Autor Thema: Der US-Boxoffice-Thread  (Gelesen 130142 mal)

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Offline StS

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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1140 am: 18 Dezember 2018, 17:33:27 »
(Bumblebee ist ein no go, nach den letzten beiden Transformers "Erfahrungen")

Naja... ein neuer, besserer Regisseur und die bislang besten Kritiken der Franchise könnten/sollten Dich da ja auch vielleicht etwas neugierig stimmen.  ;)
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1141 am: 18 Dezember 2018, 20:44:24 »
Und ganz persönlich: Angesichts von dermaßen viel kindgerechtem oder maximal teeniekompatiblen Unfug und ein bisschen hochgeistigem Zeug mit Oscarambitionen (das bei uns eh erst deutlich später läuft) wird das für mich der erste komplett kinofreie Dezember seit Menschengedenken. Danke, Hollywood.

Naja, ob "Bumblebee" und "Aquaman" wirklich kindgerechter und teeniekompatibler als "Star Wars" oder HdR sind, darüber kann man sicher streiten. Den DC-Wassermann konnte ich jedenfalls schon in einer Pressevorführung sehen und der lohnt sich - ausnahmsweise sogar auch das 3D (auch wenn es - wie so häufig - jetzt nicht zwingend nötig für den Filmgenuss ist).

Aquaman ist sicher der zielgruppenseitig am breitesten aufgestellte Kinostart des Jahresendes, auch wenn der Oldie-Faktor lange nicht Star-Wars oder Herr-der-Ringe-Ausmaße erreichen wird. Qualitativ kann man sich natürlich überraschen lassen, den ersten Auftritt des Herren im Rahmen der wirklich, wirklich furchtbaren JL muss man dabei aber ganz schwer verdrängen.

Bumblebee und generell die TF sind doch wohl ganz klar teenorientert, da ist die übliche Altersfreigabe (12/13) auch schon hart am Ende der Altergruppe, die dem noch was abgewinnen kann. Daran ändert auch das Casting von Steinfeld nichts, da will man allenfalls etwas raus aus der Ecke der männlichen Pubertätsfantasy und ein paar Mädels gleicher Altersgruppe abfischen, denke ich. Dass das Ding die besten RT-Werte aller Weihnachtsstarts hat, gibt einem allerdings schon zu denken - ist die Konkurrenz echt so schwach oder sollte der wirklich erträglich sein ?
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1142 am: 18 Dezember 2018, 21:17:09 »
Für mich sieht das nach einem reichlich doofen Kinderfilm aus, aber vielleicht ist ja auch alles ganz anders und die Blechdeppen werden mal wieder unterhaltsam. Einigermaßen ok war nur das Original, danach jagde eine Fremdschämattacke die nächste. Und der Bumbledee Trailer war zum Davonlaufen.
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1143 am: 22 Dezember 2018, 10:44:27 »
Die Amerikaner scheinen den Wassermann auch zu lieben, ein ähnlicher Start wie in China scheint sicher. Für mich unfassbar, dass die Superhelden / Comichelden über einen so enorm langen Zeitraum so gut funktionieren. Spricht natürlich nicht für das Massenpublikum. Natürlich können auch heutige Ableger noch wirklich gut gemacht sein, aber wer will den im Kino immer und immer wieder das Gleiche sehen? Offenbar enorm viele. Und was kommt auch sonst in der Dimension? Die fliegenden Städte?  Ein Transformers Spinn of? :icon_lol: Tja, da wirds halt dann enorm schwierig.

Des weiteren zeigt sich wieder einmal, dass der Weihanchtstermin für solche generationenübegreifenden (gut, ab 50 wendet man sich vermutlich ab, aber die Klientel geht ohnhin kaum mehr ins Kino) Filme Gold wert ist. Da hätte Solo bestimmt auch deutlich besser abgeschnitten. So etwas nennt man grundfalsches Marketing, ist man bei Disney eigentlich nicht gewohnt, aber da war man wohl zu gierig und das ist man durchaus gewohnt.
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1144 am: 24 Dezember 2018, 15:40:06 »
Wegen Weihnachtsstress bloß in Kurzform diese Woche:

