Autoren-Thread: floair

Erstellt von floair, 3 Juni 2007, 21:59:52

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floair

Danke für den Hinweis, habe das in meinem Review auch schon geändert. Das mit dem "kaufen" klingt wirklich ein bisschen harsch, obwohl es ja eigentlich so ist. Man macht den Darstellern ein Angebot, es wird verhandelt, meist noch ein wenig nach oben und somit kann man den Darsteller als gekauft für diesen Film betrachten. Trotzdem finde ich, dass du recht hast. Es klingt negativ, eigentlich sogar sehr negativ. Daher habe ich den ganzen Satz ein wenig umformuliert und es ein wenig abgemildert.

Actionmäßig darf es ordentlich krachen, aber für diese Lauflänge ist es zu wenig. Gerade der Showdown enttäuscht mit einer kurzen Ballerei, einem brauchbaren Messerkampf und einem absolut lächerlichen Rundschuss, du weisst sicher was ich damit meine. Vorher ist eigentlich nur die Zugszene erwähnenswert, den Rest kann ich nur als Intermezzos bezeichnen. Für mich hätte es ruhig ein wenig mehr sein dürfen. Aber vielleicht urteile ich auch ein wenig hart. Ich war ein wenig zornig, Bekmambetovs ganze Inszenierung hat mich einfach genervt. Der Mann versteht es jede Actionszene kaputt zu machen und anstatt old school, nur mit CGI aufzufahren. Diese Stilmittelorgie hat mir einfach nicht zugesagt, kannst mich also ruhig als kleinlich bezeichnen. "Wanted" war mies, auch wenn ein paar nette Gags vorhanden.
Aber das ist relativ und ich sehe auch, dass du auch nicht viel mehr als gut unterhalten wurdest.
Cop: Ich glaube Die haben etwas miteinander.
Harry: Wenn ihr alle nur halb so gut schießen könntet wie diese Typen, dann könnte von mir aus die ganze Abteilung schwul sein.

Anwohner: Was ist das ?
Harry: Eine Plastikbombe ! Und wenn sie mich noch mehr abgelenkt hätten, würden wir jetzt alle an der Decke kleben.

filmimperator

7 September 2008, 17:41:27 #91 Letzte Bearbeitung: 7 September 2008, 17:54:32 von filmimperator
Danke für die Einarbeitung der Korrekturen  :respekt:

Zitat von: floair nach  7 September 2008, 17:24:42
Vorher ist eigentlich nur die Zugszene erwähnenswert, den Rest kann ich nur als Intermezzos bezeichnen. Für mich hätte es ruhig ein wenig mehr sein dürfen. Aber vielleicht urteile ich auch ein wenig hart. Ich war ein wenig zornig, Bekmambetovs ganze Inszenierung hat mich einfach genervt. Der Mann versteht es jede Actionszene kaputt zu machen und anstatt old school, nur mit CGI aufzufahren. Diese Stilmittelorgie hat mir einfach nicht zugesagt, kannst mich also ruhig als kleinlich bezeichnen. "Wanted" war mies, auch wenn ein paar nette Gags vorhanden.
Aber das ist relativ und ich sehe auch, dass du auch nicht viel mehr als gut unterhalten wurdest.


Die Zug-Szene ist sicherlich die längste Action-Szene überhaupt, auch wenn ich die nicht so cool wie die ganzen Auto-Überschlag-Sequenzen, weil schlecht getrickst fand. Die "Wächter"-Filme fand ich schon nicht wirklich gut und wurden meiner Meinung nach doch arg gehypt, nur weil in einem russischen Film mal so etwas gezeigt wird. Auch ich kann Bekmambetovs mit Effekten vollkommen überfrachteten, pseudo-coolen Inszenierungsstil mit abgehackten Schnitten und ohne Sinn und Verstand nicht viel abgewinnen, obwohl er eben ganz passabel unterhält. Deshalb kam ich auch zu einer ähnlichen Bewertung wie du. Na seis drum: Wenn du aber ansonsten auf selbstparodistische, "leicht" übertriebene Action stehst, kann ich dir nur "Shoot Em Up" wärmstens ans Herz legen - der rockt ziemlich  :dodo:


Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

floair

Danke für die Empfehlung, ich hab mir schon lange vorgenommen den mal zu schauen.

