Unterschriftensammlung gegen Kinozensur: gut oder sinnlos?

Erstellt von medienzensur, 17 Dezember 2003, 21:09:06

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast schauen sich dieses Thema an.

medienzensur

Hallo allerseits,

was haltet ihr von der Unterschriftensammlung auf medienzensur.de? Glaubt ihr sie ist sinnvoll oder meint ihr, dass sie keinen wirklichen Nutzen hat?

Im Werbeforum ( siehe http://www.gemeinschaftsforum.com/phorum/viewtopic.php?t=22946 ) wurde angemerkt, dass sie nichts bringen soll. Da das Thema vom Moderator geschlossen wurde, befolge ich seinen Rat und schreibe nun ins Zensurforum.

MfG Christian Bliß

Dr. Phibes

Also...

Wenn man sich in letzter Zeit die Filme ansieht die im Kino laufen, dann gibts doch keinen Grund zu meckern oder?
Es werden ja weniger die "KJ" Filme geschnitte, selbst GoreGaloren wie "Freddy vs Jason" laufen uncut im Kino. Das Werke wie "Bad Boys 2" geschnitten werden um eine lukrativere 16er Freigabe zu bekommen und so mehr Leute ins Kino zu bekommen ist zwar scheisse, aber okay. Hauptsache später dann uncut auf DVD oder als Alternative die Spätvorstellung uncut oder OV.
Richtig nerven tut mich nur die Zensur bei Filmen wie "Harry Potter 2" oder "Lilo & Stitch". Zwar gucke ich diese Filme nicht, aber dann nichtmal auf DVD uncut zu erscheinen ist schon eine Schweinerei.

Mc

movax

im grunde gibt es ja auch nur "indirekte zensur" in deutschland..
selbst, wenn ihr 1000 stimmen sammelt, wem wollt ihr die dann zeigen? und mit welcher begründung?
die fsk schneidet die filme doch nicht, das machen die verleihe immer noch selber!
das wird leider ímmer wieder vergessen!
es ist nicht so, dass der staat die filme schneidet, die firmen selber tun dies, um eben ein breiteres publikum zu erschliessen, was mehr geld bringt.
die tatsache, dass "ab18" / indizierte filme nicht beworben werfen dürfen, dagegen sollte mal protestiert werden, da dieser umstand die firmen überhaupt erst dazu verleitet, ihre filme zu kürzen.
wäre das nicht so, würden "ab18" und indizierte filme genauso eine chance im wettbewerb haben, wie andere, niedriger eingestufte, dann hätten wir das problem nicht, dann würden die firmen ihre filme ja auch überhaupt nicht kürzen müssen, da sie dann keine angst vor etwaigen werbeeinbußen und damit geldeinbußen haben müssten..

sicher: zensur ist scheisse..
aber wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt, fällt einem auf, das das gesetzbuch recht hat: eine zensur findet nicht statt!
wenn filme in deutschland geschnitten werden, dann ist das nicht so, weil wir einer staatlichen zensur unterliegen und der authoritäre staat uns dies oder das nicht sehen lassen will, sondern es ist alles nur eine frage des geldes.. deshalb schneiden die firmen ihre filme selber..
es ist also wie bereits erklärt nicht so, dass man gegen eine zensur des staates protestieren sollte, sondern gegen die ursachen, die diese selbstzensur verursachen.. gründe siehe oben ..

kommentare wie "Ich hasse es, wenn ich als 38 Jähriger von unserem Staat bevormundet werde!!" in einer solchen unterschriftenaktion zeigen ja nur, dass die leute viel zu wenig "aufgeklärt" sind wie die hiesige Medienlandschaft funktioniert..

und abgesehen davon: wer sollte denn, der unterschriftenaktion zufolge, zuständig für diese "zensur, die es nicht gibt" sein? wemimmer man diese unterschriften mitsamt der kommentare unterbreitet, er/sie wird immer daraufhinweisen, dass die firmen ihre filme selber und freiwillig kürzen..
wie ihr seht, ist die sache viel vertrackter, als sie auf den ersten blick scheint..

eine solche aktion ist zwar gut gemeint, aber sie wird leider nicht von erfolg gekrönt sein..

soviel dazu.


~movax~


dekay

Guten Morgen, Jungs!

@medienzensur:
Ich muss den anderen beiden in der Konsequenz leider recht geben.
Die Unterschriftenaktion wird nix bringen :cry: .
Davon unabhängig finde ich sie aber trotzdem gut, denn je mehr Leute sich gegen Zensur auflehnen -in welcher Form auch immer- desto besser.

