OFDb

Autoren-Thread: McKenzie

Begonnen von McKenzie, 17 Februar 2007, 17:27:29

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

0 Mitglieder und 6 Gäste betrachten dieses Thema.

Vinyard Vaughn

29 Oktober 2007, 14:44:41 #390 Letzte Bearbeitung: 29 Oktober 2007, 14:49:51 von Vinyard Vaughn
Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
:respekt: :respekt:
Du hast den Film ja wirklich genau richtig verstanden!  :icon_mrgreen:

^^ Werden gewisse Herren zwar nicht so sehen, aber da stehen wir ja drüber! :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
Da gehörst du wohl zu den den wenigsten, wenn ich an den Großteil der OFDb-Reviews oder den Haufen von Vollidioten denke, die mir hier im Kino das Leben mit ihrem grenzdebilen Geplapper schwer gemacht haben (die Jugend in meinem Alter - oder jünger - ist inzwischen leider schon überwiegend so abgestumpft, das sie auf höfliche, aber bestimmte Bitten um Ruhe gar nicht mehr reagiert).

War echt schlimm teilweise. Die obszönen Unkenrufe, Gelächter und geschwatze, Handys aufmachen und sowas wie "Hemmungen" zu hören (als sich Sherry Moon erschoss) war schon arg an der Grenze.  :hacki:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
Hankey kann ihn auf DVD ja weiterhin damit "genießen"  :icon_twisted:,

Oh das wird er  :icon_lol: und er wird es uns sogar nochmal wissen lassen, das er das tut... :LOL:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
ich freue mich allerdings schon auf den (*IchbinkeinGorehound* hoffentlich drastischeren *ichbinkeinGorehound*) Director's cut

Ich weiß genau was du meinst ^^ etwas mehr vom guten alten roten Vino kann dem Film gut tun  :icon_mrgreen:  :icon_twisted: *Viney der auch absolut kein Gorebauer ist* ^^

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
PS: Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen, Mr. Vincent Vega hat Zombies Umsetzung nicht verstanden.   Aber da ich nicht wählen muss (und nicht befugt bin, es zu tun) Kein Kommentar. :king:

Me 2. No Comment.  :rofl:

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:15:48
PS: Dein Avatar wirkt so authentisch...

Nicht wahr? :love: Bin dermassen fasziniert von diesem Blick. Einfach very intensiv! :icon_cool:


Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Ich fand Vegas Kritik deshalb so gut, weil sie für mich nachvollziehbar dargestellt hat, dass der Film zuerst "voll zombiemäßig" auf die Tube drückt, um sich dann plötzlich unnötiger Remake-Pflichten bewusstwerdend einer konventionell anmutenden Slasherstandardabarbeitung hinzugeben. Würde der Film seinen bizarren Ton konsequent durchziehen, wäre das "Entweihen" des Mysteriums rund um den Menschen hinter der Maske völlig in Ordnung, da Zombies eigener Interpretation geschuldet.
Doch mit der sprunghaften Annäherung an das Original muss sich der Film auch veränderten Bewertungsmaßstäben anpassen, denen er dann nicht mehr gewachsen ist.

Aber genau hier ist der Hund begraben. Meiner Meinung fällt er in überhaupt kein Slasherstandard zurück. Zombie zieht konsequent und folgerichtig die Handlung durch bis zum Schluss. Dabei bricht er mit einigen alten Carpenterischen Konventionen.

Er nähert sich dem Orignial nur scheinbar, da er einen eigenen Weg mit eigner Sicht der Dinge geht.

Und hier gibts kein Entweihen eines Mythos...ich wurde im Lichtspielhaus zeuge der Wiedergeburt einer Legende! :icon_cool:
Zitat von: ForenregelnMaximalgröße für Bildsignaturen: 400x133 Pixel, 50 kb – nicht animiert!

When I see her on the street
You know she makes my life complete

Happy Harry mit dem Harten

Zitat von: McKenzie am 29 Oktober 2007, 14:39:51
Spoiler, bitte!  :icon_mrgreen:

Das bezieht sich eigentlich nur auf das Ende, welches mir im Workprint besser gefallen hat. Weniger effekthascherisch und emotional irgendwie intensiver. Am besten du siehst dir den Workprint mal an, wenn man sich ein wenig umsieht, fällt der einem eigentlich in die Hände. Die unwesentlichen Unterschiede vorher sind noch ok, aber das Ende gefällt mir besser ohne Verfolgungsshowdown und das Ergebnis ist in beiden Fällen so zemlich dasselbe. Der Workprint geht dabei ziemlich unspektakulär vor, nachdem sich Michael Slasher-typisch durch Lauries Freundeskreis gemäht hat, lässt er von seiner Schwester ab und fällt einem Missverständnis zum Opfer. 

Aber insgesamt ist der Untschied nur marginal und imo für die Punktvergabe nicht besonders entscheidend.

McKenzie

30 Oktober 2007, 01:47:08 #392 Letzte Bearbeitung: 30 Oktober 2007, 01:51:33 von McKenzie
Zitat von: COPFKILLER am 29 Oktober 2007, 15:13:16
Das bezieht sich eigentlich nur auf das Ende, welches mir im Workprint besser gefallen hat. Weniger effekthascherisch und emotional irgendwie intensiver. Am besten du siehst dir den Workprint mal an, wenn man sich ein wenig umsieht, fällt der einem eigentlich in die Hände. Die unwesentlichen Unterschiede vorher sind noch ok, aber das Ende gefällt mir besser ohne Verfolgungsshowdown und das Ergebnis ist in beiden Fällen so zemlich dasselbe. Der Workprint geht dabei ziemlich unspektakulär vor, nachdem sich Michael Slasher-typisch durch Lauries Freundeskreis gemäht hat, lässt er von seiner Schwester ab und fällt einem Missverständnis zum Opfer.

Huch! Mach mir den Mund doch nicht so wässrig!  :icon_eek: :icon_mrgreen: Klingt doch sehr signifikant, ich bete weiterhin für einen dreistündigen Director's cut mit wesentlich mehr Handlung in der zweiten Hälfte und insgesamt deutlich mehr (hier sinnvollem!) Gore. Danke dir!

Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Ich fand Vegas Kritik deshalb so gut, weil sie für mich nachvollziehbar dargestellt hat, dass der Film zuerst "voll zombiemäßig" auf die Tube drückt, um sich dann plötzlich unnötiger Remake-Pflichten bewusstwerdend einer konventionell anmutenden Slasherstandardabarbeitung hinzugeben. Würde der Film seinen bizarren Ton konsequent durchziehen, wäre das "Entweihen" des Mysteriums rund um den Menschen hinter der Maske völlig in Ordnung, da Zombies eigener Interpretation geschuldet.

Der Film ist nicht bizarr, auch in der ersten Hälfte nicht. Und er ist von Minute eins an bis zum bitteren Ende "voll zombiemäßig". Allein man braucht das Auge dafür.  :icon_twisted: Er entweiht das Mysterium nicht denn Mysterium bleibt Michael Myers weiterhin (ich empfehle allein Skeptikern dringend diesen Podcast von Stefan Höltgen und Oliver Nöding, den ich vor einer halben Stunde erstmals angehört habe: http://www.f-lm.de/?cat=16) und von einer Slasher-Standardabarbeitung kann man bei aller Episodenhaftigkeit der zweiten Hälfte trotzdem nicht sprechen. Überhaupt: Die Legende, das Mysterium. Michael Myers ist nicht mehr als eine (zugegebenermaßen brillante) Kopfgeburt von John Carpenter und Debra Hill. Und wo ein Mythos entstehen soll, wenn ein Franchise um eine eigentlich furchteinflößende, trotzdem eher einseitige Figur mit Teil 3, spätestens 4 im heillosen Trash versinkt (Teil 6...  :rofl:), wüsste ich dann doch gerne.  ;) Vor Sichtung des Films dachte ich übrigens, das Rajko zu 80 % richtig liegt. Seine Kritik ist in der Tat sehr überzeugend und argumentativ nachvollziehbar, auch wenn aus jeder Zeile eine enttäuschte Erwartungshaltung spricht.  :king:

Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Doch mit der sprunghaften Annäherung an das Original muss sich der Film auch veränderten Bewertungsmaßstäben anpassen, denen er dann nicht mehr gewachsen ist.

Siehe, äh, höre Podcast und lese meine vorigen Postings.  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 29 Oktober 2007, 14:42:57
Enttäuschung, die für mich berechtigt ist. Obwohl ich den Film noch nicht einmal gesehen habe.  :icon_mrgreen:

Nachvollziehbar, aber nicht verständlich.  :icon_mrgreen: Sieh dir den Film an (nach Möglichkeit aber bitte in der englischen Originalversion, auf deutsch ist er mehr Folter als ohnehin schon), ich bin sehr gespannt auf deine Kritik.  :respekt:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
^^ Werden gewisse Herren zwar nicht so sehen, aber da stehen wir ja drüber! :icon_mrgreen:

Viney, du wirst doch nicht etwa doch noch zum Arthouse-Fanatiker mutieren? :LOL:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
War echt schlimm teilweise. Die obszönen Unkenrufe, Gelächter und geschwatze, Handys aufmachen und sowas wie "Hemmungen" zu hören (als sich Sherry Moon erschoss) war schon arg an der Grenze.  :hacki:

In Zukunft werde ich bei Multiplex-Besuchen wohl schwarze Lederhandschuhe tragen und mich dem Publikum als angehender Wrestler vorstellen (Abgesehen von der Wampe haut es von der Statur her vielleicht hin) sowie stets eine kleine Taschenlampe zum warnenden Anleuchten respekt- und ruheloser Störenfriede mit mir führen.  :king:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Oh das wird er  :icon_lol: und er wird es uns sogar nochmal wissen lassen, das er das tut... :LOL:

:respekt: :eek:

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Ich weiß genau was du meinst ^^ etwas mehr vom guten alten roten Vino kann dem Film gut tun  :icon_mrgreen:  :icon_twisted: *Viney der auch absolut kein Gorebauer ist* ^^

Keine Ironie bitte  :icon_lol:, mir ist Gore fast immer vollkommen egal, dieser Film braucht aber mehr davon. Ein solcher Zaunpfahlwinker sollte mit so etwas nicht sparen, wenn er sonst schon in nahezu allen Belangen äußerst brachial geraten ist.

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Nicht wahr? :love: Bin dermassen fasziniert von diesem Blick. Einfach very intensiv! :icon_cool:

Wenn der kleine nicht sechs Jahre zu jung wäre, würde ich versuchen, ihn mit meiner kleinen Schwester zu verkuppeln.  :icon_mrgreen:
Wirklich großartig, vor allem weil Zombie keinen kreuzbrav-scheinheiligen Dämonenjungen sondern einen unauffälligen, wenngleich etwas nerdigen Darsteller gewählt hat.

Zitat von: Vinyard Vaughn am 29 Oktober 2007, 14:44:41
Aber genau hier ist der Hund begraben. Meiner Meinung fällt er in überhaupt kein Slasherstandard zurück. Zombie zieht konsequent und folgerichtig die Handlung durch bis zum Schluss. Dabei bricht er mit einigen alten Carpenterischen Konventionen.

:respekt:

Ach, ich hätte mein Review lieber heute als morgen geschrieben. Wenn ich mir den ganzen Frevel so durchlese...  :anime:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Vincent Vega

Aber die Krux ist doch, dass ich bereits das Original nicht als unfehlbar bezeichnen würde, sondern dies eher als etwas veraltet und zwiespältig in der Moral beurteile. Da greift eure Argumentation diesbezüglich nicht so recht.

Chili Palmer

30 Oktober 2007, 02:05:06 #394 Letzte Bearbeitung: 30 Oktober 2007, 18:08:26 von Chili Palmer
Zitat von: McKenzie am 30 Oktober 2007, 01:47:08
Und wo ein Mythos entstehen soll, wenn ein Franchise um eine eigentlich furchteinflößende, trotzdem eher einseitige Figur mit Teil 3, spätestens 4 im heillosen Trash versinkt (Teil 6...  :rofl:), wüsste ich dann doch gerne.  ;)

Ich sage: Der Mythos ist stärker als das Franchise!  :icon_mrgreen:

Ich höre: mir diesen Podcast auf jeden Fall mal an.

Ich sehe: "Halloween" definitiv noch, aber die "Spider-Man 3"-Erfahrung hat mich bezüglich Deppenpublikum schwer traumatisiert.



