Halbfinale Deutschland - Italien

Erstellt von MäcFly, 26 Juni 2012, 12:49:24

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Nerf

Zitat von: Kwyjibo nach 29 Juni 2012, 00:46:06
Es bleibt dabei: Deutschland kann bei großen Turnieren keine Weltklasseteams mehr schlagen
Ja, ich weiß, 2010 haben wir England und Argentinien mit jeweils 4 Toren aus dem Turnier geschossen. Das sind auch durchaus gute Mannschaften, aber bei weitem keine Weltklasseteams. Defensiv lächerlich und Argentinien war zudem ohne Trainer (es sei denn, Maradona möchte man als solchen bezeichnen).
Jetzt bei der EM haben wir natürlich Portugal und die Niederlande geschlagen, aber das war zum einen erstmal nur in der Gruppenphase und außerdem gehören auch die eben nicht zur absoluten Elite. Portugal hat sowieso noch nie was gerissen und die Niederlande wird komplett überbewertet. Die bestehen nur aus Egomanen und sind kein Team.

Sobald wir im späteren Verlauf eines Turniers auf ein Team wie Spanien oder Italien treffen, kriegen wir es einfach nicht hin, uns zu belohnen. Wir spielen oft den unterhaltsamsten Fußball, haben mittlerweile wirklich viele tolle, junge Spieler und sind sehr konstant (bei dieser EM zum 20. Mal im Halbfinale einer EM/WM), aber so gewinnt man keine Turniere.
Spanien und Italien haben dagegen 'ne ziemlich grottige Gruppenphase gespielt, aber in den entscheidenden KO-Spielen sind sie eben zur Stelle. Die sind schlichtweg immer für Titel gut, egal, was für eine Mannschaft die haben. Vor 2 Jahren blamiert sich Italien noch, bei dieser EM rechnet keiner mit denen und plötzlich sind sie im Finale.

Auch wenn ich keine Phrasen bedienen möchte, aber uns fehlen die Siegertypen. Wir spielen immer schön und kommen weit, aber für Titel reicht's nicht.


Ich war nahe dran, dir zuzustimmen, muss jetzt aber doch mal nachhaken.
Wer wäre denn deiner Meinung nach Weltklasse? Wenn man im Nachhinein alle Teams, gegen die Deutschland bei WM und EM verdient gewonnen hat, zu internationalem Durchschnitt erklärt, macht man es sich doch sehr einfach. Argentinien und England waren 2010 nicht zu unterschätzende Brocken, auch die Portugiesen könnten mit etwas Glück jetzt im Finale stehen, während Holland noch vor der EM (mal wieder) Geheimfavorit war...
Da bleiben dann doch nur Spanien und Italien - wobei erstere sich in diesem Turnier in jedem Fall schlagbar gezeigt haben. Ein Spiel gegen die wäre vielleicht sogar einfacher ausgefallen als gegen diese cleveren Italiener... und auch die haben ihre Schwächen.

Ich möchte es vielmehr mal so formulieren: Die Teams, die jetzt im Halbfinale standen, sind sich durchaus ebenbürtig, was die spielerische Seite angeht. Was den Unterschied macht, ist dann eben die Abgebrühtheit, die Coolness, die professionalität oder wie ihr das nennen möchtet. Halt die Fähigkeit, in solch kritischen Situationen Ruhe zu bewahren und eiskalt zu bleiben - den entscheidenden Elfmeter zu halten/verwandeln, den entscheidenden Angriff zum Tor zu fahren, nachdem man mit messerscharfem Blick die Schwäche des Gegners erkannt hat. Diese Fähigkeit hatten die Italiener gestern und die Deutschen nicht. Dieser Killerinstinkt ist es, was Jogis Jungs - denke ich - fehlt. Und darum gewinnen wir auch nicht die entscheidenden Spiele.

Trotzdem möchte ich den Augenmerk nochmal auf eine brillante Analyse des Geschehenen lenken, die das Spiel besser als andere Postings zusammenfasst:
Zitat von: Lucker nach 29 Juni 2012, 00:58:42
Ich glaub, wir ham verloren?!

5 Worte, eine goldene Wahrheit.
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Of the sequel to your life.

Eric

Zitat von: Nerf nach 29 Juni 2012, 08:17:33
Trotzdem möchte ich den Augenmerk nochmal auf eine brillante Analyse des Geschehenen lenken, die das Spiel besser als andere Postings zusammenfasst:
Zitat von: Lucker nach 29 Juni 2012, 00:58:42
Ich glaub, wir ham verloren?!

