Große Koalition will Jugendschutzgesetz neu regeln: Verbot von "Killerspielen"

Erstellt von Warnerbrother, 14 November 2005, 11:41:57

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Warnerbrother

Die Große Koalition bestehend aus CDU/CSU und SPD hat heute Morgen ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Ganze 140 Seiten umfassen die erstrebten Richtlinien der kommenden vier Jahre. Wer sich nun denkt, dass der geneigte eSportler damit nichts zu tun hat, liegt dabei eindeutig falsch.

Neben Vertragspunkten wie dem ,,Abbau der Arbeitslosigkeit" oder der ,,Haushaltssanierung" lässt sich auch der Punkt ,,Aufwachsen ohne Gewalt" im Koalitionsvertrag vorfinden:

Die Koalitionspartner verabreden, den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Die aktuellen Regelungen sind angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der Neuen Medien noch nicht ausreichend, um den wachsenden Gefährdungen junger Menschen auf dem Mediensektor wirksam entgegenzutreten.

Die Neuregelungen im Jugendschutz werden schnellstmöglich - und deutlich vor dem für März 2008 verabredeten Zeitpunkt - evaluiert, um notwendige Konsequenzen rechtzeitig ziehen zu können. Wir wollen hierzu unverzüglich in einen zielorientierten Dialog mit den Ländern eintreten. Folgende Eckpunkte sollen vorrangig erörtert werden:

* Wirksamkeit des Konstrukts "Regulierte Selbstkontrolle; "
* Altersgrenzen für die Freigabe von Filmen und Spielen/Alterskennzeichnung von Computerspielen;
* Verlässliche Kontroll- und Sicherheitsstandards für Videoverleihautomaten;
* Verbot von "Killerspielen";

Besonders der letzte Punkt scheint dabei für Spiele und Spieler große Veränderungen darzustellen. Bereits bei der geplanten Indizierung von "Counter-Strike" sprachen sich Politiker wie Edmund Stoiber für ein Verbot von "solch brutalen Killerspielen" aus. Zwar kam die BPjM damals zu dem Entschluss, dass das beliebte Teamspiel nicht mehr indiziert werden kann, dennoch sollte abgewartet werden, ob dies auch bei der aktuellen Regierung so bleiben wird.

Zumindest kurzweilige Entwarnung ist angesagt, denn die angestrebten Vertragspunkte stellen erst einmal nur Entwürfe da und sichern somit nicht deren direkte Umsetzung.

http://www.giga.de/index.php?storyid=127876

Wunschname

ZitatAufwachsen ohne Gewalt
:LOL: :LOL: :LOL: :LOL: :LOL: :LOL:
hahahahahaha ich verpiss mich  :icon_mrgreen: :icon_mrgreen:
wie den? wo den? in deutschland? ich glaube "killer spiele" sind da es kleinste problem.  :LOL: :LOL: :LOL: :LOL:
wen ich mir unsre lage so anschau.............. und die reden von aufwachsen ohne gewalt hahaha *ich kann nimmer*
wan warn die es lezte mal auf einem schulhof????


Stefan M

Wieso "sry"?

"Aufwachsen ohne Gewalt"  :LOL: :LOL: :LOL:

Gruß,
Stefan M
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Neo

nun auch hier zu lesen:

Schwarz-rote Koalition will Verbot von "Killerspielen"

Der am Samstag in Berlin vorgestellte Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot sorgt weiter für Unruhe: Laut einer bislang noch wenig beachteten Passage im Abschnitt "Familienfreundliche Gesellschaft" des politischen Regierungsfahrplans wollen Union und SPD die erst nach langen Auseinandersetzungen von Rot-Grün getroffenen Neuregelungen zum Jugendschutz "schnellstmöglich" noch vor dem für März 2008 verabredeten Zeitpunkt evaluieren. Konkret und "unverzüglich" erörtert werden sollen gemeinsam mit den Ländern eine Reihe von Eckpunkten, zu denen neben der Debatte über die Altersgrenzen für die Freigabe von Filmen und Games auch ein Verbot von "Killerspielen" gehören. Zudem soll die Wirksamkeit der Freiwilligen Selbstkontrolleinrichtungen im Medienbereich sowie generell das jetzige Modell der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Staat beim Jugendschutz überprüft werden.
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Die aktuellen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz  (etwa das Jugendschutzgesetz,  JuSCHG, und Jugendmedienschutzstaatsvertrag,  JMStV) traten am 1. April 2003 in Kraft. Ziel der nun angekündigten Gespräche über eine Überprüfung und Überarbeitung ist eine deutliche Verschärfung der bestehenden Regelungen: "Die Koalitionspartner verabreden, den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern", heißt es in der schwarz-roten Koalitionsvereinbarung. Die aktuellen Bestimmungen seien angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der neuen Medien noch nicht ausreichend, "um den wachsenden Gefährdungen junger Menschen auf dem Mediensektor wirksam entgegenzutreten." Stark machen wollen sich die neuen Regierungsfraktionen zudem für die Entwicklung beziehungsweise Einhaltung von "Internet-Mindeststandards" zum Wohl der Jugend auf europäischer oder internationaler Ebene.

