Autoren-Thread: Snake_Plissken

Erstellt von Snake_Plissken, 8 Juni 2007, 19:09:58

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Schlombie

Zitat von: Intergalactic Ape-Man nach 28 August 2009, 11:18:21
[ Der Wert des Films relativierte sich aber mit der Zeit, so daß er zwar gut ist, aber halt nicht mehr so hip wie damals. Insofern kann ich diesen Strang der Argumentation leider nicht nachvollziehen.


Das ist auch verständlich, da ich wiederum mit "etwas hip finden" nichts anfangen kann und Filme von daher niemals aus einer Mode/einem Trend heraus schaue. "Faculty" darf man einfach nicht zu streng gucken, er ist schlichtweg seichte Unterhaltung, die aber auch nie an Tempo verliert.

Intergalactic Ape-Man

Zitat von: Schlombie nach 28 August 2009, 14:20:07
Zitat von: Intergalactic Ape-Man nach 28 August 2009, 11:18:21
[ Der Wert des Films relativierte sich aber mit der Zeit, so daß er zwar gut ist, aber halt nicht mehr so hip wie damals. Insofern kann ich diesen Strang der Argumentation leider nicht nachvollziehen.


Das ist auch verständlich, da ich wiederum mit "etwas hip finden" nichts anfangen kann und Filme von daher niemals aus einer Mode/einem Trend heraus schaue. "Faculty" darf man einfach nicht zu streng gucken, er ist schlichtweg seichte Unterhaltung, die aber auch nie an Tempo verliert.


Naja, damals war ich noch jünger und vielleicht begeisterungsfähiger, jedenfalls war die damalige Teenwelle für mich... wie soll ich es anders ausdrücken... einfach angesagt, traf genau ins Schwarze. Es war zu einem Zeitpunkt, wo man vielleicht unreflektierter konsumiert. Zum Beispiel mußte ich irgendwann ja auch die schmerzliche Erfahrung machen, daß Filme wie die Freitag der 13. Reihe doch sehr auf die Gefühlswelt von Teenagern hin konzipiert sind und rückblickend betrachtet gar nicht so genial erscheinen, wie sie es damals vielleicht taten. Das trifft im Falle von The Faculty zwar nicht so rapide zu, weil ich zum Zeitpunkt des Films schon weiter aus dem Groben raus war, als bei den Freitagen; ich finde den Film nach wie vor ja auch wirklich gut, nur würde ich ihn heute eben deutlich niedriger einstufen als zum Zeitpunkt des Erscheinens. Genau dieses Gefälle ist aber vollkommen gegensetzlich zur Beschreibung im Review, weshalb ich das der relativ allgemeinen Aussage entgegen setze. ;)

Snake_Plissken

28 August 2009, 16:32:21 #182 Letzte Bearbeitung: 28 August 2009, 16:35:03 von Snake_Plissken
Hallo zusammen,

danke für die Kommentare!

ZitatPositiv überrascht war ich, dass Du den richtigen Vergleich genannt hast: Puppet Masters statt Body Snatchers, das wissen einige nicht. Hier ist Dir jedoch ein kleiner Fehler unterlaufen: Puppet Master ist die Horrorreihe von Charles Band, Heinleins Roman hat hinten ein S: Puppet Masters.


Ist bereits ausgebessert!

ZitatAuf jedem Fall hast Du mit dem Aufhänger Deines Textes bei mir den richtigen Nerv getroffen. Ich war seinerzeit sehr enttäuscht von dem Film, habe ihn Jahre später erneut geguckt und war überrascht, welch flotte Unterhaltung er bot, wenn man andere Erwartungen an den Tag legt. Allerdings bin ich bei Deiner Schlussüberlegung anderer Meinung. Für mich ist Faculty zu Mainstream um sich zu emanzipieren, immerhin folgt Mainstreamkino zu vorgegebenen Mustern. Natürlich ist es toll, dass Rodriguez nun so unterschiedliche Filme dreht, aber das hätte er mit eigener Handschrift auch schaffen können. Der Mainstream verschafft einem Regisseur nicht mehr Freiheiten, sondern lediglich mehr Geld.