5 Worte, eine goldene Wahrheit.


Hach, ..., leider ja, ..., schon irgendwie verhext, ...

Schau mer mal wie es in zwei jahren zur WM ausschaut.
Ich tippe ja, dass wir bis dahin JEDES Vorbereitungs-, Qualifikations- und Gruppenspiel gewinnen, nur um dann wieder im Halbfinale oder Finale auszuscheiden, ...
Liebe Ursula,
wünsch dir frohe Ostern, nen tollen Namenstag und nen guten Rutsch ins Jahr 1978!
Grüsse aus der Alzheimergruppe, deine Tante Günther!

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quaker

Ansich war das bis gestern eine gute Tunierleistung, aber das wars dann auch wieder schon, wenn man zum wiederholten Male nichts gewinnt. Da brauch man sich nichts schön reden, sondern sollte sich mal hinterfragen warum das so ist. Da brauch man sich wie damals auch gar nicht feiern lassen, weil es nichts zu feiern gibt.

btw: Die Bayernspieler schön zum vierten Mal diese Saison in die Fresse bekommen. :icon_lol:

tenderman

Zitat von: quaker nach 29 Juni 2012, 10:34:00
..sondern sollte sich mal hinterfragen warum das so ist. ...


Weil man ganz einfach in den entscheidenden Spielen individuelle und (diesmal auch) taktische Fehler begeht. Letztendlich gehört aber auch ein bisschen Glück dazu bzw. die Abgebrühtheit die wenigen Fehler der Anderen zu Nutzen. Fehlende Effektivität!! - das wäre mein Fazit.
BTW: es gab schon viele andere Mannschaften (Portugal mit Figo, England mit Beckham, Shearer...) den man immer einen Titel zugetraut hat, die aber auch den letzten Schritt nie gepackt haben.

tenderman
"Aspirin gab´s nicht, da hab ich dir Zigaretten mitgebracht" (Homer Simpson)

MäcFly

Zitat von: Nerf nach 29 Juni 2012, 08:17:33
Ich war nahe dran, dir zuzustimmen, muss jetzt aber doch mal nachhaken.
Wer wäre denn deiner Meinung nach Weltklasse? Wenn man im Nachhinein alle Teams, gegen die Deutschland bei WM und EM verdient gewonnen hat, zu internationalem Durchschnitt erklärt, macht man es sich doch sehr einfach. Argentinien und England waren 2010 nicht zu unterschätzende Brocken


Komisch, dass immer wieder diese beiden Spiele gegen England und Argentinien hergenommen werden, um Deutschlands Weltklasse zu unterstreichen. Zwei Spiele, in denen einfach alles geklappt hat: Die ersten beiden Torschüsse waren gleich drin, trotzdem hätte England kurz vor der Pause eigtl das 2:2 erzielt. Beim Stand von 2:1 für Deutschland gab es dann ungefähr in der 50. Minute noch einen Lattentreffer der Engländer. Die Konter zum 3:1 und 4:1 hat man dann sicher sehr gut gesetzt, aber wenn man ehrlich ist, hätte man gestern locker höher verlieren können, wenn Italien konsequenter bei seinen Kontern gewesen wäre. Beim 4:0 gegen Argentinien ähnliches Spiel: 1. Torschuss --> Tor. Bedanken kann man sich noch heute beim argentinischen Verband, der so nett war, den dicken Maradona von der Gosse an die Seitenlinie zu holen und der taktisch einfach mal null Plan hatte. So gewann man dank einer vogelwilden Argentinien-Truppe 4:0.

Für mich sind knappe Siege gegen Mannschaften auf Augenhöhe wie der gegen Portugal zum Auftakt fast mehr wert, weil da eben Nuancen den Ausschlag über Sieg oder Niederlage geben. Und genau das zeichnet eine Weltklasse-Mannschaft aus: An Tagen, an denen nicht alles glatt läuft, trotzdem den totalen Siegeswillen auszustrahlen und zu gewinnen.