2002 und 2003 verständigten sich Bund und Länder, die Zuständigkeiten für den Jugendmedienschutz aufzuteilen. Gemäß dem Jugendschutzgesetz des Bundes müssen inzwischen auch Computerspiele mit einer Altersfreigabe gekennzeichnet sein. Selbst Websites können zudem seit der Novellierung auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gesetzt werden, was für Games schon seit längerem gilt. Der Jugendmedienschutzstaatsvertrag der Länder wiederum hat das Modell der "regulierten Selbstkontrolle" eingeführt, das von der EU-Kommission als vorbildlich gelobt wird, den neuen Koalitionspartnern aber suspekt erscheint. Es verpflichtet Anbieter von "Telemedien" etwa, Jugendschutzbeauftragte zu bestellen oder sich an eine Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle anzuschließen und lizenzierte Filterprogramme einzusetzen. Damit sollen Eltern Heranwachsenden den Zugang zu pornographischen oder "entwicklungsbeeinträchtigenden" Inhalten verwehren können. Der Staat überwacht mit Hilfe der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) die Einhaltung der Regeln, greift aber nur im Notfall selbst ein.

Scharfe Worte gegen die Pläne von Schwarz-Rot kommen von der Opposition. "Die Formulierungen lesen sich so, als ob sich die Koalitionspartner mit den bestehenden Regelungen überhaupt nicht auskennen", wettert die Medienexpertin der Grünen im Bundestag, Grietje Bettin. Kritisch sieht sie insbesondere die Infragestellung der KJM, deren Verfahren sich erst noch einspielen müssten: "Ihre Probleme liegen weniger am Konstrukt der regulierten Selbstregulierung, als vielmehr an den föderalen Strukturen und der Vielzahl der beteiligten Landesmedienanstalten." Hans-Joachim Otto, der bei der FDP im Bundestag das Thema Medien betreut, hält zudem das geplante Spieleverbot für einen "vagen populistischen Schnellschuss", der wohl mehr auf die Wirkung bei einem wertkonservativen Publikum als auf Durchsetzbarkeit angelegt sei. Schon heute könne der Staat Spiele aus dem Verkehr ziehen, was darüber hinaus noch verboten werden solle, habe Schwarz-Rot offen gelassen. Besorgt zeigt sich Otto überdies, dass die Stellung des künftigen Staatsministers für Medien und Kultur noch vor dessen Benennung durch eine weitere Klausel in der Vereinbarung unterlaufen werde, wonach künftig die Länder allein in Rundfunkfragen das Sagen haben sollen.

Forderungen nach schärferen Jugendschutzregeln kommen vor allem aus der Union schon seit vielen Jahren. Insbesondere nach dem Blutbad an einem Erfurter Gymnasium forderte etwa der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) ein generelles Verleihverbot für "Gewaltvideos" und "Killerspiele sowie eine generelle Reglementierung des Internet. Christoph Böhr, Vorsitzender der CDU-Wertekommission Deutschland, warnte indes damals vor blindem Aktionismus. Das angestrebte Verbot gehe ins Leere, denn Kinder könnten sich ohne weiteres über das Internet Spiele von Anbietern in Japan, Singapur oder aus den USA herunterladen. Generell kommen Medienforscher immer wieder zu unterschiedlichsten Einschätzungen über die Wirkung von Computerspielen, während die Daddler selbst es längst leid sind, immer wieder nur als Sündenböcke herhalten zu müssen.


http://www.heise.de/newsticker/meldung/66142

Roughale

Zitat von: Wunschname nach 14 November 2005, 12:45:26
:LOL: ...  hahahahahaha ich verpiss mich :icon_mrgreen: :icon_mrgreen:
wie den? wo den? in deutschland? ich glaube "killer spiele" sind da es kleinste problem. :LOL: ...   wen ich mir unsre lage so anschau.............. und die reden von aufwachsen ohne gewalt hahaha *ich kann nimmer*
wan warn die es lezte mal auf einem schulhof????



Hallo? Das ist doch genau das Argument für die Novelierung des Jugendschutzes... Wenn wirklich die Jugend geschützt wird, ok, aber mit einem Verbot schützt man dann auch Erwachsene, oder wie? :doof:

esta es la mejor mota
When there is no more room for talent OK will make another UFC

Graveworm

Erstmal keine Panik. Sind halt nur Entwürfe, da ändert sich sicherlich noch was. Außerdem kann man "Killerspiele" in Deutschland ehe knicken, da ja fast jede Firma die Dinger vorher zurechtschnippelt oder total ätzende Synchros bastelt. Ich hole mir deshalb Spiele nur noch als Import.
Was mich da wieder mehr aufregt ist, dass mal wieder vom allgemeinen Verbot gebrabbelt wird. An Lösungen, wie sie im Ausland praktiziert werden, wird mal wieder nicht gedacht. Und es ist ja auch bekannt, dass das Problem eher im Elternhaus zu suchen ist.
Wenn ein Spiel ab 18 ist ist es halt ab 18 und gehört nicht in die Hände von Kindern, da müssen Eltern einfach besser aufpassen.
Aber das ist alles ein alter Hut. Sündenböcke werden hier immer böse Spiele und Filme sein und leider auch bleiben.

