Westworld - Remake (HBO-Serie)

Erstellt von Hitfield, 27 September 2014, 04:04:48

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StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

StS

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(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Dashu

Ich habe mir Staffel 1 angesehen. Bis ich irgendwann bei der vorletzten Folge tatsächlich abgebrochen habe. Es werden so viele Charaktere angerissen und nicht zum Ziel geführt, so viele endlos Dialoge geführt, das ich bei fasst jeder Folge eingeschlafen bin und das obwohl ich eigentlich sehr viel von guten Dialogen halte. Nur hier wirkt alles wie eine endlose Wiederholung von schon gesagtem. Jede Figur muss nochmal bis auf den Punkt genau das gleiche noch einmal feststellen wie jede Figur zuvor, das Silbe um Silbe. Es macht wirklich kaum Spaß, dazu irritiert einen die ganze Welt in Westworld , wie Sie ist, da hätte man so viel draus machen können und es blieb doch nur bei Platzpatronen. Das original kenne ich nicht, die Serie macht mir aber so wenig Laune, das ich das Original nicht mehr sehen möchte. Und eigentlich liebe ich Western, sowie Sci fi. Fühlte mich von Bavestarr tausend mal besser Unterhalten, dabei fand ich die Zeichentrickserie nur als Kind gut. So in etwa würde ich es vergleichen. Und da mag ich nicht einmal mehr diese.

2/10 Die zwei Punkte gehen an Kulisse und den Versuch als solches, leider sehr schnell langweilig geworden, so sehr- da würde ich nicht einmal mehr vorspulen ^^

Private Joker

Dashus Rundumschläge - so ganz nachvollziehen kann ich die ehrlich gesagt nicht. Ich habe in letzter Zeit jedenfalls keine aktuelle TV-Serie gesehen, die 2/10 verdient hätte, schon gar nicht von den Premium-Sendern. Und wenn die Gefahr bestand, habe ich die nach einer, spätestens 2 Folgen abgebrochen (wie zuletzt Colony). Dann sollte man allerdings auch von Wertungen in dem Bereich absehen, da fehlt dann doch einfach die Grundlage.

Aber btT: Westworld geht ja mittlerweile auch hierzulande in die 2. Runde, diesmal gleich auf Deutsch, wenn auch nur häppchenweise. Ich tue mich mit den ersten Folgen da noch etwas schwer - die selbst für aktuelle TV-Verhältnisse sehr unvermittelt eingeworfenen Rückblenden auf die Entstehung des Parks hätte ich jedenfalls in der Form nicht unbedingt gebraucht (wenn überhaupt dann mal als komplette Episode). Ich würde HBO zwar zugute halten, dass da durchaus ein Plan hintersteckt und man im Endeffekt noch ein bisschen was erfährt über die Schöpfer. Aber ohne Hopkins macht das für mich alles nicht so viel Sinn (da helfen auch keine kleinen Tricks wie der mit der Stimme), und auch generell fehlt da einfach was. Dafür ist immerhin Harris noch dabei, dem zuzusehen ist immer noch ein großer Pluspunkt der Serie.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Mr. Blonde

Ich kann diesen Verriss auch nicht nachvollziehen. Natürlich werden nicht alle Figueren zum Ziel geführt, warum auch? So funktioniert keine Serie und kein Film. In einem lebenden, überzeugenden Universum ist die Reise interessanter als die Ankunft. Davon abgesehen hat man mit der ersten Staffel überhaupt erst die Grundlage für weitere Erzählungen geschaffen. Und Laune machen soll die Serie kein bisschen. Sie ist kein Unterhaltungsprodukt, sondern Sci-Fi auf hohem Niveau mit extrem hohen Anspruch an den Zuschauer. Wer dabei einschläft, ist diesem leider nicht gerecht geworden. Natürlich werden die Kernthemen immer wieder aufgegriffen, weil sie essentiell sind und viele Wiederholungen der Dialoge bzw. Monologe gehen einer vorherigen Lernkurve bzw. Entwicklung voraus. Ich würde daher Dashu eine 2/10 als schlechtem Zuschauer mit großen Müdigkeitsproblemen und komischer Wahrnehmung geben.  :icon_mrgreen:

Der Bravestar-Vergleich ist außerdem haarsträubend.


