Autoren-Thread: vodkamartini

Begonnen von vodkamartini, 1 Januar 2008, 16:16:57

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vodkamartini

Zitat von: filmimperator am 19 April 2008, 04:10:03
Jetzt wo du es sagst, kommt mir dies auch wieder ins Gedächtnis. Komisch, was Verdrängung so alles bewirken kann  ;). Also das "Der rote Baron" als Liebesgeschichte deklariert und als Frauen-Film angepriesen wird, ist ziemlich vermessen, bedenkt man den Anteil, welchen dieser Erzählstrang effektiv ausmacht. Und dann kocht da nun wirklich nicht gerade die Leidenschaft.
Nicht einmal ansatzweise. Die Love Story ist hölzern, unglaublich fade und ohne jegliche Chemie zwischen den Beteiligten. Das ist umso ärgerlicher, da es keinerlei Hinweise auf eine Beziehung der beiden gibt. Alles frei erfunden.

Zitat von: filmimperator am 19 April 2008, 04:10:03
Danke für die Aufklärung  :respekt:
Keine Urasche.

Zitat von: filmimperator am 19 April 2008, 04:10:03
Allerdings kommen diese Aspekte eben in deiner Kritik nicht so wirklich heraus, wie ich finde. Du schreibst, dass der Film historisch falsch wäre, erwähnst aber in der Rezension kein so konkretes Beispiel, wie du es hier getan hast. Das wäre für mich als völlig ahnungsloser Leser von Vorteil gewesen.
Naja soviel dazu.
Ein paar Beispiele kommen schon vor. Allerdings ist ein Review keine wissenschaftliche Abhandlung. Der Text ist ohnehin schon - wie du zu recht angemerkt hast - etwas lang geraten.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

vodkamartini

Nichts neues im (Bad)Copland:

http://www.ofdb.de/review/144575,292603,Street-Kings

Unterhaltsame, aber zu oft gesehene und inhaltlich überzogene Genrekost. Ach ja, Keanu Reeves spielt mal wieder schlecht.
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There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

vodkamartini

2 Mai 2008, 15:08:40 #32 Letzte Bearbeitung: 2 Mai 2008, 15:10:19 von vodkamartini
Für mich immer noch einer der besten Spielberg-Filme und eine gehörige Adrenalinspritze für das in der Versenkung verschwundene Abenteuerkino. Da sehe ich sogar mal über die historischen Schlampereien hinweg ( :anime:):

http://www.ofdb.de/review/81,293955,Jäger-des-verlorenen-Schatzes

Die Vorfreude auf den vierten Teil ist jetzt jedenfalls wieder so richtig entfacht.
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There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

vodkamartini

Obgleich innerhalb des Genres immer noch überdurchschnittlich, kann Temple of Doom das Niveau des ersten Teils nicht halten. Zu überdreht, zu actionlastig und zu düster, wirkt der Film unharmonisch und bruchstückhaft. Die Prequel-Entscheidung wirkt im nachhinein zumindest befremdlich.

http://www.ofdb.de/review/77,294363,Indiana-Jones-und-der-Tempel-des-Todes
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There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

Chili Palmer


Deine Indy-Reviews lassen zwar auf den ersten Blick ein wenig persönliche Anteilnahme missen, liefern aber in ihrem sachlichen Ton alle nötigen Puzzlestücke, um den ungebrochenen Erfolg der Serie auch anno 2008 nachvollziehen zu können.
Wobei dies eher für das das Gesamtkunstwerk lobende "Raiders"-Review gilt, denn im Falle des Nachfolgers trittst du doch wesentlich kritischer und szenenbezogener auf den Plan, wenngleich ich da nicht ganz nachvollziehen kann, wie die im Vorgänger noch positiv belegte Fantasystimmung, die alle logischen Brüche vergessen macht, nun scheinbar nicht mehr für ein spaßiges Filmerlebnis garantiert. Hier greift doch nur das Höher-Weiter-Schneller-Prinzip einer Fortsetzung.
Aber ich habe die Indy-Filme auch nie als Trilogie und den zweiten Teil dementsprechend als "Empire"-ähnliches Herzstück angesehen, das mag es wohl letztlich sein.

Freue mich auf den Abschluss.  ;)
"I'm an actor, love, not a bloody rocket surgeon".