Gruss
Ich war in genug Horrorfilmen, um zu wissen, dass ein Irrer, der eine Maske trägt nie freundlich ist.

ElMariachi

Es ist leichter eine Pistole zu beherrschen als meine Gitarre...leichter zu zerstören als zu erschaffen. (A. Banderas in Desperado)
Give the guy a gun and he is superman, give him two and he is god! (Hard Boiled)

Wunschname

des wird eh nicht durchkommen aber die sache an sich ist dumm wenn die kids sich die spiele net kaufen können werden sie halt gesaugt oder von älteren freunden gekauft.
und was is dann mit  erwachsenen? darf man dan auch nimmer spielen was man will?

PsYcHO

Die wissen auch wirklich nicht mehr was die verbieten sollen!


Zitatwan warn die es lezte mal auf einem schulhof????


richtig ! damals wo ich noch in der 10ten klasse war, kam eein 5 klässler mit ner whisky flasche und ner wumme zur schule. Dann hat er sich schnell die Whiskyflasche weggezogen und hat meinem klassenlehrer die knarre an den kopf gehalten.

naja.

aber die "politiker" (ich will das wort politiker gar nicht aussprechen :) ) sollten in erster linie härtere strafen für kinderfi**er geben.

Die laufen nämlich nach ein paar jahren wieder frei rum !

Die sind da oben ehh alle bekloppt.


naja, was sollen wir "kleine würstchen" dagegen tun ? wenn das pack es so will, dann machen die es so. es ist einfach so !


mfG PsYchO

Seemops

im prinzip geb ich euch eigentlich allen recht. es gibt sicherlich viel schlimmere dinge, als brutale videospiele, und sicherlich liegt die ursache für erhöhtes aggressionspotenzial nicht bei den videospielen oder den filmen. sie unterstreichen dies höchstens oder sind ideengeber...und natürlich ist es lächerlich, dass ein videospielverbot gewalt mindert oder ein aufwachsen ohne gewalt mindert (echt hammerhart)...
aber ich kann schon verstehen, dass man sich darüber sorgen macht, auch wenn dies in deutschland insgesamt nicht so verbreitet und so schlimm ist, wie in anderen ländern. denn man kann und darf die sache nicht ausarten lassen, schon allein, weil eben die eltern nicht ihre augen bei ihren kindern haben. letztlich müssen auch die autofahrer oft genug ihren kopf hinhalten, weil nicht auf kinder im straßenverkehr aufgepasst wird (von den eltern) oder diese kinder keine richtige verkehrserziehung genießen (natürilich sind auch oft genug die autofahrer schuld, aber letztlich wird da alles auch über einen kamm geschert). man sieht also - für den schutz der kinder müssen meistens immer alle mithelfen, weil die zwei erzeuger komischerweise nicht allein dazu in der lage sind. soll heißen, die verantwortung wird auf alle übertragen, besonders gern von den eltern.
und wenn ich den fernseher anschalte und sehe, was für asoziales pack teilweise rumläuft, wo wirklich alle mühe schon vergebens ist, muss man nicht noch öl ins feuer schütten. (ja, ich muss "leider" den fernseher einschalten...oder zumindest ins autos steigen...)
das problem liegt letztlich woanders, die ursache wird nicht bekämpft. was natürlich auch verdammt schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ist.

wie gesagt, allzu brutale videospiele sollten eigentlich schon zum größten teil aus dem markt rausgehalten werden, denn seid mal ehrlich? braucht man diese videospiele? müssen sie so brutal sein? natürlich könnt ihr jetzt fragen, ob man dann auch brutale filme (oder bücher) braucht. aber da sehe ich schon einen unterschied, obwohl man prinzipiell auch diese frage verneinen kann - jedenfalls zu einem bestimmte grade. eben ganz einfach, weil mensch nur aus fehlern lernt und wenn er sie schon nicht selbst macht, sollte er sie wenigstens mal zu spüren bekommen. mal davon ganz abgesehen, ist es schon gut zu wissen, wie scheiße die welt ist und wozu menschen so fähig sind. videospiele haben in meinen augen diesen effekt nicht, da sie selbstbeteiligung erfordern und niemals den erhobenen zeigefinger bringen....ganz im gegenteil.

ein großes manko ist letztlich, dass viel zu wenig kontrolliert wird. der jugend wird sozusagen alles in die hand gelegt, alkohol, zigaretten, videospiele, internet oder filme, die sie nicht haben oder gucken dürften. und jedem ist es scheißegal. in deutschland kümmert man sich neuerdings ^^ nur noch um sich selbst.
würde man wirklich bei jedem videospielverkauf nach dem ausweis fragen und würden die eltern immer gucken, was ihre kinder so im allgemeinen treiben, hätte man einen sündenbock weniger. denn eins ist klar - viele machen es sich verdammt leicht und schieben auf solche dinge die schuld, dass einige menschen total missraten sind. aber seit wann bewirkt ein tropfen die sintflut?
"Ford - ich glaube, ich bin ein Sofa!"