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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1145 am: 24 Dezember 2018, 16:31:26 »
Sollte "Bumblebee" kein Stehvermögen beweisen, dann wird es trotz guter Kritiken wohl ne finanzielle Bauchlandung. Aber ist eigentlich auch Wahnsinn gleich zwei Mainstream-Schlachtschiffe am gleichen Tag zu starten (und parallel dazu noch einen großen Familienfilm).
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1146 am: 24 Dezember 2018, 16:57:31 »
Und, ach ja: "Mortal Engines" ist in seiner 2. Woche übrigens auf Platz 13 abgeschmiert - mit nur $1,727,000 an diesem WoE!
$11,990,960 sind bei dem bislang in den Staaten zusammengekommen - plus $42,300,000 aus dem Rest der Welt.
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1147 am: 24 Dezember 2018, 17:05:42 »
Bumblebee wird nach allem was ich gelesen habe auch eher als Action-/Familienfilmhybrid vermarktet, so eine Art "Transformer Nr. 5 lebt", also irgendwo zwischen der Wassermann- und der MP-Zielgruppe. Dass der Marktplatz kurz vor Weihnachten eng wird, war den Machern wohl schon klar. Mithilfe der Feiertage, dem Ausland und in Verbindung mit dem etwas eingedampften Budget (105 oder 130 Mio, nach unterschiedlichen Quellen oder Rechenmethoden) sollte das aber immer noch ein passables Geschäft werden. Im Großen und Ganzen ist die Transformer-Franchise dann aber wohl am Ende des Weges angekommen. Bis zum Reboot in 10 oder weniger Jahren......

Ansonsten muss man in der Tat feststellen, dass der Solo-Verzicht auf "seinen" Weihnachtstermin Mary Poppins nicht wirklich geholfen hat, DIE eher flauen Zahlen hätte man vermutlich sogar gegen den Sternenkrieger geschrieben.
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1148 am: 30 Dezember 2018, 20:10:36 »


Für "Aquaman" läuft es weiterhin bestens: In den Staaten ging es bloß um 24% runter - das Gesamtergebnis beläuft sich aktuell auf rund $748.8 Millionen (mehr als $250 Millionen davon aus China). Somit ist der Streifen bereits erfolgreicher als "Justice League" ($657.9 Millionen) und "Suicide Squad" ($746.7 Millionen). "Mary Poppins Returns" konnte am zweiten WoE sogar zulegen und hat international bereits $173.3 Millionen im Sack - während es für "Bumblebee" dahinter um 5% runter ging ($156 Millionen alles in allem bis heute)...

"Spider-Man: Into the Spider-Verse" steht derweil bei $233.2 Millionen - "the Mule" bei $60.7 Millionen (bislang nur USA). Dann zwei Neueinsteiger: Zum einen "Vice" mit Christian Bale als Dick Cheney und $7.79 Millionen (C+ "CinemaScore" und 64% bei "RT") - zum anderen die Will Ferrell Komödie "Holmes & Watson" mit $7.3 Millionen, einem D+ "CinemaScore" und 9% bei "RT". Derweil ist der größte momentane Flop (neben "Mortal Engines" auf Platz 18) "Welcome to Marwen" von Robert Zemeckis mit $2.2 Millionen von Platz 9 auf 14 abgerutscht...

Im "Select Theaters"-Bereich hat "On the Basis of Sex" (mit Felicity Jones als Ruth Bader Ginsburg) unterdessen $690,000 in 33 Kinos eingespielt (74% bei "RT"), "Destroyer" (mit Nicole Kidman) $58,472 in 3 (76% bei "RT") und Stan & Ollie (89% bei "RT") $79,674 in 5...
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Offline Hitfield

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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1149 am: 4 Januar 2019, 00:04:14 »
"Phantastische Tierwesen 2: Grindelwalds Verbrechen" lief weltweit ja nicht so gut (629 Mio. US$), aber in Deutschland hat die Fortsetzung in der letzten Woche von 2018 quasi auf der Zielgeraden noch "Avengers: Infinity War" bei den Besucherzahlen überholt. Erfolgreichster Film des Jahres in Deutschland mit 3,4 Mio. Besuchern. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.
http://www.filmstarts.de/nachrichten/18522729.html


In Kürze ein paar Stichpunkte zu den Deutschen Kinocharts 2018, die ich interessant fand. Insgesamt sind die Besucherzahlen im Vergleich zu 2017 und 2015 deutlich eingebrochen. "James Bond" oder "Star Wars" lockten 2015 noch 7 bis 9 Mio. Besucher ins Kino.