Ich bin: ein wenig verstimmt, dass ein Hollywood-Slasher (:icon_lol:) und etwas harsche Kritik von außen (cinemathek) genügen, um dich in flammende Postingwut zu versetzen, meine Anmerkungen aber scheinbar dem Vergessen anheim fallen werden.  :icon_sad: 
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

psychopaul

Chili goes veni vidi vici.  :icon_eek:  :rofl:

Ups, da hab ich mich vor kurzem noch etwas abfällig über diesen Podcast geäüßert und jetzt wird er auch noch empfohlen  :icon_redface: naja bitte, wenns Spaß macht.  :icon_razz:
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

McKenzie

31 Oktober 2007, 10:39:43 #396 Letzte Bearbeitung: 31 Oktober 2007, 12:38:08 von McKenzie
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 30 Oktober 2007, 01:55:48
Aber die Krux ist doch, dass ich bereits das Original nicht als unfehlbar bezeichnen würde, sondern dies eher als etwas veraltet und zwiespältig in der Moral beurteile. Da greift eure Argumentation diesbezüglich nicht so recht.

Darüber, das dein Ärger nicht dem Vergleich mit Original entspring sondern eher dem Umstand, das ZombieRob deinen Hoffnungen über den Mund gefahren ist, bin zumindest ich mir doch vollkommen im klaren. Es ging eher darum, das du immer wieder auf den Remake-Apekt zu sprechen kommst und in diesem Zusammenhang dann eben doch auf Carpenters Film zurückfällst.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich sage: Der Mythos ist stärker als das Franchise!  :icon_mrgreen:

Sprach der Star Wars-Fan und ließ sich mit einem überlegenen Grinsen in seinen Sessel zurücksinken um von Prinzessin Leias erotischen Schnecken-Zöpfen zu träumen.

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich höre: mir diesen Podcast auf jeden Fall mal an.

:respekt:
Und vor dem Kinobesuch am besten noch einmal die Diskussion hier durchlesen (und dabei versuchen, niemandem zu glauben aber alles für potentiell richtig und möglich zu halten  :icon_mrgreen:)

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich sehe: "Halloween" definitiv noch, aber die "Spider-Man 3"-Erfahrung hat mich bezüglich Deppenpublikum schwer traumatisiert. 

Allerdings fürchte ich, das "Halloween" von solchem groben Unfug noch mehr beschädigt wird. "Spider-Man 2" habe ich unter ähnlichen Umständen gesehen und konnte das absurde Geschehen um mich herum gut ausblenden. Der Film war leider trotzdem nicht mehr als gutgemeint und leidlich unterhaltsam (und ebenfalls schlecht synchronisiert  :icon_mad:). (Palmersche Kommentare zu dieser Wertung werden geflissentlich ignoriert werden  :king:).

Zitat von: Chili Palmer am 30 Oktober 2007, 02:05:06
Ich bin: ein wenig verstimmt, dass ein Hollywood-Slasher (:icon_lol:) und etwas harsche Kritik von außen (cinemathek) genügen, um dich in flammende Postingwut zu versetzen, meine Anmerkungen aber scheinbar dem Vergessen anheim fallen werden.  :icon_sad: 

Vergessen wird bei mir nichts, ich halte meine Versprechen, auch dann noch wenn viele schon nicht mehr daran glauben.  :icon_lol:
Suggeriere dir einfach, das ich ein Mega-100-Meter-Posting eigens für dich in tagelanger Arbeit erstelle (tue ich zwar nicht aber wie könnten wir ohne Illusionen leben) oder stelle dir im Gewand deiner zweiten Hälfte vor, wie du dir mein schwammig aufgedunsenes Gehirn mit Zwiebeln angebraten zum Frühstück genehmigst.  :icon_mrgreen: :pidu:
Über der ganzen Halloween-Diskussion (und die ist mir - ich muss es gestehen - etwas wichtiger als die "Herr der Ringe"-Diskussion, da der Film meine Unterstützung HIER und JETZT gebrauchen kann) bleibt mir irgendwie nur noch so wenig Zeit für unseren kriegerischen Diskurs. :icon_redface:

Zitat von: Bettwurst am 30 Oktober 2007, 02:14:10
Chili goes veni vidi vici.  :icon_eek:  :rofl:

:icon_lol:

Zitat von: Bettwurst am 30 Oktober 2007, 02:14:10
Ups, da hab ich mich vor kurzem noch etwas abfällig über diesen Podcast geäüßert und jetzt wird er auch noch empfohlen  :icon_redface: naja bitte, wenns Spaß macht.  :icon_razz:

Du schriebst ja etwas von nerdigem, seltsamen Geschwafel - sieh dir den Film an, dann weißt du, warum dem nicht so ist. Man KÖNNTE den Film sicherlich intellektualisiern was imo aber ausgemachter Blödsinn wäre denn darüber, das "Halloween 2007" eine ausgemachte Brechstange von Film - in beinahe allen Belangen - ist, kann kein Zweifel bestehen. Gerade das macht ihn aber so grandios und filmisch hochkonzentriert.

@ ALLE:


Abschließend noch einmal mein Verweis auf den Zeitmangel, in dem ich momentan stecke. Daher werden an einigen Orten in diesem Forum noch verspätet einige Postings auftauchen, u. a. stehen da noch einige Sachen gegenüber Bretzelburger aus (@ Udo: Dein "Host"-Review ist nicht schlecht und mein Hollywood-Hass bezieht sich beinahe nur auf das Hollywood der letzten 15 Jahre!  :icon_mrgreen:), daher: Keep your eyes open! (Mist, diese englischen Fragmente und Anglizismen muss ich mir wirklich abgewöhnen - wo ich doch immer vor der kulturellen Verflachung von Deutschland durch amerikanische Bräuche warne).
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Hankey

31 Oktober 2007, 11:57:49 #397 Letzte Bearbeitung: 31 Oktober 2007, 12:00:43 von Mr. Hankey
Zitatdaher: Keep your eyes open! (Mist, diese englischen Fragmente und Anglizismen muss ich mir wirklich abgewöhnen - wo ich doch immer vor der kulturellen Verflachung von Deutschland durch amerikanische Bräuche warne).
Dann darfst du bitte nie in einem Callcenter arbeiten. Was dort an englischen Fragmenten und Anglezismen angewendet wird, geht auf keine Kuhhaut! Böses Amerika! ;)

ZitatSpiderman 2: Der Film war leider trotzdem nicht mehr als gutgemeint und leidlich unterhaltsam
Und Teil 3 erst! :icon_twisted:
Ofdb-Filmsammlung
Aus visueller Sicht, das vielleicht beste BD-Erlebnis ever: Klick

psychopaul

@ Spiderman 2: Ich behaupte, Doc Ocks Prolo Oben-ohne Style ist das Beste, was Mainstream-Hollywood seit 5 Jahren zu bieten hatte.  :LOL:  :dodo:

@ Halloween: Hm, sollte ich mir den vieleicht doch ansehen? Hab gestern zum ersten Mal einen kurzen Trailer gesehen und die Bilder sahen cool aus, Zombies Filme mag ich auch, naja, vielleicht schau ich ihn mir ja doch an, aber bei der Konkurrenz, die bei mir ab morgen auf dem Programm steht (ENDLICH!! Ratatouille  :icon_cool: Planet Terror, Auf der anderen Seite, Nosferatu und Faust  :icon_cool: sowie auch dann Lust/Caution, Paranoid Park und Import/Export  :D) wirds eher knapp  :icon_lol: :icon_lol:

Irgendwann schau ich ihn mir aber garantiert an, um die Diskussionen und Erläuterungen richtig einordnen zu können.  :icon_razz:
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

McKenzie

Zitat von: Bettwurst am 31 Oktober 2007, 12:32:12
aber bei der Konkurrenz, die bei mir ab morgen auf dem Programm steht (ENDLICH!!! Auf der anderen Seite, Nosferatu und Faust  :icon_cool: sowie auch dann Lust/Caution, Paranoid Park und Import/Export  :D) wirds eher knapp  :icon_lol: :icon_lol:

:icon_eek:

Musstest du das erwähnen?  :bawling:
Aber immerhin - du hast die schwebende Jane Fonda auch nicht nackt im Kino (oder so ähnlich) gesehen.  :king:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


psychopaul

Eeben, so gleicht sich alles wieder aus.  ;) Und du hast sicher schon mehr Schmankerl im Kino erlebt als ich.  :icon_razz:

Laufen denn der van Sant und der Seidl bei euch nicht?? Sonst kannst du ja gerne nochmal einen Sprung vorbei kommen.  :icon_mrgreen:
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

Chili Palmer

31 Oktober 2007, 13:08:23 #401 Letzte Bearbeitung: 31 Oktober 2007, 21:28:35 von Chili Palmer
Zitat von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Sprach der Star Wars-Fan und ließ sich mit einem überlegenen Grinsen in seinen Sessel zurücksinken um von Prinzessin Leias erotischen Schnecken-Zöpfen zu träumen.

Nein, dies sprach jemand, der die ursprüngliche Konzeption der Figur "Michael Myers" durch sämtliche Fortsetzungen in den Dreck gezogen sieht. Solch ein desillusionierter Geselle muss auch in gewagten Frisuren filmischen Trost finden, das will ich nicht ganz ausschließen.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Und vor dem Kinobesuch am besten noch einmal die Diskussion hier durchlesen (und dabei versuchen, niemandem zu glauben aber alles für potentiell richtig und möglich zu halten  :icon_mrgreen:)

Letztendlich glaube ich sowieso nur mir.  :icon_lol:

Zitat von: McKenzie am 31 Oktober 2007, 10:39:43
Suggeriere dir einfach, das ich ein Mega-100-Meter-Posting eigens für dich in tagelanger Arbeit erstelle (tue ich zwar nicht aber wie könnten wir ohne Illusionen leben) oder stelle dir im Gewand deiner zweiten Hälfte vor, wie du dir mein schwammig aufgedunsenes Gehirn mit Zwiebeln angebraten zum Frühstück genehmigst.  :icon_mrgreen: :pidu:
Über der ganzen Halloween-Diskussion (und die ist mir - ich muss es gestehen - etwas wichtiger als die "Herr der Ringe"-Diskussion, (...) bleibt mir irgendwie nur noch so wenig Zeit für unseren kriegerischen Diskurs. :icon_redface:

Es mag für dich jetzt überraschend kommen, aber im Grunde geht es mir nicht um "Herr der Ringe".  :icon_eek:

Ob ein Gehirn schmeckt, das dermaßen viel Trash aufgenommen hat? Ist das nicht toxisch?  :eek:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

1 November 2007, 09:12:22 #402 Letzte Bearbeitung: 1 November 2007, 09:26:49 von McKenzie
Zitat von: Bettwurst am 31 Oktober 2007, 12:53:13
Eeben, so gleicht sich alles wieder aus.  ;) Und du hast sicher schon mehr Schmankerl im Kino erlebt als ich.  :icon_razz:

Wer nach Wien fährt, um "Suspiria" auf der großen Leinwand sehen zu können, hat sicherlich schon andere Sünden hinter sich.  :icon_mrgreen:

EDIT: Meine größte Sünde wurde sogar dokumentiert:



Der gehörnte Mann vor der Leinwand ist der "beste" derzeit lebende deutsche Regisseur  :kotz: bei der deutschen Premiere seines neuen "Meisterwerks" und das Alien unter dem Pfeil ich.  :icon_eek: :icon_redface:

Zitat von: Bettwurst am 31 Oktober 2007, 12:53:13
Laufen denn der van Sant und der Seidl bei euch nicht?? Sonst kannst du ja gerne nochmal einen Sprung vorbei kommen.  :icon_mrgreen:

Doch, der Seidl läuft sogar schon länger (in einem ganz besonders miesen Kino  :kotz:), aber der Van Sant wird wohl noch einige Zeit brauchen. Und dabei liege ich jetzt schon am Boden - alleine die Kombi Van Sant - Christopher Doyle reicht schon als Verheißung höchster filmischer Genüsse. :love: Nur das Thema des Films beunruhigt mich. (Ein gefundenes Fressen für gewisse Van Sant-Hasser)
Auf dein Angebot komme ich gerne zurück - wenn du bei meinem nächsten Wien-Trip überhaupt noch in dieser wunderbaren Stadt lebst. Ansonsten suche ich dich in Salzburg heim wo ich mir von dir dann in bester, ätzender Touri-Manier das Mozart-Haus zeigen lasse.  :icon_lol:

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Nein, dies sprach jemand, der die ursprüngliche Konzeption der Figur "Michael Myers" durch sämtliche Fortsetzungen in den Dreck gezogen sieht. Solch ein desillusionierter Geselle muss auch in gewagten Frisuren filmischen Trost finden, das will ich nicht ganz ausschließen.  :icon_mrgreen:

Und dann erst Mark Hamill und Harrison Ford... Rrrrrrrr!  :algo: :icon_confused:

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Letztendlich glaube ich sowieso nur mir.  :icon_lol:

Sollst du auch, die Diskussion hier kann dir aber natürlich als Anregung dienen (im Guten wie im Schlechten).

