Autor Thema: Once Upon a Time in Hollywood (Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde)  (Gelesen 1199 mal)

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Offline Mr. Blonde

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Es sieht ganz so aus als würde Tarantino gerade an seinem nächsten Film arbeiten. Das Drehbuch soll fertig sein. Thematisch soll es um Sharon Tate und die Manson-Morde gehen. Neben Jennifer Lawrence ist auch Margot Robbie im Gespräch für die Hauptrolle. Brad Pitt hat angeblich ebenfalls ein Rollenangebot bekommen.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/quentin-tarantinos-naechstes-projekt-tarantino-will-manson-morde-ins-kino-bringen/20049896.html

Sehr ungewöhnliches Thema für Tarantino. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Stil geeignet ist, um ein derart sensibles Thema anzugehen. Klar, WWII und Sklaverei waren auch schon heikle Themen, allerdings stehen hier ja Einzelschicksale im Mittelpunkt. Er kann natürlich einen totalen Reißer im Still der 70er (Last House on the Left etc.) draus machen, die Frage ist nur, ob das funktionieren kann. So skeptisch war ich bisher noch nicht bei einem Stoff gewesen, den er angefasst hat. Es wäre natürlich zum Ende seiner Filmlaufbahn, die er ja angekündigt hatte, nochmal der Moment, wo er einen Kurswechsel durchziehen könnte. Spannend ist die Angelegenheit in jedem Fall. Brad Pitt könnte ich mir sogar sehr gut als Manson vorstellen, in "Kalifornia" hat er diese Schiene schon beeindruckend gespielt.
« Letzte Änderung: 1 März 2018, 13:26:53 von Mr. Blonde »


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Offline Hitfield

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #1 am: 24 Juli 2017, 05:28:14 »
Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt, als ich die Ankündigung vor ein paar Tagen las. Tarantino ist der denkbar unpassendste Kandidat für so ein Thema. An den Morden und dem Sektenkult ist nichts Pulpiges oder Cooles - und das ganze als Retro-Kiffer-Crime Geschichte anzulegen, dürfte recht peinlich werden.
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Offline Retro

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #2 am: 24 Juli 2017, 08:15:29 »
Pitt als Manson? Ja, ich glaube das passt ganz gut.
Aber Tarantino als Regisseur? Nee...  :viney:

Im übrigen ist "Helter Skelter" meiner Meinung nach eh nicht zu toppen, der sollte endlich mal bei uns rauskommen- am besten als TV und Kinofassung in einer Box.  :icon_mrgreen:

Offline Riddick

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #3 am: 24 Juli 2017, 19:41:25 »
Tarantino ist der denkbar unpassendste Kandidat für so ein Thema.

Das haben damals auch viele behauptet, als angekündigt wurde, dass Tarantino einen Western drehen würde. Und herausgekommen sind zwei klasse Filme.

An den Morden und dem Sektenkult ist nichts Pulpiges oder Cooles...

An der Sklaverei und dem zweiten Weltkrieg aber genauso wenig  ;)
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Offline Hitfield

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #4 am: 24 Juli 2017, 20:36:01 »
Tarantino ist der denkbar unpassendste Kandidat für so ein Thema.

Das haben damals auch viele behauptet, als angekündigt wurde, dass Tarantino einen Western drehen würde. Und herausgekommen sind zwei klasse Filme.
Mag sein, dass das viele behauptet haben, ich allerdings nicht. "Django" ist ein klassischer, essenzieller Tarantino-Stoff. Und ja, beide Western waren klasse.


An den Morden und dem Sektenkult ist nichts Pulpiges oder Cooles...

An der Sklaverei und dem zweiten Weltkrieg aber genauso wenig  ;)
Doch, Themen wie Sklaverei oder der Zweite Weltkrieg haben sich - ganz allgemein gesehen - schon lange für coole, pulpige und trashige Filme geeignet. Bezüge zum Zweiten Weltkrieg und Zombie-Nazis in "Iron Sky", "Shock Waves" oder "Dead Snow". Dann die ganzen Monumental- und Sandalenfilme, Blaxploitationfilme/"Mandingo"-Motiv oder auch "Conan" mit Sklaven, die sich glorreich aus ihrer Lage befreien.

