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Scream 7

Begonnen von StS, 12 März 2024, 20:21:49

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StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

PierrotLeFou

27 Februar 2026, 01:21:40 #31 Letzte Bearbeitung: 27 Februar 2026, 01:23:12 von PierrotLeFou
Zitat von: PierrotLeFou am 27 Februar 2026, 01:20:26Nach dem arg schwachen 6. Teil geht es wieder leicht bergauf: Neve Campbell und ihre Sidney sind durchaus ein Pluspunkt, da einfach die Kontinuität gewahrt und viel Ballast mitgeschleppt wird; der Einsatz weiterer vertrauter Gesichter verstärkt das noch. Die plumpe Auflösung ist nicht sonderlich viel besser als im vorangegangenen Teil, aber hinsichtlich der Metaebene wagt "Scream 7" eine Neuausrichtung, die mit etwas Schummeln aus der sackgasse rausführt. Zunächst einmal tritt sie hinter Sidneys dramatische Geschichte zurück und wird bloß sehr zurückhaltend bedient; zum anderen kommentiert sie nun auch kein Subgenre und keine Franchise-Phänomene mehr, sondern bloß noch diesen Film selbst (und den Vorgänger). Der ganze KI-Strang, der nur dazu da, dem maskierten Killer allerlei "Nicht-Masken"-Maskierungen zu verpassen, ist dabei der Aufhänger, um alte Gesichter zurückzuholen, was dann vor dem Hintergrund der nostalgischen Sehnsucht nach dem Original (die auch im Prolog schön zum Thema gemacht wird) eine solide Basis für das Unterfangen abgibt. In den Suspense-Szenen recht aufreibend, in den drastischen Szenen nicht ohne Härten und auch angemessen traurig stimmend, ist das durchaus ganz gut gelungen. 7/10
"Eines Tages werde ich ein wahrhaft großes Drama schreiben. Niemand wird verstehen, worauf es hinaus will, aber alle werden nach Hause gehen mit einem vagen Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem Leben und ihrer Umgebung. Dann werden sie neue Tapeten aufhängen und die Sache vergessen." (Saki)

Chaostheorie

Scream 7 oder: Wie man ein Franchise killt!

Man hätte es bei diesem Regisseur leider schon befürchten müssen: Scream 7 ist Kevin Williamsons erst zweite Regiearbeit und seine erste seit 27 Jahren. Sein Regiedebüt war der ebenfalls misslungene "Tötet Mrs. Tingle". Williamson hat weder das Timing noch das Gespür für Atmosphäre eines Wes Craven und das merkt man leider in jeder Szene.

Gerade in Scream 1, 2 und 4 sind die Dialoge unglaublich meta, clever und voll von Anspielungen auf andere Filme. Die Dialoge in Scream 7 sind flach, bemüht, langatmig und nahezu ohne kluge Meta-Ebene. Nicht einmal die Stab-Reihe spielt hier eine Rolle mehr. Williamson scheint vergessen zu haben was die Reihe einst so unterhaltsam und erfolgreich gemacht hat.

Die Geschichte zwischen Sidney und ihrer Tochter soll der emotionale Kern sein, aber auch dies bleibt reine Behauptung, da Sidneys Tochter eine langweilig geschriebene Figur ist und von Isabel May mit wenig Persönlichkeit zum Leben erweckt.

Dadurch, dass nahezu alle Figuren austauschbar sind, spielt es keine Rolle mehr ob jemand hier ermordet wird oder nicht. Wenn ich da an vorherige Teile denke, bei denen die Morde an Randy oder Dewey durch Mark und Bein gingen, ist hier nichtmal ansatzweise etwas in der Richtung zu spüren. Spannung oder kreativ aufgebaute Kills sind leider die Ausnahme. In wirklich keinem anderen Scream-Teil blieb die Freundes-Clique dermaßen blass.

Leichter Spoiler: Anhand das Trailers ging ich davon aus, dass Mindy und Chad mehr Screen Time haben werden und vielleicht einen epischen Fight mit Ghostface (inkl. finalem Kill?) bekommen, aber ohne Melissa Barrera und Jenna Ortega wusste man mit diesen beiden Figuren anscheinend nichts mehr anzufangen. In jeder Szene fühlt es sich so an als ob die beiden Figuren/Schauspieler in die Kamera rufen möchten:
WAS MACHEN WIR HIER EIGENTLICH NOCH?
Schrecklich.

In Scream 7 hat Ghostface anscheinend nicht einmal mehr groß Lust zu telefonieren: Was in Scream 1 noch zur vielleicht besten Eröffnungsszene der Horrorfilmwelt geführt hat, ist hier nicht mehr präsent. Die cleveren Wortgefechte zwischen Ghostface und seinen Opfern am Telefon sind diesmal absent.

Eines der spannenden Elemente eines Scream-Films ist natürlich wer hinter der Maske steckt. Und auch hier muss ich sagen: Die Auflösung in Scream 7 ist eine Vollkatastrophe. Hier passt gar nichts: Figuren, Motiv, Showdown - das ist so trashig und schlechtes Writing, dass ich schon dachte ich sitze in Scary Movie. Definitiv das mit Abstand schlechteste Reveal der ganzen Reihe - passt aber zum Rest des Films.

Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, ist der Film nicht einmal technisch gut. Ausstattung und Beleuchtung sehen matt und lustlos aus und man fühlt sich streckenweise wie in einem TV-Film - auch das gab es noch nie in einem Scream-Film und ist somit das genaue Gegenteil zum ästhetisch bebilderten Scream 2.

In Scream 5 wird sich über die mangelnde Qualität von Stab 8 lustig gemacht - der größte Gag den Scream 7 nun (leider unbeabsichtigt) erreicht, ist dass er genau diese Art von Film geworden ist. Es gibt ein paar Szenen, die für sich nett sind (u.a. das Opening, alles mit Matthew Lillard) und die Rückkehr von Neve Campbell und Courtney Cox ist gern gesehen. Als großer Fan dieser Reihe ist dies dennoch für mich eine katastrophale Enttäuschung und der erste Beinahe-Totalausfall der Reihe - 4/10

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