  • nur 3 Filme haben es über 3 Millionen Besucher geschafft (der dritte ist "Fifty Shades of Grey 3", allerdings waren die beiden Vorgänger noch deutlich erfolgreicher - Teil 1 hatte 4,4 Mio. Besucher)
  • erfolgreichster Animationsfilm war nicht die "Incredibles"-Fortsetzung, sondern "Hotel Transsilvanien 3"
  • erfolgreichste deutsche Produktion war die "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer"-Realverfilmung mit 1,8 Mio. Besuchern
  • 22 Filme mit über 1 Mio. Besuchern, davon 4 deutsche Produktionen
  • auch der neue "Halloween" hat die 1 Mio. Besucher-Grenze geknackt
  • "Solo: A Star Wars Story" lief mit 1,36 Mio. Besuchern sehr schwach verglichen mit den drei vorherigen "Star Wars"-Filmen, die zwischen 4 und 9 Mio. Besucher hatten
  • die ganzen Comicverfilmungen kommen auf zusammen 9,62 Mio. Besucher
  • "Johnny English 3" lief mit >945.000 Besuchern in Deutschland ziemlich gut
  • Bruce Willis' "Death Wish" und die verspätete "Verschwörung"-Fortsetzung haben gerade mal die 100.000 Besucher-Grenze geschafft
  • von Michael 'Bully' Herbigs Thriller "Ballon" habe ich überhaupt nicht mitbekommen, trotz über 800.000 Besuchern
  • "Ready Player One" kam auf nur 632.000 Besucher. Für einen Spielberg-Film nicht viel. Spielbergs "Die Verlegerin", ebenfalls 2018 gestartet, hatte fast doppelt so viele Besucher.
  • "Tomb Raider" und "Shape of Water" je mit über einer halben Mio. Besuchern
  • 46 Filme über eine halbe Millionen Besucher
  • besonders krass finde ich den relativen Erfolg von "Pacific Rim: Uprising" mit 425.000 Besuchern
  • der hochgelobte Hit "A Quiet Place" kam nur auf knapp 380.000 Besucher
  • Dwayne Johnson hat offenbar eine recht überschaubare Fanbase in Deutschland: "Skyscraper" kam auf 338.000, "Rampage" auf knapp 319.000 Besucher
  • "Predator: Upgrade" liegt bei 220.000 Besuchern, genauso wie
  • Florian Henckel von Donnersmarcks hochgelobter "Werk ohne Autor"

https://wulfmansworld.com/Kinocharts/Archiv/2018/Archiv_Kinocharts_2018_48_Woche_2018
« Letzte Änderung: 4 Januar 2019, 00:22:51 von Hitfield »
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1150 am: 4 Januar 2019, 08:51:59 »
Ja, das vergangene Kinojahr war in D besuchertechnisch sehr sehr schwach. Geht der Trend so weiter, dann werden einige Kinos dicht machen müssen. Während in F oder GB die Besucherzahlen nach wie vor stark sind, scheint man hierzulande lieber Binge-Watching zu betreiben, ist ja auch viel bequemer.

Nur 3 über 3 Millionen ist tatsächich desaströs, zumal wenn man es mit den 90ern vergeleicht in denen das Kino ja auch schon regelmäßig abgeschrieben worden war (z.B. hatten im Superjahr 1994 sage und schreibe 7! Filme mehr als 4 Mio Besucher und 5! mehr als 6 Mio: http://www.insidekino.de/DJahr/D1994.htm ).

D scheint zudem der Markt zu sein, auf dem anderswo in der Gunst schwindende / schwächelnde Franchises noch ordentlich abräumen (Fifty Shades, Tierwesen, Transsilvanien 3).   

Spielberg ist hierzulande schon längst keine Marke mehr (imo völlig zu Recht). Dass der ebenfalls eher dröge "Verlegerin" noch vergleichsweise gut abschnitt, hat auch mit den vielen Schulsondervorstellungen zu tun, die natürlich Ready Player One nicht hatte. Das hat übrigens auch Jim Knopf über Wasser gehalten.