Punkrockschuppen

Ich finden den bisherigen Jugendschutz mehr als ok.
Die FSK ist im Laufe der Jahre sehr viel liberaler geworden, was Schnittauflagen betrifft und beschlagnahmt wird auch lang nicht mehr so viel wie früher.

Und solange sich die Videotheken und Kaufhäuser an die Alterskontrollen halten (was im allgemeinen sehr gut funktioniert), sehe ich keinen weiteren Handlungsbedarf.

Einen sinnvollen Beitrag zur gewaltfreien Erziehung hätte die Bundesregierung nach Erfurt z.B. durch ein totales Verkaufsverbot von Gaspistolen erzielen können. Ich krieg nämlich Anfälle, wenn ich 13jährige mit solch gefährlichen Teilen durch die Straßen rennen sehe.
Aber da hängt ja wieder die arme Industrie dran, die sich ein solches Verbot nicht leisten kann.

Amen!

Wunschname

ZitatEinen sinnvollen Beitrag zur gewaltfreien Erziehung hätte die Bundesregierung nach Erfurt z.B. durch ein totales Verkaufsverbot von Gaspistolen erzielen können. Ich krieg nämlich Anfälle, wenn ich 13jährige mit solch gefährlichen Teilen durch die Straßen rennen sehe.

ohja da sagsch was wahres auf ner abschluss feier vor ein paar jahren hat auch jemand ne gaspistole gezogen und jemand an den kopf gehalten  :00000109: was soll sowas? das man sich ma haut naja ok aber mit knarren und messer  :00000109:
aber warum tun menschen sowas?? ich kanns net verstehn
gegen sowas sollte man vorgehn nicht gegen filme und spiele!
ok aber des wir nu sehr OT

Dr. Phibes (Buurman)

Brauchen wir gar nicht, wir haben doch jetzt die BILD:  :icon_cool:

http://www.bild.t-online.de/BTO/promiskinomusik/2005/11/15/s__ex__tatort__zensiert/s__ex__tatort__zensiert__ard.html

Immerhin wurden wir jetzt vor dem Killergewaltpornotatort durch die BILD gerettet. Das ist doch ein Grund zur Freude. Nur leider spezialisiert sich die BILD wohl nur vordergründig auf Tatorts, die sind ja immer alle 8 Wochen brutal, pornomäßig etc. etc.


Stefan M

Solche Artikel schreiben die werten BILD-Journalisten ja eh nur, wenn sie nicht genügend Schlagzeilen haben. Vor einiger Zeit etwa hatten sie auch von einem von NDR ausgestrahlten angeblichen Porno berichtet, "Romance" (1999), über den sich dann diverse Leutchen, u.a. Priester, lautstark auslassen durften. Dabei hatten vor NDR bereits andere Sender (arte, sogar die ARD) den Film in ihr Programm übernommen und gezeigt. Damals aber hat kein Mensch was dazu gesagt... (Genauso wenig, als 3SAT "Im Reich der Sinne" bereits vor 23 Uhr ungeschnitten ausstrahlte.)

Gruß,
Stefan M
"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." (Loriot)

Synchronisation ist nicht grundsätzlich schlecht und manchmal sogar richtig gut!

Beini

nett von "bild", dass sie erst unsere moral retten und uns den link zu den zensierten bildern gleich mitliefern!  :LOL:
wenn ich mich tot gelacht habe, kann ich ja meine zeitung weiterlesen. das ist die mit den nackten weibern auf seite eins... lese gerade einen artikel über eine schülerin, die sex mit 1000 männern hat...
ich könnt kotzen über diese doppelmoral! ist es denn doppelmoral? oder ist es vielmehr auflagensteigernde-volksverarschung?  :anime:
was hatten diese 68ger noch über die springerpresse gedichtet?!  :icon_twisted:

Sundowner

Was erwartet ihr denn von der BILD ? "seriöse" Berichterstattung könnt ihr doch da nicht erwarten. Die Pseudo-Aufregung" über den Tatort stand nicht mal auf der ersten Seite, sondern irgendwo auf Seite 4 oder so. Ich find es immer lustig wenn die BILD sich über sowas brüskiert aber auf der ersten bzw letzten Seite gibt es immer Titten zu sehen.....  :doof:

Problematisch sind lediglich die Leute, die keine eigene Meinung haben und sich die Meinung von Bild machen lassen.....
So langsam muss ich mir mal eine Signatur überlegen....

Kill Mum!