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Es mag für dich jetzt überraschend kommen, aber im Grunde geht es mir nicht um "Herr der Ringe".  :icon_eek:

...sondern eher um meine verquere Auffassung vom Blockbuster-Überwältigungskino im Allgemeinen, schon verstanden.  ;) Sicherlich einen Diskurs wert - nur musst du wissen, das ich diese Diskussion live schon SO oft hatte - auf die Dauer ermüdet das eben schon ein wenig. Trotzdem will ich dir das nicht schuldig bleiben.
Übrigens halte ich eine tendenzielle Ablehnung (wieviele neue Hollywood-Filme mir immer noch trotdem gefallen wird hier komischerweise nicht berücksichtigt) des Hollywood-Kinos der letzten 15 Jahre bei insgesamt 110 Jahren Filmgeschichte die sich nur zu etwa 15, 20 % aus Hollywood zusammensetzen für keine allzu ungesunde Note. Bis Anfang, Mitte der 90ziger war Hollywood noch wirklich interessant!  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 31 Oktober 2007, 13:08:23
Ob ein Gehirn schmeckt, das dermaßen viel Trash aufgenommen hat? Ist das nicht toxisch?  :eek:

Nein, in diesem Kontext muss man von Bio-Fleisch eines glücklichen, freilaufenden und vielseitig ernährten Rindviehs sprechen.  :icon_mrgreen:  Nicht zu vergleichen mit den Eiern eingepferchter und immerzu mit Fischmehl gefütterter Mast-Hennen.  :icon_twisted: ;)
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Chili Palmer

Zitat von: McKenzie am  1 November 2007, 09:12:22
EDIT: Meine größte Sünde wurde sogar dokumentiert:

Kontaminiert du bist! Die dunkle Seite der Macht er ist!  :eek:

Zitat von: McKenzie am  1 November 2007, 09:12:22
Und dann erst Mark Hamill und Harrison Ford... Rrrrrrrr!  :algo: :icon_confused:

Da haben wir es doch schon wieder, diesmal anhand eines Postings: Du lässt dich einfach zu schnell von Oberflächenreizen blenden. Da bringe ich hier ein, wie ich finde, auch im Hinblick auf Zombies Version wichtiges Element von "Halloween" ins Spiel, und du reitest weiter auf "Star Wars" herum. So kann das ja nichts werden.  :icon_sad:

Zitat von: McKenzie am  1 November 2007, 09:12:22
Übrigens halte ich eine tendenzielle Ablehnung (wieviele neue Hollywood-Filme mir immer noch trotdem gefallen wird hier komischerweise nicht berücksichtigt) des Hollywood-Kinos der letzten 15 Jahre bei insgesamt 110 Jahren Filmgeschichte die sich nur zu etwa 15, 20 % aus Hollywood zusammensetzen für keine allzu ungesunde Note. Bis Anfang, Mitte der 90ziger war Hollywood noch wirklich interessant!  ;)

Korrigiere mich, falls ich da falsch liege, aber dezentes Lob kann schnell von Gebrüll übertönt werden:

Zitat von: McKenzie am 14 September 2007, 23:00:51
Hollywood soll untergehen, untergehen, untergehen. Punkt.
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

4 November 2007, 10:58:54 #404 Letzte Bearbeitung: 4 November 2007, 11:22:19 von McKenzie
* Yesterday, all the spam seemed so far away, now I need a vault to hide away *  :algo:  :icon_mad: :icon_eek: :pidu: :scar:


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Zu deinem Hauptdiskussionspunkt gibt es von meiner Seite aus nichts zu sagen:

Da dieser Vorwurf nicht aus meiner Ecke kam, werde ich auch nicht darauf eingehen.

Der Rest war aber, wie schon erwähnt eigentlich nur Beiwerk.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Also, wenn sich realistisches Sozialkino und dessen Macher nicht ,,human, ehrlich und existenzialistisch" als Leitmotiv auf ihre Fahnen geschrieben haben, dann weiß ich auch nicht mehr. Besser hättest du diese Art von Filmen doch gar nicht umreißen können.

Realistisches Sozialkino ist natürlich immer humanistisch (oder behauptet es zumindest von sich), unterscheidet sich von dem was ich unter humanistischem Kino verstehe aber dadurch, das hier der "Brennpunkt", das "heiße Eisen" oder "wichtige Thema" im Zentrum steht, das man mittels "schonungsloser Bilder von ungeschöntem Realismus" eindringlich "aufrüttelnde Botschaften" in den Kopf des Zuschauers hämmert. Ja, das ist auch humanistisches Kino. Aber im Endeffekt beinahe ebenso oft uninteressant wie das aktuelle Hollywood.


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Hätte mich jetzt zwar auch gewundert, wenn du als Trashliebhaber diesen Filmen das Wort reden wolltest, aber deine Formulierung ließ mir keine andere Wahl, als mit einem ebenso starken Gegengewicht zu antworten.

Es wäre mir ganz lieb wenn du mich nicht in diese Schublade stecken würdest.  ;) Ich sehe mir ALLES an und habe in jedem Bereich Lieblinge und im Endeffekt gehört Trash nicht einmal unbedingt zu meinen präferierten Bereichen (von 10 Filmen ist bei mir vielleicht einer Trash...!) zumal ich es nicht liebe, in "Bereiche" oder "Genres" abzustecken. Meine größte Schwäche ist meine akute Abneigung gegenüber dem "Genre" der Komödie, das den erwünschten Effekt bei mir nur allzu selten (egal ob aus dem Independent-Bereich oder aus Hollywood) erreicht. Da ich aber trotzdem sehr gerne lache, habe ich auf meiner persönlichen filmischen Speisekarte die Komödie weitgehend durch Trash ersetzt, der mir unforcierten Humor bietet.
Außerdem kommt es natürlich ganz auf den Ton an - manchen dieser Filme rede ich gerne das Wort, anderen nicht. Es muss letztlich immer natürlich und ungezwungen wirken, nicht so verkrampft wie bei (meinen ewigen Lieblingsbeispielen dieser Richtung) Ken Loach, Volker Schlöndorff, Harun Farocki oder manchen Ausläufern der Berliner Schule.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und wie mein Smiley schon andeutete, ist ,,weltfremder Eskapismus" auch nicht mein vorrangiges Ziel beim Anschauen dieser Filme. Das scheinst du mir in einem Anflug von Schwarz-Weiß-Denken so aufgefasst zu haben, oder woher rührt die persönliche Enttäuschung samt einhergehendem Kotz-Smiley?

Da ich deine Reviews schon in größerer Menge genossen habe würde ich wohl kaum ernsthaft so von dir und deiner Filmrezeption denken können, oder?  ;)
Der Tonfall und der Smilie waren eine hitzige Überreaktion, ich gebe es zu.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und mal ganz davon abgesehen: Wenn jemand in Jacksons Trilogie einen ähnlichen Wert entdeckt wie jemand anderes in, sagen wir mal, Kieslowskis Drei-Farben-Trilogie, dann soll diese Wertschätzung utopisch sein?

Habe ich das behauptet? Es sei dir gegönnt, ich wollte hier niemandem über den Mund fahren. Wenn ihr so überzeugt vom "Herr der Ringe" seid - bitte sehr, das kann und will ich euch gar nicht absprechen. Ich kann es nun einmal nicht im mindesten nachvollziehen, es erscheint mir persönlich unglaublich optimistisch (erinnere dich an meine Beschreibung der Umstände, unter denen ich die Filme zum ersten Mal sah!) und zeugt von einer gesunden Fantasie (der Zuschauer bringt dem Film mehr Zärtlichkeit entgegen als der Film dem Zuschauer).
Was der Vergleich mit einer anderen Filmtrilogie soll (und dann auch noch ausgerechnet dieser - entgegen Mr. Vincent Vegas häufiger Mutmaßung messe ich persönlich einem "europäischen Autorenfilm" nicht grundsätzlich mehr Bedeutung und intellektuelles Potential bei als irgend einem anderen Film) will sich mir allerdings nicht so recht erschließen. Es geht hier doch einzig und allein um "Herr der Ringe".
(auch wenn ich gestehe, in Rajkos Thread als Antwort auf sein "die bedeutendste, größte und wichtigste Filmtrilogie" - oder so ähnlich - die Auflistung von Antonionis "Vitti-Trilogie" - natürlich fehl am Platze - gepostet habe).

Es ist nicht utopisch, ich kann es nur weder verstehen noch nachvollziehen. Begehe ich damit einen Fehler?!

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Selbst wenn dieser Jemand dir seine Begeisterung für die ,,Ring"-Filme en detail erklären könnte, willst du sie nicht nachvollziehen, da diese Filme für dich seelenlose Gebilde darstellen, die nicht mehr von Menschen handeln? Dann allerdings fürchte ich, dass du interpretativ auf dem völlig falschen Dampfer bist.

Selbst stundenlange Erklärungen können meine Meinung - selbstverständlich unter der Vorraussetzung das ich sie bereits kritisch hinterfragt habe - nicht ändern. Wie soll ich es nachvollziehen? Ich kann es versuchen, und das habe ich bereits - denn wie schon angedeutet bist du nicht der erste, mit dem ich diese Diskussion führe (eher der 1356.  :icon_mrgreen:). Mir haben die Filme nichts gegeben und daran werden alle Essays, Erklärungen, Kritiken, Interviews und sonstige Faktoren nichts ändern können.

Und warum ich sie nicht nachvollziehen will? Weil ich dann mich im Endeffekt zu etwas zwingen müsste - und wenn es um Kino geht, zwinge ich mich zu nichts. Und ganz besonders nicht, wenn dieser Zwang eine unaufrichtige Selbstsuggestion zur Folge hätte.

Wie könnte ich die besagte Begeisterung nachvollziehen?! In diesem Falle ist der Versuch das höchstmögliche der Gefühle.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Das ist ja schon einmal ein wenig differenzierter als sonst. Natürlich ist es unbestritten, dass Spielberg und Lucas mit ihren Werken die Welle losgetreten haben, die nun immer wieder in Form offensichtlich kalkulierter Blockbuster ohne das gewisse individuelle Etwas über uns zusammenbricht.

Ja, und in meinen Augen ist hier schon die "Wurzel des Bösen"  :icon_lol: begraben. Letztlich ist das sogenannte "Event Movie" eine Filmgattung, die nicht unwesentlich den Fall der Kinokultur beschleunigt.


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Aber diese Argumentation mit dem ,,Individuum" finde ich immer ein wenig kurz gegriffen, denn wenn Hollywood eins beherrscht, dann die Betonung von Individualität. Nahezu jeder Hollywood-Film handelt auf seine Art von den Außenseitern, die ihre Chance nutzen, dem Einen gegen Alle, den Rebellen, denen, die sich nicht verbiegen lassen, zu sich stehen, gegen Ungerechtigkeit aufbegehren, etc.
Hollywood produziert Individualismus am Fließband! Das ist die wunderbare Schizophrenie.

"Als ich noch zur Schule ging, war immer gleich klar, wer die Coolen waren. Die Coolen, das waren die, die etwas besonderes, anderes, manchmal auch etwas freakiges hatten. Die wollten immer etwas verändern, konnten auch mal nein sagen wenn der Rest der Klasse ja gesagt hat. Die haben sich auch von schlechten Noten oder Lehrer-Schelte nicht durcheinanderbringen lassen sondern haben einfach immer ihr Ding durchgezogen, auch wenn es schwer für sie war. Solche Typen haben wir immer bewundert, weil sie etwas hatten, das den meisten von uns gefehlt hat. Wir wollten auch immer so einen Willen, so einen Mut und so eine Unbeugsamkeit haben."

