Ad Astra (Sci-Fi-Thriller mit Brad Pitt)

Erstellt von StS, 5 Juni 2019, 16:50:51

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast schauen sich dieses Thema an.

StS

5 Juni 2019, 16:50:51 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2019, 16:52:57 von StS


Director: James Gray
Starts: Brad Pitt, Liv Tyler, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, ...

An astronaut travels to the outer edges of the solar system to find his father and unravel a mystery that threatens the survival of our planet. He uncovers secrets which challenge the nature of human existence and our place in the cosmos.

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Karm


Hitfield

Sehr geil, genau mein Genre und Thematik. Kommt natürlich auf den 3. Akt und die Auflösung an, ob das ganze was taugt.
"All those moments will be lost in time, like tears in the rain."

Wolfhard-Eitelwolf

Klasse Trailer, verrät aber leider - wieder mal - meiner Meinung nach schon viel zu viel! Elende Schisser in Hollywood, Überraschungen kann man dem Publikum offenbar nicht mehr zumuten...

StS

Finde den Trailer recht "uneben". Fängt interessant an... hat ein paar nette Ideen und Bilder... aber dann gibt es dümmliche (Action-) Momente wie die Mondbuggy-Szene, die wie aus einem anderen Film wirkt. Mal die ersten Ktritiken abwarten...
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

DisposableMiffy

Was ich bisher von Gray gesehen habe fand ich durchschnittlich (We Own the Night) bzw. zäh (The Immigrant, The Lost City of Z), von daher erwarte ich nicht viel von Ad Astra, obwohl es thematisch genau mein Ding ist. Wenigstens hat er diesmal die Hauptrolle wieder mit einen Schauspieler besetzt.
letterboxd.com

Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

Moonshade

Den musste ich schon zweimal wieder aus der Kinostartterminliste schmeißen, weil er ständig nach hinten oder rausgelagert wurde.

Ist jetzt übrigens für den 19.09. auf dem Plan...
Das große OFDB- Aufräumen: noch 18.263 Filme ohne IMDB-Link (Stand: 09.01.2018 -  2212 Neulinks)!

"Guten Tag, führen Sie Bücher über Paranoia?" - "Ja, die stehen alle hinter Ihnen!"

"3.Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

DisposableMiffy

Kamera, Production Design, Tempo, Stimmung, Pitt, alles super. Zudem punktet der Film für mich mit dem wunderbaren 70er Flair.

Leider wird der Gesamteindruck durch die voice over Erzählung getrübt. Der Film hat kein Vertrauen in seine Bilder und in die Intelligenz des Publikums, weshalb er einem ständig sagt, was man gerade zu denken oder fühlen hat.

Es wurde ja umfangreich nachgedreht, nach dem Testvorführungen negativ ausfielen. Bleibt die Frage, ob das voice over schon von Anfang an im Drehbuch stand oder nachträglich dazu kam, weil John und Jane Mouthbreather überfordert waren.
letterboxd.com

Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte davon vergessen.

Hearing only what you wanna hear and knowing only what you've heard.

Wolfhard-Eitelwolf

Das Voice Over ist mir nicht ganz so negativ aufgefallen und hat bisweilen sogar inhaltlich recht gut gepasst - nur gelentlich war es in der Tat etwas too much, wenn es um aktuelle Gefühle oder Gedanken der Figur geht.

Erst dachte ich ja, ich würde einer Verfilmung von Schätzings "Limits" beiwohnen (hoffentlich kommen da nicht Plagiatsvorwürfe :D), aber dann geht es doch - überspitzt gesagt - in die Event Horizon-Richtung "Neptun". Und unterm Strich war das dann auch ein geiles Kinoerlebnis: Bodenständige Science Fiction, meist ruhig vorgetragen und sensationell bebildert. Da freut man sich schon auf das 4k-Heimkino (ich frage mich bei jedem Kinobesuch, weswegen ich für die Grottentechnik um Horrorschwarzwert und nervend grell leuchtende Warnhinweise und Exitschilder aller Orten dort so viel Geld bezahle). Brad Pitt liefert eine tolle Vorstellung ab und dabei mag ich ihn eigentlich nicht mal besonders. Schade bloß, dass Ad Astra sich kein radikaleres Ende getraut hat. Zwar gibt es mit den letzten Worten einen entsprechenden Cliffhanger, der bleibt mir aber zu vage bei all der Ausführlichkeit vorher.
Knappe 9 / 10. Im Heimkino sicherlich noch eindrucksvoller.