Verbot von Killerspielen? Schliessen die dann auch den Idiotenspielplatz Bundeswehr?
"I wish my life was a non-stop hollywood movie show,
A fantasy world of celluloid villains and heroes,
Because celluloid heroes never feel any pain
And celluloid heroes never really die." (The Kinks - Celluloid Heroes)

Stefan M

Zitat von: Sundowner nach 15 November 2005, 14:19:37
Problematisch sind lediglich die Leute, die keine eigene Meinung haben und sich die Meinung von Bild machen lassen.....


Problematisch auf jeden Fall, aber auch herrlich lustig. Wenn ich mich da noch an die legendäre Aktion eines bekannten Satiremagazins - "Wie TITANIC einmal die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte" - erinnere und die BILD daraufhin ihre Leser dazu aufrief, in der "Titanic"-Redaktion anzurufen...

http://www.titanic-magazin.de/archiv/0800/wm10.php  :icon_mrgreen:

Ich weiß: Gehört hier weniger hin, konnte allerdings aufgrund deiner berechtigten Aussage nicht widerstehen.

Zurück zu den Killerspielen.

Gruß,
Stefan M

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Dr. STRG+C+V n0NAMe

Zitat von: Kill Mum! nach 15 November 2005, 16:10:10
Verbot von Killerspielen? Schliessen die dann auch den Idiotenspielplatz Bundeswehr?


Zu hoffen wäre es ja, aber die Bundeswehr ist doch gaaanz lieb und der einzige Grund (neben dem Rechtsausleger  und Ex-Innenminister Schily), warum die bösen Terroristen noch nicht 100000000 (oder auch mehr) Terroranschläge in Deutschland verübt haben. Gestern ist ja auch wieder ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ohne jetzt eine Grundsatzdiskussion loszutreten, würde ich bei dem Gedanken, für so ein in meinen Augen total beklopptes "Ziel" zu sterben, gleich mal übergeben müssen.

Gruß

n0NAMe
Aktueller Rang: Sergeant of the Master Sergeants Most Important Person of Extreme Sergeants to the Max
---
Carpenter Brut - Le Perv
---
Carpenter Brut - Obituary
---
Pertubator - Miami Disco

Kill Mum!

Zitat von: n0NAMe nach 15 November 2005, 19:45:10
Zu hoffen wäre es ja, aber die Bundeswehr ist doch gaaanz lieb und der einzige Grund (neben dem Rechtsausleger und Ex-Innenminister Schily), warum die bösen Terroristen noch nicht 100000000 (oder auch mehr) Terroranschläge in Deutschland verübt haben. Gestern ist ja auch wieder ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ohne jetzt eine Grundsatzdiskussion loszutreten, würde ich bei dem Gedanken, für so ein in meinen Augen total beklopptes "Ziel" zu sterben, gleich mal übergeben müssen.

Gruß

n0NAMe



Ich vergaß...Bundeswehr ist ja ab 18. Oder ging es um ein generelles Verbot für alle Altersklassen?
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Jersey Bellini

Zitat von: Kill Mum! nach 16 November 2005, 17:00:20
Ich vergaß...Bundeswehr ist ja ab 18. Oder ging es um ein generelles Verbot für alle Altersklassen?


Normaler Wehrdienst ist ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Wenn man allerdings direkt für eine Ausbildung zum Bund geht, kommt man AFAIK auch schon ab 16/17 in die Grundausbildung. Bei meiner Wehrdienstzeit sind solche Kiddies jedenfalls ganz normal mit uns durchs Gehege getigert. Dieser Gedanke mit dem Jugendschutz kam mir angesichts der Waffen und so übrigens auch mal, ist schon etwas seltsam. Als ein Ausbilder beim Unterricht mal wieder eine seiner Schmuddel-Geschichten erzählen wollte, hat er tatsächlich einen Rückzieher gemacht, nach dem Motto "Ach 'ne, geht ja nicht, sind ja noch Minderjährige hier." Nach Protest der volljährigen Fraktion von Schmuddel-Geschichten-Hören-Wollern, wurde die grundlegende Unverhältnismäßigkeit von Wehrdienst und Jugendschutz sogar in der Stunde kurz mal diskutiert.  :eek:

Was das "Killerspiel-Verbot" angeht, hoffe ich mal, dass die Vernunft sich letztlich wieder gegen dummen Populismus durchsetzt. (Abgesehen davon, dass es momentan auch etwas dringendere Problemchen gibt). Es gibt jetzt eigentlich keinen Grund, abgesehen davon das die CDU/CSU mit an der Regierung ist, dieses Thema anzuheizen. Selbst nach dem Erfurt-Schock gab es keine Kurzschlussreaktionen. Bis auf ein paar Betonköpfe ist das Prinzip, was man als "Jugendschutz -  ja, Erwachsenenbevormundung und staatliche Zensur - nein" beschreiben kann durch die Parteien hinweg einigermaßen verankert auch der Sündenbock wird den Medien nicht mehr ganz so schnell und unreflektiert zugeschoben. Grüne und FDP haben da klare Positionen, die SPD teils-teils, bei der Linken kann ich es nicht beurteilen - und na ja, selbst die CDU/CSU hat ja noch die Junge Union  :algo: :LOL: ('Tschuldigung)...           

