Black Mirror (UK-Orig. + US-Remake/Fortsetzung)

Erstellt von Travelling Matt, 4 Februar 2014, 20:15:22

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Travelling Matt

4 Februar 2014, 20:15:22 Letzte Bearbeitung: 3 Februar 2016, 10:18:19 von Moonshade


Zitat von: WikipediaBlack Mirror is a British television anthology series created by Charlie Brooker and shows the dark side of life and technology. The series is produced by Zeppotron for Endemol. Regarding the programme's content and structure, Brooker noted, "each episode has a different cast, a different setting, even a different reality. But they're all about the way we live now - and the way we might be living in 10 minutes' time if we're clumsy."

An Endemol press release describes the series as "a hybrid of The Twilight Zone and Tales of the Unexpected which taps into our contemporary unease about our modern world", with the stories having a "techno-paranoia" feel.


Die Suchfunktion hat überraschenderweise nichts zu der Serie ausgespuckt, aber ich denke es wird einige hier interessieren: es soll eine dritte Staffel geben, wann ist aber noch unklar (Quelle). Interessantes Zitat von Brooker dazu:
Zitat'The frustrating thing about there being a delay a show like that is that quite often, the things you're writing about then come true,' he said. 'I've noticed that there was an idea I had, and there's something very similar that seems to have happened in real life.

Moonshade

Ich lese in der SFX schon seit einigen Jahren darüber.

Es war wohl mit der ersten Staffel ein Experiment und es sind wohl nur drei Folgen (a 45 Minuten) genehmigt worden, in denen die Macher sich aber gut austoben konnten.
Die Quoten waren so gut, daß sie sich dann noch mal an eine Staffel setzen konnten - wollten aber das Format so beibehalten, damit die Qualität sich halten kann.

Sind mehr so TV-Specials als eine richtige Serie.

Hier noch ein paar Reviews von Staffel 2:

http://www.sfx.co.uk/tag/black-mirror/

Würde mich schon interessieren, wurde in UK thematisch sehr viel diskutiert.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"Sauf doch nicht so viel, Mensch! Nimm lieber was von dem großen Igel - der schmeckt!"

Travelling Matt

Das ist richtig gute Science Fiction. Die zweite Staffel fand ich etwas schwächer, aber insgesamt sind da einige sehr interessante Beobachtungen und Gedankenexperimente bei. Und die erste Folge ist einfach der Hammer. Mangels Spoiler-Tags gibt's da jetzt keinen weiteren Kommentar zu.

Moonshade

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Simon_David

Das sind tolle Nachrichten. Fand die 1. Staffel echt gelungen (vor allem die Folgem it dem Schwein  :icon_mrgreen:)
Schöne Satire auf die heutige Mediengesellschaft.

Moonshade

Noch mal dran erinnern: ab heute gibts mittwöchlich jeweils 20.15h je eine Folge bei RTL Crime!

http://www.serienjunkies.de/news/black-mirror-staffel2-rtl-crime-61739.html
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Moonshade

Es geht noch nicht zuende, jetzt wird ein Weihnachtsspecial erwarte und hat sich dafür Jon Hamm gecatcht, der ja jetzt wieder öfter Zeit hat: http://www.serienjunkies.de/news/black-mirror-weihnachts-special-jon-62763.html
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Moonshade

Das Weihnachtsspecial ging am Dienstag bereits über die Bühne, aber heutzutage ist der Erstausstrahlungstermin ja nicht mehr unverrück- und unwiederholbar:

http://www.serienjunkies.de/news/play-day-weihnachtsspecial-black-mirror-64551.html

Ein Review gleich dazu: http://www.serienjunkies.de/news/black-mirror-white-christmas-review-64623.html
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Moonshade

Netflix hat wohl Interesse an der Serie zwecks Übernahme bekundet...

http://www.serienjunkies.de/news/black-mirror-wandert-tech-satire-67822.html
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Moonshade

Nach zwei Staffeln und einem großen Weihnachtsspecial aus good old england, wurde jetzt die Produktion von neuen Folgen angemeldet.
Die wird Netflix allerdings dann in den Staaten selbst produzieren...hoffentlich hält sich wenigstens der bittere britische Witz...

http://www.serienjunkies.de/news/black-mirror-netflix-schnappt-britische-70459.html
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Moonshade

Passend zur Produktionsübernahme sind die britischen Folgen der Serie jetzt bei Netflix Deutschland verfügbar...

http://www.serienjunkies.de/news/black-mirror-staffeln-deutschen-netflix-71416.html
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PillePlutonium

Puh, scheinbar ist das nix für mich, hab mir die erste Folge via Netflix angeschaut und mich dann Ray Donovan gewidmet^^
Ich fand die Story dermaßen an den Haaren herbeigezogen und absolut unrealistisch.

