Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Erstellt von StS, 4 Oktober 2019, 14:04:14

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Dr. Schnabel

14 Februar 2020, 15:29:14 #30 Letzte Bearbeitung: 14 Februar 2020, 15:34:06 von Dr. Schnabel
Zitat von: DisposableMiffy nach 14 Februar 2020, 10:58:14Preise für Tiefgang oder subtile Erzählkunst gewinnt er sicher nicht, gravierende Mängel hab ich hingegen keine festgestellt.

Ich schon. Ich habe eigentlich nur Mängel festgestellt.

Zitat von: DisposableMiffy nach 14 Februar 2020, 10:58:14Das im ersten Drittel wirr wirkende Umherspringen in der Chronologie fällt bei der Zweitsichtung kaum noch ins Gewicht. Und wer sich hier dran stört, dass von den relevanten männlichen Figuren keine positiv dargestellt wird, der hat sich bestimmt auch schon immer an der beleidigenden Nutzlosigkeit weiblicher Charaktere in einem Großteil der Actionfilme gestört.

Und da haben wir es, finde ich. Ich meine den Grund, warum der Film in Teilen des Feuilletons so völlig wirklichkeitsentflohen gut besprochen wurde: seine Botschaft. Die ist es, die so manchen politisch Interessierten und vor allem so manch politisch Interessierte der schreibenden Zunft dazu verleitet hat, gar nicht näher hinzugucken, was denn da sonst noch da ist - außer der Botschaft. Nämlich nichts. Rein gar nichts.

Nenn' mir einen einzigen witzigen Spruch aus dem Film. Beim ja ähnlich gestrickten Genre-Referenzfilm "Deadpool" gäbe es Dutzende. Hier nicht. Die Dialoge sind neben der Abwesenheit von Humor irgendwo bemühter Ghetto-Slang der Marke "Berlin, Berlin". Glückskeks. Weiß nicht. Die Gewalt? Aufgesetzt. Weil man das erhoffte weibliche Publikum nicht zu sehr verschrecken wollte. Ist in den Comics übrigens anders. Wie auch der Charakter der Quinn. Die ist in den Comics nämlich keine "Gute" und weichgespült wie die Blödel-Tussi, die Robbie verkörpert, sondern eine echte Psycho- bzw. Soziopathin. Es ist alles so wenig echt. So durchkalkuliert - feuilletonistisch - politisch korrekt. Das ist nicht "mutig", das ist feige. Dazu die Choreographien, die angeblich "John Wick"-Niveau halten sollten. Wo bitte denn das? Das ist Standard, was man da sieht. Und das ist für einen Film mit einem solchen Werbebanner wenig. Viel zu wenig. Naja, jedenfalls meine Meinung.

"Atomic Blonde", der neue "Mad Max", "Peppermint", "Die Fremde in Dir" - es gibt so viele toughe weibliche Charaktere, die funktionieren. Bei denen kein Mann meckert. Aber von einem Film in den Arsch getreten werden, der nichts kann? Wer das über sich ergehen lässt, bitte. Mir war dafür die Zeit zu schade.

Interessant fand ich in dem Zusammenhang, wie wenig Anspruch Teile des Feuilletons an einen Film stellen, solange ihnen nur das Timbre gefällt.
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Mr. Blonde

14 Februar 2020, 17:56:58 #31 Letzte Bearbeitung: 14 Februar 2020, 18:00:03 von Mr. Blonde
Zitat von: DisposableMiffy nach 14 Februar 2020, 11:11:31Es gibt schon noch einen Unterschied zwischen unangemessen und komplett untragbar. Mit keiner Silbe habe ich verlangt, dass hier jemand aus dem Forum entfernt werden sollte.

Keiner hat gesagt, dass du das gefordert hast. Ich habe diesen Einschub lediglich gebracht, damit du einfach mal verstehst, dass hier auch gehandelt wird, wenn etwas gegen die Forenregeln verstößt oder unangebracht ist. Dass du das fehlinterpretierst, ist dein Problem, aber nicht mein Fehler.

Zu deinem Argument, die Zielgruppe könne den Film nicht sehen: "Suicide Squad" war ein riesengroßer Erfolg und der lief 2016. Ein nicht kleiner Teil der Fanbase dürfte da mittlerweile locker alt genug sein, um auch BOP sehen zu können.


