Nightflyers

Erstellt von Wolfhard-Eitelwolf, 20 Juli 2018, 15:07:53

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Wolfhard-Eitelwolf

Wer düstere SF mag, könnte hier neben The Expanse (wann kommt endlich Staffel 3 nach Deutschland?) ein weiteres hochwertig inszeniertes Genrehighlight finden. Ich verlinke mal dreist auf schnittberichte:

https://www.schnittberichte.com/ticker.php?ID=5333 (mit Trailer)

Sieht nach ner Menge Potenzial aus, an Event Horizon im Serienformat musste ich da auch unmittelbar denken!

Private Joker

21 Juli 2018, 11:15:25 #1 Letzte Bearbeitung: 21 Juli 2018, 11:17:05 von Private Joker
Martins Kurzroman und die Erstverfilmung liegen zeitlich allerdings deutlich vor Event Horizon, die Beeinflussungskette würde dann tendenziell erst einmal anders herum verlaufen. Wobei sich das ganze Genre seitdem natürlich weiterentwickelt hat, auch dank Event Horizon.

Ich gehöre zu den vermutlich relativ wenigen, der die Version mit C.M. Stewart (auf die ich damals natürlich rein filmisch irgendwie stand) gesehen hat UND sogar mochte, wobei ein heutiges Wiedersehen (wie wäre es bei der Gelegenheit mal mit einer schicken BD ?) auch etwas ernüchternd sein könnte. Hat auf jeden Fall Potential, wobei die Erstversion den Fokus ein bisschen arg schnell von dem geheimnisvollen Wesen ("Volcryn" oder so), das da gesucht wurde, auf den innerraumschifflichen Konflikt verschoben hat.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Moonshade

Die zehnteilige Serie steht ja jetzt bei Netflix zur Verfügung und die ersten drei Folgen hab ich schon mal drin.

Geschrieben 1980 und 1987 schon mal für das Kino verfilmt, ist "Nightflyers" das pure Gold für alle, die auf "Event Horizon", "Alien", "Lautlos im Weltraum", "2001" und so ziemlich jeden anderen "Im-Weltraum-hört-dich-keiner-gruseln"-SF-Thriller steht. Hey, da gibt es sogar Reminiszensen an "Wenn die Gondeln Trauer tragen".
Ich weiß nicht, ob es an den Versatzstücken der Vorlage liegt, die inzwischen von jedem größeren Hollywoodfilm durchgekaut wurden, aber so richtig erhellend ist "Nightflyers" nicht.
Vielmehr wirkt es wie ein schön düsteres und teilweise recht brutales Recap dieser ganzen fiesen 80er-SF-Filme, die uns schon immer so gefallen haben, weil es nicht so doll um die Message und vielmehr um die Effekte ging.

Auch hier gibt es im Jahr 2018 noch die alten geilen Sachen: düstere Raumschiffgänge, seltsame Erscheinungen, Elektronikaugen, Hologramm-Captains, den Geist der Schiffserbauerin, einen Telepathie-Soziopathen-Mutanten, Botanikkuppeln, Weltraumoptimierte und vor allem: Dutzende von Figuren, die offensichtlich nicht für eine zweijährige Weltraumreise geeignet sind, weil psychisch höchst instabil und nicht mal mit einer soliden Bordkombi ausgestattet. Da trägt man wollene Hausjäckchen, Ripley-Shirts und ähnlichen Kokolores und schon vor dem Start gehen sich die Retter des Planeten an die Kehle.
Es ist zwar kein totales Facepalmmaterial, aber manchmal denkt man schon, dass die so gut personell und psychisch ausgestattet sind, dass die einfach alle STERBEN MÜSSEN!

Zu den noch total unbekannten "Aliens" (bei denen nicht sicher ist, ob sie existieren oder nicht) sind wir noch gar nicht gekommen, aber die rote Soße läuft schon fleißig, denn die "Runaway"-Spinnen mit den Lasern sind schon Amok gelaufen und die Rolle von Sam Neill alter ego aus "Horizon" sieht auch schon seine tote Tochter durch die Gänge laufen, während HAL9000 das alles durch die Elektronikaugen beobachtet.

