Ready Player One (Spielberg)

Erstellt von StS, 23 Juli 2017, 20:51:03

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mali

Der ein oder andere hier mag den Eindruck gewonnen haben, das ich etwas voreingenommen gegenüber dieser Verfilmung war - und habt damit auch vollkommen recht ;-)

Inzwischen hatte ich ihn zwangsgesehen (Filmabend bei dem Streaming zugeneigten Freunden): Und nun muß ich sagen: Das ist gar keine schlechte Verfilmung des Buches geworden. Es ist überhaupt keine Verfilmung des Buches geworden :-)

Bestenfalls und fairerweise müßte es korrekt lauten: "Basierend auf" oder "Nach einer Idee von". Aber mit dem Buch hat das so wenig zu tun das es fast schon lächerlich ist. Praktisch nichts ist wie im Buch. Nichtmal solche Kleinigkeiten, wie der Tod von Daito.. Besonders irreführend ist, das alle so fröhlich und früh zusammentreffen und agieren.

Oh jeh.

Eric

Gestern gesehen und sehe es ähnlich wie Mr Orange.
Nettes Filmchen was einen um die 2 Stunden gut unterhält mit einer unglaublichen Menge an Hinweisen, Anspielungen und Referenzen zu Spielen, Musik, Filmen und Büchern (von denen ich wohl nur 10% mitbekommen habe).

Man sollte aber wohl fast ein Kind der 70er/80er sein um auch solche Sachen wie Buckaroo Banzai oder ähnliche zu verstehen.  ;)

Ansonsten kam mir alles irgendwie ziemlich bekannt vor und ich wartete die ganze Zeit darauf, dass einer "Tötet Allegra Geller" sagt.

Natürlich muss es auch "Trigger-Momente" geben, die die Handlung weiter voran treiben, nur wirkten die hier teilweise schon sehr an den Haaren herbeigezogen *hüstel hüstel* Shining.

Dennoch, nette Unterhaltung. 6.5/10
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Lunita

Ich habe den gestern endlich gesehen und mich leider viel geärgert, weil ich laufend mit dem kürzlich gelesenen Buch verglichen habe. Die Abweichungen und Auslassungen waren viel zu heftig, wobei man in einem Film vermutlich nur begrenzt so ein inhaltlich vollgepacktes Buch wiedergeben kann. Aber irgendwie waren die Challenges im Film auch viel lascher als im Buch, Handlungsstränge wurden zwischen den Charakteren getauscht und... naja, Spielberg. Die Wachowsky-Geschwister hätten es vermutlich besser hinbekommen.

vodkamartini

Wenn man sich ihre Post-Matrix-Karriere (die Sequels schon inbegriffen) ansieht, würde ich das stark bezweifeln.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

blade2603

Zitat von: Lunita nach 12 Juli 2018, 01:11:45
Ich habe den gestern endlich gesehen und mich leider viel geärgert, weil ich laufend mit dem kürzlich gelesenen Buch verglichen habe. Die Abweichungen und Auslassungen waren viel zu heftig, wobei man in einem Film vermutlich nur begrenzt so ein inhaltlich vollgepacktes Buch wiedergeben kann. Aber irgendwie waren die Challenges im Film auch viel lascher als im Buch, Handlungsstränge wurden zwischen den Charakteren getauscht und... naja, Spielberg. Die Wachowsky-Geschwister hätten es vermutlich besser hinbekommen.


Und genau das ist wohl der Grund warum ich den Film eigentlich gut fand. Ich habe die Vorlage extra nicht gelesen bzw. vorlesen lassen. :-) Ich weiß aber von einem Kollegen, der die Vorlage kennt, das er eigentlich zufrieden war aber auch angemerkt hat, das vieles, wichtiges fehlt. Er merkte aber auch an, das es viel zu viel für einen Film gewesen wäre. Wie gesagt mir hat er gefallen aber die Vorlage werde ich mir noch anhören.
"Jedes Publikum kriegt die Vorstellung, die es verdient." -Mario Barth
◾ Originalzitat von: Curt Goetz

(aus den Känguru Büchern)

PierrotLeFou

Zitat von: blade2603 nach 24 Juli 2018, 20:44:20
Zitat von: Lunita nach 12 Juli 2018, 01:11:45
Ich habe den gestern endlich gesehen und mich leider viel geärgert, weil ich laufend mit dem kürzlich gelesenen Buch verglichen habe. Die Abweichungen und Auslassungen waren viel zu heftig, wobei man in einem Film vermutlich nur begrenzt so ein inhaltlich vollgepacktes Buch wiedergeben kann. Aber irgendwie waren die Challenges im Film auch viel lascher als im Buch, Handlungsstränge wurden zwischen den Charakteren getauscht und... naja, Spielberg. Die Wachowsky-Geschwister hätten es vermutlich besser hinbekommen.


Und genau das ist wohl der Grund warum ich den Film eigentlich gut fand. Ich habe die Vorlage extra nicht gelesen bzw. vorlesen lassen. :-) Ich weiß aber von einem Kollegen, der die Vorlage kennt, das er eigentlich zufrieden war aber auch angemerkt hat, das vieles, wichtiges fehlt. Er merkte aber auch an, das es viel zu viel für einen Film gewesen wäre. Wie gesagt mir hat er gefallen aber die Vorlage werde ich mir noch anhören.