Ich hoffe, du hast dich inzwischen weitgehend an meinen gelegentlich sardonischen Tonfall gewöhnt, um mir diesen Schlenker nicht übelzunehmen.  ;)
Das Hollywood-Kino lebt letztendlich von Figuren, mit denen sich das Publikum schnell und leicht identifizieren kann - je kommerzieller ein Film ausgelegt ist, desto mehr werden die Protagonisten dieses Films einem möglichst universellen Wunschdenken angepasst, ob das nun einzelne Figuren sind - wie Spiderman - oder eine Ansammlung von Figuren, aus denen sich der Zuschauer eine oder aus den verschiedenen Figuren die ihm genehmsten Charaktereigenschaften auswählen kann - wie in "Herr der Ringe".
Niemand, selbst der charakterlich unterentwickelste Biedermann, will und wird sich mit einer Figur die seinesgleichen entspricht, identifizieren wollen. Jeder strebt zumindest in Gedanken nach etwas Höherem und die zugehörigen Seifenblasen liefert Hollywood schon seit Anbeginn seiner Tage. Heute kommt im Gegensatz zu früher (die Grenzen sind natürlich fließend aber der große Fall des Hollywood-Kinos hat imo etwa Anfang, Mitte der 90ziger eingesetzt) natürlich auch noch der Überfluss an Effekten hinzu, der die ohnehin schon kühl berechneten Kunstfiguren in ihrer Entwicklung noch weiter eindämmt. Hollywood produziert Publikumsträume am Fließband, ja. Auch das lässt sich natürlich nicht pauschalisieren.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Also, wie will man einem Filmsystem die Unterdrückung von Individualität vorwerfen, wenn es 24 Stunden am Tag nichts anderes tut, als diese Individualität zu propagieren? Oder gibt es wirklich Hollywood-Filme, die herausschreien: ,,Unterwerfe dich! Denke nicht nach! Sei um Himmels Willen nicht einzigartig!"?

Nein, die gibt es natürlich nicht. Bilderbuch-Individualismus als Uniform hat aber auch etwas paradoxes. Ich achte deine Auslegung und dein Argument ist auch nachvollziehbar (auch für mich  :icon_mrgreen:), nur teile ich sie nicht. Wenn Hollywood echten Individualismus propagieren würde wäre es schon längst finanziell dahingeschieden - denn das wollen dann längst nicht mehr soviele Zuschauer sehen, das ist schon zu unbequem, schräg und nicht mehr sympathisch genug. Ein Film der 250 Millionen Dollar gekostet hat muss natürlich soviele Menschen wie nur möglich anziehen - und daher sucht natürlich - oder ist das etwa weit hergeholt? - den kleinsten gemeinsamen psychologischen Nenner. Filme, die dagegen aufbegehren fallen beim Mainstream-Publikum in der Regel durch (wie beispielsweise der grandiose "Zodiac").

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Das von dir erwähnte Hintenanstellen des Menschlichen hinter das Technische ist für mich reine Interpretation. Eine Frage der Mittel, derer sich ein Film bedient, die aber nichts über seinen Kern aussagen. Ich meine, kann es denn wahr sein, dass ich dir raten muss, dich nicht von Vordergründigem blenden zu lassen und unter die Oberfläche zu schauen? Kann das angehen?

Nein, keineswegs.  :icon_mrgreen: Aber wenn over the top, dann bitte auch richtig - das filigrane Gebilde hat in den Mühlen des CGI einfach nur zu selten Platz (ich verweise nochmals auf "Ben Hur" wo das meiner Meinung nach funktioniert), hier gilt wirklich: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Mag beschränkt klingen, ist aber meine Überzeugung. Als Beispiel etwa "Starship Troopers" oder ZombieRobs "Halloween" - beide sind geladen mit Effekten und psychologisch mit der gleichen Brechstange gestrickt. Etwas anderes würde ihnen vermutlich kaum zu Gesicht stehen (ohne die Möglichkeit, den Effekt zu opfern). Denn dann stellt sich auch wieder die Frage, ob die komplexe Parabel hinter "Spiderman 3" die großangelegten, gigantischen Action-Szenen in den Straßenschluchten von NY wirklich braucht und warum diese Effekte "erstaunlicherweise" denen der ersten beiden Teile noch einen draufsetzen. Ganz abgesehen von der Tatsache, das der Effekt dann letztlich meist seinen Effekt verliert. "Matrix: Revolutions" ist einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe.
Vermutlich biete ich mit dieser Äußerung wieder einmal mehr eine wunderbare Angriffsfläche, aber ich bin der alten, ewigen Diskussion inzwischen vielleicht einfach zu müde um alles bis ins letzte Detail verständlich auszudifferenzieren - zumal noch schriftlich.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Ich glaube kaum, dass die ,,Star Wars"-Filme funktionieren würden, wenn ihre universelle Märchenhaftigkeit und ihre bildhaften Charaktere nicht in erster Linie, weit vor den Spezialeffekten, das Publikum ansprechen würden, und sei es nur unterbewusst.

Universell und bildhaft - das deutet schon an, das eine solche Filmsprache eine schwierige Gratwanderung ist. Darüber hinaus ist das auch Empfindungssache - so artifiziell das "Star Wars"-Universum auch ist - eine Märchenhaftigkeit stellt sich imo nie ein. Sie funktionieren, ja. Nur auf der Ebene die du beschreibst funktionieren sie in meinen Augen nur dürftig. Im Endeffekt hege ich für "Star Wars" aber nicht jene innige Abneigung wie für "Herr der Ringe". Zur gelegentlichen spaßigen Berieselung (es tut mir leid, auch hier das gleiche Problem: Ich traue George Lucas nun einmal keine geistigen Großtaten - zumindest nicht in seinen Filmen - zu) taugen sie durchaus, letztlich sind sie mir aber eher gleichgültig während mir in Gedanken an "Herr der Ringe" regelmäßig die Tränen der Resignation bzw. Wut in die Augen schießen könnten. (Melodramatik aus)

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Selbst wenn jemand nur der Effekte wegen eine Kinokarte löst, wird er dennoch Zeuge einer Vater-Sohn-Geschichte, ob er die nun ignoriert oder nicht. Die Filme über die einseitige Rezeption der Effektjünger für den persönlichen Geschmack neu zu modellieren, entscheidende Elemente einfach fallen zu lassen, ist falsch.

Ich modelliere nichts und selbst wenn mir das Ziel-, bzw. Stammpublikum eines Films zutiefst unsympathisch ist, impliziert das nicht automatisch das ich meine Rezeption davon beeinflussen lasse. In erster Linie sehe ich mir einfach einen Film an.
Und abgesehen davon haben die "Star Wars"- und "Herr der Ringe"-Filme die von dir so bezeichneten komplexen Sachverhalte schließlich nicht gepachtet. Ich empfinde es nicht als verwerflich, wenn ich andere Filme, die ähnliche Dinge aufgreifen und diskutieren, vorziehe. Mir liegt diese Welt voller Pomp, Kitsch, Pathos, Style und Gigantomanie schlicht und ergreifend nicht - wenn ich aus einem dreistündigen Film voller Getöse mühsam etwas sinnvolles herausdestilieren muss - und dafür auch noch einen ausgeprägten Willen mitbringen muss, etwas sinnvolles zu finden - dann läuft das Ganze für mich schon in eine ähnlich elitäre oder unfreiwillig komische Richtung wie die späteren Filme meines gehassliebten Jean-Luc Godard. Der Vergleich mag etwas befremden, doch im Endeffekt ist dann eine ähnliche Rezeption vom Zuschauer gefordert.
Ich empfinde es als hinfällig, die Diskussion auf dieser Ebene weiterzuführen - letztlich verteidigt doch jeder von uns nur seine Vorlieben, seine Wertevorstellungen, sein Kunstverständnis und seine Integrität. Und warum wir an einem solchen Punkt angekommen sind - und plötzlich anfangen, uns persönlich anzugreifen - ist mir auch unbegreiflich, denn ich habe im Endeffekt lediglich meine Ansichten dazu kundgetan und dabei niemanden im Speziellen "angeschrieben". Auch wenn ich ich mich in einem Pulk von Gleichgesinnten befunden hätte, wären meine Fallbeispiele für den Niedergang des Kinos durch die Blockbuster-"Kultur" immer noch "Star Wars" und "Herr der Ringe" gewesen, ich habe mir beide nicht bewusst herausgegriffen um hier irgend jemanden zu provozieren. Wenn ich hier provozieren wollte, würde ich mir etwas haltloseres oder tragbareres aussuchen und nicht solch eine vertrackt-individuelle  :icon_lol: Meta-Ebene.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Selbst wenn die neue Trilogie einen förmlich mit Effekten erschlägt, erzählt sie doch in einer ziemlich drastischen Weise vom schleichenden Faschismus und dessen subtilen Übernahmemethoden.

Schön und gut, ich denke aber dass das den meisten Zuschauern herzlich egal ist. (Und ich bin auch hier der Überzeugung, das man schon eine große Portion Gutwillen mitbringen muss, um so tief in die Betonwand dieser Filme einzutauchen) Wenn man nun einen konfrontativen Stellenwert möchte, gibt es sicherlich Filme die sich mit diesem Komplex direkter und unverfänglicher beschäftigen und somit beim Publikum zu einer Erkenntnis über solche Mechanismen führen (ich könnte sofort eine gute Handvoll aufzählen) - ohne die Bedeutung guter Unterhaltung zu vernachlässigen. Auch ich bin schließlich der Überzeugung das ein Film auf mehreren Ebenen funktionieren muss (wie ich auch jüngst in meiner "Detektive"-Kritik schrieb). Aber auch das ist müßig: Mir gefallen die Filme nicht. Punkt. Und ich bin nicht der Meinung, das ich mich in dem Netz von potentiellen Wiedersprüchen, das ich hier gerade stricke, zwangsläufig eine hundertprozentige Erklärung dafür liefern müsste - denn die gibt es nicht, ebenso wenig wie für deine Verehrung der Filme. Mein schlagendes Argument habe ich bereits genannt: Die Unterordnung der Charaktere und der Konflikte gegenüber den Effekten und den Schauwerten. Und so wie zumindest ich George Lucas einschätze, lag sein Augenmerk in gleicher Gewichtung auf beidem - und das ist keine gute Ausgangsbasis.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Wie käme ich auf die Idee, dieses Konzept als irrelevantes Märchentheater abzutun? Weil es mit knuddeligen Außerirdischen und Robotern aus einer anderen Galaxie dargeboten wird statt mit Menschen auf der Erde? Weil es als Gleichnis funktioniert? Dann macht man es sich doch ziemlich einfach.

Wie schön, das du mich auf mein beschränktes Blickfeld hinweist.  :icon_mrgreen: Ich sollte vielleicht noch anhängen das ich mich seit zwei Jahren nicht mehr weiter mit beiden Filmkomplexen beschäftigt habe und sich in diesen zwei Jahren meine Filmrezeption stark geändert hat. Eine erneute Konfrontation wäre also sicherlich vonnutzen. Allerdings verspüre ich nicht das geringste Verlangen danach und sehe keine Notwendigkeit darin. Ich eröffne dir hiermit die traumhafte Option, meine Argumentation als hanebüchen zu klassifizieren da sie auf einer eventuell überholten Rezeption beruht.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und bei Jackson verhält es sich doch ähnlich: Dein Groll sei dir gegönnt, niemand zwingt dich, diese Filme zu mögen.

Danke!  :icon_cool:
Im übrigen mag ich den Peter Jackson bis einschließlich "Heavenly Creatures" sehr gerne und auch "King Kong" bot mir weit mehr als die Ring-Trilogie.
Trotzdem:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Aber nur, weil dich die Machart offensichtlich abstößt, ist das noch lange kein Grund, dem Film jegliche Tiefe abzusprechen.

...fühle ich mich bedrängt.  :icon_cool: Ich schrieb:

ZitatKomplexe Strukturen ohne Leben sind wie Gerüste: Früher oder später fallen sie zusammen.

Das impliziert einiges, aber sicherlich nicht eine Ignoranz meinerseits gegenüber dem Konstrukt der Erzählung. Das ist an und für sich nämlich sehr komplex und vielschichtig - nur ist es in meinen Augen ein Acker, der nicht bestellt worden ist - beim Pflügen sind den Knechten nämlich leider ihre Emotionen abhanden gekommen. Der Film hat durchaus das Potential - der Roman (zumindest Band 1, die übrigen fehlen mir noch) geht damit auch um. Der Film tut das meines Erachtens nicht - das Konstrukt und handwerkliche Perfektion allein sowie schließlich sogar Passion (die hatte Peter Jackson schließlich zweifellos) reichen nicht aus. Es ist nicht alleine die Machart, die mich abstößt (eher sekundär) sondern vielmehr das "Gesamtprodukt" (primär). Habe ich mich so unmissverständlich ausgedrückt?