Zitat
Ich möchte es vielmehr mal so formulieren: Die Teams, die jetzt im Halbfinale standen, sind sich durchaus ebenbürtig, was die spielerische Seite angeht. Was den Unterschied macht, ist dann eben die Abgebrühtheit, die Coolness, die professionalität oder wie ihr das nennen möchtet. Halt die Fähigkeit, in solch kritischen Situationen Ruhe zu bewahren und eiskalt zu bleiben - den entscheidenden Elfmeter zu halten/verwandeln, den entscheidenden Angriff zum Tor zu fahren, nachdem man mit messerscharfem Blick die Schwäche des Gegners erkannt hat. Diese Fähigkeit hatten die Italiener gestern und die Deutschen nicht. Dieser Killerinstinkt ist es, was Jogis Jungs - denke ich - fehlt. Und darum gewinnen wir auch nicht die entscheidenden Spiele.


So ist es. Die Körpersprache gestern: Ein Grauen. Will der Kroos in seinem Leben eigentlich noch einen Blumentopf gewinnen? Bei dessen lässigem Getrabe möchte ich  ihm permanent in den A**** treten und frage mich, ob der in solchen Spielen überhaupt weiß, um was es geht. Ein Andi Möller hat nach außen hin zwar auch immer wieder wie eine Trantüte gewirkte, schnappt sich aber 1996 im HF in Wembley gegen ENGLAND den Ball beim entscheidenden Elfer und knallt ihn rein. Was macht Kroos in so einer Situation? Lässt gegen Chelsea lieber den Torwart schießen...

Aber warum stelle ich dann solche Leute auf oder Poldi/Gomez, bei denen man jetzt ungefähr drei Jahre lang gesehen hat, dass die null miteinander harmonieren. Im Nachhinen muss man auch Jogis Gerede von der Dominanz der Deutschen in Frage stellen, aufgrund derer man sich angeblich nicht mehr auf die Stärken des Gegners einstellen, sondern dem Gegner seine eigenen Stärken aufzwingen müsse. Genau das Gegenteil war gestern der Fall: Kroos sollte Pirlo wohl mit körperlicher Präsenz (muuahahahahaahah) einschüchtern und ihm laufend auf den Füßen stehen. Da Pirlo aber ein Spielmachertyp ist, der sich sehr weit zurückfallen lässt, wäre ein Klose im Sturm Gold Wert gewesen, der viel näher an Pirlo dran gewesen wäre und nicht bloß dumm bei dessen zentimetergenauen weiten Pässen zugeschaut hätte (siehe Gomez beim 0:1).

Vielleicht hätte man mit Reus und Klose auch verloren, aber es hätte nicht so leichtfertig verschenkt gewirkt. Frustrierend.
"Man muss immer darauf achten, dass man ein gewisses Niveau nicht unterschreitet - sonst ist es schnell aus."

"Wenn man Mubarak heißt oder Kosslick, dann kann man alles machen." (Uwe Boll)

Nerf

Zitat von: MäcFly nach 29 Juni 2012, 11:59:35
Vielleicht hätte man mit Reus und Klose auch verloren, aber es hätte nicht so leichtfertig verschenkt gewirkt. Frustrierend.


So sieht es (leider) aus. Gegen eine Mannschaft, die spielerisch bärenstark ist, einen Gomez aufzustellen, der nur vorne auf Bälle wartet, und nicht einen auch mal mitspielenden Klose - was hat Löw da nur geritten?

Für Klose tut es mir sehr, sehr leid. Der wird 2014 mit 36 Jahren sicher nicht mehr an den Start gehen und hat somit die letzte Chance auf den lang ersehnten internationalen Titel verschenkt...

Im Finale halte ich jetzt zu Italien. Was die gestern gezeigt haben, war bei aller Trauer über 'schlands Ausscheiden tlw. brillant. Die beiden Tore waren Angriffsfußball aus dem Lehrbuch.
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Roughale

Irgendwie habe ich immer mehr den Eindruck, dass die Truppe noch etwas zu jung ist und sich viel zu sehr von dem ganzen Rummel, der um sie gemacht wird, beeinflussen lässt. Man hat das ja gesehen, als Müller in der Vorrunde die negative Presse ansprach, ich denke mal, dass die ganze Lobhudelei, die danach losging (laut der Presse waren wir ja schon mindestens im Finale) einen Druck ausgelöst hat, dem man nicht standhalten konnte - schade ist es allemal, aber ich hoffe, man lernt draus und macht genauso weiter - Niederlagen und Fehler gehören dazu und man kann und muss draus lernen...