Bei den Comic-Verfilmungen scheinen nur die Avengers so richtig zu funktionieren und selbst das ist an Bond, Star Wars-Maßsstäben eher ein Witz (nicht mal 50%).

Solo hat auch hierzulande den SW-Bash von Last Jedi abbekommen und wurde auch  viel zu früh (nach Jedi) gestartet. Wenn man sieht, was der polternde Wassermann trotz überschaubarer Qualitäten gerade abbräumt, wird man sich bei Disney schwarz ärgern über die Preisgabe des angestammten Weihnachtsstermins (tja, Blödheit gepaart mit Gier gehört dopppelt bestraft). Weinigstens scheint Solo auf dem Heimkinomarkt ordentlich Boden gut zu machen, das ersetzt zwar nicht das fehlende Box Office, zeigt aber das verschleuderte Potential.

Dass The Rock hier nicht so zieht, überrascht nicht sonderlich. Er hat hier bei weitem nicht diesen (Wrestling-)Status wie in den USA und seine Filme funktionieren alle nach demselben (nach China schielenden) Muster. Schade um seine völlig ungenutzten Actionstar-Qualitäten.

Ballon ging tatsächlich in der öffentlichen Wahrnehmung etwas unter, schade, denn das war der mit Abstand beste deutsche FIlm des Jahres.

« Letzte Änderung: 4 Januar 2019, 08:56:44 von vodkamartini »
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1151 am: 4 Januar 2019, 10:21:19 »
Mit dem Kerkeling-Film wird ziemlich sicher noch ein Film ü3Mio dazu kommen und dann auch die Position "erfolgreichster deutscher Film" übernehmen. Insidekino sieht den sogar bei 4, dann wäre er die Nr.1 zumindest der in 2018 gestarteten Filme, auch wenn die Besucher dann überwiegend in 2019 zusammen kommen. Ich bin da aber etwas skeptisch, so recht kann ich mir nicht erkären, warum jetzt jedes Detail aus dem Leben des Herren für so viele Menschen so interessant sein soll. Auch wenn der Film - wie auch schon "Ibdmw" - nicht schlecht sein soll.

Bin da etwas am Schwanken, ob ich mich mehr über die schwachen Zahlen aus D oder die starken aus GB und F wundern sollte; spätestens nach dem Solo-Flop war das doch tatsächlich ein Jahr ohne wirkliche Höhepunkte im Bereich "kommerzieller Film" (die Arthouseecke mögen andere beurteilen, aber das allgemeine Echo der Oscar-Saison ab November ist nach meinem Eindruck auch "viel gefälliges Mittelmaß" Marke "Green Book"). Die Avengers haben natürlich ihre Fanbase, aber mit den knapp 3.5 Mio in Deutschland ist die wohl ganz gut ausgeschöpft (was nicht heißt, dass das Finale nicht die 4 knacken kann). Zu den klassischen 6-Mio-Hits hierzulande fehlen dann halt die Oldies (wie ich), die sich für Star Wars wie selbstverständlich noch mal auf machen; oder die Teilzeitintellektuellen (kenne ich einige), für die etwa ein neuer "Bond" Pflicht ist zwischen den iranischen Hirtendramen und den LGBT-Beziehungskisten aus Frankreich.

Den etwas überraschenden Erfolg vom Grindelwald hatte ich vor ein paar Posts ja schon mal angedeutet; damit nimmt Deutschland in der Tat eine Sonderrolle ein, der dürfte weltweit nirgendwo sonst die - wahrscheinliche - Nr. 1 sein. Das deutsche Publikum ist da vielleicht ein bisschen gespalten, was Fortsetzungen angeht; gar nicht so wenige halten die für einen kommerziellen Auswuchs und Zeichen der Unorginalität Hollywoods, aber wenn da eine selbst schon mehrteilige Buchvorlage zugrunde liegt (Herr der Ringe/Hobbit, Harry Potter, Grey), ist man dann doch irgendwie gnädig. Oder will einfach wissen, wie es weitergeht, was ja bei Transformers 7, FdK 9 oder F&tF 23 eher Nebensache ist.
« Letzte Änderung: 4 Januar 2019, 15:30:27 von Private Joker »
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1152 am: 6 Januar 2019, 20:04:03 »


So... heute Kurzfassung wegen Urlaub (nächste Woche bräuchte ich ne Vertretung   ;))...