Private Joker

Hatte mich auf den eigentlich gefreut (damals im Kino den Besuch knapp verpasst, lief auch nicht sehr lange hierzulande), und war gemessen daran doch kräftig enttäuscht.

Mal der Reihe nach:
- Stichwort "Realismus" - der Regisseur tönte was von der "realistischsten Darstellung eines Weltraumflugs aller Zeiten". Ein gutes Dutzend "factual errors" auf imdb, die mir größtenteils auch aufgefallen sind (und ein paar mehr) sprechen eine andere Sprache, da stimmt eigentlich nur sehr, sehr wenig. Mond und Mars haben zu viel Schwerkraft (und eine DHL-Filiale!), auf dem Flug gibt es dagegen zu wenig (wenn das Raumschiff die genannten absurd kurzen Reisezeiten zum Neptun - bei heutiger Technik etliche Jahre - einhalten will, müsste das eigentlich permanent kräftigst auf die interstellare Tube drücken, und damit heftig Schwerkraft genieren). Überdies ist das Schiff - erkennbar bei Pitts wildem "Einstieg" auf dem Mars - für so eine Reise eigentlich viel zu klein. Die leidigen Themen "Geräusche und Explosionen im Weltraum" werden völlig inkonsistent behandelt, die Beschleunigung durch Atomexplosion ist zumindest fragwürdig, und das Betreten eines startenden Raumschiffs von unten völlig hirnrissig. Wie Papa auf einem Raumschiff, das für ~170 Tage Flugzeit + ein paar Monate Forschung ausgelegt war, 27 Jahre überleben konnte, ist völlig offen - Kartoffeln wird er wohl kaum angebaut haben, oder ?
Selbst unterhaltungsorientierte Serien wie "The Expanse" sind weltraumphysikalisch durchweg realistischer.

- Die "Dramaturgie". Irgendjemand muss aufgefallen sein, dass für knapp 120 Minuten Film da relativ wenig passiert auf dem Schirm; die Sequenzen mit dem Überfall auf dem Mond und zumindest partiell auch das "Primatenraumschiff" brüllen einen von der Leinwand geradezu an "Ich bin ein Nachdreh" und "ich bin was für die Trailer", die haben mit dem Rest des Films wenig bis gar nix zu tun. Der Rest ist vorsichtig gesagt relativ meditativ, womit ich kein grundsätzliches Problem habe; mit dem Geschwurbel, das Pitt da zusätzlich von sich gibt, schon. Da dachte ich nicht nur einmal "Halt doch mal die Klappe und lass uns den Weltraum genießen".

- Das Ende: DA hätte man wirklich noch mal was nachdrehen können, ich fand es jedenfalls restlos banal. 70 Tage fliegen, Papa finden, kurz ablabern, Bombe zünden. Was genau diese "Wellen" sind oder waren (die nach dem Auftakt eh kaum eine Rolle spielen) - da wird wenig zu gesagt, was allerdings auch nicht wundert, auch die fallen eher unter "geht so nicht". Vielleicht bin ich auch persönlich enttäuscht, dass das Thema "Außerirdische" immer mal wieder angetextet, dann aber komplett runtergekocht wird; mir ist auch klar, dass ein paar grüne Männlein oder ein sprechendes Licht nicht unbedingt zum Film gepasst hätten, aber irgendeine Anspielung, ein kleines Rätsel am Schluss, eine offene Frage wäre schon ganz nett gewesen. Dass Pitt am Ende mit einem Schulterklopfen auf der Erde begrüßt wird, obwohl er massiv Befehle missachtet und drei Menschen auf dem Gewissen hat, setzt dem ganzen dann die Krone auf. Aber Hauptsache, mit Frauchen geht noch was....

Für die insgesamt sehr solide, wenn auch unspektakuläre Technik von mir 4,5/10. Inhaltlich fand ich es ein ganz dünnes Brett.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)