Moonshade

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Butzemann

4 Januar 2018, 06:41:03 #13 Letzte Bearbeitung: 4 Januar 2018, 06:51:24 von Butzemann
An alle Nerds da draussen, USS Callister, 1. Folge der 4. Staffel unbedingt schauen  :dodo:

Hab nun auch die 2. Folge durch, Arkangel, inszeniert von Jodie Foster.

Bisher alles richtig gut, die erste Folge sehr unterhaltsam, die 2. sehr sehr ungemütlich, ich sag nur Helikoptereltern und erschreckend unweit entfernt wie ich mir vorstellen kann.

Version 2.0 [ http://blog-plus.de ]

Heimkino [ http://www.bluray-disc.de/blulife/heimkino/butzemann ]


"Von all den Dingen die mir sind verloren gegangen, hab ich am meisten an meinen Verstand gehangen"

Private Joker

Jo, die Callister-Folge hat schon dermaßen Wellen geschlagen, dass da über eine komplette Serie nachgedacht wird

https://www.moviepilot.de/news/black-mirror-folge-uss-callister-aus-staffel-4-konnte-ein-spin-off-bekommen-1101324

Wäre nicht der schlechteste Pilot, obwohl der Platz zwischen bierernst (ST-D) und Semi-Parodie (Orville) schon relativ knapp ist. Als totale Dekonstruktion (Figuren ohne Geschlechtsteile und Küssen ohne Zunge) wird das im Mainstream nicht landen können.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Moonshade

So, nach der "Einkreisung" werfe ich jetzt "Black Mirror" als Zwischendurchhäppchen ein - definitiv eine Serie, die man nicht bingen sollte, sondern episodenweise einwirken.

Hab jetzt die ersten beiden gesehen und danach herrscht auf jeden Fall kein Sonnenschein.
Die "Schweine"-Folge "National Anthem" ist zwar voraussehbar, wenn man es dystopisch mag, fährt aber wie ein Zeitlupenunfall unverrückbar auf ihr bitteres Ende zu - da hat mich maximal die unverständliche Jaulerei der entführten Prinzessin genervt.
Mit "15 Million Merits" - die ihr Sein eigentlich ja bis zum Ende nicht erklärt (sind sie nun in einem Raumschiff oder muss man für seinen geistlosen Digitalspaß eben per Stromerzeugung selbst sorgen? Es wird ja nur erwähnt, dass jemand zur Erde wollte, aber "alles voll sei".), erschließt sich auch nicht so einfach, sickert aber mit seiner virtuellen Lebenslandschaft um so nachdrücklicher. Und die "Britain got Talent"-Parodie ist super - bis zu logisch-bitteren Schlusspointe.

Kann ich jedem empfehlen, der es nicht so typisch mag.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"Sauf doch nicht so viel, Mensch! Nimm lieber was von dem großen Igel - der schmeckt!"

tenderman

Zitat von: Moonshade nach 15 Juni 2018, 09:21:02
Mit "15 Million Merits" - die ihr Sein eigentlich ja bis zum Ende nicht erklärt (sind sie nun in einem Raumschiff oder muss man für seinen geistlosen Digitalspaß eben per Stromerzeugung selbst sorgen? Es wird ja nur erwähnt, dass jemand zur Erde wollte, aber "alles voll sei".), erschließt sich auch nicht so einfach, sickert aber mit seiner virtuellen Lebenslandschaft um so nachdrücklicher. Und die "Britain got Talent"-Parodie ist super - bis zu logisch-bitteren Schlusspointe.

Kann ich jedem empfehlen, der es nicht so typisch mag.

Raumschiff oder nicht ist hier m.E egal - das Radfahren soll ja nur eine Metapher auf die menschlich Arbeit in der Zukunft sein, welche immer abstrakter und in letzter Konsequenz überflüssig ist. Vermutlich schon alles automatisiert, der "Pöbel" muss aber weiterhin bei Laune gehalten werden. Eine der besten Sci-Fi Beiträge/Dystopie der letzten Jahre!
"Aspirin gab´s nicht, da hab ich dir Zigaretten mitgebracht" (Homer Simpson)

StS

Ab morgen gibt es auf Netflix nen Einzelfilm zu sehen:

Black Mirror: Bandersnatch

Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=XM0xWpBYlNM
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

Zitat von: StS nach 27 Dezember 2018, 20:53:24
Ab morgen gibt es auf Netflix nen Einzelfilm zu sehen:

Black Mirror: Bandersnatch

Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=XM0xWpBYlNM


Netflix released its first interactive experience for adults with 'Black Mirror: Bandersnatch' on Dec. 28. The teams behind the immersive film, which debuts first-of-its-kind technology, tell The Hollywood Reporter how to be an active player in Charlie Brooker's story...