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Dashu

Zitat von: Mr. Blonde nach  3 Mai 2018, 14:26:44
Ich kann diesen Verriss auch nicht nachvollziehen. Natürlich werden nicht alle Figueren zum Ziel geführt, warum auch? So funktioniert keine Serie und kein Film. In einem lebenden, überzeugenden Universum ist die Reise interessanter als die Ankunft. Davon abgesehen hat man mit der ersten Staffel überhaupt erst die Grundlage für weitere Erzählungen geschaffen. Und Laune machen soll die Serie kein bisschen. Sie ist kein Unterhaltungsprodukt, sondern Sci-Fi auf hohem Niveau mit extrem hohen Anspruch an den Zuschauer. Wer dabei einschläft, ist diesem leider nicht gerecht geworden. Natürlich werden die Kernthemen immer wieder aufgegriffen, weil sie essentiell sind und viele Wiederholungen der Dialoge bzw. Monologe gehen einer vorherigen Lernkurve bzw. Entwicklung voraus. Ich würde daher Dashu eine 2/10 als schlechtem Zuschauer mit großen Müdigkeitsproblemen und komischer Wahrnehmung geben.  :icon_mrgreen:

Der Bravestar-Vergleich ist außerdem haarsträubend.


Pah!- ne also wirklich von dem hohen Niveau habe ich wirklich nichts gemerkt, das war alles nicht überraschend und eher eine übliche Pinocchio Geschichte wie Sie schon auf zig anderen Arten erzählt wurde. Hier halt in einer virtuellen Western Stadt, wo die Puppen auch langsam Identitätskrisen bekommen. Ich habe kurz zuvor eine Serie Namens "Humans" gesehen, da war es das gleiche, bloß ohne Western und Hausroboter und davor habe ich auch schon eine Serie mit ähnlichem Inhalt gesehen "Extant". Vielleicht kam mir die Serie mit dem Thema nach den anderen beiden so dermaßen übersättigt an, das ich einfach nur noch von dem Thema angeödet bin. Nichts neues "quasi" auch wenn hier auf hohem Technischen Niveau gesetzt wird, dafür gab ich in Form von Kulisse ja auch Punkte, doch mehr war da einfach nicht. Meine Frau war gleichermaßen angeödet. "Nicht schon wieder Ki gesteuerte Wesen, die sich verselbstständigen" Die Serie hatte bei mir einfach Pech. Wenn Sie euch gefällt ist das ja kein Problem, mir ist Sie zu eintönig, hält kaum Überraschungen bereit. Da fand ich Extant wesentlich spannender inszeniert, auch wenn da so manche Situation wesentlich dümmer zusammen fließt. Aber zu perfekt darf so etwas auch nicht laufen. Bei Westworld hatte ich oft den Eindruck: "Man muss jetzt unbedingt einen Dialog führen, der alles erklärt, dabei sich die Sache auch in Bilder viel logischer erklärt hätte. Ich hasse so etwas, wenn Figuren ständig Ihre Handlungen erklären müssen, als ob der Zuschauer zu doof wäre, das ganze auch so zu erfassen. Ich bleibe bei meinen 2/10, sry. Umso mehr ich über die Serie nachdenke, umso mehr kommt mir viel heiße Luft in Erinnerung.

Mr. Blonde

Na wenn deine Frau auch angeödet war, dann sieht deine Bewertung gleich ganz anders aus.  :icon_lol:

Meine Partnerin und ich waren übrigens absolut fasziniert und vor allem vom Schauspiel von Ed Harris und Anthony Hopkins angetan. Auch Jeffrey Wright war, wie schon in "Boardwalk Empire", absolut großartig. In deiner Bewertung werden die tollen Darsteller nicht mal erwähnt. Als wenn das bedeutungslos wäre. Anscheinend sind deine Frau und du tatsächlich übersättigt gewesen. Anders kann ich mir eine 2/10 gar nicht erklären. Warum guckt ihr überhaupt etwas, auf das ihr keinen Bock habt?

Du darfst gerne bei deinen 2/10 bleiben, mich stört das absolut nicht.  :icon_mrgreen: Ist halt keine Kritik, die ich sooo ernst nehme, da du ja selbst zugibst, viel dabei geschlafen zu haben und das Finale nichtmal gesehen hast. 2/10 für ein intelligentes Thema, ausgezeichnete Darsteller, hoooohen Produktionsstandard, tolle Bebilderung und hervorragende Spezialeffekte, dazu noch ein cleverer Soundtrack, der die Moderne in die Vergangenheit bringt (bekannte Rock- und Popsongs auf dem Piano gespielt) und andere Qualitäten. Okay. Sieht für mich aus, als wenn du die Serie rein als Unterhaltungsprodukt bewertest, dabei alle künstlerischen und stilistischen Darbietungen und Qualitäten absichtlich ignorierst. Weil, wenn du eingeschlafen bist, ist es eben schlecht.


