Velvet Buzzsaw (Jake Gyllenhaal/Dan Gilroy/Netflix)

Erstellt von StS, 18 Januar 2019, 12:41:23

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast schauen sich dieses Thema an.

StS



Velvet Buzzsaw is a thriller set in the contemporary art world scene of Los Angeles where big money artists and mega-collectors pay a high price when art collides with commerce. Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Toni Collette, Zawe Ashton, Tom Sturridge, Natalia Dyer, Daveed Diggs, Billy Magnussen, and John Malkovich star in the new mind-bending film written and directed by Dan Gilroy ("Nightcrawler").

Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=XdAR-lK43YU

Interessante, coole Sache.  :D

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

Läuft seit ein paar Tagen unter dem heutzutage schon fast anachronistisch-deskriptiven Titel "Die Kunst des toten Mannes" beim deutschen Netflix.

Qualitativ ist der für die Feuilleton- und Hurz-Zielgruppe nach dem zugegeben gehaltvolleren Nightcrawler und dem deutlich abgefallenen Roman Israel möglicherweise die nächste leichte Enttäuschung vom hoffnungsvollen "Jung-"Regisseur David Gilroy. Aber ich hatte mit dieser Mixtur aus sehr milder Kunstszenensatire + etwas sagen mir mal mittelsoftem Grusel durchaus meinen Spaß.

Klar, objektiv könnte man da schon mäkeln. Viel mehr als eine Aneinandereihung der seltsamen-schrägen, durchaus solide inszenierten Kunstunfälle ist zumindest der Horrorteil nicht, und selbst da patzt der Film, wenn man strikte Logik anlegt (zunächst haben nur die Werke des toten Mannes die seltsame Wirkung, später jedes Kunstwerk in der Nähe des Opfers).  Aber die Mischung macht es -  als eine Art Strafe für die Habgier und Oberflächlichkeit der Kunstszene fügen sich die Szenen prima mit der (so deute ich das mal) Quasi- Parodie auf raffgierige Kunsthändler, überschätzte Künstler und ihre Luftnummern und alles andere als objektive Kunstkritiker zusammen. Und natürlich lebt das ganze von den Schauspielern: Gyllenhaal ist gut wie immer in der streng genommen für die Handlung gar nicht so bedeutsamen "Haupt-"Rolle, gewuppt wird das Ganze aber vor allem von den Frauen: Russo (prima in Form, wenn ich das mal sagen darf), Colette, Aston, Dyer. Schade, dass nicht jeder Figur (ich sag es mal spoilerfrei) ein wirklich angemessener Abgang "gegönnt" wird.

Aber trotzdem insgesamt für mich 7/10. Wer was Hochgeistiges oder einen Kracher wie Nightcrawler erwartet hat, könnten ungnädiger sein.


"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)