So erging es mir und wohl auch vielen anderen Fans (außer dem Ape-Man :-))... From Dusk Till Dawn war bei mir eingeschlagen wie eine Bombe (sozusagen ein Kult-Film mit Ansage) und das gleiche galt auch für Scream und co... Einzig die beiden Namen erweckten bei mir eine enorm hohe Erwartungshaltung, die der Film gar nicht erreichen konnte... Was den Mainstream angeht, sehe ich das etwas anders (ohne hier Haare spalten zu wollen). Rodriguez gehört für mich zu den Regisseuren, die den Genrefilm in den Mainstream hieven, ohne sich zu glatt bügeln zu lassen. Das gilt zumindest für FDTD und auch The Faculty. Zwar gehören die beiden Filme unterschiedlichen Gernes an, doch weisen klare Genrebezüge auf. Gleiches gilt z.B. vielleicht auch am deutlichsten für Planet Terror. Und da liegt der Unterschied zu einem Michael Bay, der seine Filme aufbläht und von jeglichen ecken und Kanten befreit, bis gar keine Substanz mehr übrig ist.

ZitatOhnehin kommt mir der Punkt, dass Rodriguez zu ausgelatschte Pfade betritt (was ja nun ein Hauptbestandteil von Mainstream-Kino ist) etwas zu kurz. Rodriguez bringt wenig neues mit ein. Selbst der Ansatz alles auf eine Highschool zu verlegen ist zu dieser Zeit keine neue Idee mehr gewesen und zeigt eigentlich nur Williamsons Nische, die er scheinbar nie verlassen wollte. "Faculty" kopiert und zitiert viel, erzählt also eine alte Story aufgepeppt neu und das komplett bis zum vorhersehbaren Schluss hin. Einzig neuer Aspekt war meiner Meinung nach das pflichtmäßige Einnehmen von Drogen, das war eine wirklich gelungene und frische Idee.


Das Teenie-/Highschool-Thema ist sicherlich vor allem der Mitwirkung von Williamson zuzuordnen. Klar sind viele der Pfade ausgelatscht, aber Williamson galt zu dieser Zeit als absoluter Spezialist, was das angeht. Dass er dieses Terrain zusammen mit Rodriguez in eine ebenso klassische (sprich ausgelatschte) Science-Fiction-Thematik verpackt hat, macht aus diesem Zitate-Kino wieder etwas Neues (sofern man von "neu" sprechen kann).

ZitatUnd eben weil "Faculty" nur ausgelatschte, ewig wiederholte Pfade betritt, würde ich die von Dir entdeckten Sozialbeobachtungen auch nicht für voll nehmen. Die zeigen sich in allen Highschool-Filmen, selbst in den schlechten, eben weil in Amerika die Klassengesellschaft eine solche Extreme erreicht hat. Letztendlich kann man gar keinen Highschool-Film drehen, ohne die von Dir benannten Kritikpunkte einzubauen.


Die Sozialbetrachtungen werden dann interessant, wenn man sich die Sozialbetrachtungen und Parallelen ansieht, die zur Zeit der literarischen Vorlage Heinleins galten. Es ist kein Zufall, dass der Roman in der unheilvollen McCarthy-Ära entstanden ist, als in den USA eine großangelegte Kommunistenhatz veranstaltet wurde. In dieser Zeit entstanden einige Romane, die sich hintergündig mit dieser politischen Lage befassten (siehe auch Hexenjagd von Arthur Miller). Dies habe ich versucht in diesem Abschnitt zu thematisieren, also dass es, wie im Ursprungswerk, hier ebensolche Parabeln und soziale Anspielungen gibt, die sich nur verschoben haben.

ZitatDas war bei mir genau umgekehrt. Ich fand The Faculty damals, kindheitlich geprägt von Hoopers Invasion vom Mars und Highschool(Horror) allgemein zugetan, großartig. Allerdings hatte ich weder eine Erwartungshaltung gegenüber dem Film, noch wußte ich wer Kevin Williamson war und daß der Film von Robert Rodriguez ist, hab ich glaub ich auch nicht mitbekommen. Dennoch mochte ich Scream, FDTD usw. und The Faculty konnte auf seine Art etwas zur 90er Teenwelle beitragen. Der Wert des Films relativierte sich aber mit der Zeit, so daß er zwar gut ist, aber halt nicht mehr so hip wie damals. Insofern kann ich diesen Strang der Argumentation leider nicht nachvollziehen.


