Autoren-Thread: vodkamartini

Erstellt von vodkamartini, 1 Januar 2008, 16:16:57

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pm.diebelshausen

5 Juni 2012, 13:09:01 #180 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 13:12:51 von pm.diebelshausen
Zitat von: vodkamartini nach  5 Juni 2012, 12:47:01
Ich sehe es - bei allen Nachteilen die durchaus vorhanden sind und von uns auch schon oft diskutiert wurden - durchaus positiv, dass es prinzipiell jedem möglich ist, hier Texte zu veröffentlichen. Das bedeutet Vielfalt, Abwechslung, kurz ein breites Spektrum an Meinungen, Sichtweisen, Herangehensweisen, Schreibtstilen etc. Bei den meisten anderen Seiten werden nur Kommentare abgegeben, oder nur ein Review pro Film veröffentlicht (z.B. Filmstars.de), wobei der schreibende Autorenkreis dabei sehr überschaubar bleibt. Mit der Zeit kennt man dann seine "Pappenheimer" und weiß meist schon vorher wo Bewertung und Einschätzung hingehen. Das ist ähnlich wie bei den Printmedien auf die Dauer recht langweilig.


Absolut! Das sind untypische Vorteile in dem, was die OFDb bietet und zwar jenseits (oder diesseits?) der eigentlichen Veröffentlichungs-Datenbank. Welche Rolle die Reviews für viele "stille" User und viele nicht registrierte User spielen, ist ja sozusagen "von innen" kaum zu vermuten! Gut deshalb, wenn mal ein HaCkEr kommt und solch eine Rückmeldung gibt.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Bretzelburger

Meine Resignation betrifft nicht das Schreiben selbst - meine halbjährige Pause letztes Jahr hatte rein private Gründe - sondern nur die Entwicklung hier, auch wenn ich nach wie vor hoffe, dass die OFDB mit der Entwicklung Schritt hält. Die früher aktiven Autoren wird man aber kaum zurückgewinnen können, da sie entweder einfach aufgehört haben oder ein anderes Medium für sich gefunden haben.

Ich habe schon häufig erlebt, dass es eines gewissen Drives bedarf, damit eine Bewegung in Schwung kommt, und so war es auch hier in den Jahren 2007 - 2009. Zu diesem Zeitpunkt schon lange anwesende Autoren wie "Blade Runner" hatten sich nie dazu gesellt, waren auch nicht in der Lage, sich der Kritik zu stellen, nachdem sie jahrelang hier das Maß aller Dinge waren, andere wie "Maichklang", der beinahe täglich (immer zwischen Mitternacht und 1) seit Jahren eine Review mit immer gleichen Gestus schreibt, haben sich nie hier beteiligt. Es entstand eine kontrovers diskutierende Gruppe, die sich gegenseitig hochpushte. Der Höhepunkt war sicherlich das User-Treffen vor 3 (oder waren es 4?) Jahren, als auch McKenzie vor Ort war. So eine Situation kann man einfach nicht bewusst erzeugen - sie entsteht und so ist es möglich, das sie auch wieder einmal hier entsteht. Tatsache ist aber auch, das sich der Output an Reviews insgesamt extrem verringert hat, eine schon seit Jahren zu beobachtende (und diskutierte) Entwicklung. Damals war es umgekehrt - es wurden immer mehr und dadurch gab es genügend Potential.

Mich hat übrigens auch überrascht, das die OFDB so anerkannt sein soll, denn das widerspricht meinen Erfahrungen. Seit mehr als zwei Jahren gehöre ich zum Pressezirkel (ohne damit Geld zu verdienen, denn dadurch bleibt mir die Freiheit, über welche Filme ich wie schreibe und urteile), aber von den weit mehr als 30 Journalisten, mit denen ich mich seitdem unterhielt, kannte kaum Jemand die OFDB. Der normale Kritiker interessiert sich nicht für Fassungen oder Schnittberichte, sondern für Inhalte, vielleicht noch Besetzungslisten oder Verbindungen zu früheren Werken der Beteiligten - und damit ist er beim IMDB bestens aufgehoben. Auch diverse Betreiber von Videotheken mit Ausrichtung Spezialfilm (in Berlin und Dresden) kannten die OFDB nicht. Wenn mich Jemand nach meinen Kritiken fragt, verweise ich immer auf meinen Blog - das wirkt, so blöd es kling, seriöser. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen - ich mag die OFDB und stehe dazu, aber in den secheeinhalb Jahren, in denen ich hier tätig bin, habe ich keine wachsende Popularität feststellen können.