"Aquaman" dominiert weiterhin die US-Boxoffice und steht weitweit bereits bei dicken $940.7 Millionen. Auf Platz 2 hat die $9-Millionen-Genre-Produktion "Escape Room" mit $18,000,000 einen prima Start hingelegt, die bisherigen Gesamtergebnisse von "Mary Poppins Returns", "Spider-Man: Into The Spider-Verse" und "Bumblebee" lauten $257,929,305... $275,361,346... und $289,128,140... und im "Specialty Bereich" hat der gritty-dramatische Nicole Kidman Crime-Thriller "Destroyer" in seiner zweiten Woche den besten aktuellen Schnitt erzielt...
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1153 am: 6 Januar 2019, 20:12:12 »
Bei "Aquaman" wäre die globale Milliarde fast etwas peinlich, andererseits die Einspiele von Venom, Black Panther oder Wonder Woman lassen einen auch ein wenig ratlos werden.

Die für mich deutlich interessantere und vor allem beeindruckendere Information sind die momentan globalen 743 Millionen von Bohemian Rhapsody (auch in den USA hatte er mal wieder zugelegt), was den Film zum erfolgreichsten 2D-Film des Jahres macht - und die 800 Millionen fallen auch noch.
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1154 am: 7 Januar 2019, 10:14:37 »
Wobei die rund 200 Mio, die die Rhapsody in den USA machen wird, schon irgendwo erwartet wurden, vielleicht sogar noch einen Tick mehr, auch bei den Briten sind da tolle Zahlen fast zwangsläufig. Erstaunlich ist natürlich die Weltgesamtsumme - gerade ohne China, wobei der Rest Asiens erstaunlich stark ist (aktuell 63 Mio in Japan !). Welcher Film über einen japanischen Popstar würde hierzulande oder in den USA ansatzweise interessieren ?

Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass man einige Aspekte der Figur Mercury zugunsten der Jugendfreigabe und der Auslandsmärkte etwas heruntergedimmt hat. Was den Film vermutlich auf der anderen Seite aller Oscar-Chancen beraubt, mit Ausnahme der für den Hauptdarsteller, denn ansonsten ist das doch die Art von Film, auf die die Academy immer wartet - Bio-Pic mit Publikumserfolg und einer herausragenden Darstellung.

Neben dem Erfolg des Wassermanns finde ich bei den Jahreswechselzahlen das (relative) Scheitern von Mary Poppins am bemerkenswertesten. Nicht per se, irgendwo habe ich mich immer gefragt, wer den ansehen soll, wenn die Zielgruppe den (angeblichen, ist ja letztlich doch nur ein Requel wie viele andere "Fortsetzungen" auch) ersten Teil kaum kennt; sondern allein unter dem Aspekt, dass Disney den offenbar als Riesenhit vor Weihnachten fest eingeplant hatte, incl. Oscar-Buzz und mindestens 300 Mio domestic.

Edit: Just wo ich das abgesendet habe, sehe ich, dass BR sogar den GG als bester Musikfilm/Komödie bestes Drama gewonnen hat. Das ist schon erstaunlich für einen Film mit DEM Kritikerecho (RT 62 und damit knapp unter "Aquaman).
« Letzte Änderung: 7 Januar 2019, 10:30:44 von Private Joker »
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1155 am: 7 Januar 2019, 10:20:44 »
Mit den Oscar-Chancen wäre ich mir nicht so sicher. Gerade wurden die Golden Globes für den besten Film und den besten Hauptdarsteller gewonnen. Zumindest Malek hat imo sehr gute Chancen.
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1156 am: 13 Januar 2019, 19:56:03 »


Eigentlich war alles dafür angerichtet, dass Aquaman sein viertes und dann wahrscheinlich letztes Wochenende an der Spitze der US-Charts verbringen sollte, aber es kam schon diese Woche anders. The Upside, das nach Meinung der meisten Kritiker Ziemlich Dürftige Remake (RT 40%) des französischen Großerfolgs (seinerzeit 426 Mio weltweit, davon immerhin 10 Mio USA) übernahm die Position mit geschätzten 19,6 Mio, solidem Durchschnitt und gutem CS (A). Der Erfolg kommt insoweit etwas überraschend, als Hauptdarsteller Kevin Hart seine Komfortzone hier erstmals ansatzweise verlassen hat und man eine gewisse Fanverweigerung befürchen musste. Über die US-Dollars wird er sich vermutlich umso mehr freuen, als der Streifen im Rest der Welt wahrscheinlich massiv hinter dem Original zurückbleiben wird. International ist der Komiker allerdings bislang eh keine große Nummer.

