Alien: Covenant (Ridley Scott)

Erstellt von EvilErnie, 27 November 2015, 13:40:53

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EvilErnie

Hab nun Alien Covenant ein zweites Mal gesehen, vorher direkt noma Prometheus geschaut. Ich muss sagen, als visuell beeindruckender SiFi Schocker funktioniert der gut, leider dünner Plot und statt enormer Spannung krasser Splatter! Wenn man die alten Teile ausm Kopf lässt, ist der hier eig. als Horrorfilm ok.
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Hitfield

20 Mai 2018, 03:29:39 #121 Letzte Bearbeitung: 20 Mai 2018, 03:43:37 von Hitfield
Nach drei Kinosichtungen nun die erste Sichtung auf Blu-ray. Habe ja schon seitenweise etwas zum Film geschrieben, daher dieses Mal nur ohne besondere Reihenfolge in Stichpunkten:

1) Visuell sehr gut, wennauch ganz knapp hinter "Prometheus".

2) Einige Einstellungen mit dem Alien - vor allem im Halbdunkel mit den Hybrid-Kreaturen - waren mir zu CGI-lastig. Erstaunlicherweise sieht ausgerechnet die Szene, in der das fertige Alien bei vollem Tageslicht auf der Fensterscheibe sitzt, trotz CGI am besten aus.

3) Die Hybrid-Kreaturen in Davids "Labor" erinnern ironischerweise verdächtig an die Züchtungen in Jeunets "Alien: Die Wiedergeburt". Und das, obwohl Scott diesen Film hasst.

4) Die Charaktere bleiben völlig blass und ohne persönliche Note außer den beiden Androiden und Katherine Waterston.

5) In den Score wurden sehr gelungen Passagen aus Jerry Goldsmiths "Alien"- und Marc Streitenfelds "Prometheus"-Score eingearbeitet.

6) Der Film braucht zu lange, um zur Sache zu kommen und hat letztendlich nicht das eingelöst, was "Prometheus" und die geplante Fortsetzung "Paradise Lost" angeteasert haben. Stattdessen eine inhaltliche Wende um ±160° und wieder nur eine neue Einführung, wenn man so will.

7) Die Idee, dass die Menschen letztendlich selber das Alien erschaffen haben (durch ihre eigene Kreation David und das Pathogen der Konstrukteure), ist das dümmste, was man sich hätte einfallen lassen können.

8) Chronologisch und mit den vorherigen Teilen der "Alien"- und "Predator"-Reihen stimmt hier nichts mehr überein. Das ist keine Vorgeschichte wie von Ridley Scott ständig behauptet, sondern ein Umschreiben des ganzen "Alien"-Konzeptes. Was völlig unnötig war.

9) Michael Fassbender ist ein wirklich toller Schauspieler - eine der größten "Neuzugänge" der letzten zehn Jahre.

10) SF-Horror hin oder her - ich komme einfach nicht darüber hinweg, dass man es mit der dümmsten Crew im Universum zu tun hat - eine echte "Police Academy" im Weltraum. Ändern einfach mal so den Kurs, landen auf einem unbekannten Planeten, ohne vorher die Umwelt richtig zu checken und tragen dann noch nicht mal Schutzanzüge. Latschen auf Sporen-Knospen usw.

11) Richtig Stimmung kam bei mir erst bei der Flucht mit dem Raumtransporter vom Planeten und der Alien-Hatz im Mutterschiff auf, plus dem zweiten Showdown auf dem Maschinendeck in Schwerelosigkeit.

12) Es wurden rund 30 (!) Minuten gedreht, die nicht im Film gelandet sind. Einiges davon ist unwichtig (wie eine sehr lange Passage, in der die Kandidaten der "Covenant"-Besatzung auf ihre Ängste getestet werden), aber es fehlen im Prinzip alle Szenen, die der Crew mehr Tiefe gegeben und die Besatzungsmitglieder unterscheidbarer gemacht hätten. Einfach krass, dass Ridley Scott die Szenen mit Noomi Rapace verworfen hat, wenn man sie extra nochmal engagiert hat. Und die Rückblenden mit Katherine Waterston und James Franco auf der Erde zu Beginn des Winters. Und die erweiterten/entfallenen Szenen am Anfang bei Weyland und mit David/Walter im Treibhaus.


Besser als Teil 3 und 4, die ich vor einigen Monaten nochmal gesichtet hatte, aber das ist auch nicht schwer. 5 / 10 Letztendlich aber eine extreme Enttäuschung dafür, dass der Regisseur des Originals wieder mit an Bord war. Und wie schon in den "Predator"- und "Terminator"-Threads der Hinweis, dass es zig Comic-Fortsetzungen gibt (ich glaube von Dark Horse), die hundertmal besser sind als dieser Film.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Roughale

Gut geschrieben und leider meistens auf den Punkt gebracht, ich mag den Film zwar immer noch, aber bin mir absolut bewusst, dass er hätte deutlich besser werden können, ohne all den Studioeinfluss und den daraus entstandenen offensichtlichen Frust bei Scott, der fast wie ein kleines Kind seine Bauklotzkonstruktion einreisst... Nur muss ich anmakeln, dass du da die Predators mit reinbringst, für mich haben die da einfach nichts zu suchen, da hätte es nie einen Crossover geben dürfen, komplett abartig für mich und definitiv nicht zum Kanon gehörig.

esta es la mejor mota
When there is no more room for talent OK will make another UFC