Weiterlesen:
https://www.hollywoodreporter.com/live-feed/black-mirror-bandersnatch-netflixs-interactive-film-explained-1171486
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

PierrotLeFou

Klingt furchtbar. Für virtuelle Realitäten und das Auftauchen einer Vielzahl von Möglichkeiten hat man seit den 60ern schlichtweg mehrere Alternativen in ein und demselben Film erzählt (Robbe-Grillet) oder aber mehrere Filme mit unterschiedlichen Abläufen gedreht (Smoking/No Smoking) oder aber den Film in Episoden mit jeweils anderen Abläufen derselben Geschichte aufgedröselt (Der Zufall möglicherweise/Lola rennt) oder aber alternative Enden/Fassungen für unterschiedliche Märkte angefertigt.
Jetzt diese (literarisch völlig wertlose) Kinderbuchtaktik auf den Film anzuwenden, erscheint mir ein künstlerischer Rückschritt zu sein, der zudem mit dem Interaktivitätsanspruch das Medium Film völlig unterläuft. Es ist dann ja eben Expanded Cinema - bloß außerhalb des Experimentalfilmsektors und eben konventionell und somit im Grunde nichts anderes als ein besonders simpel gestaltetes, primitives Videospiel mit realen Darstellern & Kulissen... (sowas gibt es ja auch bereits mit 360°-Filmen, die ja auch "nur" primitive Videospiele darstellen und keine Filme, zu denen ja Abgeschlossenheit & Übershaubarkeit und gerade nicht Interaktivität (die über Interpretationsleistungen & -wirkungen hinausgeht) zählt.) :unknown:

Bleibt natürlich die Frage, wie wichtig Netflixx für die Filmgeschichte überhaupt sein wird... Natürlich haben die bereits Coppola, Cuaron, Welles, Allen u. v. a. Aber solange die eher so ein elitärer Club sind, der die eigenen Produktionen ohnehin fast nur im eigenen Club zeigt, weiß ich nicht, wie zeitverzögert (trotz großen Publikums) die Wirkung innerhalb der Filmgeschichte sein wird. Wäre in meinen Augen fast schon zu wünschen, dass die sich auf so eine Interaktivitätsschiene verlagern... dann sind es ohnehin nur noch Spiele mit realen Darstellern/Kulissen und müsen brauchen sich für diesen Club auch gar nicht weiter interessieren.
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

ironfox1

28 Dezember 2018, 16:52:17 #20 Letzte Bearbeitung: 28 Dezember 2018, 20:47:15 von ironfox1
Sind zwar einige obligatorische Ja/Nein bzw. Gegenstand A/Gegenstand B Antwortmöglichkeiten dabei, aber allein das der Junge mit der Zeit immer paranoider wird und glaubt er wird fremdgesteuert ist schon zu geil. :icon_smile:
Sind auch Sackgassen dabei, aber auch wenn man zweimal dieselbe Auswahl trifft heißt das nicht unbedingt, dass man zweimal dasselbe sieht. ;)
Der Übergang zwischen den Antwortmöglichkeiten ist erstaunlich flüssig, kein Bruch zwischen den Szenen, außer man landet in einer Sackgasse. Dann findet man wie in Bild 3 zwei Fernseher vor sich und muss erneut wählen.
Ich finde das jedenfals mal was erfrischend anderes. :icon_razz:
Einziger Nachteil von diesem interaktiven Film: Im Gegensatz zu normalen Filmen gibt es hier kein schnelles Vorspulen. Man kann nur in 10 Sekunden Schritten vorwärts oder zurück. 



