Hi ich hab mir mal Gedanken gemacht, welche Filme der letzten 8 Jahre so in 50 Jahren evtl noch in aller Munde sein werden. Sei es durch besondere Inovationen oder besondere Leistung der Akteure. Wie z.B. heute Scarface oder Der Pate im Gangster-Thriller Bereich oder Star Wars in Sachen Sci-Fi.
Was denkt ihr welche Filme werden in Zukunft noch gern geschaut werden und nicht vergessen? Gibt es sowas überhaupt noch oder kopieren sich alle gegenseitig? Was macht einen Klassiker zu einem Klassiker?
Eindeutig:
- MATRIX (alleine schon wegen der Bullet Time)
- HERR DER RINGE alle drei Teile (monumentales Epos)
Für MICH persönlich wird ein Film zu einem Klassiker, wenn er Teile seines Genres revolutioniert oder eine Art neues Genre "erfindet".
Zukünftige Klassiker sind einfach Filme über die man auch nach JAHREN noch redet. Möchte da jetzt mal einfach ALIEN oder TERMINATOR ins Rennen werfen, an denen ja heute noch Filme dieser Genres gemessen werden.
Natürlich hat jeder seine eigene Definition von (zukünftigen) Klassikern oder Filmen, die "aber so was von in die Liste gehören".
Leider werden es kleine aber wirklich gute Filme ala DONNY DARKO, MEMENTO oder auch solche Sachen wie BOONDOCK SAINTS extrem schwer haben in der Zukunft als Klassiker anerkannt zu werden, da sie einfach nicht den Bekanntheitsgrad in der großen Masse erreicht haben, obwohl sie zum Großteil wesentlich "erfrischender" sind als so mancher Hollywood-Blockbuster.
MFG
ERIC
P.S. aber MATRIX und HdR gehören definitiv in die Liste! Aber mal sowas von!! ;o)
Vielleicht noch Children of Men und Pans Labyrinth.Obwohl Pans Labyrinth schon wieder arg Genrebezogen ist.Aber Children of Men hat schon das Potenzial dazu,meine ich zumindest :icon_cool:
Gruß Giuliano
Zustimmung mit Eric!
Natürlich wird es auch ausschlaggebend sein, ogb und wie sich die Technik verändert - sieht man in 50 jahren überhaupt noch Filme wie heutzutage? Oder degradiert man sie zu visuellen Klingeltönen? Egal, wichtig wird auf jeden Fall sein, wie die möglichen Klassiker in gerechter Form auf die neuen Medien übertragen werden - daher kann es bei den kleinen Perlen zu Vergessenheit kommen, aber vielleicht lebt einer von uns in 50 Jahren noch und kann von denen erzählen ;)
Was sich zu Klassikern entwickelt, ist auf jeden Fall nicht forcierbar, weder vom Publikum noch von Fachleuten, und entwickelt sich oft in einer Art "Trampelpfadeffekt" dahin, wo man von einem "Klassiker" sprechen kann. Zeitgenössische Filmkritik kann deshalb auch immer allerhöchstens eine Prognose wagen, niemals aber einen Film zu einem Klassiker deklarieren. Wie oft Prognosen in die Hose gehen können, sieht man, wenn man sich jetzt nochmal ältere Rezensionen älterer Filme anschaut, die aus heutiger Sicht manchmal so absurd danebengreifen, dass man sich an den Kopf fasst.
Was zum Klassiker wird, entscheidet letztlich die diachrone Spur und rückblickend wird man erst sehen können, welche Filme sich zu Klassikern entwickelt haben und welche (vielleicht entgegen zeitgenössischer Prognosen) nicht.
War es nicht schon immer so, dass Klassiker erst mit der Zeit zu Klassikern wurden? Ich kenne mich mit Einspielergebnissen ja nicht aus, aber ein Film wie Terminator war damals auch nicht der Megablockbuster oder doch??
Vince hat das gerade sehr treffend analysiert. Dennoch wage ich eine kleine Prognose. :icon_twisted:
In meinen Augen werden diese Filme garantiert auch noch in 50-100 Jahren als Klassiker des beginnenden Jahrhunderts gelten:
Mulholland Drive
Amelie
Chihiro
Der Pianist
Gerry :icon_mrgreen:
Dogville
Tropical Malady :king:
Das Meer in mir
Aber selbst heute ist der Begriff "Klassiker" ja sehr subjektiv oder gibts da irgendwo eine Definition von.. ;)
ich würde sagen, Klassiker überhaupt können (eigentlich) nur Filme werden, die quasi das "Rad neu erfinden" bzw. durch besondere Innovation hervorstechen.
Bsp. wie Matrix und LotR treffen es da ganz gut.
Ich könnte mir noch vorstellen, dass Filme wie Spider-Man 1, Sin City oder Casino Royale das Potential haben, Klassiker zu werden, da sie für sich doch etwas innovatives/neues geworden sind, wo man eventuell in 50 Jahren noch sagen kann:
-"weißt noch damals, als mit Spidy der Marvel Comic Boom los ging"
-"ach ja damals, als Rodruigez mit der (ersten) Sin City Geschichte neue Wege ging"
-"damals, als Bond endlich der Buchvorlage angenähert wurde"
usw.
ob allerdings ein (überfordernder) Lynch, eine (animierte) Chihiro oder ein (sich auf dt. Besetzung/Ghetto Bildung beziehender) Pianist, in 50 Jahren noch vom Hocker haut, wage ich für meinen Teil arg zu bezweifeln.
Wahrscheinlich aber noch eher als der xx?te Bond Film. ;)
Es ist ja sowieso immer Einstellungssache, bzw. auch welchem Lager man angehört: Gelegenheitsfilmschauer, Mainstreamler, Genrefreunde, Cineasten, Kritiker, Filmwissenschafter...
Alle werden verschiedene Werke als "Klassiker" sehen.
1939 hätten wir vielleicht auch nach dem Kinobesuch von "Gone with the wind" gemeint, der ist doch viel zu öde und lang um jemals als Klassiker zu gelten. :icon_mrgreen: :icon_mrgreen:
Also ich sehe
Children of Men
Requiem for a dream
Sin City
Ong Bak
The Big Lebowsky
No Country for old Men
The Dark Knight
Kiss Kiss Bang Bang
Babel
Serenity (ich glaube irgendwann werden endlich mehr Leute das Potential des Streifens erkennen!)
Oldboy
als zukünftige Klassiker!
Mehr fallen mir im Moment nicht ein..
House Of The Dead:
"Bei dem kann man auch in 20 Jahren noch sagen 'Leck mich am Arsch, so was hab ich ja noch nicht gesehen!'" - Dr. Uwe Boll
Ich stimme Vince und psychopaul zu!
Was als Klassiker gewertet wird, liegt in der Zukunft. Was persönlich als Klassiker bewertet wird, liegt im Auge des Betrachters.
Ob Innovation und "neue Wege bestreiten" ausreicht, wird sich zeigen. Reicht für mich noch lange nicht, um einen Klassiker zu begründen.