pm.diebelshausen

Keine wirkliche Antwort auf Dich, Bretzel, aber ein paar Gedanken, die mir jetzt kamen:

Je mehr seriöse Leute die OFDb frequentieren und/oder bereichern, desto seriöser ist/wird sie. Ich weiß nicht genau, wozu und wem gegenüber Du besonders seriös wirken willst oder musst. Für die wengisten Menschen ist Film eine Profession, für die meisten ist es ein Hobby. Und die einzige Motivation dafür ist der Spaß, den man hat, wenn man mit anderen über Filme streitet, wenn man Reviews schreibt, wenn man Datenbankeinträge perfektioniert, wenn man sucht und vergleicht und auf Neues stößt, das die eigene Filmleidenschaft für eine kurze Weile zu befriedigen verspricht. Für mich hatte die OFDb deshalb von Anfang an (d.h. bei mir erst seit viereinhalb Jahren) sehr viel mit Verschenken zu tun, seriöses Verschenken, wenn Du so willst. Und deshalb ist es auch notwendig, die OFDb publik zu machen. Ich gebe Dir recht: auch in meinen Begegnungen zeigten viele irgendwie Filmtätige völlige Unkenntnis der OFDb - nach der Begegnung aber nicht mehr. Da stehe ich absolut hinter dem, was die OFDb ist, bietet und ermöglicht. Auch deshalb finde ich es wichtig, immer wieder mal etwas zu hinterfragen oder wie hier erneut nach dem Fortschreiten zu fragen.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.

Reiben

Kann man die Diskussion nicht eigentlich hier ausgliedern? Gehört ja nicht so richtig hierhin...

Mal ne andere Frage: Brauchen wir hier überhaupt so viele Reviews? Mir reichen meist 2-3 um mich über einen Film zu informieren und imo ist das Gros der Reviews auch gut genug, um einen kurzen Eindruck eines Films zu bekommen. Grade bei älteren oder unbekannteren Filmen, wo es mit Glück ein, zwei Reviews gibt, grade diese dann meist auch gut. Wer sich da auf etwas weniger befahrenen Straßen bewegt, geht scheinbar meist sorgfältiger an die Schreiberei dran. Ist ja auch irgendwie logisch, denn alles was außerhalb des populären Folus liegt ist halt das Gebiet von Liebhabern udn Fachleuten. Manchem wahren Klasiker fehlt zwar seit Jahren ein Review, aber irgendwann kommt einer daher und schreibt eins. Und das reicht dann wie gesagt meist auch.

Ich sehe da eher ein Problem, dass die OFDB nicht mehr mit den Fassungen nachkommt.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

Bretzelburger

Zitat von: pm.diebelshausen nach  5 Juni 2012, 13:38:08
Ich weiß nicht genau, wozu und wem gegenüber Du besonders seriös wirken willst oder musst.


Ich muss Niemandem gegenüber seriös wirken, aber wenn ich - was ich zuerst tat - auf die OFDB hinwies, bekam ich in der Regel erstaunte Reaktionen - entweder weil man die OFDB nicht kannte oder eher für eine Fansite hielt. Freunden gegenüber ist es auch nicht schwer, auf die OFDB aufmerksam zu machen, aber gegenüber Profis, die längst ihre Quellen gefunden haben, ist es deutlich schwerer. Es handelt sich dabei um persönliche Erfahrungen, ohne Anspruch auf statistische Genauigkeit. Auffällig ist aber, das sich an diesem Zustand in den letzten 6 Jahren nichts geändert hat - auch die allgemeinen Zugriffszahlen in der OFDB stagnieren ja schon einige Zeit (positiv ausgedrückt).

vodkamartini

5 Juni 2012, 14:55:46 #185 Letzte Bearbeitung: 5 Juni 2012, 14:58:00 von vodkamartini
Zitat von: Reiben nach  5 Juni 2012, 14:02:14
Kann man die Diskussion nicht eigentlich hier ausgliedern? Gehört ja nicht so richtig hierhin...


