Triple Frontier (Netflix/ Affleck, Isaac, Hedlund & Hunnam beklauen ein Kartell)

Erstellt von StS, 10 Dezember 2018, 14:26:19

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StS



Make no mistake, this is not a military operation. See Ben Affleck, Oscar Isaac, Charlie Hunnam, Garrett Hedlund and Pedro Pascal attempt to rob one of the world's most violent cartels in Triple Frontier -- on Netflix and in select theaters. Coming this March.

Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=Fo3yRLLrXQA

Kompetente Leute vor und hinter der Kamera, solider Trailer: Wird geschaut.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Wolfhard-Eitelwolf

Dem kann ich mich nur anschließen. Mit etwas Glück genau das, was ich schon länger mal wieder auf großer Leinwand sehen wollte. Sicario 2 war ja eher mau...

vodkamartini

Ja? Warum? Ist vielleicht künstlerisch weniger wertvoll als Villenueuves Werk, aber das war schon ein sehr stringenter Actionthriller. Hat mir gut gefallen.
www.vodkasreviews.de

There's a saying in England: Where there's smoke, there's fire. (James Bond, From Russia with love)

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Private Joker

Seit dieser Woche auf dem deutschen Netflix zu sehen.

Sehen wir's mal positiv: Das vielleicht erwartete leicht dumpfbackige Blutbad wie so manch anderes aktuelles Netflix-Eigengewächs ist es nicht geworden. Übermäßig spannend, aufregend oder actionreich ist der aber (trotzdem ?) auch nicht geraten.

In jedem Fall scheinen die Macher ein paar Ambitionen gehabt zu haben, etwas auszusagen über Treue, Freundschaft und deren Brüchigkeit im Angesicht von Geld, Gold und Gier - oder so ähnlich. Nur ist ist zu dem Thema bereits im "Schatz der Sierra Madre" alles Wesentliche gesagt, irgendwas Neues habe ich hier nicht entdecken können.

Da wiegt es umso schwerer, dass der Film als Spannungs- und Actionkino auch weitgehend versagt; die - wenigen -  Ballereien sind durchweg unspektakulär bis lustlos, auf irgendeinen fixen spannungsfördernden Bösewicht konnte man sich auch nicht einigen, am Ende müssen ein paar Quasi-Kindersoldaten herhalten, damit es überhaupt so etwas wie einen Showdown gibt. Die Story ist auch unabhängig von der ständig diskutierten Moral weithin überraschungsfrei, allenfalls der ziemlich unvermittelte Abgang von Affleck weckt einen mal kurz aus dem Halbschlaf.

Optisch ganz o.k. Dafür und den soliden Cast knapp 5/10.

"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

Maddox

Sehr weitgehende Zustimmung zu meinem Vorredner, außer die Wertung kann ich noch unterbieten, denn ich lande vielleicht bei 3,5 von 10 (im O-Ton wären es vielleicht auch 4 geworden).

Dagegen vergebe ich 9/10 an den Macher des Trailers, alle Achtung, welche Meisterleistung hier getätigt wurde, denn im Film selber konnte ich nicht eine einzige gute Szene entdecken, die noch nicht im Trailer war. Der Trailer beinhaltete nämlich alle. Der Rest des Films war an Langeweile, kompletter Spannungsarmut, dämlichen oder belanglosen Dialogen, lieblos aneinandergereihter Szene ohne Relevanz und Abstinenz von Logik nicht mehr zu überbieten. Es kam mir phasenweise so vor, dass das Drehbuch zwischendurch verloren ging und einfach bisschen drauflos gedreht wurde, nach dem Motto, macht zwar keinen Sinn, aber passt scho irgendwie, haben ja paar schöne Luftaufnahmen drin und der Cast wird schon ziehen. Militärberater haben die ganz augenscheinlich auch keine gehabt. Keiner der Charaktere kam mir irgendwie glaubwürdig rüber. Und an Planlosigkeit haben sie sich überboten. Ach, es gab sovieles, da lohnt sich das Schreiben gar nicht. Es gab schlicht so unfassbar viele Facepalm-Momente. Mein Fazit: Spart euch die 2 Stunden Lebenszeit und seid gewiss, der Trailer ist das Beste. Hätte megagut sein können, hätte der Film gehalten, was der Trailer verspricht... schade.
They offered me a psych pension. Jackpot, right?
And I said no. (True Detective)