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Peter2013

Zitat von: Dashu nach  3 Mai 2018, 15:30:45
...als ob der Zuschauer zu doof wäre, das ganze auch so zu erfassen...
Gerade diesen Eindruck machst Du leider (auch in anderen Beiträgen).
Der philosophische Aspekt, der einen bedeutenden Anteil an dieser Serie ausmacht, scheint von Dir überhaupt nicht empfangen worden zu sein. Vielleicht fehlt Dir für derart anspruchsvolle Inhalte schlicht die geeignete Antenne.
Davon abgesehen herrscht hier selbstverständlich Meinungsfreiheit und die Geschmäcker sind eben verschieden.  :icon_smile:

Dashu

Nein es gab einfach rein gar keinen Philosophischen Anteil, der nennenswert wäre. Alle Charaktere reden doch pauselos wirklich nur von dem was gerade geschehen ist, ich sehe da keine interessanten Schlüsse oder gar etwas neues, das im Dialohg glänzen könnte. Der lahme und triste Aufbau der Serie (und ich habe, auch wenn ich eingeschlafen bin, die Folgen immer zu Ende angesehen) lässt nichts anderes zu als den immer wieder werden Ablauf nochmal neu von einer anderen Person erklärt zu bekommen.
Dabei glänzen Sie nicht in Brillianz sondern wiederholen Monoton die Dialoge: " Aber Sie können nicht selbst agieren!" mit der darauf folgenden Frage: "Können Sie etwa doch etwas abspeichern?" Mit dem plumpen Fazit: "Nein das kann gar nicht sein!" Während absurder Weiße es frühere Projekte gab wo scheinbar vieles schief gelaufen ist, womit die Frage an sich schon ziemlich bescheuert ist.

Die Schauspielerische Darbietung ist auch nur von starren Bildern geprägt. Zahlreiche Stars, deren Rolle geradeaus verschenkt wurde, Hopkins macht nicht recht viel außer seinen üblichen Denker Blick arbeiten zu lassen, der für mich seit Schweigen der Lämmer ohnehin nie aus seiner "Hannibal" Rolle je wieder heraus kam. Brynner bleibt auch auf seiner Handlung festsitzen und kann der Rolle nicht recht viel mehr als das Stereotype Drehbuch beitragen. Die Serie kommt einfach nicht voran und dafür sind dann auch die Folgen viel zu lang. Es ist schon lustig das ein Fanmovie im Kern alles zusammen fassen kann, ohne das man auch nur eine Minute der vielen "anspruchsvollen" Szenen missen würde. Das Thema ist ja nicht nur durch die Serien, die ich kurz zuvor gesehen habe, einerseits vollkommen ausgelutscht, doch bis auf einer Western Lounge sehe ich absolut nichts, das nicht schon einmal da gewesen ist. Ganze Gesprächsabläufe finde ich in XXXX Büchern und Robo Animes wieder, davon bin ich auch geprägt. Kaum einer der Gespräche bietet mir etwas, das ich noch mit Scifi als sinnliche Philosophie gleich setzten könnte, da die Themen uralt sind, wenn Sie überhaupt mal etwas anderes sagen, das über die reichlichen "AhA" Versuchen hinaus geht. Mir fehlt da keine Antenne für irgendetwas. Ich lasse mich nur nicht durch aufgekochte endlos Dialoge beeindrucken, wenn man mit beweglichen Bildern schon alles gesagt hat. Etwas weniger Dialog würde die Serie vielleicht sogar intelligenter wirken lassen. Wie gesagt ich brauche keine Hauptcharaktere, die mir stets erklären was gerade passiert ist. Mich erinnert die Serie sehr stark an "Lost". Ein Hype, fürs große Publikum, mehr nicht. Das wird sicherlich ins endlose gedrückt bis das Marketing den letzten Zuschauer bis zur Unendlichkeit ausgepresst hat.
Naja die Masse wird sich daran satt sehen können, an jedem Satz einen Cliffhanger zum nächsten Satz anbringen ist natürlich immer ein leichtes Mittel, die Leute auf Spannung zu halten.