"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

vodkamartini

Zitat von: Chili Palmer am  8 Mai 2008, 22:39:26
Deine Indy-Reviews lassen zwar auf den ersten Blick ein wenig persönliche Anteilnahme missen, liefern aber in ihrem sachlichen Ton alle nötigen Puzzlestücke, um den ungebrochenen Erfolg der Serie auch anno 2008 nachvollziehen zu können.
Es freut mich sehr, wenn die Texte dazu beitragen können. ;)
Mein Ziel ist es generell, nüchtern, sachlich, fundiert und trotzdem unterhaltsam zu schreiben. Ob mir das immer gelingt, vermag ich selbst kaum einzuschätzen. Aber ich bemühe mich. Zudem versuche ich Informationen und/oder Gesichtspunkte zu liefern, die noch nicht jeder kennt. Das gelingt natürlich ebenfalls nicht immer. Ich lese selbst sehr gerne analytische, locker geschriebene Reviews. Mit 20-Zeilern nach dem Motto "schon immer einer meiner Lieblingsstreifen" oder "den muss man gesehen haben" kann ich kaum etwas anfangen.
Tatsache ist, dass ich keinen emotionalen Stil schreibe, da hast du sicher recht. In diesem Fall war allerings schon gehörig Herzblut dabei. Ich liebe die Indiana Jones Filme, vor allem aber die Figur des Abenteurer-Archäologen. Ich wollte schon lange mal etwas dazu schreiben, aber das Ganze ist halt immer recht zeitaufwändig.

Zitat von: Chili Palmer am  8 Mai 2008, 22:39:26
Wobei dies eher für das das Gesamtkunstwerk lobende "Raiders"-Review gilt, denn im Falle des Nachfolgers trittst du doch wesentlich kritischer und szenenbezogener auf den Plan, wenngleich ich da nicht ganz nachvollziehen kann, wie die im Vorgänger noch positiv belegte Fantasystimmung, die alle logischen Brüche vergessen macht, nun scheinbar nicht mehr für ein spaßiges Filmerlebnis garantiert. Hier greift doch nur das Höher-Weiter-Schneller-Prinzip einer Fortsetzung.
Hier habe ich versucht, die in meinen Augen eklatanten Schwachstellen offen zu legen. Gerade weil ich die Figur liebe, war ich so enttäuscht, dass man ihr einen solch unausgegorenen zweiten Auftritt zugemutet hat.  :doof: Ich habe im Vorgänger weniger die Fantasystimmung hervorgehoben als vielmehr die deutlichen Bezüge zur James Bond-Serie und vor allem zum klassischen Abenteuerkino. Beides wird von Spielberg virtuos vermengt und zu einem aufregenden Neuen verbunden.
Bei Temple of Doom wiederum kritisiere ich nicht die Fantasyelemente - die sind hier sogar eher weniger zentral - als vielmehr die überzogenen Horroreinlagen und die nunmehr gänzlich unglaubwürdigen Stunts (Schlauchboot, Lorensprung). Das - wie du sehr richtig feststellst - hier vorliegende "Höher-Weiter-Schneller-Prinzip" überspannt m.E. hier den Bogen in diversen Bereichen und verleiht dem Film seinen unrhythmischen und lediglich auf Spektakel setzenden Charakter. Trotz seines unbestrittenen Unterhaltungswerts ist deshalb Teil 2 für mich ganz klar der schwächste.  :anime:

Zitat von: Chili Palmer am  8 Mai 2008, 22:39:26
Aber ich habe die Indy-Filme auch nie als Trilogie und den zweiten Teil dementsprechend als "Empire"-ähnliches Herzstück angesehen, das mag es wohl letztlich sein.
Habe ich auch nicht. In diversen Äußerungen von George Lucas klingt eine solche These an. Vor allem im Bezug auf Teil 2 wollte er eine Vertiefung des Charakters seines Titelhelden angehen, ein Versuch der gründlich in die Hosen ging. Auch wenn ich hier abschweife, aber Figurenzeichnug war schon immer eine große Schwäche von George. Die Star Wars-Drehbücher, die er ganz allein zu verantworten hat sind diesbezüglich ein beredtes Zeugnis. Im Endeffekt geht es bei Indiana Jones um drei unabhängige Abenteuer, die auch wunderbar ohne die beiden anderen funktionieren.