Ich bin froh, dass auch du ein Verfechter von mit Stilmitteln und CGI überfrachteten Filmen bist. Ich denke du kannst dich erinnern, dass wir Beide uns schon bei "I Am Legend" einig waren, was dort die Infizierten anging.

Die Auto-Überschlag-Szenen waren zwar gut gemacht, aber durch die maßlose Übertreibung auch schon wieder schlecht. Da beklagen sich die Leute immer, dass James Bond gnadenlos übertrieben, gar schon lächerlich wirkt, aber die haben "Wanted" noch nicht gesehen.

Ich denke du stimmst mir zu, wenn ich einfach sage, dass diese Comicverfilmung absolut nicht nötig gewesen wäre.

Cop: Ich glaube Die haben etwas miteinander.
Harry: Wenn ihr alle nur halb so gut schießen könntet wie diese Typen, dann könnte von mir aus die ganze Abteilung schwul sein.

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filmimperator

Zitat von: floair nach  7 September 2008, 17:59:01
Ich bin froh, dass auch du ein Verfechter von mit Stilmitteln und CGI überfrachteten Filmen bist. Ich denke du kannst dich erinnern, dass wir Beide uns schon bei "I Am Legend" einig waren, was dort die Infizierten anging.


Richtig, ich bin kein Verfechter von mit CGI überfrachteten Filmen  ;). Allerdings habe ich nix gegen ein (vernünftiges) Maß an Effekten, wenn die gut gemacht sind. Was sowohl bei "Wanted" als auch bei "I Am Legend" (wo man die Zombies auch schlicht mit Make Up hätte darstellen können) nicht der Fall war.

Zitat von: floair nach  7 September 2008, 17:59:01
Ich denke du stimmst mir zu, wenn ich einfach sage, dass diese Comicverfilmung absolut nicht nötig gewesen wäre.


Mhhh... da ich den Comic nicht kenne, kann ich darüber keine wirkliche Aussage treffen. Wenn man jedoch nur von der Klasse des Films ausgeht, kann ich dir jedoch nur beipflichten.
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floair

Die Comics kenne ich auch nicht.

Also bleibt das einzig lohnende am gestrigen Kinobesuch, der gelungene Kinotrailer zu "Ein Quantum Trost".
Cop: Ich glaube Die haben etwas miteinander.
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Schlombie

Hi floair!

Ich wollte mal sagen, wie schön ich es finde, dass Du so viele Horrorfilme der 80er/Anfang 90er besprichst. Damals hatte ich etwas Probleme mit Deinen Texten, weil sie mir ewig nach Schema F geschrieben vorkamen, mittlerweile freue ich mich, wenn Du Filme besprichst, die ich kenne, weil Deine Reviews sich nicht mehr so krampfhaft an ein Muster krallen, schön locker geschrieben sind und direkt auf den Punkt kommen.
Jetzt bin ich auf Dein Review zu "Watchers 2" gestoßen und frage mich, weshalb er bei diesen vernichtenden Worten noch eine (auf schlecht gesehene) großzügige 3/10 beschert bekommen hat. Gab es doch Elemente in Geschichte oder Stil welche Dir gefallen haben?

Gruß
Schlombie

floair

Ich freue mich sehr über deine positiven Worte, da ich in letzter Zeit sehr an meinem Revieweschema herumwerkel. Ich versuche genau diese Monotonie abzuschaffen, die du erwähnt hast. Wenn ich mir rückwirkend einige Reviews von mir durchlese, komme ich leider auf den selben Nenner wie du. Es herrscht oft Eintönigkeit in meinen Texten, was ich probiere zu unterbinden. Ich schreibe auch schon wesentlich weniger Reviews als im Vorjahr, was vielleicht auch ein bisschen dazu beiträgt, dass die Texte nun, nach deiner Aussage, besser zu lesen sind.
"Watchers II" war mal wieder ein Kandidat, wo ich mich nicht entscheiden konnte. Sollten es zwei, oder doch großzügige drei Punkte werden. Das ging mir schon bei "Quantum of Solace" so und in beiden Fällen ging es nun ein Pünktchen abwärts. Auch "Watchers II" hat nun nur noch zwei Pünktchen. Richtig gute Szenen hat der Film leider nicht, obwohl eine Szene wirklich gruselig ist. Und zwar als Pauls Exfrau in der Wanne sitzt und sich das Gummimonster anschleicht, dort hat Notz gute Arbeit geleistet, doch sonst  :scar: leider nur gähn. Da ist Teil drei eine kleine Steigerung, aber immer noch unterdurchschnittlich. Auch die Story war extrem einfallslos, es stimmt so gut wie nichts.
Cop: Ich glaube Die haben etwas miteinander.
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vodkamartini