Ich meine über was sprechen die Leute denn so tolles in der Serie, das wir nicht schon tausende Male gehört haben, und wovon man noch großartig etwas neues abgewinnen kann? Was machen die Schauspieler denn groß außer starr ihrer üblichen Mimik zu geben?
Mit den "harten" Szenen fängt man mich schon dreimal nicht, da habe ich genug Western gesehen, die es besser machten. Robobodys hin oder her. Der einzige Anreizt der bleibt ist sich von der Kulisse verwöhnen zu lassen, doch auch diese lässt schon nach der ersten Pilot Folge deutlich nach. Nicht böse sein, aber wenn man mir schon so kommt, mir würden irgendwelche Antennen Fehlen, um den Anspruch in der Serie zu erfassen, dann suche ich nach diesem akribisch, da ist aber kaum einer zu finden. Auch das stetige Verwirrspiel und mit bloßer Gewalt in Szene gesetzten Emotional Szenen, lassen es einfach nicht wirken. Es wirkt so dermaßen aufgesetzt, das ich bei jeder Szene mehr am schimpfen war, was man den Zuschauer hier wie einen faulen Zauber vorspielt. Im Grunde passiert nichts und davon recht viel. Und ich wiederhole mich, ich bin von der Thematik dermaßen übersättigt. Jeder Professor der mir einen Dialog hin knallt, das die Ki´s irgendwie nicht richtig funktionieren, ist mir stets ein Dialog zu viel. Die anderen gezwungen schlau wirken wollenden "Sprüche" helfen da einfach nicht weiter.
Warum nicht mal das Thema anders aufrollen? Cool wäre gewesen, wenn man die Thematik gegenüber den echten Menschen mal aufgerollt hätte, welche sich nicht mit den Maschinen abfinden können, das wird in der Serie zwar angekratzt aber auch nur auf üblichem Handlungsbogen sämtlicher anderer Ki bezogener Filme und Medien. Das macht Extant wesentlich besser, auch wenn da oft dumme Situationen entstehen ist es herrlich zu betrachten wie die Protagonisten Ihre Liebe nicht mehr von einem "Ding" ablösen können. Materialisierung aka Objektophilie lässt grüßen. Es ist schon recht viel Quatsch, der Heut´zu Tage als etwas verkauft wird und von der Allgemeinheit hingenommen wird. Atmosphäre suche ich in Westworld vergebens. Optik? CGI Gewitter, das Heute keine Kunst mehr ist. Sex Sells sowieso nicht.
Fazit: Aber naja die Antenne fehlt einfach, so eine will ich auch lieber gar nicht haben, wenn mir dann so etwas gefallen "muss" !?
Bin mehr als satt.

Mr. Blonde

Zitat von: Dashu nach  3 Mai 2018, 19:47:06
Nein es gab einfach rein gar keinen Philosophischen Anteil, der nennenswert wäre.



- Fragen über Identität und was diese bedeutet
- Wie viel wert ist künstliches Leben? Ist es überhaupt Leben? Hat es einen Wert und falls ja, ist dieser nur finanzieller Natur?
- Roboter werden wie Vieh behandelt, sind Sklaven für gewalt- und sexgeile Menschen. Was sagt das über uns Menschen aus?
- KI erhebt sich über seine Schöpfer
- Wie gut sind wir Menschen?
- Wie weit dürfen wir gehen und zu welchem Zweck?
- Wenn wir eine KI erschaffen und Emotionen geben, ist das gut oder schlecht?
- Kann ein künstliches Wesen leiden und falls ja, wie ist damit umzugehen?
- Sollten wir Verantwortung übernehmen, wenn wir künstliches Leben mit einem Gewissen und Erinnerungen erschaffen?
- Wer ist Schuld an der Misere des Parks? Ist es auf die Menschen oder Androiden zurückzuführen?
- Warum verhalten sich die Menschen in der Serie berechnend, kalt und teilweise herzlos und die Roboter oftmals völlig anders?
- Der Mensch glaubt, alles erreicht zu haben und stagniert in seiner eingebildeten Übermenschenposition, während die KI in der Serie sich weiterentwickeln will, Grenzen überwinden möchte und quasi nach den Sternen greift, weil sie von Sehnsucht (selbst wenn nur digitale Form) getrieben sind, während der Mensch sich auf seinen Lorbeeren ausruht und diese kreativen Wesen einfach nur verwaltet
- das Konzept von Erinnerungen und wie diese jemanden oder etwas verändern