Zitat von: Chili Palmer am  8 Mai 2008, 22:39:26
Freue mich auf den Abschluss.  ;)
Das freut mich. Und der wird auch definitiv als nächstes angegangen. Zwar bin ich momentan etwas in Terminschwierigkeiten, aber vor dem 22. Mai werde ich Teil 3 bestimmt fertig bekommen.  ;)
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vodkamartini

So, die Trilogie ist komplett.   ;) Teil drei der Abenteurersaga macht die Fehler von Temple of Doom vergessen, orientiert sich aber sehr stark an Raiders. Connerys Mitwirken wertet den Film allerdings ungemein auf und macht ihn zum witzigsten und schauspielerisch interessantesten Beitrag der Serie.

http://www.ofdb.de/review/1445,295597,Indiana-Jones-und-der-letzte-Kreuzzug
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Chili Palmer


Schön, schön, schön.  :respekt:

Dem bleibt außer ein paar Kleinigkeiten nichts Großes mehr hinzuzufügen.

Man könnte nach Lektüre deines Textes auf die Idee kommen, Lucas hätte zu dem Ganzen nur Fehlentscheidungen beigesteuert.
Sicher, seine von dir erwähnten Ideen mögen im Nachhinein sehr daneben wirken, aber während des Lesens wirkt es dann eben sehr einseitig, gerade bei diesem Gemeinschaftsprojekt, bei dem Lucas viel Wertvolles beitrug.

"Schloss Grunewald" heißt "Schloss Brunwald".

http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_B%C3%BCrresheim

ZitatMann kann diese Sequenzen als banalpsychologisch und plakativ abtun

Der ist gut. Solange er kein Schreibfehler ist.

Alles in allem eine gelungene Ausgrabung dieser Klassiker. Ab ins Museum!
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vodkamartini

Danke!  :king: Um mal wieder ernst zu werden  ;), die Reviews haben mir sehr viel Spas gemacht, waren aber auch sehr zeitintensiv. Jetzt ist auch mal wieder gut.

Der Hinweis mit dem Schloss ist absolut richtig, das werde ich ausbessern.
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vodkamartini

Zitat von: Chili Palmer am 16 Mai 2008, 19:36:43
Dem bleibt außer ein paar Kleinigkeiten nichts Großes mehr hinzuzufügen.

Man könnte nach Lektüre deines Textes auf die Idee kommen, Lucas hätte zu dem Ganzen nur Fehlentscheidungen beigesteuert.
Sicher, seine von dir erwähnten Ideen mögen im Nachhinein sehr daneben wirken, aber während des Lesens wirkt es dann eben sehr einseitig, gerade bei diesem Gemeinschaftsprojekt, bei dem Lucas viel Wertvolles beitrug.
Alles in allem eine gelungene Ausgrabung dieser Klassiker. Ab ins Museum!

Das habe ich mir beim nochmals Durchlesen auch gedacht. Lucas kommt wirklich etwas schlecht weg, schließlich ist er der "Schöpfer" der Figur sowie der Lieferant diverser Plotideen. Sagen wir mal so: Spielberg und Lucas haben sich gerade beim dritten Teil gut ergänzt.
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vodkamartini

22 Mai 2008, 18:51:58 #40 Letzte Bearbeitung: 22 Mai 2008, 18:54:10 von vodkamartini
Nicht der ersehnte große Wurf aber auch kein Totalausfall.  :icon_rolleyes: Ich hatte - obwohl ich es vermeiden wollte - insgeheim dann doch eine sehr hohe Erwartungshaltung, die der Film leider nicht erfüllen konnte.   :bawling: Zu wenig Witz, zu wenig Esprit und zu viel dramaturgischer wie erzählerischer Leerlauf. Trotz allem ein schönes Erlebnis, Indy mal wieder auf der großen Leinwand zu erleben. Harrison reißt so einiges raus. Davor zieh´ ich den Fedora.  :respekt: Ein bißchem Magie ist schon noch.

http://www.ofdb.de/review/148533,297795,Indiana-Jones-und-das-Königreich-des-Kristallschädels