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DisposableMiffy

Zitat von: Mr. Blonde nach 14 Februar 2020, 17:56:58Keiner hat gesagt, dass du das gefordert hast. Ich habe diesen Einschub lediglich gebracht, damit du einfach mal verstehst, dass hier auch gehandelt wird, wenn etwas gegen die Forenregeln verstößt oder unangebracht ist. Dass du das fehlinterpretierst, ist dein Problem, aber nicht mein Fehler
Ich bin ganz entspannt, keine Sorge. ;-)

Zum Rest und auch Dr. Schnabels Beitrag äußere ich mich später, dafür fehlt mir gerade die Zeit.
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DisposableMiffy

Zitat von: Dr. Schnabel nach 14 Februar 2020, 15:29:14Und da haben wir es, finde ich. Ich meine den Grund, warum der Film in Teilen des Feuilletons so völlig wirklichkeitsentflohen gut besprochen wurde: seine Botschaft. Die ist es, die so manchen politisch Interessierten und vor allem so manch politisch Interessierte der schreibenden Zunft dazu verleitet hat, gar nicht näher hinzugucken, was denn da sonst noch da ist - außer der Botschaft. Nämlich nichts. Rein gar nichts.

Das Gleiche kann man auch denen unterstellen, die den Film mit Tiefstwertungen abkanzeln, einzig und allein weil ihnen die Botschaft nicht schmeckt.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 14 Februar 2020, 15:29:14Nenn' mir einen einzigen witzigen Spruch aus dem Film. Beim ja ähnlich gestrickten Genre-Referenzfilm "Deadpool" gäbe es Dutzende. Hier nicht. Die Dialoge sind neben der Abwesenheit von Humor irgendwo bemühter Ghetto-Slang der Marke "Berlin, Berlin". Glückskeks. Weiß nicht. Die Gewalt? Aufgesetzt. Weil man das erhoffte weibliche Publikum nicht zu sehr verschrecken wollte.

Für Dich mag der Humor nicht funktionieren, aber deswegen ist er noch lange nicht abwesend.

Da ich Berlin, Berlin nicht kenne, kann ich mit dem Vergleich nichts anfangen. Was da evtl. in der Synchro verbockt wurde, kann ich auch nicht beurteilen, da ich den Film im Original gesehen habe. Dass gerade Dialog, der sehr subkulturell gefärbt ist, beim Übersetzen seinen Reiz verlieren bzw lächerlich wirken kann, kommt oft genug vor.

Ich finde an der Gewalt nichts aufgesetzt. Die passt zum Ton des Films, in einem bierernsten Knochenbrecherstreifen wäre das was anderes.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 14 Februar 2020, 15:29:14Ist in den Comics übrigens anders. Wie auch der Charakter der Quinn. Die ist in den Comics nämlich keine "Gute" und weichgespült wie die Blödel-Tussi, die Robbie verkörpert, sondern eine echte Psycho- bzw. Soziopathin. Es ist alles so wenig echt. So durchkalkuliert - feuilletonistisch - politisch korrekt. Das ist nicht "mutig", das ist feige.

Dazu kann ich aus Unkenntnis der Comics nichts sagen, aber dass Hollywood Figuren und Geschichten gerne glättet um die Vermarktbarkeit zu steigern ist ja nun wirklich nichts Außergewöhnliches, so ärgerlich es auch ist.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 14 Februar 2020, 15:29:14Dazu die Choreographien, die angeblich "John Wick"-Niveau halten sollten. Wo bitte denn das? Das ist Standard, was man da sieht. Und das ist für einen Film mit einem solchen Werbebanner wenig. Viel zu wenig. Naja, jedenfalls meine Meinung.


Da Chad Stahelski als Second unit director/Stunt coordinator involviert war, ist der Vergleich einfach naheliegend. Herum zu mäkeln, weil der Film das Actionkino nicht revolutioniert, finde ich übertrieben.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 14 Februar 2020, 15:29:14"Atomic Blonde", der neue "Mad Max", "Peppermint", "Die Fremde in Dir" - es gibt so viele toughe weibliche Charaktere, die funktionieren. Bei denen kein Mann meckert.

Frauen im Film sind also nur genehm, so lange sie männliche Sichtweisen nicht heraus fordern?
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DisposableMiffy

Zitat von: Mr. Blonde nach 14 Februar 2020, 17:56:58Zu deinem Argument, die Zielgruppe könne den Film nicht sehen: "Suicide Squad" war ein riesengroßer Erfolg und der lief 2016. Ein nicht kleiner Teil der Fanbase dürfte da mittlerweile locker alt genug sein, um auch BOP sehen zu können.