Neo

und weiter gehts:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/66294

CDU-Politikerin verteidigt geplantes Verbot von "Killerspielen"

Die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Maria Böhmer hat das von der großen Koalition geplante Verbot von "Killerspielen" am Computer verteidigt. Der Jugendschutz müsse mit der technischen Entwicklung Schritt halten und klare Grenzen aufzeigen, sagte Böhmer in einem Interview im Deutschlandradio Kultur. Die Botschaft dieser Spiele laute: "Zerstöre alles bis auf dich selbst", sagte Böhmer. Das führe zur Einübung und Imitation von Gewalt. Außer Kampf würden keine anderen Konfliktlösungen aufgezeigt. Schnelligkeit und strategisches Denken, die in den Spielen ebenfalls gefragt seien, könne man auch mit anderen Inhalten trainieren: "Ich glaube, dass die Diskussion über Killerspiele mindestens genau so wichtig ist wie dann die rechtliche Überprüfung und die Verbotsregelung."

Bei häufigem Konsum von gewaltverherrlichenden Inhalten könne sich die Hemmschwelle verschieben, sodass Gewalt im Alltag schneller toleriert werde, meinte Böhmer. Eine weitere Gefahr sei die Entwicklung einer Sucht nach diesen Spielen. Man dürfe nicht warten, bis spektakuläre Einzelfälle von jugendlichen Amokläufern - wie 2002 in Erfurt - das Land erschütterten, sondern müsse vorbeugend handeln.

Die CDU-Politikerin sieht nach ihren Aussagen aber selbst einen "wunden Punkt" bei der Forderung nach einem Verbot für so genannte "Killerspiele": Verbote in der Welt des Internet und des Computers seien weniger wirksam als beim Fernsehen, unter anderem, weil Jugendliche die Computerspiele auch untereinander austauschten. Deswegen sollten Kinder den richtigen Umgang mit Medien schon früh in Kindergärten und Schulen lernen. "Rechtliche Regelungen reichen allein nicht aus, sondern wir müssen auch präventiv arbeiten", meinte Böhmer. Es sei aber auch wichtig, durch ein Verbot klar die Grenzen aufzuzeigen.

Laut einer Passage im Abschnitt "Familienfreundliche Gesellschaft" des schwarz-roten Koalitionsvertrags wollen Union und SPD die erst nach langen Auseinandersetzungen von Rot-Grün getroffenen Neuregelungen zum Jugendschutz "schnellstmöglich" noch vor dem für März 2008 verabredeten Zeitpunkt überprüfen. Die aktuellen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz  (etwa das Jugendschutzgesetz,  JuSCHG, und Jugendmedienschutzstaatsvertrag,  JMStV) traten am 1. April 2003 in Kraft. Nun soll laut Koalitionsvertrag noch einmal eine deutliche Verschärfung erreicht werden, darunter eben auch ein Verbot so genannter "Killerspiele". Die aktuellen Bestimmungen seien angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der neuen Medien noch nicht ausreichend, heißt es im Vertrag für die Große Koalition.

Sundowner

Wieso werden Entscheidungen immer von Leuten getroffen die keine Ahnung von dem haben über das sie reden ?
So langsam muss ich mir mal eine Signatur überlegen....

Dr. Phibes (Buurman)

Zitat von: Sundowner nach 17 November 2005, 14:56:14
Wieso werden Entscheidungen immer von Leuten getroffen die keine Ahnung von dem haben über das sie reden ?


Tja, warum ist der Großteil aller Politiker Juristen? Nichts gegen Juristen, aber in manchen Branchen haben Juristen meiner Meinung nach nichts verloren.
Gerade von Seiten der CDU/CSU ist man es ja gewohnt, dass dort das totale Verbot immer gerne gefordert wird.

Eric

Hallo,
kann es sein, dass PÜNKTLICH alle zwei Jahre oder so die gleichen Themen in der Politik auftauchen???

Wir sollten mal ALLE diese Beiträge sammeln und einige Jahre später miteinander vergleichen.

Aber mal Spass beiseite.
Irgendwie verstehe ich unsere Politiker (das Wort Volksvertreter erscheint mir falsch, daher Politiker) langsam nicht mehr.
Einerseits werden ZOMBIE Filme vom Index genommen, da Zombies NICHT als Menschen zählen (Obwohl MENSCHEN diese Figuren spielen),
Andererseits werden Spiele indiziert/verboten usw. bei denen man auf PIXELMÄNNCHEN schiesst.

Nach DEREN Logik sind als die Pixelhaufen in Spielen "realere" Menschen als die Schauspieler, die Zombies darstellen. (Wenn man es jetzt einmal etwas übertrieben sieht)

Aber lassen wir sie doch mal machen. Verbieten wir doch einfach alles.
- generell Filme/Spiele über FSK 16/USK 16.
- Pornos sowieso auch. Prostitution zählt natürlich auch dazu.
- jegliche Art von Drogen. (Dazu gehört natürlich auch Alkohol und Zigaretten)
- jegliche Art "aufrührerischer" Sendungen im TV, die NICHT für die ganze Familie gemacht sind.