Also für Fans der totale Retroscheiß, für die Moderne ist das ein alter Schuh, der per Autor "Martin" noch einmal teuer verkauft werden kann.
Ist aber gut produziert.

Für mich so 6/10.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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Private Joker

Ganz reizvoll ist aktuell natürlich, dass man Nightflyers parallel zum "neuen" Star Trek sehen kann, das gerade auch mit Warp 9 auf Rückwärtskurs ist. Merke: Der SF-Fan an sich ist eher konservativ, Neuheiten in eigentlich vertrautem Umfeld gehen da einfach gar nicht, siehe Star Wars 1-3 oder eben ST-D Season 1. Da kommt man dann schon mal auf so absurde Ideen, wie die, dass eine eher lustlose Pseudo-Parodie wie Orville doch das "wahre" Star Trek ist.

Aber ich schweife ab. Auch Nightflyers ist natürlich eher handlungs- und storykonservativ; abgesehen von der allerersten Szene wird das schön (bin allerdings auch erst bei Ep 3) linear erzählt, und vieles ahnt oder weiß man schon vorher. Vor allem natürlich, wenn man den Kurzroman kennt oder sich wie ich noch ganz gut an die 1987iger Version erinnert, die retrospektiv schon fast alles, was in den ersten Folgen passiert, auch beinhaltet, incl. der chirugischen Crewmanzerlegung (nur war das damals noch ein stationärer Operationsroboter iirc). Wo der Stoff für weitere 5 (?) Folgen herkommen soll, erschließt sich mir nicht so ganz.

Aber mit ein paar zugedrückten Augen passt das schon, die leicht düstere Atmo, die mal mindest solide (wenn auch wenig einfallsreiche) Raumschiffoptik, die allesamt eher durchwachsen "guten" Figuren. Vor allem bin ich über jede Serie froh, die nicht den belehrenden "Menschheit gut, Rest böse oder doof"-Tonfall an den Tag legt, den ST etabliert hat und nie wieder los geworden ist. An "The Expanse" kommen die Nachtflieger aber nicht mal ansatzweise heran, da liegen schon mehr als die berühmten 12 Parsec zwischen.

Trotzdem auch von mir die soliden 6/10, wobei ich aus der besagten Vorkenntnis fürchte, dass wir die Volcryn auch in dieser Version nicht zu sehen bekommen. Jedenfalls nicht in Staffel 1.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Moonshade

Netflix hat mir gestern erst mal das Weiterschauen zerschossen, da Folge 4 asynchron in Bild und Ton läuft - da muss ich jetzt mal die Freundin von der englischen Fassung überzeugen, das halt ich nicht durch, wenn die das nicht korrigieren. :viney:
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mali

Zitat von: Moonshade nach  5 Februar 2019, 10:36:50
Netflix hat mir gestern erst mal das Weiterschauen zerschossen, da Folge 4 asynchron in Bild und Ton läuft - da muss ich jetzt mal die Freundin von der englischen Fassung überzeugen, das halt ich nicht durch, wenn die das nicht korrigieren. :viney:


Gerade mal reingesehen. Das Problem ist hier nicht. Entweder war es was temporäres oder bei Dir lokal :)


Ich hatte es mal bei einem anderen Film. Da habe ich mir so beholfen, das ich den dann von Phone abspielte und zum TV streamte. Das ging dann.

Moonshade

Also das Problem hatten laut Twitter und sogar Moviejones-Review so einige, nicht nur ich.
Ich hoffe, sie haben jetzt einfach korrigiert.