Für einen Teil der Zielgruppe ist das sicher zutreffend, da hast Du recht.
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PierrotLeFou

20 Februar 2020, 01:24:31 #37 Letzte Bearbeitung: 20 Februar 2020, 16:29:53 von PierrotLeFou
Habe erwartet, dass er (das nicht unbedingt hohe) "Suicide Squad"-Niveau hält oder auch minimal besser ausfällt; letztlich finde ich ihn deutlich besser und würde ihn bei einer schwachen 7/10 verorten.

Vermixt unerwartet stilsicher Film-noir-Versatzstücke und Comic-Oberflächenreize zu einem etwas grell-laut-bunten Genrecrossover, angereichert mit kleinen Anleihen beim Polizeifilm, beim Western, beim Mafiafilm, beim Musical - das schafft er wesentlich eleganter als Schumachers zweiter Batman-Film, der wirklich nicht gut ist, aber zumindest unterschätzt wird. (Auch der Post-Credit-Gag offenbart eine gewisse Durchtdachtheit, die davor Abstand nimmt, alles auch überdeutlich zu erklären: In dieser letzten Pointe gibt sich der Film zwar besonders aufdringlich und meta, unterläuft dann aber durch den abrupten Abbruch die aufgebaute Erwartung.) Bis auf ein, zwei unnötige Dialog-Momente reitet der Film darauf aber sowenig herum wie auf dem Umstand, dass er ganz am Rande neue Geschlechterrollenverständnisse aufgreift und bedient. Am Ende sackt er diesbezüglich einmal ganz kurz ein, fängt sich aber sogleich wieder.
Ewan McGregor gibt einen schillernden, geltungssüchtigen Schurken ab, bei dem latent homoerotische Züge (gar nicht einmal sooo latent, aber auch nicht bemerkenswert unterstrichen) die Degradierung von Frauen zu verfügbaren Objekten begleiten. Margot Robbies Harley Quinn ist bemüht, die Närrin und die Psychologin in der Figur gleichermaßen zu thematisieren: die Figur ist verrückt, insofern sie nicht ganz bei sich ist, einigermaßen schwankend und widersprüchlich agiert und letztlich teils ironisch, teils ernsthaft die präsentierten Bilder/Handlungen auf ziemlich eigensinnige, subjektive Weise wiedergibt. Insofern kann ich nicht verstehen, weshalb man sich über die "Emanzipation" im Titel aufregt. In all ihren direkt ans Publikum gerichteten Voice-Over-Kommentaren wird deutlich herausgestellt, dass diese Worte das Geschehen nicht adäquat wiedergeben. Das sollte auch für den Titelzusatz gelten, der ja auch ihrer kurzsichtigen Selbsteinschätzung entspricht. Verrücktheit im Sinne einer Störung (und nicht etwa im Sinne einer Unangepasstheit) passt ja auch nicht zu einer emanzipierten Figur, der eventuell auch noch Vorbildcharakter zukommen soll.
Aber neben dem offensichtlichen Frauen/Mädchen-gegen-Männer-Finale bietet der Film ja auch noch spannende Parallelisierungen von (sexual)pathologischer Misogynie und struktureller Benachteiligungen (auf welche kleinn Gags einigermaßen subtil anspielen); und eine Lockerheit im Hinblick auf weibliche Verhaltensmuster sehe ich auch gegeben, auch würde ich (ohne Wonder-Woman-Kenntnisse) den selbstverständlich wirkenden Umgang mit unterschiedlichen Abstammungen nicht von der Hand wischen.

Ich habe mich überraschend gut amüsiert, die Inszenierung halte ich für mehr als bloß routiniert (wobei das Grelle und campy Züge dazugehören - eine Szene scheint mir direkt auf John Waters (Female Trouble) zu verweisen), die progressive, aber anders als in "Black Christmas" oder gerade in "Bombshell" nicht explizit breit ausformulierte Haltung finde ich löblich... (Wobei ich freilich nicht denke, dass der Film irgendwen direkt beeinflussen wird; aber er ist Teil einer Filmwelt, die - sofern es keine Rückläufigkeiten gibt - in 20, 30 Jahren sicher recht deutlich gewirkt haben wird.) Das ist mehr als das, was mir mancher Blockbuster so bietet... Freilich auch keine großartige Filmkunst, aber die Schmähungen, die er bisweilen erntet, kann ich nicht ernst nehmen. Da sitzt manch einem aus ideologischen Gründen scheinbar einfach irgendwie ein Furz quer.