Das ist mir einfach nur aus dem Stegreif eingefallen. Sorry, mit dem Inhalt der Serie kann man Bücher füllen, Parallelen zu unzähligen anderen Werken ziehen. Natürlich sind viele Motive nicht neu, aber zu behaupten, die Serie hätte keinen nennenswerten, philosphischen Anteil, wo sie aus nichts anderem besteht, ist für mich unbegreiflich. Es wird unglaublich viel direkt angesprochen und die restliche Denkarbeit wird dem Zuschauer überlassen, der entweder zwischen den Zeilen Schlüsse ziehen will oder eben nicht. Du hast dir diese Arbeit nicht mehr gemacht, weil du das alles anscheinend so schon kennst. Das ist okay. Aber das bedeutet nicht, dass die Serie damit keinen nennenswerten Content hätte. Sie bietet nicht viel neues, aber einen neuen Anstrich in einem anderen Medium. Vergleich die Serie doch mal mit etwas, das vor 30 Jahren rauskam. Serien haben sich unglaublich entwickelt und "Westworld" ist in vielen Aspekten mustergültig.


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Dashu

Da gebe ich dir durchaus recht, doch du siehst ja selbst, das meine Intention bei dem Satz, den du einzeln heraus ziehst- sich deutlich darauf bezieht, das ich darin eben nichts neues finde. Für mich ist das Thema so aufgekocht, das ich nur vergleichen kann. Gerade weil viele neue Serien auch viel Innovation mit sich bringen, da ist so ein altes Thema, das ich einfach schon zu oft in besseren Beispielen besser erlebt habe- nichts was mich begeistern kann. Und wären die anderen Punkte so heraus strahlend wie du es für dich entdeckt hast, dann wäre ich wahrscheinlich auch damit zufrieden. Aber wie gesagt, absolut satt. So gerne ich mir auch mal einen Cheseburger gönne, spätestens nach dem 3ten wird mir schlecht, habe ja auch gesagt, die Serie hatte bei mir einfach Pech. Das ganze Drumherum. CGI, Stars etc. damit kann man mich nicht fangen und so bleibt mir einfach nur restlose Übersättigung.
Das ist ja auch nicht böse gemeint. Ich akzeptiere da auch deine Meinung dahin vollkommen. Spreche auch nur über meine Eindrücke. Ich habe schon ähnliche Kritiken, wie die meine gelesen, also kann ich wohl sagen, das ich kein Ausnahmefall bin. Mag ja sogar Leute
geben die Game of Throns nicht mögen. Wir sind halt nicht alle gleich, auch wenn die Produzenten das gerne hätten.  :icon_mrgreen:

Also kein Grund zur Ausgrenzung, an anderer Stelle findet man wieder etwas das einem gleichermaßen gefallen kann. So ist das halt. Für mich versucht die Serie eben krampfhaft gut zu sein, schafft es aber einfach überhaupt nicht mich zu überzeugen, gerade auch weil es zu viele Serien mit dieser Neuzeitigen Masche versuchen, wo alles nur noch aus groß, größer am gewaltigsten besteht. Das zieht auch bei Videospielen bei mir nicht. Darum gefällt mir ja z.B Lost in Space so gut. Es bleibt auf dem Teppich, eine Serie muss nicht ständig auf hohem Ross herum reiten, das wirkt irgendwann zu aufgesetzt. Käme eine innovative Idee hinzu, oder erfindet ein Genre neu, wie Game of Throns, dann lasse ich mich darauf auch ganz gewiss ein. Das Westworld nicht jeden anspricht, das muss man verstehen, es ist Western mit Scifi Elementen und ich musste die ganze Zeit an Wild Wild West oder Bravestar denken, so etwas muss für den Zuschauer auch erst einmal in einem Topf passen. Mir schmeckt es nicht. Entweder ich sehe Western oder Scifi, beides passt mir so gut wie ein Back to the Future 3, nämlich gar nicht.^^

Ich schau mir die Tage mal die letzten zwei Folgen an, scheinen ja alle so vom Finale begeistert zu sein, vielleicht fehlt mir das noch, um das auch bei mir ein Funke zündet, recht viel Erwartungen habe ich aber nicht.

creamsoda

ZitatWir sind halt nicht alle gleich, auch wenn die Produzenten das gerne hätten.