Die Idee mit dem Smartphone könnten wir aber auch mal probieren...  :icon_mrgreen:
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Private Joker

Bei Folge 6 hat es mich jetzt auch erwischt mit den Tonproblemen. Und wenn schon, dann gleich richtig, da lag ja mal glatt ein Lichtjahr oder so zwischen Bild und Ton - "Nightflyer - im Weltraum hört dich niemand reden" ??

Bis dahin hat sich die Serie jetzt auch nicht wirklich freigeschwommen, auch wenn die Sache mit der Sonde und das gesamte Geschehen in Folge 5 immerhin mal so einiges beinhaltete, was der Film nicht in die Laufzeit bekommen hat (oder nicht im Buch steht). So richtig die Brücke vom reinen Psycho- zum Weltraumhorror bekommen die dabei auch nicht hin, das könnte auch alles auf der Erde oder auf einem nur scheinbar fliegenden Raumschiff (wie hieß diese kurzlebige Serie jetzt gleich noch ?) spielen.

Aber man bleibt trotzdem dran. Zumindest wenn die Figuren auch etwas sagen, wenn sie den Mund bewegen.
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Roughale

Ich habe nicht mehr als die Pilotfolge ausgehalten, mir waren die Personen zu uninteressant wenn nicht gar unsympathisch und es passierte einfach zu wenig und das, was passierte, war mir zu bekannt - dann lieber die genannten Filme nochmal sehen...

esta es la mejor mota
When there is no more room for talent OK will make another UFC

Moonshade

Ja, die Figuren sind alle herzhaft unsympathisch und das größte Ei dieser Story ist praktisch die Pre-Title-Sequenz aus Folge 1, die zumindest für zwei Figuren viel zu viel verrät, was eigentlich spannungsfördernd sein sollte.

Ich hoffe mal nicht, dass das wirklich die letzte Szene der Serie sein soll, obwohl ich praktisch allen unsozialen Querschießern an Bord (also allen) wirklich den Serientod gönne.

Ich bin übrigens nach Folge 5 jetzt, die qualitativ ein bißchen mehr zu bieten hatte.
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Private Joker

Die Prä-Titelsequenz wird tatsächlich schon in Folge 9 wieder aufgenommen , was die Option  beinhaltet, dass es tatsächlich nicht das komplette Ende darstellt, das fände ich auch sehr schwach. Genauso wie die darin erklärte Motivation der Wissenschaftlerin, warum die sich da den Hals durchschneidet. Überdies ist die in einem Cast, wo man entweder Miesmuschel oder übersinnlich begabt oder beides ist, noch eine der Lichtblicke.

Die Tonprobleme bei den Folgen 4 und 6 kann man übrigens nicht nur durch Umschalten auf Englisch lösen, sondern auch durch Wechsel von Deutsch "5.1" auf "Stereo", das klingt bei mir am TV, solange da keine Zusatzlautsprecher dran hängen, komplett gleich.
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Moonshade

Merk ich vor, gestern gabs aber erst mal wieder "Black Mirror"!
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Private Joker

9 Februar 2019, 12:01:57 #12 Letzte Bearbeitung: 9 Februar 2019, 13:12:31 von Private Joker
Und durch.

Das Finale liegt dann tatsächlich irgendwo im Grenzbereich der erwartbaren und in der der Vorlage angelegten Ungewissheit und der klar erkennbaren Option, da eine 2. Staffel aus dem Stoff zu ziehen. Ich kann damit leben, rundere Ende haben auch andere Serien nicht hinbekommen, unabhängig von der Fortsetzungsfrage. Dass sich ein Kurzroman nicht unbedingt für eine 10-Folgen-Staffel eignet, wurde die meiste Zeit solide übertüncht; allein die aus meiner Sicht völlig missglückte Episode 6 mit dem seltsamen anderen Raumschiff entpuppt sich als heftiger Lückenfüller.