Eine gänzlich konträre Situation zu mir. Ich war damals einfach scharf auf den Film, weil ich riesiger Fan von Scream und FDTD war. Faculty hat mich zwar nicht enttäuscht, konnte mich aber eben auch nicht zu 100 % überzeugen. Dass der Film "hip" war, kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich denke, wenn man auf die Folgeprojekte von erfolgreichen Filmemachern gespannt ist, hat das nichts mit Modererscheinungen zu tun.

ZitatDas ist auch verständlich, da ich wiederum mit "etwas hip finden" nichts anfangen kann und Filme von daher niemals aus einer Mode/einem Trend heraus schaue. "Faculty" darf man einfach nicht zu streng gucken, er ist schlichtweg seichte Unterhaltung, die aber auch nie an Tempo verliert.


"The Faculty" ist nicht mehr, aber auch nicht weniger, als spaßige Genre-Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Dafür bürgen dann die Beteiligten und dies funtionierte dann bei mir in der Nachbetrachtung (die fiebrige Vernarrtheit in FDTD ist mittlerweile etwas abgeklungen :-)) erstaunlich gut, so dass ich mich sogar zu einem Review genötigt fühlte.

Zitatich finde den Film nach wie vor ja auch wirklich gut, nur würde ich ihn heute eben deutlich niedriger einstufen als zum Zeitpunkt des Erscheinens. Genau dieses Gefälle ist aber vollkommen gegensetzlich zur Beschreibung im Review, weshalb ich das der relativ allgemeinen Aussage entgegen setze. icon_wink


Spalter!  :LOL:

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Zitat von: Snake_Plissken nach 28 August 2009, 16:32:21
Spalter!  :LOL:


Oder Glücklicher, der ich einfach einen weiteren neuen Film erlebt habe, anstatt mich wissentlich um die Namen der Urheber in eine (falsche) Erwartungshaltung zu versetzen. Genau das ist nämlich wie gesagt das kleine Manko in deiner Argumentation, sie steht und fällt wirklich mit den Rahmenbedingungen. Insofern müßte man die Aussage des ersten Absatzes vielleicht deutlicher relativieren.  :icon_smile:

Snake_Plissken

Hallo Filmfreunde,

Glatt 10 € im Kino bezahlt (also nur für die Karte), aber trotzdem begeistert? Ja, das gibt es! Endlich Tarantinos neuestes Werk gesehen und mich dann mal wieder hinter mein Keyboard geschwungen! Wen das Ergebnis interessiert, kann seine Neugierde hier befriedigen:

http://www.ofdb.de/review/172289,378948,Inglourious-Basterds

Viel Spaß!

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Snake_Plissken

Eden Lake gab es heute abend und der Film war mir dann auf jeden Fall eine Review wert. Und dass sogar unter der Woche!  :icon_mrgreen:

http://www.ofdb.de/review/150853,382470,Eden-Lake

Viel Spaß dabei!

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Und noch einer... "Hell Ride" kommt zwar mit coolem "Quentin Tarantino präsentiert..." auf dem Cover, doch viel mehr steckt nicht dahinter...

Was genau, kann man hier lesen:
http://www.ofdb.de/review/143263,382619,Hell-Ride

Viel Spaß!

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Snake_Plissken

Aufraffen im November...  :icon_mrgreen:

Hier mal meine Kritik zu dem "Saw"-Kurzfilm, der als Show Reel gedacht wr, aber auch als eigenständiger Kurzfilm gut funktioniert.

http://www.ofdb.de/review/104896,388327,Saw

Viel Spaß!

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Snake_Plissken

M.A.R.K. 13 ein gefährlicher Roboter und ein spannender Film?

Nein, einfach nur Schrott, aber immerhin gesehen und abgehakt...

http://www.ofdb.de/review/85,391363,MARK-13---Hardware

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Ich find es interessant, daß der Film wieder nur als Schrott angekommen ist, denn eigentlich hat er doch einiges an Potential vorzuweisen gehabt, das jedoch wiederum auf mich als ziemlich vergeigt gewirkt hat. Insofern machst du es dir ziemlich einfach, in dem du deinem Ärger sehr konsequent Luft machst, aber weder auf die Vehikelfunktion für spekulative Szenen noch auf die surrealen Qualitäten eingehst.