"Bombshell", den ich gestern gesehen habe, sagte mir da als Zeitgeist-Film ein bisschen weniger zu...
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Dr. Schnabel

20 Februar 2020, 16:17:11 #38 Letzte Bearbeitung: 20 Februar 2020, 16:25:47 von Dr. Schnabel
Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Das Gleiche kann man auch denen unterstellen, die den Film mit Tiefstwertungen abkanzeln, einzig und allein weil ihnen die Botschaft nicht schmeckt.

Was ist denn die Botschaft? Alle Männer sind schlecht? Also was Sexistisches? Öhm, ja. Damit kann ich in der Tat nicht viel anfangen. Nicht, weil ich ein Mann bin, sondern, weil ich sowas immer ein bisschen doof finde.

Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Für Dich mag der Humor nicht funktionieren, aber deswegen ist er noch lange nicht abwesend.

Da ich Berlin, Berlin nicht kenne, kann ich mit dem Vergleich nichts anfangen. Was da evtl. in der Synchro verbockt wurde, kann ich auch nicht beurteilen, da ich den Film im Original gesehen habe. Dass gerade Dialog, der sehr subkulturell gefärbt ist, beim Übersetzen seinen Reiz verlieren bzw lächerlich wirken kann, kommt oft genug vor.

Ich hatte dich gebeten, auch nur "einen einzigen witzigen Spruch" zu nennen. Und, wie ich das erwartet hatte, konntest du mir keinen nennen. Und das ist gar nicht deine Schuld. Denn im Film ist keiner. Kein einziger. Immerhin ganz schön wenig für einen Film, der witzig sein möchte.

Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Ich finde an der Gewalt nichts aufgesetzt. Die passt zum Ton des Films, in einem bierernsten Knochenbrecherstreifen wäre das was anderes.

Ansichtssache. Ist okay.

Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Dazu kann ich aus Unkenntnis der Comics nichts sagen, aber dass Hollywood Figuren und Geschichten gerne glättet um die Vermarktbarkeit zu steigern ist ja nun wirklich nichts Außergewöhnliches, so ärgerlich es auch ist.

Ist freilich erlaubt. Ist halt ein aussagekräftiger (peinlicher?) Offenbarungseid in Sachen Zielgruppenanalyse.

Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Da Chad Stahelski als Second unit director/Stunt coordinator involviert war, ist der Vergleich einfach naheliegend. Herum zu mäkeln, weil der Film das Actionkino nicht revolutioniert, finde ich übertrieben.

Leider sieht man davon nichts. Viel Beinfreiheit hat er wohl nicht gehabt. Ich sehe, gerade im Vergleich zum Wick, nichts. Nichts, was der Erwähnung wert wäre.

Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Frauen im Film sind also nur genehm, so lange sie männliche Sichtweisen nicht heraus fordern?

Verstehe ich nicht. Welche "Sichtweisen"? Dass Frauen nicht tough sein oder kämpfen dürfen? Diese "Sichtweisen" würden in den von mir genannten Filmen ebenfalls nicht bedient. Welche "Sichtweisen" meinst du? Ich erzähl hier keinen Schmu und stell dir keine Falle, ich weiß es wirklich nicht.

Es gibt so gute emanzipatorische Filme. Richtig tolle. "Fried Green Tomatoes" (Grüne Tomaten), "Steel Magnolias" (Magnolien aus Stahl). Filme, die durchaus den Männern die Leviten lesen. Clever, berechtigt, nicht garstig oder pubertär. Mit Köpfchen, mit einer gelungenen Inszenierung. Ich liebe diese Filme. Mit Chauvinismus hat die Kritik an diesem Streifen in meinem Falle also rein gar nichts zu tun. Sondern mit der bescheidenen Bitte, qualitativ unterhalten zu werden. Und einem Filmgeschmack, der nicht völlig willkürlich ist.