(Aus Spoilergründen von mir verpixelt)

Edit:
Ist jetzt der erste Film überhaupt, den ich ein zweites Mal gleich im Anschluss gesehen habe. Und mit 312 Minuten Filmmaterial kann man den Film noch ein paar mal erneut schauen und neues entdecken.
Keine Ahnung wie teuer sowas ist, aber wenn Netflix an dieser Technik dranbleibt, könnte das die nächste Stufe des Filmkonsums werden. Gerade im Horrorbereich kann ich mir das ganz gut vorstellen. Anstatt einen unsäglichen Charakter weiter zu ertragen, entscheidet der Zuschauer einfach, dass er umgebracht wird. :icon_twisted:
   


PierrotLeFou

Zitat von: ironfox1 nach 28 Dezember 2018, 16:52:17
wenn Netflix an dieser Technik dranbleibt, könnte das die nächste Stufe des Filmkonsums werden.


Findest du wirklich, dass Interaktivität Charakteristikum des Films sein kann? Ich verbinde das bloß mit dem Spiel im allgemeinen...
Die IMDb trenn ja schon länger nicht mehr zwischen Film und Videospiel (bzw. widmet sie sich eben beiden Medien), aber für mich bleiben solch interaktive Sachen und das Expanded Cinema Randerscheinungen des Filmischen, die teilweise wesentlich mehr in ganz andere Gefilde fallen...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

ironfox1

Warum nicht, die Grenzen verschwimmen doch immer mehr. Blockbuster sind im Prinzip nur noch Videogames mit einer handvoll Schauspieler, die von einem Level zum nächsten hüpfen. Nur das man diese nicht selbst steuern kann. Während Videogames immer mehr zum Film werden. https://www.youtube.com/watch?v=YtPmIBqRwQU


PierrotLeFou

29 Dezember 2018, 00:58:54 #23 Letzte Bearbeitung: 29 Dezember 2018, 01:02:15 von PierrotLeFou
Zitat von: ironfox1 nach 29 Dezember 2018, 00:11:45
Warum nicht, die Grenzen verschwimmen doch immer mehr. Blockbuster sind im Prinzip nur noch Videogames mit einer handvoll Schauspieler, die von einem Level zum nächsten hüpfen. Nur das man diese nicht selbst steuern kann. Während Videogames immer mehr zum Film werden. https://www.youtube.com/watch?v=YtPmIBqRwQU

Ich würde auch sagen, dass es da Annäherungen gibt (wobei ich das Blockbuster-Beispiel schon anders einschätzen würde), aber ich sehe da eben auch einen Wesensunterschied zwischen einem Spiel (seit jeher interaktiv!) und einem filmischen Werk (und eben noch den Happenings des Expanded Cinema, zu denen man ja auch diverse RHPS-Aufführungen zählen könnte).


Ich sehe einfach keinen Sinn darin, mit den Mitteln des Films (reale Darsteller/Kulissen) Werke des Spielens (mit Auswahlmöglichkeiten) hervorzubringen, die im ursprünglichen Spielsektor schon vor Jahrzehnten behandelt worden sind.
Da könnte man weiterhin versuchen, Computerspielanimationen halbwegs realistisch aussehen zu lassen und dann hätte man ja im Grunde seinen "Film", bei dem man dann wirklich unzählige Details beeinflussen kann. Man ist doch im Bereich des Spiels wesentlich weiter als Konsumenten Werke vorzulegen, bei denen sie dann ein, zwei Dutzend Verlaufsformen über interaktives Entscheiden mitbestimmen können.

Das scheint mir einfach bloß ein enormer künstlerischer Rückschritt zu sein, bei dem zudem gar nicht reflektiert wird, was die Medien (Spiel/Film) ausmacht und dass Interaktion nichts traditionell Filmisches ist, aber sehr wohl seit jeher zum Spiel gehört...
Also meinetwegen kann sowas natürlich produziert werden, aber dann sollte auch ein Bewusstsein dafür mitschwingen, dass sowas ein (Film-)Spiel ist und kein (Spiel-)Film.
Und wenn ich mir jetzt noch einmal anschaue, wieviel mühevolle Arbeit darin steckt, einen Film zu drehen, der die Themen Virtualität und alternative Abläufe in sich enthält (als abgeschlossenes, nicht interaktiv abwandelbares filmisches Werk), dann ist es auch ziemlich unbeeindruckend, wenn plötzlich ein als interaktiver Film beworbenes Spiel daherkommt, bei dem man einfach bloß verschiedene Abläufe ansehen kann.
Da aber offenbar Virtualität und Meta-Ebenen in diesem Stoff stecken, will ich nicht ausschließen, dass das ingesamt schon ein ganz interessantes, womöglich erstaunlich cleveres Spiel ist. Es ist aber eben mit seiner Interaktivität ein (Filmszenen aneinanderreihendes) Spiel und kein Film - und als Spiel vermutlich auch nicht sonderlich befriedigend, wenn man bloß ein paar Mal interaktiv irgendetwas mitbestimmen kann.