Z.B. würde ICH niemals Filme wie "Matrix", "Spider-Man" oder "Casino Royale" als Klassiker der Zukunft prognostizieren. Sie sind zwar ganz gut, teilweise mit innovativen Effekten, Grundsteinlegung für Filme des Genres und neuartigen Stil... aber doch nur "Special-Effect-Mainstream-Kino". Imho gehört zu einem Klassiker auch noch das gewisse Etwas, eine zeitlose Geschichte, ein Film, dem das Alter nichts anhaben kann. Paradebeispiele sind wohl Casablanca, Star Wars und Apocalypse Now. Aber eine richtige Definition fällt schwer, da es auch keine genaue Def. vom Begriff "Klassiker" gibt.
Ich habe zwar meine eigenen persönlichen Favoriten, aber ein Prognose wage ich doch nicht... letztendlich ist es doch mein persönlicher Filmgeschmack. Nur die Zeit wird's zeigen.
Zitat von: Tito am 17 September 2008, 15:16:05...aber doch nur "Special-Effect-Mainstream-Kino". Imho gehört zu einem Klassiker auch noch das gewisse Etwas...Paradebeispiele sind wohl...Star Wars...
:icon_mrgreen:
und was war da an SW so innovativ ausser der FX :rofl:
Zitat von: CrumbHouse Of The Dead:
"Bei dem kann man auch in 20 Jahren noch sagen 'Leck mich am Arsch, so was hab ich ja noch nicht gesehen!'" - Dr. Uwe Boll
kommt das aus dem AK, wenn ja, dann wird der noch heute Abend geschaut/-hört :icon_mrgreen:
Das ist ja eines der aller geilsten Zitate die ich je gehört habe :dodo:
Jepp, der AK :rofl:
Zitatund was war da an SW so innovativ ausser der FX
Nischts, es ging ja gerade darum, dass Innovation
nicht ausreicht und SW ist nur
ein Bsp., was heute als Klassiker gilt!
Musst nicht alles aus dem Kontext reißen ;)
Wer hat eigentlich die heutigen Klassiker zu der Ehre erhoben? Sind es die Kritiker, die immer wieder Referenzen zu ihnen geben, oder die Hersteller, die immer wieder schmucke Neuauflagen ausbringen, oder gar das TV mit etlichen Wiederholungen? Letztes wohl eher nicht, sonst wär ja Schlaflos in Seatle ein Klassiker :king:
Genau, die Gruppe kann man bei mir oben noch einsetzen: Ahnunglose Programmkoordinatoren. ;)
Wobei SiS sicher ein moderner Klassiker der Romantikkomödie ist, klar.
Paule, mir war gar nicht aufgefallen, dass ich dich da ansatzweise kopiert habe, bin heute überhaupt nicht auf dem Damm, langes, lautes Konzert, U-Bahnsperrung auf der Rückfahrt wegen Bombendrohung und und und ;)
Noch nicht genannt, aber IMHO auch gut im Rennen:
City of God
Lost in Translation
ich denke der neuste titel der zum klassiker wird ist
300
Igitt, sicher nicht.
Der läuft vielleicht 2070 in der arte Trash Reihe, das wars dann auch schon...
LOL!
300 XD
Ich hoffe doch, dass das nicht das ist, was in Zukunft "Klassiker" genannt wird. Was als nächstes? "John Rambo"?
Das einzige was 300 ein wenig auszeichnet, ist das Visuelle, aber wenn dann geht Sin City eher als Klassiker in die Geschichte ein.
Ansonsten kann man das schwer sagen..."Apocalypse Now" würde ich schon Klassiker nennen, "Pulp Fiction" wird wohl auch Chancen drauf haben...abwarten.
Also Klassiker kann man inhaltlich/formal kaum festmachen. Da muss man schon nach dem Publikumserfolg schauen. Dabei nicht unbedingt die reinen Zuschauer- oder Einnahmezahlen, sondern die Reaktionen. Vor 10 Jahren hat ja z. B. "Titanic" einen unglaublichen Wirbel ausgelöst. Sowas deutet schon auf einen Klassiker hin. OK war Ende der 90er.
"Der Herr der Ringe" wurde ja schon erwähnt, ich denke da kann man auch durchaus von Klassiker reden. Die Filme waren ungemein erfolgreich und haben entscheidend zu einem Fantasy-Boom in der Filmindustrie beigetragen. Das gleiche gilt für "Harry Potter". Letzterer lässt sich jedoch nicht auf einen Film beschränken. "Herr der Ringe" ist ja eine sehr zusammenhängende Trilogie, da ist der Status wohl mit dem der alten Star Wars-Trilogie zu vergleichen. Die "Harry Potter"-Filme vielleicht eher mit sowas wie mit den "Pink Panther"-Filmen. Nicht (nur) ein einzelner, die komplette Reihe hat Klassiker-Status.
"Spider Man" vielleicht noch, "Der Untergang" zumindest für den deutschsprachigen Raum.
Ansonsten gibt es tatsächlich wenig andere Filme dieses Jahrzehnts, denen ich eine längere Halbwehrzeit prognostizieren würde. Das lässt sich aber alles auch wirklich erst aus der zeitlichen Distanz heraus sagen. In der heutigen Medienlandschaft ist ohnehin alles viel schneller und auch viel beliebiger als vor ein paar Jahrzehnten, als man darauf angewiesen war, dass mal was bekanntes im Fernsehen wiederholt wird.
"The Dark Knight" räumt ja gerade mächtig ab, mal sehen was daraus wird.
Definitive Klassiker der 90er: Schweigen der Lämmer, Terminator 2, Basic Instinct, Jurassic Park, Schindlers Liste, Forrest Gump, Speed, Pulp Fiction, Scream, Titanic, American Beauty, Matrix, American Pie
seit 2000: Scary Movie, Herr der Ringe, Shrek, Harry Potter, Spider Man, Fluch der Karibik, evtl Passion Christi
Im Bereich Horror wird sicherlich The Descent zu einem Klassiker werden (falls er das nicht sogar schon ist). Der wird bei Horrorfans in Zukunft einen Status wie Der Exorzist oder Dawn of the Dead erlangen. Das glaube ich zumindest....
Jo, den seh ich auch als den besten Horrorfilm dieses Jahrzehnts bis jetzt.
Rein vom Bauchgefühl her würde ich sagen:
Gladiator
Fluch der Karibik
Herr der Ringe 1-3
Bourne-Reihe
Saw (aber auch nur der erste Teil)
Was die Bourne-Reihe betrifft, so hat die das Action-Genre schon revolutioniert und es nach so aufgeblasenen CGI-Stücken wie den Matrix-Fortsetzungen wieder mehr zurück zu Realität gebracht. Und selbst James Bond ist davon nicht unangetastet geblieben. Ich würde sogar behaupten, dass "Casino Royal" erst durch die Bourne-Reihe so gemacht wurde wie er ist.
Zitat von: Marcel am 17 September 2008, 17:07:28
seit 2000: Scary Movie, Herr der Ringe, Shrek, Harry Potter, Spider Man, Fluch der Karibik, evtl Passion Christi
Teilweise Zustimmung, aber "Scary Movie" und "Passion Christi" möchte ich erklärt haben:
"Scary Movie" weil er Gross-Out-Humor auf ein neues Level gehoben hat? Da würde ich dann aber eher den ein oder anderen Farrelly-Film aus den 90ern nennen, v.a. "Verrückt nach Mary".
Und das mit dem Gibson-Schrott kannst du doch nicht ernst meinen oder? ;) Von den Kontroversen her evtl, von den Einspielergebnissen vielleicht auch noch, aber was die Einfluss und Qualität angeht, kräht doch da jetzt schon kein Hahn mehr danach.
