The Animated Spider-Man (Lord & Miller)

Erstellt von Newendyke, 23 April 2015, 12:18:34

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Newendyke

Phil Lord und Chris Miller (Lego The Movie) werden für Sony Pictures den Netzschwinger animiert auf die große Leinwand bringen. Ob sie dafür auch in den Regiestuhl steigen werden oder nur die Produktion leiten werden, ist noch nicht geklärt. Genauso wenig, wer denn Pete Parkers Stimme geben soll.

US-Start: 20.07.2018

http://www.empireonline.com/news/story.asp?NID=44106


"Ich will jetzt nichts mehr hören, von wegen keinen Job, kein Auto, keine Freundin, keine Zukunft und keinen Schwanz." (der Meister - Gran Torino)

Grusler

Aber bitte nicht nochmal die Onkel Ben-Story. :algo:

Sie sollten mal was wagen und von mir aus Secret Wars machen, passend zum Endzeit-Chick, damit könnte dann auch mal gezeigt werden, dass der Venom-Anzug nützlich für Spiderman sein kann, unter gewissen Umständen. Das wäre auch psychologisch spannender als immer die, du wirst Böse wenn es dir zu gut geht Nummer, die zumeist ja als Handlung dient, sobald Venom ins Spiel kommt.


ROCK 'N' ROLL WIRD NIEMALS STERBEN, IHR SCHEISSER!
 -Rollie LeBay


Ko(s)misches Sein.

Hitfield

Der Thread war nicht einfach zu finden. Im Kino lief der Film letztendlich unter dem Titel "Spider-Man: Into the Spider-Verse" und war ein Erfolg bei Kritikern und an der Kinokasse.

Wieder eine 99¢ VoD-Sichtung. Mit Spoilern, aber darauf kommt es in diesem Fall wohl nicht an, oder?


Ich kann den computeranimierten Film kaum nach der üblichen Vorgehensweise neutral beurteilen. Letztendlich ist es nun wohl so weit, dass ich das Gefühl habe, für eine bestimmte Machart inzwischen zu alt zu sein. Erstaunlich, dass es mal so weit kommen konnte, dabei sind die beiden Macher Phil Lord und Christopher Miller mein Jahrgang (wobei hier andere Regie geführt haben).

Der Stil bei "Into the Spider-Verse" knüpft jedenfalls an "The Lego Movie" an und setzt mit den ganzen Staccato-Schnitten und bis zu einem halben Dutzend parallelen, gleichzeitigen Einstellungen/Ausschnitten (ähnlich wie bei einem Comic), die alle unterschiedliche Szenen oder Perspektiven zeigen, sogar noch einen drauf -- richtet sich also an schwer ADHS-gestörte Teenager mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Tik Tok-Memes. Zudem hatte ich den Eindruck (ohne das jetzt nochmal zu überprüfen und bei einer Zweitsichtung zu analysieren), dass hier wild mehrere Stilrichtungen vermischt werden: Computeranimation, traditionelle Zeichentrickfilm-Szenen und Sequenzen, die eher nach Knetanimation oder so ähnlich aussehen.

So anstrengend und überladen das einerseits ist, ergeben sich dadurch andererseits einige Momente (oft nur wenige Sekunden kurz), die wirklich super aussehen und fast als moderne Kunst durchgehen könnten.

Die Story ist insgesamt okay bis gut. Am besten ist die zentrale Handlung mit dem "zweiten", schwarzen Spider-Man. Der Film führt das sehr plausibel und sympathisch ein, weshalb es auch einen etwas "anderen" Spider-Man geben kann. Wenn der Kingpin dann aber das Dimensionstor öffnet, sich Realitäten und Zeitebenen vermischen, die Schwerkraft auszusetzen scheint usw., ist jeder "Realitäts"-Bezug dahin. Ich weiß, dass das ohnehin ein Superheldenfilm mit eigenen Regeln ist, aber hier geht es noch abstruser zu als bei "Guardians of the Galaxy Vol. 2". Alle schweben, fliegen, hüpfen, krachen und schwingen wie unkaputtbare Tennisbälle durch die Gegend.

Ganz nett ist der schwarzweiße Spider-Man Noir, gesprochen von Nicolas Cage (auch mit seiner deutschen Synchronstimme). Völlig gaga dagegen das Anime-Mädchen aus der Zukunft mit der Roboterspinne und der Schweinchen Schlau (?)-Spider-Man. Auf jede gute Idee kommen ein paar absurde.

Immerhin wird es während der zwei Stunden Laufzeit nicht langweilig. Aufgrund der Machart nicht wirklich ein Film für mich. 5,5 / 10
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Private Joker

Zitat von: Hitfield nach 12 August 2019, 22:40:21Der Thread war nicht einfach zu finden. Im Kino lief der Film letztendlich unter dem Titel "Spider-Man: Into the Spider-Verse" und war ein Erfolg bei Kritikern und an der Kinokasse.
..

Und um die Verwirrung komplett zu machen: In Deutschland hat der den "urdeutschen" Titel "Spider-Man: A New Universe". Ein Riesenerfolg war er hierzulande im Kino übrigens nicht - Zufall ?

Kurz vor Ablauf meines Sky-Film-Gratismonats habe ich den jedenfalls auch noch mal mitgenommen, wobei ich glaube, dass Sky Ticket mit seiner Spardatenrate hier in den schnellen Szenenwechseln und Hintergründen schon etwas an die Grenze gerät, da waren einige sehr merkwürdige Bildeffekte dabei - kann natürlich auch Absicht sein.

Ansonsten kann ich einige von Hitfields Kritikpunkten nachvollziehen, sehe das aber doch insgesamt positiver. Im  mittlerweile ziemlich durchformatierten Animationsfilmangebot - auf ein Original mindestens 3 Sequels oder Remakes - ist das jedenfalls mal ein positiver Farbtupfer (in jeder Hinsicht), und 97% RT kommen ja auch nicht von ungefähr.

Ich fand den storytechnisch ganz erfrischend, da könnte sich manch Comic-Realfilm ein paar Scheiben von abschneiden. Optisch mit vielen High- und ein paar Lowlights, die Dialoge sind zT durchaus clever ("das muss ein Banksy sein"). Schweinchen Schlau ("Peter Porker"  :happy2: ) und das Animegirl haben mich nicht sehr gestört, die sollen sicher Zielgruppen bedienen, aber das Angebot an "realistischen" Spideys war ja eh schon ziemlich ausschöpft. Wirklich genervt hat mich dann in der Tat das Finale - das ist schon hart an der Grenze zur optischen Gesundheitsgefährdung, Epileptiker sollten dringend vorspulen. Das Problem mit dem völlig aus den Fugen geratenen letzten Akt haben aber auch die realen Superheldenfilmen der letzten Jahre gar nicht so selten.

7/10 von mir, selbst wenn ich auch nicht exakt Zielgruppe bin.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)