Apropos Geschmack. Mir wird bei den Mädels von den Birds vor allem eine Szene in Erinnerung bleiben. Die, in der sich Margot Robbie ihr Billig-Sandwich zusammenstellen lässt und dabei über die profansten Zutaten in einer Weise deklamiert, die überhaupt nicht zur Situation bzw. zum Gegenstand passt. Dass man, wie einst bei Tarantino, meint, jetzt kommt was. Jetzt muss was kommen. Was Ausgefeiltes. Was Gewitztes... ... kommt aber hier nicht. Sie isst halt einfach nur gern Weißbrot mit Käse, Schinken, Ei und Ketchup drauf. Das war's. Die Show ist vorbei. Fast. Dann bekommt sie keinen Bissen, denn das Sandwich fliegt ihr auf die Straße. Und sie heult. Das war's dann jetzt aber wirklich.

Das ist ungefähr so gewitzt wie eine eingeworfene Fensterscheibe. Und so sehenswert wie RTL-2. Da gibt's keine herbeikonstruierte Metaebene oder ein interpretatives Moment. Das ist einfach nur mehr Schein als Sein. Gernegroß. Möchtegern. Und da möchten manche eben doch gern einfach ein bisschen mehr im Kino.
... alias: Der Zerquetscher

vodkamartini

20 Februar 2020, 16:36:02 #39 Letzte Bearbeitung: 20 Februar 2020, 16:58:24 von vodkamartini
Alles treffend. Ich machs mal kürzer: der Film ist leer, hohl, witzlos, öde und ohne irgendeinen Erinnerungswert. Das ist mir dann doch entschieden zu wenig für ein Kunstprodukt, das unterhalten will. Und es nicht tut. Keine Sekunde. Und welche Message? Das pubertäre Männerbashing kann ich problemlos vertragen, würde auch gern darüber lachen, nur dazu braucht es halt ein Drehbuch, das den Namen eines solchen auch verdient. Eines mit SChmiss, Wortwitz, Verve. Und nicht eines mit Pennälerhumor auf Groschenheftniveau. Habe den Eindruck, dass v.a. in vielen Feuilletons das Schlagwort Emanzipation für Lobhudelei gereicht hat. Tja, manche sind eben genügsam. Die eigentlich relevanten Adressaten waren offenbar nicht so leicht zufrieden zu stellen. Ein Erfolg jedenfalls sieht anders aus.
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DisposableMiffy

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11Was ist denn die Botschaft? Alle Männer sind schlecht? Also was Sexistisches? Öhm, ja. Damit kann ich in der Tat nicht viel anfangen. Nicht, weil ich ein Mann bin, sondern, weil ich sowas immer ein bisschen doof finde.

Die Botschaft steht doch schon im Titel. In Suicide Squad wurde Harley darüber definiert, dass sie Jokers Freundin ist. Sie hat zwar mehr Screentime als er, aber alles was sie tut, tut sie unter seinem Schutz, weil jeder weiß, dass sie (zu) ihm gehört. Sie ist das Anhängsel einer männlichen Figur. In Birds of Prey geht es nun darum, dass sie sich davon frei macht. Es geht um female empowerment, nicht um Männerhass. Dass außer McGregors Figur alle männlichen Charaktere eher bedeutungslos sind und keiner positiv dargestellt wird, hat mich als Mann überhaupt nicht gestört.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11Ich hatte dich gebeten, auch nur "einen einzigen witzigen Spruch" zu nennen. Und, wie ich das erwartet hatte, konntest du mir keinen nennen. Und das ist gar nicht deine Schuld. Denn im Film ist keiner. Kein einziger. Immerhin ganz schön wenig für einen Film, der witzig sein möchte.


Was hätte es gebracht, wenn ich mir die Mühe gemacht und Beispiele aufgezählt hätte? Du hast mehrfach betont, dass du nichts im Film witzig findest. Klar könnten wir noch weitere Runden auf dem Karussell drehen, aber am Ende ist es halt so, dass Humor, unabhängig davon ob platt oder intelligent, Geschmackssache bleibt.

Aber weil es mir grad einfällt, hier doch ein Beispiel für einen gelungenen Spruch. Nachdem sie die Fabrik hochgejagt hat und ihr bewusst wird, dass ihr nun quasi ganz Gotham an den Kragen gehen wird, kommentiert sie das Ganze mit einem bissigen "Yeah, no shit, I didn't think this through!" (den exakten Wortlaut habe ich nicht parat).

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11Leider sieht man davon nichts. Viel Beinfreiheit hat er wohl nicht gehabt. Ich sehe, gerade im Vergleich zum Wick, nichts. Nichts, was der Erwähnung wert wäre.