Hehe ja, Scary Movie ist jetzt nicht unbedingt klassikerverdächtig, ansonsten liegt ihr, zumindest was das amerikanische Mainstreamkino angeht ;) eh ganz gut. Von Gibson würd ich eher APOCALYPTO als mordernen Brachialklassiker nehmen. :dodo:
Die Bourne Reihe ist sicher einflußreich, was die Action angeht. Andererseits ist dieser Stil selbst natürlich Blair Witch Project oder der Dogma Welle entliehen. ;)
Bzw. wer hat eigentlich mit dieser hektischen Actioninszenierung angefangen, gabs da nicht schon vor Bourne diesen Trend??
also, jetzt rein stilistisch betrachtet, inhaltlich ist es wieder was anderes..
Zitat von: psychopaul am 17 September 2008, 17:35:19
Bzw. wer hat eigentlich mit dieser hektischen Actioninszenierung angefangen, gabs da nicht schon vor Bourne diesen Trend??
also, jetzt rein stilistisch betrachtet, inhaltlich ist es wieder was anderes..
Keine Ahnung... aber wenn, dann am ehesten "24", auch wenn das TV und nicht Kino ist.
Ich weiß gar nicht, was da vorher war.
Aber stimmt, die TV Serien wie 24, Sopranos, SFU und co...die werden eh schon heutzutage als wesentlich innovativer als die meisten Spielfilme gesehen und vermutlich dann auch in der Zukunft als essentielle Beiträge für die Jahrhundertwende gelten.
Wofür steht SFU?
Zum Glück aber anscheinend nicht für "Sex & the City"! :kotz:
Six Feet Under, die beste Serie aller Zeiten. :king:
Ist eigentlich schon Haialarm auf Mallorca genannt worden? Der war doch schon mit der ersten Ankündigung ein Klassiker! :LOL:
Zitat von: Roughale am 17 September 2008, 17:48:04
Haialarm auf Mallorca
Ich wollte zwar nie, dass diese beiden Titel mal zusammen in einem Thread genannt werden *g*, ABER:
"There will be blood" ist geradezu prädestiniert dazu, ein Klassiker zu werden. Nicht in der Form, dass er eine Welle an Genrefilmen auslöst, wie etwa "Saw" oder "Spider-Man". Eher denke ich da an Filme wie "Spiel mir das Lied vom Tod" oder "Blade Runner": Im Kino untergegangen, aber viel zu hochwertig, vielschichtig und gehaltvoll, um auf Dauer vergessen zu werden.
Zitat von: Roughale am 17 September 2008, 17:48:04
Ist eigentlich schon Haialarm auf Mallorca genannt worden? Der war doch schon mit der ersten Ankündigung ein Klassiker! :LOL:
Nein... denn vorher kommen ja noch diesbezüglich Ballermann 6 und die RTL Explodiert-Reportage über Onkel Jürgen und seinem Harndrang, während er am Strand schwimmen geht! :LOL:
Aber HAM ist echt Trash pur, wenngleich ich da "Held der Gladiatoren" noch einige Kategorien schlechter fand! Aber es gibt ja noch so'n Bullshit wie "Tsunami" und "Tornado", die in die gleiche Kerbe schlagen wie der Kämpf des Möllerminators gegen den Monster-Hai!
Eine ähnliche Frage habe ich mir aber auch letztens gestellt, als ich im TV irgendwas mit Jurassic Park gesehen habe. Ich erinner mich noch, als der rauskam war der Film in aller Munde, "Meilenstein" der Technik und so weiter, dann auch noch basierend auf nem Bestseller-Roman, doch heute kräht nach der Reihe kein Hahn mehr (schuld daran vielleicht auch die Sequels, gähn).
Bei meinen Überlegungen fiel mir dann auf, dass es in meinen Augen ab Anfang/Mitte der 90er keine Filme mehr kamen, die sich langfristig als "Klassiker" oder Ähnliches etabliert haben. Mir fielen da noch Terminator 2 oder Pulp Fiction und ein (obwohl da bei Zweiterem auch schon viel gehype im Spiel war), während andere Sachen ja dann doch meist nur den entsprechenden Ruf bei den jeweiligen Genrefans erreichen konnten.
Ich glaube, dass die Ursache für diese Entwicklung einerseits die kommerzielle Ausschlachtung von erfolgreichen Titeln ist (schwache Sequels), andererseits einfach die Fülle an "Blockbustern", die jedes Jahr auf die Zuschauer losgelassen werden...
Das kann man m.E. absolut nicht vorhersehen. Zudem wird der Begriff inzwischen inflationär verwendet, fast so schlimm wie "Kultfilm". Letztgenannter Begriff bedeutet heute eigentlich gar nichts mehr.
Klassiker der Vergangenheit sind schon sehr häufig - auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen - absolute Kassenschlager und damit Mainstreamerfolge gewesen. Oder man hat nachträglich ihren großen Einfluss auf die kommenden Filmgenerationen erkannt.
Richtig ist, dass Filme wie Terminator oder mehr noch Blade Runner an der Kasse wenig Eindruck hinterlassen haben, heute aber allerorts als Klassiker gefeiert werden.
Vielleicht nur noch zu drei oben erwähnten beispielen, die es meiner Ansicht (rein subjektiv) nie zum Klassiker bringen werden.
1. Matrix. Mit dem schlechten zweiten Teil und dem unterirdischen dritten Aufguss haben die Wachowskis den Kultstatus von Matrix pulverisiert und für alle offensichtlich werden lassen, dass es sich wohl um einen Zufallstreffer handelte und vor allem weit weniger hinter dem philosophischen Gewabere steckte als zuvor hineininterpretiert.
2. Children of Men. Ein finanzieller Flop, der im Feuilleton wahnsinnig gehypt wurde, im Endeffekt aber wenig Neues brachte. Das wir garantiert kein Klassiker.
3. 300. Eine Testosteronbombe, die bereits im Heimkino ordentlich an Wucht verliert und bei wiederholtem Ansehen nicht unbedingt besser wird. Alles andere als ein Grower. Viel Innovation steckt auch nicht darin und prägende Einflüsse auf nachfolgende Filmgenerationen kann ich mir auch nicht vorstellen.
Aber warten wirs einfach ab.
Meine Kommentare zu deinen ;)
Zitat von: vodkamartini am 17 September 2008, 18:10:46
1. Matrix. Mit dem schlechten zweiten Teil und dem unterirdischen dritten Aufguss haben die Wachowskis den Kultstatus von Matrix pulverisiert und für alle offensichtlich werden lassen, dass es sich wohl um einen Zufallstreffer handelte und vor allem weit weniger hinter dem philosophischen Gewabere steckte als zuvor hineininterpretiert.
Das ist Quatsch, wir reden hier ja nicht von der Trilogie, der pate ist ja auch ein Klassiker geworden trotz Teil 3 ;) Ich denke schon, dass Matrix Chancen hat zum einen wegen der technischen Innovationen (besonders die nun schon lange nervende Bullettime) aber auch wegen der Verknüpfungen mit literarischen Klassikern, besonders Alice in Wonderland.
Zitat von: vodkamartini am 17 September 2008, 18:10:46
2. Children of Men. Ein finanzieller Flop, der im Feuilleton wahnsinnig gehypt wurde, im Endeffekt aber wenig Neues brachte. Das wir garantiert kein Klassiker.