Mit ein oder zwei hinzugedachten Pluspunkten für das vernachlässigte Genre "Weltraum-Horror" kann man da auch insgesamt ein gedämpft positives Fazit rund um die 6 von 10 Punkten ziehen. Und nun ist gut, muss unbedingt versuchen, wieder in "The Expanse" reinzukommen, das gerade auf APV startet. Sind aktuell ganz gute Zeiten für SF-Fans, auch wenn nicht jeder Schuss ein Volltreffer ist.
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Moonshade

Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich mit der zweiten Staffelhälfte zufrieden wäre.

Nach recht dezenten ersten fünf Folgen, die zwar manchmal an der geistigen Fitness aller teilnehmenden Figuren zweifeln lassen und der albernen, aber nicht ganz unwichtigen sechsten Folgen und kommt mit Folge 7 und der Einblendung "8 Monate später" dann der Gnadenhammer angekündigt.
Das Problem: irgendwie muss die komplette Reise ja in den 10 Folgen unterbringen.
Größeres Problem: von jetzt auf gleich ist für den Zuschauer der komplette Cast ausgeklinkt und die Plots beginnen nur mit der mentalen Kernschmelze.
Ich weiß gar nicht, wie viele Fälle von offensichtlicher Planungsidiotie und unerklärlichen Phänomenen und Fähigkeiten ich in den letzten vier Folgen gefunden habe. Alle drei Minuten ist ein "Facepalm" fällig, fällt der Hammer des Weltraumklischees (16 Tons!).

Beste abgedroschene und idiotische Beispiele:
- der Wissenschaftler, der, sowieso unpraktischerweise das Projekt praktisch allein betreut, kommt nicht weiter und interessiert sich nur noch für die tote Tochter
- der Biologe macht den Jack Torrence und darf hinterher (wegen der ominösen TEKE-Energie, die nie richtig erklärt wird) ganz normal wieder mitspielen
- die Doktorin schickt eine Warnnachricht mit einem Biohazardcontainer in die Weltraumweite - fährt Sondermüll ggf. direkt nach Hause zur Erde?
- wo kommen die Sporen her, die binnen Sekunden ein totes Baby zerfressen können?
- Einklinken Lommies in die Eris-Matrix gut und schön, aber den Download eines Fremdbewusstseins in einen anderen Körper ist praktisch absurd
- das Verfallen des Glatzkopf-Steuermanns bzgl. Cynthia, ohne zu wissen, dass die Rettungskapsel nur einen Platz hat, ist genauso deppert wie seine Entscheidung, doch einfach mal das gesamte Schiff verrecken zu lassen
- warum geht im Abschaltfinale Cynthia/Lommies Tür einfach so auf
- warum wird Lommie -wenn es doch so gefährlich ist - nicht beim Einklinken permanent überwacht
- wenn Cynthia ihr Trauma ihres Vaters in dem System mit sich schleppt, sollte das auf Lommie keine Wirkung haben
- was die Expedition nun konkret von den Aliens will, um die Erde zu retten, wird nie zufriedenstellend erklärt - offenbar weiß Karl das selbst nicht
- wer hat denn nun die Leute an Bord umgebracht
- wenn ich einen deus-ex-machina-Effekt brauche, koppele ich einfach zwei ausgedachte Maschinen, die sowieso niemand erklären kann.
- warum gibt es keinen erkennbaren Wachdienst, keine Bordsicherheit, keine Befehlskette, keine korrekten Zuständigkeiten?


Am Ende wirkt es auf mich enorm unbefriedigend und praktisch kaum eine Frage ist geklärt worden - erzählerisch steht das Ding immerhin noch auf der Kippe für eine 2.Staffel, aber es ist doch arg fragwürdig, ob es dazu kommt - noch dazu will ich mit den Überlebenden eigentlich nicht zwingend noch eine Staffel durchhalten. 5/10
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Mr Creazil