Das ist schade, aber dann ist das für dich so. Ich finde die Action gut in Szene gesetzt und das ist auch völlig ausreichend, ich hatte nicht den Eindruck der Film sei mit dem Anspruch angetreten, Actionchoreographie neu zu definieren.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11Verstehe ich nicht. Welche "Sichtweisen"? Dass Frauen nicht tough sein oder kämpfen dürfen? Diese "Sichtweisen" würden in den von mir genannten Filmen ebenfalls nicht bedient. Welche "Sichtweisen" meinst du? Ich erzähl hier keinen Schmu und stell dir keine Falle, ich weiß es wirklich nicht.


Tough sein und kämpfen sind für gewöhnlich Dinge, die maskulin konnotiert sind, daher ist es wenig überraschend, dass das bei vielen männlichen Zuschauern gut ankommt. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, sobald die Toughness die sexuelle Attraktivität der Figur für den Durchschnittshetero beeinträchtigt, ist Schluss mit lustig.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11Es gibt so gute emanzipatorische Filme. Richtig tolle. "Fried Green Tomatoes" (Grüne Tomaten), "Steel Magnolias" (Magnolien aus Stahl). Filme, die durchaus den Männern die Leviten lesen. Clever, berechtigt, nicht garstig oder pubertär. Mit Köpfchen, mit einer gelungenen Inszenierung. Ich liebe diese Filme. Mit Chauvinismus hat die Kritik an diesem Streifen in meinem Falle also rein gar nichts zu tun. Sondern mit der bescheidenen Bitte, qualitativ unterhalten zu werden. Und einem Filmgeschmack, der nicht völlig willkürlich ist.


Ich hätte es klarer formulieren müssen, ich bezog mich auf die Darstellung im Action-Genre und da ist es nun mal so, dass weibliche Charaktere oft nur wandelnde Klischees sind, und dazu gehört auch die toughe Kämpferin.

Und was ist schlecht an garstig und pubertär? Die pubertäre Sex- und Flachwitzparade Deadpool (ich mag den Film, nur damit wir uns nicht missverstehen) hast du vor ein paar Tagen noch als positives Gegenbeispiel zu Birds of Prey angeführt.

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11Apropos Geschmack. Mir wird bei den Mädels von den Birds vor allem eine Szene in Erinnerung bleiben. Die, in der sich Margot Robbie ihr Billig-Sandwich zusammenstellen lässt und dabei über die profansten Zutaten in einer Weise deklamiert, die überhaupt nicht zur Situation bzw. zum Gegenstand passt. Dass man, wie einst bei Tarantino, meint, jetzt kommt was. Jetzt muss was kommen. Was Ausgefeiltes. Was Gewitztes... ... kommt aber hier nicht. Sie isst halt einfach nur gern Weißbrot mit Käse, Schinken, Ei und Ketchup drauf. Das war's. Die Show ist vorbei. Fast. Dann bekommt sie keinen Bissen, denn das Sandwich fliegt ihr auf die Straße. Und sie heult. Das war's dann jetzt aber wirklich.

Das ist ungefähr so gewitzt wie eine eingeworfene Fensterscheibe. Und so sehenswert wie RTL-2. Da gibt's keine herbeikonstruierte Metaebene oder ein interpretatives Moment. Das ist einfach nur mehr Schein als Sein. Gernegroß. Möchtegern. Und da möchten manche eben doch gern einfach ein bisschen mehr im Kino.

Die Szene mag ich dagegen tatsächlich, gerade weil sie etwas sehr Profanes überhöht und dann die aufgebaute Erwartung ins Leere laufen lässt. Ist das anspruchsvoll und tiefsinnig? Nö. Finde ich es lustig? Ja.

Dir fehlt hier eine Metaebene und interpretative Momente, sagst du. Ich behaupte mal, beides ist in den allermeisten Mainstream-Actionfilmen, egal ob Komödie oder Thriller, quasi nicht vorhanden. Wieso auch? Wenn ich ins Wirtshaus gehe, erwartete ich ja auch nicht, zwischen Schweinsbraten und Schnitzel, Trüffelpastete auf der Karte zu finden.
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PierrotLeFou

21 Februar 2020, 17:24:32 #41 Letzte Bearbeitung: 21 Februar 2020, 17:29:04 von PierrotLeFou
Ich bin zwar nicht DisposableMiffy, möchte aber dennoch auf einige der Punkte eingehen... [edit: @DisposableMiffy: Sorry, hatte vor deiner Antwort angefangen, da ich nicht wusste, ob du noch (zeotnah) antworten würdest. In vielen Punkten sprichst du mir voll aus der Seele... :happy3: ]

Zitat von: Dr. Schnabel nach 20 Februar 2020, 16:17:11
Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Das Gleiche kann man auch denen unterstellen, die den Film mit Tiefstwertungen abkanzeln, einzig und allein weil ihnen die Botschaft nicht schmeckt.