Hmmmh, das klingt nach einer Geschmacksäusserung, ich fand CoM sehr gelungen, hatte nichts vom Hype mitbekommen, wurde dankenderweise in einer Sneak mit dem Film überrascht und mochte ihn einfach - ob er aber das Notwendige zum Klassiker hat (was immer das ist), weiss ich nicht, aber zumindestens dei langen Szenen ohne (sichtbaren) Schnitt sind technisch ausgereift genug um eventuell noch etwas länger in Erinnerung zu bleiben (wie gesagt, je nach Entwicklung des Mediums Film)
Zitat von: vodkamartini am 17 September 2008, 18:10:46
3. 300. Eine Testosteronbombe, die bereits im Heimkino ordentlich an Wucht verliert und bei wiederholtem Ansehen nicht unbedingt besser wird. Alles andere als ein Grower. Viel Innovation steckt auch nicht darin und prägende Einflüsse auf nachfolgende Filmgenerationen kann ich mir auch nicht vorstellen.
Auch wieder zu persönlich, aber trotzdem kann ich dem nicht widersprechen, wenn es um die Machart geht, da denke ich dass eher Sin City den Platz einnimmt (ja, das war auch persönlich ;))
Six feed under
Ich wollte noch L. A. Confidential anfügen, wenn der nicht schon ein Klassiker ist!
Das sowieso, es geht hier aber um die Filme ab 2000. :icon_razz:
In den 2-3 Jahren vorher gab es ja eh noch mehrere Kaliber...
Zitat von: psychopaul am 17 September 2008, 18:42:05
Das sowieso, es geht hier aber um die Filme ab 2000. :icon_razz:
Ups.
Sorry!
Zitat von: Roughale am 17 September 2008, 18:26:14
Meine Kommentare zu deinen ;)
Zitat von: vodkamartini am 17 September 2008, 18:10:46
1. Matrix. Mit dem schlechten zweiten Teil und dem unterirdischen dritten Aufguss haben die Wachowskis den Kultstatus von Matrix pulverisiert und für alle offensichtlich werden lassen, dass es sich wohl um einen Zufallstreffer handelte und vor allem weit weniger hinter dem philosophischen Gewabere steckte als zuvor hineininterpretiert.
Das ist Quatsch, wir reden hier ja nicht von der Trilogie, der pate ist ja auch ein Klassiker geworden trotz Teil 3 ;) Ich denke schon, dass Matrix Chancen hat zum einen wegen der technischen Innovationen (besonders die nun schon lange nervende Bullettime) aber auch wegen der Verknüpfungen mit literarischen Klassikern, besonders Alice in Wonderland.
Na ja, wenn du schon mit dem Paten kommst. Hier ist Teil 2 für viele (nicht für mich) noch besser als das Original und auch der zugegebnermaße schwächerere Schlussteil ist immerhin noch sehenswert.
Bei Matrix ist Teil 2 ein aufgeblasenes Nichts und Teil drei einfach nur noch völlig lächerlich. Ich bleibe dabei, Matrix wird kein Klassiker.
Bei Children of Men (dem man gut finden kann, was ich zugegebenermaßen nicht tue) sehe ich keinerlei Hinweise die einen künftigen Klassikerstatus rechtfertigen würden.
Natürlich sind diese Einschätzungen persönlicher Natur und im Endeffekt kann keiner von uns vorhersehen, welchen Film man später als Klassiker feiern wird. Die ganze Diskussion ist rein akademisch und führt letztlich zu nichts.
Zitat von: vodkamartini am 17 September 2008, 18:52:42
Bei Children of Men (dem man gut finden kann, was ich zugegebenermaßen nicht tue) sehe ich keinerlei Hinweise die einen künftigen Klassikerstatus rechtfertigen würden.
Sehe ich auch so. Ich finde den Film zwar sehr gut, kann mir aber absolut nicht vorstellen dass er jemals zum Klassiker wird, dazu ist er in keiner Hinsicht herausragend genug in Gegensatz zu TWBB z.B.
Zu 300 muss man gar nix mehr sagen und Matrix ist ein 2schneidiges Schwert: Einerseits hat der erste Teil eine gewaltige Welle geschlagen und wird allein deswegen in die Gesichtsbücher eingehen (v.a. von technischer und Style-Seite), andererseits bietet er aber sonst zu wenig neues. Teil 2 und 3 waren grottig, ja, aber das kann man dem ersten Teil nicht vorwerfen.
Zitat von: psychopaul am 17 September 2008, 18:42:05
Das sowieso, es geht hier aber um die Filme ab 2000. :icon_razz:
Deswegen wird hier auch so oft Matrix genannt...
Das "Problem" was ich hier sehe ist, dass die Filme über die wir reden irgendwie noch zu "neu" sind.
Hört sich komisch an aber ich meine damit Folgendes:
Die jeweilige "Top 20" Liste eines jeden hier ändert sich von Jahr zu Jahr, wobei ich allerdings behaupte, dass die jeweiligen "Top 10" eher "unangetastet" bleiben.
Alleine in den letzten 2oder 3 Jahren kamen viele gute Filme auf den Markt, die jeder hier wirklich toll findet und die für eine Zeit lang auch in der eigenen "Top 20" Liste die oberen Plätze belegt haben. Die Frage ist nur wie lange bleiben genau diese Filme in dieser Liste??
Ich denke da, jetzt schon eventuelle Klassiker ab dem Jahr 2000 (oder vorher, ..., hüstel hüstel MATRIX)aufzuzählen dürfte sehr schwer sein.
Grund: Die Filme müssten halt "älter" sein. ;o)
MFG
ERIC
P.S.und HAIALARM taucht nur bei NEO auf.;o)
Hana-Bi!
Tron!
Spontan fällt mir bei dem Thema die Rachetrilogie von Park Chan-Wook ein. Diese Filme sind absolut originell, kreativ und verspielt und gleichzeitig emotional packend wie kaum andere der letzten Jahre, soweit mir bekannt. Des weiteren denke ich, dass man die Herr-der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson als für die filmische Erschaffung einer konsequent, durchdacht und mit hohem künstlerischem Anspruch gestalteten "Fantasy"-Welt maßstabsetzend betrachten kann.
Elektra.
Wow..Chili hat in der Tat mir nur einem Wort die Absurdität des Threads aufgezeigt und ihn samt Inhalt ad absurdum geführt. :respekt:
Zitat von: Grimnok am 17 September 2008, 22:13:47
Wow..Chili hat in der Tat mir nur einem Wort die Absurdität des Threads aufgezeigt und ihn samt Inhalt ad absurdum geführt. :respekt:
Nein. Chili weiß einfach sehr gut, dass ELEKTRA irgendwann, in vielen Jahren, als BARBARELLA des frühen 21. Jahrhunderts gelten wird. Der meint das wahrscheinlich echt ernst... :icon_mrgreen:
Die Aufzählungen in diesem Thread führen einem innerhalb sehr kurzer Zeit noch einmal sehr schön vor Augen, warum der heutige amerikanische Mainstream so scheiße ist. Auch ein Verdienst.
Ich persönlich will gar nicht darüber nachdenken, welche Filme aus den letzten Jahren Klassiker werden könnten - mir käme nur das Abendessen hoch. Von einer postmodernen Film-Spielerei zur nächsten, hier noch ein Fincher, dort noch ein Coen / Tarantino-Fetzer und die ein oder andere Jerry Bruckheimer-Produktion wird es wohl auch irgendwie schaffen.