Schlombie

M.A.R.K. 13 hat mich damals auch sehr enttäuscht. Im Gegensatz zu Dir Snake waren mir die Charaktere jedoch nicht egal. Es war mehr! Sie nervten mich gewaltig, ganz besonders der bescheuerte Spanner, dem viel zu viel Raum geboten wurde.

Apropo Raum: Vielleicht liest es sich falsch, aber in Deiner Review kommt es so rüber, dass Dich die Idee nervt, dass fast alles in der Wohnung spielt. Gerade die Idee hat mich damals überhaupt erst reinschalten lassen. Eine Art Kammerspiel mit einem Killer-Roboter in der Wohnung, die Idee hat doch etwas. Ich konnte mir nur nichts drunter vorstellen und frage mich heute noch, ob diese Idee überhaupt positiv umgesetzt werden könnte?!

Die Effekte fand ich eigentlich ganz o.k., aber ich habe in meinem Leben auch schon viel Charles Band geguckt, da kommt einem vieles bei anderen Filmen besser vor.  :icon_mrgreen:

Snake_Plissken

ZitatIch find es interessant, daß der Film wieder nur als Schrott angekommen ist, denn eigentlich hat er doch einiges an Potential vorzuweisen gehabt, das jedoch wiederum auf mich als ziemlich vergeigt gewirkt hat. Insofern machst du es dir ziemlich einfach, in dem du deinem Ärger sehr konsequent Luft machst, aber weder auf die Vehikelfunktion für spekulative Szenen noch auf die surrealen Qualitäten eingehst.


Letztlich liegt Potenzial im Auge des Betrachters, ich konnte kaum Potenzial feststellen. Das mit der Vehikelfunktion für spekulative Szenen musst du mir erklären und die surrealen "Qualitäten" sind mir zwar auch aufgefallen (die Traumsequenz von Moses meine ich damit), aber an diesen konnte ich kein Gefallen finden.
Und ja: vielleicht habe ich es mir einfach gemacht, aber ich habe es mal wieder genossen, ein Review zu einem für mich schlechten Film zu schreiben und ich habe mich insofern auch mal wieder dazu hinreissen lassen in die "Ich"-Perspektive zu wechseln (was ich nicht so oft tue). Mir wurde in der Vergangenheit auch schon vorgehalten, dass ich aus zu großer Distanz schreibe. Das ist hier nicht der Fall und insofern ein etwas subjektiveres Review als sonst.

ZitatM.A.R.K. 13 hat mich damals auch sehr enttäuscht. Im Gegensatz zu Dir Snake waren mir die Charaktere jedoch nicht egal. Es war mehr! Sie nervten mich gewaltig, ganz besonders der bescheuerte Spanner, dem viel zu viel Raum geboten wurde.


Ja, der Spanner ging mir auch auf die Nerven, aber zu dem Zeitpunkt waren mir die Charaktere eben einfach egal... Aber ich gebe dir recht, sie haben definitiv das Potenzial zum Nerven.

ZitatApropo Raum: Vielleicht liest es sich falsch, aber in Deiner Review kommt es so rüber, dass Dich die Idee nervt, dass fast alles in der Wohnung spielt. Gerade die Idee hat mich damals überhaupt erst reinschalten lassen. Eine Art Kammerspiel mit einem Killer-Roboter in der Wohnung, die Idee hat doch etwas. Ich konnte mir nur nichts drunter vorstellen und frage mich heute noch, ob diese Idee überhaupt positiv umgesetzt werden könnte?!


Nein, du liest es ganz richtig: Auf mich wirkte das "Kammerspiel" einfach aufgesetzt und es wirkte auf mich, als ob diese Entscheidung aus Budgetgründen getroffen wurde. Die ganzen Szenen mit dem Killerroboter im Appartement (der sich für mehrere Minuten des Filmes hinter der Jalousie versteckt... Warum eigentlich?) wirkten auf mich ungelenk und künstlich in die Länge gezogen.