@movax:
Eine direkte Zensur in Deutschland findet doch statt!
Nämlich mit der Keule des StGB.
Dadurch werden staatlicherseits Filme wie "Halloween 2" oder "Freitag der 13." Teile 3 & 4 vom Markt genommen. Dies ist dann zwar "nur" nachträgliche Zensur, die laut Grundgesetz angeblich nicht verboten sein soll, ist aber nichtsdestotrotz Zensur.
Dieses Vorgehen ist übrigens einzigartig in der (demokratischen) Welt.
(Bitte jetzt nicht mit dem Beispiel Schweiz kommen, denn welche Filme sind denn dort bitteschön verboten?)

Auch einzigartig in der Welt ist die Indizierung. Dies ist ebenfalls direkte Zensur staatlicherseits, denn es erschwert den Vertrieb von bestimmten Medien derart, dass es dem Bürger erschwert wird, seine Informationsfreiheit auszunutzen, nämlich durch schwierigeres Erlangen der Filme: keine Werbung, ein -in der Regel- höherer Preis, wesentlich weniger Beschaffungsmöglichkeiten.

Das "freiwillige" Schneiden von Filmen schließlich ist zumindest zum Teil indirekte Zensur, die am Ende auch auf den Staat zurückzuführen ist.
Wenn Filme wie "H.P. 2" oder "Cats & Dogs" auf FSK 6 zurückgeschnitten werden, kann der Staat nix dafür.
Wenn aber beschlagnahmte und indizierte Filme gekürzt werden, ist dagegen im Endeffekt der Staat durch seine direkte Zensur der ungekürzten Medien dafür verantwortlich.

Und dagegen hilft (leider) keine Unterschriftenaktion, sondern nur Boykott und möglichst breite Aufklärung.
Ich wundere mich doch sehr, wie viele Uncut-Freaks hier im Forum zB in die FSK-16-Version von "Bad Boys 2" reingegangen sind. Ich hab mir den Kinogang erspart wegen der Kürzungen.
Nur durch diesen Boykott kann das Argument der Unternehmen, durch Kürzungen und Runterstufung mehr Geld zu verdienen, ins Leere laufen.
Ich bin mir natürlich durchaus bewusst darüber, dass ein Boykott durch unsere leider -noch- sehr kleine Anti-Zensur-Gemeinde (keine 1800 registrierte Benutzer dieses Forums zB) gegenüber tausender oder zehntausender 16- und 17-Jähriger kaum ins Gewicht fallen wird, die dann ins Kino gehen können. Aber schon für sich selbst kann man guten Gewissens behaupten, dass man den Filmunternehmen das Geld für gekürzte Schei :evil: e nicht in den Rachen geworfen hat. Das gleiche gilt dann natürlich für die DVD-Auswertung betreffender Filme.

Ein Boykott kann dann durch Meinungsvervielfältigung und "Anstecken" ausgeweitet werden. Denn wenn jemand um Kürzungen weiß, geht er auch nicht mehr so gern ins Kino in den betreffenden Film und achtet später mehr auf ungekürzte DVD-Veröffentlichungen. Seitdem ich mich für Zensur von Filmen interessiere (seit ca. knapp 10 Jahren), habe ich vielen Freunden/Verwandten/Bekannten/Kommilitonen das Thema überhaupt erst bewusst gemacht, denn Otto Normalgucker weiß ja meistens gar nichts davon. Und die meisten haben sich auch überzeugen lassen und achten ebenso wie ich auf Kürzungen etc.
Auch pointierte Leserbriefe und eben Internetforen helfen beim Verbreiten der Tatsachen.
Das ist der einzige Weg, bis eines Tages (Sankt Nimmerleinstag?) ganz Deutschland weiß, wie peinlich die Situation diesbezüglich ist. Und erst dann kann sich etwas ändern hier.

dekay
WHAT DO YOU KNOW, DEUTSCHLAND?

montana666

Zitat von: dekayGuten Morgen, Jungs!