Ich WOLLTE Gefallen an den Filmen finden und KONNTE es nicht - sicherlich ist dir auch schon der ein oder andere Film untergekommen, der nahezu ohne emotionale Reaktionenen deinerseits an dir vorbeigezogen ist - "Herr der Ringe" ist nur in meinen Kopf, zu meinen Augen und Ohren vorgedrungen, nicht aber zu meinem Herz. Ich war selbst überrascht und schockiert darüber, wie kalt mich die Filme zurückließen.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Tut mir leid, aber wer die Oberfläche dieser Filme derart hervorhebt, damit er bloß nicht in die Verlegenheit gerät, unter sie blicken zu müssen, dem traue ich irgendwie nicht so recht über den Weg, wenn es darum geht, mir zu vermitteln, wann und ob ein Film Qualitäten besitzt.

S. o.

Alles was sich theoretisch hinter dieser Oberfläche verbergen könnte wird durch sie entkräftet, bzw. versiegelt. Ich schrieb es bereits. Ein Architekt kann einen noch so brillanten Bau entwerfen, ohne die Kraft vieler Handwerker und Zement wird sein Plan nie umgesetzt werden. "Herr der Ringe" ist quasi ein unvollendeter Bau: Vor mir als Zuschauer liegt ein fertiges Fundament und daneben der Plan ausgebreitet, das Haus selbst steht allerdings nicht und im Verlauf dieser drei Filme herrscht auf der Baustelle ein unheimlicher Stillstand.

Im übrigen schmeichelhaft das du meine filmische Auffassungsgabe von meinen Ausführungen zu diesem einen Film (bzw. diesen drei Filmen) festmachst (den ich zum letzte Mal vor zwei Jahren gesehen habe). Hast du eigentlich überhaupt schon irgend etwas von mir gelesen?!

Im übrigen bin ich an und für sich jemand, der von einem geradezu manischen Eifer beherrscht ist, stets hinter alle Oberflächen blicken zu wollen, selbst hinter diejenigen von Filmen, hinter deren Oberläche "man" aus guten Gründen nicht viel vermutet (oder vermuten sollte). Beispiele gefällig? Lies dir meinen gesamten Autorenthread sowie meine 30 letzten Reviews durch.  :king:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Dafür kann ich ein kleines Beispiel mit dem Adam-Sandler-Film ,,50 erste Dates" anführen, in welchem sein Charakter jeden Tag aufs neue seine Traumfrau, gespielt von Drew Barrymore, anbaggern muss, weil sie an einem Ein-Tag-Gedächtnis leidet. Huaah, Adam Sandler, da zeigen sich schon erste Kräuselbewegungen in bis dato stillen Kritikergewässern. Und wenn dann noch über das Konzept der vom Film frei erfundenen Tagesamnesie nachgedacht wird, und der Film darüber hinaus auch nicht sonderlich innovativ geraten ist, was Kameraarbeit und Regie anbelangt, ist es bequem, den Film in die Klamaukecke zu drängen und ihm jede tiefergehende Absicht zu verweigern.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Da haben wir es doch schon wieder, diesmal anhand eines Postings: Du lässt dich einfach zu schnell von Oberflächenreizen blenden.  :icon_mrgreen: ;) :icon_smile: :dodo: :algo: ***

Kritiker, bzw. Zuschauer die einen Film aufgrund eines Darstellers und seiner Reputation abwinken sind ohnehin nicht ernstzunehmen.
Abgesehen davon mag ich Adam Sandler natürlich auch, selbst wenn er überwiegend in zweitklassigen Filmen mitspielt.  :icon_mrgreen:  "50 erste Dates" habe ich noch nichts gesehen, der läuft mir aber früher oder später sicherlich auch noch über den Weg.

*** Eigentlich war das kein Kommentar zu "Star Wars" sondern lediglich die Feststellung, das Mark Hamill und Harrison Ford meiner bescheidenen Meinung nach nicht gerade zwei "scharfe Schnitten" sind.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Dass dieser Film aber zu den schönsten Liebesfilmen überhaupt gehört, gerade weil er mit seiner verrückten Ausgangsidee eine wunderschöne Metapher dafür gefunden hat, dass Liebe immer wieder aufs Neue erkämpft werden will, wird dann gerne einmal übersehen. Weil die klamaukige Oberfläche geblendet hat. Weil der Film daherkommt wie zehn Dutzend anderer Hollywood-Komödien. Dabei bietet er unter seine Dutzendoptik ebenjenen Humanismus, den du dir immer von Filmen erhoffst. Möchte nicht wissen, wie viele Leute "50 First Dates" schon aufgrund einer Sandler-Aversion von vornherein keine Chance gegeben haben.

Wenn der Film ein so edles Ansinnen hat, wieso ordnet er sich dann wohl den Konventionen des Sujets, dem er deiner Meinung nach nicht angehört, so streng unter ohne sich freizukämpfen?

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Allein das Konzept, einen Film aufgrund von Vorurteilen abstrafen zu wollen, ist soweit von meinem eigenen System der Filmrezeption entfernt, dass du dir nach Ansicht der jeweiligen Filme noch so viele Sühnepunkte abringen kannst, wie du willst: Ich halte das für unreif.

Ich platze bei Hollywood-Filmen ohne jeden Zweifel beinahe immer vor Vorbehalten aus allen Nähten. Glücklicherweise gehöre ich zu den Menschen, die (meist - es gibt da einige AUTORENFILMER bei denen es mir nicht glücken will) in der Lage sind, ihre Vorurteile und Erwartungen auszublenden sobald sich der Vorhang öffnet.  ;) Jeder Film bekommt von mir seine Chance - der Schluss, das ich mir durch meine Vorurteile ohnehin jeden Hollywood-Film selbst verschließe ist leider nicht haltbar - wenn dem so wäre müssten jetzt ganz andere Wertungen zu zahlreichen Filmen in der OFDb stehen - zu "Death Proof" 4/10, zu "Invasion" 1/10, zu "Halloween" 6/10, zu "Planet Terror" 8/10, zu "Zodiac" 5/10, zu " - nur einige Beispiele aus jüngster Zeit - Filme wie "300" oder "The hills have eyes II", die meine Befürchtungen bestätigt haben, klammere ich hier natürlich aus - das sind übrigens die seltensten Fälle. Im Endeffekt stehe ich - als Kinogänger zumindest, auf DVD suche ich natürlich selektiver aus - Hollywood-Filmen sogar lockerer gegenüber als den meisten neueren Arthouse-Filmen, denen ich mich ganz unbewusst gerne ziemlich verstockt und auf eine wesentlich penetrantere Art misstrauisch nähere. Denn im Autorenfilm herrscht heute leider, ebenso wie im Genre-/Mainstream-Film ein erdrückender Stillstand. Es ist imo Zeit für einen großen cinematographischen Umbruch.

Ich ringe mir weder Sühnepunkte ab, noch werte oder rezensiere ich um bestimmte Trends zu beeinflussen - das alles ist mir, in aller Deutlichkeit unmissverständlich gesagt, scheißegal. Und deine Unterstellung in diese Richtung empfinde ich als tendenziell beleidigend - wie unglücklich wäre ich als User in der OFDb wenn ich so möchtegern-manipulativ denken würde.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Das fällt für mich ins selbe Lager wie deine kürzliche Abwertung von ,,Planet Terror", um dem ,,unverhältnismäßig ausartenden OFDb-Hype" entgegenzuwirken. Erzähl' mir mal, wie ich deine Bewertungen bitteschön noch ernst nehmen soll, wenn sie mal , mal hott machen.

Habe ich ja, wenn ich mich recht entsinne, bereits erklärt. Bei mir hat jede Wertung eine Woche Spielraum, in der sie um etwa bis zu drei Punkte verändert werden kann, um einen Punkt auf- oder abgewertet werden darf auch über einen längeren Zeitraum. Je nachdem, wie sich die (m. E. sehr wichtigen ) "Nachwirkungen" des Films entwickeln. Im Falle von "Planet Terror" war ich nach einigen Tagen der Meinung, das 6/10 - also eine überdurchschnittliche Wertung - eindeutig eine Überreaktion nach der Sichtung war. Sehr viel mehr als durchschnittlich erschien mir der Film nach reiflichen Überlegungen (man reflektiert ja immer noch tagelang vor sich hin) auch innerhalb seiner selbstgesteckten Ambitionen lediglich durchschnittlich. Mein Kommentar zu der Abwertung war eher eine meiner üblichen Sticheleien in Richtung Mr. Hankey  :icon_mrgreen:, die Abwertung selbst eine Überzeugungstat.
Abgesehen davon bevorzuge ich für mich persönlich eher ein 25 Punkte-System.

Und glücklicherweise habe ich ja auch - um allergischen Ausschlägen bezüglich relativ nichtssagender Punkte-Schiebereien vorzubeugen - auch diesen unzweideutigen Satz in meinem Profil untergebracht:

ZitatMeine Punktbewertungen sind übrigens unter sachlichen Gesichtspunkten vollkommen wertlos und keine Orientierungshilfe.

:icon_mrgreen:
Es gibt in der OFDb ohnehin schon viel zuviele User (auch einige der hier im Autorenforum vertretenen), die meinen möglichst "objektiv bewerten" zu müssen. Ich bewerte, wie mir die Nase und der linke große Zeh gewachsen sind und das ist imo auch die einzig richtige Art, von den Punktbewertungen Gebrauch zu machen. Objektivität - davon können wir alle nur träumen.

=>

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Hat dir ein Film nun gefallen oder nicht? Hält deine Meinung irgendwelchen irrelevanten Bewertungsströmen unbekannter User stand oder nicht? Was haben die mit dir und dem Film zu tun?

Gar nichts.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Böswillige Unterstellung, die nur untermauert, was ich anzudeuten versucht habe: Du erkennst scheinbar nicht, dass man dieselben Werte auch auf andere Weise, in anderen Filmen finden und zutage fördern kann. Die Werte sind dieselben, nur heften sich die von dir bevorzugten Filme ebenjene Werte stolz ans Revers. Das macht sie aber nicht besser.

Auch hier wieder die Frage, welche Filme ich denn bevorzuge?  :00000109:
Werte und Werte. Menschliche oder Sachliche? Ich meinte damit NICHT, das ich humanistischere, pragmatischere oder was auch immer Werte im Gegensatz zu euch vertreten würde sondern die Wertung von und die Einstellung zu Kino als Kunstform, Medium, Politikum und Gegenstand eines Konflikts. Und zumindest hier differieren wir sicherlich, auch wenn wir uns beim sehen eines Filmes ähnliche, wenn nicht sogar die gleichen Dinge erhoffen. Hmm - denkst du wirklich das sich Filme wie "Die Farben der Nacht" oder "Showgirls" die von mir genannten Werte auf die Fahnen schreiben?  :icon_lol:


(McKenzie ärgert sich über die zunehmend ausufernden Maße des ursprünglich nicht als solches angelegten Monsterpostings und über seine chronische Ungeduld, die immer wieder zu schweren Missverständnissen aufgrund hastig getippter Antworten führt. Darüber hinaus befürchtet er, von Chili des "den Kopf aus der Schlinge redens" bezichtigt zu werden. Er verdammt, den ganzen Konflikt überhaupt losgetreten zu haben)


Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Da kann ich im Grunde nur beipflichten. Denn davon rede ich doch: ,,aus welcher Perspektive, auf welche Art auch immer". Selbst wenn einem manche filmische Perspektive nicht gefällt, wenn die Art, wie eine Geschichte erzählt wird, und sei es über noch so viele Spezialeffekte, nicht anspricht, letztendlich drehen sich Filme immer um dieselben Dinge. Schockiert? 

Nein, wieso denn auch? :00000109: Du hast doch vollkommen recht.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Und zu deiner (von mir geteilten) Begeisterung über ,,2001" bleibt mir auch noch etwas anzumerken:
In Hardcore-Science-Fiction-Kreisen, die sich etwas ausgiebiger mit dem Werke Clarkes und dessen Bearbeitung durch Kubrick beschäftigt haben, hat sich eine erstaunliche Sichtweise des Films herausgebildet. Man ging sogar vereinzelt soweit, zu behaupten, diese Sichtweise sei der Schlüssel, um den gesamten Film logisch und transparent erscheinen zu lassen. Tief Luft holen...
Man soll den Film nicht mit den Augen eines Menschen, sondern eines Außerirdischen betrachten. Die Verschiebung der eigenen Perspektive, eine fremde Betrachtungsweise würde einen objektiven Blick auf das Tun und Treiben der Spezies Mensch zulassen und den Film in einen Analyseschirm verwandeln.
Man stelle sich mal vor; ein Film, der von mir verlangt, alles Menschliche abzustreifen, um ihn zu begreifen.
Das ist ja wohl der Inbegriff der Realitätsflucht. Wo finden denn da Schlagwörter wie ,,human, ehrlich und existenzialistisch" ihren Platz?

