehen, das zieht der Action und dem Finale gleich heftig den Zahn.
Da ist wirklich so gar nichts dran, was eingetretene Pfade billiger Redneck-Streifen verlässt, so dass ich an der Stelle einfach mal Schluss mache.  4/10

"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

PostalDude

Dirty Harry 4: Sudden Impact



Nachdem er beim morgendlichen Kaffeetrinken ein paar Gangster erschossen hat & in einem Prozess von einem Mafiaboss als Zeuge von ein paar Gangstern gejagt wird, bekommt Harry (Zwangs)urlaub verschrieben! Samt Hund! 😁
Aber selbst dort kann er die Spürnase nicht ruhen lassen...

Eine Frau geht derweil, Jahre nach ihrer Vergewaltigung, auf Rachetour.. 😈

Ein sehr düsterer & harter Teil!

P.S.: Hier kommt endlich auch der Spruch "Make my Day" !

4/5

StS



"Bedeviled" ist ein 08/15-Horror-B-Movie der Gebrüder Abel und Burlee Vang aus dem Jahr 2016, bei dem einige Teenager von einem übernatürlichen Wesen terrorisiert werden, nachdem sie eine mysteriöse App heruntergeladen haben. Effekt-technisch, handwerklich und darstellerisch ist der Streifen durchweg erfreulich solide geraten – worüber hinaus es punktuell sogar passable Spannungs-Sequenzen zu verzeichnen gibt. Inhaltlich sieht es dagegen nicht so prickend aus, da die Story wenig raffiniert ausgearbeitet wurde sowie ohne nennenswerte Überraschungen daherkommt. Und wenn bei mir auf der Haut auf einmal ein rötliches Mal in Form des Logos einer App, die ich gerade heruntergeladen habe, auftauchen würde, würde ich persönlich deutlich anders reagieren als die damit irritierend "unaufgeregt" umgehenden Jugendlichen hier. Ebenfalls schade: Die zahlreichen "Jump Scares" sind überwiegend plumper und vorhersehbarer Natur – was einem effektiveren Spannungsaufbau und Atmosphäre-Grad merklich entgegenwirkt. Im Ganzen ist "Bedeviled" für einen Genre-Flick der "Güteklasse B" aber durchaus einigermaßen kurzweilig und annehmbar geraten... 

4,5/10





Basierend auf Jin Yong´s 1963er Roman "Demi-Gods and Semi-Devils", handelt es sich bei "Sakra" (2023) um einen "Wuxia"-Streifen von und mit Donnie Yen, in welchem er den "tragischen Volkshelden" Qiao Feng verkörpert. Alles in allem ein unterhaltsames Werk mit einigen feinen Action-Szenen, welches aber mit auffälligen "Holprigkeiten" in den Bereichen Inhalt und Pacing zu ringen hat...

6/10

Wer an meiner ausführlichen Meinung interessiert ist:
https://www.actionfreunde.de/sakra/
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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