Die Diskussion hat sich hier ja aus dem Eintrag HaCkErs entwickelt. Mich stört es nicht, dass die Diskussion immer wieder ins Allgemeine hinsichtlich dem Review-Bereich abdriftet. Das wird mein Autoren-Thread schon verkraften. Ich bin froh, dass hier überhaupt mal wieder so ein reger und vor allem auch kontroverser Gedankenaustausch stattfindet.  :respekt:

Zitat von: Reiben nach  5 Juni 2012, 14:02:14
Mal ne andere Frage: Brauchen wir hier überhaupt so viele Reviews? Mir reichen meist 2-3 um mich über einen Film zu informieren und imo ist das Gros der Reviews auch gut genug, um einen kurzen Eindruck eines Films zu bekommen.


Wie gesagt Vielfalt ist das Zauberwort, 2-3 Reviews würde schon wieder eine Auslese bedeuten, aber das Thema hatten wir ja schon ...

@Bretzel
Der eher überschaubare Bekanntheitsgrad der ofdb deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, seriös hin oder her. Allerdings kennt andere Seiten wie beispielweise moviepilot, das manifest, oder fünf filmfreunde auch kein Mensch. Lediglich imdb und filmstarts haben eine größere Breitenwirkung. Die meisten Leute, die ich bisher diesbezüglich gesprochen habe nutzen zwar das Internet um sich über Filme zu informieren, greifen dann aber bevorzugt auf die online-Portale großer Tageszeitungen oder Filmachzeitschriften (variety, empire, cinema, epd-film etc.) zurück.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

Mayoko

Also ich habe die OFDb bisher fast immer mit "Erfolg" empfohlen. Den meisten hat die Seite wirklich sehr gut gefallen was den Informationsgrad und die Übersichtlichkeit angeht. Klar gibt es immer wieder ein paar Spezialisten die sich lieber auf anderen Filmseiten rumtummeln, da sie optisch ansprechender sind. Aber wenn es um die reinen Infos zu Filmen geht, weiß die OFDb - zumindest bei meinen Bekanntenkreis - immer sehr zu gefallen.
Man muss ja auch sagen das die OFDb so eine Art "deutsche IMDb" ist, nur das es hier etwas weniger Hintergrundinfos zu den Filmen gibt, dafür aber eine detaillierte Fassungsdatenbank. Warum trotz diesem riesigen Vorteil gegenüber der IMDb die Zahlen stagnieren, will ich irgendwie nicht begreifen...
Bewährtes ist ja einerseits sehr gut, aber irgendwann muss man auch auf neuere Technik setzten. Gerade bei den Fassungseintragungen wäre ja eine OFDb 2.0 superwichtig (wie so oft erwähnt). Das gilt natürlich auch für Reviews usw...

Don´t worry, be happy!

Reiben

Zitat von: vodkamartini nach  5 Juni 2012, 14:55:46

Zitat von: Reiben nach  5 Juni 2012, 14:02:14
Mal ne andere Frage: Brauchen wir hier überhaupt so viele Reviews? Mir reichen meist 2-3 um mich über einen Film zu informieren und imo ist das Gros der Reviews auch gut genug, um einen kurzen Eindruck eines Films zu bekommen.


Wie gesagt Vielfalt ist das Zauberwort, 2-3 Reviews würde schon wieder eine Auslese bedeuten, aber das Thema hatten wir ja schon ...


Oh, da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich will nicht, dass Reviews gelöscht werden, wenn sie irgendwelche Anforderungen nicht erfüllen oder es sonst eine Form von Auslese gibt. Ich wollte nur klar machen, dass es nicht zwingend notwendig ist Dutzende von Reviews von einem Film zu haben.
.mirrorS arE morE fuN thaN televisioN

HaCkEr

Ist ja wirklich sehr interesant was für ein reger Austausch aufeinmal hier entstanden ist. Auch sehr spannend zu
sehen wie unterschiedlich die Auffassungen über den Bekanntheitsgrad und das Ansehn von ofdb sind.