Nach vier ausführlichen Indy-Reviews am Stück macht sich eine wohlige Mattigkeit breit. Auf dann, bis zum fünften Streich. Den kann eigentlich nur ein schlechtes Einspiel verhindern.  ;)
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Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Das erste Drittel finde ich sehr gut - der Rest ist Schweigen. ;)
Bin ich hier der einzige, der den Film mit rosaroter Brille schaut?
Beim ersten Mal hatte ich permanent Gänsehaut und Tränen in den Augen - Indiana Jones auf der großen Leinwand - der Mann könnte auch zwei Stunden das Telefonbuch lesen, und ich wäre gerührt.
Deswegen dachte ich ja auch, beim zweiten mal wird es etwas objektiver - weit gefehlt, es gibt nur zwei Gelegenheiten bei denen mein Gehirn ausfällt, und ich zum absoluten Fanboy mutiere - Indy und Bruce Campbell, gestern war ich direkt froh darüber; ich wurde wohl als einziger hier nicht enttäuscht. Irgendwie verstehe ich jetzt aber auch Rajko und Episode 1 :icon_lol:
Und jetzt kommt noch der Klugscheißer in mir hoch: THX ist kein Tonsystem, sondern ein Gütesiegel/Standard.
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

vodkamartini

Zitat von: Der Crumb am 22 Mai 2008, 19:40:28
Das erste Drittel finde ich sehr gut - der Rest ist Schweigen. ;)
Bin ich hier der einzige, der den Film mit rosaroter Brille schaut?
Beim ersten Mal hatte ich permanent Gänsehaut und Tränen in den Augen - Indiana Jones auf der großen Leinwand - der Mann könnte auch zwei Stunden das Telefonbuch lesen, und ich wäre gerührt.
Ich habe die anderen drei auch auf der großen Leinwand gesehen. So gesehen kannte ich das schon. Aber glaube mir, ich wollte den neuen Film unbedingt toll finden. Vielleicht zu krampfhaft. Ich werde ihn mir aber auf jeden Fall ein zweites Mal im Kino anschauen. Es gab Gänsehautmomente, klar. Aber insgesamt zu wenige. Für mich bleibt Teil 3 das beste Sequel. Ein gelungener Film, aber nur ein durchscnittlicher Indy. Leider. :icon_neutral:

Zitat von: Der Crumb am 22 Mai 2008, 19:40:28
Und jetzt kommt noch der Klugscheißer in mir hoch: THX ist kein Tonsystem, sondern ein Gütesiegel/Standard.
Da hast du natürlich völlig recht. Dank dafür. Dummer Fehler.  :icon_redface: Ist bereits ausgebessert.
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Mr. Vincent Vega

Zitat von: Der Crumb am 22 Mai 2008, 19:40:28
Bin ich hier der einzige, der den Film mit rosaroter Brille schaut?

Nein, ich hatte dieses magische Gefühl gepaart mit Grinsen und inneren "ahh, yeah"-Momenten beim ersten Sehen auch permanent.

Zitat von: Der Crumb am 22 Mai 2008, 19:40:28
Beim ersten Mal hatte ich permanent Gänsehaut und Tränen in den Augen - Indiana Jones auf der großen Leinwand - der Mann könnte auch zwei Stunden das Telefonbuch lesen, und ich wäre gerührt.

Na ja, auf der großen Leinwand ist ja für dich nichts besonderes, du der alle Teile im Kino gesehen hat. :00000109:

Zitat von: Der Crumb am 22 Mai 2008, 19:40:28
Irgendwie verstehe ich jetzt aber auch Rajko und Episode 1 :icon_lol:

Und II und III. ;)

Aber immerhin.

Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Stimmt, hatte ich nach 19 Jahren verdrängt.
Episode 2 mag ich ja auch, und von 3 zumindest die letzte Szene. ;)
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

vodkamartini

Nach längerer Pause mal wieder ein Reviewhinweis. Es gibt eigentlich keinen besonderen Anlass, ich habe einfach mal wieder drangedacht. Ich vergesse häufig einfach auf meine Reviews hinzuweisen. Im Zuge der überaus gelungenen Neuveröffentlichung der Dirty Harry-Reihe auf DVD habe ich mal den ersten und mit Abstand besten Teil genauer unter die Lupe genommen. Dirty Harry wird heute vor allem als Genre-definierender Klassiker rezipiert. Bei seiner Erstauswertung im Kino waren die Reaktionen allerdings erheblich kontroverser.

http://www.ofdb.de/review/442,305141,Dirty-Harry
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McKenzie