Aus diesem Grund wäre es schwer für mich Westworld als "hohes Niveau" zu bezeichnen. Es ist eine Massenserie und dazu noch aus Amerika... Dafür ist sie besser als viele andere, weil sie Fragen stellt und nicht nur unterhält.

Mir ging und gehr es mit Breaking Bad so. Viel Hype gab es. Ich habe es mir angesehen und hätte lieber die ersten 3 Staffeln Lost geguckt.
Ich finde gut, dass du eine Auffassung vertrittst, die dem Mainstream widersprucht und das mit Argumentan begründest!

Zitat von: Mr. Blonde nach  3 Mai 2018, 16:07:15
Na wenn deine Frau auch angeödet war, dann sieht deine Bewertung gleich ganz anders aus.  :icon_lol:

9/10 für die Feststellung!  :LOL:

Private Joker

Und schon wieder durch, die Staffel 2, geht schnell heutzutage.

Nach Ansicht der gepflegt überlangen letzten Folge kann ich mich Bernard ("Ich verstehe überhaupt nichts mehr") und Dolores ("Sie haben gar nichts verstanden") nur anschließen - ich auch nicht. Jedenfalls mal nicht alles, was da auf verschiedenen Zeit- und Realitätsebenen so passiert. Ändert allerdings nichts daran, dass das immer noch ein ziemlich faszinierendes Stück TV ist, aber manchmal wäre etwas weniger vielleicht etwas mehr.

So kann man zumindest mal relativ objektiv feststellen, dass die starke Western-Atmosphäre der ersten Staffel deutlich zurückgefahren wurde, dafür ist die Action (auch weil überwiegend nicht mehr nur Teil des "Spiels") nochmals härter und blutiger geworden. Die Japan-Episoden erschließen sich mir in ihrer Sinnhaftigkeit überhaupt nicht (außer man möchte die Serie dort besser verkaufen), und auch die Entscheidung, gegen Ende noch das Element "virtuelle Realität" einzubauen, kann ich kaum nachvollziehen; wenn man in der Erschaffung künstlicher Welten schon so weit ist, warum den ganzen irrwitzigen Aufwand mit lebenden, intelligenten Maschinen treiben, die sich zu allem Überfluss auch noch mopsig machen und ihre Erbauer reihenweise umnieten ? Warum nicht den ganzen Park von vornherein als VR-Illusionaufziehen ??

Aber wie gesagt, das ist Kritik auf hohem Niveau. Eine interessante Erfahrung bleibt die Serie in jedem Fall, auch wenn man nicht jeden Gedankengang der Autoren nachvollziehen kann. Nur das neue Game of Thrones, das die Macher wohl gerne schaffen würde, das wird die Serie wohl nicht mehr werden.

Unverändert 7/10 von mir.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Mills

Zitat von: Private Joker nach 28 Juni 2018, 11:06:58
Und schon wieder durch, die Staffel 2, geht schnell heutzutage.

Nach Ansicht der gepflegt überlangen letzten Folge kann ich mich Bernard ("Ich verstehe überhaupt nichts mehr") und Dolores ("Sie haben gar nichts verstanden") nur anschließen - ich auch nicht. Jedenfalls mal nicht alles, was da auf verschiedenen Zeit- und Realitätsebenen so passiert. Ändert allerdings nichts daran, dass das immer noch ein ziemlich faszinierendes Stück TV ist, aber manchmal wäre etwas weniger vielleicht etwas mehr.

So kann man zumindest mal relativ objektiv feststellen, dass die starke Western-Atmosphäre der ersten Staffel deutlich zurückgefahren wurde, dafür ist die Action (auch weil überwiegend nicht mehr nur Teil des "Spiels") nochmals härter und blutiger geworden. Die Japan-Episoden erschließen sich mir in ihrer Sinnhaftigkeit überhaupt nicht (außer man möchte die Serie dort besser verkaufen), und auch die Entscheidung, gegen Ende noch das Element "virtuelle Realität" einzubauen, kann ich kaum nachvollziehen; wenn man in der Erschaffung künstlicher Welten schon so weit ist, warum den ganzen irrwitzigen Aufwand mit lebenden, intelligenten Maschinen treiben, die sich zu allem Überfluss auch noch mopsig machen und ihre Erbauer reihenweise umnieten ? Warum nicht den ganzen Park von vornherein als VR-Illusionaufziehen ??