Ich bin noch nicht durch, jedoch der Zeitsprung von der 6. zur 7. Episode ist ziemlich haarsträubend. Ist da den Leuten, seien es die Schreiberlinge, Produzenten oder der Showrunner, aufgefallen, dass sie sich auf einmal kurzfassen müssen, bzw. dass der Abgabe-Termin schon am nächsten Tag war? Dergestalt kann man die offensichtlich bedeutsamen Entwicklungen, die zwischenzeitlich an Bord stattgefunden haben, doch nicht einfach überspringen und dann hoffen, dass das Interesse an den Charakteren Schritt hält, wenn uns der Großteil ihrer Entwicklung einfach vorenthalten wird. Fand ich äußerst unglücklich. In solchen Momenten wirkt das gesamte Projekt, das ich, trotz relativer Einfallslosigkeit und zur Genüge durchgekauter Schwächen, zumindest ganz unterhaltsam fand (ich bin für diese Art des psychologischen Sci-Fi-Horrors immer zu haben, selbst in dieser halbgaren Art), auf einmal total überstürzt und nicht bis zu Ende gedacht. Dass das in den letzten zwei noch vor mir stehenden Episoden geradegerückt wird, erscheint utopisch und gemessen an dem hier und andernorts zu lesenden Tenor wird das auch nichts. Schade drum.

Aber mal so am Rande: bin ich vielleicht der einzige, der meint, dass Angus Sampson gestylt wie hier einen guten Kubrick abgeben würde?  :icon_mrgreen:
"Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloß ..."

"Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. "

"Who fights with a ladder - well, Jackie Chan does!"

Moonshade

Der parodiert hier sowas von gewollt Nicholson in "Shining"...

...andererseits kann man bei einem Filmzitatetrinkspiel in Nightflyers auch nett besoffen werden...   :pidu:
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Mr Creazil

Dem widerspreche ich ja auch nicht (man denke nur an die erste Folge...  :icon_lol: ). Trotzdem kommt mir bei seiner Visage IMMER Kubrick in den Sinn.  :icon_razz:
"Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloß ..."

"Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. "

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Moonshade

Super, das dürfte die Show mit dem größten / den meisten Cliffhangern überhaupt sein, denn effektiv hat diese Serie auf überhaupt keine Frage eine Antwort geliefert!

Da hätte man noch einen Abschlussfilm liefern sollen.
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Private Joker

20 Februar 2019, 10:47:13 #19 Letzte Bearbeitung: 20 Februar 2019, 11:03:58 von Private Joker
Vielleicht springt Netflix ja noch ein, wenn die Abrufzahlen stimmen.

Andererseits: Der Kinofilm von 87 endete für damalige Verhältnisse ebenfalls sehr offen, das gehört offenbar auch zum Kern von Martins Story (die ich dann doch mal irgendwann lesen muss). Motto: Wir kleinen Menschlein können die Rätsel des Universums eh nicht lösen, zumal wir mit uns selbst nicht im Reinen sind.

Und ganz ehrlich: Was sollte da in S2 passieren ? Wer sollte da im Mittelpunkt stehen ? Zumindest wenn man nicht in den bei den Machern wohl mehr als bei den Zuschauern beliebten Zauberkasten "wir lassen Tote oder oder anderweitig abgetretene Figuren wieder auferstehen" (siehe STD Folge 5) greift.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Wolfhard-Eitelwolf

Alles in allem nette Unterhaltung, die aber die hohen Erwartungen nicht wirklich erfüllen kann. Ich störte mich auch an dem dicken Spoiler zu Beginn - was soll das bei einer Serie, die offenkundig auf Spannung aus ist? Schlicht nicht nachvollziehbar. Ansonsten einige schöne Bilder, teilsweise schön düstere Atmospäre (besonders in den VR-Szenen), die aber trotz diverser Anspielungen an verschiedene Werke längst nicht an einen Event Horizon herankommt. Die vielen offenen Fragen störten mich jetzt weniger, da es durchaus auch im Sinne der Geschichte ist.

mali

Ich habe nur mit Mühe die erste Folge überstanden und dann zur Hälfte der zweiten kapituliert. Das was Moonie hier beschreibt gibt mir noch weiter das Gefühl richtig gehandelt zu haben.