Was ist denn die Botschaft? Alle Männer sind schlecht? Also was Sexistisches? Öhm, ja. Damit kann ich in der Tat nicht viel anfangen. Nicht, weil ich ein Mann bin, sondern, weil ich sowas immer ein bisschen doof finde.
Dass alle Männer schlecht wären, ist sicher nicht die Botschaft. Batman ist immerhin im Dialog zugegen und der alte Restaurant-Besitzer, der die Titelfigur verrät, wird trotz Eingeständnis des Verrats nicht wirklich negativ gezeichnet und begeht zudem einen weniger kruden Verrat als die Titelfigur selbst...


Zitat
Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Für Dich mag der Humor nicht funktionieren, aber deswegen ist er noch lange nicht abwesend.
Ich hatte dich gebeten, auch nur "einen einzigen witzigen Spruch" zu nennen. Und, wie ich das erwartet hatte, konntest du mir keinen nennen. Und das ist gar nicht deine Schuld. Denn im Film ist keiner. Kein einziger. Immerhin ganz schön wenig für einen Film, der witzig sein möchte.

Zwei Dinge: Einmal benötigt ein witziger Film keine witzigen Sprüche. Zum anderen könnte manch eine(r) dennoch den einen oder anderen Spruch anführen, der als witzig empfunden wurde. Mir fällt da der Frida-Kahlo-Moment ein; oder der Hinweis von BlackMask, dass HQ unglaublich nerve; oder das gänzlich unangemessene "Du bist so cool" nach der Tötung eines Angreifers in der Röhrenrutsche; oder der Post-Credit-Monolog.
Musst du nicht witzig finden; erfüllt durchaus die einen oder anderen Bedingungen, um als Humor eingestuft werden zu können. (Die größere humoristische Qualität liegt hier aber meines Erachtens außerhalb der Dia-Monologe.)


Zitat
Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Ich finde an der Gewalt nichts aufgesetzt. Die passt zum Ton des Films, in einem bierernsten Knochenbrecherstreifen wäre das was anderes.

Ansichtssache. Ist okay.
An der Stelle möchte ich noch kurz anmerken, dass die Annahme, dass man "das erhoffte weibliche Publikum nicht zu sehr verschrecken wollte", problematisch ist. Vielleicht bloß von Seiten der Filmschaffenden, sofern sie bewusst von diesem Gedanken ausgegangen sind; es ist aber schon bezeichnend, dass man auf den Gedanken kommt, die Filmschaffenden hätten diesen Gedanken verfolgt. Denn Filme wie "Final Destination 4" haben sich beispielsweise bei den Jugendlichen ein wesentlich größeres weibliches als männliches Publikum erschlossen. Auch die "Saw"-Reihe hat zu 50% Frauen angezogen. Da gelten die Gewaltakte dann teilweise auch als vergnügliche Mordsgaudi...
Hier spielt vielleicht eher eine Rücksichtnahme auf das Alter eine Rolle.
Davon abgesehen: Die Gewaltdarstellung von psychischer bis physischer Gewalt trifft meines Erachtens den Tonfall ganz gut, ist teils überzogen cartoonartig, und teilweise wohl auch popkulturellen Vorbildern verhaftet. (Ich sehe da teilweise eine Nähe zu Lynch und Waters; wie intendiert die nun war, weiß ich nicht, die Nähe selbst würde ich aber durchaus verteidigen. Insofern passt das Überzogene ganz ausgezeichnet; und wenn man sich daran stößt, hat man eventuell bloß eine zu feste Erwartungshaltung und kann sich nicht auf das Angebotene einlassen.)


Zitat
Zitat von: DisposableMiffy nach 17 Februar 2020, 14:28:42Frauen im Film sind also nur genehm, so lange sie männliche Sichtweisen nicht heraus fordern?

Verstehe ich nicht. Welche "Sichtweisen"? Dass Frauen nicht tough sein oder kämpfen dürfen? Diese "Sichtweisen" würden in den von mir genannten Filmen ebenfalls nicht bedient. Welche "Sichtweisen" meinst du? Ich erzähl hier keinen Schmu und stell dir keine Falle, ich weiß es wirklich nicht.