Der auf Platz 2 abgerutschte Wassermann kann sich damit trösten, als letzter Film 2018 (oder erster 2019 ?) die 1 Milliarde in der weltweiten Addition überschritten zu haben, während der Familien-/Tierfilm A Dog's Way Home mit erwarteten 11.3 Mio die letzte Podiumsposition in Trumpland einnimmt.

Allzuviel mehr tat sich nicht, die Resterampenproduktion "Replicas" mit Keanu Reeves schaffte es nicht mal in die Top Ten, wo sich statt dessen die R.B.Ginsberg-Bio "On the Basis of Sex" durch Spielstättenausweitung mit 6,2 Mio, wenn auch einem eher flauen Kopienschnitt festgesetzt hat. Erstaunliche Zielmarken peilen unterdessen Clint Eastwood und sein Maultier (demnächst 100 Mio) und der unverwüstliche Freddie M. mit 200 Mio an.

Edit 15.1: Mit den endgültigen Zahlen hat The Upside noch eine runde Mio dazu bekommen, jetzt 20,3. Ist meistens ein ganz gutes Zeichen für Langzeiterfolg.
« Letzte Änderung: 15 Januar 2019, 10:15:40 von Private Joker »
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1157 am: 20 Januar 2019, 17:57:46 »


M. Night Shyamalan's "Glass" hat locker Platz 1 erreicht - und das mit voraussichtlich $47.1 Millionen über das lange 4-tägige MLK-WoE in den USA. Angesichts des Budgets ist der Streifen also schon jetzt als ein Erfolg zu werten - allerdings kam er bei den Kritikern nicht wirklich gut an (35% bei "RT"; "B" CinemaScore). Der zweite Neustart "Dragon Ball Super: Broly" (ein japanischer Anime mit 71% bei "RT") ist mit $10,657,442 an den drei Tagen unterdessen ebenfalls prima angelaufen: Macht Platz 3 hinter "the Upside" mit $15,670,000. Im Rest der Welt hat "Dragon Ball Super: Broly" übrigens schon mehr als $50 Millionen im Sack ($32 Millionen davon aus Japan)...

Anbei nun noch ein paar "alles in allem bislang"-Ergebnisse:

Aquaman: $1,063,436,848    
Spider-Man: Into The Spider-Verse: $322,856,385    
Escape Room: $53,700,948
Mary Poppins Returns: $306,031,814    
Bumblebee: $412,343,676    
The Mule: $101,429,689
Bohemian Rhapsody: $782,134,553    
Ralph Breaks the Internet: $455,217,032    
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1158 am: 23 Januar 2019, 09:44:42 »
China und der Skandal um die Steuern in der Filmindustrie...

Zitat
China's Film Industry Paid $1.7B in Back Taxes Following Fan Bingbing Scandal
The phenomenal sum, which stars and studios paid under threat of serious punishment from Beijing, represents a full fifth of China's total box-office revenue in 2018.

Ganzer Artikel:
https://www.hollywoodreporter.com/news/fan-bingbing-scandal-chinas-entertainment-industry-pays-back-17b-back-taxes-1178266
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1159 am: 28 Januar 2019, 08:34:53 »


An seinem 2. WoE ist "Glass" mit $19,049,000 nur um knapp 53% gefallen - was besser als erwartet war. Weltweit hat der Streifen bereits $162,689,135 im Sack. "the Upside" (bloß -18,4%) und "Aquaman" (inzwischen die erfolgreichste aller "DC"-Comic-Adaptionen bislang) laufen indes weiterhin ordentlich - während der erste Neueinsteiger der Woche mit mäßigen $7,250,000 auf Platz 3 eingestiegen ist: "the Kid Who Would Be King" von Joe Cornish. Die $60-Millionen-Produktion erhielt starke 86% bei "RT" und ein "B" CinemaScore...