Auch einzigartig in der Welt ist die Indizierung. Dies ist ebenfalls direkte Zensur staatlicherseits, denn es erschwert den Vertrieb von bestimmten Medien derart, dass es dem Bürger erschwert wird, seine Informationsfreiheit auszunutzen, nämlich durch schwierigeres Erlangen der Filme: keine Werbung, ein -in der Regel- höherer Preis, wesentlich weniger Beschaffungsmöglichkeiten.

dekay


Das ist meiner Meinung nach auch die momentan noch gravierendste Form der Zensur, die auch den kundigen Filmfan trifft: schwierigere Beschaffung und höhere Preise, zudem noch das Problem, auch als Erwachsener bestimmte Filme aus dem Ausland nicht bestellen zu können, ohne dass man fürchten muss, dass der Zoll sie einbehält. Wobei man mache dieser bstellungen ja nur auf Grund der 'Gegebenheiten' in unserem Lande bestellt, was das Ganze noch paradoxer macht. Nebenbei hab ich (und der Verkäufer sicher auch nicht) nicht den Nerv, z.B. im Müllermarkt die Preise aller bösen Titel unter dem Ladentisch durchzufragen, um vielleicht mal ein seltenes Schnäppchen unter den indizierten Filmen zu machen. Ebensowenig will ich immer erst auf die nächsten Börsen warten...

Eigentlich verstehe ich auch nicht, wie so etwas heutzutage noch immer durchgesetzt werden kann. Wenn in England plötzlich tausende Cert.18 oder in America ebensoviele R und Unrated Titel aus den Regalen öffentlich zugänglicher Geschäfte verschwinden müssten, würde die Filmindustrie auf die Barrikaden steigen. Ebenso könnten unsere Privatfernseh-Anstalten einpacken, wenn sie bei gewissen Filme im Spätprogramm nur noch den Hinweis 'indizierter Film' bringen dürften. Aber dort steckt offenbar jeweils eine größere und mächtigere Lobby dahinter, als bei uns hinter den Publishern von Videos und DVDs für den Heimkinomarkt. Dabei ist in meinen Augen die Indizierung ein Relikt aus den 80gern, dass aus heutiger Sicht nur noch ein Zeugnis der Hilflosigkeit gegenüber dem damals noch jungen Medium Video ist, dessen Boom damals dummerweise mit der Zombi und Kannibalenfilmwelle zusammenfiel. Blöd gelaufen, aber meiner Meinung nach hat das damals ein so negatives 'Video'-Bild in Deutschland geprägt, das auch heute manch einen bei dem Wort 'Videothek' an etwas Schmuddeliges denken läßt. Naja, außerdem, gibt es in unserem Lande sicher einen Haufen Bürokraten und Beamte, deren Job mit einer Abschaffung des Index' flöten gehen würde...

Um zum Thema zurückzukehren: Unterschriftenaktionen von 'betroffenen' Kunden helfen glaube ich wenig, der Handel selbst müßte vereint Druck ausüben. Um da Kräfte wachzurütteln, müßten aber wahrscheinlich erst mal alle Verbraucher überteuerte oder unter dem Tresen verstecke 18er Titel ebenso liegen lassen, wie gekürze Fassungen. Letztendlich geht schließlich alles immer nur ums Geld...

PS: Ist eigentlich irgendwann schon mal versucht worden, gegen die Indizierungspraxis als solches gerichtlich vorzugehen, also ihre Rechtmäßigkeit generell in Frage zu stellen?

dekay

Zitat von: montana666PS: Ist eigentlich irgendwann schon mal versucht worden, gegen die Indizierungspraxis als solches gerichtlich vorzugehen, also ihre Rechtmäßigkeit generell in Frage zu stellen?


Eine gute Frage, die ich mir auch schon mal gestellt habe. Die Film-Vertreiber gehen ohnehin schon (viel zu) selten gegen Indizierungen vor. Da würde mich auch mal eine Erfolgs-Statistik interessieren.
Mir fällt auf Anhieb nur ein Erfolg ein, aus der Buch-Branche: "American Psycho" wurde vom OVG Münster vom Index genommen.

Bei Filmen müsste es -um eine Grundsatzentscheidung herbeizuführen- so laufen:
Der Vertreiber geht vor Gericht wegen einer Indizierung.
Antrag wird abgelehnt.
Nächste Instanz - gleiches Spiel.
Ich weiß nicht, ob beim Vorgehen gegen eine Indizierung vor dem VG (Verwaltungsgericht) oder vorm OVG (Oberverwaltungsgericht) begonnen wird, glaube aber beim VG (ist die Regel).
Wenn dies der Fall ist, würde es in der 3. Instanz i.d.R. vors BVerwG (Bundesverwaltungsgericht) gehen.
Und wenn es jetzt scheitert, kann man selbst vor das BVerfG (Bundesverfassungsgericht) gehen, um eine unzulässige Einschränkung der Grundrechte (zB Berufsfreiheit, Film-/Kunstfreiheit, Gleichheitsgrundsatz etc.) geltend zu machen.
Eine weitere -die Sache verkürzende- Möglichkeit bestünde darin, dass ein unterinstanzielles Gericht selbst den Fall vor das BVerfG bringt, allerdings ist damit in diesem Fall wegen des Meinungs-Mainstreams wohl kaum mit zu rechnen. Lieber Antrag ablehnen und fertig.