Hallo floir!

Ein paar Anmerkungen zu deinem "Walküre" Review:

1. Stauffenberg verlor in Nordafrika nicht einen Arm, sondern eine Hand.

2. Friedrich Fromm war zum Zeitpunkt der Filmhandlung Generaloberst nicht General.

3. Stauffenbergs Ehe wird nicht einfach "hollywoodlike" auf glücklich getrimmt, sondern sie war es auch in Wirklichkeit. Es gibt keinerlei Quellen (ob mündlich oder schriftlich), die hier eine kritische Sicht rechtfertigen würden. Das ist also durchaus authentisch dargestellt.

4. Die Motive der Verschwörer werden durchaus immer wieder mal erwähnt (bei Stauffenberg sämtlich gleich zu Beginn). Es wird nur nicht ständig darauf herumgeritten.

5. Fromm war kein Querkopf sondern ein Opportunist. Auch für Stauffenberg finde ich den Begriff nicht passend. Er diskutierte und provozierte sehr gern. Dabei nahm er oft absichtlich eine konträre Haltung ein (die keineswegs seiner eigentlichen entprechen musste), um einem Gespräch die entsprechende "Würze" zu verleihen. Zudem traute er sich durchaus, Vorgesetzten (in der Sache) zu widersprechen.

Den Satz "es war bisher unser Privileg Fime über den Zweiten Weltkrieg zu inszenieren" verstehe ich nicht. Es gibt erheblich mehr US-amerikanische Filme drüber als (bundes-)deutsche.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

floair

Danke für deine berechtigten Einwürfe, habe mein Review schon bearbeitet.
Cop: Ich glaube Die haben etwas miteinander.
Harry: Wenn ihr alle nur halb so gut schießen könntet wie diese Typen, dann könnte von mir aus die ganze Abteilung schwul sein.

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filmimperator

Zitat von: vodkamartini nach 25 Januar 2009, 15:30:13
Den Satz "es war bisher unser Privileg Fime über den Zweiten Weltkrieg zu inszenieren" verstehe ich nicht. Es gibt erheblich mehr US-amerikanische Filme drüber als (bundes-)deutsche.


Allerdings ist dann die Frage, welcher Film (der us-amerikanische oder der bundesdeutsche) besser mit den Fakten umgeht um historische Rekonstruktion eher als Actioninszenierung bemüht ist. Ich würde schon sagen, dass da ein Unterschied besteht (auch wenn mir jetzt kein Beispiel einfällt)...
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

vodkamartini

Mit der These wäre ich vorsichtig. Ich habe mich eingehend mit dem bundesdeutschen Kriegsfilmen der 1950er Jahre beshäftigt, allerdings leider erst zwei Reviews zustande gebracht (Der 20. Juli und Es geschah am 20. Juli).

Kennst du Canaris, Hunde, wollt ihr ewig leben und vor allem Der Stern von Afrika? Da wir so einiges "zurecht gebogen". Auch Vilsmeiers Stalingrad gefällt mir nicht.

Natürlich werden in D keine Kriegsactionfilme über den 2. Weltkrieg gedreht, das ist in den USA natürlich ganz anders.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

filmimperator

Zitat von: vodkamartini nach 26 Januar 2009, 23:12:37
Natürlich werden in D keine Kriegsactionfilme über den 2. Weltkrieg gedreht, das ist in den USA natürlich ganz anders.