Ich lese deine Reviews ja gerne, vor allem bei Action bist du ein Kenner mit Geschmack (es gibt ausreichend mäßig bis schlecht schreibende Action-Fans in der OFDb, man muss dir für deine Texte schon danken) aber mich würde doch interessieren wie du dazu

http://www.ofdb.de/view.php?page=bewertung_detail2&fid=12118&note=2

kommst?  :eek: Gut, sicherlich ist es nicht unbedingt ungewöhnlich, dass jemand mit dem Film nichts anfangen kann, er ist nicht einfach und sehr ausladend erzählt, aber 2/10 - das ist schon ein ordentlicher Prügel der erst einmal "gerechtfertigt" werden muss.  :icon_eek:
ZitatPunctuality is the thief of time
- Oscar Wilde

ZitatOne problem with people who have no vices is that they're pretty sure to have some annoying virtues.
- Elizabeth Taylor


vodkamartini

8 Juli 2008, 10:25:34 #47 Letzte Bearbeitung: 8 Juli 2008, 10:28:47 von vodkamartini
Ah ja, du sprichst kein Review, sondern meine 2 Punkte für Barry Lyndon an. Dazu muss ich folgendes sagen. Die Bewertung stammt noch aus meiner Studienzeit, seit der ich den Film auch nicht mehr gesehen habe. Wir haben ihn damals im Rahmen eines Seminars (Geschichte im Film) auseinandergenommen. Ich muss zusätzlich vorrausschicken, dass ich kein großer Fan Kubricks bin, zu dessen Filmen ich keinen so rechten Zugang finde. Sie lassen mich irgendwie seltsam kalt, berühren mich nicht. Handwerklich und inszenatorisch sind viele natürlich weit über dem Durchschnitt. Ich mag eigentlich nur Full Metal Jacket und Clockwerk Orange. 2001, Shining und eben auch Barry Lyndon gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsfilmen. Wege zum Ruhm und Dr. Seltsam habe ich schon ewig nicht mehr gesehen.
Zu Barry Lyndon. Natürlich sind 2 Punkte zu hart und eigentlich auch nicht objektiv begründbar, dank deines Hinweises werde ich die Bewertung vermutlich ändern (hatte das schon vergessen). Der Film ist weitgehend historisch korrekt. Die Recherche war akribisch. Ich weiß natürlich auch, dass Kubrick nur natürliches Licht (z.B. Kerzen) benutzt hat, um eine authentischere Atmosphäre zu schaffen. Allein über die technischen Details bei der Kameraarbeit kann man Aufsätze schreiben.
Allerdigs empfand ich den Film damals unglaublich langweilig, eintönig und dramturgisch flach. Ich bin da sehr empfindlich (siehe Der gute Hirte). Ich kenne das Gegenargument, dass man damit den erheblich langsameren Lebensrhythmus der Zeit einfangen und erfahrbar machen wollte. Für mich greift das nicht. Zudem halte ich den völlig farblosen Ryan O´Neal für eine seltsame Wahl. Bei uns im Seminar hieß der Film damals (natürlich nur bei den "Gegnern") übrigens "Bory Lyndon".
Für eine fundiertere Analyse und Diskussion - oder gar ein Review - müsste ich den Film aber erst einmal erneut sichten. 4-5 Punkte könnten dabei sicherlich herauskommen. Die Wertung 2 streiche ist erst einmal.

Deine Anmerkung bezüglich der Actionfilm-Besprechungen habe ich mit Freude gelesen. Ich finde auch, dass dieses Genre zu wenig fundierte Besprechungen erfährt.  :respekt:
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Mr. Vincent Vega

Sehe ich genauso. Das ist Kino, was für mich ungefähr so aufregend ist wie 3 Stunden an die Wand starren.

Chili Palmer


Gut, dass Kenzie dir hier nicht das Wort verboten hatte.  :icon_lol:
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"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Crumby Crumb & the Cunty Bunch

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 Juli 2008, 12:58:18
Sehe ich genauso. Das ist Kino, was für mich ungefähr so aufregend ist wie 3 Stunden an die Wand starren.

Hast du sicher schon öfters gehört, aber du hast absolut keine Ahnung von Filmen. Solltest dir mal ein Spielfeld suchen, in dem du dich auskennst.
Barry Lyndon ist ja wohl alles andere als dumpfe Kriegspropaganda und sollte daher deiner Logik nach besser sein.
'Are you talkin' to me? You talkin' to me?' - Raging Bull, Pacino. Love that movie!