meisteryo

25 Februar 2019, 11:27:39 #22 Letzte Bearbeitung: 25 Februar 2019, 11:48:37 von meisteryo
Hi, Leute, ich werf mal ein "HALLOOOO, ers mal....." in die Runde, habe mich nach 16 Jahren stillen Mitlesens entschlossen, auch mal was zu sagen. Bewerte jetzt täglich eine Serie bzw. Film.
Zu Nightflyers:  Ha be ich leider Gottes in einem Anflug von Masochismus beinhart in 2 Tagen durchgeschaut.
Direkt an Moonshade: du bist mein großes Vorbild, wir haben eine 95 % Deckung bei deinen Meinungen zu allen bisher bewerteten Filmen und Rezensionen.
Deine Bewertung von Nightflyers ist ja noch wohlwollend, das ehrt dich! Ich gebe eine 4 von 10 wegen der Darstellung der Technik, Innenausstattung des Raumschiffes, Schnitt, Kameraführung sind professionell und in Ordnung. ABER das Drehbuch, Dialoge, Handlungsstränge.? WÜRG! Martin hat ja 87 bei der Verfilmung des Stoffes gesagt, dass er gut Kohle dafür bekommen hat, die er brauchte.

Deine oben angeführten Fragen im Spoilermodus noch ausschmückend:

Captain Ellis Mutter hat also dieses schicke Raumschiff gebaut ? Alleine in der Garage oder wie? Und vor ihrem Tod ihr Bewusstsein in die Datenspeicher geladen? Und sie hat sich ihre Suite eingerichtet wie ein Landhaus in England im 19. Jh? Facepalm!
Diese Mission ist die wichtigste überhaupt, um das Überleben der Menschheit zu gewährleisten, und da schicken sie diese Nulpen los. Überhaupt scheinen sich nur so 8-10 Leute zu kennen, z.B. taucht die Bienenfrau völlig überraschend für unseren Biologen im Cardigan auf...gegen Ende zu sind die Gänge plötzlich voll von Statisten wie in Star Trek...
es gibt keine Bodenstation auf der Erde, mit der kommuniziert wird, interessiert da unten keine Sau, wie die Mission läuft?

schon an Anfang ging ich an die Decke, als da die Gravitation per riesigem roten Handschalter wieder eingeschaltet wurde! ? Die Kuppeln vorne am Raumschiff, die sich drehen und somit von der Idee her die Zentrifugalkraft nutzen, das ist ja glaubhaft und hat schon Kubrick in 2001 angedacht...aber was ist mit dem zigarrenförmigen Körper des Hauptschiffes? Da schweben alle frei herum? Oder wird da die Gravitation wie in Star Trek erzeugt?


Keine Staffel 2? Gut so. Habe fertig!
Und was ist mit dem Weltfrieden? - DRAUF GESCHISSEN!

Moonshade

Was die Erschafferin des Schiffs angeht, da wurde angedeutet, dass es sich offenbar um eine sehr vermögende Großindustrielle handelte, die offenbar Kohle ohne Ende hatte - und natürlich den Bau "beauftragt" hat. Alles andere lief auf Exzentrik. Daran ist nicht groß was zu beanstanden.

Über die mysteriöse Personalstruktur kann man sich schon mal aufregen, allerdings muss man sich vor Augen halten, dass das Projekt ein Privattraum von Scientist Karl war, für den er (wie am Anfang gesehen) keinerlei Rückendeckung hatte und offenbar ist das eine privat (irgendwie) finanzierte Aktion, dazu passt auch, dass das Raumschiff eben einer Privatperson gehört. Das ist kein Regierungsprojekt.

Was die Reise wirklich bewirken sollte, bleibt aber ebenso nebulös wie das Element, was den Planeten angeblich an sein Ende geführt hat. Das wird auch nicht erwähnt.
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

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