Und nun mögen die Italiener dem Cup holen - in den HFs haben sie mMn mit Portugal einfach den besten Fussball gespielt...

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Bretzelburger

Für mich hat Deutschland gestern keineswegs schlecht gespielt und man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, nicht alles in der zweiten Hälfte versucht zu haben. Sie waren aus meiner Sicht die einzige Mannschaft, der es bei Rückstand egal war, ob sie 3:0 oder 4:0 verliert, weshalb man die Konter der Italiener in der zweiten Halbzeit nicht überbewerten sollte. Wie immer ist Fußball eine Sache des Ergebnisses - hätte Italien noch den Ausgleich kassiert und im Elfmeterschießen verloren, hätte man sich nachher einen Haufen Vorwürfe gemacht, das man die Konter nicht besser ausgespielt hat. So war der Angriffsfußball eben vom Feinsten.

Was aber auffällt und was der deutschen Mannschaft meiner Meinung nach fehlt, sind Spieler, die weniger konform sind, die auch polarisieren können. Man muss sich nur mal zum Vergleich das Endspiel 1986 ansehen, als Deutschland 2:0 gegen Argentinien mit einem super Maradona hinten lag und nichts auf die Reihe bekam. Schon das sie überhaupt ins Endspiel kamen, wurde in der ausländischen Presse mit einem wochenlangen Aufschrei begleitet (ich habe damals in Wien studiert und alles hautnah mitbekommen). 2:0 von den Dänen vermöbelt, mit Glück gegen Marokko und Mexiko weiter gekommen, gegen das überragende Frankreich zwar das beste Spiel gemacht, in einer Abwehrschlacht aber auch Glück gehabt, und dann gegen den Favoriten 2:0 hinten gelegen. Keiner hat mehr an die Mannschaft geglaubt - und was macht die? - Holt den Rückstand mit Wucht in wenigen Minuten auf. Zwar haben sie in der Euphorie noch das 3:2 kassiert, aber wenn es beim 2:2 die letzten 5 Minuten geblieben wäre, hätten sie meiner Meinung nach noch gewonnen. So sehr die deutsche Nationalmannschaft auch überall kritisiert wurde, sie war gefürchtet für ihren unbändigen Siegeswillen, der auch von heute so gern lächerlich gemachten Typen wie Peter Briegel verkörpert wurde.

Die Frage ist : will man eine Mannschaft die gewinnt, obwohl sie nie die beste im Turnier war (von 1972 und mit Abstrichen 1990 abgesehen) oder nette Jungs, die an guten Tagen super spielen können, sich dann aber von Mannschaften, die ähnlich gut, aber abgezockter sind kurz vor dem Titel, weich kochen lassen? - Ich konnte mit den früheren Truppen, auch wenn deren mit Udo Jürgens eingespielten Lieder nicht an die schöne Nutella-Werbung herankommt, gut leben. Und selten hat mich eine Niederlage wie gestern so wenig gekratzt.

Kwyjibo

Zitat von: Nerf nach 29 Juni 2012, 08:17:33
Ich war nahe dran, dir zuzustimmen, muss jetzt aber doch mal nachhaken.
Wer wäre denn deiner Meinung nach Weltklasse? Wenn man im Nachhinein alle Teams, gegen die Deutschland bei WM und EM verdient gewonnen hat, zu internationalem Durchschnitt erklärt, macht man es sich doch sehr einfach.


England, Argentinien etc. wollte ich nicht zu internationalem Durchschnitt erklären. Das sind Klasse Mannschaften, aber eben deutlich schwächer als Italien und Spanien.
Mein Post war aber ein wenig undurchdacht und unglücklich formuliert. Du hast es wesentlich besser getroffen:

Zitat von: Nerf nach 29 Juni 2012, 08:17:33
Ich möchte es vielmehr mal so formulieren: Die Teams, die jetzt im Halbfinale standen, sind sich durchaus ebenbürtig, was die spielerische Seite angeht. Was den Unterschied macht, ist dann eben die Abgebrühtheit, die Coolness, die professionalität oder wie ihr das nennen möchtet. Halt die Fähigkeit, in solch kritischen Situationen Ruhe zu bewahren und eiskalt zu bleiben - den entscheidenden Elfmeter zu halten/verwandeln, den entscheidenden Angriff zum Tor zu fahren, nachdem man mit messerscharfem Blick die Schwäche des Gegners erkannt hat. Diese Fähigkeit hatten die Italiener gestern und die Deutschen nicht. Dieser Killerinstinkt ist es, was Jogis Jungs - denke ich - fehlt. Und darum gewinnen wir auch nicht die entscheidenden Spiele.