Mr. Vincent Vega

Deine innerforische postmoderne Zitierlust mal unberücksichtigt, ist es mir relativ egal, ob das jetzt Kriegsproganda ist oder nicht, wenn es mich kalt lässt. Kubrick geht mir nun einmal auf die Nerven, ich mag den einfach nicht.

Und seit ich letzte Woche JOHNNY GOT HIS GUN gesehen habe, braucht mir eh keiner mehr mit Kriegsfilmen zu kommen.

Chili Palmer

Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 Juli 2008, 13:06:37
Und seit ich letzte Woche JOHNNY GOT HIS GUN gesehen habe, braucht mir eh keiner mehr mit Kriegsfilmen zu kommen.

Weil...?
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"Der Terminader is ja im Grunde so'n Kaiborch."

Vince

Zitat von: Chili Palmer am  8 Juli 2008, 13:09:51
Zitat von: Mr. Vincent Vega am  8 Juli 2008, 13:06:37
Und seit ich letzte Woche JOHNNY GOT HIS GUN gesehen habe, braucht mir eh keiner mehr mit Kriegsfilmen zu kommen.

Weil...?

Option A: ...der so scheiße war, dass ihm für immer die Lust auf das Genre vergangen ist.
Option B: ...der Film das Meisterstück ist, nachdem es nichts mehr weiter zu sagen gibt.

Dem Herrn Vega muss man echt immer alles aus der Nase ziehen. ;)

Happy Harry mit dem Harten

Ich hoffe doch, weil es sich hier um den eindringlichsten Antikriegsfilm aller Zeiten handelt und nicht weil sich Vega mal wieder in einem guten Film gelangweilt hat... ;)

Chili Palmer


Exaktamente, Vince. *zieh*

Wobei ich eher an Option C glaube:

Vega mit'm Dosenbier und 'ner Packung Crunchips moschend vor dem Fernseher:

Darkness imprisoning me
All that I see
Absolute horror
I cannot live
I cannot die


etc. pp.
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Vince

Stimmt, der hört ja sogar Metallica, zumindest seiner Filmsammlung nach zu urteilen. Hätte ich nach den Scissor Sisters nun nicht gedacht. ;)

vodkamartini

Um nochmal zu Barry Lyndon zurückzukehren. Das ist sicher alles andere als ein Kriegspropagandafilm.
Sonst gehe ich hier aber mit Vega konform, wie ja oben bereits erwähnt.
1. kann ich mit Kubrick ebenfalls nicht sonderlich viel anfangen. Sein Stil ist mir zu kalt, seine Filme haben kaum Herz und binden den Zuschauer nicht emotional ein. Und 2. finde ich Barry Lyndon extrem langweilig. Ein Experiment - mit einem Film den Rhythmus einer vergangenen Epoche einzufangen - ist zweifellos eine sehr interessante Idee, hier aber m.E. gescheitert.
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Happy Harry mit dem Harten

Ich denke aber, das solche Begrifflichkeiten immer sehr schwierig zu bemessen sind. Mich berühren Kubricks Filme zutiefst und sind imo im höchsten maße emotional. Gerade BARRY LYNDON zeichnet visuell ein Bild der gesellschaftlichen Starre seiner Zeit, die geschichte Barrys hat mich aber extrem mitgenommen, ähnlich wie McKenzie im anderen Thread erwähnt hat. Das dir der Stil kalt erscheint ist ok, aber der Zuschauer wird sehr wohl emotional eingebunden wenn er zugang zu den Filmen findet. Ausnahme bildet da vielleicht 2001. Und langweilig? meiner Meinung nach ist der Film in meinen Augen sehr unterhaltsam, weil abwechslungsreich, dynamisch und exzellent gespielt.

Wer den Film als Kriegspropaganda versteht, sollte sich in der Tat von Kubrick fernhalten...

Mr. Vincent Vega

Zitat von: Vince am  8 Juli 2008, 13:20:44
Stimmt, der hört ja sogar Metallica, zumindest seiner Filmsammlung nach zu urteilen. Hätte ich nach den Scissor Sisters nun nicht gedacht. ;)

War lange und ist vielleicht sogar noch meine Lieblingsband. ;)

Und über "One" kommt man dann auch fix zum Dalton Trumbo und zur Option B.

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