Ob nun ein Roboter, ein Apfel am Baum, ein Schäferhund oder wer / was auch immer ein Auge auf unsere (menschlichen) Konflike wirft - ist doch letztlich egal, oder nicht? Eine solche Perspektive muss nicht zwangsläufig in der Realität fußen (man denke nur an meinen geliebten "Suspiria"), um auf dem Boden menschlicher Tatsachen zu bleiben. Als Regisseur tut man doch nichts anderes - man führt dem Publikum via Filmmaterial :icon_mrgreen: seine eigenen Fragen, Konflikte oder Schwächen vor.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Muss man sich in einen Ork versetzen, um Jacksons Filme berührend zu finden?

Um "Herr der Ringe" berührend zu finden!  :nono: Alle anderen Filme von Jackson mit Ausnahme vielleicht der zwiespältigen Feebles und Frighteners finde ich durchaus berührend.  ;) Nur diese drei nicht.

Zitat von: Chili Palmer am 11 Oktober 2007, 14:55:14
Kontaminiert du bist! Die dunkle Seite der Macht er ist!  eek

Irgendwoher muss es ja kommen!  :LOL: :pidu:

Zitat von: Chili Palmer am  1 November 2007, 11:23:53
Korrigiere mich, falls ich da falsch liege, aber dezentes Lob kann schnell von Gebrüll übertönt werden:

Ist imo überhaupt kein Wiederspruch - selbst im Angesicht der totalen Apokalypse kann ein Künstler doch - wenn er die Nerven behält  :icon_lol: - ein großartiges Gemälde zustande bringen. Es gestaltet sich aufgrund der äußeren Umstände natürlich etwas schwieriger als sonst...

Und ich stehe dazu: Bevor es mit dem Kino endgültig den Bach runter geht, sollte wenigstens Hollywood verschwinden, ansonsten sehe ich keine Chance, den ununterbrochenen Abwärtstrend aufzuhalten.  :icon_twisted:

@ Bettwurst:

Erwartest du auch noch eine Fortführung unserer kleinen Godard-Diskussion?  :icon_redface:


FUSSNOTE:


Ich war beim Verfassen dieses Postings müde, ich war ungeduldig und nicht allzu konzentriert. Man sehe es mir gütlichst nach.  :icon_redface:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Hankey

 :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Und da wunderst Du dich, dass ich nicht dazu komme, dir auf Deine PMs zu antworten? Da braucht man ja erstmal ne Stunde um das überhaupt durchzulesen und dann nochmal mindestens 3 Stunden um diese auch zu beantworten. Wo soll man als arbeitender Mensch bloß die Zeit hernehmen? ;) ;)
Ofdb-Filmsammlung
Aus visueller Sicht, das vielleicht beste BD-Erlebnis ever: Klick

Chili Palmer

4 November 2007, 15:08:46 #406 Letzte Bearbeitung: 4 November 2007, 20:53:20 von Chili Palmer
Mannomann.  :icon_lol:

Zuerst möchte ich grundsätzlich loswerden, dass ich zu keinem Zeitpunkt beleidigend rüberkommen wollte. Höchstens entrüstet.  :icon_mrgreen:
Wie käme ich dazu, dich persönlich wegen deines Filmgeschmacks anzugreifen? Liegt mir fern, das ist nicht die Basis für ein solches Forum, und ich tippe da auf ein Missverständnis, falls du dich ernsthaft persönlich getroffen fühlst.
Ebenso grundsätzlich kann ich festhalten, dass wir in Bezug auf den "Herrn der Ringe" nienimmerniemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, ich deine ausführlichen Erklärungen gerade hier im letzten Posting fürs gemeinsame Verständnis aber als sehr wertvoll empfunden habe.  :respekt:
Als großer Fan der Filmreihe kann ich eine pauschale Verdammung der Filme nun einmal nicht akzeptieren, da möchte ich Erklärungen haben, und die hast du nun geliefert. Besten Dank dafür.

Aber wie erwähnt, "Herr der Ringe" war nicht das eigentliche Thema.
Dann schauen wir mal...

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Meine größte Schwäche ist meine akute Abneigung gegenüber dem "Genre" der Komödie, das den erwünschten Effekt bei mir nur allzu selten (egal ob aus dem Independent-Bereich oder aus Hollywood) erreicht. Da ich aber trotzdem sehr gerne lache, habe ich auf meiner persönlichen filmischen Speisekarte die Komödie weitgehend durch Trash ersetzt, der mir unforcierten Humor bietet.

Auch wieder eine Erklärung, die ich in dieser Form so noch nicht von dir gelesen habe. Langsam sehe ich wirklich klarer.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Was der Vergleich mit einer anderen Filmtrilogie soll (und dann auch noch ausgerechnet dieser - entgegen Mr. Vincent Vegas häufiger Mutmaßung messe ich persönlich einem "europäischen Autorenfilm" nicht grundsätzlich mehr Bedeutung und intellektuelles Potential bei als irgend einem anderen Film) will sich mir allerdings nicht so recht erschließen. Es geht hier doch einzig und allein um "Herr der Ringe".

Ich habe da weder vom Thema ablenken noch das europäische Kino gegen das amerikanische (dem Jacksons Filme nicht einmal wirklich zugehörig sind) ausspielen wollen. "Drei Farben" war die erste Trilogie, die mir in den Sinn kam, um zu verdeutlichen, dass man in Jacksons Filmen ebensoviel finden kann wie in anerkanntem Autorenkino. Was und wie man es findet, wie viel davon Interpretationssache ist und welche Elemente von den Filmen betont werden, differiert natürlich stark. Da die Liste menschlicher Werte und Gefühle aber nicht unendlich ist, gibt es immer wieder Überschneidungspunkte, auch wenn die sie behandelnden Werke anmuten wie Birnen und Äpfel.

Das ist mein Standpunkt, den du nicht nachvollziehen kannst, das ist in Ordnung, da werden wir auch nicht weiterkommen.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Es ist nicht utopisch, ich kann es nur weder verstehen noch nachvollziehen. Begehe ich damit einen Fehler?!

Habe ich nicht behauptet. Sehe ich auch nicht so.
Ich stelle mir halt nur gelegentlich die Frage, ob jemand etwas nicht nachvollziehen will.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Denn dann stellt sich auch wieder die Frage, ob die komplexe Parabel hinter "Spiderman 3" die großangelegten, gigantischen Action-Szenen in den Straßenschluchten von NY wirklich braucht und warum diese Effekte "erstaunlicherweise" denen der ersten beiden Teile noch einen draufsetzen. Ganz abgesehen von der Tatsache, das der Effekt dann letztlich meist seinen Effekt verliert. "Matrix: Revolutions" ist einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe.

"Spider-Man" benötigt Effekte. Über Notwendigkeiten zu diskutieren, ist zwecklos.
Und wenn unter gigantischen Action-Szenen eine komplexe Parabel steckt, bin ich zufrieden.

Der Effekt-Overkill von "Matrix Revolutions" ist meiner Interpretation nach erzählerisch begründet. Siehe mein Review.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Ich modelliere nichts und selbst wenn mir das Ziel-, bzw. Stammpublikum eines Films zutiefst unsympathisch ist, impliziert das nicht automatisch das ich meine Rezeption davon beeinflussen lasse. In erster Linie sehe ich mir einfach einen Film an.
Und abgesehen davon haben die "Star Wars"- und "Herr der Ringe"-Filme die von dir so bezeichneten komplexen Sachverhalte schließlich nicht gepachtet. Ich empfinde es nicht als verwerflich, wenn ich andere Filme, die ähnliche Dinge aufgreifen und diskutieren, vorziehe. Mir liegt diese Welt voller Pomp, Kitsch, Pathos, Style und Gigantomanie schlicht und ergreifend nicht - wenn ich aus einem dreistündigen Film voller Getöse mühsam etwas sinnvolles herausdestilieren muss - und dafür auch noch einen ausgeprägten Willen mitbringen muss, etwas sinnvolles zu finden - dann läuft das Ganze für mich schon in eine ähnlich elitäre oder unfreiwillig komische Richtung wie die späteren Filme meines gehassliebten Jean-Luc Godard. Der Vergleich mag etwas befremden, doch im Endeffekt ist dann eine ähnliche Rezeption vom Zuschauer gefordert.

:icon_eek:
Warum sollten diese Filme denn genannte Sachverhalte für sich gepachtet haben? Das liest du doch wohl nicht aus meinen Ausführungen heraus, oder? Da drehst du mir ja fast schon das Wort im Munde herum, denn ich wollte eher auf das Gegenteil hinaus. Auch diese schnell abgeurteilten Effektblockbuster haben Schichten. Die oberste glitzert halt nur sehr stark und blendet leicht.
Meiner Ansicht nach, ich wiederhole mich da, handeln alle Filme auf unterschiedliche Art von den gleichen Dingen.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Ich empfinde es als hinfällig, die Diskussion auf dieser Ebene weiterzuführen - letztlich verteidigt doch jeder von uns nur seine Vorlieben, seine Wertevorstellungen, sein Kunstverständnis und seine Integrität. Und warum wir an einem solchen Punkt angekommen sind - und plötzlich anfangen, uns persönlich anzugreifen - ist mir auch unbegreiflich, denn ich habe im Endeffekt lediglich meine Ansichten dazu kundgetan und dabei niemanden im Speziellen "angeschrieben".

Siehe oben. Persönlich sollte es nie werden, und war es meiner Ansicht nach auch nie.
Wobei mir deine Reaktion gerade im Hinblick auf deine kürzliche Bemerkung, dass wir hier doch schließlich nicht in Hollywood sind, wo sämtliche Reibeflächen abgeschmirgelt werden, erstaunlich dünnhäutig erscheint.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Schön und gut, ich denke aber dass das den meisten Zuschauern herzlich egal ist. (Und ich bin auch hier der Überzeugung, das man schon eine große Portion Gutwillen mitbringen muss, um so tief in die Betonwand dieser Filme einzutauchen)

Davon rede ich doch: Du beurteilst Filme nach dem Publikum, für das sie angeblich konzeptioniert sind.
Dann tu mir doch bitte den Gefallen und beurteile sie nach Leuten wie mir, die mit dem Kopf in der Betonwand hängen.
Zumal dieses Bild doch recht unsinnig ist, denn die Faschismusparabel in "Star Wars" benötigt nun wirklich keine gesteigerte Wahrnehmung.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Wie schön, das du mich auf mein beschränktes Blickfeld hinweist.

So war das mit "man macht es sich einfach" nicht gemeint.  :nono:

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Ich eröffne dir hiermit die traumhafte Option, meine Argumentation als hanebüchen zu klassifizieren da sie auf einer eventuell überholten Rezeption beruht.  ;)

Ich möchte es mir aber nicht so einfach machen.  :king:

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Im übrigen schmeichelhaft das du meine filmische Auffassungsgabe von meinen Ausführungen zu diesem einen Film (bzw. diesen drei Filmen) festmachst (den ich zum letzte Mal vor zwei Jahren gesehen habe). Hast du eigentlich überhaupt schon irgend etwas von mir gelesen?!

Neeeein, nie.  :icon_mrgreen:
Aber bei Filmen, mit denen ich mich gut auskenne, kann ich doch am ehesten die für mich relevante Stichhaltigkeit deiner Argumentation überprüfen. Was nützen mir da andere Rezensionen und Meinungen, und seien sie noch so gut geschrieben?

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Wenn der Film ein so edles Ansinnen hat, wieso ordnet er sich dann wohl den Konventionen des Sujets, dem er deiner Meinung nach nicht angehört, so streng unter ohne sich freizukämpfen?

Da ich dem Film kein edles Ansinnen, das eines Freiheitskampfes bedarf, unterstelle, kann ich deine Frage nicht beantworten.
Ich unterstelle dem Film schlicht und ergreifend Herz. Es schlägt unter seiner mainstreamigen Oberfläche, die mir ab diesem Moment herzlich egal wird.

Zitat von: McKenzie am  4 November 2007, 10:58:54
Und deine Unterstellung in diese Richtung empfinde ich als tendenziell beleidigend - wie unglücklich wäre ich als User in der OFDb wenn ich so möchtegern-manipulativ denken würde.

Hierbei bin ich ehrlich gesagt froh, dass du beleidigt bist. Zeigt es doch, dass du nicht die Art User bist, die du manchmal zu sein scheinst.  ;)


Gute Nacht.  :icon_mrgreen:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

psychopaul

Zitat@ Bettwurst:

Erwartest du auch noch eine Fortführung unserer kleinen Godard-Diskussion?