Das kann ich zu 100% unterschreiben!
Genauso wie die Postings von MäcFly und Roughale.

Obwohl ich nach der Vorrunde eigentlich die Hoffnung hatte, dass sich unsere Mannschaft in Sachen Killerinstinkt weiterentwickelt hätte. Alle 3 Gruppenspiele - vor allem das gegen Portugal - waren ja keine wirklichen "Hurra"-Spiele wie z.B. 2010 gegen England und Argentinien, sondern eher dreckig gewonnene. Gegen Italien wirkte es aber leider wieder ungefähr so wie gegen Spanien 2008 und 2010.

Klugscheisser

Ich seh' eine Mischung aus zwei Dingen: Zum einen waren einfach eine ganze Reihe von Spielern nicht in Top-Form, bei manchen fehlte meiner Meinung sogar noch einiges mehr als 1 oder 2 Prozent. Und zweitens: Die Mannschaft bzw. die Spieler hatten keinen richtigen Biss kombiniert mit Schiss vor Italien.

Dionysos

Für die großkotzigen Schlagzeilen der Boulevardmedien kann man sich während eines großen Turniers eigentllich immer schämen. An einem solchen Tag wie heute aber ganz besonders:
http://www.bildblog.de/39982/auch-als-orakel-unbrauchbar/  :viney:
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Dr. STRG+C+V n0NAMe

29 Juni 2012, 20:22:32 #41 Letzte Bearbeitung: 30 Juni 2012, 01:59:57 von Dr. STRG+C+V n0NAMe
Zitat von: Dionysos nach 29 Juni 2012, 16:25:33
Für die großkotzigen Schlagzeilen der Boulevardmedien kann man sich während eines großen Turniers eigentllich immer schämen. An einem solchen Tag wie heute aber ganz besonders:
http://www.bildblog.de/39982/auch-als-orakel-unbrauchbar/  :viney:


Tja, deswegen sollte man erst die Klappe aufreissen, wenn man was gewonnen hat.
Mal ne Frage in Runde der Fußballexperten hier. Was muss denn eurer Meinung nach nun gemacht werden, damit die Deutschen mal wieder was gewinnen? Alte Spieler (z.B. Klose) raus, andere bis jetzt ignorierte rein oder vielleicht Löw rauswerfen? Oder was weiß ich....
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Eric

Also Löw muss definitiv bleiben.
Aber jetzt sollte er das Team neu aufstellen.
Solche Leute wie kedhira, özil, Hummels, neuer, Bender, Schürle, kroos pushen, aber auch jetzt frisches Blut rein wie z.b. ein Marco Marin.
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wusselpompf

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Dr. STRG+C+V n0NAMe

Zitat von: wusselpompf nach 29 Juni 2012, 21:02:24
http://www.spiegel.de/kultur/tv/tagesthemen-moderator-ingo-zamperoni-veraergert-fussballfans-a-841728.html
da hab ihrs.


Entschuldigung, aber das finde ich total dumm, Lächeln zu verbieten. Sollen die wie auf dem Persobild vor der Kamera stehen?

@eric: Meinst du das mit Kroos ernst? Hier wurden ja Stimmen laut, dass der eher phlegmatisch sei.
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Klugscheisser

Zitat von: Dr. STRG+C+V n0NAMe nach 29 Juni 2012, 21:58:47
Zitat von: wusselpompf nach 29 Juni 2012, 21:02:24
http://www.spiegel.de/kultur/tv/tagesthemen-moderator-ingo-zamperoni-veraergert-fussballfans-a-841728.html
da hab ihrs.


Entschuldigung, aber das finde ich total dumm, Lächeln zu verbieten. Sollen die wie auf dem Persobild vor der Kamera stehen?


Vor allem bei Dauergrinser Zamperoni - der kann doch gar nicht anders.