Hier geht es aber um individuelle und reale Personen und deren Schicksale. An den ganzen Personen und Vorgängen damals ist nichts Cooles. Ich befürchte eine 1969er "Natural Born Killers"-Variante auf dem Niveau der White Trash-Masturbationen Marke Rob Zombie/Sheri Moon.
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Offline Hitfield

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #5 am: 24 Juli 2017, 20:42:35 »
Nachtrag:

Bester Beitrag zu dem Thema ist aus meiner Sicht die 1997er Dokumentation "Die Beach Boys und der Satan" von Christoph Dreher.
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Offline PierrotLeFou

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #6 am: 24 Juli 2017, 22:11:06 »
Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt, als ich die Ankündigung vor ein paar Tagen las. Tarantino ist der denkbar unpassendste Kandidat für so ein Thema. An den Morden und dem Sektenkult ist nichts Pulpiges oder Cooles

Pulpig ist das auf jeden Fall. Und es lässt sich durchaus auch auf Coolness reduzieren (was natürlich pietätlos wäre), denn Manson besaß ja durchaus Charisma und eine perverse Anziehungskraft. Schon das Zustandekommen einer Manson-Family zeugt davon, von späterer Faszination auf Leute wie John Waters ganz zu schweigen.
Und Tarantino ist nun wirklich kein Regisseur, der glaubhaft als moralische Instanz rüberkommt. Der war und ist vor allem immer ein Kind des Exploitationfilm mit Vorliebe für inszenatorische Eigenarten (auch wenn er in letzter Zeit wichtige politische Botschaften für sich in Anspruch nimmt) - insofern würde es passen.

Ich weiß gar nicht, was Polanski und Tarantino voneinander halten; aber wenn sich Polanski beklagen sollte, hätte Tarantino natürlich ein leichtes Spiel mit dem Hinweis auf Samantha Geimer...


Vielleicht wird es ja auch ein "Helter Skelter"-Film über die Rassenunruhe-Prophezeiungen... :icon_mrgreen:
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Offline Hitfield

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #7 am: 25 Juli 2017, 01:04:00 »
Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt, als ich die Ankündigung vor ein paar Tagen las. Tarantino ist der denkbar unpassendste Kandidat für so ein Thema. An den Morden und dem Sektenkult ist nichts Pulpiges oder Cooles

Pulpig ist das auf jeden Fall. Und es lässt sich durchaus auch auf Coolness reduzieren (was natürlich pietätlos wäre), denn Manson besaß ja durchaus Charisma und eine perverse Anziehungskraft. Schon das Zustandekommen einer Manson-Family zeugt davon, von späterer Faszination auf Leute wie John Waters ganz zu schweigen.

Die Perspektive und Haltung zum Thema sähe dann aber so aus, dass Charles Manson als cooles Westküsten-Blumenkind dargestellt wird, das im Dunstkreis der Beach Boys auf dem Weg zum eigenen Ruhm als Musiker seine Kollegen und Freunde durch Drogen und Sex zu einer mordenden Hippie-Sekte gemacht hat. Tarantino bot in seinen Filmen bislang immer eine Identifikationsfigur, auch inmitten mordender Gangster, Südstaatensklaverei oder dem Zweiten Weltkrieg. Ich sehe hier einfach keine Identifikationsfigur. Das wäre dann ein sehr trashiger und pietätloser Ansatz, der die Verpopkulturisierung von Manson auf die Spitze treibt.

Das ganze könnte aus meiner Sicht nur funktionieren, wenn man einen völlig anderen Fokus als Haupthandlungsstrang wählt (zum Beispiel einen Westküstenpolizisten/Ermittler, der schon seit den frühen 60ern im Hippie-Milieu recherchiert; oder Hauptfiguren im Showbusiness-Milieu und Manson, der sich jahrelang am Rand dieser Gesellschaft bewegt) und sich die Manson-Geschichte im Verlauf mit dem Hauptstrang überschneidet.
« Letzte Änderung: 25 Juli 2017, 01:07:16 von Hitfield »
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Offline Riddick

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #8 am: 25 Juli 2017, 19:41:07 »
Doch, Themen wie Sklaverei oder der Zweite Weltkrieg haben sich - ganz allgemein gesehen - schon lange für coole, pulpige und trashige Filme geeignet. Bezüge zum Zweiten Weltkrieg und Zombie-Nazis in "Iron Sky", "Shock Waves" oder "Dead Snow". Dann die ganzen Monumental- und Sandalenfilme, Blaxploitationfilme/"Mandingo"-Motiv oder auch "Conan" mit Sklaven, die sich glorreich aus ihrer Lage befreien.