:kotz:
Im übrigen halte ich es für eine gänzlich naive Annahme, ein Film würde primär durch Innovation und "Revolutionierung eines Genres" zu einem Klassiker. Ein genauer Blick in die Filmgeschichte spricht eine andere Sprache - eine Form wird nicht mit dem Erfolg gefunden, sie wird nur erst mit ihm kopiert und recycelt.
Zitat von: VIRUS am 17 September 2008, 18:05:42
Bei meinen Überlegungen fiel mir dann auf, dass es in meinen Augen ab Anfang/Mitte der 90er keine Filme mehr kamen, die sich langfristig als "Klassiker" oder Ähnliches etabliert haben. Mir fielen da noch Terminator 2 oder Pulp Fiction und ein
Ich glaube, daß bringt sehr viel auf den Punkt: einerseits den Boom von hirnlosen Actionblockbustern (Peter Bogdanovich hat einmal etwas von Filmen geschrieben, die aussähen, als wären beim Dreh keine Menschen mehr anwesend, und ich war wirklich erleichtert, daß ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe) und andererseits die weitgehende Degradierung von dem, was früher Independentfilme waren zu coolen Gangsterkomödien, mit Stars, die gegen ihre normale Rollenwahl besetzt sind. Das Erzählkino hat seit 1995 einen radikalen Sinkflug erlebt. Die Postmoderne fordert einfach ihren Tribut.
Was generell meiner Meinung nach für die Vergabe des Titels Klassiker entscheidend ist, ist immer noch, ob es einen gebrochenen romantischen Helden als Hauptfigur gibt, etwas salopp formuliert einen "poster boy" (ja, natürlich immer männlich) wie den Taxi Driver, Bogart, einen melancholischen Androiden (Blade Runner) oder sanftmütig-traurigen Auftragskiller (Leon).
Memento wird definitiv ein Klassiker, weil das Publikum auch in 10 oder 20 Jahren emotional ähnlich reagieren wird, vieles aus dem special effects- Lager wird dann vergessen sein.
Hier mal ein Versuch, das in der Tat überstrapazierte Wort Klassiker vier möglichen Erscheinungsformen zuzuordnen:
1. Aufsehen (Filme an denen einfach keiner vorbei kommt)
2. Anspruch (Filme die allerseits und ich meine wirklich allerseits abgefeiert werden [von den üblichen individual-fixierten Forumsnörglern mal abgesehen])
3. Einfluss (Filme die Myriaden von Epigonen provozieren)
4. Kult-Faktor (zahllose Fanpages und ewige Programmkino-Wiederholungen)
Der Idealfall, die vierfach Kombination ist nach meinem Dafürhalten dieses Jahrzehnt nicht dabeigewesen (LotR z.B. ist mir dann doch etwas zu glatt). Aber muss ja auch nicht.
Ich würde gerne noch Brokeback Mountain anfügen. Vielleicht kein Film, den ich mir oft angucken mag, aber er ist zum einen doch ziemlich fesselnd (Erzählkino halt) und gleichzeitig einfach sehr gut - Kriterien denen die Zeit eigentlich nichts anhaben kann. Leider scheint es so, dass die wenigen Erzählkino-Highlights nur noch in Form von Literatur-Verfilmungen daher kommen ...
Bei Filmen aus Asien fürchte ich ja, das sie höchstens Kategorie 3 entsprechen (mit Abstrichen auch 4). Würde aber dennoch Infernal Affairs in die Runde werfen.
Und wenn hier schon Leute die Nerven besitzen sowas wie Scary Movie zu nennen (bin ja nicht mal sicher, ob man Scream als Klassiker zählen darf), dann erlaube ich mir auch Shaun of the Dead zu erwähnen. Kann in seiner Balance aus hahnebüchener Komik und eindrucksvollen Horrormomenten schon mit Tanz der Vampire verglichen werden.
Zitat von: Vlad am 18 September 2008, 00:09:23
Ich würde gerne noch Brokeback Mountain anfügen. Vielleicht kein Film, den ich mir oft angucken mag, aber er ist zum einen doch ziemlich fesselnd (Erzählkino halt) und gleichzeitig einfach sehr gut
(Zu Asien sage ich nichts, denke aber, daß dort am ehesten Klassiker lauern)
Du hast gerade vermutlich das wichtigste Kriterium genannt, aber nicht in die Aufzählung aufgenommen: wiederholtes Sichten. (Siehe It´s a wonderful life mit seinen weihnachtlichen Wiederholungen.) Ich denke (rate...), daß Klassiker immer an der Schnittstelle zwischen Anspruch und Massenverträglichkeit angesiedelt sind (bestes Beispiel Hitchcock, zwar mit Abstechern in den Bereich des Psychopathischen, aber immer mit den passenden Zitaten vom Meister selbst)
Filme, die in 20 Jahren noch für Aufsehen sorgen werden? Sicherlich viele wenn man übelegt das es immer noch genügend Leute und Fernsehstationen gibt die Filme aus den 80ern und noch früher sehen/ausstrahlen.
Gewiss wird das wie schon genannt Herr der Ringe dazugehören imo die beste Literaturverfilmung aller Zeiten.
Es bleibt auch abzuwarten wie es sich im Horrorgenre entwickelt: Freitag der 13., Halloween, Nightmare ect. zählen auch heute schon zu den absoluten Klassikern, die auch die jüngere Generation kennt. So möchte ich in diesem Zusammenhang die SAW Reihe nennen die imo grosses Potential zum Klassiker hat.
Eine Aufzählung der Filme spar ich mir jetzt weil morgen wie auch heute der Geschmack des Einzelnen zählen wird! Mir persönlich gefallen klassische Western mit John Wayne z.B. nicht da sind mir die Leone/Eastwood/Nero Italo-Western ums 1000fache lieber --> mein Vater sieht es anders....
Genau genommen kann man die Frage gar nicht beantworten - ahnlich der Frage: Welche Musik von heute wird auch noch in 20 Jahren gespielt. ICH höre gerne mal ABBA und BoneyM - ihr?
Zitat von: rierami am 18 September 2008, 01:14:03ahnlich der Frage: Welche Musik von heute wird auch noch in 20 Jahren gespielt. ICH höre gerne mal ABBA und BoneyM - ihr?
Niemals!
Aber Doors, Hendrix, Dylan etc...
@SAW: Hm..weiss nich, zu gleich und schon der erste Teil zu vorraussehbar.
Zitat von: Grimnok am 18 September 2008, 01:26:07
Zitat von: rierami am 18 September 2008, 01:14:03ahnlich der Frage: Welche Musik von heute wird auch noch in 20 Jahren gespielt. ICH höre gerne mal ABBA und BoneyM - ihr?
Niemals!
Aber Doors, Hendrix, Dylan etc...
Und schon gehts los mit den unterschiedlichen Geschmäckern ;)
Ich denke, interessanter als Geschmacksurteile ist, daß man die aufgezählten Namen (ich vermute das gilt tatsächlich für 100% der Forumsmitglieder) KENNT und selbst wenn man keinen Titel einer Band gehört hat, hat man ein vages Image im Kopf. Ein Klassiker braucht natürlich eine halbwegs sichergestellte Verfügbarkeit (unabhängig von jeder Qualität), daneben muß er in irgendeiner Form schnell mitteilbar sein: etwa als Zitat, als Stück vom Soundtrack oder als ikonisches Postermotiv.
