Beforeigners (HBO/ Norwegen)

Begonnen von Private Joker, 5 April 2021, 14:00:21

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Private Joker

5 April 2021, 14:00:21 Letzte Bearbeitung: 5 April 2021, 14:03:58 von Private Joker
Ist zwar schon in der ARD eher versteckt gelaufen, aber noch bis zum 12.4 in der Mediathek abrufbar. Daher eigentlich eher ein TV-Tip, aber ich finde schon, dass die Serie ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Beforeigners ist die erste Koproduktion von HBO mit dem norwegischen Fernsehen und dreht sich um das mysteriöse Erscheinen von Menschen aus drei unterschiedlichen Epochen der Vergangenheit (Steinzeit, Wikingerzeit, 19. Jahrhundert) in unserer Zeit. Einige Jahre nach dem ersten Auftauchen haben sich viele der Zugewanderten mit der Neuzeit arrangiert, andere leben eher am Rand der Gesellschaft, und Vorurteile gegenüber den "Fremden", die eigentlich nur unsere Vorfahren sind, gibt es reichlich. Als die Leiche einer (vermeintlichen) Wikingerin aufgefunden wird, ermitteln ein drogensüchtiger Cop und die erste Wikingerpolizistin mit zT unkonventionellen Methoden.
Die Drehbücher stammen von den "Lilyhamer"-Machern Anne Bjørnstad und Eilif Skodvin, die Hauptrollen spielen Nicolai Cleve Broch und Krista Kosonen.



Eine 2. Staffel ist schon in Arbeit.

Habe die erste ziemlich am Stück durchgeglotzt, ist bei mir eigentlich ein gutes Zeichen. Sehen wir mal darüber hinweg, dass das im absoluten Kern "nur" um eine weitere Variante des Themas "Cop + möglichst exotische(r) PartnerIn" herumgestrickt ist - ansonsten ist das ein rundum gelungenes Stück Serien-TV. Der naheliegende reale Anker ist natürlich die europäische Flüchtlingskrise, das ganze aber dadurch quasi auf den Kopf gestellt, dass da letztlich ausschließlich Kerneuropäer als "Fremde" zu uns kommen und trotzdem auf Vorurteile treffen. Umgekehrt wird aber auch die Frage überholter religiöser Vorstellungen der Zugewanderten angesprochen (die sorgt auch für einen prima Cliffhanger). Aus der Konstellation gewinnt die Serie aber nicht nur Zeitkritik und solide Krimispannung, sondern auch ein ganzes Stück Satire, Komik und Selbstironie (mein Favorit: Der Cro-Magnon, der seinen Sohn "Game of Thrones" sehen lässt, mit der Begründung "Totman und Nacktfrau gut für Kind".) Und am Ende wird es sogar ein bisschen emotional, die zweite Staffel kann insgesamt gerne kommen.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

mali

Gab es nicht jüngst auch bereits genau so eine Serie? Flüchtlinge aus der Zukunft die in unsere Zeit fliehen? Mir kommt der Plot so bekannt vor.

Ich sehe immer die Anfangsszene wo die alle im Wasser ankommen und einige auch ertrinken vor mir. Komme aber nicht drauf.


Private Joker

Jetzt wo Du es sagst: Dass die "Flüchtlinge" irgendwie im Meer auftauchen, ist in der Tat ein gängiger Topic, auch wenn das nüchtern gesehen eher unpraktisch ist - wer garantiert einem dabei, dass man in Landnähe auftaucht ? Ich meine, das wäre  zuletzt bei "The Crossing" gewesen (aber waren die aus der Zukunft oder Außerirdische ?? Wikipedia sagt da nix zu, ich hatte die Serie seinerzeit nicht zu Ende gesehen).

Bei 4400 waren es ziemlich definitiv Leute aus der Zukunft, aber da war das Teil der Storyenthüllung und nicht von Anfang an klar. Ansonsten gibt es halt noch die diversen Serien um die zurückgekehrten Toten aus USA und Europa. Ist sicher kein Zufall, dass das Thema in verschiedenen Formen immer wieder auftaucht, in den letzten Jahren.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

mali

Ich meine dass die aus der Zukunft kamen und dass dort die Erde im Arsch war (Umwelt). Einige der Ankommenden wollten deswegen hier leben (und wurden in der Zukunft auch verfolgt) und andere darunter waren eher gekommen um die Umweltzerstörung die in der Gegenwart begann zu verhindern. Die Homeland-Security spielte auch eine Rolle um die Ankömmlinge mißtrauisch zu "begrüßen".

ironfox1

7 April 2021, 02:01:35 #4 Letzte Bearbeitung: 7 April 2021, 02:20:01 von ironfox1
Das liest sich ja wie die South Park Folge "Immigranten aus der Zukunft" :smile:

Du meintest aber bestimmt The Crossing.
ZitatIn der (fiktiven) amerikanischen Kleinstadt Port Canaan, Oregon, werden über vierhundert Menschen an einen Strand gespült. 47 von ihnen haben überlebt. Der Sheriff der Stadt, Jude Ellis, ist der Erste am Geschehen. Als die Überlebenden befragt werden, erzählen sie, dass sie Flüchtlinge aus der Zukunft sind. Schnell übernimmt das Homeland Security Investigations (HSI), eine Einheit der Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (DHS), unter der Leitung von Agentin Emma Ren, die weitere Zuständigkeit. Doch Jude will wissen, was in seiner Kleinstadt passiert und stellt seine eigenen Nachforschungen an.


mali

Zitat von: ironfox1 am  7 April 2021, 02:01:35Das liest sich ja wie die South Park Folge "Immigranten aus der Zukunft" :smile:

 :mr.green:

ZitatDu meintest aber bestimmt The Crossing.

Bingo :-)

Was für ein Machwerk. 1,5 Folgen hatte ich ausgehalten, dann war klar das es kein SciFi sondern nur eine verkappte "Die USA ist von Einwanderern bedroht und die Homeland Security muss die USA retten"-Serie ist.

ironfox1

Hey Private Joker, aufgrund deiner Empfehlung war ich neugierig und habe mir die erste Folge gegeben. Schon nach den ersten Sekunden hatte ich schlimmste Befürchtungen. Startet im dunklen, die Bildsprache ist diese typische europäische/deutsche dröge Tatort/Unter Uns Optik. Der Kameramann nah am Darsteller und fängt in den unpassendsten Momenten an mit der Kamera zu wackeln, um Dynamik zu vermitteln wo keine ist. Mein Daumen lag schon auf dem Exit Knopf der Fernbedienung - dann gab es den Zeitsprung, unser Cop bringt seine Tochter zur Ex-Frau, ich bin wirklich drauf und dran den Exit Knopf zu drücken, er fährt los, die Credits beginnen und der Song "Ain't no love in the Heart of the City" startet und irgendwas sagt mir, ich sollte doch dranbleiben. Spätestens mit dem Auftritt der Winkingerpolizistin und ihrem Moos im Schritt "Ich habe meine Tage" und ihrem späteren Spruch "Das verwende ich sicher nicht mehr. Es (das Moos) fühlt sich so an, als hätte ich ein Kätzchen in meiner Unterhose" muss ich sagen, dass ich allein schon wegen Krista Kosonen auf jeden Fall dran bleiben werde. :happy2:


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