Wobei ich schon bereits wäre, in der klassischen Filmrezeption Momente des Spielens auszumachen (was etwa in Greenaways "Verschwörung der Frauen" mit den Zahlenspielen auffällig wird) und umgekehrt dem (Computer-)Spielsektor zu bescheinigen, dass der Film da enormen Einfluss hinterlassen hat. Aber wenn es ein Kriterium geben soll, welches beide Medien trennt (und ansonsten bräuchte man nicht von zwei Medien sprechen), dann sehe ich da momentan nur die Interaktivität: Der Film ist an sich nicht vom Rezipienten beeinflussbar (solange nicht etwa wie im Expanded Cinema der Filmstreifen happeningmäßig bearbeitet wird), sondern allenfalls für den Reziepienten beeinflussbar (indem ein Interpretationsansatz neue Lesarten ermöglicht, die ohne ihn wegfallen), beim Spiel ist aber das Spiel an sich vom Spieler beeinflussbar und funktioniert nur durch seine Beeinflussung...
Wie gesagt: Mit der Anfertigung von Spielen mit Filmszenen habe ich natürlich kein Problem, dass man das markentingmäßig als Film bewirbt nervt mich aber ebenso wie z. B. die Aneignung des "Found Footage Film"-Begriffs für Filme, die gar kein Found Footage verwenden, sondern bloß gezielt diesen Anschein erwecken... Schon haben sich Missverständlichkeiten und Doppelcodierungen etabliert, die eine saubere Thematisierung unnötig kompliziert werden lassen. :icon_neutral:
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StS

Ich erinnere mich daran, dass es bei "Return to House on haunted Hill" auch schon diese Wahlmöglichkeit gab, immerzu zwischen zwei Möglichkeiten auszuwählen und somit den Verlauf zu lenken...
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Benny88

Hab mir die Folge / den Film jetzt auch schon angesehen und finde es als Gimmick zwischendurch ganz unterhaltsam. Etwas sinnlos finde ich die Entscheidung welche Cornflakes der Hauptdarsteller zum Frühstück isst oder welche Musik er gerade hört, da es für die Story auch null relevant ist. Habe mich nach der ersten Handlung nach knapp 40 Minuten auch schon selbst ins Aus geschossen (obwohl ich dachte, dass so wie ich gewählt habe alles am interessantesten verläuft.. war aber nicht so).
Der zweite Anlauf war dann besser (Stichwort: Balkon).

So zur Abwechslung war das eine nette Sache, aber regelmäßig brauche ich das nicht. Der Nachteil ist ohnehin, dass wenn man selber entscheidet was als nächstes passiert, die ganze Spannung herausgenommen wird, da man ja somit eh weiß was gleich kommen wird.. bin gespannt ob Netflix noch weiteres in der Richtung folgen lassen wird.

Moonshade

Bin inzwischen Mitte der 3.Staffel und mit den Folgen nach dem Übergang nach Amerika nicht mehr ganz so zufrieden.

Während "White Christmas" und "White Bear" richtige Hämmer waren, hat man bei "Nosedive" den 5-Sterne-Gag über die ewig lange Laufzeit übertrieben. Da "ich-habs-kapiert"-Effekt war schon schmerzhaft nach 20 Minuten, aber Hayley Atwell muss fast eine eine volle Stunde weiter machen, um dann am Ende drei Minuten Katharsis zu erfahren.
"Playtest" hat ebenfalls einen Vollhorst als Protagonisten, der einem nach drei Minuten schon auf den Sack geht und spielt so offensichtlich mit den "was-ist-passiert"-Möglichkeiten, dass die Auflösung eher reizarm ausfällt.
Und "Shut up and Dance" spielt zwar erfolgreich mit dem Revanchismus des Webs, aber setzt ebenfalls auf einen fiesen Schlußgag, nachdem man die ganze Zeit Alex Lawthers verkrampft-verheulten Stotter-Teenie ertragen musste.

Alle Folgen haben Potential, aber es ist weniger subtil und gröber ausgefallen - wesentlich mehr "In your Face!".
Ich hoffe, "San Junipero" und die anderen gleichen das wieder etwas aus...
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"Sauf doch nicht so viel, Mensch! Nimm lieber was von dem großen Igel - der schmeckt!"

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Oh fein, wir sind schon in der 4.Staffel, die Frau braucht Nachschub...
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