the Man who killed Hitler and then the Bigfoot (Sam Elliott)

Erstellt von StS, 22 Dezember 2018, 10:38:48

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StS



Since WWII, Calvin Barr has lived with the secret that he was responsible for the assassination of Adolf Hitler. Now, decades later, the US government has called on him again for a new top-secret mission. Bigfoot has been living deep in the Canadian wilderness and is carrying a deadly plague that is now threatening to spread to the general population. Relying on the same skills that he honed during the war, Calvin must set out to save the free world yet again...

Starring Sam Elliott (A Star is Born), Aidan Turner (Poldark), Caitlin Fitz Gerald (Masters of Sex) and Ron Livingston (Office Space), The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot follows the epic adventures of an American legend that no one has ever heard of...


Gibt leider noch keinen Trailer... aber der Film erscheint im Februar in den Staaten... und verdammte Axt:
Saucooler Titel... nette Prämisse... und dann auch noch Sam Elliott in der Hauptrolle! Bin gespannt.  :D
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Retro

DAS sieht ja mal richtig gut aus (und hört sich gut an)!  :icon_mrgreen:

todaystomorrow

Leider ist der Titel und alles drumherum etwas irreführend. Habe den Film in Sitges gesehen, und er ist zwar nicht schlecht... aaaaber ... er ist viel mehr ganz und gar ernstgemeintes, tief melancholisches Drama als alles andere. Eine komische Mischung aus Kriegsfilm, Liebesdrama, nostalgischem Hollywood-Flair (mit entsprechendem, epischen Score) und ein wenig trashigem Creature-Feature.

Der Regisseur war in Sitges auch vor Ort und hat in seiner Ankündigung ungefähr fünf mal erzählt, dass er nicht findet, dass sein Film auf ein Genrefestival gehört (und er hatte damit eigentlich auch recht), und hat erzählt, dass er sich eher in der Tradition großer Charakterdramen von z.B. Robert Altman sieht und dass man bitte kein Trash-Fest von seinem Film (mit dem Trash-Fest-Titel überhaupt) erwarten soll.

Irgendwie halbgar, seltsam, viel Kitsch und Herzschmerz, aber auch echt abseitiges Zeug. Ganz schwer einzuordnen...
DVDs :: HP :: FFF


Retro

DAS klingt jetzt gar nicht mehr so gut...  :icon_confused:

Eric

Vielleicht hätte der Regisseur dann mal für nen Euro mehr nachdenken und eventuell nen ANDEREN Titel für seinen Film wählen sollen??
Das wäre ja wenn ich ne Beerdigung mit trauriger Musik filme und sie dann "Die Abenteuer des Clowns Bonzo und der Sahnetorte im Gesicht" nenne.

Und, sorry, aber das Plakat sieht auch eher danach aus als wäre es INGLORIOUS BASTERDS Teil 2.
(Ist sogar fast die gleiche Schriftart!!)

Kann man bei dem ganzen schon von mutwillig sprechen??
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

PierrotLeFou

Ein Regisseur müsste aber auch schon etwas naiv sein, wenn er ein Trash-Produkt als solches bewirbt. Trash-Filme funktionieren ja meist dann, wenn sie mit einer ganz anderen Motivation kreiert worden sind... und sind in der Regel auch nie die durchweg kuriosen Streifen mit zwei, drei bizarren Momenten in jeder Minute.
Da hat dann vermutlich jemand unfreiwillig einen echten Trashfilm abgeliefert - oder er gibt sich viel Mühe, es so aussehen zu lassen...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Eric

Zitat von: PierrotLeFou nach 23 Dezember 2018, 12:33:16
Ein Regisseur müsste aber auch schon etwas naiv sein, wenn er ein Trash-Produkt als solches bewirbt. Trash-Filme funktionieren ja meist dann, wenn sie mit einer ganz anderen Motivation kreiert worden sind... und sind in der Regel auch nie die durchweg kuriosen Streifen mit zwei, drei bizarren Momenten in jeder Minute.
Da hat dann vermutlich jemand unfreiwillig einen echten Trashfilm abgeliefert - oder er gibt sich viel Mühe, es so aussehen zu lassen...


*Hüstel Hüstel* ASYLUM??  ;)
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

PierrotLeFou

23 Dezember 2018, 13:38:52 #7 Letzte Bearbeitung: 23 Dezember 2018, 13:45:39 von PierrotLeFou
Zitat von: Eric nach 23 Dezember 2018, 13:19:15
Zitat von: PierrotLeFou nach 23 Dezember 2018, 12:33:16
Ein Regisseur müsste aber auch schon etwas naiv sein, wenn er ein Trash-Produkt als solches bewirbt. Trash-Filme funktionieren ja meist dann, wenn sie mit einer ganz anderen Motivation kreiert worden sind... und sind in der Regel auch nie die durchweg kuriosen Streifen mit zwei, drei bizarren Momenten in jeder Minute.
Da hat dann vermutlich jemand unfreiwillig einen echten Trashfilm abgeliefert - oder er gibt sich viel Mühe, es so aussehen zu lassen...


