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Carrie (Stephen King Serien-Adaption von Mike Flanagan)

Begonnen von StS, 26 Juli 2026, 09:52:41

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StS


Described as "a bold and timely reimagining" of King's classic story, the eight-episode series is produced by Amazon MGM Studios.

Misfit high-schooler Carrie White has spent her life in seclusion with her domineering mother. After her father's sudden and untimely death, Carrie finds herself contending with the alien landscape of public high school, a bullying scandal that shatters her community, and the emergence of mysterious telekinetic powers.


Mit Siena Agudong als Sue Snell, Alison Thornton als Chris Hargensen, Joel Oulette als Tommy Ross, Josie Tota als Tina, Arthur Conti als Billy, Thalia Dudek als Emaline, Amber Midthunder als Miss Desjardin und Matthew Lillard als Principal Grayle.

Summer H. Howell spielt Carrie White - Samantha Sloyan ihre Mutter.

Ab dem 07. Oktober bei Prime verfügbar.
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Schnapskartoffel

Innovation: Jetzt mit Smartphones.

Das Buch werden sie vermutlich solange neu verfilmen, bis die Sonne verglüht... :essen:

Moonshade

Ich mach mir da noch ein paar Sorgen, bei Flanagan hängt es meistens daran, ob er das richtige Maß an Plot hat, um das Ganze "in time" unterzubringen oder über die beabsichtigte Distanz zu ziehen.

Wenn er es schafft, ist es gute Unterhaltung, schafft er es nicht, wird daraus ein zu verlaberter Murks wie "Midnight Mass" oder etwas ohne das eigentliche Finale wie "Midnight Club" mit den Krebskindern.
Und Carrie in modern über acht Folgen zu erzählen, klingt leicht gestreckt, aber ich laß mich gern überraschen.
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

Schnapskartoffel

Das De Palma-Original ist natürlich erhaben und ich bin sogar einer der wenigen, die die verspätete Fortsetzung ganz gerne mochten. Das hat dann aber für mich eigentlich auch gereicht. Den TV-Film mit der Bettis hab' ich umfahren, aber das Moretz-Remake war echt erlesen überflüssig. Ich frage ganz einfach, wie oft man dieselbe, alte Geschichte noch mal neu aufkochen will (und dann auch noch auf sechs Stunden gedehnt, *ächz*)...

JasonXtreme

Zitat von: Schnapskartoffel am 28 Juli 2026, 17:13:04Das De Palma-Original ist natürlich erhaben und ich bin sogar einer der wenigen, die die verspätete Fortsetzung ganz gerne mochten. Das hat dann aber für mich eigentlich auch gereicht. Den TV-Film mit der Bettis hab' ich umfahren, aber das Moretz-Remake war echt erlesen überflüssig. Ich frage ganz einfach, wie oft man dieselbe, alte Geschichte noch mal neu aufkochen will (und dann auch noch auf sechs Stunden gedehnt, *ächz*)...

Wow, das erste Mal, dass wir meinungsmäsig konform gehen  :mr.green: aber wenn das so ist, muss ich das auch mal zugeben :)

Hier bin ich, denke ich auch raus, da mir Flanagan in Serien viel zu geschwätzig ist - und zudem die Laufzeiten locker ein zwei Folgen zu lang sind! Vielleicht wäre er jemand gewesen der THE STAND adäquat hätte umsetzen können - daher bin ich beim dunklen Turm auf ihn gespannt. Doctor Sleep war ein Bombenfilm z. B.

Carrie gibt für mich einfach absolut keinen Serienstoff her - daeichen zwei Stunden völligst aus!
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

StS

"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Ich hab jetzt vier der acht Folgen durch und bin entgegen meiner Erwartungen außerordentlich positiv überrascht.

Flanagan und Team haben die Vorlage optimal für die Moderne aufbereitet und den Figuren mehr Breite und Tiefe gegeben.
Der religiöse Fanatismus im Hause White ist einer quasi im Verborgenen lebenden Kellerfamilie mit allerlei Deep-State-Schwurbelängsten gewichen, die ans Licht der modernen Welt gezerrt wird, als Dad bei einem Bauunfall stirbt. Mutter Margaret ist wesentlich raffinierter psychisch auffällig und eine kontroverse Gestalt, die man sowohl hassen als auch bemitleiden kann, wenn Gefahr droht, dass ihre Tochter ihrer Kontrolle entweichen könnte.

Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler bzw. auch für das Schulsystem, welches hier ebenfalls kritisch punktiert wird, die Herrschaft von Social Media, das Desinteresse der meisten Lehrer oder ihre offen demonstrierte Hilflosigkeit und der soziale Druck, der sich in hässlichen Attacken auf Carrie und viele andere an der Schule niederschlägt.

Dazwischen gewinnen die Figuren viel an Abwechslung: Carrie gewinnt Lebensfreude durch Lesen und soziale Kontakte, verliert aber die Bodenhaftung, als das komplexe Konstrukt aus Zu- und Abneigungen unter den Mitschülerinnen für sie immer wieder Punchingballfolgen hat.
Sue Snell steht zwischen den Stühlen, ist erst eben unwillig, sich an Carries Entwicklung zu beteiligen, wechselt später aber ob des öffentlichen Missbrauchs das Lager.
Den besten Part hat "Bitch" Chris Jorgensen, das fiese Biest aus dem dePalma-Klassiker macht hier die beste Entwicklung durch, von der netten Schulfreundin zum digital um sich schlagenden Rächer, als der Tod von Carries Vater das Geschäft und den Wohlstand von Chris' Familie zerstört, letztere durch eine drohende Scheidung (und eine Neuheirat bei einer Mitschülerin) eh schon belastet. Aus dem Wohlstandsverlust erwachsen Frust, Neid und eine Affinität zu Grausamkeit, als ihr sicheres Umwelt zersplittert. Dabei schwankt man zwischen Sympathie, Mitgefühl und totaler Abneigung.

Bei all dem spielt die Telekinese hier nur eine kleine Rolle, als emotionaler Kanal, ist Carrie wütend oder verzweifelt, kracht und scheppert es.

Wie gesagt: nur erste Hälfte, aber da Flanagan zwischen großartig und stinköde schon alles abgeliefert hat, hier schon mal eine vorsichtige Empfehlung.
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

"Anything invented after you're thirty-five is against the natural order of things.!" (Douglas Adams)

"Gebt dem Mann ein verdammtes Puppers!"

StS

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Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

Moonshade

Was so eine zweite Staffelhälfte doch für Wendungen bringen kann.

Bin jetzt durch und freue mich durchaus auf die Fortsetzung, denn Flanagan macht in den Folgen 5-8 durchaus noch ein Fäßchen Varianten auf und bietet erst Material wie aus dem seligen "Fight Club", um dann das Inferno der Auflösung inhaltlich zu erweitern und ganz neue Figuren und Gruppen neu in der bekannten Vorlage zu etablieren.

Wer also hört, Teil 2 ist on the way, ahnt es schon, hier geht die Titelfigur nicht mit ihrem Elternhaus unter, sondern es gibt ein gewisses Extra.

Spoiler: zeige
Dass man plötzlich denkt, die rebellische Freundin könnte ja eine schizophrene andere Hälfte von Carrie sein, ist schon recht witzig, aber dass dann alles mit einem Kult zu konterkarieren, der psychokinetisch begabte Mädchen sammelt, mit Astralprojektion anzureichern und dann noch Frau Sackhoff als rachsüchtige, waffenschwingende Mama ins Spiel zu bringen,
dürfte eine Basis sein, auf dem man eine Folgestaffel gut aufbauen kann.
"Du hältst durch und ich halte durch und nächstes Jahr gehen wir einen saufen!

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JasonXtreme


Spoiler: zeige
Irgendwo hat auch jemand was gemeint man könnte es handlungstechnisch auch gut mit DAS INSTITUT verbinden, in dem Kids mit Fähigkeiten ja "interniert" werden - zusätzlich Verbindungen zu Shining herstellen, da es ja auch das ning sein kann, was Carrie zu diesen Fähigkeiten verhilft bzw. zu FEUERKIND... Optionen gibt es also mannigfaltige. Why not
"Hör mal, du kannst mein Ding nicht Prinzessin Sofia nennen. Wenn du meinem Ding schon einen Namen geben willst, dann muss es schon was supermaskulines sein. Sowas wie Spike oder Butch oder Krull, The Warrior King, aber NICHT Prinzessin Sofia."