... und einfach alles, was das friedliche Leben stören könnte.


MFG


ERIC

P.S. ach ja, bin seit ich 10 bin "Gewaltspiele-Spieler", RAID OVER MOSCOW auf dem C64 sage ich ma dazu nur. Und seit ich 12 bin "Gewaltfilme-Seher".
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Kill Mum!

Hiess der Spruch: Die Kunst imitiert das Leben oder Das Leben imititiert die Kunst?  :00000109:

EDIT: Gelten Computerspiele eigentlich gemeinhin als Kunst? Nach meinem Verständnis schon...wie sieht das aber der Rest?
"I wish my life was a non-stop hollywood movie show,
A fantasy world of celluloid villains and heroes,
Because celluloid heroes never feel any pain
And celluloid heroes never really die." (The Kinks - Celluloid Heroes)

Sundowner

Computerspiele gelten nicht als Kunst. Filme schon, was diese aber auch nicht vor dem Index oder der Beschlagnahme rettet.

Leider scheint es so zu sein, dass sich fast alle Entscheidungsträger in einem Alter befinden, in dem ein Verständniss für Spiele, Filme etc. , aufgrund mangelnder Berührung damit, nicht zu erwarten ist. Die Politiker der jüngeren Generation interessieren sich entweder nicht dafür, oder sind in einem Medienfreien Reservat aufgewachsen.

Sogenannte Jungpolitiker (JU, JUSO usw.) können nur erfolgreich die Karriereleiter hinauf fallen, wenn sie früh genug anfangen, den richtigen Leuten nach dem Mund zu reden. Da ich ein paar Bekannte habe, die auf diese Art und Weise ihre Pöstchen ergattert haben, erlaube ich mir mal diese Aussage. Daher ist von denen, die sich halbwegs mit dem entsprechenden Medium auskennen, keine "Hilfe" zu erwarten. 
So langsam muss ich mir mal eine Signatur überlegen....

Eric

Tach,
glaube aber auch, dass das alles momentan nur reine "Stimmungsmache" gegen "Irgendetwas" ist.

In einigen Wochen wird sich das alles wieder in Luft auflösen!

Unter anderem auch deshalb, da gerade bei den Softwareherstellern sehr viel Kohl dahintersteckt.
Geld regiert die Welt und JEDE Partei ist käuflich!!!

Somot, scheiss drauf!
Dieses Thema existiert schon seit JAHREN und irgendwie hat sich, ausser den USK-Kennzeichnungen seit einigen Jahren, nicht wirklich viel auf dem Sektor getan.


ICH lehne mich auf jeden Fall entspannt zurück und spiel noch etwas SOCOM.
(Auch um vor LADY S nicht mehr als Kacknoob in dem Spiel dazustehen! ;o)  )


MFG


ERIC
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

Ich hasse Menschen, Tiere + Pflanzen. Steine sind ok.

Neo

immer weida, immer weida  :icon_mrgreen: :icon_mrgreen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/66360

Rege Debatte um "Killerspiel"-Verbot

Das von CDU/CSU und SPD in dem heute unterzeichneten Koalitionsvertrag (PDF-Datei, 191 Seiten) unter Punkt 6.3 vorgesehene "Verbot von 'Killerspielen'" sorgt für rege Diskussionen. Während es die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Maria Böhmer verteidigt, da der Jugendschutz mit der technischen Entwicklung Schritt halten und klare Grenzen aufzeigen müsse, fordert der Parteifreund Thomas Jarzombek überspitzt ein "Elternverbot statt Computerspieleverbot". Der Beauftragte der CDU-Fraktion im NRW-Landtag für Neue Medien meint, es sei absurd, "dass Verbote von Spielen gefordert werden, die bereits vor Marktstart mit dem Rating USK18 belegt oder gleich indiziert wurden".

"Die Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen wird da geschürt, wo Kinder sich selbst am Computer überlassen werden und niemand da ist, der die im Spiel entstandenen Emotionen auffängt", erläutert Jarzombek. Er fordert daher: "Man sollte besser solche Eltern statt der Spiele verbieten." Die Spiele-Branche habe den Jugendschutz "hervorragend organisiert und sollte dafür auch Lob empfangen". Der CDU-Politiker vermutet, der Bund solle nach Ansicht einiger Politiker weitere Länderaufgaben übernehmen. "Die Bundesländer haben in der Vergangenheit erfolgreich im Jugendschutz gearbeitet. Das lassen wir uns nicht von Bundespolitikern der zweiten oder dritten Garnitur schlechtreden."