Mir reicht schon das Zitat in deiner Signatur.  :icon_twisted:

ne, also wenn du mal wieder was dazu schreiben willst, schreib, aber im Moment können wir es auch ruhig mal dabei belassen.  ;)
Filmblog
Letzte Bewertungen

Three little devils jumped over the wall...

McKenzie

Zitat von: Mr. Hankey am  4 November 2007, 14:57:12
:icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Und da wunderst Du dich, dass ich nicht dazu komme, dir auf Deine PMs zu antworten? Da braucht man ja erstmal ne Stunde um das überhaupt durchzulesen und dann nochmal mindestens 3 Stunden um diese auch zu beantworten. Wo soll man als arbeitender Mensch bloß die Zeit hernehmen? ;) ;)

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Mannomann.  :icon_lol:

Was glaubst du, warum Chili einen Monat auf dieses Posting warten musste?  :king:

@ Chili:

Langsam sehen wir Land, denke ich.  ;) Mehr dazu in Kürze.  :icon_twisted: :icon_lol:

@ Bettwurst:

Wunderbar.  :respekt: Das Zitat in meiner Signatur ist natürlich eher als sarkastischer Kommentar zu verstehen, gelle (du hast aber das bessere  :icon_lol:)? An meiner Einstellung zu Godard hat sich nicht viel geändert, die kürzliche Sichtung von "Die Verachtung" hat wieder Öl ins Feuer gegossen, der extrem verkopfte und intellektuell übertrieben ausgeschmückte Essayfilm "Numero zwo" war bei mir nach drei Tagen kurioserweise von 3 auf 5 und von dort auf 8 geklettert.  :icon_eek: :kotz: :00000109: :icon_lol:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


McKenzie

Leute, die ganze Diskussion ist sowieso müßig - ich komme gerade vollkommen erschlagen aus dem Kino wo ich meinen vermutlichen Lieblingsfilm 2007 gesehen habe: Er kommt aus Hollywood, hat beachtliche 35 Millionen Dollar gekostet, wurde von Warner koproduziert, wird von ihnen verliehen und er präsentiert Brad Pitt in der Hauptrolle. *  :icon_eek:

WAS für ein Film. Ich bin immer noch vollkommen benebelt. Das ist das noch erleben muss und darf...!  :icon_eek: :00000109: :love: :love: :love:

* Es handelt sich um "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford".
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


McKenzie

5 November 2007, 08:08:55 #410 Letzte Bearbeitung: 5 November 2007, 08:11:40 von McKenzie
Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Zuerst möchte ich grundsätzlich loswerden, dass ich zu keinem Zeitpunkt beleidigend rüberkommen wollte. Höchstens entrüstet.  :icon_mrgreen:

Na denn.  :andy: =>  :icon_eek: =>  :pidu:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Wie käme ich dazu, dich persönlich wegen deines Filmgeschmacks anzugreifen? Liegt mir fern, das ist nicht die Basis für ein solches Forum, und ich tippe da auf ein Missverständnis, falls du dich ernsthaft persönlich getroffen fühlst.

Nun, weniger mein Filmgeschmack als meine Ansichten zu "Herr der Ringe" und "Star Wars". Rajko schrieb ja:
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  9 Oktober 2007, 01:39:18
Selbst wenn einem das inhaltlich nicht zusagt (was ich verstehen könnte), so kann kein gescheiter, halbwegs aufmerksamer Kinofreund die Leistung dieses Mammutwerks so derart wenig argumentativ herunterspielen.

Das hielt ich für eine problematische Aussage (zum einen korrekt, zugleich aber auch vollkommen daneben) und hatte irgendwie das Gefühl, hinter deinem Posting so ein "Was?! Du nennst dich Filmliebhaber und schreibst so über "Herr der Ringe"?" zu lesen. Verz(w)ei(f)h(l)ung.  ;)

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, das haben wir alle sicherlich schon oft schmerzhaft zu spüren bekommen.  :icon_mrgreen:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Ebenso grundsätzlich kann ich festhalten, dass wir in Bezug auf den "Herrn der Ringe" nienimmerniemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, ich deine ausführlichen Erklärungen gerade hier im letzten Posting fürs gemeinsame Verständnis aber als sehr wertvoll empfunden habe.  :respekt:

Dann war mein Posting-Größenwahnsinn ja nicht vergeblich. Ich war eigentlich der Auffassung, das meine Argumentation nicht sonderlich schlüssig wäre, wenn du das anders empfunden hast, umso besser. Wie gesagt: Die Diskussion führe ich nicht zum ersten Mal. Wertvolle Erkenntnisse... Fragt sich nur INWIEFERN wertvoll:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Auch wieder eine Erklärung, die ich in dieser Form so noch nicht von dir gelesen habe. Langsam sehe ich wirklich klarer.

Klingt irgendwie zwiespältig.  :icon_cool: Auch hier muss ich natürlich differenzieren: Es gibt immer wieder Komödien, bei denen ich mir auf die Schenkel klopfe doch es überwiegen allergische Reaktionen auf gewollten Humor.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Das ist mein Standpunkt, den du nicht nachvollziehen kannst, das ist in Ordnung, da werden wir auch nicht weiterkommen.

Doch, den kann ich sogar einwandfrei nachvollziehen, finde ihn prinzipiell auch durchaus sympathisch. Nur deine Anwendung eben dieses Standpunktes - und den vertreten ja viele in unserem kleinen, feinen Autorenkreis hier - kann ich nur schwer nachvollziehen. Im Endeffekt finde ich also meine Körner oft in Filmen, die andere als trivial oder anspruchslos bezeichnen würden, du ebenso. Nur erscheint mir Hollywood in dieser Richtung bei weitem nicht so interessant wie die meisten anderen filmischen Strömungen (amerikanisches Independent-, europäisches und japanisches Genre-Kino). Wobei: Man soll niemals nie sagen (freundliche Erinnerungen an "Elektra" und "The Invasion" kommen auf  :icon_mrgreen:).

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Ich stelle mir halt nur gelegentlich die Frage, ob jemand etwas nicht nachvollziehen will.

Das wäre für mich in diesem speziellen Fall nun einmal mit sehr harter Arbeit, bzw. einer großen Durchstehprobe verbunden.  :icon_lol: Wir sprechen uns in 10 Jahren noch einmal - bis dahin habe ich den ganzen "geilen Scheiss" (sonst meine persönliche Bezeichnung für die Filme der "Nouvelle Vague") bestimmt noch einmal gesehen.  ;)

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
"Spider-Man" benötigt Effekte. Über Notwendigkeiten zu diskutieren, ist zwecklos.
Und wenn unter gigantischen Action-Szenen eine komplexe Parabel steckt, bin ich zufrieden.

Ja, aber im Endeffekt muss mich der "Sinn hinte den Bildern" (oh je, das klingt irgendwie sehr phrasiert) ja auch schon mindestens mit seinen Fingerspitzen anspringen (ohne Fleiß kein Preis, das ist klar). Insofern würde sich eine mit deiner vergleichbaren Rezeption dieser Filme ebenso schwierig gestalten, wie der Versuch in das intellektuelle Gespinst von "Notre musique" vorzudringen und Godards Zynismus zu ignorieren.  :icon_eek:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Der Effekt-Overkill von "Matrix Revolutions" ist meiner Interpretation nach erzählerisch begründet. Siehe mein Review.

Schon längst gelesen.  ;) Kann ich zwar auch nicht wirklich nachvollziehen - vor allem da sich dieser penentrante, enervierende Overkill nicht nur auf die von dir so eingegrenzten 17 Minuten sondern durch den gesamten Film zieht, wie ich finde - ist aber ein interessanter Ausblick auf ein Gutemiene-Spiel mit dem Teufel.  :icon_mrgreen: Ich bin ja auf solcherlei Filme nicht angewiesen. Angesichts deiner delikaten Fertigkeiten und filmischen Auffassungsgabe finde ich es schon ausgesprochen schade (das gleiche habe ich auch schon vor lange Zeit einmal an Mr. Vincent Vega gerichtet) das du fast nur Hollywood-Filme (und hier und da deutschen Mainstream) besprichst.  :icon_confused:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
:icon_eek:
Warum sollten diese Filme denn genannte Sachverhalte für sich gepachtet haben? Das liest du doch wohl nicht aus meinen Ausführungen heraus, oder? Da drehst du mir ja fast schon das Wort im Munde herum, denn ich wollte eher auf das Gegenteil hinaus.

Das war ein "lauter Gedanke" von mir und kein Vorwurf an dich. Mir ist schon klar, das du es nicht so verstanden wissen wolltest.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Auch diese schnell abgeurteilten Effektblockbuster haben Schichten. Die oberste glitzert halt nur sehr stark und blendet leicht.
Meiner Ansicht nach, ich wiederhole mich da, handeln alle Filme auf unterschiedliche Art von den gleichen Dingen.

Auch hier können wir den Mantel des Konsens drüberdecken, allerdings spielen natürlich nicht alle Filme in der gleichen Liga - auch wenn sie ähnliche Themen behandeln. So kommt schließlich auch diese Differenz zustande - für dich spielen die heißumkämpften Filme in der ersten Liga, für mich nicht.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Wobei mir deine Reaktion gerade im Hinblick auf deine kürzliche Bemerkung, dass wir hier doch schließlich nicht in Hollywood sind, wo sämtliche Reibeflächen abgeschmirgelt werden, erstaunlich dünnhäutig erscheint.

Inwiefern? Ich bin mir nicht sicher, wie ich das verstehen soll.  ;)
Die Bemerkung über das konsensige Hollywood war allerdings, das gebe ich zu, trotz Smilie todernst gemeint. Ich freue mich auf Kritiken von dir zu "Rendition" und "Trade".  :icon_twisted:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Davon rede ich doch: Du beurteilst Filme nach dem Publikum, für das sie angeblich konzeptioniert sind.
Dann tu mir doch bitte den Gefallen und beurteile sie nach Leuten wie mir, die mit dem Kopf in der Betonwand hängen.

Nein, das tue ich nicht!  :anime: Ich meinte damit nur, das sich ein Regisseur nicht wundern muss, wenn sein kleines persönliches Anliegen das Publikum nicht erreicht weil selbiges von CGI-Wuchten erschlagen bzw. überwältigt wird.
Was hältst du von Joel Schumacher, Wolfgang Petersen und Ron Howard?

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Zumal dieses Bild doch recht unsinnig ist, denn die Faschismusparabel in "Star Wars" benötigt nun wirklich keine gesteigerte Wahrnehmung.

Sicher?  :00000109:

Siehe oben. Ich müsste mich schon sehr anstrengen, sie zu finden. Und ich halte mich eigentlich (trotz einiger Vorurteile wie wir sie ja alle mit uns führen...) für "open minded". :icon_cool:
Paul Verhoeven ist nach wie vor ein gutes Beispiel (meiner Meinung nach) für einen Regisseur, dem genau das perfekt gelingt, was du beschreibst - großes Hollywood-Kino bodenständig und diskursiv zu inszenieren. Von der Vielseitigkeit und Hintertriebenheit eines Paul Verhoeven ist Peter Jackson so gerne ich ihn eigentlich mag, imo weit entfernt.

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Aber bei Filmen, mit denen ich mich gut auskenne, kann ich doch am ehesten die für mich relevante Stichhaltigkeit deiner Argumentation überprüfen. Was nützen mir da andere Rezensionen und Meinungen, und seien sie noch so gut geschrieben?

Das ist aber ein ungleicher Kampf (David gegen Goliath  :icon_lol:) da ich mich nicht einmal annähernd so intensiv mit den Filmen beschäftigt habe wie du.  ;)
Die Frage habe ich nur gestellt, da sich dir auf diesem Wege möglicherweise zumindest meine Rezeptions-Gewohnheiten im Allgemeinen erschlossen hätten. Falls du natürlich an meine älteren Texte geraten bist...  :icon_redface: :icon_mad: :kotz:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Ich unterstelle dem Film schlicht und ergreifend Herz. Es schlägt unter seiner mainstreamigen Oberfläche, die mir ab diesem Moment herzlich egal wird.