You can never escape me. Bullets don't harm me. Nothing harms me. But I know pain. I know pain. Sometimes I share it. With someone like you. (Batman - Year One)

What? I'm a collector. I tell you fuckin' much! (Captain Baseball Bat Boy)

Time wounds all heels.

tenderman

Ok, der Trailer verspricht durchaus eine andere Art von Film, welcher eher in Richtung Bruckheimer und Co geht.
Man bekommt dann, insbesondere in der zweiten Hälfte, eine Film über Gier, Freundschaft und Überheblichkeit.
Da hätte der Film aber auch mehr punkten und wesentlicher konsequenter sein müssen. Den Machern haben hier scheinbar die Eier gefehlt um aus den Protagonisten komplette Antihelden werden zu lassen. Das war leider viel zu weichgespült. Dennoch alles andere als Spannungsarm und für das Heimkino durchaus o.k.

Zitat von: Private Joker nach 17 März 2019, 02:00:54Nur ist ist zu dem Thema bereits im "Schatz der Sierra Madre" alles Wesentliche gesagt, irgendwas Neues habe ich hier nicht entdecken können.

Was spricht dagegen, ein paar Filme mehr zu diesem Thema zu haben? Zum Thema Superheld rettet die Welt vor Superschurken kommt gefühlt jeden Monat ein neuer Film im Kino.
"Aspirin gab´s nicht, da hab ich dir Zigaretten mitgebracht" (Homer Simpson)

Private Joker

Zitat von: tenderman nach 18 März 2019, 11:14:21
Zitat von: Private Joker nach 17 März 2019, 02:00:54Nur ist ist zu dem Thema bereits im "Schatz der Sierra Madre" alles Wesentliche gesagt, irgendwas Neues habe ich hier nicht entdecken können.

Was spricht dagegen, ein paar Filme mehr zu diesem Thema zu haben? Zum Thema Superheld rettet die Welt vor Superschurken kommt gefühlt jeden Monat ein neuer Film im Kino.

Wenn man die entsprechenden Filme quasi rückwärts betrachtet und die Superheldenstreifen auf "Hero X rettet die Welt" und die Goldjägerfilme auf "Geld weg, (fast) alle tot" runterbricht, kann man das natürlich so sehen. Wenn man das eher unter dem Aspekt "der Weg ist das Ziel" sieht, bieten die typischen MCU- und einige DC-Filme aufgrund planbarem Erfolg, Aufwand und generell Craftmanship doch einiges mehr für das breite Publikum; das "Gier frisst Hirn"-Subgenre war zuletzt doch mit eher preiswerten und überwiegend auch arg freudlosen Exemplaren vertreten (Vanishing, Black Sea etwa oder eben der hier). Und während so einige Marvels auch mit vernünftig eingesetztem Humor punkteten, gibt es da auf der Gegenseite zB einen vermutlich lustig gemeinten "Renegades", der schlicht und einfach nur dämlich war.

Hat schon seinen Grund, warum das Superheldengenre boomt und solche halbklassischen Abenteuerkisten in leeren Kinos laufen, nur DTV erscheinen oder gleich an Netflix verscherbelt werden. Was natürlich niemand daran hindern soll, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und sogar Spaß daran zu haben.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

tenderman

Zitat von: Private Joker nach 19 März 2019, 00:08:15Hat schon seinen Grund, warum das Superheldengenre boomt und solche halbklassischen Abenteuerkisten in leeren Kinos laufen, nur DTV erscheinen oder gleich an Netflix verscherbelt werden. Was natürlich niemand daran hindern soll, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und sogar Spaß daran zu haben.

Der Erfolg der Superheldenfilme hat sicher seinen bzw. mehrere Gründe. Diese liegen aber leider nicht in der Originalität der Story o.Ä., sondern sind einfach darin begründet, dass sie recht leicht planbare Massenprodukte sind - so wie Du das ja im Grunde auch geschrieben hast. Die Filme sind technisch top gemacht und auch oft mit einem Augenzwinkern inziniert - trotz allem brauch ich da nicht jeden Monat einen neuen Vertreter im Kino. Das ein WonderWoman und Cap. Marvel dann schon abgefeiert werden, weil es eine weibliche Protagonistin gibt, offenbart schon wie ausgelutscht das Thema ist.