Das ist ein Fakt, der auch mir bekannt ist. Und ich glaube, "Operation Walküre" wird nicht anders sein, wenn ich mir den morgen wirklich anschauen sollte. Vorher war ja Einiges darüber zu lesen, dass der Film eher Geschichte für die Amis sein soll und sich eher auf Action fixiert, während er mit der Figur Stauffenberg noch einmal bei Null beginnt.
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

filmimperator

Ein später Nachtrag von mir zu "Operation Walküre", den ich mir nunmehr schon vor fast zwei Wochen ansah: Ich finde den Film sehr gelungen und war erstaunt darüber, wie vergleichsweise wenig Actionsequenzen und wieviel Politik oder Dialoge es doch zu betrachten gab. Klar wurden hier und da einige Dinge nicht bei den Tatsachen belassen (u.a. Stauffenbergs Tod), aber ich fand den Film auf jeden Fall mitreißend, bewegend und sehr spannend (auch wenn man - wenn man nicht gänzlich im Geschichtsunterricht gefehlt hat - weiß, wie es ausgeht  ;)).
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vodkamartini

1. Warum schreibst du deine  Anmerkungen nicht in den Filmthread im Allgemeinen Filmforum? Da würden sie besser passen.

2. Was hat man denn deiner Meinung nach hinsichtlich Stauffenbergs Tod nicht bei den Tatsachen belassen?
www.vodkasreviews.de

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filmimperator

Zitat von: vodkamartini nach 10 Februar 2009, 18:43:21
1. Warum schreibst du deine  Anmerkungen nicht in den Filmthread im Allgemeinen Filmforum? Da würden sie besser passen.


Wenn ich eine Diskussion hier in gewisser Hinsicht beginne, bringe ich sie nicht anderswo zuende. Mal abgesehen davon, dass ich generell nur noch wenig in diesem und noch viel weniger im Allgemeinen Filmforum unterwegs bin.


Zitat von: vodkamartini nach 10 Februar 2009, 18:43:21
2. Was hat man denn deiner Meinung nach hinsichtlich Stauffenbergs Tod nicht bei den Tatsachen belassen?


Seltsam... Ich glaube bis vor einigen Tagen bei Wikipedia noch gelesen zu haben, dass Stauffenberg erhangen und nicht erschossen wurde...
Unterschiedliche Meinungen? Chuck Norris interessieren nicht mal die Fakten!

vodkamartini

1. Wikipedia ist ein NO GO (aber vielleicht bin ich da als Historker ein wenig überempfindlich  ;)). Allerdings kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, dass Wikipedia bei so einer bekannten Tatsache dermaßen schlampt.

2. Stauffenberg wurde noch in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 im Hof des Bendlerblocks erschossen (was der Film völlig korrekt dartellt)! Das lernt man übrigens sogar im Schulunterricht  ;).

3. Unstimmigkeiten gibt es lediglich über die Reihenfolge der Erschießungen, über Stauffenbergs letzte Worte ("heiliges" oder "geheimes" Deutschland) sowie über den Umstand, ob sich von Haeften noch vor ihn wirft/stellt (wie im Film dargestellt)
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

filmimperator

Zitat von: vodkamartini nach 11 Februar 2009, 09:04:26
1. Wikipedia ist ein NO GO (aber vielleicht bin ich da als Historker ein wenig überempfindlich  ;)). Allerdings kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, dass Wikipedia bei so einer bekannten Tatsache dermaßen schlampt.

2. Stauffenberg wurde noch in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 im Hof des Bendlerblocks erschossen (was der Film völlig korrekt dartellt)! Das lernt man übrigens sogar im Schulunterricht  ;).

3. Unstimmigkeiten gibt es lediglich über die Reihenfolge der Erschießungen, über Stauffenbergs letzte Worte ("heiliges" oder "geheimes" Deutschland) sowie über den Umstand, ob sich von Haeften noch vor ihn wirft/stellt (wie im Film dargestellt)


zu 1.) Ja, sorry, aber ich hatte grad kein gutes Geschichtsbuch zur Hand  ;)...
zu 2.) Hatte ich sicherlich auch mal irgendwann in geschichte, aber weißt du, wieviele Jahre das schon her ist? Und so detailliert hatten wir es dann (glaube ich zumindest) auch nicht. Mehr Wert wurde bei uns damals auf Hitlers Machtergreifung, den Krieg an sich und die Potsdamer Konferenz etc. gelegt.
zu 3.) Siehst du...  :icon_lol:
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Bretzelburger