Es gibt so gute emanzipatorische Filme. Richtig tolle. "Fried Green Tomatoes" (Grüne Tomaten), "Steel Magnolias" (Magnolien aus Stahl). Filme, die durchaus den Männern die Leviten lesen. Clever, berechtigt, nicht garstig oder pubertär.
Unberechtigt waren die Aktionen hier nun aber auch nicht. Und was spräche denn dagegen, garstige und pubertäre Züge einzubauen?

ZitatApropos Geschmack. Mir wird bei den Mädels von den Birds vor allem eine Szene in Erinnerung bleiben. Die, in der sich Margot Robbie ihr Billig-Sandwich zusammenstellen lässt und dabei über die profansten Zutaten in einer Weise deklamiert, die überhaupt nicht zur Situation bzw. zum Gegenstand passt. Dass man, wie einst bei Tarantino, meint, jetzt kommt was. Jetzt muss was kommen. Was Ausgefeiltes. Was Gewitztes... ... kommt aber hier nicht. Sie isst halt einfach nur gern Weißbrot mit Käse, Schinken, Ei und Ketchup drauf. Das war's. Die Show ist vorbei. Fast. Dann bekommt sie keinen Bissen, denn das Sandwich fliegt ihr auf die Straße. Und sie heult. Das war's dann jetzt aber wirklich.
Bei Tarantino kam aber auch nicht irgendwas. Da war es bloß die Kluft zwischen Banalität und anstehenden Gewalttaten, die amüsierte. Hier dient die Szene auch bloß dazu, die Hauptfigur als Figur auszuweisen, die einen ver-rückten Blick auf die Dinge hat und fragwürdige Prioritäten setzt. Das ist zwar nicht übermäßig originell, aber das würde ich Tarantinos PF auch absprechen.


Zitat"Atomic Blonde", der neue "Mad Max", "Peppermint", "Die Fremde in Dir" - es gibt so viele toughe weibliche Charaktere, die funktionieren. Bei denen kein Mann meckert.
Das sind aber auch eher so Fälle, in denen Frauenfiguren an männliche Heldenfiguren angepasst werden. Das ist so eine Entwicklung seit Weaver in der Alien-Reihe (wobei Weaver noch traditionell feminine und traditionell maskuline Züge zusammenbringt, um damit zur fähigsten Figur der Filme zu geraten). Bei "Mad Max 4" wurde diese modische toughe Actionheldin, die ihren Mann steht, noch dazu mit anderen Frauen als erotisches Moment des Films angelegt. Den finde ich persönlich ganz grässlich und kann es voll verstehen, dass sich manche Frauen darin nicht wiederfinden können/möchten.
Hier in HQ wird genau diese Entwicklung (Frau muss im Actionkino maskulin agieren, um ernstgenommen zu werden) durchaus gestreift. In der Szene, in der dieses bedrohliche Macho-Verhalten vor dem Spiegel einstudiert wird, ohne dass es klappen würde (was ja für die Figur auch gar nicht nötig ist, um ihre Pläne zu verfolgen), geschieht das sehr deutlich. In einigen Momenten und vor allem bei der Hauptfigur bleibt es dabei, dass übliche Action-Stereotype nicht gänzlich nachgeahmt werden: das schon angesprochene, uncoole "Du bist so cool", das die vorherige Szene ironisch neu kontextualisiert und selbst als Äußerung freilich in vielerlei Hinsicht der Situation nicht angemessen und auch nicht sonderlich cool ist.
Das gegenseitige Treten zwischen die Beine und Schlagen auf die Brust betont immerhin noch einmal die Weiblichkeit der Figuren, ohne dafür einen gefühlsbetonten Handlungsstrang bemühen zu müssen. Da haben Autorin und Regisseurin mMn durchaus ein gutes Händchen gehabt, um weibliche Actionfilm-Figuren zu entwickeln, die sich nicht darauf beschränken, Frauen traditionell maskuline Typen spielen zu lassen (die sich in besseren Vertreten bloß noch mit größerer Empathiefähigkeit oder Emotionalität in weniger actionlastigen Momenten auszeichnen). Da kommt jedenfalls seit einigen Jahren etwas ins Rutschen und wird sicher auch noch eine ganze Weile weiterrutschen.
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)