ZitatDie Effekte fand ich eigentlich ganz o.k., aber ich habe in meinem Leben auch schon viel Charles Band geguckt, da kommt einem vieles bei anderen Filmen besser vor.


Die Effekte waren "ganz ok", mit Ausnahme der Darstellung des Roboter, wie ich finde... Der Roboter wirkte wie ein plumpes und unförmiges Vehikel, dem man eine Bedrohlichkeit mittels von Kameraperspektiven und Schnitten einhauchen wollte, was meiner Meinung nach ziemlich in die Hose gegangen ist...

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Intergalactic Ape-Man

Zitat von: Snake_Plissken nach 12 Dezember 2009, 21:40:38
Das mit der Vehikelfunktion für spekulative Szenen musst du mir erklären


Es kam mir stellenweise so vor, als habe der Regisseur selber nicht das Potential seines Films erkannt und die positiven Ansätze als Füllstoff für die Splatter- und Erotikszenen vergeudet. Ich persönlich finde den Film deshalb so daneben, weil er zu keinem Zeitpunkt etwas halbes oder ganzes darstellt. Einerseits wirkt es so, als hätte jemand gekifft und möglichst viel Low-Budget Cyberpunk erspinnen wollen, um oben genannte Szenen zu verknüpfen. Andererseits ist soviel guter Wille zu erkennen, daß man sich ärgern muß, warum keine abrundende Verbindung geschaffen wurde. Und ich bin da resistent, ich kann z.B. Argentos Inferno sehr viel abgewinnen oder ich freue mich, wenn ohne erkennbaren Grund Emus durchs Schlafzimmer pesen. Und deshalb frage ich mich ernsthaft, ob mich der Film nur nicht erreicht, oder ob er mich gar nicht erreichen will.

Snake_Plissken

13 Dezember 2009, 16:05:13 #193 Letzte Bearbeitung: 13 Dezember 2009, 21:29:29 von Snake_Plissken
ZitatEs kam mir stellenweise so vor, als habe der Regisseur selber nicht das Potential seines Films erkannt und die positiven Ansätze als Füllstoff für die Splatter- und Erotikszenen vergeudet. Ich persönlich finde den Film deshalb so daneben, weil er zu keinem Zeitpunkt etwas halbes oder ganzes darstellt.


Das mag vielleicht sein, auf mich wirkte es, dass man versuchte, eine gute Idee (zumindest passte die Idee eines Killerroboters in die damalige Zeit, wie ich finde) mit spärlichen Mitteln umzusetzen. Damit meine ich nicht zwangsläufig nur das Budget ("Terminator" war auch Low Budget), sondern das generelle Setting. Dass die meisten Szenen in dem Appartment spielen, dass man den Robo fast nie zur Gänze sieht, dass man von der bösen Zukunft nur durch Dialoge hört, das alles sind Punkte, die mich gelangweilt haben. Ob der Regisseur das Potenzial nicht erkannt hat, will ich noch nicht mal behaupten, er macht es sich auf diese Art einfach etwas zu einfach, wie ich finde. Gerade die minutenlangen Szenen im Appartement, in denen die Protagonistin einem Horrorfilm gleich durch die Bude tapert, ohne dass auch nur etwas von dem Robo zu sehen ist, funktionieren vielleicht in solchen Filmen wie "Mamba" (http://www.ofdb.de/film/3934,Mamba), weil die Gefahr von einer Schlange ausgeht, die sich eben überall verstecken kann und von der aus jeder Ecke eine Gefahr ausgehen kann, aber eben nicht für einen Robo-Film, wie ich finde. "Terminator" machte sehr effektiv deutlich, dass der Robo unnachgiebig seinem Ziel nachgeht (das wurde insbesondere im Finale deutlich), ohne Rücksicht auf Verluste. So entstand eine unglaublich bedrohliche Atmosphäre, die bei "MARK 13" überhaupt nicht aufgekommen ist.

ZitatAndererseits ist soviel guter Wille zu erkennen, daß man sich ärgern muß, warum keine abrundende Verbindung geschaffen wurde.