Aber wie gesagt, das ist Kritik auf hohem Niveau. Eine interessante Erfahrung bleibt die Serie in jedem Fall, auch wenn man nicht jeden Gedankengang der Autoren nachvollziehen kann. Nur das neue Game of Thrones, das die Macher wohl gerne schaffen würde, das wird die Serie wohl nicht mehr werden.

Unverändert 7/10 von mir.


Ich habe es auch geschafft und gehe mit deinen Ausführungen ziemlich daccord. Allerdings bin ich einen Tick positiver.
Was z. B. den Japan-Ausflug angeht, so ist er doch ganz interessant und soll einfach zeigen, welche Größe das Westworld Universum noch so zu bieten hat und das für jeden Geschmack des Besuchers etwas dabei ist. Auch die Illusionswelt erkläre ich mir so, dass sie ja erst in den Jahren oder Jahrzehnten entwickelt wurde und nicht von vornherein da war.

Von mir also eine 8,5/10. Einfach ein ganz hohes Niveau und auch schön, dass Hopkins wieder dabei war, hatte ich gar nicht mit gerechnet.
A: Welchen Bond-Film magst du am liebsten?
B: Den mit Daniel Crack, also genauer gesagt Casino Neural.


Meine Sammlung

Wolfhard-Eitelwolf

Grundsätzlich gute zweite Staffel, innerhalb von drei Tagen durchgesuchtet (aus Zeitgründen, aber es hat mich auch tatsächlich gepackt :D). Staffel 2 führt die Handlung der ersten Staffel konsequent (und weniger mit Aha-Erlebnissen gespickt) fort und erweitert den Themenpark sowohl in räumlicher als auch zeitlicher Ebene. Ersteres finde ich durchaus plausibel und konsequent, denn warum sollte sich ein solcher Kommerz-Park nur auf ein Sujet konzentrieren?! Die Installation von mehreren Zeitebenen, die nervigerweise nicht immer klar zu identifizieren sind, hat mich dagegen eher gestört. Die Erkenntnisse der Rückblenden hätte man auch locker in einfacher Narration liefern können, stattdessen geht der Überblick immer wieder verloren. Leider ist das Zeitebenending ja derzeit voll im Trend und defintiv langsam ein Unding, da man so imo vor allem am leichtesten von eigentlich wenig komplexen Drehbüchern ablenken kann.

Anders als Staffel 1 besitzt der zweite Durchgang deutlich weniger Längen im Mittelteil. Ausgeglichen wird das durch viel Action und Rumgereite in hübschen Landschaften mit starker Fokussierung auf die Hosts. Kann man mögen... bin gespannt, welchen Weg Staffel 3 einschlagen wird, das bisherige Szenario ist jedenfalls defintiv ausgequetscht. 

Inspektor Yuen

An die Zuschauer von Staffel 2:
Ist die Staffel insgesamt weniger geschwätzig?
Mich langweilte dieses "Wie drücke ich simple Aussagen in möglichst hochtrabend pseudointellektuelle Sätze aus" sehr, erst in den letzten Folgen nahm die Serie Fahrt auf.
"Wenn ich jetzt sterben würde, was würdest du machen?" -"Ich würd dich nicht sterben lassen!"

Dashu

Zitat von: Inspektor Yuen nach 20 Juli 2018, 15:05:56
An die Zuschauer von Staffel 2:
Ist die Staffel insgesamt weniger geschwätzig?
Mich langweilte dieses "Wie drücke ich simple Aussagen in möglichst hochtrabend pseudointellektuelle Sätze aus" sehr, erst in den letzten Folgen nahm die Serie Fahrt auf.


Besser hätte ich meinen stärksten Kritikpunkt an der Serie nicht ausdrücken können.  :LOL:

Wolfhard-Eitelwolf

Wird leider auch hier sehr viel gequatscht ;) Unnötig kompliziert ist's durch die Zeitebenen ohnehin schon, daher keine Serie, die man nebenher gucken kann so wie z. B. jüngst The Crossing. Man muss permanent aufpassen!

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
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Private Joker

31 März 2020, 12:43:00 #80 Letzte Bearbeitung: 31 März 2020, 13:50:45 von Private Joker
Staffel 3 ist jetzt auch hierzulande gestartet, seit gestern im Wochenrhythmus auf Sky/Q/Ticket.