Zitat von: Dr. STRG+C+V n0NAMe nach 29 Juni 2012, 20:22:32
Zitat von: Dionysos nach 29 Juni 2012, 16:25:33
Für die großkotzigen Schlagzeilen der Boulevardmedien kann man sich während eines großen Turniers eigentllich immer schämen. An einem solchen Tag wie heute aber ganz besonders:
http://www.bildblog.de/39982/auch-als-orakel-unbrauchbar/  :viney:


Tja, deswegen sollte man erst die Klasse aufreissen, wenn man was gewonnen hat.
Mal ne Frage in Runde der Fußballexperten hier. Was muss denn eurer Meinung nach nun gemacht werden, damit die Deutschen mal wieder was gewinnen? Alte Spieler (z.B. Klose) raus, andere bis jetzt ignorierte rein oder vielleicht Löw rauswerfen? Oder was weiß ich....


Löw weiter. Und naja, irgendwie war's ja auch Pech - sonst gab's mal ein oder zwei formschwache Spieler, diesmal waren's ein paar mehr und kein erfahrener Ersatz auf der Bank. Keine Ahnung, vielleicht waren die Bayern-Spieler doch zu platt von den drei zweiten Plätzen, evlt. doch nicht so gut, so viele Leute aus einer Mannschaft zu holen. Vor allem bräuchte man aber einen guten Stürmer, der Klose wird's nicht mehr machen können.

Nerf

Zitat von: Dr. STRG+C+V n0NAMe nach 29 Juni 2012, 20:22:32
Tja, deswegen sollte man erst die Klasse aufreissen, wenn man was gewonnen hat.


Wird noch 'ne Weile dauern, bis sich die Bildzeitung für eine EM qualifiziert.
Oder meintest du mit "Klappe aufreißen" die deutsche Mannschaft? Ich meine mich nicht zu erinnern, dass die Zitate von der stammen.
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Dr. STRG+C+V n0NAMe

Zitat von: Nerf nach 30 Juni 2012, 00:36:54
Zitat von: Dr. STRG+C+V n0NAMe nach 29 Juni 2012, 20:22:32
Tja, deswegen sollte man erst die Klappe aufreissen, wenn man was gewonnen hat.


Wird noch 'ne Weile dauern, bis sich die Bildzeitung für eine EM qualifiziert.
Oder meintest du mit "Klappe aufreißen" die deutsche Mannschaft? Ich meine mich nicht zu erinnern, dass die Zitate von der stammen.


Zuerst einmal: die zwei s sollen zwei p sein, also Klappe aufreissen. Und damit meinte ich die Zeitungen, die nach 3 guten Spielen und dem Viertelfinale die deutsche Mannschaft als unschlagbar bezeichnet haben. Nichts gegen Freude, aber man sollte auch die Schlagzeilen halbwegs vernünftig wählen. Klar haben die deutschen gute Spiele geleistet, aber (2€ ins Phrasenschwein) "nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Was 4 gewonnene Spiele wert sein können, hat man nun erfahren.

Gruß

n0NAMe
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Ja, die Schlagzeilen sind schlimm, aber die BLÖD Werbung mit der Aufstellung der Italiener hat wirklich Humor - Danke! ;)

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Nerf

Zitat von: Dr. STRG+C+V n0NAMe nach 30 Juni 2012, 02:03:11
Und damit meinte ich die Zeitungen, die nach 3 guten Spielen und dem Viertelfinale die deutsche Mannschaft als unschlagbar bezeichnet haben. Nichts gegen Freude, aber man sollte auch die Schlagzeilen halbwegs vernünftig wählen.


Da sind wir uns ja einig. Dein Statement oben liest sich aber so, als ob du die Selbsteinschätzung der BLÖD-Zeitung teilst, dass sie das Sprachrohr für ganz Deutschland ist. Von den Spielern selbst war derlei Bullshit nämlich nicht zu vernehmen.
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Rollo Tomasi

1 Juli 2012, 12:20:26 #50 Letzte Bearbeitung: 1 Juli 2012, 12:58:17 von Rollo Tomasi
Ein Kollege von mir sagte nach dem Spiel, dass Italien verdient gewonnen hat und das Italien Deutschland in der ersten Halbzeit "schwindlig" gespielt hat?
Ich habe dazu gesagt dass er da wohl ein anderes Spiel gesehen hat???
Deutschland war für mich auch in der ersten Halbzeit die bessere, zumindest aber die feldüberlegene Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz und mehr Torchancen.
Nur in der Phase von der 15. Minute bis zum 1:0 war Italien besser. Das 2:0 kam für mich völlig aus dem Nichts.
Gründe für die Niederlage waren für mich mangelnde Cleverness, falsche Taktik, vor allem aber individuelle Fehler und auch mangelnde Chancenverwertung.
"Ich hab neulich gehört: 35 % der Zahlen und Fakten, die so kursieren, stimmen gar nicht! ... Das ist fast ein Drittel!" (Hagen Rether)
"Stellen sie sich einmal vor, es gäbe keine Autos, es gäbe keine Telefone und es gäbe keine Computer .... sie würden doch den ganzen Tag fernsehen, oder?" (Hagen Rether)