Ich habe auch den Eindruck, dass diese Schelte aufgrund enttäuschter Erwartungshaltungen völlig übersieht, dass der Film für sich recht gut funktioniert...

Und dass man sich daran aufhängt, dass die Hauptfiguren außerhalb der virtuellen Realität nicht fett und picklig sind (wie im oben von StS verlinkten Honest-Trailer), kann ich bloß teilweise nachvollziehen. Natürlich hat der Film etwas Heuchlerisches, wenn er sich diesem Aspekt der Äußerlichkeiten nähert. Aber andererseits ist doch diese "fett & picklig"-Prämisse ausgesprochen platt und abgedroschen... Seit Oscar Wilde und Jekyll-&-Hyde-Filmen wurden im Grunde ja schon alle Ansätze diesbezüglich vollständig abgegrast. Spielberg selbst hat sich dem Thema ganz am Rande in "Minority Report" gewidmet...
Hier macht er ja im Grunde etwas ziemlich cleveres: Er beschränkt sich auf die MinderwertigkeitsGEFÜHLE, nicht auf vermeintliche Minderwertigkeiten. Und dass die Figuren letztlich doch recht ansehnlich sind und ein Mindestmaß an Ähnlichkeit mit ihren Avataren aufweisen, erleichtert letztlich auch das Spiel mit der Identifikation... Ein literarisches Werk kann letztlich ja noch so sehr auf Äußerlichkeiten von Figuren eingehen, diese werden einem aber letztlich doch weit weniger deutlich vorgesetzt als in einem Film, der die Figuren auch zeigt. Ich finde diese Entscheidung ausgesprochen gut. Es erleichtert den dramaturgischen Fluss und sorgt dafür, das alte Thema ohne die klischeehaften, uralten Zuspitzungen ins Extrem zu bemühen. Dicker Pluspunkt. :D
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Hitfield

18 Dezember 2018, 03:56:49 #67 Letzte Bearbeitung: 18 Dezember 2018, 04:02:38 von Hitfield
99¢ VoD Erstsichtung

Ich kenne das Buch nicht - und was ich darüber gelesen habe, hörte sich für mich auch nicht sonderlich interessant an. Aber Kino-Blockbuster-Produktionen, hochbudgetierte SF-Filme und Spielberg als Regisseur sind halt drei Gründe, sich den Film sowieso anzusehen.

Bei der üppigen Laufzeit von 140 Minuten hatte ich über 100 Minuten das Gefühl, Zwischensequenzen eines Computerspiels zu sehen wie einst bei "Final Fantasy: The Spirits Within". Sicher, die Handlung spielt in einem Computerspiel/virtuellen Umgebung/Simulation, aber bei den gerenderten CGI-Figuren in künstlichen CGI-Umgebungen mit CGI-Action kommt halt keine oder kaum Stimmung auf.

Die Popkultur- und Film-Anspielungen sind nicht so zahlreich wie gedacht und weitestgehend belanglos: da ist mal für eine Sekunde eine "Masters of the Universe"-Figur zu sehen, ein "Teenage Mutant Ninja Turtle" oder Freddie Krueger läuft durchs Bild, der "Terminator 2"-Daumen des Showdowns wird gezeigt, Chucky darf kurz in Aktion treten oder die Chest Buster-Szene aus "Alien" wird aufs Korn genommen. Okay, aber die Anspielungen, die etwas länger zu sehen sind, halten sich in Grenzen: u. a. King Kong, der DeLorean, der Iron Giant, das Buckaroo Banzai-Outfit und natürlich die "Shining"-Sequenz - aus meiner Sicht mit Abstand der Höhepunkt des Films.

Die Schauspieler bleiben alle blass. Trotz der Laufzeit kommt immerhin kaum Langeweile auf, auch wenn das CGI-Getöse etwas übertrieben ist. Direkt nach dem Film hatte ich ironischerweise das meiste schon wieder vergessen - ein Film, der voller Referenzen ist, schafft es nicht, selber Referenzen und ikonische Momente zu setzen, an die man sich in fünf Jahren noch erinnern wird.

Nicht übel, kein Totalausfall, aber einfach nicht mein Fall. Zum Glück habe ich mir den nicht im Kino angesehen. 5 / 10
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Wolfhard-Eitelwolf

Dem schließe ich mich an. Erwartet seelenloser CGI-Krawumm mit eher aufgesetzt wirkenden Referenzen. Immerhin schafft es der Film, mit zunehmender Laufzeit etwas geradliniger daherzukommen und punktuell Atmosphäre aufkommen zu lassen. Der Beginn rund ums Autorennen war einfach too much (ebenso eigentlich auch das dritte Quest) und hätte mich beinahe zum Abschalten bewegt - was eigentlich so nie vorkommt. Aber Spielberg gehört wohl echt zu den Regisseuren, die mit der allgegenwärtigen Verlockung CGI am schlechtesten zurechtkommen. Als säße ein Kind auf dem Regiestuhl...