Der "gute Wille" besteht meiner Meinung nach nur darin, dass man eine gute (aber sicherlich auch nicht zu originelle) Grundidee geschaffen hat, und diese mit den beinahe zwangsläufigen "Endzeitzutaten" vermischt hat. Dies geschieht aber so halbherzig, dass mir auch die Idee eine Killerroboters nichts mehr bringt...

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Snake_Plissken

Ho Ho Ho, Freunde!

Mit "Gran Torino" mal wieder einen ganz tollen Film gesehen und mich hinter die Tasten geschwungen. Das Ergebnis gibt es hier:

http://www.ofdb.de/review/160786,392501,Gran-Torino

Viel Spaß!

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Snake_Plissken

Frohes Neues, Freunde!

Frisches Lesefutter zu Filmen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten:

Snake King:
eigentlich ein solider B-Film, wäre da nicht diese furchtbaren digitalen Effekte...
http://www.ofdb.de/review/75504,392520,Snake-King

Avatar:
trotz der digitalen Effekte ein guter Film... Man entschuldige die etwas schwulstige Einleitung.
http://www.ofdb.de/review/188514,393221,Avatar---Aufbruch-nach-Pandora

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Snake_Plissken

Hey Freunde,

nach landläufiger Meinung ist "Shopping-Center King" besser als "Kaufhauscop"... Wenn dem so ist, kann mir die Kevin James-Klamotte gestohlen bleiben!

http://www.ofdb.de/review/166010,393467,Shopping-Center-King---Hier-gilt-mein-Gesetz

Have fun!

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Fastmachine

5 Januar 2010, 00:44:23 #197 Letzte Bearbeitung: 5 Januar 2010, 15:50:04 von Fastmachine
Da ich mir gerade "Gran Torino" angesehen habe, bin ich in der OFDb über dein Review gestolpert.

In der Gesamteinschätzung sehe ich die Stärken des Films ähnlich wie du, könnte mich aber nicht zu einer 10/10 durchringen. Dies scheint mir etwas hoch gegriffen für diesen schönen, aber nicht makellosen Film, der mir in seinen Gegenüberstellungen von Gut und Schlecht hin- und wieder zu plakativ war.
Doch das will ich nicht kritisieren, es ist dein gutes Recht, begeistert zu sein von dem Film.

Dein Review hangelt sich solide weitgehend am Inhalt entlang und macht deine Bewertungen deutlich. Nur zu Beginn und am Ende trittst du aus dieser Perspektive und ordnest Eastwoods Rolle als Antwort oder Echo auf sein früheres Image als "Dirty Harry" ein.
Dies ist im Grundsatz sicher richtig, aber etwas überbetont, da man Eastwoods frühe Rollen und sein von Sergio Leone und Don Siegel geschaffenes Image eigentlich kaum mit seinen eigenverantwortlichen Arbeiten als Regisseur verrechnen kann, die im Grunde schon immer etwas weniger knallige Töne anschlugen. Auch ließen selbst die frühen Rollen Eastwoods nicht so pauschal die "Menschlichkeit" vermissen.

Warum der Begriff "Alterswerk" bei dir so negativ besetzt ist, erschließt sich mir nicht ganz. Im Allgemeinen scheint es mir ein neutraler Begriff zu sein für die Schaffensphase von Regisseuren, die niemandem mehr etwas beweisen müssen. Was man aus dieser Freiheit macht, liegt doch bei jedem selbst und fällt dementsprechend unterschiedlich aus. Es gibt schwache Alterswerke (etwa von John Carpenter) aber auch interessante (etwa John Ford "Der Mann, der Liberty Valance erschoss").

Noch ein Hinweis. Du sprichst öfter von den "koreanischen" Nachbarn. Das ist sicher ein Versehen, es handelt sich, wie im Film ausgesagt, um Angehörige des Volkes der Hmong, die in der Folge des Vietnamkrieges in die USA emigrieren mussten.








Ich mag keine Filme; die verblöden nur. (Alfons d. Ä.)

Snake_Plissken

5 Januar 2010, 22:20:09 #198 Letzte Bearbeitung: 5 Januar 2010, 22:22:11 von Snake_Plissken
Hi Fastmachine,

danke fürs Verlaufen in diesen Thread und die Anmerkungen, auf die ich gern reagiere. Fangen wir mal hinten an.