Sorry, dass ich deinen Autorenthread aus der Versenkung hole, aber Anlass war deine Kritik zu "Stichtag". Nun liegen unsere Bewertungen nicht weit auseinander, weshalb es mir nicht darum geht, wie gut oder schlecht du den Film fandest, sondern dass das schon häufig beobachtete Phänomen hier wieder zu sehen ist, dass es einem Betrachter nicht gelingt, aus seinen Erwartungshaltungen heraus zu kommen.

Von Beginn an ist deine Kritik darauf aufgebaut, einen Vergleich herzustellen - zu Phillips früheren Filmen oder zu "Ein Ticket für Zwei". Sogar als Remake denkst du den Film kurz an. Und bist entsprechend enttäuscht, kommst aber keinen Moment auf die Idee, dass der Film vielleicht einen ganz anderen Weg gehen wollte. Stattdessen kritisierst du, dass der von Downey gespielte Architekt zu arrogant wäre und teilweise zu gemein gegenüber Ethan, um die Sympathien beim Publikum zu behalten, auch die Gags sind dir nicht lustig genug, sondern "bleiben im Hals stecken". An deinem Text erkennt man gut, dass du diese Szenen richtig interpretierst, sie aber negativ beurteilst, weil sie nicht in dein Erwartungsschema passen.

Aus meiner Sicht durchbricht "Stichtag" das klassische Muster eines Sympathieträgers, der mit einem Chaoten konfrontiert wird, sondern verdeutlicht, dass sich diese äußerlich so unterschiedlichen Typen tatsächlich viel ähnlicher sind, als man gerne denken möchte. Das Downey hier eben auch wirklich mies ist und nicht nur Opfer der Umstände lässt die Sympathielinie wechseln - dazu passt auch Jamie Foxx' Spiel als zwar fähiger, aber auch ganz schön aalglatter Freund. Umgekehrt ist Ethan nicht nur ein Chaot, sondern durchaus auch kompetent. Das der Film nicht wirklich lustig ist - warum muss er das auch sein - war genau das, was mich positiv überraschte, und besonders, dass er die klassische Rollenverteilung durchbrach. Dass er bei mir nicht viel besser weggekommen ist als bei dir, lag nur daran, dass er mir noch zu viele Kompromisse an die Erwartungshaltung des Publikums machte - er hätte seine Linie konsequenter durchziehen sollen.

floair

ZitatSorry, dass ich deinen Autorenthread aus der Versenkung hole,


Das macht gar nichts, so weiss ich wenigstens, dass jemand meine Rezensionen liest  ;)

Du hast recht mit deiner These, ich habe hier tatsächlich etwas völlig anderes erwartet, woran auch der Trailer schuld hatte. Eigentlich hatte ich hier eine reine Komödie erwartet und ich stelle hier keinen direkten Vergleich mit "Hangover" her, sondern ich habe von Phillips einfach mehr erwartet. Eigentlich erhoffte ich mir, dass "Stichtag" in die selbe Kerbe wie "Hangover" schlägt, was nach dem gelungenen Trailer auch teilweise zu erwarten war.

Weswegen ich "Ein Ticket für Zwei" anschneide, die Grundidee ist so gut wie die Selbe, auch die Charaktere im Grunde genommen. Und ich beurteile diese Szenen nicht negativ weil sie nicht in mein Erwartungsschema passen, sondern weil sie mir einfach nicht gefallen haben. Der Film hat keine klare Linie, er will nicht nur Komödie, sondern auch Drama und Beziehungskiste sein. Es geht hier nicht rein um meine Erwartungshaltungen, "Stichtag" war einfach nicht mein Fall.
Cop: Ich glaube Die haben etwas miteinander.
Harry: Wenn ihr alle nur halb so gut schießen könntet wie diese Typen, dann könnte von mir aus die ganze Abteilung schwul sein.

Anwohner: Was ist das ?
Harry: Eine Plastikbombe ! Und wenn sie mich noch mehr abgelenkt hätten, würden wir jetzt alle an der Decke kleben.