Ich glaube kaum, dass ein Vertreiber sich diese Mühe macht, zumal das Verfahren Jahre dauert, nicht geringe Kosten verursacht und die Erfolgsaussichten -gelinde gesagt- äußerst unsicher sind. Dann lieber gekürzte Versionen zusammenstoppeln, um Otto Normalgucker zu erreichen - und wir Freaks können ja nach Holland fahren... :?  :evil:

dekay
WHAT DO YOU KNOW, DEUTSCHLAND?

medienzensur

Hallo,

ihr habt ja richtige "Romane" zum Thema verfasst, schon allein deshalb war die Unterschriftenaktion ein Erfolg - es wird darüber geredet und disskutiert!

@movax:
Du hast anscheindet nur die Kommentare der Unterschreiber geslesen, von denen manche inhaltlich falsch sind. Hättest du dagegen die ERKLÄRUNG GEGEN DIE ZENSUR VON KINOFILMEN gelesen, so wüsstest du, dass die eingegangenen Unterschriften an die VERLEIHER selbst gesendet werden! Wie du richtig erkannt hast, sind sie diejenigen, die Filme zensieren. Ich denke dein Einwand ist damit geklärt.
Außerdem habe ich mich als Webmaster von medienzensur.de schon mit dem Thema beschäftigt und Recherchen angestellt!

@dekay (von 18.12.2003 - 13:13):
Du denkst genau so wie ich!! Freut mich einen Leidensgenossen gefunden zu haben! Ich dachte schon, ich wäre im falschen Forum. Als ich hier im Forum nämlich mal gesagt hatte, dass ich den Film Bad Boys 2 auf Grund der Zensur nicht im Kino gesehen hatte und deshalb auf die Uncut-DVD warte, wurde ich gleich angemancht.

@montana666:
ZitatEbenso könnten unsere Privatfernseh-Anstalten einpacken, wenn sie bei gewissen Filme im Spätprogramm nur noch den Hinweis 'indizierter Film' bringen dürften.

Hab ich da was falsch verstanden? Es dürfen KEINE indizierten Filme im Fernsehen gezeigt werden! Weder im Free-TV, noch im Pay-TV!

@dekay (von 18.12.2003 - 15:31):
Du musst da etwas Falsches in Erinnerung haben, denn KEIN GERICHT hat jemals ein Medium (egal ob Buch, Film, Spiel, CD, ...) indiziert! Das macht NUR DIE BPjM. Die Richter an den Gerichten (meist Amtgerichte) fällen nur Urteile über Beschlagnahmen.


Zu der Indizierung von Filmen:
Das war auch mein erster Gedanke für ne Aktion, aber das ist nicht mehr aktuell. Ab dem 1. April 03, seit dem das neue Jugendschutzgesetz gilt, dürfen Filme, die bereits eine Einstufung von der FSK erhalten haben NICHT mehr indiziert werden!

dekay

Zitat von: medienzensur@dekay (von 18.12.2003 - 15:31):
Du musst da etwas Falsches in Erinnerung haben, denn KEIN GERICHT hat jemals ein Medium (egal ob Buch, Film, Spiel, CD, ...) indiziert! Das macht NUR DIE BPjM. Die Richter an den Gerichten (meist Amtgerichte) fällen nur Urteile über Beschlagnahmen.


Ich fürchte, jetzt hast Du mich falsch verstanden. Ich schrieb:
"Mir fällt auf Anhieb nur ein Erfolg ein, aus der Buch-Branche: "American Psycho" wurde vom OVG Münster vom Index genommen."

Ich weiß, dass Indizierungen nur von der BPJM (vormals BPJS) vorgenommen werden. Aber wie gegen jeden Verwaltungsakt kann man auch gegen eine Indizierung gerichtlich vorgehen. Und wenn man Erfolg hat, wird die Indizierung vom Gericht aufgehoben (bzw. wird die BPJM aufgefordert, neu zu entscheiden, nach Maßgabe der Auffassung des Gerichts). So war das meiner Erinnerung nach beim Buch "American Psycho". Oder war es gar beschlagnahmt? Dann hätte die Beschlagnahme aber von einem ordentlichen Gericht (wie AG, LG, OLG) aufgehoben werden müssen, nicht von einem OVG. Ach, haste ja schon geschrieben. Daher schrieb ich auch nicht, dass ein Gericht etwas indiziert hätte, sondern VOM INDEX GENOMMEN hat.
Oder gilt bei Verwaltungsakten der BP etwas anderes?