Für mich war der Kritikpunkt "Thema 'Gier frist Hirn' ist quasi auserzählt" nicht stichhaltig. Weil ich eher, und das ist natürlich rein subjektiv, das Thema Superheld rettet die Welt für enorm überstrapaziert halte. 

Ich merke aber gerade: zu viel Offtopic ;)
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Private Joker

Bin eigentlich nicht der Meinung, dass das zu sehr off-topic ist; kommerzielle oder inhaltliche Parallelen mit Superheldenfilmen tauchen mittlerweile in vielen Filmthreads auf (Godwin's Law light sozusagen). Außerdem erstickt das Forum jetzt auch nicht wirklich an zu vielen Diskussionen, da kann man denke ich auch schon mal ganz knapp nebem dem eigentlichen Film diskutieren, immerhin ein bisschen Leben.

Dass einem der Daueroutput an Marvell und Co. mittlerweile etwas zu viel ist, kann ich nachvollziehen, warum erkennbares filmisches Mittelmaß (Venom zB) weltweit so erfolgreich ist, werde ich auch nicht so schnell verstehen. Aber der Boom wird, wie eigentlich alle, irgendwann auch abflachen - komplett einschlafen wird er imho nicht, dafür fehlen Hollywood mittlerweile einfach die Alternativen. Das klassische Action-, Abenteuer- oder Kriegskino wird in größeren Umfang nicht zurückkommen, da bin ich mir ziemlich sicher. Noch deutlich gröbere Verbrechen gegen die Gesetze filmischer Erzählkunst wie die "Transformers" (alles subktiv natürlich) haben sich Gott sei Dank auch nicht durchgesetzt, und die Neuaufgüsse klassischer Stoffe können leicht zum Minenfeld werden, wie Disney bei Star Wars gerade feststellen muss. Das nächste größere Ding könnten auf Kinoformat aufgeblasene Fortsetzungs-Epen Marke Game of Thrones werden, wenn auch unter anderem Namen (die GoT-Macher sollen ja die nächste SW-Trilogie gestalten).

Bis dahin kann man sich natürlich freuen, dass Netflix & Co noch ein paar Nischen füllen. In dem Sinn würde ich über solche maßvoll aufwändigen Actionversuche wie den hier trotz seiner (wieder subjektiv) Schwächen nicht komplett den Stab brechen. Ist schon ganz nett, was man da für 10 Euro im Monat bekommmt, in der Summe.
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tenderman

Im Grunde würde ich Deine letzten Kommentare so unterschreiben. Ich bin mir nur nicht sicher, inwieweit die Serienstoffe jetzt (zurück) auf die große Leinwand migriert werden. Der erste Instinkt sagt ja eigentlich, dass damit die großen Stärken der Serien (erzählerische Breite, ausgefeilte Charaktere, Handlungstiefe und, allerdings eingeschränkt, Mut zu ausgefallenen Drehbüchern) wieder ausgebremst werden. Ich bin mir auch gar nicht sicher, dass die Zielgruppe Netflix unbedingt eine größere Schnittmenge mit den Kinogängern bildet. Aber aus rein kommerzieller Sicht macht es sicherlich Sinn.

Ich glaube der nächste Rutsch wird auch ältere Stoffe nach oben spülen, also He-Man und Co. vielleicht 'Mask' (kennt das noch jemand?) - oder andere Sachen. Aber es bleibt Richtung Superhelden/Comic. Interessant ist, dass selbst bei schlechten Kritiken und Fehltritten,  wie zb Suicide Squad, die Filme immer noch genügend Profit abwerfen um an diesem Franchises festzuhalten. Die Zuschauer verzeihen halt auch eher mittelmäßige Stoffe, wäre eine Begründung. Das Niveau und der Intellekt der Zuschauer sind Richtung Keller unterwegs, wäre die zweite...
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Wolfhard-Eitelwolf