Das sollte aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme, bzw. Besonderheit darstellen, oder nicht?  ;)

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Hierbei bin ich ehrlich gesagt froh, dass du beleidigt bist. Zeigt es doch, dass du nicht die Art User bist, die du manchmal zu sein scheinst.  ;)

Das will ich mir auch ausgebeten haben!  :icon_eek: Wenn deine Vermutung der Wahrheit entsprechen würde, wären meine zahlreichen Besprechungen zu teilweise vollkommen unbekannten Filmen schließlich müßig. Dann würde ich es eher so anstellen wie ein User namens "art" und einfach zu allen großen Kinobomben der Saison saftige Verrisse schreiben (Gott, DAS wäre anstrengend).  :icon_lol: Nee, wenn ich mich ausgerechnet in der OFDb um Profilierung bemühen würde, wäre das schon ein Armutszeugnis.  :icon_cool:

Grundgütiger - jetzt wird mir erst bewusst was du andeutest. Was für ein User scheine ich denn manchmal zu sein? Doch nicht etwa SO einer?  :kotz:

Zitat von: Chili Palmer am  4 November 2007, 15:08:46
Gute Nacht.  :icon_mrgreen:

MOIN!  :algo:

Zitat von: Mr. Hankey am  4 November 2007, 14:57:12
:icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:

Und da wunderst Du dich, dass ich nicht dazu komme, dir auf Deine PMs zu antworten? Da braucht man ja erstmal ne Stunde um das überhaupt durchzulesen und dann nochmal mindestens 3 Stunden um diese auch zu beantworten. Wo soll man als arbeitender Mensch bloß die Zeit hernehmen? ;) ;)

Seit meiner letzten (immer noch unbeantworteten, ich weiß schon gar nicht mehr, was drin stand  :bawling:) PM an dich sind inzwischen - glaube ich - mindestens vier Monate verstrichen. So lang war sie denn auch wieder nicht!  :icon_twisted:

Zitat von: Bettwurst am  4 November 2007, 15:32:16
Mir reicht schon das Zitat in deiner Signatur.  :icon_twisted:

Nicht wahr? Das ist schon ein Brett ins Gesicht!  :icon_twisted: :LOL:

Zitat von: Bettwurst am  4 November 2007, 15:32:16
ne, also wenn du mal wieder was dazu schreiben willst, schreib, aber im Moment können wir es auch ruhig mal dabei belassen.  ;)

Na, dann warten wir erst einmal wieder auf einen neuen Anlass. Vielleicht ein begeistertes Review meinerseits zu "Vivre sa vie"?  :icon_eek: :icon_lol:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Vincent Vega

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 04:11:55
Leute, die ganze Diskussion ist sowieso müßig - ich komme gerade vollkommen erschlagen aus dem Kino wo ich meinen vermutlichen Lieblingsfilm 2007 gesehen habe: Er kommt aus Hollywood, hat beachtliche 35 Millionen Dollar gekostet, wurde von Warner koproduziert, wird von ihnen verliehen und er präsentiert Brad Pitt in der Hauptrolle. *  :icon_eek:

WAS für ein Film. Ich bin immer noch vollkommen benebelt. Das ist das noch erleben muss und darf...!  :icon_eek: :00000109: :love: :love: :love:

* Es handelt sich um "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford".

Freut mich, der Film steht auch noch auf meiner Liste, aber ich komme grad nicht mehr hinterher, zumal "Atonement" noch Vorrang hat.

Jedenfalls schön ... zumal er aus Hollywood stammt. :icon_mrgreen:

McKenzie

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  5 November 2007, 10:45:19
Freut mich, der Film steht auch noch auf meiner Liste, aber ich komme grad nicht mehr hinterher, zumal "Atonement" noch Vorrang hat.

Jedenfalls schön ... zumal er aus Hollywood stammt. :icon_mrgreen:

Ich bete innigst, das du hier nicht wieder an irgendeinem moralisch-ideologischen Haken hängen bleibst - mir fällt zwar keiner ein (Zuwenig weibliche Präsenz?  :icon_lol: Der Film ist nahezu vollkommen...  :love:) aber bei dir weiß man ja nie so genau...  ;) Ich denke aber schon, das du ihm etwas abgewinnen wirst (ich habe ihm VIEL ZUVIEL abgewonnen - mein geplantes Review entfällt vorerst...)

Da erwartet man ein solides Western-Drama a là "Cold Mountain" und dann das...  :icon_eek:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Mr. Vincent Vega

Ich erwarte lediglich einen Spätwestern, der alles wegfegt, was seit UNFORGIVEN über die Leinwand geflattert ist und vor allem durch seinen homoerotischen Subtext besticht. :icon_mrgreen:

McKenzie

5 November 2007, 11:08:54 #414 Letzte Bearbeitung: 5 November 2007, 11:19:48 von McKenzie
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  5 November 2007, 11:01:58
Ich erwarte lediglich einen Spätwestern, der alles wegfegt, was seit UNFORGIVEN über die Leinwand geflattert ist und vor allem durch seinen homoerotischen Subtext besticht. :icon_mrgreen:

LOL... damit liegst du sogar zu 50 % richtig. Ein echter Western ist er zwar nicht (finde ich zumindest, auch wenn er lustvoll mit seiner vermeintlichen Zugehörigkeit zum Genre spielt), ansonsten vermutest du aber vollkommen richtig, auch wenn der homoerotische Subtext Interpretationssache ist (imo war er durchaus vorhanden - Casey Affleck und Brad Pitt würden ein süßes Gangster-Pärchen abgeben :icon_mrgreen: - jedoch nur sehr dezent und nicht unbedingt eindeutig fixierbar). Aber bereite dich darauf vor: Sehr langsam, sehr elegisch, gelegentlich etwas kitschig (es gibt guten und schlechten, anspruchsvollen und tumben Kitsch - Douglas Sirk zählt beispielsweise zur ersten Kategorie *), unglaublich vielschichtig und psychologisch komplex (der Film ist VOLL), etwas thesenhaft und ausgesprochen melancholisch.  :love:

* Inzwischen habe ich auch "Magnificent Obsession" genossen. Der aromatische Tropfen mundet mir zunehmend mehr (derzeit schlachte ich die Mediathek unseres Partner-Kinos in Sachen Sirk regelrecht aus - horten, horten, horten).  :icon_razz:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Bretzelburger

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 11:08:54
* Inzwischen habe ich auch "Magnificent Obsession" genossen. Der aromatische Tropfen mundet mir zunehmend mehr (derzeit schlachte ich die Mediathek unseres Partner-Kinos in Sachen Sirk regelrecht aus - horten, horten, horten).  :icon_razz:
Ich beneide dich, denn ich habe keine Möglichkeit hier an diese Filme heranzukommen. Es gibt zwar kaum einen Sirk-Film, den ich nicht mindestens schon fünfmal gesehen habe, aber das letzte Mal war so vor etwa 20 Jahren. Bestens noch in Erinnerung, aber nicht mehr frisch genug für eine ordentliche Kritik - abgesehen davon, dass ich die Filme endlich wieder sehen will !!

Chili Palmer

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Klingt irgendwie zwiespältig.  :icon_cool: Auch hier muss ich natürlich differenzieren: Es gibt immer wieder Komödien, bei denen ich mir auf die Schenkel klopfe doch es überwiegen allergische Reaktionen auf gewollten Humor.

War aber nicht zwiespältig gemeint. Deine Einstellung zum "erzwungenen Humor" war mir neu, und von dieser Warte aus betrachtet sah ich deine mir zuvor unverständliche Ablehnung von Filmen wie "Life of Brian" in einem ganz neuen Licht.
Wenn du aber befürchtest, dass dein energisches Vertreten dieses Standpunkts phasenweise überdeckt, dass es auch Komödien gibt, die dir gefallen, solltest du vielleicht gelegentlich etwas weniger drastisch formulieren. Denn nichts ist doch anstrengender, als ständig die Schwarz-Weiß-Eimer hervorholen zu müssen, um nachträglich ein wenig Grau zu mischen. Da ist die Farbe schon getrocknet, und das Publikum hat sich bereits ein Urteil gebildet.  ;)

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Auch hier können wir den Mantel des Konsens drüberdecken, allerdings spielen natürlich nicht alle Filme in der gleichen Liga - auch wenn sie ähnliche Themen behandeln. So kommt schließlich auch diese Differenz zustande - für dich spielen die heißumkämpften Filme in der ersten Liga, für mich nicht.

Riiischtisch! <indenKonsensmanteleinwickel>

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Nein, das tue ich nicht!  :anime: Ich meinte damit nur, das sich ein Regisseur nicht wundern muss, wenn sein kleines persönliches Anliegen das Publikum nicht erreicht weil selbiges von CGI-Wuchten erschlagen bzw. überwältigt wird.
Was hältst du von Joel Schumacher, Wolfgang Petersen und Ron Howard?

Im Falle von George Lucas behaupte ich jetzt mal, seine Ambitionen dahingehend zu kennen, dass er CGI-Wuchten und persönliches Anliegen verbinden möchte. Gerade bei einem Filmemacher wie ihm, der selbst zugegeben hat, zugunsten von Bild und Ton am liebsten ganz auf Dialoge verzichten zu wollen, muss man einfach lobend erwähnen, dass seine Filme substanzlosem Kram wie "Transformers" meilenweit überlegen sind. Und wenn, wie im Falle von "Star Wars", das "Anliegen" deutlich genug formuliert ist, erschlägt mich keine CGI der Welt. Gerade hier sind die Effekte doch kein Selbstzweck, sondern ausschließlich Instrument der Handlung und Stimmung.

Die drei genannten Herren sind allesamt mit großen Budgets hantierende Regisseure, deren verbindendes Element ihre Unbeständigkeit ist.
Schumachers "Batman & Robin" ist ein Musterbeispiel für selbstzweckhafte Effekte, die eine fehlende Geschichte übertünchen.

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Sicher?  :00000109:

Ganz sicher.  :icon_mrgreen:

Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Das sollte aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme, bzw. Besonderheit darstellen, oder nicht?  ;)

Nur weil ich Hollywood immer wieder gegen Pauschalurteile in Schutz nehme, heißt das noch lange nicht, dass ich das gesamte System unbesehen heilig spreche. Das ist aber auch alles schwierig...
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  6 November 2007, 02:29:24
Das ist wohl Ironie und paradoxe Quintessenz all der langen Thread-Pamphlete hier zugleich. Was nützt seitenlanges Gefasel, wenn die Realität dann doch ganz anders aussieht. :icon_lol:


Zitat von: McKenzie am  5 November 2007, 08:08:55
Grundgütiger - jetzt wird mir erst bewusst was du andeutest. Was für ein User scheine ich denn manchmal zu sein? Doch nicht etwa SO einer?  :kotz:

Bist du nicht, sagte ich doch. Thema closed.  ;):icon_cool:

Kann mich übrigens Psychowursts Lamento nur anschließen:
Was fällt euch ein, hier reihenweise Filme zu empfehlen, wo ich meine Kohle doch gerade erst in "Weißt was geil wär" versenkt habe?

http://www.youtube.com/watch?v=4PEPYZ__yOE
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

McKenzie

Ende gut, alles gut!  :LOL:

Ich würde dir ja gerne seitenlang von "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" vorschwärmen und ihn dir noch ausgiebiger empfehlen :love:, habe aber leider keine Zeit dafür. Ich hoffe ein einfaches:

CHILI (und Mr.Vincent Vega, Dresden-Clan, Vince, Frankie, kruchtenkaiser und Konsorten  ;)), auf ins Kino! Du (IHR) versäum(s)t sonst den möglicherweise großartigsten (Hollywood-)Film des Jahres im großen Cinemascope-Format!  :nono:

...tut es auch. Dafür lohnt sich das Eintrittsgeld sicherlich mehr als für (den sicherlich nicht uninteressanten) von dir zuletzt rezensierten deutschen Film. "Weisst was geil wär?" - "Eine Abrundung des hiesigen Konsens durch 10/10, möglicherweise mit Review von Chili für einen anderen, besseren Film!"  :icon_mrgreen:

Ich entschuldige mich bei allen, die noch auf etwas von mir (Review oder Antworten  :icon_lol:) warten. I'm busy, extremely busy...  :icon_redface:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


Vince

Ich muss sagen, seit ich den kuriosen Titel kenne, habe ich irgendwie schon erwartet, dass da mal wieder was ziemlich Unkonventionelles und deswegen Hochinteressantes auf uns zukommt. Ich nehme dir deine Begeisterung also hundertprozentig ab und erwarte mit Freuden die Sichtung.  ;)

Chili Palmer


Bin auch mehr als gespannt.

Bin allerdings auch auf "Erdsee", "Halloween", "Auf der anderen Seite" und "Die drei Begräbnisse des Melqiuades Estrada" gespannt.

Typisch: Monatelang läuft nichts, dann kommt alles geballt.  :anime:
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

TinyPortal 2.0.0 © 2005-2020