Schwach ist derweil Steven Knight´s Indie-Neo-Noir-Thriller "Serenity" mit Matthew McConaughey und Anne Hathaway angelaufen: $4,800,000, 21% bei "RT" und ein "D+" CinemaScore. Es ist der schwächste Start in Hathaway´s Karriere. Generell konnten zudem noch diverse Filme von entsprechenden "Oscar"-Nominierungen profitieren...
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1160 am: 4 Februar 2019, 07:56:40 »


Es war das schwächste Super-Bowl-WoE an der US-Boxoffice seit 19 Jahren: Der einzige Neueinsteiger - Catherine Hardwicke´s "Miss Bala" Remake - kam mit $6,700,000 auf Platz 3 ins Ziel, während sich an der Spitze (in Gestalt der beiden Hits "Glass" und "the Upside") nichts veränderte. Die erwähnte 15-Million-Dollar-Neuverfilmung, deren Cast&Crew zu 95% aus Latinos bestand, erntete bloß 25% bei "RT"...

Auch sonst war es relativ ruhig: "Green Book" profitiert weiter von seinen Preisen und Nominierungen, Peter Jackson's WWI-Doku "They Shall Not Grow Old" schaffte es auf Platz 10 (in 735 Lichtspielhäusern mit 98% bei "RT") und das Survival-Drama "Arctic" (mit Mads Mikkelsen und 84% bei "RT") erwirtschaftete $56,463 aus 4 Kinos...

Ach, und da die PG-13-Fassung von "Deadpool 2" nun auch in China gestartet ist, bringt das das Einspielergebnis des Sequels auf $784 Millionen weltweit - was den Streifen zu dem erfolgreichsten aller "X-Men"-Vertreter macht...
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Offline StS

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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1161 am: 10 Februar 2019, 18:58:55 »


"The Lego Movie 2: The Second Part" ist zwar auf Platz 1 der US-Charts eingestiegen - das aber mit enttäuschenden $35 Millionen ($50-$55 Millionen wurden im Vorfeld da eigentlich erwartet). Das ist bloß halb so gut wie Teil 1 anlief - und auch deutlich hinter "The Lego Batman Movie" einzustufen (okay, "The Lego Ninajgo Movie" startete noch schwächer). 84% gab´s bei bei "RT" - aus 63 weiteren Ländern kamen bloß $18.2 Millionen hinzu...

"What Men Want" kam dahinter ins Ziel - a gender-bending reimagining of Nancy Meyer's 2000 comedy What Women Wan - und das mit $19 Millionen (aus 2912 Kinos) sowie 48% bei "RT". Platz 3 ging an "Cold Pursuit" mit $10.8 Millionen: Ein schwaches Ergebnis für einen Liam Neeson Flick - der obendrein rund $60 Millionen gekostet hat! Der Streifen, dem Liams bescheuerte Beichte beim Interview sicher auch nicht gerade geholfen hat, steht bei 74% bei "RT"...

Es folgen die beiden Hits "the Upside" und "Glass" - dann der vierte Neueinsteiger, nämlich der kleine Horror-Thriller "The Prodigy" (u.a. mit Taylor Schilling). $6,004,403 (entspricht in etwa der Budgethöhe) und 45% bei "RT" sind bei dem noch anzuführen. Im "Specialty Box Office"-Bereich lief das chinesische Sci-Fi-Epos "The Wandering Earth" derweil mit $1.6 Millionen aus 65 Kinos prima an - während der spanisch-sprachige Psychothriller "Everybody Knows" (mit Penelope Cruz und Javiar Bardem) in 4 Kinos $75,000 einbrachte...
« Letzte Änderung: 11 Februar 2019, 07:50:17 von StS »
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Re: Der US-Boxoffice-Thread
« Antwort #1162 am: 10 Februar 2019, 20:12:10 »
Wobei "The Wandering Earth" in seinem Heimatland schon bei schlanken 297 Mio (6 Tage) steht. Und das an einem "chinesischen Wochenende", bei dem US-Filme Sendepause haben und die einheimischen Blockbuster (u.a "Crazy Alien") zusammen rund 810 Mio reingeholt haben.

Da kann Hollywood aktuell nur von träumen. Und nachdem der Februar mit vermutlich maximal solide laufender Familienware vollgestopft ist, wird sich das bis Mitte März wohl kaum ändern.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)