Sehe ich ähnlich wie Barry. Und der persönliche Geschmack sollte bei der Definition eines Klassikers hinter dem eines breiten Publikums zurückstehen. Denn egal ob jemand Italo oder US Western bevorzugt - dass in beiden Lagern Klassiker zu finden sind ist wohl unbestritten.
Nicht zu vergessen"Mad Max 1"
Der Zeit nach zu urteilen würde ich die Saw-Reihe mit den Freitag´s/Halloween´s/Nightmare´s vergleichen
-> mit den Fortsetzungen eigentlich immer schlechter, aber könnte unter Genre-Fans zum Klassiker/Kult werden
The Dark Knight, den ich persönlich für sehr großartig halte, wird für die meisten nur wegen des Box-Office Erfolgs zum Klassiker avancieren.
Und um ganz ehrlich zu sein würde ich noch "Running Scared" einwerfen, schade das er bei uns direkt auf DVD rauskam, aber der Unterhaltungswert, die skurrilen Figuren und die Anlehnung an Märchen hielt ich für sehr geil !
(Habe mir sowieso mal wieder gewünscht das Märchen für Erwachsene rauskommen, und das war so ein kleiner Wink - was mir in den letzten Jahren im Kopf rumging wie man "Hänsel & Gretel", "Rotkäppchen" , etc. verfilmen könnte :icon_twisted: )
Saw wird niemals ein Klassiker, höchstens die Verarschung der deutschen Fans hat eine Chance - ebenso, wie bei Matrix haben die Folgeteile vieles kaputtgemacht, aber im Gegensatz zu Matrix was auch Teil 1 nicht SOOO innovativ - das wird kein Klassiker, die Reihe wird eventuell einen kleinen Kultcharakter behalten, mehr aber eher nicht - nur, dass man in 30 Jahren noch von Saw redet, liegt allein daran, dass dann der 35. Teil ansteht :king:
Ich denk mal, das größte Problem ist die gefühlte mangelnde Innovation. Interessant finde ich, daß wir mit der Zeit ab 2000 über genau den Zeitraum reden, in dem sich Breitbandverbindungen etabliert haben. Dadurch sammeln sich viele Faktoren, die weit über illegale Downloads hinausgehen. Da ist die OFDb sogar ein Teil davon. Fans konnten sich nun austauschen, vergessene Perlen und Geheimtips entdecken. Gleichzeitig etablierte sich auf dem DVD Markt z.B. der asiatische Film vom Nischenprodukt zu einer anerkannten Sparte, die auf öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern Berücksichtigung findet.
Ferner fanden DVDs reißenden Absatz und führten mit Sicherheit in der hier vertretenen Zielgruppe stellenweise zu einem förmlichen Overkill an Filmen. Grund dafür im Bekanntenkreis ist meistens die gefallene Hemmschwelle des abgenudelten Bandes gewesen.
Auch für die Einkäufe hat sich das Internet als sehr hilfreich erwiesen.
Unter Berücksichtigung meines Bruders, der sehr gut dem 08/15 Kunden entspricht, der sich praktisch nur Harry Potter, Herr der Ringe, X-Men und Pixar/Disney Filme kauft, kommt es mir so vor, als würde dieser Konsumententyp kein Problem mit der Filmwelt haben. Kann es also sein, daß sich an Hollywood nicht viel geändert hat, der Konsument aber schon? Sind wir einfach das Problem? Und falls ja, worin liegt das Problem? Sind es wir, die wir unser Geld lieber in alte Filme oder gar nicht investieren, als das Remake des Remakes davon auf der Leinwand zu verfolgen?
Nicht-asiatische Filme, die kein Sequel oder bestehendes Franchise (dazu zähle ich auch Herr der Ringe) waren und die auf ihre Weise ein gewisses Potential boten, um sie aus der Dekade hervorzuheben, sehe ich in:
- Final Destination
- The Others
- Rock Star
- Donnie Darko
- Nicht auflegen!
- Butterfly Effect
- Saw
- Die Passion Christi
- Der Patriot
- Der Untergang
- Kill Bill
- Walk the Line
- Aviator
- Open Range
- Die Träumer
- Die purpurnen Flüsse
- Equilibrium
- Fluch der Karibik
- Ginger Snaps
- Hooligans
- Irreversible
- Last Samurai
- Million Dollar Baby
- Signs
- Arac Attack
- Wir waren Helden
- Black Hawk Down
- Evolution
- Ice Age
- Die Unglaublichen
- Die Geisha
- The Hole
- Identität
- A History of Violence
- Tödliche Versprechen
- The Fast and the Furious
- Das Parfum
- One Hour Photo
- Panic Room
- Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück
- Unterwegs nach Cold Mountain
- Shaun of the Dead
- Dead End
- Das Tribunal
- The Score
- 16 Blocks
- Dark Blue
- Cloverfield
- Schwer verliebt
- Blow
- Sin City
- Planet Terror
- I, Rotbot
- Mulholland Drive
- Die fabelhafte Welt der Amelie
- Shrek
- Little Nicky
Das läßt sich noch fortsetzen und davon sind sicherlich nicht alles Blockbuster und nicht alle innovativ und nichtmal alle nach meinem Geschmack. Trotzdem würde ich behaupten, daß man zumindest eine relativ breite Auswahl hinbekommt.
Zitat von: Vlad am 18 September 2008, 00:09:23
Hier mal ein Versuch, das in der Tat überstrapazierte Wort Klassiker vier möglichen Erscheinungsformen zuzuordnen:
1. Aufsehen (Filme an denen einfach keiner vorbei kommt)
2. Anspruch (Filme die allerseits und ich meine wirklich allerseits abgefeiert werden [von den üblichen individual-fixierten Forumsnörglern mal abgesehen])
3. Einfluss (Filme die Myriaden von Epigonen provozieren)
4. Kult-Faktor (zahllose Fanpages und ewige Programmkino-Wiederholungen)
De
Punkt 3 ist meiner Meinung nach der ausschlaggebede Punkt für den "Klassiker"-Status, denn damit ist sowohl gemeint, dass ein Film, egal wie erfolgreich er seinerzeit finanziell war oder wie er bei Publikum und Kritikern ankam, immer wieder in allen möglichen Zusammenhängen zitiert und kopiert wird. Wie oft wurde beispielsweise die Schlussszene aus "Casablanca" schon in anderen Filmen erwähnt oder zitiert? Oder der Stil von Tarantinos "Pulp Fiction" kopiert bzw. ähnlich gelagerte Streifen mit Plagiatsvorwürfen bedacht? Und eine Hommage oder auch Persiflage ist ohnehin der Ritterschlag für jeden Film. Damit meine ich NICHT die unsäglichen "XY-Movie"-Pippi-Kacka-Nummernrevuen der letzten Jahre, sondern eher detailverliebte Parodien wie "Eine Leiche zum Dessert", die ihren Witz allein aus der Übertreibung der Leitmotive ihrer Vorbilder ziehen (wobei letzterer damit ja selbst zum Klassiker geworden ist :icon_mrgreen: ).