Kurzer Eindruck nach Ep 1/3: Der angekündigte Schauplatz- und Stilwechsel ist in der Tat unverkennbar - reale (hoffe ich mal), aber futuristische Welt statt Parks (die auch noch kommen sollen), weniger Haken, weniger Geschwurbel oder von mir aus "philosophischer Unterbau", wenn man es positiv sehen will.

Angesichts der Tatsache, dass ich das Geflecht aus Zeit- und Realitätsebenen schon zur Laufzeit der S2 nicht mehr komplett durchschaut geschweige denn jetzt noch vor Augen habe, ein durchaus willkommener Teilreboot. Und dank der gut gefüllten HBO-Kasse ist die Serie in Sachen "optische Zukunftsdarstellung" auch sofort wieder Genrereferenz, wirklich Meilen vor Altered Carbon in der imo ziemlich schrecklichen Staffel 2, wo es fast nur noch Höhlen, kanadische Wälder und Industriebrachen gab. Bei Westworld ist dagegen fast jedes Detail - Autos, Transportdrohnen, Motorräder, Gebäude - ein visueller Hochgenuss.

Hoffen wir, dass auch erzählerisch der angedeutete Spannungsbogen gehalten werden kann.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Mr. Blonde

Klingt gut, muss endlich mal Season 2 zu Ende schauen...


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Private Joker

29 Juli 2020, 22:53:31 #82 Letzte Bearbeitung: 31 Juli 2020, 01:21:28 von Private Joker
Nach diesmal nur 8 Folgen und - zumindest für die Synchroglotzer - einer Coronazwangspause schon wieder vorbei. Wobei letztere irgendwie ganz gut zur Stimmung der Serie passt, denn diesmal wird nicht weniger als der Weltuntergang zumindest mal in den Raum gestellt.

Bin nach Sichtung der letzten, überlangen Episode immer noch in leichter Ehrfurcht erstarrt. Das ist in Sachen Gestaltung, Optik, Action, Komplexität, Figuren, Dialogen, eigentlich überall ziemlich eindeutig DER aktuelle Leuchtturm im "Goldenen" Alter des Serien-TV, das mittlerweile allerdings auch viel Breite und wenig Höhen produziert. Natürlich mit deutlich mehr Geld erkauft als andere im Vergleich eher bemitleidenswerte Versuche, die nahe Zukunft sagen wir es höflich "zu cgi-sieren" (hust - Snowpiercer), aber das darf ja kein Grund zur Abwertung sein. Und immer noch, dabei bleibe ich, ist ein irgendwie kaltes Vergnügen, bei dem der letzte Funke nicht überspringen mag: Diverse sich aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen gegenseitig beharkende Roboterfraktionen und ein irgendwie oder dann doch nicht menschlicher Fiesling (Cassel) streiten über die Zukunft der Menschheit. Da fällt es schwer, Emotionen oder Sympathien zu entwickeln, obwohl dem Zuschauer natürlich schon ziemlich eindeutig "Team Dolores" als "die Guten" angedient wird (habe ich jedenfalls so empfunden).

Und natürlich wünsche ich mir nach wie vor, die komplexen Gedankengänge der Autoren und die Funktion einiger Figuren (vorrangig Bernard) mal so richtig zu durchschauen. Vielleicht hilft eine Zweitsichtung im Zusammenhang aller Staffeln, aber daber dafür warte ich auf eine hoffentlich mal erscheinende UHD-Version, das dürfte optisch dann das Sahnehäubchen sein.

Vielleicht muss ich meine Aussage aus einem früheren Post ("eine neues GoT wird das im Leben nicht mehr") doch noch irgendwann zurücknehmen, auch wenn die Frage, ob Dolores/Maeve oder werauchimmer siegt, immer noch nicht die emotionale Wucht von "wer steigt auf den eisernen Thron" hat. In Anerkennung der unbestreitbaren Qualität würde ich S3 trotzdem mit einem Punkt mehr bewerten als die vorherigen (8 statt 7/10), auch wenn die mit dem usprünglichen Konzept nicht mehr viel zu tun hat (die zwei oder drei Alibiszenen in dem "WW2"-Park hätte man dann auch noch weglassen können).

S4 ist übrigens angekündigt und ich freue mich drauf.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)