ZitatNoch ein Hinweis. Du sprichst öfter von den "koreanischen" Nachbarn. Das ist sicher ein Versehen, es handelt sich, wie im Film ausgesagt, um Angehörige des Volkes der Hmong, die in der Folge des Vietnamkrieges in die USA emigrieren mussten.


Ja, es handelt sich um Hmong... Da ich mir beim Schreiben des Reviews die genaue Bezeichnung dieser Volksgruppe nicht einfiel, orientierte ich mich an der Inhaltsangabe in der OFDb, die eben von koreanischen Nachbarn spricht.

http://www.ofdb.de/plot/160786,348286,Gran-Torino

Insofern sollte diese dann auch geändert werden.

ZitatWarum der Begriff "Alterswerk" bei dir so negativ besetzt ist, erschließt sich mir nicht ganz. Im Allgemeinen scheint es mir ein neutraler Begriff zu sein für die Schaffensphase von Regisseuren, die niemandem mehr etwas beweisen müssen. Was man aus dieser Freiheit macht, liegt doch bei jedem selbst und fällt dementsprechend unterschiedlich aus. Es gibt schwache Alterswerke (etwa von John Carpenter) aber auch interessante (etwa John Ford "Der Mann, der Liberty Valance erschoss").


Sicherlich wird dieser Begriff unterschiedlich verwendet. Für mich ist er eher negativ besetzt, aus den Gründen die ich in dem Review anreisse. Das heisst nicht, dass es nicht alternde Filmschaffende gibt, die Großes vollbringen, wie ja auch Eastwood zeigt.

Zitat
Dein Review hangelt sich solide weitgehend am Inhalt entlang und macht deine Bewertungen deutlich. Nur zu Beginn und am Ende trittst du aus dieser Perspektive und ordnest Eastwoods Rolle als Antwort oder Echo auf sein früheres Image als "Dirty Harry" ein.
Dies ist im Grundsatz sicher richtig, aber etwas überbetont, da man Eastwoods frühe Rollen und sein von Sergio Leone und Don Siegel geschaffenes Image eigentlich kaum mit seinen eigenverantwortlichen Arbeiten als Regisseur verrechnen kann, die im Grunde schon immer etwas weniger knallige Töne anschlugen. Auch ließen selbst die frühen Rollen Eastwoods nicht so pauschal die "Menschlichkeit" vermissen.


Für mich ist der Vergleich nicht überbetont, beschäftigt mich dieser doch beim Sehen von Eastwoods Alterswerk auf faszinierende Art und Weise.
Ich muß dir auch widersprechen in der Bemerkung, dass Eastwoods frühere Filme, die er inszeniert hat "weniger knallige Töne anschlugen". Schließlich gehören zu diesen Filmen auch "Dirty Harry kehrt zurück", "Der Mann der niemals aufgibt" oder auch "Rookie der Anfänger"... Von diesen Filmen unterscheiden sich die letzten Filme von Eastwood eindeutig. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da ich sie z.B. einem Charles Bronson (dessen Trademark-Rolle in den "Death Wish"-Filmen sicherlich vergleichbar mit den "Dirty Harry"-Streifen ist) nicht zugetraut hätte.

ZitatIn der Gesamteinschätzung sehe ich die Stärken des Films ähnlich wie du, könnte mich aber nicht zu einer 10/10 durchringen. Dies scheint mir etwas hoch gegriffen für diesen schönen, aber nicht makellosen Film, der mir in seinen Gegenüberstellungen von Gut und Schlecht hin- und wieder zu plakativ war.


Filme sind zum Glück Geschmackssache. Wenn dem nicht so wäre, würden unterschiedliche Kritiken wenig Sinn machen. Das Sehen von "Gran Torino" rührte und überzeugte mich, dass der Film die (wohlgemerkt meine) 10/10-Hürde genommen hat. Ich kann selbstverständlich nachvollziehen, dass dies nicht auf jeden zutrifft.