Damit gehört "Matrix" allein durch seinen damals innovativen Stil definitiv in diese Sparte rein, genau wie "Herr der Ringe", der in nahezu allen Belangen der Filmkunst Maßstäbe gesetzt hat. Beide führten auch zu unzähligen Nachahmungen und wurden weiß Gott wie oft parodiert. Und auch wenn man mich für diese Aussage steinigen möge: Ein alberner Streifen wie "American Pie" wird über kurz oder lang auch diesen Status ereichen, einfach weil man ihn auf immer und ewig mit der Teeniekomödien-Welle Anfang der 2000er Jahre in Verbindung bringen wird. Jaja, und die Apfelkuchen-Szene tut für den Erinnerungswert ihr übriges...
Kurz und knapp: Klassiker sind für mich Filme, die in den Köpfen der Menschen, die gerne Filme sehen, aus verschiedenen, meist schwer definierbaren Gründen, allgegenwärtig sind und über viele Jahre hinweg geistige Bezugsquellen für die Einordnung weiterer Filme darstellen.
... womit du im Detail genau das ausgeführt hast, was ich mit "Trampelpfadeffekt" meinte: der Trampelpfad besteht vor allem aus einer Spur von Zitaten und Fußnoten. Diese Zitate werden registriert und weiterverfolgt, die Halme quasi weiter plattgetreten, so dass immer neue Zielgruppen und später Generationen mit den Zitaten in Kontakt gelangen, um sie dann später selbst weiterzuverbreiten. So kommt es auch, dass man etwa Dialogzeilen wie "Schau mir in die Augen, Kleines", oder Kompositionen wie zB "The Ecstacy of Gold" oftmals noch vor den jeweiligen Filmen (in diesem Fall "Casablanca" und "The Good, the Bad and the Ugly") kennt. Die Schlüsselelemente gehen den eigentlichen Filmen voraus. Deswegen sehe ich aus Vlads Faktorenliste den "Einfluss" auch ganz weit vorne und würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass die übrigen Faktoren entbehrlich sind.
Es gibt aber auch "Klassiker", die es kaum zu einem nennenswerten Referenzobjekt gebracht haben bzw. die ihrerseits schon ein (mitunter postmodernes) Zitat bilden.
Zitat von: Vince am 18 September 2008, 13:34:52
"Schau mir in die Augen, Kleines"
Das falscheste Filmzitat der Filmgeschichte. ;)
Zitat von: Mr. Vincent Vega am 18 September 2008, 13:46:46
Das falscheste Filmzitat der Filmgeschichte. ;)
(http://www.liquid-love.de/forum/images/smiles/stinkefinger2.gif)
Ich seh dir in die Augen, Pedant. ;)
So ein Zitatfall wäre für mich z.B. Scream, der sich munter bei den tatsächlichen Klassikern bedient, aber ob seiner selbstreflektierenden Art nicht nur die Sequels als auch reichlich ähnlich gelagerte Horror-Filme nach sich zog. American Pie ist für mich nur ein Aufguss von Eis am Stiel und sonstigen Teenie-Sex-Komödien, prägte aber eine ganze Generation, so dass er möglicherweise tatsächlich das Prädikat Klassiker in Anspruch nehmen kann (siehe auch Grease / High School Musical).
Der Einfluss eines Films mag für die Definition eines Klassikers tatsächlich entscheidend sein, aber ist es nicht eher so, dass die anderen Aspekte (Aufsehen, Anspruch, Kult-Faktor) weniger entbehrlich sind sondern der Einfluss sich sogar auf zumindest einen dieser Aspekte zurückführen lässt?
Zitat von: Dionysos am 18 September 2008, 13:22:28
3. Einfluss (Filme die Myriaden von Epigonen provozieren)
Punkt 3 ist meiner Meinung nach der ausschlaggebede Punkt für den "Klassiker"-Status, denn damit ist sowohl gemeint, dass ein Film, egal wie erfolgreich er seinerzeit finanziell war oder wie er bei Publikum und Kritikern ankam, immer wieder in allen möglichen Zusammenhängen zitiert und kopiert wird.
Das ist das, was ich oben mit leichter Mitteilbarkeit / Zitierbarkeit meinte (oneliner / Zitate, Soundtrack, Poster), hat aber mit Epigonen nichts zu tun. Die "Duschmordszene" inklusive den Stakkatostreichern können viele zuordnen, ohne den Film selbst gesehen zu haben oder sich generell viel aus Filmen zu machen (sicherlich muß man kein Freund von Slasherfilmen sind, um den Film zu erkennen).
Der Gedanke oben zum digitalen Zeitalter scheint mir sehr wichtig, weil das klassische Kritikerurteil immer unwichtiger wird.
Ein Umstand, der mich daran zweifeln läßt, daß viele Filme der letzten Zeit Klassikerstatus zugesprochen bekommen, sind die A-Riegen der männlichen und weiblichen Schauspieler (Hollywoods, aber auch Deutschlands). Klingt vielleicht sehr negativ, aber wenn man deren Fotos neben Aufnahmen der "Großen" der 80er. 70er oder 40er hält, könnte man den Eindruck bekommen, man sähe jeweils den jüngeren Bruder oder die kleine Schwester des eigentlichen Stars. Die meisten sehen neben Robert Mitchum, Charlton Heston oder Clint Eastwood einfach aus wie Schüler.
Generell zum Gedanken, was einen Klassiker ausmacht: Das richtige "falsche" Timing: also für die Ursprüngliche Zeit zu radikal zu sein. Heute fehlen weitgehend die bösen, frechen, mutigen Filme, es sei denn sie sind von Anfang an auf eine spezielle Zielgruppe optimiert worden. (Filme wie F911).
Klassiker leben auch von der Nostalgie der "Alten", die ihn bei Ersterscheinen gesehen haben, und den Filmen eine eigenartige Art der Dankbarkeit erweisen, weil die Filme automatisch andere Erlebnisse mitaufgesogen haben. Ich bezweifle stark, daß American Pie jemals den Status von John Hughes-Filmen erreicht.
Einer meiner wenigen Tipps für einen Film, der nicht altern wird ist Starship Troopers - weil zynisch, clever, unterhaltsam und visuell zeitlich widersprüchlich.
Die Beispiele rutschen aber schon wieder vehement über die 2000er Grenze. Starship Troopers oder Scream haben sich ihren Klassikerstatus imho schon erspielt.
Bei mir ging es auch eher um die Begründung, daß viele Klassiker visuell zeitlich schwer einzuordnen sind, sehr häufig, weil sie in der Vergangenheit angesiedelt sind wie etwa Chinatown oder bewußt alles modische weglassen.
Jein. Was in alten Klassikern für später Geborene unauffällig klassisch aussieht, ist in meinen Augen genau das Gleiche, wie wenn man heute Mobiltelefone und Computer einbeziehen muß, die es heute nunmal gibt und die z.B. einen Krimi ganz anders verlaufen lassen. Wenn man heute ein Wählscheibentelefon einsetzen würde, würde es nicht klassisch, sondern antik wirken. Alternativ kann man natürlich eine vollkommen eigenständige, phantastische Welt erschaffen, oder in der Vergangenheit spielen, wo man dann aber auch eine notwendige Authentizität erreichen muß. Ich grübele z.B. immer noch darüber, ob ich es gut finde, daß in Death Proof Mobiltelefone vorkamen, weil das (und daher kann man es als Stilmittel betrachten) völlig konträr zum bis dahin gezeigten Mix aus Alt steht.