Vince

"Schwindlig gespielt" ist mit Sicherheit die falsche Redewendung, aber Italien hat nach den ersten Minuten durchgehend diese Dominanz ausgestrahlt, die mich nie daran hat zweifeln lassen, dass Deutschland es mal wieder nicht schaffen würde. Und selbst bei dem Fast-Eigentor der Italiener in der von Deutschland dominierten Anfangsphase, als Buffon noch spitzbübisch mit einer Handwischbewegung so ein "puh, ist grad nochmal gut gegangen" zum Ausdruck gebracht hat, schien mir der tatsächliche Spielausgang fast schon vorbestimmt zu sein. Die einzige Phase, in der mir die Italiener aufrichtig nervös erschienen, war die nach dem deutschen Anschlusstreffer. Aber die dauerte ja nur zwei verzweifelte Minuten lang. Wäre hier tatsächlich noch der zweite Treffer gelungen, wäre Deutschland wohl ins Finale eingezogen. Nun ist es aber eben doch so gekommen wie leider erwartet.

Anderssen

1 Juli 2012, 13:05:38 #52 Letzte Bearbeitung: 1 Juli 2012, 15:16:55 von Anderssen
Leute, na klar hat sich Löw verzockt und Deutschland hat kurz vor dem Tor nichts zu Stande gebracht. Aber was sollen denn immer diese Sprüche von wegen uns fehlten die ,,Siegertypen" (was auch immer das sein soll) oder Deutschland könne keine Weltklassemannschaften schlagen.
Gucken wir uns doch mal die Spitze der FIFA-Weltrangliste an (mal die ersten 15 Plätze, damit auch Frankreich und Italien noch drauf sind):

1    Spanien   
2    Uruguay   
3    Deutschland   
4    Niederlande   
5    Brasilien   
6    England   
7    Argentinien
8    Kroatien
9    Dänemark   
10    Portugal
11    Chile   
12    Italien   
13    Russland
14    Frankreich
15    Griechenland

Ich würde wagen zu behaupten, dass Deutschland gegen die meisten dieser Mannschaften im jeweils jüngsten Spiel gewonnen hat. Ausnahmen sind: Spanien, Kroatien, Italien und Frankreich. Und die letzten beiden sind momentan ja nun nicht gerade ganz oben zu finden (obwohl Italien nach der EM sicher ein paar Plätze gut gemacht haben wird).
Da frage ich mich doch irgendwie, was die Leute eigentlich erwarten, was für eine Art Fußball wir in diesem Land spielen müssen. Ich hab ja nichts dagegen, irgendeine Mannschaft (auch polemisch) zu kritisieren, aber diese Sprüche, die immer darauf abzielen, dass die deutsche Mannschaft mehr oder weniger grundsätzlich nichts gegen die Weltspitze ausrichten kann, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.  
Wie sieht es denn, mal von der anderen Seite betrachtet, bei diesen so genannten Weltklassemannschaften aus? Hat sich eine von denen denn in den letzten 3 WM jeweils eine Medaille erspielt? Oder hat in den letzten 4 großen Turnieren jeweils das Halbfinale erreicht? Ist bei denen immer alles Schummel und Pech, wenn sie rausfliegen, und bei Deutschland immer Schummel und Glück, wenn sie weiterkommen?
Und dabei liebe ich ja Polemik beim Fußball und bin auch vollkommen dafür, unsere Mannschaft zu kritisieren, aber diese offenbar ernst gemeinten grundsätzlichen Bemerkungen über die mangelnde Klasse der Nationalmannschaft teile ich überhaupt nicht.

