Enterprise - Season-3-Finale und 4. Staffel

Erstellt von dekay, 28 Februar 2005, 11:52:37

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dekay

Wow, was für eine Folge, was für eine Staffel!
Für mich war die 3. Staffel Enterprise das Beste im SF-TV seit dem Finale von DS9. Ein durchgehender Handlungsstrang, sehr spannend umgesetzt zwar mit Trek-typischer Unlogik, aber Trek-untypischer Unethik und Düsternis. Das musste endlich mal sein nach dem höchst unglaubwürdigen Voyager-Gewürge!

Der Cliffhanger gestern - naja. Mir stand schon der Mund offen, aber dass die Ami-Zuschauer [hide=SPOILER]mit einem Hakenkreuz[/hide] immer noch am meisten geschockt werden können, ist auch wieder typisch.

Die 4. Staffel soll ja mehr oder weniger aus mehreren Zwei- bis Dreiteilern bestehen, der Kalte Zeit-Krieg und Vulkan sollen die Hauptrollen spielen. Gleich zu Beginn wird in einer Doppelfolge der Cliffhanger gelöst. Für die letzten Folgen der Season 4 hat Rick Berman Hochdramatik und Megaspannung angekündigt. Soll er mal reinhauen.

Schade, dass Enterprise nicht länger durchgehalten hat. Vielleicht gab's zu viele solcher Serien in den letzten Jahren, vielleicht ist auch nur das Trek-Konzept veraltet. Dabei war das eine ordentliche Auffrischung, wie ich nach anfänglicher Skepsis fand. Mal schauen, ob's bald eine neue Serie geben wird, ich denke fast nein.

Was meint ihr?

dekay
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Neo

nun, von offizieller Seite wird von 1 - 3 Jahren Trekpause gesprochen, dann soll eine neue Serie und ein neuer Film in Angriff genommen werden.

Ob mit einem neuen oder dem bisherigen Produzenten-Team? Da kann man geteilter Meinung sein. Trek funktionierte immer dann am Besten, wenn es ein Spiegelbild unserer Zeit war. Diesen Sense gibt es wieder einzufangen und es gibt zich Möglichkeiten, ihn umzusetzen. Meiner Meinung nach mit einem 50 % neuen und  50 % bewährtem Team.

Das Enterprise auf dem momentanen kreativen Höhepunkt ein Ende findet, ist sehr schade. Die 4.Staffel hat bisher fast nur herausragende Episoden geboten, nur leider werden diese auf dem falschen TV Sender und am falschen Tag ausgestrahlt. Es ist momentan wie mit Classic Trek Ende der 60er - UPN will Enterprise nur loswerden, die nächsten Jahre und die Wiederholungen in der Syndication werden zeigen, wieviel Potential die Serie wirklich hat(te).

Egal was kommt, der Trek ist noch lange nicht zu Ende!

dekay

Zitat von: NeoTrek funktionierte immer dann am Besten, wenn es ein Spiegelbild unserer Zeit war.


Stimmt. Genau das ist Enterprise imho eigentlich gut gelungen. Ein hinterhältiger terroristischer Angriff auf die Erde, die die Verursacher finden und Schlimmeres verhindern muss. Dabei immer die Frage, ob Diplomatie oder Hau-drauf die richtige Antwort ist, besonnenes Verhalten (T'Pol) oder simple Rachegelüste (Cmdr. Tucker). Einige ethische Regeln und Gewissheiten, die für Trek immer unabdingbar waren, machen in dieser Lage keinen Sinn für den Captain: z.B. als sie dem kleinen Schiff den Warp-Antrieb klauten. Das hätten Picard oder Janeway sich nie getraut!
Wer bei dieser Konstellation nicht unweigerlich an den "war against terrorism" von Bush-America denken muss...

ZitatEgal was kommt, der Trek ist noch lange nicht zu Ende!


So ist es. Irgendwann wird den Chefetagen-Luschen auffallen, was die da wieder mal falsch gemacht haben. Leider wird's dann zu spät für die Archer-Enterprise sein, aber Zeit für was Neues!

dekay
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Zauberland

Zitat von: dekay
Zitat von: NeoTrek funktionierte immer dann am Besten, wenn es ein Spiegelbild unserer Zeit war.


Stimmt. Genau das ist Enterprise imho eigentlich gut gelungen. Ein hinterhältiger terroristischer Angriff auf die Erde, die die Verursacher finden und Schlimmeres verhindern muss. Dabei immer die Frage, ob Diplomatie oder Hau-drauf die richtige Antwort ist, besonnenes Verhalten (T'Pol) oder simple Rachegelüste (Cmdr. Tucker). Einige ethische Regeln und Gewissheiten, die für Trek immer unabdingbar waren, machen in dieser Lage keinen Sinn für den Captain: z.B. als sie dem kleinen Schiff den Warp-Antrieb klauten. Das hätten Picard oder Janeway sich nie getraut!
Wer bei dieser Konstellation nicht unweigerlich an den "war against terrorism" von Bush-America denken muss...


Das finde ich letztlich ausgesprochen Schade.
War Star Trek in den 60ern noch eine Art Vorreiter im Brechen gesellschaftlicher Tabus (man denke nur an die "Beziehung" zwischen Kirk und Uhura, Japaner und Russen auf der Brücke etc.) so zeigt "Enterprise" eindeutig anbiedernde, die aktuelle konservative US-Politik ideologisch rechtfertigende Züge.
So verliert Star Trek seine Einzigartigkeit und droht am Ende nur noch "eine von vielen zu sein". Und das schreibe ich nicht nur weil mir diese urchristliche (und doch der Bibel widersprechende) Rache- und "auserwählte Volk"-Politik eines George Bush zutiefst zuwider ist.

dekay

Zitat von: ZauberlandWar Star Trek in den 60ern noch eine Art Vorreiter im Brechen gesellschaftlicher Tabus (man denke nur an die "Beziehung" zwischen Kirk und Uhura, Japaner und Russen auf der Brücke etc.) so zeigt "Enterprise" eindeutig anbiedernde, die aktuelle konservative US-Politik ideologisch rechtfertigende Züge.
So verliert Star Trek seine Einzigartigkeit und droht am Ende nur noch "eine von vielen zu sein".


Aber am Ende der Staffel hatte doch nicht einseitige Kriegshandlung, sondern eine Mischung aus Diplomatie und Kampf den Erfolg gebracht. Das eine war ohne das andere nicht denkbar. Könnte man eventuell als negativen hint für die Bush-Regierung sehen. Außerdem handelt es sich ja quasi um die Rückschau auf den Beginn der Trek-Saga. Und am Anfang gab es keine von Diplomatie geprägte Föderation, sondern eher Chaos im All. Von daher finde ich die Intention von "Enterprise" gar nicht so verkehrt.
Das mit der Einzigartigkeit finde ich aber gar nicht falsch. Ein Kumpel von mir sagte in etwa: Das Problem ist, dass es in den letzten Jahren zu viele solcher Serien gab. Stimmt ja: Nach dem Erfolg von Next Generation gab es ja geradezu eine Explosion aufwendiger Sci-Fi-Serien. Sehr schwer für "Enterprise", da herauszuragen.

dekay
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