Du bist jederzeit willkommen hier!  :respekt:

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Snake_Plissken

Hallo Freunde,

nach einer gefühlten Ewigkeit hat mich mal wieder die Muse geküsst und mich dazu verleitet eine Kritik zu verfassen. Ob das an der kommenden WM, der Demission von Jürgen Klinsmann, meinem "The Mechanik"-Review (das ziemlich outdated ist  :icon_lol:) oder einfach an Lundgrens neuestem Werk "Icarus" liegt? Ich weiß es nicht, aber hier der Link zum Geschreibsel...

http://www.ofdb.de/review/188819,416051,Icarus

Have fun!

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Snake_Plissken

16 Juli 2010, 13:30:26 #200 Letzte Bearbeitung: 22 Juli 2010, 13:23:17 von Snake_Plissken
HejHej,

nach Ewigkeiten mal wieder im Kino gewesen, um mir eines meiner liebsten Filmmonster anzusehen, den gefürchteten Predator. Die Hoffnungen waren mal wieder recht hoch, wurden für mich persönlich aber nicht erfüllt. Wieso und warum, das gibt es hier zu lesen:
http://www.ofdb.de/review/196348,420250,Predators

Außerdem noch ein Review zu Cronenbergs "Scanners":
http://www.ofdb.de/review/386,419754,Scanners---Ihre-Gedanken-k%C3%B6nnen-t%C3%B6ten

Viel Spaß!

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Snake_Plissken

Hola amigos,

heute war mal wieder Crap-Day... Es gab den Heuler "Hemoglobin" und ich war mal wieder nicht faul genug, vom Keyboard wegzubleiben. Wohl bekomms:

http://www.ofdb.de/review/2643,422930,Hemoglobin

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Schlombie

Gestern der Ong, heute Du, das ist ja der reinste Geburtstags-Marathon! Happy Birthday zu Deinem 34.! Und gib vor Ong bitte nicht so an, dass Du ein Jahr älter bist als er! Sonst lässt der das wieder an uns im Forum aus! *g

Feier schön und alles gute!

Snake_Plissken

10 August 2010, 17:06:36 #203 Letzte Bearbeitung: 11 August 2010, 00:19:28 von Snake_Plissken
ZitatGestern der Ong, heute Du, das ist ja der reinste Geburtstags-Marathon! Happy Birthday zu Deinem 34.! Und gib vor Ong bitte nicht so an, dass Du ein Jahr älter bist als er! Sonst lässt der das wieder an uns im Forum aus! *g

Feier schön und alles gute!


Danke danke...

Hey Ong.. Ich bin ein Jahr älter als du...  :LOL:

Zudem habe ich gestern einen wunderbaren Film gesehen und zwar "So finster die Nacht" und habe mich heute an meinem Ehrentag hinter mein Keyboard geschwungen. Nur für euch!  :icon_mrgreen:

Hier kann man nachlesen, was wie und warum ich wunderbar fand!
http://www.ofdb.de/review/148684,423079,So-finster-die-Nacht

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MMeXX

Alles Gute!

Zitat von: Snake_Plissken nach 10 August 2010, 17:06:36
Zudem habe ich gestern einen wunderbaren Film gesehen und zwar "So finster die Nacht" und habe mich heute an meinem Ehrentag hinter meine Keyboard geschwungen. Nur für euch!  :icon_mrgreen:

Hier kann man nachlesen, was wie und warum ich wunderbar fand!
http://www.ofdb.de/review/148684,423079,So-finster-die-Nacht


Im vorletzten Absatz solltest du nochmal nach Alternativen für "dabei" suchen. ;)

Snake_Plissken

ZitatIm vorletzten Absatz solltest du nochmal nach Alternativen für "dabei" suchen.


Done! Ich hab eins der beiden "dabeis" ersetzt!

Danke für das Feedback!

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Snake_Plissken

Hey Peoples,

da hat mich seit Langem mal wieder die Lust gepackt, ein Review zu schreiben. Bin schon ganz schön eingerostet, und da es mangels Streiks keine Kontrollinstanz in der OFDb gibt ( :icon_lol:), stelle ich das mal wieder hier rein...

Der Film dürfte zumindest einigen noch nicht bekannt sein, es handelt sich um "Idiocracy" von Mike Judge. Wen interessiert, ob der Film was kann (oder zumindest, ob ich denke, ob er was kann), der kann hier draufklicken:
http://www.ofdb.de/review/84805,456452,Idiocracy

Viel Spaß!

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