Irgendwie war ich wohl in der richtigen Stimmung für Triple Frontier  :engel: Natürlich habe ich wie alle anderen auch eher ein Actiongewitter erwartet, aber nach einem langen Arbeitstag hat mir der überraschende Schwenk Richtung Survival mit halb angezogener Spannungshandbremse, verpackt in überaus ansprechende Landschaftsbilder und von überzeugenden Darstellern präsentiert, recht gut gefallen. Schon seltsam, dass es trotzdem nicht für einen echten Showdown gereicht hat (gab es das in den letzten 20 Jahren überhaupt mal, dass ein Badguy völlig sang- und klanglos in der Versenkung verschwidnet?!?!). Vielleicht einer jener Filme, die nur in der passenden Erwartungshaltung gut funktionieren. Ich lande bei knappen 7 von 10.

vodkamartini

Starker Thriller, der die richtige Balance zwischen Action, Spannung und Drama findet. Bis auf Affleck (aber das kennt man ja) starkes Schauspiel (v.a. Isaac und Hunnam) und kraftvolle Bilder. Sehe das gar nicht als redundant oder ausgelutscht an und kann hinsichtich der obigen Diskussion nur sagen, dass die Superheldenfilme da deutlich eher zum Klagelied Anlasss geben.

Bin wahrlich kein Vertreter der These, dass Netflix das bessere Kino produziert oder gar dessen Totengräber ist. Viel zu schwach waren die bisher gesichteten Eigenproduktionen (v.a. der unausgegorene Bright und der schwachbrüstige Smokin Shit äh Aces-Tribut Polar). Triple Frontier ist die bis dato beste mir bekannte Netflix-Filmproduktion, die zumindest für den schnellen Zeitvertreib im Heimkino mich positiv überrascht hat.

Im Kino, das ich nach wie vor als wertiger und auch als das wertigere Erlebnis ansehe, wäre der bei mir schlechter weg gekommnen, aber für einen Film den ich binnen Sekunden per Klick bekommen kann, war das sehr erfreulich. (7,5/10)

Und wer jetzt nörgeln will, der sehe sich mal die letzten DTV-produktionen von Willis, Van Damme, Lundgren und Co. an. Das ist der eigentliche Schrott.
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Private Joker

Zitat von: vodkamartini nach 23 März 2019, 13:01:39..
Und wer jetzt nörgeln will, der sehe sich mal die letzten DTV-produktionen von Willis, Van Damme, Lundgren und Co. an. Das ist der eigentliche Schrott.

Über die Aussage wird wohl niemand ernsthaft diskutieren. Jede mehr oder weniger gelungene Action-Serie des Netflix-Zeitalters von Banshee über das Letzte Schiff bis zum Gegenschlag ist da Meilen vor dem zeitgenössischen  Oeuvre der genannten Herren.

Wenig diskutabel erscheint mir aber auch, dass die alten Action-Heroen von Arnie bis Sly zu ihren guten Zeiten mit dem "Triple-Frontier"-Team nur den Boden gewischt hätten. Zumindest wenn man das als Action-Film betrachten will, denn da ist - auch das finde ich eigentlich relativ diskussionsfest - an Action fast nichts drin; die Auftaktszene vielleicht, die mit dem Film eigentlich gar nichts zu tun hat, ein paar lustlos praktisch nebenbei umgelegte Wachen im Geldhaus und dann gegen Ende ein paar Schüsse auf die Kühlerhauben der kidsgesteuerten Geländewagen, wo schon vom Ansatz her klar ist, dass niemand sterben darf. Das ist mir dann doch erheblich zu wenig, vor allem, wenn Netflix das als Actionfilm des nächsten Jahrhunderts antrailert.

Was wie erwähnt natürlich niemand den Spaß daran nehmen soll, sich den als - mehr oder weniger - tiefgründiges Charakter-, Survival- oder Gierdrama vor schöner Landschaft anzusehen.
"Ich bin zu alt für diesen Scheiß" "Dem Scheiß ist es egal, wie alt Du bist" (James Grady - Die letzten Tage des Condor)

vodkamartini

Ich sehe den Film keineswegs primär als Actionfilm, der er ganz sicher auch nicht ist. Hab ja eindeutig von Thriller geschrieben, so gesehen weiß ich nicht so recht, wo jetzt der Arnie-Sly-Vergleich herkommt.
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vodkamartini

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