Edit: Zahl korrigiert

Rollo Tomasi

Zitat von: Vince nach  1 Juli 2012, 13:05:23
"Schwindlig gespielt" ist mit Sicherheit die falsche Redewendung, aber Italien hat nach den ersten Minuten durchgehend diese Dominanz ausgestrahlt


Kann ich so nicht sehen.
Egal.
"Ich hab neulich gehört: 35 % der Zahlen und Fakten, die so kursieren, stimmen gar nicht! ... Das ist fast ein Drittel!" (Hagen Rether)
"Stellen sie sich einmal vor, es gäbe keine Autos, es gäbe keine Telefone und es gäbe keine Computer .... sie würden doch den ganzen Tag fernsehen, oder?" (Hagen Rether)

Vince

@Anderssen: Das Problem, das Deutschland hat, ist eben: Es gibt immer eine Mannschaft, die klar besser ist. 2006, 2008 und 2010 flog man gegen den späteren Welt- bzw. Europameister raus, und zwar immer verdientermaßen. Dieses Jahr eben schon wieder gegen einen Finalisten (und wie ich vermuten würde, erneut gegen den Europameister) und wieder verdientermaßen. Hätte England das Elferschießen gegen Italien gewonnen, wäre der Titel für mich drin gewesen, denn England sowieso, aber auch Spanien wären in diesem Jahr meiner Meinung nach zu schlagen gewesen. Nur Italien hätte ich schon lange vor der Halbfinalpaarung als sehr schwierig eingeschätzt und leider ist es so auch gekommen.

Bretzelburger

Die Kritik an der deutschen Mannschaft hat immer etwas mit dem übertriebenen Anspruchsdenken zu tun. Als die Mannschaft bei der EM 2004 in der Vorrunde raus flog, war die Kritik keineswegs größer, sondern konnte zielgerichteter ausgedrückt werden - Motto: die Mannschaft ist schlecht, also lasst uns was ganz Neues unternehmen. Nur dadurch war es z.B. möglich, das Jürgen Klinsmann Bundestrainer werden konnte.

Jetzt hat man (auch ich) das Problem, das man gar nicht weiß, was man verbessern soll. Neuer Trainer ist Schwachsinn, auch wenn Löw seine Schwächen hat. Nur, wer hat die nicht? - Betrachtet man seine Fähigkeiten als Ganzes, ist er einfach ein sehr guter Trainer. Nehmen wir als Vergleich den Erfolgstrainer Helmuth Schön - wirklich sympathisch, aber aus heutiger Sicht ein Weichkeks, der davon profitierte, das in der Mannschaft genug eigensinnige Charaktere waren, die den Laden aufmischen konnten. Von denen gibt es in der jetzigen Mannschaft zu wenig - weiterer Kritikpunkt - sicherlich auch eine Sache des Auswahlverfahrens von den Jugendmannschaften an. Allerdings haben solch polarisierende Persönlichkeiten, die ich persönlich schätze, auch den Nachteil eine Mannschaft auseinander dividieren zu können (siehe WM 1994 und 1998) - es ist immer eine Frage des inneren Gleichgewichts. Bestes Beispiel die Sieger von 1996 um Matthias Sammer - keineswegs die beste Mannschaft des Turniers, auch gegen Italien eine reine Zitterpartie, aber immer in der Lage, wieder aufzustehen. Nur als Vorbild für heutige Mannschaften taugt das nicht. Zudem sehe ich in der spanischen Mannschaft auch keine polarisierenden Persönlichkeiten, sondern einen souveränen Kapitän wie Iker Casillas. Es fällt schwer, so Jemandem den Titel nicht zu gönnen (außer Noi, da er nicht bei Barca spielt).

Im Grunde basiert das allgemeine Lamento aktuell auf dieser Hilflosigkeit, keine Lösung zu wissen, nicht einmal aktionistisch werden zu können. Was hilft ist Geduld, so ziemlich die schwerste aller Tugenden im Fußball. Klinsmann hat aktuell zurecht festgestellt, das der Stil, den die spanische Elf jetzt spielt, Anfang der 90er von Cruyff bei Barca eingeführt wurde. Es dauert, bis die Früchte solcher Maßnahmen eingeholt werden, und es gibt keine Garantie darauf. Machen wir uns nichts vor - die deutsche Mannschaft hat viele Jahre bis 2006 ziemlich scheiße gespielt, nur manchmal (2002, Kahn und Ballack) und 2006 (Klinsmann und Co.) dank "emotionaler Leader" mehr raus geholt als die Spielstärke verdient gehabt hätte. Das ist jetzt nicht mehr so. Die Platzierungen seit 2008 sind verdient, entsprechen auch der Leistung, aber diese vermitteln nicht mehr, dass Optimale heraus geholt zu haben.