*Hüstel Hüstel* ASYLUM??  ;)


Die funktionieren ja auch alle (als Trashfilm im eigentlichen Sinne) nicht... Das sind vollkommen durchkalkulierte Produktionen, die versuchen, einem an Abwegigkeiten interessierten Publikum alles zu liefern, was es haben will... Ich würde das - wie Troma oder vielleicht auch manches von John Waters - in so eine Camp-Ecke stellen, da bei der Herstellung bereits darauf abgezielt wird, dass die Rezipienten sich aus einer ironischen Distanz (die aber schon die Filmschaffenden eingenommen haben) an grellen, schrillen, absurden Details ergötzen können.
Beim klassischen Trashfilm ist es eigentlich nie seine Trashigkeit gewesen, die als kommerzielles Zugpferd eingespannt worden ist. Asylum und diese ganzen Retro-Dinger von "Hobo with a Shotgun" bis "Turbokid" sind eher so postmoderne Abwandlungen, die in stiller Übereinkunft mit dem Publikum Motive traditioneller Trashfilme aufgreifen und dabei genau wissen, was sie da tun...
Und die Filmschaffenden, die wirklich überzeugt sind, dass sie damit echte Trashfilme abliefern, halte ich für ziemlich naiv, da die Trashigkeit, die Mülligkeit der Trashfilme ja ein unbeabsichtigtes Neben- oder Abfallprodukt ist, keinesfalls das angestrebte Hauptprodukt. Es widerstrebt ja der Definition des Mülls, in diesem einen angestrebten zentralen Produktionsanteil zu sehen... Müll ist ja das qualitativ Minderwertige, das man quantitativ klein halten will. (Wenn in einer Produktion doch ein hoher Müllanteil steckt, wird das über eine notwendige Verpackungsform entschuldigt oder über Hinweise, dass es eben kein Müll sei, sondern ein Liebhaberverpackung für Sammler usw.) Der "Trashfilm" à la Asylum produziert keinen echten Trash, weil das vermeintlich Trashige ja genau das ist, was man (= Filmschaffende & Publikum) haben will... (In dem Moment, in dem Müll Wert zukommt, ist es ja kein Müll mehr... sondern vielleicht sowas wie eine Währung...)
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StS

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PierrotLeFou

Die Masche mit dem Titel hat aber zumindest bei mir funktioniert. Den Film hatte ich heute erhalten und sogleich angesehen - er ist allerdings nicht sonderlich aufregend... unabhängig davon, ob man einen Exploitationfilm, einen Actionfilm, ein Melodram oder eine Charakterstudie erwartet.
Sam Elliott ist ein dicker Pluspunkt und weckt neben anderen Punkten am effektivsten ein 70er-/80er-Jahre-Feeling. Ich würde den aber weniger in der Altman-Liga sehen (gleichwohl sich auch Altman einigen Murks geleistet hat), sondern eher in J.-Lee-Thompson-Gefilden à la "Der Pass des Todes" (1979). Das Booklet verrät, dass sich der Filmemacher trotz aller Ambitionen durchaus bewusst war, dass Exploitation-Elemente enthalten sind... ein Blick in seinen 2016er-Kurzfilm hätte auch genüg, der spielt nämlich ironisch mit der betonten Ernsthaftig des Spannungskinos... Ob er es aber auch angestrebt hatte, dass der Bigfoot-Part gegen Ende so lachhaft anmutet, weiß ich nicht zu sagen. Als Drama fehlt ihm ein bisschen der Spannungsbogen, in seinen Bemühungen, an Filmfiguren der (späten) 70er-Jahre anzuknüpfen, wirkt er ziemlich bemüht.
Interessant ist natürlich das Spiel mit dem Mythos. Da finde ich im Gegensatz zum Regisseur aber weniger das Verhältnis der Hauptfigur zu Hitler und dem Bigfoot interessant, sondern eher die Differenz zwischen Sein und Erzählung. Und immerhin wird ja die Hauptfigur selbst einmal als mythische Figur bezeichnet. So schafft es der Film immerhin, ein Gespür dafür zu wecken, dass literarische oder filmische Aufarbeitung von Geschichte(n) mythische Erzählungen kreieren kann, die dann ihr Eigenleben fernab der wirklichen Ursprünge gewinnen. Für einen Metafilm, den so ein Retrofilm zwangsläufig auch darstellt, nicht der schlechteste Ansatz...

Imitiert recht glaubwürdig ein obskures Kino einer längst vergangenen Ära, wirkt aber zwischendurch immer wieder angestrengt und berechnend und macht daher auch nicht allzu viel Spaß...
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