Mag schon sein, aber würdest du anders denken, wenn es zu Manson schon ähnlich gelagerte Filme gegeben hätte? Die Manson Opfer würden den Film genauso wenig mögen, wie Holocaust-Opfer "Inglorious Basterds" bzw. ehemalige Sklaven "Mandingo".

Ich befürchte eine 1969er "Natural Born Killers"-Variante auf dem Niveau der White Trash-Masturbationen Marke Rob Zombie/Sheri Moon.

OK, das ist das, was du annimmst. Allerdings bedeutet das nicht, dass der Film letztendlich auch so wird. Gerade Tarantino ist ja für Überraschungen bekannt.

Ich lehne mich jedenfalls zurück und warte ab. So viel Vertrauen habe ich einfach in Tarantino  ;)
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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #9 am: 25 Juli 2017, 19:47:47 »
Ach, man kann den Stoff schon auf ne pulpy-eigenwillige Art aufarbeiten, wenn man es denn möchte... siehe z.B.
"Leslie, My Name is Evil"  ;) 

! No longer available

Denke auch, das Projekt könnte recht cool werden.
« Letzte Änderung: 25 Juli 2017, 19:49:35 von StS »
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
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Offline PierrotLeFou

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #10 am: 26 Juli 2017, 02:02:04 »
"Leslie, My Name is Evil"  ;) 

Den fand ich wirklich wesentlich sympathischer, als die IMDb/OFDb-Wertungen es vermuten ließen... :D
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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #11 am: 16 November 2017, 05:14:39 »
Während Tarantino just verkündete, dass der Fokus des Films nicht Manson sein würde, sondern "das Jahr 1969", liegt Manson selbst wohl diesmal tatsächlich im Sterben.

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18515608.html

https://www.welt.de/newsticker/news2/article170661092/Beruechtigter-US-Moerder-Manson-schwer-krank-in-Klinik.html

Bester Kommentar dazu:

@Superchrist1979:
"I wonder if Charles Manson will jump into a Good Guy doll."

 :LOL:
« Letzte Änderung: 16 November 2017, 05:16:17 von Mr. Blonde »


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Offline RoboLuster

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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #12 am: 16 November 2017, 08:02:16 »
Ich finde Tarantino mittlerweile so langweilig wie Manson. Wobei Tarantino nicht nervt, wie Mansom mit seinem Mist. Wobei, ein Film über "das Jahr 1969"... das hört sich richtisch toalll an, hoffentlich bekommt noch jedes Jahr seinen eigenen Film.
Und jetzt noch ein paar Worte zur Ernährung...
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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #13 am: 20 November 2017, 18:49:11 »
Zitat
Now Vanity Fair has revealed the first plot details for the set-in-1969 movie from a source that has read the script:

“Set in Los Angeles in the summer of 1969, Tarantino’s upcoming movie focuses on a male TV actor who’s had one hit series and his looking for a way to get into the film business. His sidekick—who’s also his stunt double—is looking for the same thing. The horrific murder of Sharon Tate and four of her friends by Charles Manson’s cult of followers serves as a backdrop to the main story.”
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Re: Tarantino Filmprojekt über die Tate Morde
« Antwort #14 am: 20 November 2017, 23:32:28 »
liegt Manson selbst wohl diesmal tatsächlich im Sterben.

Nu ist er hops gegangen.

Wobei ich vielmehr davon überrascht war, dass der noch lebte.

Offline Mr. Blonde

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Der Titel ist bestätigt worden und Brad Pitt ist mit von der Partie.
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Margot Robbie hat man aktuell nun angeboten, Sharon Tate zu spielen
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Mit dabei: Burt Reynolds, Kurt Russell, Tim Roth, Michael Madsen und Timothy Olyphant.
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