Ich glaube der Grund das ofdb nicht in aller Munde ist liegt an dem hochkarätigem Publikum. Entgegen der hier
genannten bekannteren Plattformen- von denen ich noch nie gehört hatte bis dato- glaube ich das ofdb
ein große, aber auch stille und zurückhaltende Gemeinde an Lesern hat die einfach zufrieden ist. Hier gibt es keine unmengen
an Forentrolle, Fanboys, Promistalkern und vorpubertären Youtube-junkies die einem wirklich jeden Trailer, Kritik und Kommentar
zuspammen und das Gefühl vermitteln Film ist zu einem Volkssport für gelangweilte, oberflächlicher und nach aufmerksamkeit geiernden
Kinder geworden.

Ich bin froh mich aufgerafft zu haben endlich mal ein Danke zu hinterlassen (das ja im Grunde allen gilt die diese Seite am leben halten).
Unterschätzt nicht die Wirkung eurer Arbeit. Ein Gentelman geniest und schweigt heisst es- und das trifft auf die ofdb und Usern zu.
Ich empfehle die Seite immer mit großem Erfolg aber auch nur an ausgewählte Personen. Bei Leuten die nur ein Nachschlagewerk zum
besserwissen suchen schweige ich lieber!

pm.diebelshausen

Habe Bretzel mit "seriös" jetzt verstanden und finde das auch sehr interessant - denn: die OFDb war ja mal eine Fansite, was bedeutet, dass viele Leute die stattgefundene Weiterentwicklung der OFDb nicht registriert haben. Wenn dem so ist, dann besteht da natürlich ein spannender Punkt bezüglich meines/unseres Argumentes, die OFDb müsse sich weiterentwickeln. Und: gilt es da zu differenzieren zwischen älteren Usern und jüngeren, die nachwachsen?

Der Anspruch der OFDb, so wie und seit ich sie kennengelernt habe, ist hoch. Ich habe oft (im KF) gemerkt, dass zwar meine eigenen Ansprüche gegenüber anderen und insb. neuen Usern höher sind, als es die OFDb per Mindeststandards, Regelment usw. einfordert, aber dennoch ist klar, dass viel Wert auf ein Mindestniveau und qualitative Zuverlässigkeit gelegt wird. Die vermisse ich andernorts sehr. Die OFDb-Community bzw. das Forum gelten mitunter für hochnäsig und selbstgerecht usw., aber diese Einschätzung stammt dann meist von denen, die weder diese Genauigkeit einfordern, noch eine ähnliche Qualität bezüglich der Inhalte bieten. Die OFDb ist nicht die dt. IMDb, Mayoko, denn sie leistet etwas anderes und die dt. IMDb gibt es ja auch unter diesem Namen. Die OFDb ist was anderes, aber sie ist hinsichtlich der Breite des filmischen Spektrums und dem Qualitätsniveau meines Erachtens mit der IMDb auf Augenhöhe - das kann man über andere filmbezogene Seiten durchaus nicht sagen! Vielleicht sogar über keine!

Im Forum zeigt sich das tatsächlich an dem relativ geringen Anteil von Trollen und völlig nichtssagendem Blabla, mit dem andere Seiten zugemüllt sind. Das hat McClane oben schon treffend beschrieben.

Und die Vielfalt im Bereich Reviews finde ich auch schützenswert. Wenige oder nur eine Reviews suggerieren bei den meisten Internetseiten oder Printmedien egal wie oft man drunter schreibt "stellt nicht die Meinung der Redaktion dar" etwas offiziell Gültiges - da ist die Offenheit der OFDb für mich ein ganz klarer und wichtiger Vorteil. Zumal man bedenkt, wie unterschiedlich Reviews ausfallen, sowohl in der Bewertung als auch in der Begründung dieser Wertung. Es gibt dann zwar an beiden Enden des Spektrums die ungünstigen Erscheinungen, dass ein Film gar keine bzw. dass ein Film unübersichtlich viele Reviews hat - das ist aber locker zu verkraften und kratzt den Vorteil meines Erachtens nicht an.
Es gibt viele, die nicht reden, wenn sie verstummen sollten, und andere, die nicht fragen, wenn sie geantwortet haben.