Zitat von: Senfdazu am 19 September 2008, 00:51:47
Jein. [...]Wenn man heute ein Wählscheibentelefon einsetzen würde, würde es nicht klassisch, sondern antik wirken. Alternativ kann man natürlich eine vollkommen eigenständige, phantastische Welt erschaffen, oder in der Vergangenheit spielen,
Ich habe eher an zeitliche Ebenen als an einzelne Objekte gemacht (aber ich glaube dennoch, daß zum Beispiel die Telefonzelle in Lola Rennt weniger altern wird als die meisten Handys in Filmen).
In der ofdb-Bestenliste und in den meisten "... aller Zeiten"-Auflistungen scheint es mir symptomatisch, daß automatisch in die Vergangenheit zurückgegangen wird oder es zwei oder mehr Zeitebenen gibt: "Titanic", "3 Jahrzehnte in der Mafia", "Die Verurteilten", "Schindlers Liste", "Forrest Gump", "Das Boot", "Star Wars" usw. Ich vermute, daß die Klassikerauswahl so etwas wie eine parallele, persönliche Art der Geschichtsschreibung ist - allerdings nicht linear, sondern wie im Mythos, wobei die Vergangenheit normalerweise verklärt wird (ich nehme Spielbergs Film dabei natürlich raus.) Sehr viele Filme der 80er springen zurück in die 50er/60er, bei den heutigen Filmen bin ich mir nicht sicher.
Zitat von: barryconvex am 19 September 2008, 02:22:52
Sehr viele Filme der 80er springen zurück in die 50er/60er, bei den heutigen Filmen bin ich mir nicht sicher.
Wobei man nicht vergessen darf, daß die 50er Elemente durchaus rückblickend auch als Modeelement der 80er gerechnet werden dürfen und sich auch in Musik und Kleidung wiederspiegelten. Wer damit angefangen hat, kann ich allerdings auch nicht sagen. Ein Rockabilly Revival gab es schon Anfang der 80er. Subjektiv wahrgenommen hat sich aber erst später, z.B. mit Gottschalks Oldie-Party, eine breite, kommerzielle Huldigung von alten Songs ergeben. Vorher waren es Songs in Filmen und/oder Coverversionen und seltener auch Neueinspielungen.
Auch in meiner obigen Auflistung finden sich ja so manche Vertreter, die nicht in der Gegenwart spielen. (z.B. sogar Donnie Darko in den 80ern) Ich glaube aber, das dies nur in der absoluten Masse eine Rolle spielt, weil es (leider) viele Zuschauer gibt, die nur etwas mit neuen Filmen anfangen wollen und sich ggf. sogar von s/w oder der so ganz anderen Art irritiert fühlen. Das hat sicher mit der "Erziehung" zu tun. Wer den Horizont nicht hat und heute einen 80er Film mit Aerobicanzügen und Dauerwellen schauen soll, der wird wohl erstmal einen Schreck bekommen. Da die Autoren aber jünger werden und viele Erzählungen der 50er z.B. damals (z.B. Stephen King) wohl auf Kindheitserlebnissen beruhten, wird es nicht ausbleiben, daß wir nochmal in eine Neonwelt abtauchen müssen/dürfen.
Ich bin mir nicht so sicher, ob der Zusammenhang von Klassikern und mehr als zwanzig Jahre entfernten Zeiten oder Objekten nicht auch an der Assoziation der Worte Klassik und Alt festzumachen ist. Darüberhinaus liegt es doch auf der Hand, dass ein emotionaler Eindruck eines Films neben der üblichen Liebesgeschichte gerne auch mittels Verknüpfung mit vergangenen Zeiten (Nostalgie) erreicht werden kann.
Auch was die Schauspieler angeht gibt es neben den ganzen Jungstars von heute, doch auch reichlich ... tja, äh reife Darsteller wie z.B. George Clooney, Johnny Depp, oder Bruce Willis die immer noch (oder jetzt erst recht) Filme tragen können. Auch damals gab es doch reichlich Jungstars, die sich nicht langfristig halten konnten (z.B. Ricky Nelson, damals eigentlich eher Popstar wie heute auch viele Teenidole).
Da bietet sich auch wieder ein Vergleich zur Musik an: was unser einer in den späten 70ern und 80ern als "Oldie" kennengelernt hat, hat doch einen ganz anderen Stellenwert, als die Musik, die damals aktuell war und heute genauso 20 Jahre auf dem Buckel hat; zumindest mir fällt es schwer, sowas wie 'Pump Up the Volume' oder 'All You Zombies' als Oldie zu bezeichnen.
Zum Problem des digitalen Zeitalters kommt meiner Meinung nach noch die Explosion der Sichtungsmöglichkeiten, was natürlich auch auch durch die Digitalisierung aber eben auch die Vermehrung von TV-Sendern und Videokultur (beides vor allem seit den 80ern) kommt. Wurde das Reifen eines Klassikers früher durch die wenigen Fernsehsender und Kinos geregelt, kann man heute quasi jeden halbwegs bekannten Film in kürzester Zeit zu sich nach Hause organisieren. Wie soll man sich bei so einer Auswahl auf eine Handvoll Klassiker einigen?
So ein Film wie Das Omen geniesst heute (zumindest in Fan-Kreisen) zum Teil deshalb einen Klassiker Status, weil er Anfang der 80er im ZDF lief und zu einem Parade-Beispiel der Zensur-Debate wurde.
noch eine "...aller Zeiten"-Liste, mit einigen Filmen neueren Datums, die ich noch nicht kenne:
http://www.empireonline.com/500/
Zitat von: barryconvex am 26 September 2008, 10:44:13
noch eine "...aller Zeiten"-Liste, mit einigen Filmen neueren Datums, die ich noch nicht kenne:
http://www.empireonline.com/500/
Bei Lesen der Liste bekomme ich Kotzkrämpfe. :doof:
Die würde ich nicht als Anhaltspunkt nehmen, klar sind ein paar Klassiker dabei, aber ihr wisst wie das mit blinden Hühnern ist. Ubliche Blockbusterkost (300, Sin City und Co) garniert mit ein paar Kurosawas und ein paar weiteren Ausreißern nach oben. Aber dennoch: weit über die Hälfte der Liste kann man getrost vergessen und dazu zählen v.A. Filme aus den letzen 10-20 Jahren.
EDIT: Die Top150 sind sogar einigermaßen erträglich.
Hehe, so ganz gut find ich die Liste auch net.
Aber mal sehen, welche Filme aus meiner Zeit sich meine (zukünftigen) Kinder ansehen wenn sie so alt sind ich wie. Das könnten dann klassiker sein.
Zwei eher spontane Gedanken zu Klassikern: "Irgendwie" spürt man schon eine grassierende Verunsicherung, vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, aber die Anzahl von Bestenlisten u.ä. wie "Die Lieblingsbücher der Deutschen" oder die kindische Dramatikerreihe auf arte scheint in letzter Zeit stark zugenommen zu haben. Inzwischen sieht es an Universitäten genauso aus.
Daneben könnte der Boom an Dokumentationen auch damit erklärbar sein, daß Spielfilme inzwischen für viele ernsthafte Themen nicht mehr tragfähig genug erscheinen. Viele Horror- und SF-Themen scheinen mittlerweile in Dokumentationen besser aufgehoben zu sein.