StS

Ich habe mich durchaus skeptisch der ersten Staffel von ,,Carrie" (2026) angenähert – schließlich hatte ich zuvor bereits das Buch gelesen sowie zwei brauchbare Verfilmungen der Materie (plus ein solides Sequel) geschaut – doch tatsächlich hat es Mike Flanagan geschafft, den klassisch-vertrauten Stoff auf sehenswerte Weise neu aufzubereiten... u.a. indem er ihn inspiriert in die Gegenwart (sprich: ins Social-Media-Zeitalter) übertrug, das Ganze stärker als eine Drama- statt Horror-Serie anlegte und die Geschichte (inhaltlich sowie generell über diese Season hinaus) erweiterte... mit Sue bereits in EP1 (geschickt platziert) einen bedeutsamen Aspekt vorwegnehmend:

Spoiler: zeige
,,You're not asking the right questions. You think you know what happened at prom. A lot of people do. Same with the cops. They asked about Chris and Billy. And I get why. I mean, that part is clear, what they did. And they ask about Tommy. How he died. And they ask about Carrie. Everybody asks about Carrie. But nobody asks about the other people who were there. The strangers who were there. The people who I'd never seen before in my life. And as hard as it is to believe, and as hard as it is to understand, nobody is asking the right questions. Because it wasn't just Carrie. That's the thing. It wasn't just Carrie."


Jeweils klasse gespielt von Summer H. Howell (Carrie), Samantha Sloyan (ihre Mutter), Alison Thornton (Chris) und Siena Agudong (Sue), kommen die zentralen Protagonisten als fein mehrdimensional ausgestaltete Charaktere daher, deren Verhaltensweisen man durchweg nachvollziehen kann. Carrie ist umwerfend herzlich von ihrer Persönlichkeit her – und selbst die sie unerbittlich schikanierende Sue kann man aufgrund ihrer familiären Lage verstehen; was prächtig funktioniert (sie einem im Grunde leid tut). Dazu noch gern gesehene Mimen wie Amber Midthunder, Matthew Lillard, Heather Graham, Gil Bellwos, Cassandra Naud und Kate Siegel als Support: Flanagan weiß einfach, wie man ansprechend-kompetente Ensembles zusammenstellt...

,,Carrie" ist bewegend und unterhaltsam – auch, wenn 7 statt 8 Folgen wohl optimal gewesen wären. Neben Lob gibt es aber genauso Kritikpunkte: Ein Subplot rund um einen Lehrer, dem Pädophilie vorgeworfen wird, hätte man im Bereich des ,,Ausgangs der Sache" wirksamer (im Hinblick auf seine Schuld oder Unschuld) anlegen können. Über die Tatsache hinaus, dass die ,,Offenbarung" rund um sie leicht voraussehbar war, bin ich mit der Figur der Emaline einfach nicht warm geworden (was durchaus an Thalia Dudek lag), und fand ich es zudem schade (von der Wirkung her), dass man die ,,Prom-Amok-Sequenz" gestückelt (nicht am Stück) gezeigt hat. Das Heranführen an diesen Moment (am Ende von EP7) war super – der direkt darauf folgende ,,Bruch" (in Form des Interviews) dann aber kontraproduktiv in Sachen Momentum und Effektivität. Und noch immer bin ich mir nicht schlüssig darüber, ob ich den ,,Dancing in the Streets on Fire" Moment eigentlich cool oder ,,eher nicht so" finde. Des Weiteren ist es schade, dass...

Spoiler: zeige
...man Carrie einen Teil des ,,Gewichts" ihrer Taten abgenommen hat, indem (1.) ihre Mutter nicht von ihr getötet wird, sondern von Adelaide, und (2.) ab Tommy´s Tod Emaline für die ganzen Tötungen und Verwüstungen verantwortlich war, da sie ja von dort aus an ,,das Steuer übernahm". Und noch einmal zurück zur Sache mit dem Suizid von Seth: Wäre er unschuldig gewesen, hätte man da noch interessante Fragen (über potentielle schreckliche Auswirkungen unwahrer Online-Anschuldigungen) mit einflechten können.


Alles in allem war ich zufrieden mit ,,Carrie", Season 1. EP1 mochte ich am liebsten, muss ich sagen – während es im Verlauf der Staffel nichtsdestotrotz diverse starke Momente (weit über solche wie Lana Del Rey´s ,,Did you know that there's a tunnel under Ocean Blvd" beim Prom zu hören hinaus) gibt und ich innständig hoffe, dass die Weiterführung sowie Zusammenführung mit anderen Stephen King Storys (wie z.B. eventuell ,,the Insitute") nicht zu sehr in eine ,,X-Men"-artige Richtung geht...

6,5/10
"Diane, last night I dreamt I was eating a large,  tasteless gumdrop and awoke to discover I was chewing one of my foam disposable earplugs.
Perhaps  I should consider moderating my nighttime coffee consumption...."
(Agent Dale B.Cooper - "Twin Peaks")

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