Autor Thema: Climax (Sofia Boutella/Gaspar Noé)  (Gelesen 343 mal)

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Offline StS

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Climax (Sofia Boutella/Gaspar Noé)
« am: 14 Mai 2018, 18:58:47 »


Director: Gaspar Noé
Writer: Gaspar Noé
Stars: Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub, ...

Birth and death are extraordinary experiences. Life is a fleeting pleasure.
The latest from French enfant terrible Gaspar Noe revolves around a dance party that descends into hellishness...


http://www.youtube.com/watch?v=gNp0jlfbgqM

Hatte gerade in Cannes Premiere. HollywoodReporter.com schreibt:
Dance substitutes for sex in Gaspar Noe's rousing return.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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Offline PierrotLeFou

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Re: Climax (Sofia Boutella/Gaspar Noé)
« Antwort #2 am: 16 August 2018, 17:52:36 »
"Tenebre", sehr schön... ich hoffe, das erklingt auch im fertigen Film. Ist schon irgendwie spannend, wie Argento in der letzten Zeit bei jüngeren Regisseuren ungemein nachhallt, während er selbst bloß noch Enttäuschungen abliefert...
Kurioserweise sind "Climax" und "Suspiria" auch die Filme dieses Jahres, auf die ich mich am meisten freue. :D
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Offline PierrotLeFou

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Re: Climax (Sofia Boutella/Gaspar Noé)
« Antwort #3 am: 8 November 2018, 23:37:39 »
Gut, was ich beim Trailer noch für Goblin hielt, war dann letztlich doch eine Version von Cerrones "Supernatural"... kannte ich noch nicht; klingt bisweilen enorm nach Goblin. Argento ist dennoch präsent, nicht bloß über eine alte Suspiria-VHS im Prolog.
Dieser Prolog steckt mit seinen etwas aufdringlichen Büchern und Videos den Rahmen ganz gut ab - und macht eigentlich schon klar, dass man keinen Film erwarten sollte, der sich hauptsächlich über seine Handlung definiert. Das sinnliche, exzessive Spektakel setzt aber erst - auch wenn die ersten 15 Minuten aufregend sind - in der zweiten Hälfte ein: Vor dieser läuft im Mittelteil des Films auch der Vorspann... (oder der Abspann, wenn man den eigentlichen Abspann zu Beginn als Vorspann wertet... Noé gibt sich reichlich Mühe, Konventionen ad absurdum zu führen. Das verbindet ihn selbst jetzt noch mit Godard, der vor 20 Jahren noch etwas präsenter bei ihm war...)
Weil aber der Exzess in der ersten Hälfte weitgehend fehlt und anders als in vorherigen Noés auch die emotionale Bindung an Charaktere erwschwert wird - gibt hier ja auch dutzendweise davon -, zieht sich "Climax" leider ein bisschen und lässt die Wucht der früheren Werke etwas vermissen. Sehenswert ist es für Cineasten trotzdem, wenngleich ich persönlich den Trailer besser finde als den eigentlichen Film...
Abgesehen davon, dass mir dieser schlechte Trip weder so mitreißend erschien wie "Enter the Void", existiert fernab der Sinnlichkeit wenig, was mir etwas gibt: Die Texttafel über Sein, Geburt, Leben und Tod geben zwar Noé-typische Linien vor, werden aber nicht von diesen existenziellen Gefühlen begleitet, die Noé bisher bei mir auslösen konnte. Inszenatorisch und handwerklich ist aber vor allem die 2. Hälfte brillant und einige Momente sind wirklich ziemlich vereinnahmend.

Ich sehe den eher als eine kleine Fingerübung; mit seinen schmalen 96 Minuten wieder etwas schlanker als die Vorgänger und dramaturgisch eher an seinen Kurzfilmen à la "Sodomites" (1998) erinnernd.
Kurz: Für einen Noé etwas enttäuschend, aber immerhin ein faszinierendes Seherlebnis...
« Letzte Änderung: 8 November 2018, 23:59:14 von PierrotLeFou »
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