Thomas von Treichel, Mitorganisator der Computerspiel-Weltmeisterschaften "World Cyber Games" in Korea, hat im Interview im Deutschlandfunk den im Koalitionsvertrag verwendeten Begriff Killerspiele als "propagandistisch" zurückgewiesen. In einem Spiel wie "Counter-Strike" gehe es um die Kooperation im Team und ähnlich wie beim Schach um die beste Taktik und Strategie. Eine "Simulation realitätsnaher Tötungshandlungen", wie sie Bayerns Innenminister Günther Beckstein in dem Spiel sieht, werde gerade bei professionellen Spielern aus Perfomance-Gründen vermieden: "Das heißt, es gibt dort keine theatralischen Stürze, es gibt keine Blutfontänen, es gibt keine abfallenden Körperteile oder ähnliches, sondern im Prinzip wie beim Schach, die Figur wird geschlagen und ist danach aus dem Spiel."

Nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen im April 2002 in einer Erfurter Schule war ein Streit um die Auswirkungen von Computerspielen entbrannt. In dieser Diskussion hatte sich Beckstein Anfang Mai 2002 für ein absolutes Verleih- und Produktionsverbot gewaltverherrlichender Filme und Computerspiele ausgesprochen. Die danach beschlossenen, aktuellen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz traten am 1. April 2003 in Kraft. Diese sollen nach dem Willen der neuen Koalition bis März 2008 überprüft werden.

"Gewaltverherrlichend" ist für Treichel ein Spiel, in dem die Auswirkungen der Gewalt realistisch dargestellt werden, also nicht ein "erschossener Mitspieler" wieder aufstehen und weitermachen kann, und wenn "Tötungen" stark visuell überspitzt werden. Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen Christian Pfeiffer, der ebenfalls vom Deutschlandfunk interviewt wurde und das Gespräch mit Treichel verfolgte, sieht in dessen Äußerungen Verharmlosungen solcher Spiele wie "Dead or Alive" oder "Beat'em up". Das seien "brutalste Spiele, die nach unseren Forschungsergebnissen sogar die Wirkung von Counter-Strike teilweise übertreffen".

Für die Forschungsanstrengungen seines Instituts steht die Frage im Vordergrund, was die "Machokultur" in männlichen Jugendlichen fördert, die sich mit solchen Spielen auseinandersetzen oder auf andere Weise in diese "Gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen" hineinwachsen. Auf die These, dass es keine wissenschaftlichen Beweise dafür gebe, dass Spieler, die zum Beispiel Counter-Strike spielen, nachher in der realen Welt gewalttätiger sind, sagte Pfeiffer, mittlerweile gebe es aus den USA andere Erkenntisse. Demnach könne klar gezeigt werden, dass solche Spiele die Gewaltbereitschaft und die Machokultur förderten. Pfeiffer räumt aber ein, dass ein generelles Verbot keine größeren Auswirkungen haben würde, da solcherlei auch das Interesse an diesen Spiele erhöhe.

Auch von Helga Teunert, die sich im Deutschlandradio Kultur äußerte, würde ein Verbot von "Killerspielen" die Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Computerspielen nicht verhindern. Ein solches Verbot lasse sich angesichts eines globalisierten Medienmarktes kaum umsetzten, sagte die Medienpädagogin. Die These, dass virtuelle Gewalt reale Gewalt erzeuge, lasse sich wissenschaftlich nicht belegen, setzt sie Pfeiffer entgegen. Die vorliegenden Untersuchungen seien nicht umfassend. So fehle beispielsweise der Aspekt, was Computerspielen für den Alltag von Kindern und Jugendlichen bedeutet.

Zu neurophysiologischen Forschungen, auf die sich Pfeiffer auch bezog, äußerte sich Teunert skeptisch, zum Beispiel über wissenschaftliche Forschungen, die belegen wollen, dass Videospielen süchtig machen kann. Es gebe wohl "kurzfristige Identitäten zwischen verschiedenen Phänomenen", also zwischen spielen und aggressivem Gedankengut. Die entscheidende Frage sei aber, ob das auch in reales Handeln umgesetzt werde, und dazu gäben die Untersuchungen keine Auskunft. Man müsse sich weniger um die Inhalte der Spiele und die Lust am Spielen kümmern, sondern um die sozialen Kontexte von Kindern und Jugendlichen, die sich besonders intensiv militaristischen und gewalthaltigen Spielen zuwenden. Und man müsse überlegen, was man tun muss, "damit es hier nicht dazu kommt, dass Überträge von den Spielen in die Wirklichkeit stattfinden können". Das sei eine alte Debatte, die sich nicht mit einem Verbot lösen lasse.



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by the way meine Meinung:

ich befürworte es generell, wenn es um die Medienkompetenz bzw. Medienerziehung der Eltern geht. Die Spiele gehören defakto nicht in Kinderhände. Sie sind ab 18 freigegeben und nur für diesen Personenkreis sind sie bestimmt. Aber, wie es auch schon in den anderen Posts rüberkam: Hier wird mal wieder an der falschen Stelle angesetzt. (Wenn ich davon ausgehe, das die große Koalition es diesmal ernst meint). Verbote erhöhen immer das Interesse, haben nichts mit Prävention oder Erziehung zu tun.

Neo