Zu indizierten Filmen im TV: Die laufen doch, zB "Scarface"! Wurde aber schon andernorts zu Tode diskutiert...

dekay

P.S.: Na, wenigstens bin ich anscheinend nicht der einzige Kino-Cut-Boykotteur. Weiteres Bsp. war damals "Scorpion King"...
WHAT DO YOU KNOW, DEUTSCHLAND?

montana666

Zitat von: medienzensurHallo,

Hab ich da was falsch verstanden? Es dürfen KEINE indizierten Filme im Fernsehen gezeigt werden! Weder im Free-TV, noch im Pay-TV!



Okay, okay, sie dürfen nicht mehr inhaltsgleich sein. Oft sind die Kürzungen aber nur marginal und ändern an der Aussage des Streifens nichts. Beispiel: "Ein Mann sieht rot" bleibt immer noch wegen seiner Selbstjustiz fragwürdig, auch wenn man den ein oder anderen Einschuss nicht mehr direkt sieht. Und gerade diese Grundthematik ist es doch, die den Streifen auf den Index bringt, denn ansonsten gibt es härteren Stoff bereits ab 16. Also ist das Ganze in vielen Fällen eine Mogelpackung, damit der Anbierter/Sender seine Ware noch irgendwie an den Mann bringen kann. Tatsache ist, würde man mit der selben Strenge im Fernsehbereich vorgehen wie im Videobereich, müssten ab 23 die meisten Programme Testbild senden. Denn niemand kann mir weismachen, dass der Fernseher nicht die leichteste Möglichkeit für Minderjährige bietet, an Filme zu kommen, die nur für Erwachsene gedacht sind. Beim Vertrieb von Videos/DVDs wird die 'Freiheit' der Erwachsenen dem Jugendschutz untergeordnet. Fürs Fernsehen als uneingeschränkt zugängliches Medium würde das bedeuteten: keine Sendungen mehr, die nur ab 18 geeignet sind (auf Indizierung oder nicht kommt es da gar nicht an). Aber, ich wiederhole es nochmal, da steckt eine viel zu große Lobby dahinter, da werden die Moralapostel auch hierzulande in die Grenzen gewiesen, was meiner Ansicht nach den übertrieben praktizierten Jugendschutz bei Videos und DVDs als eine letztendlich halbherzig aufgezogene und verlogene Angelegenheit entlarft.

Sarge

Zitat von: dekayUnd dagegen hilft (leider) keine Unterschriftenaktion, sondern nur Boykott und möglichst breite Aufklärung. [...]
Ein Boykott kann dann durch Meinungsvervielfältigung und "Anstecken" ausgeweitet werden. Denn wenn jemand um Kürzungen weiß, geht er auch nicht mehr so gern ins Kino in den betreffenden Film und achtet später mehr auf ungekürzte DVD-Veröffentlichungen.


Schön wär's ja, doch das bleibt äußerst fraglich, denn der Ottonormalverbraucher interessiert sich leider oftmals gar nicht für Kürzungen. Auf Anhieb fallen mir die 16er-Fassungen von "Blade" und "Hannibal" ein - da steht dick und fett für jeden verständlich "Gekürzte Fassung" drauf und trotzdem werden diese Ungeheuer gekauft.

dekay

Zitat von: Sarge
Zitat von: dekayUnd dagegen hilft (leider) keine Unterschriftenaktion, sondern nur Boykott und möglichst breite Aufklärung. [...]
Ein Boykott kann dann durch Meinungsvervielfältigung und "Anstecken" ausgeweitet werden. Denn wenn jemand um Kürzungen weiß, geht er auch nicht mehr so gern ins Kino in den betreffenden Film und achtet später mehr auf ungekürzte DVD-Veröffentlichungen.


Schön wär's ja, doch das bleibt äußerst fraglich, denn der Ottonormalverbraucher interessiert sich leider oftmals gar nicht für Kürzungen. Auf Anhieb fallen mir die 16er-Fassungen von "Blade" und "Hannibal" ein - das steht dick und fett für jeden verständlich "Gekürzte Fassung" drauf und trotzdem werden diese Ungeheuer gekauft.


*schüttel vor Grauen*
Stimmt leider. Vor allem bei jüngeren Leuten aber (jedenfalls die in meinem Umfeld) wirkt das dann doch abschreckend.
Weiteres besonders gruseliges Bsp: "From Dusk Till Dawn" ab 16...
*schüttel nochmal*

dekay
WHAT DO YOU KNOW, DEUTSCHLAND?